Kapitalismus

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Davos: wie die Hilflosigkeit der Leistungselite uns den Urlaub und die Demokratie kostet

Freitag, 27.1.2012. Eifel. Die Welt ist gerade wieder wunderbar in Ordnung. Endlich. Der Dax steigt und man hat herausgefunden, warum es er Weltwirtschaft so schlecht geht: der Deutsche ist einfach zu faul. Der Europäer auch - siehe Handelsblatt:

„Die Europäer arbeiten weniger Stunden pro Woche, weniger Wochen pro Jahr und weniger Jahre ihres Lebens als Arbeitnehmer in anderen Regionen der Welt“

Und weiter heißt es da:

Der Weltbank-Studie zufolge müsste ein großer Teil der europäischen Länder die Arbeitszeiten erhöhen und es den jungen Menschen erleichtern, einen Arbeitsplatz zu finden. Zudem müssten die europäischen Regierungen die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter „produktiver“ einsetzen und angesichts der Alterung der Gesellschaft mehr Zuwanderer aus dem Ausland anwerben.

Freitag, 27.1.2012. Eifel. Die Welt ist gerade wieder wunderbar in Ordnung. Endlich. Der Dax steigt und man hat herausgefunden, warum es der Weltwirtschaft so schlecht geht: der Deutsche ist einfach zu faul. Der Europäer auch – siehe Handelsblatt:

„Die Europäer arbeiten weniger Stunden pro Woche, weniger Wochen pro Jahr und weniger Jahre ihres Lebens als Arbeitnehmer in anderen Regionen der Welt“

Und weiter heißt es da:

Der Weltbank-Studie zufolge müsste ein großer Teil der europäischen Länder die Arbeitszeiten erhöhen und es den jungen Menschen erleichtern, einen Arbeitsplatz zu finden. Zudem müssten die europäischen Regierungen die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter „produktiver“ einsetzen und angesichts der Alterung der Gesellschaft mehr Zuwanderer aus dem Ausland anwerben.

Das freut uns Europäer, das die Ursache des Übels endlich gefunden ist. Wir müssen nicht nur bis 70 arbeiten – wir sollten auch einfach unseren Urlaub streichen – schon geht es der Wirtschaft wieder gut. Da hätten wir auch früher drauf kommen können – aber doch gut, das es Experten gibt, die uns da helfen.

Schade nur, das die gleichen Experten auf einen anderen Mangel hinweisen. Fehlten kürzlich noch weltweit 200 Millionen Arbeitsplätze, so sind es mitlerweile ganz schnell 600 Millionen geworden. Wenn die, die noch Arbeit haben, jetzt soviel mehr arbeiten sollen – was wird aus den 600 Millionen, die überhaupt erstmal nur ein ganz klein wenig Arbeit wollen?

Nun – die werden wohl sterben müssen, wenn es nach dem Willen der Weltbank geht. „Sozialverträgliches Frühableben“. Damit die, die noch einen Arbeitsplatz haben, noch mehr arbeiten dürfen – für das gleiche Geld. Und denen, die Arbeit haben, soll es gehen wie jenen, die in Detroit für die ganz großen Konzerne gearbeitet haben:

Für die Arbeiter in Detroit – einer Stadt in der nicht nur Chrysler, sondern auch Ford und General Motors ihren Sitz haben und in ehemals großen Werken produzierten, hatte das verheerende Auswirkungen. Viele Werke sind heute geschlossen und stehen als Industrieruinen in der Stadt. Dort wo noch gearbeitet wird, betragen die Löhne nur noch einen Bruchteil von dem, was in den siebziger und achtziger Jahren gezahlt wurde. Urlaub, Pausen und Arbeitssicherheit wurden radikal abgebaut. Viele Arbeiter mussten ihr Haus verkaufen, sind restlos verschuldet und versuchen sich durch Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Die meisten Arbeiterviertel sind völlig herunter gekommen und verwahrlost.

Das würde die Weltbank jetzt gerne in Sindelfingen sehen – und in ganz Europa. Man sollte sich an diese Entwicklungen erinnern, um zu verstehen, was gerade in Davos geschieht:

Das prominenteste Risikoszenario des aktuellen WEF-Risikoreports trägt nämlich den wohlig-gruseligen Titel „Seeds of Dystopia“. Darin ist vom möglichen Fall von „einst reichen Ländern“ – vulgo Westeuropa – die Rede, die angesichts demografischer Risiken und erdrückender Schulden schlicht in „Rechtlosigkeit und Unruhe“ versinken könnten. WEF-Präsident Klaus Schwab spricht von einem „globalen Burn-out-Syndrom“. Er meint damit wohl die handelnden Politiker – die Verfasser des Reports könnte er aber gleich mit einbeziehen.

Und weiter:

Für Europa würde der Niedergang – politisch, wirtschaftlich, kulturell, sozial – keine Katharsis auslösen, an deren Schlusspunkt ein frischer, erstarkter Kontinent steht, sondern ein ausgelaugter, ausgebluteter Flecken Erde, der für Generationen im Schatten anderer, dynamischerer Regionen stehen würde.

Kaum zu glauben, oder? Das verhandeln unsere Experten gerade in Davos – aber so deutlich sagt uns das keiner. Das uns eine Zukunft blüht, in der die meisten von uns keinen Urlaub mehr haben (oder aber den „Dauerurlaub“ der Arbeitslosigkeit – der nur nicht so lustig ist wie der auf Mallorca), bis 79 arbeiten müssen – und zwar 60 Stunden die Woche – wir aber trotzdem unser Haus verkaufen müssen, weil die Abgaben zu groß geworden sind … das sagt uns keiner. Dafür haben wir dann auf dem Arbeitsmarkt auch viel mehr Konkurrenz aus dem Ausland – die Geschichte der USA zeigt, wie schwierig es ist, in heterogenen Gesellschaften erfolgreich Widerstand gegen den Sozialabbau auf die Beine zu stellen.

In Deutschland (bald wohl neuer Bundesstaat der USA) sind wir ja dank „rot-grün“ schon ganz vorne mit dabei:

Nach einer Studie der OECD ist in Deutschland die Ungleichheit in der Einkommensverteilung stärker gestiegen als in den meisten anderen Ländern. Die obersten zehn Prozent verdienten 2008 hierzulande durchschnittlich rund achtmal so viel wie das untere Zehntel. In den USA sind die Unterschiede noch krasser.

Und in Detroit sieht man, wo das endet. Oder in Flint, Michigan. Ödland, wo vorher eine Stadt war. Japan begibt sich auch gerade auf diesen Weg:

 „Diesmal erleben wir eine industrielle Aushöhlung an der Wurzel“, warnt Toshiyuki Shiga, verantwortlich für das operative Geschäft von Nissan und Präsident der Vereinigung japanischer Automobilhersteller. „Nie wieder werden wir den Bau einer Fabrik für Digitalkameras in Japan sehen“, sagt Zenji Miura, Präsident des traditionsreichen Kameraherstellers Pentax.

Wenn man in Japan noch nicht mal mehr Kameras bauen kann – wovon wollen die Leute da unten eigentlich in Zukunft leben?

Erstaunlich, wie offen in Davos das Ende des Systems diskutiert wird, das die Weltbank jetzt in Europa noch forciert sehen möchte – siehe Welt:

Den Ton gab gleich der Moderator vor: Stimmt es, dass der Kapitalismus des 21. Jahrhunderts der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht gerecht wird, wollte „Time“-Chef Jim Frederick vom Publikum wissen. Fast die Hälfte der vielleicht 400 Zuschauer hob die Hände.

Die Hälfte der Teilnehmer in Davos hält den Kapitalismus für gescheitert – dabei treffen sich dort doch seine „Leistungsträger“.

Der Kapitalismus des 20. Jahrhunderts sei für das 21. Jahrhundert nicht mehr geeignet, sagte Burrow. Die Ungleichheiten seien heute in der Welt so groß wie vor der Krise der 1930er Jahre. Hunderte Millionen Menschen seien ohne Arbeitsplatz. Der Kapitalismus habe es verpasst, sichere Jobs zu schaffen und den Reichtum gleichmäßig zu verteilen.

So eine Gewerkschafterin. Und sie erhält Unterstützung aus dem Management:

Von „unerfüllten Versprechen“ des Kapitalismus sprach Ben Verwaayen, der Vorstandschef des Telekommunikationskonzern Alcatel-Lucent. „Vielleicht ist die Philosophie, der Kapitalismus verantwortlich“ für die aktuellen Probleme der Weltwirtschaft, so der Niederländer, „vielleicht aber auch nicht die Philosophie selbst, sondern die Art und Weise, wie wir sie umsetzen“.

Es ist erschreckend, was sich dort abspielt. Man denkt, man wäre bei einer Sitzung der Partei der LINKEN in Bergisch-Gladbach – dabei ist es das Weltwirtschaftsforum, das sich dort durch komplette Ratlosigkeit auszeichnet, während am Horizont düsterste Wolken erscheinen, siehe Handelsblatt:

 Meinungsforscher schätzen, dass etwa ein Drittel der Deutschen nicht mehr daran glaubt, dass die Demokratie die wichtigsten Probleme lösen könne. Aber auch Manager tragen dazu bei, wenn sie hinter vorgehaltener Hand von „effizienten Entscheidungsprozessen in China“ schwärmen und über Stuttgart 21 maulen. 

Wo bleibt da der Verfassungsschutz? Er beobachtet die Kapitalismuskritiker im Volk – die viel weniger drastisch argumentieren als die Führer der Weltwirtschaftselite.

Der Kapitalismus – wie wir jene konzerndominierte Wirtschaftsstruktur nennen, die eigentlich den Namen Korporatokratie verdient – vernichtet Volkswirtschaften, Demokratien und Lebensläufe von Milliarden von Menschen, die weit davon entfernt sind, Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung leben zu können. Die einen verwirklichen die Vorstellungen ihres Jobcentermitarbeiters (der selbst kurz vor seiner Entlassung steht), die anderen die ihres Arbeitgebers (der selbst dicht vor der Pleite steht). Fremdbestimmung in asozialer Abhängigkeit ist unser Motto geworden.

Und während in Davos noch diskutiert wird, schreitet man weltweit weiter voran, die Macht die Korporatokratie zu festigen – das Gekrähe in Davos interessiert schon längst keinen mehr in einer Welt, in der Konzerne ein Heer von inzwischen einer Million Söldner anwerben und so jeden Staat der Welt in ein neues Lybien, einen neuen Irak, ein neues Jugoslawien verwandeln können. ACTA – der nächste Schritt zur Geißelung der Menschheit – wird skrupellos weiter vorangetrieben, obwohl dadurch Millionen von armen Menschen ohne Medikamente sein werden – mit Folgen für die Gesundheit der Menschen. So reduzieren wir aber auch ganz schnell die Anzahl der weltweit benötigten Arbeitsplätze – Konzerne wissen: Tote essen nicht, heizen nicht und wohnen auch günstig.

Ganz nebenbei legt ACTA auch grundlegend die Informations- und Meinungsfreiheit zu den Akten, weshalb wir uns in Zukunft Diskussionen wie in Davos oder Artikel wie diesen hier ersparen können.

Wunderbar – nicht war?

So löst das, was wir Kapitalismus nennen, wirklich alle Probleme und ich fange an, selbst an die wunderbare Macht der unsichtbaren Hand des Marktes zu glauben.

Ich weiß auch, was die Revolutionäre von Morgen auf ihren Fahnen stehen haben:

Nicht Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, sondern RENTE URLAUB WEIHNACHTSGELD.

Leider wird man mit diesen bald der Vergangenheit angehörenen Ansprüchen keine großartigen Allianzen schmieden können – noch wird man damit für Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechte streiten können.

Für unsere Enkel hießen die Losungen dann: Essen, Trinken, Obdach – Losungen für das Überleben in einem „ausgebluteten Kontinent“. Wäre doch mal Zeit, zu schauen, wo denn das ganze Blut hingegangen ist, oder?

 

 

 

 

2012 – der Kapitalismus frisst seine Kinder

16.12.2011. Eifel. Draussen? Mistwetter. Ein Orkan zieht über die Eifel, starke Regenschauer gehen nieder, Schneechaos droht am Nachmittag. Es sind solche Momente, wo man einmal dankbar sein kann: dankbar darüber, was vorherige Generationen alles aufgebaut haben. Die Tatsache, das man nicht nackt auf der Weide von den Elementen erwischt wird, hat man der "Zivilisation" zu verdanken, der unermüdlichen Arbeit unzähliger Generationen von Menschen, die den Kampf gegen die Natur aufnahmen, sich Häuser und Wärmequellen erdachten, um dem quälenden Kältetod zu entkommen. 

Das war sehr schlau, glaube ich. Und nun sind wir am "Ende der Geschichte". Der Reichtum hat unglaubliche Höhen erreicht. Wir Menschen können fliegen, rasen wie der Blitz über ihre Autobahnen, beherrschen das Atom und können jederzeit per Knopfdruck auf ihrem PC Bilder von jedem Ort der Erde abrufen. Wir hätten es in der Hand, das Paradies auf Erden zu schaffen ... stattdessen erwartet die meisten von uns der quälende Kältetod - wie zum Beispiel Giorgos Barkouis, über den das Handelsblatt jetzt berichtet:

16.12.2011. Eifel. Draussen? Mistwetter. Ein Orkan zieht über die Eifel, starke Regenschauer gehen nieder, Schneechaos droht am Nachmittag. Es sind solche Momente, wo man einmal dankbar sein kann: dankbar darüber, was vorherige Generationen alles aufgebaut haben. Die Tatsache, das man nicht nackt auf der Weide von den Elementen erwischt wird, hat man der „Zivilisation“ zu verdanken, der unermüdlichen Arbeit unzähliger Generationen von Menschen, die den Kampf gegen die Natur aufnahmen, sich Häuser und Wärmequellen erdachten, um dem quälenden Kältetod zu entkommen.

Das war sehr schlau, glaube ich. Und nun sind wir am „Ende der Geschichte„. Der Reichtum hat unglaubliche Höhen erreicht. Wir Menschen können fliegen, rasen wie der Blitz über ihre Autobahnen, beherrschen das Atom und können jederzeit per Knopfdruck auf ihrem PC Bilder von jedem Ort der Erde abrufen. Wir hätten es in der Hand, das Paradies auf Erden zu schaffen … stattdessen erwartet die meisten von uns der quälende Kältetod – wie zum Beispiel Giorgos Barkouis, über den das Handelsblatt jetzt berichtet:

Mitte 2010 hat er seinen Job als Computertechniker bei einer Versicherung verloren – „wegen der Krise“, wie ihm der Chef achselzuckend erklärte. Er suchte nach einem neuen Job. Aber wer stellt einen 59-Jährigen ein? „Ein Jahr später, als die Arbeitslosenhilfe auslief, wurde mir klar, dass ich meine Miete nicht mehr bezahlen konnte und meine Krankenversicherung verlieren würde“, erzählt Giorgos.

Dabei dachte man: „Mensch, Computertechniker braucht doch jeder, oder?“

Nein, braucht man nicht mehr. Überhaupt braucht man keine Griechen mehr – eine „Lawine des Elends“ kommt auf dieses Land zu, meint jedenfalls Gerd Höhler, ein in Griechenland wohnender Deutscher im Handelsblatt:

Die Wirklichkeit kann man in Athen besichtigen. Ich war vergangene Woche in einer Obdachlosenunterkunft. Dort habe ich Menschen angetroffen, die binnen 18 Monaten aus dem Mittelstand in die Armut abgestürzt sind. Die Zahl der Obdachlosen ist in diesem Jahr um 25 Prozent auf über 20.000 gestiegen. In den Suppenküchen der griechischen Hauptstadt werden jeden Tag etwa 13.000 Menschen verköstigt – die Ärmsten der Armen. Wer in Griechenland seinen Job verliert, steht schnell vor dem Aus. Das Arbeitslosengeld, 461,50 Euro, gibt es im günstigsten Fall ein Jahr lang. Danach kommt nichts. In Griechenland gibt es keine Grundsicherung wie Hartz IV, keine Sozialhilfe. Rund 250.000 Griechen haben im zu Ende gehenden Jahr ihre Arbeit verloren. Den meisten von  ihnen droht im Jahr 2012 der Absturz in die Armut. Auf Griechenland kommt eine Lawine des Elends zu.

Gruselig, oder? Wir Deutschen regen uns darüber auf, das Hartz-Abhängige keinen Weihnachtsbaum bekommen, die Griechen wären über Hartz IV froh. Soweit ist es in Europa schon gekommen, das man das Musterwerk zur Deregulierung von Demokratie und Menschenrechten freudig begrüßt, weil es vor dem Wüten des Orkans und dem Kältetod schützt.

