Kapitalismus

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Wie wird Geld geschaffen?

Teil-Transskript über das Geldsystem (Mitschrift)

Wie wird Geld geschaffen? Jetzt werden Sie vielleicht sagen durch den Staat bzw. Zentralbanken. Nun – einerseits stimmt das, andererseits wird eine viel größere Menge an Geld durch Geschäftsbanken geschaffen. Und wie machen die das? Durch die Schaffung von Kredit. Letztere Auffassung zu sein, war in der Vergangenheit oftmals Anlass für Sport und Angriff.

Der Handelsblatt Redakteur Norbert Häring  schrieb dieser Tage:

„Im ökonomischen Wissenschaftsbetrieb stehen bis heute Geldschöpfungstheoretiker in der Nähe von Leuten, die sich Hüte aus Alufolie basteln, um sich gegen Gedanken lesende Außerirdische zu schützen.“

Da trifft es sich gut, wenn wie Norbert Häring ebenfalls berichtet, die Bank of England – mit einigen Geldmythen aufräumt. Aus einem Papier, das die sogenannte Mutter aller Zentralbanken veröffentlichte, habe ich drei wesentliche Punkte für sie übersetzt.

„Statt dass Banken Einlagen erhalten, wenn Haushalte sparen und sie dann verleihen, schafft die Drittvergabe der Banken Einlagen. Statt dass Banken Einlagen herleiten, die bei Ihnen hinterlegt sind, schafft der Akt der Kreditvergabe Einlagen – die Umkehrung der Reihenfolge, die in der Regel in Lehrbücher beschrieben wird.“

Haben Sie es halbwegs verstanden? A.) die Geldscheine, die Sie benutzen sind, im Grunde genommen nichts anderes als Schuldscheine. Geld wird geschaffen über Kredit. Kredit gleich Schulden ohne Schulden kein Geld im ganzen System. Sehr simpel, aber sehr interessant …

B.) die Schöpfung von Geld durch Geschäftsbanken ist ein Buchungsvorgang. Stellen Sie sich vor Sie sind Kunde bei einer Bank, haben ein Girokonto, gehen zu der Bank und beantragen ein Kredit über 100.000 Euro, aus irgendeinem Grund, wird Ihnen der Kredit gewährt, und dann passiert Folgendes:

„Die Bank bucht in ihrer Bilanz auf der Aktivseite eine Kreditforderung von 100.000 Euro gegenüber dem Kunden ein. Gleichzeitig schreibt die Bank dem Kunden auf dessen Girokonto 100.000 Euro gut – welche in der Bankbilanz auf der Passivseite geführt werden. Die Gutschrift erhöht die Einlagen des Kunden auf dem Girokonto – es entsteht Giralgeld, das die Geldmenge erhöht.

Die Tatsache, dass Geschäftsbanken Geld schöpfen und in welchem Umfang sie das tun, ist von großer Relevanz Steve Keen einer der bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftler unserer Tage sagt beispielsweise – das eine Mangelerscheinung in Wirtschaftswissenschaften gerade darin besteht, dass Wirtschaftswissenschaftler diese Tatsache nicht in ihren Modellen mit einbauen.

“Warum?

Würden Sie zugeben, dass Banken Geld durch die Vergabe schaffen, und das Geld durch die Rückzahlung der Schulden vernichtet wird, fliegen all die einfachen Gleichgewichtsgleichnisse der konventionellen Wirtschaftswissenschaften zum Fenster raus. Insbesondere hängt das Niveau der wirtschaftlichen Aktivität nun von den Kreditvergabeentscheidungen der Banken ab und von den Rückzahlungsentscheidungen der Kreditnehmer. Wenn Banken schneller herleihen oder die Kreditnehmer langsamer zurückzahlen, wird es einen Boom geben; wenn es umgekehrt ist, wird es einen Konjunktureinbruch geben.“

Ein weiterer wichtiger Punkt, wo sich die Spreu vom Weizen trennt, für welche Aufgaben und Zwecke werden diese Kredite eigentlich verwendet?

Nicht selten landen diese Kredite in Spekulationsgeschäfte. Zur Vertiefung in das Thema möchte ich Ihnen zwei Bücher empfehlen, das ist zum einen von Matthias Binswanger – „Geld aus dem Nichts“ wie Banken Wachstum ermöglichen und Finanzkrisen verursachen. Und da ist der Titel im Grunde genommen auch schon Programm. Und das andere Buch, ebenfalls über Wechselwirkung zwischen Geld, Kredit, Schulden und den Finanzmärkten – Hymann P. Minsky „Instabilität und Kapitalismus“  worin vorgestellt wird, was die sogenannte Hypothese der finanziellen Instabilität ist. Und ich denke, nach den beiden Büchern sind Sie schon viel besser aufgestellt um ein besseres Verständnis der Finanzkrise, die ja noch immer andauert und sich eventuell dadurch dagegen auch abzusichern. ~Transskript-Ende

 

Ein paar Stunden vertonte und bewegte Bilder zum Thema Geld

Die Macht der Finanzkonzerne – Wie Blackrock mittels Geld die Welt regiert:

Die BlackRock, Inc. ist der weltgrößte Vermögensverwalter. Das international tätige amerikanische Finanzunternehmen hat seinen Hauptsitz in New York City und ist vor allem in Vermögens- und Risiko-Verwaltung tätig. Die Aktien sind an der New York Stock Exchange gelistet. Größte Anteilseigner sind PNC Financial Services mit 21,0 % und Barclays mit 19,7 %.[1] (Stand 12/2011).

Goldmann / Sachs – Eine Bank lenkt die Welt

Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Die amerikanische Investmentbank ist in den letzten Jahren zum Symbol für Maßlosigkeit und ausufernde Spekulationen im Finanzbereich geworden. Ihre Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Privathaushalte haben sie zwar an den Rand des Bankrotts gebracht, aber letztlich wurde sie dank ihrer politischen Verbindungen vor dem Aus bewahrt.

GELD REGIERT – Regieren wir mit?

Die „Superreichen“ werden immer zahlreicher.
Quarks & Co begibt sich auf die Spur des großen Geldes. Was macht Geld mit uns – und welche Macht verleiht es?

Wer die FED bedroht oder gefährdet wird sterben

„Wenn das amerikanische Volk jemals privaten Banken die Kontrolle
über das Ausstellen des Geldes gibt, werden die Banken und Unternehmen,
die um sie herumwachsen, erst durch Inflation und dann durch Deflation,
die Leute all ihres Besitzes berauben, bis ihre Kinder obdachlos erwachen
auf dem Kontinent, den ihre Väter eroberten.“
(Thomas Jefferson (1743-1826), US Gründungsvater)


Volker Pispers kritisiert Geldschöpfung

Geldschöpfung im Kabarett: Es ist sehr erfreulich, dass nun auch Kabarettisten wie Volker Pispers die Geldschöpfung der Banken und das Geldsystem kritisieren. Zuvor war nur Dieter Hildebrandt dazu Willens. Unter Geldschöpfung versteht man das erzeugen von Geld. Die meisten Menschen gehen immer noch davon aus, dass der Staat sein eigenes Geld über die Zentralbank, in Deutschland die Bundesbank, schöpft (Geldschöpfung). Jedoch erzeugt die Bundesbank über die EZB nur etwa 10% der umlaufenden Geldmenge als gesetzliche Zahlungsmittel. Die restlichen 90% der Geldmenge (Bankengeld – kein gesetzliches Zahlungsmittel) wird von den Geschäftsbanken erzeugt (geschöpft), indem sie Kredite vergeben (Geldschöpfung aus Kredit = Schuldgeld).

Fabian der Goldschmied

Warum überall Geld fehlt

Der grosse Reibach und Der Tanz der Geier – alle zwei Teile

Geschäftsbanken, Hedgefonds und Versicherungen spielen mit Risiken und Vertrauen, mit wahren und falschen Werten. Derivate werden immer komplexer, Kommissionen steigen ins Unermessliche, und Geldmengen bewegen sich immer schneller um die ganze Welt. Die Gefahr einer Finanzblase steigt. Ob Rohstoffe, Immobilienkredite oder undurchschaubar gewordene Finanzinstrumente – die Spekulanten machen auf der Suche nach Profit vor nichts halt.

Die Religion Kapitalismus und der Russe steht vor der Türe – Volker Pispers

(nur) Volker Pispers, Verleihung des deutschen Kleinkunstpreises 2015

 

und der Vollständigkeit halber:
Der Russe steht vor der Türe und der Grieche sitzt in der Vorratskammer (ebenfalls von selbiger Preisverleihung)

P.S.
unter Satire kann ich das nicht ablegen, eher unter Tatsachenberichte mit humoristischen Einlagen.

AKUTER TERRORALARM IN DEUTSCHLAND! MILLIONEN IN GEFAHR!

Digital StillCamera

Samstag, 24.1.2015. Eifel. Heute vor fünfzehn Jahren ist mein Vater gestorben – im Alter von 69 Jahren. Er war Handwerker, hat sich mühsam einiges aufgebaut – durch unermüdliche Arbeit. Sein Arbeitsleben musste er – wie so oft im Handwerk – vorzeitig beenden: Verschleiß hatte ihm die Kniescheiben zerschossen. Ich bin froh, dass er gestorben ist – nach vielen häßlichen Erfahrungen in der Jugend und im Krieg hatte er – als politisch interessierter Mensch – immer noch die Hoffnung, dass sich alles mal zum Besseren wenden wird, dass für den „kleinen Mann“ irgendwann mal das Ende des Leidens erreicht sein wird. Ich bin froh, dass er die Verwerfungen, Verrohungen und Vernichtungsfeldzüge gegen den „kleinen Mann“ nicht miterleben musste, das hätte ihn sehr mitgenommen – so konnte er ruhig einschlafen: im Jahre 2000 hatte er noch einen erfolgreichen Sohn, fünf Enkel, die ihn vergötterten und eine Ehefrau, für die er mit äußerster Sparsamkeit sehr gut vorgesorgt hatte.

Was hätte es ihn getroffen, wenn er hätte miterleben müssen, wie der Staat die flächendeckende Zwangsenteignung von Arbeitslosen eingeführt hat. Er – als jemand, der schwere Küchen bei fremden, reichen Leuten aufbauen musste – wusste genau, dass man sich mit dieser Arbeit die Gesundheit ruiniert wie ein Leibeigener im alten Rom … und das der „kleine Mann“ deshalb den Schutz des Staates benötigte. Das dieser Staat – der eigentlich demokratisch und rechtsstaatlich sein sollte und laut Grundgesetz ein sozialer Staat sein sollte, fünfzehn Jahre später ein Terrorstaat ist, ein Staat, der mit sadistischer Freude „Druck ausübt“ … wie es vornehm in Regierungskreisen heißt hätte ihn sehr getroffen. Man Vater hätte noch gewusst, welches Wort der kleine Mann für diesen „Druck“ hat: Folter!

Ja – als jemand, der Hitlerjugend noch live miterlebt hat, hätte er gewusst, dass es Zeit zum Fürchten gewesen wäre, wenn er erfahren hätte, warum sich eine Freundin von mir von Facebook verabschiedet hat: sie hatte von einer Bekannten erfahren, dass das Jobcenter Arbeitslose über Facebook kontrolliert – und nach zwei Wochen Facebook-Abstinenz empfing der Sachbearbeiter die Bekannte mit den Worten „Na – man hat ja lange nichts mehr von ihnen gelesen!“. Laut einem Bericht von „gegen-Hartz“ ist die flächendeckende Onlineüberwachung von Arbeitslosen immer wieder angestrebt doch offiziell gescheitert (siehe gegen Hartz) – inoffiziell jedoch gehen die Mitarbeiter ganz aus eigenem, perversem Antrieb heraus dieser Arbeit gerne nach.

Als jemand, der noch live die Zeit miterlebt hat, als in Deutschland jeder jeden ausspionierte und man sich nicht den aller kleinsten Fehler erlauben durfte, weil selbst das geringste Maß von Nonkonformismus tödliche Folgen hätte haben können, hätte er gewusst und folgerichtig beurteilen können, was es bedeutet, wenn Hartz IV-Bezieher zwangsweise vorgeführt werden (siehe gegen-Hartz).

Was Nationalsozialismus im Alltag wirklich bedeutet – dafür hat der kleine Mann ein besonderes Gespür, denn er wird das erste Opfer. Die pseudointellektuellen Schöngeister und Feinbieger der Historie werden als Funktionselite in jedem System gebraucht – und es ist schauderhaft zu sehen, wie sie heute jeden Vergleich mit den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte scheuen und so Wegbereiter für die Wiederholung werden.

Die Folgen, die dieser Ausfluss gelebten Unmenschentums nach sich zieht, sind gruselig – so gruselig, dass zehn Jahre später sogar die ansonsten äußerst regierungskonformen Bezahlmedien kritische Bemerkungen zulassen (siehe Süddeutsche):

„Die vergangenen zehn Jahre zeigen: Das Hartz-IV-System ist ein unglaublich rigides Armutsregime. Deutschland lebe über seine Verhältnisse, heißt es doch immer. In Wahrheit geben sich immer mehr Menschen mit immer weniger zufrieden – in einer Gesellschaft die ansonsten immer reicher wird. „Hartz IV bewirkt eine Anspruchsreduktion, die mit einer Traumatisierung einhergeht“, sagt Butterwegge. Die Menschen nähmen sich selbst zurück. „Sie werden gedemütigt und demoralisiert“.“

Die Ausmaße, die dieses Armutsregime angenommen hat, erreichen Dimensionen des NSA-Skandals – nur werden die in den etablierten Medien mit Rücksicht auf das Establishment (dem man ja selber angehört) nicht veröffentlicht, wer nach der Wahrheit sucht muss akribisch nach Details fahnden … und manchmal hilft nur der Zufall: 2012 schreib Alan Posener für die Welt einen Artikel über Beamte, einer davon war beim Jobcenter tätig. Nebenbei erfuhr man Erstaunliches (siehe Welt):

Herr Jacobi hat via Computer den Zugriff auf 42 Millionen Datensätze. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung. Wer staatliche Leistungen beantragt, verzichtet faktisch auf die Privatsphäre.

Das war 2012. Wie viele sind es heute?

Vielleicht stößt die Zahl auf Unglauben – aber in einem Artikel des Spiegel aus dem Jahre 2015 erhalten wir eine Bestätigung seitens des DGB, dem langsam einfällt, dass das System Hartz IV dem kleinen Mann das Genick gebrochen hat … damals noch mit Zustimmung der Gewerkschaften (… und der Kirchen) (siehe Spiegel):

Rund 15 Millionen Menschen haben demnach in den vergangenen zehn Jahren zumindest zeitweilig Hartz IV bezogen.

Zahlen, die nacktes Entsetzen auslösen sollten. Beziehen Jugendliche Hartz IV, werden natürlich auch die Daten der Eltern erfasst: man ist ja „Bedarfsgemeinschaft“, ebenso kommen die Partner ins Visier der Behörde – auch bei Geschiedenen. So kommt man leicht auf 42 Millionen Datensätze. Allein aber 15 Millionen Menschen, die – zumindest zeitweilig – von Hartz IV abhängig sind, zeigt das große Versagen des sterbenden Kapitalismus: „Vollbeschäftigung“ ist weit entfernt: von 40 Millionen arbeitenden Menschen haben 37 Prozent keinen ordentlichen Arbeitsplatz. Schauen wir mal zurück zu den Zeiten der großen Weltwirtschaftskrise … und bleiben bei Wikipedia, dessen Ruf nur dann besser wird, wenn man es öfter benutzt (siehe Wikipedia):

„Im Februar 1932 erreichte die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt: Es standen 6.120.000 Arbeitslosen, also 16,3 % der Gesamtbevölkerung, nur 12 Mio. Beschäftigte gegenüber. Zu den Arbeitslosen könnte man auch noch die große Masse der schlecht bezahlten Kurzarbeiter und Angestellten zählen, aber auch die kurz vor dem Ruin stehenden Kleinunternehmer.“

Na – wird ihnen schon mulmig? Da wir eine Gesamtbevölkerung von 80 Millionen haben, übertreffen wir mit 15 Millionen Menschen in prekären Situationen die 16,3 % im Jahre 1932 – schon jetzt: wir sind bei 18,75 %.

Angefangen hatte es laut Bundeszentrale für politische Bildung ganz harmlos (siehe BpB):

„Im Winter 1929/30 gab es bereits mehr als drei Millionen Arbeitslose, die materiell weitaus schlechter abgesichert waren als heute. Es entstand ein Teufelskreis aus sich verringernder Kaufkraft, zurückgehender Nachfrage, sinkender Produktion und weiteren Entlassungen.“

Diesen Teufelskreis kennt der deutsche Einzelhandel auch: der „Tante-Emma-Laden“ ist nicht mehr finanzierbar – mit enormen Kosten für die Umwelt, der nächste Supermarkt muss erstmal erreicht werden.

Nur ein kleiner Ausflug in die Geschichte Deutschlands – und man weiß, wo der eingeschlagene Weg enden wird: am Ende das Kapitalismus steht alternativlos die Massenvernichtung unnützen Menschenmaterials: notfalls auch als Vernichtung durch Arbeit. Geht ganz einfach: beim Essen sparen, zum Arbeiten zwingen – der Erfolg stellt sich automatisch ein.

Das muss gerade uns Deutschen auch im Jahre 2015 klar sein, denn so harmlos wie es die „Bundesagentur für Arbeit“ darstellt (und obszönerweise sich selbst sogar in einer großen Weihnachtskartenaktion lobt – siehe gegen Hartz), ist das Terrorregime nicht. Abgesehen von einer enormen Zunahme psychischer Erkrankungen geht es Arbeitslosen (und ihren „unschuldigen“ Kindern) auch physisch an den Kragen … ganz nach dem Prinzip „Vernichtung durch Arbeit“ (siehe Heilpraxis.net):

„Mediziner schlagen Alarm: In Deutschland existiert ein „versteckter Hunger“. Betroffen sollen Millionen von Erwachsenen und Kindern sein. Der Grund: Die Hartz IV Regelleistungen reichen kaum aus, um sich aus Ernährungswissenschaftlicher Sicht vollwertig und ausreichend zu ernähren. Die Folgen sind vor allem für Kinder fatal: Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie zum Teil schwere Krankheiten können aus der Mangelernährung entstehen.“

Wem die Quelle zu unseriös ist, dem kann ich schnell helfen – mit einem Artikel im Tagesspiegel über „Grüne Woche“ in Berlin, zu der sich 70 Agrarminister aus aller Welt eingefunden hatten (siehe Tagesspiegel):

„Bei uns muss niemand hungern – dieser Satz stimmt so leider nicht. Zwar ist chronische Unterernährung in Deutschland heute äußerst selten, doch die Menschenrechtsorganisation FIAN hat beobachtet, dass immer mehr Menschen in Deutschland nicht in der Lage sind, sich „angemessen und in Würde zu ernähren“. Besonders betroffen sind Kinder aus Hartz-IV-Haushalten, Rentner und Flüchtlinge. Die Tafeln feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Es ist ein trauriges Jubiläum. „Dabei geht es nicht nur darum, satt zu werden, sondern darum, gesund zu bleiben“, sagt Ernährungswissenschaftler Hans Konrad Biesalski von der Uni Hohenheim. „Viele Deutsche leiden unter verstecktem Hunger.“

Ja – am Ende des Kampfes gegen den Hunger ist der Hunger als Vernichtungsinstrument nach Deutschland zurückgekehrt … nur wird diese Wortwahl emsig vermieden, denn an den Enteignungen der Arbeitslosen verdienen viele Funktionsträger des Kapitalismus ganz gut: so manch ein Journalist, Beamter, Abgeordneter oder Manager hat mit der Ersteigerung von enteigneten Immobilien von Arbeitslosen super Geschäfte gemacht …. und alle möchten diese Geschäfte auch weiter machen. An den Juden hatte man dereinst auf diesem Wege auch gut verdient.

Ja – es werden kritische Stimmen gegen Hartz IV laut – und auch manch ein etabliertes Medium veröffentlicht sie (siehe Spiegel):

„Die Hartz-Reformen haben tatsächlich dazu beigetragen, die Arbeitslosigkeit in Deutschland zu verringern, gerade weil sie den Druck auf Arbeitslose erhöht haben.Um nicht in Hartz IV abzurutschen oder auch nur um der Gängelei vom Amt zu entkommen, sind Arbeitslose heute eher bereit, eine schlecht bezahlte oder sonstwie unattraktive Stelle anzunehmen.“

Darf ich nochmal daran erinnern, dass „Druck von oben“ „unten“ als Terror ankommt? Als enorme Beschneidung der Grundrechte, als widernatürlicher Eingriff in die Marktwirtschaft zuungunsten des „kleinen Mannes“, der sich zu Tode schuften soll – bei anhaltender Mangelernährung?

Hässlich, wenn man so der modernen Gegenwart die Maske vom Gesicht zieht, oder? Nun – wie im Dritten Reich profitieren auch Millionen von dem System … und wer davon profitiert (und das ist immer noch die Mehrheit) kann mit der Vernichtung von Juden gut leben – erst recht, wenn man durch deren Enteignung noch das eine oder andere Schäppchen machen kann.

Was nur vergessen wird: wir haben noch nicht 1942, sondern eher 1932. Noch existiert die Demokratie, noch steht die Sozialstaatsverpflichtung als grausamer Scherz im Grundgesetz. Das kann sich ganz leicht ändern, wenn US-Konzerne im Rahmen der geheimen Freihandelsabkommen den Sozialstaat als „Marktverzerrung“ wegklagen – am besten noch durch eigene Schiedsgerichte.

Ist die historische Verurteilung der Hartz-Gesetze zu hart? Ist sie ungerecht? Vielleicht sogar eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus?

Wer so argumentiert, demonstriert ein historisches Wissen weit unter Hauptschulniveau, versucht, ein Gutmenschenstammtisch-Blabla gesellschaftsfähig zu machen, dass die NS-Zeit selbst als „versehentlichen Ausrutscher“ entschuldigt, anstatt anzuerkennen, dass der Kapitalismus die Haupttriebfeder der geschichtlichen Entwicklung war, dessen Notwendigkeiten nur jemanden suchten, der sie umsetzen konnte, um sein Ende herauszuzögern.  Es ist pure Feigheit, die so argumentiert – denn die Erkenntnis, dass die Gleise nach Auschwitz gerade wieder aufgebaut werden, würde zum Handeln zwingen … Handeln gegen eine sterbende Wirtschaftsform, von der wir alle – ja ALLE – abhängig sind. Zu grausam für die Nutznießer einer Spaßgesellschaft, die sich köstlich amüsiert, wenn ihre „B- und C-Promis“ wieder Würmer fressen müssen, ohne zu erkennen, dass diese Perversion menschlichen Seins sie schon ganz nahe an den Humor der alten Judenwitze heranbringt.

Ich möchte dazu mal Matthias Kaufmann vom Spiegel zitieren, der einen bemerkenswert kritischen Artikel zu Hartz IV geschrieben hat (siehe Spiegel):

„Im Rückblick erstaunt die Selbstverständlichkeit, mit der die Erwerbslosen als dreiste Kostgänger des Sozialstaates dargestellt wurden. Kanzler Schröder selbst produzierte 2001 geschickt ein Schlagwort: „Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.“ Auf den Arbeitsämtern, fügte Schröder an, solle öfter von den Sanktionsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden, wenn jemand sich nicht richtig um einen Job bemühe.

Schröder sagte nicht platt: Die sind alle faul. Aber er gab zu verstehen, dass er Faulheit beim Thema Arbeitslosigkeit für ein zentrales Problem hält. Der Ton in der Debatte war gesetzt.

Und er wurde schriller. Das spiegelt sich in den Zeitungen der Zeit wider. Am aggressivsten las sich die „Bild“, sie schrieb immer öfter schlicht von den „Faulen“, vom „ausgeplünderten Sozialstaat“ und von „Schnorrern“, denen der „Fahnder vom Amt“ auf die Pelle rücken müsse. Selbst ein „Bild“-Artikel, in dem berichtet wurde, dass nur 2,4 Prozent der Arbeitslosen heimlich dazuverdienen, wurde überschrieben: „So schamlos zocken Sozial-Betrüger ab“.“

Diese Entwicklung bedeutet das Ende der Demokratie in Deutschland – und den Anfang eines Terrorstaates, der jene Menschen drangsalierte, entrechtete und enteignete, die für den Kapitalismus nicht mehr profitabel genug waren.

War es wirklich Gerhard Schröder? Ich denke: hier wird ein Ex-Kanzler abgeschossen, der gerade zu putinfreundlich geworden ist. Bis heute herrscht wenig Klarheit darüber, wieso die von Peter Hartz geforderten Regelsätze von 500 Euro so drastisch gekürzt wurden, dass sie nur noch zur Mangelernährung reichten und ausreichende Bildung nicht mehr möglich machten. Erschreckend trotzdem die Erkenntnis, wie sich vor zehn Jahren blitzartig eine Allianz von Menschenjägern gebildet hat, die genau wussten, wer Schuld war am Untergang des Kapitalismus: der arbeitslose Mauerer mit Rückenproblemen, den jenseits der magischen „vierzig“ keiner mehr einstellen wollte, weil man –  betriebswirtschaftlich folgerichtig gedacht – die Ausfalltage durch Krankheit fürchtete.

200 Euro mehr im Monat – so der heutige Satz bei adäquaten Steigerungen – und Arbeitslose könnten sich wenigstens zu Vorstellungsgespräche angemessen kleiden … aber das war ja nicht gewollt. Man musste Millionen von Menschen opfern, um den Reichtum der anderen zu sichern: eine Wirtschaft betrieb Kannibalismus.

Darf man so etwas nicht zurecht „Terror“ nennen? Einen Terror, der in den letzten zehn Jahren mehr Menschen das Leben gekostet hat als jede Form des Islamismus?

Doch dagegen geht niemand auf die Straße – denn hier droht, wirkliche, echte Gefahr. Man würde sich mit „Mächten und Gewalten“ anlegen, die eine wirkliche, echte Gefahr darstellen und aktuell Millionen von Deutschen (darunter auch 1,6 Millionen Kinder) bewusst und absichtlich einer Vernichtung durch Mangelernährung zuführen … mein Vater hätte gewusst, dass es das schon mal gegeben hatte.

Damals nannte man die Vernichtung „Umsiedlung“. Heute „Fördern und Fordern“.

Damals waren die Opfer „Juden“. Heute „Faule“.

Die Definition von „faul“ kann ich Ihnen gerne sagen: Faul ist jeder, dessen Kapital nicht genug Zinsen abwirft, um Staat und Arbeitgebern nicht auf der Tasche liegen zu müssen.

