Kinder

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Die Zerstörung von Familie, Liebe, Gesellschaft durch die kannibalistische Wirtschaftsordnung

Dienstag, 3.10.2017. Eifel. Wir müssen mal über die Familie reden. Nein, keine Sorge: nicht über Ihre. Damit haben Sie genug zu tun. Wir müssen generell über Familie reden, zuerst mal … über die besondere Bedeutung von Familie für jede Form menschlicher Gemeinschaft. Nun werden zuerst die ´68er kommen und deklarieren, die Familie sei Keimzelle des Faschismus und gehöre zerschlagen. Sie berufen sich auf die Studien Fromms über den „autoritären Charakter“, der die Kleinfamilie als Brutstätte allen Übels definierte. Die Gleichung war einfach und beruft sich auch auf die Forschungen von Wilhelm Reich: ist die Kleinfamilie Brutstätte der Autoritätshörigkeit, so züchtet sie in einer Art Sado-Maso-Zirkus Personal für den autoritären Staat. Merken Sie, wie es von Anfang an schief läuft? Wie üblich bei Hypothesenketten können wir alle übrigen, anhängenden Hypothesen (also: Theorien, Schlussfolgerungen, Vermutungen) wenn die Kernhypothese nicht hundertprozentig stimmt. Finden sie ein paar glückliche, sexuell ausgeglichene Familien, dann … bricht der Hypothesenkomplex in sich zusammen. Und – kennen Sie welche?

Lassen wir diesen Aspekt also einfach mal beiseite. Wir können ihn weiter im Hinterkopf behalten, weil … die 68´er überhaupt nicht so doof waren, wie man ihnen immer vorwirft – wobei die Hauptvorwürfe ja gerade jene betreffen, die die Werte der ´68er verraten und sich beim Marsch durch die Intitutionen dick und dämlich gefressen haben, wobei sie alle Anforderungen an kritischer Selbstreflexion und sozialer Verantwortung, die an das Individuum zwecks Errichtung einer sozialen Gesellschaft gestellt wurden, getrost ignorierten und durch ein hemmungsloses „Mensch, was bin ich gut, so richtig supergut“ ersetzt haben, das „gut sein“ aber durch ihren Kontostand belegten. Ja – es war die Generation, die das Wort „verdienen“ kritiklos übernommen hatten, auf einmal war von „gutem Geld“ die Rede … als ob Geld an und für sich eine moralische Qualität erlangen kann. Gemeint war auch was anderes: gemeint war „viel Geld“ – ebenso wie mit „verdienen“ die Zuteilung von Versorgungsmasse nach Gutdünken der Geldherren analog zur Nützlichkeit für diese beschrieben wird … was sich aber nicht gut anhört und einem bei entsprechend viel Geld normalerweise schnell die kritische Frage auslösen sollte: „inwiefern schade ich durch meine eigene Nützlichkeit für die Geldherren eigentlich der demokratischen Zivilgesellschaft, von der sich diese ausschließlich nähren?“.

Bleiben wir bei dem Begriff Familie, der heute ja unterschiedlichste Formen annimmt – wir hatten ja gerade die „Ehe für alle“ als wahlentscheidendes Megathema durch. Ich möchte mich jenem Begriff der Familie  zuwenden, der … mit Kindern zu tun hat – eine ganz archaische Betrachtungsweise also, die in nichts anderem begründet ist, als das unser Nachwuchs so fürchtlich lebensuntüchtig ist. Kennen Sie noch Kinder? Schon mal eins gesehen, wenn es geboren wird? Es dauert zum Teil Jahre, bis die überhaupt mal laufen können – oder sprechen. Die ersten Jahre ihres Lebens brauchen die eine absolut geschützte Umgebung, undenkbar, sie mit zur Jagd zu nehmen, sie taugen lange Zeit noch nicht mal zum Beeren sammeln. So etwas belastet natürlich eine Beziehung besonders, weshalb … nun ja: die Natur die Liebe erfunden hat, jenes unabdingbare Element, das Beziehungen so gut zusammenhält, dass die kleinen Würmchen sich super geborgen fühlen. Ja – ich rede momentan nicht über die kleinbürgerliche Familie des 19. Jahrhunderts, sondern über den Steinzeitmenschen, der uns heute ja noch bei der Partnerwahl dominieren soll (siehe Spiegel)

„Das sind die Kriterien, nach denen man sich einen Partner auswählt. Die sind bereits in der Steinzeit entstanden, prägen uns aber bis heute. Damals fielen die körperliche Größe und der Status des Mannes praktisch zusammen: Ein großer, starker Mann hatte einen hohen Status in der Sippe, und Frauen, die sich einen solchen „überlegenen“ Mann angeln konnten, hatten bessere Chancen, ihre Kinder durchzubringen.“

Ja, ich weiß: das ist eine Schwachsinnstheorie – sie stammt eben von Menschen, die geistig und gedanklich auch heute wieder dem Steinzeitmenschen nahestehen und seine Werte teilen:

„Das Paarungsverhalten hat sich über Hunderttausende von Jahren genetisch eingebrannt. Auch heute noch wählen Frauen zum Beispiel gern großgewachsene Männer, obwohl das inzwischen ja gar nicht mehr notwendig ist.“

„Damit sind wir wieder beim archaischen Beuteschema, das heute auf anderen Ebenen fortwirkt. Insbesondere Frauen, die eine Familie gründen wollen, neigen immer noch dazu, einen Versorger zu suchen, sprich: einen Mann, der beruflich erfolgreicher ist und mehr Geld nach Hause bringt als sie.“

So jedenfalls die Ansicht von materialistisch geprägten Therapeuten, für die Menschen eher geistlose Maschinen sind: Männer Killermaschinen und Frauen Gebärmaschinen. Aber selbst wenn sie so wären: große Männer sind auch gute, schwerfällige Ziele, machen in Wäldern gern viel Krach, verscheuchen das Wild … und wären von allen Frauen des Stammes heiß begehrt, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass gerade dieser Mann mich bei der Aufzucht „meiner“ Kinder begleitet, als recht gering anzusetzen ist. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass wir über Stämme reden: hier wird eher der friedliche weise Mann Häuptling, weil er Gerechtigkeit repräsentiert, die Frieden schafft – und jener Frieden sichert und erhöht die Versorgungsleistung der Gemeinschaft ungemein. Wir denken an andere Rollen des Mannes – den Heiler, den Seher (als ersten Philosophen der Urzeit) und den Lehrer (der den Stamm für die nächsten Generationen sichert), den Geschichtenerzähler und merken: damit ein Stamm funktioniert, braucht es mehr als Körpergröße. Intelligenz, Humor, Verantwortungsgefühl – das hilft einem Stamm weiter: im Extremfall landet die Horde großer, von sich selbst überzeugter Männer nur aufgespießt in der gut versteckten Mammutgrube, die die kleinen Nachbarn für ganz andere Beute geschaffen haben.

Es ist die Philosophie der kapitalistischen – und kannibalistischen – Wirtschaftsordnung die uns hier begegnet und uns wieder in die Steinzeit zurückführen will, indem sie uns vormacht, wir müssten immer noch nach Marktwert denken und jener Marktwert bestimme uns. Marktwert? Lesen Sie mal – wir lassen die Männer jetzt mal in Ruhe – über den Marktwert von Frauen … das Netz ist voll davon. Nehmen wir mal ein Beispiel (siehe Focus):

„Wenn Frauen Ende 20, Anfang 30 sich langfristig binden möchten, stellen sie fest, dass die große Masse von Männern, aus der sie in ihren ersten Uni-Jahren wählen konnten, verschwunden ist. Die Chancen, in ihrem Milieu einen zukünftigen Ehemann zu finden, sind gering.“

Man kann sogar einen Marktwerttest machen (siehe Jolie). Andererseits gibt es eine sichere Faustregel für den Marktwert von Frauen (siehe Spiegel):

„Männer gewinnen an Persönlichkeit und Souveränität, manche auch an Macht und Geld. Das tun Frauen auch, aber niemand rechnet es ihnen als Vorteil an. Bei Frauen wird ein Minus vor die Jahre gesetzt. Jedes Jahr bedeutet einen Abzug in der Gesamtnote. Die männlichen Jahre dagegen lädt die Gesellschaft positiv auf.“

Es gibt auch mathematische Kurven, wie so etwas für Männer und Frauen aussieht (siehe mgtow) – wobei hier der sexuelle Marktwert ohne Berücksichtigung der Versorgerqualitäten errechnet wird, denn die sind aus marktwirtschaftlicher Sicht nicht zu unterschätzen (siehe Zeit):

„Der Heiratsmarkt bezahlt Frauen nach wie vor besser als der Arbeitsmarkt. Wenn der Mann sterben würde, bekäme die Frau mehr Geld durch eine Witwenrente als durch die eigene Altersrente.“

Reicht Ihnen das als Wahnsinn?

Mit Sicherheit kennen Sie diese Welt, sie wurde Ihnen nur noch nie so dargestellt: es ist die Welt der Sklavenmärkte, deren Denken uns inzwischen von einer breiten Front von Publikationen und Medien eingehämmert wird: „habe Deinen eigenen Marktwert im Blick, schlafe Dich hoch, erhöhe Deinen Marktwert durch Heirat und Unterhalt, bleibe „fit for live“, arbeite hart an Dir, um vermarktbar zu bleiben“. Der Unterschied zu früheren Sklavenstaaten ist nur: wir bringen uns selbst zum Markt, stellen uns selbst auf die Bühne und heischen nach Geboten.

Und die Kinder?

Nun – da gibt es schon Modelle, die Lösungen für Kinderarmut anbieten, vor allem kommen hier Konzepte von Linken und Grünen in Betracht: Quintessenz ist – das beste Mittel gegen Kinderarmut ist, dass beide Eltern einer geregelten Vollzeitarbeit nachgehen (siehe Bundestag), d.h. dass Sklavenmama und Sklavenpapa die bestmöglichsten Ergebnisse für sich auf dem Markt erzielen, während die Kindererziehung von anderen Sklaven übernommen wird.

Familie? Geborgenheit? Liebe?

Dinge, für die der Sklave nicht gemacht ist.  Die Erfahrung, dass man Eltern hat, die sich für einen aufopfern, größte Gefahr für Leib und Leben eingehen, um ihren Nachwuchs zu beschützen, macht der Sklave nicht – und es wird auch kaum einer unter den schlecht bezahlten Kindergärtnerinnen dazu bereit sein. Die folgende Grundschule wird durch die Notengebung schnell einen Einführungskurs in „Marktwert“ liefern, der dem kleinen Menschen schon gleich zu Beginn zeigt, dass man seinen Wert auf zwei Stellen hinter dem Komma berechnen kann. Ja – die Aufseher der Sklavenherren erzählen uns gerne von „Partnerwahl im Steinzeitreich“ … aber sie vergessen dabei, auch andere Umstände zu beschreiben, unter denen die „Primitiven“ leben (siehe Zeit):

„Wir glauben heute gern, dass wir so wenig arbeiten wie noch keine Generation vor uns in der Geschichte. Dieser Eindruck scheint zu stimmen, wenn man nur einige Jahrhunderte zurückblickt: Die industrielle Revolution, in der die Arbeitskraft zur Ware wurde, forderte den Arbeitern unmenschlich lange Arbeitszeiten von mehr als zwölf Stunden pro Tag ab, außer den Schlafpausen blieb nicht viel übrig. Auch Sklaven und leibeigene Bauern wurden von ihren Herren quasi als Arbeitsmaschinen gehalten.“

Sowas liest man ganz offen in den „Mainstreammedien“. Revolutionär, oder? Aber in einer Sklavengesellschaft ohne Bedeutung. Steinzeit – war anders:

„Ob australische Ureinwohner, Buschmänner in Botswana oder Indianer im Amazonasgebiet, die Forscher berichten, dass der Einzelne in diesen Gesellschaften mindestens an jedem zweiten Tag überhaupt nicht arbeitet.

Bildet man einen Tagesdurchschnitt, dann schwanken die Angaben zwischen zwei und sechs Stunden – und da ist die Hausarbeit schon mit drin.“

Inklusive Hausarbeit und Einkauf kommen Sie auf 12 Stunden am Tag, oder? Wo ist eigentlich die politische Partei, die die 20-Stunden-Woche fordert (inklusive Hausarbeit von 10 Stunden wöchentlich), die wir dringend bräuchten, um Familie und Liebe wieder zu beleben? Familie ist der Ort, wo Kinder zuerst Liebe erfahren können (wir reden hier aber nicht von der oben erwähnten Kleinfamilie, die schon ein Konstrukt der Sklavenherren war): die Liebe der Eltern zueinander, die Liebe der Großeltern zu ihren Kindern – und die Liebe zu ihnen selbst, den Kleinsten – eine Liebe, die bedingungslos ist und nicht vom Notendurchschnitt abhängt. Liebe … braucht aber Raum und Zeit, selbst die zwischen Frau und Mann. Gerne benutze ich das Bild des Feuers (man spricht ja auch gern vom „Feuer der Lieben“), jenes mächtigsten der Elemente – und gleichzeitig des Abhängigsten: ohne Aufmerksamkeit und Zuwendung erlischt es irgendwann, es braucht Holz in unterschiedlicher Stärke und eine geregelte Luftzufuhr, die sich an der Stärke der Flamme orientieren muss – sonst gelingt es nicht … und der „Marktwert“ hilft hier gar nicht.

Lauschen wir mal einem Dichter zu dem Thema (siehe Gedanken-Gedichte):

Wie ahnungslos der Mensch, der denkt,
die Liebe entspringe langem Beisammensein
und ununterbrochener Gemeinschaft!
Wahre Liebe ist die Tochter eines innigen
Verstehens, und kommt dieses Verständnis
nicht in einem Augenblick zustande,
wird es niemals erlangt –
nicht in einem Jahr,
nicht in einem ganzen Jahrhundert!

Merken Sie, wie fremd diese Worte des libanesisch-amerikanischen Dichters Khalil Gibran in diesem Jahrtausend sind – das wohl als das Finsterste in der Menschheitsgeschicht zu beschreiben ist, wo die Lieblosigkeit eine kannibalistische Weltordnung etabliert hat, die alles frißt: Baum, Tier, Mensch, sogar Wasser und Luft? Merken Sie, wie sich diese Worte von dem Denken jener Menschen unterscheiden, die Ihren Marktwert ausrechnen, damit Sie Ihre Marktchancen für den nächsten Lebensabschnittspartner ausrechnen können – inklusive der Einschätzung, wieviel Euro die Investition in „Dating“ angemessen ist?

Und dabei – ich hoffe, ich habe den Wilhelm Reich hier angemessen verstanden (Wilhelm Reich, Die Entdeckung des Orgons, die Funktion des Orgasmus, Kiwi, 10. Auflage 2014), wenn er gerade jenes „innige Verstehen“ des Dichters als natürliche Grundlage jenes „fallen lassens im Liebesakt“ ist, der allein erfüllte Sexualität garantiert … und Hand in Hand geht mit natürlicher Anständigkeit und der automatischen Ehrhaftigkeit (siehe Seite 143), die Grundlage all unserer Moralwerke und Gesetze ist, die wir heute nur noch als bloße Schablonen toter Regeln erleben.

Ja – dieses tiefe innige Verstehen läßt sich nicht herbeizwingen … es ist ein Geschenk der Welt an den Menschen. Um ihm zu begegnen, brauchen wir … Zeit, falls der Zufall es uns nicht gleich in der Nachbarschaft serviert. Um daraus Liebe wachsen zu lassen – wie man aus einem kleinen Apfelkern einen großen Baum züchtet, von dessen Früchten die nächste Generation leben kann – brauchen wir noch viel mehr Zeit, Zeit, die wir in der Steinzeit reichlich hatten. Es ist dieses tiefe, innige Verstehen, das aus einem „Lebensabschnittspartner“ (der kleine Spaß der Sklaven, geboren aus dem Gebot der ständigen Verfügbarkeit für den Sklavenmarkt) einen Lieblingsmenschen machen kann, versehen mit dem Wunsch, der Abschnitt möge nie zuende gehen … was dem natürlichen Wachstum von Kindern in einer Sphäre der Liebe und Geborgenheit sehr entgegenkommt … und Grundlage einer Gesellschaft sein kann, die Hass und Verurteilung durch Verstehen ersetzt, einer Gesellschaft, in der es kein Gut und Böse gibt, sondern nur ein „Sein“ … und die in Folge eines voll erfüllten Liebeslebens keinerlei Bedarf mehr an Kriminalität, Vergewaltigung, Mord und Ausbeutung hat.

Ein Traum?

Vielleicht. Doch überlebensfähiger als der Alptraum, in dem wir gerade leben, weshalb der Schritt zu Alternativen kein überflüssiger, „sozialromantischer“ Luxus ist, sondern überlebensnotwendig. Und die Frage nach der Liebe … was braucht ein Mensch mehr? Ja, sicher: Nahrung, Obdach, Wärme – ohne das funktioniert man nicht. Und da all das mit Staatsgewalt ans Geld gebunden ist, kommt Geld unnatürlicherweise mit als Faktor zu den überlebensnotwendigen Gütern – wobei es in der Natur keinen Wert an sich hat: essen Sie einfach mal ein paar Scheine, wenn sie Hunger haben, lutschen Sie sie aus, wenn sie durstig sind, schauen Sie, wie lange Sie sich mit hundert Tausend-Euro-Scheinen warm halten können – ich verspreche, Sie werden sehr enttäuscht sein. Und Liebe – kann man erst recht nicht kaufen, sie ist immer und überall ein Geschenk – das einen jenseits allen Marktwertes ereilen kann. Doch gelehrt wird anderes – aus gutem Grund (siehe Utopia)

„Ich behaupte, dass das in unserer Konsumgesellschaft so gewollt ist. Menschen, die nicht wissen, wer sie sein wollen, kann man alles aufschwatzen. „Was ist eigentlich die Würde? Was für ein Mensch will ich sein?“ Das sind Fragen, die passen nicht in eine Konsumgesellschaft. Dabei sind das Fragen, die man für sich persönlich beantworten muss, damit man einen Kompass im Leben hat. Sonst kann man ja jederzeit von jedem beliebigen Angebot aus der Bahn geworfen werden. Und da wir in einer Gesellschaft leben, in der so viele ihre Angebote loswerden wollen, hat die Konsumgesellschaft kein Interesse daran, dass sich immer mehr Menschen mit dieser Frage auseinandersetzen.“

Sehen wir Familie als das an, was durch das tiefe innige Verstehen gebildet wird, so verstehen wir, dass dies für Kinder sehr wichtig ist: sie lernen eher durch Anschauung als durch fromme Theorie.

Und was lernen sie heute?

Dass wir wieder in einer Welt des Fressens und Gefressen-Werdens leben. Wie in der Steinzeit. Nur ärmer halt: nun ist der Mensch Raub- und Beutetier gleichzeitig, aber die Gemeinschaften, die ihm – erhalten durch tiefstes innigstes Verstehen ihrer Mitglieder – zwischendurch mal Schutz und Geborgenheit gaben, gibt es nicht mehr … noch nicht mal als Familie, der kleinsten funktionalen Einheit der Gemeinschaft.

Und darum … steht dieser Artikel in der Rubrik Politik, weil Änderungen radikal an der Wurzel beginnen müssen. Halten Sie es doch mit dem Philosophen Gerd Achenbach (siehe Deutschlandfunkkultur):

„Soll ich mir etwa die Beziehungsabenteuer mit jeweils ausgetauschten Lebensabschnittspartnern als ‚Familie heute‘ aufschwatzen lassen?“

Kann man machen.

Muss man aber nicht.

Was sind denn auch diese Beziehungsabenteuer anders als kurzzeitige Geschäfte zwecks Bestätigung und Aufwertung des eigenen Marktwertes, von vorn herein zum Zerbrechen angelegt, da … das Herz bald merkt, dass da noch nicht mal ein Funke war, aus dem ein Feuer hätte entstehen können, dass tiefe, innerste Bedürfnisse nicht gestillt werden können, wo nur Berechnung ist? Das erklärt uns Scheidungsraten von bald 50 Prozent – und „Ehen“, die nach endgültiger Akzeptanz der Unerfülltheit als Folterknast weiterbestehen, in der die Teilnehmer jeweils den anderen für das eigene Versagen verantwortlich machen … und ihn so gut es geht dafür bestrafen.

Eine friedliche, glückliche Gesellschaft mit glücklichen Kindern erzeugt man so nicht.

Aber das sehen wir ja jeden Tag. Und könnten daraus lernen, dass der Moloch neoliberaler Kapitalismus uns bis ins tiefste innerste zu zerstören trachtet – und das in seinem Reich kein Glück ein Zuhause findet…und der ganze Planet eher zur Wüste wird.

 

 

Deutschland 2016: seine Kinder, seine Alten, seine Kranken.

Deutschland 2016: seine Kinder, seine Alten, seine Kranken.

Lieber Leser: was Sie hier nun sehen, ist ein Bein. Das Bein gehört einem Menschen, der sehr geliebt wird. Er arbeitet hart, körperlich, für wenig Geld. Es sieht nicht gut aus, dieses Bein – oder? Ich meine: gut sieht es schon aus – aber nicht gesund. Ist es auch nicht. Es ist unheilbar angegriffen: das passiert, wenn kranke Menschen arbeiten gehen. Wir haben natürlich eine gigantische Medizinindustrie, da stimme ich Ihnen zu – doch für dieses Bein … so schlimm es auch aussehen mag … gibt es keine Heilung mehr, schlimmer noch: noch nicht mal Linderung. Was geben wir aus pro Jahr für „Gesundheit“? 300 Milliarden Euro. 300 000 Millionen. Macht bei 80 Millionen Bürgern 3750 Euro pro Kopf – im Durchschnitt. Beamte zahlen gar nichts, viele andere haben sich auch schon ausgeklingt – wie bei der Rente. Gutverdiener versichern sich anders, weshalb wir die Zahlen pro Kopf noch ein wenig hochschrauben könnten – aber lassen wir das. Es reicht ja auch so.

Dieses Bein tut weh. Es behindert bei der Arbeit, sein Träger hat jedoch eine enorm hohe Arbeitsmoral – er arbeitet weiter. Wie Trümmerfrauen nach jedem Krieg. Was dem Bein Linderung verschafft, sind Massagen. Massagen sind billig, habe ich mir sagen lassen: 20-25 Euro pro Massage in einer seriösen Praxis. Sechs Stück davon darf der niedergelassene Arzt pro Quartal verordnen  – das hat die Bundesregierung so festgelegt (siehe geldsparen.de), 20 Euro Kosten trägt der Patient selber. Eine Linderung der Schmerzen, die dieses Bein verursacht, würde also pro Jahr 400 Euro kosten – knapp 10 Prozent von dem, was so eine Massage kostet. Würde man sein Budget selbst ausgeben können: es wäre Linderung genug da. Nicht jedoch für den Träger dieses Beines, er hat seine Massagen bekommen und muss jetzt zusehen, wie er noch zwei Monate und zehn Tage ohne Linderung der Schmerzen arbeiten geht – trotz der 300 Milliarden, die wir Jahr für Jahr ausgeben.

Wie muss sich so ein Mensch fühlen? Wertgeschätzt? Ernst genommen? Verantwortungsvoll versorgt?

Machen Sie sich nicht lächerlich. Wie soll man sich anders fühlen wie ein Verdurstender in einem Land, in dem sich die Menschen aus Spaß Wasserkübel über den Kopf schütten – was die ja wirklich machen, wenn auch in anderen Zusammenhängen. Und vergliche man das mit dem Geld, was unser krankes Land für „Gesundheit“ ausgibt: es wird immer ungeheuerlicher.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich zahle deutlich mehr als diesen Durchschnitt in die Kassen – und ich verbinde damit auch eine Forderung: ich zahle diese Beiträge nicht für teure Pharmakongresse in Übersee, sondern dafür, dass Menschen mit solchen Beinen nicht mehr arbeiten brauchen und maximale Entlastung bekommen – also Massagen jede Woche – was noch unter dem Durchschnittsbudget liegen würde. Und natürlich zahle ich solche Beiträge für teure Pharmakongresse in Übersee – allein die Barrechnung einer solchen Veranstaltung (also: die Rechnung für Alkoholkonsum an einem einzigen Abend an der Hotelbar) beträgt 15000 Euro: verschlingt also den Gesamtbetrag von vier Menschen, die dafür das ganze Jahr keine Behandlung mehr bekommen.

Einige Milliarden von dem Geld, das Sie für Gesundheit ausgeben, verprassen Pharmakonzerne, die sich damit von Prozessen freikaufen. Ja – es gibt reichlich dieser Prozesse (siehe Süddeutsche). Schlimmer als die Mafia soll dieser Industriezweig sein, der mit einem einzigen, durch getürkte Studien in den Markt gemogelten Medikament bis zu 120000 Menschen getötet hat. Kein Wunder, dass Konzerne bis zu drei Milliarden Dollar zahlen, um Prozessen zu entgehen. Dafür ist Geld da. Jeder einzelne Dollar oder Euro, der in den Händen der Pharmakonzerne ist, ist Beitragsgeld von Ihnen – damit helfen Sie, mehr Menschen zu töten als die Mafia – und das war nur ein einziges Medikament. Gibt ja viele davon. Kein Wunder, dass für so ein Bein keine Behandlungen mehr drin sind.

Es sind nicht nur die Konzerne, die das Geld verbraten. Es sind auch die Ärzte selbst, willige Helfer der Industrie, ohne die nicht ein einziges tödliches Medikament auf den Markt käme. Ja – diese Granaten können sie ja nicht kaufen, die werden Ihnen verordnet. 33 Milliarden Euro Honorar bekamen diese Handlanger der Industrie schon im Jahre 2010 (siehe Tagesspiegel), zwischen 2007 und 2011 stiegen die Arztvergütungen um 17 Prozent (siehe Spiegel), Klinikärzte in Deutschland verdienen mehr als ihre Kollegen in den USA (siehe Thieme) – und kosten damit nur halb soviel wie ein Pharmareferent samt seine noblen Ausstattung. Gut – wir wollen fair sein: Landärzte in der Eifel – also Leute, die richtig harte Arbeit vor Ort machen und täglich solche Beine sehen – gehen mit 275o Euro im Monat nach Hause – als Unternehmer mit eigener Praxis (siehe Aachener Nachrichten): wir wollen ja auch nicht zu Ärzteschelte aufrufen – die können ja auch nur verordnen, wofür sie die Pharmaindustrie bezahlt und was die Regierung und die Kassen erlauben. Offenbar erlaubt die Regierung manchen Ärzten – vor allen den Vertretern der Ärzteschaft – sehr viel … ohne die zu fragen, die die Party bezahlen: also – Sie.

Zu der Party gehören übrigens auch noch 70000 Tote im Jahr durch Ärztepfusch. Quellen dazu finden sie bei Volker Pispers, der das regelmäßig in seinen Programmen bringt. 70000 Tote im Jahr – zusätzlich zu den Toten durch Medikamente. Wie „ethisch“ ist eigentlich ein System, das Traumhonorare für Spitzenpositionen möglich macht, aber Millionen Tote in den letzten Jahren billigend in Kauf nimmt? Was denkt dieses System über den Besitzer des Beines, das wir oben sehen? Wollen Sie das wirklich wissen? In Brasilien – einem der übelsten Länder der Welt, was „Mord“ angeht, gibt es nur 5600o Tote im Jahr – nur, um mal eine Zahl zu nennen (siehe Taz)

Gut – Sie haben es so gewollt. Kommen wir zu Ärzten, Pharmaindustrie, der Regierung und … den Kindern, den schützenswertesten Wesen einer jeden Gesellschaft. Schauen Sie mal, was wir mit denen machen (siehe WDR):

Mehr als 50 Medikamentenversuche an Kindern wurden in deutschen Heimen in den 1950er bis 1970er Jahren durchgeführt. Dafür hat die Krefelder Pharmazeutin Sylvia Wagner Belege gefunden. Auch in Heimen in NRW hat es Testreihen gegeben – teils auf Anordnung der Politik.

Auf Anordnung der Politik? Das kann doch nicht sein? Doch – lauschen Sie weiter dem WDR

„In einem weiteren Heim – vermutlich ein Waisenheim in Düsseldorf – sind laut eines Fachartikels von 1954 mehr als 50 Kinder unter zwei Jahren mit einem Pockenimpfstoff behandelt worden. Im Anschluss führten Ärzte bei einigen der Kinder mehrfach schmerzhafte Knochenmarksuntersuchungen durch, um dabei festzustellen, dass das Knochenmark durch die Impfung geschädigt worden war.
Der Blick auf die Initiatoren dieses Versuches schockiert: Auftraggeber war das Bundesgesundheitsamt. „Materielle Unterstützung“ kam darüber hinaus vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Wiederaufbau des Landes NRW.“

Gut – das ist lange her. Aber es ist das gleiche politische System. Gab keine Revolution seitdem, keine Säuberungen – aber Ärzte und Juristengenerationen, die von den Tätern ausgebildet worden sind. Und war ja auch nicht nur in NRW so – auch der NDR hat da was herausgefunden (siehe NDR):

„Insgesamt hat sie bundesweit Belege für etwa 50 Versuchsreihen gefunden, die bis in die 70er-Jahre in deutschen Heimen durchgeführt wurden. Auf Grundlage dieser Ergebnisse hofft sie, Zugang zu weiteren Archiven zu bekommen.“

Ich hoffe, sie wissen, dass hochbezahlte Ärzte dort teure Medikamente der Pharmaindustrie ausprobiert haben – an völlig Hilflosen:

„Du bist festgehalten worden, Nase zugehalten, Tablette rein“, sagt Wagle. Die Wirkung der Tabletten? Er sei „nicht mehr Herr seiner Sinne“ gewesen und habe nicht gewusst, welcher Tag gerade war.

Dann kamen die viel gehassten ´68, ein neuer Wind wehte durch das Land und die Verbrecher zogen sich eine Weile zurück: man konnte ja nicht wissen, wie viel Sympathien diese Hippies noch im Lande bekamen, nachher hätte sich die politische Landschaft noch geändert und Staatsanwälte wären auf Jagd gegangen: nein, das wollte man nicht noch einmal erleben. Auch heute noch deckt man in Kinderheimen regelmäßig – entgegen dem Wunschdenken und der Heile-Welt-Propaganda der Regierungen – immer noch Ungeheuerlichkeiten auf, wie jüngst in Bayern (siehe Br). Umgang mit „Minderleistern“ hat bei uns eine gewissen Tradition.