Es sind kleine Philosophen wie meine Wenigkeit – oder große wie der Sloterdijk – die äußerst bedenkliche Erscheinungen wahrnehmen, siehe Handelsblatt:

„Die kollektive Demoralisierung ist schlimmer als eine vorübergehende Rezession jemals sein kann“, sagte Sloterdijk. Seit Jahrzehnten lebten wir in einer gespenstischen Atmosphäre, in der ständig  verrücktmacherische Doppelbotschaften auf die Menschen einprasselten: sie sollten zugleich sparen und verschwenden,  sie sollten zugleich riskieren  und  solide wirtschaften, sie sollten hoch spekulieren und mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Auf die Dauer führe das zu einer absoluten Zermürbung. „Derselbe demoralisierende Effekt geht auch von der Tatsache aus, dass die leistungslosen Einkommen rasend schnell wachsen. Das vergiftet die jungen Leute, weil sie anfangen, sich in Scheinkarrieren hineinzuträumen.“

Mit den Vorwürfen hat er sicher recht. Sein Lösungsvorschlag jedoch, an die „Vornehmheit der Reichen“ zu appellieren, wirkt ebenfalls wie ein Traum – wo soll in einer demoralisierten Welt die Grundlage für solch eine Vornehmheit herkommen?

Gerne sucht man in solchen Zeiten auch Schuldige. Politiker sind immer dafür gut. Für Sloterdijk sind sie es, die uns ins Unglück stürzen. Geht ja auch nicht anders, wenn die Reichen „vornehm“ sind. Politiker suchen lieber die Schuld bei den Banken, laut Wolfram Weimer eine Hetzjagd mit Tradition:

Am häufigsten aber traf dieser spezielle Verfolgungswahn die Juden. Hitlers Tiraden gegen die „Zinsknechtschaft”, gegen die „gierigen Wucherer”, die „satanische Hochfinanz” und die „Geldratten” unterscheiden sich im Duktus kaum von den rasenden Attacken der heutigen Bankenhasser. Auch sie vergleichen die „Spekulantenbrut” mit Tieren und stigmatisieren sie wahlweise als Haifische oder Raubtiere, unsere Wirtschaftsordnung sei ja schließlich ein „Raubtierkapitalismus”.

Und die SPD hält Arbeitslose für Parasiten. Hat auch so einen „Duktus“. Die Banken selbst merken gerade, das sie auch nicht so voll auf dem Siegertreppchen stehen. Gestern haben sie sich noch die Taschen mit Rettungsgeldern für Griechenland gefüllt (Gelder, die wir nur ungern geben und die in Griechenland auf seltsame Weise für einen rasenden Anstieg der Obdachlosigkeit sorgen – auch so ein zermürbendes Paradoxon), heute werden sie schon herabgestuft, siehe Manager-Magazin:

Die Abstufungsorgie europäischer Banken geht weiter: Die US-Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von fünf Instituten gesenkt. Unter anderem ist auch die Crédit Agricole betroffen, die gerade erst eine milliardenschwere Abschreibung vornehmen musste.

Und was wäre so eine richtige Orgie schon ohne die Deutsche Bank? Ebenfalls: herabgestuft siehe Welt.

Natürlich fordert das heraus, den Blick auf die nächsten Täter zu nehmen: die USA. Immerhin sind sie das Heimatland des Kapitalismus und die Triebfeder der aktuell wütenden Dauerkrise. Merkt man ja schon, wenn man sieht, wie die mit ihrem Geld umgehen, siehe Manager-Magazin:

Europäische Banken rutschen immer tiefer in die Krise: Sie müssen milliardenschwere Abschreibungen vornehmen, die Kreditwürdigkeit sinkt mehr und mehr und jetzt ziehen offenbar vermehrt verunsicherte US-Kunden ihre Gelder von den Instituten ab.  

In den vergangenen sechs Monaten seien die Einlagen bei US-Töchtern nicht-amerikanischer Institute um ein Viertel auf 879 Milliarden Dollar gesunken, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf Daten der US-Notenbank Fed. Das sei der stärkste Rückgang, der jemals gemessen wurde.

Die Ratingagenturen werten die Banken ab, woraufhin die Sparer ihr Geld abziehen, woraufhin die Ratingagenturen weiter abwerten, was die Sparer wiederum dazu veranlasst, ihr Geld abzuholen, woraufhin die Ratingagenturen … ach, lassen wir das. Man sieht wo es endet: Ackermann wird auch obdachlos, nur halt etwas später.

Bevor sich jedoch der Zorn über die USA ergießt, sein ein Blick dorthin gestattet – siehe Handelsblatt:

Nach einer Erhebung der Regierung lebten 2010 49,1 Millionen Amerikaner in Armut. Die Zahl jener Haushalte, die Beihilfen für die täglichen Lebensmittel bekommt, die sogenannten food stamps, stieg von 2007 bis 2010 um 16 Prozent auf 13,6 Millionen.

Die Studie des Städtetages nennt Arbeitslosigkeit, Armut, niedrige Löhne und hohe Kosten für Wohnungen als Hauptgründe für den Bedarf nach Lebensmittel-Beihilfen. Rund 71 Prozent der Städte erklärten, dass sie ihr gesamtes Budget für Lebensmittelhilfen aufgebraucht hätten. In den 29 Metropolen hätten 27 Prozent der Menschen, die Lebensmittelnothilfe benötigten, keine erhalten, heißt es in der Studie.

Das es übel aussieht im Heimatland des Kapitalismus sieht auch der Präsident – siehe Handelsblatt:

US-Präsident Barack Obama hat eine Rede zur sozialen Spaltung der Gesellschaft in den USA gehalten. Der Kampf der Mittelklasse gegen den sozialen Abstieg sei die „entscheidende Frage unserer Zeit“.

Man sieht: die Amis brauchen ihr Geld selber. Kein Wunder, das sie es bei uns abziehen. Denen geht es kaum besser als den Griechen.

In Deutschland scheint man vor den Einschlägen der Krise noch sicher zu sein. Die Medien arbeiten mit Hochdruck an dieser trügerischen Illusion, die wertvolle Zeit sinnlos verstreichen lässt, die für Gegenmassnahmen dringend gebraucht würde. Gelegentlich erfährt man zwar, das sogar Gold kein sicherer Hafen mehr ist (siehe Welt) oder das es aktuell die Franzosen ganz dicke mit einer Rezession und steigenden Arbeitslosenzahlen erwischt, das die Parkgebühren in Städten langsam auf 100 Euro täglich ansteigen und sogar Gewerbeimmobilien nicht mehr zu vermieten sind (mit einem Anstieg des Leerstandes um bis zu 1000%), aber generell zeigt sich der Deutsche an und für sich von der Krise unbeeindruckt – wenn man den Medien glauben darf.

Vielleicht rüttelt ihn die IWF-Chefin wach, die aktuell düstere Prognosen abgibt, Prognosen, die heute alle großen Nachrichtenmagazine in Aufruhr versetzen, siehe Welt:

„Der Ausblick auf die Weltwirtschaft ist im Augenblick nicht besonders rosig. Er ist ziemlich düster“, sagte Lagarde am Donnerstag in Washington. Europa könne seine Probleme nicht alleine lösen, alle Länder müssten den Europäern nun mit Hilfe des IWF beistehen.

Würden die Probleme nicht entschieden angegangen, würde die Weltwirtschaft ähnlichen Vorzeichen gegenüberstehen wie vor der Großen Depression in den 1930er-Jahren, sagte Lagarde weiter. Keine Volkswirtschaft der Welt sei vor dem Abwärtstrend immun, sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds. 

Auch die Hoffnung auf die „Schwellenländer“ erweist sich als trügerisch, siehe Manager-Magazin:

Europa nahe der Rezession, die USA dümpeln vor sich hin, jetzt bremsen auch noch die gerühmten Bric-Staaten aus Brasilien, Russland, Indien und China die Konjunktur scharf ab. Für die deutsche Wirtschaft und den hiesigen Jobmarkt kommt die Implosion des Wachstumsbollwerks zur ungünstigsten Zeit.

Nur Hugo Boss blickt noch positiv in die Zukunft – kein Wunder, die haben schon nach der letzten großen Depression an der Produktion von SS-Uniformen gut verdient.

Schon jetzt werfen die „Zeiten nach der Depression“ ihre Schatten voraus, siehe Welt:

Der Kongress hat den Verteidigungshaushalt verabschiedet. Damit stimmte er einer unbegrenzten Haftzeit Terrorverdächtiger zu – auch ohne Prozess.

Es scheint so zu sein, als könnten wir bald erwarten, Zeugen ähnlicher Ereignisse zu werden wie jener, die aktuell in der Welt geschildert werden:

US-Marineinfanteristen waren bei dem Massaker an Zivilisten – unter ihnen Frauen, Kinder und ein Rollstuhlfahrer – vorgegangen, nachdem ihr Militärkonvoi auf einen Sprengsatz gefahren war. Sie erschossen mehrere Männer aus einem Fahrzeug heraus. Später zogen die Soldaten durch den Ort nordwestlich von Bagdad und töteten 19 Bewohner.

Und wieso das alles? Wieso müssen wir das erleben, obwohl die Menschheit so reich geworden ist, es genug zu essen für jeden gibt? Wieso müssen wir Menschen auf den Straßen erfrieren lassen, während die Gewerbeimmobilien leer stehen? Wieso schaffen wir es nicht, das Ende des Kapitalismus als das zu begreifen, was es ist: die größte Naturkatastrophe, die die Menschheit je heimgesucht hat! Könnten wir es endlich so sehen, dann könnte es eine Welle von Hilfsbereitschaft geben, dann könnte sich zeigen, wieviel „Vornehmheit“ sich noch im Zeitalter der Demoralisierung mobilisieren ließe und dann könnten wir vor allem … die Katastrophe noch verhindern.

So jedoch müssen wir hilflos zusehen, wie der Kapitalismus seine Kinder frisst.

Staaten, Banken, Menschen.

Was übrig bleibt?

Ödnis und Leere … und ein wirkliches Ende der Geschichte.

Dabei war es doch gar nicht so schlecht, den Orkan aus einer gemütlichen, geheizten  Wohnung heraus bei Tee und Gebäck zu beobachten, oder?

Leider scheint der Mensch an sich für den Kapitalismus zu teuer zu sein.

Am Ende der Geschichte zeigt sich halt, das der Kapitalismus so wenig Wohlstand bringt wie der Kommunismus soziale Gerechtigkeit. Schade, das wir uns geirrt haben – wieder mal.

 

 

Ist die Occupy-Bewegung kommunistisch?

Ist die Occupy-Bewegung kommunistisch?

Es ist nicht das erste Mal, dass die weltweite Protestbewegung der Empörten als kommunistischer Impuls verleumdet wird. Der Vorwurf ist falsch, widerspiegelt aber meines Erachtens zwei Dinge: ein Dilemma auf Seiten der Empörten und eine Art Anerkennung durch ihre Gegner. (mehr …)

Die Herrschaft des Wuchers

Die Danistakratie (die Herrschaft des Wuchers) als Ursache der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung

Andreas Popp – Vortrag an der Uni Mannheim vom 10.09.2011

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Hier sitze ich, ihr könnt mich mal

„Volker Pispers und Gäste – 11.09.2011 (mit ohne Gäste)“

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Teil 1:

Teil 2:

Wer Leistung, Wettbewerb und Wohlstand will, muss links sein – Sahra Wagenknecht im Interview

Hier ist noch eine von den Linken, die man nicht rauswerfen müsste:

Seit drei Jahren steckt die Weltwirtschaft in der Krise. Dennoch wagen nur wenige, das herrschende System grundsätzlich infrage zu stellen. Eine der Ausnahmen ist die deutsche Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht («Die Linke»). Ein Gespräch über Ludwig Erhard, die Macht der Monopole und die Überwindung des Kapitalismus.

HIER weiterlesen…

Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft

Es war ein sonnig-heisses, beschauliches Wochenende. Computer und Internet dienten ausschliesslich zur Unterhaltung und ich genoss zwei weitgehend informationsfreie Tage. Viel hat sich ohnehin nicht getan, wie ich heute morgen feststellte. Am Wochenende scheint auch die Krise etwas Auszeit zu nehmen. Nur gestern spät abends, erreichte mich ein Email, mit einem Link zu einem Youtube-Video über die Vorurteile der Anarchie …

Ich bin in meinem Bekanntenkreis als Anarchist „gebrandmarkt“ … obwohl die meisten Menschen mit dem Begriff Anarchie nichts oder nur sehr wenig anfangen können und einen völlig falschen Eindruck dieser Gesellschaftsform haben.

Zu oft und völlig zu unrecht, wird in den Medien von Chaos und Anarchie gesprochen, linksradikale, oftmals gewaltbereite Demonstranten fast immer als Anarchisten bezeichnet. So, dass man den Eindruck bekommt, Anarchie sein jenes Chaos der Gewalt, in dem das Recht des Stärkeren dominiert …

Selbst „seriöse und intellektuelle“ Medien benutzen den Terminus falsch und plakativ für Ausschreitungen und Krawalle.

Dabei ist die Anarchie die höchste, gerechteste und freieste Gesellschaftsform die wir kennen, weil sie, so wie alle anderen, keine hierarchische ist. Nur, dass Anarchie funktionieren kann und jedem Einzelnen ungeahnte Vorteile und Freiheiten bringen kann, wissen nur die wenigsten.

Anarchie ist ein Reizwort, absolut negativ besetzt und kaum verstanden. Bewusst natürlich, wenn man alles versucht, die Demokratie, die irgendwann – und wir sind am besten Weg dazu – in einem totalitären System enden muss. Trotzdem versuchen uns die Demokraten weiss zu machen, dass es nichts besseres als die Demokratie gibt, denn in der Demokratie geht die Macht vom Volk aus!!! Kapiert? Nein? Dann geht es dir ebenso wie mir. Ich habe, als Staatsbürger eines demokratischen Staates nur eine Möglichkeit, Macht auszuüben, nämlich am Wahltag. Dann darf ich jemanden wählen, der meine Interessen vertritt … das heisst, ich übergebe ihm dieses kleine Stück Macht. Ob dieser Gewählte nun wirklich meine Interessen vertritt, bleibt dahin gestellt. Ich habe das grosse Problem, überhaupt keinen Politiker oder Partei wählen zu können, weil niemand von denen meine tatsächlichen Interessen vertritt. Sie vertreten Ideologien und Programme, keinerlei Interessen von nur einem ihrer Wähler. Und warum sollte nun die Demokratie die beste Staatsform sein, wenn sie NICHT die Interessen der Wähler, sondern nur die Interessen der Parteien vertritt?

Betrachten wir (an Hand des Videos „

target=“_blank“>Telekolleg: Anarchie„) die Anarchie ein wenig differenzierter und betrachten wir die Vorurteile, die durch die Medien entstanden sind. Und danach wirst auch du, mein lieber Freund, überrascht sein und erkennen, warum die Politik eine berechtigte Angst vor einer Anarchie hat. Weil sie dann völlig überflüssig wäre!

 

Vorurteil: Anarchie herrscht
Wenn irgendwo auf der Welt Autos brennen oder sich Menschen gegenseitig massakrieren, behaupten die Medien in schöner Regelmässigkeit: dort herrscht Chaos und Anarchie … Aber wenn ein Mensch am Boden liegt, während ein anderer auf ihn einprügelt, dann ist das NIEMALS Anarchie, sondern das genaue Gegenteil davon! Nämlich Hierarchie, also das Prinzip, nach dem unsere gesamte Gesellschaft aufgebaut ist! Gewalt ist IMMER Machtausübung und Machtausübung ist, konsequent zu Ende gedacht, IMMER Gewalt! Auch wenn sie scheinbar zivilisiert vom Schreibtisch aus verübt wird. Anarchisten lehnen sowohl die eine, als auch die andere Form von Unterdrückung ab, denn Anarchie herrscht eben NICHT!

Vorurteil: Anarchisten sind Feinde der Demokratie
Anarchie bedeutet „Leben und leben lassen“. Wer beten will, soll beten. Wer nicht beten will, macht eben was anderes. Alles ist ok, solange man es keinem anderen auszwingt. Dadurch wird auch niemand geschädigt! Demokratie hingegen bedeutet leider viel zu oft, wenn die Mehrheit der Bevölkerung dafür ist, Beten zur Pflicht zu machen, dann muss sich auch der Rest daran halten … oder damit rechnen, bestraft zu werden. Diese Form der Demokratie, die in Wahrheit nur eine vom Volk selbst legitimierte Diktatur ist, halten Anarchisten für kein zukunftsfähiges Modell des Zusammenlebens. Daher kann Demokratie, so wie wir sie heute kennen, nicht viel mehr als ein Durchgangsstadium sein, auf dem langen Weg des Menschen vom dummen Befehlsempfänger zu einem frei denkenden, aufgeklärten Wesen – was an sich die grösste Gefahr der herrschenden Polit- und Gesellschaftssysteme ist.

