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Der Zauber von Myrkwid – ein rebellischer Akt der besonderen Art

Die Zauber von Myrkwid

Die Zauber von Myrkwid

Mittwoch, 8.7.2015. Eifel. (Achtung: jetzt kommt WERBUNG). Ja – man kommt nicht mehr drum herum, ich gestehe es: ich habe auch fantastische Romane geschrieben. Für meine Kinder. Eine Jugendsünde von mir, könnte man meinen. 18 Jahre lagen diese Bücher im Schrank und wurde nur hervorgeholt, um sie meinen Kindern als „Gute-Nacht-Geschichten“ vorzulesen. Ja – damit hat es angefangen. Ich las meinen Kindern jeden Abend so lange vor, bis sie eingeschlafen waren, was meistens eine Stunde dauerte. Irgendwann ging mir das Material aus. Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich beschloss, das Problem in Eigenarbeit zu lösen – ich kam von einem Seminar von Jürgen Höller zurück  – einem Seminar, dass die Firma bezahlt hatte. Der Religionswissenschaftler in mir (ja, den gibt es auch) war verblüfft (zum wiederholten Male) wie sehr diese Trainer (von denen mir meine Firmen einige bezahlt hatten) in ihrer Arbeit auf Kunstgriffe der Magie und Zauberei zurückgriffen – und diese teilweise öffentlich demonstrierten, um die verblüffende Kraft des menschlichen Willens und die vielfältigen Möglichkeiten, diesem Ausdruck zu verleihen, zurück griffen.

Gut – es dürfte nicht oft passieren, dass Menschen, die ihren Studienschwerpunkt in den „Religionen des kleinen Mannes“ gelegt haben (Mythen, Sagen und Märchen) in teuren Industrieseminaren auftauchen. Menschen mit dieser Ausrichtung merken im Übrigen auch schnell, dass ein Adolf Hitler ein fieser, böser Magier war, ein „Saruman“ – und in der Tat findet man nach einiger Suche auch jene mystischen Gruppen, die „den Führer“ in den dunklen Künsten des Wortes ausgebildet haben und ihn auf die Menschheit losließen – nur zu dem Zweck, ein neues Blutbad anzurichten, vor allem unter jenen ersten Dienern des christlichten Gottes, die das „Gewissen“ fleissig verteidigten. Doch dies sind Themen, denen wir uns später mal widmen werden: „es gibt keine Magie“ – ist nur ein Tabu für den „kleinen Mann“: der große Mann feiert währenddessen große, magische Zauberfeste in aller Öffentlichkeit, bedient sich den feinen Künsten zu dunkelsten Zwecken …. ich verweise hier zum wiederholten Male z.B. auf die Riten des „Bohemian Grove“ – Riten, die einen Religionswissenschaftler mit meinen Schwerpunkten erschauern lassen: das sind Kulte, die unsere Altvorderen völlig entsetzt hätten. Wir … nehmen sie noch nicht mal wahr, was übrigens für uns sehr peinlich ist.

Zurück jedoch zu den Büchern. Ich hatte mein Leben damals sehr verändert, zugunsten meiner Kinder – die ich bei Arbeitswochen von bis zu 120 Stunden (Schlaf galt als Luxus, den nur Schwächlinge brauchen) – kaum noch zu Gesicht bekam – auf Karriere verzichtet (das beizubehalten, gelang mir im Folgenden leider nicht) um mehr Zeit für sie zu haben. Ich hatte auf einmal soviel Zeit, dass ich den Kindern (damals fünf an der Zahl) bald auf den Keks ging. Im Sommer konnte ich also den Samstag mit Gartenarbeit verbringen – im Winter jedoch, wenn es draußen stürmte und schneite, konnte ich mich dem Schreiben von Abenteuergeschichten widmen. Ich war zu der Zeit auch Mitglied der deutschen Inklings, hatte also auch Gelegenheit, meine Bücher mit dem Gründer der Inklings, Gisbert Kranz (inzwischen leider verstorben) besprechen zu können – und freute mich, dass er von ihnen sehr angetan war … so sehr, dass er mir ein Vorwort schreiben wollte. Aber: was sollte ich mit einem Vorwort? Die Bücher waren nie zur Veröffentlichung gedacht – sie waren meinen Kindern gewidmet, sollten ihnen ein Abenteuer im Reich der Ferne bescheren, eine magische Traumreise in ferne Gefilde. Wenn sie die Bücher gut fanden, war das für mich ein voller Erfolg – und sie fanden sie besser als Harry Potter … aber nicht so gut wie der Herr der Ringe. Damit konnte ich leben – auch wenn ich Harry Potter gar nicht kannte.

