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Wozu Philosophie? Vom Sinn des Lebens.

Wozu Philosophie? Vom Sinn des Lebens.

Donnerstag, 12.12.2013. Eifel. Es gibt Fragen, denen man sich im Leben immer wieder stellen muss – jedenfalls wenn man die Wissenschaft der Philosophie erfolgreich studiert hat. Niemand fragt einen Lehrer, warum er Lehrer werden wollte (Ferien) oder einen Arzt, warum er Arzt werden wollte (Geld), niemand fragt einen Rechtsanwalt (Geld) oder einen Betriebswirt (Geld). Bei Philosophie jedoch – der brotlosesten aller brotlosen Künste – steht man schnell am Pranger … jedenfalls heute, wo die Anhäufung von Geld in endlos großen Massen einziger akzeptierter Lebensinhalt geworden ist, obwohl man Geld noch nicht mal essen kann. Die Antwort ist einfach: besserer Sex. Ich sehe, ich habe jetzt ihre Aufmerksamkeit – und genau diejenige ist es, die automatisch wächst, je mehr Sie sich mit der Kunst des Denkens beschäftigen.

Aufmerksamkeit ist das allerwichtigste Element in unserem Leben, wenn es um Genuss des Lebens geht. Ein grober Klotz braucht Weltreisen, bis sein auf Minimallevel arbeitendes Gehirn auch nur Ansätze von Eindrücken empfängt, notfalls muss er sich mit glühenden Schürhaken peinigen lassen, um überhaupt noch etwas zu empfinden: ich denke hier liegt die Hauptursache des boomenden Sado-Maso-Kultes in Berlin – jedenfalls haben mir Eingeweihte nach dem Umzug der Regierung von diesem Boom erzählt. Mit der Regierung kamen auch die Sado-Maso-Buden, so geht die Rede – und schaue ich mir die Politik so generell an, kann ich eine gewisse Lust an der Qual nicht fortreden.

Ein geschulter Geist jedoch vermag allein im Blumentopf auf seiner eigenen Fensterbank noch völlig unerforschte, wunderbare Welten zu entdecken, deren Erlebnisvielfalt jeden Asientrip in den Schatten stellt. Wie schult man diesen Geist?

Durch Denken, durch den Aufbau immer komplexer werdender Denkstrukturen und umfassender werdenden Denkoperationen. Je größer und umfassender diese Strukturen, je komplexer ihre Muster, umso größer wird auch die Erlebnistiefe in allen Lebensbereichen. Nein – ein grober Klotz kann das nicht beurteilen, dazu muss man den Weg erstmal zu Ende gegangen sein. Ein grober Klotz braucht immer härtere, stärkere Reize, um überhaupt noch zu merken, dass er lebendig ist, schnell werden Sexualität und Gewalt vermischt, schnell verwischen sich die Grenzen von Kinderliebe und Sexualität, von Ernährung und Menschenfleisch; war es anfangs noch ein Softerotikfilm, der Freude machte, mußte später schon die Frau vor laufender Kamera zerstückelt werden, nachdem sie es mit Tieren getrieben hat, damit das sterbende Gehirn des Täters noch am Leben teilnehmen kann.

Dankenswerterweise sind wir Menschen alle von Geburt an Philosophen – erst später wird uns das Denken mit Gewalt abtrainiert, wenn „Schule“ auf lebendige Fragen tote, vorgefertigte Antworten gib, wenn Denken bestraft anstatt befördert wird – es sei denn, es bewegt sich in Bahnen, die der Maximierung von Kapitalrendite dienen. Wer erlebt, wie Kinder auf wundersame Weise überglücklich werden, wenn sie ihre eigenen kleinen Welten kreiren (und sich so auf dem Weg machen, ganz automatisch souveräne Lebenskünstler zu werden), wird erinnert an jene Beobachtungen, die der Wissenschaftler Emanuel Swedenborg über Engel gemacht hat: sie sind in der Lage, um sich herum ein kleines Feld von Eigenrealität aufzubauen, einen kleinen Raum, in dem sie selbst die Naturgesetze bestimmen.

Hier stoßen wir auf eine der zentralen Fragen der Philosophie: die Frage nach der eigenen Herkunft.

Die Kapitalrendite- und Militärwissenschaft (den edlen Titel „Naturwissenschaft“ verdient die aktuell so bezeichnete Zunft schon lange nicht mehr) hat hierzu eigene, vorgefertigte Antworten, die der Verbesserung der Leidenschaft beim Wehrmittelverbrauch (auch „Krieg“ genannt) und der Steigerung der Eigenkapitalrendite dienen sollen: wir existieren gar nicht, sind nur eine Illusion.

Noch vor zweihundert Jahren hätte man über diese Anmaßung noch herzhaft gelacht, weiß man doch, dass das phantasierende Subjekt sich niemals als phantasierendes Objekt beobachten kann – auch wenn es das noch so entschieden behauptet.

Im Zeitalter der groben Klötze jedoch werden solche Überlegungen anstandslos bei festlichem Akte der gesellschaftlichen Lumpenelite vorgestellt, um jede weiteren Regungen des Gewissens auszuschließen.

Wo kommen wir nun wirklich her?

Das ist eine Frage nach einer Wahrheit. In der Kunst des Denkens merkt man schnell, wie begrenzt die Sinne des menschlichen Körpers sind, wie mangelhaft seine Ausstattung – noch nicht mal fliegen kann er. Wir können mit diesem Instrument keine Wahrheiten schaffen – wir haben das ja auch aufgegeben zugunsten beständig verschrobener werdender Theorien, mit denen man Philosophen zu Arbeitstieren (und groben Klötzen) umformen kann. Darum sucht die Philosophie keine Wahrheit, sondern Weisheit, einer Weisheit, zu der sie ein sehr liebevolles Verhältnis hat – und kein vernünftiges, obschon doch Vernunft eines der Werkzeuge ist, derer sie sich gerne bedient.

Weisheit nun hat sich über Jahrtausende hinweg Bahn gebrochen und die Frage beantwortet: ein Jenseits ist es, aus dem wir stammen. Je nach geformter Eigenrealität des denkenden Menschen unterscheiden sich die Bilder des Jenseits, doch das Prinzip bleibt gleich.

Haben wir diese Entscheidung getroffen, ist der Rest ziemlich einfach. Entscheidung? Ja, zu der Erkenntnis von Weisheit gehört die Erkenntnis, dass man sich Wahrheiten aussuchen kann, man kann (und MUSS) sich für sie ENTSCHEIDEN. Das macht im tieferen Sinne die Bedeutung des religiösen Wortes „Glauben“ aus: durch aktive, kräftige, bewusste Entscheidung Wahrheiten schaffen. Das gehört zu den Erkenntnissen, die der philosophische Geist in seiner Jugend in sich trägt – und die „Schule“ mit brutaler Gewalt austreibt, wer sich nicht biegen und brechen läßt, findet gerade mal in der Kunst noch einen akzeptierten Lebensbereich.

Haben wir die Frage geklärt, wo wir herkommen (geklärt in dem Sinne, dass es NUR UNS SELBST klar sein muss und niemand anderem), sind wir uns sicher, den Ursprung unseres Selbst erkannt zu haben, haben wir auch die Frage beantwortet, wo wir hingehen, wenn wir die Zusammensetzung der Materieballungen verändern oder von der Teilchenexistenz wieder auf Wellenexistenz umschalten (auf deutsch: „sterben“): wir gehen nach Hause.

Ist das Leben gut gelungen, bringen wir einen großen Schatz an Erfahrungen mit Heim, eine wertvolle Beute an Eindrücken, Gefühlen, Erkenntnissen, Erfahrungen und Erlebnissen, die uns niemand nehmen kann. Ist das Leben schief gegangen, tragen wir zu diesem Zeitpunkt nur noch das Potential in uns, funktionierendes Rädchen in einem Großraumbüro zu sein. Der Moment, wo wir erkennen, das wir trotz sechs- siebenstelligem Jahresgehalt bitter arm geblieben sind, wird von jenen, die ihn erleben, als sehr grausam beschrieben, andere berichten sogar, dass einem so unterentwickeltem Denkapparat noch nicht mal der Übergang ins Jenseits gelingt und man mit seinem Wesen, seiner Seele im Bereich der Teilchen hängen bleibt und untergeht, weil man nie gelernt hat, in den Wellen der Realitäten zu schwimmen.

Natürlich kann man sich auch entscheiden, ein Materialist zu werden und das Leben als solcher zu verbringen – JEDES Leben ist gut, jede Erfahrung wertvoll, sofern es aus bewusster, konsequent durchdachter Entscheidung besteht. Lebt man es, um dem Priester aus der Klosterschule bis zum Lebensende eins auszuwischen, hat gerade der Priester Macht über mich, den ich doch für immer aus meinen Anschauungen verbannen sollte … wenn ich weise wäre.

Hier stoßen wir direkt zum Nutzen der Philosophie: das geschulte Denken hilft uns sehr, jene Momente zu erkennen, wo andere Menschen Macht über uns ausüben wollen – und es auch tun. Der moderne Mensch liefert sich seinen Machthabern täglich für viele Stunden aus und läßt täglich vielen Stunden Werbung ungefiltert in sein Hirn – dabei geböte es die Weisheit, das Gerät ganz auszuschalten, weil der Schaden, der durch fremde und verfremdete Wirklichkeitsabbildungen in den Werbebildern angerichtet wird, um einiges größer ist, als der Nutzen, der durch Information und Aufklärung gewonnen werden könnte. Nur wenige Menschen sind so gefestigt, dass sie den sublim ausgestalteten Werbebotschaften widerstehen geschweige denn sie erkennen können, es ist ein endloser Spiegel des Mangels, der einem vorgehalten wird – und eine endlose Predigt der Wertlosigkeit der eigenen Existenz, weil man das falsche Automodell fährt und deshalb vor Gott selbst in Ungnade gefallen ist.

Beherrschen Sie die Kunst der Philosophie – die auch die Kunst ist, jederzeit in unsere „Software“ bewusst eingreifen und sie beliebig steuern zu können – haben sie den Gipfelpunkt menschlichen Reichtums erreicht, eine Form der Ruhe, Zufriedenheit und des Glücks, die ihnen niemand mehr nehmen kann. Beherrschen sie sie nicht, werden sie von anderen durchs Leben getrieben – was oft sehr unerquicklich ist.

Natürlich muss man Nebenwirkungen erwähnen, die sich automatisch einstellen, je gewandter der Umgang mit Gedanken wird.

Sie verlieren jede Lust an Gewaltausübung gegen Frauen, Vergewaltigung wird ihnen fremd wie Stacheldraht auf Toastbrot, eine urmännliche Überzeugung, dass Frauen bestraft gehören und dies durch Sexualität zu geschehen hat, erlischt folgenlos – weil sie zu den Botschaften der Außenwelt gehört, die einen steuern sollten. (Einschub: diese Überzeugung habe ich bei vielen – ja, den meisten – Führungskräften der Pharmaindustrie bemerkt, es war ihre Motivation, ins Bordell zu gehen und dort ihre Strafphantasien gegen Bezahlung straffrei ausleben zu können – mit Handlungen, die sie normalerweise direkt ins Gefängnis gebracht hätten). Ebenso verlieren sie die Lust am Konsum – vollständig. Zwar steigert sich die Freude an Dingen ungemein – aber hierzu reicht schon ein besonderer Stein, eine außergewöhnliche Wolkenformation oder ein seltener Duft. Sie brauchen gar nicht erst den Versuch starten, mangels hinreichender Erlebnistiefe immer gröbere Keile in die Welt zu schlagen – sie besitzen diese Erlebnistiefe.

Und bald auch die sichere Überzeugung, das diese Gedankenwelten groß und stabil genug geworden sind, um die Reise sicher fort zu setzen – in andere Welten oder einfach nach Hause. Keine Sorge: das merken sie einfach wie Regen auf der Haut, Sand unter den Füßen oder Wind im Haar: so genau wie diese Erlebnisse wird dann ihr Wissen davon sein, dass sie stabil und sicher jenseits der Materie existieren werden, weil sie kraftvoller als diese geworden sind, den Sprung vom Teichen zur stabilen Welle erfolgreich hinter sich gebracht haben.

Diese Überzeugung muss nicht bewusst geschehen – das Denken kann andere, perfekte Kreise bilden, fast in jeder Zusammensetzung – sie kann sich einfach in einer völligen Ignoranz der eigenen Sterblichkeit manifestieren … immerhin ist sie ein Produkt der Erfahrung und des Erlebens und nicht ein Produkt gedanklicher Akrobatik (wie leider viele neuere esoterische Leben).

Folgen Sie dem Denken der alten Griechen, wird es noch dramatischer: dann haben Sie sich sogar genau dieses Leben, in dem sie jetzt stecken, ausgesucht um genau jene Erfahrung zu machen. Das ist denkbar – aber oft schlecht erträglich. Zwar mag man aus einer Laune heraus die Erfahrung professionellen Stumpfsinns machen wollen – doch zeigt sich oft, dass man inmitten der Erfahrung gerne mal den Kurs ändern möchte. Außerdem lehrt uns die Weisheit nach den schrecklichen Erfahrungen des 21. Jahrhunderts, das die bösartigen menschenfressenden Dämonen nicht aus unserem Leben verschwunden sind: anstatt Menschen auf dem Dorfplatz zu verbrennen, organisieren sie ihre Vernichtung mit den Mitteln der industriellen Produktion – oder bauen Bomben, die gleich mit einem Schlag ganze Großstädte ausradieren … das erspart einem den mühevollen Prozess der Selektion. Diese Erfahrungen zeigen, dass wir gut beraten sind, nicht jede Form von Erfahrung heilig zu sprechen, wir wären sonst kaum in der Lage, unserem Gewissen gemäß zu handeln.

Man kann diese Aspekte im Übrigen gut mit Prostituierten besprechen – auch wenn man für ihre „Dienstleistung“ keinerlei Bedarf mehr ins ich spürt, weil man orgiastische Zustände nach Belieben durch Veränderung der Software hervorrufen kann. Sie sind es gewöhnt, Körper und Geist zu trennen (auch wenn sie dafür bezahlt werden, so zu tun, als täten sie es nicht) – sie könnten ihren Job nicht lange durchhalten, täten sie das nicht. Gleiches gilt im Übrigen auch für Ärzte und Manager – soweit ich das beobachten konnte, schaue ich mir die aktuelle Politik an, so sehe ich auch Anzeichen dafür, dass Politiker ebenfalls ihre Seele schlafen schicken, um im Sinne der Maximierung von Kapitalrendite folgerichtig entscheiden zu können.

Eine weitere Nebenwirkung ist eine ausgesprochene Menschenliebe, die weit jenseits jeglicher Sexualität steht. Damit muss man erstmal klar kommen: Menschen ohne Nutzen einfach zu mögen.

Die bloße Masse der Gedanken erreicht irgendwann einen kritischen Punkt, ab dem man neue Qualitäten bemerken kann – die Vorstellung, das eine Existenz, die nur einen einzigen Zeitzustand erleben kann („jetzt“ – alles andere ist künstliche Interpretation und wilde Theorie … so schön man einen Zeitstrahl auch graphisch darstellen kann), irgendwann aus diesem Zustand herausfallen soll, weil die nieder schwingende organische Struktur umorganisiert wird, hat schon etwas außerordentlich Absurdes an sich. Kein Wunder, dass solche Menschen sich auch vorstellen können, in einem Nährlösungstank zu liegen und sich den Rest der Welt nur zu träumen.

Leider merkt man auch, wie das Leben sein könnte, wenn die Kunst der Philosophie gefördert würde – wir hätten eine Vielzahl unendlich reicher Menschen, die sehr angenehme Zeitgenossen sein können (auch wenn die Lust an groben Vergnügungsersatzstoffen wie Alkohol, Nikotin und Karneval schnell vergeht), die ihre natürliche Umwelt hegen und pflegen – anstatt Tresore hinter Stahl, Glas und Beton die leb- und lieblose Geldhaufen vor den Augen der Welt verbergen.

Eine gewisse Trauer ob der realen Entwicklung der Welt wird sich nicht verhindern lassen, eine gewisse Veranlagung, eine boshafte Intelligenz hinter der unnatürlichen Entwicklung der doch so reizvoll angelegten Menschheit zu vermuten, kann ebenfalls auftreten, gleichfalls eine konsistente Neigung, liebgewonnene Wahrheiten der selbstverliebten politischen Elite regelmäßig in Frage zu stellen – erst Recht, wenn diese Wahrheiten dazu geeignet sind, das natürliche Lebensglück zu verdunkeln.

Wie man den Weg geht?

Falls man Fragen hat: einfach Kindern zuschauen. Die sind noch nahe dran an „drüben“, aber nicht so gezeichnet vom Leben sie. Stellen Sie Fragen – und vor allem: trauen Sie sich zu, die Antworten selbst zu finden.

Wenn Sie es gerne religiös haben wollen – bitte schön: Christus sprach in Gleichnissen, die so komplex aber auch ansprechend waren, dass Denker seit zweitausend Jahren nach ihrem Sinn suchen … Gott will Denker, keine Schafe, auch wenn er seinen Sohn als Lamm geopfert hat, um diese Botschaft unter die Menschheit zu bringen, als sich der Geist des dunklen Imperiums über die Menschheit ausbreteite … so, wie er es auch heute wieder tut, diemal mit der ganzen Welt im Blick.

Das Internet verlangt nun Kürze, weshalb ich die Ausführungen hier schließen muss – in der Hoffnung, wenigstens grob umrissen zu haben, dass die Kunst des Denkens mehr Gewinn bringt, als alles Geld der Welt zu vermitteln mag.

Kürzer könnte ich nur mit Schopenhauer reden: Philosophie bringt nichts, erspart einem aber Vieles. Das allein – wäre auch schon sehr viel wert.

Andererseits kann sie jeden Tag in Weihnachten verwandeln, wo unter golden glitzernden Lichtern im grünen Lebensmeer erfreuhliche Wunder auf einen warten … jeden Tag ein wenig mehr.

Und nun – viel Spaß beim Denken und der Beantwortung jener Fragen, die uns Menschen ausmachen: vom komme ich her? Wo gehe ich hin? Was will ich hier?

Vielleicht fangen Sie einfach mit der Arbeit an der Frage an, warum wir eigentlich alle einen Strahl als Darstellung von „Zeit“ kritiklos aktzeptieren, obwohl jeder bis heute lebende Mensch die Dimension „Zeit“ (sofern es überhaut eine ist) nur als Punkt erlebt: als ewig sich veränderndes JETZT. Aber Vorsicht: die Antworten auf diese Fragen werden politisch schnell hoch brisant … ein endloses Jetzt hat nämlich kein Ende, mit dem man ihm drohen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zukunft der Menschheit – eine Schauergeschichte.

Die Zukunft der Menschheit - eine Schauergeschichte.

Mittwoch, 20.11.2013. Eifel. Macht man sich Gedanken über die Zukunft der Welt, so ist man mitlerweile ziemlich alleine. Früher wurden bedrohliche Entwicklungen medial erfasst und als Spielfilm vorgeführt: so hatte man die Wahl, ob man diese Zukunft wollte oder nicht. Heututage geht das schon nicht mehr ganz so gut: der „Zeitgeist“ hat sie geändert.  Ein  Beispiel ist der Film „Matrix“. Was geschieht dort? In einer zukünftigen Welt liegt die Menschheit als Energiequelle in Milliarden von Tanks, eingelullt in Träume, die unsere jetzige Realität darstellen. Der Film hat viele beeindruckt – und darum griffen die Kosmokraten (so nennen wir jetzt mal die Gestalter globaler Wirklichkeiten – entsprechend der Definition von Jean Ziegler) ein: der Film sollte ursprünglich kein Science Fiction sein, hätte aber als neues Jesusdrama kein Geld bekommen – die gesellschaftliche Sprengkraft der Botschaft war so schon schlimm genug … bzw. kam der Realität sehr nahe. „2022 – die überleben wollen“ ist einer von jenen Filmen, die die 68´er Generation aufrüttelten: „Soylent Green ist Menschenfleisch“ – so die zentrale Botschaft einer übervölkerten Welt, die ihre Alten zu Nahrungsmitteln verarbeitet. 2022 ist in neun Jahren – und wir nähern uns der Realität an.

Nun – Menschenfleisch essen … das wollen bislang nur wenige. Schon heute ist aber vielen gerade in Deutschland klar: wir werden mit Millionen und abermillionen überschüssiger Luxusrentner ein großes Problem bekommen. Es geht nicht  nur um die Rente (drollig, wie heute alles immer auf das Geld reduziert wird), es geht schlichtweg um die Tatsache, das ganz wenige Kinder (die dann natürlich groß sind) Millionen von Leichen entsorgen müssen; von „Pflege“ wollen wir gar nicht reden: das wird ein Genozid der Alten werden, die einfach in ihren eigenen Wohnungen verhungern, verdursten und verrotten werden. Die Kinder der Zuwanderer werden sich um ihre eigenen Alten zu kümmern haben, da wird für jenes Deppenvolk, dass seine eigenen  Zukunft mit dem SUV auf Autobahnen verheizt hat, keine Gnade mehr übrig sein. Vielleicht haben wir aber auch Glück und die sind sozialer als wir es waren – das spielt im Detail keine Rolle, weil es nur ein deutsches Problem ist. Schwache, dekadente Völker mussten in der Geschichte schon immer den mutigen Abenteurern weichen – da wird der Deutsche keine Ausnahme sein: Herr Hitler hat hier ganze Arbeit geleistet.

Denken wir aber mal noch etwas weiter in die Zukunft. So richtig weit – wie wird die Welt dann aussehen?

Die Antwort ergibt sich aus der Perspektive: wir nehmen nur die eine, die wichtig ist … die Perspektive, die sich auf Geldflüsse konzentriert.

Der aktuell laufende Krieg Reich gegen Arm wird irgendwann gewonnen werden. Von den Reichen – die Armen wissen momentan noch überhaupt nichts von einem Krieg, können also nicht mal im Traum daran denken, Widerstand zu leisten. Die Reichen kaufen sich Grundstücke, schützen Nationalparks, sichern sich Bodenschätze, dirigieren Staaten und Parteien so weit, dass diese den Ball so platzieren, dass man ihn selber bequem ins Tor schießen kann. Die Reichen haben schon längst eine internationale Allianz, sind untereinander bestens vernetzt (auf den Jachten griechischer Milliardäre kann man schon seit Jahren mehr Politik machen als im Brüsseler Parlament – so hochrangig und verschieden sind die Gäste dort, von Baroso bis hin zum britischen Königshaus), betreiben als „Bilderberger“ ganz öffentlich politische Meingungsbildung der Führungskräfte zugunsten der Kosmokraten und haben in Clubs wie „Bohemian Grove“ die beste Möglichkeit, Absprachen aller Art unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu fällen.

Währenddessen werden die Armen auf neue Werte getrimmt: Sparsamkeit, Demut, Enthaltsamkeit, Einsamkeit. Geschieht ganz offen – mit guten Worten (und oft auch guten Absichten). Prostitution wird unter dem Siegel der „Freiheit der Frau“ gefördert, was nebenbei die Preise auf 30 Euro im Straßenstrich senkt (uns so diese begehrte Dienstleistung für jedermann erschwinglich macht – notfalls mehrmals am Tag), die Familien werden durch eine immense Berufsbelastung entfremdet und auseinandergerissen, man betreibt aktive Einwanderungspolitik, um die Entstehung breiten Massenwiderstandes zu verhindern (da hat man von den USA viel gelernt). Arbeit jedoch wird – wie in Konzentrationslagern – zum Fetisch und Selbstzweck, das Versprechen, dass die Maschinen uns die Last der Arbeit abnehmen, war eine Lüge, weil der Staat uns exakt diese „Arbeit“ als Bürgerpflicht wieder aufdrückt – mit teils völlig absurden Ergebnissen in der „Arbeitsförderung“.  Natürlich bekommt in einer solchen zerrissenen Gesellschaft keiner mehr Kinder – Kinder brauchen Zukunft … und die haben wir nicht mehr im Angebot.