Und Nachschub wird ja auch geliefert. 2014 wurden 40000 Kinder „in Obhut“ genommen – also: mit Staatsgewalt via Jugendamt den Eltern geklaut (siehe HAZ). 2015 – jetzt halten Sie sich fest – waren es 77645 (siehe statista): eine wahre Orgie des Kinderklaus. Eine Steigerung von fast 100 Prozent. Sicher – da waren auch unbegleitete Asylkinder dabei – aber nur 22255 (siehe https://de.statista.com/statistik/daten/studie/581541/umfrage/unbegleitete-minderjaehrige-asylbewerber-in-deutschland-nach-herkunftslaendern/), der Rest ist Futter für die milliardenschwere „Pflegeindustrie“, die aus Kindesentzug ein Bombengeschäft macht – und dafür sorgt, dass die alten Heime niemals leer werden.

Wie sind wir jetzt auf Kinder gekommen? Ach ja – Ärzte und Pharmaindustrie. Die Inobhutnahme von Kindern kostet Sie als Steuerzahler auch Milliarden im Jahr, und einige dieser Kinder  – darüber sprachen wir erst letztens – kommen ja direkt durch staatliche Kürzungen ins Heim. Ja – wenn die alleinerziehende Mutter (oder beide Elternteile) nicht richtig „spuren“ und ihnen als Arbeitslose das Existenzminimum entzogen wird, dann droht den Kindern – weil ja finanzielle Not herrscht – die Heimunterbringung. Ist ja sowieso ein riesiges Sozialexperiment, dieses Hartz IV: wie viel kann man eigentlich kürzen, ohne dass die verhungern – auch die Kinder. Weniger als 3 Euro am Tag müssen für ihre komplette Ernährung herhalten, die natürlich noch so gesund wie möglich sein soll. Es gibt vielleicht Eltern, die das schaffen. Genauso gut gibt es Eltern, die mit dieser Form von Notstandswirtschaft überfordert sind, weil sie in ihrem Erwerbsleben gelernt haben, wo sie sich überall anpassen müssen, um offiziell „dazu zu gehören“: Reitunterricht, Geige und Karate für die Kinder inklusive. Gut: an allen drei Ausbildungen beteiligt sich der Staat mit zehn Euro im Monat – diese unermessliche Gnade blendet heute noch alle Kritiker. Äh – nein, zusammen mit zehn Euro, an jeder Reitstunde also mit 3,30 Euro.

Ach – ich merke: ich schweife schon wieder ab: obwohl das ja mit Ihrem Geld zu tun hat: die Mangelernährung der Hartz-IV-Opfer wird sich früh in chronischen Krankheiten zeigen, die dann richtig teuer werden – das werden Sie an Ihren Beiträgen schon merken. Und jetzt tun Sie nicht so, als wären die Eltern in Schuld: es sind die Entscheidungen von Regierenden, die diese Verhältnisse künstlich produzieren, damit genug Geld für Arzthonorare und Bundestagsdiäten in Traumgrößen vorhanden ist.

Nun – stimmt: es ging um diese Arzneimitteltests. An Kindern. Geht ja nicht nur um Kinder: die Regierung plant da wieder was neues, ist ganz aktuell … und nicht aus der Urgeschichte der Bundesrepublik. Nun: die Zöglinge der alten Garde haben ja jetzt ihre Pöstchen geerbt, was sollte man da anderes erwarten, als dass die Forderung nach Experimenten an Hilflosen wieder auflebt – jetzt als Gesetzt über Arzneimitteltests an Demenzkranken (siehe http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/demenz-demenzkranke-duerfen-nicht-als-medizinische-versuchsobjekte-missbraucht-werden-1.3018372 ).

Ich kenne da so eine Demenzkranke.

Sie war in der Buchhaltung bei (xxx) in Hamburg, der alte Chef hat ihr sogar noch 12 Jahre nach ihrer Beschäftigung jedes Jahr zu Weihnachten einen ganzen Lachs geschenkt sowie feinste Lebkuchen usw…. nun hat sie Pflegstufe 3, sie haben damals in Veddel leben müssen neben der Raffinerie. Sie war nicht einen Tag krank …

das Heim ist ein sehr christliches, bis vor einem Jahr war es noch sehr gut , jetzt haben sie die Pflege ausgesourct und in eine Leiharbeitsfirma gegen, es arbeiten da nur noch Tschechen und Bulgaren die kaum ein Wort Deutsch sprechen, sind alle sehr lieb aber wenn man mal ne Anmerkung hat, nur Schulterzucken… tja so ist das in anderen Heimen auch langsam. Pflegekräfte beschweren sich, wegen zu wenig Geld u. zuviel Arbeit, so werden sie halt in Deutschland ausgetauscht gegen Menschen die auch unter dem Mindestlohn Arbeiten…

das Heim kostet jetzt bei Pflegstufe 3 340 Euro im Monat, Rente bekommt sie mit Witwenrente 1690 , ich wollte damals vor drei Jahren sie nach Thailand bringen, was meine Frau aber nicht wollte, dort würde eine 24 Stunden Betreung ca. 2000 Euro kosten, es wäre aber die Betreuenden Person 7 Tage 24 stunden anwesend u. schlafen entweder mit oder neben an mit im Zimmer..verstanden hat sie zur Zeit der schlimmen Demenz nichts mehr

Können Sie mir erklären, wieso Pflege für 12 Personen, die insgesamt 40008 Euro im Monat ausgeben und von EINER Mindestlohnkraft gepflegt werden (1360 Euro brutto im Monat), in Massenaltenhaltung enden muss? Nur zum Vergleich habe ich Ihnen mal große Luxusferienhäuser herausgesucht – auf Gran Canaria, wo es warm und trocken ist: dort zahlen Sie knapp 10000 Euro im Monat (siehe bellevue-Ferienhaus) – mit Pool. Wäre noch Geld für 11 weitere Pflegekräfte übrig – einen Koch und ein paar alternde Popstars plus Unterhaltung.

12 Leute in einem großen Raum  kann ich für weniger im Monat unterbringen –  keine 1000 Euro warm. Was kostet da eigentlich so viel?

Dabei geht es denen noch ganz gut: stundenlang im eigenen Kot liegen ist Alltag in deutschen Heimen (siehe http://www.huffingtonpost.de/2015/12/12/pflegenotstand-altenheime_n_8788804.html), die Menschen dort sehen sich den Tod herbei. Die so schlecht betreuten Menschen sterben dann auch gerne mal an Mangelpflege: Dekubitus kann Todesursache sein (siehe http://news.doccheck.com/de/19153/dekubitus-keinmal-pudern-und-fohnen-bitte/). Ja – das sieht unser Bein noch gut dagegen aus – gegen dem, was man in Altenheimen an kostengünstigem Siechtum so erleben kann.

Deutschland 2016.

Wissen Sie eigentlich, wann die geistige Grundlage für dieses Denken gelegt wurde, dass Betriebsgewinn vor Menschlichkeit setzte? Ich zitiere da mal was:

„So schwülstig und anachronisch die NS-Ideologie schien, so wenig war sie doch ein Hindernis für die Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Im Gegenteil. Die Bevölkerungspolitik, die an den Kriterien rationeller, ökonomischer und sozialer Umstrukturierung ausgerichtet war, stand nicht im Widerspruch zu dem üblichen Reden von der „Bereinigung der Volkstumsgrenzen im Osten“. Erst duch die Verbindung der Ideologie mit der Rationalität der modernen Wissenschaft wurdn aus vagen Programmpunkten realisierbare, konkrete Projekte. Kategieren wie „Rasse“, „Blut“ und „Boden“ füllten Sozialwissenschaftler, Ökonomen und Agrarfachleute allmählich mit neuem Inhalt. Vollwertige Deutsche zeichneten sich demnach nicht mehr primär durch bestimmte Äußerlichkeiten aus, sondern durch Leistungsfähigkeit und Anpassungsbereitschaft. Dahinter stand das Ideal der Zwei-Drittel-Gesellschaft mit hoher sozialer Mobilität. Die Leistungsfähigen sollten duch die alten Klassengrenzen nicht länger am Aufstieg gehindert werden, das „unbrauchbare Drittel“ dagegen ausgegrenzt werden. Diese Politik erweiterte den sozialpolitischen Spielraum durch Umverteilung – Diskriminierung und Enteignung von Minderheiten gereichten der Mehrheit zum Vorteil.“ (siehe Aly/Heim, Vordenker der Vernichtung, Fischer Taschenbuchverlag, 5. Auflage 2004, Seite 289). 

Ja – lesen Sie das ruhig nochmal. Leistungsfähigkeit und Anpassungsbereitschaft zeichneten den neuen Deutschen aus – selbst wenn er gar kein Deutscher war. Die NS-Ideologie war nur eine leere Hülle – die voller Begeisterung von der jungen „Elite“ mit Inhalt gefüllt wurde … und mit konkreten Vorschlägen zur Behandlung von Minderleistern. Und diese Elite – überlebte die Entnazifizierung, bekam bald wieder hohe Posten und Bundesverdienstkreutze.

Merken Sie nun, wieso dieses Bein da oben nicht behandelt, aber weiterhin maximal belastet wird – für wenig Geld im Monat? Wenn ich jetzt „Vernichtung durch Arbeit“ sage, wird es wieder Kritik geben, weil solche Begriffe für die Vergangenheit reserviert sind. Dumm nur, dass sie nicht dort bleiben, sondern wiederkehren, dumm nur, dass hinter den Worten der Geschichte Taten im Alltag stecken.

Vielleicht sollten wir mal einen jungen Syrer zu Wort kommen lassen – die werden ja aktuell als besonders wertvoll angesehen (siehe https://www.berlinjournal.biz/syrer-fragt-warum-werden-fluechtlinge-besser-behandelt-als-obdachlose/)

„Al Dumani: „Eine der täglichen Szenen in Berlin, die ich oft sehe: Obdachlose schlafen überall unter harten Bedingungen, draußen, in der Kälte. Als Flüchtling tut mir dies in der Seele weh. Denn Berlin bietet mir ein stabiles Leben – aber für diese Menschen, die doch angestammte Berliner sind, bedeutet Obdachlosigkeit nichts als Instabilität.

Ich habe mich immer gefragt, warum Flüchtlingen offenbar eine bessere Versorgung zukommt als Obdachlosen: Essen, Kleidung, Betten – warum bekommen das diese Leute nicht? Es gibt zwar viele Obdachlosenheime in Berlin mit viel Personal. Auf mich wirkt es trotzdem so, als lasse Berlin die Leute auf der Straße im Stich. Ist denn die Zahl dieser Menschen größer als die Zahl der Geflüchteten? Oder liegt ihr Problem woanders? Warum finden Flüchtlinge Wärme, und diese Menschen schlafen in der Kälte?““

Die Antwort liegt in den Plänen zur Bevölkerungsreform in den dreißiger Jahren – nicht entwickelt von fanatischen Nazis, sondern von rationalen Experten der Wissenschaft. Mir fällt da eine Definition ein, die mir sehr gefiel, weil sie der Wahrheit wohl sehr nahe kommt: „Faschismus ist die Dominanz von Betriebswirtschaft über Menschlichkeit“. Ich denke: so kurz kann man die Wurzel des Horrors beschreiben.

Und nun wissen Sie auch, was Sie dem jungen Syrer antworten können, der sich verwundert umschaut in einem Land, in dem Hunde besser als Menschen behandelt werden: ER … ist wieder da. Und das ist gar nicht lustig. So wenig lustig, wie mit so einem unbehandelten Bein herumlaufen zu müssen, weil man Menschen gerne zeigt, dass sie Ballastexistenzen sind, auf die man im Prinzip gut verzichten kann.

Was man daran ändern kann? Nun – wie wäre es, wenn die Versicherten selber entscheiden, wie ihr Geld verteilt wird? Soviel gebe ich für Arzthonorare, soviel für Schmerztherapie, soviel für Röngten – und das kann dann verteilt werden. Wir hätten ein ganz anderes Land – aber: wer will das schon. Nachher wollen die Deutschen auch noch über ihre Steuergelder selbst bestimmen – und über die Höhe der fetten Diäten.

Aber wieso auch über Änderungen nachdenken? Deutschland geht es gut – und wer anderer Meinung ist, ist rechtsoffen, Verschwörungstheoretiker, Spinner … und sonstwie unerwünscht.

(PS: der ansonsten kostenlose Service der Redaktion, „Links“ bequem einzurichten, war diesmal aus technischen Gründen nicht möglich – sie wurden alle automatisch gelöscht. Deshalb diesmal … einiges etwas unkomfortabel – aber dafür halt immer noch kostenlos).

Brief eines verharzten Deutschen an einen Flüchtlingsgast.

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Montag, 29.2.2016. Eifel. Lieber Gast – heute möchte ich Dir einen Brief schreiben. Ich nenne Dich Gast, weil einer Deiner Brüder das gerne so gesehen hätte, er stammte aus dem Iran und wurde gefragt, wie er denn sich selbst gerne bezeichnet sehen würde. Er meinte – nicht Flüchtling (weil es sich wie Schädling anhört) oder Refugee (das ist Schädling in ausländisch), sondern: Gast. Ein seltsamer Moment, wie ich meine: mir fiel dort auf, dass auch die, die hemmungslos Gäste willkommen heißen, lieber über die Gäste reden als mit ihnen – selbst wenn sie welche in ihre eigenen Wohnung aufgenommen haben.

Ach ja, lieber Gast: ein herzliches Willkommen erstmal. Ein herzliches Willkommen meinerseits von denen, die sich noch ein Herz bewahrt haben und es wirklich so meinen: den Armen in diesem Land. Ja – es gibt Arme in diesem Land. Das hat man Dir nicht erzählt, oder? Nein: sie sind nicht so arm wie Eure Armen im Sudan, im Tschad oder im Irak – jedenfalls, wenn man nur auf die materielle Versorgung schautund die Wertschätzung  durch ihre Umwelt nicht berücksichtigt. Viele von ihnen haben sogar ein Dach über dem Kopf, fließend warmes Wasser in der Wohnung und gelegentlich sogar warm im Winter … nur: den Standard, den man braucht, um gesellschaftlich anerkannt und integriert zu werden, den erreichen sie nie. Sie können keine Geschenke machen, keine Partys geben, nicht zum Essen mitkommen, weder Theater noch Kino oder Oper können Sie mit uns besuchen – zumal sie staatlicherseits Hausarrest haben und erst recht nicht weit reisen dürfen. Sie müssen immer telefonisch erreichbar sein und wenn sie nicht gehorchen, nimmt Frau Merkel ihnen alles weg. Alles – sogar die Kinder.

Sieh mal: wir haben über eine Million Gäste im letzten Jahr empfangen müssen – und ich sage extra: müssen. Das war ein großer Fehler der Regierung – oder aber finstere Absicht, aber darauf komme ich gleich zu sprechen. Viele Gäste stehen den ganzen Tag vor dem Lageso, bei jedem Wetter – auch im Winter. Weißt Du eigentlich, wie viele Deutsche hier ähnlich leben? Wir haben 350000 Odachlose im Land – bald sollen es – Euren Bedarf nicht dazu gerechnet – 500 000 werden. Manche erfrieren sogar mitten in der Hauptstadt, auf dem Kudamm, dort, wie die reichen Deutschen Kaffee trinken. Deine deutschen Brüder und Schwestern wissen das, denn es ist ein Schickals, dass hier vielen droht. Das überrascht Dich jetzt?

Nun – davon erzählen wir auch nicht gerne im Ausland … jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit. Den Regierungen erzählen wir es schon gerne – und die hören dort auch gerne zu, denn seit dem hart gegen Arbeitslose vorgegangen wird, sie zum Volksfeind Nummer Eins erklärt worden sind, der den ganzen Wohlstand in Gefahr bringt, ist Ruhe im Land: keine Demonstrationen mehr, keine Gewerkschaften, keine alternativen Experimente – jeder Deutsche, der von der Wirtschaft keinen Chef bekommt, bekommt einen vom Staat, der ihm genauestens auf die Finger guckt – oft auch durch überfallartige Hausbesuche, bei denen die Wohnung gründlich inspiziert wird – auch das Schlafzimmer der Ehefrau.

Man munkelt davon, dass tausende Deutsche sich schon umgebracht haben, um dieser Schmach zu entgehen – doch Genaues weiß man da nicht, die Regierung zählt diese Toten nicht und alle anderen können nur schätzen.

Zurück zu den Obdachlosen. Das sind keine armen, faulen Menschen, erst recht keine Staatsfeinde: es sind Menschen wie Du und Ich. Im Unterschied zu Dir haben sie aber kein Zeltlager, wo viele Freiwillige darauf warten, das Leid zu lindern: es sind Parias, Ausgestoßene, die man sonst nur aus der alten indischen Klassengesellschaft kennt. Kein Arzt kümmert sich um sie, niemand heißt sie willkommen, niemand denkt daran, für sie neue Häuser zu bauen. Was sie falsch gemacht haben, um so arm zu enden? Nun – manche haben einfach den falschen Anlageberater gehabt. Oder eine hinterlistige Frau. Manche haben sich überarbeitet und verloren die Kontrolle, manche wurden von ihren Drogen kontrolliert, die sie brauchten, um überdurchschnittlich viele Arbeit zu leisten. Manche sind einfach nur schüchtern und können nicht so gut nach Hilfe rufen, manche sind krank. Du – ich hätte selbst einer werden können – nur ein glückliches Schicksal hat mich davor bewahrt, jetzt unter einer Brücke zu liegen, um wenigstens trocken zu bleiben.

Ja – ich habe mal sehr viel verdient – doch dann bin ich krank geworden. So krank, dass ich nicht mehr arbeiten konnte – jedenfalls konnte ich keine Arbeiten erledigen, an denen der Arbeitgeber und das Finanzamt noch super verdient. Dann kam der Tag, an dem die Miete für die Wohnung zu teuer wurde – und es hätte schnell geschehen können, dass eine Räumung nach Berliner Modell mir mein allerletztes Eigentum geraubt hätte. Kennst Du nicht: Räumung nach Berliner Modell? Nun – ursprünglich war das für Mietnomaden entwickelt worden, weil es da nichts Wertvolles gab, jetzt setzt man das aber auch gerne bei jenen Menschen ein, die gerade frisch arbeitslos geworden sind: die dürfen noch eine Tasche packen – und der restliche Inhalt der Wohnung gehört fortan dem Vermieter. Fortan gilt: ohne Wohnung kriegt man keine Arbeit – und ohne Arbeit keine Wohnung, ein Satz, den die Deutschen seit den fünfziger Jahren kennen.

Sowas stand nicht in den Werbebroschüren, die Euch Deutschland schmackhaft gemacht haben, oder? Man muss sich das mal vorstellen: Deutschland schafft es noch nicht einmal, 350000 Obdachlose zu versorgen, Millionen von Menschen im eigenen Land sind unter- bzw. mangelenährt, weil sie sich finanziell einfach kein gesundes Essen mehr leisten können – auch jene nicht, die ein ganzes Leben lang gearbeitet haben und nun mit Minirente langsam verhungern.

Weißt Du, warum ich Dir das erzähle? Nun – damit Du verstehst, warum gerade viele Deutsche völlig ausrasten. Du weißt was ich meine? Belagerte Busse mit Gästen, brennende Unterkünfte für Euch, Hassparolen an den Wänden – das kann man nur verstehen, wenn man weiß, in welchem Land diese Deutschen eigentlich leben. Gerade die im Osten sind besonders davon betroffen, denn die haben erlebt, was Dir noch bevorsteht: sie wurden aufs Herzlichste Willkommen geheißen, bekamen Geldgeschenke, blühende Landschaften wurden ihnen versprochen- und dann durften sie für die Gewinne ihrer westlichen Herren schuften, bis sie nutzlos geworden sind. Sie bekommen bis heute weniger Lohn als ihre Brüder und Schwestern im Westen, bis heute werden sie von der Unterhaltungskaste der Herren ausgegrenzt, belächelt, bespöttelt – und das wird auch Euer Schickal sein. Die im Osten haben 25 Jahre darauf gewartet, dass die versprochenen Reichtümer auch zu ihnen kommen – und dann merkten Sie, dass an Stelle der neuen Reichtümer … Ihr kamt. Und dass sie sich nicht darüber beschweren durften, weil sie Untermenschen waren, immer noch, nach einem Vierteljahrhundert. „Ossis“ halt.

Verstehst Du jetzt, warum sie so zornig sind? Und das gilt nicht nur für die aus dem Osten. Auch im Westen gibt es gibt es zig Millionen, für die die Unternehmen gar keinen Platz mehr haben – oder haben wollen. Es gibt nur wenige Familien in Deutschland, die richtig reich sind, Familiendynastien, von denen man offen sagt, dass sie Deutschland regieren (siehe Welt). Ein Prozent der deutschen Haushalte besitzen 33 Prozent des gesamten Vermögens, die reichsten 40000 davon 17 Prozent, die unteren fünfzig Prozent besitzen gerade mal 2,5 Prozent des Reichtums dieses Landes, mit dem wir weltweit protzen (siehe Spiegel): so etwas gibt es in keinem anderen Land Europas. Wir nennen uns zwar noch Demokratie, doch 60 Prozent der Deutschen glauben schon längst  nicht mehr daran, merken, dass „die Wirtschaft“ – also: die Reichen – dieses Land zu ihrem eigenen Spielball gemacht haben (siehe Handelsblatt). Wären wir noch eine Demokratie: diese Zahlen hätten für einen Aufstand der Anständigen sorgen müssen. Doch die Anständigen … sind arm und kämpfen im reichsten aller Länder Europas ums Überleben.

Lies doch einfach mal die Zeitungen in diesem Land – die alle Millionären gehören, die dort ihre Meinung lesen möchten. Aktuell hat der Vizekanzler vorgeschlagen, die armen Deutschen (immerhin mindestens fünfzig Prozent der Einwohner) auch mal in dem Umfang zu unterstützen, in denen Euch Unterstützung versprochen wurde, doch dieser Vorschlag wurde von der Kanzlerin und ihrem Finanzminister als „erbarmungswürdig“ abgelehnt (siehe Zeit): das war erneut ein „Stinkefinger“ des herrschenden Machtkartells zum eigenen Volk hin – das Volk durfte das schon häufiger erleben.

Siehst Du: wenn der Frau Merkel und ihren Freunden wirklich etwas an Euch gelegen wäre, dann hätte sie schon frühzeitig mit ihrem Volk reden können – sie wusste früh genug Bescheid, in welchem Umfang bald die Aufnahme von Gästen notwendig wurde (siehe Südddeutsche Zeitung). Man hätte tausenden Deiner Brüder und Schwestern viel Leid – und sogar den Tod – ersparen können, wenn man frühzeitig gehandelt hätte … doch das wollte man nicht. Noch heute betreibt man eine perverse Selektion: nur jene, die stark genug sind, die Reise zu überstehen, werden überhaupt wahr genommen – die vielen Millionen, die gar nicht mehr zur Reise fähig sind, interessieren niemanden.

Ich möchte Dir auch etwas erzählen über diese Kaste, die insgeheim die deutsche Demokratie unterwandert hat. Das stammt aus dem Jahre 1997 – ist also fast zwanzig Jahre alt:

„Die Entscheidungsträger unserer Zeit sind zu dem geworden, was Robert Reich „Symbolmanipulatoren“ oder, wenn man so will, „Symbolanalytiker“ nennt, die nicht (oder kaum) mit der alten Welt der „Arbeitgeber“ in Verbindung stehen. Was sollten sie mit all den so kostspieligen „Beschäftigten“ anfangen, für die Sozialvericherung gezahlt werden muss und die so unbeständig und hinderlich sind im Vergleich zu den klaren, stabilen Maschinen, die keinerlei sozialen Schutzes bedürfen, die von Natur aus dienstbar sind und außerdem wirtschaftlich und frei von zweifelhaften Gefühlen, aggressiven Klagen und gefährlichen Wünschen?“ (siehe:Viviane Forrester, Der Terror der Ökonomie, Paul Zsolnay Verlag, Wien 1997, Seite 35)

Dieses Land arbeitet seit Jahrzehnten an der Abschaffung des Menschen – wie die ganze westliche Welt. Wir stehen auf Grund der Aktivitäten der Symbolmanipulatoren kurz vor dem „Ende der Arbeitsgesellschaft“ (siehe Good Impact) – und trotzdem lügt man Euch die Hucke voll, ihr könntet Euch hier durch Arbeit integrieren. Es ist wie eine idiotische Religion des offenen Wahns, der niemand widersprechen darf, eine Religion, in deren Mitte ein blinder Idiotengott steht, der „Markt“, von dem man glaubt, er würde mit „unsichtbarer Hand“ Heil in die Welt bringen. Da der Markt aber schon längst in der Hand einer Hand voll Familien und deren dienstbeflissenen Dienern ist (wie auch der ganze Bundestag), macht der Markt nur noch die Reichen reicher – und dazu brauchen sie auch Euch.

Ja – ich muss Dir noch ein wenig erzählen über den Westen, den Du Dir als Zuflucht auserkoren hast – und ich denke da erstmal an Deine irakischen Brüder, von denen eine Million im völkerrechtswidrigen Krieg der USA umgekommen sind. An diesem Krieg wollten die Deutschen nicht teilnehmen – und überraschenderweise auch nicht die deutsche Regierung. Frau Merkel aber – jene Frau, die heute Kriegsflüchtlinge aus dem völlig destabilisierten Irak voller Freude aufnimmt – wollte gerne mit in den Krieg ziehen, flog persönlich in die USA, um dort ihre Ergebenheit kund zu tun – und ihre Begeisterung für jenen Krieg, der ein reiner, unbegründeter Angriffskrieg mit verheerenden Folgen für das irakische Volk war (siehe Spiegel). Wie gern hätte sie mitgemacht an dem Völkerschlachten, an der Verseuchung der Bevölkerung mit Uran-Munition, die heute noch Kinder mit unbeschreiblichen Verstümmelungen zur Welt kommen läßt – die niemand als „Refugees“ würde haben wollen.

Das ist Deine Gastgeberin, die heute all jene zornigen Mitbürger „Rassisten“ schimpfen läßt, die sich über ihre Politik beschweren. Weißt Du, wo es wirklich noch Rassismus gibt? In der führenden Weltmacht des Westens, den USA, wie man an der aktuellen Oskarverleihung sieht, die wieder einmal völlig ohne einen nicht-weißen Oskarnominierten von statten geht. Über diesen Rassismus beschwert sich niemand – obwohl er eine langjährige Tradition hat (siehe Spiegel):

„Warum protestieren wir jetzt? Warum bei diesen Oscars?“, fragte Rock. Immerhin sei es schon die 88. Verleihung. Diese ganze „keine Schwarzen“-Sache habe es schon mehr als 70-mal gegeben.

„Damals gab es aber keine Proteste“, so der 51-Jährige mit Verweis auf die Fünfziger- und Sechzigerjahre. „Wir Schwarzen waren damals damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden. Wenn deine Großmutter an einem Baum hängt“, dann sei es einem egal, welche Dokumentation einen Oscar gewinnt.

Das ist ein Einblick in den finsteren Charakter jener Weltmacht, die Eure Heimatländer verwüsten hilft – und der Merkel voller Ergebenheit dient. Was viele vergessen: diese Frau, die jetzt als „Mutter Theresa der Flüchtlinge“ gefeiert wird, gehört einer Partei an, deren Mitglieder eine deutliche Meinung zu „Zuwanderern“ haben: „Abschau, Gesindel, Ratten, Müll“ seid ihr (siehe CDU-Abgeordneter Landowsky in der Tagesschau). Das war 1997 – und galt jenen, die vor fünfzig Jahren nach Deutschland eingeladen worden sind und bis heute ungeliebt am Rande der Gesellschaft leben. Merkels Ziehvater Helmut Kohl wollte sogar die hier etablierten Türken wieder aus dem Land jagen – jedenfalls die Hälfte (siehe Tagesspiegel):

„Doch die Forderung „Türken raus“ gehörte vor 30 Jahren nicht nur zu den politischen Plänen von CDU und CSU, sie stieß auch auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Unter anderem mit dem Versprechen, die Zahl der Ausländer in Deutschland drastisch zu reduzieren, hatte Kohl zudem die Bundestagswahl im März 1983 gewonnen.“

Hat sich seitdem viel geändert? Es war auch die CDU, die in den sechziger Jahren für die Wirtschaft massiv in der Türkei um Einwanderer geworben hatte – zu jener Zeit, als die Deutschen noch geburtenstarke Jahrgänge in die Welt setzten. Der Grund war einfach: der Türke war – wie der Spanier, der Grieche, der Italiener – billig. Er zahlte hohe Mieten für Bruchbuden, arbeitete für kleines Geld: und genau das erwartet man von Euch. Der Deutsche … der soll nämlich einen Mindestlohn bekommen. 8,50 Euro  die Stunde – immer noch so wenig, dass man damit arm ist (nicht vergessen: hier ist ein Hochpreisland!), aber trotzdem viel mehr, als man Euch zahlen wird: 3,82 Euro die Stunde ist für Euch genug. Und wenn ihr dreißig Jahre fleißig für die Gewinne der deutschen Oligarchen gearbeitet habt, dann werdet ihr sehen, wie schnell ihr wieder Abschaum, Gesindel, Ratten, Müll sein werdet – ebenso wie eure deutschen Brüder, die nirgendwo mehr hinflüchten können und Fremde in der eigenen Heimat sind.

Das solltet ihr bedenken, wenn ihr hier ansiedeln wollt. Ihr seid im Land jener Menschen, die fähig waren, ihre eigenen Brüder und Schwestern, ja sogar ihre Eltern und Kinder in industriellen Vernichtungslagern zu vertilgen. Auch heute noch machen die vor keiner Grenze halt … die Dir vielleicht noch unantastbar vorkommt (siehe Netzfrauen):

„Es gibt Firmen, die abgetriebene Föten aufkaufen und gewinnbringend weiterverkaufen. Es ist ein lohnendes Geschäft und egal, ob nun im Bereich Organhandel, der Kosmetik- oder Pharmaindustrie, ja sogar in der Nahrungsmittelindustrie, abgetriebene menschliche Föten werden wie Rohstoffe gehandelt und dies sogar mithilfe von staatlich finanzierten Beratungsstellen.“

Wenn Du dazu mehr erfahren willst: lies das Buch „Gott spielen“ von Stefan Rehder (Pattlochverlag 2007), dort erfährst Du, dass allein in Spanien und Frankreich 400000 menschliche Embryonen als Rohstoff einer neuen, gewinnträchtigen Industrie lagern (Seite 83), einer Industrie, an der Deutschland kräftig mit verdienen will.

„Der Islam betrachtet die Kinder und das Vermögen als die größten Gaben Gottes und als Pracht und Schmuck des Diesseits“ (siehe IGSaarland) … während der Deutsche seine eigenen Kinder mit Klagen vor Gericht erfolgreich aus der Öffentlichkeit verbannt … sie sind ihm zu laut (siehe Focus).

Das ist nun ein anderes Bild von einem Land, ein Bild, dass Du erhältst, wenn Du länger hier lebst … und nicht mehr genug Gewinn abwirfst für Deine Herren. Ich denke, es ist nur fair, Dir offen zu sagen, wo Du hier gelandet bist.