Und – aus rein betriebswirtschaftlicher Logik heraus – müssen „Faule“ von der „Pay Roll“ verschwinden. Nur so kann der Kapitalismus seine Krisen überwinden.

Und das ist auch der eigentliche Grund, warum man Pegida fürchtet: aus 1932 kann ganz schnell 1933 werden: was Unruhe im Kreis der Absahner und Terrorgewinnler erzeugt. Ganz schnell könnte man selbst von neuen Funktionseliten verdrängt werden … das darf nicht geschehen, denn dann könnte man ganz schnell selbst „faul“ sein.

Ich habe einen Traum

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 17.10.2014. Eifel. Ich habe einen Traum. Ja, davon habe ich viele. Jede Nacht. Dieser Traum jedoch – ist ein besonderer. Er soll alle Alpträume verscheuchen – für alle, für immer. Er soll alle Ängste nehmen, alle Sorgen vertreiben, alle Probleme lösen. Er soll Frieden schaffen – nein, er wird Frieden schaffen. Versprochen – haben das viele. Der Kommunismus hatte es versprochen. Er hat viel geleistet, aber letztlich versagt. Der Kapitalismus hat viel versprochen – auch er hatte viel geleistet, aber letztlich versagt, liegt gerade in den letzten Zügen, kann sich nur noch durch Massenentlassungen und sinkende Produktqualität über Wasser halten.

Die Technik hatte auch viel versprochen. Was war da nicht alles möglich – noch vor 150 Jahren. Heute stehen wir knietief in Giften, Abfällen, Tierleichen und verwüsteten Landschaften, schlagen uns mit Ozeanen von Plastikmüll herum und wenden Unmengen an Ressourcen auf, die „Nebenwirkungen“ von Technik aufzufangen – was unmöglich ist, denn: unsere Wirtschaftstruktur ist auf Egoismen aufgebaut … auch auf die Egoismen von ständig wachsenden Megakonzernen, die gar nichts anderes können (und in den USA per Gesetz dazu verpflichtet sind) als ständig weiter zu wachsen – und mehr Gifte zu produzieren, weitere Abfallberge aufzuhäufen, mehr Arten auszurotten und Landschaften umzugraben. Es kann ihnen ja auch nichts geschehen – sie sind „too big to fail“, geraten sie in große Probleme, kommen die Banken und retten sie – und die Banken selbst werden immer vom Steuerzahler gerettet.

Was nun mein Traum war?

Er war einfach. Ich möchte, dass kein Blut an den Waren klebt, die ich zum konsumieren angeboten bekomme. Ich habe nämlich einen Job: ich bin Mensch, habe (wie die meisten andern auch) Familie, die ich durchs Leben bringen muss – ich kann nicht nebenbei noch die Weltwirtschaft revolutionieren.

Ich möchte keine preiswerte Kleidung, die von Kindern oder unterbezahlten Frauen produziert wird. Ich möchte keine Nahrungsmittel, die mit Giften behandelt sind, die mich umbringen oder aus Abfällen bestehen, deren einzige Qualität darin besteht, dass die Fabrik sie billig einkaufen konnte.  Ich möchte keine Transportmittel, die jene Umwelt weiter zerstören, die meine Enkel zum Überleben brauchen. Ich möchte nicht durch einen Supermarkt wie durch eine Minenfeld gehen müssen, ständig auf der Hut, sich nicht durch den Gebrauch von alltäglichen Gütern schuldig zu machen: schuldig der Ausbeutung, der Vernichtung von Leben oder Lebensgrundlagen. Ich möchte nicht von einer hilf- und kopflosen Industrie zum Täter gemacht werden.

Ich sehe … eine Wirtschaft, die sich zum Dienst am Menschen verpflichtet fühlt, weil sie sich daran erinnert, dass sie – vom CEO bis zum Hilfsarbeiter – aus Menschen besteht, die alle die gleichen Bedürfnisse haben. Ich sehe eine Wirtschaft, die denkt, bevor sie handelt, die nicht ihren Gewinn darin sieht, krebsartig in der Volkswirtschaft zu wachsen, sondern die ganze Volkswirtschaft zum Wohle aller nach vorne bringt, eine Wirtschaft, die aus dem Prinzip der Verantwortung handelt. Ich sehe eine Wirtschaft, die ehrlich miteinander umgeht, eine Wirtschaft der ehrlichen Begriffe, in der der Arbeitgeber jener ist, der seine Arbeitskraft gibt und Arbeitnehmer jener, der sie annimmt.

Ich sehe eine Wirtschaft, in der zum Beispiel Firmenwagen von Unternehmen und Behörden nach Obdachlosen Ausschau halten, um sie – wenn gewünscht –  einzuladen und ihnen einen Platz im Unternehmen geben, wo sie so viel erwirtschaften werden, dass sie wieder auf eigenen Beinen stehen können – zu einem Lohn, der ihnen ein würdevolles Leben in der Gemeinschaft ermöglicht. Ich sehe eine Wirtschaft, in der die Unternehmen sich gegenseitig unterstützen – mit zinslosen Krediten eines neuen, genossenschaftlichen Geldes, welches Banken überflüssig werden läßt (was uns enorme Rettungskosten erspart und sogar den ganzen Mittelstand vor der drohenden Kreditklemme rettet, bei dem 66 Prozent der Bevölkerung  Lohn finden).

Ich sehe eine Wirtschaft, deren oberste Qualifaktion darin besteht, Lösungen zu finden – lebendig, kreativ, innovativ, Lösungen, die jene Probleme angehen, die durch die sterbende Zinswirtschaft verursacht wurden.

Ich sehe eine Gesellschaft, in der die Menschen lernen, wieder – ganz natürlich – füreinander da zu sein, eine Gesellschaft, die in der Lage ist, den Tante-Emma-Laden um die Ecke zu tragen, weil er die Umwelt schont. Eine Gesellschaft, die ihre eigenen Zeitungen herausgibt, ihre eigenen Artikel schreibt, ihre eigenen Feste organisiert und sich so als Gemeinschaft feiert, weil so das Vertrauen im Mitmenschen gestärkt werden kann. Eine Gesellschaft, die nicht selbstverliebt einsam im Handy versinkt, sondern im Handy jene Menschen angezeigt bekommt, die Hilfe brauchen: die einen Gesprächspartner bei Beziehungsproblemen, dem Tod eines Angehörigen oder Arbeitsplatzverlust suchen, jemand, der hilft, die Einkäufe hochzutragen, jemanden, der einem bei einer Panne zur Seite steht, jemand, der einem einen Computer und seine Programme erklärt, jemand, der gerade verletzt im Park liegt oder jemanden, der seine Wohnungsschlüssel verloren hat – kurz, eine Gesellschaft, die keine Partnerbörsen mehr braucht, um seinen Nachbarn kennen zu lernen, keine Handwerkeragentur, um ein Waschbecken zu reparieren und keine Taxifirma, um kurz mal in die Stadt zu kommen.

Ich sehe eine Gesellschaft, die sich als Teil der globalen Gemeinschaft versteht, die sich traut, Friedensagenten anstatt Kriegsdiener auszuschicken, um Konflikte zu lösen, hochbezahlte, diplomatisch, rhetorisch und psychologisch hervorrragend geschulte Empathen und Hermeneutiker, die Konfliktparteien über Wirkung und Nebenwirkung von Kriegen aufklären (ja – die werden aktuell oft übersehen) anstatt ihnen Waffen zum Austragen dieser Konflikte zu liefern – kleine „Gandhis“, die alternative Wege zum gegenseitigen Abschlachten aufzeigen und mit den Konfliktparteien Strukturen erarbeiten und Situationen schaffen, die zu beiderseitigem Nutzen und Gewinn beitragen. Das solche Spezialisten viel Urlaub und ein extrem hohes Gehalt verdienen, versteht sich von selbst.  Das klappt auch bei Barbaren wie der IS – wenn man es will. Erst die Finanzierungen kappen, dann die Waffen- und Munitionslieferung stoppen, warten, bis die Versorgungsmängel sichtbar werden (jede, wirklich JEDE Armee braucht enorme Versorgungsstrukturen …. erst recht die technologisierten; im Mittelalter sind schon ganze schlagkräftige Streitkräfte auf dem Marsch verhungert …) und dann … reden. Verstehen, wo der Hass, der Zorn, die Wut herkommt (im Falle der IS spielen – leider – Natobomben eine wichtige Rolle, vermute ich mal. Die hätten wir uns auch sparen können), wo die Wurzel des Konfliktes steckt – und dann verhandeln. Auch mit jenen, die durch ihre Bomben für die Zustände Mitverantwortung tragen. Anstatt Bomben auf Menschen zu werfen, sollte man lieber die Öllieferungen der „Terrormiliz“ stoppen: Satelliten sehen doch alles, oder? Erst recht im klaren Wüstenhimmel.

Ich sehe eine Gesellschaft, in der das „Miteinander“ schon in der Schule gelehrt wird – auch ein Miteinander zwischen Schüler und Lehrer, was schon allein dadurch erreicht werden kann, dass (nach dem Vorbild englischer Privatschulen) die Person die für den Unterricht verantwortlich ist, nicht dieselbe ist, die den Erfolg des Unterrichts auch benotet. Ich sehe Schulen, in denen von klein auf gelernt wird, dass „Miteinander“ mehr Profit für alle bringt, als „Gegeneinander“.

Profit? Ja. Ich sehe eine Gesellschaft, die durch und durch profitorientiert ist. Auch hier bin ich für das genaue Wort – aber nicht nur reduziert auf Gewinne, die durch Ausbeutung erzielt werden. Ich denke … an das lateinische Urwort „profectus“, das Fortgang, Zunahme, Vorteil bedeutet – und an den Gedanken, dass „Profit“ für alle gelten soll, nicht nur für Akteure einer sich selbst vernichtenden Raubwirtschaft: von einem zur Arbeit gezwungenen Ein-Euro-Jobber im Altenheim hat letztlich niemand einen Profit … außer vielleicht ganz am Ende jemand, der den Zinsgewinn der Gratisarbeit in der einen der anderen Form einstreicht: mangels Sozialabgaben verlieren Staat und Versicherungen von dieser Beschäftigungsform, mangels Motivation haben die „Kunden“ nur wenig davon (vielleicht sogar auch hohen Schaden, weil man den Frust an sie abläßt), dass Heim selbst tut sich durch den Einsatz unqualifizierten Personals auf keinen Gefallen, der Jobber selbst fühlt sich im besten Falle zu unrecht bestraft.  Diese Argumenation gilt im Übrigen … für die ganze Volkswirtschaft, für jede Art von Tätigkeit: wo sie lustlos verübt wird, weil man den Profit nicht sieht (den Fortgang der Zivilisation, die Zunahme an Gerechtigkeit, Sicherheit, Freiheit, Wohlstand und Frieden, den Vorteil für sich selbst UND andere), richtet sie unterm Strich wahrscheinlich mehr Schaden als Nutzen an – in Form von unzureichend erstellter Arbeit oder mangelhaften Waren.

Ja – unsere Gesellschaft leidet nicht am Zuviel von Profit, sondern am Zuwenig: es gibt zu wenig Fortgang, Zunahme, Vorteil für zu viele Menschen: das nervt. Jeder möchte einen Profit von seinem Leben – aber der besteht eigentlich nur selten in Geld, vielmehr besteht er im Sinn, der Freude und Glück schenkt: einfach mal die vielen Menschen fragen, die einem Hobby nachgehen – die werden bestätigen, dass sinnvolle Tätigkeiten auch ohne Geld Freude bereiten. Zudem weiß man seit alters her, dass nicht jene die Glücklichsten sind, die am meisten kaufen können, sondern jene, die am wenigsten brauchen (was oft auch jene sind, die mit einem hohen Grad an Aufmerksamkeit durch die Welt gehen).

Ich sehe eine Gesellschaft, die gelernt hat, dass es den bösen Menschen nicht gibt – außer vielleicht als seltenen, kranken, nur auf sich selbst bezogenen Ausnahmefall, eine Gesellschaft, die aber vor allem verstanden hat, dass es keine bösen Länder gibt, keine bösen Religionen, keine bösen Völker – oder böse Wirtschaftsformen. Da gibt es nichts. wofür sich ein Krieg lohnen würde, ja, dass der Krieg selbst der Feind der Menschheit ist, weil er IMMER Unschuldige tötet und uns dadurch zu übelsten Mördern werden läßt – egal, wie edel die Absichten sonst noch waren.

Ich sehe eine Gesellschaft, die gelernt hat, freundlich zu sich selbst zu sein, ihren Nächsten nicht als lästigen Widersacher zu begreifen sondern als hilfreichen Partner zu verstehen.

Ja – ich sehe eine Gesellschaft, die sich als globale Gesellschaft versteht, als positive Variante einer „neuen Weltordnung“ – dezentral, lokal, werteorientiert, solidarisch und gemeinwohlzentriert, eine Gemeinschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Profit für alle zu mehren – und zwar jene Form von Profit, die jeder Mensch für sich selbst als notwendig  für sein persönliches Fortkommen ansieht … und nicht jene Form von Profit, die zum Zwecke der Absatzgenerierung von einigen wenigen mit gigantischem Werbeaufwand in die Gehirne der Menschen gepresst wird.

Ich sehe viele Details dieser Zukunft, die eine absolute Mehrheit der Weltbevölkerung beglücken könnte, die in der Lage wäre, Armut, Hunger und schlimmste Not weltweit zu beseitigen und dabei noch allen Menschen nebenbei materiellen Gewinn beschert – einen Gewinn, den Wohlstandsbürger im Westen gelegentlich verpönt ablehnen, weil sie sich noch nie der Situation stellen mussten, dass der Kühlschrank noch leerer ist als das eigene Konto – oder einer Situation. wo weder ein Kühlschrank noch ein Konto existiert.

Diese Details – die mir zeigen, dass ein Jahr in Australien, Argentinien oder Südafrika bei Freunden zu leben mehr Freude machen kann als jedes Jahr drei Wochen Pauschalurlaub in den Betonburgen an der Ostsee – sind sehr zahlreich, wie es oft bei Träumen so ist.  Ich könnte noch lange davon schwärmen, jeden mit profitablen Details fürs eigene Leben zu überschütten (ja, selbst für jetzt schon superreiche Menschen wäre noch eine deutliche Qualitätssteigerung drin – und die wissen auch selbst genau, was ihnen fehlt),  möchte mich aber lieber abschließend jenem kleinen Moment widmen, in dem ich gestehe, dass dies … eigentlich kein Traum ist.

Es ist die rudimentäre Blaupause für eine neue Wirklichkeit, eine neue Realität, eine neue – und uralte – Art zu leben, zu arbeiten, zu wirtschaften.

Wie er Wirklichkeit werden kann?

Nun – das ist nun wirklich das Einfachste von allem.

Hierzu bedarf es zuerst eines einzigen Menschen, der für diesen Traum seine Fahne in den Sand steckt.

Das habe ich hiermit gemacht.

Mehr werde ich auch nicht tun, brauche ich auch nicht tun.

Diese Fahne ist der Sammelpunkt für jene, die lieber ein neues Wirtschaftssystem aufbauen als mit dem alten untergehen wollen, für jene, die lieber kreativ schaffen als desktruktiv nörgeln mögen, für jene, die den Dummköpfen dieser Welt gerne das Ruder aus der Hand nehmen möchten als ihnen unwillig in den Abgrund zu folgen.

Jeder ist eingeladen, zu kommen.

Wir können JEDEN gebrauchen, denn jeder kann seinen Anteil dazu beitragen – und sei es nur, dass er die Idee seinem Nachbarn in den Briefkasten steckt.

JEDER kann jetzt was TUN.

„Wir“?

Ja.

Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich, dass ein alter, armer, kranker, einsamer Mann die Welt im Alleingang rettet?

Schon längst gibt es Menschen, die haben – dankenswerter Weise – jahrzehntelang an Lösungen gearbeitet, zu einer Zeit, wo uns unsere Probleme noch gar nicht bewusst waren. Und es gibt Menschen – allein in Deutschland Millionen von ihnen – die gerne an einem profitablen Geschäft (ja – auch letztlich finanziell profitabel … aber mit eigener, stabiler und sicherer Währung versehen, die den Profit der Arbeit nicht durch Experimente mit „Währungen“ in Gefahr bringen) beteiligt wären – nicht als bezahlte Angestellte, sondern als freie Unternehmer, als Pioniere, als Abenteurer und Schatzsucher.

Diese ganzen Menschen müssen nur zusammenfinden.

Wer eigene Ideen hat, ist herzlich willkommen.

Wer keine hat, kriegt welche gratis – aber darüber habe ich ja schon geschrieben.

Ab heute hat es also jeder selbst in der Hand, ob er nicht – anstatt ungewollt Teil des Problems zu sein – lieber willentlich Teil der Lösung sein möchte.

Das Paradies für die Menschheit steht vor der Tür – wir müssen nur noch losgehen, die Tür aufmachen und es herein lassen.

Wer mehr wissen will, kann mir eine persönliche Nachricht schicken (Eifelphilosoph@Nachrichtenspiegel-online.de): etwas Engagement muss schon sein. Die ersten Schritte – starten gerade in Berlin, der Hauptstadt jenes Landes, das viel Erfahrung mit den sterbenden alten Wirtschaftsformen hat.

Allerdings … droht Arbeit. Für echte Arbeitgeber sollte das aber kein Problem sein – wenn erkennbar werden wird, wie vielfältig sich die Investitionen auszahlen. Und wer alles wirklich Arbeitgeber ist, haben wir ja jetzt nebenbei auch gelernt.

Band 1 - Die Herrscher der Welt und ihre Widersacher - Reiner Dammann

 

 

 

 

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Mittwoch, 20.5.2014. Eifel. Die Welt steht am Rande eines Abgrundes, der tiefer ist, als alle anderen Herausforderungen, die sich die Menschheit je stellen musste – jedenfalls seit der Eiszeit.

Wahnsinnige Wissenschaftler verseuchen die Umwelt mit Genprodukten, die alle Bauern dieser Welt in die Abhängigkeit einer Hand voll renditeorientierter Konzerne zwingt – ohne das überhaupt jemand weiß, wie das System Natur letztlich auf diesen Eingriff reagiert.

Wahnsinnige Geschäftsleute bringen die Volkswirtschaften an den Rand der völligen Vernichtung, nur noch „Rentenkürzungen“ – der „Volkssturm“ der europäischen Wirtschaft – konnten die Katastrophe abwenden … blöd nur, dass die Geschäftsleute ihre Mauscheleien weiter betreiben dürfen.

Wahnsinnige Politiker haben durch aktive Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes eine für verbannt gehaltene Weltkriegsgefahr heraufbeschworen – und für hunderte von Toten gesorgt, die zum Teil elendig verbrannt wurden, auf deutscher Seite ist da die CDU mit ihrem Kanditaten Klitschko zu nennen – oder die Kanzlerin Merkel, die der ukrainischen Putschregierung auf einer Rede im Londoner Parlament Beistand in allen Lebenslagen versicherte und schon mal Inspektoren der Bundeswehr in Zivil losschickte, um die Kampfkraft der neuen Verbündeten zu analysieren.

In Deutschland selbst – der Heimat von Klitschko und Merkel – werden Unternehmer von Unternehmensberatungen seit 2013 vor einem breiten Kaufkraftverlust der Bevölkerung gewarnt, in den Datenbänken der Jobcenter lagerten schon letztes Jahr 42 Millionen Datensätze (womit das arbeitsfähige Volk bald vollständig durchleuchtet ist: die Jobcenter sind ermächtigt, selbst privateste Daten zu erheben) und die seit der Wirtschaftskrise gleichgeschaltete Presse hat in der Ukrainekrise alle Masken fallen gelassen und zum Sturm auf den Präsidenten einer Atommacht geblasen, der sich in deutschen Medien Beleidigungen, Schmähungen und Unterstellungen anhören muss, für die die schreibende Zunft in Deutschland selbst vor Gericht gelandet wäre, hätte sie sich dies bei einem deutschen Politiker erlaubt.

Von all dem erfahren wir jedoch nicht viel. Journalismus ist brotlose Kunst oder zu der enorm bereichernden Kunst der „Public Relations“ geworden, „Nachrichten“ ähneln mehr Werbung für politische Parteien oder gesellschaftlichen Umbauphantasien von Unternehmerverbänden und Konzernverbünden, Kritik jeder Art ist als „Wehrkraftzersetzung“ verpönt wie seit dem Dritten Reich nicht mehr.

In dieser Situation fangen nun einige Menschen an, sich Montags auf Straßen zu versammeln. Erste Motivaton ist: einen Krieg verhindern … jenen Krieg, den die Mächte dieser Welt laut Altkanzler Schmidt gerade versehentlich herbeireden – und der dann auch wirklich eintreten könnte.

Man sollte meinen: das wäre ja erstmal zu begrüßen. Einen Nuklearkrieg, wie ihn die US-Armee seit nine-eleven führbar gemacht und seit 2006 auch im Detail durchgespielt hat (siehe Chossudovsky zur Übung Vigilant Shield o7 in: das Szenario eines Dritten Weltkrieges, Kopp 2012, Seite 98 – 104. Der Link zum betreffenden Artikel in der Washington Post funktioniert allerdings momentan nicht) sollten wir uns – neben allen anderen Katastrophen – wirklich nicht noch leisten.

Doch was geschieht?

Nicht die wirtschaftliche Katastrophe, die Einmischung von deutschen Regierungsparteien in innere Angelegenheiten fremder Länder, die drohende Kriegsgefahr ist das Problem in Deutschland, sondern die Tatsache, dass Jutta Ditfurth „Neurechte“ bei den Demos gesehen hat (siehe z.B. TAZ). Sie engagiert sich täglich im Kampf gegen diese unglaublich große Gefahr – und ihre Facebookseite entwickelt sich zu einem Dokument größter Peinlichkeit, wenn die engagierten Diskutanten die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands in die Ecke der „Neurechten“ stellen oder öffentliche Distanzierungen der Redner von faschistischen Gedankengut als „das übliche bla-bla“ abtun: hier kann man einen inhumanen, methodisch unsauberen Abgrund studieren, an dem Goebbels selbst seine helle Freude gehabt hätte – wohlgemerkt: bei Juttas Freunden … nicht bei den Montagswachen.

Es ist besonders enttäuschend, dass eine ehedem linke Grüne – die mit ihren Büchern vom kapitalistischen Kulturbetrieb direkt profitiert und ohne diesen nicht leben könnte – eine solche Bewegung ins Leben ruft, denn: gerade sie sollte sich daran erinnern, dass die gleiche Kritik, die jetzt an den Montagsdemos geübt wird, derzeit an den Grünen geübt wurde … und – wenn ich an die Berliner Grünen der Gründerzeit denke – auch zurecht. Aber: nur weil Nazis ein paar grüne Gedanken hegten und die Grünen für sich instrumentalisieren wollten, sind die Grünen keine Nazipartei (auch wenn sie die ersten waren, die wieder völkerrechtswidrig Bomben aufs Ausland geworfen hatten). Gleiche Erscheinungen gab es auch in der Piratenpartei, ähnliche Versuche, politische Bewegungen zu kapern wird es auch in Zukunft geben … nur heißt das nicht, dass diese Bewegungen an sich jetzt durch und durch faschistisch sind … wie es Jutta Ditfuhrt samt Anhängerschaft mit verbaler Gewalt zu beweisen sucht.

Natürlich geht man publizistisch einen guten Weg, der Erfolg verspricht. Man benutzt bei der Kritk der Montagsdemos eingeübte Schlagworte, die man von den PR-Agenten des Kapitalismus geliehen hat, um die schon mal im Rücken zu haben, ganz beliebt ist das Wort „Verschwörungstheoretiker“, dass inzwischen in Deutschland synonym für „geisteskrank“ gebraucht wird – eine Argumentation, die ebenfalls von Goebbels stammen könnte: wer gegen den Kapitalismus ist (oder halt gegen den Nationalsozialismus) kann nur geistig krank sein – im Ostblock dachte man ähnlich, was den Kommunismus anging.

Natürlich könnte man der Argumentation folgen … wenn wir wirklich in den letzen fünfzig Jahren KEINERLEI Anzeichen für illegale Regierungs- oder Konzernarbeit gehabt hätten. Natürlich können wir uns eine Menschheit denken, die ausschließlich nach dem Motto lebt: „edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ – und sofern uns unsere Anschauung täglich Beispiele dafür liefert und wir umgeben sind von friedlichen, kooperativen, hilfsbereiten, menschenfreundlichen Wesen die immer nur alles zum Wohle der Allgemeinheit tun, könnten wir jegliche Art von Theorien über Verschwörungen zu Recht von vornherein ablehnen – nur zeigt uns die alltägliche Geschichte, dass der Mensch anders ist – und wenn ich Frank Schirrmacher folge, dem Mitherausgeber der FAZ, dann ist dieser Alltag von Militärs und Wissenschaftlern bewusst gestaltet worden (siehe Frank Schirrmacher, EGO: Spiel des Lebens, Karl-Blessing-Verlag 2013).  Da es sich hier um die Aufdeckung einer Verschwörung (bzw. um die Aufdeckung gezielter Steuerungsmechanismen von Wissenschaft, Politik und Konzernwirtschaft zum Zwecke der Umsatzmaximierung) handelt, war die Kritik aus dem „vulgär-konservativen“ Lager auch so heftig, dass es „Verrisse“ von Leuten gab, die das Buch noch gar nicht gelesen haben konnten – so sehr hat es den ordentlichen Betrieb gestört (siehe Jakob Augstein im Spiegel).

Nur ein kleines Beispiel, wie ein Wort zu einer Waffe werden kann … und auch warum. Die Nutznießer des Systems Kapitalismus wollen natürlich unter allen Umständen verhindern, dass die Mechanismen, die ihre Fleischtöpfe füllen, öffentlich detalliert beschrieben werden – sie sollen weiter ungehindert laufen: wie schön, wenn man sich dann wieder mal der Öffentlichkeit als Held präsentieren kann, der die Welt vor der Wiedergeburt der NSDAP rettet … mit Methoden, die dieses Ungeheuer selbst erst groß gemacht hat.

Was aber nun die größte Verschwörungstheorie von allen angeht – NINE-ELEVEN – so wundert es mich, dass hier ein Teppich des Schweigens drübergelegt werden soll – ein Teppich, den George Bush jr. persönlich angeordnet hatte und der von amerikanistisch geprägten Netzwerken gratis in großen Mengen verteilt wird. Reinweg als durch das ockhamsche Rasiermesser geprägter Wissenschaftstheoretiker muss ich sagen, dass ein durch den militärisch-industriellen Komplex der USA (wir können sie auch „ultrarechte Kreise“ nennen – ähnlich der P2-Loge, die ähnliches in Italien praktiziert hat) inszenierter Anschlag WENIGER Hyptothesen verlangt als die regierungsamtliche Theorie.

