Kindestod

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NICHT GELEBT, NICHT GELIEBT ! EINE NACHBETRACHTUNG

Am 06. Juli habe ich über Joel berichtet, dessen „Leben“ nur wenige Sekunden dauerte und darüber, dass sein Leichnam monatelang in der Chemnitzer Rechtsmedizin lag weil die deutscher Bürokratie eine Bestattung verhinderte. Wie nun heute die DRESDNER MOPO berichtet ist es dem Großmut des Chemnitzer Antea- Bestattungschef Andreas Morgenstern zu verdanken, dass Joel seinen Seelenfrieden auf dem Friedhof in Hohenstein gefunden hat. Aber auch Joels letzter Weg war ganz einsam. Weder Verwandte, welche es ja zweifellos gibt, noch der Bürgermeister, der mit dem „Fall Joel“ beauftragt war, standen nicht an den kleinen weißen Sarg und nahmen an der Beisetzung teil. Kein Einwohner der betroffenen Gemeinde, dem es Wert gewesen wäre, Joel auf seinen letzten Weg zu begleiten. Kein Vertreter vom Jugendamt, Kirchengemeinde, Kinderschutzvereine, keiner hat sich sehen lassen. TRAURIG, UNWÜRDIG, ERSCHÜTTERND, KEINE ANTEILNAHME von DENEN welche nach bekannt werden solcher Tragödien gerne mit dem Finger auf die Täter zeigen. Solch Verhalten zeigt die Verrohung der Gesellschaft im Bezug auf den Wert eines Lebens. Respekt und Hochachtung gilt den drei Mitarbeitern, welche Joel auf seinen letzten Weg begleitet haben und somit einen Teil der Würde von Joel erhielten. Fast täglich berichten Medien über solche Tragödien. Doch tragen nicht wir alle Mitschuld an der menschlichen Kälte, respektlosen Umgang untereinander?

Gestern bekam ich Kenntnis von folgender Pressemitteilung von T online vom 14. Juli 2011:

Eine Mutter in Saarbrücken hat sich möglicherweise das Leben genommen, nachdem ihr Kind verhungert war. Die Obduktion der 36-Jährigen und ihres zweijährigen Sohnes habe aufgrund der fortgeschrittenen Verwesung der Leichen zwar keine eindeutigen Hinweise auf die Todesursache erbracht, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings sei das Kind stark abgemagert gewesen und könnte deshalb möglicherweise verhungert sein…..Die Toten waren am Dienstag in einer von innen verschlossenen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Saarbrücken-Burbach gefunden worden.“ Über Ursache und Hintergründe dieser Tragödie ist nichts zu erfahren. Fakt ist aber, dass es auch hier eine Vorgeschichte gegeben hat. Und am Ende bleibt nur die Frage – WARUM und WESHALB konnte es soweit kommen, gibt es möglicherweise Verantwortliche, welche versagt haben? Hat denn kein Bewohner in den Mehrfamilienhaus das Leid gesehen ? Wir werden es möglicherweise, nein ich bin mir sicher nie, erfahren !!!!!

Ein Leserkommentar, zu der Tragödie, dürfte bei Beurteilung der möglichen Ursachen nicht ganz falsch liegen: „Immer mehr Meldungen dieser Art kommen vor. Kann das vielleicht an der sozialen Kälte in Deutschland liegen? Hauptsache unsere Regierung verteilt in anderen Ländern unser Steuergeld. In Deutschland breitet sich Armut und Hetze gegen Hartz 4 Menschen aus die keinen Job mehr kriegen. Dauert bestimmt nicht mehr lange, dann kommen solche Meldungen von Rentnern.“

Frank Ullrich

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