Meinen Brüdern und Schwestern aus dem Osten habe ich das 1990 auch erzählt … sie wollten das nicht glauben, zu magisch und verführerisch war die kunterbunte Glitzerwelt der Medien. Heute zünden Sie Eure Heime an, weil sie Angst haben, dass die Regierung ihnen noch mehr wegnimmt, dass auch noch das Wenige, was sie haben, in Gefahr gerät (siehe Spiegel) und sie – wie bald 500 000 ihrer Mitbürger – den Winter frierend im Stadtpark verbringen müssen.

Und zu diesen 500000 werdet auch ihr gehören … wenn ihr nicht mehr genug Gewinn abwerft. Und dann dürft ihr selbst erleben, wie schnell man in der Öffentlichkeit vom  Leistungsträger zum Parasiten wird, an dem man seine Vernichtungsphantasien austoben darf. Und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wo ihr die Gewinnerwartungen nicht mehr erfüllt, wo ihr frecherweise Versicherungsleistungen einfordern müßt, für die ihr jahrzehntelang einen Großteil Eures Geldes investieren musstet – nun: ihr wisst, was ihr dann sein werdet:

Abschaum, Gesindel, Ratten, Müll.

So wie ich auch.

 

 

 

Brief eines Hartz IV-Kindes an Frau Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

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Freitag, 13.11.2015. Eifel. Liebe Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel, heute möchte ich Dir einen Brief schreiben, weil es meiner Mama ganz schlecht geht. Ich darf nicht sagen wie ich heiße und wo ich wohne, denn meine Mama würde das ganz sicher nicht gut finden. Ich darf auch nirgendwo erzählen, dass wir Hartz sind, weil Papa nicht mehr da ist: das sieht Mama nicht so gerne. Das braucht sie mir aber auch gar nicht zu sagen, denn ich weiß ja selber, wie die Menschen so komisch werden, wenn sie das hören. Der Daniel hat sogar mal gesagt, dass sein Papa meinte, solche wie mich sollte man in Lager sperren wie früher, aber der Daniel ist ja auch doof. Ich weiß auch nicht, was „solche wie ich“ sind, ich will doch nur sein wie alle anderen auch. Aber deshalb schreibe ich Dir ja auch, liebe Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Weißt Du – ich bin ja nicht dumm. Das sagen auch die Ärzte. Meine Lehrerin hat meine Mama mal zu Ärzten geschickt, weil ich so „komisch“ bin, die haben dann getestet, wie klug ich bin: ich habe einen „IQ“ von 150 für rechnen – und da haben die Recht: rechnen kann ich wirklich gut. Ich glaube auch nicht, dass ich komisch bin, wir haben nur nicht soviel Geld wie die anderen. Ich kann nicht jeden Tag wie die anderen was am Kiosk kaufen, da kostet eine kleine Flasche Limonde zwei Euro, aber meine Mama darf für mich am Tag nur 3 Euro ausgeben. Sie hat mal gesagt, dass Du für einen der Hunde bei der Polizei 6 Euro pro Tag ausgibst, damit es dem gut geht und er gesunde Sachen essen kann. Liebe Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel: ich würde auch gerne so gesunde Sachen essen, nicht immer nur Nudeln mit Tomatensauce. Gut, die esse ich sehr gerne, aber ich esse auch gerne Äpfel, Zitronen, Apfelsinen. Ich will auch schon gar kein Eis mehr und keine Schokolade. Eine Kugel Eis kostet bei uns im Dorf einen Euro, wenn ich zwei Kugeln nehme, dann wird Mama wieder ganz traurig.

Das erste Schuljahr war ich auch noch nicht „komisch“, die Eltern waren nett zu mir, die haben mir sogar einen ganzen Sack Schuhe geschenkt, weil meine so alt aussahen. Ich fand das ganz toll, aber meine Mama nicht, weiß auch nicht, warum. Vielleicht, weil das alle gesehen haben. Sie fand das auch nicht toll, dass sie in dem Geschäft, wo sie die Sachen für uns immer so billig kauft, weil die andere schon mal an hatten, eine Hose bekommen hat, die von Lea aus meiner Klasse war; die Lea hat ganz fürchterlich laut gelacht, als sie das gesehen hat. Seitdem spielt sie auch nicht mehr mit mir. Ich hatte auch Freunde in der ersten Klasse: die Lara, den Michael, die Klara, den Mustafa, den Sebastian; bei denen war ich auch zum Geburtstag eingeladen. Das war immer toll, wir waren im Kino, im Schwimmbad, im Spieleparadies in der Nachbarstadt; aber als wir dann bei uns Geburtstag gefeiert haben, waren die anderen Kinder nicht so glücklich; dabei hat sich meine Mama so eine Mühe gegeben. Die anderen Kinder wollten bei uns Playstation und X-Box-Spiele spielen, hatten extra Spiele mitgebracht. Das macht auch viel Spaß, weil man da zusammen spielen kann, aber wir haben sowas nicht. Seitdem gehe ich zu keinen Geburtstagen mehr, ich will da auch gar nicht mehr hin. Ich weiß jetzt, dass wir nicht so viel Geld haben wie die anderen und da will ich nicht, dass meine Mama Geld für Geschenke ausgibt oder große Partys, weil ich weiß, dass sie dann abends wieder leise weint.

Ja, das macht sie immer öfter. Sie denkt, ich schlafe dann schon, aber ich musste einmal noch aufs Klo, da habe ich sie gesehen. Sie saß über ganz vielen Papieren und war am weinen, hat auch leise geflüstert, dass sie das alles nicht mehr schafft. Deshalb helfe ich ihr wo ich kann und finde auch alle anderen Kinder doof. Das ist auch viel besser, allein zu sein, da braucht man kein Handy. Die anderen haben alle eins, dass hat einen großen Bildschirm, die schicken sich immer Fotos darüber, was sie gerade machen, verabreden sich zum spielen und erzählen sich Witze. Ich habe auch ein Handy, aber das kann nicht so viel wie die anderen. Meine Mama hat es mir mitgegeben, damit ich sie anrufen kann, wenn mal der Bus nicht kommt oder mich die anderen Kinder nicht in den Bus lassen. Ich habe es in der Pause mal den anderen Kindern gezeigt, die haben alle gelacht.

Ich würde gerne mit den anderen Kindern ins Kino gehen. Ich liebe Kino, weißt Du, vor allem die Minions und die Schlümpfe. Das sind so kleine gelbe und blaue Kobolde, die viele Abenteuer erleben und gar kein Geld brauchen aber immer viel lachen. Aber Kino kostet 9 Euro, der Bus 8 Euro, Popcorn und Cola 8 Euro – und da meine Mama auch mit muss, weil ich noch zu klein bin, kostet das noch mal neun Euro. Das ist ganz viel Geld, davon muss ich zwei Wochen essen. Darum sage ich meiner Mama, dass ich gar kein Kino mag. Und keine Geburtstage.

Lehrer mag ich auch nicht mehr. Die Frau Kruse zum Beispiel, die ist mal richtig wütend geworden, weil wir Bleistifte und Hefte kaufen sollten und wir keine „Markenware“ gekauft haben, was ich hatte, „taugt nichts“, hatte sie gesagt. Meine Mama meint: früher gab es noch andere Lehrer, die ihr beigebracht haben, dass man keine Vorurteile haben soll und das „Statussymbole“ wie Markenware, teure Autos und teure Handys nur was für Menschen sind, die sich im Innern ganz arm und klein fühlen und auch so sind. Heute passen Lehrer auf, dass alle ganz viel Geld ausgeben und diese Markenware kaufen, dabei wird das alles von den selben Kindern in Asien gemacht. Das weiß ich, ich bin ja nicht dumm. Frau Kruse hat auch eine Freundin, die habe ich mal im Schwimmbad getroffen. Ich bin früher gerne schwimmen gegangen. Schwimmen kostet 2,5o Euro am Tag, aber dafür esse ich gerne weniger. Ich mache das jetzt nicht mehr gerne, weil da die anderen Kinder sind und ich „Hartz“ bin, die können sich immer noch Eis kaufen und Limonade und das möchte ich nicht mehr. Da habe ich mal Frau Kruse und ihre Freundin getroffen, die ist Lehrerin an einer anderen Schule und hat der Frau Kruse gesagt, dass sie froh ist, dass sie keine Hartz-Kinder in der Klasse hat. Frau Kruse hat nur geseufzt.

Meine Mama möchte nicht, dass die Schule weiß, dass ich ein Hartz-Kind bin, aber wir machen eine Klassenfahrt im nächsten Jahr und Frau Kruse wollte, dass sie sofort 150 Euro überweist, damit sie die Reise anzahlen kann. Wir fahren nach Kroatien und ich habe jetzt schon ganz viel Angst davor, weil die Schule jetzt weiß, dass ich Hartz bin: meine Mama musste da Anträge stellen, damit das Amt die Kosten bezahlt. Sie konnte Frau Kruse auch das Geld nicht sofort geben, da war Frau Kruse richtig sauer und hat gesagt, dass sie doch kein Sozialamt sei und alles vorstrecken könne. Dabei ist meine Mama immer traurig, wenn die Schule kommt und Geld will: ich muss Geld für Fotokopien bezahlen, Geld für den Haushaltsunterricht, für Schulbücher, für Sachen für Kunst, für Partys, für Ausflüge, für Wichtelgeschenke und auch manchmal für den Geburtstag von Frau Kruse, wenn die ganze Klasse ihr ein Geschenk machen möchte. Der Mann von Frau Kruse ist Arzt, deshalb mögen viele die Frau Kruse so gerne. Ich mag sie gar nicht. Frau Kruse hat auch meiner Mama gesagt, dass ich zum Arzt muss, weil mit mir was nicht stimmt. Wir waren auch da, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die war ganz weit weg. Da waren ganz nette Leute, die haben viel mit mir gespielt. Da waren auch viele andere Kinder, die so waren wie ich. Die waren viel netter als die in meiner Klasse. Ich durfte da leider nicht bleiben, weil ich nichts hatte, was Frau Kruse sehr ärgern wird, dass weiß ich. Ich weiß, dass sie mich lieber nicht in ihrer Klasse hätte, damit ihre Klasse auch hartzfrei wird wie die Klasse ihrer Freundin.

Meine Mama wollte auch nicht, dass ich weiß, dass wir Hartz sind, aber ich bin ja nicht dumm. Zuerst habe ich das von den anderen Kindern in meiner Klasse erfahren, weil alle Hartz sind, die arm sind und keins dieser dicken großen Autos haben und lieber mit dem Bus fahren. Meine Mama möchte auch nicht, dass ich lüge, darum lügt sie auch selber nicht und als ich sie gefragt habe, hat sie es mir gesagt. „Hartz“ kriegen Menschen, die keine Arbeit mehr kriegen, weil sie krank sind, Kinder haben oder zu alt sind, dass andere Menschen sie noch haben wollen. Meine Mama ist schon ein bischen krank, dass weiß ich, auch wenn sie es nicht erzählt, sie hat auch Kinder und alt ist sie auch. Sie hat auch studiert, hat in anderen Ländern gearbeitet bevor ich kam, aber dann ist sie zu Hause geblieben, um auf mich aufzupassen.

Ich bin ganz stolz auf meine Mama, weil die ganz toll auf mich aufpasst und mich beschützt und mich ganz doll lieb hat. Sie liest mir jeden Abend Geschichten vor, gerade liest sie den Hobbit, eine Geschichte von einem kleinen Mann, der große Abenteuer erlebt mit Trollen, Riesen und Drachen, den gibt es auch als Film, aber den darf ich noch nicht sehen, weil ich zu klein bin. Ich darf auch nicht so viel Fernsehen, meine Mama hat das Fernsehen abgeschafft, weil da viele Menschen mir viele Dinge einreden wollen, die ich dann unbedingt kaufen möchte, obwohl ich sie gar nicht brauche: davor beschützt mich meine Mama auch. Aber Filme darf ich gucken, aber nur dann, wenn Mama sie billig kaufen kann. Ich muss dann immer ein Jahr warten, bis es so weit ist – und dann will keiner mehr mit mir über den Film reden, aber ich will die anderen ja auch nicht. Ich schaue gerne Filme, weil ich dann nicht mehr so viel denken muss. Ich schaue auch gerne Filme von anderen Ländern. Ich würde gerne auch mal in andere Länder reisen und sehen, wie die dort leben, ich würde auch gerne ihre Sprache lernen, aber wir machen nie Urlaub. Das ist immer superblöd, wenn wir nach den Ferien gefragt werden, was wir im Urlaub gemacht haben. Alle erzählen von Flugzeugen, großen Hotels und fernen Ländern, nur ich und Kevin nicht. Wir werden auch schon gar nicht mehr drangenommen, wenn wir von den Ferien erzählen.

Ich würde auch gerne ein Instrument lernen, Klavier wäre schön. Oder Geige. Doch da wo wir wohnen geht das nicht, das würde die Nachbarn stören, die Wände sind hier sehr dünn. Meine Mama schläft im Wohnzimmer, sie hat kein eigenes Zimmer, ihres hat sie mir gegeben, als ich größer wurde, damit ich ein eigenes Zimmer habe. Das Wohnzimmer geht nach vorne ´raus, zur Straße, dass ist immer sehr laut, meins ist da leiser. Meine Mama meint, das wäre besser für mich. Ich würde auch gerne tanzen gehen, Ballet wäre schön, doch meine Mama müßte mich immer dahin bringen. Ich kann umsonst mit dem Bus fahren, jedenfalls hier im Ort, aber meine Mama muss jedesmal 5,20 Euro zahlen. Ballet kostet 35 Euro im Monat, das habe ich im Internet nachgeschaut. Und dann muss man noch ganz besondere Sachen zum Anziehen haben, die auch teuer sind, deshalb will ich das gar nicht mehr. Ich will auch gar nicht mehr in den Zoo. 17,50 Euro kostet der Eintritt für meine Mama, 8,50 Euro für mich. Dann müssen wir noch den Bus bezahlen und das will ich nicht. Ich schaue mir die Tiere im Internet an, dass ist auch schön.

Bald müssen wir umziehen – und deshalb schreibe ich Dir, Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wir müssen jetzt mehr Miete bezahlen und weil wir Hartz sind dürfen wir nicht soviel Miete bezahlen. 6,50 Euro haben wir jetzt im Monat zuviel Miete. Ich habe Mama schon gesagt, dass ich auch noch weniger essen kann, ich habe doch so oft schon gar keinen Hunger mehr. Das Amt, zu dem Mama so oft hin muss und wo sie immer geschmipft wird, weil sie keine Arbeit hat, will jetzt, dass wir umziehen. Ich weiß, dass meine Mama da geschimpft wird, weil ich mal gehört habe, wie sie mit einer Nachbarin darüber gesprochen hat, die auch geschimpft wurde. Aber meine Mama will nicht umziehen, weil ich dann in eine andere Schule muss. Vielleicht wäre das ja gar nicht so schlecht, wenn ich in eine andere Schule käme, dann wäre Frau Kruse auch sicher froh, aber wir kriegen keine Wohnung, weil – wenn man Hartz ist, mögen einen die Leute nicht. Das weiß ich. Meine Mama hat jetzt ganz viel Angst. Sie ist schon mal bestraft worden, weil sie mich nicht aus der Schule nehmen wollte, da hat man ihr alles Geld weggenommen. Hätte Opa ihr nicht etwas Geld geschenkt, dann hätten wir gar keins mehr gehabt – aber erzähle das bitte nicht weiter, liebe Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel, meine Mama wird sonst wieder bestraft, wenn das Amt hört, dass wir Geld von anderen bekommen, wir dürfen kein Geld haben. Damals sollte sie arbeiten gehen, ganz weit weg in ein anders Bundesland, ein Hotel hatte für sechs Monate eine Aushilfe gebraucht, da hat meine Mama dann gesagt: nein, dass will ich nicht  und da ist sie dann bestraft worden und sie haben ihr ganz viel Geld weggenommen. Das weiß ich, weil es dann auch ganz viel Nudeln gab und ich nicht mehr schwimmen durfte.

Ich mache mir ganz viel Sorgen um meine Mama, weil die ganz oft einfach nur am Tisch sitzt und auf die Wand schaut, ihre Augen sind dann ganz leer. Oft hört sie mich auch gar nicht. Sie ist doch alles was ich habe. Wenn ich nur Geld hätte, dann würde ich ihr das geben, aber meinen fünf-Euro-Schein habe ich einem Obdachlosen gegeben, als wir einen Ausflug ins Museum gemacht haben. Der sah sehr arm aus und saß auf dem kalten Boden. Als sie noch geweint hat, war dass schon schlimm, aber jetzt kriege ich auch Angst um meine Mama. Wirklich, Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel, die will auch ganz viel arbeiten damit Du ganz viel Geld hast, die schreibt ganz viele von diesen Bewerbungen, aber die sind immer so teuer und wir haben doch nicht soviel Geld und es antwortet ihr auch keiner. Mein Papa und meine Mama haben auch früher ganz viele Steuern gezahlt, damit es Dir gut geht und Du nicht hungern musst, damit alle Deine Minister dicke Autos fahren, weit in den Urlaub fliegen und teure Schuhe aus Italien tragen können.

Ich will ja auch gar nicht mehr Geld von Dir, aber: könntest Du nicht dafür sorgen, dass die anderen nicht immer die Preise so hoch machen? Meine Mama kann das nicht mehr bezahlen, und alle machen immer alles teurer. Die Briefmarken, der Bus, das Schwimmbad, das Kino, der Zoo, die Butter, die Äpfel – alles kostet immer mehr. Auch der Strom für unsere Lampen kostet immer mehr, ich lese deshalb abends schon nicht mehr allein. Ich gehe auch nicht mehr so oft baden wie früher und liege oft im Bett, damit ich die Heizung kleiner stellen kann, damit das nicht soviel kostet. Wir sind auch wirklich keine bösen Menschen, die andere betrügen wollen oder Alkohol trinken und rauchen und ich will auch wirklich gar nicht alt werden, damit ich nicht soviel koste, nur so alt wie meine Mama, weil die sonst noch trauriger wird, wenn ich vor ihr sterbe. Warum dürfen die anderen das: alles immer teurer machen? Warum sagst Du denen nicht, dass sie mal alles billiger machen sollen, damit die Menschen nicht mehr so arm sind? Die brauchen dann doch auch gar nicht mehr soviel Geld. Und wenn die nicht mehr soviel Geld brauchen, dann hast Du doch auch mehr Geld für die Kinder, die jetzt aus so vielen Ländern zu uns kommen, weil ihr da für viel Geld Krieg gemacht habt. Ich fände, dass wäre eine gute Idee.

Liebe Grüße: Deine xxx.

 

 

Es könnten deine Kinder sein…

Deutsche Truppen im Irak? Ein Blick auf die nahe Zukunft.

Deutsche Truppen im Irak? Ein Blick auf die nahe Zukunft.

Dienstag, 18.6.2014. Eifel. Man hatte mich kürzlich gebeten, etwas mehr über Syrien und die Ukraine zu schreiben. Mache ich gern, aber:  ich muss erstmal die alten Sauereien aufarbeiten. Nur weil die Nachrichten lieber über Ballspiele als Kriegsspiele berichten heißt das nicht, dass letztere nicht immer deutlicher in Erscheinung treten. Ich weiß, dass es etwas wichtigeres als Fussball geben sollte, ist für die durschnittliche Bierbauchgrillzange schwer zu begreifen – aber da muss man sich dann halt mal Mühe geben: immerhin ist das hier nicht das Schlaraffenland (auch wenn es manchmal für kurze Zeit bei viel Geld zu erscheinen kann).

Die alte Sauerei, die jetzt hochkocht, ist die Sauerei im Irak. Irak – kennen Sie das noch? Ein Land, das zugunsten seiner Bevölkerung des Joch der Erdölindustrie abgeschüttelt hatte (siehe Wikipedia):

Am 1. Juni 1972 leitete er die Verstaatlichung westlicher Ölfirmen ein, die ein Ölmonopol im Irak hatten. Mit den Öleinnahmen entwickelte er das Land zu einer regionalen militärischen Großmacht. Die Einnahmen aus dem Ölverkauf sorgten aber auch für den Wohlstand breiterer Bevölkerungsschichten.

Wer war „er“? Nun – Saddam Hussein. Sorgte für den Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten. Gilt als „böse“ und wurde deshalb hingerichtet. Dabei half George W. Bush (jetzt Hobbymaler), in dem er die ganze Weltgemeinschaft bezüglich der Massenvernichtungswaffen belog.  Der war aber der „gute“ (was jetzt nicht an der Malerei lag, der hatte sich Adolf Hitler auch gewidmet). 500 000 tote Kinder infolge einiger Embargos, bis zu 650000 tote Zivilisten wurden billigend in Kauf genommen, um den „Bösen“ zu erledigen, damit der Bush wieder in Ruhe weitermalen konnte.

Die verzerrende Berichterstattung hält bis heute an, beeinflusst unser Denken, unser Urteilsvermögen und unsere Meinung. Ein Beispiel? Nochmal Wikipedia:

Bereits zur Zeit Saddam Husseins verließen viele Iraker das Land, Ende 2002 waren bereits ca. 400.000 Flüchtlinge weltweit registriert.

Der muss schlimm sein, dieser Saddam Hussein.

„Bereits zur Zeit Angela Merkels verließen viele Deutsche ihr Land, allein 2013 flohen 789.193“gleiche Fakten, andere Perspektive. (Daten siehe: Statista) „Fliehen“ ist hier das falsche Wort, meinen Sie? Schauen sie einfach mal genauer hin (siehe Statista):Knapp 30 Prozent der Fach- und Führungskräfte fliehen vor der miserablen Beschäftigungslage, andere Gründe sind: fehlende Toleranz, niedriger Lebensstandard, hohe Steuern, niedrige Lebensqualität. Da geht es nicht um ABENTEUER, da geht es um FLUCHT.

Zurück zum Irak. Wohlstand ist da heute Vergangenheit, die Koalition der Mordwilligen hat dort alles zerschlagen, was irgendwie von Wert war. „Böse“ war Saddam Hussein, aber bestraft wurden alle – auch Frauen, Alte und Kinder. So sind wir Demokraten inzwischen (obwohl ich nicht garantieren kann, dass das Wort „Demokrat“ hier den realen Sachverhalt wiedergibt). Dafür ist es eines der korruptesten Länder der Welt: an der Armut läßt sich trefflich verdienen, zudem ist die Infrastruktur vollständig zerstört (ich sagte ja: der Krieg wurde hauptsächlich gegen die Menschen geführt – nicht gegen den Diktator) – den Aufbau ordentlicher staatlicher Strukturen hat man aufgegeben.

Man ist einmarschiert, hat den ganzen Laden kurz und klein geschlagen, die Verwaltung eliminiert, eine Million Menschen getötet und dann ist man wieder abgezogen. Wikinger gingen so auch vor – manchmal einfach nur zum Spaß.

Nun geschieht dort etwas, was eigentlich jeder hätte erwarten können. Junge Leute greifen zu den Waffen. Ja – da gibt es überlebende Kinder, die einst auf der Straße standen: Mamas abgetrennten Arm in der Linken, Papas abgetrenntes Bein in der Rechten, Tränen in den Augen – am Himmel der Koalitionsbomber. Was meinen Sie, wie die 10-15 Jahre später drauf sind? Was meinen Sie, welche Lektion ihnen die Koalition der Willigen erteilt hat?

„Nimm Dir was Du willst, ohne Rücksicht auf Verluste“ – die Ethik der Räuberbanden. Das drapiert mit etwas religiösem Pathos (Täter sind immer gerne „gut“, das erleichtert den Massenmord – hier wie dort): fertig ist der Dschihad. Noch mehr Wikinger, die sich natürlich auch in Syrien ausbreiten, wo die „Koalition der Willigen“ – diesmal ohne großes Getöse – ebenfalls staatliche Strukturen durch Finanzierung von Räuberbanden („Rebellen“ – so nennt man „gute“ Räuber) zerstört bzw. geschwächt hat – und jeden Versuch der Armee, diese Banden in ihre Schranken zu weisen als Angriff auf die Demokratie wertet.

Die Beobachtungen im Irak sind irritierend – es ist die Rede von Verschwörungen (ja – im Ausland gibt es die scheinbar, hier nicht: hier leben „Demokraten“) – siehe Spiegel:

30.000 Soldaten der irakischen Armee haben in Mossul vor 800 Kämpfern der Isis kapituliert.

Eine Millionenstadt – eingenommen von 800 Kämpfern, die weiter auf dem Vormarsch sind. Sie sind auch enorm reich – finanziert durch Reiche. Neben Erdöl und Lösegeld bringt auch der Handel mit geraubten oder frisch ausgegrabenen Antiquitäten ein Vermögen ein … da wird auch manch westlicher Sammler sein Ego mit Stücken aus dem Weltkulturerbe aufpolieren.

Die Kämpfer folgen einem alten General aus Saddam´s Zeiten, heißt es (siehe Spiegel) – anders formuliert: einer Symbolfigur für den Reichtum breiter Bevölkerungsschichten.  Da wir im Westen nur noch geschliffenen Propagandamüll anstelle von nüchternen Informationen zugeworfen bekommen und dummerweise auch daran glauben, können wir – siehe Tagesschau – überhaupt nicht verstehen, was da vor sich geht:

In der Irak-Krise gibt es keine klaren Konfliktlinien – oft sind Feinde zugleich Verbündete, Fronten verschieben sich, neue Verbindungen werden geknüpft.

Es ist nur unser Denken, das dort keine klaren Konfliktlinien erkennt. Ändert man die Perspektive, erkennt man auch die Front: der Staat ist tot, ermordet von der Koalition der Willigen, die Ganoven kommen und übernehmen die Macht. Zerschlage ich den deutschen Staat, seine Armee, seine Polizei, seine Regierungsstrukturen, geschähe hier dasselbe: da die Macht aus den Läufen der Gewehre kommt, wäre hier die Mafia die letzte überlebende Großmacht, die unaufhaltsam vorstürmen würde. So ein Staat ist halt schnell zerschlagen … aber sehr schwer aufzubauen. Manchmal braucht man Jahrhunderte, bis er funktioniert, oftmals bedurfte es eines starken Königs, der die streitenden Banden erstmal im Zaum hält: UNO und NATO übernehmen diese „Königsrolle“ schon in vielen Ländern – was das für den Glauben an die Demokratie bedeutet, kann sich jeder selber denken.

Doch bleiben wir einen Moment stehen … und schauen uns die momentane Berichterstattung genauer an. Nur nicht hektisch werden … und auf Details achten. Der Spiegel legt gerade den Ball vors Tor:

Die Dschihadisten der sunnitischen Extremistengruppe veröffentlichen fast täglich grauenvolle Videos oder Fotos im Internet, auf denen sie nach eigenen Angaben irakische Soldaten, Zivilisten, Kleriker oder Polizisten hinrichten. Die Echtheit der Bilder ist schwer zu bestätigen, doch die Drohwirkung ist maximal.

Daraufhin unser Fachmann fürs Äußerste:

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) schloss eine militärische Beteiligung Deutschlands am Wochenende aus. „Ich kann mir keine Konstellation vorstellen, in der deutsche Soldaten dort zum Einsatz kommen“, sagte Steinmeier der „Welt am Sonntag“.

Wieso er dass dann sagt – und überhaupt dran denkt ist ein Geheimnis. Ich kann mir auch keine UFO-Invasion vorstellen und rede auch nicht darüber, weil sie völlig fremd ist. Darüber reden, das ich mir da keine Konstellationen vorstellen könnte, würde ich nur, wenn es denkbar, vorstellbar, theoretisch möglich wäre. Nun Steinmeier kann sich da auch fein zurückhalten, das alte Spiel läuft ja trotzdem gut: die Gräueltaten der „Bösen“ werden groß herausgestellt, die verzwickten Ursachen verschwiegen – das Gemüt eines normalen Menschen revoltiert ja schon von ganz alleine. Wie gut, dass wir unseren Bundespräsidenten haben, siehe Deutsche Welle:

Im Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben von Menschen sei es manchmal erforderlich, „auch zu den Waffen zu greifen“, sagte Gauck weiter. „So wie wir eine Polizei haben und nicht nur Richter und Lehrer, so brauchen wir international auch Kräfte, die Verbrechen oder Despoten, die gegen andere mörderisch vorgehen, stoppen.“

Teamspiel, wie beim Fussball. Einer spielt zu, ein anderer gibt die Vorlage, der Dritte versenkt den Ball: TOOOOR…..bzw. Krieg.

Der ist sogar alternativlos, wenn man heute Deutschlands Leitmedium im Detail studiert (klar: Spiegel):

Amerika vollzieht unter Obama einen historischen Kurswechsel in der Außenpolitik. Es will kein Weltpolizist mehr sein, legt sich Zurückhaltung auf. Das ist per se nicht schlecht. Man kann es gut verstehen, nach all den Toten im Irak.

Ist fast wie eine mathematische Gleichung: da herrscht bitterste Not, Frauen werden vergewaltigt, Priester hingerichtet, Öl wird an Fremde verkauft: da muss die Weltpolizei einschreiten. Tja – diese Konstellation konnte sich ein Steinmeier nicht vorstellen … aber was heißt das letztlich schon. Wenn das Volk im gerechten Zorn dem Präsidenten folgt, um die Horden des Bösen im Namen allerbester Werte zu vernichten („Kollateralschäden“ wie üblich inbegriffen): da wird dann aus „80 Millionen Deutschen ein Team“ (dieses Nationalgetöse hatte ich schon als Fussballwerbung im Briefkasten), welches alternativlos die Lücken des ehemaligen Weltpolizisten schließt: schon haben wir deutsche Truppen im Irak.

Ähnliches hatte Rom schon mit den Germanen gemacht: Hilfstruppen für das Imperium, um eigene Kräfte zu schonen. Medien und Bundespräsident marschieren schon mal in diese Richtung.

Ach, war die Zeit schön, als man noch die Kunst der Diplomatie dem Bombardement von Zivilisten vorzog. Herrliche Tage, als die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg noch nicht vergessen waren und man noch klar vor Augen hatte, das KRIEG DER FEIND DER MENSCHHEIT ist … und immer mehr Probleme schafft, als er zu lösen verspricht.

Sieht man jetzt im Irak: nach dem die Nato alle Sicherheit schaffenden Strukturen zerschlagen und unterhölt hat, übernimmt die Mafia die Macht.

Ach ja … jetzt lehnen Sie sich mal nicht zurück und denken sich: „gut, dass das alles so weit weg ist“.

Wenn die Soziopathen in der Hochfinanz, in Wirtschaft und Politik mit diesem Land und dieser EU fertig sind, die staatlichen Kassen komplett ausgeplündert und Polizei, Armee und Verwaltung nicht mehr bezahlbar sind, dann werden wir die gleichen Verhältnisse bekommen. Agressionen gegeneinander werden in unserer Gesellschaft schon genug gezüchtet … ich denke da nur an das Thema „Bundesliga“ bzw. „Gewalt im Fussball“.