Sehe ich dann, dass diese Regierung bzw. der militärisch-industrielle Komplex der USA enorm durch den Anschlag gewonnen hat, durch tausende von Drohnenmorden (= Hinrichtungen ohne Anwalt, Anhörung des Angeklagten und Urteil eines legitimierten Gerichts, durchgeführt vom Geheimdienst) und durch Massenbespitzelungen selbst engster Verbündeter eine für ein solches Manöver notwendige Degeneration der Geisteshaltung bewiesen hat, gleichfalls auch demonstrierte, dass sie zur Durchführung von Angriffskriegen die Weltgemeinschaft in großem Umfang belügen würde – dann halte ich die Erstellung alternativer Theorien zum „Bin-Laden-Szenario“ für dringend gegeben – im Prinzip ist das sogar die zentrale Aufgabe eines jeden Journalismus, der seine Aufgabe als Vierte Macht im Staat ernst nimmt.

Ein kleiner Blick nur auf Staatsmorde – direkt einer ultralinken Seite entnommen, dem Sozialismus.net:

Die Strategie der Spannung wurde vom zivilen Auslandsgeheimdienst der USA, dem CIA, konzipiert und erfüllt einige wichtige Aufgaben im Kampf gegen den „Kommunismus“. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf den Aufschwung der Linken zu bremsen, indem Terroranschläge organisiert oder unterstützt werden und diese dann der radikalen Linken zugeschoben werden. Mit Bomben und anderen Terrormaßnahmen wird die Bevölkerung in permanente Angst versetzt und so bereit sein, einen Teil ihrer persönlichen Rechte für das Versprechen größerer Sicherheit aufzugeben, und schließlich die „starke Hand“ des Staates akzeptieren.

Der 12. Dezember 1969 ist der Beginn der „Strategie der Spannung“ in Italien. Auf der Piazza Fontana in Mailand explodiert, am Höhepunkt der ArbeiterInnen – und Jugendbewegung, eine Bombe. Dieses Attentat ist der Auftakt zu einer Serie von Bombenanschlägen, denen hunderte Menschen zum Opfer fallen werden. Wie schon bald eindeutige Beweise zeigten, wurde der Terroranschlag von FaschistInnen der Terrororganisation Ordine Nuovo (Neue Ordnung) ausgeführt. Der Geheimdienst legte falsche Spuren und höchste Polizei- und Geheimdienstkreise lenkten die Ermittlungen nach links. Es wurde sofort gegen AnarchistInnen ermittelt, wenige Tage später, auch einige von ihnen verhaftet.

12 Personen, welche mit diesem Fall zu tun hatten, begehen Selbstmord oder erleiden tödliche Unfälle. Ein Anarchist „fällt“ bei der Einvernahme aus dem Fenster im 3. Stock, der Polizeikommissar wird während den Ermittlungen ermordet. Auch der Rechtsanwalt und Geheimdienstagent Vittorio Ambrosini starb. Er hatte zwei Tage vor dem Attentat an einer Einsatzbesprechung der TerroristInnen teilgenommen. Er informierte den damaligen Innenminister Franco Restivi, dass der Anschlag von Ordine Nuovo ausgeführt wurde und nannte 15 FaschistInnen – er stürzte Tage später aus dem 7.Stock einer Klinik, in welcher er sich einer medizinischen Behandlung unterzog. Gianadelio Malett, ehemaliger Geheimdienstchef, belastet den CIA in Zusammenhang mit dem Massaker durch seine Aussage vor Gericht massiv

Darf einem das bekannt vorkommen – als lange eingeübtes „Muster“?

Darf ich an diese „ollen Kamellen“ noch erinnern – die weite Teile der deutschen Linken geprägt hatten? Auch weite Teile der Grünen … denen deshalb „Antiamerikanismus“ unterstellt wurde? Alles schon vergessen? Oder fällt das jetzt auch unter den Bann des Tabus, alternative Theorien zur Regierungsmeinung zu formulieren?

Wie weit ist unser Demokratieverständnis eigentlich schon degeneriert, wie unkritisch sind wir eigentlich geworden, dass wir einer Philosophie gehorchen, die Regierungserklärungen als UNANTASTBARE WAHRHEIT akzeptieren? Wieviel Geld muss man Linken eigentlich zahlen, damit die an solchen Bewegungen des Unmenschentums teilhaben?

NATÜRLICH gehen auch Nazis zu den Montagsdemos (die gehen aber auch nach Aldi, zum Fußball und zum Karneval). Natürlich findet man da auch Leute, die gar nicht merken, dass ihre Kapitalismuskritik schleichend in Judenkritik umgewandelt wird – so wie auch noch weniger merken, dass alles Reden vom „Zionismus“ seinen Ursprung in den „Protokollen der Weisen von Zion“ hat – jetzt wage man aber mal, das offen in Deutschland auszusprechen, dass all die engagierten Linken mit ihrer wohlgemeinten Israelkritik auf altfaschistischen Pfaden wandeln, in dem sie heute beweisen, wie toll es gewesen wäre, wenn man die bösen Juden so vollständig ausgerottet hätte, wie der Führer es vorhatte: es gäbe gar kein „Usrael“, das Palästinenser quälen könnte.

Der größte Triumph der altfaschistischen Kreise in Deutschland war gerade die Verknüpfung von Antisemitismus im Gewande der Israelkritik als „Antizionimus“, der heute breite Schichten in Deutschland erreicht … und nebenbei völlig außer Acht läßt, dass dort eine Glaubensgemeinschaft ums Überleben kämpft, die in Europa fast völlig ausgerottet worden wäre (was jetzt ihre Methoden nicht legitimieren soll – aber bei der Urteilsfindung schuldmindernde Berücksichtigung finden darf, anstatt beständig völlig ausgeblendet zu werden).

Nazis – gehen im übrigen auch mal auf Gewerkschaftsdemos, führen Aktionen gegen Hartz IV durch, plädieren für soziale Gerechtigkeit … sogar Hitler selbst hatte Hunde und Kinder lieb. Weder soziale Gerechtigkeit, noch Hunde und Kinder werden dadurch faschistisch … es sei denn, man befindet sich selbst in einem pseudolinken Herrenmenschenwahn, der getrieben wird duch die (für Frank Schirrmacher plausible) Haltung des EGO: „an meinem Wesen soll die Welt genesen“.

Wir haben – als deutsche Wirtschaftsgemeinschaft, als europäische Wirtschaftsgemeinschaft und vor allem als Weltwirtschaftsgemeinschaft gravierende Probleme. Existenzielle Problem, verursacht durch eine Wirtschaftsform, die nicht den Menschen und die Gemeinschaft als Ziel und Zweck ihres Daseins sieht, sondern das Gewinnstreben des Einzelnen – das hemmungslose Gewinnstreben des Einzelnen.

Wir haben andere Probleme als eingebildete Neurechte, die die Weltherrschaft durch Montagsdemos übernehmen wollen … aber diese Montagsdemos stoßen natürlich jenen übel auf, die an den laufenden Übeln gut verdienen – und sei es nur durch Bücher, die diese Übel beschreiben und durch deren Vermarktung durch kapitalistische Systeme man ein gutes, arbeitsfreies Leben genießen kann.

Was hindert einen eigentlich daran, auf diese Demos zu gehen, und genau dort einzuhaken, wo der Kurs nach ultrarechts geht? Auch Hitler hat Kapitalismuskritik betrieben (wie es allerdings jeder an Selbsterhaltung interessierte Humanist ebenfalls tun würde) … aber dann ganz schnell „Kapitalismus“ mit „Judentum“ gleichgesetzt. Natürlich gibt es reiche Juden – aber die machen nicht die unpersönliche, mechanistische Gewalt einer Wirtschaftsordnung aus, die mehrheitlich absolut von Nicht-Juden getragen wird. Würde Gott selbst morgen alle Juden aus dem Schöpfungsprogramm löschen … es würde sich nichts ändern. Gar nichts.

Und die Kritik an dem Geschäftsgebahren der Wallstreet mit dem Siegel „neurechts“ zu versehen, ist schon eine Wirklichkeitsverzerrung, die ihresgleichen sucht – obwohl Hitler die gleiche Kritik hatte. Aber der mochte ja auch Hunde, wodurch nicht jeder Hundefreund zum Nazi wird.

Und darum ist es eigentlich erste Bürgerpflicht, zu diesen Montagsdemos hinzugehen als aufgeklärter Demokrat. Wie schön wäre es, wenn Jutta Ditfuhrt nicht herummäklend mit peinlichen Aluhut in der Ecke stehen würden, um in übler Stasimanier Berichte über die Versammlungen anzufertigen (die – ganz neu jetzt – alle zu Jutta Ditfurth geschickt werden sollen), sondern selbst durchs Land reisen würde, um mit den Leuten dort zu reden. Die paar echten Nazis wären schnell verscheucht: die Leute, die dort hin gehen, wollen Frieden. Und – wie ich höre – darf dort jeder seine Meinung sagen. Wunderbar: das ist Sinn und Zweck einer Demokratie.

Es ist ein sehr abstruser Weg, eine Aktion demokratischer Meinungsäußerung zu dämonisieren, weil dort auch – vermeintliche und echte – Nazis sind.

Sollen wir etwa auch die Europawahl absagen, weil dort rechtsextreme Parteien mitmachen?

Es ist eine sehr seltsam inkonsequente, inhumane und undemokratische Auffassung von Politik, die sich dort breit macht … und vielleicht auch die Erklärung dafür, warum sich die politische Linke in Deutschland in die völlige Bedeutungslosigkeit verabschiedet hat, nachdem sie in den siebziger Jahren noch Gesellschaft prägen konnte.

Ich frage da abschließend auch gerne mal sehr ketzerisch: wenn uns nur die Rechten bleiben, um nuklearen Holocaust, sozialen Kahlschlag, völkerrechtwidrige Luftangriffe der Bundeswehr, entmündigende Handelsabkommen oder weitere Verseuchung der natürlichen Umwelt aufzuhalten … sollten wir dann lieber in den Untergang gehen – laut alte linke Lieder singend?

Lieber wäre mir jedoch, wir schüfen uns noch andere Alternativen – doch um das zu tun, muss man nunmal hingehen zu diesen Demos, den Dialog und nötigenfalls sogar die Auseinandersetzung suche: selbst wenn das für eine Weile die geregelten und gut durchstrukturierten Mahlzeiten verzögert.

Aber dann bitte nicht den Stasimann mit Aluhut machen, der alles akribisch notiert und schwarze Listen anfertigt, sondern den mutigen Streiter für seine Sache geben: hinauf auf die Bühne und mutig aufgeklärt! Wahrscheinlich wird man dann merken: da steht weniger Nazi vor der Bühne, als man denkt.

Ein PS für die Neofaschisten, die meine Artikel gerne verbreiten: trotz aller Kritik schätze ich Jutta Ditfuhrt sehr. Warum sie gerade den Don Quichote macht und Windmühlen bekämpft, die sie für böse Riesen hält, kann ich nicht beurteilen noch verstehen. Es wird die Art des Umgangs mit ihrer Person sein, die belegt, ob man sich selbst nicht lieber eine Hakenkreuzarmbinde umlegen sollte, um offen und ehrlich seinen soziopathischen Charakter zu demonstrieren. „Haut Jutta Ditfurth in die Fresse“ ist nicht besser als die Hetzjagd auf angeblich „Neurechte“ … die zur Not auch mal von den Marxisten sein dürfen, wenn man sonst keine findet.

Und ein PS für die Jäger der verlorenen Neurechten: die Strategie „wer nicht meiner Meinung, der ist ein Nazi“ ist selten dämlich – und überhaupt nicht mehr demokratisch.

 

 

 

 

 

 

 

Die Invasion der Raubmenschen und ihre Spuren im Alltag.

Die Invasion der Raubmenschen und ihre Spuren im Alltag.

Freitag, 10.1.2014. Eifel. Ein Tag wie jeder andere. Was liegt auf dem Tisch? Zustand der Kinderarmut in Deutschland. Nun – das wird kaum einen interessieren. Wir sind nicht umsonst eines der kinderfeindlichsten Länder der Welt und stolz darauf, uns endlich von den Fesseln der Sozialromantik zu lösen. Ein paar gibt es noch, die nach den Kindern schauen – und auch wissen, wie man ihnen helfen kann, siehe Spiegel:

Denn nach gängiger wissenschaftlicher Definition sind 18,9 Prozent oder 2,4 Millionen der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Armut bedroht, weil sie oder ihre Eltern über weniger als 60 Prozent des bedarfsgewichteten mittleren Nettoeinkommens verfügen. Für ein Elternpaar mit einem Kind unter 14 Jahren wären das demnach 1564 Euro.

Das könnte der Staat natürlich einfach ändern – zum Beispiel durch drastische Aufstockung des Arbeitslosengeldes. Wird das erhöht, müssen die Firmen höhere Löhne zahlen – sonst geht da keiner mehr hin.

WSI-Forscher Seils sieht dagegen in erster Linie die Wirtschaft in der Pflicht: Um Kinderarmut im reichen Deutschland einzudämmen, sei es zwingend, im unteren Lohnsegment deutlich höhere Löhne zu zahlen. Denn was real bei den Eltern ankomme, gehe direkt weiter zu den Kindern.

So etwas ginge bei uns natürlich gar nicht: das ist jedem klar. Höhere Löhne würden die Rendite schwächen, die beständige Selbstvermehrung großer Kapitalansammlungen wäre in Gefahr – und an diesen „Fonds“ verdienen Deutschlands führende Redakteure dank ihrer Anlageberater ebenso wie Politiker und führende Beamte.

Das Geld an sich von alleine wächst, ist schön für den, der es hat. Schlecht für den, der dafür arbeiten muss, denn der Wert des Geldes sinkt beständig, wodurch die Preise automatisch steigen.

So sind Strom- und Heizkosten seit 2006 um 23,6 Prozent gestiegen (siehe Handelsblatt), die gesamten Verbraucherpreise sind um 14,6 % gestiegen, der Regelsatz für Arbeitslose jedoch nur um 10,7 % (Stand Januar 2013, siehe tarif-verzeichnis). Butter hatte damals hier vor Ort 50 Cent gekostet, heute zahlt man 1,29 Euro – um eine persönliche Erkenntnis beizutragen.

So zwingt der Staat durch massive Eingriffe in den Arbeitsmarkt breite Schichten dazu, ihre Arbeitskraft unter Wert zu verkaufen – was diese auch gerne machen. Ende 2012 berichtete die Welt darüber, dass es seit 2005 Gehaltssteigerungen nur noch für Top-Manager gab (z.B. die beim Arbeitsamt), der Rest der arbeitenden Bevölkerung muss seit diesem staatlichen Eingriff in den Arbeitsmarkt mit einem realen Minus von vier Prozent leben.

Auf die – angesichts der gesellschaftlichen Zustände zu erwartende – Zunahme der psychischen Erkrankungen in diesem Land – 150 Prozent in den letzten 15 Jahren – reagiert nun der Markt mit einer ganz besonderen Entwicklung: externe Berater bringen die Kranken wieder zum Arbeitsmarkt (siehe Spiegel), wo der Fallmanager der Jobcenter schon freudig auf sie wartet – aber nicht wirklich weiß, was er mit ihnen machen soll.

Die Firma, die diese Leistungen anbietet, verspricht wahre Wunder, sie Ge.on:

Im Rahmen des Case Managements Krankengeld werden arbeitsunfähige Versicherte mit psychischen Störungen, psychiatrischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen, sowie langwierigen orthopädischen Erkrankungen und anderen schweren und/oder chronischen Erkrankungen beraten, betreut und bei Bedarf in geeignete (Rehabilitations) Maßnahmen vermittelt.

Das Ziel ist die möglichst rasche aber nachhaltige Wiederherstellung und mittelfristige Sicherung der Arbeitsfähigkeit, indem eine individuell passgenaue und bedarfsdeckende Versorgung gewährleistet wird.

Da geht es nicht nur um psychisch kranke Menschen – da geht es um alle schweren chronischen Erkrankungen … genau die Fälle, für die der Sozialstaat geschaffen wurde.

Wer nimmt die Leistungen dieses Unternehmens in Anspruch? AOK, Rentenversicherung Bund, Technikerkrankenkasse. Stolz berichtet die Firma von ihren Erfolgen:

Wir erzielen einen ROI zwischen 1:3 und 1:6

ROI? Return on Investment. Für einen Euro Auftragsgebühr versprechen die, drei bis sechs Euro bei Kranken – schweren, chronisch erkrankten – Menschen einzusparen … also genau jenen, die wirklich Hilfe brauchen. Wie machen die das – und vor allem: wer macht das?

Wir sind ein starkes Team bestehend aus zur Zeit über 40 festangestellten PsychologInnen, SozialpädagogInnen und ÄrztInnen mit therapeutischen / beraterischen Zusatzqualifikationen. 

Wie soll ich das nun verstehen? Hausarzt, Facharzt und Krankenhaus bestätigen eine ernsthafte chronische Erkrankung – und dann kommt ein Privatunternehmen mit eigenen Ärzten und macht die Leute wieder heil? Oder sorgt zumindestens dafür, dass sie nichts kosten? Warum erinnert mich das an einen „Entmietungsservice“?

Auch wenn es zwei unterschiedliche Themen sind: sie haben die gleiche Ursache – die Invasion der Raubmenschen. Man muss sie so nennen – es ist manchmal schon sehr hilfreich, wenn mein ein Wort für einen häßlichen Umstand gefunden hat. Während der normale Mensch seinen Lebensunterhalt durch Ackerbau und Vierzucht bestreitet, gehen Raubmenschen anders vor: sie leben lieber von der Leistung der anderen, lassen es sich gut gehen, schonen sich, während andere zu Pflegefällen werden.

Wir kennen dies aus der Natur, die uns mehr und mehr als ethisches Vorbild gilt, weil sie bar jeder Sozialromantik sein soll. Wen überfallen die Raubtiere zuerst? Alte, Kranke und Kinder. Darum ist der Zustand der Kinder in einem Land immer ein guter Indikator dafür, wie stark das Land von Raubmenschen befallen wurde – geht es den Kindern schlecht (im Verhältnis zu ihrem natürlichen Umfeld – nicht im Vergleich mit Namibia), sollten die ersten Warnlampen angehen: die Aktivität von Raubmenschen ist so groß geworden, dass sie die Zukunft des ganzen Landes gefährden. Einhergehend darf man ruhig beobachten, wie es den Alten und Kranken geht – sind auch sie in Gefahr, hat die Population der Raubmenschen eine Größe erreicht, die die Grundfesten des Gemeinwesens in Gefahr bringt …. und wahrscheinlich schon Strukturen aufgebaut, die dieses Gemeinwesen stürzen.

Raubmenschentum wurde gezielt in diese Gesellschaft implantiert – das lernten wir durch Frank Schirrmachers Buch „Ego“. Raubmenschentum ist das Betriebssystem des Kapitalismus, das haben wir durch ihn erfahren. Der Raubmensch denkt nur an eins: so schnell wie möglich so viel wie möglich fressen, um dann so lange wir möglich faul in der Sonne liegen zu können.

Wir nähern uns durch diese Gedanken in gefährlicher Art und Weise neoliberalem Denken, die sich dieser Erkenntnis zunutze machen wollte, in dem sie ihr eigenes Sein auf Arbeitslose projezierten und dies auch mit großer Macht in den Medien durchsetzten … dabei hat der Arbeitslose gar nicht genug Geld für seine Jacht im Mittelmeer, die zum Genießen der Sonne unverzichtbar ist. In Herne auf dem Rathausplatz ist das in Wirklichkeit nicht so schön. In Wirklichkeit könnten wir sogar die Bezüge der Arbeitslosen verdoppeln und trotzdem viermal soviel von Ihnen (das wären 28 Millionen) finanzieren, wenn wir Subventionen (z.B. den Porsche als Firmenwagen oder den Strom für den Golfplatz) und Steuerhinterziehungen einstellen: da rückt ein bedingungsloses Grundeinkommen, dass dem Schutzauftrag des Staates gerecht werden würde, in greifbare Nähe.

Wir leisten uns in Deutschland 70 000 Steuerberater, die nichts anderes machen, als den Raubmenschen zu helfen, ihren Beitrag an der Finanzierung der Gemeinschaft zu minimieren – wahrscheinlich würden wir uns enorm echauffieren, wenn es Arbeitslosenberater gäbe, die gegen Geld die Maximierung von Sozialleistungen bei einem ROI von 1:6 vorantreiben würden. Dafür kassiert so ein Steuerberater – dessen Existenz wir begeistert akzeptieren –  im Schnitt knapp 80000 Euro pro Jahr. Steuerfahnder hatten wir 2010 laut Angaben des Hamburger Abendblattes mit Bezug auf die Deutsche Steuergewerkschaft 2600, laut Gehalt.de haben sie einen Durchschnittsverdienst von 37.500 Euro.

Vater Staat – der Schäfer der Herde – hält die Zahl der Hirtenhunde gezielt gering und schwach, damit die Wölfe nicht vom Fleisch fallen. Das ist weniger der Hirtenstaat – sondern eher der Metzgerstaat, das Paradies für Raubmenschen, ohne deren psychische Eigenarten das System Kapitalismus gar nicht funktionieren könnte.

Wer immer mehr für sich selbst will, bekundet in einem geschlossenen System (wie es unser Geldkreislauf sein sollte), dass andere wegen ihm weniger haben sollten. Das ist heute so selbstverständlich, dass diese Einstellung nur noch selten hinterfragt wird – oder gab es etwa in Folge des Buches von Frank Schirrmacher große Änderungen in den Lehrplänen der Schulen und Universitäten, eine große Aktion von Staat und Wissenschaft zu mehr Altruismus statt Egoismus?

Im Gegenteil … nach kurzer Debatte kehrte Ruhe ein, jeder lief wieder weiter im Trott auf der Jagd nach Schafen, an denen man sich gütlich tun kann.

Beim Thema Krankheit wird das besonders peinlich – zum Zwecke der Steigerung ärztlicher Einnahmen verfügt jeder Deutsche heutzutage im Durchschnitt über 20 Erkrankungen, die man alle „behandeln“ kann – von „heilen“ spricht ja keiner mehr. Millionen von Menschen lassen alle möglichen Behandlungen über sich ergehen, obwohl sie eigentlich kerngesund sind. Problematisch wird in diesem System nur der wirklich ernsthaft Kranke – der braucht nämlich von den jahrelang eingezahlten Beiträgen mal etwas für sich und wird somit zu einer existentiellen Bedrohung für Kassenmitarbeiter und Ärzteschaft, die lieber die jährliche Gesundheitsuntersuchung macht anstatt eine Krankheit zu behandeln: man verdient immerhin allein schon durch Diagnosen.

Schlimm in einem solchen System, wenn man alt wird und kaum noch versteht, was der Anlageberater, der Immobilienberater oder der Steuerberater mit dem Geld anstellt, schlimm, wenn man krank ist und alles mögliche unterschreibt, um den Nachstellungen der Gesundschreiber zu entgehen … oder wenn man zu jung ist, um als Steuerberater erfolgreich am System mit zu verdienen.

Momentan teilen die Raubmenschen die Kapitalflüsse der Zukunft unter sich auf – womit der Jugend eine unglaubliche Last aufgebürdet wird. Besteht das Raubmenschentum bei der Jugend auch weiter fort, werden wir als Pflegefälle bitter darunter zu leiden haben – wir sind dann Kosten, die sich noch nicht mal mehr auf ihren Beinen halten können.

Was geschieht mit einem biologischen System, wenn die Raubtiere überhand nehmen?

Es bricht zusammen, kollabiert. Das erleben wir gerade … und nennen es sanft „Krise“.

Es ist in erster Linie ein Befall von Raubmenschen, der zu der Krise geführt und Billionen Dollar vernichtet hat – und weiter vernichten wird. Dank intensiver Erziehung bekennt sich die Mehrheit der Menschen zum Raubmenschentum und macht sich in ihrem beruflichen Alltag gezielt auf die Suche nach Alten, Kranken und Schwachen, um sie auszuschlachten – finanziell, gerne aber auch durch Organentnahme.

Die Natur schafft es wundersamerweise, die Überflutung von Ökosystemen durch Raubtiere einzudämmen … wir kennen die genauen Mechanismen bis heute noch nicht, was schade ist, denn wir könnten sie gut gebrauchen.

Wie soll man diese Entwicklung nun aufhalten?

Gar nicht, so lange die Mehrheit danach strebt, selbst das größte Raubtier vor Ort zu werden – mit dem größten Haus, dem größten Garten, dem größten Auto und dem größten Pool jenseits der Wupper oder wenigstens in Bottrop-Kirchhellen.

Aktuell widmet der Spiegel jenen einen Artikel, die das Raubtierdasein freiwillig oder in Folge einer Krankheit aufgegeben haben.

Gerrit von Jorck könnte Spitzenverdiener sein: Sein VWL-Studium hat er mit 1,0 abgeschlossen, er war im Ausland, hat Praktika absolviert. Alles richtig gemacht also. Doch von Jorck lebt von 500 Euro im Monat – weil er das so will. Über einen, dem Zeit das Wichtigste ist.

Es fehlt nicht der Hinweis, dass dieser Student von einem Drittel des Regelsatzes lebt … und trotzdem an einen Hauskauf denkt.

Na also, denkt sich der Leser: geht doch: die Senkung des Regelsatzes rückt in greifbare Nähe – den Kindern von Arbeitslosen drohen Verhältnisse wie in Namibia.

Und doch – machen diese Beispiele Hoffnung. Der Zusammenbruch des System des Raubtierkapitalismus (einen Begriff, der schon von sich Reden gemacht hat, ohne darauf hinzuweisen, dass er nur funktioniert, wenn Millionen von Menschen zu Raubtieren mutierten – oder, um Frank Schirrmacher zu folgen, gezielt zu Raubmenschen herangezüchtet wurden) wäre nur aufzuhalten, wenn es gelänge, sein Betriebssystem auszuschalten … falls man nicht genug militärische Gewalt entfalten kann, um  zur Guilliotine zurückzukehren, die das Raubmenschentum in früheren Zeiten beenden sollte.