Der Mensch, das Individuum, wird reduziert auf seine Funktion als Kostenfaktor: er trägt mit seiner Geburt sofort eine große Schuld mit sich herum: er beansprucht die Nahrungsmittel und den Wohnraum anderer Leute für sich …. was nun mal gar nicht geht, denn hiermit tritt er in direkte Konkurrenz zu den Kosmokraten, die alles für sich beanspruchen. Das einzige, womit er diese Schuld abarbeiten kann, das einzige Kapital was er hat, ist: sein Körper.

Für Frauen heist das: Prostitution. Schon heute ein Sakrileg, wenn man sich dazu bekennt, sich nicht gerne zu verkaufen, weil  man daran ja einen so riesengroßen Spaß hat – ebenso hat man ja voller strahlendem Jubel seinen Job im Büro anzutreten: auch eine Form von Prostitution, nicht weniger entwürdigend als die zuvor genannte. Männer können – sofern körperlich gut geraten – ihre Existenzschuld als Söldner abarbeiten – oder auch als Lustsklaven. Wir können damit rechnen, dass unsere Kosmokraten zu einer außerordentlichen Dekadenz entarten, wie es der Adel früherer Zeiten vorgemacht hat: die waren sich für keine Abartigkeit zu schade.

Wer aber als Frau nicht mehr von Freiern angenommen wird oder als Mann nicht dem Bild des nordischen Hühnen entspricht, kann auf dem Organmarkt seine Chancen auf Profit wahr nehmen: ein Leben voller Kokain, Alkohol und fetten Speisen setzt den feinen Herren halt zu, die gehen da bis an ihre Grenzen: da muss schon mal das eine oder andere Organ ersetzt werden. Hier sprechen wir jedoch noch von einer Übergangszeit, in der noch rudimentäre Reste einer demokratischen Verfassung geachet werden.

Wir wollen aber heute mal einen kurzen Blick auf das Ende werfen.

Das Ende wird so werden wie der Anfang. Die Wälder und alles verwertbare Wild und Holz darin gehören dem Adel. Der Pöbel (das sind wir) bekommt die unattraktiven Plätze zugewiesen – das Ruhrgebiet (wie vielleicht alle Großstädte) wird eingezäunt und zum Auffanglager für Minderleister, für deren Entsorgung man wirklich keine weiteren Kosten aufwenden möchte. Diese „Problemzonen“ werden von Maschinen bewacht, die schon heute mit Hochdruck entworfen werden (dafür ist immer Geld da). Es ist das Prinzip der Ghettohaltung oder des Reservates, das hier greift: der Reiche beweist so seine Menschlichkeit und Großzügigkeit, über die er bei einem raffinierten Cocktail gerne ausführlich plaudert.

Draußen, in den vom WWF schon jetzt fein geschützten erhaltenen Natur, werden die Paläste der Kosmokraten stehen, die um sich herum viele Kilometer unberührter Natur haben. Zur Unterhaltung fängt man sich gelegentlich ein paar Primaten aus dem Reservat, die um Leben und Tod kämpfen dürfen (gerne auch Kinder), von wilden Tieren zerfleischt werden (die dem eigenen Zoo angehören – man spart auch enorm an Futterkosten) oder einfach bei lebendigem Leibe zur Unterhaltung der Oberschicht verbrannt werden: all das hatten wir schon mal, das ist nicht neu. Auch die Folter dürfte – rein zu Unterhaltungszwecken – wieder Einzug in den Alltag des Adels finden … erste Anzeichen der Degeneration in diesem Bereich finden wir schon in der US-Armee oder bei RTL.

Nationalstaaten wird es nicht mehr geben, der letzte ist 2048 von Ratingagenturen in den Bankrott gejagt worden. Der Reiche braucht auch keinen Staat, er kann sich mit seinem Geld jederzeit einen eigenen bauen. Natürlich reduziert sich die Weltbevölkerung in den Ballungsgebieten automatisch – durch Krankheit, Hunger, Kriminalität. Den Rest besorgen Kriege – die aber wieder wie früher ausgetragen werden. Die Armeen des Metabarons Ackermann treffen sich mit den Armeen des Metabarons Putin am 8.Januar 2052 in Afrika (einem Kontinent, den man völlig für derartige Aktionen freigegeben hat – bis auf einige Zonen im Süden) zur Austragung eines großen Spektakels, dass weltweit übertragen wird. Da in den Söldnerlagern ein großer Bedarf an Prostituierten besteht, werden die aus den Reservaten eingeflogen: eine Riesenchance für jedermann. Ferngesteuerte oder vollautomatisierte, atomar bestückte Drohnen sorgen dafür, dass die gegnerischen Mannschaften nicht auf dumme Gedanken kommen: immerhin ersetzen diese Schlachten die alten, an Jagden erinnernden Fussballspiele. Was wird das für ein Gaudi.

Natürlich fühlen sich die Kosmokraten gut bei ihrer Sache: der Rückbau entvölkerter Ghettos wird enthusiastisch gefeiert: man sieht halt, das sich der Pöbel auf der Welt nicht halten kann: er ist dumm, unzivilisiert, barbarisch (allein die Aufnahmen des letzten Krieges – erbärmlich, wie die sich da gegenseitig abgeschlachtet haben) und nicht in der Lage, sein eigenes Leben produktiv zu gestalten: ohne die unermessliche Gnade der Kosmokraten hätte er schon längst sich selbst und die ganze Welt vernichtet.

Es wird ein paar Verwaltungszentren geben, Menschenfarmen: der Bedarf an Organen bleibt gleich. Dort werden Menschen zwecks Organentnahme gezüchtet, Menschen, deren genetisches Material nicht völlig von Nanoplastik verseucht ist – wie wir es in Zukunft leider häufiger erleben werden.

Die Erde insgesamt wird sauberer werden, viel Bauland wird der Natur zurückgegeben – und so erheben sich die Kosmokraten als Hüter der Erde in höchste, gottähnliche Höhen.

Religion in jeder Form wird verboten werden.Die neuen Götter dulden keine Konkurrenz – auch nicht in der Theorie, noch dulden sie, dass ihre eigene Heiligkeit von alternativen Weltdeutungskonzepten in Frage gestellt wird.

Menschenrechte werden weiter gültig sein – allerdings gibt es eine Einkommensgrenze, ab der man die Rechte in Anspruch nehmen kann. Ohne Millarden gehört man schnell zum Pöbel und findet sich im eingezäunten Detroit wieder.

In den Reservaten können die Menschen mehr oder weniger tun was sie wollen – ohne Energie, ohne Nahrung, ohne Rohstoffe, natürlich, Tag und Nacht bewacht von Kameras, auf die die Kosmokraten jederzeit Zugriff haben: jeder wird Hauptdarsteller in seinem eigenen Film und kann – sofern er was ausserordentlich Tolles bringt – mit einer Spende rechnen: Liveunterhaltung pur.

Für die Träume der Menschheit wird es kein Geld mehr geben: wozu Raumfahrt, wenn die Kosmokraten sich die Welt zum schönsten Raumschiff der Geschichte umbauen können. Außerdem ist dort draußen entweder gar nichts …. oder Konkurrenz.

In dieser Zukunft werden wir automatisch landen – alle gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre gehen stringend in diese Richtung, alle politischen Sparkonzepte treiben das Volk automatisch dahin, alle Konzepte von Unterhaltung und „Spaß“ nehem diesen Kurs.  Ich stehe auch dazu: so wird es kommen. Bin mir sicher, dass dieser Text in Zukunft in Datenbanken der Wissenschaftler landen wird – Wissenschaftler, die selber Kosmokraten sind und ihre Forschungen nur noch aus Spaß betreiben, um der unendlichen Langeweile einer überversorgten, allmächtigen Existenz zu entkommen: „Schaut mal, ich habe einen Pöbler gefunden, der unsere Pläne schon früh erkannt hat: wahrscheinlich hat er die Wörter nur zufällig aneinandergereiht, ohne ihre Bedeutung wirklich zu begreifen“ – so wird es dann beim Tee weitergetragen werden.

Diese Pläne erkennen viele. Ich würde sogar sagen: die kann jeder erkennen, der über einen gewissen Grad an rein mengenmäßiger Information verfügt – man braucht hier keine geheimen Informationen eingeweihter Verschwörer, alle Pläne liegen heute schon offen auf dem Tisch und werden gnadenlos Schritt für Schritt umgesetzt: Wirtschaft, Politik und Wissenschaft ziehen da an einem Strang – und die Masse der Lemminge zieht begeistert mit, weil der Zeitgeist es fordert: „fit for job“ ist das devote Motto, mit dem der kleine Mann den Herausforderungen der Zukunft begegnet.

Und aus diesem Grund bin ich – inzwischen – absoluter Gegner der gewerbsmäßig ausgeübten Prostitution, des Menschenhandels, des Kindesmissbrauches, der Organspende, der Abtreibungen – und des materialistischen Weltbildes, das diese Entwicklung erst möglich macht.

Abschließend ein aktuelles Zitat einer Leserin:

Ja, da wird definitiv eine Hemmschwelle überschritten: der Menschenkörper wird als solcher zur Handelsware, und er wird isoliert von Seele und Geist verkauft und wahrgenommen.
Dabei ist es doch gerade das was “die Würde des Menschen ist unantastbar” eigentlich ausmacht: dass ein Mensch in seiner Ganzheit respektiert wird und dass eben diese Trennung NICHT stattfinden darf.

Es findet aber nicht nur die Trannung von Körper und Seele statt: aktuell klären „Wissenschaftler“ die Kosmokraten darüber auf, dass es gar keine Seele gibt (weshalb alle Religionen vernichtet werden müssen – die sind die letzten Träger des einst nicht hinterfragbaren Seelenbegriffes) … infolge dessen auch keine Würde. Der ganze Rest ist eine einfache logische Ableitung dieses Obersatzes – und endet in der oben beschriebenen Dystopie.

Aber wetten, die arbeiten jetzt schon wieder an dem Satz: „Das haben wir alles nicht gewußt, das haben wir alles nicht gewollt!“. Wie schon immer, redet man sich mit seiner eigenen Dummheit heraus – dabei ist es gerade diese Dummheit, die diese Entwicklung möglich macht.

Wenn wir nichts ändern, werden wir genau in dieser schrecklichsten aller Welten landen – und zwar für immer und ewig. Die Kosmokraten arbeiten mit Hochdruck (und in aller Öffentlichkeit – da gibt es keinerlei Verschwörungen, da gibt es nur eine Mischung von Dekadenz, Dummheit, Gier, Macht und Drogen) an der Gestaltung dieser Zukunft, fast täglich schaffen sie es, weitere Hemmschwellen zu senken – und kaum noch jemand wagt es, die Zukunft zu beschreiben, in die war zwangsläufig alternativlos hineinmarschieren.

Was uns retten kann?

Es gibt eine ganz einfache, erste Lösung. Nach den bekannt gewordenen Gräueln des Dritten Reiches hat man – aus gutem Grund – eine allgemeine Erklärung der Menschenrechte entworfen – Rechte, die vor allem zum Schutz des Pöbels gedacht waren, selbst dann, wenn dieser Pöbel die Rechte gar nicht wollte. Die Erklärung der allgemeinden Menschenrechte erlaubt sich – ohne es direkt zu formulieren – einen Rückgriff auf einen anderen Obersatz.

DER MENSCH IST HEILIG.

Laßt uns einfach nicht mehr über Religion streiten – sie ist ganz nützlich, um Werte und Dinge unantastbar zu machen … und genau deshalb haben wir sie (samt unserem großen Häuptling im Jenseits) dereinst im Kampf gegen die Kosmokraten entworfen. Und weil der Mensch heilig ist, steht ihm mit seiner Geburt ein bedingungsloses Grundeinkommen zu (sofern vorhanden) – Aufgabe der Wirtschaft soll es dann nicht sein, darüber zu klagen, dass zu wenig Geld für private Bereicherung zur Vergügung steht, sondern die Erwirtschaftung jenes Wohlstandes, der ein bedingungslose Grundeinkommen möglich macht. Ja, ich weiß: das ist mehr Arbeit als die Manipulation des Libor-Zinssatzes – aber es geschieht halt für einen guten Zweck.

Das ist unsere eigentliche Entscheidung: wollen wir den Menschen heilig sprechen – oder soll er weiterhin ein zweibeiniger, ausrottbarer Kostenfaktor bleiben? Haben wir diese Entscheidung gefällt – als Gemeinschaft, ganz offen und entschlossen – dann ist die Ausformulierung, der Ausguss dieses Satzes in Gesetzen, die Setzung von Sitten und Normen in seinem Sinne ein Kinderspiel.

Wir stehen als Menschheit zum ersten Mal in der Geschichte vor einer zentralen Entscheidung, die über unseren ganzen Wert und unsere ganze Zukunft ein Urteil fällen wird: sind wir frei, mutig und entschlossen genug, auf der Erde ein Paradies zu errichten … oder geben wir uns lieber mit der Hölle zufrieden?

Momentan – die Aussicht kann ich niemanden ersparen – steht der Kurs voll auf Hölle. Ist der Mensch nicht mehr Kraft seiner Seele ein heiliges Wesen … ist er nur noch Fleisch, das beliebig benutz- und verwertbar ist.

Das muss uns aber nicht gefallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brief eines Leistungsträgers an die Regierung: wie motiviere ich meine Kinder?

Brief eines Leistungsträgers an die Regierung: wie motiviere ich meine Kinder?

Dienstag, 12.11.2013, Eifel.

Liebe Bundesregierung.

Heute ist wieder einmal ein Morgen, an dem ich mich nur mit sehr heftigen Schmerzen bewegen kann. Der Grund ist einfach zu benennen: Rücken. Genauer gesagt, fehlen Bandscheiben im Lendenwirbelbereich. Wie alle anderen Leistungsträger auch habe ich alles gegeben, 1 000 000 Kilometer Autobahn (und viele Flugkilometer nebenbei – aber die waren nicht so schädlich, jedenfalls nicht für mich) habe ich in fünfzehn Berufsjahren hinter mich gebracht. Mir hat das nicht gefallen, obwohl ich gerne gereist bin: mir war jederzeit bewusst, dass ich der Umwelt keinen Gefallen damit tue. Aber: Arbeit muss ja sein.

Mit dieser Aussage renne ich bei Ihnen wahrscheinlich offene Türen ein, immerhin haben Sie die gesamte, mühsam gestaltete Sozialgesetzgebung so gestaltet, dass Arbeitslose mit Enteignung, Einschränkung der Bürgerrechte und öffentlicher Schmähung durch Staats- und Wirtschaftsfunk für ihren Frevel bestraft werden. Ich habe innerhalb von zehn Jahren mein Gehalt vervierfacht, mehrere Karrierestufen hinter mich gebracht, hatte ein sechsstelliges Gehalt in DM – und Euro und vor allem: Arbeitszeiten bis zu 120 Stunden die Woche. Manche Kollegen haben diese Belastung nicht überlebt. Es gab Tage, da habe ich mit einem einzigen Anruf eine Million Euro Umsatz gemacht: wenn ich mich Recht entsinne, definieren sie so den Leistunsträger, weshalb ich mich einfach mal als ein solcher vorstellen möchte, weil ich ja weiß, dass wir der Regierung liebstes Kind sind.

Momentan kann ich mich wieder nur mit Trippelschritten bewegen, alles andere führt zu Schmerzen gegen die Zahnweh ein Witz ist. In guten Zeiten kann ich nicht lange gehen, sitzen oder stehen, oft muss ich mich hinlegen, um meine Rückengymnastik zu machen und die eingeklemten Nerven wieder aus dem Würgegriff der Knochen zu befreien. Die Wohnung kann ich heute nicht verlassen – sind halt gerade keine guten Zeiten – werde den Tag wieder liegend verbringen müssen.

Nun – ich will nicht groß klagen. Mir geht es viel besser als meinen Leidensgenossen. Einen kenne ich persönlich, er ist 39 Jahre alt und völlig verzweifelt, ist ans Jobcenter angebunden, schreibt viele Bewerbungen und ist im Prinzip genauso unvermittelbar wie ich. Der Unterschied zwischen ihm und mir? Ich erhalte als letzter Jahrgang eine kleine Berufsunfähigkeitsrente, die Sie für die Jahrgänge nach mir einfach abgeschafft haben. Ich kann mich gut hineinfühlen in die Lebenssituation meines Kollegen, der sich wie ein kerngesunder Mensch bewerben und bewähren muss, obwohl er seine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Ausführung der eigenen Körperbewegungen richten sollte: ist man hier auch nur einen Moment unachtsam, befördert man Lasten von mehr als 2 Kilogramm Gewicht, so kann es sein, dass man schnell am Boden liegt, weil einem die Beine weggebrochen sind. Ein schwerer Wintermantel stellt da schon ein Risiko dar.

Wie sie sehen, bin ich Ihnen sehr dankbar für die kleine Leibrente, da ich ein zurückgezogenes, vergeistigtes Leben immer sehr geschätzt habe, komme ich auch mit der Ausgliederung aus der Konsumgesellschaft gut zu recht und bin auch dankbar dafür, dass ich mein Wahlrecht noch behalten durfte.

Und doch habe ich ein Problem.

Ich habe Kinder. Sechs davon kennen ihren Papa nur als Arbeitstier, aber sie haben auch erlebt, was man sich alles leisten kann, wenn man arbeiten geht. Das ist ja auch richtig: es war Wunsch der Bundesregierung, dass alle sehen können, dass Leistung sich wieder lohnt.

Doch nun, liebe Bundesregierung, habe ich ein Problem. Obwohl ich – neben vielen anderen Abschlüssen – auch ein pädagogisches Studium sehr erfolgreich beendet habe, komme ich nicht umhin, zuzugeben, dass meine Kinder mein Leben als Botschaft begreifen:

Geht man arbeiten, wird man krank. Wird man krank, wird man arm und fortgejagt. Also geht man besser nicht arbeiten, damit man wenigstens gesund arm sein kann“.

In der Tat: ich würde viel dafür geben, gesund zu sein, kann also an dieser Stelle die Negierung von Krankheit gut verstehehn. Mein größtes Hobby waren lange Wanderungen durch die einsamen Moore Belgiens, ein Tag im Moor ersetzt leicht eine Woche Urlaub auf den Malediven. Nun darf ich nur noch in Begleitung wandern – oder mit Handy. Da es im Moor keinen Empfang gibt (diese Belgier! Noch nicht mal das kriegen sie hin!), ist diese Option für mich nicht lebbar. Aber was soll es: da jeder Schritt gewöhnlich von unterschiedlich starken, stechenden Schmerzen im Lendenwirbelbereich begleitet wird, ist das Wandern eh´ keine Freude mehr.

Nun – wie gesagt: ich will nicht klagen. So ein zerbröselter Zustand ist gut und nützlich, um sich mit seiner Sterblichkeit endgültig zu versöhnen: der Zeitpunkt, der ein absolutes Ende der Schmerzen und des elenden Leides bedeutet, rückt jeden Tag einen Tag näher heran, ohne dass man etwas dafür tun muss – das erfreut einen jeden Tag ein klein wenig mehr.

Was aber mache ich jetzt mit meinen Kindern? Immerhin weiß ich, dass Eltern in erster Linie durch ihr Vorbild erziehen, weniger durch Worte. Welche Worte soll ich denn auch noch wählen, um hier motivieren zu können? Auch wenn es jetzt übel klingt: meine Leistung hat dazu geführt, dass meine Kinder Leistungsverweigerer werden – und obwohl ich Sonderschulungen für Motivation und Führung erhalten habe, fehlt mir da völlig der Ansatzpunkt. Besser wäre es gewesen, ich wäre mein Lebtag lang arbeitsloser Alkoholiker gewesen – so wäre ich wenigstens ein schlechtes Beispiel, dass den Kindern im eigenen Leben einiges hätte ersparen können. So jedoch bliebe mir nur die Drohung mit Hunger, Obdachlosigkeit und zukünftigem Arbeitslager – doch derartiges Arbeiten entspricht nicht meinen beruflichen Fortbildungen.

Kein Konzern arbeitet mit Strafen als Motivationsinstrument, dort verlegt man sich lieber auf Bonuszahlungen – die es oftmals auch gibt, wenn gar kein Erfolg der Arbeit zu sehen ist: zur Not greift einem ja der Steuerzahler unter die Arme.

Für Bonuszahlungen kann ich trotz bescheidener Lebensführung kein Budget mehr einrichten – wie Sie vielleicht nachvollziehen können.

Es ist auch nicht nur die Armut durch Krankheit, die meine Kinder zu ihrer Einstellung führt – hier kommen sie eher nach ihrem Vater und schätzen den einfachen, rustikalen Lebensstil des Eremiten – es ist das völlig Fehlen der Würdigung der erbrachten Leistung, das Erkennen, dass Einsatz und Leistunsbereitschaft völlig nutzlos sind, weil am Ende nichts übrig bleibt außer Schmerzen und der Versuch der Entwürdigung – ganz unabhängig davon, dass man jahrzehntelang überdurchschnittlich viele Beiträge in alle nur denkbaren Kassen geleistet hat, von denen sehr viele heute noch sehr gut leben. Wo gibt es noch etwas Dankbarkeit für die vielen DM und Euro, die man für den Staat, für die Gemeinschaft erwirtschaftet hat – in meinem Falle sogar echter Reingewinn durch Rückführung der Umsätze ausländischer Konzerne in deutsche Steuerkassen?

Man könnte auf die Idee kommen, dass es besser gewesen wäre, Soldat geworden zu sein um im Ausland völlig fremde Menschen zwecks Rettung der von den Taliban unterdrückten Drogenproduktion zu erschießen – dort bekommt man für eine Verwundung wenigstens einen kleinen Orden, ist ein Held. Wird man krank durch Arbeit, ist man …. böse?

Nun – ich will aber nicht für mich sprechen – mir geht es um die Kinder.

Ich plage mich nun seit acht Jahren mit dem Problem der Motivation herum, stelle jetzt aber – dank eindringlicher Studien auf Facebook – fest, dass ich nicht allein mit dem Problem da stehe … nur geht es anderen noch viel schlechter als mir, der ich durch die kleine Rente sehr priviligiert bin, diese Priviligierung aber nutzen kann, mich öffentlich zu äußern. In diesem kinderarmen Land sind es Millionen von Kindern, die sehen müssen, wie die Lebensarbeitsleistung der Eltern im Falle von Alter und Krankheit mit Füssen getreten wird.

Ich weiß nun, dass Sie als Bundesregierung sehr beschäftigt sind. Beständig müssen mehr Posten für verdiente Mitglieder der Partei geschaffen werden, ständig steigende Bezüge verlangen nach gut überlegten Anlagemöglichkeiten, ebenso warten auf jeden Abgeordenten zehn Lobbyisten, um seinen Tag zu strukturieren und viele Unternehmen fragen einen als Vortragsredner an – was sich ja auch sehr angenehm in den eigenen Vermögenswerten widerspiegelt. Ich möchte aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass Sie vielleicht doch ein wenig Aufmerksamkeit auf dieses Problem lenken, da es kein kleines ist.

Auf der Konzernebene kennt man es gut: die „innere Kündigung“ betrifft (je nach Studie) 24 – 90 % aller Mitarbeiter und richtet jährlich einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 250 Milliarden an, dass sind 3 Billionen Euro seit 2001, dem Jahr, in dem Sie die winzige Berufsunfähigkeitsrente für alle gestrichen haben. Auf Konzernebene kann man das Problem auf vielerlei Arten angehen – und tut das auch. Schöne Weltreisen, coole Sachprämien, kleine persönliche Präsente – da ist vieles machbar, was vor großem Schaden schützt – und den Schaden kennt man genau: nicht wenige große Firmen sind durch mangelnde Motivation der Mitarbeiter in den Ruin getrieben worden.

Was aber wird aus dem Problem der „inneren Kündigung“, wenn es die Jugend eines Staates betrifft?

Sicher: Ihre Kinder sind auf einer Privatschule, deren „Ehemalige“ für jeden Absolventen eine Führungsposition in Politik und Wirtschaft frei räumen – doch diesen „Häuptlingen“ werden in Zukunft wohl die „Indianer“ fehlen.