Diese Entwicklung ist auch unaufhaltbar, sie liegt in unserem „Personalproblem“ begründet, das wir noch nichtmal ansatzweise verstanden haben – siehe Berner Zeitung:

Sie zeigen, worum es in ihrem Geschäft geht: möglichst viel für sich zu bekommen, ohne dass die anderen es merken. Ob das dann auch dem Unternehmen und den Angestellten zugute kommt, ist ihnen egal. Globalisierung und Konzentration kommen dieser Mentalität sehr entgegen, weil die Kontrolle fehlt, aber auch die Rücksichtnahme und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Narzisstisch gestörte Manager funktionieren so: Sie kommen, nehmen und gehen wieder, bevor ihre Schwindel auffliegen.

Besonders die grossen Unternehmen selektieren vorzugsweise Spitzenkader mit narzisstischen Charakteren.

Also … auch Kirchen, Parteien, Medien und Gewerkschaften? Der deutsche Bundestag? Die Regierung?

Und so sehen wir … das wir mit einem Blick in den Irak die Zukunft Syriens, der Ukraine und letztllich die Zukunft Europas gesehen haben.

Auftrag erfüllt.

 

 

 

 

CIA organisiert Massenmord und ethnische Säuberungen in Odessa?

CIA organisiert Massenmord und ethnische Säuberungen in Odessa?

Montag, 5.5.2014. Eifel. Ich weiß nicht, ob Sie es schon gemerkt haben: es dauert zuweilen ein bischen, bis das Ministerium für Wahrheit eine Sprachregelung gefunden hat. Die im Ausland gefangen genommen Soldaten (jetzt „Geiseln“ genannt, als hätte die irgendjemand absichtlich entführt, um damit was zu bezwecken, anstatt das sie dabei festgenommen worden sind, wie sie – fernab ihres Auftrages – eine umkämpfte Stadt besichtigen wollten … zusammen mit den Belagerern der Stadt) waren ja jetzt zuerst eine OSZE-Militärmission. Das hatte Claus Neukirch bestritten – immerhin Sprecher des Kriseninformationszentrums der OSZE (siehe FAZ).

Der Herr Gauweiler wird momentan von allen Parteien der großen Koalition dafür beschossen, das er Fragen gestellt hat, die man partout nicht hören will (siehe Spiegel):

Gauweiler betonte, die Aktivitäten von Bundeswehrsoldaten in Zivilkleidung in der Ostukraine seien nicht im deutschen Interesse. „Dass die Revolutionsregierung in Kiew, deren Legitimität man mit gutem Grund anzweifeln kann, Interesse hat, Soldaten der Bundeswehr in das Konfliktgebiet ‚einzuladen‘, verstehe ich schon. Ich verstehe aber nicht, dass es unser Interesse sein soll, uns in dieser plumpen Weise noch tiefer in den Konflikt hineinziehen zu lassen.“

Gauweiler forderte die Bundesregierung auf, Klarheit über den Einsatz der Bundeswehrsoldaten in der Ostukraine zu schaffen. „Wer hat zu dieser weiteren Mission deutsche Soldaten in die Ostukraine geschickt – zeitgleich und außerhalb der ausdrücklich als Zivilveranstaltung beschlossenen OSZE-Sondermission -, und wie soll das mit dem Wiener OSZE-Abkommen vereinbar sein?“

Was Herr Gauweiler nicht verstehen will, sind die hundert Signale, die Regierung und ihre inoffiziellen Pressestellen (wie Spiegel-online) unter das Volk streuen: die „Methode NSA“ ist angesagt: „Wir wollen nicht darüber sprechen, gebt Ruhe„. Man weiß auch, warum die nicht darüber sprechen wollen, denn: anstatt in Uniform ukrainische Truppen zu besichtigen, sind die ohne Uniform in ein Krisengebiet gefahren. Das man solche Leute eher als „Spione“ ansieht – wie es jene Oppositionellen getan haben, die den Trupp überraschend aufgegriffen hatten – sollte nicht verwundern, zumal es ja auch weitere, echte OSZE-Missionen gab, mit denen die Oppositionellen gute Kontakte hatten … und die die Jungs von der Bundeswehr letztlich auch herausholten.

In solchen Fällen – also, wenn die Regierung mal wieder über eine Geheimoperation gestolpert ist – kann man für einen Moment eine gewisse Sprachverwirrung aller Beteiligten feststellen und erhält alle möglichen Informationen, die alle nur ein Ziel haben: von dem realen Tatbestand abzulenken. So erfahren wir jetzt durch den Spiegel, dass die Mission gar nicht von dem deutschen Oberst angeführt wurde, sondern von dem dänischen Oberfeldwebel (siehe Spiegel).

Unverfroren behauptet dort auch ein SPD-Mann, die Ukraine hätte die Mission mit der OSZE in Wien beschlossen, der Link, der das beweisen soll, führt jedoch nur zu allen möglichen Artikeln über die Ukraine – schöner wäre es, wenn man genau erfahren hätte, wer wann was in Wien vereinbart hat und weshalb dann „Wien“ gerade Deutschland ausgesucht hat, die Mission zu führen, Deutschland – dessen Oberst jetzt von einem dänischen Feldwebel angeführt worden sein soll: entgegen aller Gewohnheiten auch noch in Zivil anstatt in Uniform.

Es sind aber nicht nur deutsche Soldaten im Rahmen seltsamer Missionen in der Ukraine unterwegs. Wir erfahren es nur nebenbei, in Nebensätzen, der der hektische Volljobzeitgenosse gar nicht mehr mitnehmen kann. Darf ich zitieren? Aus einem weiteren Spiegelartikel der vor russischen Spionen warnt (ein Witz angesichts des immer noch akuten NSA-Skandals):

Laut „Bild am Sonntag“ sind auch westliche Geheimdienste in der Krise aktiv. Der US-Geheimdienst CIA und die US-Bundespolizei FBI beraten demnach die ukrainische Übergangsregierung in Kiew. Die Spezialisten sollten helfen, die Rebellion im Osten des Landes zu beenden und eine funktionsfähige Sicherheitsstruktur aufzubauen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Die Agenten seien aber nicht direkt an den Kämpfen beteiligt, sondern nur in Kiew tätig. Die Aufgabe der FBI-Agenten bestehe etwa darin, bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Lande zu helfen.

„Eine Regierung, deren Legitimität man mit gutem Grund anzweifeln kann“ (Gauweiler, siehe oben), wird von CIA und FBI dabei unterstützt, dass zu bekämpfen, was die für „organisierte Kriminalität“ halten. Was machen die da eigentlich genau?

Was festzustellen ist: seit geraumer Zeit ist die Gangart härter geworden: die zweifelhafte ukrainische Regierung bekämpft die Opposition mit einer Gewalt, für die ein Janukowitsch international geächtet worden wäre. Er hatte nur (vergeblich) Polizeieinheiten zum Schutz des Parlamentes eingesetzt (was wir in Berlin auch täten, würde ein bewaffneter Mob dort das Parlament besetzen wollen), während die auch mit rechtsradikalen und neofaschistischen Elementen kooperierende Übergangsregierung Kampfhubschrauber und Kampfpanzer ins Gefecht wirft … und noch schlimmere Verbrechen gut heißt. Während man noch vor wenigen Wochen kaum wusste, ob überhaupt eine Armeeeinheit auf die Putschregierung hört, fahren nun Soldaten durchs Land und jagen die Opposition (die wir nach neuer Sprachregelung des Ministeriums für Wahrheit innerhalb Deutschlands nur noch „Putin´s Prorussen“ nennen dürfen) – mit zum Teil grauenhaften Folgen, siehe Spiegel:

Die Polizei sah tatenlos zu, als im südukrainischen Odessa ein Gewerkschaftshaus in Brand gesetzt wurde. Dutzende prorussische Aktivisten kamen ums Leben. Der Gouverneur lobt die Brandstifter: „Sie haben Terroristen neutralisiert.“

Über vierzig Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt – Entschuldigung – „neutralisiert“.

Wieso komme ich jetzt auf einmal auf den Gedanken, dass sich Wladimir Putin zurecht Sorgen über ethnische Säuberungen im Osten der Ukraine macht.

Das war kaltblütiger Mord.

Massenmord.

An Zivilisten.

Auch Frauen.

Lese ich diese Schlagzeile nicht in jenen Medien, die mit dem Ministerium für Wahheit eng zusammenarbeiten … dann schreibe ich sie eben selber.

Wenn nun CIA und FBI in der Ukraine aktiv sind, die Regierung beraten – darf man dann Fragen darüber stellen, was genau die dort machen und empfehlen?

Ich kann auf jeden Fall sagen, warum ich offen den Verdacht ausspreche, dass sie möglicherweise Massenmord und ethnische Säuberungen als Teil eines Einschüchterungsprogrammes fahren, dass einer sehr wackelingen und machtlosen Regierung zur Anerkennung im eigenen Land verhelfen soll, denn ich kenne die Methoden es CIA aus Pakistan. Die TAZ hat darüber berichtet:

Angriffe mit Drohnen sind nicht, wie von ihren Befürwortern behauptet, „sauber, präzise und gezielt“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung aller verfügbaren Daten über die seit 2004 vom US-Geheimdienst CIA in Pakistan durchgeführten Drohnenangriffe.

Laut einem jetzt vom Bureau of Investigative Journalism (BIJ) vorgelegten Bericht der 2009 gegründeten Journalisteninitiative ist die Gesamtzahl der Toten durch Drohnen 40 Prozent höher als bisher angenommen. Bei den mindestens 291 Drohnenangriffen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet seit 2004 starben laut BIJ 2.292 bis 2.863 Menschen. Mindestens 1.104 seien verletzt worden. 126 namentlich bekannte bewaffnete Islamistenführer seien dabei getötet worden wie auch mehrere hundert militante Islamisten.

Aber eben auch 385 bis 775 Zivilisten, darunter 164 Kinder.

Massenmord an unschuldigen Kindern? Im „Kampf gegen den Terror“ verursacht dieser Terror keine Probleme. Man kann sich vorstellen, welche Methoden sie den ukrainischen Sicherheitskräften bei der laufenden „Anit-Terror-Aktion“ vorschlagen. Man darf also auch Foltergefängnisse erwarten. So ein kleiner Genozid an Prorussen schreckt auch ordentlich ab – „töte einen, diszipliniere hundert“, die Methode ist bekannt.

CIA ist harmlos, meinen Sie? Die hätte man ja schon längst an die Leine genommen?

Die sind auch in Deutschland hoch aktiv – wir erfahren es nur nicht. Aktuell gibt es da wieder ein paar Probleme – weshalb man wohl einen Prozess neu aufrollen muss: gut 100 CIA-Mitarbeiter hatten sich in einer Sparkasse in Neuss eingemietet, um Terroristen zu jagen (siehe: der Westen). Von dieser Großoperation ausländischer Geheimdienste in Deutschland wusste kaum jemand etwas. 100 Mann für eine Terrorzelle, über die man dank V-Mann schon gut informiert war? (siehe Heise).  Einem V-Mann, der auch im Zusammenhang  mit dem Mord an der Polizisten Gabriele Kiesewetter und dreier georgianischer Autohändler auftaucht.

Wir sehen: die Welt der Geheimdienste scheint sehr klein zu sein – und die CIA ist wieder sehr aktiv, so aktiv, dass sie jetzt möglicherweise sogar den CDU-Politiker Phillip Mißfelder in Putins Arme getrieben haben. In den Kommentaren eines Spiegelartikels zu seiner „merkwürdigen Mission“ (dem überraschenden Besuch der für den deutschen Ex-Kanzler Gerhard Schröder ausgerichteten Geburtstagsfeier) taucht die CIA wieder auf: Kommentator jws1 erinnert sich an eine kleine Andekdote:

Jetzt wird Mißfelder fertig gemacht. Ich wünsche ihm Stehvermögen. Er hatte einmal geäußert, dass er und sein Büro Besuch vom CIA hatten und man von ihm Zusammenarbeit erwartet hat. Das hat er wohl abgelehnt und nun muss er die Folgen tragen.

Man kann aus der Ferne schlecht beurteilen, was von solchen Informationen zu halten ist – aber dafür gibt es ja bezahlte Profi-Journalisten, die uns Aufschluss darüber geben. Die können sich gerne auch um folgende zwei Meldungen kümmen, die auf der Internetseite „Wirwollenkeinenkrieg“ akutell zu finden sind: ein ukrainischer Soldat, der fließend italienisch spricht (nun: womöglich haben die dort auch „Volkshochschule“) und eine ukrainische Militärabteilung, in der auch US-Fahrzeuge zu erkennen sind (kann man auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden).

Nun – das sind Meldungen, denen ich normalerweise gar nicht nachgehen würde und nachgegangen wäre, wenn da nicht … diese kleine Meldung von CIA-Aktivitäten in Kiew wären. „Spezialisten“, die helfen, „die Rebellion im Osten zu beenden“ – also genau jene Art von Leuten, deren Einsatz man Putin permanent unterstellt.

Und wenn die da jetzt aktiv sind, dann müssen die sich die Frage gefallen lassen, in wie weit der Massenmord in Odessa auf ihr Konto geht … einen Massenmord, den die vom Westen favorisierte ukrainische Politikerin Timoschenko laut RiaNovosti „Schutz von administrativen Gebäuden“ nennt.

Allerdings fürchte ich: die Antworten zu diesen Fragen werden wir uns selber suchen … oder „aus-denken“ müssen – und das dürfen wir nicht mehr. Seitdem bekannt geworden ist, das Verschwörungstheorien gelegentlich Verschwörungen von Geheimdiensten aufdecken, sind sie vom Ministerium für Wahrheit der Holocaustleugnung gleichgestellt.

So müssen wir etwas tiefer graben, um zu sehen, wozu Geheimdienste so alles in der Lage sind, siehe Wikipedia zur Versenkung des Greenpeace-Schiffes „Rainbow-Warrieor“ durch einen Nato-Geheimdienst:

Die vom französischen Geheimdienst als „Operation Satanique“ bezeichnete Aktion wurde aus den „fonds speciaux“, einer Art offizieller „schwarzer Kasse“, über die nur der Präsident der Republik verfügen kann, finanziert und von der französischen Regierung stets gedeckt.

Zwei der sechs Agenten wurden durch die neuseeländische Polizei über das Autokennzeichen ihres Mietwagens ermittelt und verhaftet. Die zwei Agenten waren mit gefälschten Pässen als Schweizer Ehepaar Turenge eingereist. Es handelte sich dabei um Offizierin Dominique Prieur und Major Alain Mafart, einen Kampfschwimmer. Ein neuseeländisches Gericht verurteilte die beiden Agenten im November 1985 zu je zehn Jahren Haft wegen Brandstiftung und Totschlags.

Die anderen Täter entkamen mit Hilfe des Atom-U-Bootes Rubis (S 601) und wurden von der französischen Regierung gedeckt, die die Versenkung angeordnet hatte.

Sie sehen also: es ist sehr weise, Verschwörungstheorien zu verteufeln. Seitdem das üblich geworden ist, hören wir auch immer weniger aus der Welt der Geheimdienste.

Nur selten tauchen noch mal ein paar Splitter auf, die irritieren – so wie heute.

 

Dokumente deutscher Dämlichkeit: Erfahrungen einer Mutter mit Hartz IV – und einem asozialen Land

Dienstag, 11.2.1014. Eifel. Mir wurde unlängst ziemlich deutlich aus dem Kreis unserer neuen Autoren gesagt, ich solle nicht mehr über Arbeitslose schreiben ... was ein Grund für meinen Rückzug war. Es sei "langweilig", immer etwas über Arbeitslose lesen zu müssen, zudem würden die bei mir auch noch "gut" dargestellt. Ja - solch´ einem asozialem Gesochse haben wir hier Platz geboten, Raum geschenkt, Gastfreundschaft gewährt. Außer mir hat das wohl keiner groß gemerkt - jedenfalls gab es keine Klagen. Es ist sehr betrüblich zu sehen, dass wirklich kaum noch jemand den Mumm oder die Courage hat, Regierungsmeinung in dieser Hinsicht zu hinterfragen - und "die Wirtschaft" jubelt sowieso: jeder, der skrupellos genug ist, seinen Arbeitern zu wenig Geld zu geben, kann hier  Millionär werden ... dank massivem staatlichem Eingriff in die "Märkte", einem Eingriff, der ansonsten sofort "die Wirtschaft" auf die Barrikaden getrieben und zu spontanen Massenentlassungen animiert hätte.

Dienstag, 11.2.1014. Eifel. Mir wurde unlängst ziemlich deutlich aus dem Kreis unserer neuen Autoren gesagt, ich solle nicht mehr über Arbeitslose schreiben … was ein Grund für meinen Rückzug war. Es sei „langweilig“, immer etwas über Arbeitslose lesen zu müssen, zudem würden die bei mir auch noch „gut“ dargestellt. Ja – solch´ einem asozialem Gesochse haben wir hier Platz geboten, Raum geschenkt, Gastfreundschaft gewährt. Außer mir hat das wohl keiner groß gemerkt – jedenfalls gab es keine Klagen. Es ist sehr betrüblich zu sehen, dass wirklich kaum noch jemand den Mumm oder die Courage hat, Regierungsmeinung in dieser Hinsicht zu hinterfragen – und „die Wirtschaft“ jubelt sowieso: jeder, der skrupellos genug ist, seinen Arbeitern zu wenig Geld zu geben, kann hier  Millionär werden … dank massivem staatlichem Eingriff in die „Märkte“, einem Eingriff, der ansonsten sofort „die Wirtschaft“ auf die Barrikaden getrieben und zu spontanen Massenentlassungen animiert hätte.

Ganz offen rühmt sich ein Ex-Kanzler, wozu er seine prachtvolle, fürstliche Ausstattung mit Steuermitteln gebraucht hat: einen „Niedriglohnsektor“ hat er geschaffen. Das hört sich produktiv und konstruktiv an – in Wirklichkeit ist gemeint: er hat deutsche Bürger dazu genötigt, sich für albanische Löhne zu verkaufen. Mit Staatsgewalt, wohlgemerkt.

„Hartz IV“ ist das Ermächtigungsgesetz der Neuzeit, es ermächtigt jeden asozialen Menschenschinder, sich auf Kosten seiner Mitmenschen zu bereichern … solange die Kredite der Bank für sein Unternehmen laufen. Ja – das ist das eigentliche neoliberale Erfolgsmodell: auf Pump eine Firma kaufen, den Mitarbeitern Hungerlöhne zahlen, während man selbst sich die Taschen vollstopft, dann ein schneller Konkurs – und schon ist man Leistungsträger.

Die Zeche zahlt der Steuerzahler – nur ist er häufig zu blöde, das zu bemerken.

Der „Niedriglohnsektor“ hatte auch Folgen für den Euro und Europa: die gesamte Krise der Eurozone läßt sich auf den deutschen Niedriglohnsektor zurückführen – ohne ihn wären die deutschen Waren nicht so billig, dass sie in Griechenland, Italien, Portugal oder Irland die einheimischen Firmen vom Markt vertreiben könnten. Da verdienen Millionen Deutsche dran – und genauso wie damals, als Judeneigentum billig verscherbelt wurde, machen Millionen ein Schnäppchen … nicht nur eine kleine Hand „Reformer“.

Ach ja … „damals“ … auch darüber darf man nicht mehr schreiben. Zunehmend bahnt sich in Bloggerkreisen eine neue Meinung an – zu „damals“. Weit über dem üblichen Prozentsatz der rechtsradikalen im Lande hinaus bricht sich – teils hinter vorgehaltener Hand, teils ganz offen ausgedrückt eine alte Meinung Bahn: „der Jude war es“. Man merkt deutlich: Deutschland hat wieder Not – und in der Not sucht man einen Schuldigen: den Juden, entweder als „zionistischen Banker in New York“ oder als „Israeli“. Hätte Hitler doch nur alle ausgerottet – die Welt wäre ein friedliches Paradies. Leider haben die Juden den Krieg gewonnen und besetzen Deutschland bis 2099 – so jedenfalls die neuen Legenden der „einschlägigen“ Kreise.

Vergessen wird: der braune Alltag, denn der wurde auch ohne Juden immer finsterer … und viele führende NS-Schreihälse der Gemeinde sind ihm zum Opfer gefallen, allen voran der Herr Röhm und Konsorten, denn die Maschine lief immer weiter … und als Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Pfarrer, Kritiker und Zigeuner samt den Arbeitslosen „fort“ waren, nahm sich die Maschine den Rest vor. „Hat über Partei und Führer gelästert“, „hat Auslandsfunk gehört“, „sah Deutschland den Krieg verlieren“ waren standardmäßig Anschuldigungen, mit denen Nachbarn den ewigen Streit um den Apfelbaum an der Grundstücksgrenze endgültig beendeten, Kinder sich wegen zu schlechter Noten an dem Lehrer rächten … oder auch an ihren Eltern.

Ob an den Beschuldigungen etwas daran war? Meistens nicht, aber die Folterkeller der Gestapo mussten gefüllt werden – auch mit den Schreihälsen, die zuvor das Fähnchen am Eifrigsten schwenkten. An diesen Aspekt des „Dritten Reiches“ erinnert sich kaum einer – mir kam er gestern in den Sinn, als ich folgende E-Mail erhielt:

Moin, hatte gestern ein „tolles“ Gespräch mit meiner ältesten Tochter. Die rief mich ganz erbost an, ich würde ihren Staus hier und auch außerhalb zerstören. Sie könne sich nirgendwo mehr blicken lassen, weil ich ja H4 Empfängerin sei und zu faul zum arbeiten. Sie war bei uns in der Dorfdisco und wurde wohl darauf angesprochen, man hätte mich beim JC gesehen, tja, dann muss derjenige ja auch im Bezug sein???? Ich solle mal meine Klappe halten wenn ich da besoffen in der Ecke läge. Ich saufe nicht, wovon denn auch?? Ich war sprachlos. Sie hat alle möglichen Vorwürfe runtergerattert so das ich gar nicht zu Wort gekommen bin. Jedenfalls will sie, dass ich wegziehe sobald meine Jüngste mit ihrem Studium beginnt, sie wolle sich nicht weiter für mich schämen. Sehr traurig ist das. Sie habe sich schon nach Wohnungen für mich umgeschaut. Siehste, H4 wirkt.

„Man hätte mich beim Jobcenter gesehen“ …. dort gesehen zu werden, ist inzwischen gefährlich, führte in diesem Falle dazu, dass die Tochter einem eine Wohnung weit weg sucht. Tja – früher war das einfacher, da gab es „Lager“.

Die Frau, die dies berichtet, ist Mutter von vier Kindern. Mal ausgerechnet, was ein Kind kostet? 120 000 Euro bis zum 18. Lebensjahr (siehe Familie.de). Bei ständig steigenden Preisen (die die dicken Bonuszahlungen sicherstellen) und ständig sinkender Kaufkraft  wird das irgendwann automatisch eng.

Schon mal überlegt, wie sich eine Mutter fühlt, die diese Investitionen gewagt hat – und von der eigenen Gemeinschaft (was „der Staat“ eigentlich ist) dafür an den Pranger gestellt wird, weil wir ganz neben die Erziehungsleistung von Eltern inzwischen gratis abrufen wollen?

Schon mal überlegt, wie zerrüttet dieses Land in Wirklichkeit schon ist, wenn sich wieder Kinder auf diese Weise gegen ihre Eltern stellen – wie „damals“ mit dem Staat im Rücken?

Ich denke – man vergisst einfach zu viel.

In Deutschland wird wieder gestorben – nur die Berichte dafür finden keinen Einlass in die Presse, siehe Stern:

Das Gesetz, das als Hartz-IV bekannt ist, trägt nicht nur den Namen eines rechtskräftig verurteilen Straftäters, sondern kann auch zum Tode führen. Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen, lautet die Quintessenz dieser von der Schröder-Regierung eingeführten sozialpolitischen Umbau-Maßnahme. In Speyer konnte Hartz-IV auf grausige Weise seine finale Logik beweisen: Ein 20jähriger Arbeitsloser wurde am Sonntag, 15. April, verhungert in der Wohnung seiner Mutter aufgefunden. Die 48-jährige Frau selbst wurde mit Mangelerscheinungen in eine Klinik eingeliefert.

Beiden war von der zuständigen „Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration“ (GfA) vor vier Monaten das Arbeitslosengeld II gestrichen worden. Die Mutter hatte angegeben, sie hätten nicht mehr genug Geld gehabt, um Lebensmittel zu kaufen.

2007 konnte man so etwas noch im Stern lesen. Inzwischen ist auch denen dieses Thema wohl auch zu heiß geworden.

Es steckt eine große, finstere Gewalt hinter der Verdunkelung der deutschen Verhältnisse: der Staat selbst. Noch ein Beispiel dazu? Gut.

Der Spiegel meldete am 19.1.2014, das hunderttausene deutscher Akademiker zu Niedriglöhnen arbeiten würden – ein Skandal sondergleichen. Nur einen Tag später kam im gleichen Magazin die Meldung, dass Deutschland vom Akademikeransturm aus Rumänien und Bulgarien profitieren würde: noch viel mehr Akademiker, die helfen würden, die Löhne für deutsche Fachkräfte auf albanisches Niveau zu senken … mit Billigung unserer eigenen Regierung.

„Deutschland“? Nein – eine Bande von Lohnschneidern, die die Lebensqualität für Deutsche mit geliehenen Geldern von Sparern (ja – man vergisst häufig, woher das Geld eigentlich kommt, mit dem die wuchern) weiter absenken wollen – aktuell wirbt der Bundespräsident aktiv in Indien um die indische Jugend: sie solle doch massenhaft nach Deutschland kommen, wir sind zwar eins der dichtbevölkersten Länder der Erde, haben aber Platz satt: vor allem für Facharbeiter, die zu Niedriglöhnen arbeiten.

Dank der Qualität der deutschen Schulausbildung wundert das keinen mehr. Laut Spiegel sind deutsche Schulbücher beim Thema Holocaust unpräzise, ebenso berichtet das Magazin seltsame Erscheinungen in Hoyerswerda: ein brauner Mob bekommt eine Bewährungsstrafe für studenlangen Terror gegen Mitmenschen … die Opfer müssen den Ort verlassen und anonym in einer Großstadt wohnen:

Vielleicht ist es gerade diese offen zur Schau getragene Heiterkeit, die auf Betrachter des Neonazi-Prozesses in Hoyerswerda so verstörend wirkt. Gemeinsam hatten die acht Rechtsextremen laut Anklage im Oktober 2012 ein in der Antifa-Szene engagiertes Paar zu Hause aufgesucht. Sie beschimpften die beiden aufs übelste, drohten mit Mord und Vergewaltigung. Über Stunden schaffte es die Polizei nicht, dem Treiben ein Ende zu machen. Schließlich wurden nicht etwa die Täter festgenommen – sondern die Opfer per Streifenwagen an einen sicheren Ort geschafft.

Die haben auch gut lachen: der Staat kämpft lieber gegen Arbeitslose als das er sich gegen Staatsfeinde wehrt. So hatte sich „damals“ auch die SA gegen den Staat durchgesetzt. Und damit für den Umbauprozess der Gesellschaft auch genug Arbeitslose zur Verfügung stehen, wird Deutschland „Einwanderungsland“.

Wohin die Reise geht?

Welche Chancen, welche Zukunft hat eine Gesellschaft, in der sich die eigenen Kinder gegen ihre Eltern stellen, um den Schnöseln von RTL zu gefallen?

Und welche Botschaft verbreitet die Regierung, der Präsident, die Wirtschaft währenddessen unter das Volk?

Wenn ihr meckert, ersetzen wir euch durch Inder, Bulgaren und Rumänen. Aber … das tun wir sowieso. Also haltet das Maul, schränkt euch weiter ein, spart, wo ihr könnt zum Wohle der Kapitaleigner, deren Hauptberuf inzwischen „Steuerhinterzieher“ istsonst streichen wir euch das Essen genauso wie den Alten, den Kranken … und den Müttern, die nach zwanzig Jahren Kindererziehung keiner mehr haben will – noch nicht einmal die eigenen Kinder.

Und wem das nicht reicht, dem unterbreitet der Spiegel die Wahrheit, dass die Mehrheit der Deutschen inzwischen für aktive Sterbehilfe ist.

Wie damals.

Aber ich vergaß: darüber redet man nicht mehr, zeitgemäß und heiß ersehnt sind Artikel über sebstversorgende Vegetarier … denn die hätte der Staat (bzw. der sich verselbständigende aufgeblähte Verwaltungsapparat) auch gerne als Bürger: da bleibt mehr Geld für neue Pöstchen über … wie ich höre, hat allein die aktuelle große Koalition dreißig neue Pöstchen geschaffen – und zwar sicher nicht auf Hartz IV-Niveau.

Ach – und was man der Tochter sagen sollte?

Gar nichts.

In zwanzig Jahren wird sie selbst von Hartz IV leben.

Sie will es nur noch nicht wahr haben.

Dabei würde in Blick in die Gegenwart reichen: die Zahl der Jugendlichen, die einen Neuwagen kaufen, nimmt beständig weiter ab (siehe z.B. auto motor sport). Ist dies vielleicht wirklich nur „mangelndes Interesse“ …. oder könnte das etwas mit Niedriglöhnen zu tun haben, die in Zukunft direkt in die Altersarmut führen?

 

 

 

 

Wozu Philosophie? Vom Sinn des Lebens.

Wozu Philosophie? Vom Sinn des Lebens.

Donnerstag, 12.12.2013. Eifel. Es gibt Fragen, denen man sich im Leben immer wieder stellen muss – jedenfalls wenn man die Wissenschaft der Philosophie erfolgreich studiert hat. Niemand fragt einen Lehrer, warum er Lehrer werden wollte (Ferien) oder einen Arzt, warum er Arzt werden wollte (Geld), niemand fragt einen Rechtsanwalt (Geld) oder einen Betriebswirt (Geld). Bei Philosophie jedoch – der brotlosesten aller brotlosen Künste – steht man schnell am Pranger … jedenfalls heute, wo die Anhäufung von Geld in endlos großen Massen einziger akzeptierter Lebensinhalt geworden ist, obwohl man Geld noch nicht mal essen kann. Die Antwort ist einfach: besserer Sex. Ich sehe, ich habe jetzt ihre Aufmerksamkeit – und genau diejenige ist es, die automatisch wächst, je mehr Sie sich mit der Kunst des Denkens beschäftigen.