Zudem bin ich auch gar kein Schriftsteller. In der Tat schreibe ich ähnlich wie J.R.R.Tolkien, setze mich vor dem Bildschirm, erinnere mich kurz, was im letzten Kapital war – und schreibe drauf los. Oder …. wie ich es in einem anderen Manager-Seminar gelernt habe … „lasse ES durch mich hindurchfließen“ (eine weitere magische Technik, auf die ich andernorts mal näher eingehen kann). Regelmäßig bin ich überrascht, begeistert, verblüfft, welche Wendungen die Geschichten haben, die ich – wäre ich der Esoterik zugeneigt – durchaus als „gechannelt“ bezeichnen könnte, als „von oben eingegeben“ … doch den Anspruch habe ich nicht. Ich bin nur zu faul, großartige Pläne zu machen, mich mit Entwürfen zu plagen – und will außerdem lieber den Spaß an der Arbeit als ein perfekt ausgefeiltes Werk.

Man hätte es dabei beruhen lassen können, wäre ich nicht eines Tages in einem Gespräch mit meiner Verlegerin von Moti-Books darauf gekommen, dass ich auch noch ein paar Kinderbücher – dicke Schinken – im Schrank habe. Kinderbücher, die auch Erwachsene begeistern können – wie ich immer wieder feststellen konnte, wenn sich Besuch ungefragt die Kopien der Bücher, die ich für meine Kinder anfertigen lies, griffen und sie nicht mehr aus der Hand gaben. So ging es auch der feinen Gudrun Anders von Motibooks, die sich – extra für mich – wieder in die Verlagswelt gestürzt hat. Motibooks ist im Prinzip ein Fachverlag für motivierende, aufbauende Lektüre, geführt von einer Unternehmerin und Unternehmensberaterin, die ich wegen ihrer spirituellen Ausrichtung sehr schätze – wie so oft, wenn die Spiritualität echt und lebendig ist, kann man einen hohen Arbeitsethos erwarten, was jedem Kunden sehr entgegenkommen sollte. Hier wird noch mit Blick auf Erfolg für den Kunden gearbeitet – und weniger mit Blick auf die möglichst pralle Füllung der eigenen Börse.

Frau Anders will sämtliche Artikel des Eifelphilosophen auf den Markt bringen, eine Arbeit, die mir viel mehr Arbeit bringt, als gedacht: die meisten der 2600 Artikel müssen komplett überarbeitet werden, so dass man leider nicht (wie ich gehofft hatte) einfach alles bequem kopieren konnte, Die Herrscher der Welt, Krieg und Frieden, Gott und die Welt sind in verschiedenen Portalen veröffentlicht – aber bringen nicht genug Umsatz, um einen Verlag am Leben zu erhalten. Der Autor selbst würde verhungern, wenn er von den Erträgen leben müßte – eine seltsame Erscheinung angesichts der Tatsache, dass ich ein reicher Mann wäre, wenn ich von jedem Leser meiner Artikel nur 99 Cent bekommen würde. Ich hatte damals – vor einem Jahr – ein wenig gehofft, dass vielleicht manche Leser ihre Wertschätzung für meine Artikel durch den Erwerb von Bücher ausdrücken wollen (also … an jene, die mir Bargeld schenken wollten: das nehme ich nicht so gern an. Weiß auch nicht, warum.) Mit entsprechendem Umsatz hätten wir uns hier eine technische Ausstattung leisten können, die uns erlaubt hätte, noch mehr Menschen anzusprechen … wir können das echt nicht alles allein finanzieren … würden aber gerne der Tagesschau etwas visuelle Konkurrenz machen. Doch doch – das würde viel Spaß machen, habe da schon einige Ideen.

Zurück nun zu dem Zauber von Myrkwid.

Geschrieben war es für meine Kinder als erstes Buch einer Reihe von neun Büchern. Die Hauptdarsteller tragen jeweils ihre Namen, allerdings sind ihre Charaktereigenschaften dort nicht berücksichtigt (die waren ja auch noch klein…). Es war mir nicht sehr lieb, das zu veröffentlichen, weil es ein sehr persönliches Buch ist, sehe aber, dass der Verlag Umsätze braucht, um weiter arbeiten zu können. Andererseits sehe ich aber auch … die enorme politische Dimension dieser Art von Büchern, weshalb ich sie der Menschheit gerne zur Verfügung stelle.