Ich jedenfalls bin noch bemüht, auch meine Kinder zu Leistungsträgern dieses Staates zu machen, trotz meiner üblen Erfahrung mit diesem Status  – jedenfalls, wenn man ihn sich durch Arbeit verdienen muss. Jetzt gestehe ich aber: ich bin am Ende meiner Kunst angelangt. Darum wende ich mich nun direkt an Sie, denn immerhin haben Sie sich einer ganz besonderen Verpflichtung unterworfen:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Lösung meines kleinen Problemes vielen anderen Menschen helfen kann und somit geeignet ist, sehr viel Schaden von dem deutschen Volk abzuwenden – sogar Schaden in Billionenhöhe.

Mit besten Grüßen: Ihr Eifelpilosoph, Leistungsträger im Entsorgungszustand

 

 

 

Die Private-Health-Organisation über Schulessen: Die Machenschaften der Schulen.

Hier schildert die Private-Health-Organisation in ca.13 min. wie Schulen vorgehen können um zu vertuschen, was Schülern als Mahlzeit angeboten wird. Der Spießrutenlauf einer Mutter die sich um die Gesundheit ihres Kindes sorgte. Eine Geschichte in der die Schule, der Caterer, Ämter, Bürgermeister und der Verbraucherschutz auf ganzer Linie versagt haben. Eine Seltenheit?!..wohl kaum…

 

Die überforderten Kinder – Wie unsere Kinder „abgerichtet“ werden

Erst kürzlich hatte ich eine interessante Unterhaltung mit guten Bekannten, machen wir öfter mal, um uns auszutauschen, über „Gott und die Welt“. Doch diesmal ging es sprichwörtlich um die Zukunft, oder besser gesagt, es ging schlicht weg um die Zukunft unsere Kinder und wie ihr Alltag so aussieht. Und unterm Strich der Unterhaltung kamen wir unter anderem zu dem Ergebnis, dass der Alltag der Kinder, schnell zum Alptraum werden kann, sie unterliegen einem enormen Druck. Haben Sie liebe Leserinnen und Leser schon einmal darüber nachgedacht?

Wenn sich die Kinder nicht wie gewünscht entwickeln oder ihre Leistungen nicht den Erwartungen von Eltern entspricht, dann steigt der innerliche Druck auf unsere Kinder, jede schlechte Note ein Drama und oft kann dies in Hysterien enden.

Immer höher – schneller –weiter, immer ganz vorne sein, am besten der ERSTE, denn als ZWEITER  zählt man heut zu Tage schon als VERLIERER, so werden wir als Eltern täglich manipuliert. Leichtgläubig hören wir auf die Wichtigtuer von Wirtschaft, Gesellschaft und Medien, die uns glauben machen wollen, dass nur der ERSTE, der BESTE, die Leistungsträger in der Gesellschaft sind, der ZWEITE und DRITTE, taugt nur noch für minderwertige Tätigkeiten. Und weil wir uns leicht manipulieren lassen, merken wir oft nicht, wie wir diesen Unsinn, diesen Druck an unsere Kinder weiter geben. Da wird unseren Kinder aus allen Richtungen klar gemacht, dass wenn man nicht der ERSTE ist, keine Zukunft hat, später im Leben und dann nur noch als Kassiererin von Supermärkten, Taxifahrer oder Industriearbeiter ihr Leben fristen müssen. Viele Kinder und Jugendliche arbeiten für die Schule so viel wie Erwachsene in Vollzeitjobs. UNICEF zu Folge verbringen viele Schüler rund 38,5 Stunden pro Woche mit ihren Schulsachen – die Kleinen weniger, in den Klassen 9 bis 13 gibt es aber auch schon mal Wochen mit 45 Stunden.

Abartige Auffassungen, in der Sorge um die Kinder, haben sich wie selbstverständlich bei Mutti und Vati breit gemacht und bestimmen den Alltag von Kindern.

„Chinesisch für Babys, Managerkurse für Kleinkinder, Yoga in der Krippe“ – zwischen Geigenstunde, Frühenglisch und Schulaufgaben. Aus Sorge um die Zukunftschancen ihrer Kinder, setzen immer mehr Eltern ihre Kinder einem ungeheuren Leistungsdruck aus. Ich denke wir sollten uns die Frage stellen, wofür das Alles und WER hat Interesse daran, an all den Unsinn, Manipulation der Eltern und Kindern. Die Antwort liegt auf der Hand. Unsere Kinder sollen vorbereitet werden für den Krieg, welche wir Eltern bereits führen. Denn Krieg ist die angemessene Beschreibung für die gegenwärtige gesellschaftliche, wirtschaftliche Situation der Eltern und  für die Zukunft, in der unsere Kinder leben müssen.

Die  gegenwärtige und zukünftige gesellschaftliche, wirtschaftliche Situation für uns Eltern und Kinder ist immer mehr von Aggressivität geprägt, sie ist sehr unsolidarisch und vor allem auf Kurzfristigkeit festgelegt. Es geht heute nur noch darum, dass maximale, auf Kosten der Anderen herauszuholen, ohne Rücksicht auf Anderen und hierfür ist jedes Mittel recht.

Und so sollen unsere Kinder „abgerichtet“, nicht vorbereitet werden, für den Kampf und Krieg der ihnen von Meinungsmachern, Wirtschaftsbossen, Managern und der Politik aufgezwungen wird. Also, liebe Leserinnen und lieber Leser, wenn Sie Kinder haben, hier noch einen Rat, Eltern und Kinder sind keine Maschinen, auch Maschinen brauchen auch mal einen Service, Eltern und Kinder brauchen auch Phasen der Ruhe, sehen Sie es gelassener.

Gönnen Sie sich und Ihren Kindern zwischendrin mal einen Ruhetag. „Selbst Gott gönnte sich am siebten Tag einen Ruhetag“ und hören Sie nicht auf die welche Sie manipulieren wollen, denn die denken nämlich nur in erster Linie nur an sich und ihre Interessen selbst.

In diesen Sinne, ein schönes Wochenende mit Ihren Kindern

 

 

 

Vom Mittelstand direkt nach Hartz IV … auch dann, wenn man wirklich alles richtig macht und beim Jobcenter selbst arbeitet

Samstag, 29.12.2012. Eifel. Bei der Hitliste der größten Lügen der deutschen Bundesregierung in den letzten zwanzig Jahren ist sicherlich die Lüge über die wahren Arbeitslosenzahlen auf Platz 1 zu setzen. Nirgendwo wird mehr gelogen als in diesem Bereich - unter Mitwirkung der gesamten schreibenden Nachrichtenzunft in Deutschland. Das hat auch seinen guten Grund: würden wir wirklich realisieren, das nur noch 17 Millionen Menschen in der echten Wirtschaft Unterschlupf finden (und schon ab einer Arbeitszeit von nur 21 Stunden als "Vollzeitkräfte" gelten - was die Zahl der wirklich noch "echt" arbeitenden Menschen nochmal deutlich reduziert), dann hätten wir Unruhe an den Märkten. Das können wir aber gerade gar nicht gebrauchen - das können wir eigentlich nie gebrauchen. Wenn sich ein Georg Diez im Spiegel über die Tagesschau aufregt und sie zum "Volkserziehungs-TV" erklärt, dann ist das sicher richtig, verkennt aber den eigentlichen therapeutischen Wert der Sendung: sie ist dazu da, die Märkte zu beruhigen. Unsere wahren Herrscher, unser wirklicher Souverän, unsere Hoheiten sind nämlich leicht zu beunruhigen - und wenn die unruhig werden, wird es schlimm für alle: Arbeitsplätze werden in Massen abgebaut, damit das richtig weh tut, wird der Sozialstaat (gerade dann, wenn man ihn mal braucht) abgeschafft und der Druck auf Arbeitslose nimmt zu ... so lange, bis sie alle zusammenbrechen. Da das keiner will, müssen die wahren Daten über die wirtschaftliche Situation Deutschlands verschleiert werden ... ebenso wie die wahren Geschichten über Menschen, die in die Hartz IV-Falle geraten.

Samstag, 29.12.2012. Eifel. Bei der Hitliste der größten Lügen der deutschen Bundesregierung in den letzten zwanzig Jahren ist sicherlich die Lüge über die wahren Arbeitslosenzahlen auf Platz 1 zu setzen. Nirgendwo wird mehr gelogen als in diesem Bereich – unter Mitwirkung der gesamten schreibenden Nachrichtenzunft in Deutschland. Das hat auch seinen guten Grund: würden wir wirklich realisieren, das nur noch 17 Millionen Menschen in der echten Wirtschaft Unterschlupf finden (und schon ab einer Arbeitszeit von nur 21 Stunden als „Vollzeitkräfte“ gelten – was die Zahl der wirklich noch „echt“ arbeitenden Menschen nochmal deutlich reduziert), dann hätten wir Unruhe an den Märkten. Das können wir aber gerade gar nicht gebrauchen – das können wir eigentlich nie gebrauchen. Wenn sich ein Georg Diez im Spiegel über die Tagesschau aufregt und sie zum „Volkserziehungs-TV“ erklärt, dann ist das sicher richtig, verkennt aber den eigentlichen therapeutischen Wert der Sendung: sie ist dazu da, die Märkte zu beruhigen. Unsere wahren Herrscher, unser wirklicher Souverän, unsere Hoheiten sind nämlich leicht zu beunruhigen – und wenn die unruhig werden, wird es schlimm für alle: Arbeitsplätze werden in Massen abgebaut, damit das richtig weh tut, wird der Sozialstaat (gerade dann, wenn man ihn mal braucht) abgeschafft und der Druck auf Arbeitslose nimmt zu … so lange, bis sie alle zusammenbrechen. Da das keiner will, müssen die wahren Daten über die wirtschaftliche Situation Deutschlands verschleiert werden … ebenso wie die wahren Geschichten über Menschen, die in die Hartz IV-Falle geraten.

Wir haben nun schon einige dieser Fälle veröffentlicht … und ich habe mir die Kritik an diesen Fällen sehr genau angeschaut. Manchmal ist mir geradezu schlecht dabei geworden. Ist schon irgendwann mal jemand aufgefallen, wie Hartz-IV-Abhängige in diesem Land öffentlich dargestellt werden? Sie sind die Aussätzigen der Neuzeit. Als mein Onkel Rentner wurde (ziemlich früh allerdings, mit 54 Jahren und einem Berg von Geld als Abfindung), hat er sich in der vornehmen Gesellschaft der Familie seines Schwiegersohns als „Arbeitsloser“ vorgestellt – er neigt zu solchen derben Scherzen … wofür ich ihn sehr mag.

Der Effekt war durchschlagend, er hätte auch sagen können: „Guten Tag, mein Name ist Klaus-Dieter Schwurbel, ich habe Aids, Lepra, Hepatitis B und einige durch die Luft übertragbare Geschlechtskrankheiten, die der Medizin noch nicht bekannt sind, außerdem sitze ich normalerweise wegen unkontrollierbarer  Gewalttätigkeit infolge wahnhafter, psychotischer Schübe in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie in Bonn ein und bin wegen meiner notorischen Kleptomanie bekannt, die nur durch meinen Alkoholismus gebremst wird“.

Wer so in der Gesellschaft wahrgenommen wird, der hat bald keine andere Chance mehr, als sich Gesellschaft in Form von Tieren zu verschaffen. Aktuell greift Siybille Berg diese Menschen im Spiegel auf … in einer wohlgemeinten Phantasie, die erkennen lässt, das sie viel Verständnis für jene Menschen hat, die finanziell so weit unter ihr stehen:

Da sind andere wie ich, von keinem gemocht, von der Welt nicht benötigt, vom Kapitalismus aussortiert. Alleine in einer Wohnung hockend, aus dem Fenster starrend. Ich bin nicht alleine, die Welt hat sich nicht gegen mich verschworen. Ich bin ihr nur einfach egal.

Man wird vielen egal, wenn man ganz unten ist. Tiere sind da besser als Menschen – sie achten nicht auf die Kontostände, wenn sie Zuwendungen verteilen – das kann manchmal Leben retten. Psychologen und Psychiater empfehlen deshalb einsamen Menschen, sich ein Tier anzuschaffen, für das man da sein kann. Es ist also wahrlich nichts Besonderes, wenn Arbeitslose sich Tiere halten: über drei Millionen der 42 Millionen Jobcenterkunden haben schon überhaupt keine Chance mehr, wie der Spiegel aktuell berichtet.

Eine dieser Arbeitslosen möchte ich heute mal vorstellen. Sie hat keine vier Kinder, kämpft nicht gegen das System, will einfach nur eins: Arbeit. Diesen Text hat sie  zwischen ein paar Bewerbungen verfasst, ich habe ihn nicht verändert (es gab allerdings ganz wenige Flüchtigkeitsfehler … die sind jetzt fort).  Es ist die Geschichte eines ganz normalen Menschen, wie es sie in diesem Land zu Millionen gibt … und wie man sie nie in den Medien zu lesen bekommt. Es ist die Geschichte eines Menschen, der sogar beim Jobcenter selbst gearbeitet hat … und so nebenbei ein paar Einblicke vom Innenleben des Jobcenters vermitteln kann.

Dieser Mensch bleibt absolut anonym. Auch wenn jetzt tausend Leute helfen wollen – ich gebe die Adresse nicht heraus. Sucht andere Wege. Und jetzt: eine ganz normale Geschichte, wie der deutsche Mittelstand sich mit Fleiß, Tüchtigkeit, überdurchschnittlichem Einsatz und Arbeitswillen direkt nach Hartz IV vorarbeitet:

 

Am Anfang muss ich erst mal ein wenig ausholen, denn wie mir irgendwann klar geworden ist, fing da Ganze ja schon vor ein paar Jahren an:

Damals arbeitete ich für eine bekannte Autoverleihfirma in der Buchhaltung. Es hätte mich vielleicht misstrauisch machen sollen, dass es dort keine Angestellten gab, die in irgendeiner Gewerkschaft waren und nur zwei Angestellte (von ca. 40 allein in dieser Filiale) die Kinder hatten.

Wie auch immer, ich machte meine Arbeit gut und brachte mich voll ein, im Glauben an einen sicheren Arbeitsplatz und daran, dass sich Fleiß und Einsatz lohnen würden. Eine Zeitlang übersah ich einfach was wirklich los war: immer wieder mittags durcharbeiten, Überstunden ohne Ende, Bossing, das Betriebsklima unter aller Kanone.

Eine Kollegin und ich hielten zusammen und solange sie noch in der Firma war, war es auszuhalten. Doch dann wanderte sie aus und ich blieb zurück und hielt weiter durch (nebenbei suchte ich einen neuen Job, das war sehr schwer). Mir blieb auch nichts anderes übrig, als weiter durchzuhalten, denn der Verdienst war nicht gerade üppig und ich wollte nicht arbeitslos werden um mit noch weniger Geld da zustehen. Irgendwann sagten mir Bekannte wie schlecht ich doch aussehen würde, ob ich etwa krank wäre. War ich, doch das war mir damals nicht bewusst. Meine Seele litt, ich rutschte mit Riesenschritten in eine Depression, aber selbst wenn ich das bemerkt hätte, hätte ich es nicht zugegeben. In der heutigen Zeit muss man funktionieren oder man geht unter.

Meine Arbeitsleistung selbst ließ seltsamerweise nicht nach, aber zu Hause hatte ich kaum noch Kraft für den Haushalt, geschweige denn für solche Dinge wie Ausgehen, oder Freunde…. Auch hatte ich auf Arbeit nicht erkannt, dass eine neue Kollegin gegen mich integrierte. Im Nachhinein war es vielleicht besser so, denn sie schaffte es, dass ich gehen musste. (Ein halbes Jahr später wurde sie selbst gefeuert, wie ich erfuhr.)

 

Die Arbeitslosigkeit dauerte nicht lange und ich fand über eine Zeitarbeitsfirma wieder eine neue Stelle, vom Regen allerdings in die Traufe. Als Zeitarbeiter war man in dieser Firma ein Mitarbeiter zweiter Klasse, das bekam man deutlich zu spüren. Gleichzeitig wurde aber erwartet, dass man höhere Leistung brachte als die Festangestellten, obwohl man nur die Hälfte an Gehalt bekam. Mobbing? Natürlich, obwohl seit über vier Jahren kein Zeitarbeitnehmer mehr in eine feste Stellung übernommen worden war. Außerdem lauerte bereits ein anderer Konzern diesen Teil der Firma zu übernehmen und es wurde mit Windeseile daran gearbeitet den „Laden“ aufzuräumen. Jeder wusste es, in spätestens einem halben Jahr würde jeder Leiharbeiter gehen müssen. Wir waren nur Lückenbüßer. Also wieder einen neuen Job suchen.

 

Ich fand diesen auch, allerdings nur halbtags mit dem Versprechen, dass diese Stelle zu Vollzeit ausgebaut werden würde. Dann kam die Krise…. Schneller als ich dachte, wurde aus dem Stellenausbau ein Stellenabbau.

 

Nach wenigen Jahren wieder arbeitslos. Na gut, egal, ich würde schon wieder etwas finden. Ich wollte ja schließlich arbeiten und Geld verdienen. Und ja, nach kurzer Zeit fand ich eine Stelle in der Kindergeldkasse, allerdings befristet auf ein halbes Jahr. Ein paar Jahre früher, hätte ich eine befristete Stelle nicht mal in Betracht gezogen. (Und wie ich heute weiß, werden im öffentlichen Dienst die Stellen so gut wie immer nur befristet besetzt.) Zumindest die meisten Kollegen waren klasse. Die waren sogar selbst gefrustet, dass die Leute nur befristet wurden, denn das machte ihre eigene Arbeit auch nicht gerade leichter. Es kostet Zeit immer wieder neue Leute anzulernen. Übernahmen in eine feste Stellung erfolgten äußerst selten. Für mich bedeutete das: die Stelle antreten und nebenbei gleich wieder auf Arbeitssuche gehen.

 

Und ich war natürlich so naiv nicht zu erkennen, in welcher Spirale ich mich befand: Zeitarbeit, befristete Stellen…prekäre Jobsituation.

 

Danach, und ich schäme mich es zuzugeben, landete ich für ein weiteres halbes Jahr in einer anderen Behörde, die Arge. Nicht als Vermittlerin (obwohl auch hier die Neuen nur befristet eingestellt werden, so die Personalpolitik), ich hatte ja kein Studium vorzuweisen. Nein, in der Verwaltung fand ich sozusagen Verwendung. Ich fühlte mich auch nicht wohl, war ich doch seit Anfang an gegen Hartz IV gewesen, und jetzt arbeitete ich auch noch für diese Behörde. Aber ich behandelte die „Kunden“ wie ich auch selbst behandelt werden wollte, freundlich. Viel Kontakt hatte ich zwar nicht mit diesen Menschen zu denen ich später auch zählen sollte, aber für mich ist zumindest selbstverständlich freundlich zu grüßen und weiterzuhelfen, wenn jemand eine Frage hat. Uns als „Kunden“ zu bezeichnen, finde ich übrigens falsch, man wird ja nicht so behandelt. Alles geschieht unter Zwang. Gerne verwendet wird das Wort „Freiwillig“, zwei Sätze später wird dann mit Sanktionen gedroht. Was denn nun? Entweder etwas ist freiwillig, dann kann man ohne Konsequenzen ablehnen, oder es ist ein „Muss“, dann muss man mit Konsequenzen bei Nichteinhalten rechnen.

Wie auch immer, es gab hier durchaus Kollegen die auch die andere Schreibtischseite kannten und die Hilfesuchenden freundlich behandelten. Aber es gab leider mehr als genug Kollegen, die auf diese Menschen hinabblickten und sie entsprechend behandelten. Wenn ich dann bemerkte, dass man ja gar nicht wüsste, was diese Menschen mitgemacht hätten und weshalb sie in dieser Situation steckten, ja dass die meisten mit Sicherheit lieber einen guten Job hätten, wurde ich verständnislos angeschaut. Heute weiß ich, dass die Mitarbeiter der Jobcenter von oben indoktriniert werden, dass jeder Hartz-IV- Empfänger ein Schamrotzer sei, der sich Leistungen erschwindeln möchte, auf gut Deutsch: Jeder Hartz-IV-Empfänger will nur „bescheißen“! Auch dass die Hilfesuchenden bereits beim Eintreten in das Gebäude vom Sicherheitsdienst unfreundlich und abweisend behandelt werden, ist so gewollt!

 

Nun es kam, wie es kommen musste: Mitte 2010 trat ich meinen Gang zur Agentur für Arbeit an. Auf meine Bitte wurde mir zumindest ein 2-monatiger Weiterbildungskurs in SAP bewilligt, den ich auch sehr erfolgreich abschloss. Half nur leider nicht. Bewerbung um Bewerbung: erfolglos. Dass es nicht einfach werden würde, hatte ich ja geahnt, ich war ja bereits über vierzig, da gilt man in der Arbeitswelt inzwischen als zu alt. Das ist natürlich völlig lächerlich, vor allem im Büro. Ehrlich gesagt, inzwischen frage ich mich, ob ich mir nicht einfach mal einen Rollator leihen sollte und mit diesem zu einem Vorstellungsgespräch erscheinen…

 

Je mehr Zeit verstrich, desto depressiver wurde ich. Es konnte doch nicht angehen, dass ich keinen Arbeitsplatz fand. Schließlich wollte ich doch arbeiten, und jeder der arbeiten will, bekommt doch auch Arbeit. Lag es wirklich an meinem Alter, war ich zu dick oder zu dumm? Meine Zeugnisse waren schließlich gut, daran konnte es nicht liegen, oder doch? Meine Selbstzweifel wuchsen mit den Monaten, und die Angst vor Hartz IV.

 

Allein die Vorstellung Hartz IV beantragen zu müssen, war der pure Horror.

 

Dazu muss man vielleicht auch wissen, dass ich bereits als Jugendliche für ca. 3 Jahre in die Fänge der Sozialbehörden geraten war. Als ich 12 Jahre alt war, hatten sich meine Eltern getrennt und ließen sich scheiden. Mein Vater hatte daraufhin den Job geschmissen um nicht für Frau und Kinder zahlen zu müssen und so standen wir vor dem Nichts.

 

Obwohl es damals noch nicht so schlimm wie heute mit Hartz IV war, hatte ich mir geschworen, dass mir so etwas nie passieren würde (na ja, in dem Alter hat man noch viele Illusionen). Aus diesem Grund habe ich dann meine Ausbildung zur Bürokauffrau sehr ernst genommen und später auch Gelegenheiten zur Weiterbildung genutzt, war fleißig und mir auch nicht für Überstunden zu schade. Tja, das half dann am Ende auch nicht und es ärgert mich wahnsinnig, wenn sich Politiker hinstellen und es so darstellen, als wenn nur Menschen ohne Ausbildung in diesem menschenverachtenden System feststecken würden.

 

Dazu kam natürlich die Tatsache, dass ich, wenn auch nur kurz, für diese Behörde gearbeitet hatte. Man wurde vom Ex-Kollegen zum „Kunden“. Wie schon erwähnt, gibt es auch in den Jobcentern Mitarbeiter, die nicht jeden Hilfesuchenden für „Schmarotzer“ halten. Sie wissen dann auch, dass die wahren Schmarotzer jene Arbeitgeber sind, die so wenig Lohn zahlen, dass die Menschen „aufstocken“ müssen. Nicht zu vergessen jene, die sich Eingliederungshilfen zahlen lassen, um Menschen Arbeit zu geben. Wenn diese Hilfen dann wegfallen, die werden ja nur für einen gewissen Zeitraum bezahlt (meistens für ein halbes Jahr), werden diese Menschen vielleicht noch einen Monat weiterbeschäftigt (reines Alibi) und dann entlassen. Schwupps, sofort wird ein neuer Arbeitnehmer gesucht, der natürlich wieder nur „mit Eingliederungshilfe eingestellt werden kann“. Das wirklich Skandalöse dabei ist, dass die Jobcenter-Mitarbeiter wissen, dass diese Eingliederungshilfen skrupellos ausgenutzt werden. Eigentlich müssen diese Gelder nämlich zurückgezahlt werden, wenn die Menschen nicht mindestens um denselben Zeitraum weiterbeschäftigt werden, für den diese Eingliederungshilfen gezahlt wurden. Die meist fadenscheinigen Gründe für die Entlassung werden erst gar nicht angezweifelt oder untersucht. Da geht man einfach drüber hinweg. Die meisten Arbeitgeber kommen damit durch.