Vorurteil: Anarchie funktioniert nicht
Und natürlich, mit den Auswüchsen und Extremen dieser Gesellschaft kann Anarchie nicht funktionieren! Das ist der Trick der Mächtigen: Zuerst werden die Menschen systematisch verblödet (TV, Medien, Bildungspolitik, Kirche, Fanatismus in jeglicher Form) und dann behauptet man, sie seien zu dumm, um ohne ständige Überwachung, Kontrolle und Bevormundung leben zu können. Ein Teufelskreis, der nur durchbrochen werden kann, indem man die Menschen aufklärt und ihnen ihre geistige Freiheit und Kritikfähigkeit zurückgibt.

Vorurteil: Anarchisten sind alle gleich
Die anarchistische Idee ist nicht auf eine bestimmte Gesellschaftsschicht, Szene oder Subkultur beschränkt. Wenn du keinen Bock hast, dich herumkommandieren zu lassen, von Eltern, Lehrern, Chefs, Medien, Staatsdienern, Politikern oder wem auch immer, und wenn du auch keinen Sinn darin siehst, andere herumzukommandieren, weil du diese Herrenmenschen-Scheisse nicht nötig hast und Freiheit, geistige Freiheit für dich etwas Heiliges ist … dann bist du ANARCHIST.

Anarchie ist kein Klischee und keine Mode-Erscheinung, Anarchie ist vielmehr die einzig konsequente Antwort auf die kranke Geschichte der Menschheit!

Im Anarchismus ist Anarchie die angestrebte Wirtschafts- und Gesellschaftsform freier und gleicher Menschen.

„Eine Welt in der keiner regieren soll, über die Arbeit und Mühe eines anderen, (…) Das ist Anarchie. Eine Welt in der Freiheit jeden beglückt, den Schwachen den Starken ‚ihn’ und ‚sie’ wo ‚deins’ und ‚meins’ keinen unterdrücken wird – Das ist Anarchie.“ (David Edelstadt)

„Anarchie, zu deutsch: ohne Herrschaft, ohne Obrigkeit, ohne Staat, bezeichnet somit den von den Anarchisten erstrebten Zustand der gesellschaftlichen Ordnung, nämlich die Freiheit jedes einzelnen durch die allgemeine Freiheit. In dieser Zielsetzung, in nichts anderem, besteht die Verbundenheit aller Anarchisten untereinander, besteht die grundsätzliche Unterscheidung des Anarchismus von allen andern Gesellschaftslehren und Menschheitsbekenntnissen. (…) Die Verneinung der Macht in der gesellschaftlichen Organisation ist das maßgebliche Wesensmerkmal der Anarchie.“ (Erich Mühsam)

Anarchie bedeutet somit für Anarchisten, dass jeder Mensch sich ohne unterdrückende Autorität und in freier Assoziation mit anderen Menschen entfalten kann. Eine solche Organisationsstruktur wird hierarchie-, zwangs- und gewaltfrei gedacht und sollte nicht mit einer herkömmlichen Verwaltung verwechselt werden. Eine anarchistische Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der jeder Mensch selbst beziehungsweise in Kooperation mit anderen für die eigenen Lebensumstände Verantwortung übernimmt. Es gibt keinerlei lenkende Zentralgewalt. Sanktionen gehen nicht von einer Führungsschicht aus, sondern sind nur möglich, wenn vorher vereinbarte Regeln verletzt wurden. Als weitestgehende Konsequenz wird dabei der Ausschluss aus der kommunalen Gemeinschaft angeführt. Die Anarchisten wollen die Gesellschaft sich selbst regeln lassen, etwa über Räte, freie Übereinkunft oder rein funktionale Entscheidungen, mit den Worten von Pierre Joseph Proudhon: „Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft.“

Ebook: Horst Stowasser – Freiheit pur: die Idee der Anarchie, Geschichte und Zukunft (mama-anarchija.net)

Mit Dank an:
Johannes – Schnittpunkt 2012

Das alte System ist gescheitert. Bauen wir Neues auf!

 

Seit dem Jahr 2007 beobachten wir nun im verstärkten Maße das Versagen unseres bisherigen Gesellschaftssystems. In einer Zeit, in der vielerorts Geld zu einer Art Gott ernannt wurde, zu einem goldenen Kalb, das die Menschheit wie im Wahn umtanzt, benötigte es erst größere finanzielle Verwerfungen, damit dies vielen Menschen klar wurde.

Die Korrumpierung der politischen Systeme durch private Wirtschaftsinteressen, die skandalösen und oft ekelerregenden Zustände in der Welternährung, Umweltzerstörung und ausufernde Korruption im Energiesektor, massenhafte Zwangsprostitution und massenhaftes Sterben als Folge von Armut und vieles mehr dergleichen, das alles scheinen abstrakte Vorgänge zu sein im Vergleich zur Gefährdung des eigenen Kontostandes.

Trotz aller Sorge ums liebe Geld haben sich die Stunden, die wir in diese Sorge gesteckt haben, jedoch nicht rentiert – wahrscheinlich war diese Zeit die gigantischste Fehlinvestition der Menschheitsgeschichte. Nicht zuletzt durch umfangreiche Debatten im öffentlichen digitalen Raum, wird unser Finanzsystem – so wie es aufgebaut ist – mittlerweile von vielen Akteuren in Frage gestellt. On the long run ist es zum Scheitern verurteilt. Für den deutschsprachigen Raum können wir beispielhaft auch auf folgende Debatten hinweisen:

Aufruf zur Debatte

Staatsfinanzierung als Subvention des Finanzsektors

Kleine Geschichte des Kapitalismus

Von zahlreichen kompetenten Diskutanten wurde in diesen Debatten unter anderem die Erkenntnis zu Tage gefördert, dass die jetzige Praktik der Geldschöpfung, sowie die Logik des Zinses im zeitlichen Verlauf unweigerlich zu einem Kollaps des Währungssystems führen müssen. Diese Erkenntnisse können als gesichert gewertet werden, und wurden bis heute von niemandem glaubhaft widerlegt.

Was wir jedoch statt fundierter Beschäftigung mit den zu Tage geförderten Erkenntnissen um so häufiger beobachten können, sind a) die Verlagerung der Diskussion auf Nebenkriegsschauplätze und b) bewusste Ablenkungsmanöver durch die Massenmedien.

Zu Punkt a)

Wir leben in einer Gesellschaft in der Perfektion zum höchsten Ideal erklärt wurde. Jeder Einzelne unterliegt bewusst oder unbewusst dem Druck, alles immer richtig machen zu müssen. Statt freier Improvisation und dem Vertrauen darauf, dass die Gesellschaft es als Folge dieser gemeinsamen Interaktion schon richtet, folgen wir einem Ego-Wahn der uns glauben lässt, alles bis ins letzte Detail können zu müssen. Detailverliebtheit, Exaktheit und Genauigkeit sind natürlich hohe Güter, aber besonders in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sehen wir nun, dass sich die institutionellen Vertreter dieser Disziplinen zunehmend selbst ins Abseits schießen.

Geistes- und Sozialwissenschaftler sind besessen davon, immer mehr wissen und erklären zu wollen, und steigern sich deshalb sehr oft in eine theorielastige Phantasiewelt hinein. Mit der Zeit verlieren diese „Wissenschaftler“ dann den Blick für die Realität. Alles was dann nicht mehr in die theoriegeleitete Denkwelt passt, existiert für diese Menschen einfach nicht. Darüber hinaus lernt jeder „Wissenschaftler“ im Laufe seines Berufslebens, sich auf gewisse Teilbereiche zu spezialisieren, wodurch diese Menschen oft die Fähigkeit verlieren, die Welt als ein interdependentes System zu verstehen.

Wenn es keine „wissenschaftliche“ Theorie gibt, die das Kollabieren eines Währungssystems erklärt, kann es für diese Menschen nicht kollabieren. Wenn es keine „wissenschaftliche“ Theorie gibt, die erklärt warum und wie sich seit Beginn des Jahres weltweit Millionen von Menschen zivilgesellschaftlich organisieren, dann existiert für diese Menschen diese Realität nicht. Wenn seit Anfang des Jahres überall auf dem Globus Revolten, Massendemonstrationen, gar Revolutionen stattfinden, erregt dies bei diesen „Wissenschaftlern“ keine besonders große Aufmerksamkeit, sofern sich diese Ereignisse gut mit irgendeiner ihrer Bereichstheorien erklären lassen.

Man könnte diese Beispiele nun ewig weiterführen.

Hinzu kommt jedoch auch der zeitliche Druck, unter dem viele „Wissenschaftler“ stehen. Nachwuchs“wissenschaftler“ sind längst zu geistigen Fließbandarbeitern verkommen, die nur noch in den seltensten Fällen Zeit haben, frei zu denken und über den Zustand der Welt zu reflektieren. Im Regelfall sind Nachwuchs“wissenschaftler“ – gerade in den Sozialwissenschaften – heute kleine, und durchaus bemittleidenswerte Hilfssoldaten im globalen Kampf um die Deutungshoheit über die soziale Wirklichkeit. Traurigerweise realisieren die Betroffenen dies meist jedoch selbst nicht einmal.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Menschheit von den institutionalisierten Wissenschaften derzeit nur in den aller seltensten Fällen valide Aussagen über den Zustand der Welt erwarten kann.

Zu Punkt b)

Die Massenmedien glänzen seit Monaten verstärkt durch scheinbar bewusste Täuschung und Irreführung der Leser. Weder werden die zivilgesellschaftlichen Erkenntnisse zur Finanzordnungslogik aufgegriffen, noch wird in angemessenem Maße von den mittlerweile weltweit stattfindenden Demonstrationen und Bürgerbewegungen berichtet. Chile, Malaysia, Griechenland, Spanien, England werden hier nur beispielhaft aufgeführt. Jeder kann sich selbst die Arbeit machen und sich einen Überblick über den globalen zivilen Ungehorsam verschaffen.

Als konkretes Beispiel: Dieser Protestaufruf aus Griechenland von Ende Juni belegt, dass sich in Griechenland längst hunderttausende Menschen basisdemokratisch organisieren: Protestaufruf aus Griechenland

In den großen Medien wird dies ignoriert, stattdessen wird der Fall Griechenland meist nur aus Sicht von Finanzmarktakteuren behandelt.

Ebenfalls ist seit einiger Zeit zu beobachten, dass Personalien (Strauss-Kahn, Leo Kirch, etc.) übermäßig aufgebauscht werden. Hierdurch wird die breite Masse wieder einen Tag abgelenkt, man hofft so, die Systemfrage aus dem gesamtgesellschaftlichen Diskurs heraushalten zu können. Eine sehr interessante Darstellung der Strategien der Manipulation in den Medien, findet sich übrigens hier: 10 Strategien der Manipulation

Hintergründe zum Thema „Die Medien als Herrschaftsinstrument“ sind hier aufbereitet: Strategien der Meinungsmache

Beobachtet man diese Entwicklungen, so kann man eigentlich nur zu einem Schluss kommen: Der Glaube und das Vertrauen in die institutionalisierten „Wissenschaften“ und die etablieren Massenmedien sind völlig unberechtigt. Warum dies so ist, liegt ebenfalls auf der Hand: Etwas das Teil eines Systems ist, kann und wird dieses System nicht bis zur letzten Konsequenz in Frage stellen. Die Akteure in diesen Teilsystemen sind sozusagen auf einem Auge blind.

Es lässt sich jedoch auch beobachten, dass sich auch in Deutschland längst Millionen von Bürgern entschieden haben, selbst Verantwortung zu übernehmen. In Anlehnung an die spanischen und griechischen Protestbewegungen manifestiert sich der Wunsch „Echte Demokratie jetzt!“ auch in Deutschland zunehmend in den Köpfen der Bevölkerung.

Ob bei den Protesten gegen das Bauprojekt Stuttgart 21, ob bei der massiven Empörung der Anti-Atomkraftbewegung oder auch in zahllosen Debatten im virtuellen Raum: Die Zivilgesellschaft zeigt Engagement und es ist längst klar, dass derart motivierte Menschen die besseren Wissenschaftler, die besseren Journalisten und die besseren Politiker sind, als jene, die in einem gescheiterten System aus Macht-, Prestige- und Verdienstzwecken diesen Tätigkeiten nachgehen.

Es gibt keinen Grund mehr noch länger am Alten festzuhalten.

Mit Dank an:

Florian Hauschild – le bohémien

Widerstand ist zwecklos: über Umerziehung und gestohlene Wirklichkeiten

Es schmerzt, wenn man Kommentare liest, die ob der Hoffnungslosigkeit der Situation der Verzweiflung nahe sind. Es schmerzt, zu sehen, das Verzweiflung möglicherweise das einzige Gefühl bleibt, die einzige Möglichkeit, Widerstand zu leisten, das einem noch übrig bleibt nach der Lektion, die man uns als Bürgern jetzt erteilt hat. Warum das so ist? Weil wir noch nicht mal im Ansatz verstanden haben, was gerade mit uns geschieht. Es ist möglicherweise auch zu phantastisch, zu abgedreht, zu verrückt ... so verrückt wie  eine streng elitäre Legion Superreicher, die sich regelmäßig jedes Jahr treffen, um vor dem Symbol der teuflischen Göttin Lillith (die  Nummer Zwei der Kellipoth im System der freimaurerischen Kabbala) ein symbolisches Menschenopfer zu bringen. Was es bedeutet, wenn der Macher Helmut Schmidt - unserer nüchterner Mann der Vernunft - von diesem Ritual als dem besten druidischen Ritual spricht, das er je erlebt hat? Sind wir geistig überhaupt in der Lage, zu verstehen, das das bedeutet?

Es schmerzt, wenn man Kommentare liest, die ob der Hoffnungslosigkeit der Situation der Verzweiflung nahe sind. Es schmerzt, zu sehen, das Verzweiflung möglicherweise das einzige Gefühl bleibt, die einzige Möglichkeit, Widerstand zu leisten, das einem noch übrig bleibt nach der Lektion, die man uns als Bürgern jetzt erteilt hat. Warum das so ist? Weil wir noch nicht mal im Ansatz verstanden haben, was gerade mit uns geschieht. Es ist möglicherweise auch zu phantastisch, zu abgedreht, zu verrückt … so verrückt wie  eine streng elitäre Legion Superreicher, die sich regelmäßig jedes Jahr treffen, um vor dem Symbol der teuflischen Göttin Lillith (die  Nummer Zwei der Kellipoth im System der freimaurerischen Kabbala) ein symbolisches Menschenopfer zu bringen. Was es bedeutet, wenn der Macher Helmut Schmidt – unserer nüchterner Mann der Vernunft – von diesem Ritual als dem besten druidischen Ritual spricht, das er je erlebt hat? Sind wir geistig überhaupt in der Lage, zu verstehen, das das bedeutet?

Nein, sind wir nicht. Man erlaubt uns nicht, so zu denken. Die Umerziehung, die bei der Entnazifizierung Deutschlands erfolgreich erprobt wurde, läuft weiter, so dass wir uns nicht wundern, das die gesellschaftliche Elite der USA (und einige auserwählte Männer aus den europäischen Kolonien) äußerst religiös und esoterisch wird, wenn sie zur Spitze der Macht vordringen.

Was bedeutet das denn für unser Weltbild?

Gar nichts, wir schauen Fussball. Die Medien sagen uns, das das wichtig ist.

Die Treffen im Bohemian Grove sind Fakt. Vielfältig belegt. Menschen, die in ihren Terminkalendern normalerweise um jedes Minute kämpfen, haben jährlich – neben ihrem Urlaub – zwei Wochen Zeit, sich mit … unbekannten Dingen zu beschäftigen. Und mit religiösen Ritualen. Das geht uns aber nichts an.  Die evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (das ist die Abteilung für Sektenkunde) hat mir auf Nachfrage geantwortet, das es sich hierbei wohl um Themen aus dem Umfeld der Verschwörungstheorien handelt.

So wie 1955 in Folge der Umerziehung keiner mehr auch nur ansatzweise das NS-Regime begrüßte, so meiden wir heute alle Themen, auf die offizielle Stellen das Siegel „Verschwörungstheorie“ kleben. Genauso gut könnte es aber auch ein „Top Secret“-Stempel sein, der dort anzubringen ist. Das Ergebnis ist das Gleiche: dort findet zwar etwas statt (zum Beispiel die Planung des Baus der Atombombe) – aber das geht uns nichts an.