Ja – das verblüfft sehr – aber politische Philosophie ist ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit. Hier – habe ich große, ja größte Sorgen über die Entwicklung der Zukunft und werde hierzu wohl noch häufiger den Herrn Krymanski zitieren (siehe Uni-Münster):

Aber die (post)moderne informatisierte und globalisierte Welt neo-kapitalistischer ‚Wertschöpfung‘ verlangt immer rücksichtsloser den ‚ganzen‘ Menschen. Es gibt keine freie Stelle in den Köpfen, die nicht vom Verwertungsanspruch der Renditejäger betroffen wäre. Die Trennung von Arbeitszeit und Freizeit ist aufgehoben, die herrschenden Produktionsverhältnisse fressen den ganzen Menschen, dem jegliche Fluchtmöglichkeit außer der Hölle der totalen Ausgrenzung abgeschnitten ist

Herr Krymanski irrt hier – denn dass es hier noch Fluchtmöglichkeiten gibt, wusste schon Karl Marx, als er Religion an sich als „Opium fürs Volk“ bezeichnete, weil sie ihm Kanonenfutter für seinen geplanten gesellschaftlichen Umbau vorenthielt. Die Wirkung – die „therapeutische Wirkung“ – von Mythen und Märchen ist jedoch noch eine ganz andere: es ist Urlaub für den Geist, es ist genau jene Fluchtmöglichkeit, die der Geist braucht, um dem kannibalistischen Terror des Neokapitalismus zumindest eine Weile zu entrinnen … und jene Funktion haben Mythen und Märchen, die Religionen des kleinen Mannes, schon seit Jahrtausenden. Das sie noch ganz andere Dimensionen enthalten hat – aus der Sicht der Tiefenpsychologie – Eugen Drewermann deutlich gemacht (sehr empfehlenswert auch seine Arbeiten zu den „Märchen“ von Jesus Christus – den Evangelien), doch so weit möchte ich gar nicht gehen.

Mir reicht die Funktion der Märchen (wobei ich als weiteren Schwerpunkt meiner eigenen religionswissenschaftlichen Arbeit moderne Märchen als Schwerpunkt habe – was man demnächst noch sehen wird), dass sie für einen Moment einen Menschen aus der Kerkerzelle des Neokapitalismus herausholen können – nicht um ihn zu betäuben, sondern um ihm Erholung zu bieten von dem Schreckensterror einer völlig vermarkteten Welt, über der der Gott Mammon als unantastbare Autorität steht, dem man bedenkenlos mit pathetischen Worten Kinder in Massen opfert … wie aktuell in Griechenland. Nur das ist ihre politische Funktion – und das schon seit Jahrtausenden: einen geistigen Schutzraum zu bieten vor den Mythen der Unterdrücker, Ausbeuter und Folterknechte. Dieser Raum funktioniert nur kurz – keiner braucht hier Sorge vor Opium zu haben. Aber in jenen Räumen kann man die Kraft finden, selbst den schlimmsten Feinden in aussichtslosen Situationen zu trotzen.

Ein Beispiel dafür … bin ich wohl selber. Wer sich fragt, wie ich das eigentlich aushalte, jeden Tag durch die Gülle der Medien zu waten, um jene Perlen zu finden, die ich dann für alle aufpoliere und präsentiere (siehe jene „Offenen Brief“ an mich, der mich sehr berührt hat) ohne depressiv, wahnsinnig oder völlig mutlos zu werden, findet in dem Thema „Mythen und Märchen“ die Antwort: ich habe am eigenen Leib bzw. an der eigenen Psyche erfahren, wie heilsam und erholsam jene „kleinen Fluchten“ sein können – selbst bei unverhoffter Scheidung, Verlust sämtlichen Vermögens, Verlust von Gesundheit, gesellschaftlicher Akzeptanz (sprich: Verlust von sogenannten „Freunden“, die fliehen, wenn die Armut kommt), Verlust von Kindern, Familie, Arbeit und „Heimat“. Ein psychotherapeutisch ausgebildeter Arzt (und ehemaliger Freund) hatte mir damals gesagt, dass es ein Wunder sei, dass ich noch unter den Lebenden weile – angesichts der vielfältigen Schicksalsschläge, die ich in kurzer Zeit verarbeiten musste.