Was für eine Aufgabe: eine geistig-moralische Gegenwende, hin zu Arbeitsfreude, Lebenssinn, Lebensfreude, Arbeitssinn und Zeitreichtum bei gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen des Planeten Erde. Sie könnte gelingen … wären nicht auch die meisten Menschen, die an den Zuständen Kritik üben, ebenfalls nur Raubmenschen … Hyänen, die sich nur über den Erfolg des Löwen ärgern, selbst den Maserati für sich beanspruchen und deshalb hauptsächlich den Kampf gegen den vermeintlichen Konkurrenten innerhalb einer sozialen Bewegung in ihren Fokus gerückt haben.

Wer dazu Studienmaterial sucht, ist bei politischen Parteien (auch den Linken und der Piratenpartei) gut aufgehoben.

Im Falle einer Raubtierinvasion eine wirksame politische Alternative aufzubauen, scheint undenkbar, locken doch Versammlungen von Schafen gerade die Raubtiere an. Aber auch hier gab es mal Versuche, die vielversprechend starteten (wie Die Guten), aber leider im Sande verliefen. Wahrscheinlich namen die Raubmenschen auch dort überhand.

Und was machen die Schafe, die die Invasion der Raubmenschen und ihren Hang zu ständig höheren Beiträge, Preisen und Steuern (grundlage für jedes leistungslose Einkommen) bemerken?

Sie verstecken sich in ihren Wohnungen – in der Hoffnung, dass sie den Raubmenschen nie durch Einkauf, Arbeit oder Arbeitslosigkeit in die Hände fallen und sie dort – im kuscheligen Heim – den Zusammenbruch gemütlich aussitzen können. Mit der Methode hat ein bekannter deutscher Bundeskanzler das Land regiert, sein Ziehkind verfolgt diese Strategie heute noch.

Leider wird man auch in der Wohnung alt und krank … aber es dauert ein paar Jahre, bis man merkt, dass man selber auch auf der Schlachtbank liegt und für die Rendite von Arzt und Pharmaindustrie bluten muss, während vor der Tür schon der Entmietungsservice steht, weil man so unverschämt war, für seine Beiträge auch Leistung zu verlangen.

PS: Das Buch zum Thema Krankheitserfinder von Jörg Blech gibt es bei Amazon gebraucht schon für einen Cent … falls es jemanden interessiert, warum er 20 Diagnosen hat, an denen Ärzte gut verdienen und die das Geld für echte Erkrankungen knapp werden lassen.

 

 

 

 

 

Deutschlands Zukunft: alternativlos und … ziemlich düster.

Donnerstag, 17.10.2013. Eifel. Sind Sie auch so erleichtert? Die USA können wieder zahlen - das sollte uns doch mal ein Glas Champagner wert sein! Seltsamerweise lese ich die Zeilen anders, übersetze sie gleich familiär: "Du, Schatz, ich glaube, wir geben zu viel aus - das Konto ist schon wieder maximal überzogen" "Macht nichts, Darling, ich habe den Überziehungskredit erhöht", "Ach so, na ja, dann ist ja alles in Ordnung". Eigentlich ist nichts in Ordnung. Die fahren einen klaren Pleitekurs - und als Familienoberhaupt hätte man den Privatkonkurs klar vor Augen. Wäre alles nicht so schlimm, würden wir mit diesen Leuten keinen großen Freihandelsmarkt planen - doch das ist ein anderes Thema, das uns wieder vorgelegt wird, wenn der Staatsbankrott wieder vor der Tür steht. Wir sollten erstmal vor unserer eigenen Tür kehren, denn dort warten die nächsten Herausforderungen auf uns: eine neue, gewaltige Welle von Arbeitslosen, diesmal aus dem IT-Bereich, siehe Zeit:

Donnerstag, 17.10.2013. Eifel. Sind Sie auch so erleichtert? Die USA können wieder zahlen – das sollte uns doch mal ein Glas Champagner wert sein! Seltsamerweise lese ich die Zeilen anders, übersetze sie gleich familiär: „Du, Schatz, ich glaube, wir geben zu viel aus – das Konto ist schon wieder maximal überzogen“ „Macht nichts, Darling, ich habe den Überziehungskredit erhöht“, „Ach so, na ja, dann ist ja alles in Ordnung“. Eigentlich ist nichts in Ordnung. Die fahren einen klaren Pleitekurs – und als Familienoberhaupt hätte man den Privatkonkurs klar vor Augen. Wäre alles nicht so schlimm, würden wir mit diesen Leuten keinen großen Freihandelsmarkt planen – doch das ist ein anderes Thema, das uns wieder vorgelegt wird, wenn der Staatsbankrott wieder vor der Tür steht. Wir sollten erstmal vor unserer eigenen Tür kehren, denn dort warten die nächsten Herausforderungen auf uns: eine neue, gewaltige Welle von Arbeitslosen, diesmal aus dem IT-Bereich, siehe Zeit:

Verwundbar sind gut bezahlte Angestellte im Service-Bereich, die lange geglaubt haben, ihr Job könne niemals automatisiert werden und die jetzt feststellen müssen: Das stimmt nicht. Es gibt mittlerweile Maschinen, die sogar Anästhesien übernehmen können. Das ist eigentlich ein sehr gut bezahlter Job, der aber in Zukunft verschwinden wird. Genauso gibt es Computer, die Examen benoten, und sie tun das nicht schlecht. 

Viele, die heute Mittelschicht sind, sich gerade für ihre Familie ein Häuschen gebaut haben, gehen jetzt schon den Weg der USA: in Zukunft wird mit Sicherheit der Zeitpunkt kommen, wo sie sich die Raten für ihr Häuschen nicht mehr leisten können und auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Schlecht nur, dass der Staat zunehmend wie ein verantwortungsloser Unternehmer handelt, der viele Einnahmen hat, sich aber noch mehr Ausgaben leistet, um möglichst viele Menschen zu Millionären zu machen – aus dieser Ecke wird bald keine große Hilfe mehr kommen, hier greift schon die Lumpenelite (Regierungsdeutsch: Leistungselite) zu und privatisiert fortlaufend das Volksvermögen.

Selten hört man so deutliche Ansagen wie die von Tyler Cowen:

Aber zunächst hatten die Menschen Jahrzehnte schwieriger Anpassung vor sich. Ich glaube, die heutige Situation kommt dem sehr nahe. Die alten Technologien haben die Körperkraft ersetzt. Das führte dazu, dass Leute mehr und mehr in Berufe gewechselt sind, in denen sie ihr Gehirn benutzen. Die Technologien von heute ersetzen das Denken. Wohin die Leute jetzt ausweichen können, um neue Jobs zu finden, ist aber eine viel schwierigere Frage.    

Tja – wohin sollen die Leute noch ausweichen? Körperkraft wird nicht mehr gefragt, Geist auch nicht. In Deutschland (dem Land, dass in dem Bereich „industrieller Massenmord“ international die besten Erfahrungen aufweist) haben wir schon sprachliche Regelungen, die Problemlösungen aufzeigen, den „Kosten auf zwei Beinen“ wird „sozialverträgliches Frühableben“ nahegelegt, oder, kurz gesagt: „wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“.

Die politische Klasse hat schon längst vor dem Problem kapituliert. „Jahrzehnte schwieriger Anpassung“ – das wissen die Leute auch. Sie haben das Vertrauen ins Leben verloren … und kriegen deshalb keine Kinder mehr; nichts bringt einen schneller in Hartz IV als noch ein paar Blagen am Hals zu haben.

Genau genommen unternimmt die Regierung schon Schritte, um sich abzusichern: DIE wissen ganz genau, was auf uns zukommt; Technik verdrängt Mensch. Das ist im Prinzip äußerst wünschenswert: dafür haben wir uns ja auf den Deal eingelassen, dafür haben wir unsere Parzellen aufgegeben und sind in die Fabriken gegangen, um bei der  industriellen Revolution mit zu wirken. Was uns nur niemand gesagt hat: für unsere Enkel und Urenkel ist in dieser arbeitsteiligen Lebensform, die wir mit aller Kraft und großen Opfern errichtet haben, kein Platz mehr: der Fluss des großen Geldes hat so viele Räuber angezogen, dass in unseren Haushalten kaum noch etwas davon ankommt. Weil wir das irgendwann erkennen werden (spätestens, wenn die Regale bei Aldi einfach leer sind, weil denen die Rendite in Europa zu niedrig geworden ist), plant die Regierung schon mal die nächsten Schritte, siehe TAZ:

Die Sicherheitsbehörden können in prekären Situationen künftig auf militärische Unterstützung zurückgreifen, wenn polizeiliche Mittel nicht ausreichend erscheinen. Aktuell stellt die Bundeswehr neue Einheiten im Rahmen des sogenannten Heimatschutzes auf. Die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr) bestehen ausschließlich aus Reservisten der Bundeswehr. „In Bremen hat die Kompanie schon im Juni ihren Dienst aufgenommen“, bestätigt Oberstleutnant Uwe Roth vom Bundesverteidigungsministerium.

Es lohnt sich, mehr darüber zu lesen. Der Heimatschutz kann auch bei „zivilem Ungehorsam“ eingesetzt werden, bei politischem Generalstreik, sozialen Unruhen, Straßenblockaden – ich schäme mich ein wenig, dass ich wohl mit verantwortlich bin für diese Entwicklung: die Blockade von Autobahnen schwebte mir schon immer als letzte Möglichkeit gewaltlosen, zivilen Widerstandes vor. Jetzt aber erlischt auch diese Option, 27 neue Kompanien der Bundeswehr bereiten sich schon jetzt darauf vor, auch unbewaffneten Widerstand nieder zu schießen.

Bin ich der einzige, der das Denken der Planer jener Gesetze für ein kleines bischen pervers hält?

Nun – „Spiegelleser wissen mehr“ – weshalb es sich schon lohnt, täglich in dieses Blatt zu schauen, auch wenn es dadurch eine enorm systemstabilisierende Macht erhält. In einem Artikel über die Privatisierung von Krankheit durch den Kapitalismus finden wir einen bemerkenswerten Satz:

Die Folgen dieser Marktbürokratie sind vor allem auf der individuellen, psychischen Ebene spürbar. Denn das ständige Gefühl, gemessen und beobachtet zu werden, erzeugt eine Paranoia, die uns zu kafkaesken Sklaven unseres eigenen oder besser: fremdbestimmten Anspruchs macht. Damit sind wir längst in der „Kontrollgesellschaft“ angekommen, ein Begriff mit dem der Philosoph Gilles Deleuze eine Zeit beschrieb, in der die politischen und wirtschaftlichen Kontrollinstanzen weitgehend unsichtbar bleiben, dabei aber kaum an Macht einbüßen.

Deshalb haben wir Hartz IV bekommen, nur sind die meisten zu blöde, das zu merken: es ging nur darum, eine zusätzliche Kontrollbehörde zu bekommen, der Kapitalismus wollte eine Maschine, die auch jene nach neoliberalen Prinzipien kontrollierte, die nicht irgendwo von seinen Geldströmen abhängig und somit steuerbar waren. Gesellschaftliche Solidarität wird durch individuelle Verantwortung ersetzt – heißt es da: und so beschreibt man kurz und knapp die „Sozialpolitik“ der letzten Jahre.

Ein ganzes Volk wird durch äußere Zwänge in die Krankheit getrieben – und dort dann bar jeder Solidarität allein gelassen: auch eine Form von „Vernichtung durch Arbeit“ – wir wollen aber die historisch Ungebildeten jetzt nicht wieder durch Vergleiche aufbringen, die ihre romantischen Seifenblasenträume vom deutschen Wunderländle in Gefahr bringen.

Die Fakten in Deutschland sehen alles andere als rosig aus, siehe Spiegel:

Die Bundesregierung hat es geschafft, einen mühsam ausgehandelten EU-Kompromiss zum Klimaschutz zu torpedieren, um Ausnahmeregelungen für die mächtige heimische Autoindustrie durchzusetzen. Und danach für die eigene Partei Großspenden von Profiteuren eben dieser Regelung eingestrichen.

Die Bundesregierung ist eine Exekutive des Kapitalismus geworden, eines System, von dem ein Drittel aller Deutschen noch profitiert, während die Übrigen ihr eigenes Grab schaufeln dürfen. Dieses „System“ hat Deutschland seit 1945 im Griff, geplant wurde es schon im Dritten Reich – aber das will heute keiner mehr hören: Geschichten langfristiger Planungen überfordern den deutschen Geist der Gegenwart, der nur noch im „hier und jetzt“ lebt, wie es ihm tagtäglich von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gepredigt wird: nur solchen Deppen können die Einigung in den USA als großen Sieg begreifen, weil hier und jetzt wieder etwas Geld fließen wird … bis zum großen Knall, der sicher kommen wird: laut Handelsblatt am 15. Januar 2014.

Bis der kommt, bezahlt die Wirtschaft die Regierung für renditesteigernde Maßnahmen, während das Volk sich abstrampelt, der Enteignung zu entkommen: nichts anderes ist Hartz IV – ein gigantisches Enteignungsprogramm für die Mittelschicht, die selbst noch gar nicht weiß, dass sie in den nächsten Jahrzehnten keine Arbeit mehr bekommen wird, mit der sie die steigenden Kosten begleichen können, die die Wirtschaft ihnen aufbürdet.

Das wir hier Zeugen eines breit gefächerten Angriffes auf alle demokratischen Grundstrukturen werden, wird in den Medien nur sehr selten besprochen – und hat keinerlei Konsequenzen mehr. Es ist letztlich sogar ein Angriff auf die Menschheit selbst. Insofern ist es kein Wunder, wenn der Sprecher der Giordan-Bruno Stiftung die versammelte Leistungselite darauf trimmt, den Menschen in Zukunft ganz anders zu sehen (siehe Vortrag „Rationalität und Mystik“): wir sollten uns mehr darauf konzentrieren, uns mit unseren ewigen Atomen zu identifizieren als mit unserem „Ich“, dass nur eine Illusion eins „blumenkohlförmigen Organs“ ist. Es kommt aber noch viel besser:

Wir sollten endlich akzeptieren, dass der Mensch nicht die Krone der Schöpfung ist, sondern bloß der Neandertaler von morgen, eine vorübergehende Randerscheinung in einem unendlichen Universum, das noch lange nach dem Ende unserer Spezies fortbestehen wird.

Der Mensch als Neandertaler von morgen – und das vor einer Rede der deutschen Lumpenelite. Die Frage, was denn in den nächsten Jahrzehnten auf die Bevölkerung zukommen wird, wie die „Anpassungsprozesse“ auszusehen haben, ist schon beantwortet: sie sollen aussterben, dem NEUEN MENSCHEN in einer NEUEN WELTORDNUNG Platz machen. Wir brauchen uns auch keine Sorgen um sie zu machen, ihre Atome werden ewig fortbestehen – auch wenn heute noch wirklich niemand weiß, was ein Atom überhaupt ist.

Das alles sind nur ein paar Informationen, die gestern Abend und heute Morgen auf meinem Schreibtisch eintrudelten. Setzt man sie ein wenig anders zusammen, erscheint jede einzelne Information in einem ganz anderem Licht: wir nähern uns der Zeit, wo sich der Kapitalismus seiner Neandertaler entledigen wird, wieder einmal ist „die Wissenschaft“ ganz vorne mit dabei … bei der Selektion. Wieso darf eigentlich so eine private Organisation fragwürdiger Herkunft (ein ehemaliger Kirchenmann und Unternehmer ist hier der Initiator) im Namen der „Wissenschaft“ vor der politischen und wirtschaftlichen Elite Deutschlands reden – und nebenbei ihre Perspektive der Welt manipulieren?

Die Antwort ist einfach: wir werden in Zukunft nur noch für einen Bruchteil der Bevölkerung GELD haben, also müssen wir uns schon jetzt Gedanken machen, wie wir das Problem angehen werden – und dafür brauchen wir ein moralisches Fundament, eine gemeinsame Metaphysik, die ein robustes Mandat gegen die eigene Bevölkerung nicht unethisch erscheinen läßt, sondern als alternativlose flexible Anpassung an geänderte Umstände begreift, ja sogar als wissenschaftlich abgesicherte logische Fortentwicklung im Sinne der darwinschen Evolutionstheorie.

Freuen wir uns also, dass es Menschen gibt, die die Auslöschung der gesamten Menschheit als Grund zum Jubeln ansehen, weil wir ja sowieso im ewigen Reigen der Atome fortbestehen.

Und deshalb – können wir auch Schulden machen als gäbe es kein Morgen.

Ein Morgen ist nicht mehr vorgesehen.

 

 

 

 

Der Klimawandellügenschwindel

Dienstag, 1.Oktober 2013. Eifel. Ist es bei Ihnen auch so kalt? Das liegt an der Klimaerwärmung. Wieso es kalt ist, wenn es warm wird, erklärt Ihnen ein Wissenschaftler. Ich zitiere ihn hier nicht, weil ich keine Zeit für Albereien habe: mir ist kalt. Außerdem halte ich nichts von der modernen "Wissenschaft", die in weiten Teilen eine Antikirche mit eigenen Priestern (in weißen Kitteln), eigenen Dogmen (es gibt nur Materie) und eigenen Sicherheitskräften (Psychiatern) ist. Groß wird die Schuld der Kirche an der Hexenverbrennung gepredigt, obwohl es der Staat war, der die Menschen brennen sehen wollte. Groß wird die Lüge von der Verbrennung Giordano Brunos durch die Kirche verbreitet, obwohl der Staat es war, der ihn brennen sehen wollte. Hexen und Kirche stören das Dogma von der Scheibenwelt - also das Dogma des mechanistischen Materialismus, einer Welt, die ganz das Gegenteil dessen ist, was Giordano Bruno gelehrt hatte - eine untote Schattenwelt gegen eine Welt voller Leben in jedem Element des Seins. Das, was sich hinter dem so euphemistischen Namen "Naturwissenschaft" verbirgt, ist nichts weiter als die Waffen-SS des Kapitals, die für ein Maximum an Konsumfähigkeit sorgt, für die - "alternativlose" - Bühne, auf der die vollkommene Versklavung von Körper und Geist durchexerziert wird; jene Form der Versklavung, in der der Sklave seinen Zustand lieben MUSS, weil es keine Alternative gibt und "draussen" (im Weltall, im Tod oder im Geiste) nur ein vernichtendes, dunkles, fieses NICHTS lauert. Die Dogmen dieser SS, die Denkgrenzen setzt (ähnlich denen, dass die Erde eine Scheibe zu sein hat) sind vielfältig: Ufos oder Telepathie, Atlantis oder Kornkreise, Nahtoderfahrung oder Nächstenliebe: all das GIBT ES NICHT kraft Weisung der neuen Antikirche. Beweisen kann sie das alles nicht - aber jeder, der sich mit nicht erlaubten Themen beschäftigt, gerät in Gefahr, die Diagnose "unangemessener sozialer Wahn" zugeteilt zu bekommen. Die Perspektive sollte man schon mal gehört haben, wenn man sich mit dem Thema "Klima" auseinandersetzt.

Dienstag, 1.Oktober 2013. Eifel. Ist es bei Ihnen auch so kalt? Das liegt an der Klimaerwärmung. Wieso es kalt ist, wenn es warm wird, erklärt Ihnen ein Wissenschaftler. Ich zitiere ihn hier nicht, weil ich keine Zeit für Albereien habe: mir ist kalt. Außerdem halte ich nichts von der modernen „Wissenschaft“, die in weiten Teilen eine Antikirche mit eigenen Priestern (in weißen Kitteln), eigenen Dogmen (es gibt nur Materie) und eigenen Sicherheitskräften (Psychiatern) ist. Groß wird die Schuld der Kirche an der Hexenverbrennung gepredigt, obwohl es der Staat war, der die Menschen brennen sehen wollte. Groß wird die Lüge von der Verbrennung Giordano Brunos durch die Kirche verbreitet, obwohl der Staat es war, der ihn brennen sehen wollte. Hexen und Kirche stören das Dogma von der Scheibenwelt – also das Dogma des mechanistischen Materialismus, einer Welt, die ganz das Gegenteil dessen ist, was Giordano Bruno gelehrt hatte – eine untote Schattenwelt gegen eine Welt voller Leben in jedem Element des Seins. Das, was sich hinter dem so euphemistischen Namen „Naturwissenschaft“ verbirgt, ist nichts weiter als die Waffen-SS des Kapitals, die für ein Maximum an Konsumfähigkeit sorgt, für die – „alternativlose“ – Bühne, auf der die vollkommene Versklavung von Körper und Geist durchexerziert wird; jene Form der Versklavung, in der der Sklave seinen Zustand lieben MUSS, weil es keine Alternative gibt und „draussen“ (im Weltall, im Tod oder im Geiste) nur ein vernichtendes, dunkles, fieses NICHTS lauert. Die Dogmen dieser SS, die Denkgrenzen setzt (ähnlich denen, dass die Erde eine Scheibe zu sein hat) sind vielfältig: Ufos oder Telepathie, Atlantis oder Kornkreise, Nahtoderfahrung oder Nächstenliebe: all das GIBT ES NICHT kraft Weisung der neuen Antikirche. Beweisen kann sie das alles nicht – aber jeder, der sich mit nicht erlaubten Themen beschäftigt, gerät in Gefahr, die Diagnose „unangemessener sozialer Wahn“ zugeteilt zu bekommen. Die Perspektive sollte man schon mal gehört haben, wenn man sich mit dem Thema „Klima“ auseinandersetzt.

Klimaerwärmung habe ich persönlich kennengelernt. Im März 2003 saß ich in kurzer Hose draußen im Garten – zusammen mit meinem Anwalt. Mir war klar: es ist warm. Ich war geneigt, den Theorien der Wissenschaftler zu glauben – ich sah noch keinen Zusammenhang zwischen Konsummaximierung und Effektivierung der Ausbeutung und dem Wetter. Aber ich hatte Wisssenschaft schon im medizinischen Bereich kennengelernt und war es gewöhnt, alle Ergebnisse kaufen zu können, die ich gerade haben wollte – inklusive der Professoren, die die Botschaft dann an meiner Stelle verkündeten. Welche Industrie nun gerade von der Legende der Erderwärmung profitieren sollte, hatte ich im ersten Moment nicht erkannt

Fortan wurde ich bombadiert mit Informationen über die Erderwärmung. Steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher, vorrückende Wüsten: die volle Breitseite an Information. Schuld war: das Auto, das Einfamilienhaus, der Urlaubsflieger.

Das gefiel natürlich vielen, die weder Auto noch Haus hatten und erst recht nicht in Urlaub fliegen konnten. Es war eine neue soziale Bewegung, die handfeste Beweise dafür hatte, dass Reiche böse waren. Nun – das weiß die Menschheit schon seit Menschengedenken, aber die Naturwissenschaft muss solche Wahrheiten messen können, sonst können sie sie nicht wahrnehmen. Also wurde Bosheit in Kohlendioxidverbrauch gemessen. Ich war damals außerordentlich böse, aber zweifelte die Theorie in keiner Weise an.

Das änderte sich, als Google Earth kam. Ich spielte ein wenig mit diesem Instrument herum – und bekam wieder einmal einen Begriff davon, wie unendlich groß dieser Planet eigentlich wirklich ist. Sicher – lebt man in einer der ständig überfüllten und überproportional wachsenden Großstädte (wie zwei Drittel der deutschen Bevölkerung) kann man schnell das Gefühl haben, dass die Erde zu voll ist und wir dicht vor dem Kollaps stehen … dabei sind nur unsere Städte zu voll. Das bringt der Wirtschaft die billigen Arbeitskräfte und deshalb finden wir das alle toll. Der Planet jedoch … ist wahnsinnig groß.

Ich fing an zu rechnen: wir haben 6 000 000 000 Menschen. Geben wir jedem ein Haus mit 1 000 m2 Grundstück, dann haben wir 6 000 000 000 000 m2 Fläche verbraucht. Das sind 7 000 000 km2 – das entspricht der Fläche von Australien. Die Fläche der Erde beträgt 149 Millionen Km2. Gigantisch, oder?

Natürlich wirkt ein Film über die Klimaveränderung nicht, wenn die Kamera eine Stunde lang über menschenleere Gebiete fliegt. Es werden verstopfte Straßen gezeigt, qualmende Schornsteine, verseuchte Flüsse – und alle wissen gleich: es geht zu Ende – jedenfalls dann, wenn nicht die Forschungsbudgets der „Wissenschaft“ drastisch erhöht werden. Die Theorie vom Klimawandel hat das Budget der Klimawissenschaftler verzehntfacht, 10 000 öffentlichkeitswirksame Arbeitsplätze hängen davon ab, dass diese Theorie die Menschheit weiter ängstigt. Es wäre eine Katastrophe für die Klimaforscher (und ihre Lebenskultur mit Eigenheim, SUV und Urlaubsflug), würde sich diese Theorie in Luft auflösen … so wie es momentan den Anschein hat, siehe Süddeutsche Zeitung:

Zum einen gibt der Weltklimarat diesmal niedrigere Erwartungen für die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts an als im Report von 2007. Damals lautete die Spanne 1,8 bis 4,0 Grad Celsius für die verschiedenen Szenarien, wie sich die Treibhausgas-Emissionen entwickeln; diesmal geben die Wissenschaftler 1,0 bis 3,7 Grad an.

Als zweites Indiz für die angebliche Herabstufung der Rolle von CO2 nennen Kritiker die sogenannte Klimasensitivität.

Ich erspare mir mal hier die Zahlen, denn wir Normalbürger haben schon längst begriffen: die haben eigentlich keine Ahnung. Den Verdacht haben wir schon lange:

2007 gab es einen Filmbericht über  den Great Global Warming Swindle, passenderweise stagnierte in Folge die messbare Erderwärmung – wobei ich ein ungutes Gefühl dabei bekomme, ob das überhaupt realistisch messbar ist – bei diesem gigantischen Koloss, den wir bewohnen und der Vielzahl der Prozesse, die das Klima beeinflussen. Kaum hatten wir den Film verdaut, wurden wir schon überflutet mit Gegendarstellungen (siehe u.a.  PIK-Potsdam). 

Was war geschehen?

Nun – gewisse Teile des Kapitalismus freuten sich überhaupt nicht über den Zuwachs an Fördergelder für Klimaforscher: die Reichen sahen ihren Überfluss-Lebensstil in Gefahr – jedenfalls die Altreichen. Weltweit gab es ja jetzt auch viele neureiche Klimaforscher, die dem Staat jenes Geld abzogen, dass die Altreichen gerne für sich reserviert gesehen hätten. Also machten die Altreichen, was sie immer tun: sie kauften sich ein paar Wissenschaftler um ein Gegenfeuer zu entfachen. Ihnen war klar: jeder Autofahrer, jeder Tankstellenpächter, jede Baufirma, jeder Eigenheimbesitzer, jeder Urlaubsfahrer und jeder Reiseveranstalter würde auf ihrer Seite sein – kurz: die ganze kapitalistische Kultur. Inzwischen droht schon der ganze Weltklimarat zu verschwinden – als hätte es nie ein Problem gegeben. Natürlich wird er nicht aufgelöst, sondern soll Sonderaufgaben übernehmen (siehe Wiwo): Altreiche und Neureiche haben einen Kompromiss geschlossen.