 

Aber auch nicht alle Mitarbeiter der Jobcenter kommen ungeschoren davon. Diejenigen, die noch sozial engagiert sind und sich auch für die Hilfesuchenden einsetzen möchten, werden entweder psychisch krank (wie meine Freundin, die über ein Jahr brauchte um wieder auf die Beine zu kommen und sich dann versetzen ließ), oder bewerben sich nach kurzer Zeit wieder auf andere Stellen. Jetzt sollte sich auch niemand mehr über die Mitarbeiter der Jobcenter wundern, es bleibt ja meist nur der „Bodensatz“ zurück. (Okay, das ist jetzt vielleicht gemein).

 

Jetzt sind ein wenig die Pferde mit mir durchgegangen. Entschuldigung dafür, aber ich habe mich entschieden, dies jetzt so zu belassen.

 

Also, vier Wochen vor offizieller Beantragung von Hartz IV (an dem ich beantragen müsste) und ich falle in ein tiefes Loch. Muss mich anstrengen und zusammenreißen. Schließlich brauchen mich meine Katzen und meine Mutter. Vielleicht findet sich ja doch noch rechtzeitig ein neuer Job. Meine (einzig verbliebene) Freundin drängt mich, zur Behörde zu gehen, sonst bekäme ich nicht rechtzeitig Geld.

Ich kann nicht.

 

Ein Tag vor dem offiziellen Termin. Ich schaffe es immer noch nicht zum Jobcenter zu gehen. Meine Mutter und meine Freundin bedrängen mich weiter. Es geht trotzdem nicht. Seit einer Woche denke ich unentwegt über Selbstmord nach.

 

Drei Wochen nach dem offiziellen Termin. Meine Mutter und meine Freundin nehmen mir das Versprechen ab, am nächsten Tag zum Jobcenter zu gehen. Mir ist kotz übel. Ich denke an meine Katzen und weiß, ich habe keine Wahl mehr. Sie müssten hungern.

 

Nächster Tag. Ich konnte kaum schlafen und habe Kopfschmerzen. Meine Hände zittern und mir ist schlecht, aber ich fahre. Ich habe es versprochen und ich halte meine Versprechen.

Der Sicherheitsdienst, ein Kahlkopf mit stechendem Blick, ist ausgesprochen unfreundlich. Dies löst sofort eine Abwehrhaltung in mir aus. Das ist ein Neuer wie ich erfahre, der ist so. Irgendwie schaffe ich es durch diesen Behördengang. Als ich nach Hause komme bin ich völlig erschöpft.

 

Seitdem muss ich mit Hartz IV leben. Ich habe seitdem diverse Mitgliedschaften bei Tierhilfsorganisationen kündigen müssen, das ging ja nicht mehr. Zeitungen und Zeitschriften kann man sich auch nicht mehr leisten, da muss dann das Internet herhalten. Man kann auch nicht das essen, worauf man Lust hat (wobei das auch schon vorher keine Luxus-Lebensmittel waren), man achtet eigentlich nur noch auf den Preis. Klamotten? Das ist gar nicht mehr drin. Handy? Vertrag gekündigt, ist nicht lebensnotwendig und kostet zu viel. Meinen alten Corsa habe ich versucht solange wie möglich zu halten. Schließlich verlangen die meisten Arbeitgeber heutzutage, dass man ein Auto hat, selbst wenn man nur im Büro arbeitet. Doch dann war der TÜV fällig und mit ihm notwendige Reparaturen. Das war nicht bezahlbar, also Auto ade.

 

Das sind nur einige Dinge die einem mit Hartz IV blühen. Ich lebe in ständiger Angst, dass ein wichtiges Gerät seinen Geist aufgeben könnte. Eine Reparatur des Kühlschranks oder Computers etwa oder gar eine Neuanschaffung. Das könnte ich niemals stemmen. Oder noch schlimmer, wenn eine meiner Katzen krank würde.

 

Das einzig Gute in meiner Situation ist meine Freundin. Wenn sie mich nicht mal auf einen Kaffee oder auch zum Essen einladen würde, hätte ich gar keine Teilhabe am öffentlichen Leben mehr.

 

Und so geht es Millionen von Menschen in diesem unserem Lande. Vielen geht es sogar noch schlechter als mir. Ich meine zum Beispiel die chronisch Kranken, die von den Jobcentern fertig gemacht werden.

 

Zumindest konnte ich den beiden wichtigsten Menschen in meinem Leben und meinen Katzen eine Kleinigkeit zu Weihnachten gönnen, in dem ich eine kleine technische Spielerei (gekauft in besseren Zeiten) verkauft habe. Ein Baum war nicht mehr drin, aber ein Adventsgesteck bietet auch ein wenig Lichterglanz.

 

Du siehst, lieber Eifelphilosph, meine Geschichte ist wirklich nicht besonders drastisch oder dramatisch. Es gibt weit schlimmere Schicksale. Das Tragische ist, meiner Meinung nach, dass es Millionen Menschen so oder ähnlich ergeht, und dass es zur Normalität verkommt. Noch schlimmer ist, dass Menschen wie wir gebrandmarkt sind als Taugenichtse, Nichtskönner, Faulenzer und Schmarotzer. Das ist menschenunwürdig. Und deshalb bin ich froh, dass es doch noch Menschen wie Dich gibt, die sehen, dass Hartz-IV-Empfänger auch Menschen sind.

 

Wäre ich allein, würde ich stärker dagegen angehen, aber ich habe eine große Verantwortung meiner Mutter (mit kleiner Rente) und meinen Katzen gegenüber. Wie schon in einer e-mail beschrieben, wird es mir oftmals zu viel, aber dann mache ich doch wieder weiter. Mein Seelenleben hat jedenfalls sehr gelitten und mir wurde nahe gelegt, mir doch Hilfe von einem „Seelenklempner“ zu suchen. Doch das ist mir nicht sehr geheuer…

Vielen Dank für diese Zeilen – und wieder mal ein persönlicher Dank an jenen Leser, der bis hierher durchgehalten hat. Mich hat dieses Schicksal sehr fasziniert, weil es so normal ist. Die Geschichte ist nicht drastisch oder dramatisch … sie ist völlig normal. Die Mehrheit der Deutschen kennt dieses gewerkschaftslose Arbeitsleben, in dem man alles gibt, weil man den Leitsatz der Zeit verstanden hat:

In der heutigen Zeit muss man funktionieren oder man geht unter.

Die Mehrheit der Deutschen merkt auch, das Depressionen zur Volkskrankheit werden, weil alle die gleichen Arbeitsbedingungen haben. Ich halte diese Lebensgeschichte für eine sehr wichtige Geschichte, darum ein Aufruf an die Leser hier – vor allem an diejenigen, die für den „Spiegel“ und die „Welt“ arbeiten (ja, ich weiß das ihr hier lest. Seit doch heute mal mutig, und veröffentlicht diese Geschichte. Doch doch … „Analysetools“ haben Euch zweifelsfrei ausgemacht, jetzt versteckt euch mal nicht, hat keinen Sinn mehr): verbreitet sie weiter.

Das ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern das TYPISCHE DEUTSCHE ARBEITNEHMERSCHICKSAL im Jahre 2012. Ein Mensch, der alles richtig gemacht hat, ein Mensch, der genau die richtige Einstellung hat, keine Kinder, keine Freunde, keine teuren Hobbys – jemand, der NUR FÜR DIE ARBEIT LEBT … und dafür – wie alle anderen auch – einen sehr hohen Preis bezahlt hat. Gut, dieser Mensch pflegt noch seine Mutter … aber ein paar Fehler darf man ja wohl noch haben: schließlich ist er bzw. sie auch nur ein Mensch.

Das ist der Weg, der inzwischen allen droht: Vollzeitjob-Leiharbeit-Arbeitslos – drei Schritte zur völligen sozialen Vernichtung.

Und ich will jetzt kein Gemecker hören, weil da noch Katzen leben: Menschen haben in diesem Leben schon längst keinen Platz mehr – ist halt das normale Hartz IV-Schicksal – das Schicksal eines ganz normalen Menschen, der einfach nur arbeiten will, alles richtig macht und trotzdem aussortiert wird.

Ja … „über 40“ zu sein war schon vor zehn Jahren ein Makel.

Heute ist dies kein Makel mehr … sondern ein existenzgefährdender Zustand, ebenso wie die Mitgliedschaft bei einer Gewerkschaft oder die Tatsache, das man Kinder zu versorgen hat.

 

 

Die Bestie Mann als Feind der Menschheit … Erfahrungen aus dem deutschen Alltag

Freitag, 19.10.2012. "Nordkorea droht mit Angriff ohne Vorwarnung" - schreibt heute der Spiegel. Als ob wir nicht schon genug Weltkriegsgefahren durch den Konflikt zwischen China und Japan oder Syrien und der Türkei hätten. In der Türkei sieht man ja schon den gottlosen Westen als globalen Verlierer des 21. Jahrhunderts an, das weitgehend ohne ihn gestaltet werden wird (siehe Welt) - das hört sich nicht gerade danach an, als würde man die laufenden Konflikte deeskalieren wollen. Die ganze Welt marschiert zunehmen in einen Wahn hinein, den im Prinzip superreichen Deutschen drohen zunehmend Altersarmut - auch aufgrund drastisch reduzierter Renten wegen Erwerbsminderung (siehe Welt), Obdachlosigkeit wegen Wohnungsmangel kombiniert mit Mietpreisexplosionen - das Wort Wucher scheint man hier nicht verwenden zu wollen (siehe Handelsblatt) oder auch einfach, weil sie heute schon arm sind - wie aktuell 15,8  Millionen Menschen (siehe Welt).  Manche Deutsche sterben auch einfach an leicht zu behebenden Krankheiten wie das zwanzigjährige Modell Jennifer Schermann (siehe Welt). Sie teilt das Schicksal mit einem Arbeitskollegen von mir, der ach so stolz darauf war, das er sich niemals krank schreiben lies. Leider war ihm (und all den anderen so "mutigen" und "fleißigen" Idioten, die jedes Jahr daran krepieren), nicht bekannt, das die harmlosen Viren gerne den Herzmuskel angreifen, wenn man dem Körper nicht Zeit und Ruhe gibt, die Viren zu entsorgen.  Und während all diese Nachrichten unseren desaströsen Alltag begleiten, habe ich nur ein einziges Problem: den deutschen Mann.

Freitag, 19.10.2012. „Nordkorea droht mit Angriff ohne Vorwarnung“ – schreibt heute der Spiegel. Als ob wir nicht schon genug Weltkriegsgefahren durch den Konflikt zwischen China und Japan oder Syrien und der Türkei hätten. In der Türkei sieht man ja schon den gottlosen Westen als globalen Verlierer des 21. Jahrhunderts an, das weitgehend ohne ihn gestaltet werden wird (siehe Welt) – das hört sich nicht gerade danach an, als würde man die laufenden Konflikte deeskalieren wollen. Die ganze Welt marschiert zunehmen in einen Wahn hinein, den im Prinzip superreichen Deutschen drohen zunehmend Altersarmut – auch aufgrund drastisch reduzierter Renten wegen Erwerbsminderung (siehe Welt), Obdachlosigkeit wegen Wohnungsmangel kombiniert mit Mietpreisexplosionen – das Wort Wucher scheint man hier nicht verwenden zu wollen (siehe Handelsblatt) oder auch einfach, weil sie heute schon arm sind – wie aktuell 15,8  Millionen Menschen (siehe Welt).  Manche Deutsche sterben auch einfach an leicht zu behebenden Krankheiten wie das zwanzigjährige Modell Jennifer Schermann (siehe Welt). Sie teilt das Schicksal mit einem Arbeitskollegen von mir, der ach so stolz darauf war, das er sich niemals krank schreiben lies. Leider war ihm (und all den anderen so „mutigen“ und „fleißigen“ Idioten, die jedes Jahr daran krepieren), nicht bekannt, das die harmlosen Viren gerne den Herzmuskel angreifen, wenn man dem Körper nicht Zeit und Ruhe gibt, die Viren zu entsorgen.  Und während all diese Nachrichten unseren desaströsen Alltag begleiten, habe ich nur ein einziges Problem: den deutschen Mann.

Zugegeben: ich bin selber einer. So rein biologisch gesehen. Betrachtet habe ich mich nie als solcher, gehe auch in keine Männergruppen, alldieweil ich glaube, das es sehr viel wichtigere Probleme in dieser Welt gibt.

Das … war ein Irrtum.

Um den zu beschreiben, muss ich aber ein wenig ausholen. Wie andernorts mal nebenbei erwähnt, experimentiere ich ja in meinem Privatleben gerne mit alternativen sozialen Organisationsformen – auch um selbst sich ändernden politischen und gesellschaftlichen Realitäten gewachsen zu sein. Nebenbei bin ich auch alleinerziehend (ein bedauernswerter Umstand, der sich nicht vermeiden ließ) – und da kam mir doch gleich die Idee, das es doch etwas ganz Sinnvolles sei, was für die Alleinerziehenden aufzubauen: ein Netzwerk für gegenseitige Unterstützung und  Hilfeleistung.  Im Kleinen machen wir das ja schon seit sieben Jahren in unserer Hausgemeinschaft mit wechselnder Besetzung – und es waren nur Frauen, die hier mit mir wohnten.  Das tat meinen Jungs auch ganz gut.

Voller Freude ging ich also erstmal in die nächstgelegene Stadt, um mich dort beim Verein der Alleinerziehenden umzuhören.  Mittelfristig hatte ich auch ein Wohnungsangebot dabei – sechs Zimmer, zwei Duschen, ein Bad, zwei weitere Toiletten, Kaminanschluss, Garage, Nebengebäude, zwei Dachbodenräume, mitten im Naturschutzgebiet weitab von störenden nörgelnden Nachbarn in unberührter Natur für 325 Euro kalt – normal immer ein Knaller … denn das ist nur das halbe Haus.  Nicht jedoch … bei den alleinerziehenden Frauen im Verein. Mein Wohnangebot hat nämlich einen gewaltigen Nachteil:

In diesem Haus wohnt ein Mann (und zwei weitere wachsen nach).

Ich hätte gerne mein Gesicht gesehen, als man mir dies mitteilte. Ich habe jahrelange Erfahrung in der Personalführung – und sehr engem Personaltraining – da gehört es zur berufsbedingten Professionalität, mit Frauen (auch wenn es bildhübsche, willige Photomodelle sind) ebenso professionell und distanziert umzugehen wie z.B. mit Männern die man überhaupt nicht leiden kann. Nie hätte ich gedacht, das mich mein Geschlecht diskreditieren kann. Es kam aber noch schlimmer … man bot mir an, mein Angebot an die (wenigen) Männer im Verein weiterzuleiten – vielleicht wäre es für die ja interessant. Wie bitte schön kann man von mir erwarten, das ich – gerade frisch konfrontiert mit der prinzipiellen Bedrohlichkeit der Bestie Mann – ein solches Scheusal in meinem Haus aufnehme? Hier wohnen doch auch Kinder…

Nun kehrte ich zurück aus der großen Stadt mit meinen frisch gewonnenen Erfahrungen. Na ja, dachte ich mir, schon Woody Allen hatte seinerzeit deutlich demonstriert, wie neurotisch der Stadtbewohner ist.  Die haben dort ja auch am Tag mehr Vergewaltigungen als wir hier in den letzten zehn Jahren, das sollte man berücksichtigen.

Wohlgemut fuhr ich also mit diesen und anderen Erfahrungen fort, meine Idee im Lande zu verbreiten. Schön, das es da auch einen Verein gab, der Nachbarschaftshilfe auf größerem Niveau professionalisieren wollte. Ein Netzwerk Eifeler Familien, die sich gegenseitig unterstützen. Alleinerziehende waren da weniger im Fokus, alldieweil die nicht abends zur Vereinssitzung anreisen können – immerhin sind ja die Bambini zu Hause.  Ich hätte auch Räume zur Verfügung stellen können, in denen sich die betroffenen Eltern samt Kinder hätten kennenlernen können, aber … wieder hatte ich nicht daran gedacht, das ich eine Bestie bin. Anlaufstelle für Alleinerziehende: ja – aber nur für Männer.

Da ich nun weit und breit der einzige Mann bin, der alleinerziehend ist (Kinder bleiben hier grundsätzlich traditionsgemäß im Trennungsfall bei der Mutter, mein Fall wird oft genug als „unerklärliches Wunder“ bestaunt, für das ich täglich dreißig Dankgebete sprechen soll), war diese Arbeitsgruppe schnell gegründet, vollständig und abgeschlossen: seitdem betreue ich mich selber ganz gut in dieser Hinsicht, obwohl mir etwas mulmig dabei ist, so eng mit der Bestie Mann arbeiten zu müssen. Die automobillosen Mütter jedoch, die morgens auf der Arbeit von der Schule angerufen werden, das sie „SOFORT“ ihre krank erscheinenden Kinder abholen müssen, warten immer noch vergeblich auf Hilfe. Schade auch – aber hier kann vielleicht das Jobcenter der Gegend helfen. Die fanden die Idee klasse, dringend notwendig und haben auch kein Problem damit, sich vorstellen zu können, das Männer und Frauen auf rein geschäftlicher Basis miteinander kooperieren können.

Nun bin ich ja noch umtriebiger und fand recht bald Menschen, die ganz tolle Ideen hatten: einen Kindergarten zu gründen, der mehr die Bedürfnisse der Eltern denn die Bedürfnisse der Angestellten und der Behörden erfüllt. Zudem wollte man auch mehr alte und junge Menschen zusammenbringen und so die bislang sorgfältig gezüchteten Generationenschranken durchlässiger machen. Ein Kindergarten, 24 Stunden am Tag geöffnet, sieben Tag im Jahr – auch Feiertags, Weihnachten und Sylvester. Es gab nach einer kleinen Umfrage 80 Eltern (mehr, als wir zu dem Zeitpunkt hätten stemmen können), die Bedarf dafür hätten, die nötigen Erzieherinnen hatten wir auch schon und die Geldmittel waren ebenfalls in Reichweite (nur die Kostenträger samt Bürgermeister wanden sich bei dem Gedanken – und klagten darüber, das es keinerlei Bedarf gäbe. Die Umfrageergebnisse mit den achtzig Interessierten wollten sie trotzdem gern kostenlos haben).

Da kam mir ein verwegener Gedanke. Ich bin Vater von sieben Kindern, habe schon mit fünfzehn Jahren Jugendarbeit gemacht (auch mit Mädchen!), arbeite aktuell als Lerntherapeut und bin von Kindern sehr begeistert. Schaut man sie sich genauer an, so sind es wunderbare Wesen, die an ganz kleinen Dingen Riesenfreude haben können und ganz tolle Charaktereigenschaften mit sich bringen … bis die Erwachsenen anfangen, sie zu deformieren. „Junge, Dein Papa hat zwar keine Zeit für Dich, aber dafür hast Du das teuerste Handy in der ganzen Klasse“ – das hat dann Konsequenzen. Wenn Mama den Sohnemann als Partnerersatz aufbaut (oder Papa die Tochter), dann ist das ebenfalls alles andere als lustig – und den letzten Rest kindlicher Lebensfreude baut das staatliche Bildungssystem mit tödlicher Sicherheit ab.

Da mir nun noch die Klagen von Politikern in den Ohren lagen, das es doch so wenig Männer in der Erziehung gab, kam mir ein verwegener Gedanke. Man kann schon ahnen, welcher: ich könnte doch selbst auch als Kindergärtner mitarbeiten. Mittelfristig wäre mir eine berufliche Alternative ganz lieb – man merkt schon, das in Deutschland Kinder Mangelware werden. Außerdem hat mir die Lektüre einiger zentraler Werke moderner Pädagogik mühsam klar gemacht, das Männer in der Tat wichtige Rollen für heranwachsende kleine Menschen haben. Männer sind auch Menschen, sie haben eigene Qualitäten, die zum Beispiel Kinder dazu ermutigen, sich selbst wesentlich mehr zuzutrauen, wenn sie mit Papa unterwegs sind als wenn die nur der gluckenden Mutter ausgeliefert sind. Dazu gibt es sogar Studien – wenn das jetzt mal  nicht ein überzeugendes Argument ist.

Das Echo unseres Vereins war jedoch tödlich.

Wie kann ich nur daran denken: ich bin ein Mann!

Gut, es gab Beifall für den Gedanken von den ausgebildeten Erzieherinnen. In der Tat wäre es auch sehr sinnvoll, Männer als Erzieher zu haben, hieß es da – aber praktisch besteht da keine Chance. Mir wurden Geschichten aus dem Arbeitsalltag erzählt, wo hochgebildete Eltern ihre Kinder aus dem Kindergarten genommen haben, weil (Iiiiiiiiiiiiiihhhhhhh) ein Mann mit dem kleinen Kind auf dem Teppich herumbalgte. Keine Einrichtung möchte sich einer solchen Kritik aussetzen – oder solchem Gerede: „Man stelle sich doch wirklich einmal vor, die lassen dort Männer arbeiten. Mit KINDERN.

Gut, die eine oder andere Erfahrung hätte ich ja locker wegstecken können …. aber so insgesamt in kurzer Zeit erlebt, stimmt das schon nachdenklich.

Was ist eigentlich dort draußen los?

Wenn hat das Wesen „Mann“ seinen Status als Mensch verloren?

Haben wir jahrelang gegen die Unterdrückung der Frau protestiert (und gearbeitet: ich war der erste, der es gewagt hat, gegen die Firmenpolitik zu verstoßen und Frauen einzustellen … Anfang der neunziger Jahre. Obwohl die Kinder kriegen können, was im Extremfall das Geschäftsergebnis der Abteilung deutlich nach unten verlagern und den Krankenstand in der Statistik drastisch hochtreiben kann), nur um letztlich einen Zustand zu haben, der die Verhältnisse einfach nur umkehrt?

Oder bin ich einfach mittlerweile  zu weit außerhalb der normalbürgerlichen Gesellschaft angesiedelt, das ich nicht mehr mitbekommen habe, das der Mann tatsächlich die Bestie ist, als die man ihn ansieht?

Immerhin – sehe ich die in der Einleitung geschilderten gesellschaftlichen Entwicklungen, so muss ich sagen: da sind überall Männer auf Photos zu erkennen. Goldman-Sachs, McKinsey, Taliban: alles Männer. Wer guckt Kinderpornos? Männer. Wer schießt in Uniform auf fremde Menschen? Männer. Wer leiht sich viel Geld, um damit Firmen aufzukaufen, Mitarbeiter ´rauszuschmeißen, Namen und Materialien zu verkaufen und den Gewinn davon für sich zu behalten? Männer.

Vielleicht haben „die da draussen“ ja recht – und auf der Welt herrscht der ewige Friede, wenn erstmal alle Männer weggesperrt sind. Auf die Idee wäre ich so leicht nicht gekommen.

Oder sind wir vielleicht in den Augen der Türkei deshalb die Verliererkultur, weil wir insgeheim und nahezu unbemerkt einen Kult betreiben, der aus der Hälfte unserer menschlichen Gemeinschaft Ungeheuer macht?

Die möglichen und notwendigen Spekulationen dazu überlasse ich aber gern den zuständigen Verschwörungssanalytikern.

 

 

DER VERBRAUCHER: Feind der Menschheit. Über Vernichtung durch Arbeit.

DER VERBRAUCHER: Feind der Menschheit. Über Vernichtung durch Arbeit.

Mittwoch, 29.8.2012. Eifel. Der kurze Sommer ist vorbei, das Thermometer zeigt sieben Grad. Kirschen gab es in diesem Jahr nicht, im näheren Umkreis haben die Kirschbäume schon vor Monaten angefangen, die Blätter abzuwerfen. Weil die Kirschen ausfielen, machten sich die Vögel über die Johannisbeeren her: keine einzige blieb für uns übrig. Natürlich ist das ein ganz normaler Sommer – jedenfalls scheinen die Medien den Auftrag bekommen zu haben, dies zu vermitteln. Im Rolling Stone gibt es aktuell einen Artikel, der das etwas anders sieht: die Temperaturrekorde fallen in den USA tausendfach. Die Folgen der Brände in den USA für die Ernährung der Welt sind noch gar nicht absehbar, ohne Mais sind viele unserer Produkte undenkbar (auch wenn das nicht gerne kommuniziert wird).  Wir merken jeden Tag, das das Wetter verrückt spielt, das die Umwelt die Nase voll hat von uns Menschen – aber wir erfahren nicht viel darüber.