Wir gehorchen.

Inzwischen ist es Fakt, das Bundespolizisten anonym als Demonstranten unterwegs sind – ohne Wissen der Landespolizei. Das gleiche geschah gerade in Griechenland.  Da werden Strategien entwickelt und umgesetzt, die vor allem eins brauchen: die absolute Missachtung der Planer vor dem Grundgedanken der Polizei, vor dem Rechtsstaat, der Demokratie und … dem Bürger.

Die Leute haben aber die Macht, staatliche Beamte auf uns anzusetzen – und tun das auch.

Das nennt man Verschwörung – über die man aber bei uns seit zehn Jahren nicht mehr reden darf. Was früher investigativer Journalismus war, ist heute Verschwörungstheorie … und keinen störts. Die Täter sahnen ungehindert ab, siehe Telepolis:

Im Namen eines imaginären Steuerzahlers, dessen Neukreditaufnahme nicht – wie von den Regierungen behauptet – für das Gemeinwohl verwendet wird, sondern für die Beibehaltung der Steuerprivilegien derer, die allein in Deutschland von Ende 2009 bis Juni 2011 einen Gesamtvermögenszuwachs von 1 Billion Euro verbuchen konnten.

Das Ganze war geplant. Kann man öffentlich nachlesen: die Täter machen kein Geheimnis aus ihren Absichten, aus ihren Methoden, aus ihren Zielen, siehe Nachdenkseiten:

„Der ehemalige Notenbanker Sir Alan Budd (…) beschrieb die Geldpolitik der Bank of England unter Margret Thatcher so: „Viele haben nie (…) geglaubt, dass man mit Monetarismus die Inflation bekämpfen kann. Allerdings erkannten sie, dass [der Monetarismus] sehr hilfreich dabei sein kann, die Arbeitslosigkeit zu erhöhen. Und die Erhöhung der Arbeitslosigkeit war mehr als wünschenswert, um die Arbeiterklasse insgesamt zu schwächen. […] Hier wurde – in marxistischer Terminologie ausgedrückt – eine Krise des Kapitalismus herbeigeführt, die die industrielle Reservearmee wiederherstellte, und die es den Kapitalisten fortan erlaubte, hohe Profite zu realisieren.“ (The New Statesman, 13. Januar 2003, S. 21)“

Das ist nur eine Quelle von vielen. Vivianne Forrester fiel das in den neunziger Jahren auf … sie zitierte weitere Quellen und warnte vor dem kommenden Terror und der angestrebten Diktatur.

Keinen hat´s interessiert.

Dabei läuft es weiter. Nun fangen die Banken an, ihre Leute auf die Straße zu setzen.  15000 bei Lloyds, 1000 weitere bei anderen Instituten – das erhöht den Druck, Schrottpapiere für gutes Geld zu verkaufen. Immerhin geht es um den Arbeitsplatz.

Währenddessen nimmt der Krieg gegen die Arbeitslosen schärfere Formen an. In Deutschland werden sie kriminalisiert, in Ungarn erprobt man jetzt Zwangsarbeit und Lagerhaltung im großen Stil.

Und unsere Leitmedien berichten über Frauenfussball – als gäbe es sonst nichts Wichtiges auf der Welt. Wieder besseren Wissens wird die Destabilisierung der Weltwirtschaft vorangetrieben, damit staatlicher Besitz in nie dagewesenem Maße in Privathände gelangt: zu Schnäppchenpreisen, wohlgemerkt – siehe Freitag:

„Auf dem Höhepunkt einer Krise bietet sich immer die Möglichkeit zu neuen Investitionen“, sagte Aris Syngros, der die „Invest in Greece“-Kampagne leitet, vom Podium herab. „Die Krise eröffnet die Möglichkeit zu großen Gewinnen.“ Diese Gewinne machen aber natürlich diejenigen, die das Tafelsilber des griechischen Staates zu Schnäppchenpreisen aufkaufen.

Das sich die Legion der Superreichen zum Aufkauf des gesamten Planeten entschlossen hat, ist für uns unvorstellbar. Sie hätten doch überhaupt keine Möglichkeit, das zu planen, wenden wir ein. Dazu müssten die sich doch alle mal treffen.

Das tun sich auch. Jedes Jahr – zwei Wochen lang. Jedenfalls ein äußerst auserwählter superreicher Kreis.

Aber die Detailplanung, die Ausführungsimpulse – wo ist denn da die Befehlskette? Zum „Stab“ gehört in jeder Firma auch die „Linie“: so was würde man doch merken?

Würde man, wenn wir über den Sinn der Bilderbergertreffen informiert werden würden – jener Treffen, wo die gehetzten wichtigen Menschen unserer Tage nochmal angeblich eine Woche sinnlos Zeit verplempern – sie haben ja auch soviel zuviel davon. Was dort versäumt wurde, kann man dann in Davos nachholen.

Stanley Kubricks letzter Film „Eyes wide shut“ führt einen normalen amerikanischen Arzt in eine befremdliche Welt von Geheimgesellschaften und sexuellen Orgien ein, die dem Helden ihre Macht über sein Leben bis ins Detail demonstrieren. Kubrick starb überraschend eine Woche nach Fertigstellung des Filmes. Es lohnt sich, sich ein wenig mit den Bildern des Filmes auseinanderzusetzen und der offiziellen Version („Liebesgeschichte“) nicht zu folgen. Die Beziehung der Hautpdarsteller nimmt im Film einen verblüffend  geringen Raum ein … die „Sekte“ einen viel größeren. Das Kubrick hier in seinem letzten Werk ein düsteres Bild mordender amerikanischer Geheimgesellschaften zeichnet, wird in offiziellen Filmkritiken überraschend gründlich übersehen – wie dürfen an so etwas nicht denken, auch wenn wir es direkt vor Augen haben. Deshalb wage ich auch jetzt nicht die Vermutung, das Kubrick mit diesen Bildern eine Botschaft über politische Wirklichkeiten vermitteln wollte, die ihm während seines Lebens in den USA begegnet sind, weil ich weiß, das man mir dann das tödliche Siegel „Verschwörungstheoretiker“ aufdrücken würde, was den gleichen Effekt hat wie Rufmord.

Das dieser Effekt eintritt, ist ein schlechtes Zeichen für unsere aufgeklärte Gesellschaft, in der es keine Tabus geben dürfte. Trotzdem gibt es sie – und deshalb funktioniert der Rufmord, die Vernichtung der Ehre durch ein einziges Wort: Verschwörungstheroie.

Gründe dafür beschreibt „The Intelligence“ drastisch:

Nachdem wir Bürger demokratischer Länder sind, können wir uns der Mitverantwortung wohl kaum entziehen. „Unwissenheit schützt nicht vor Strafe“, besagt ein juristischer Grundsatz. Also auch nicht, sich jahrzehntelang für dumm verkaufen zu lassen. Ungeachtet, ob dieses Geld- und Wirtschaftssystem in naher Zukunft restlos zusammenbrechen wird oder nicht, wir, die Bürger, haben schon lange verloren. Unsere Zivilisation ist tot. Der Rest ist Leichenschändung. 

Das erinnert an die NS-Zeit, wo „alle nichts gewußt haben“. Geschichte wiederholt sich. Meine Familie hat es gewußt, mein Großvater hat deshalb gegen den Willen der SS mit KZ-Häftlingen gearbeitet, was ihn fast selber ins KZ gebracht hätte – wäre der Russe nicht so schnell gen Westen vorgedrungen. Und sie wußte, das es fürs Handeln zu spät war. Die Angst hatte gewonnen … und die Wirklichkeit war gestohlen.

Und deshalb ist Widerstand zwecklos.

Man hat uns die Wirklichkeit gestohlen, nicht die Wahrheit – nur die Wirklichkeit. Das Wissen über Mächte, die auf diesem Planeten Wirkung erzeugen können – eben „Wirklichkeiten“.

Und weil wir keine Wirklichkeiten mehr haben dürfen, können wir uns auch nicht mehr zum Widerstand vereinen.

Den Rest erledigt die Angst vor der Arbeitslosigkeit, dem Arbeitslager, dem Tod … und dem Nebenmann auf der Demo: man weiß nie, wer von den Kollegen alles von der Bundespolizei ist.

Das gleiche Gefühl hat man vielleicht auch schon bei der Sitzung eines jeden Parteivorstandes.

 

 

 

 

Spanische Protestbewegung: Voraussetzungen und Perspektiven (3)

Die letzte von drei Analysen spanischer Intellektueller sieht die Massenproteste im Zusammenhang mit dem Niedergang des kapitalistischen Systems. (mehr …)

Spanische Protestbewegung: Voraussetzungen und Perspektiven (2)

Wie soll sich die politische Linke zur Bewegung 15. Mai stellen? Mit der Übersetzung der zweiten von drei Analysen spanischer Intellektueller zu den Protesten in ihrem Land sollen auch die deutschsprachigen LeserInnen die Gelegenheit erhalten, ihr Verständnis der Ereignisse – gleichsam aus Innensicht – zu vertiefen. (mehr …)

Kapitalismus kaputt. Und nun? Weitermachen bis zur Apokalypse!

Man könnte manchmal verzweifeln. Ich glaube ja, Journalisten schreiben mitlerweile was sie wollen und gehen davon aus, das das eh´ keiner mehr liest. Man muß halt die Zeitung vollkriegen – egal wie. Das am anderen Ende ein verzweifelter Leser sitzt, der mühsam versucht, die Puzzle zu einem halbwegs sinnvollen Bild zusammenzufügen, spielt wohl für niemanden noch irgendeine Rolle. Ich fing gerade an, mich damit anzufreunden, das alle Befürchtungen hinsichtlich der Finanzkrise, alle Analysen zum Ende des Kapitalismus und alle Unkenrufe zum herrschenden Wirtschaftssystem nur heiße Luft sind – da hauen mich die Experten einfach wieder um, diesmal in der Welt:

Nun ist die Rede von einem so allumfassenden, fundamentalen Wandel der Welt, für den es offenbar nur noch einen einzigen Vergleichsmaßstab gibt: „Ist die Phase, die wir gerade erleben, so historisch wie die Geburt Jesu Christi?“, fragten „Spiegel“-Journalisten den Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner. Und der antwortet: „Es wird eine neue Zeitrechnung geben – wenn auch nicht kalendarisch. Aber enorme Kräfte wirken auf die Welt ein, deren Bedeutung wir gar nicht genug überschätzen können.“

Ich weiß nicht, wie es anderen Mitbürgern geht – ich bin verwirrt … und hätte nicht weiterlesen sollen, denn die Verwirrung wuchs:

Vorbei soll es sein mit dem schönen Leben in Saus und Braus. Vorbei die Zeit des leichten Geldes, wo nicht das Einkommen, sondern die Anzahl der Kreditkarten über die Bonität der Käufer entscheidet. Wo Banker auf die Schulden anderer wetten und damit reich werden und Staaten die Notenpressen heißlaufen lassen, damit die Global Player die Einsätze erhöhen können. All das soll ein Ende haben. „Wir müssen uns endlich entschulden“, sagt Achleitner.

„Wir“? Wieso „Wir“? Seit vierzig Jahren läuft dieses Geschäft schon – ich war damals 11 Jahre alt. Wahrscheinlich hätte ich aber damals schon dazu geraten, den kleinen Münzen, die ich so gern gesammelt habe, einen realen Gegenwert entgegen zu stellen – und erst recht den großen bunten Scheinen. Auch heute würde ich sagen: wenn man durch Wetten auf die Schulden anderer Leute reich werden kann, ist das ein unsittliches Geschäft und der Gewinn gehört eingezogen. Ebenso würde ich heißlaufende Notenpressen für ein Verbrechen halten, weil dadurch real ersparte Werte vernichtet werden. Aber ich komme auch aus der Eifel – wir sind traditionell sehr arm und wollen bei reichen Leuten nicht mitreden.

Ich frage mich aber schon, was Politiker und Manager die letzten vierzig Jahre angestellt haben. Waren die nun nur dumm oder einfach kriminell verantwortungslos? Und … haben die heute dazu gelernt? Immerhin gibt es Stimmen, die vor weitreichenden Folgen warnen, zum Beispiel zitiert die Welt Stéphane Hessel:

Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität seien durch „die Macht des Geldes“ unter die Räder gekommen, sagt er im „Spiegel“-Interview. Er spricht aus, was viele Menschen insgeheim beklagen oder doch befürchten, nämlich „die Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen, die Unterdrückung des Selbstbestimmungsrechts, die Macht des Stärkeren“. Hier seien „Kräfte der Zerstörung“ am Werk.

Da werde ich doch sehr stutzig. Ein Finanzvorstand spricht von neuer Zeitrechnung, ein ehemaliger Widerstandskämpfer aus Frankreich von den „Kräften der Zerstörung“ und dem Ende der Zivilisation … wo bleibt denn da der Optimismus und vor allem: die Botschaft vom wundersamen deutschen Aufschwung?

Gut das man gerade Weltwirtschaftsforum hat. Dort treffen sich doch die Kapitäne jener Kräfte, die die westliche Welt an den Abgrund geführt haben, wahrscheinlich wird von dort aus jetzt die Rettung kommen. Immerhin lassen sich die Damen und Herren dort für ihre Arbeit fürstlich entlohnen, da wird man doch wohl auch qualitativ hochwertige Arbeit erwarten dürfen. Doch was schreibt die Welt? Neue Katastrophen drohen:

Die steigende Inflation verschärft die Krise in der Eurozone. Denn für die Schuldensünder in der EU wäre eine Erhöhung der Zinsen reines Gift.

Und am Horizont erscheinen diffus neue unheimliche Schrecken:

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der in diesem Jahr auch Gastgeber der G-20-Runde der größten Industrie- und Schwellenländer ist, sprach zwar auch über den Euro. Lieber warb er jedoch für sein Großprojekt, den Aufbau eines neuen internationalen Währungssystems. Die Währungs- und Finanzungleichgewichte seien eine der Hauptgefahren für die Weltwirtschaft, sagte er. „Eines Tages wird etwas Schlimmes eintreten, wenn wir nicht sehr entschieden handeln.“

„Etwas Schlimmes“ wird eintreten … schlimmer noch als die apokalyptische Herrschaft der Kräfte der Zerstörung in einem neuen Zeitalter der Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Unterdrückung? Man vergisst in solchen Momenten ganz, das man eigentlich in einer christlichen Wertegemeinschaft lebt, die jetzt aber laut aufschreien müßte: was sich dort abzeichnet im gemeinsamen Chor von Wirtschaftlern und Revolutionären ist die Herrschaft des Antichristen – also was ganz Übles und in der Apokalypse des Johannes lange vorausgesagt. Aber selbst wenn man nicht die christlichen Grundwerte verteidigen möchte (deren Bedrohung durch den Islam ja inzwischen so immens ist, das wir sogar das Tragen von Kopftüchern verbieten), so wäre doch die Herrschaft der Kräfte der Zerstörung auch für Atheisten keine Beglückung.  Zerstörung nützt niemandem … aber trotzdem schreitet sie unaufhaltsam weiter fort, wie die Welt berichtet:

Die Staatsverschuldung Japans und der USA wird zunehmend zum Thema an den Märkten. Der IWF rät die beiden Länder nun dringend zur Haushaltssanierung.

In den USA hatte am Mittwoch der parteiunabhängige Rechnungshof des Kongresses erklärt, die Vereinigten Staaten steuerten im laufenden Haushaltsjahr auf ein neues Rekorddefizit zu. Erwartet wird ein Fehlbetrag von knapp 1,5 Billionen Dollar. Das wären knapp 40 Prozent mehr als in der Schätzung vom August. „Die USA stehen vor erschreckenden wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Herausforderungen“, hatte der Rechnungshof erklärt. Das Haushaltsloch entsteht nach Einschätzung der Experten vor allem durch die kürzlich beschlossenen milliardenschweren Steuererleichterungen.

Steuererleichterungen? Ja – mitten in der Krise verzichtet der Staat auf Steuern – laut Wirtschaftsblatt.at vor allem von denen, die reich sind:

Das Gesetz sieht unter anderem eine Verlängerung der vom früheren Präsidenten George W. Bush eingeführten Steuererleichterungen für Reiche vor. Ursprünglich wollten die Demokraten die Steuervergünstigungen für reiche Bürger zum 31. Dezember auslaufen lassen und nur für Familien mit einem Einkommen unter 250.000 Dollar verlängern.