Der Kompromiss ist schädlich für Afrika, jenem Land, dass angeblich am härtesten vom Klimawandel betroffen sein wird (für Afrika kann man immer JEDE Katastrophe maximieren – dort sterben so viele Menschen, mit denen kann man ALLE Theorien untermauern – was oft geschieht. Weniger Medikamentenversuche auf dem Kontinent, weniger Raubbau an den Rohstoffen, weniger Waffenlieferungen, weniger Überflutung mit Wohlstandsmüll, der die einheimische Wirtschaft vernichtet – Afrika würde seinen Ruf sehr schnell verlieren), soll die Hauptlast schultern: die Ärmsten sollen auf Technologie verzichten, um die Umwelt zu schonen. Ihre Herdfeuer sind das Problem, dass die Erde in Gefahr bringt. Ihre Autos geben uns den Rest, ihre Kohlekraftwerke sollen gar nicht erst entstehen. Sollen die Armen doch mit Windenergie Strom erzeugen – dann bleiben die auch länger arm und wir können unseren Lebensstil beibehalten.

Währenddessen sitzen Klimapäpste und Klimaskeptiker in klimatisierten Hotels an offenen Kaminen und genießen einen Cognac, obwohl sie sich öffentlich bis aufs Blut bekämpfen, siehe Jan Fleischhauer im Spiegel:

Wenn es ums Klima geht, drehen selbst wohltemperierte Zeitgenossen plötzlich durch. Der in Graz lebende Musikprofessor Richard Parncutt hat vor ein paar Monaten die Todesstrafe für Klimaskeptiker vorgeschlagen. Eigentlich sei er gegen die Hinrichtung von Menschen, schrieb er, „aber Klimaleugner fallen in eine völlig andere Kategorie. Sie sind verantwortlich für den Tod von Hunderten von Millionen von Menschen“.

Ja – nach den Hexen, den Juden, den Christen (oder den religiösen Menschen überhaupt) den Arbeitslosen hat „die Wissenschaft“ ein neues Jagdziel entdeckt: den Klimaleugner. Er wird auch öffentlich angeprangert wie in einem Aufklärungsbuch des Umweltbundesamtes Dessau:

Dort ist gerade ein Aufklärungsbuch zum Klimawandel mit dem Titel „Und sie erwärmt sich doch“ erschienen. Im Abschnitt „Klimawandelskeptiker in Deutschland“ sind die Namen von Journalisten und Wissenschaftlern genannt, die Positionen vertreten, die „nicht mit dem Kenntnisstand der Klimawissenschaft übereinstimmen“. 

Das hat es seit 1945 nicht mehr gegeben…

es ist jedenfalls ziemlich lange her, dass eine staatliche Institution in Deutschland erklärte, welche Meinungen in diesem Land haltbar sind und welche nicht.

Aber das gerade ist ja Wissenschaft: Macht ausüben über die Definition von Wirklichkeit, um so dem Kapitalismus freie Bahn zu schaffen – so eine Art Kehrmaschine.

Wo kämen wir hin, wenn die ganze Menschheit der Botschaft des Mönches Anselm Grün folgen würde? Er hat mit seinen Büchern 100 Millionen Euro umgesetzt, ist aber der Meinung, das Geld die innere Freiheit gefährdet: er gibt deshalb keine 50 Euro Bargeld im Monat aus (siehe Süddeutsche). So etwas zehnmal täglich in jedem Werbeblock gesendet, zusätzlich ein paar Studien wie die, das Religion psychische Gesundheit fördert (siehe ts-institut) oder professionelle Meditation eindrucksvoller ist als Weltreisen: die Welt würde sich auf einen Schlag ändern – mehr Glück, mehr Gesundheit … weniger Konsum – und damit heilere Umwelt.

Was ist aber nun mit der Klimakatastrophe? Müssen wir Klimaleugner jetzt in Massen hinrichten? Oder richten wir lieber in Massen die Reichen hin, deren Lebensstil für unseren Planeten nicht mehr erträglich ist? Doch Vorsicht – jeder, der diese Zeilen lesen kann, ist ein Reicher … im Weltdurchschnitt. Die ärmsten Arbeitslosen in Deutschland sind unermesslich reich, vergleicht man sie mit durchschnittlichen Bewohnern des Sudan, Nigerias oder Indonesiens.

Wir werden die Wahrheit in einhundert Jahren erfahren. Oder in eintausend. Oder nie. Bekommen wir unsere Wirtschaft, unser Militär oder allein Monsanto nicht in den Griff (wonach es die letzten Jahrzehnte nicht aussah) kann uns die Erderwärmung egal sein: im Rahmen der Milliarden von Toten, die uns dort erwarten, wenn unser wackeliges Versorungsystem zusammenbricht oder der nukleare Holocaust zuschlägt, werden die Folgen des Klimawandels kaum noch bemerkt werden: es gäbe schlichtweg kaum noch Menschen, die durch die Folgen des Klimawandels sterben können. Vielleicht gelingt es der „Wissenschaft“ auch endlich, die superansteckende Ultragrippe zu entwickeln – einige sind ja schon emsig dabei. Oder es entfleucht ein biologischer Kampfstoff, der nur Menschen ausrottet. Die „Wissenschaft“ arbeitet unermüdlich an der Vernichtung der Menschheit: antibiotikaresistente Bakterien, genschädigendes Plastik, unaufhaltsame Epidemien, Selbstmordsaatgut inklusive einer „Arche Noah“ für Superreiche (siehe Zeit) – alles in Arbeit.

Währenddessen konzentriert sich der Normalbürger auf den Klimawandellügenschwindel, gelenkt und geleitet von grünen Aposteln in der Politik, deren eigener Lebensstil sich von dem armer Möncher hin zu dem der Superreichen gewandelt hat: große Limousinen, üppige Gehälter, luxuriöse Reisen – man zeigt deutlich, wie man wirklich zum Klimawandel steht, den man so gerne predigt – er ist einem Scheißegal.

Während immer mehr Deutsche umweltschonend (oder aus Kostengründen) die Heizung herunterdrehen, erfüllte 2012 kein einziger Dienstwagen von deutschen Bundesministern die EU-Richtlinien für den CO-2-Ausstoß (beides aus: Jan Kluge, Unliebsame Wahrheiten, Seite 158): so demonstriert die Politik deutlich, was sie von den Studien zum Klimawandel wirklich hält.

Aber was ist jetzt mit der Umwelt?

Am 9.5.2013 wurde auf Hawaii der höchste Stand von Kohlendioxid seit Millionen von Jahren gemessen, gleichzeitig verschwinden pro Tag 50 – 100 Arten von der Erdoberfläche (siehe BR). Was immer auch auf der Erde vorgeht: die Menschheit scheint die gleiche Wirkung zu hinterlassen wie der Einschlag eines Riesenkometen.

Das sehen wir aber schon, wenn wir nur nach draußen schauen: dort befinden sich Unmengen von leblosem Teer, die sich täglich weiter ausbreiten und in 780 Jahren ganz Deutschland mit einer toten Schicht Asphalt überzogen haben wird: dagegen wirkt ein Riesenkomet harmlos.

Brauchen wir wirklich Klimawissenschaftler um zu sehen, dass diese Entwicklung nichts Gutes bewirken kann?

Brauchen wir wirklich Politiker, Wissenschaftler und andere Gurkentruppen, um zu sehen, dass wir in einer gigantischen gemeinsamen Aktion aus der Erde ein Paradies für alle Menschen machen könnten und dafür nicht mehr Platz bräuchten als … zum Beispiel in Australien? Man könnte den ganzen amerikanischen Kontinent der Natur zurückgeben (oder den Eingeborenen, die dort kaum störend auffielen) anstatt einen Tresor in der Arktis zu bauen, in dem man das genetische Erbe dieses Planeten für einige reiche Grünen vor den Folgen der „Wissenschaft“ in Sicherheit bringt.

Vielleicht hat „die Wissenschaft“ aber auch schon insgeheim beschlossen, die Menschheit stark zu dezimieren – doch wir wollen hier mal keine Absicht unterstellen.

Währenddessen sind wir aber gut erzogen worden: wir ahnen, dass wir über sind. Immerhin merken wir seit Jahren, dass die Reichen lieber von Wissenschaftlern Roboter bauen lassen, die unsere Arbeit machen, als dass sie an einer Welt arbeiten, in der wir alle glücklich werden können. Was diese Roboterisierung der Produktion für das Klima bedeutet, wird nicht so laut nachgefragt.

Wir wissen aber, was es für uns bedeutet – für die sechs- oder sieben Milliarden Menschen, die in Australien bequem Platz finden würden. Wir könnten auch alle nach Afrika ziehen: dort gibt es 30 Millionen km2. Armut, Kriege, Hunger, Elend wären sofort erledigt. Mit der Technik könnten wir die Wüste begrünen und den Rest des Planeten zum Naturpark erklären (oder wir halten uns noch Nordamerika als Agrarkontinent). Der höhere Wasserstand würde uns dort nicht viel ausmachen – wir bräuchten sowieso viel Wasser, um aus der Wüste wieder Gärten zu machen.

Was für Visionen, oder?

Stattdessen lauschen wir den Predigern, die eigentlich deutlich eins sagen: „Ihr Menschen müsst weg! Ihr seid zu viele, ihr stinkt, pupst die Umwelt voll und kostet einfach nur„: „Kosten auf zwei Beinen“ war erschreckend ernst gemeint – so redet man aber normalerweise nur hinter verschlossenen Türen vom Urnenpöbel.

Dass die Menschen, die dies predigen, nur Eigeninteressen verfolgen, wird nicht so deutlich gesehen – und in diesem Durcheinander von egozentrischen Sichtweisen haben wir keine Chance, jemals die Wahrheit über die Entwicklung des Klimas zu erfahren.

Machen wir jedoch als Menschheit (oder Monsanto allein – doch dazu später mehr) politisch und wirtschaftlich so weiter, dann kann uns das egal sein: es wird dann kaum jemanden geben, der sich über die Folgen des Klimawandels beschweren kann. Wird also Zeit, dass wir erkennen, das WIR der SOUVERÄN sind – und nicht „die Wissenschaft“. Zeit, aufzuhören, sich von dieser Sekte durch die Weltgeschichte jagen zu lassen.

Ich fürchte jedoch: dafür ist es zu spät. Schon längst haben wir die Botschaft unserer eigenen Schädlichkeit und unnützen, überflüssigen Existenz verinnerlicht und warten demütig auf unsere Auslöschung: Methoden dazu hat die Wissenschaft viele im Schrank – mal sehen, welche letztendlich triumphieren wird: allein Zyklon B hat sich ja schon als sehr effektiv erwiesen.

Schon blöd, wenn man erkennen muss, dass Wissenschaftler nur noch Huren der Mächtigen sind – und wir ihr Experimentiervieh, oder?


 

 

 

 

Ausländerhass: Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen

Mit Dank an das Narrenschiff:

 

(…) Es geht nicht darum, dass der Russe Österreich annektiert hat und acht Millionen Österreicher beim Piefke Asyl suchen; es geht um 120 arme Schweine, die in einem leeren Wohnheim, das unnütz in der Gegend herumsteht, untergebracht werden sollen, bundesweit um vielleicht 80.000 Asylsuchende (= 1 Promill der Gesamtbevölkerung), deren Anträge ohnehin meist abgelehnt werden und die bis dahin in ihren Unterkünften nicht mehr dürfen als vergammeln, weil arbeiten verboten ist und Residenzpflicht herrscht. Für den deutschen Spießbürger geht es auch nicht darum, dass er Kleider spenden müsste, Suppe ausschenken oder Flüchtlingskindern das schlechte Deutsch beibringen, in dem er seinem Hass holpernd Ausdruck verleiht, nein: Er [müsste] sie bloß dulden, hinnehmen, akzeptieren. Nicht einmal das, diese Schwundstufe von Solidarität, ist drin (…).

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Anmerkung: Wieder einmal eine unbedingte Leseempfehlung – in diesem Text zieht der Herr Gärtner in seiner Titanic-Kolumne wieder dermaßen scharfzüngig und klar vom Leder, dass ich nicht viel hinzuzufügen habe. Es gibt vieles, was ein Mensch in Deutschland nicht sein möchte – arm zum Beispiel oder arbeitslos -, aber ein „Ausländer“, der noch dazu Asyl sucht und vor Verfolgung, Terror und/oder dem Hungertod flüchtet, sollte um diesen bis auf die blanken Knochen verkommenen Staat einen wirklich großen Bogen machen.

Genau das ist auch das erklärte Ziel dieser menschenfeindlichen Bande, vornehmlich aus der CDU/CSU und der FDP (aber keineswegs darauf beschränkt): Machen wir den Hilfesuchenden das Leben zur Hölle, so dass sie freiwillig schnell wieder gehen oder (noch besser) gar nicht erst kommen – das ist das praktizierte und auch öffentlich kredenzte Credo der neoliberalen Bande. Dieser braune Sumpf trifft auf viel Zustimmung in der dumpfen Bevölkerung – schließlich haben wir hier wieder einen „Feind“, der für die eigenen Abstiegsängste und tatsächlich stattfindenen Abstiege verantwortlich gemacht werden kann, auch wenn die wirklichen Gründe dafür ganz woanders liegen. Im faschistischen Deutschland ab 1933 waren neben politischen Gegnern vor allem Ausländer, Juden, Arbeitslose, Behinderte und Kranke das Ziel der Repression – und heute? Ersetzen wir „Juden“ durch „Muslime“ – denn Juden gibt es in nenneswerter Anzahl nicht mehr in diesem Untergangsland -, dann trifft die Aussage exakt wieder den Kern der gruseligen Realität.

Und die Mehrheit der Bevölkerung findet das offensichtlich gut. Es ist alles wie damals – einen signifikanten Unterschied zum Ende der Weimarer Republik kann ich nicht mehr erkennen. Diejenigen, die eine wirkliche Wende jenseits der propagandistisch beschworenen „Mitte“ (die heute ungefähr dort steht, wo sich vor 30 Jahren die NPD befand) herbeiführen könnten, wählen nicht mehr und überlassen das Feld den dumpfen Horden des Stumpfsinns – und der Stumpfsinn driftet derweil (gut gesteuert, organisiert und von interessierter Seite natürlich gewollt) in weitgedehnte rechtsextreme Bereiche.

Ich schäme mich bis auf die Knochen, ein Deutscher zu sein. Und ich werde „Nein!“ sagen zu diesem Menschenhass dieses faschistischen Irrsinns, solange ich das noch kann.

Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens

Samstag. 28.9.2013. Eifel. Der Sinn des Lebens – kann man sich heute überhaupt noch ein solch ein Thema wagen? In Zeiten von Promi-Big-Brother, allgemeiner medialer Hatz auf religiöse Menschen und der unterschwelligen Botschaft des „Systems“, dass solche Fragen keinen Sinn mehr machen? Das System hat einen Sinn: arbeiten bis 67 – (bald bis 70 oder 80) und dabei soviel Geld zusammenraffen wie es nur irgendwie geht. Der Sieger ist, wer am Lebensende die meisten Milliarden hat, Verlierer sind die Milliarden, die am Ende des Lebens mangels Geld den meisten Ärger haben. Im Rahmen aller Sinnfindungen der Menschheit ist dies die trübste, armseligste und gemeinschaftsfeindlichste aller Philosophien, die in Verbindung mit Wissenschaft und Technik gerade für das größte Artensterben der bekannten Geschichte verantwortlich ist – ein Massensterben, dass auch unabhängig von jeder Klimaänderung stattfindet.  Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine Frage höchster politischer Brisanz – wenn man weiter denkt. Doch bevor wir dahin kommen, müssen wir – wie üblich – einen großen Bogen schlagen.

Ganz schnell kommen hier Menschen auf den Gedanken: jetzt geht es um Gott.

Völliger Blödsinn. Wir wollen uns der Frage nach dem Sinn des Lebens rein rational nähern – alle emotionalen Wahrheiten müssen wir hier ausblenden, auch wenn die Erlebnisse noch so intensiv sind. Ein Blick auf die Religion, die neben der modernen kapitalistisch-naturwissenschaftlich geprägten Gesellschaft existiert – das Christentum – zeigt auch, dass die Frage nach Gott nicht zielführend und sogar streng verboten ist: der menschliche Geist ist zu klein, solche Dimensionen zu erfassen. Manche unternehmen den Versuch aus politischen Gründen, um Macht zu bekommen („sehet her: ich habe das oberste Wesen gefunden. Folgt mir – und ich führe euch direkt in seine Wohnküche … gegen eine kleine Spende, versteht sich!“) – ein weiterer Grund, jedem Reden von Gott aus dem Wege zu gehen.

Folgt daraus aber zwangsläufig, dass wir uns dem Lebenssinn der kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialistik-Philosophie ergeben müssen, die so wunderbar die Massenverwaltung, Massenausbeutung und Massenvernichtung ermöglicht und für die Gefährdung der Lebensgrundlage der gesamten Menschheit verantwortlich ist?

Nein.

Nichts gegen die Evolutionstheorie. „Evolution“ ist hinreichend beobachtbar. Zwar wäre es denkbar, dass Gott die Erde mit allem was drauf ist vor 6000 Jahren erschaffen hat (der christliche ist so konstruiert, dass er es könnte) und die Dinosaurierknochen samt Höhlenmalereien und versteinerten Bäumen als running Gag hineingelegt  hat – aber eine solche Theorie widerspricht dem Oghamschen Gesetz: zu viele Fragen, zu viele Hypothesen. Er könnte sie auch vor fünf Minuten geschaffen haben – wir würden es nicht merken noch das Gegenteil beweisen können. Das aber führt uns in den Bereich der Beliebigkeit aus der die Krise der Philosophie entstanden ist, als man erkannte, dass man eigentlich überhaupt gar nichts beweisen konnte: der Höhepunkt jeglicher Rationalität.

Wir hätten in dem Moment auch die Philosophie beenden können, wenn nicht schlaue und heute wenig bekannte Menschen eine neue Kategorie eingeführt hätten: die Nützlichkeit. Schopenhauer hatte auch noch eine andere Idee, die uns aus der Sackgasse herausführen sollte („Mitleid“) – doch wir wollen wir ja „wissenschaftlich“ bleiben: dort spielen Emotionen keine Rolle (Liebe, Güte, Mitleid, Empathie, Fürsorglichkeit, der Wunsch nach Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlstand und Sicherheit hat im kapitalistisch-naturwissenschaftlichem Universum keinen Platz – und ist deshalb aktuell stark rückläufig im Rahmen gesellschaftlicher Werte).

Eine Philosophie der rationalen Vernunft ist absolut unnütz, wenn sie nur zur eigenen Nichtigkeit führt. Der Kapitalismus brauchte aber eine nützliche Philosophie: weise Menschen, die staunend und ehrfüchtig die Schöpfung betrachten, fahren keine Rendite ein. Die gehen auch nicht in die Fabrik (oder die Kirche), die bleiben auf der Wiese davor sitzen und genießen die Sonne, nachdem sie für ihren eigenen Bedarf das Feld bestellt haben.

Hier haben wir auch den ersten Sinn, den uns unsere Existenz aufträgt: dem Körper Substanz zuzufügen, aus der er die Energie für den Betrieb ziehen kann. Unterlassen wir das ist schnell Schluss mit der Existenz. Die letzten Bundesregierungen scheinen das nicht ganz verstanden zu haben, als sie die Totalsanktionierung für ungehorsame Arbeitslose eingeführt haben: die sterben dann in der Tat einfach weg. Welch´ Überraschung.

Ohne Lebendigkeit kein Lebenssinn – es gäbe keinen, der die Frage überhaupt erstmal stellen könnte.

Bleiben wir bei dem Körper, weil er uns sehr viel verrät – auch wenn er nicht vom Affen abstammt, sondern vorgestern erst von Gott entworfen wurde.

Vom ersten Moment unserer Existenz haben wir Arbeit – eigentlich schon vorher. Viren und Bakterien trachten danach, unseren Körper zu zerstören, der ein komplexes System entwickelt hat, dagegen an zu gehen.

Fangen wir dann an zu laufen, so galt es Millionen Jahre lang, Zähnen, Klauen, Stacheln und Giften auszuweichen … was im übrigen den von der Kirche vernichteten Katharern den Gedanken eingab, dass ein Gott, wenn es ihn denn gab, nur ein Monster sein kann: fressen oder gefressen werden passt in das Bild der allumfassenden Liebe Gottes nicht ganz hinein.

Eine recht düstere Welt – die Welt des Neuen Testamentes. Hier sind es aber Dämonen, die hinter jeder Ecke lauern, um Krankheit, Unglück und Tod zu bringen.

Nun – im Prinzip sind wir hier in der Welt des kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialismus (Mächte, die man nicht trennen sollte – sie gehören eng zusammen und erklären, warum die Bewegung der Aufklärung Auschwitz und Hiroshima hervorbrachte – und  immer wieder hervorbringen wird).

Aber hat diese Bewegung die Welt nicht vollständig erklärt?

Ist sie nicht wirklich so, die Welt? Entstanden aus flüssigem Stein, der IRGENDWIE Einzeller hervorgebracht hat, sie sich IRGENDWIE zu höheren Lebensformen entwickelt haben, die dann IRGENDWIE intelligent wurden?

Die Vorstellung, dass Staub Leben hervorbringen kann, läßt sich scheinbar schnell wiederlegen: der Mars hat Staub und Atmosphäre, aber kein Leben. In der Tat läßt sich auch denken, dass sich flüssiges Gestein wie Lava verhält: sie bleibt ewig tot liegen, wenn sie erstmal erkaltet ist. Darüber schwebt nutzloses Gegase in verschiedenster Form, das einfach  zur Ruhe kommt anstatt ruhelos weiter Verbindung einzugehen – viele Planeten scheinen diese Theorie zu bestätigen. Es gibt keinerlei hinreichenden Grund dafür, anzunehmen, dass sich aus lebloser Materie überhaupt irgendwas entwickelt, weshalb die chinesische Philosophie „Leben“ als eigenständiges, fünftes Element entwickelt hat – sowie manche modernen Physiker dieses Element „Bewußtsein“ als Faktor ins Spiel bringen.

Jedenfalls denken wir aufgrund dieser beobachtbaren Tatsachen, dass wir ziemlich allein im Weltall sind.

Der kapitalistisch-naturwissenschaftliche Materialismus behauptet nun, es wäre mal ein Setzkasten in die Luft geworfen worden (der Urknall) und zufällig hätten wir auf der Erde dann eine ganze Zeitung bekommen. Ein schönes, treffendes Bild – und so fremd wie der Gott, der Dinoknochen aus Spaß in eine Welt setzt, um die Menschheit in die Irre (- die Evolutionstheorie) zu führen. Also – beides KANN sein … scheint aber eher unwahrscheinlich.

Zudem ist eine solche Sichtweise extrem unnütz – ja gefährlich sogar. Ausbeutung der Natur und des Menschen – kein Problem. Folter, Mord, Vergewaltigung, Genozid – warum nicht? In einer chaotischen Welt ist doch eh´ alles egal. Zu radikal? Nein – der soziopathische Egomane hat genau dieses gedankliche Umfeld, in dem seine Taten wachsen können: er vernichtet feindliche Matschklumpen, die ihm im Wege stehen: was soll daran falsch sein? Jeder Zombiefilm benutzt dieses Muster – und die Leute sehen es ein.

Wir sehen schon als Menschheit, dass diese Philosophie unsere eigene Auslöschung hervorbringen kann. Den Klauen, Zähnen, Stacheln und Giften der Umwelt konnten wir entkommen, weil wir zusammen gearbeitet haben, Stämme bildeten, effektive Organisationsformen mit Stabs- und Linienfunktion, die mehr waren als nur die Summe der Teile. Die römischen Armeen haben so Weltreiche erobert – und der Mensch an sich sein Leben gesichert.

Der Sinn des Lebens?

Überleben in feindlicher Umwelt.

Ist das Alles?

Nein.

Überleben in feindlicher Umwelt, die …. unserem Geist konstruiert erscheint.

Dafür, dass hier das absolute Chaos der Ursuppe herrscht, haben wir ziemlich viel Harmonie in der Natur – sogar ein „Gleichgewicht“. Siebzehnäugige Tentakelmonster sind so selten wie Landläufer mit drei Beinen.

Wir sehen aber noch mehr – wenn wir wollen.

Wechseln wir das Thema und wenden wir uns der Waffentechnik in Kriegszeiten zu. Dort wird immens entwickelt, jeder Krieg bringt einen enormen Zuwachs an Wissen und Technik, der Krieg ist „der Vater aller Dinge“. Der eine erfindet einen Panzer, der nächste ein Geschütz, mit dem man Panzer beschießen kann, was dazu führt, dass der Panzer zusätzliche Panzerplatten erhält und ein Maschinengewehr, das die Mannschaft des Geschützes bekämpft, woraufhin die Gegenseite größere Kanonen auf Selbstfahrlafetten packt. Am Ende des Krieges haben die Waffen eine gewisse Evolution hinter sich gebracht, um ihre Effektivität im Gegeneinander zu verbessern.

Ähnliches sehen wir in der Natur – und zwar überall. Ein Krieg der Arten, der Entwicklungen potenziert. Und die Arten reagieren mit intelligenten Gegenmaßnahmen, die sich manchmal durchsetzen – und manchmal nicht. Was aber nicht geschieht: nirgends gibt es eine chaotische Panikreaktion. Treten auf der einen Seite fleischfressende Arten auf, wachsen der anderen Seite Hörner – oder sie setzt auf Schnelligkeit und Flucht. Die Entwicklungen im Kampf ums Überleben sind  zwingend folgerichtig – und nicht willkürlich und chaotisch.

Wir sehen auch nirgendwo, dass eine Art auf eine neue Bedrohung erstmal mit neuen Augen, Ohren, Beinen oder Darmausgängen reagiert, um das herauszufinden, was jetzt wirklich nützt: die „Erstentwürfe“ sind schon folgerichtig, nur die „Feinabstimmung“ führt zur Selektion der Modelle.

Wir sehen, dass der große Rahmen sich nicht abzeichnen will. Ein lieber Gott, in einer Welt, in der der Krieg der Vater aller Dinge ist – der Krieg der Arten auf jeden Fall, oder ein chaotisches, sinnloses Universum, dass zufällig immer wieder in intelligenter Art und Weise neue überlebenstüchtige Entwürfe produziert … beides beleidigt die menschliche Intelligenz.