Man braucht wirklich nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, das es zum Thema „Umweltkatastrophe“ ein ähnliches Treffen im Kanzleramt gegeben hat wie zum Thema „Wirtschaftskrise“. Ach – schon vergessen? Am 8.10.2008 wurde unsere freie Presse zu Grabe getragen (siehe Freitag): die Kanzlerin bat die Chefredakteure der großen deutschen Medien zum Gespräch, um sie zu bitten, zurückhaltend über die Krise zu berichten – und die Damen und Herren folgten den Wünschen. Es ist so ziemlich die wichtigste Nachricht, die wir in den letzten zehn Jahren erhalten haben – und ich würde mir wünschen, das sie als Kopie an jeden Haushalt in Deutschland geht. Wer immer auch über „Verschwörungstheorien“ lacht, dem sollte angesichts dieses Treffens das Lachen im Halse stecken bleiben, handelt es sich hierbei im nichts Geringeres als eine Verschwörung von Regierung und Medien.

Gab es solche Treffen vielleicht auch zum Thema 11.9.2001? Zum Thema Irak und Afghanistan? Zum Thema Hartz IV?

Wir werden es nicht erfahren. Das einzige, was wir sicher wissen ist, das seit dem Tag die Möglichkeit besteht, das alle relevanten Nachrichten die wir erhalten von der Regierung gesteuert werden – als Belohnung gibt es dann fürs Ego ein Tänzchen mit der Kanzlerin auf dem Bundespresseball. Damit wäre die Zentralsteuerungshypothese (eine der großen Verschwörungshypothesen) mitten in Deutschland Realität geworden – alles im Dienste der Vernunft und der allgemeinen Abzocke bei Diäten, Arzthonoraren, Preisen und Bonuszahlungen.

Wer ist aber nun Schuld an der ganzen Misere?

Die Antwort auf die Frage ist einfach: DER VERBRAUCHER. Also wir alle. Das hören wir an allen Ecken und Enden, geben uns schuldbewusst und spülen deshalb noch schnell den Yoghurtbecher, bevor wir ihn in die Gelbe Tonne geben.

Jeder Kauf ist ein Produktionsauftrag – und deshalb trägt der Verbraucher selbst zu hundert Prozent die volle Verantwortung für den Untergang der Wirtschaft, der Umwelt und der Demokratie.

Das wirkt logisch und überzeugend.

Setzen wir uns dann aber mal ganz ruhig hin und denken nach, dann … werden wir etwas stutzig.

Wann haben wir eigentlich den Auftrag gegeben, Autobahnen zu bauen? Wann haben wir den Auftrag gegeben, Plastik zu erfinden? Wann gaben wir den Auftrag zur Entwicklung der Atombombe? Hätten wir wirklich den Individualverkehr gegen alle Vernunft so sehr ausgebaut wie heute, wenn wir von den Folgen gewusst oder Alternativen gehabt hätten? Hätten wir wirklich die antisoziale, isolierende und für maximalen Umweltschaden sorgende Einfamilienhauswohnkultur vorangetrieben, wenn man uns die Wahl gelassen hätte? Immerhin – in Zukunftsvisionen der sechziger Jahre gab es noch die Utopie vom Superhochhaus inmitten von wunderschönen naturbelassenen Parks, die über rein unterirdische Schienenwege versorgt wurden und ein Maximum an Lebensqualität bei einem Minimum an Umweltbelastung boten.

Wenn wir wirklich so allein verantwortlich sind für all den Konsum … wozu gibt es dann eigentlich Werbung? Wieso fließt soviel Geld, technisches Geschick und künstlerische Intelligenz in die Werbung, wo wir doch selbst bestimmen, was wir kaufen wollen?

Gehen wir weg von den großen Perspektiven und lieber hin zu den kleinen … den Kindern.

Schon mal gemerkt, wie intensiv die Fabrik um die Kleinsten wirbt, damit die ihren Massenmüll abnehmen? Ich habe aus diesen Gründen den Fernsehempfang komplett abgeschafft – und schauere zutiefst seit diesem Entzug, wenn ich mal wieder Kinderprogramm im Krankenhaus schauen darf: soviel geballte Manipulation mit Bildern, Klängen, Farben, Formen und Geschichten prallt da auf kleine, ungeformte Kinderhirne, die sich gerade mühselig in der Welt orientieren müssen, das man sich wundert, das das nicht verboten ist in einer Welt, die Videospiele verbieten will, weil sie für Amokläufe verantwortlich sein sollen.

Die Werbung ist auf jeden Fall verantwortlich für den Krieg auf den Schulhöfen, dort geht die Saat der Fabriken völlig auf, Abweichler werden mit psychischer und physischer Gewalt in Reih´ und Glied gebracht oder ins völlige soziale Abseits gedrängt, weil ihr Handy nicht trendy genug ist, sie es wagen, als „Takkolord“ am Lernort zu erscheinen oder die neusten Label nicht aufgenäht haben: alles gesteuert von der Werbung.

Die Bruttoinvestition in Werbung beträgt knapp 30 Milliarden Euro jährlich – in Deutschland. Ausgaben für die Grundsicherung (Hartz IV) betragen 33 Milliarden – man sieht: eine Verdoppelung des Regelsatzes wäre bei gleichzeitigem Abbau des Manipulationsetats der Fabriken möglich … und ich bin mir sicher, das dann auch die Ausgaben für unnützen Blödsinn enorm sinken.

Kehren wir aber zurück zum kleinen Mann auf dem Schulhof, der gerade hohes Ansehen genießt, weil er alles hat, was „in“ ist – inklusive Haargel. Der soziale Druck, der mit 30 Milliarden Euro erzeugt (und in vielen Berufen durch Arbeitsverträge flankiert wird), bleibt bestehen, wird durch die Personalbüros der Fabriken fortgesetzt und von einem Heer von Journalisten unterstützt: die Anzahl der modernen Blockwarte, die darauf achten, was man isst, trinkt, anzieht, wie und mit wem man wie schläft, wo man abends hingeht, was man in seiner Freizeit tut (man denke nur an den Leibesertüchtigungshype: „fit for job“) ist unermesslich groß – und mittendrin steht das kleine Individuum, das sich sehr seltsam fühlt … fast wie ein Indianer, der von einer fremden, überwältigenden Macht heimgesucht wird, die ihm sein ganzes Leben nimmt (siehe Eifelphilosoph im Freitag).

Das kleine Individuum kommt nicht auf die Welt mit dem Auftrag sie zu retten – es hat erstmal nur den Auftrag, sich in der Welt zurecht zu finden. Noch bevor er aber auch nur einen einzigen klaren, mündigen Gedanken denken kann, kommt er mit sechs Jahren schon in die Schule – und sieht sich auf den Schulhöfen mit unzivilisierten Zuständen konfrontiert, die denen des dreissigjährigen Krieges gleichen: unkontrollierbare Banden üben dort die Macht aus – gerne auch mit Gewalt. Der Pöbel regiert dort jenseits jeder bürgerlichen Gesetzgebung, jenseits jeder Vernunft oder Herzensgüte.

Danach kommt eine Arbeitswelt, die krank macht, uns per Leiharbeit zu ewiger Armut verurteilt und die notfalls auch per Hartz IV ausführen lässt. Im Alter dürfen wir dann – mühevoll mit Medikamenten am Leben erhalten – weiterhin Akkordarbeit leisten (siehe Spiegel) – wer in seinem Leben nicht genug zusammengerafft hat, dem droht im Alter Vernichtung durch Arbeit … schon immer der spezielle deutsche Weg im Umgang mit Armen, Alten und Schwachen.

Und diese Menschen sollen jetzt auch noch die Verantwortung für den Untergang der Menschheit übernehmen?

Sicher, sie konsumieren viel. Viel zu viel.

Aber warum tun sie das?

Zeigen wir ihnen täglich Bilder von dem Plastikmeer im Pazifik, das mittlerweile die Größe Westeuropas erreicht hat? Erwähnen wir täglich dreissig Mal, das inzwischen sechsmal soviel Plastik im Meer ist wie … Plankton? Wissen Sie, welches Plastik in ihre hormonellen Körperfunktionen eingreift … und wir schon soviel davon produziert haben, das wir sechsmal den Planeten damit umwickeln können? Selbst über diesen alltäglichen und lebensgefährlichen Stoff wissen wir nicht alles, weil die konkrete Zusammensetzung der jeweiligen Kunststoffe Betriebsgeheimnis der Fabrik ist – näheres hierzu siehe Plastik Planet.

Zeigt etwa die Regierung (die ja im Prinzip Ausdruck unseres gemeinsamen Willens sein sollte) die notwendige Entschlossenheit im Kampf gegen die Weltvernichter und verbietet konsequent Plastik, SUV´s und Flugverkehr auf deutschem Boden? Wie sollen wir dann glauben, das diese Klimageschichte wirklich tödlich ernst ist? Den tödlichen Ernst werden wir in den nächsten Jahren erleben, wenn eine Nahrungsmittelknappheit ungeahnten Ausmasses über die Menschheit hereinbricht und über Terrorpreise auch den deutschen Endverbraucher vernichtet.

Jedenfalls den, der sich dem allgemeinen Raffen und Rauben bisher aus ethischen Gründen entzogen hat.

Wenn wir wirklich dem Individuum die Möglichkeit geben wollen, Verantwortung zu übernehmen, dann müssen wir ihm auch die Souveränität übergeben, dies tun zu können – und das heißt: zivilisationskritische Bildung vom Kindergarten an bis hin ins hohe Alter.

Wenn die dann noch einen Plastikjoghurt bei Aldi kaufen, nach Malle zum saufen fliegen oder TV schauen anstatt wandern zu gehen: dann dürfen wir sie verdammen.

Vorher – sind sie so schuldig wie Schafe, die von Hunden gejagt und gelenkt werden.

Und alle die, die mit dem großen Finger auf den Verbraucher zeigen, sollten wissen, das sie vor allem eins sind: Blogwart der Fabrikkultur – den hohen Herren in den Konzernetagen, dort, wo Wissen, Geld, Macht und gesellschaftlicher Einfluss maximiert werden, ist das nur recht.

Was sie wirklich machen würden, wenn die Bürger sich als Konsumenten mal anders entscheiden, sehen wir am Beispiel Atomkraft. Die wollen wir seit dreissig Jahren abschaffen, wir wissen alle, das das Teufelszeug ist (sogar für die Kirche) – die Atomeier stehen aber immer noch herum. Und jetzt denken wir mal, wie die toben werden, wenn alle leben wie ich: kein Fernsehen, kein Urlaub, kein Handy – wir würden die heftigsten Werbungs- und Sozialkontrollaktionen der Bundesgeschichte erleben … und im Kampf gegen die Hippies haben wir das schon erlebt: da wurde dann ganz schnell der Yuppie als Gegenmodell aufgebaut und mit viel Geld durchgesetzt, was allen gelebten gesellschaftlichen Alternativen ein schnelles Ende bereitete.

Wir machen uns sehr viel vor, wenn wir von der Macht der Verbraucher träumen und ignorieren völlig die Macht der Gegenseite. Sicher, man kann Gewissensberuhigungsprodukte kaufen – aber damit hindert man die Fabriken nicht daran, nach den Kindern zu greifen, um eine neue Generation von Konsumzombies zu züchten, die erstmal vierzig Jahre stramm durchlaufen, bis das Alter sie zur Weisheit verführt – allerdings merken wir zu diesem Zeitpunkt auch, das wir mit vierzig in der modernen Leistungsgesellschaft langsam zur „unerwünschten“ Person geworden sind und froh sein müssen, nicht im nächsten Winter nackt im Schnee ausgesetzt zu werden (wiewohl das manchen Hartz-Opfern in der Tat geschieht).

Bis dahin jedoch … sind wir wie Indianer, die begeistert die Glasperlen der Räuber annehmen, ohne wirklich zu ahnen, was das heißt: „das Land verkaufen“.

Und wenn wir das dann merken, geht es uns ähnlich wie den Indianern: es ist zu spät – viel zu spät – das Ruder herumzureißen.

Gott sei dank gibt es aber diese Treffen zwischen Regierung und Medienbossen, in denen beschlossen wird, was wir wissen dürfen und was nicht. Das hält die Zahl der aufmerksamen Menschen dann noch zusätzlich gering.

 

 

Deutschland 2011: zwischen Genozid und Grundeinkommen

Sonntag, 4.12.2011. Herbst ist da. Deutschland selbst - erlebt seinen letzten Winter - das scheint jetzt mal wohl klar. Hat schon Wolfgang Schäuble auf einem Banker-Kongress die Souveränität Deutschland kategorisch in Frage gestellt, so schlagen jetzt seine politischen Gegner zurück: Altkanzler Schmidt warnt vor einem dominanten Deutschland, Altkanzler Schröder träumt gleich von einer undemokratischen europäischen Regierung. Es ist natürlich die Frage, ob das traurig machen soll. "Deutschland" ist ein künstliches Konstrukt. Wenn ich der offiziellen Geschichtsschreibung glauben soll, zurecht. Die Bonner Republik war das Ergebnis eines historischen Prozesses, der schon im 19. Jahrhundert begann. Nachdem jahrhundertelang europäische Kriege auf dem Boden deutscher Kleinstaaten ausgetragen wurden, hatte man sich einmal zusammengerauft (sogar Bayern und Preussen) und 1871 einen künstlichen Staat geschaffen ... das Deutsche Kaiserreich. Das gefiel den umliegenden Nationen gar nicht - weshalb es 1918 auch unterging ... kurz gefasst. 1939 gab es dann nochmal ein Revanchespiel, das mit der endgültigen Teilung Deutschlands endete.

Sonntag, 4.12.2011. Herbst ist da. Deutschland selbst – erlebt seinen letzten Winter – das scheint jetzt mal wohl klar. Hat schon Wolfgang Schäuble auf einem Banker-Kongress die Souveränität Deutschland kategorisch in Frage gestellt, so schlagen jetzt seine politischen Gegner zurück: Altkanzler Schmidt warnt vor einem dominanten Deutschland, Altkanzler Schröder träumt gleich von einer undemokratischen europäischen Regierung. Es ist natürlich die Frage, ob das traurig machen soll. „Deutschland“ ist ein künstliches Konstrukt. Wenn ich der offiziellen Geschichtsschreibung glauben soll, zurecht. Die Bonner Republik war das Ergebnis eines historischen Prozesses, der schon im 19. Jahrhundert begann. Nachdem jahrhundertelang europäische Kriege auf dem Boden deutscher Kleinstaaten ausgetragen wurden, hatte man sich einmal zusammengerauft (sogar Bayern und Preussen) und 1871 einen künstlichen Staat geschaffen … das Deutsche Kaiserreich. Das gefiel den umliegenden Nationen gar nicht – weshalb es 1918 auch unterging … kurz gefasst. 1939 gab es dann nochmal ein Revanchespiel, das mit der endgültigen Teilung Deutschlands endete.

Und dann kam für die kleine Bonner Republik, die als Restereich zwischen den großen neuen Machtblöcken lag (wo die anderen deutschen Kleinstaaten auch schon immer lagen) und es gab die längste Zeit des Friedens in der Geschichte der Deutschen. 1990 wurde dann die Bonner Republik zugunsten der Berliner Republik aufgelöst – und schon kam wieder Krieg. Serbien, Afghanistan – der Ströbele von den Grünen hat aktuell dafür Eier vor den Kopf bekommen. Vielleicht waren die Eier aber auch nur für den Versuch, einen kleinen Provinzblog mit finanzieller Gewalt zum Schweigen zu bringen – bekommt man Geld ohne Ende vom Staat, hat man für solche Akte schon was übrig, während der Heddesheimblog ums Überleben fürchten muss. Und das sind die „Linken“ und „Grünen“, die für eine bessere Welt sind. Wie sind da erst die anderen?

Das ist ja auch der neue Umgangston zwischen Politik und Bürgern – ein Ton, der früher zwischen Franz Josef Strauss und Herbert Wehner herrschte – zu Zeiten, als Parlamentsdebatten noch Inhalt hatten. Früher waren SPD und CDU scharfe Konkurrenten, heute sind es Politiker und Bürger.

Die Bürger sollen ja jetzt nach Meinung der Piratenpartei auch mal Geld bekommen:

Auf ihrem Bundesparteitag in Offenbach hat sich die Piratenpartei für die Einsetzung einer Enquete-Kommission im Bundestag zur Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens ausgesprochen. Parallel sollen auf Bundesebene die Voraussetzungen für Volksabstimmungen geschaffen werden, so dass direktdemokratisch über eine Einführung entschieden werden kann.

Ein wichtiger Schritt in eine lebenswerte Zukunft. Viele werden sie da jetzt entsetzen und sich fragen: warum soll der Bürger „einfach so“ Geld bekommen?

Der Politiker bekommt aber doch auch Geld „einfach so“, oder? Ja, der vertritt unsere Interessen im Bundestag – aber haben wir für diese Tritte nicht ein wenig Schmerzensgeld verdient? Gut, er regiert uns – das wird als Arbeit definiert. Wir wählen ihn – nach umfangreicher Information – das soll aber umsonst sein. Wie Kinder erziehen – die wichtigste Aufgabe in diesem Land, ohne die wir über seinen Fortbestand gar nicht weiter diskutieren bräuchten.

Es sind Zahlen wie diese, die werdenden Eltern nach dem ersten Ultraschallbild sogleich die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. 120.000 Euro kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr, also rund 550 Euro pro Monat. So hat es das Statistische Bundesamt errechnet .

So informiert das Handelsblatt.

Der Regelsatz für Kinder von Langzeitarbeitslosen liegen – je nach Alter – zwischen 215 und 287 Euro.

Merkt man da den Unterschied? 50% der Kosten für Kinder von Menschen, die nichts mehr haben übernimmt der Staat. Der Rest muß abgehungert werden – mit schlimmen Folgeerscheinungen:

Ja, die Deutschen werden immer dicker. Das ist zwar keine große Überraschung, aber erstaunlich ist doch, dass diese Entwicklung Hand in Hand mit der wachsenden Schere zwischen arm und reich voran schreitet. In den Daten liest man, dass die ärmsten Deutschen (Einkommen bis 1.400 Euro monatliches brutto) die dicksten sind. Unvorstellbare 21 Prozent dieser Gruppe sind sogar krankhaft dick. Je mehr eine Person im Monat verdient, desto unwahrscheinlicher ist ihr Risiko, krankhaft dick zu werden. Bei den Einkommen bis 2.750 Euro sind es nur noch 14 Prozent, bis 5.450 Euro zwölf Prozent und Einkommen darüber sogar weniger als zehn Prozent. Die armen Dicken leiden oft unter schlechter Durchblutung, hohem Blutdruck, Diabetes und haben ein stark erhöhtes Schlaganfallrisiko. Auf die ganze Bevölkerung gerechnet macht diese Gruppe 13,7 Prozent aus.

So Marek Dutschke im Handelsblatt.

Die Armen müssen sich mit Gammelfleisch zu Tode futtern. Auch eine Form von Genozid.

Das der politische Hartz-Block von CDU, CSU, SPD, GRÜNEN und FDP dieses Land am liebsten auslöschen würde, verstehe ich. Schaue ich mir dieses Elend an, wäre mir auch danach. Ich glaube nur nicht daran, das es danach besser werden würde, denn dieses „Europa“ ist bislang nur ein Selbstbedienungsladen für Finanzverbrecher.

Einfach mal genau hinschauen – siehe Welt: Griechenland ist ein Faß ohne Boden … liest man da – sogar von einem „Experten“. Und man erfährt noch mehr:

Euro-Sorgenkinder bieten fabelhafte Renditen

Ratet mal, wer diese Renditen bezahlt? Von wessen Geld die Renditen genommen werden? Einfach mal in den eigenen Geldbeutel schauen: der könnte ohne diese Renditen prallvoll sein. Da geben die Staaten der EZB Geld, das diese den Banken schenkt, die es wiederum für einen Riesenreibach weitergeben.

Warum also das Geld nicht einfach gleich – als Grundeinkommen – den Bürgern der europäischen Union zukommen lassen? Nur, weil Banken und Parteien dann leer ausgehen?

Natürlich – so wird man mir sagen – hat man Angst vor dem faulen, besoffenen „Homer Simpson“ in Jogginghose und eibeflecktem T-Shirt, mit Bierdose in der einen und Zigarette in der anderen Hand.

Ich kann nur sagen: für jeden dieser heruntergekommenen Gestalten, die wir durch ein Bürgereinkommen mitfinanzieren müssen, erlauben wir uns akutell mindestens fünf, die auf höchstem finanziellen Niveau in Politik, Wirtschaft und Verbänden ein laues Leben führen. Warum muss man Bundestagsabgeordnete eigentlich besolden wie Fürsten? Warum kriegen Parteien Geld vorne und hinten hineingesteckt? Warum müssen Ärzte und Pharmamanager in Deutschland Millionäre werden, weil sie die Folgen jener Erkrankungen lindern, die ihr Reichtum überhaupt erst hervorgerufen hat?

Der Geldkreislauf ist halt ein geschlossenes System – was ich dem Arzt gebe, muss ich seinen Patienten wegnehmen. Kriegt der Millionen, dann müssen die sich einschränken. Werden die dann so richtig dick – hat der Arzt auch Arbeit. Warum soll ich Traumzinsen für Staatskredite zahlen, die die Wirtschaft des Landes nur in den Bankrott führen können?

Die Antworten auf diese Fragen will man nicht wirklich hören.  Auch ich möchte sie nicht formulieren … schnell würde man abgemahnt werden können, würde man schreiben, das sich eine Verbrecherethik Bahn gebrochen hat und als allgemeingültige Form des Umgangs miteinander überall akzeptiert wird. „Nimm vom Anderen, was immer du kannst“: so ist die Devise. Und wer nicht schnell genug rennen kann – wie die Alten zum Beispiel – den fressen die Wölfe, siehe Welt:

Immer mehr ältere Deutsche rutschen in die Pleite

Wäre die deutsche Psychoonkologie nicht auf so einem erbärmlichen Niveau, dann wüßte man auch, das es Zusammenhänge mit den steigenden Krebsraten geben kann. Aber: daran verdienen Arzt und Industrie ja auch vortrefflich. Gibt Superrenditen wie bei Staatspleiten.

Wer die bezahlt?

Na, die Opfer natürlich.

Schon mal gehört, das unsere Luxusärzte unbezahlbar sind – oder unser Wohlstandspolitiker nicht finanzierbar? Wer spricht sich gegen unbezahlbare Traumrenditen aus – oder unfinanzierbare Kriege?

Niemand – jedenfalls niemand von denen, die die Taschen übervoll haben.

Schon mal gehört, das kein Geld da wäre für Top-Modells, Showmaster und Entertainer? Schon mal nachgedacht, wo das ganze Geld herkommt, das vielen eine Traumschiffreise auf Kosten noch mehr anderer erlaubt?

Ein Tipp: das druckt, gießt oder backt keiner selbst. Das kriegen die alle von Anderen.

Bedingungsloses Grundeinkommen ist also im Prinzip nichts anderes, als dem Bürger erstmal das zu geben, was er sich auch redlich verdient hat – und was andere sich ganz selbstverständlich in unbegrenzten Mengen nehmen.

Alternativ dazu gäbe es noch den Genozid, um den man nicht herumkommen wird, wenn man die Millionärszüchtung so weiter betreibt: irgendwann ist das Essen alle … und Menschen werden zu „Kosten auf zwei Beinen“.

Insofern kann der „nationale Gedanke“ endlich auch mal hilfreich werden und nützlich sein – Deutschland diesmal als ein Land, das sich anstatt wieder einmal für Genozid jetzt mal für ein Grundeinkommen entscheidet. Dann würden uns die anderen Völker auch sicher wieder mehr mögen und unserem Beispiel folgen wollen … und wir hätten die Chance auf ein ganz ganz anderes Europa, das weder Führungsmächte noch Führungseliten braucht.