Aha. Diejenigen, die als Politiker und Wirtschaftsräuber ihre Schäflein ins Trockene gebracht haben, sorgen dafür, das die Beute im Tresor bleibt und sich nach den Regeln des Systems noch hemmungslos vermehrt.

Was für uns unreichen Abschaum übrigbleibt, erfahren wir aktuell im Managermagazin:

Millionen von Haus- und Grundstückseigner werden aller Voraussicht nach im kommenden Jahr mit einer reformierten Grundsteuer zur Kasse gebeten. Wie sie aber aussehen wird und in welchem Rahmen dadurch zusätzliche Lasten drohen, ist noch nicht absehbar.

Das trifft dann jene armen Menschen, die auf die „Häuslebauerfalle“ hereingefallen sind und sich fürs Alter was zurückgelegt haben. Das … möchte die Finanz – und Politikelite jetzt auch noch schnell einsammeln. Das man mit herkömmlichen Methoden gegen dieses System kaum noch ankommt, erfährt man unter anderem im Handelsblatt, wo der Philosoph Precht zum Gespräch geladen war:

Wir haben doch im korporatistischen Deutschland erlebt, wie mächtige Interessengruppen den Staat für sich einspannen.

Das stimmt. Ich finde es ein Unding, wie der Lobbyismus seine Schamlosigkeit darstellt. Es gibt eine gewisse Parallele zwischen dem Explodieren der Managergehälter und der Schamlosigkeit von Politikern, die nach ihrem Ausscheiden ihre Kontakte zu barer Münze machen. Da aber alle Parteien davon betroffen sind, begehrt niemand dagegen auf.

Das bleibt uns noch. Die Stimme der Empörung am Beginn einer neuen Zeitrechnung. So machtlos ist der Mensch des 21. Jahrhunderts geworden. Nachdem er sich von den Zwängen der feudalen Raubritterei, der klerikalen Ausbeutung, den Widrigkeiten von Natur und Umwelt befreit hat, marschiert er hilflos in eine menschengemachte Apokalypse.

Das wäre ein sehr … unrühmliches „Ende der Geschichte“, oder?


Die Gorch Fock und der Untergang des Kapitalismus

Der kalte Krieg ist zurückgekommen. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer stehen sich die beiden Systeme wieder einmal unversöhnlich gegenüber … im Deutschen Bundestag. Auf der einen Seite: die Partei „die Linke“, auf der anderen Seite: der Rest, wie die Zeit schildert:

„Sie haben das Bekenntnis zum Kommunismus erneuert und das im deutschen Bundestag“, rief CSU-Generalsekretär Dobrindt sichtlich erbost in Richtung Maurers: „Antidemokratisch, verfassungsfeindlich und feige, das ist die Realität der Linke in Deutschland“.

Bei den anderen Parteien ist man entsetzt. Dieser Beitrag sei ja wohl „unterirdisch“ gewesen, sagte der Grünen-Abgeordnete Wolfgang Wieland. Aber er stünde nur exemplarisch für die Weltsicht der heutigen Linkspartei. Die „Kommunistin“ Gesine Lötzsch und der „Porschefahrer“ Klaus Ernst, das seien doch „Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf geistigem Mindestregelsatz“.

Die Zeit legt in einem weiteren Artikel nochmal nach:

Als finstere Realität hat es sich erwiesen, das Gespenst des Kommunismus. Der Begriff ist verbunden mit Mauer, Lagern, Millionen Toten. Und mit der größten Heuchelei, auf die sich je eine Willkürherrschaft gestützt hat. Die Instrumentalisierbarkeit des Traums von der großen Befreiung, der Werte von Solidarität oder Menschlichkeit zu den Zwecken hermetischer Politbüros war Bedingung dieser totalitären Macht. Die Rechtfertigung von Unrecht, Gemeinheit und Verrat mittels der Berufung auf das große Ziel gehört untrennbar zur Geschichte des Kommunismus.

Ich gestehe: das sind Perspektiven, die man nicht von der Hand weisen kann. Sie werden ja auch tagtäglich gepredigt, während der Zusammenhang zwischen der Herrschaft der Konzerne (Korporatokratie) und der Massenvernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus kaum erwähnt wird, obwohl der Geist der letzteren gerade wieder seine fröhliche Auferstehung feiert…und das nicht nur in den nicht veröffentlichten Kommentaren des Nachrichtenspiegels, in denen offen von „Spiegellesern“ zu Gewalt gegen Arbeitslose aufgerufen wird.  Der harte, kompromißlose Geist des NS-Staates hat sich aktuell gerade wieder an Bord eines Schiffes geschlichen, das mitlerweile laut Welt als „größter schwimmender Puff Deutschlands“ bezeichnet werden kann:

Die Zustände auf dem Segelschulschiff seien vor allem für weibliche Offizieranwärter schwierig, erzählte S. weiter. Es habe während der Fahrt an sexuell „eindeutigen und übereindeutigen Angeboten wahrlich nicht gemangelt“, erzählte sie. „Manche Frauen haben das auch als bedrängend empfunden.“ Die Bark werde deshalb in Marinekreisen als „größter schwimmender Puff Deutschlands“ bezeichnet.

Die Umgangsformen sind für Bürger in Uniform geradezu schon vorbildlich, wie die Welt in einem weiteren Artikel berichtet:

Mag das Bis-an-die-Grenze-gehen als pädagogisches Konzept vertretbar sein, so verletzt das Verhalten der Stamm-Mannschaft nach Seeles Tod jedes Gefühl von Anstand. Fotos zeigen Offiziere am 11. November bei einer feuchtfröhlichen Karnevalsfeier.

Andere Teile der Stammbesatzung sollen laut dem Bericht des Offiziersanwärters Geld gesammelt haben für denjenigen, der „die hässlichste Offiziersanwärterin knallt“. Was kurz nach dem Unfall gefeiert wurde.

Für einen schwimmenden Puff haben wir also Steuergelder in Massen übrig, während es an anderen Stellen dringend fehlt. Hier scheint der Bundestag – bislang jedenfalls – keine „verfassungsfeindliche, antidemokratische und feige“ Tendenzen zu erkennen, noch empfindet man das als „unterirdisch“. Das ist halt die Realität des echten Lebens, damit beschäftigt man sich nicht gerne, das deutet man gerne um – wie man im „Spiegel“ nachlesen kann, wo ein seltsames Vorkommnis noch seltsamer beschrieben wird:

Der Schuss wurde den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben, die Feldjäger gehen von einer Entfernung von nur zwei Metern aus. Die Feldjäger schrieben nach ihren Recherchen, dass der Schütze in Richtung des zu Tode gekommenen Kameraden gezielt haben müsse, als sich der Schuss löste. Das werde auch durch die rekonstruierte Flugbahn des Projektils bestätigt, die am Tatort nachvollzogen worden war.

Wenn jemand einem anderen aus zwei Meter Entfernung in den Kopf schießt, so nannte man das früher … Hinrichtung.  Nur nicht in dem Bericht des Spiegel oder der Feldjäger, dort nennt man das anders:

In dem achtseitigen Feldjäger-Bericht, der bereits am 27. Dezember 2010 fertiggestellt worden ist, kommen die Ermittler zu dem Schluss, dass der tödliche Kopfschuss in einem Mannschaftszelt des „A-Zuges“ durch „die Nichteinhaltung von Sicherheitsbestimmungen und die Unachtsamkeit“ des Schützen, dem Hauptgefreiten Patrick S., zustande kam. Gleichwohl sei „auszuschließen, dass es sich um eine vorsätzliche Tat handelt“, heißt es in der Zusammenfassung der Ermittlungen.

Klar – Kopfschüsse gehören in einem Verein, der aus einem Segelschulschiff einen Puff macht ja zum normalen Alltagsverhalten. Schlimm ist, wenn jemand ein böses Wort sagt – wie Kommunismus – was im Ursprung den im Übrigen christlichen und demokratischen Wunsch nach einer angstfreien, gerechten Gesellschaft darstellt … einer Gesellschaft, wie Christen wie der Herr Dobrindt sie nach der Wiederkunft Christi erwarten.  Ich freue mich heute schon darauf, Herrn Dobrindt vor dem Erlöser zu sehen, wie er ihm entgegenschmettert, das „das Paradies verfassungsfeindlich, antidemokratisch und feige ist“ – womit auch schon mal deutlich geklärt sein dürfte, auf welcher Seite der CSU-Generalsekretär sich im Spiel GOTT gegen WIDERSACHER sehen würde. Da dürften dann die Linken bei der Endabrechnung deutlich besser dastehen, zumal das System, das uns eine verfassungfeindliche, antidemokratische und feige Bundeswehr präsentiert, selber laut Handelsblatt genauso am Ende ist wie die Ära der Segelschiffe und Menschenschinder:

Der Kapitalismus ist genauso gescheitert wie der Sozialismus. Diese Krise ist das Symptom eines fundamentalen Wandels, es sind die Geburtswehen für eine neue Welt. So etwas hat in der Geschichte möglicherweise noch nie stattgefunden. Die Lösungen werden nicht aus der Ökonomie, auch nicht von den Regierungen kommen. Die Menschen werden lernen, sich gegenseitig zu helfen. Ich denke, wir werden eine neue Menschlichkeit erleben. Das neue Kapital ist Wissen, während Geld an Bedeutung verlieren wird. Der krasse Egoismus der letzten Jahre wird sozial geächtet sein. Menschen Sinn zu ermöglichen wird wichtiger.

Der Verfasser des Artikels ist nicht irgendwer, sondern ein renommierter Professor und Unternehmensberater. Seine Kritik trifft den Kapitalismus genau dort, wo es weh tut: an der Börse:

Den klassischen Shareholder gibt es heute gar nicht mehr, es gibt nur noch Shareturner. Die meisten sind professionelle Investoren, die überhaupt nicht an einem Unternehmen interessiert sind. Sie kommen auf die Hauptversammlung, stimmen ab und wählen natürlich Leute ihres Geistes. Wenige Wochen danach verkaufen sie die Papiere.

Das bedeutet letztlich nichts anderes als das Ende des Kapitalismus. Und wer meint: „der Börse geht es doch prima, der Aufschwung ist da“ hat laut Professor Malik die Geschichte nicht verstanden:

Wer jetzt Entwarnung gibt, hat anscheinend nicht die Krise der 30er-Jahre studiert. Die aktuelle Erholung an der Börse ähnelt der von 1930, als auf den Crash im Oktober 1929 eine sensationelle Rally bis hinein in den April folgte. Zu diesem Zeitpunkt gaben alle Auguren der damaligen Zeit Entwarnung. Man glaubte auch an die Wirksamkeit der Fed-Maßnahmen. Dabei begann das Debakel erst. Am Ende stand der Dow Jones im Jahr 1932 bei 40 Punkten.

Nichteinhaltung der Sicherheitsbestimmungen und Unachtsamkeit“ töten Soldaten und Soldatinnen weltweit – und mit einer gewissen Systematik, wenn ich die Aussagen der Medien zur Gorch-Fock-Affäre richtig deute. Die gleichen Prinzipien haben uns laut Medien die Wirtschaftskrise beschert.  Das eine führte zum Ende der Gorch Fock, das andere zum Ende des Kapitalismus, der – auch wenn der Kommunismus keine Zukunft mehr hat – selber am Ende ist.

Und nun?

Wo sind die zukunftsweisenden, zukunftssichernden Ideen und Visionen unsere gewählten und überwältigend gut bezahlten Politiker, die uns mit sicherer Hand durch die stürmischen Zeiten geleiten? Oder haben wir es eher mit Granaten vom Typus des Kapitäns der Gorch Fock zu tun, der seinen Schützlingen laut Welt einen ganz besonderen Genuß zukommen lassen wollte:

„Aber Schatz möchte auf der offenen See segeln. Die Lotsen sagen: ‚dangerous’, sie sagen: ‚bad weather’. Aber Schatz möchte die volle Wucht des Ozeans spüren und die jungen Leute an Bord die Kräfte der Natur erleben lassen.“

Vielleicht wollen unsere Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft uns auch die Kräfte der Natur erleben lassen: Hunger, Kälte, Krankheit, Vernichtungsängste sind für Arbeitslose ja schon alltägliche Begleiter geworden. Und wenn dann was schiefgeht, werden Politiker wohl ähnlich argumentieren wie der Kapitän des alten Seglers:

Die Reaktion von Kapitän Norbert Schatz auf den Tod der Offiziersanwärterin zeugt nicht gerade von Mitgefühl. Bei einer Ansprache an die Mannschaft am Tag nach dem Unfall soll er sinngemäß gesagt haben: „Flugzeuge stürzen ab, Autos verunglücken, und auch hier passieren Unfälle.“

Wie gut, das wir die Macht haben, dieses unfallfreudige System genauso still zu legen wie den altersschwachen Marinepuff. Allerdings werden wir für den Schritt wenig Verständnis auf der Kapitänsebene finden.

Bankenwelt

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Bankenwelt

© Jotha

Die Zivilgesellschaft als dritte globale Kraft

Seit dem Scheitern der WTO-Konferenz des Jahres 1999 in Seattle ist deutlich, dass die Zivilgesellschaft eine globale Kraft geworden ist, die von den Mächtigen in Wirtschaft und Politik nicht mehr ignoriert werden kann. Die Bedeutung dieser dritten, korrigierenden Macht kann kaum überbewertet werden. Eine Würdigung.

(mehr …)

Wetten dass …. Kapitalismus asozial und unbezahlbar und der Kommunismus überlegen ist?

Es sind so die kleinen Meldungen, die den Tag versüssen. Zum Beispiel die hier, im Handelsblatt:

Die Industrie muss dahin gehen, wo die Kunden und das Wachstum sind. Und derzeit ist das China. Der Bayer-Konzern nimmt viel Geld in die Hand, um die Produktion dort auszubauen. Was das Unternehmen besonders freut: China will jetzt umweltfreundlich werden und braucht dafür deutsche Wärmedämmungen.

Erstmal muß nicht „die Industrie“ dorthin gehen, wo die Kunden und das Wachstum sind. Es würde schon reichen, wenn man die Waren vor Ort präsentieren kann. Dann wird auch nicht der Vorstand samt Verwaltung jetzt aufgrund dieses kategorischen Imperativs sich Wohnungen ohne Strom und Heizung in chinesischen Millionenstädten mieten oder mit den Wanderarbeitern (was sie ja im Prinzip sind) von Ort zu Ort pilgern. Sicherlich kennt man die Argumentation: die Transportkosten sind zu hoch. Aber die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch die Vernichtung der Existenzgrundlage tausender Mitbürger entstehen, werden auch nicht eingerechnet. Dafür jubeln alle zum gemeinsamen Ziele der Maximierung des leistungslosen Einkommens (außer man nennt es gerade Hartz IV, dann ändern sich die Meinungen sehr schnell): der Kapitalrendite von Großanlegern.

Das Geld, das Bayer jetzt investiert, um noch mehr Geld für geliehenes Geld zahlen zu können fällt nicht vom Himmel. Es stammt laut Handelsblatt aus gezieltem Arbeitsplatzabbau:

Bayer muss sparen. Der neue Chef Marijn Dekkers verschont auch die Mitarbeiter und kündigte Stellenkürzungen an. Nicht gespart werden darf aus seiner Sicht aber in der Forschung. Bayern hat heute seine Investitionspläne für das kommende Jahr bekannt gegeben.

Dekkers hatte mitte November den Abbau von 4 500 Stellen angekündigt – davon 1 700 in Deutschland -, um die Ressourcen stärker auf Innovation und Wachstum in Schwellenländern zu konzentrieren.

So verschwinden die Arbeitsplätze und die Arbeit aus jenen Ländern, wo gerade der Verkauf von Arbeitskraft als Lebensgrundlage der Bevölkerung übrig geblieben ist – eine Entwicklung, die ausschließlich auf Wunsch jener „Industrie“ basierte, die jetzt das Weite sucht. Schon jetzt kann man erahnen, wo das enden wird: Menschen werden uns insgesamt zu teuer werden.

Gibt es weiter das offen praktizierte Primat der Rendite vor dem Prinzip der Menschlichkeit und der Menschenrechte, werden – rein mechanisch und zwangsläufig – irgendwann irgendwo Leichenberge aufgehäuft, deren Lebensenergie (sprich: GELD) zur Kapitalmaximierung irgendwo anders gebraucht wurde. Ach, ich vergaß: die gibt es ja schon. In Afrika. Aber da … berichten unsere Medien nur selten drüber. Die Folgekosten unseres Wohlstandes sind zu beschämend, als das wir sie tagtäglich sehen wollen. Wetten, dass … wir uns da lieber anschauen, wie Mitbürger in Fernsehshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zur Belustigung von Millionen zu Krüppeln gemacht werden?