Aufmerksamkeit ist das allerwichtigste Element in unserem Leben, wenn es um Genuss des Lebens geht. Ein grober Klotz braucht Weltreisen, bis sein auf Minimallevel arbeitendes Gehirn auch nur Ansätze von Eindrücken empfängt, notfalls muss er sich mit glühenden Schürhaken peinigen lassen, um überhaupt noch etwas zu empfinden: ich denke hier liegt die Hauptursache des boomenden Sado-Maso-Kultes in Berlin – jedenfalls haben mir Eingeweihte nach dem Umzug der Regierung von diesem Boom erzählt. Mit der Regierung kamen auch die Sado-Maso-Buden, so geht die Rede – und schaue ich mir die Politik so generell an, kann ich eine gewisse Lust an der Qual nicht fortreden.

Ein geschulter Geist jedoch vermag allein im Blumentopf auf seiner eigenen Fensterbank noch völlig unerforschte, wunderbare Welten zu entdecken, deren Erlebnisvielfalt jeden Asientrip in den Schatten stellt. Wie schult man diesen Geist?

Durch Denken, durch den Aufbau immer komplexer werdender Denkstrukturen und umfassender werdenden Denkoperationen. Je größer und umfassender diese Strukturen, je komplexer ihre Muster, umso größer wird auch die Erlebnistiefe in allen Lebensbereichen. Nein – ein grober Klotz kann das nicht beurteilen, dazu muss man den Weg erstmal zu Ende gegangen sein. Ein grober Klotz braucht immer härtere, stärkere Reize, um überhaupt noch zu merken, dass er lebendig ist, schnell werden Sexualität und Gewalt vermischt, schnell verwischen sich die Grenzen von Kinderliebe und Sexualität, von Ernährung und Menschenfleisch; war es anfangs noch ein Softerotikfilm, der Freude machte, mußte später schon die Frau vor laufender Kamera zerstückelt werden, nachdem sie es mit Tieren getrieben hat, damit das sterbende Gehirn des Täters noch am Leben teilnehmen kann.

Dankenswerterweise sind wir Menschen alle von Geburt an Philosophen – erst später wird uns das Denken mit Gewalt abtrainiert, wenn „Schule“ auf lebendige Fragen tote, vorgefertigte Antworten gib, wenn Denken bestraft anstatt befördert wird – es sei denn, es bewegt sich in Bahnen, die der Maximierung von Kapitalrendite dienen. Wer erlebt, wie Kinder auf wundersame Weise überglücklich werden, wenn sie ihre eigenen kleinen Welten kreiren (und sich so auf dem Weg machen, ganz automatisch souveräne Lebenskünstler zu werden), wird erinnert an jene Beobachtungen, die der Wissenschaftler Emanuel Swedenborg über Engel gemacht hat: sie sind in der Lage, um sich herum ein kleines Feld von Eigenrealität aufzubauen, einen kleinen Raum, in dem sie selbst die Naturgesetze bestimmen.

Hier stoßen wir auf eine der zentralen Fragen der Philosophie: die Frage nach der eigenen Herkunft.

Die Kapitalrendite- und Militärwissenschaft (den edlen Titel „Naturwissenschaft“ verdient die aktuell so bezeichnete Zunft schon lange nicht mehr) hat hierzu eigene, vorgefertigte Antworten, die der Verbesserung der Leidenschaft beim Wehrmittelverbrauch (auch „Krieg“ genannt) und der Steigerung der Eigenkapitalrendite dienen sollen: wir existieren gar nicht, sind nur eine Illusion.

Noch vor zweihundert Jahren hätte man über diese Anmaßung noch herzhaft gelacht, weiß man doch, dass das phantasierende Subjekt sich niemals als phantasierendes Objekt beobachten kann – auch wenn es das noch so entschieden behauptet.

Im Zeitalter der groben Klötze jedoch werden solche Überlegungen anstandslos bei festlichem Akte der gesellschaftlichen Lumpenelite vorgestellt, um jede weiteren Regungen des Gewissens auszuschließen.

Wo kommen wir nun wirklich her?

Das ist eine Frage nach einer Wahrheit. In der Kunst des Denkens merkt man schnell, wie begrenzt die Sinne des menschlichen Körpers sind, wie mangelhaft seine Ausstattung – noch nicht mal fliegen kann er. Wir können mit diesem Instrument keine Wahrheiten schaffen – wir haben das ja auch aufgegeben zugunsten beständig verschrobener werdender Theorien, mit denen man Philosophen zu Arbeitstieren (und groben Klötzen) umformen kann. Darum sucht die Philosophie keine Wahrheit, sondern Weisheit, einer Weisheit, zu der sie ein sehr liebevolles Verhältnis hat – und kein vernünftiges, obschon doch Vernunft eines der Werkzeuge ist, derer sie sich gerne bedient.

Weisheit nun hat sich über Jahrtausende hinweg Bahn gebrochen und die Frage beantwortet: ein Jenseits ist es, aus dem wir stammen. Je nach geformter Eigenrealität des denkenden Menschen unterscheiden sich die Bilder des Jenseits, doch das Prinzip bleibt gleich.

Haben wir diese Entscheidung getroffen, ist der Rest ziemlich einfach. Entscheidung? Ja, zu der Erkenntnis von Weisheit gehört die Erkenntnis, dass man sich Wahrheiten aussuchen kann, man kann (und MUSS) sich für sie ENTSCHEIDEN. Das macht im tieferen Sinne die Bedeutung des religiösen Wortes „Glauben“ aus: durch aktive, kräftige, bewusste Entscheidung Wahrheiten schaffen. Das gehört zu den Erkenntnissen, die der philosophische Geist in seiner Jugend in sich trägt – und die „Schule“ mit brutaler Gewalt austreibt, wer sich nicht biegen und brechen läßt, findet gerade mal in der Kunst noch einen akzeptierten Lebensbereich.

Haben wir die Frage geklärt, wo wir herkommen (geklärt in dem Sinne, dass es NUR UNS SELBST klar sein muss und niemand anderem), sind wir uns sicher, den Ursprung unseres Selbst erkannt zu haben, haben wir auch die Frage beantwortet, wo wir hingehen, wenn wir die Zusammensetzung der Materieballungen verändern oder von der Teilchenexistenz wieder auf Wellenexistenz umschalten (auf deutsch: „sterben“): wir gehen nach Hause.

Ist das Leben gut gelungen, bringen wir einen großen Schatz an Erfahrungen mit Heim, eine wertvolle Beute an Eindrücken, Gefühlen, Erkenntnissen, Erfahrungen und Erlebnissen, die uns niemand nehmen kann. Ist das Leben schief gegangen, tragen wir zu diesem Zeitpunkt nur noch das Potential in uns, funktionierendes Rädchen in einem Großraumbüro zu sein. Der Moment, wo wir erkennen, das wir trotz sechs- siebenstelligem Jahresgehalt bitter arm geblieben sind, wird von jenen, die ihn erleben, als sehr grausam beschrieben, andere berichten sogar, dass einem so unterentwickeltem Denkapparat noch nicht mal der Übergang ins Jenseits gelingt und man mit seinem Wesen, seiner Seele im Bereich der Teilchen hängen bleibt und untergeht, weil man nie gelernt hat, in den Wellen der Realitäten zu schwimmen.

Natürlich kann man sich auch entscheiden, ein Materialist zu werden und das Leben als solcher zu verbringen – JEDES Leben ist gut, jede Erfahrung wertvoll, sofern es aus bewusster, konsequent durchdachter Entscheidung besteht. Lebt man es, um dem Priester aus der Klosterschule bis zum Lebensende eins auszuwischen, hat gerade der Priester Macht über mich, den ich doch für immer aus meinen Anschauungen verbannen sollte … wenn ich weise wäre.

Hier stoßen wir direkt zum Nutzen der Philosophie: das geschulte Denken hilft uns sehr, jene Momente zu erkennen, wo andere Menschen Macht über uns ausüben wollen – und es auch tun. Der moderne Mensch liefert sich seinen Machthabern täglich für viele Stunden aus und läßt täglich vielen Stunden Werbung ungefiltert in sein Hirn – dabei geböte es die Weisheit, das Gerät ganz auszuschalten, weil der Schaden, der durch fremde und verfremdete Wirklichkeitsabbildungen in den Werbebildern angerichtet wird, um einiges größer ist, als der Nutzen, der durch Information und Aufklärung gewonnen werden könnte. Nur wenige Menschen sind so gefestigt, dass sie den sublim ausgestalteten Werbebotschaften widerstehen geschweige denn sie erkennen können, es ist ein endloser Spiegel des Mangels, der einem vorgehalten wird – und eine endlose Predigt der Wertlosigkeit der eigenen Existenz, weil man das falsche Automodell fährt und deshalb vor Gott selbst in Ungnade gefallen ist.

Beherrschen Sie die Kunst der Philosophie – die auch die Kunst ist, jederzeit in unsere „Software“ bewusst eingreifen und sie beliebig steuern zu können – haben sie den Gipfelpunkt menschlichen Reichtums erreicht, eine Form der Ruhe, Zufriedenheit und des Glücks, die ihnen niemand mehr nehmen kann. Beherrschen sie sie nicht, werden sie von anderen durchs Leben getrieben – was oft sehr unerquicklich ist.

Natürlich muss man Nebenwirkungen erwähnen, die sich automatisch einstellen, je gewandter der Umgang mit Gedanken wird.

Sie verlieren jede Lust an Gewaltausübung gegen Frauen, Vergewaltigung wird ihnen fremd wie Stacheldraht auf Toastbrot, eine urmännliche Überzeugung, dass Frauen bestraft gehören und dies durch Sexualität zu geschehen hat, erlischt folgenlos – weil sie zu den Botschaften der Außenwelt gehört, die einen steuern sollten. (Einschub: diese Überzeugung habe ich bei vielen – ja, den meisten – Führungskräften der Pharmaindustrie bemerkt, es war ihre Motivation, ins Bordell zu gehen und dort ihre Strafphantasien gegen Bezahlung straffrei ausleben zu können – mit Handlungen, die sie normalerweise direkt ins Gefängnis gebracht hätten). Ebenso verlieren sie die Lust am Konsum – vollständig. Zwar steigert sich die Freude an Dingen ungemein – aber hierzu reicht schon ein besonderer Stein, eine außergewöhnliche Wolkenformation oder ein seltener Duft. Sie brauchen gar nicht erst den Versuch starten, mangels hinreichender Erlebnistiefe immer gröbere Keile in die Welt zu schlagen – sie besitzen diese Erlebnistiefe.

Und bald auch die sichere Überzeugung, das diese Gedankenwelten groß und stabil genug geworden sind, um die Reise sicher fort zu setzen – in andere Welten oder einfach nach Hause. Keine Sorge: das merken sie einfach wie Regen auf der Haut, Sand unter den Füßen oder Wind im Haar: so genau wie diese Erlebnisse wird dann ihr Wissen davon sein, dass sie stabil und sicher jenseits der Materie existieren werden, weil sie kraftvoller als diese geworden sind, den Sprung vom Teichen zur stabilen Welle erfolgreich hinter sich gebracht haben.

Diese Überzeugung muss nicht bewusst geschehen – das Denken kann andere, perfekte Kreise bilden, fast in jeder Zusammensetzung – sie kann sich einfach in einer völligen Ignoranz der eigenen Sterblichkeit manifestieren … immerhin ist sie ein Produkt der Erfahrung und des Erlebens und nicht ein Produkt gedanklicher Akrobatik (wie leider viele neuere esoterische Leben).

Folgen Sie dem Denken der alten Griechen, wird es noch dramatischer: dann haben Sie sich sogar genau dieses Leben, in dem sie jetzt stecken, ausgesucht um genau jene Erfahrung zu machen. Das ist denkbar – aber oft schlecht erträglich. Zwar mag man aus einer Laune heraus die Erfahrung professionellen Stumpfsinns machen wollen – doch zeigt sich oft, dass man inmitten der Erfahrung gerne mal den Kurs ändern möchte. Außerdem lehrt uns die Weisheit nach den schrecklichen Erfahrungen des 21. Jahrhunderts, das die bösartigen menschenfressenden Dämonen nicht aus unserem Leben verschwunden sind: anstatt Menschen auf dem Dorfplatz zu verbrennen, organisieren sie ihre Vernichtung mit den Mitteln der industriellen Produktion – oder bauen Bomben, die gleich mit einem Schlag ganze Großstädte ausradieren … das erspart einem den mühevollen Prozess der Selektion. Diese Erfahrungen zeigen, dass wir gut beraten sind, nicht jede Form von Erfahrung heilig zu sprechen, wir wären sonst kaum in der Lage, unserem Gewissen gemäß zu handeln.

Man kann diese Aspekte im Übrigen gut mit Prostituierten besprechen – auch wenn man für ihre „Dienstleistung“ keinerlei Bedarf mehr ins ich spürt, weil man orgiastische Zustände nach Belieben durch Veränderung der Software hervorrufen kann. Sie sind es gewöhnt, Körper und Geist zu trennen (auch wenn sie dafür bezahlt werden, so zu tun, als täten sie es nicht) – sie könnten ihren Job nicht lange durchhalten, täten sie das nicht. Gleiches gilt im Übrigen auch für Ärzte und Manager – soweit ich das beobachten konnte, schaue ich mir die aktuelle Politik an, so sehe ich auch Anzeichen dafür, dass Politiker ebenfalls ihre Seele schlafen schicken, um im Sinne der Maximierung von Kapitalrendite folgerichtig entscheiden zu können.

Eine weitere Nebenwirkung ist eine ausgesprochene Menschenliebe, die weit jenseits jeglicher Sexualität steht. Damit muss man erstmal klar kommen: Menschen ohne Nutzen einfach zu mögen.

Die bloße Masse der Gedanken erreicht irgendwann einen kritischen Punkt, ab dem man neue Qualitäten bemerken kann – die Vorstellung, das eine Existenz, die nur einen einzigen Zeitzustand erleben kann („jetzt“ – alles andere ist künstliche Interpretation und wilde Theorie … so schön man einen Zeitstrahl auch graphisch darstellen kann), irgendwann aus diesem Zustand herausfallen soll, weil die nieder schwingende organische Struktur umorganisiert wird, hat schon etwas außerordentlich Absurdes an sich. Kein Wunder, dass solche Menschen sich auch vorstellen können, in einem Nährlösungstank zu liegen und sich den Rest der Welt nur zu träumen.

Leider merkt man auch, wie das Leben sein könnte, wenn die Kunst der Philosophie gefördert würde – wir hätten eine Vielzahl unendlich reicher Menschen, die sehr angenehme Zeitgenossen sein können (auch wenn die Lust an groben Vergnügungsersatzstoffen wie Alkohol, Nikotin und Karneval schnell vergeht), die ihre natürliche Umwelt hegen und pflegen – anstatt Tresore hinter Stahl, Glas und Beton die leb- und lieblose Geldhaufen vor den Augen der Welt verbergen.

Eine gewisse Trauer ob der realen Entwicklung der Welt wird sich nicht verhindern lassen, eine gewisse Veranlagung, eine boshafte Intelligenz hinter der unnatürlichen Entwicklung der doch so reizvoll angelegten Menschheit zu vermuten, kann ebenfalls auftreten, gleichfalls eine konsistente Neigung, liebgewonnene Wahrheiten der selbstverliebten politischen Elite regelmäßig in Frage zu stellen – erst Recht, wenn diese Wahrheiten dazu geeignet sind, das natürliche Lebensglück zu verdunkeln.

Wie man den Weg geht?

Falls man Fragen hat: einfach Kindern zuschauen. Die sind noch nahe dran an „drüben“, aber nicht so gezeichnet vom Leben sie. Stellen Sie Fragen – und vor allem: trauen Sie sich zu, die Antworten selbst zu finden.

Wenn Sie es gerne religiös haben wollen – bitte schön: Christus sprach in Gleichnissen, die so komplex aber auch ansprechend waren, dass Denker seit zweitausend Jahren nach ihrem Sinn suchen … Gott will Denker, keine Schafe, auch wenn er seinen Sohn als Lamm geopfert hat, um diese Botschaft unter die Menschheit zu bringen, als sich der Geist des dunklen Imperiums über die Menschheit ausbreteite … so, wie er es auch heute wieder tut, diemal mit der ganzen Welt im Blick.

Das Internet verlangt nun Kürze, weshalb ich die Ausführungen hier schließen muss – in der Hoffnung, wenigstens grob umrissen zu haben, dass die Kunst des Denkens mehr Gewinn bringt, als alles Geld der Welt zu vermitteln mag.

Kürzer könnte ich nur mit Schopenhauer reden: Philosophie bringt nichts, erspart einem aber Vieles. Das allein – wäre auch schon sehr viel wert.

Andererseits kann sie jeden Tag in Weihnachten verwandeln, wo unter golden glitzernden Lichtern im grünen Lebensmeer erfreuhliche Wunder auf einen warten … jeden Tag ein wenig mehr.

Und nun – viel Spaß beim Denken und der Beantwortung jener Fragen, die uns Menschen ausmachen: vom komme ich her? Wo gehe ich hin? Was will ich hier?

Vielleicht fangen Sie einfach mit der Arbeit an der Frage an, warum wir eigentlich alle einen Strahl als Darstellung von „Zeit“ kritiklos aktzeptieren, obwohl jeder bis heute lebende Mensch die Dimension „Zeit“ (sofern es überhaut eine ist) nur als Punkt erlebt: als ewig sich veränderndes JETZT. Aber Vorsicht: die Antworten auf diese Fragen werden politisch schnell hoch brisant … ein endloses Jetzt hat nämlich kein Ende, mit dem man ihm drohen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zukunft der Menschheit – eine Schauergeschichte.

Die Zukunft der Menschheit - eine Schauergeschichte.

Mittwoch, 20.11.2013. Eifel. Macht man sich Gedanken über die Zukunft der Welt, so ist man mitlerweile ziemlich alleine. Früher wurden bedrohliche Entwicklungen medial erfasst und als Spielfilm vorgeführt: so hatte man die Wahl, ob man diese Zukunft wollte oder nicht. Heututage geht das schon nicht mehr ganz so gut: der „Zeitgeist“ hat sie geändert.  Ein  Beispiel ist der Film „Matrix“. Was geschieht dort? In einer zukünftigen Welt liegt die Menschheit als Energiequelle in Milliarden von Tanks, eingelullt in Träume, die unsere jetzige Realität darstellen. Der Film hat viele beeindruckt – und darum griffen die Kosmokraten (so nennen wir jetzt mal die Gestalter globaler Wirklichkeiten – entsprechend der Definition von Jean Ziegler) ein: der Film sollte ursprünglich kein Science Fiction sein, hätte aber als neues Jesusdrama kein Geld bekommen – die gesellschaftliche Sprengkraft der Botschaft war so schon schlimm genug … bzw. kam der Realität sehr nahe. „2022 – die überleben wollen“ ist einer von jenen Filmen, die die 68´er Generation aufrüttelten: „Soylent Green ist Menschenfleisch“ – so die zentrale Botschaft einer übervölkerten Welt, die ihre Alten zu Nahrungsmitteln verarbeitet. 2022 ist in neun Jahren – und wir nähern uns der Realität an.

Nun – Menschenfleisch essen … das wollen bislang nur wenige. Schon heute ist aber vielen gerade in Deutschland klar: wir werden mit Millionen und abermillionen überschüssiger Luxusrentner ein großes Problem bekommen. Es geht nicht  nur um die Rente (drollig, wie heute alles immer auf das Geld reduziert wird), es geht schlichtweg um die Tatsache, das ganz wenige Kinder (die dann natürlich groß sind) Millionen von Leichen entsorgen müssen; von „Pflege“ wollen wir gar nicht reden: das wird ein Genozid der Alten werden, die einfach in ihren eigenen Wohnungen verhungern, verdursten und verrotten werden. Die Kinder der Zuwanderer werden sich um ihre eigenen Alten zu kümmern haben, da wird für jenes Deppenvolk, dass seine eigenen  Zukunft mit dem SUV auf Autobahnen verheizt hat, keine Gnade mehr übrig sein. Vielleicht haben wir aber auch Glück und die sind sozialer als wir es waren – das spielt im Detail keine Rolle, weil es nur ein deutsches Problem ist. Schwache, dekadente Völker mussten in der Geschichte schon immer den mutigen Abenteurern weichen – da wird der Deutsche keine Ausnahme sein: Herr Hitler hat hier ganze Arbeit geleistet.

Denken wir aber mal noch etwas weiter in die Zukunft. So richtig weit – wie wird die Welt dann aussehen?

Die Antwort ergibt sich aus der Perspektive: wir nehmen nur die eine, die wichtig ist … die Perspektive, die sich auf Geldflüsse konzentriert.

Der aktuell laufende Krieg Reich gegen Arm wird irgendwann gewonnen werden. Von den Reichen – die Armen wissen momentan noch überhaupt nichts von einem Krieg, können also nicht mal im Traum daran denken, Widerstand zu leisten. Die Reichen kaufen sich Grundstücke, schützen Nationalparks, sichern sich Bodenschätze, dirigieren Staaten und Parteien so weit, dass diese den Ball so platzieren, dass man ihn selber bequem ins Tor schießen kann. Die Reichen haben schon längst eine internationale Allianz, sind untereinander bestens vernetzt (auf den Jachten griechischer Milliardäre kann man schon seit Jahren mehr Politik machen als im Brüsseler Parlament – so hochrangig und verschieden sind die Gäste dort, von Baroso bis hin zum britischen Königshaus), betreiben als „Bilderberger“ ganz öffentlich politische Meingungsbildung der Führungskräfte zugunsten der Kosmokraten und haben in Clubs wie „Bohemian Grove“ die beste Möglichkeit, Absprachen aller Art unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu fällen.

Währenddessen werden die Armen auf neue Werte getrimmt: Sparsamkeit, Demut, Enthaltsamkeit, Einsamkeit. Geschieht ganz offen – mit guten Worten (und oft auch guten Absichten). Prostitution wird unter dem Siegel der „Freiheit der Frau“ gefördert, was nebenbei die Preise auf 30 Euro im Straßenstrich senkt (uns so diese begehrte Dienstleistung für jedermann erschwinglich macht – notfalls mehrmals am Tag), die Familien werden durch eine immense Berufsbelastung entfremdet und auseinandergerissen, man betreibt aktive Einwanderungspolitik, um die Entstehung breiten Massenwiderstandes zu verhindern (da hat man von den USA viel gelernt). Arbeit jedoch wird – wie in Konzentrationslagern – zum Fetisch und Selbstzweck, das Versprechen, dass die Maschinen uns die Last der Arbeit abnehmen, war eine Lüge, weil der Staat uns exakt diese „Arbeit“ als Bürgerpflicht wieder aufdrückt – mit teils völlig absurden Ergebnissen in der „Arbeitsförderung“.  Natürlich bekommt in einer solchen zerrissenen Gesellschaft keiner mehr Kinder – Kinder brauchen Zukunft … und die haben wir nicht mehr im Angebot.

Der Mensch, das Individuum, wird reduziert auf seine Funktion als Kostenfaktor: er trägt mit seiner Geburt sofort eine große Schuld mit sich herum: er beansprucht die Nahrungsmittel und den Wohnraum anderer Leute für sich …. was nun mal gar nicht geht, denn hiermit tritt er in direkte Konkurrenz zu den Kosmokraten, die alles für sich beanspruchen. Das einzige, womit er diese Schuld abarbeiten kann, das einzige Kapital was er hat, ist: sein Körper.

Für Frauen heist das: Prostitution. Schon heute ein Sakrileg, wenn man sich dazu bekennt, sich nicht gerne zu verkaufen, weil  man daran ja einen so riesengroßen Spaß hat – ebenso hat man ja voller strahlendem Jubel seinen Job im Büro anzutreten: auch eine Form von Prostitution, nicht weniger entwürdigend als die zuvor genannte. Männer können – sofern körperlich gut geraten – ihre Existenzschuld als Söldner abarbeiten – oder auch als Lustsklaven. Wir können damit rechnen, dass unsere Kosmokraten zu einer außerordentlichen Dekadenz entarten, wie es der Adel früherer Zeiten vorgemacht hat: die waren sich für keine Abartigkeit zu schade.

Wer aber als Frau nicht mehr von Freiern angenommen wird oder als Mann nicht dem Bild des nordischen Hühnen entspricht, kann auf dem Organmarkt seine Chancen auf Profit wahr nehmen: ein Leben voller Kokain, Alkohol und fetten Speisen setzt den feinen Herren halt zu, die gehen da bis an ihre Grenzen: da muss schon mal das eine oder andere Organ ersetzt werden. Hier sprechen wir jedoch noch von einer Übergangszeit, in der noch rudimentäre Reste einer demokratischen Verfassung geachet werden.

Wir wollen aber heute mal einen kurzen Blick auf das Ende werfen.

Das Ende wird so werden wie der Anfang. Die Wälder und alles verwertbare Wild und Holz darin gehören dem Adel. Der Pöbel (das sind wir) bekommt die unattraktiven Plätze zugewiesen – das Ruhrgebiet (wie vielleicht alle Großstädte) wird eingezäunt und zum Auffanglager für Minderleister, für deren Entsorgung man wirklich keine weiteren Kosten aufwenden möchte. Diese „Problemzonen“ werden von Maschinen bewacht, die schon heute mit Hochdruck entworfen werden (dafür ist immer Geld da). Es ist das Prinzip der Ghettohaltung oder des Reservates, das hier greift: der Reiche beweist so seine Menschlichkeit und Großzügigkeit, über die er bei einem raffinierten Cocktail gerne ausführlich plaudert.

Draußen, in den vom WWF schon jetzt fein geschützten erhaltenen Natur, werden die Paläste der Kosmokraten stehen, die um sich herum viele Kilometer unberührter Natur haben. Zur Unterhaltung fängt man sich gelegentlich ein paar Primaten aus dem Reservat, die um Leben und Tod kämpfen dürfen (gerne auch Kinder), von wilden Tieren zerfleischt werden (die dem eigenen Zoo angehören – man spart auch enorm an Futterkosten) oder einfach bei lebendigem Leibe zur Unterhaltung der Oberschicht verbrannt werden: all das hatten wir schon mal, das ist nicht neu. Auch die Folter dürfte – rein zu Unterhaltungszwecken – wieder Einzug in den Alltag des Adels finden … erste Anzeichen der Degeneration in diesem Bereich finden wir schon in der US-Armee oder bei RTL.

Nationalstaaten wird es nicht mehr geben, der letzte ist 2048 von Ratingagenturen in den Bankrott gejagt worden. Der Reiche braucht auch keinen Staat, er kann sich mit seinem Geld jederzeit einen eigenen bauen. Natürlich reduziert sich die Weltbevölkerung in den Ballungsgebieten automatisch – durch Krankheit, Hunger, Kriminalität. Den Rest besorgen Kriege – die aber wieder wie früher ausgetragen werden. Die Armeen des Metabarons Ackermann treffen sich mit den Armeen des Metabarons Putin am 8.Januar 2052 in Afrika (einem Kontinent, den man völlig für derartige Aktionen freigegeben hat – bis auf einige Zonen im Süden) zur Austragung eines großen Spektakels, dass weltweit übertragen wird. Da in den Söldnerlagern ein großer Bedarf an Prostituierten besteht, werden die aus den Reservaten eingeflogen: eine Riesenchance für jedermann. Ferngesteuerte oder vollautomatisierte, atomar bestückte Drohnen sorgen dafür, dass die gegnerischen Mannschaften nicht auf dumme Gedanken kommen: immerhin ersetzen diese Schlachten die alten, an Jagden erinnernden Fussballspiele. Was wird das für ein Gaudi.

Natürlich fühlen sich die Kosmokraten gut bei ihrer Sache: der Rückbau entvölkerter Ghettos wird enthusiastisch gefeiert: man sieht halt, das sich der Pöbel auf der Welt nicht halten kann: er ist dumm, unzivilisiert, barbarisch (allein die Aufnahmen des letzten Krieges – erbärmlich, wie die sich da gegenseitig abgeschlachtet haben) und nicht in der Lage, sein eigenes Leben produktiv zu gestalten: ohne die unermessliche Gnade der Kosmokraten hätte er schon längst sich selbst und die ganze Welt vernichtet.

Es wird ein paar Verwaltungszentren geben, Menschenfarmen: der Bedarf an Organen bleibt gleich. Dort werden Menschen zwecks Organentnahme gezüchtet, Menschen, deren genetisches Material nicht völlig von Nanoplastik verseucht ist – wie wir es in Zukunft leider häufiger erleben werden.

Die Erde insgesamt wird sauberer werden, viel Bauland wird der Natur zurückgegeben – und so erheben sich die Kosmokraten als Hüter der Erde in höchste, gottähnliche Höhen.

Religion in jeder Form wird verboten werden.Die neuen Götter dulden keine Konkurrenz – auch nicht in der Theorie, noch dulden sie, dass ihre eigene Heiligkeit von alternativen Weltdeutungskonzepten in Frage gestellt wird.

Menschenrechte werden weiter gültig sein – allerdings gibt es eine Einkommensgrenze, ab der man die Rechte in Anspruch nehmen kann. Ohne Millarden gehört man schnell zum Pöbel und findet sich im eingezäunten Detroit wieder.

In den Reservaten können die Menschen mehr oder weniger tun was sie wollen – ohne Energie, ohne Nahrung, ohne Rohstoffe, natürlich, Tag und Nacht bewacht von Kameras, auf die die Kosmokraten jederzeit Zugriff haben: jeder wird Hauptdarsteller in seinem eigenen Film und kann – sofern er was ausserordentlich Tolles bringt – mit einer Spende rechnen: Liveunterhaltung pur.

Für die Träume der Menschheit wird es kein Geld mehr geben: wozu Raumfahrt, wenn die Kosmokraten sich die Welt zum schönsten Raumschiff der Geschichte umbauen können. Außerdem ist dort draußen entweder gar nichts …. oder Konkurrenz.

In dieser Zukunft werden wir automatisch landen – alle gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre gehen stringend in diese Richtung, alle politischen Sparkonzepte treiben das Volk automatisch dahin, alle Konzepte von Unterhaltung und „Spaß“ nehem diesen Kurs.  Ich stehe auch dazu: so wird es kommen. Bin mir sicher, dass dieser Text in Zukunft in Datenbanken der Wissenschaftler landen wird – Wissenschaftler, die selber Kosmokraten sind und ihre Forschungen nur noch aus Spaß betreiben, um der unendlichen Langeweile einer überversorgten, allmächtigen Existenz zu entkommen: „Schaut mal, ich habe einen Pöbler gefunden, der unsere Pläne schon früh erkannt hat: wahrscheinlich hat er die Wörter nur zufällig aneinandergereiht, ohne ihre Bedeutung wirklich zu begreifen“ – so wird es dann beim Tee weitergetragen werden.