Aber … das das, was „Führungsmächte“ und „Führungseliten“ mit diesem Kunststaat Deutschland die letzten 140 Jahre angerichtet haben, nicht gerade der letzte Schrei ist, merkeln wir ja gerade, oder?

 

 

Optimisten

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Optimisten© Jotha

Eilklage gegen Bildungspaket und Kinderregelsatz

Presseerklärung:

Gegen Verfassungswidrigkeit und Missachtung kritischer Stellungnahmen vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter sowie vom Deutschen Kinderschutzbund. Die Hartz4-Plattform unterstützt diesen Rechts-Weg zum Bundesverfassungsgericht und lädt gleichzeitig musikalisch auf ihre Website ein mit: Unser Lied für Berlin: „Beiß doch in den Chip“

„Ist es wieder so einer der „Zufälle“ aus dem von der Leyen-Ministeriums, dass ausgerechnet diejenigen Stellungnahmen zum Kinderregelsatz im neuen Hartz IV-Gesetz weder in die parlamentarische noch in die öffentliche Diskussion gelangten, die der Ministerin Lieblingskind Bildungspaket in Grund und Boden verurteilen?“ fragt Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin. „Wir kennen solche Merkwürdigkeiten ja spätestens, seit die so genannte Neuberechnung des Regelsatzes im Herbst 2010 centgenau auf derselben Zahl landete, die bereits 2008 der Existenzminimumbericht des Finanzministeriums angeordnet hatte. In diesem Falle ist das aber besonders schäbig, weil um die Hartz IV-Verhandlung beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) das stets wählerwirksamen angebliche Wohl der Kinder stets in aller Politiker Munde war und die Ministerin von der Urteilsverkündung bis zur Gesetzesverabschiedung sich ob ihrer tatsächlichen Missachtung der Kinder in ihrem Gesetz noch nicht einmal schämte, scheinheilig ihre und die Tränendrüsen anderer werbewirksam zu aktivieren. Und der mediale Bätterwald rauscht da  bis heute eifrig mit,“ stellt Brigitte Vallenthin enttäuscht fest.

Trotz gegenteiliger Beweise der wichtigsten Verbände zur Vertretung der Interessen von Kindern – des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) sowie des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) – geniert sich die ehemalige Familienministerin von der Leyen nicht, auf der Internetseite ihres derzeitigen Ministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die staatliche Bildungszuteilung auch noch durch Diskriminierung der Eltern mit den Worten zu rechtfertigen: damit „die Leistung auch tatsächlich zu den Kindern kommt“. Dass jetzt nach 8 Monaten das seit 1. Januar verpflichtende Grundrecht auf Bildung bei den Kindern immer noch nicht angekommen ist, ist nach Auffassung der Hartz4-Plattform eine einzige Schande – die allerdings nach Sachverständigen-Einschätzung zu erwarten war.

Die Hartz4-Plattform ist davon überzeugt, dass es kein Zufall war, wenn die kritischen Stimmen von VAMV und DKSB gegen die ministeriellen Gesetzespläne – trotz fristgerechter Einreichung – nicht gehört und nicht öffentlich diskutiert wurde – vermutlich nicht diskutiert werden sollten.

„Auf dem Weg nach Karlsruhe hoffen wir, alle Betroffenen ein wenig aufheitern zu können mit
unserem Lied für Berlin: „Beiß doch in den Chip“.
Und wir laden jede und jeden, der mag ein, es von www.hartz4-plattform.de herunterzuladen – vielleicht auch aufs Handy, um sich die Wartezeit im Jocenter ein wenig zu versüßen?“ freut sich Brigitte Vallenthin.

 [audio:http://www.hartz4-plattform.de/media/Beisz_doch_in_den_Chip.mp3]
 

Über die Einzelheiten zur Begründung der Eilklage mit Antrag auf Vorlage beim BVerfG wird die Hartz4-Plattform in den nächsten Tagen ausführlich berichten.

Wiesbaden, 18. August 2011

Brigitte Vallenthin, Presse
Hartz4-Plattform
keine Armut! – kein Hunger! – kein Verlust von Menschenwürde!

SKANDAL! DEUTSCHLANDS KINDER HUNGERN – Land wird immer asozialer, sagt UN.

Wissen wir eigentlich noch, was wirklich da draussen los ist? "Ja, na klar! Ich schaue doch Nachrichten!" - schmettert mir die Nachbarschaft geschlossen entgegen. Jedenfalls sollte sie das tun, wenn man Wirtschaft, Journalismus und Politik fragt. Das ist unsere Rolle als Konsumenten: konsumieren, was vorgesetzt wird:

Die: "Ehec kommt von der Gurke!"

Wir: "Hurra!"

Die: "Ehec kommt vom Biohof!"

Wir: "Hurra!"

Die: "Ehec kommt vom Bockshornkleesamen aus Ägypten!"

Wir: "Hurra!"

Wissen wir eigentlich noch, was wirklich da draussen los ist? „Ja, na klar! Ich schaue doch Nachrichten!“ – schmettert mir die Nachbarschaft geschlossen entgegen. Jedenfalls sollte sie das tun, wenn man Wirtschaft, Journalismus und Politik fragt. Das ist unsere Rolle als Konsumenten: konsumieren, was vorgesetzt wird:

Die: „Ehec kommt von der Gurke!“

Wir: „Hurra!“

Die: „Ehec kommt vom Biohof!“

Wir: „Hurra!“

Die: „Ehec kommt vom Bockshornkleesamen aus Ägypten!“

Wir: „Hurra!“

So stellt man sich den idealen Bürger vor. Immer in „Hab´Acht Stellung“ vor den großen Männern, die die Welt bewegen oder die ihn darüber aufklären, was denn da draußen eigentlich so los ist. Die geben sich auch alle Mühe – wie etwa im Falle der ermordeten Amanda Dowler: Korruption, Bestechung und Betrug inklusive von „Sonderbeziehungen“ zwischen Politik, Medien und Polizei, das – leider inzwischen übliche – Gemauschel zwischen denen, „die es geschafft haben“.  Da gibt es einen krassen Schnitt zwischen „Oben“ und „Unten“ – und eben auch andere Regeln. Wer „Oben“ Regeln bricht – egal, ob nun die Regeln der Gesellschaft oder einfach auch die Regeln normalen menschlichen Anstandes – kann als Journalist damit rechnen, dann eben Pressesprecher der Regierung, einer Partei oder eines Konzerns zu werden. Manchmal gibt es auch Pöstchen im Vorstand oder im Aufsichtsrat, wenn gerade kein Politiker zur Hand ist, der bedient werden muß. Wer „Unten“ die Regeln bricht, kommt ins Gefängnis – ohne Gnade.

„Oben“ gibt es zum Beispiel erzwungene Hochzeiten wie jetzt die in Monaco. Gerüchte besagen, das die flüchtige Braut am Flughafen von der Polizei festgehalten wurde. Stimmt das, dann haben wir dort einen Terrorstaat – den wir nur nicht so nennen, weil er „denen da oben“ gehört. Würde ich – als einer von „unten“ – eine Frau zur Heirat zwingen wollen, dann würde die Polizei MICH festhalten … und nicht sie.

In Japan geht die Kluft zwischen „Oben“ und „Unten“ inzwischen soweit auseinander, das man öffentlich von einem „nationalen Verbrechen“ spricht. Journalisten haben gelogen, die Rettungskräfte sind wie Zwangsarbeitern in Lagern untergebracht worden, um Flucht zu unterbinden … der NS-Staat kehrt zurück, mitten im 21. Jahrhundert, mitten in einem der reichsten und zivilisiertesten Länder der Welt. „Oben“ jedoch freut man sich, das es gelungen ist, den Tokioter Aktienmarkt zu stabilisieren.

Warum haben die Journalisten gelogen? Weil sie entsprechende Anweisungen von den Chefredakteuren bekommen haben, die ihnen plausibel vorgaben, was zu berichten sei, um eine Panik zu verhindern. Auf keinen Fall durfte das Volk, der Bürger …. der Souverän … die Wahrheit erfahren.

Alle haben da mitgemacht.

Wer da jetzt Parallelen zur deutschen Aufschwungsberichterstattung sieht, dem neuen deutschen Wirtschaftswunder, das Geld in die Kassen spült, die Arbeitskräfte vom Markt fegt und aus jedem Obdachlosen einen reichen Häuslebauer macht, der liegt da vielleicht gar nicht falsch. Es gibt halt Wahrheiten für „Oben“ und Wahrheiten für „Unten“.  Manchmal gibt es noch Meldungen dazwischen, die wohl nicht schnell genug bearbeitet werden konnten, Meldungen wie diese im Handelsblatt:

Die Vereinten Nationen kritisieren nach einem Bericht des „Tagesspiegel“ in ihrem neuesten Staatenbericht die soziale Lage in Deutschland.

In dem UN-Bericht wird kritisiert, dass Migranten diskriminiert würden und es an einem umfassenden Armutsbekämpfungsprogramm fehle – das seien zwei der zentralen Kritikpunkte der dem Berliner „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe) vorliegenden Analyse.

„Tief besorgt“ zeige sich der zuständige Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, dass viele seiner früheren Empfehlungen nicht umgesetzt würden. Einer der brisantesten Vorwürfe ist nach Angaben der Zeitung: Jeder vierte Schüler gehe ohne Frühstück zur Schule.

Ein anderes freies unabhängiges Medium formuliert die Nachricht wie folgt:

Die Vereinten Nationen gehen in ihrem neuesten Staatenbericht hart mit der sozialen Lage in Deutschland ins Gericht. Migranten würden diskriminiert, und es fehle an einem umfassenden Armutsbekämpfungsprogramm, heißt es in der zehnseitigen Analyse, aus der der Berliner „Tagesspiegel“ in seiner Mittwochsausgabe zitiert. „Tief besorgt“ zeigt sich demnach der zuständige Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, dass viele seiner früheren Empfehlungen nicht umgesetzt wurden. Einer der brisantesten Vorwürfe laute, dass jeder vierte Schüler ohne Frühstück zur Schule gehe. Nachdrücklich gefordert werden „konkrete Maßnahmen“, damit „Kinder, besonders aus armen Familien, richtige Mahlzeiten erhalten“.

Eigentlich ein Skandal allererster Güte. Ich würde ihn mir auf den Titelseiten der großen Nachrichtenmagazine wünschen … mit den üblichen dicken fetten Buchstaben, die ansonsten benutzt werden, um Sozialhilfemissbrauch anzuprangern. Leider berichtet der Spiegel heute lieber über Frauenfussball, dieTagesschau über mangelnden Sparwillen angesichts unsicherer Zeiten und das Handelsblatt über einen Angriff der FDP auf den Solidaritätszuschlag im Rahmen der Steuersenkungsdiskussion.

Hungernde Kinder in Deutschland, die sogar das Augenmerk der UN auf sich ziehen: so etwas kommt allenfalls mal nebenbei vor. Man muss halt auch so etwas mal melden … aber wie man mit der Nachricht umgeht, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ich frage mich auch, ob ich mir Gedanken machen muss über die Parallelen in den Formulierungen – Handelsblatt und Welt haben doch wohl nicht schon einen gemeinsamen Chefredakteur? Gut, das andere Medien diese Nachricht so weit verstecken, verdrängen und ignorieren, das sie gar nicht erst auffällt: möglicherweise würde man sich erschrecken, wenn man den Text noch häufiger finden würde … leicht könnte man den Verdacht haben, es handele sich um eine Presseerklärung der Bundesnachrichtenagentur oder des Amtes für Wahrheitssetzung.

„Tief besorgt“ ist die UN … weil ihre Empfehlungen ignoriert werden.

Wahrscheinlich wissen die noch nicht, das Deutschland ein Land geworden ist, wo es wieder „Oben“ und „Unten“ gibt … und das man alles daran setzt, diesen Zustand noch auszuweiten.

„Oben“ interessiert sich nicht für hungernde Kinder, die UN oder den ganzen demokratischen Zirkus.

„Oben“ interessiert sich für Geld … und das wird nun noch reichlicher fließen, denn pünktlich, nachdem man den Banken für Griechenland Geld geschenkt hat, werden wir jetzt daran erinnert, das wir ja den Banken auch noch Geld für Portugal schenken müssen: Portugals Anleihen haben Ramschniveau erreicht. Angesichts der anstehenden Wahlen spricht das Handelsblatt schon mal eine erschreckende Wahrheit aus: die Portugiesen haben keine Wahl.

Die Medien lügen uns derweil weiter die Hucke voll: immer wieder ist von der Rettung Griechenlands die Rede … dabei weiß jeder „da oben“, das jeder Euro, der nach Griechenland fließt, in den eigenen Taschen landet. Das ist ja auch nur fair: wenn die deutschen Kinder schon hungern und – trotz mehrfacher UN-Rüge – niemand etwas dagegen unternehmen will, warum soll es den Kindern der Griechen und Portugiesen besser gehen? Spanische, irische und isländische Kinder sehen auch noch ziemlich wohlgenährt aus, daran könnte man auch mit etwas deutschem Sparwillen etwas ändern, selbst wenn manche diesen deutschen Export als neuen Kolonialismus empfinden oder gar eine Diktatur der Krämerseelen heraufziehen sieht.

Nun wissen wir, was da draußen los ist. Die deutsche Wirtschaft und die deutsche Regierung führen Hand in Hand mit Medienvertretern einen brutalen Krieg gegen deutsche Kinder, einen Krieg, den sie gerne auf ganz Europa ausdehnen möchten.

Hungernde Kinder finden die kinderlosen Krämerseelen halt geil. So kommt man ja auch leichter an Rohstoffmaterial für Kinderpornos heran … da muss man einfach mal nutzenorientiert denken, mal in den Geist eines Menschen von „oben“ versetzen, für die Korruption, Machtmissbrauch, Lug und Betrug zur Grundausstattung gehört … ja mitlerweile vielleicht schon Bedingung für jede Art von Karriere ist.

Ein zu schlimmes Bild? Zu krass gezeichnet? Davon würden wir doch was merken?

Das Bild ist nicht meins, es kommt von der UN, die sich zurecht sehr verwundert, warum wir mit lächerlichen absurden „Bildungsgutscheinen“ gegen Hunger vorgehen wollen und ansonsten die wachsende Asozialität im deutschen Lande völlig ignorieren. Merken würden wir davon soviel, wie die Japaner von der Strahlenbelastung in Fukushima gemerkt haben. Wir würden das unangenehme Gefühl haben, das etwas nicht stimmt im Lande.

Das haben wir aber schon. Nur … was genau, sagt man uns nicht.

Ist ja auch egal, wir haben ja Frauenfussball.

Wulff&Morgenthaler, Karrikaturisten, die gerne im Online-Auftritt der Welt auftauchen, überzeugen gerade mit einer Karrikatur, in der die Behörden für die Einschläferung eines Kindes sorgen, weil es „Harry Potter“ nicht kennt.

Soweit sind wir schon wieder … darüber müssen wir jetzt lachen können.

 

 

 

Die Wirtschaft frisst unsere Kinder, unser Leben, unsere Zukunft – und alle klatschen?

Gelegentlich erzähle ich mal was über mich selbst. Eigentlich tut das nichts zu Sache. Manchmal lasse ich gerne durchblicken, das ich in den teuersten Hotels Deutschlands übernachtet habe - und dort sehr aufmerksam die Gäste beobachtete. Ich schreibe über Lumpenelite nicht aus der Sicht eines zwanzigjährigen Studenten, sondern als jemand, der schon mit Milliardären gespeist hat - wenn auch eher hinten am Tisch. Ich bin sehr dankbar dafür, das das Schicksal mir solche Einblicke gewehrt hat, denn so ... kann ich die Vermutung aussprechen, das es auch auf höchster Ebene "Verschwörungen" gibt, weil ich sie durchgängig auf allen anderen Ebenen beobachten konnte.

Gelegentlich erzähle ich mal was über mich selbst. Eigentlich tut das nichts zu Sache. Manchmal lasse ich gerne durchblicken, das ich in den teuersten Hotels Deutschlands übernachtet habe – und dort sehr aufmerksam die Gäste beobachtete. Ich schreibe über Lumpenelite nicht aus der Sicht eines zwanzigjährigen Studenten, sondern als jemand, der schon mit Milliardären gespeist hat – wenn auch eher hinten am Tisch. Ich bin sehr dankbar dafür, das das Schicksal mir solche Einblicke gewehrt hat, denn so … kann ich die Vermutung aussprechen, das es auch auf höchster Ebene „Verschwörungen“ gibt, weil ich sie durchgängig auf allen anderen Ebenen beobachten konnte – man nennt sie nur nicht so. Die gängige Bezeichnung ist … „Strategie“.

Der Druck ist schlimmer geworden seit der Betonung von „Share Holder Value“. Das war wohl der Auslöser. Auf einmal arbeiteten alle nicht mehr für die Firma, den Job, den Kunden … sondern nur noch für die Rendite des Kapitals, die gar keine Grenze mehr kannte.  Ich hatte diese Entwicklung begrüsst – in der Hoffnung, das sie viele Degenerationserscheinungen innerhalb der Firmen eleminieren und zu mehr Demokratie im Betrieb führen würde. Damit hatte ich in gewisser Weise recht, die Macht der Provinzfürsten innerhalb der Firma wurde deutlich geringer, aber gleichzeitig ging ein Ruck durch Deutschland (und die Welt), der die Situation zusätzlich verschlimmerte.

Der Leistungsdruck wurde erhöht, die Produktqualität spielte keine Rolle mehr, wer die Leistung nicht mehr brachte, wurde gefeuert – auch fristlos während der Krankschreibung. Ich habe Freunde verloren, die dem Druck nicht standhielten und sich umbrachten.

So etwas hinterlässt seine Spuren.

Nun bin ich ja auch noch Vater – von sieben Kindern aus zwei „Beziehungen“, wie man so schön sagt. Das bringt mich regelmäßig in die Situation, Rat erteilen zu dürfen: welche Schule soll nach der vierten Klasse besucht werden?

In der Zeit lese ich aktuell einen Artikel über einen Vater, der seiner Tochter einen Brief schreibt, einen Brief, den ich unterschreiben könnte. Er beschreibt detalliert, wie die Entwicklung der Konzentration auf  „Share Holder Value“ im Leben unserer Kinder ankommt und ihre Kindheit vernichtet. Bekannt ist das schon länger. Als ich Abitur gemacht habe, war ich politisch in mehreren Bürgerinitiativen aktiv, war Redakteur einer Stadtzeitschrift, Mitglied einer ausserschulischen Philosophie-AG sowie einer abenteuerlichen Selbsterfahrungsgruppe, machte Musik, wanderte viel und schaffte neben dem Abitur auch noch das Fachabitur für Wirtschaft.  Zusätzlich hatte ich  Nebenjobs um Geld zu verdienen, war im Krankenhaus tätig, habe als Wachmann und Holzfäller gearbeitet. Ich schätze mal, einige weitere Aktivitäten habe ich schlichtweg vergessen.

Sehe ich mir die Jugend heutzutage an, so wird auch mir Angst und Bange. Schule, Handy, Fernsehen. Das war es dann. Sie fangen schon mit 12 an einem Job hinterher zu rennen, der sie einfach nur auffressen wird – doch das sagt man ihnen nicht. Ich könnte es ihnen sagen. Ich weiß, was eine Arbeitswoche mit 120 Stunden mit einem Menschen anrichten kann. Klar, man kann stolz darauf sein, das man so etwas gebacken bekommt – so blöd ist man ja noch, wenn man jung ist. Wird ja auch gut bezahlt -und ist allemal besser als Arbeitslosigkeit. Führt auch direkt in Scheidung, Alkoholismus oder Herzinfarkt – aber auch das wird billigend in Kauf genommen.

„Vernichtung durch Arbeit“ wird inzwischen tagtäglich praktiziert … ist aber ein grosses Tabu in unserer Gesellschaft. Allenfalls als „Burn out“ wird es mal verniedlicht wahrgenommen.

Soll ich mal an dieses Tabu rühren? Mal richtig schockieren?

Schreibt keine tollen Artikel über das Lob der Langeweile, seid mal richtig mutig und schickt eure Kinder auf die Hauptschule. Unsere Hauptschule vor Ort hat inzwischen keine fünfte Klasse mehr … zu wenig Anmeldungen. Schenkt euren Kindern doch mal was ganz besonders Wertvolles: ZEIT.

Wetten, das traut sich keiner? Hört ihr jetzt schon die laute Stimme in eurem Kopf, die auch tausend Argumente liefert, warum so etwas undenkbar ist?

Sie werden täglich geliefert: die Kluft zwischen guten und schlechten Jobs wächst, der Arbeitsmarkt ergötzt sich an seinem Billigwahn. Die Wirtschaft hat sich von der Gesellschaft verabschiedet: wenn es ihr gut geht, geht es der Gesellschaft noch lange nicht gut. Wir Erwachsene wissen, das wir doppelt rennen müssen, um die Arbeit zu schaffen – und das für Löhne, die real um 50 % gesunken sind. Was wir wissen – uns aber nicht eingestehen wollen – ist, das wir uns von unserer gemütlichen Demokratie verabschiedet haben. Das hatte man Helmut Schmidt in Davos gesagt: von nun an herrscht das Diktat der Finanzmärkte. Ich hatte mich damals gefragt, ob sich das ein Staat wohl gefallen lassen wird. Nun habe ich die Antwort: ja, wenn man sein Personal dafür mit Pöstchen und die Parteien mit Spenden schmiert.

Letztlich wird man sagen: unser Reichtum hat unsere Demokratie zu Fall gebracht. Auf einmal hatten kleine Grüppchen Geld genug über, sich Politiker kaufen zu können.  Für die Zukunft sollte man dort eine Grenze einbauen: niemand sollte so reich werden dürfen, das er politische Strömungen kaufen kann.

Wir Erwachsene haben den Terror der Ökonomie und die Diktatur des Profits am eigenen Leibe erlebt, erleben ihn tagtäglich neu – auch wenn viele Jobs noch sicher sind, so ist doch das Bewusstsein da, das Hartz IV auf jeden warten kann … ausser auf Beamte. Wir sind gebildet und wissen, das Global Brutal auch für uns jeden Tag Realität werden kann: wir konkurrieren mit Billiglohnländern.

Warum stellen wir uns eigentlich nie die Frage, warum das so ist?

Die Antwort darauf ist einfach: weil die Wirtschaft das Volk verraten hat. Die Wirtschaft? Nein, einige skrupellose Charaktere, die uns verkauft haben. Sie lassen in Asien produzieren. Wir als Bürger würden nicht wollen, das dort Kinder unsere Billigwaren produzieren. Wir würden – wenn wir es wüssten – lieber darauf verzichten. Verantwortungsvolle Individuuen hätten auch als Unternehmer gesagt: nein, da produziere ich nicht. Wovon sollen meine Angestellten denn dann leben, wenn ich das mache? Wer zahlt dann ihre Sozialversicherungsbeiträge, ihre Steuern und Abgaben – und wer soll meine Waren dann noch kaufen?

Früher hätten wir noch den Mut gehabt, nach der Notwehrenteignung zur Rettung der Volkswirtschaft zu rufen, heute wissen wir doch alle, das es zu spät ist … und lassen zu, das die Wirtschaft unsere Kinder frisst, das das Renditedenken ihnen die Kindheit raubt.

Täter sind wir da selber, auch wenn wir nach der bösen Politik schielen. Ich nehme mich da nicht aus – auch wir sitzen bis 19.00 Uhr an den Hausaufgaben anstatt mutig auf psychologische Studien und amtliche Richtlinien zu verweisen, die besagen, das da zuviel Stoff auf zu wenig Zeit trifft.

Jeder Elternabend zeigt, das alle dieselben Erfahrungen machen – und dieselben Konsequenzen daraus ziehen: dann müssen die Kinder eben doppelt so schnell rennen. Gute Lehrstellen sind halt rar. Da muß man halt durch.

Ich erlebe dann auch gerade das Ende der Entwicklung.