Wie wollen wir so zu einem Sinn des Lebens kommen?

Wir wechseln einfach mal die Perspektive.

Nehmen wir den Menschen aus diesem System des Krieges der Arten völlig heraus und schauen, was er macht. Das können wir inzwischen. Wer die Idee hatte, Affen das Hirn zu vergrößern, hat im Krieg der Arten einen großen Trumpf ausgespielt: der Mensch kann sich eigene Welten bauen.

Er sucht nicht den Krieg, die Vernichtung, den Kampf auf Leben und Tod sondern … baut sich Maschinen, die ihm fremde Welten vorgaukeln.

Spielfilme, Videospiele, Bücher: der Mensch sitzt gerne im Warmen und Trockenen – doch womit unterhält er sich?

Mit Abenteuern. Aus der Geborgenheit seiner Existenz als westeuropäischer Wohlstandsbürger heraus schaut er sich Filme an, die er selber nie würde erleben wollen, spielt Videospiele, in denen er Abenteuer erlebt, die er selbst fliehen würde. Sehe ich, welche „Knaller“ bei den Erwachsenen verkauft werden, so handelt es sich um Realitätssimulationen von Zuständen, die wir im realen Leben meiden würden.

Verrückt, oder?

Was aber … und hier wage ich einen entscheidenden Schritt … wenn wir nur im Kleinen nachahmen, was im Großen der reale Rahmen ist?

Wenn unsere ganze materielle Existenz nur diesen Sinn hat: abenteuerlustigen Bewußtseinen einen kurzen Tripp in die Hölle der Materie zu erlauben?

In seinem Werk „Illusionen“ nimmt Richard Bach diesen Vergleich auf und stellt die Frage, warum wir eigentlich in ein Kino gehen. Tja – warum? Ist doch alles gelogen da – und trotzdem kann man damit (und mit gefärbtem Zuckerwasser) zu einem der größten Konzerne der Welt werden. Damit werden Billionen Dollar bewegt.

Richard Bach kommt auf zwei Gründe für den Kinobesuch: wir wollen was lernen – oder uns unterhalten. Ich füge noch einen dritten hinzu: wir wollen reale Erfahrungen verarbeiten, in denen wir ihnen Bilder geben: darum der Horrorfilm, die moderne Form von Mythos und Märchen.

Wir investieren viel in das Erleben solcher eingebildeten Geschichten – der Konsum dieser Form der Unterhaltung nimmt von Jahr zu Jahr zu, obwohl er rein rational überhaupt keinen Sinn macht: ist doch alles nur Lüge, was dort geschieht – und wir wissen das. Die Naturwissenschaft kann das auch leicht beweisen, dass dort nur Lüge praktiziert wird – aber das wissen wir selber. Gehen wir ins Kino, wollen wir die Geschichte erleben – alles, was uns daran stört, blenden wir aus. Wir könnten uns Gedanken darüber machen, wie der Set hinter dem sichtbaren Bild aussieht – doch wozu sollten wir das machen? Es würde den Zauber des Filmes zerstören.

Der Sinn des Lebens – die Erfahrung von Krieg?

Der Gedanke könnte einem kommen und ist doch schon falsch. Wenn, dann haben wir hier ein Rollenspiel, dass wir nur gemeinsam gewinnen können. Wie können wir hier überleben?

Durch Gemeinsamkeit. Die wunderbare Erfahrung von Hilfsbereitschaft, Solidarität, sozialem Verhalten, die sich geradezu zwangsläufig entwickeln muss, wenn die Umwelt ein gewissen Niveau an Feindseligkeit aufweist. Das macht das Spiel reizvoll und lehrreich zugleich.

Besteht diese Philosophie den „Ausschwitztest“ – oder gehören wir damit zu denjenigen, die freundlich winkend vor dem Lager stehen und den Insassen viel Glück ob ihrer einmaligen Erfahrung wünschen?

Ja, sie besteht ihn. Unser Job wäre es,  in das Lager zu gehen und es aufzulösen, koste es, was es wolle.

Das Spiel wird auf diesem Niveau sehr schwierig, weil es nicht mehr gegen andere Arten sondern gegen die eigene Art geführt wird. Es kann nur verloren werden, Sieger werden die nachfolgenden Insektenrassen sein – oder die Völker der Ratten.

Der Sinn des Lebens: Gemeinschaften bilden, die sich gegenseitig helfen, die Gefahren des Lebens zu überstehen … geht mit und ohne „Gott“.

Den Rahmen des Spiels allerdings können wir uns aufgrund unsere gedanklichen Prägung nicht anders als konstruiert vorstellen, wir als „Linie“ in der Schöpfung finden nur Ordnung im System, wenn wir uns auch einen „Stab“ denken, der das „Backoffice“ unserer Existenz bildet – und dort die notwendigen Anpassungen der jeweiligen Arten plant. Das dies nur einer leistet, ist schwer vorstellbar.

Die Leistungsunfähigkeit unseres Verstandes kann jedoch nicht der Maßstab für Wahrheit sein. Die jedoch können wir – das zeigt die Geschichte der Philosophie insgesamt – überhaupt nicht nähern.

Aber wir können uns für Wahrheiten entscheiden (als Notkonstruktionen, wie sie gelegentlich in der Mathematik auftauchen), die nützlich sind.

Welche Wahrheit bringt uns als Menschheit einen größeren Nutzen:

die Konstruktion, das wir hier auf einem gigantischen Spielfeld sind, um unsere Gemeinschaftstüchtigkeit zu beweisen

oder die Konstruktion, das wir zufällig in einem unerklärlichen, komplexen, chaotischen, völlig sinnlosem Universum sind, das zufällig millionen Jahre lang immer wieder lebenstüchtige Elemente entwirft?

Die Frage entscheidet sich eigentlich im Tode. Auf der einen Seite bedeutet er, dass wir das Spielfeld verlassen – zur ewigen Pause oder um einen neuen Charakter zu erhalten – auf der anderen Seite lockt die absolute, endgültige Vernichtung.

Welcher von diesen Glaubenssätzen eignet sich wohl eher zur Ausbeutung von Menschen durch Menschen? Leider berühren wir hier ein Thema, das zeigt, wie politisch die Frage nach dem Sinn des Lebens eigentlich ist. Was von der fundamentalistisch-materialistischen Naturwissenschaft aktuell gepredigt wird, eignet sich hervorragend zur sozialen und finanziellen Ausbeutung der Menschheit, die vor dem schwarzen Nichts des Todes zittert und alles unternimmt, ihm zu entkommen.

Ist das Leben nur (bitter ernstes) Spiel, fällt es uns leichter, korrekt und solidarisch zu leben – also so, wie es im Rahmen der feindlichen Umwelt geboten ist: es gibt auf einmal Wichtigeres, als nur die ganze Zeit dem eigenen Tod zu entkommen.

Finster wird es jedoch, wenn wir uns nicht zufällig einen liebenden Gott hinzu denken, sondern eine Kraft, die das System Erde zur Selektion geschaffen hat, um Seelen daraufhin zu testen, ob sie in Krisensituationen auch standhalten. Wirkt das in der Natur erkennbare Prinzip der Selektion auch über den Tod hinaus, wird es übel für jene Priester und Konstrukteure des naturwissenschaftlich-kapitalistischen Weltbildes, die die Zelebration des EGO als höchstes Ziel der Menschheit predigen: sie und ihre Gläubigen würden im Leben mit größter Kraft daran arbeiten, nach dem Tode als untaugliches Bewußtseinsmaterial auf dem Müll zu landen: der „zweite Tod“ würde sie erwarten, Bestandteil der Nachtodphilosophien der Mehrheit der bekannten menschlichen Weltanschauungen.

Haben wir ihn nun, den Sinn des Lebens?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Vorteil der Unmöglichkeit, die „Wahrheit“ zu erkennen, ist, dass wir uns dann auch einfach mal für jene Modelle entscheiden können, die uns selbst den maximalsten Nutzen bringen. Hier wählte der eine das Modell, dass seine Seele für die Unsterblichkeit und Ewigkeit konfiguriert, der andere sammelt lieber Sportwagen auf Kosten von Menschenleben.

Leicht zu sagen, welches Modell für Menschheit und Umwelt am Nützlichsten ist, das Individuum kann jedoch anders entscheiden: immerhin sind wir keine Automaten (wie etwa Ameisen), die nur dem größeren System dienen sollen.

Vielleicht gehen wir auch gar kein Risiko ein, vielleicht gibt es in der Tat einen liebenden Gott, der alles verzeiht und unsere Klimasauereien mit einem Fingerschnippen in die Tiefsee verbannt, damit das Spiel weiterlaufen kann – aber wir wollten wissenschaftlich bleiben: unser System läuft auch ohne Gott.

Es läuft nur nicht ohne Bewusstsein als eigenständiger Kraft im Universum, in der Bedeutung Erde, Wasser, Feuer und Luft völlig gleichgestellt, ein Bewusstsein, das als solches schon erklären kann, wie Evolution funktioniert: es bringt das Element „Willen“ und „Absicht“ mit, das „Gestaltung“ erlaubt. Schon plausibler als „Zufall“, der als Hauptwort keine Aussage hat und den Fehler enthält, das man einem Adjektiv durch Verwandlung in ein Hauptwort eine übergeordnete Realität andichtet: das Wort „Gott“ entwickelte sich vielerorts ebenso.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie Leistungsträger zu Lasten von Steuerzahlern und Arbeitslosen Millionen scheffeln – ganz legal.

Samstag, 29.März 2013. Eifel. Haben Sie sich schon mal für Leistungsträger interessiert? Für die Leute, die das richtig dicke Geld machen? Nein? Sollten Sie aber. Bei ihnen liegt der Schlüssel für die gesamte Weltfinanzkrise, die Staatsverschuldung, die Arbeitslosigkeit, die Ein-Euro-Jobs und die Leiharbeit. Ich bin gestern einem begegnet - beziehungsweise seinen Opfern. Ganz toller Typ - Anstreicher von Beruf. Wie, werden Sie jetzt sagen: ANSTREICHER? Nein, das kann doch nicht sein.  So ein richtiger Leistungsträger hat doch studiert, trägt Anzug und Krawatte, arbeitet bei einer Bank und scheffelt Millionen ohne Arbeit. Nun ja - die gibt es auch. Seltsam, das sich niemand fragt, WOFÜR die eigentlich das ganze Geld bekommen - aber diese Frage würde an die Grundfesten des gesellschaftsprägenden Geldmachtapparates rühren, weshalb Journalisten sie nur einmal im Leben stellen dürfen: kurz vor ihrer Entlassung. Um diese Leistungsträger geht es aber nicht. Solche kenne ich zur Genüge, sie stellen die Funktionselite des herrschenden Systems da, eines Systems, das man kurzerhand "Geldmachtapparat" nennen kann - den Begriff habe ich mir von H.J.Krysmanski geliehen. Darüber möchte ich auch gerne noch etwas schreiben - aber später. Heute geht es um jene Menschen, die Deutschland groß und ihre Taschen voll machen, den sogenannten Mittelstand: den einfachen Malermeister.

Samstag, 29.März 2013. Eifel. Haben Sie sich schon mal für Leistungsträger interessiert? Für die Leute, die das richtig dicke Geld machen? Nein? Sollten Sie aber. Bei ihnen liegt der Schlüssel für die gesamte Weltfinanzkrise, die Staatsverschuldung, die Arbeitslosigkeit, die Ein-Euro-Jobs und die Leiharbeit. Ich bin gestern einem begegnet – beziehungsweise seinen Opfern. Ganz toller Typ – Anstreicher von Beruf. Wie, werden Sie jetzt sagen: ANSTREICHER? Nein, das kann doch nicht sein.  So ein richtiger Leistungsträger hat doch studiert, trägt Anzug und Krawatte, arbeitet bei einer Bank und scheffelt Millionen ohne Arbeit. Nun ja – die gibt es auch. Seltsam, das sich niemand fragt, WOFÜR die eigentlich das ganze Geld bekommen – aber diese Frage würde an die Grundfesten des gesellschaftsprägenden Geldmachtapparates rühren, weshalb Journalisten sie nur einmal im Leben stellen dürfen: kurz vor ihrer Entlassung. Um diese Leistungsträger geht es aber nicht. Solche kenne ich zur Genüge, sie stellen die Funktionselite des herrschenden Systems da, eines Systems, das man kurzerhand „Geldmachtapparat“ nennen kann – den Begriff habe ich mir von H.J.Krysmanski geliehen. Darüber möchte ich auch gerne noch etwas schreiben – aber später. Heute geht es um jene Menschen, die Deutschland groß und ihre Taschen voll machen, den sogenannten Mittelstand: den einfachen Malermeister.

Wie üblich darf ich keine Namen nennen. Die Zeugen befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis – das muss berücksichtigt werden. Deshalb muss ich auch um den heißen Brei herumreden. Da ich kein bezahlter Journalist bin, darf ich das. Zudem sind Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sowieso rein zufällig.

Nun – wie wird man jetzt Leistungsträger in Deutschland, wenn man nichts weiter hat als einen kleinen Handwerksbetrieb, der einem einen 12-Stunden-Tag abverlangt – manchmal auch am Wochenende – und das ohne vollen Lohnausgleich? Man braucht eine Immobilienmaklerin aus Spanien. Dort haben fast 90% aller Einwohner Wohneigentum, dort kennt man sich aus mit windigen Immobiliengeschäften, weshalb es dem Land ja auch fürchterlich dreckig geht – und den Banken erst recht.

Mit Hilfe dieser Immobilienmaklerin kauft man sich erstmal ein Haus. Ein altes, heruntergekommenes Mietshaus, wie man es in vielen deutschen Städten momentan kaufen kann.

Der Preis – ist völlig egal. Man kauft die Dinger ohne sie gesehen zu haben – denn damit macht man keinen Gewinn. Was man noch braucht, ist: einen guten Kontakt zu einem Bankier. Einen davon braucht man – aber: solche Leute sind schnell zu finden. Einfach mal deren Haus umsonst renovieren … oder andere kleine Gefälligkeiten erweisen, dann klappt das schon.

Jetzt steht das Haus da – und das Geschäft geht los. Erstmal: ab zum Arbeitsamt – ein ebenfalls sehr wichtiger Schritt. Dort holt man sich Ein-Euro-Jobber, die erstmal die ganze Bude ausräumen und renovierungsbereit machen. Dann kommt der Chef mit seiner Firma, malt alles neu an – und stellt die gesamt Arbeitsleistung seiner Frau (bzw. deren Immobilienfirma) in Rechnung: nicht nur die zehn Stunden, die er selbst gepinselt hat, sondern auch noch die dreissig Stunden, die die vorbereitenden Arbeiten der Arbeitslosen ausmachen. Vierzig Stunden zum Meisterlohn – das macht einen satten Gewinn. So läuft es im Prinzip auch im ganzen Leiharbeitssektor.

Die Bilanzen des kleinen Handwerkers sehen auf einmal prächtig aus … Grund genug, das nächste Haus zu kaufen. Wieder das gleiche Spiel: erst die Sklaven vom Amt, die sehnsüchtig auf eine Festanstellung hoffen und deshalb doppelt so fleissig schrubben, dann der Meisterpinsel, die Rechnung …  und wieder verbessert das die Bilanzen.

Währenddessen erhöht die Immobilienfirma die Mieten – immerhin ist frisch gestrichen worden, die Wohnungen gelten als „grundsaniert“, dafür will man schon etwas Geld sehen – über den Einsatz professioneller „Entmieter“ will ich hier gar nicht reden, weil ich davon auch nichts gehört habe … gehört andernsorts aber zum Geschäftsmodell.

So geht es weiter – Haus für Haus. In dem mir bekannten Falle sind es schon über fünfzig Häuser … der Leistungsträger fährt mitlerweile Porsche, der Handwerksbetrieb hat sich zu einer Goldgrube entwickelt.

Geht es jedoch um Reperaturen – so sieht es mau aus, eine Erfahrung, die alle Mieter von modernen Unternehmen machen – zum Beispiel jene, die von „Investoren“ aufgekauft worden sind. „Investoren“ wollen Geld sehen. Reperaturen sind teuer.

In unserem Fall werden die Reparaturen vom Malermeister noch selbst gemacht – was bei Elektrik, Klempner- und Maurerarbeiten zu teils lustigen Ergebenissen führt. Die Immobilienfirma der Frau (die selbst als Geschäftsleiterin ein Spitzengehalt bezieht – immerhin nennt sie nun fünfzig Häuser ihr Eigentum) läuft nicht ganz so gut, aber da zahlt es sich aus, das man den Banken, von denen man die Kredite bekommt, die Häuser zu Preisen abgekauft hat, die sonst am Markt nicht zu erzielen gewesen wären. Hätte man lange verhandelt, echte Preise erzielt, wären die Banken nicht  so großzügig – so aber bieten die von sich aus noch weitere Schrottimmobilien an – und unsere Firma kauft fleissig.

Man baut sich mittlerweile einen eigenen Palast – außerhalb der Stadt, wo der Pöbel nicht wohnt … und kauft weiterhin Häuser nach dem bewährten Modell – wobei man den Gewinnfaktor „Arbeitsloser“ nicht unterschätzen darf. 14,41 Euro die Stunde bekommt ein Malergeselle, ein Euro der Hartz-Sklave: macht 13, 41 Euro Gewinn: das sind 13 000 Euro im Monat – bei nur vier Gesellen. Nach nur sieben Jahren hat man die erste Million zusammen.

Natürlich funktioniert das System nicht ewig – aber darauf ist es auch gar nicht ausgelegt. Der Plan ist, sich irgendwann mit einem dicken Bargeldpolster in Spanien zur Ruhe zu setzen: immerhin geht es um ein arbeitsfreies Leben. Das ist für die Mehrheit der Bevölkerung absolutes Tabu, für den Leistungsträger aber ein seriöser und völlig akzeptabler Lebensplan, für den man in der „Yellow Press“ einschlägig gefeiert wird – mit Großbild.

Wann kippt das System?

Wenn die Mieter auf die Barrikaden gehen und Gerichte Reperaturen anmahnen, die der kleine Handwerksbetrieb nicht leisten kann. Auf einmal merkt man, das man Reperaturrücklagen hätte leisten müssen – als solche hatte man bislang immer die Arbeitsleistung des Ehemannes angeben können. Nach dem hundertsten Pfusch aber … drängen Gerichte auf Reperatur. Unser Maler ist fein ´raus – als Maler. Er hat nur – aus Freundlichkeit – einige Arbeiten für das Unternehmen seiner Frau ausgeführt.

Die hatte anstelle von Rücklagen (mit denen man auch an der Börse spekulieren kann) ihr Gehalt aufgebessert und dicke Bonuszahlungen erhalten: immerhin hat sie aus dem Nichts heraus ein Immobilienimperium aufgebaut.

Mit etwas Glück findet man einen Investor, der das Gesamtpaket kauft und neue Mieten durchdrückt.

Hat man Pech, geht eben die Firma der Frau bankrott – wen stört´s?

Die Banken haben fette Gewinne gemacht, weil die Häuser zur Spitzenpreisen abgegeben wurden. Zudem verdiente man gut an den Zinsen. Die Frau – hat ihre Boni privat in Sicherheit gebracht: dafür gründet man ja immerhin eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Malermeister hat ein fettes Geldpolster – und immer noch seinen kleinen Malerbetrieb, der jetzt vielleicht ein paar Aufträge weniger hat, ein paar Leute entlassen muss – aber er steht ja gut da, weil er vielen Ein-Euro-Jobbern eine zweite Chance gegeben hat. Ach ja … die Kredite. Die kann man bündeln und weiterverkaufen, bis sie sich irgendwo in einer solch´ immensen Höhe anhäufen, das der staatliche Rettungsschirm greift.

So wird man in Deutschland Leistungsträger – ganz legal. Persönliche Qualitäten? Skrupellosigkeit, Verantwortungslosigkeit, den Willen zum gezielten Vertragsbruch und eine gewisse Menge an krimineller Energie, mit denen man die Lücken im System maximal ausnutzt, ohne sich wirklich einer konkreten Strafverfolgung auszusetzen. So etwas fördert man in Deutschland gerne – mit Millionenboni.

Die Folgen für Deutschland?

Der Niedriglohnsektor beweist sich als unverzichtbar für den Aufschwung – das sieht man eindeutig.

Die Banken werden irgendwann selbst zum Sozialfall, wenn die faulen Kredite ausfallen … und gehen dann zum Steuerzahler. Das ist gerade wieder der Fall, siehe Handelsblatt:

Reyal Urbis verwaltet Immobilien, darunter große Flächen noch ungenutztes Bauland. Diese waren Mitte 2012 mit 4,2 Milliarden Euro bewertet. Dem standen per Ende September Schulden von 3,6 Milliarden Euro gegenüber. Üblicherweise gilt ein Verschuldungsgrad von mehr als 60 Prozent als Grund zur Sorge.

Das ganze System in Spanien lief ähnlich wie das unseres Malermeisters mit seiner spanischen Frau – doch haben wir daraus gelernt?

Nein. Ein Millionenheer von Selbständigen versucht gerade in diesem Moment, dieses Land mit seinen  „Geschäften“ und „Konstrukten“ auszuplündern – alles weitgehend legal. Die Mieten explodieren wie die Arbeitslosigkeit – auch wenn man letztere mit einem Endsiegaufgebot an statistischen Tricks in unauffällige Einzelposten aufteilt, dafür hat das Arbeitsamt hochpreisige Experten aus dem Immobiliensektor angeworben, denke ich mir mal.

Zur spanischen Immobilienkrise gibt es eine nette Fotostrecke in der FAZ mit beeindruckenden Bildern, hier haben Leistungsträger ganze Arbeit geleistet.

In Deutschland sind sie noch in der Aufbauarbeit.

Weg nun von unserem Kleinunternehmer, der nichts anderes macht als hundert andere „Immobilienentwickler“ auch – Staat und Volkswirtschaft zum eigenen Vorteil hemmungslos auszuplündern – hin nun zu den wirklich Großen im Geschäft mit der Wohnung, in Deutschland macht da die „Deutsche Annington“ von sich reden, allerdings in ganz anderen Dimensionen. Hier sind es schon 210 000 Wohnungen, die man im Laufe der Zeit gesammelt hat. Auch hier spart man an allen Ecken, um Gewinn zu machen, siehe Wikipedia.

Der Deutsche Annington wird vorgeworfen, aufgrund ihres ausgeprägten Gewinnstrebens berechtigte Interessen der Mieter zu vernachlässigen. Annington wird regional und überregional verschiedentlich von Mietervereinen eine mangelnde Instandhaltung der Wohnungen vorgeworfen. Die Nebenkostenabrechnungen der DAIG werden als nicht nachvollziehbar und intransparent kritisiert und vom Deutschen Mieterbund überprüft.

„Mieter-Kontra-Annington“ veröffentlicht einen Brief der Hasseler Mieterinitiative an den Vorstand der deutschen Annington, der treffend beschreibt, was geschieht, wenn „Investoren“ sich in den Wohungsmarkt einmischen:

Anlass der Gründung der HAMI waren untragbare Missstände, die sich seit Übernahme der ehemaligen Viterra-Wohnungen durch die Deutsche Annington weiter deutlich  verschärft hatten. Im Focus stehen die Steigerung der Kaltmieten bei zunehmender Verschlechterung  der Wohnqualität. Ihre Mitarbeiter sprechen gerne von der Pflicht zur regelmäßigen, unaufgeforderten Erfüllung der Instandsetzung. Die Mieter fragen sich allerdings, wo dieser Pflicht denn tatsächlich nachgekommen wird. Nicht länger hinnehmen wollten und wollen die Mieterinnen und Mieter undichte Fenster, mangelhafte Wärmedämmung,Schimmel in zahlreichen Wohnungen, die explodierenden Neben- v.a. Heizkosten die in einzelnen Fällen bereits höher sind als die Kaltmiete, ungepflegte Außenanlagen, Vertröstungszusagen unqualifizierten Personals sowie unverständliche, z.T. fehlerhafte Nebenkostenabrechnungen. Das Desaster der Abschaffung des Vorortservices, die Einführung des Callcenters und das Erheben von Gartennutzungsgebühren bei nicht vorhandenen Gärten hatten die Probleme auf die Spitze getrieben. Sie wurden nur noch getoppt durch das Auftreten des Annington eigenen Inkassounternehmens im Wohngebiet, dessen Mitarbeiter in Rambo-Manier vermeintliche Mietrückstände eintrieben.

Auffällig bei der Annington ist, das die „Einstiegsmieten“ oft auf Hartz-IV-Niveau sind – dafür greift man dann bei den Nebenkosten (die ebenfalls die Behörde übernimmt) richtig zu: wieder mal wird der Arbeitslose zum Lastesel der Leistungsträger, hier aber auf wesentlich höherem Niveau. Neben dem eigenen Entmietungsservice haben die auch einen eigenen TV-Anbieter, der jetzt den Mietern nebenbei aufgedrückt wird – von solchen Geschäftsmöglichkeiten kann unser Malermeister nur träumen.

Irgendwann ist es dann soweit, das Kartenhaus stürzt zusammen, und man merkt wieder: Menschenrechte und freie Marktwirtschaft können nebeneinander nicht bestehen, sogar der Staat bekommt massive finanzielle Probleme, wenn er seine „Leistungsträger“ nicht im Zaum hält.

Anhand des kleinen Beispiels (das ja auch erfunden sein könnte) zeigt sich jedoch: das geht in Deutschland immer noch – und mir wird schwindelig, wenn ich hochrechne, wie groß der wirtschaftliche Schaden ist, den diese Lumpenelite anrichtet.

Die deutsche Annington hat wirtschaftlich übrigens Schwierigkeiten – die Kredite laufen nicht mehr so gut.

Dafür kann man bei Wikipedia heute noch nachlesen, wie man solche Geschäfte im Prinzip angeht:

Auf dem deutschen Markt erhofft sich die Deutsche Annington eine hohe Rendite, weil deutsche Immobilien im internationalen Vergleich meist in einem relativ guten baulichen Zustand sind, die Preise und Mieten (aufgrund der öffentlichen Förderung) niedrig sind und der Anteil des Wohneigentums in Deutschland bislang vergleichsweise gering ist.