Für mich war es kein Wunder – sondern nur die Bestätigung des Satzes, dass es heilsam sein kann, wenn man ein „Reich“ besitzt, dass „nicht von dieser Welt ist“ – eine Erfahrung, die andere Menschen ebenfalls machen (siehe DIW: Wer regelmäßig zum Gottesdienst geht, leidet weniger unter einem Jobverlust) und die J.R.R. Tolkien (der Autor des „Herrn der Ringe“ und des „Hobbit“) in seinem Essay „Über Märchen“ (siehe Tolkien, Baum und Blatt, Ullstein 1982) ausführlich in einer Auseinandersetzung über den Vorwurf des „Eskapismus“ (der Weltflucht) bestätigt hat … mit dem kleinen Hinweis, dass diese Fluchten nur Gefängniswärter stören … oder jene, die es gerne werden wollen.

Nun gut, kommen wir zum geschäftlichen, einem für mich persönlich sehr peinlichen Moment, wo ich bitten und betteln muss, um dem Hunger zu entkommen.

Ich arbeite nun hier seit vielen Jahren unentgeldlich, schulde vielen Menschen, die an diesem Ort mitarbeiten, mehr, als ich je zurückzahlen könnte – was mich ebenfalls unangenehm berührt … und ja auch schon manche Künstler von diesem Ort fortgejagt hat … weil man nichts verdienen kann.

Ja – wir wollen diesen Ort als werbefreien Nachdenkhort mit höherem Niveau aufrecht erhalten – und gerne auch ausbauen. Wenn wir aber auch andere Formen der Rebellion bieten sollen – außer die Möglichkeit der Information, des Austausches und der heilsamen Flucht – brauchen wir etwas mehr Treibstoff, etwas mehr Tauschmittel – für Mikrofon, Kamera, Stoßdämpfer oder Tütensuppe, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Deshalb mein Wunsch an jene, denen wir viel gegeben haben: ladet Euch mal ein Buch herunter. Für den Verlag ist „Der Zauber von Myrkwid“ wichtig – fast sogar überlebenswichtig. Es gibt ihn bei Amazon, bei Tolino-Media, bei Thalia, bei Neobooks, bei Google.play oder bei Xinxii … und ich will da jetzt keine Klagen über die einzelnen Vertriebswege hören: wir sind finanziell nicht so aufgestellt, dass wir schon jetzt vollkommen frei vom aktuellen Wirtschaftssystem agieren können.

Es wird auch eine Printversion geben – für die, die wie ich lieber Papier in der Hand haben. Gerne auch mit persönlicher Widmung des Autors. Anfragen bitte an info@gudrun-anders.de (dort kann man auch die anderen Printbücher mit persönlicher Widmung bekommen …. aber Achtung: wir brauchen dazu schon ein paar Wochen!)

Im Juli gibt es zudem eine Sonderaktion – ein „Download“ kostet nur 1,99 – weniger als zwei Kugeln Eis.

Ungern würde ich mit der Erkenntnis leben, dass diese Arbeit meinen Lesern weniger wert ist. Wer gerne mal wissen will, wie lange die Produktion von Texten dieser Art dauert: exakt vier Stunden – hat dieser hier gekostet. Die Stunden, der der reinen – oft ergebnislosen – Recherche (dem Studium der täglichen Nachrichtengülle, die – gleich unserer leiblichen Nahrung – oft wenig Nährwert aber viel Füllmasse enthält) dienen, nicht mitgerechnet.

Für so ein Buch brauche ich exakt 36 Tage, die ich komplett durcharbeite – um mal ein paar Hausnummern zu nennen. (Ende der WERBUNG).

PS: was mache ich eigentlich mit dem Geld, wenn 10 Millionen Zuschauer den Zauber von Myrkwid herunterladen? Ganz einfach: von dem, was für mich abfällt, TREEEC beim Aufbau alternativer Wirtschaftsstrukturen in Griechenland unterstützen … bzw. das voll finanzieren. Kenne schon allein persönlich genug Leute, die einen Arbeitsvertrag gut gebrauchen könnten – so wie TREEEC ihre Arbeitskraft, ihre Fähigkeit und Kreativität gut brauchen könnte. Außerdem … hätte ich Spaß daran, den neokapitalistischen Medien visuelle Konkurrenz zu machen – was uns momentan sehr überfordert.

PS 2: wer alles in Kurzform möchte: Zaubergeschichten erhöhen die Resilienz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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