Diese Pläne erkennen viele. Ich würde sogar sagen: die kann jeder erkennen, der über einen gewissen Grad an rein mengenmäßiger Information verfügt – man braucht hier keine geheimen Informationen eingeweihter Verschwörer, alle Pläne liegen heute schon offen auf dem Tisch und werden gnadenlos Schritt für Schritt umgesetzt: Wirtschaft, Politik und Wissenschaft ziehen da an einem Strang – und die Masse der Lemminge zieht begeistert mit, weil der Zeitgeist es fordert: „fit for job“ ist das devote Motto, mit dem der kleine Mann den Herausforderungen der Zukunft begegnet.

Und aus diesem Grund bin ich – inzwischen – absoluter Gegner der gewerbsmäßig ausgeübten Prostitution, des Menschenhandels, des Kindesmissbrauches, der Organspende, der Abtreibungen – und des materialistischen Weltbildes, das diese Entwicklung erst möglich macht.

Abschließend ein aktuelles Zitat einer Leserin:

Ja, da wird definitiv eine Hemmschwelle überschritten: der Menschenkörper wird als solcher zur Handelsware, und er wird isoliert von Seele und Geist verkauft und wahrgenommen.
Dabei ist es doch gerade das was “die Würde des Menschen ist unantastbar” eigentlich ausmacht: dass ein Mensch in seiner Ganzheit respektiert wird und dass eben diese Trennung NICHT stattfinden darf.

Es findet aber nicht nur die Trannung von Körper und Seele statt: aktuell klären „Wissenschaftler“ die Kosmokraten darüber auf, dass es gar keine Seele gibt (weshalb alle Religionen vernichtet werden müssen – die sind die letzten Träger des einst nicht hinterfragbaren Seelenbegriffes) … infolge dessen auch keine Würde. Der ganze Rest ist eine einfache logische Ableitung dieses Obersatzes – und endet in der oben beschriebenen Dystopie.

Aber wetten, die arbeiten jetzt schon wieder an dem Satz: „Das haben wir alles nicht gewußt, das haben wir alles nicht gewollt!“. Wie schon immer, redet man sich mit seiner eigenen Dummheit heraus – dabei ist es gerade diese Dummheit, die diese Entwicklung möglich macht.

Wenn wir nichts ändern, werden wir genau in dieser schrecklichsten aller Welten landen – und zwar für immer und ewig. Die Kosmokraten arbeiten mit Hochdruck (und in aller Öffentlichkeit – da gibt es keinerlei Verschwörungen, da gibt es nur eine Mischung von Dekadenz, Dummheit, Gier, Macht und Drogen) an der Gestaltung dieser Zukunft, fast täglich schaffen sie es, weitere Hemmschwellen zu senken – und kaum noch jemand wagt es, die Zukunft zu beschreiben, in die war zwangsläufig alternativlos hineinmarschieren.

Was uns retten kann?

Es gibt eine ganz einfache, erste Lösung. Nach den bekannt gewordenen Gräueln des Dritten Reiches hat man – aus gutem Grund – eine allgemeine Erklärung der Menschenrechte entworfen – Rechte, die vor allem zum Schutz des Pöbels gedacht waren, selbst dann, wenn dieser Pöbel die Rechte gar nicht wollte. Die Erklärung der allgemeinden Menschenrechte erlaubt sich – ohne es direkt zu formulieren – einen Rückgriff auf einen anderen Obersatz.

DER MENSCH IST HEILIG.

Laßt uns einfach nicht mehr über Religion streiten – sie ist ganz nützlich, um Werte und Dinge unantastbar zu machen … und genau deshalb haben wir sie (samt unserem großen Häuptling im Jenseits) dereinst im Kampf gegen die Kosmokraten entworfen. Und weil der Mensch heilig ist, steht ihm mit seiner Geburt ein bedingungsloses Grundeinkommen zu (sofern vorhanden) – Aufgabe der Wirtschaft soll es dann nicht sein, darüber zu klagen, dass zu wenig Geld für private Bereicherung zur Vergügung steht, sondern die Erwirtschaftung jenes Wohlstandes, der ein bedingungslose Grundeinkommen möglich macht. Ja, ich weiß: das ist mehr Arbeit als die Manipulation des Libor-Zinssatzes – aber es geschieht halt für einen guten Zweck.

Das ist unsere eigentliche Entscheidung: wollen wir den Menschen heilig sprechen – oder soll er weiterhin ein zweibeiniger, ausrottbarer Kostenfaktor bleiben? Haben wir diese Entscheidung gefällt – als Gemeinschaft, ganz offen und entschlossen – dann ist die Ausformulierung, der Ausguss dieses Satzes in Gesetzen, die Setzung von Sitten und Normen in seinem Sinne ein Kinderspiel.

Wir stehen als Menschheit zum ersten Mal in der Geschichte vor einer zentralen Entscheidung, die über unseren ganzen Wert und unsere ganze Zukunft ein Urteil fällen wird: sind wir frei, mutig und entschlossen genug, auf der Erde ein Paradies zu errichten … oder geben wir uns lieber mit der Hölle zufrieden?

Momentan – die Aussicht kann ich niemanden ersparen – steht der Kurs voll auf Hölle. Ist der Mensch nicht mehr Kraft seiner Seele ein heiliges Wesen … ist er nur noch Fleisch, das beliebig benutz- und verwertbar ist.

Das muss uns aber nicht gefallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brief eines Leistungsträgers an die Regierung: wie motiviere ich meine Kinder?

Brief eines Leistungsträgers an die Regierung: wie motiviere ich meine Kinder?

Dienstag, 12.11.2013, Eifel.

Liebe Bundesregierung.

Heute ist wieder einmal ein Morgen, an dem ich mich nur mit sehr heftigen Schmerzen bewegen kann. Der Grund ist einfach zu benennen: Rücken. Genauer gesagt, fehlen Bandscheiben im Lendenwirbelbereich. Wie alle anderen Leistungsträger auch habe ich alles gegeben, 1 000 000 Kilometer Autobahn (und viele Flugkilometer nebenbei – aber die waren nicht so schädlich, jedenfalls nicht für mich) habe ich in fünfzehn Berufsjahren hinter mich gebracht. Mir hat das nicht gefallen, obwohl ich gerne gereist bin: mir war jederzeit bewusst, dass ich der Umwelt keinen Gefallen damit tue. Aber: Arbeit muss ja sein.

Mit dieser Aussage renne ich bei Ihnen wahrscheinlich offene Türen ein, immerhin haben Sie die gesamte, mühsam gestaltete Sozialgesetzgebung so gestaltet, dass Arbeitslose mit Enteignung, Einschränkung der Bürgerrechte und öffentlicher Schmähung durch Staats- und Wirtschaftsfunk für ihren Frevel bestraft werden. Ich habe innerhalb von zehn Jahren mein Gehalt vervierfacht, mehrere Karrierestufen hinter mich gebracht, hatte ein sechsstelliges Gehalt in DM – und Euro und vor allem: Arbeitszeiten bis zu 120 Stunden die Woche. Manche Kollegen haben diese Belastung nicht überlebt. Es gab Tage, da habe ich mit einem einzigen Anruf eine Million Euro Umsatz gemacht: wenn ich mich Recht entsinne, definieren sie so den Leistunsträger, weshalb ich mich einfach mal als ein solcher vorstellen möchte, weil ich ja weiß, dass wir der Regierung liebstes Kind sind.

Momentan kann ich mich wieder nur mit Trippelschritten bewegen, alles andere führt zu Schmerzen gegen die Zahnweh ein Witz ist. In guten Zeiten kann ich nicht lange gehen, sitzen oder stehen, oft muss ich mich hinlegen, um meine Rückengymnastik zu machen und die eingeklemten Nerven wieder aus dem Würgegriff der Knochen zu befreien. Die Wohnung kann ich heute nicht verlassen – sind halt gerade keine guten Zeiten – werde den Tag wieder liegend verbringen müssen.

Nun – ich will nicht groß klagen. Mir geht es viel besser als meinen Leidensgenossen. Einen kenne ich persönlich, er ist 39 Jahre alt und völlig verzweifelt, ist ans Jobcenter angebunden, schreibt viele Bewerbungen und ist im Prinzip genauso unvermittelbar wie ich. Der Unterschied zwischen ihm und mir? Ich erhalte als letzter Jahrgang eine kleine Berufsunfähigkeitsrente, die Sie für die Jahrgänge nach mir einfach abgeschafft haben. Ich kann mich gut hineinfühlen in die Lebenssituation meines Kollegen, der sich wie ein kerngesunder Mensch bewerben und bewähren muss, obwohl er seine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Ausführung der eigenen Körperbewegungen richten sollte: ist man hier auch nur einen Moment unachtsam, befördert man Lasten von mehr als 2 Kilogramm Gewicht, so kann es sein, dass man schnell am Boden liegt, weil einem die Beine weggebrochen sind. Ein schwerer Wintermantel stellt da schon ein Risiko dar.

Wie sie sehen, bin ich Ihnen sehr dankbar für die kleine Leibrente, da ich ein zurückgezogenes, vergeistigtes Leben immer sehr geschätzt habe, komme ich auch mit der Ausgliederung aus der Konsumgesellschaft gut zu recht und bin auch dankbar dafür, dass ich mein Wahlrecht noch behalten durfte.

Und doch habe ich ein Problem.

Ich habe Kinder. Sechs davon kennen ihren Papa nur als Arbeitstier, aber sie haben auch erlebt, was man sich alles leisten kann, wenn man arbeiten geht. Das ist ja auch richtig: es war Wunsch der Bundesregierung, dass alle sehen können, dass Leistung sich wieder lohnt.

Doch nun, liebe Bundesregierung, habe ich ein Problem. Obwohl ich – neben vielen anderen Abschlüssen – auch ein pädagogisches Studium sehr erfolgreich beendet habe, komme ich nicht umhin, zuzugeben, dass meine Kinder mein Leben als Botschaft begreifen:

Geht man arbeiten, wird man krank. Wird man krank, wird man arm und fortgejagt. Also geht man besser nicht arbeiten, damit man wenigstens gesund arm sein kann“.

In der Tat: ich würde viel dafür geben, gesund zu sein, kann also an dieser Stelle die Negierung von Krankheit gut verstehehn. Mein größtes Hobby waren lange Wanderungen durch die einsamen Moore Belgiens, ein Tag im Moor ersetzt leicht eine Woche Urlaub auf den Malediven. Nun darf ich nur noch in Begleitung wandern – oder mit Handy. Da es im Moor keinen Empfang gibt (diese Belgier! Noch nicht mal das kriegen sie hin!), ist diese Option für mich nicht lebbar. Aber was soll es: da jeder Schritt gewöhnlich von unterschiedlich starken, stechenden Schmerzen im Lendenwirbelbereich begleitet wird, ist das Wandern eh´ keine Freude mehr.

Nun – wie gesagt: ich will nicht klagen. So ein zerbröselter Zustand ist gut und nützlich, um sich mit seiner Sterblichkeit endgültig zu versöhnen: der Zeitpunkt, der ein absolutes Ende der Schmerzen und des elenden Leides bedeutet, rückt jeden Tag einen Tag näher heran, ohne dass man etwas dafür tun muss – das erfreut einen jeden Tag ein klein wenig mehr.

Was aber mache ich jetzt mit meinen Kindern? Immerhin weiß ich, dass Eltern in erster Linie durch ihr Vorbild erziehen, weniger durch Worte. Welche Worte soll ich denn auch noch wählen, um hier motivieren zu können? Auch wenn es jetzt übel klingt: meine Leistung hat dazu geführt, dass meine Kinder Leistungsverweigerer werden – und obwohl ich Sonderschulungen für Motivation und Führung erhalten habe, fehlt mir da völlig der Ansatzpunkt. Besser wäre es gewesen, ich wäre mein Lebtag lang arbeitsloser Alkoholiker gewesen – so wäre ich wenigstens ein schlechtes Beispiel, dass den Kindern im eigenen Leben einiges hätte ersparen können. So jedoch bliebe mir nur die Drohung mit Hunger, Obdachlosigkeit und zukünftigem Arbeitslager – doch derartiges Arbeiten entspricht nicht meinen beruflichen Fortbildungen.

Kein Konzern arbeitet mit Strafen als Motivationsinstrument, dort verlegt man sich lieber auf Bonuszahlungen – die es oftmals auch gibt, wenn gar kein Erfolg der Arbeit zu sehen ist: zur Not greift einem ja der Steuerzahler unter die Arme.

Für Bonuszahlungen kann ich trotz bescheidener Lebensführung kein Budget mehr einrichten – wie Sie vielleicht nachvollziehen können.

Es ist auch nicht nur die Armut durch Krankheit, die meine Kinder zu ihrer Einstellung führt – hier kommen sie eher nach ihrem Vater und schätzen den einfachen, rustikalen Lebensstil des Eremiten – es ist das völlig Fehlen der Würdigung der erbrachten Leistung, das Erkennen, dass Einsatz und Leistunsbereitschaft völlig nutzlos sind, weil am Ende nichts übrig bleibt außer Schmerzen und der Versuch der Entwürdigung – ganz unabhängig davon, dass man jahrzehntelang überdurchschnittlich viele Beiträge in alle nur denkbaren Kassen geleistet hat, von denen sehr viele heute noch sehr gut leben. Wo gibt es noch etwas Dankbarkeit für die vielen DM und Euro, die man für den Staat, für die Gemeinschaft erwirtschaftet hat – in meinem Falle sogar echter Reingewinn durch Rückführung der Umsätze ausländischer Konzerne in deutsche Steuerkassen?

Man könnte auf die Idee kommen, dass es besser gewesen wäre, Soldat geworden zu sein um im Ausland völlig fremde Menschen zwecks Rettung der von den Taliban unterdrückten Drogenproduktion zu erschießen – dort bekommt man für eine Verwundung wenigstens einen kleinen Orden, ist ein Held. Wird man krank durch Arbeit, ist man …. böse?

Nun – ich will aber nicht für mich sprechen – mir geht es um die Kinder.

Ich plage mich nun seit acht Jahren mit dem Problem der Motivation herum, stelle jetzt aber – dank eindringlicher Studien auf Facebook – fest, dass ich nicht allein mit dem Problem da stehe … nur geht es anderen noch viel schlechter als mir, der ich durch die kleine Rente sehr priviligiert bin, diese Priviligierung aber nutzen kann, mich öffentlich zu äußern. In diesem kinderarmen Land sind es Millionen von Kindern, die sehen müssen, wie die Lebensarbeitsleistung der Eltern im Falle von Alter und Krankheit mit Füssen getreten wird.

Ich weiß nun, dass Sie als Bundesregierung sehr beschäftigt sind. Beständig müssen mehr Posten für verdiente Mitglieder der Partei geschaffen werden, ständig steigende Bezüge verlangen nach gut überlegten Anlagemöglichkeiten, ebenso warten auf jeden Abgeordenten zehn Lobbyisten, um seinen Tag zu strukturieren und viele Unternehmen fragen einen als Vortragsredner an – was sich ja auch sehr angenehm in den eigenen Vermögenswerten widerspiegelt. Ich möchte aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass Sie vielleicht doch ein wenig Aufmerksamkeit auf dieses Problem lenken, da es kein kleines ist.

Auf der Konzernebene kennt man es gut: die „innere Kündigung“ betrifft (je nach Studie) 24 – 90 % aller Mitarbeiter und richtet jährlich einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 250 Milliarden an, dass sind 3 Billionen Euro seit 2001, dem Jahr, in dem Sie die winzige Berufsunfähigkeitsrente für alle gestrichen haben. Auf Konzernebene kann man das Problem auf vielerlei Arten angehen – und tut das auch. Schöne Weltreisen, coole Sachprämien, kleine persönliche Präsente – da ist vieles machbar, was vor großem Schaden schützt – und den Schaden kennt man genau: nicht wenige große Firmen sind durch mangelnde Motivation der Mitarbeiter in den Ruin getrieben worden.

Was aber wird aus dem Problem der „inneren Kündigung“, wenn es die Jugend eines Staates betrifft?

Sicher: Ihre Kinder sind auf einer Privatschule, deren „Ehemalige“ für jeden Absolventen eine Führungsposition in Politik und Wirtschaft frei räumen – doch diesen „Häuptlingen“ werden in Zukunft wohl die „Indianer“ fehlen.

Ich jedenfalls bin noch bemüht, auch meine Kinder zu Leistungsträgern dieses Staates zu machen, trotz meiner üblen Erfahrung mit diesem Status  – jedenfalls, wenn man ihn sich durch Arbeit verdienen muss. Jetzt gestehe ich aber: ich bin am Ende meiner Kunst angelangt. Darum wende ich mich nun direkt an Sie, denn immerhin haben Sie sich einer ganz besonderen Verpflichtung unterworfen:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Lösung meines kleinen Problemes vielen anderen Menschen helfen kann und somit geeignet ist, sehr viel Schaden von dem deutschen Volk abzuwenden – sogar Schaden in Billionenhöhe.

Mit besten Grüßen: Ihr Eifelpilosoph, Leistungsträger im Entsorgungszustand

 

 

 

Die Private-Health-Organisation über Schulessen: Die Machenschaften der Schulen.

Hier schildert die Private-Health-Organisation in ca.13 min. wie Schulen vorgehen können um zu vertuschen, was Schülern als Mahlzeit angeboten wird. Der Spießrutenlauf einer Mutter die sich um die Gesundheit ihres Kindes sorgte. Eine Geschichte in der die Schule, der Caterer, Ämter, Bürgermeister und der Verbraucherschutz auf ganzer Linie versagt haben. Eine Seltenheit?!..wohl kaum…

 

Die überforderten Kinder – Wie unsere Kinder „abgerichtet“ werden

Erst kürzlich hatte ich eine interessante Unterhaltung mit guten Bekannten, machen wir öfter mal, um uns auszutauschen, über „Gott und die Welt“. Doch diesmal ging es sprichwörtlich um die Zukunft, oder besser gesagt, es ging schlicht weg um die Zukunft unsere Kinder und wie ihr Alltag so aussieht. Und unterm Strich der Unterhaltung kamen wir unter anderem zu dem Ergebnis, dass der Alltag der Kinder, schnell zum Alptraum werden kann, sie unterliegen einem enormen Druck. Haben Sie liebe Leserinnen und Leser schon einmal darüber nachgedacht?

Wenn sich die Kinder nicht wie gewünscht entwickeln oder ihre Leistungen nicht den Erwartungen von Eltern entspricht, dann steigt der innerliche Druck auf unsere Kinder, jede schlechte Note ein Drama und oft kann dies in Hysterien enden.

Immer höher – schneller –weiter, immer ganz vorne sein, am besten der ERSTE, denn als ZWEITER  zählt man heut zu Tage schon als VERLIERER, so werden wir als Eltern täglich manipuliert. Leichtgläubig hören wir auf die Wichtigtuer von Wirtschaft, Gesellschaft und Medien, die uns glauben machen wollen, dass nur der ERSTE, der BESTE, die Leistungsträger in der Gesellschaft sind, der ZWEITE und DRITTE, taugt nur noch für minderwertige Tätigkeiten. Und weil wir uns leicht manipulieren lassen, merken wir oft nicht, wie wir diesen Unsinn, diesen Druck an unsere Kinder weiter geben. Da wird unseren Kinder aus allen Richtungen klar gemacht, dass wenn man nicht der ERSTE ist, keine Zukunft hat, später im Leben und dann nur noch als Kassiererin von Supermärkten, Taxifahrer oder Industriearbeiter ihr Leben fristen müssen. Viele Kinder und Jugendliche arbeiten für die Schule so viel wie Erwachsene in Vollzeitjobs. UNICEF zu Folge verbringen viele Schüler rund 38,5 Stunden pro Woche mit ihren Schulsachen – die Kleinen weniger, in den Klassen 9 bis 13 gibt es aber auch schon mal Wochen mit 45 Stunden.

Abartige Auffassungen, in der Sorge um die Kinder, haben sich wie selbstverständlich bei Mutti und Vati breit gemacht und bestimmen den Alltag von Kindern.

„Chinesisch für Babys, Managerkurse für Kleinkinder, Yoga in der Krippe“ – zwischen Geigenstunde, Frühenglisch und Schulaufgaben. Aus Sorge um die Zukunftschancen ihrer Kinder, setzen immer mehr Eltern ihre Kinder einem ungeheuren Leistungsdruck aus. Ich denke wir sollten uns die Frage stellen, wofür das Alles und WER hat Interesse daran, an all den Unsinn, Manipulation der Eltern und Kindern. Die Antwort liegt auf der Hand. Unsere Kinder sollen vorbereitet werden für den Krieg, welche wir Eltern bereits führen. Denn Krieg ist die angemessene Beschreibung für die gegenwärtige gesellschaftliche, wirtschaftliche Situation der Eltern und  für die Zukunft, in der unsere Kinder leben müssen.

Die  gegenwärtige und zukünftige gesellschaftliche, wirtschaftliche Situation für uns Eltern und Kinder ist immer mehr von Aggressivität geprägt, sie ist sehr unsolidarisch und vor allem auf Kurzfristigkeit festgelegt. Es geht heute nur noch darum, dass maximale, auf Kosten der Anderen herauszuholen, ohne Rücksicht auf Anderen und hierfür ist jedes Mittel recht.

Und so sollen unsere Kinder „abgerichtet“, nicht vorbereitet werden, für den Kampf und Krieg der ihnen von Meinungsmachern, Wirtschaftsbossen, Managern und der Politik aufgezwungen wird. Also, liebe Leserinnen und lieber Leser, wenn Sie Kinder haben, hier noch einen Rat, Eltern und Kinder sind keine Maschinen, auch Maschinen brauchen auch mal einen Service, Eltern und Kinder brauchen auch Phasen der Ruhe, sehen Sie es gelassener.

Gönnen Sie sich und Ihren Kindern zwischendrin mal einen Ruhetag. „Selbst Gott gönnte sich am siebten Tag einen Ruhetag“ und hören Sie nicht auf die welche Sie manipulieren wollen, denn die denken nämlich nur in erster Linie nur an sich und ihre Interessen selbst.

In diesen Sinne, ein schönes Wochenende mit Ihren Kindern

 

 

 

Vom Mittelstand direkt nach Hartz IV … auch dann, wenn man wirklich alles richtig macht und beim Jobcenter selbst arbeitet

Samstag, 29.12.2012. Eifel. Bei der Hitliste der größten Lügen der deutschen Bundesregierung in den letzten zwanzig Jahren ist sicherlich die Lüge über die wahren Arbeitslosenzahlen auf Platz 1 zu setzen. Nirgendwo wird mehr gelogen als in diesem Bereich - unter Mitwirkung der gesamten schreibenden Nachrichtenzunft in Deutschland. Das hat auch seinen guten Grund: würden wir wirklich realisieren, das nur noch 17 Millionen Menschen in der echten Wirtschaft Unterschlupf finden (und schon ab einer Arbeitszeit von nur 21 Stunden als "Vollzeitkräfte" gelten - was die Zahl der wirklich noch "echt" arbeitenden Menschen nochmal deutlich reduziert), dann hätten wir Unruhe an den Märkten. Das können wir aber gerade gar nicht gebrauchen - das können wir eigentlich nie gebrauchen. Wenn sich ein Georg Diez im Spiegel über die Tagesschau aufregt und sie zum "Volkserziehungs-TV" erklärt, dann ist das sicher richtig, verkennt aber den eigentlichen therapeutischen Wert der Sendung: sie ist dazu da, die Märkte zu beruhigen. Unsere wahren Herrscher, unser wirklicher Souverän, unsere Hoheiten sind nämlich leicht zu beunruhigen - und wenn die unruhig werden, wird es schlimm für alle: Arbeitsplätze werden in Massen abgebaut, damit das richtig weh tut, wird der Sozialstaat (gerade dann, wenn man ihn mal braucht) abgeschafft und der Druck auf Arbeitslose nimmt zu ... so lange, bis sie alle zusammenbrechen. Da das keiner will, müssen die wahren Daten über die wirtschaftliche Situation Deutschlands verschleiert werden ... ebenso wie die wahren Geschichten über Menschen, die in die Hartz IV-Falle geraten.

Samstag, 29.12.2012. Eifel. Bei der Hitliste der größten Lügen der deutschen Bundesregierung in den letzten zwanzig Jahren ist sicherlich die Lüge über die wahren Arbeitslosenzahlen auf Platz 1 zu setzen. Nirgendwo wird mehr gelogen als in diesem Bereich – unter Mitwirkung der gesamten schreibenden Nachrichtenzunft in Deutschland. Das hat auch seinen guten Grund: würden wir wirklich realisieren, das nur noch 17 Millionen Menschen in der echten Wirtschaft Unterschlupf finden (und schon ab einer Arbeitszeit von nur 21 Stunden als „Vollzeitkräfte“ gelten – was die Zahl der wirklich noch „echt“ arbeitenden Menschen nochmal deutlich reduziert), dann hätten wir Unruhe an den Märkten. Das können wir aber gerade gar nicht gebrauchen – das können wir eigentlich nie gebrauchen. Wenn sich ein Georg Diez im Spiegel über die Tagesschau aufregt und sie zum „Volkserziehungs-TV“ erklärt, dann ist das sicher richtig, verkennt aber den eigentlichen therapeutischen Wert der Sendung: sie ist dazu da, die Märkte zu beruhigen. Unsere wahren Herrscher, unser wirklicher Souverän, unsere Hoheiten sind nämlich leicht zu beunruhigen – und wenn die unruhig werden, wird es schlimm für alle: Arbeitsplätze werden in Massen abgebaut, damit das richtig weh tut, wird der Sozialstaat (gerade dann, wenn man ihn mal braucht) abgeschafft und der Druck auf Arbeitslose nimmt zu … so lange, bis sie alle zusammenbrechen. Da das keiner will, müssen die wahren Daten über die wirtschaftliche Situation Deutschlands verschleiert werden … ebenso wie die wahren Geschichten über Menschen, die in die Hartz IV-Falle geraten.

Wir haben nun schon einige dieser Fälle veröffentlicht … und ich habe mir die Kritik an diesen Fällen sehr genau angeschaut. Manchmal ist mir geradezu schlecht dabei geworden. Ist schon irgendwann mal jemand aufgefallen, wie Hartz-IV-Abhängige in diesem Land öffentlich dargestellt werden? Sie sind die Aussätzigen der Neuzeit. Als mein Onkel Rentner wurde (ziemlich früh allerdings, mit 54 Jahren und einem Berg von Geld als Abfindung), hat er sich in der vornehmen Gesellschaft der Familie seines Schwiegersohns als „Arbeitsloser“ vorgestellt – er neigt zu solchen derben Scherzen … wofür ich ihn sehr mag.

Der Effekt war durchschlagend, er hätte auch sagen können: „Guten Tag, mein Name ist Klaus-Dieter Schwurbel, ich habe Aids, Lepra, Hepatitis B und einige durch die Luft übertragbare Geschlechtskrankheiten, die der Medizin noch nicht bekannt sind, außerdem sitze ich normalerweise wegen unkontrollierbarer  Gewalttätigkeit infolge wahnhafter, psychotischer Schübe in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie in Bonn ein und bin wegen meiner notorischen Kleptomanie bekannt, die nur durch meinen Alkoholismus gebremst wird“.

Wer so in der Gesellschaft wahrgenommen wird, der hat bald keine andere Chance mehr, als sich Gesellschaft in Form von Tieren zu verschaffen. Aktuell greift Siybille Berg diese Menschen im Spiegel auf … in einer wohlgemeinten Phantasie, die erkennen lässt, das sie viel Verständnis für jene Menschen hat, die finanziell so weit unter ihr stehen:

Da sind andere wie ich, von keinem gemocht, von der Welt nicht benötigt, vom Kapitalismus aussortiert. Alleine in einer Wohnung hockend, aus dem Fenster starrend. Ich bin nicht alleine, die Welt hat sich nicht gegen mich verschworen. Ich bin ihr nur einfach egal.

Man wird vielen egal, wenn man ganz unten ist. Tiere sind da besser als Menschen – sie achten nicht auf die Kontostände, wenn sie Zuwendungen verteilen – das kann manchmal Leben retten. Psychologen und Psychiater empfehlen deshalb einsamen Menschen, sich ein Tier anzuschaffen, für das man da sein kann. Es ist also wahrlich nichts Besonderes, wenn Arbeitslose sich Tiere halten: über drei Millionen der 42 Millionen Jobcenterkunden haben schon überhaupt keine Chance mehr, wie der Spiegel aktuell berichtet.

Eine dieser Arbeitslosen möchte ich heute mal vorstellen. Sie hat keine vier Kinder, kämpft nicht gegen das System, will einfach nur eins: Arbeit. Diesen Text hat sie  zwischen ein paar Bewerbungen verfasst, ich habe ihn nicht verändert (es gab allerdings ganz wenige Flüchtigkeitsfehler … die sind jetzt fort).  Es ist die Geschichte eines ganz normalen Menschen, wie es sie in diesem Land zu Millionen gibt … und wie man sie nie in den Medien zu lesen bekommt. Es ist die Geschichte eines Menschen, der sogar beim Jobcenter selbst gearbeitet hat … und so nebenbei ein paar Einblicke vom Innenleben des Jobcenters vermitteln kann.

Dieser Mensch bleibt absolut anonym. Auch wenn jetzt tausend Leute helfen wollen – ich gebe die Adresse nicht heraus. Sucht andere Wege. Und jetzt: eine ganz normale Geschichte, wie der deutsche Mittelstand sich mit Fleiß, Tüchtigkeit, überdurchschnittlichem Einsatz und Arbeitswillen direkt nach Hartz IV vorarbeitet:

 

Am Anfang muss ich erst mal ein wenig ausholen, denn wie mir irgendwann klar geworden ist, fing da Ganze ja schon vor ein paar Jahren an:

Damals arbeitete ich für eine bekannte Autoverleihfirma in der Buchhaltung. Es hätte mich vielleicht misstrauisch machen sollen, dass es dort keine Angestellten gab, die in irgendeiner Gewerkschaft waren und nur zwei Angestellte (von ca. 40 allein in dieser Filiale) die Kinder hatten.

Wie auch immer, ich machte meine Arbeit gut und brachte mich voll ein, im Glauben an einen sicheren Arbeitsplatz und daran, dass sich Fleiß und Einsatz lohnen würden. Eine Zeitlang übersah ich einfach was wirklich los war: immer wieder mittags durcharbeiten, Überstunden ohne Ende, Bossing, das Betriebsklima unter aller Kanone.

Eine Kollegin und ich hielten zusammen und solange sie noch in der Firma war, war es auszuhalten. Doch dann wanderte sie aus und ich blieb zurück und hielt weiter durch (nebenbei suchte ich einen neuen Job, das war sehr schwer). Mir blieb auch nichts anderes übrig, als weiter durchzuhalten, denn der Verdienst war nicht gerade üppig und ich wollte nicht arbeitslos werden um mit noch weniger Geld da zustehen. Irgendwann sagten mir Bekannte wie schlecht ich doch aussehen würde, ob ich etwa krank wäre. War ich, doch das war mir damals nicht bewusst. Meine Seele litt, ich rutschte mit Riesenschritten in eine Depression, aber selbst wenn ich das bemerkt hätte, hätte ich es nicht zugegeben. In der heutigen Zeit muss man funktionieren oder man geht unter.