Ein Freund von mir hat aus der Philosophie heraus den Weg in die Altenpflege gefunden. Früher waren zehn Mitarbeiter auf der Station, mitlerweile sind es noch zwei.  „Grundpflege“ ist das Maximum, was erreicht werden kann. Details dazu möchte ich den empfindsamen Gemütern ersparen, erwähnt sei, das dort alte Menschen zwecks Säuberung mit Wasserschläuchen abgespritzt werden, was man von der Straße aus sehen kann. So bleibt das Haus wirtschaftlich in Ordnung, auch wenn die Selbstmorde zunehmen.

Angesichts dieser Erfahrungen kann ich es niemanden vorwerfen, das er so schnell rennt wie er kann, um dieser Situation im Alter zu entkommen.

Hoffnung auf Änderung?

Könnte von der Jugend kommen. Revolutionen sind ihr Vorrecht, ihre Aufgabe, ihre Pflicht. Aber wir sorgen jeden Tag selbst dafür, das die paar Kinder, die wir noch haben, perfektes Personal für die Volkswirtschaftsvernichtungsmaschine wird, charakterlose Menschen, die kein Problem damit haben werden, die Volkswirtschaft weiter auszuplündern.

Die Art von Revolution die die machen werden, könnte nicht in unserem Sinne sein. Kann man es ihnen verdenken, das sie sich irgendwann mal für die gestohlene Kindheit rächen werden? Fordern wir von ihnen nicht, besonders kreativ zu werden, um den Berg an alten Menschen, den wir ihnen hinterlassen, bewältigen zu können?

Woher sollte eigentlich die Hoffnung kommen, das diese auf Leistung getrimmten Egokämpfer auf einmal Werte wie Nächstenliebe, Fürsorge, Menschlichkeit entwickeln?

Wieviel davon haben sie dann in ihrer eigenen Kindheit erfahren dürfen?

 

 

 

 

 

Warum sind unsere Kinder heute so komisch

Wie ich schon in einem früheren Beitrag erwähnt habe, bin ich seit 22 Jahren Handwerker. In dieser Zeit habe ich auch ständig Praktikanten gehabt und betreut. Vorzugsweise bekomme ich diese Kinder für 2 Wochen wenn Sie in der 7.Klasse sind. Da hier in der Gegend eine Hauptschule, eine Realschule und ein Gymnasium ist und mein Job für alle gleichermaßen interessant erscheint, kommen Sie von allen Schulen gleichermaßen. Was mir nun aufgefallen ist: Mit der Zeit wurden die Kinder immer merkwürdiger. Sie nehmen völlig kritiklos alles hin, was man Ihnen vorsetzt, haben als einziges Interesse nur Ihre Kleidung, Ihre Mobiltelefone, die neusten PC-Spiele und was sie denn sonst an Spass haben können. Auch empfinde ich die Kinder als äußerst oberflächlich, desinteressiert und respektlos. Da ich selber sehr viel lese, frage ich immer gerne, was denn das letzte Buch ist, das Sie freiwillig gelesen haben und es ist für mich kaum zu glauben, das sehr oft als Antwort kommt, „ich lese nicht“. Auch können Sie sich erstaunlich schlecht Sachen merken und sind fürchterlich schlecht informiert. Wenn es gut läuft, können Sie vielleicht 3 Politiker aus dem aktuellen Kabinett hersagen, bei unserem Ministerpräsidenten wird es dann ganz schwierig. (Klar, es gibt Ausnahmen, aber die sind nur sehr selten)
Die Frage ist nun wie kommt das? Sehen wir uns mal eine normale deutsche Familie und eine normale deutsche Kindheit an. Hierbei ist mir klar, das es Familien gibt, die Hartz 4 beziehen und noch weitaus schlimmer dran sind als nachfolgend beschrieben und ich habe mir auch sagen lassen, das es sogar noch Familien geben soll, wo genug Geld da ist. Dies erscheint mir als Ausnahme, darum nun meine Beschreibung des von mir so empfundenen Durchschnitts: Das junge Paar war mutig und hat sich 1 Kind „angeschafft“. Da das Geld natürlich nun sehr knapp ist, müssen beide Elternteile arbeiten. Sie haben Glück und können das Kind mit einem dreiviertel Jahr zu einer Tagesmutter geben. Danach kommt es in den Kindergarten und sowie es alleine nach Hause findet, kann Mutti wieder ganztags arbeiten und das Kind muss nach dem Kindergarten alleine zurecht kommen. Da die Eltern Ihr Kind sehr lieb haben, aber leider keine Zeit, bekommt es mit 4 oder 5 seinen eigenen Fernseher und guckt sich den Schwachsinn an, der am Nachmittag kindgerecht auf den Konzernmedien präsentiert wird. Natürlich ist dieses „Programm“ gespickt mit kindgerechter Wirtschaftspropaganda, damit das Kind auch weiß, was es sich für Spielsachen zu wünschen hat. Wenn das Programm zu Ende ist, wird sich an die Playstation gehockt und irgendwann kommt dann auch Mama geschafft von der Arbeit. Es wird schnell Fraß gemacht, dreimal über den Kopf gestreichelt, aber dann wartet auch schon der Haushalt, der Alte will sein Essen und außerdem ist das Kind ja auch beschäftigt. Irgendwann ist der Tag dann rum, der nächste Tag ist genau so. Wenn das Kind dann zur Schule kommt, kommt auch noch der Druck und die Versagensangst dazu, aber leider hat nie einer Zeit, dem man sich mal anvertrauen kann, Mama ist ja immer müde und Papa sieht das Kind nur stundenweise oder am Wochenende, da will es ja nicht nerven. In der Schule geben die Freunde etwas Halt, denn bei denen sieht es zu Hause auch nicht groß anders aus, aber wie Kinder so sind, machen Sie das nach, was Sie gelernt haben, also müssen die neusten Spiele her, das neuste Mobiltelefon, Schuhe, Jacke etc, wie es die Wirtschaftspropaganda schon jahrelang vorgaukelt, denn wer anderes war ja nie da, der einem gesagt hat was gut ist und was man haben MUSS um jemand zu SEIN. Wenn das Kind nun älter wird, kommt als Haupt Freizeitaktivität „rumhängen“ hinzu, denn da unser Staat ja pleite ist, wird auch noch das letzte Jugendzentrum zu gemacht und die Kinder haben gar nichts.

Ist es da ein Wunder das die Kinder komisch sind, wenn mir den ganzen Tag jemand den Kopf mit banalem Unsinn gefüllt hätte und mir nie oder nur ganz selten einer gesagt hätte, das Er oder Sie mich lieb hat, wäre ich wohl auch ein soziopatisches Monster geworden, das sich nichts merken kann, sich nicht länger als 10 Minuten auf was konzentrieren kann und nur was auf Äußerlichkeiten gibt. Ich glaube allerdings unser Staat möchte das so haben. So züchtet man sich willfähige Jasager, die eigentlich keine wirklichen Interessen haben außer zu konsumieren und alles hinnehmen, was Ihnen vorgelogen wird, sie haben ja nie was anderes kennen gelernt.

Die Ausschlachtung der Bundesrepublik, der Stinkefinger Hartz IV und die aktuellen Euthanasieprogramme

Manchmal geht es um die Ärmsten der Armen. Jene, die eigentlich voll im Leben stehen, aber mit Gewalt draußen gehalten werden: die Arbeitslosen. Kaum zu glauben: die Schaffenskraft von Millionen von Menschen liegt nutzlos auf dem Amt herum, während es in der Gesellschaft an allen Ecken und Enden an Arbeitskräften fehlt. Damit meine ich nicht die eine Million offenen 400-Euro-Jobs, sondern die Arbeit, die geleistet werden müßte, damit unsere Kinder die Last schultern können, die wir ihnen aufbürden.

Bei uns gehen gerade die selbständigen Handwerker vor die Hunde – da sie nicht als Ärmste der Armen gelten, spricht man ungern darüber. Vor Jahren noch zehn Angestellte, arbeitet der Chef nun selbst rund um die Uhr. Wenn es gut geht, bleibt Abends noch eine halbe Stunde für die Kinder übrig – mehr ist nicht drin. Der Schreiner, der Friseur, der Elektriker, der Bäcker … alle schuften sich kaputt bis zum Umfallen. Die Gemeinde kürzt wegen Finanzmangel die Aufträge, die Privatleute zahlen nicht mehr pünktlich – manche auch einfach gar nicht – aber die Kosten steigen lustig weiter: Energiekosten, Gemeindesteuern, Essen, Kindergartengebühren und was sonst noch anfällt.  Und während der Mittelstand im Hamsterrad rotiert und so seine Familie zerfetzt, stehen Millionen draußen vor der Tür und hätten gerne wenigstens wieder ein Hamsterrad, denn der Hamster wird wenigstens regelmäßig gefüttert.

Wir könnten gut doppelt so viele Lehrer gebrauchen  und für jeden Lehrer zusätzlich einen Sozialarbeiter und Psychologen, um die Schäden auszugleichen, die die Hamsterradgesellschaft bei den Kindern anrichtet – damit nicht alle solche Leistungsmuffel werden wie Sarrazins Sohn. Wir könnten auch gut noch zwei- drei Millionen Menschen brauchen, die die Schulen sanieren – wir hatten hier während des Schneefalls die erste Schule, die gesperrt wurde, weil die Flachdächer einzubrechen drohten.

Arbeit … gäbe es wirklich genug. Nicht nur für Handwerker, auch für Geisteswissenschaftler. Dringend bräuchten wir neue, motivierende Gesellschaftsmodelle, die die aufgebrauchten Altlasten ersetzen. Wir bräuchten neue Formen des Wirtschaftens und Verteilens, neue Regeln für ein konstruktives Miteinander und dringend ein Gesetz gegen „Innenweltvergiftung“, das unsere Kinder vor dem Trash des Konsumfernsehens und der Werbewelt beschützt, dringend Gesetze gegen die Ausbeutung von Arbeitslosen in Leiharbeitsfirmen, dringend Enteignungsformeln zur Rückgewinnung des verschleuderten Staatsvermögens – das Geld ist ja nicht weg, es ist nur woanders. Wir könnten locker zehn Jahrgänge von Politologen, Historikern, Soziologen, Psychologen und Philosophen beschäftigen, um die Fehler auszubügeln, die unsere gute alte BRD in diese desolate Situation gebracht haben, zudem bräuchten wir mehrer Waggonladungen von Wirtschaftsleuten, die nicht nur fordern und kürzen sondern Gewinn für alle erwirtschaften können.

Arbeit … gäbe es genug. Aber – es ist kein Geld mehr da. Uns geht es da wie jenen Menschen, die am Ende eines Flusses leben, der kein Wasser mehr führt, weil weiter oben Schwimmbäder für Superreiche gefüllt werden müssen. Genau das geschieht ja gerade: auf große Geldhaufen wird immer mehr Geld gelegt, das dann dem Friseur, dem Elektriker, dem Schreiner und dem Bäcker fehlt, weshalb die ihre Leute entlassen, die dann von Hartz IV leben müssen.  Die Schwimmbäder der Reichen lassen am Ende des Flusses das ganze Volk verdursten.

Sind die Leitungen erstmal neu verlegt, kommt halt unten nichts mehr an. Man sollte aber nicht vergessen, das dort kein Erdbeben stattfand, das für die Misere verantwortlich ist, sondern das es konkret benennbare Menschen sind, die die Leitungen verlegt haben. Wasserräuber, sozusagen.

Und tagtäglich findet man in den Nachrichten weitere Berichte über die Folgen ihrer Missetaten, Folgen, die in erster Linie jene tragen müssen, die weiter vom Wasser weg wohnen, wie zum Beispiel die Rentner, wie Euronews berichtet:

Viele Rentner werden sich in den nächsten Jahren wohl weniger leisten können. Die Bundesregierung erwartet, dass die verfügbaren Renten bis 2013 real um 1,8 Prozent wachsen, während die Inflation mit gut fünf Prozent mehr als doppelt so stark zulegen dürfte. Dies geht aus der Antwort der Regierung auf eine Frage der Linken im Bundestag hervor.

Fünf Prozent Inflation? Das heißt, unsere Globalisierungsopfer (gerne auch „Langzeitarbeitslose“ genannt) bekommen für jedes Prozent Inflation einen ganzen Euro zum Ausgleich? Da wird wohl von einem deutlich niedrigeren Regelsatz ausgegangen … was real heißt, das es 2011 zu einer massiven Kürzung der Regelsätze kommt.

Selten wurde das Volk so sehr betrogen und dem Verfassungsgericht (und damit dem ganzen deutschen Volk und Staat) so deutlich der „Stinkefinger“ gezeigt wie bei dieser Reform, die eine gerechtere Versorgung der Opfer nach sich ziehen sollte, aber real – siehe „livePR“ – eine Kürzungsorgie wurde:

Heute entscheiden Bundesrat und Bundestag über die Hartz-IV-Reform. „Wir sind sehr enttäuscht vom Ergebnis des Vermittlungsausschusses. Es zeigt, dass arme Menschen in der Politik keine Lobby haben“, so Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Sprecher der Diakonie Baden-Württemberg GmbH. Die jetzige Reform sei eindeutig eine Mogelpackung. Denn statt mehr Geld für arme Menschen auszugeben, werde beim Bundeshaushalt über eine Milliarde Euro eingespart. Und Hartz-IV-Empfänger müssten künftig mit zusätzlichen Ausgaben rechnen.

Noch schlimmer als den Arbeitslosen geht es aber den Behinderten. Arbeitslose kriegen wenigstens fünf Euro mehr … Behinderte bekommen laut Freitag siebzig Euro abgezogen. So sieht wohl die Gegenfinanzierung aus.

Ein besonderer Skandal im Vermitlungs-Ergebnis soll hier aber einmal noch hervorgehoben werden: Erwachsene Behinderte, die bei ihren Eltern oder in einer Wohngemeinschaft leben, sollen tatsächlich nur noch 80 Prozent vom Regelsatz erhalten. Das entspricht einer Kürzung um rund 70 Euro.

Früher nannte man das „Euthanasieprogramm“, heute … redet man einfach nicht mehr drüber.

Voller Stolz ist man jedoch darauf, das man alles unternimmt, um die häuslichen Gemeinschaften (und damit das traditionelle Modell „Familie“) weiter zu zerschlagen, so daß die Behinderten auch gar niemanden mehr finden, der sich privat um sie kümmern kann. So berichtet die Zeit über das „Modell Hausfrau“:

Dementsprechend gestalten die Regierungen seit der Jahrtausendwende das Steuer-, Sozial- und Familienrecht Schritt für Schritt im Sinne dieses Ziels um. Kinderbetreuungskosten können nun besser von der Steuer abgesetzt werden. Rentenanwartschaften steigen, wenn beide Partner arbeiten. Das Elterngeld berechnet sich aus dem Gehalt. Vollzeithausfrauen erleben scharfe Einschnitte beim Unterhaltsrecht im Falle einer Scheidung.

Das hat wenigstens ein positives Element: die setzen keine Kinder mehr in die Welt. Der Deutsche mit seinem Wahn stirbt aus. Das Schule und Gesellschaft trotzdem mehr Arbeit als zuvor in die Familie verlagern, versteht sich von selbst – in Zukunft sollen sie ja auch verstärkt die Straßen reinigen, wenn sie so dumm waren und sich ein Haus für ihre Kinder gekauft haben um der forschen Kinderfeindlichkeit der Gesellschaft zu entgehen. Vielleicht kommen die dann auch selbst auf die Idee, wie man die behinderten Familienmitglieder kostengünstig entsorgen kann … jetzt, wo man auch noch ihren Lebensunterhalt bezuschussen muß.

Man sollte die Arbeitgeber von dieser Entwicklung unterrichten, damit die sich keine weiteren Sorgen machen müssen, von denen die Zeit gerade berichtet:

Die Hartz-IV-Reform wurde gerade beschlossen. Schon gibt es neue Kritik von Opposition und Gewerkschaften. Die Arbeitgeber sorgen sich um die Finanzierung des Kompromiss.

Nebenbei erfährt man: der ganze Müll ist aller Wahrscheinlichkeit nach schon wieder nicht mit der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland vereinbar.

Schrecklich, wie offen die politische Kaste ihre Missachtung für Land, Gesetz und Menschen inzwischen ausleben kann, ungeheuerlich, wie wenig man tragfähige Konzepte für die Zukunft erarbeitet und erbärmlich, wie sehr die sich dabei auch noch die Taschen füllen.

Und was uns in Zukunft weiterhin erwartet, leben uns die Japaner laut wiwo schon einmal vor:

Trotz des Aufschwungs fehlen in Japan massenweise Jobs für die junge Generation. Viele Betriebe rekrutieren ihren Nachwuchs im Ausland – oder beschäftigten billige Rentner.

Und die Rentner können auch nicht auf die Jobs verzichten …. denn um die Rente selbst ist es laut Investment.com schlecht bestellt:

Zu viele Rentner: Für Japans Anleihemarkt wird es eng

Japans Bevölkerung ist zu alt. Das wird nun zum Problem für den Staat. Denn der größte Pensionsfonds der Welt muss die Rentner auszahlen.

Da haben wir wirklich eine tolle Zivilisation aufgebaut. Wir können zum Mond fliegen, um die Welt düsen, vor den Malediven tauchen, uns Häuser an Traumständen mit Dolby-Souround-Sound leisten – aber für Menschen mit ihren „Schwächen“ wie Alter, Krankheit oder Behinderung haben wir keinen Platz mehr. Noch nicht mal für Kinder reicht es.

Also ehrlich … dafür haben wir 1789 nicht den König geköpft.

Dafür nicht.

Und sonderlich zukunftsträchtig sieht das auch nicht aus. Wirkt eher wie der Abschlussball auf der Titanic nach dem Eisbergzwischenfall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hamburger Bürgerschaftswahl, Hartz IV, Nine-Eleven und die Revolutionen in China und den USA

Hartz IV wird eine Zäsur bringen … habe ich früher meinen Arbeitskollegen gesagt, alles gestandene „Leistungsträger“. Alle haben das verstanden. Alle fanden es ungerecht, brutal, destruktiv für Motivation und Identifikation mit dem Gemeinwesen Deutschland. Da aber alle die Taschen voller Geld hatten, war keiner bereit, sich zur Rettung der Republik weit aus dem Fenster zu hängen … die Firma hätte umgehend sanktioniert, der Betriebsrat hätte zugestimmt, da die Arbeitsverträge ein gewisses professionelles Auftreten in der Öffentlichkeit forderten – was ja auch entsprechend honoriert wurde. Da wären sogar Bundestagsabgeordnete neidisch geworden ob der Ausstattung, die man sich vom Geld der Krankenversicherten leisten konnte.

Dabei ist Hartz IV ein historischer Moment, der alle angeht. Hier wird die Frage entschieden: wie geht man mit jenen Menschen um, die man durch Maschinen ersetzt hat, eine Frage, die sich laut Focus nun auch China aktuell stellen muß:

Roboter ersetzen Wanderarbeiter. Dennoch herrscht Fachkräftemangel im Milliardenstaat China. Die rote Industrialisierung beginnt.

Wir kennen dieses Phänomen seit vierzig Jahren.  Wir wissen, das die Maschinen Arbeitskraft in Massen freisetzen, die nicht mehr gebraucht wird. Hier ist ein historischer Moment gewesen, den Weg zur Demokratie mutig weiter zu beschreiten.

Wir waren lieber feige und haben die freigesetzten Arbeitskräfte kriminalisiert, ihnen frech und unfair unterstellt, die Massenarbeitslosigkeit sei einfach nur ihre Schuld, weil sie faul, versoffen und gefrässig sind. Wir schufen eine Arbeitspolizei, die die Kriminellen bestraft, ihre Grundrechte beschneidet und sie zur Not in den Hungertod schickt – schlichtweg amerikanische Verhältnisse, möchte man sagen.

Das war die äußerst bequeme Privatisierung  der Globalisierungsfolgen. Erst reiße ich Dein Haus ein, dann verklage ich Dich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und mache Obdachlosigkeit zum Verbrechen – so lautet in etwa das Prinzip, ein Prinzip, das in der amerikanischen Raubkultur schon lange gültig ist.

Und es geht hier ganz speziell um den Einfluss gewisser „Think Tanks“ – nicht um die „böse“ US-Kultur an sich. So kommt man von Hartz IV zur Hamburger Bürgerschaftswahl, wo wieder einmal eine personelle Besonderheit greift, wie WiSoPo ausführt:

Was hat der Aufenthalt von Scholz bei der Bilderberg-Konferenz 2010 nun mit dem Wahlsieg der SPD in Hamburg zu tun?
Ein Blick in die jüngere Geschichte dieser Konferenzen gibt Aufschluss darüber, wie eng politischer Erfolg mit einer Teilnahme an diesen Treffen verbunden ist:

Guido Westerwelle nahm 2007 an dieser Konferenz teil, zwei Jahre später ist er Vize-Kanzler.
Angela Merkel nahm 2005 an der Konferenz teil, im selben Jahr wird sie Kanzlerin.
Helmut Kohl nahm 1980 und 1982 an der Konferenz teil, 1982 wird er Kanzler.
Helmut Schmidt nahm 1973 an der Konferenz teil, 1974 wird er Kanzler.

Das die politische Karriere des Herrn Scholz mit dem Ende seiner Arbeit als Bundesminister ebenfalls zu Ende geht, erschien mit seiner Teilnahme an der Konferenz 2010 absurd. Insofern überrascht es doch kaum, dass er ein neues Betätigungsfeld auf politischer Ebene gefunden hat.

Schon wieder wird es unheimlich, schon wieder taucht jenes Netzwerk der superreichen Amerikaner auf, die auf undurchschaubaren Konferenzen geheime Dinge mit unseren Politikern besprechen, die daraufhin erstmal richtig Karriere machen und unheimliche Entscheidungen treffen.  Das ist in etwa so unheimlich wie die Revolutionswelle, die momentan all jene Staaten heimsucht, die den USA geostrategisch im Weg standen und deren Diktatoren den Höhepunkt ihrer Nützlichkeit lange hinter sich gebracht haben. Nun erreicht die Welle auch den neuen Erzfeind China, der in den letzten Monaten immer bedrohlicher geworden ist, hier zitiert bei breakfastpaper:

Die Massenproteste und Unruhen in der Arabischen Welt haben bereit jetzt eine ganze Region verändert. Das hat nun auch chinesische Aktivisten ermutigt, in ihrem eigenen Land für mehr Gerechtigkeit und Freiheit zu kämpfen.

Ein Aufruf im Internet zu einer “Jasmin-Revolution” brachte Demonstrationen in 13 Städten hervor. Hunderte gingen auf die Straße und protestierten gegen das kommunistische Regime, welches umgehend Maßnahmen einleitete: Die Proteste wurden in kurzer Zeit aufgelöst, Internet und SMS zensiert und auf das Wort “Jasmin” gefiltert (Quelle: dpa), Aktivisten festgenommen und unter Hausarrest gestellt.

„Ein Aufruf im Internet“ … jener Ort, von dem aus auch die anderen Revolten koordiniert und nacheinander gestartet wurden. Da kommt mir PNAC in den Sinn. Man erinnert sich kaum noch dran, aber die Welt ordnet sich gerade genau so, wie PNAC es wollte, siehe Wikipedia:

Das Project for the New American Century (PNAC), zu deutsch: Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert, war eine US-amerikanische neokonservative Denkfabrik mit Sitz in Washington, D.C.. Es befand sich im selben Gebäude wie das American Enterprise Institute.

Es wurde im Frühjahr 1997 als nicht-kommerzielle Ausbildungsorganisation mit dem Ziel gegründet, für weltweite Führerschaft der Vereinigten Staaten zu werben. Das PNAC wurde im Jahr 2006 aufgelöst.[1] Die 2009 gegründete Foreign Policy Initiative ist als Nachfolgeorganisation des PNAC zu sehen.[2]

Wenn Diplomatie gescheitert sei, seien Militäraktionen ein akzeptables und nötiges Mittel (Carl von Clausewitz). Das PNAC befürwortet die weltweite Errichtung dauerhafter eigener Militärstützpunkte, um die USA weitestgehend unangreifbar zu machen. Als „Weltpolizist” (bzw. „Welt-Ordnungs-Hüter”) hätten die Vereinigten Staaten die Macht, in einer chaotischen „hobbesianischen” Welt für die Einhaltung von Recht und Gesetz gemäß den von den USA gesetzten Maßstäben zu sorgen – wenn es sein muss, auch ohne Absprache mit oder Rücksichtnahme auf Verbündete und andere supranationale Organisationen, Verträge und sonstige Rechtsverbindlichkeiten (Unilateralismus). Darin sehen alle Kritiker einen klaren geschichtlichen Rückfall hinter die mühselig errungenen Fortschritte im Völkerrecht seit dem Westfälischen Frieden.