Die DAIG kauft, wie andere internationale Private Equity-Gesellschaften auch, Immobilien mit vergleichsweise geringem Eigenkapitaleinsatz. Aufgrund des sogenannten Leverage-Effekts ermöglichen der Zugang zu günstigem Fremdkapital und sichere Mieteinnahmen die Refinanzierung der Käufe und eine hohe Eigenkapitalrendite. Das Management hält weitere Rendite-Steigerungen bei einem Wohnungsunternehmen dieser Größenordnung durch Veränderungen der Wohnungsbewirtschaftung – etwa durch Personalabbau, die Verringerung von Leerstand-Quoten, Mieterhöhungen und die Auslagerung von Leistungen –, durch die Veräußerung von Forderungen, Verbriefung, Portfolio-Umschichtungen und die Privatisierung von Wohnungen möglich.

Es lohnt sich, die Berechungen des „Leverage-Effektes“ bei Wikipedia durchzulesen und zu verstehen, wie schnell man durch „Hebelwirkungen“ (die auch unser Finanzminister mal für den ESM angemahnt hat) eine Eigenkapitalrendite von 18 % erzielt … womit unser kleiner Malermeister auch ganz schnell einen Tipp erhalten hat, was er mit seinem ganzen Geld jetzt schnell tun sollte: in noch mehr Immobilien investieren.

Nach einigen Jahren haben diese „Leistungsträger“ dann das Mietpreisniveau in die Höhe getrieben (und sei es über „Nebenkostenabrechnungen“), der bauliche Zustand nähert sich dem Rating „sanierungsbedürftig“ – und dann kann man sich mit einem großen Knall aus dem Geschäft verabschieden – wie andere Leitungsträger auch.

Oder man bietet den völlig entnervten Mietern die Wohnungen billig zum Kauf an.

Schlimm?

Nein, toll.

Unsere ganze Politik findet solche Geschäftsmodelle ganz toll – was eigentlich nur zeigt, wir schrecklich blöde unsere Politiker sind.

Blöde?

Nein, das sind auch echte Leistungsträger, wie Wolfgang Clement, siehe Wikipedia:

Ebenso wird kritisiert, dass die Genehmigung des umstrittenen Braunkohletagebaus Garzweiler II in die Amtszeit Clements fiel, und Clement anschließend einen Aufsichtsratsposten beim Tagebaubetreiber RWE Power AG antrat.

Wolfgang Clement trat bereits in seiner Amtszeit als Bundesminister für weit reichende Veränderungen der gesetzlichen Bestimmungen für Arbeitnehmerüberlassung zugunsten der Zeitarbeit ein. Seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der DIS AG, einer Tochter von Adecco, wurde daher kritisiert.

Leistung soll sich wieder lohnen – das hat Helmut Kohl versprochen.

Und das wird jetzt gnadenlos durchgezogen.

Und wer da nicht mitzieht – muss eben bezahlen. Mehr und mehr.

Vier Jahre Bloggerei – Wirkungen und Nebenwirkungen: über Kommunismus, Kapitalismus, Materialismus, Christus sowie die utopische Demokratie und ihre Feinde

Vier Jahre Bloggerei - Wirkungen und Nebenwirkungen: über Kommunismus, Kapitalismus, Materialismus, Christus sowie die utopische Demokratie und ihre Feinde

Mittwoch, 20.2.2012. Eifel. Gestern war Jahrestag. Am 19.2.2009 habe ich meinen ersten Blogbeitrag geschrieben. Schuld daran waren – mein Rücken (der morgens keine Bewegung toleriert), der rheinische Karneval (die meinen Kindern ein paar freie Tage bescherte, die sie bei ihrer Mutter verbringen durften) und ein Mensch mit dem Nickname „Grilleau“, der jetzt hier als Autor mitschreibt. Er hatte mich sozusagen „entdeckt“, als ich gelegentlich in Foren etwas zu der Bedeutung von Hartz IV schrieb – und warum es ein Ungeheuer ist. Dieser „Grilleau“ hatte auch einen „Blog“ und meinte: das sei total einfach. Am 19.2.2009 habe ich das dann bei Blog.de ausprobiert – und aus lauter Einfallslosigkeit den Nickname „Eifelphilosoph“ erfunden. War ja nötig, so ein Nickname – den hatten ja alle. Obwohl der Jahrestag gestern war, hatte ich gestern aber einfach keine Lust zum Schreiben – das geschieht heute. Es geht um Wirkungen und Nebenwirkungen der Bloggerei hinsichtlich einiger politischer Themen – bzw. um die Ummodulierung der politischen Überzeugungen durch nähere Betrachtung der politischen Wirklichkeit … beispielsweise dadurch, das man sich Gedanken über einen Fahrraddynamo macht.

Sie kennen einen Fahrraddynamo? Das ist ein kleines Gerät aus Materie, das Strom für die Fahrradlampe liefert. Nebenbei ist er ein Modell für das menschliche Bewußtsein – so stellt sich der wissenschaftliche Materialismus die Funktionsweise des menschlichen Geistes vor: es läuft Strom durchs Gehirn und dadurch erhalten wir die Illusion, wir hätten Bewußtsein. Hat jeder sicher schon oft gehört,diese Geschichte – noch öfter wird mit dem Bild gearbeitet. Das dieser Mythos ins Leben gerufen wurde, war ein politischer Akt der Bewußtseinsbildung. Es geschah ganz gezielt, um die Menschheit auf Konsum zu trimmen – doch davon später. Bleiben wir erstmal dabei, warum es ein Mythos ist, eine Legende, oder besser: ein Märchen.

Wie oft ist es Ihnen eigentlich passiert, das Ihr Fahrradlicht Ihnen den Befehl gegeben hat, umzukehren? Oder links abzubiegen, obwohl sie nach rechts wollten? Gar nicht natürlich, werden Sie sagen und sich über die dämliche Frage ärgern. Dann – bitte schön – noch eine dämliche Frage: wie oft ist es Ihnen geschehen, das Ihr Körper aufgestanden ist, zum Kühlschrank ging, sich was zu Essen holte während sie eigentlich das Fußballspiel weiter anschauen wollten? Ebenfalls: noch nie. Aber die Geschichte vom menschlichen Bewußtsein, das nur eine Funktion des Körpers, des Gehirns ist: die schlucken Sie einfach so, oder? Ohne konkrete Befehle durch den Geist macht so ein Körper nicht viel. Von allein – würde er nur dumm herumliegen und vergammeln. Im Koma hat er sogar einen funktionierenden Dynamo – nur liefert der keinen Strom mehr. Ich weiß – das ist jetzt eine einfache Geschichte mit einfachen Bildern … aber so lernen unsere Kinder die Welt kennen, in der wir ihnen zumuten zu leben. „Es gibt nur dieses eine Leben und sein Sinn ist: soviel zu kaufen wir nur irgendwie geht“. Darum brauchen wir so viele große Einfamilienhäuser – im Laufe der Jahre sammelt sich einiges an. Und da wir der festen Überzeugung sind, das wir nur Biomaschinen sind, die wegen ein bischen Strom im Gehirn die Illusion des Denkens aufgebaut haben, folgen wir den Befehlen widerstandslos: immerhin sind „wir“ nur eine Illusion. Das ist die große Gegenströmung zur Aufklärung: während uns hier noch ein Descartes klar vor Augen führte, das er ist, weil er denkt („cogito ergo sum“), hat man uns davon überzeugt, das nicht die Außenwelt eine große Illusion ist – nein, wir selbst sind die Illusion.

Und das glauben wir. Das Milliarden von menschlichen Körpern nur aufgrund einer Illusion bewegt werden, verwundert uns weniger. Das diese Illusionen Staaten bilden, Gesetze erschaffen, Opern schreiben, Gedichte verfassen und sich selbst außerordentlich bewußt sind, fällt uns auch nicht sonderlich auf. Wieso auch: es geht hier nicht um Wissenschaft, es geht um Dogma: und wer richtig viele Millliarden zu Forschungszwecken abräumen will, der muss sich erstmal diesem Dogma unterwerfen.

Ein viel zu unpolitisches Thema, denken Sie?

Nein, es ist ein ganz zentrales politisches Thema. Eigentlich das zentralste Thema, das wir haben. Frank Schirrmacher weist in seinem Buch „Ego“ aktuell auf die deformierende Kraft von Weltbildern hin, die im Sinne der Konsumförderung und der Kommunismusbekämpfung entworfen worden sind, obwohl sie der menschlichen Realität nur in wenigen Ausnahmefällen entsprechen. Da wir es hier aber mit hochintelligenten Menschen zu tun haben, die zentral Werte in die menschliche Gesellschaft eingeben und sie mit Hilfe vieler Werbemilliarden durchdrücken, lassen sich ihre Gedankenzüge nicht in wenigen Worten darstellen: ein Grund, warum meine kleinen Aufsätze immer länger werden – es dauert halt länger, Lügengespinste zu entknoten als sie in die Welt zu setzen.

In erster Linie gilt dieses kleine Dynamobild des menschlichen Bewußtseins nämlich nur … der Vernichtung der Kirche. Nach der französischen Revolution hatte der Adel sich ins Kapital geflüchtet (wo er heute noch wohnt und seine gesellschaftsdeformierenden Aktivitäten entfaltet), war aber dort vom Kommunismus aufgespürt worden – aufgespürt und wieder verjagt. Für die Strategen des Kapitals bahnte sich eine Riesengefahr an, denn anders als ihre Büttel (Arbeiter und Angestellte) lasen sie die Bücher, über die sie sprachen. Sie sahen sich einer enorm gefährlichen Allianz der Zukunft gegenüber, die ihnen ein für alle mal den Garaus machen würde und eine Zukunft versprach, die keinen Krieg mehr kannte, keine Not und keine Unterdrückung durch dogmatische Lehrsätze.

Wer die Botschaft Christi nicht aus den Erläuterungen des Pfarrers und der Kirche empfängt, sondern im altgriechischen und aramäischen Original liest, merkt, das dieser Mann konsequent antikapitalistisch dachte. Die Gütergemeinschaften der Urgemeinde und die Darstellung des „Mammon“ als Feind der Welt beschrieben eine Welt, in der sich auch die Kommunisten hätten wohlfühlen können – und die Demokraten erst recht. Ihnen wäre schnell klar geworden (allein schon durch die Lektüre der griechischen Philosophie) das Demokratie ohne wirtschaftliche Gleichheit der Teilnehmer nicht funktionieren kann: wenn ein Geldsack hundert Leiharbeiter für ihre Stimmabgabe mit Brot bezahlt, ist das keine Demokratie mehr. Das sehen wir ja auch heute: die Bürger wählen ihre Arbeitgeber (Staat, Gewerkschaft, Unternehmen) bzw. die Parteien, die für die Arbeitgeber die Demokratie aushöhlen.  Es galt also aus der Sicht das Kapitals, eine ganz große Allianz zu verhindern, die den Menschen wirklich das Paradies auf Erden hätte bringen können.

Was wäre, wenn der Kommunismus gesagt hätte: wir wollen nur, was des Kaisers ist, aber nicht, was Gottes ist? Er hätte die Unterstützung von Milliarden Christen gehabt – und die angenehme Diskussionsbasis, das ein Sohn Gottes die Abkehr vom Kapitalismus absegnet.

Darum mussten beide Bewegungen aufeinander losgejagt werden – und zwar schnell. Das ging ganz diskret mit etwas Geld hier, ein paar Worten da und noch mehr Geld dahinter. Gleichfalls musste die Demokratie gegen beide eingenommen werden, bevor die Demokraten merkten, das am Ende der Entwicklung der Demokratie eine Gesellschaft von Gleichen auftaucht, sie sich praktisch in nichts von einer kommunistischen oder christlichen Gesellschaft unterscheidet – und alle drei haben für die Herrschaft des Mammon keine Sympathie übrig. Alle drei stellen den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Überzeugung … und nicht den virtuellen Kapitalgewinn.

Eine wunderschöne Methode dazu, war, sich die „Wissenschaft“ zu vereinnahmen. Die chronisch sozial bzw. finanziell schwachen Wissenschaftler nahmen immer gerne Geld an – so konnte man leicht jene herausfiltern und zu Ehren führen, die einem passten. Da kam ein Darwin gerade gelegen. Seine Theorie von der historischen  Entwicklung des Dynamos (um bei dem Bild zu bleiben) erschütterte die ganze Welt – dabei berührte sie nicht im Mindesten die Tatsache, das der Körper vom Geist gesteuert wird – und nie von sich selber. Doch diesen Umstand lies man gerne unter den Tisch fallen: man hatte ja eine enorm scharfe Klinge gegen dumme Landpfarrer in der Hand. Nebenbei ergaben sich aus den sozialen Implikationen enorme Möglichkeiten für reiche Menschen: sie wurden zu den besseren Menschen, den „Auserwählten“, von der „Natur“ (einem funktionalem Ersatzwort für den alten „Gott“) dazu bestimmt, über die minderwertigen Armen zu herrschen: der Sozialdarwinismus bestimmt heute noch die politischen Wirklichkeiten in Deutschland, man schaue sich nur das Schulwesen oder die Behandlung von Armen und Arbeitslosen an.

Leicht konnte man so die Kirche an die armen Kommunisten verfüttern, immer wieder den Pfarrer als Feind der Menschheit anführen (ein Platz, den zuvor die Hexe innehatte) und so die Demokraten mit ins Boot holen, die wussten, das Religionsfreiheit eine der vier Säulen der freien Gesellschaft war – eine Freiheit, die vor Dogmatismus jeglicher Art schützen sollte.

Ein zentrales Mittel dazu war … die Lehre von der Nichtexistenz des menschlichen Geistes, die Lehre von dem Gehirn als Dynamo und des Geistes, des menschlichen Selbstes als völlig untergeordneter Funktion des Materie, denn: ist der Geist, das menschliche Bewußtsein, nur eine Illusion, ein Trugschluß, eine Gaukelei elektrischer Ströme in der Gestalt gewordenen Ursuppe, dann – kommt nach dem Tode auch nichts. Der Dynamo kommt zur Ruhe – das Licht geht aus und Schluss.

Kommt aber nach dem Tode nichts, dann ist die Kirche (die dasselbe behauptet, was ihre Kritiker nur nicht merken) eine große Lügnerin, einfach nicht erwachsen, im Mittelalter verbleibend und schlichtweg mit dem modernen Leben nicht mehr zu vereinbaren … einem modernen Leben, das uns unbegrenzte Konsummöglichkeiten gibt, die wir gefälligst – ohne jede Rücksicht auf die ökologischen Folgen (die von religiösen Menschen so geliebte und geachtete „Schöpfung“ –  zu nutzen haben, um den Nutzen des Kapitals zu mehren. Hat Kirche (und Religion insgesamt) aber nur Lügen zu bieten und Darwin Recht, dann steht dem alten kapitalistischem Paradies nichts mehr im Wege: der reichste Mann wird Kaiser, die weniger reichen werden Grafen, Fürsten und Barone, die mit Mithilfe vieler Ritter und Büttel über das Volk herrschen – abgesichert durch den Darwinismus des großen Meisters.

Das „Dritte Reich“ in Deutschland 1933 – 1945 ist in diesem Sinne der Testlauf einer Gesellschaft geworden, die sich ganz von den alten Vorstellungen der „Sozialromantik“ gelöst hat – und auch heute gilt es als allgemein schick und „in“, urchristliche Überzeugungen der Nächstenliebe als Sozialromantik auf den Scheiterhaufen der Geschichte zu verbannen, auf dem man auch schon die Vorstellungen des Kommunismus und die einer wahren Demokratie verbrannt hat.

Das ist im Übrigen auch der Grund, weshalb ich nach vier Jahren bloggen (und intensivem Studium der Massenmedien) die Kunde von Deutschlands nicht vorhandener Souveränität begrüße: durch die mediale Hetzjagd auf Arbeitslose hat dieses Land bewiesen, das es noch lange nicht reif ist, ein selbständiges, nicht überwachtes Leben zu führen – der alte Geist ist immer noch (oder wieder) sehr lebendig in diesem Land. Nur gut, das wir sehr eingebunden sind in die Strukturen der Siegermächte – ich möchte nicht wissen, was hier schon wieder los wäre, wenn man die Deutschen wieder ganz allein werkeln lassen würde.

Wahrscheinlich würden wir schon wieder unnützes Leben vergasen, Leben, das seinen Konsumdienst noch nicht mal auf minimalem Niveau nachkommen kann.

Eine weitere Nebenwirkung von vier Jahren konzentriertem Studium der gesellschaftlichen Realität und ihrer schriftlichen Beschreibung ist, das ich „Verschwörungstheorien“ eine gewisse höhere Wahrscheinlichkeit an „Wahrheit“ zugestehe als den amtlichen Verschwörungstheorien (die offiziell „Wahrheit“ genannt werden und nicht diskutabel sind).  Der desaströse Gang der modernen Geschichte – erst recht nach dem zweiten Weltkrieg – lässt sich einfach mit deutlich weniger Hypthesen erklären, wenn ich nur eine einzige hinzufüge: die Existenz einer Kraft/Macht/Gesellschaft/Organisation/Gruppe, die gezielt Kapital in destabilisierende Operationen steckt. Streiche ich diese Hypothese, so bekomme ich um die politische Wirklichkeit umfassend zu beschreiben, die Notwendigkeit, noch wesentlich mehr Hypothesen aufzustellen, um den „Zufall“ als beständig passend auftauchende Ursache zu untermauern. Zufällig zerstörten Terroristen mit CIA-Kontakten das World Trade Center, zufällig setzen informierte Kreise an der Börse auf diese Ereignis und zufällig konnte so das zuvor angedachte Projekt zum neuen amerikanischen Jahrhundert ins Leben gerufen werden, das so schön zu den Bestrebungen passt, nach dem Ende des Kommunismus in Europa die dort wuchernden Demokratien so sehr zu beschneiden, das sie marktkonform werden, sprich: das Diktat der Herren des Geldes aktzeptieren und nicht darüber reden.

Zuviel Verschwörungstheorie? Nun – oft genug wird die Theorie zur Wahrheit, ein Paradebeispiel findet man bei Wikipedia:

Bei der Untersuchung der Aktivitäten der P2 wurde 1981 bekannt, dass unter maßgeblicher Beteiligung von Licio Gelli ein konspiratives Netzwerk aus Führungspersonen der Polizei, des Militärs, der Wirtschaft, der Politik, der Mafia und von Geheimdiensten geschaffen worden war. Es bestand ein ernster Verdacht, dass der Geheimbund Pläne für einenStaatsstreich entwickelt hatte und mit Terroranschlägen in den 1970er Jahren in Zusammenhang stand, was sich teilweise später bestätigte.

In seinem Roman „Die Macht und die Herrlichkeit“ beschreibt Malachi Martin die Aktivitäten der P2 aus der Sicht des Vatikans. Der Nachfolger von P2 war P3 (2010 aufgelöst) aus dem jetzt P4 wurde. Nur von  P1 (den „Schlußstein“, wie ihn Martin in seinen Büchern  nannte) erfahren wir (noch) nichts – dafür aber über andere noch nicht aufgearbeitete Zusammenhänge:

Das Schwurgericht von Bologna stellte in einem Strafverfahren fest, dass die Loge P2 Kriminelle angestiftet, bewaffnet und finanziert habe, um mit Mitteln der Subversion und des Terrorismus im Rahmen einer „Strategie der Spannung“ die Vorbedingungen für einen Staatsstreich zu schaffen. Einige der mutmaßlichen P2-Mitglieder sollen direkt oder indirekt an den zahlreichen Attentaten, Putschversuchen oder terroristischen Aktionen der 1960er und 1970er Jahre beteiligt gewesen sein.

Eine wichtige, bis heute nur teilweise aufgeklärte Rolle spielte dabei die von der CIA und der NATO aufgebaute Untergrundorganisation Gladio, eine sogenannte Stay-behind-Organisation.Durch die Fälschung von Beweisen wurde dafür gesorgt, dass die Verbrechen linksextremen Terroristen zugeordnet wurden. Beispielsweise war die linksextreme Terrorgruppe Rote Brigaden, das italienische Pendant zur deutschen Rote Armee Fraktion, teilweise von Gladio-Mitgliedern unterwandert, die sich unter anderem aus militärischen Spezialeinheiten, Geheimdienstkreisen und Rechtsextremisten rekrutierten. Mehrere Terroranschläge, etwa auf den Hauptbahnhof von Bologna am 2. August 1980 mit 85 Toten, wurden ursprünglich den Roten Brigaden zugeschrieben. Aber in Gerichtsverfahren wurde die Urheberschaft von Rechtsextremisten erwiesen, die mit Gladio in Verbindung standen.

Erinnert etwas an die Geschehnisse vom 11.9.2001, oder? Und war einfach nur ganz normale Politik in einem zivilisierten europäischem Land – ohne das die Bundesregierung auch nur die geringsten Konsequenzen aus dieser Affaire gezogen hat.

Diese zentrale Hypothese lautet: es gibt Menschen mit unglaublich viel Geld, die gerne wollen, das das so bleibt – und sich mit großem Engagement dafür einsetzen, das sich 1789 nicht wiederholt, weil ausgeräumte Banktresore ganz schlecht für die Gewinne aus Zinsen uns Zinseszinsen sind – und diese Zinsen waren schon dem antikirchlichem Revoluzzer Lenin sehr wichtig, siehe Wikipedia:

1891 verurteilte Lenin die Hilfsaktionen der gebildeten Schicht anlässlich der Hungersnot in der Provinz Samara, in der er als Anwalt tätig war. Er wertete die Hungersnot als Schritt in Richtung Sozialismus, da sie den Glauben an Gott und den Zaren zerstöre. Vom Pächter seines eigenen Landgutes forderte er die volle vereinbarte Summe, der wiederum die Bauern trotz der Hungersnot voll zahlen ließ.

So präsentiert sich ein echter „heiliger“ Kommunist: er lässt Menschen verhungern, um den Glauben an Gott zu zerstören. Dafür wird man auf ewig einbalsamiert. Das es in dem Moment der Wille Lenins ist und nicht der Wille eines Gottes, der die Menschen hungern lässt, fällt schon gar nicht mehr auf. „Wer meinem Dogma nicht folgt, soll sterben“ – so der geheime Leitsatz, mit dem Christen und Demokraten dann nicht mehr viel anfangen können – weshalb sie Schutzschild des Kapitals werden. Man merkt: man hatte genau den richtigen nach Russland geschickt (vielleicht sogar mit viel Geld, was allerdings vom linken Lager bestritten wird, siehe WSWS).

So wurde – das ist ja historisch bekannt – aus einer Bewegung gegen Armut, Hunger, Not und Ausbeutung eine Diktatur … die Diktatur des Proletariats, die letztlich eine Diktatur von Gutsbesitzern wie Lenin wurde.

Der normale Arbeiter und Bauer war viel zu sehr damit beschäftigt, Pfarrer im Namen Darwins zu jagen. Als er merkte, das die nicht die Elite der alten Unterdrücker darstellten, waren die neuen schon da – mit Hilfe der alten Soldaten.

Das alles funktioniert, weil wir diese Geschichte mit dem Dynamo glauben. Ja: glauben – wir sind hier mitten im religiösen Bereich. Darum ist „Nahtodesforschung“ auch ein heiß umkämpftes Feld und wird mit allen unfairen Mitteln so sehr in die Nähe der „Esoterik“ gerückt … dabei ist die Tatsache der menschlichen Sterblichkeit wahrlich kein Wissen, das nur einer kleinen Gruppe von Menschen als geheimes Wissen zukommt – eigentlich wissen wir alle, das wir sterben, nur – wie es so schön heißt – wir glauben nicht daran.

Vielleicht … glauben wir ja auch zurecht nicht daran, weil wir ein instinktives Wissen davon haben, das unser Bewußtsein nicht ein bedingter Reflex elektrischer Ströme im Gehirn ist. Würden wir so etwas glauben – welch´ göttliches Bewußtsein müsste dann erstmal ein Blitz haben, bei der Leistung, die der bringt.

Das sind so ein paar zentrale Gedanken, die die letzten vier Jahre mit sich gebracht haben: der Versuch, gesellschaftliche Erscheinungsformen in ihrer historischen Entwicklung zu begreifen und zu verstehen, führt zu absonderlichen Annahmen, die ich vor vier Jahren weit von mir gewiesen hätte – aber damals hatte ich auch noch eine gewisse Symphatie für die Vorstellung des Gehirns als Dynamo.

Heute sitze ich hier und weiß: mein Körper käme nie auf die Idee, hier zusammenhängende Sätze in die Tastatur einzugeben, wenn ich ihm  nicht den Befehl dazu geben würde.  Er würde sich lieber hinlegen – schon seit Stunden.

Geht aber nicht, weil es gilt, sich gegen den Orkan an Unsinn durchzusetzen, der seit Jahrzehnten durch die Medien fegt – was übrigens nicht nur die Idee des Frank Schirrmachers ist, sondern zuvor schon von den Autoren des Films „Corporation“ erwähnt wurde.

Eine letzte Nebenwirkung der Bloggerei ist, das ich den Papstrücktritt wahrscheinlich als einziger denkender Mensch in Deutschland als Katastrophe besonderen Ausmaßes empfinde: er beweist (im Detail aus innerkatholischer Perspektive nachzulesen bei Malachi Martin – Der letzte Papst), das die Agenten der Sozialdarwinisten eine weitere Bastion im Kampf um die Weltherrschaft erobert und somit den Vatikan völlig unter ihre Kontrolle gebracht haben – nach der Verweltlichung des Protestantismus, der Dämonisierung des Judentums und der offenen Kriegserklärung an den Islam fällt somit die letzte Feste, die dem Vormarsch der „EGO ist das Größe“-Philosophie Einhalt hätte gebieten können – oder, anders gesagt, zeigt es, das P2 (bzw. „P1“, die noch unbekannte Urzelle) immer noch weiter arbeitet.

Kein Wunder, das der Papst in seinen Abtrittsreden immer wieder vor der Macht des Teufels gewarnt hat – die internationale Verschwörerbande stellt aus kirchlicher Sicht in der Tat so etwas wie die fünfte Kollonne Satans dar, während wir dazu verdonnert werden, sie als „Leistungsträger“ anzuhimmeln.

Deshalb wird – wie gelegentlich erwähnt – Hitler unsere Zukunft werden. Das Dritte Reich ist ein Musterland des Sozialdarwinismus, und sofern wir den Menschen als Tier ohne Seele definieren, als einfache Biomasse, die ausschließlich nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beurteilt wird und auch mit absoluter Sicherheit den Tod des Körpers nicht übersteht, brauchen wir uns auch keine Gedanken mehr über die Ethik zu machen: wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen – wer seine Pacht nicht zahlen kann, muss eben verhungern. Natur ist halt hart und hart ist alternativlos, weil es außer Natur nichts gibt.