Meine Arbeitsleistung selbst ließ seltsamerweise nicht nach, aber zu Hause hatte ich kaum noch Kraft für den Haushalt, geschweige denn für solche Dinge wie Ausgehen, oder Freunde…. Auch hatte ich auf Arbeit nicht erkannt, dass eine neue Kollegin gegen mich integrierte. Im Nachhinein war es vielleicht besser so, denn sie schaffte es, dass ich gehen musste. (Ein halbes Jahr später wurde sie selbst gefeuert, wie ich erfuhr.)

 

Die Arbeitslosigkeit dauerte nicht lange und ich fand über eine Zeitarbeitsfirma wieder eine neue Stelle, vom Regen allerdings in die Traufe. Als Zeitarbeiter war man in dieser Firma ein Mitarbeiter zweiter Klasse, das bekam man deutlich zu spüren. Gleichzeitig wurde aber erwartet, dass man höhere Leistung brachte als die Festangestellten, obwohl man nur die Hälfte an Gehalt bekam. Mobbing? Natürlich, obwohl seit über vier Jahren kein Zeitarbeitnehmer mehr in eine feste Stellung übernommen worden war. Außerdem lauerte bereits ein anderer Konzern diesen Teil der Firma zu übernehmen und es wurde mit Windeseile daran gearbeitet den „Laden“ aufzuräumen. Jeder wusste es, in spätestens einem halben Jahr würde jeder Leiharbeiter gehen müssen. Wir waren nur Lückenbüßer. Also wieder einen neuen Job suchen.

 

Ich fand diesen auch, allerdings nur halbtags mit dem Versprechen, dass diese Stelle zu Vollzeit ausgebaut werden würde. Dann kam die Krise…. Schneller als ich dachte, wurde aus dem Stellenausbau ein Stellenabbau.

 

Nach wenigen Jahren wieder arbeitslos. Na gut, egal, ich würde schon wieder etwas finden. Ich wollte ja schließlich arbeiten und Geld verdienen. Und ja, nach kurzer Zeit fand ich eine Stelle in der Kindergeldkasse, allerdings befristet auf ein halbes Jahr. Ein paar Jahre früher, hätte ich eine befristete Stelle nicht mal in Betracht gezogen. (Und wie ich heute weiß, werden im öffentlichen Dienst die Stellen so gut wie immer nur befristet besetzt.) Zumindest die meisten Kollegen waren klasse. Die waren sogar selbst gefrustet, dass die Leute nur befristet wurden, denn das machte ihre eigene Arbeit auch nicht gerade leichter. Es kostet Zeit immer wieder neue Leute anzulernen. Übernahmen in eine feste Stellung erfolgten äußerst selten. Für mich bedeutete das: die Stelle antreten und nebenbei gleich wieder auf Arbeitssuche gehen.

 

Und ich war natürlich so naiv nicht zu erkennen, in welcher Spirale ich mich befand: Zeitarbeit, befristete Stellen…prekäre Jobsituation.

 

Danach, und ich schäme mich es zuzugeben, landete ich für ein weiteres halbes Jahr in einer anderen Behörde, die Arge. Nicht als Vermittlerin (obwohl auch hier die Neuen nur befristet eingestellt werden, so die Personalpolitik), ich hatte ja kein Studium vorzuweisen. Nein, in der Verwaltung fand ich sozusagen Verwendung. Ich fühlte mich auch nicht wohl, war ich doch seit Anfang an gegen Hartz IV gewesen, und jetzt arbeitete ich auch noch für diese Behörde. Aber ich behandelte die „Kunden“ wie ich auch selbst behandelt werden wollte, freundlich. Viel Kontakt hatte ich zwar nicht mit diesen Menschen zu denen ich später auch zählen sollte, aber für mich ist zumindest selbstverständlich freundlich zu grüßen und weiterzuhelfen, wenn jemand eine Frage hat. Uns als „Kunden“ zu bezeichnen, finde ich übrigens falsch, man wird ja nicht so behandelt. Alles geschieht unter Zwang. Gerne verwendet wird das Wort „Freiwillig“, zwei Sätze später wird dann mit Sanktionen gedroht. Was denn nun? Entweder etwas ist freiwillig, dann kann man ohne Konsequenzen ablehnen, oder es ist ein „Muss“, dann muss man mit Konsequenzen bei Nichteinhalten rechnen.

Wie auch immer, es gab hier durchaus Kollegen die auch die andere Schreibtischseite kannten und die Hilfesuchenden freundlich behandelten. Aber es gab leider mehr als genug Kollegen, die auf diese Menschen hinabblickten und sie entsprechend behandelten. Wenn ich dann bemerkte, dass man ja gar nicht wüsste, was diese Menschen mitgemacht hätten und weshalb sie in dieser Situation steckten, ja dass die meisten mit Sicherheit lieber einen guten Job hätten, wurde ich verständnislos angeschaut. Heute weiß ich, dass die Mitarbeiter der Jobcenter von oben indoktriniert werden, dass jeder Hartz-IV- Empfänger ein Schamrotzer sei, der sich Leistungen erschwindeln möchte, auf gut Deutsch: Jeder Hartz-IV-Empfänger will nur „bescheißen“! Auch dass die Hilfesuchenden bereits beim Eintreten in das Gebäude vom Sicherheitsdienst unfreundlich und abweisend behandelt werden, ist so gewollt!

 

Nun es kam, wie es kommen musste: Mitte 2010 trat ich meinen Gang zur Agentur für Arbeit an. Auf meine Bitte wurde mir zumindest ein 2-monatiger Weiterbildungskurs in SAP bewilligt, den ich auch sehr erfolgreich abschloss. Half nur leider nicht. Bewerbung um Bewerbung: erfolglos. Dass es nicht einfach werden würde, hatte ich ja geahnt, ich war ja bereits über vierzig, da gilt man in der Arbeitswelt inzwischen als zu alt. Das ist natürlich völlig lächerlich, vor allem im Büro. Ehrlich gesagt, inzwischen frage ich mich, ob ich mir nicht einfach mal einen Rollator leihen sollte und mit diesem zu einem Vorstellungsgespräch erscheinen…

 

Je mehr Zeit verstrich, desto depressiver wurde ich. Es konnte doch nicht angehen, dass ich keinen Arbeitsplatz fand. Schließlich wollte ich doch arbeiten, und jeder der arbeiten will, bekommt doch auch Arbeit. Lag es wirklich an meinem Alter, war ich zu dick oder zu dumm? Meine Zeugnisse waren schließlich gut, daran konnte es nicht liegen, oder doch? Meine Selbstzweifel wuchsen mit den Monaten, und die Angst vor Hartz IV.

 

Allein die Vorstellung Hartz IV beantragen zu müssen, war der pure Horror.

 

Dazu muss man vielleicht auch wissen, dass ich bereits als Jugendliche für ca. 3 Jahre in die Fänge der Sozialbehörden geraten war. Als ich 12 Jahre alt war, hatten sich meine Eltern getrennt und ließen sich scheiden. Mein Vater hatte daraufhin den Job geschmissen um nicht für Frau und Kinder zahlen zu müssen und so standen wir vor dem Nichts.

 

Obwohl es damals noch nicht so schlimm wie heute mit Hartz IV war, hatte ich mir geschworen, dass mir so etwas nie passieren würde (na ja, in dem Alter hat man noch viele Illusionen). Aus diesem Grund habe ich dann meine Ausbildung zur Bürokauffrau sehr ernst genommen und später auch Gelegenheiten zur Weiterbildung genutzt, war fleißig und mir auch nicht für Überstunden zu schade. Tja, das half dann am Ende auch nicht und es ärgert mich wahnsinnig, wenn sich Politiker hinstellen und es so darstellen, als wenn nur Menschen ohne Ausbildung in diesem menschenverachtenden System feststecken würden.

 

Dazu kam natürlich die Tatsache, dass ich, wenn auch nur kurz, für diese Behörde gearbeitet hatte. Man wurde vom Ex-Kollegen zum „Kunden“. Wie schon erwähnt, gibt es auch in den Jobcentern Mitarbeiter, die nicht jeden Hilfesuchenden für „Schmarotzer“ halten. Sie wissen dann auch, dass die wahren Schmarotzer jene Arbeitgeber sind, die so wenig Lohn zahlen, dass die Menschen „aufstocken“ müssen. Nicht zu vergessen jene, die sich Eingliederungshilfen zahlen lassen, um Menschen Arbeit zu geben. Wenn diese Hilfen dann wegfallen, die werden ja nur für einen gewissen Zeitraum bezahlt (meistens für ein halbes Jahr), werden diese Menschen vielleicht noch einen Monat weiterbeschäftigt (reines Alibi) und dann entlassen. Schwupps, sofort wird ein neuer Arbeitnehmer gesucht, der natürlich wieder nur „mit Eingliederungshilfe eingestellt werden kann“. Das wirklich Skandalöse dabei ist, dass die Jobcenter-Mitarbeiter wissen, dass diese Eingliederungshilfen skrupellos ausgenutzt werden. Eigentlich müssen diese Gelder nämlich zurückgezahlt werden, wenn die Menschen nicht mindestens um denselben Zeitraum weiterbeschäftigt werden, für den diese Eingliederungshilfen gezahlt wurden. Die meist fadenscheinigen Gründe für die Entlassung werden erst gar nicht angezweifelt oder untersucht. Da geht man einfach drüber hinweg. Die meisten Arbeitgeber kommen damit durch.

 

Aber auch nicht alle Mitarbeiter der Jobcenter kommen ungeschoren davon. Diejenigen, die noch sozial engagiert sind und sich auch für die Hilfesuchenden einsetzen möchten, werden entweder psychisch krank (wie meine Freundin, die über ein Jahr brauchte um wieder auf die Beine zu kommen und sich dann versetzen ließ), oder bewerben sich nach kurzer Zeit wieder auf andere Stellen. Jetzt sollte sich auch niemand mehr über die Mitarbeiter der Jobcenter wundern, es bleibt ja meist nur der „Bodensatz“ zurück. (Okay, das ist jetzt vielleicht gemein).

 

Jetzt sind ein wenig die Pferde mit mir durchgegangen. Entschuldigung dafür, aber ich habe mich entschieden, dies jetzt so zu belassen.

 

Also, vier Wochen vor offizieller Beantragung von Hartz IV (an dem ich beantragen müsste) und ich falle in ein tiefes Loch. Muss mich anstrengen und zusammenreißen. Schließlich brauchen mich meine Katzen und meine Mutter. Vielleicht findet sich ja doch noch rechtzeitig ein neuer Job. Meine (einzig verbliebene) Freundin drängt mich, zur Behörde zu gehen, sonst bekäme ich nicht rechtzeitig Geld.

Ich kann nicht.

 

Ein Tag vor dem offiziellen Termin. Ich schaffe es immer noch nicht zum Jobcenter zu gehen. Meine Mutter und meine Freundin bedrängen mich weiter. Es geht trotzdem nicht. Seit einer Woche denke ich unentwegt über Selbstmord nach.

 

Drei Wochen nach dem offiziellen Termin. Meine Mutter und meine Freundin nehmen mir das Versprechen ab, am nächsten Tag zum Jobcenter zu gehen. Mir ist kotz übel. Ich denke an meine Katzen und weiß, ich habe keine Wahl mehr. Sie müssten hungern.

 

Nächster Tag. Ich konnte kaum schlafen und habe Kopfschmerzen. Meine Hände zittern und mir ist schlecht, aber ich fahre. Ich habe es versprochen und ich halte meine Versprechen.

Der Sicherheitsdienst, ein Kahlkopf mit stechendem Blick, ist ausgesprochen unfreundlich. Dies löst sofort eine Abwehrhaltung in mir aus. Das ist ein Neuer wie ich erfahre, der ist so. Irgendwie schaffe ich es durch diesen Behördengang. Als ich nach Hause komme bin ich völlig erschöpft.

 

Seitdem muss ich mit Hartz IV leben. Ich habe seitdem diverse Mitgliedschaften bei Tierhilfsorganisationen kündigen müssen, das ging ja nicht mehr. Zeitungen und Zeitschriften kann man sich auch nicht mehr leisten, da muss dann das Internet herhalten. Man kann auch nicht das essen, worauf man Lust hat (wobei das auch schon vorher keine Luxus-Lebensmittel waren), man achtet eigentlich nur noch auf den Preis. Klamotten? Das ist gar nicht mehr drin. Handy? Vertrag gekündigt, ist nicht lebensnotwendig und kostet zu viel. Meinen alten Corsa habe ich versucht solange wie möglich zu halten. Schließlich verlangen die meisten Arbeitgeber heutzutage, dass man ein Auto hat, selbst wenn man nur im Büro arbeitet. Doch dann war der TÜV fällig und mit ihm notwendige Reparaturen. Das war nicht bezahlbar, also Auto ade.

 

Das sind nur einige Dinge die einem mit Hartz IV blühen. Ich lebe in ständiger Angst, dass ein wichtiges Gerät seinen Geist aufgeben könnte. Eine Reparatur des Kühlschranks oder Computers etwa oder gar eine Neuanschaffung. Das könnte ich niemals stemmen. Oder noch schlimmer, wenn eine meiner Katzen krank würde.

 

Das einzig Gute in meiner Situation ist meine Freundin. Wenn sie mich nicht mal auf einen Kaffee oder auch zum Essen einladen würde, hätte ich gar keine Teilhabe am öffentlichen Leben mehr.

 

Und so geht es Millionen von Menschen in diesem unserem Lande. Vielen geht es sogar noch schlechter als mir. Ich meine zum Beispiel die chronisch Kranken, die von den Jobcentern fertig gemacht werden.

 

Zumindest konnte ich den beiden wichtigsten Menschen in meinem Leben und meinen Katzen eine Kleinigkeit zu Weihnachten gönnen, in dem ich eine kleine technische Spielerei (gekauft in besseren Zeiten) verkauft habe. Ein Baum war nicht mehr drin, aber ein Adventsgesteck bietet auch ein wenig Lichterglanz.

 

Du siehst, lieber Eifelphilosph, meine Geschichte ist wirklich nicht besonders drastisch oder dramatisch. Es gibt weit schlimmere Schicksale. Das Tragische ist, meiner Meinung nach, dass es Millionen Menschen so oder ähnlich ergeht, und dass es zur Normalität verkommt. Noch schlimmer ist, dass Menschen wie wir gebrandmarkt sind als Taugenichtse, Nichtskönner, Faulenzer und Schmarotzer. Das ist menschenunwürdig. Und deshalb bin ich froh, dass es doch noch Menschen wie Dich gibt, die sehen, dass Hartz-IV-Empfänger auch Menschen sind.

 

Wäre ich allein, würde ich stärker dagegen angehen, aber ich habe eine große Verantwortung meiner Mutter (mit kleiner Rente) und meinen Katzen gegenüber. Wie schon in einer e-mail beschrieben, wird es mir oftmals zu viel, aber dann mache ich doch wieder weiter. Mein Seelenleben hat jedenfalls sehr gelitten und mir wurde nahe gelegt, mir doch Hilfe von einem „Seelenklempner“ zu suchen. Doch das ist mir nicht sehr geheuer…

Vielen Dank für diese Zeilen – und wieder mal ein persönlicher Dank an jenen Leser, der bis hierher durchgehalten hat. Mich hat dieses Schicksal sehr fasziniert, weil es so normal ist. Die Geschichte ist nicht drastisch oder dramatisch … sie ist völlig normal. Die Mehrheit der Deutschen kennt dieses gewerkschaftslose Arbeitsleben, in dem man alles gibt, weil man den Leitsatz der Zeit verstanden hat:

In der heutigen Zeit muss man funktionieren oder man geht unter.

Die Mehrheit der Deutschen merkt auch, das Depressionen zur Volkskrankheit werden, weil alle die gleichen Arbeitsbedingungen haben. Ich halte diese Lebensgeschichte für eine sehr wichtige Geschichte, darum ein Aufruf an die Leser hier – vor allem an diejenigen, die für den „Spiegel“ und die „Welt“ arbeiten (ja, ich weiß das ihr hier lest. Seit doch heute mal mutig, und veröffentlicht diese Geschichte. Doch doch … „Analysetools“ haben Euch zweifelsfrei ausgemacht, jetzt versteckt euch mal nicht, hat keinen Sinn mehr): verbreitet sie weiter.

Das ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern das TYPISCHE DEUTSCHE ARBEITNEHMERSCHICKSAL im Jahre 2012. Ein Mensch, der alles richtig gemacht hat, ein Mensch, der genau die richtige Einstellung hat, keine Kinder, keine Freunde, keine teuren Hobbys – jemand, der NUR FÜR DIE ARBEIT LEBT … und dafür – wie alle anderen auch – einen sehr hohen Preis bezahlt hat. Gut, dieser Mensch pflegt noch seine Mutter … aber ein paar Fehler darf man ja wohl noch haben: schließlich ist er bzw. sie auch nur ein Mensch.

Das ist der Weg, der inzwischen allen droht: Vollzeitjob-Leiharbeit-Arbeitslos – drei Schritte zur völligen sozialen Vernichtung.

Und ich will jetzt kein Gemecker hören, weil da noch Katzen leben: Menschen haben in diesem Leben schon längst keinen Platz mehr – ist halt das normale Hartz IV-Schicksal – das Schicksal eines ganz normalen Menschen, der einfach nur arbeiten will, alles richtig macht und trotzdem aussortiert wird.

Ja … „über 40“ zu sein war schon vor zehn Jahren ein Makel.

Heute ist dies kein Makel mehr … sondern ein existenzgefährdender Zustand, ebenso wie die Mitgliedschaft bei einer Gewerkschaft oder die Tatsache, das man Kinder zu versorgen hat.

 

 

Die Bestie Mann als Feind der Menschheit … Erfahrungen aus dem deutschen Alltag

Freitag, 19.10.2012. "Nordkorea droht mit Angriff ohne Vorwarnung" - schreibt heute der Spiegel. Als ob wir nicht schon genug Weltkriegsgefahren durch den Konflikt zwischen China und Japan oder Syrien und der Türkei hätten. In der Türkei sieht man ja schon den gottlosen Westen als globalen Verlierer des 21. Jahrhunderts an, das weitgehend ohne ihn gestaltet werden wird (siehe Welt) - das hört sich nicht gerade danach an, als würde man die laufenden Konflikte deeskalieren wollen. Die ganze Welt marschiert zunehmen in einen Wahn hinein, den im Prinzip superreichen Deutschen drohen zunehmend Altersarmut - auch aufgrund drastisch reduzierter Renten wegen Erwerbsminderung (siehe Welt), Obdachlosigkeit wegen Wohnungsmangel kombiniert mit Mietpreisexplosionen - das Wort Wucher scheint man hier nicht verwenden zu wollen (siehe Handelsblatt) oder auch einfach, weil sie heute schon arm sind - wie aktuell 15,8  Millionen Menschen (siehe Welt).  Manche Deutsche sterben auch einfach an leicht zu behebenden Krankheiten wie das zwanzigjährige Modell Jennifer Schermann (siehe Welt). Sie teilt das Schicksal mit einem Arbeitskollegen von mir, der ach so stolz darauf war, das er sich niemals krank schreiben lies. Leider war ihm (und all den anderen so "mutigen" und "fleißigen" Idioten, die jedes Jahr daran krepieren), nicht bekannt, das die harmlosen Viren gerne den Herzmuskel angreifen, wenn man dem Körper nicht Zeit und Ruhe gibt, die Viren zu entsorgen.  Und während all diese Nachrichten unseren desaströsen Alltag begleiten, habe ich nur ein einziges Problem: den deutschen Mann.

Freitag, 19.10.2012. „Nordkorea droht mit Angriff ohne Vorwarnung“ – schreibt heute der Spiegel. Als ob wir nicht schon genug Weltkriegsgefahren durch den Konflikt zwischen China und Japan oder Syrien und der Türkei hätten. In der Türkei sieht man ja schon den gottlosen Westen als globalen Verlierer des 21. Jahrhunderts an, das weitgehend ohne ihn gestaltet werden wird (siehe Welt) – das hört sich nicht gerade danach an, als würde man die laufenden Konflikte deeskalieren wollen. Die ganze Welt marschiert zunehmen in einen Wahn hinein, den im Prinzip superreichen Deutschen drohen zunehmend Altersarmut – auch aufgrund drastisch reduzierter Renten wegen Erwerbsminderung (siehe Welt), Obdachlosigkeit wegen Wohnungsmangel kombiniert mit Mietpreisexplosionen – das Wort Wucher scheint man hier nicht verwenden zu wollen (siehe Handelsblatt) oder auch einfach, weil sie heute schon arm sind – wie aktuell 15,8  Millionen Menschen (siehe Welt).  Manche Deutsche sterben auch einfach an leicht zu behebenden Krankheiten wie das zwanzigjährige Modell Jennifer Schermann (siehe Welt). Sie teilt das Schicksal mit einem Arbeitskollegen von mir, der ach so stolz darauf war, das er sich niemals krank schreiben lies. Leider war ihm (und all den anderen so „mutigen“ und „fleißigen“ Idioten, die jedes Jahr daran krepieren), nicht bekannt, das die harmlosen Viren gerne den Herzmuskel angreifen, wenn man dem Körper nicht Zeit und Ruhe gibt, die Viren zu entsorgen.  Und während all diese Nachrichten unseren desaströsen Alltag begleiten, habe ich nur ein einziges Problem: den deutschen Mann.

Zugegeben: ich bin selber einer. So rein biologisch gesehen. Betrachtet habe ich mich nie als solcher, gehe auch in keine Männergruppen, alldieweil ich glaube, das es sehr viel wichtigere Probleme in dieser Welt gibt.

Das … war ein Irrtum.

Um den zu beschreiben, muss ich aber ein wenig ausholen. Wie andernorts mal nebenbei erwähnt, experimentiere ich ja in meinem Privatleben gerne mit alternativen sozialen Organisationsformen – auch um selbst sich ändernden politischen und gesellschaftlichen Realitäten gewachsen zu sein. Nebenbei bin ich auch alleinerziehend (ein bedauernswerter Umstand, der sich nicht vermeiden ließ) – und da kam mir doch gleich die Idee, das es doch etwas ganz Sinnvolles sei, was für die Alleinerziehenden aufzubauen: ein Netzwerk für gegenseitige Unterstützung und  Hilfeleistung.  Im Kleinen machen wir das ja schon seit sieben Jahren in unserer Hausgemeinschaft mit wechselnder Besetzung – und es waren nur Frauen, die hier mit mir wohnten.  Das tat meinen Jungs auch ganz gut.

Voller Freude ging ich also erstmal in die nächstgelegene Stadt, um mich dort beim Verein der Alleinerziehenden umzuhören.  Mittelfristig hatte ich auch ein Wohnungsangebot dabei – sechs Zimmer, zwei Duschen, ein Bad, zwei weitere Toiletten, Kaminanschluss, Garage, Nebengebäude, zwei Dachbodenräume, mitten im Naturschutzgebiet weitab von störenden nörgelnden Nachbarn in unberührter Natur für 325 Euro kalt – normal immer ein Knaller … denn das ist nur das halbe Haus.  Nicht jedoch … bei den alleinerziehenden Frauen im Verein. Mein Wohnangebot hat nämlich einen gewaltigen Nachteil:

In diesem Haus wohnt ein Mann (und zwei weitere wachsen nach).

Ich hätte gerne mein Gesicht gesehen, als man mir dies mitteilte. Ich habe jahrelange Erfahrung in der Personalführung – und sehr engem Personaltraining – da gehört es zur berufsbedingten Professionalität, mit Frauen (auch wenn es bildhübsche, willige Photomodelle sind) ebenso professionell und distanziert umzugehen wie z.B. mit Männern die man überhaupt nicht leiden kann. Nie hätte ich gedacht, das mich mein Geschlecht diskreditieren kann. Es kam aber noch schlimmer … man bot mir an, mein Angebot an die (wenigen) Männer im Verein weiterzuleiten – vielleicht wäre es für die ja interessant. Wie bitte schön kann man von mir erwarten, das ich – gerade frisch konfrontiert mit der prinzipiellen Bedrohlichkeit der Bestie Mann – ein solches Scheusal in meinem Haus aufnehme? Hier wohnen doch auch Kinder…

Nun kehrte ich zurück aus der großen Stadt mit meinen frisch gewonnenen Erfahrungen. Na ja, dachte ich mir, schon Woody Allen hatte seinerzeit deutlich demonstriert, wie neurotisch der Stadtbewohner ist.  Die haben dort ja auch am Tag mehr Vergewaltigungen als wir hier in den letzten zehn Jahren, das sollte man berücksichtigen.

Wohlgemut fuhr ich also mit diesen und anderen Erfahrungen fort, meine Idee im Lande zu verbreiten. Schön, das es da auch einen Verein gab, der Nachbarschaftshilfe auf größerem Niveau professionalisieren wollte. Ein Netzwerk Eifeler Familien, die sich gegenseitig unterstützen. Alleinerziehende waren da weniger im Fokus, alldieweil die nicht abends zur Vereinssitzung anreisen können – immerhin sind ja die Bambini zu Hause.  Ich hätte auch Räume zur Verfügung stellen können, in denen sich die betroffenen Eltern samt Kinder hätten kennenlernen können, aber … wieder hatte ich nicht daran gedacht, das ich eine Bestie bin. Anlaufstelle für Alleinerziehende: ja – aber nur für Männer.

Da ich nun weit und breit der einzige Mann bin, der alleinerziehend ist (Kinder bleiben hier grundsätzlich traditionsgemäß im Trennungsfall bei der Mutter, mein Fall wird oft genug als „unerklärliches Wunder“ bestaunt, für das ich täglich dreißig Dankgebete sprechen soll), war diese Arbeitsgruppe schnell gegründet, vollständig und abgeschlossen: seitdem betreue ich mich selber ganz gut in dieser Hinsicht, obwohl mir etwas mulmig dabei ist, so eng mit der Bestie Mann arbeiten zu müssen. Die automobillosen Mütter jedoch, die morgens auf der Arbeit von der Schule angerufen werden, das sie „SOFORT“ ihre krank erscheinenden Kinder abholen müssen, warten immer noch vergeblich auf Hilfe. Schade auch – aber hier kann vielleicht das Jobcenter der Gegend helfen. Die fanden die Idee klasse, dringend notwendig und haben auch kein Problem damit, sich vorstellen zu können, das Männer und Frauen auf rein geschäftlicher Basis miteinander kooperieren können.

Nun bin ich ja noch umtriebiger und fand recht bald Menschen, die ganz tolle Ideen hatten: einen Kindergarten zu gründen, der mehr die Bedürfnisse der Eltern denn die Bedürfnisse der Angestellten und der Behörden erfüllt. Zudem wollte man auch mehr alte und junge Menschen zusammenbringen und so die bislang sorgfältig gezüchteten Generationenschranken durchlässiger machen. Ein Kindergarten, 24 Stunden am Tag geöffnet, sieben Tag im Jahr – auch Feiertags, Weihnachten und Sylvester. Es gab nach einer kleinen Umfrage 80 Eltern (mehr, als wir zu dem Zeitpunkt hätten stemmen können), die Bedarf dafür hätten, die nötigen Erzieherinnen hatten wir auch schon und die Geldmittel waren ebenfalls in Reichweite (nur die Kostenträger samt Bürgermeister wanden sich bei dem Gedanken – und klagten darüber, das es keinerlei Bedarf gäbe. Die Umfrageergebnisse mit den achtzig Interessierten wollten sie trotzdem gern kostenlos haben).

Da kam mir ein verwegener Gedanke. Ich bin Vater von sieben Kindern, habe schon mit fünfzehn Jahren Jugendarbeit gemacht (auch mit Mädchen!), arbeite aktuell als Lerntherapeut und bin von Kindern sehr begeistert. Schaut man sie sich genauer an, so sind es wunderbare Wesen, die an ganz kleinen Dingen Riesenfreude haben können und ganz tolle Charaktereigenschaften mit sich bringen … bis die Erwachsenen anfangen, sie zu deformieren. „Junge, Dein Papa hat zwar keine Zeit für Dich, aber dafür hast Du das teuerste Handy in der ganzen Klasse“ – das hat dann Konsequenzen. Wenn Mama den Sohnemann als Partnerersatz aufbaut (oder Papa die Tochter), dann ist das ebenfalls alles andere als lustig – und den letzten Rest kindlicher Lebensfreude baut das staatliche Bildungssystem mit tödlicher Sicherheit ab.

Da mir nun noch die Klagen von Politikern in den Ohren lagen, das es doch so wenig Männer in der Erziehung gab, kam mir ein verwegener Gedanke. Man kann schon ahnen, welcher: ich könnte doch selbst auch als Kindergärtner mitarbeiten. Mittelfristig wäre mir eine berufliche Alternative ganz lieb – man merkt schon, das in Deutschland Kinder Mangelware werden. Außerdem hat mir die Lektüre einiger zentraler Werke moderner Pädagogik mühsam klar gemacht, das Männer in der Tat wichtige Rollen für heranwachsende kleine Menschen haben. Männer sind auch Menschen, sie haben eigene Qualitäten, die zum Beispiel Kinder dazu ermutigen, sich selbst wesentlich mehr zuzutrauen, wenn sie mit Papa unterwegs sind als wenn die nur der gluckenden Mutter ausgeliefert sind. Dazu gibt es sogar Studien – wenn das jetzt mal  nicht ein überzeugendes Argument ist.

Das Echo unseres Vereins war jedoch tödlich.

Wie kann ich nur daran denken: ich bin ein Mann!

Gut, es gab Beifall für den Gedanken von den ausgebildeten Erzieherinnen. In der Tat wäre es auch sehr sinnvoll, Männer als Erzieher zu haben, hieß es da – aber praktisch besteht da keine Chance. Mir wurden Geschichten aus dem Arbeitsalltag erzählt, wo hochgebildete Eltern ihre Kinder aus dem Kindergarten genommen haben, weil (Iiiiiiiiiiiiiihhhhhhh) ein Mann mit dem kleinen Kind auf dem Teppich herumbalgte. Keine Einrichtung möchte sich einer solchen Kritik aussetzen – oder solchem Gerede: „Man stelle sich doch wirklich einmal vor, die lassen dort Männer arbeiten. Mit KINDERN.

Gut, die eine oder andere Erfahrung hätte ich ja locker wegstecken können …. aber so insgesamt in kurzer Zeit erlebt, stimmt das schon nachdenklich.

Was ist eigentlich dort draußen los?

Wenn hat das Wesen „Mann“ seinen Status als Mensch verloren?