Und diese Rückschritte im allgemeinen Rechtswesen gilt nicht nur für die Aussenpolitik, wie wsws berichtet, ist man mitlerweile auch innenpolitisch dabei, andere Methoden aufzuziehen:

Am Mittwoch demonstrierten ca. 30.000 Leute in Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Wisconsin, gegen die Angriffe von Gouverneur Scott Walker auf die Löhne und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Unter anderem nimmt das Gesetz den Beschäftigten das Recht, mit dem Arbeitgeber über Fragen der Renten, Gesundheitsversorgung und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. In Tarifverhandlungen dürfte es demnach nur noch um Entlohnung gehen, doch jede Steigerung müsste im Rahmen der durchschnittlichen jährlichen Preissteigerungsrate liegen. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes müssten fast doppelt so hohe Renten- und Krankenkassenbeiträge bezahlen wie bisher.

Neben diesen einschneidenden Maßnahmen hat Gouverneur Walker die Angestellten durch seine antidemokratischen Methoden erzürnt. Am 11. Februar gab er bekannt, dass er die Nationalgarde in Bereitschaft versetzt habe, um jeden Widerstand der Beschäftigten niederzuschlagen.

Nationalgarde im Einsatz gegen staatliche Angestellte … bekommt eigentlich noch jemand mit, das wir gerade im Sinne von PNAC die Schwelle zur Militärdiktatur in den USA überschritten haben? Eigentlich nicht verwunderlich angesichts der fortschreitenden Verrohung der us-amerikanischen Streitkräfte, die wir in den letzten Jahren im „Kampf gegen den Terror“ und deren ziviles Umfeld erleben durften.

Im Sinne von PNAC ist auch die Zerstörung demokratischer (und somit sozialer) Strukturen in den Bündnisländern, die Unterordnung der gesamten Gesellschaft unter Konzerndirektiven und die Privatisierung des gesamten öffentlichen Beschäftigungssektors, um möglichst viele Menschen unter direkte wirtschaftliche Kontrolle zu bekommen.

Wir dürfen natürlich nicht mehr in diese Richtung denken, weshalb die internationale Politik sich weiter hemmungslos im Interesse von PNAC entwickelt – und entwickeln muß, das die Wirtschaft des Landes am Ende ist. Ein interessantes Detail möchte ich aber dann doch nochmal erwähnen, gefunden bei Arbeiterfotografie.de:

Hier erinnert Ex-Minister Meacher an einen Präzedenzfall aus der US-amerikanischen Geschichte: »Das Nationalarchiv der USA hat enthüllt, dass Präsident Roosevelt in Bezug auf Pearl Harbor am 7. 12. 1941 genau diese Taktik angewandt hat. Warnungen über den bevorstehenden Angriff waren rechtzeitig eingegangen. Die anschließende nationale Entrüstung (über den japanischen Angriff) überzeugte eine widerwillige amerikanische Öffentlichkeit von der Notwendigkeit, sich am Zweiten Weltkrieg zu beteiligen«, schreibt Meacher und schlägt dann den Bogen zum 11. September und der PNAC-Gang: »In der PNAC-Blaupause vom September 2000, in der die Umwandlung der USA in die dominierende Macht von Morgen beschrieben wird, steht zu lesen, dass dieser Prozess ein langwieriger sein wird, es sei denn, es gäbe ein katastrophales und katalysierendes Ereignis – wie ein neues Pearl Harbor« zitiert Mr. Meacher und erklärt, dass erst vor diesem Hintergrund die vielen offenen Fragen und Widersprüche um den 11. September einen Sinn ergäben.

Ein wunderbarer Zufall hatte den Denkern von PNAC jenes Ereignis beschert. Zufällig kamen die Täter auch aus jenem Bereich, den man zuvor schon für den „Kampf der Kulturen“ vorgesehen hatte – und nebenbei konnte man auch … mit krassen Lügen und völlig am Völkerrecht vorbei … den  nützlichen alten Waffenkameraden Saddam Hussein um seine Ölquellen bringen.

Sowas regt zum Nachdenken an. Auch wenn die öffentlichen Verschwörungstabus dies effektiv verhindern, bleibt eine gewisse Skepsis übrig, wie Rainer Rupp in Ossietzky ausführt:

So ist zum Beispiel die Hälfte der Befragten davon überzeugt, daß die deutsche Bundesregierung kriminell ist, ebenso wie der Bundesnachrichtendienst. Über 56 Prozent der Befragten gehen davon aus, daß deutsche Geheimdienste bei den noch nicht aufgeklärten Terrorakten der RAF in der BRD der 1970er und 1980er Jahre ihre Finger im Spiel hatten. Nur 36 Prozent glauben an die Unschuld der Dienste. Auf die Frage, ob die US-Regierung der Weltöffentlichkeit die ganze Wahrheit über die Anschläge des 11. September 2001 gesagt hat, antworteten sogar 89,5 Prozent mit »Nein« und nur 9,2 Prozent mit »Ja«.

Das ist die Überzeugung des Volkes – und so kommt man von der Hamburger Bürgerschaftswahl direkt zu den Unruhen in der arabischen Welt, nine-eleven und Hartz IV. Alles Erscheinungen, die ein neues amerikanisches Jahrhundert einläuten, ein Jahrhundert, das zur Not mit Waffengewalt durchgedrückt wird, für das man auch locker mal ein paar Tausend eigene Leute über die Klinge springen lassen kann … Krieg kostet halt auch mal Leben auf der eigenen Seite. So gesehen kam man – angesichts des Erfolges – eigentlich noch ganz gut davon.

Und wer nun meint: „Ok, ich bin nicht arbeitslos, kein Ausländer, keine Frau, kein Rentner, kein Beamter oder staatlicher Angestellter, mir geht´s gut bei McDonalds“ der kann sich anschauen, was dieses System aus seinen Kindern macht, gefunden bei B.N.D.-Net:

Die Perfektionierung tobt schon in der Kindheit heftig – es ist der Traum vom sozialen Aufstieg. Jedes vierte Kind bis acht Jahre wird mittlerweile zur Fördertherapie geschickt. Nach dem vollen Schultag gehen sie zum Hockey, zum Tennis, zum Segeln, zur Musikschule. Manchmal haben Kinder an einem Nachmittag zwei bis drei Programmpunkte zu absolvieren. Der gesamte Komplex zwischen Geburt und Abitur ist zu einer Mischung aus Wettrüsten und Leistungsschau geworden. Schlimme Krisen drohen für die Eltern, wenn ihr Kind später als andere krabbelt. Dem Druck halten nicht alle Kinder stand. Zunehmend bedürfen schon Grundschüler therapeutischer Behandlung. Erst sind es Bauchschmerzen, später folgt die Leistungsblockade bis hin zur Depression. Bis zu zehn Prozent der 12- bis 17-jährigen haben oder hatten Depressionen. Die Kinder stehen unter Druck: Einfach nur spielen – ist das heute überhaupt noch möglich?

So regiert PNAC über Hartz IV direkt in die Kindheit hinein – ganz einfach und kostengünstig durch die Implementierung von nagelneuen Prinzipien und einer Arbeitspolizei, die Fehlverhalten sanktioniert. Sowas ist billig, effektiv und renditeträchtig. Aber das sind ja gerade die Chancen einer globalisierten Welt: man kann oben was hineingießen und erreicht in der Tat die Grundschulen der Eifel in den hintersten Wäldern.

Damit das funktioniert, muß man nur ein paar Politiker … einladen … die dann zufällig auch immer wieder in Spitzenpositionen gelangen und entsprechende Gesetze verabschieden, die in eine alternativlose Zukunft führen.

Irgendwie scheint langsam der Zeitpunkt zu kommen, wo es heißt: „DIE oder WIR„.

Wie in jedem Western.


Deutschlands Lumpen räumen richtig ab – bei Arbeitslosen, Pensionären und Kindern!

Momentan ist ja viel los in Deutschland.  Opposition und Regierung schlagen so heftig aufeinander ein als ginge es um das Schicksal Deutschlands.  Es geht aber nicht um Kriegserklärungen von Supermächten, Übernahmebestrebungen durch Finanzkonglomerate oder künstliche Erdebeben, die Bielefeld verwüsten – es geht um viel mehr: es geht um fünf Euro.

Fünf Euro sind viel Geld. Das sage ich jedenfalls immer meinen Kindern. Die jedoch – lachen mich nur aus. Die glauben mir einfach nicht, weil sie Preise lesen können. Für fünf Euro bekommt man ja … so gut wie gar nichts. Irgendwie haben sie langsam recht. Erst am Freitag habe ich drei Euro für ein Kilo holländische Tomaten ausgegeben, für zwei Kilo hätte es also nicht gereicht.

Ich war also froh, das wenigstens die Regierung meiner Meinung ist und fünf Euro zum Anlaß nimmt, große Streitigkeiten vom Zaun zu brechen und sich argumentative Schlachten zu liefern, die einer Weltkrise würdig wären. Immerhin: fünf Euro sind viel Geld. Fünf MILLIARDEN Euro hingegen – sind Peanuts.

Anders kann ich es mit nicht erklären, wieso laut Welt die staatlichen Subventionen Rekordhöhen erreichen:

Nach Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) haben die Subventionen in Deutschland im vergangenen Jahr mit fast 164 Milliarden Euro einen neuen Rekord erreicht. Die Wissenschaftler verwenden einen weiten Subventionsbegriff, bei dem sämtliche materiellen Vorteile zusammengefasst werden, die von Bund, Ländern, Gemeinden und der EU ohne unmittelbare Gegenleistung gewährt werden.

20 Milliarden Steigerungen der Subventionen allein von 2008 bis 2010 … und das in Krisenzeiten, wo der Staat eigentlich nichts zu verschenken hat und um fünf Euro ringt wie um Stalingrad oder Verdun. Dabei kriegen die Kinder der Aussortierten – immerhin bald zwei Millionen Menschen, die unsere Zukunft entscheidend prägen werden – gar nichts.

Aber wir brauchen ja die Subventionen, denn ohne die … kriegen wir ja unseren Aufschwung nicht hin, jenen Aufschwung, von dem die Welt uns einen Ausschnitt aufzeigt:

Egal ob Kroko-Handtasche, Rolex-Uhr oder Champagner – das Geschäft mit Luxus boomt wie schon lange nicht mehr. Die steigende Zahl der Reichen und Superreichen beschert der Branche einen fulminanten Start ins neue Jahrzehnt. Der weltgrößte Luxusgüterkonzern LVMH legte am Freitag Zahlen vor, von denen Unternehmen in den meisten anderen Wirtschaftszweigen nur träumen können. Erzrivale Hèrmes hatte bereits am Vortag exzellente Umsatzergebnisse präsentiert.

Ja, das macht Sinn. Wir lassen Kinder verrotten, damit sich eine skrupellose Lumpenelite auf Kosten des Steuerzahlers in Parfümwolken hüllen kann, um den Gestank der Armut nicht mehr wahrnehmen zu müssen.  So kann man das Problem der Kinderarmut in Deutschland lösen. Und damit die Wolken auch in Zukunft die Sinne vernebeln können, hat man jetzt schon mal – wieder laut Welt – eine neue ausplünderbare Bevölkerungsschicht im Visier: die Pensionäre.

Klar: so viele Subventionen müssen schon irgendwie finanziert werden. Da ist das Geld der Arbeitslosen schnell alle. Aber: wir haben ja noch die Staatsrentner:

Raffelhüschen warnt vor einem dramatischen Anstieg der Pensionslast in den kommenden Jahren. Überdies räche sich nun, dass in den siebziger und achtziger Jahren überall in Deutschland der Beamtenapparat kräftig ausgebaut worden war. „Durch die Einstellungswelle werden die demografischen Probleme noch drastisch verschärft, und sie eskalieren zudem ein paar Jahre früher als im Rentensystem“, sagt der Finanzwissenschaftler.

Und – natürlich sind nicht nur die Pensionäre ins Visier der parfümierten Lumpen geraten. Rolex kostet auch richtig Geld – und das muß irgendwoher abgeschöpft werden, was einerseits gut über Tomaten geht – oder aber über Regelsatzkürzungen, wie der Spiegel heute informiert:

Verpasste Termine und Fristen haben für Hartz-IV-Empfänger zunehmend ernsthafte Konsequenzen: Die Behörden strichen im vergangenen Jahr in mehr als 610.000 Fällen Gelder – zwölf Prozent mehr als 2009.

Na, da haben die wahrscheinlich schon mal für die 5-Euro-Erhöhung kräftig was zusammengespart. Auch die Empfänger von Arbeitslosengeld 1 dürfen sich aber schon mal realistisch an eine neue Zukunft der unbegrenzten Möglichkeiten gewöhnen:

So sei auch Empfängern von reguläremArbeitslosengeld in den vergangenen Jahren immer häufiger zeitweise die staatliche Unterstützung gestrichen worden, schreibt die Zeitung. Im relativen Vergleich sei die Zahl sogenannter Sperrzeiten innerhalb der vergangenen vier Jahre von 18 auf 27 Prozent gestiegen.

Pech hat … wer solche Eltern hat. Die strafenden Keule des Asozialstaates erwischt sie mit voller Härte – aber es gilt zunehmend als Tabu, Mitleid zu empfinden. Der deutsche Mann ist nämlich wieder … knallhart. Das erfahren jene Menschen, die ihre Menschlichkeit noch nicht zu Geld gemacht haben, ihnen gelten Spott und Häme des deutschen Journalismus – wie hier im Spiegel:

Der Sentimentalpolitiker appelliert an den Affekt, das verleiht ihm solche Überzeugungskraft. Er vertritt grundsätzlich Anliegen, gegen die kein normaler Mensch etwas haben kann: den Schutz der Robben, der Eisbären oder eben der „armen Kinder“.

Die Frage ist nur, wie gut sich ein Land regieren lässt, wenn einem ständig das Herz blutet. Verantwortliche Politik kommt ohne Zumutungen nicht aus.

Genau. Das sage ich auch immer. Ein paar Zumutungen muß es schon geben – zum Beispiel die Streichung der Subventionen. Eine Wirtschaft, die nur mit Krücken funktioniert, taugt einfach nichts. Ich schätze aber mal … das der Spiegel-Autor das nicht gemeint hat, als er von verantwortlicher Politik gesprochen hat.  „Verantwortliche Politik“ ist halt ein Gemeinplatz, den man mit recht beliebigen Inhalten füllen kann. Im Falle des Spiegelautors Jan Fleischhauer ist sogar nachvollziehbar, was er gemeint haben könnte, da die FAZ uns über seinen Werdegang aufklärt:

Jan Fleischhauer, Jahrgang 1962, wuchs in einer Familie des linken Hamburger Bürgertums auf. Das ist sein Schicksal. Es ist sehr langweilig, die Verletzungen, die er davongetragen hat, sitzen deshalb aber nicht weniger tief: Schlimm war, dass es bei den Fleischhauers Biohaferflocken statt Industriemüsli gab, Coca-Cola nur bei Erbrechen, niemals McDonald’s. Schlimm war der „Tag der Befreiung“ seiner Mutter, der „auf den 33. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie“ fiel und den fünfzehnjährigen Jan „als eine Art Kollateralschaden“ erwischte: Gerade aus der Schule gekommen, hielt seine Mutter ihm seine dreckige Wäsche entgegen, die er ab heute doch bitte selber waschen solle. Als die Mutter später begann, „Emma“ zu lesen, hatte der Sohn gar nichts mehr zu lachen.

Mit fünfzehn Jahren die Wäsche selber waschen … das macht einen echten Mann konservativ und mitleidslos. Das war einfach zuviel verlangt, das schreit nach lebenslanger Rache – an Mutti und ihren Genossinnen.

Was verantwortlich daran ist, Kinder von Arbeitslosen in Armut aufwachsen zu lassen, erschließt sich mir nicht. Ich kenne den Fall eines Vaters, der sich überlegt hat, seinem Leben ein Ende zu setzen, um den Kindern die staatliche verordnete Armut zu ersparen. Er hatte Pech: auch die Halbwaisenrente wird angerechnet. Die Armut der Kinder ist ganz entschieden gewollt.

Es ist wohl eine besondere Ironie des Schicksals, das die Kinder der ´68er (meist ja ebenfalls Studenten aus „gutem Hause“ mit großer Chance auf Verbeamtung und Festanstellung, die nach jeder Straßenschlacht an Muttis wohlgefüllten Kühlschrank zurückkehren durften) nun Werbefilmchen für McDonalds drehen, um damit grüne Politiker zu erschrecken – das ist einfach das Thema Bürgerschreck mal wieder andersherum. Kurzhaarig mit Krawatte und blitzblankem Kragen – wobei ich nicht spekulieren möchte, wer den jetzt wäscht.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, das man die Prediger des Sozialfaschismus, jenes modernen Kampfbundes der momentan Priviligierten gegen den Rest der erbärmlich armen Welt, direkt oder indirekt auf der Seite der Subventionsempfänger wiederfindet – wobei, wenn man mal ehrlich ist, viele Formen von „Gehalt“ eine Subvention darstellen. Aber für diese Subventionen, für die man wenigstens noch Arbeitsleistung bekommen würde, ist ja kein Geld mehr da.

Wozu sollte man das auch bezahlen, wenn man die Arbeit umsonst bekommt und bei Widerstand Existenzen zu Not per Knopfdruck ins Land der Hungersnöte und Kältetoten schicken kann, während man selber die Taschen aus gleicher Quelle wohl gefüllt bekommt, damit es auch fürs Edeldüftchen reicht.

Da macht es sich gut, das man laut über 60 Milliarden klagt, die uns Hungertote in Innenstädten ersparen, während man 165 Milliarden, die sinnlos verplempert werden um Lumpen ein Luxusleben zu ermöglichen, gerne charmant übersieht.

Da wird mir schnell klar, wie die Zukunft aussieht: blutrot. Wenn wir Glück haben, nur politisch. Wenn wir Pech haben, auch real auf der Straße.

Hörgerät ausschalten und Hirn einschalten

Deutschland findet sich auf Platz 13 bei der Beurteilung von Kinderfreundlichkeit in Europa wieder!

Einfach mal das Hörgerät ausschalten und das Hirn einschalten

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung, eine geplante generelle Zulassung von Kindertageseinrichtungen in Wohngebieten festzuschreiben, ist eine der wenigen guten geplanten Gesetzen von Schwarz-Gelb. Es soll verhindern, dass Kindertagesstätten schließen müssen und aus Wohngebieten verschwinden. Der Hintergrund sind Klagen gegen Kindereinrichtungen in ausschließlichen Wohngebieten und der damit verbundene „Lärm“.

Das wiederum findet die CDU-Seniorenorganisation und deren stellvertretender Bundesvorsitzender Leonhard Kuckart nun gar nicht akzeptabel, nein einige dieser senilen Sparte der CDU/CSU finden das geplante Gesetz für verfassungswidrig. Schlimmer als das –  die Verfassungswidrigkeit von Gesetzen hat die CDU ja noch nie gestört:
Man fürchte sogar, das dies den Zusammenhalt der Generationen gefährden könne!

Einen Dauerpegel von 90 Dezibel, wie er häufig in Kitas anzutreffen ist, bleibe „eine unzumutbare Lärmbelästigung“, so Kuckart, der auch Bundes-Vize der CDU-Seniorenorganisation ist. Dabei ist es „egal, ob die Quelle nun sympathisches Kindergeschrei ist oder das Hämmern eines Presslufthammers“.
(Hamburger Morgenpost)

Spielende Kinder mit einem Presslufthammer zu vergleichen zeigt, welche Wertschätzung diese CDU-Seniorenorganisation gegenüber Kindern hat. Diese CDU–Senioren würden es wohl begrüßen, wenn Kinder einen Maulkorb tragen und unbeweglich irgendwo in der Ecke sitzen, um ja nicht die Senioren der CDU beim lesen der Rentner-Bravo (Apotheken-Umschau) zu stören. Oder ist es nur der Neid, daß sich die Kinder noch ohne Rückenschmerzen bewegen können und ihre Zukunft noch vor sich haben?

Natürlich reagiert der Deutsche Kinderschutzbund empört. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, dass solche Äußerungen die Folge einer kindentwöhnten Gesellschaft seien. „Vor 50 Jahren wäre so etwas nicht vorgekommen“, sagte Hilgers, „jetzt werden die Kinder bei uns ausgegrenzt“.

Der Chef der Jungen Union in NRW, die Geistig (aber nicht körperlich) dem Kindergarten ansonsten immer noch sehr nah ist, geht selbstverständlich sofort auf Konfrontationskurs, auch um mal wieder in der Presse aufzutauchen:

„Wir fordern angesichts der demografischen Entwicklung mehr und nicht weniger Kinderlärm.“

Die Bravo und die Anitas der Jungen Union werden da schon mithelfen.

Zurück zum eigentlichen Thema.

Fakt ist:
Die Interessen der Kinder und Jugendlichen spielen in Deutschland noch immer eine Nebenrolle.
Die Bundesregierung, der Bundestag und der Bundesrat müssen nun endlich die Rechte der Kinder im Grundgesetz verankern. Auch auf die Gefahr hin, dass sich einige Senioren bei der nächsten Wahl daran erinnern könnten.

Frank Ullrich (Dresdner Sozialwacht), Regenbogenbieger

Schule und andere Grausamkeiten

Endlich mal eine Stimme die den Wahnsinn in unserern Schule aufzeigt. Gleich einer Legebatterie ähnelt dieses Schulsystem, auf grausame Art und Weise werden Kinderseelen vergiftet im Sinne der neoliberalen Ideologie. Es muss endlich ein Bewusstsein für diese täglichen Misshandlungen an Kinder geschaffen werden, denn nur so lassen sich die Missstände beseitigen. Der Beitrag: Schule der Zukunft, Befreiung unsere Kinder, ist solch einer, der Bewusstsein schafft. Ich möchte die Leser gerne einladen, sich auf die emotionale Reise dieses Artikels einzulassen.

Schulen der Zukunft: Die Befreiung unserer Kinder

Wir kommen neugierig und wissensdurstig auf diese Welt, voller Lust nach Erfahrung und Erforschung. Gleich nach unseren körperlichen Bedürfnissen scheint das geistige Bedürfnis zu lernen einer unserer stärksten Antriebe zu sein. Kinder fragen, forschen, untersuchen, verstehen, probieren und beobachten unablässig – zu lernen ist die natürliche Beschäftigung eines Kindes. Schon so mancher Erwachsener hat vor so viel Wissensdrang nach dem 4568sten „Warum?“ des Tages kapituliert. Wenn Lernen aber unsere Natur ist,wie kommt es dann, dass Schule für den Großteil der Menschen eine solche Qual ist?

Fortgesetzte Grausamkeit

Es ist eine Qual, weil unsere Schule mit Lernen wenig zu tun hat. Unser Schulsystem tut vor allem eines: Es lässt unsere Kinder geistig und emotional verkümmern. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass uns die ganze Grausamkeit dieses Vorganges schon gar nicht mehr ganz bewusst wird – es ist normal geworden. Äußert man solche Kritik an der Schule, erntet man oft beschwichtigende Kommentare (…mal nicht übertreiben..). Ich aber glaube, dass uns die ganze Tragweite des historischen Fehlers, den unser Schulsystem darstellt, erst ganz langsam wirklich klar wird.

Schule ist heute wie ein Feld mit zarten Pflanzenkeimen, dass von schweren Stiefeln niedergetrampelt wird. Es ist der Ort, wo uns die Neugier, die Lust auf das Leben, die Leidenschaft und tiefe Freude des Lebendigseins auf das gründlichst abtrainiert wird.

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