Die Kosten für dieses leistungslose Einkommen der Luxuselite zahlen wir alle. Angesichts der aktuellen Entwicklung müssen wir uns allerdings irgendwann mal ganz nüchtern und ohne parteitaktische Dogmatik fragen, ob Kapitalismus nicht irgendwann mal an einen Punkt kommt, wo er einfach zu teuer ist – schlichtweg unbezahlbar wird wie – angeblich – der Sozialstaat unbezahlbar wird.

Der Sozialstaat jedoch ist – ein weiterer kategorischer Imperativ, der sich mit dem Imperativ des Investitionszwangs in China nicht zusammen leben läßt – Kern eines jeden Staatsgebildes. Staaten fallen nicht einfach vom Himmel, sie bilden sich – im Idealfall – als Gemeinschaften zur gegenseitigen Hilfe und Beförderung der Interessen aller. Wenn sie anfangen, nur noch die Interessen eines ausgewählten Clübchens von Luxusmenschlein zur pflegen und hegen, weil die in ihrer Abendgarderobe einfach so hinreißend aussehen, dann hat der Staat an sich seinen Sinn verloren …. und die Menschen wenden sich von ihm ab.

Diese Erosion von Staaten erleben wir gerade, gefördert durch das ungebremste Schalten und Walten internationaler Konzerne, die es inzwischen – so mein Eindruck – geschafft haben, die Folgen der „Globalisierung“ (die im eigentlichen Sinne eine „Amerikanisierung“ ist) aus der öffentlichen Diskussion völlig zu verbannen, was auch ein Erfolg regelmäßiger Pressekonferenzen und gezielter Öffentlichkeitsarbeit ist.

Für Menschen innerhalb des Konzerns ist es auch relativ egal, was mit der Wirtschaft des Landes geschieht, in dem man gerade Gewinne macht – ebenso wie die Methoden der Gewinne völlig nebensächlich sind. So kann man schön Geschäfte mit einem Land machen, das sich laut Spiegel international immer asozialer gebärdet:

Die chinesischen Partner sind in Afrika auch deshalb willkommen, weil sie keine Fragen und Bedingungen stellen. Sie verzichten auf all die Forderungen, die der Westen gern zur Voraussetzung für Hilfe macht: gute Regierungsführung, Wahrung der Menschenrechte oder entschiedenen Einsatz gegen Korruption.

Die Chinesen gehen anders vor. Krieg in Darfur? Repression in Simbabwe? Korruption in Nigeria? Kein Problem. Anstatt etwa Simbabwes Diktator Robert Mugabe für seine totalitäre Politik und die Ausplünderung des eigenen Landes zu kritisieren, verliehen sie ihm 2005 eine Ehrenprofessur und erklärten ihn zu „Chinas Freund Nummer eins“. Und 2008 schickten sie Mugabe die „An Yue Jiang“, ein Schiff voller Waffen und Munition.

Viele afrikanische Politiker wissen es zu schätzen, dass ihr großer Partner keine lästigen Forderungen hat. Dass er Kredite gewährt, Parlamentsgebäude baut oder umstandslos Waffen liefert.

Dieses Verhalten ist international so asozial wie das Verhalten der Konzerne im nationalen Bereich – da ist halt Bayer kein Ausnahmefall. Aber … das ist ja auch kein Wunder. Konzerne sind im Innenbereich Diktaturen … da treffen sich also Gleichgesinnte.

Sieht also so aus, das im Kampf der Systeme die undemokratische kommunistische Diktatur dem Kapitalismus doch überlegen ist. Da hatte man wohl zu früh gejubelt – und die Rechnung ohne die Konzerne gemacht, deren Macht inzwischen schon größer ist als die der meisten Länder.  Zusammen mit den roten Arbeitssklaven, die die Partei gerne den Konzerninteressen zur Verfügung stellt, kann man sich die Welt richtig schön untertan machen. Man findet in jedem Land irgendwelche Leute, die bereit sind, für Geld ihre Seele zu verkaufen. Die anderen Eingeborenen … braucht man einfach nicht mehr, wie unsere dereinst angeblich so heißgeliebten Brüder und Schwestern im Osten gerade laut Spiegel erleben dürfen:

Die Ostdeutschen haben den Anschluss beim Einkommen an den Westen noch lange nicht geschafft – und ihr Rückstand ist zuletzt sogar wieder angewachsen. Lag das Haushalts-Nettoeinkommen in den neuen Ländern 2003 im Durchschnitt noch bei 77,5 Prozent des Westniveaus, so reduzierte es sich in den folgenden fünf Jahren auf nur noch 75 Prozent. 1993 und damit kurz nach dem Mauerfall lag das Ost-Einkommen nach Abzug von Steuern und Abgaben bei 68,3 Prozent des Westwertes. Im Osten wird überhaupt nur jeder Zweite nach Tarif bezahlt.

Und was macht unsere Regierung, die von uns bezahlten Verwaltungsangestellten, um die Erosion von Staat und Zivilgesellschaft aufzuhalten? Ok, Schulden. Und was noch?

Sie hilft – laut Welt – beim Arbeitsplatzabbau durch Steuergeschenke:

Die von der Koalition geplante Vereinfachung des Steuerrechts soll Unternehmen und Bürger einem Zeitungsbericht zufolge um mehr als viereinhalb Milliarden Euro entlasten. Hauptnutznießer der Reform seien Firmen, deren Bürokratiekosten durch den Verzicht der Finanzämter auf eine Vielzahl von Detailregelungen und schriftlichen Belegen um vier Milliarden Euro sinken sollten, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“.

Die Steuergeschenke wiederum erlauben es – ebenfalls laut Welt – den Firmen, sich noch mehr gewinnbringende politische Entscheidungen zu kaufen:

Zwar ist es schwer, den Umfang und Schaden durch Korruption zu beziffern, aber eine gemeinsame Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC und der Universität Halle geht davon aus, dass es in der deutschen Verwaltung jedes Jahr mindestens 20.000 Bestechungsfälle gibt. Dadurch und durch andere kriminelle Handlungen in Behörden würden jedes Jahr direkte finanzielle Schäden von mindestens zwei Milliarden Euro verursacht.

Was soll man nun von dieser Entwicklung halten – als normaler Bürger, der keiner Ideologie verpflichtet ist?

Kapitalismus ist asozial und zu teuer. Geradezu unbezahlbar. Den können wir uns finanziell gar nicht mehr leisten. Kommunismus schießt allerdings – wie ich dem oben zitierten Spiegel-online-Artikel entnehme  –  ebenso auf Arbeiter wie der böse Erzkapitalist – ist man nicht in der Partei, hat man da auch keinen Vorteil von.

Was auch zu teuer ist (und ich denke, das werden viele, die diese Zeilen lesen, demnächst auch am eigenen Leib erleben), sind Rentner. Einen Ausblick auf deren Zukunft findet man im Manager Magazin zur Bewältigung der Krise in Irland:

Der staatliche Rentenfonds, der in guten Zeiten angelegt wurde, soll zu einem großen Teil für die Bankenfinanzierung geopfert werden. Im Gespräch ist eine Dimension von 15 Milliarden Euro. Um die Rentenausgaben langfristig zu senken, sollen alle Neurentner einen Abschlag von 10 Prozent verkraften und das Renteneintrittsalter stufenweise steigen. 2014 soll es schon bei 66 Jahren liegen, 2028 dann bei 68 Jahren.

Wetten dass … wir uns auch in Deutschland auf eine solche Entwicklung einstellen dürfen, während die Wirtschaft sich Stück für Stück die politischen Entscheidungsträger kauft, damit das Primat der Kapitalrendite vor Menschenleben auch ja erhalten bleibt?

Was wird dann aus Menschen in einer Welt, die sich völlig den Konzernregeln unterwirft? Und welchen Platz haben Rentner in dieser Welt – Menschen, die nur noch Kosten verursachen, die andere dringend als Rendite brauchen?

Da ist China vielleicht auch für unsere Rentner die letzte Hoffnung, zumal der Kommunismus ähnlich wie das deutsche Kaiserreich freundlicher zu Menschen ist:

China hat laut german.china.org für Männer ein Renteneintrittsalter von sechzig Jahren, bei Frauen liegt es bei 55. Und damit das da so bleibt, bringt Bayer jetzt noch mehr Geld dahin, was letztlich bei uns zur Rente mit 80 führen wird … wenn nicht vorher unser Staat komplett zusammenbricht, weil es für die Bürger keinen Sinn mehr macht, sich einer solchen Organisation anzuschließen, die nur kostet und nichts bringt. Dann doch lieber ein Arbeitsplatz mit Firmenrente bei Bayer.


Der Tod des Kommunismus, der Demokratie, der Liebe und der Welt durch … Korruption und Materialismus

Deutschland atmet auf:  laut Spiegel wird wieder GELD verteilt:

Die Besitzer von Dax-Aktien können sich freuen: Laut einem Zeitungsbericht werden die 30 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands im Frühjahr insgesamt 25 Milliarden Euro Dividende ausschütten. Damit ist der Rekordwert aus dem Boomjahr 2007 schon fast wieder erreicht.

So eine Botschaft ist zu diesem Zeitpunkt gern gesehen. Weihnachten steht vor der Tür … und da kriegen laut Manager-Magazin nicht nur Kinder leuchtende Augen:

Der Einzelhandel setzt im Weihnachtsgeschäft voll auf Menschen mit hohem Einkommen. Offenbar zu Recht: Kauflustige Gutverdiener könnten die ganze Branche für die Entbehrungen vergangener Jahre entschädigen, erwarten Experten. Die Vorlieben Gutsituierter spielen manchen Branchen besonders in die Hände.

Die Zahl der Menschen, die von diesem Wohlstand profitieren, steigt ständig. Es gibt immer mehr Menschen, die immer mehr Geld haben und immer mehr Menschen, die immer weniger haben, aber über die … reden wir nicht. Jedenfalls meint dies Hubertus Heil von der SPD in der Welt:

Heil: Ende 2010 müssen wir nicht mehr über die Agenda 2010 diskutieren, sondern müssen das kommende Jahrzehnt in den Blick nehmen. Wenn wir richtig handeln, kann Deutschland bis 2020 Vollbeschäftigung erreichen. Ich halte es für möglich, dass wir in fünf Jahren weniger als eine Million Arbeitslose haben.

Ein ungeahnter Wohlstand bricht über uns herein … über manche von uns. Erinnert irgendwie an den Katholizismus, der seinen Freunden auch immer ein paar Heilige vorgeführt hat, die jetzt schon da sind, wo wir alle mal hinkommen werden. Das Prinzip ist immer dasselbe: in der Zukunft machen wir für euch alles heil.

Katholizismus ist eine Strömung, die deutlich zunimmt, ebenso wie auch der Islam. Kommunismus, ein weiterer Kandidat von „in Zukunft machen wir alles heil“, verabschiedet sich gerade. Wenn man Materialismus predigt, sollte man auch genug produzieren können, um sich viele Leute mit Geschenken kaufen zu können – so haben die Kolonisatoren auch Fuß gefaßt – mit Glasperlen. Deshalb siegte die kapitalistische Strömung des Materialismus über die kommunistische Strömung – schlichtweg einfach durch Korruption. Man kauft einfach ganze Volksschichten sowie alle Funktionseliten und schon hat man die Kontrolle.

Viele freuen sich ja, das der Kommunismus tot ist. Soll ja nicht so lustig gewesen sein, in dem real existierenden Sozialismus. Gab halt keine Glasperlen … und deshalb lief das Volk in Scharen davon, sobald es die Gelegenheit hatte.  Das Volk will Brot und Spiele – jedenfalls in Zeiten spätrömischer Dekadenz. Dabei müßte jedem klar sein, der den demokratischen Ansatz bis zum Ende durchdenkt, das die ideale Demokratie sich vom Utopia des Kommunismus kaum unterscheiden kann – ohne wirtschaftliche Souveränität des Individuums nützt ihm die politische Souveränität wenig … was der Bürger tagtäglich erleben kann. Wer zahlt, befiehlt ist ein geflügeltes Wort, das sogar bei medizinischen Studien Gültigkeit hat … obwohl dort Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Insofern bedeutet das Ende der Utopie des Kommunismus (der sich übrigens auch kaum von einer idealen urchristlichen Gesellschaftsform unterscheiden dürfte) auch das Ende der Utopie der Demokratie, die nicht stirbt, weil die Menschen davon überzeugt sind, das die Idee doof war, sondern, weil sie den Sinn dahinter nicht mehr sehen.

Insofern nützt auch es nichts, wenn man dem Volk noch so viel wirtschaftliche Vernunft um die Ohren haut, wie es das Handelsblatt versucht:

Fast eine Billion Euro an Vermögen haben deutsche Unternehmen seit 2003 im Ausland angehäuft. Die Hälfte davon hat sich verflüchtigt

Über Jahrzehnte haben die deutschen Unternehmen das gemacht, was ihre Aufgabe ist: Sie haben zusätzlich zu ihren einbehaltenen Gewinnen Finanzmittel aufgenommen für die Realkapitalbildung, ihre Netto-Investitionen waren immer höher als ihr Sparen, sie hatten daher ein Finanzierungsdefizit.

Das änderte sich ab 2003: Die Gewinne der Unternehmen stiegen deutlich an, in erster Linie als Folge sinkender Reallöhne. Statt ihre Investitionen zumindest in gleichem Maß zu erhöhen, akkumulierten die Unternehmen Finanzkapital: Sechs Jahre in Folge haben sie nun schon Finanzierungsüberschüsse. Diese legten sie primär in Form von Bankeinlagen, Aktien und Finanzderivaten an.

In aller Öffentlichkeit kann man die Ausplünderung der deutschen Wirtschaft im Detail darlegen, kann aufzeigen, das dieses Land keine Zukunft mehr haben kann, wenn es so weiterläuft und das Vermögen im Ausland einfach verbrannt wird … es ändert nichts.

Ähnlich müssen sich die Dorfältesten der Indianer gefühlt haben, als sie dem Dorf versucht haben klar zu machen, was geschieht, wenn man dem weißen Mann seine Jagdgründe für Glasperlen verkauft.

Unsere Glasperlen sind Plasmafernseher, I-Pods und Autos … was uns auf  die Idee bringen darf, das wir für irgendjemanden Indianer sind, die man mit Glasperlen besticht.

Es ist somit auch eigentlich nicht der Kapitalismus, der seinen Siegeszug angetreten hat. Der Kapitalismus als solcher mag so marode und voller Systemfehler sein wie Marx es prophezeit hat und deshalb regelmäßig von selbst zusammenbrechen. Hinter dem Kapitalismus steckt jedoch der Materialismus – und in dem der Kommunismus ebenfalls dem Materialismus huldigt, hat er ihm zusätzlich Macht gegeben.

Der Materialismus hat aber keinen Platz für Ideale. Und denkt man den Materialismus weiter, so ist ihm in seinem Utopia eine Welt voller seelenloser Maschinen wohl lieber als eine Welt voller glücklicher individueller Menschen. Wenn Mitleid, Nächstenliebe, ja – Liebe überhaupt – nur (Fehl)Funktionen des Gehirns sind, gibt es keinen Grund mehr, unnütze Esser an der politischen Entscheidungsfindung zu beteiligen, noch macht es irgendeinen Sinn, unnütze Esser überhaupt am Leben zu erhalten. Insofern ist Ausschwitz als Symbol ein Sinnbild für die Zukunft der Menschheit jenseits der Demokratie – aus der einfachen und im Übrigen strikt vernünftigen notwendigen Lösung des Problems, wie man unnötiges Menschenmaterial kostengünstig entsorgt, ohne sie einfach verdursten und erfrieren zu lassen (was eventuell auch teurer wird, wenn man die Bewachungskosten mit einrechnet).

Und insofern ist Weihnachten, wie wir es feiern und verstehen, das Fest des Triumphes des Materialismus über alle Ideale und über alle Menschlichkeit. Dort feiern wir seine Gaben, sein Paradies und seine Heilsversprechungen…..und darum sind wohl Weihnachstfeiern für sensible Menschen so ekelerregend, denn gleichzeitig feiern wird dort … den Tod der Liebe in der Welt.

Das aber Kinder und Demokratie immer mehr schwinden, sollte einen da nicht mehr wundern – beide brauchen die Liebe der Menschen zu ihnen.

Andererseits sollte einen das Erstarken des einst totgesagten Islam in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion nicht sonderlich irritieren – durch den Verrat an dem Idealismus, durch die unheilige (und unnötige) Allianz von Kommunismus und Materialismus wurde Kommunismus zu einem ausführenden Organ und hat selbst keine liebenswerte Substanz mehr gehabt … denn die Liebe zur Arbeiterklasse, die Liebe zu Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist ein unverzichtbares Motivationsmoment, um sich mit seinem ganzen Leben in den Kampf für diese Ideale  zu stürzen.