Haben wir jahrelang gegen die Unterdrückung der Frau protestiert (und gearbeitet: ich war der erste, der es gewagt hat, gegen die Firmenpolitik zu verstoßen und Frauen einzustellen … Anfang der neunziger Jahre. Obwohl die Kinder kriegen können, was im Extremfall das Geschäftsergebnis der Abteilung deutlich nach unten verlagern und den Krankenstand in der Statistik drastisch hochtreiben kann), nur um letztlich einen Zustand zu haben, der die Verhältnisse einfach nur umkehrt?

Oder bin ich einfach mittlerweile  zu weit außerhalb der normalbürgerlichen Gesellschaft angesiedelt, das ich nicht mehr mitbekommen habe, das der Mann tatsächlich die Bestie ist, als die man ihn ansieht?

Immerhin – sehe ich die in der Einleitung geschilderten gesellschaftlichen Entwicklungen, so muss ich sagen: da sind überall Männer auf Photos zu erkennen. Goldman-Sachs, McKinsey, Taliban: alles Männer. Wer guckt Kinderpornos? Männer. Wer schießt in Uniform auf fremde Menschen? Männer. Wer leiht sich viel Geld, um damit Firmen aufzukaufen, Mitarbeiter ´rauszuschmeißen, Namen und Materialien zu verkaufen und den Gewinn davon für sich zu behalten? Männer.

Vielleicht haben „die da draussen“ ja recht – und auf der Welt herrscht der ewige Friede, wenn erstmal alle Männer weggesperrt sind. Auf die Idee wäre ich so leicht nicht gekommen.

Oder sind wir vielleicht in den Augen der Türkei deshalb die Verliererkultur, weil wir insgeheim und nahezu unbemerkt einen Kult betreiben, der aus der Hälfte unserer menschlichen Gemeinschaft Ungeheuer macht?

Die möglichen und notwendigen Spekulationen dazu überlasse ich aber gern den zuständigen Verschwörungssanalytikern.

 

 

DER VERBRAUCHER: Feind der Menschheit. Über Vernichtung durch Arbeit.

DER VERBRAUCHER: Feind der Menschheit. Über Vernichtung durch Arbeit.

Mittwoch, 29.8.2012. Eifel. Der kurze Sommer ist vorbei, das Thermometer zeigt sieben Grad. Kirschen gab es in diesem Jahr nicht, im näheren Umkreis haben die Kirschbäume schon vor Monaten angefangen, die Blätter abzuwerfen. Weil die Kirschen ausfielen, machten sich die Vögel über die Johannisbeeren her: keine einzige blieb für uns übrig. Natürlich ist das ein ganz normaler Sommer – jedenfalls scheinen die Medien den Auftrag bekommen zu haben, dies zu vermitteln. Im Rolling Stone gibt es aktuell einen Artikel, der das etwas anders sieht: die Temperaturrekorde fallen in den USA tausendfach. Die Folgen der Brände in den USA für die Ernährung der Welt sind noch gar nicht absehbar, ohne Mais sind viele unserer Produkte undenkbar (auch wenn das nicht gerne kommuniziert wird).  Wir merken jeden Tag, das das Wetter verrückt spielt, das die Umwelt die Nase voll hat von uns Menschen – aber wir erfahren nicht viel darüber.

Man braucht wirklich nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, das es zum Thema „Umweltkatastrophe“ ein ähnliches Treffen im Kanzleramt gegeben hat wie zum Thema „Wirtschaftskrise“. Ach – schon vergessen? Am 8.10.2008 wurde unsere freie Presse zu Grabe getragen (siehe Freitag): die Kanzlerin bat die Chefredakteure der großen deutschen Medien zum Gespräch, um sie zu bitten, zurückhaltend über die Krise zu berichten – und die Damen und Herren folgten den Wünschen. Es ist so ziemlich die wichtigste Nachricht, die wir in den letzten zehn Jahren erhalten haben – und ich würde mir wünschen, das sie als Kopie an jeden Haushalt in Deutschland geht. Wer immer auch über „Verschwörungstheorien“ lacht, dem sollte angesichts dieses Treffens das Lachen im Halse stecken bleiben, handelt es sich hierbei im nichts Geringeres als eine Verschwörung von Regierung und Medien.

Gab es solche Treffen vielleicht auch zum Thema 11.9.2001? Zum Thema Irak und Afghanistan? Zum Thema Hartz IV?

Wir werden es nicht erfahren. Das einzige, was wir sicher wissen ist, das seit dem Tag die Möglichkeit besteht, das alle relevanten Nachrichten die wir erhalten von der Regierung gesteuert werden – als Belohnung gibt es dann fürs Ego ein Tänzchen mit der Kanzlerin auf dem Bundespresseball. Damit wäre die Zentralsteuerungshypothese (eine der großen Verschwörungshypothesen) mitten in Deutschland Realität geworden – alles im Dienste der Vernunft und der allgemeinen Abzocke bei Diäten, Arzthonoraren, Preisen und Bonuszahlungen.

Wer ist aber nun Schuld an der ganzen Misere?

Die Antwort auf die Frage ist einfach: DER VERBRAUCHER. Also wir alle. Das hören wir an allen Ecken und Enden, geben uns schuldbewusst und spülen deshalb noch schnell den Yoghurtbecher, bevor wir ihn in die Gelbe Tonne geben.

Jeder Kauf ist ein Produktionsauftrag – und deshalb trägt der Verbraucher selbst zu hundert Prozent die volle Verantwortung für den Untergang der Wirtschaft, der Umwelt und der Demokratie.

Das wirkt logisch und überzeugend.

Setzen wir uns dann aber mal ganz ruhig hin und denken nach, dann … werden wir etwas stutzig.

Wann haben wir eigentlich den Auftrag gegeben, Autobahnen zu bauen? Wann haben wir den Auftrag gegeben, Plastik zu erfinden? Wann gaben wir den Auftrag zur Entwicklung der Atombombe? Hätten wir wirklich den Individualverkehr gegen alle Vernunft so sehr ausgebaut wie heute, wenn wir von den Folgen gewusst oder Alternativen gehabt hätten? Hätten wir wirklich die antisoziale, isolierende und für maximalen Umweltschaden sorgende Einfamilienhauswohnkultur vorangetrieben, wenn man uns die Wahl gelassen hätte? Immerhin – in Zukunftsvisionen der sechziger Jahre gab es noch die Utopie vom Superhochhaus inmitten von wunderschönen naturbelassenen Parks, die über rein unterirdische Schienenwege versorgt wurden und ein Maximum an Lebensqualität bei einem Minimum an Umweltbelastung boten.

Wenn wir wirklich so allein verantwortlich sind für all den Konsum … wozu gibt es dann eigentlich Werbung? Wieso fließt soviel Geld, technisches Geschick und künstlerische Intelligenz in die Werbung, wo wir doch selbst bestimmen, was wir kaufen wollen?

Gehen wir weg von den großen Perspektiven und lieber hin zu den kleinen … den Kindern.

Schon mal gemerkt, wie intensiv die Fabrik um die Kleinsten wirbt, damit die ihren Massenmüll abnehmen? Ich habe aus diesen Gründen den Fernsehempfang komplett abgeschafft – und schauere zutiefst seit diesem Entzug, wenn ich mal wieder Kinderprogramm im Krankenhaus schauen darf: soviel geballte Manipulation mit Bildern, Klängen, Farben, Formen und Geschichten prallt da auf kleine, ungeformte Kinderhirne, die sich gerade mühselig in der Welt orientieren müssen, das man sich wundert, das das nicht verboten ist in einer Welt, die Videospiele verbieten will, weil sie für Amokläufe verantwortlich sein sollen.

Die Werbung ist auf jeden Fall verantwortlich für den Krieg auf den Schulhöfen, dort geht die Saat der Fabriken völlig auf, Abweichler werden mit psychischer und physischer Gewalt in Reih´ und Glied gebracht oder ins völlige soziale Abseits gedrängt, weil ihr Handy nicht trendy genug ist, sie es wagen, als „Takkolord“ am Lernort zu erscheinen oder die neusten Label nicht aufgenäht haben: alles gesteuert von der Werbung.

Die Bruttoinvestition in Werbung beträgt knapp 30 Milliarden Euro jährlich – in Deutschland. Ausgaben für die Grundsicherung (Hartz IV) betragen 33 Milliarden – man sieht: eine Verdoppelung des Regelsatzes wäre bei gleichzeitigem Abbau des Manipulationsetats der Fabriken möglich … und ich bin mir sicher, das dann auch die Ausgaben für unnützen Blödsinn enorm sinken.

Kehren wir aber zurück zum kleinen Mann auf dem Schulhof, der gerade hohes Ansehen genießt, weil er alles hat, was „in“ ist – inklusive Haargel. Der soziale Druck, der mit 30 Milliarden Euro erzeugt (und in vielen Berufen durch Arbeitsverträge flankiert wird), bleibt bestehen, wird durch die Personalbüros der Fabriken fortgesetzt und von einem Heer von Journalisten unterstützt: die Anzahl der modernen Blockwarte, die darauf achten, was man isst, trinkt, anzieht, wie und mit wem man wie schläft, wo man abends hingeht, was man in seiner Freizeit tut (man denke nur an den Leibesertüchtigungshype: „fit for job“) ist unermesslich groß – und mittendrin steht das kleine Individuum, das sich sehr seltsam fühlt … fast wie ein Indianer, der von einer fremden, überwältigenden Macht heimgesucht wird, die ihm sein ganzes Leben nimmt (siehe Eifelphilosoph im Freitag).

Das kleine Individuum kommt nicht auf die Welt mit dem Auftrag sie zu retten – es hat erstmal nur den Auftrag, sich in der Welt zurecht zu finden. Noch bevor er aber auch nur einen einzigen klaren, mündigen Gedanken denken kann, kommt er mit sechs Jahren schon in die Schule – und sieht sich auf den Schulhöfen mit unzivilisierten Zuständen konfrontiert, die denen des dreissigjährigen Krieges gleichen: unkontrollierbare Banden üben dort die Macht aus – gerne auch mit Gewalt. Der Pöbel regiert dort jenseits jeder bürgerlichen Gesetzgebung, jenseits jeder Vernunft oder Herzensgüte.

Danach kommt eine Arbeitswelt, die krank macht, uns per Leiharbeit zu ewiger Armut verurteilt und die notfalls auch per Hartz IV ausführen lässt. Im Alter dürfen wir dann – mühevoll mit Medikamenten am Leben erhalten – weiterhin Akkordarbeit leisten (siehe Spiegel) – wer in seinem Leben nicht genug zusammengerafft hat, dem droht im Alter Vernichtung durch Arbeit … schon immer der spezielle deutsche Weg im Umgang mit Armen, Alten und Schwachen.

Und diese Menschen sollen jetzt auch noch die Verantwortung für den Untergang der Menschheit übernehmen?

Sicher, sie konsumieren viel. Viel zu viel.

Aber warum tun sie das?

Zeigen wir ihnen täglich Bilder von dem Plastikmeer im Pazifik, das mittlerweile die Größe Westeuropas erreicht hat? Erwähnen wir täglich dreissig Mal, das inzwischen sechsmal soviel Plastik im Meer ist wie … Plankton? Wissen Sie, welches Plastik in ihre hormonellen Körperfunktionen eingreift … und wir schon soviel davon produziert haben, das wir sechsmal den Planeten damit umwickeln können? Selbst über diesen alltäglichen und lebensgefährlichen Stoff wissen wir nicht alles, weil die konkrete Zusammensetzung der jeweiligen Kunststoffe Betriebsgeheimnis der Fabrik ist – näheres hierzu siehe Plastik Planet.

Zeigt etwa die Regierung (die ja im Prinzip Ausdruck unseres gemeinsamen Willens sein sollte) die notwendige Entschlossenheit im Kampf gegen die Weltvernichter und verbietet konsequent Plastik, SUV´s und Flugverkehr auf deutschem Boden? Wie sollen wir dann glauben, das diese Klimageschichte wirklich tödlich ernst ist? Den tödlichen Ernst werden wir in den nächsten Jahren erleben, wenn eine Nahrungsmittelknappheit ungeahnten Ausmasses über die Menschheit hereinbricht und über Terrorpreise auch den deutschen Endverbraucher vernichtet.

Jedenfalls den, der sich dem allgemeinen Raffen und Rauben bisher aus ethischen Gründen entzogen hat.

Wenn wir wirklich dem Individuum die Möglichkeit geben wollen, Verantwortung zu übernehmen, dann müssen wir ihm auch die Souveränität übergeben, dies tun zu können – und das heißt: zivilisationskritische Bildung vom Kindergarten an bis hin ins hohe Alter.

Wenn die dann noch einen Plastikjoghurt bei Aldi kaufen, nach Malle zum saufen fliegen oder TV schauen anstatt wandern zu gehen: dann dürfen wir sie verdammen.

Vorher – sind sie so schuldig wie Schafe, die von Hunden gejagt und gelenkt werden.

Und alle die, die mit dem großen Finger auf den Verbraucher zeigen, sollten wissen, das sie vor allem eins sind: Blogwart der Fabrikkultur – den hohen Herren in den Konzernetagen, dort, wo Wissen, Geld, Macht und gesellschaftlicher Einfluss maximiert werden, ist das nur recht.

Was sie wirklich machen würden, wenn die Bürger sich als Konsumenten mal anders entscheiden, sehen wir am Beispiel Atomkraft. Die wollen wir seit dreissig Jahren abschaffen, wir wissen alle, das das Teufelszeug ist (sogar für die Kirche) – die Atomeier stehen aber immer noch herum. Und jetzt denken wir mal, wie die toben werden, wenn alle leben wie ich: kein Fernsehen, kein Urlaub, kein Handy – wir würden die heftigsten Werbungs- und Sozialkontrollaktionen der Bundesgeschichte erleben … und im Kampf gegen die Hippies haben wir das schon erlebt: da wurde dann ganz schnell der Yuppie als Gegenmodell aufgebaut und mit viel Geld durchgesetzt, was allen gelebten gesellschaftlichen Alternativen ein schnelles Ende bereitete.

Wir machen uns sehr viel vor, wenn wir von der Macht der Verbraucher träumen und ignorieren völlig die Macht der Gegenseite. Sicher, man kann Gewissensberuhigungsprodukte kaufen – aber damit hindert man die Fabriken nicht daran, nach den Kindern zu greifen, um eine neue Generation von Konsumzombies zu züchten, die erstmal vierzig Jahre stramm durchlaufen, bis das Alter sie zur Weisheit verführt – allerdings merken wir zu diesem Zeitpunkt auch, das wir mit vierzig in der modernen Leistungsgesellschaft langsam zur „unerwünschten“ Person geworden sind und froh sein müssen, nicht im nächsten Winter nackt im Schnee ausgesetzt zu werden (wiewohl das manchen Hartz-Opfern in der Tat geschieht).

Bis dahin jedoch … sind wir wie Indianer, die begeistert die Glasperlen der Räuber annehmen, ohne wirklich zu ahnen, was das heißt: „das Land verkaufen“.

Und wenn wir das dann merken, geht es uns ähnlich wie den Indianern: es ist zu spät – viel zu spät – das Ruder herumzureißen.

Gott sei dank gibt es aber diese Treffen zwischen Regierung und Medienbossen, in denen beschlossen wird, was wir wissen dürfen und was nicht. Das hält die Zahl der aufmerksamen Menschen dann noch zusätzlich gering.

 

 

Deutschland 2011: zwischen Genozid und Grundeinkommen

Sonntag, 4.12.2011. Herbst ist da. Deutschland selbst - erlebt seinen letzten Winter - das scheint jetzt mal wohl klar. Hat schon Wolfgang Schäuble auf einem Banker-Kongress die Souveränität Deutschland kategorisch in Frage gestellt, so schlagen jetzt seine politischen Gegner zurück: Altkanzler Schmidt warnt vor einem dominanten Deutschland, Altkanzler Schröder träumt gleich von einer undemokratischen europäischen Regierung. Es ist natürlich die Frage, ob das traurig machen soll. "Deutschland" ist ein künstliches Konstrukt. Wenn ich der offiziellen Geschichtsschreibung glauben soll, zurecht. Die Bonner Republik war das Ergebnis eines historischen Prozesses, der schon im 19. Jahrhundert begann. Nachdem jahrhundertelang europäische Kriege auf dem Boden deutscher Kleinstaaten ausgetragen wurden, hatte man sich einmal zusammengerauft (sogar Bayern und Preussen) und 1871 einen künstlichen Staat geschaffen ... das Deutsche Kaiserreich. Das gefiel den umliegenden Nationen gar nicht - weshalb es 1918 auch unterging ... kurz gefasst. 1939 gab es dann nochmal ein Revanchespiel, das mit der endgültigen Teilung Deutschlands endete.

Sonntag, 4.12.2011. Herbst ist da. Deutschland selbst – erlebt seinen letzten Winter – das scheint jetzt mal wohl klar. Hat schon Wolfgang Schäuble auf einem Banker-Kongress die Souveränität Deutschland kategorisch in Frage gestellt, so schlagen jetzt seine politischen Gegner zurück: Altkanzler Schmidt warnt vor einem dominanten Deutschland, Altkanzler Schröder träumt gleich von einer undemokratischen europäischen Regierung. Es ist natürlich die Frage, ob das traurig machen soll. „Deutschland“ ist ein künstliches Konstrukt. Wenn ich der offiziellen Geschichtsschreibung glauben soll, zurecht. Die Bonner Republik war das Ergebnis eines historischen Prozesses, der schon im 19. Jahrhundert begann. Nachdem jahrhundertelang europäische Kriege auf dem Boden deutscher Kleinstaaten ausgetragen wurden, hatte man sich einmal zusammengerauft (sogar Bayern und Preussen) und 1871 einen künstlichen Staat geschaffen … das Deutsche Kaiserreich. Das gefiel den umliegenden Nationen gar nicht – weshalb es 1918 auch unterging … kurz gefasst. 1939 gab es dann nochmal ein Revanchespiel, das mit der endgültigen Teilung Deutschlands endete.

Und dann kam für die kleine Bonner Republik, die als Restereich zwischen den großen neuen Machtblöcken lag (wo die anderen deutschen Kleinstaaten auch schon immer lagen) und es gab die längste Zeit des Friedens in der Geschichte der Deutschen. 1990 wurde dann die Bonner Republik zugunsten der Berliner Republik aufgelöst – und schon kam wieder Krieg. Serbien, Afghanistan – der Ströbele von den Grünen hat aktuell dafür Eier vor den Kopf bekommen. Vielleicht waren die Eier aber auch nur für den Versuch, einen kleinen Provinzblog mit finanzieller Gewalt zum Schweigen zu bringen – bekommt man Geld ohne Ende vom Staat, hat man für solche Akte schon was übrig, während der Heddesheimblog ums Überleben fürchten muss. Und das sind die „Linken“ und „Grünen“, die für eine bessere Welt sind. Wie sind da erst die anderen?

Das ist ja auch der neue Umgangston zwischen Politik und Bürgern – ein Ton, der früher zwischen Franz Josef Strauss und Herbert Wehner herrschte – zu Zeiten, als Parlamentsdebatten noch Inhalt hatten. Früher waren SPD und CDU scharfe Konkurrenten, heute sind es Politiker und Bürger.

Die Bürger sollen ja jetzt nach Meinung der Piratenpartei auch mal Geld bekommen:

Auf ihrem Bundesparteitag in Offenbach hat sich die Piratenpartei für die Einsetzung einer Enquete-Kommission im Bundestag zur Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens ausgesprochen. Parallel sollen auf Bundesebene die Voraussetzungen für Volksabstimmungen geschaffen werden, so dass direktdemokratisch über eine Einführung entschieden werden kann.

Ein wichtiger Schritt in eine lebenswerte Zukunft. Viele werden sie da jetzt entsetzen und sich fragen: warum soll der Bürger „einfach so“ Geld bekommen?

Der Politiker bekommt aber doch auch Geld „einfach so“, oder? Ja, der vertritt unsere Interessen im Bundestag – aber haben wir für diese Tritte nicht ein wenig Schmerzensgeld verdient? Gut, er regiert uns – das wird als Arbeit definiert. Wir wählen ihn – nach umfangreicher Information – das soll aber umsonst sein. Wie Kinder erziehen – die wichtigste Aufgabe in diesem Land, ohne die wir über seinen Fortbestand gar nicht weiter diskutieren bräuchten.

Es sind Zahlen wie diese, die werdenden Eltern nach dem ersten Ultraschallbild sogleich die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. 120.000 Euro kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr, also rund 550 Euro pro Monat. So hat es das Statistische Bundesamt errechnet .

So informiert das Handelsblatt.

Der Regelsatz für Kinder von Langzeitarbeitslosen liegen – je nach Alter – zwischen 215 und 287 Euro.

Merkt man da den Unterschied? 50% der Kosten für Kinder von Menschen, die nichts mehr haben übernimmt der Staat. Der Rest muß abgehungert werden – mit schlimmen Folgeerscheinungen:

Ja, die Deutschen werden immer dicker. Das ist zwar keine große Überraschung, aber erstaunlich ist doch, dass diese Entwicklung Hand in Hand mit der wachsenden Schere zwischen arm und reich voran schreitet. In den Daten liest man, dass die ärmsten Deutschen (Einkommen bis 1.400 Euro monatliches brutto) die dicksten sind. Unvorstellbare 21 Prozent dieser Gruppe sind sogar krankhaft dick. Je mehr eine Person im Monat verdient, desto unwahrscheinlicher ist ihr Risiko, krankhaft dick zu werden. Bei den Einkommen bis 2.750 Euro sind es nur noch 14 Prozent, bis 5.450 Euro zwölf Prozent und Einkommen darüber sogar weniger als zehn Prozent. Die armen Dicken leiden oft unter schlechter Durchblutung, hohem Blutdruck, Diabetes und haben ein stark erhöhtes Schlaganfallrisiko. Auf die ganze Bevölkerung gerechnet macht diese Gruppe 13,7 Prozent aus.

So Marek Dutschke im Handelsblatt.

Die Armen müssen sich mit Gammelfleisch zu Tode futtern. Auch eine Form von Genozid.

Das der politische Hartz-Block von CDU, CSU, SPD, GRÜNEN und FDP dieses Land am liebsten auslöschen würde, verstehe ich. Schaue ich mir dieses Elend an, wäre mir auch danach. Ich glaube nur nicht daran, das es danach besser werden würde, denn dieses „Europa“ ist bislang nur ein Selbstbedienungsladen für Finanzverbrecher.

Einfach mal genau hinschauen – siehe Welt: Griechenland ist ein Faß ohne Boden … liest man da – sogar von einem „Experten“. Und man erfährt noch mehr:

Euro-Sorgenkinder bieten fabelhafte Renditen

Ratet mal, wer diese Renditen bezahlt? Von wessen Geld die Renditen genommen werden? Einfach mal in den eigenen Geldbeutel schauen: der könnte ohne diese Renditen prallvoll sein. Da geben die Staaten der EZB Geld, das diese den Banken schenkt, die es wiederum für einen Riesenreibach weitergeben.

Warum also das Geld nicht einfach gleich – als Grundeinkommen – den Bürgern der europäischen Union zukommen lassen? Nur, weil Banken und Parteien dann leer ausgehen?

Natürlich – so wird man mir sagen – hat man Angst vor dem faulen, besoffenen „Homer Simpson“ in Jogginghose und eibeflecktem T-Shirt, mit Bierdose in der einen und Zigarette in der anderen Hand.

Ich kann nur sagen: für jeden dieser heruntergekommenen Gestalten, die wir durch ein Bürgereinkommen mitfinanzieren müssen, erlauben wir uns akutell mindestens fünf, die auf höchstem finanziellen Niveau in Politik, Wirtschaft und Verbänden ein laues Leben führen. Warum muss man Bundestagsabgeordnete eigentlich besolden wie Fürsten? Warum kriegen Parteien Geld vorne und hinten hineingesteckt? Warum müssen Ärzte und Pharmamanager in Deutschland Millionäre werden, weil sie die Folgen jener Erkrankungen lindern, die ihr Reichtum überhaupt erst hervorgerufen hat?

Der Geldkreislauf ist halt ein geschlossenes System – was ich dem Arzt gebe, muss ich seinen Patienten wegnehmen. Kriegt der Millionen, dann müssen die sich einschränken. Werden die dann so richtig dick – hat der Arzt auch Arbeit. Warum soll ich Traumzinsen für Staatskredite zahlen, die die Wirtschaft des Landes nur in den Bankrott führen können?

Die Antworten auf diese Fragen will man nicht wirklich hören.  Auch ich möchte sie nicht formulieren … schnell würde man abgemahnt werden können, würde man schreiben, das sich eine Verbrecherethik Bahn gebrochen hat und als allgemeingültige Form des Umgangs miteinander überall akzeptiert wird. „Nimm vom Anderen, was immer du kannst“: so ist die Devise. Und wer nicht schnell genug rennen kann – wie die Alten zum Beispiel – den fressen die Wölfe, siehe Welt:

Immer mehr ältere Deutsche rutschen in die Pleite

Wäre die deutsche Psychoonkologie nicht auf so einem erbärmlichen Niveau, dann wüßte man auch, das es Zusammenhänge mit den steigenden Krebsraten geben kann. Aber: daran verdienen Arzt und Industrie ja auch vortrefflich. Gibt Superrenditen wie bei Staatspleiten.

Wer die bezahlt?

Na, die Opfer natürlich.

Schon mal gehört, das unsere Luxusärzte unbezahlbar sind – oder unser Wohlstandspolitiker nicht finanzierbar? Wer spricht sich gegen unbezahlbare Traumrenditen aus – oder unfinanzierbare Kriege?

Niemand – jedenfalls niemand von denen, die die Taschen übervoll haben.

Schon mal gehört, das kein Geld da wäre für Top-Modells, Showmaster und Entertainer? Schon mal nachgedacht, wo das ganze Geld herkommt, das vielen eine Traumschiffreise auf Kosten noch mehr anderer erlaubt?

Ein Tipp: das druckt, gießt oder backt keiner selbst. Das kriegen die alle von Anderen.

Bedingungsloses Grundeinkommen ist also im Prinzip nichts anderes, als dem Bürger erstmal das zu geben, was er sich auch redlich verdient hat – und was andere sich ganz selbstverständlich in unbegrenzten Mengen nehmen.

Alternativ dazu gäbe es noch den Genozid, um den man nicht herumkommen wird, wenn man die Millionärszüchtung so weiter betreibt: irgendwann ist das Essen alle … und Menschen werden zu „Kosten auf zwei Beinen“.

Insofern kann der „nationale Gedanke“ endlich auch mal hilfreich werden und nützlich sein – Deutschland diesmal als ein Land, das sich anstatt wieder einmal für Genozid jetzt mal für ein Grundeinkommen entscheidet. Dann würden uns die anderen Völker auch sicher wieder mehr mögen und unserem Beispiel folgen wollen … und wir hätten die Chance auf ein ganz ganz anderes Europa, das weder Führungsmächte noch Führungseliten braucht.

Aber … das das, was „Führungsmächte“ und „Führungseliten“ mit diesem Kunststaat Deutschland die letzten 140 Jahre angerichtet haben, nicht gerade der letzte Schrei ist, merkeln wir ja gerade, oder?

 

 

Optimisten

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Optimisten© Jotha

Eilklage gegen Bildungspaket und Kinderregelsatz

Presseerklärung:

Gegen Verfassungswidrigkeit und Missachtung kritischer Stellungnahmen vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter sowie vom Deutschen Kinderschutzbund. Die Hartz4-Plattform unterstützt diesen Rechts-Weg zum Bundesverfassungsgericht und lädt gleichzeitig musikalisch auf ihre Website ein mit: Unser Lied für Berlin: „Beiß doch in den Chip“

„Ist es wieder so einer der „Zufälle“ aus dem von der Leyen-Ministeriums, dass ausgerechnet diejenigen Stellungnahmen zum Kinderregelsatz im neuen Hartz IV-Gesetz weder in die parlamentarische noch in die öffentliche Diskussion gelangten, die der Ministerin Lieblingskind Bildungspaket in Grund und Boden verurteilen?“ fragt Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin. „Wir kennen solche Merkwürdigkeiten ja spätestens, seit die so genannte Neuberechnung des Regelsatzes im Herbst 2010 centgenau auf derselben Zahl landete, die bereits 2008 der Existenzminimumbericht des Finanzministeriums angeordnet hatte. In diesem Falle ist das aber besonders schäbig, weil um die Hartz IV-Verhandlung beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) das stets wählerwirksamen angebliche Wohl der Kinder stets in aller Politiker Munde war und die Ministerin von der Urteilsverkündung bis zur Gesetzesverabschiedung sich ob ihrer tatsächlichen Missachtung der Kinder in ihrem Gesetz noch nicht einmal schämte, scheinheilig ihre und die Tränendrüsen anderer werbewirksam zu aktivieren. Und der mediale Bätterwald rauscht da  bis heute eifrig mit,“ stellt Brigitte Vallenthin enttäuscht fest.

Trotz gegenteiliger Beweise der wichtigsten Verbände zur Vertretung der Interessen von Kindern – des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) sowie des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) – geniert sich die ehemalige Familienministerin von der Leyen nicht, auf der Internetseite ihres derzeitigen Ministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die staatliche Bildungszuteilung auch noch durch Diskriminierung der Eltern mit den Worten zu rechtfertigen: damit „die Leistung auch tatsächlich zu den Kindern kommt“. Dass jetzt nach 8 Monaten das seit 1. Januar verpflichtende Grundrecht auf Bildung bei den Kindern immer noch nicht angekommen ist, ist nach Auffassung der Hartz4-Plattform eine einzige Schande – die allerdings nach Sachverständigen-Einschätzung zu erwarten war.

Die Hartz4-Plattform ist davon überzeugt, dass es kein Zufall war, wenn die kritischen Stimmen von VAMV und DKSB gegen die ministeriellen Gesetzespläne – trotz fristgerechter Einreichung – nicht gehört und nicht öffentlich diskutiert wurde – vermutlich nicht diskutiert werden sollten.

„Auf dem Weg nach Karlsruhe hoffen wir, alle Betroffenen ein wenig aufheitern zu können mit
unserem Lied für Berlin: „Beiß doch in den Chip“.
Und wir laden jede und jeden, der mag ein, es von www.hartz4-plattform.de herunterzuladen – vielleicht auch aufs Handy, um sich die Wartezeit im Jocenter ein wenig zu versüßen?“ freut sich Brigitte Vallenthin.

 [audio:http://www.hartz4-plattform.de/media/Beisz_doch_in_den_Chip.mp3]
 

Über die Einzelheiten zur Begründung der Eilklage mit Antrag auf Vorlage beim BVerfG wird die Hartz4-Plattform in den nächsten Tagen ausführlich berichten.

Wiesbaden, 18. August 2011

Brigitte Vallenthin, Presse
Hartz4-Plattform
keine Armut! – kein Hunger! – kein Verlust von Menschenwürde!

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