Wo aber diese Liebe nicht mehr vorhanden ist, triumphieren die Glasperlen – wie bei allen anderen normalen Menschen auch. Deshalb triumphiert Disney über Marx … bei Disney ist einfach mehr Zauber (Liebe, wenn man so will) drin. Und darum sind Kommunisten so hilflos angesichts des Untergangs ihrer Ideale.

Die Menschen selbst handeln ebenfalls strikt vernünftig. Wie Kant in seiner Kritik der praktischen Vernunft detalliert bewiesen hat, gibt es ohne Gott keinen vernünftigen Grund zum moralischen Handeln. Ist Gott also tot (eigentlich DIE Kernbotschaft des in diesem Moment an sich selbst religiösen Materialismus), können die Öfen ungehindert lodern.

Das alles ist natürlich nicht zu kritisieren, denn der Mensch ist ein freies Wesen und darf sich die Welt, in der er leben möchte, nach freien Stücken frei entwerfen. Das wir das können, erleben wir jeden Tag … sofern finanzieller Mangel (oder unser Chef und seine Ansprüche an uns) nicht gerade unsere Freiheit Grenzen setzt.

Was den pingeligen  Eifelphilosophen da stört, ist eher die falsche Begrifflichkeit, in der sich die Menschheit bewegt. Wenn sie um das goldene Kalb tanzen wollen, dann sollen sie ein goldenes Kalb anbeten und keine christliche Weihnacht feiern. Sollen sie offen und bewußt ihre Liebe auf dem Götzenaltar des Baals opfern und ihre Kinder zum Zwecke der Renditesteigerung seiner Feuerrutsche übergeben ( im Kampf gegen diese Form von Religion hat sich, nebenbei bemerkt,  dereinst das Judentum herausgebildet)  denn dann bin ich mir auch sicher, das sie genau wissen, was sie für ihren Fernseher, ihr Handy und ihren I-Pod eigentlich opfern.

Und dann … darf ich die stärkste Religion der Welt, den Katholizismus, gezielt fragen, was sie denn gegen diesen weltweiten, die göttliche Schöpfung in ihrer Substanz direkt angreifenden und vernichtenden Teufelskult (der im Bohemian Grove einen interessanten Kumulationspunkt hat) zu tun gedenkt bzw. warum sie diesem Treiben so tatenlos zusieht. Nicht das ich eine Antwort erwarte (die bekommen wir gerade zur großen Beunruhigung des Konzernkapitals aus dem islamischen Raum), aber ich hätte dann das Recht, die Frage zu stellen, wieso wir das größte Artensterben seit 65 Millionen Jahren als gottgewollten Fortschritt deuten sollen. Den Materialismus brauche ich da nicht fragen, ihn interessieren „Arten“ nicht. Ein Erdball aus grauem Matsch, wie ihn manche als logisches Ende der technischen Entwicklung voraussagen, wäre ihm auch recht, da er mit Ästhetik, der Freude an Formen (oder Klängen, Gefühlen, Gerüchen) auch nichts am Hut hat.

Alle pleite, weiter so? Verschwörungstheorien, Häuslebauer und Investmentbanker

Wir haben ja jetzt wieder Aufschwung. Immer noch. Seit ungefähr zwei Jahren haben WIR Aufschwund (äh … Aufschwung) und DIE haben die Krise. So jedenfall kommt der Mediensalat bei mir an. Offenbar reicht seine Wirkung nicht bis nach Neuseeland, denn dort ist man der Meinung, das wir alle bankrott sind:

Die britische Regierung sei bankrott. Sie stelle sich die Frage, woher das durch die Regierung benötigte Kapital kommen solle. Alle Regierungen der westlichen Hemisphäre befänden sich im Status der Insolvenz, wie sie anfügte. Richardson negierte die Sichtweise, dass die Kürzungen von Regierungsausgaben das Wachstum der Wirtschaft belasten würden. Sie sei nicht der Meinung, dass dies nur ein zyklisches Problem sei. Vielmehr handele es sich um ein strukturelles Problem, das sich zukünftig noch verschärfen werde, wenn nicht endlich gegengesteuert würde.

Quelle: Wirtschaftsfacts.de

Die Schuldigen sind auch schon ausgemacht: die Armen:

Es ist die Beschäftigung der Führungsschichten im Westen mit „Politicial Correctness“ und der räuberische Umverteilungsstaat. Die Hälfte der Bevölkerung lebt vom Staat, besser gesagt von den immer kleiner werdenden produktiven Schichten. Dazu eine enorme Bürokratie. Frösche sind wichtiger als Arbeitsplätze. Massive Deindustrialisierung, dafür eine hypertroph große Kredit- und Finanzwirtschaft. Drastischer Rückgang des realen Bildungsstands, trotz Explosion bei den Akademikerzahlen.

Das sind die wahren Probleme und sie werden den Westen kippen lassen, sobald die Geldgeber in Asien den Daumen nach unten senken.

Quelle: MMNews

MMNews steht mit seiner „Hilfe-wer-rettet-mein-Gold?“-Leserschaft nicht allein da.

Eine Blaupause der Vereinten Nationen um die Organisation wieder an die vorderste Front der Weltregierung zu bringen, enthüllt auf erschreckende Weise den Versuch die Erderwärmungsagenda nun in “Überbevölkerung” umzutaufen. Dadurch soll die Mittelklasse zerstört werden, während man zur selben Zeit versucht die “weltweite Umverteilung des Reichtums” voranzutreiben und den Anstieg bei der Zuwanderung auszunutzen um die Eine-Welt-Regierung wiederzubeleben.

Am Montag trafen sich der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, und 60 seiner obersten Befehlshaber in einem zurückgezogenen österreichischen Zufluchtsort in den Alpen um zu versuchen die Erderwärmungsagenda wieder auf Kurs zu bringen, nachdem sie in Kopenhagen jämmerlich scheiterte.

Die an die Delegierten der Konferenz herausgegebenen Planungspapiere wurden jetzt von Fox News an die Öffentlichkeit gebracht. In den Dokumenten wird eine Strategie beschrieben, mit der die „weltweite Umverteilung von Reichtum“ als Grundlage der Erderwärmungsagenda verherrlicht werden soll.

Wie bereits während des Klimagipfels in Kopenhagen enthüllt wurde, dreht sich das Programm der „weltweiten Umverteilung des Reichtums“ größtenteils um die Plünderung des Vermögens der Mittelklasse reicherer Länder unter Zuhilfenahme der CO2-Steuer.


Lesen Sie mehr über
Strategiepapier der Vereinten Nationen: Zerstörung der Mittelklasse und Aufbau der Weltregierung von www.propagandafront.de

Nun ist die Finanzministerin Richardson keine Unbekannte, sie ist eine der klar identifizierten Mitglieder der MPS-Soiety, einem weiteren Netzwerk zur Durchdringung und Zerrüttung der Gesellschaft durch rechte Propaganda im Dienste der Korporatokratie:

Die Mont Pèlerin Society kann als das zentrale Netz der rechts- oder neoliberalen Diskursnetzwerke aus Intellektuellen, Think Tanks, Stiftungen und Verbänden bezeichnet werden. Hier sind die ‚großen Intellektuellen‛ und eine große Zahl ‚kleiner Intellektueller‛ zusammengeschlossen, welche die historische Kontinuität der neoliberalen “Wahrheitspolitik” als “spezifischer Wille zur Macht” (Foucault 1974, 13 f.) sichern und die strategische Orientierung der intellektuellen Energien der neoliberalen Diskursapparate steuern. Die 1947 u.a. von Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises, Karl Popper, Albert Hunold und Milton Friedman gegründete Vereinigung zählte bis heute weltweit mehr als 1.000 Mitglieder, von denen wir bislang mehr als 500 identifizieren konnten. Anhand von weiteren verfügbaren Unterlagen aus dem MPS-Archiv der Hoover-Institution in Stanford (Kalifornien) kann die bisherige Recherche ergänzt und zu einer Datenbank aufbereitet werden, die als wichtige Voraussetzung für weitere Forschungszwecke zu erachten wäre.

Quelle: theopenunderground

Kein Wunder also, das sie den Sozialstaat als Quelle allen Übels ausmacht. Nun ist der Bürger sicherlich geneigt solchen Medienberichten Glauben zu schenken…befindet sich aber gleich in einer fürchterlichen Falle. Prinzipiell … braucht er einen starken Nationalstaat um sich gegen die „NWO“ wehren zu können, sollte also gleich seine Deutschlandfahne heraushängen. Viele machen das ja und landen bei den Jungs mit den Führerglanzbildern in der Brieftasche.

Wo das endet, wissen wir ja:  es drohen Weltkriege, Konzentrationslager und Wiederaufbau.  Um das zu umgehen haben wir ja die UNO überhaupt geschaffen. Um jene Kriege zu verhindern (und zu verhindern, das die gleichen verschwörerischen Mächte neue Kriege anzetteln) bräuchten wir eine Weltpolizei, die den Kosmokraten das Handwerk legt. Kosmokraten?

Das Böse, mit dem wir es bei den Protagonisten des globalisierten Kapitalismus im 21. Jahrhundert zu tun haben, ist alles andere als banal und doch nicht minder verbrecherisch. Dafür brauchen wir einen anderen Begriff – denn dieses Böse ist hochintelligent, kennt durchaus die Folgen seines Handelns, ist nicht gedankenlos, sondern fähig zum selbstständigen Urteil.

Die Rede ist von den Herren der „transkontinentalen Privatgesellschaften“, wie sie Jean Ziegler in seinem letzten Buch Das Imperium der Schande nennt.

Vor nicht allzu langer Zeit waren einige von ihnen zu besichtigen im Düseldorfer Mannesmann-Prozess: Selbstsicher, wortgewandt, arrogant und umgeben von den besten Anwälten begründeten sie schamlos, warum sie ihre nach Millionen zählenden Gehälter tatsächlich verdienen, die ihre Unternehmen (aber davon war in Düsseldorf leider nicht die Rede) erwirtschaftet haben im globalen Geschäft der Ausbeutung, dessen Resultate in der Form von Massenarmut und Hungersnöten, zerstörter Natur und vernichteten Menschenleben in der „Dritten Welt“ kaum noch Nachrichtenwert haben.

„Kosmokraten“ nennt Ziegler diese Klasse international operierender Manager und Banker, und wenn er milde über sie urteilt, dann konzediert er ihnen (oder wenigstens einigen von ihnen) ein Dilemma: „Wenn sie in den Positionen, die sie einnehmen, überleben wollen, müssen sie manchmal unerbittlich, zynisch und gnadenlos sein. Sich im Namen eines persönlichen Humanismus vom allerheiligsten Prinzip der Gewinnmaximierung zu entfernen, käme beruflichem Selbstmord gleich.“ Ziegler weiß, wovon er spricht: Viele dieser Manager kennt er persönlich, sei es den „Fürsten“ von Nestlé, Peter Brabeck, sei es sein Schweizer Landsmann Josef Ackermann.

Quelle: der Freitag

Das sind die Eichmanns, Himmlers, Goebbels unserer Zeit – und sie morden ebenso gnadenlos wie brutal, haben aber den schickern Anzug. Das halten die sich selbst zugute.  Im Prinzip sollte man Aufkleber an jedes Nobelauto und jede Luxusvilla anbringen, auf denen steht: „Zur Finanzierung dieses Objektes wurden 10000 Menschen massakriert“.  Oder man orientiert sich an den Sprüchen auf der Zigarettenpackung. „Kapitalismus fügt ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung nachhaltigen Schaden zu“.  So was sollte man mal produzieren – wäre ein erster Schritt im zum gelungenen Widerstand, denn unsere Riesengewinne haben irgendwo Menschen, die sie bezahlen müssen – durch Hunger, der dann nur noch durch Gewalt abgewendet werden kann.

Als Folge der Nachwirkungen der schweren Krawalle, denen in der letzten Woche 13 Tote und 400 Verletzte zum Opfer gefallen sind, hat die Regierung des afrikanischen Staates Mozambique gestern angekündigt, dass sie ein Subventionsprogramm für Lebensmittel ins Leben rufen werde, um die Preisanstiege in allen wichtigen Bereichen des täglichen Bedarfs, zu denen vor allem Brot, Wasser und Energie gehören, auszugleichen. Es kam zu den schlimmsten Krawallen seit der Unabhängigkeit des Landes, nachdem die Regierung die von ihr kontrollierten Brotpreise zuletzt um 30% anhob.

Quelle: Wirtschaftsfacts

Wir jedenfalls können uns noch einen Überblick verschaffen – mit etwas Mühe.

Die Vernichtung der Mittelklasse in Deutschland schreitet deshalb auch mit guten Gründen voran – sie stört und sitzt auf Geld, das andere gerne hätten.

Unsere Gründe sind jetzt Öko … und das wird noch mehr Menschen verarmen:

Schon jetzt hört man das Heulen und Zähneklappern der Wohnungsverbände. Am Dienstag warnte der Branchenverband Haus & Grund vor einer Kostenexplosion für Hausbesitzer. Seine Fachleute beziffern die Kosten für die energetische Sanierung eines in den siebziger Jahren gebauten Einfamilienhauses mit 120 Quadratmetern Wohnfläche auf mindestens 70.000 Euro.

Da rollte eine gewaltige Welle auf uns zu, die nun – mit guten grünen Gründen – nach der Agenda 201o Deutschland weiter in die Armut stürzen wird, begleitet von einer neuen Behörde:

In einem früheren Entwurf des Umweltministeriums für das Energiekonzept findet sich zum Thema Zwangsmaßnahmen jedenfalls noch eine lange Giftliste. Demnach sollen die energetischen Anforderungen für Gebäude ab 2012 um 30 Prozent steigen, die generellen Pflichten, gewisse Gebäudeteile zu modernisieren, auf alle Ein- und Zweifamilienhäuser ausgeweitet werden. Kontrollen und Bußgelder für den Vollzug von Sanierungspflichten sollen verschärft werden. In einer „Erläuterung für die interne Diskussion“ schreibt das Umweltministerium, man müsse beachten, dass Standards der Gebäudesanierung auf „massiven Widerstand der Betroffenen“ treffen werden.

Quelle: Spiegel-online

Die dann steigenden Mieten werden sich wohl nur noch reiche Einwanderer leisten können, was mit den armen Deutschen wird, die ihre Miete nicht mehr zahlen können … na, da findet sich schon ein Weg. Da können sich auch die Rentner schon mal freuen: ein Leben lang krumm gelegt für´s  Häusle und dann wirds im Alter zwangsversteigert oder abgerissen, weil es dem Energiekonzept im Wege steht. Hätten die nur ein Atomkraftwerk gebaut anstatt ein Eingeheim, dann hätte sie weniger Sorgen.

Mittendrin: die Grünen – wie Joschka Fischer:

Fischers Weggefährte Daniel Cohn-Bendit sagte dem „Zeit-Magazin“, der Ex-Außenminister gehöre nun zur gesellschaftlichen Elite und zu jenen, die aus ihrem Einfluss geschäftlichen Nutzen schlagen. „Jetzt ist er wirklich eine Ich-AG. Er lässt sich vergolden, was er geschafft hat.“

Na, wer hätte da gedacht, das der Führer der steineschmeißenden „Putztruppe“ mal … ein stinkreicher Stiesel wird. Vom Tellerwäscher zum Millionär ist heute einfach, wenn man die richtige Politik macht. Und was macht der so, der Fischer? Bleibt geheim.

Was er genau für die Unternehmen macht, will Fischer nicht gerne erzählen. „Was ist so mirakulös daran? Ich mache das, was ich als Außenminister gemacht habe“, sagte er dem „Zeit-Magazin“.

Aha. Aber warum und für wen er es macht, ist kein Geheimnis:

Dem Handelsblatt sagte Fischer vor Kurzem zur Erklärung für seine Engagements: „Ich treffe bei den Unternehmen auf ein viel größeres Bewusstsein über die Globalisierung und die Notwendigkeit für rasche Veränderungen.“

Quelle: Handelsblatt (mit sehr schönen Fischerbildern)

Wie die Veränderungen aussehen, kann man schon in Griechenland sehen:

Die griechische Wirtschaft ist im Frühjahr deutlich geschrumpft. Wie die Statistikbehörde mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 3,7 Prozent und damit deutlicher als angenommen.

Ausschlaggebend war die Schuldenkrise, die die Regierung zu einem drastischen Sparkurs zwang. Dies belastete wiederum die Ausgaben der Haushalte: Während der private Konsum im ersten Quartal noch 1,5 Prozent zulegte, fiel er im zweiten Vierteljahr um 4,2 Prozent.

Quelle: Griechenland

Motto: Wer kein Geld hat, verbraucht auch keine Ressourcen.  Ist klar – das kann ein sehr schönes grünes Prinzip werden. Darum auch die Agenda 2010 samt Hartz IV: frieren und hungern für die Ökobilanz. Dem echten Grünen Oberstudienrat macht dies nichts aus. Er hat ja auch warm.

Und wer bis jetzt noch Zweifel hatte, das die historische Entwicklung im Zeitalter der Globalisierung nicht von Göttern bestimmt wird oder vom Zufall abhängt, den sollte diese Nachricht überzeugen, das brillante Köpfe hinter der Lenkung der Geldströme stehen:

Während der Finanzkrise galten Investmentbanker als rücksichtslose Zocker, doch nun scheinen sie bereits rehabilitiert. Wenn es um die Führung mächtiger europäischer Großbanken geht, sind Investmentbanker wie Bob Diamond wieder erste Wahl – sehr zum Unmut einiger Politiker.

Quelle: Handelsblatt

Und was machen wir nun dagegen? Rufen wir auf zur Gründung der Weltpolizei, um den Finanzlumpen das Handwerk zu legen?

Nein, geht nicht: es droht NWO.

Also rufen wir auf zur nationalen Isolationsbewegung?

Wäre wirtschaftlicher Selbstmord und politisch völlig out – erst recht für Deutschland.

Und was machen wir dann?

Bezahlen, was sonst. Oder wieder als Nazis sterben.

Ziegler hat schon recht, Kosmokraten sind brillante Schachspieler. Und Studiengebühren, Bildungspolitik und Privatfernsehen sorgen dafür, das keine brillanten Widersacher mehr nachwachsen.  Schade nur, das diese Kosmokraten aus der Sicht der Menschenrechte zutiefst böse sind und sein müssen, um ihren Job der Finanzoptimierung effektiv machen zu können.

Vielleicht ein Trost für die armen und weiter verarmenden Schichten: den Bürgern mit Hotel geht es jetzt auch an den Kragen:

Hunderten Top-Hotels in Deutschland droht das Aus

Die Hotelbranche steht vor einem Scherbenhaufen: Die Pachtverträge für 400 Häuser laufen aus. Für Modernisierungen fehlt das Geld.

Quelle: Welt


„Ohne eine Revolution sind die Amerikaner nur noch Geschichte.“ Und unser Urlaub auch.

Obiges Zitat stammt nicht von Che Guevarra, nicht von Osama bin Laden oder Fidel Castro, es stammt von:

Paul Craig Roberts, ehemaliger Redakteur des Wall Street Journal und unter Ronald Reagan Staatsekretär im US-Finanzministerium, kommentierte diese Entwicklung am Dienstag so: »Das Wohlergehen der USA und das seiner 300 Millionen Einwohner kann solange nicht wiederhergestellt werden, solange die Neokonservativen, die Wall Street, die Konzerne und ihre servilen Lakaien im Kongreß und im Weißen Haus, nicht besiegt sind. Ohne eine Revolution sind die Amerikaner nur noch Geschichte.«

Ein deutliches Wort … das auch mit Zahlen belegbar ist:

Laut Financial Times vom 30. Juli ist seit 1973 das reale (inflationsbereinigte) Einkommen von 90 Prozent aller US-amerikanischen Familien nur um zehn Prozent gestiegen. Für viele ist der »amerikanische Traum« zum Alptraum geworden. Mehr als der Hälfte geht es heute sogar schlechter als vor 37 Jahren. Die Arbeiterklasse wurde an den Produktivitätszuwächsen nicht mehr beteiligt. Dagegen profitierten die Spitzen der Einkommenshierarchie gewaltig: In derselben Periode verdreifachte sich das reale Einkommen von einem Prozent der Bevölkerung, und das des reichsten Zehntelprozents verzehnfachte sich. Während 1973 ein Konzernchef etwa das 26fache des Durchschnittseinkommens mit nach Hause nahm, kassiert er heute mehr als das 300fache.

Quelle: jungewelt

Die offene Forderung einer Revolution zur Rettung der amerikanischen Nation, der amerikanischen Kultur von einem Wall-Street-Mann sollte einem zu denken geben und in Deutschland auf jeder Zeitung auf Seite 1 stehen,  direkt neben den Aufschwunglegenden.

Denen geht es sehr schlecht, den Amerikanern, und wenn es nach dem Willen der Atlantikbrücke  geht, dann werden diese Verhältnisse auch uns erreichen. Jedenfalls arbeiten wir schon kräftig daran:

So haben etwa die Realeinkommen des obersten Zehntels in den letzten zehn Jahren um 17 Prozent zugenommen – beim ärmsten Zehntel dagegen um zehn Prozent abgenommen. Aber ob Reichtum beim siebten oder erst beim zehnten Zehntel beginnt, das ist nicht eindeutig.

Die zentrale Frage dahinter ist: Wie viel Ungleichheit wollen wir? Mein Eindruck ist, das die amtierende Regierung beschlossen hat, das aktuelle Maß an Ungleichheit reicht nicht aus, sondern sie möchte offenbar durch noch mehr Ungleichheit Leistungs anreize setzen.

Bestes Beispiel ist die letzte Kindergelderhöhung: Hartz-IV-Empfänger bekommen nichts, die Mittelschicht bekommt 20 Euro mehr, und die Bestverdiener erzielen über den Steuerfreibetrag ein sogar noch höheres Plus. Irrwitz.

Quelle: derFreitag

Schaut man sich die Verfilzungen zwischen bundesrepublikanischer Führungselite und US-Kapital-elite an, so kann es nicht verwundern, das auch hier Trends gefördert werden, die revolutionsfördernd sind. Jetzt will man uns sogar den Urlaub streichen:

Deutsche Arbeitnehmer sollen nach dem Willen des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft künftig zwei Wochen Urlaub weniger pro Jahr machen. Sechs Wochen seien zuviel, vier Wochen reichten völlig aus, sagte Vorstandsvorsitzende Ursula Frerichs der „Bild“-Zeitung. Frerichs begründete die Forderung damit, dass Deutschland bei den Urlaubstagen weltweit an der Spitze läge und die Beschäftigten im Verhältnis zu anderen Ländern immer noch doppelt so viele freie Tage hätten. Zudem könnte eine Urlaubskürzung die aktuelle positive konjunkturelle Entwicklung unterstützen.

Quelle: Yahoo

Die Frau war erst kürzlich durch ihre Forderung nach Deopflicht für Deutschland aufgefallen:

Deutschland schwitzt – sie ist dagegen: Ursula Frerichs, Präsidentin des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft, will eine Deopflicht für alle Arbeitnehmer.

Quelle: Focus

Der UMW ist ein Lobbyverband, gegründet 1990:  Endlich war es dann soweit: am 30.Mai 1990 wurde mit der Unterschrift von 33 Unternehmerinnen und Unternehmern abends nach langer, konstruktiver Arbeit um 23.15 Uhr der Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft aus der Taufe gehoben. Nicht zu vergessen wo: bei der trigon-Beratungsgesellschaft im Herzen der Koblenzer Altstadt.

Die Trigon-Beratungsgesellschaft gibt es heute noch, sie ihr Aufgabenfeld nun auf Arbeitslosentraining erweitert.  Eigentlich ist die UMW nicht angetreten, um Deoabsatz zu fördern oder Arbeitnehmer noch weiter auszupressen, ihre Ziele sind andere:

Wir unterstützen Sie

•      beim Knüpfen und Pflegen von Geschäftskontakten im In – und Ausland

•      bei Verhandlungen mit Kreditinstituten und Banken

•      im Informationsmanagement

•      bei Kontakten zu lokalen und überregionalen Behörden

Unser Ziel ist es, die Interessen der Selbstständigen und mittelständischen Unternehmen aus Handel, Handwerk, Gewerbe und den freien Berufen in allen Bereichen zu vertreten.


Durch praxisbezogene Informationen und Hilfeleistungen fördern wir die wirtschaftlichen Belange und die Zusammenarbeit der Mitglieder untereinander.

Quelle: UMW

Wie es kommt, das ihre Vorstandsvorsitzende regelmäßig mit kecken Vorschlägen an die Öffentlichkeit kommt, entzieht sich etwas dem Verständnis … aber so kann man auch auf sich aufmerksam machen. Und es ist ein gutes Beispiel für einen Kampf, der schon verloren scheint, trotz der augenscheinlichen Notwendigkeit einer Revolution auch schon verloren ist:

Das Internet-Zentralorgan „Wired“ erklärt das offene Netz für tot – und definiert Kapitalismus als eine Art Naturgesetz, das jede Infrastruktur unweigerlich in eine Matrix zwängt. Doch frisst die Wirtschaft wirklich das Web?

Die Verfechter des Kapitalismus kämpfen um etwas. Um die Kontrolle über das World Wide Web. Um die Hierarchisierung der Angebote und Informationen, darum, dass ihre eigenen Produkte denen der Konkurrenz preislich oder qualitativ überlegen sind. Um Macht über die Aufmerksamkeit des Individuums. Sie kämpfen darum, dass wir uns zurücklehnen, Antworten erhalten, Neues empfohlen bekommen. Darum, dass wir konsumieren. Das Symbol des Kapitalismus sind die Apps, Millionen Mini-Programme, mit denen wir uns – bequem, aber teils gegen Geld – in geschlossene, genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Mini-Räume teleportieren.

Der Fernseher wird in Adornos Überlegungen zum Machtzentrum eines alles durchdringenden Mediendispositivs. Aus seinem Monitor heraus reicht uns die Kulturindustrie ihre Produkte mit dem Löffel, eingeteilt in kleine, wohlgeformte Portionen, die so leicht verdaulich sind, dass wir sie kritiklos herunterschlucken und uns der Kontrolle der Kulturindustrie gern unterwerfen.

Diese Entwicklung soll nun auch das Internet erreichen.

„All das war unvermeidlich“, schreibt Anderson. Denn die Kräfte des Kapitalismus wirkten von zwei Seiten auf das Internet ein: Unternehmen wünschten sich Unfreiheit und Hierarchisierung. Und der Konsument selbst sei nur allzu gern bereit, seine persönliche Freiheit der Bequemlichkeit zu opfern.

Quelle: Spiegel-Online

Geben wir Anderson Recht, dann war es das nicht nur mit den USA sondern auch mit der BRD … auf jeden Fall aber war es das für unseren Urlaub, den gegen das Argument „Aufschwung“ ist kein Kraut gewachsen.  Alles muß sich diesem großen, einzigartigen, alternativlosen Ziel unterordnen, der Leistungskampf der deutschen Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung ist vom deutschen Arbeitnehmer in großer Opferbereitschaft vorbehaltlos zu unterstützen:

Seit 1937 wurde im Rahmen des am 29. August 1936 von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) ins Leben gerufenen Leistungskampfs der deutschen Betriebe die Auszeichnung „nationalsozialistischer Musterbetrieb“ verliehen. Den Beschäftigten wurde mit dem Leistungskampf soziale Gerechtigkeit propagiert und damit gleichzeitig für die DAF geworben. Durchgeführt wurde der Wettkampf vom „Amt für soziale Selbstverantwortung“ der DAF. Die Ehrungen durch Adolf Hitler fanden jährlich am 1. Mai, dem „Tag der nationalen Arbeit“, statt. Ein Jahr lang führten die prämierten Betriebe daraufhin die Goldene Fahne der DAF. Die Beschäftigten nahmen die damit verbundenen sozialen Verbesserungen zwar gern an, die Teilnahme an den Leistungskämpfen bedeutete aber oft nur verstärkte Arbeitshetze und nunmehr erhöhten Druck von der Unternehmensleitung und der DAF.

Quelle: DHM

»Brot und Arbeit« hatte Hitler versprochen. Das Geld dafür gab der Staat – ganz wie es die Theorie des englischen Ökonomen John Maynard Keynes vorsah. Zwischen 1933 und 1938 verdreifachten sich die Staatsausgaben auf fast ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts.

Quelle: Zeit

Wir scheinen 2010 wieder die gleichen Antworten auf Weltkrisen zu haben wie schon 1933. Wir arbeiten einfach immer mehr und hoffen, das dann alles gut gehen wird. Wir sind brav und fleissig, oder?

Ansonsten … haben die „hierarchischen Kräfte“, die Kräfte der „Unfreiheit“ gewonnen.  Mal wieder. Weil … wir uns zurücklehnen und uns füttern lassen. Wir könnten alles Wissen, doch dafür müßten wir selbst suchen gehen, das gehört nicht zu den Häppchen, die uns der Fernseher zugesteht. Es geht nicht nur um unseren Urlaub, es geht auch … um unser Essen:

Das Streben vieler Länder nach Nahrungsmittelsicherheit ist der wichtigste Grund für das Interesse an australischem Boden. Beobachter sprechen von einem globalen Trend zum „Land Grabbing“ – dem Horten von Agrarland. Denn qualitativ hochwertige Landflächen werden nicht zuletzt als Folge des Klimawandels weltweit immer rarer. Bisher konzentrierten Firmen und Regierungen – allen voran China – ihre Suche nach produktivem Boden vor allem auf afrikanische Länder. Doch zunehmend finden sie auch im traditionellen Agrarland Australien Alternativen.

Quelle Handelsblatt

Nun, wir haben noch keinen Hitler und wie haben auch noch keine NSDAP. Brauchen wir auch nicht. Wir haben Bilderberger, Atlantik-Brücke, Parteien und Gewerkschaften als hierarchische unterwanderte Massenorganisationen, die jeden Widerstand kanalisieren und in bequeme Bahnen lenken, die ihrererseits Unfreiheit als Dogma auf ihre Fahnen geschrieben haben – auch innerparteilich.  Der Nationalstaat wird in der globalisierten Welt auch keine Rolle mehr spielen. Er ist für den Kapitalismus nicht mehr nützlich, da sind sich alle Kapitalisten und Kommunisten einig, Menschen, die merken, das China doch eigentlich alles richtig macht – politisch gesehen. Und wirtschaftlich holen die ja jetzt auch auf.

Wir … lehnen uns zurück. 9 von 10 Deutschen wollen diesen Wahnsinn nicht mehr … aber sie werden es hinnehmen, das ihr Urlaub gestrichen wird, weil das „Heute-Journal“ uns erklärt, warum Dieter Bohlen immer noch da ist, wo er ist, welcher Promi wie Geburtstag feiert und welcher Politiker sich wo prima profiliert hat, während „Land-Grabbing“ für die meisten ein vollkommen unbekannter Begriff ist.

Im Alter werden wir es merken, was das Land-Grabbing bedeutet: dann kostet das Brot fünfzig Euro.

Kriege … brauchen wir in Europa nicht zu befürchten, denke ich.  Noch sind die Ländereien hier als Wohnzone interessant, auf unseren Autobahnen kann man seinen Maserati so richtig schön ausfahren. Aber langfristig … werden wir Geschichte sein wie die USA.  Die neuen Feudalherren etablieren sich nicht mit Burg und Rüstung, sie etablieren sich mit elektronisch gesicherter Villa und gepanzerter Limousine … und Zugriff auf das Essen.

Eins jedoch ist ihnen gleich, wie immer: die Behauptung, ihnen „gehöre das Land“.  Und sie lassen sich immer neue juristische Kniffe einfallen, um diesen Diebstahl zu legitimieren.

Ach ja, und wie immer … geht der Aufschwung an denen, die arbeiten, spurlos vorbei. Ist ja auch seit Jahrtausenden so:

Arbeitsvertragsfragen und Tarifverhandlungen wurden vielmehr von den im April 1933 ernannten „Treuhändern der Arbeit“ festgesetzt, die direkt dem Reichsarbeitsministerium unterstanden. Da Lohnerhöhungen aus Kostengründen vermieden werden sollten, stieg das durchschnittliche Realeinkommen eines Industriearbeiters kaum und lag bis 1939 deutlich unter dem Niveau von 1928.

Quelle: dhm

Mit Konzentrationslagern ist  wieder zu rechnen. Unwertes Leben muß von der Straße.  Und noch ein wenig mehr … dann werden wir verstehen, das wir im Rahmen der großen Globalisierungsschlachten uns nicht nur keinen Urlaub mehr leisten können, sondern das auch die Rente unbezahlbar ist. Dann werden wir ganz viel unwertes Leben haben, dessen Beseitigung aber große Verdienstchancen eröffnet.

Jedenfalls … wenn alles so weitergeht wie bisher.

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