Gleichzeitig wissen wir aber auch, wie wir uns gegen diese Invasion unmenschlicher Gedanken wehren können: einfach das Verbindende in dem Anderen sehen – nicht das Trennende. Auch wenn die Kirche Fehler macht (wie jeder andere Institution – siehe Staat, Partei, Firma, Verein – auch), steht sie doch ursprünglich für die Bekämpfung der Armut ein – im Sinne der Theologie der Befreiung sogar für das Paradies im  hier und jetzt. Auch wenn die Demokratie momentan käuflich und ungerecht erscheint, so hat sie doch ein utopisches Endziel, in dem die einzelnen Subjekte auch gleiche wirtschaftliche Macht haben müssen – und auch wenn der Kommunismus mit Terror und Diktatur gearbeitet hat, so unterscheidet sich sein Traum von der Zukunft nicht von dem, was sich Christen und Demokraten erhoffen: eine gerechte Welt ohne Not, Leid, Zwang und Unterdrückung, eine Welt, in der auch ein Roosevelt gedacht hat, als er die vier Freiheiten formuliert hat, die Grundlage für die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte war.

Das wäre auch ein schönes politisches Ziel: die Partei der menschlichen Einheit – tolerant, demokratisch, kommunistisch und ausgesprochen sozialromantisch.

Nun – die Theorie des menschlichen Dynamos wird bald fallen. Sie ist eigentlich gemäß der Ergebnisse der Nahtodesforschung schon jetzt völlig unhaltbar, aber noch bezahlt P1 Unsummen, das Wissen um die Unsterblichkeit des menschlichen Bewußtseins zu unterdrücken.

Wahrscheinlich wird deshalb die Legende von der marktkonformen Demokratie samt der großen transatlantischen Freihandelszone aktuell so stark gefördert: wenn das Dritte Reich wieder alle politische Macht innehat (dann noch transatlantisch), ist es wieder egal, was die Leute denken.

Hautsache, sie gehorchen.

Das tun sie schon heute, in der Hoffnung, das nach dem Tode das Bewußtsein (samt dem Wissen um die eigene totale Erbärmlichkeit) völlig erlischt.

Tut es aber nicht – weil das Gehirn doch kein Dynamo ist.

PS: das waren jetzt wieder 3309 Worte. Mehrere Buchseiten. Zeit, auch mal den wichtigsten Menschen des Nachrichtenspiegels zu danken: den Lesern. Ohne Sie würde es keine Freude machen, diesen Ort am Leben zu erhalten – und das Sie in der Tat Lebenszeit und Gedankenkraft aufbringen, sich durch diese für moderne Zeiten viel zu langen Texte zu arbeiten, bringt Ihnen meine höchste Bewunderung ein … und führt mich zu der Hoffnung, das es vielleicht doch Alternativen zum Vierten Reich der marktkonformen Demokratie gibt. Deshalb werde ich meinen Dynamo auch dazu zwingen, noch weiterhin Fronarbeit zu leisten: vielleicht können wir ja diesmal das Ruder noch herumreißen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das absurde Geldsystem – Interview mit Prof. Dr. Franz Hörmann

Ja ja, ich weiß, Alpenparlament. Nazis, Esoteriker, Scientologen, germanische Mediziner…
Ändert aber nichts an dem interessanten und nachdenkenswerten Interview.
[Video, bitte Beitrag anklicken]

Ralf Boes, ein Mensch bei Maischberger – die fein geplante mediale Hinrichtung des neuen Stauffenberg

Freitag, 7.12.2012. Eifel. Schneechaos - sagt die Taxifahrerin, die heute morgen da war. Ok - ich bleib zu Hause. Kann ich mir erlauben. Bin ich auch sehr dankbar für - das ist schon ein feines Land, in dem wir leben. Doch, wirklich - das muss man mal anerkennen. In den USA zum Beispiel wird es immer schlimmer - nur erfahren wir darüber primär nicht viel, weil das unsere Vorbildkultur sein soll - Hartz IV, Deregulierung der Finanzmärkte, Afghanistanabenteuer ... das haben wir ja unserem großen Bruder zu verdanken. 1997 war ich Teilnehmer ein Korruptionsreise der Pharmaindustrie, wir fuhren ein Dutzend Ärzte durch die USA. Mitten in Washington wurden wir von einer Gruppe (mindestens fünfzig) amerikanischer Bürger angegriffen, weil wir in das falsche Viertel gefahren waren. Es war eine Szene wie in einem Endzeitfilm, sie hat - neben anderen Ereignissen - mein Bild von den USA nachhaltig geprägt ... und obwohl ich die Bürger der USA wegen ihrer Freiheitsliebe, ihrer Offenheit Fremden gegenüber und ihrer Hilfsbereitschaft sehr schätze (ihre "upperclass" allerdings überhaupt nicht - und die Großmachtpolitik erst recht nicht), möchte ich nicht, das wir in Deutschland amerikanische Verhältnisse kriegen. Zu schnell vergessen wir, das Hartz IV nur ein Teil des Paketes ist - die Deregulierung, die uns die größte Weltwirtschaftskrise seit den dreissiger Jahren eingebracht hat (eine Krise, die noch lange nicht zu Ende ist und den deutschen Staat in den Ruin zu treiben droht),  ist das Hauptpaket gewesen ... Hartz IV hat nur geholfen, dem Widerstand den Boden unter den Füssen zu entziehen.

Freitag, 7.12.2012. Eifel. Schneechaos – sagt die Taxifahrerin, die heute morgen da war. Ok – ich bleib zu Hause. Kann ich mir erlauben. Bin ich auch sehr dankbar für – das ist schon ein feines Land, in dem wir leben. Doch, wirklich – das muss man mal anerkennen. In den USA zum Beispiel wird es immer schlimmer – nur erfahren wir darüber primär nicht viel, weil das unsere Vorbildkultur sein soll – Hartz IV, Deregulierung der Finanzmärkte, Afghanistanabenteuer … das haben wir ja unserem großen Bruder zu verdanken. 1997 war ich Teilnehmer ein Korruptionsreise der Pharmaindustrie, wir fuhren ein Dutzend Ärzte durch die USA. Mitten in Washington wurden wir von einer Gruppe (mindestens fünfzig) amerikanischer Bürger angegriffen, weil wir in das falsche Viertel gefahren waren. Es war eine Szene wie in einem Endzeitfilm, sie hat – neben anderen Ereignissen – mein Bild von den USA nachhaltig geprägt … und obwohl ich die Bürger der USA wegen ihrer Freiheitsliebe, ihrer Offenheit Fremden gegenüber und ihrer Hilfsbereitschaft sehr schätze (ihre „upperclass“ allerdings überhaupt nicht – und die Großmachtpolitik erst recht nicht), möchte ich nicht, das wir in Deutschland amerikanische Verhältnisse kriegen. Zu schnell vergessen wir, das Hartz IV nur ein Teil des Paketes ist – die Deregulierung, die uns die größte Weltwirtschaftskrise seit den dreissiger Jahren eingebracht hat (eine Krise, die noch lange nicht zu Ende ist und den deutschen Staat in den Ruin zu treiben droht),  ist das Hauptpaket gewesen … Hartz IV hat nur geholfen, dem Widerstand den Boden unter den Füssen zu entziehen.

Ein Beispiel über die aktuellen Verhältnisse in den USA? Habe ich heute morgen frisch aus dem Kernland des Kapitalismus bekommen:

Unsere Enkelin erzählte am Telefon von einer Attacke zweier junger Männer, die versucht hatten, mit ihrem SUV ihren Wagen abzudrängen und sie mit mit häßlichen sexuellen  Gesten bedachten, als sie wie wild hupte um wenigstens die Aufmerksamkeit anderer auf den Vorfall zu ziehen.  Aber Hilfe wird auch nicht mehr gegeben.  Die Menschen haben Angst vor solchen Typen, die zumeist Waffen haben oder unter Drogen stehen.
 
Denver muss total durchgeknallt sein. Sie war in Aurora, um einen Eil-Brief bei  Federal Express aufzugeben.  Aurora ist ein schlimmer Part in Denver. Das ist da, wo vor einigen Monaten der Massenmord im Kino stattfand.
 
Man muss wirklich vorher feststellen, wo das nächste Polizeirevier ist und im GPS einspeichern.   Der Rat wurde  den Einwohnern in Los Angeles gegeben.  Hinfahren zum Revier und wie wild hupen,  den Wagen verschließen aber nicht  verlassen.  Die Polizisten sind dann gehalten, sofort bewaffnet auf die Straße zu laufen, um zu helfen.
 
Was ist das für eine unzivilisierte Gesellschaft.  Ich fürchte, dass wir bald auch solche Zwischenfälle in Europa haben werden.
Soviel also zum Sittenbild einer barbarischen Gesellschaft. 

Wir hören viel zu wenig über den Alltag im Paradies des Kapitalismus, weil auch das zum Paket „Deregulierung“ gehört. Ist wie bei Medikamenten: die Nebenwirkungen werden zum Zwecke der erfolgreichen Vermarktung maximal heruntergespielt.

Nun hatte ich ja derzeit recht plakativ über den neuen Stauffenberg berichtet, der seinem Namen alle Ehre macht. Er wird jetzt gerade hingerichtet – wie zu erwarten – und zwar medial. Die Medien haben erkannt, welche Gefahr von einem Helden ausgeht. Man weiß, das es dem Widerstand gegen Hartz IV an Führungspersonen mangelt – und seit diesem vermaledeiten Hitler weiß man, wie gefährlich gute Redner werden können, die den Traum vom gerechten König ausnutzen, die Mythen von Robin Hood … oder Jesus Christus. Nicht auszudenken, wenn der Junge öffentlich verhungert … und das bei einer Zahl von 71 % der Bevölkerung, die Hartz IV ablehnen.

Zu groß die Zahl? Nicht bei 42 Millionen, die in den Datensätzen der Jobcenter mitlerweile aufgelaufen sind – da dürfte fast die ganze deutsche Jugend drunter sein. Und nicht bei der spitzenmäßig miserablen Qualität der Beratung, die Antenne Hessen in ihrem Exklusivbericht aufgedeckt hat. Hartz IV ist der größte Murks, den je eine deutsche Regierung verbrochen hat – und das will schon etwas heißen. Die Regierung aber weiß das. Die Chefredakteure wissen das. Die Reichen wissen das. Sie wissen auch, das wir in Europa amerikanische Verhältnisse bekommen, wenn wir uns nicht gegen die Ausplünderung von Hedgefonds wehren. Was sie aber gleichzeitig wissen: unser Geldsystem ist durch die Deregulierung so fest in ausländischer Hand (was wir fast täglich durch Straf-Ratings erleben dürfen, die uns unser mühsam erspartes Vermögen kosten) das wir uns Widerstand gar nicht leisten könnten … es sei denn, wir brechen total mit der westlichen Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft und entziehen uns ihren Geschäften. Doch das traut sich keiner zu riskieren, zu schön sind auch die Renditeverlockungen, die auch gut bezahlte Politiker, Gewerkschaftsbosse, Ärzte, Parteifunktionäre und Unternehmergattinnen ködern.

Ein Beispiel? Ein Gewerkschaftsboss verdient laut Süddeutscher Zeitung bis zu 260 000 Euro im Jahr. Zum Leben braucht man aber nur knapp 1000 Euro im Monat. Was macht er mit dem Rest? Anlegen. Genauso die wie Fernsehleute, die mit ihren Spitzengagen jeden Gewerkschafter locker schlagen … was dort an Zwangsbeitragsgeldern großzügig verteilt wird, ekelt sogar den Fokus an:

Nicht anders der Fall der ehemaligen„Sportschau“-Moderatorin Monica Lierhaus.Allein für die sonntägliche Verkündung der Wochengewinner und die zweimalige wöchentliche Werbung für die Lotterie erhält die ehemalige Moderatorin eine Jahresgage in Höhe von 450 000 Euro…

Selbst Tiere bekommen im Fernsehen Geld. Egal ob Katze, Hund oder Rindvieh. Mit etwa 450 Euro pro Drehtag können alle Hundebesitzer rechnen. Ein Schlag ins Gesicht für jeden Hartz-IV-Empfänger….

Günter Jauch ist durch diesen Trend zum Mulitmillionär geworden, seine Nachfolgerin Sonja Maischberger dürfte auch nicht schlecht dastehen (siehe Augsburger Allgemeine).  Alle diejenigen, die die Wahrheit über die Ausplünderung Deutschlands verkündigen könnten, werden mit genügend Spielgeld bedacht, um im großen Kasino mitmischen zu dürfen. Auch Markus Söder dürfte richtig abräumen – für solche Gelegenheiten gibt es ja solche Positionen wie den bayrischen EU-Minister (siehe Gavagai). Die Lobbyisten der Deregulierung gießen Geld mit großen Giesskannen aus, damit auch wirklich jeder etwas davon hat. Auch das ist made in USA: man gibt solange Geld, bis jeder Widerstand ausgelöscht ist.

Und dieses Geld verformt Bewußtsein schon ganz von allein … auf einmal hat man doch ein Ohr für den Anlageberater, findet den AWD samt Maschmeyer ganz in Ordnung, weil das eigene Vermögen ganz von alleine wächst … ohne das man auch nur einen Handschlag dafür tun muss: Geldgeschenke vom Kapitalismus für ausgesuchte Mitarbeiter. Solche Leute solidarisieren sich auch ganz schnell … immerhin hat man viele Gemeinsamkeiten, die sich das niedere Volk schon rein finanziell gar nicht leisten kann … nur selten gibt es mal Unregelmäßigkeiten in der Eintracht, siehe Wikipedia:

Am 3. November 2012 schrieb der Spiegel, dass Söder in seiner Zeit als Generalsekretär von 2003 bis 2007 mehrfach versucht haben soll, auf die Berichterstattung des ZDF Einfluss zu nehmen; unter anderem sei deswegen ein Anruf beim ZDF-Intendanten Markus Schächter erfolgt. Söder war zu dieser Zeit Mitglied des ZDF-Fernsehrats. Dabei habe Söder auch versucht, Einfluss auf die Gästelisten im ZDF-Morgenmagazin und in der politischen Talkshow Maybrit Illner zu nehmen. 

Mit der Gästeauswahl bei Maischberger  sollte er wohl zufrieden sein: mit Herrn Alt hatte man einen jovialen älteren Herren, der dem jugendlich wirkenden neuen Stauffenberg altväterlich Schutz vor Obdachlosigkeit und Hunger zusagte, während die Moderatorin – sicher ganz ohne Hintergedanken – den Herrn Söder mit einem Punkerposter als aufgeschlossenen und hochtoleranten Vertreter eine sehr humanen Gesellschaft zeigte.

„Wer arbeitet, ist der Dumme“ – so der Titel der Sendung, in dem einer der bekanntesten deutschen Arbeitslosen öffentlich hingerichtet werden sollte. Der Punk Marcus Söder dürfte dem zugestimmt haben … immerhin hat er sich auch vor harter Arbeit gedrückt. Die harte Arbeit seines Vaters hat er zwar gelobt, aber selbst war ihm das doch – ganz Punk – etwas zuwieder:

Söder wurde als Sohn des Maurermeisters Max Söder und der Hausfrau Renate Söder geboren. Er hat noch eine Schwester namens Heike. Seine Mutter starb 1994, sein Vater 2002. Den väterlichen Baubetrieb zu übernehmen, kam für ihn nicht in Frage. So leistete er nach dem Abitur 1986 zunächst seinen Wehrdienst ab und begann 1987 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dieses beendete er 1991 mit dem ersten juristischen Staatsexamen. Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Staats-, Verwaltungs- und Kirchenrechtan der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Anschließend absolvierte er bis 1993 ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk und arbeitete danach als Redakteur.

Ein Kollege von Frau Maischberger, der auch in seinem Leben – anders als sein Vater – nie richtig gearbeitet  hat, sondern lieber den bequemen Weg nahm, sich vom Steuerzahler auf den unterschiedlichsten Wegen finanzieren zu lassen.

Doch es wurde noch mehr aufgeboten, um dem neuen Stauffenberg aufzuhalten: diesmal wollte man ihn erledigen, noch bevor er überhaupt sein Haus verlässt, um eine Bombe zu legen … jene Bombe, die das System der Selbstbereicherung auf Staatskosten zum Erliegen bringen könnte.

Dafür hatte man eine besondere Geheimwaffe bereitgehalten, die schon länger durch die Medien gereicht wird: Frau Ralfs … ihres Zeichens angeblich nur Putzfrau. Sie war schon im ZDF – siehe Theeuropean:

Am Mittwoch zeigte das Zweite Deutsche Fernsehen in seinem „heute journal“ eine Frau in den besten Jahren, die als Reinigungskraft arbeitet, Nachtschicht. „Heidi Ralfs fährt zur Arbeit, wenn andere in den Feierabend gehen“, erläuterte der Reporter und nannte den Tariflohn von 8,82 Euro. „Nicht sehr viel, aber für Heidi Ralfs besser, als bei Ämtern und Behörden um Sozialleistungen bitten zu müssen.“ Frau Ralfs: „Wenn es einem schon mal richtig schlecht gegangen ist, dann ist man auch froh um diesen Job, dass man nicht mehr das Innere nach außen kehren muss, verstehen Sie, dass man keinen fragen muss um das Geld.“

Für die Hinrichtung wurde Frau Ralfs wohl noch extra gebrieft, in der Welt erfahren wir mehr über sie:

Der Arbeitstag von Heidi Ralfs beginnt, wenn andere Feierabend machen. Jeden Nachmittag um fünf Uhr steigt die 58-Jährige mit drei Kollegen in einen Ford Transit und startet zu ihrer allabendlichen Tour durch Flensburg. Während in den Büros der Stadt nach und nach die Lichter ausgehen, macht Ralfs die Runde und schaltet sie wieder ein. Holt Staubsauger, Eimer und Wischlappen aus dem Besenschrank und putzt bis morgens um zwei. 8,82 Euro plus Zuschläge verdient Heidi Ralfs pro Stunde, den Tariflohn für Gebäudereiniger. Für Heidi Ralfs ist das viel. Früher mal hatte sie in der Seefahrt gearbeitet. Dann blieb sie zu Hause, um ihre Eltern zu pflegen, bis zum Ende. Und durchstand selbst drei Krebserkrankungen. Als sie dann, nach fünf Jahren ohne geregeltes Einkommen, wieder einen Job suchte, erhielt sie nur Absagen. Nun hat sie doch noch einen Job gefunden, bei der Flensburger compact Service Gruppe, deren 1200 Mitarbeiter alle sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Im Monat kommt sie auf 1300 bis 1500 Euro netto. Sie leide keinen Hunger, könne ihre Rechnungen zahlen und sich sogar einen Urlaub leisten. Und nicht mehr auf staatliche Leistungen angewiesen zu sein, macht sie stolz. Es gebe in Deutschland zwar eine große Kluft zwischen Arm und Reich. „Aber durch Fleiß kann man die Treppe hochsteigen“, sagt die 58-Jährige. „Es geht nicht nur um Geld“, sagt sie, „sondern auch um Anerkennung.“

In der Sendung hieß es noch, sie verdiene kaum mehr als Hartz IV … 1300 Netto sind aber deutlich mehr. Nun gut – zur Hinrichtung unseres Stauffenberg brauchte man andere Zahlen, das verstehe ich schon. Da braucht man auch nicht darauf hinweisen, das die gute Frau Ralfs auch fünf Jahre „auf Stütze“ gelebt hat und jetzt vor lauter Dankbarkeit zerfließt, weil sie genau jenes Elend durchleben musste, vor dem unser Stauffenberg sie retten wollte. In der Wissenschaft nennt man das das Stockholm-Syndrom:

Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.

Wie brav sie immer zur rechten Zeit ihren Herren zulächelt und den neuen Stauffenberg mit Missachtung straft … weil der sich nicht bei einem Zeitarbeitsvermittler mit Standort in Deutschland und … Polen verdingt (siehe „über uns“ der Firma).  Opfer mit Stockholm-Syndrom kann man sogar dafür benutzen, ihre eigenen Folterer zu lieben: das dann öffentlich aufzuführen, macht jeden Terror gesellschaftsfähig und jede Vergewaltigung zum Beglückungsakt.

Ich kenne viele Mensche, die so denken, weil sie den Kämpfen mit harten Bandagen auf dem Arbeitsmarkt nicht gewachsen sind und froh und dankbar sind, eine Nische gefunden zu haben, in der sie für wenig Geld Unterschlupf finden, anstatt sich mit ihren Fähigkeiten (richtig putzen zu können ist eine Kunst, die nur wenige verstehen) als Konkurrenz zum Zeitarbeitsgiganten aufzustellen.

Natürlich brauchte man zur Komplettierung der Runde noch eine Linke, von der man wusste, das sie Differenzen mit dem Delinquenten hatte. Die wurden auch offen angesprochen, um die Linke öffentlich von der Wahnsinnsidee des Bedingungslosen Grundeinkommens abzugrenzen. Noch ein Punkt für die Systemschoner.

Nicht fehlen durfte natürlich auch eine klassische Leistungsträgerin – eine Millionärsgattin, die mit dem Geld des Großhändlers für Lacke und Farben ein eigenes, kleines Geschäft aufbaut, um  nicht völlig als nutzloses Anhängsel des Vermögens ihres Gatten dazustehen. Auch sie ist medienerfahren:  ob es um das perfekte Promi-Dinner geht, peinliche Slip-Blitzer einer Frau, die mit Gewalt wie Paris Hilton wahrgenommen werden möchte oder ob sie bei Maischberger im Jahre 2011 über Möpse philosophiert (siehe Süddeutsche): die Frau beweist regelmäßig ihre Qualitäten.

In diese Wolfsgrube wird nun unser Herr Stauffenberg eingeladen …  analog dazu wäre das Bild von vier Gestapoleuten, die ihn mit der Begründung abholen: „Herr Stauffenberg: der Führer möchte mit ihnen persönlich ihre Umsturzpläne besprechen“ … immerhin war er gewarnt, aus diesem Grund hatte er auch eine Richtigstellung zu Angaben seiner Person an das ARD gesandt (siehe Homepage Ralph Boes, Eintrag zum 2.12.2012)

Man hätte vielleicht einfach auch mal brisante Leute einladen können, die uns kurz erklären, warum Arbeit im Jahre 2012 nicht die erste Wahl der Freizeitbeschäftigung sein sollte, z.B Peter Straub, siehe Karriere.de:

Herr Straub, Sie sagen, dass sich der Kapitalismus reformieren, zum Kapitalismus 2.0 werden muss. Warum?

Die jetzige Form hat uns schnurstracks in die Krise geführt. Die Vorgaben des Wirtschaftssystems führen zu extremem Kurzfristdenken. Durch das Quartalsdenken werden etwa die Ausgaben kurzfristig eingefroren, um die Zahlen aufzuhübschen; Restrukturierungen werden von den Finanzmärkten begrüßt, beeinträchtigen jedoch die langfristige Unternehmensentwicklung. Die Idee vom Shareholder-Value suggeriert, dass Unternehmen einzig ihren Investoren verantwortlich sind. Heute sind das auch Investoren, die eine Aktie zum Teil nur noch Bruchteile von Sekunden halten. 

Und gerade solche Investoren sind … diejenigen, die zu der Talkshow eingeladen wurden. An jenem Wahnsinn, dem langfristige Unternehmensentwicklung völlig egal sind, verdienen alle diejenigen, die ihr Geld anlegen – und deshalb bekommt Frau Ralf keine 18,82 Euro die Stunde, die sie für ihre Arbeit verdient hätte. Doch doch – meine Mutter hat in dem Alter auch als Putzfrau gearbeitet – ich weiß, wovon ich rede. Und sie soll jetzt mit 78 den Schneedienst der Gemeinde für ihre Straße übernehmen – ohne Bezahlung. Sollte auch noch mal erwähnt werden.

Ein Mensch wie Herr Straub hätte dem Ergebnis aber geschadet … und so konnte sich ein Herr Alt als weiser alter Mann profilieren (ein elder statesman, den man kaum besser hätte erfinden können), der den fleissigen deutschen Arbeitslosen vor unserem Stauffenberg in Schutz nahm, der Punk Söder durfte seine persönliche Sympathie bekunden, musste aber deutlich zu verstehen gehen, das der liebe Ralph Boes nun wirklich nicht auch noch verlangen konnte, von Frau Ralfs durchgefüttert zu werden.

Schach Matt in vier Zügen – perfekt inszeniert. Ralph Boes hatte bei der Struktur von Anfang an keine Chance – selbst Kommunikationsprofis wären da gescheitert.

Und jetzt wird eingelocht – siehe Focus – mit großer Keule:

Was tun Behörden gegen dreisten Hartz-IV-Abzocker?

Job-Angebote von der Arbeitsagentur hält Ralph Boes für Zwangsarbeit – und macht sich seit sieben Jahren ein gemütliches Leben mit Hartz IV. Was machen die Behörden? Ihnen unterlaufen formale Fehler, Sanktionen müssen sie zurücknehmen….

Diese schlimmen Behörden auch. Die müssen jetzt ganz schnell ganz viel Druck aufbauen.

Ich gebe zu, das ich von dem Auftritt des Herrn Boes nicht begeistert war, noch seine politische Meinung umfänglich teile – aber was hier jetzt an Menschenjagd aufgeführt wird, ist einfach nur abscheulich.

Das erinnert an jene Berichte aus den USA, die ich heute erhielt: man kann ihm nur noch raten, schnell zur Polizei zu fahren, Türen und Fenster fest geschlossen zu halten und hoffen, das die Exekutivmacht der Gemeinde sofort mit gezogenen Waffen zur Hilfe eilt, um die Hyänen einer degenerierten Presse zu verjagen, bevor diese mitleidlosen Medienlumpen sein Leben völlig vernichten.

 

 

 

 

 

 

 

Die Elite der Deutschen? Alles gewissenlose Lumpen, wegen denen das Land zerfällt.

Montag, 12.11.2012. Eifel. Ralph Boes hungert heute den 12. Tag, bisher hat er 2,2 Kilo abgenommen. Sanktionshungern nennt sich das, geschieht im Kampf gegen die asoziale Praxis eines "Sozialstaates", der zu allen sozial ist, die sehr viel haben, aber extrem unsozial wird, wenn Leute zu wenig haben. "Der Teufel scheißt halt immer auf den größten Haufen" - heißt ein alter Sinnspruch, der heute Wirtschaftsprogramm geworden ist. Doch gehen wir mal fort von dem Unrecht, das den Armen dieses Landes widerfährt und hin zu den Abenteuern, die der Mittelstand zu bewältigen hat. Bei uns im Dorf geht jetzt der Pleitegeier in großem Ausmaße um, sogar das Fernsehen war schon da. Wo das Dorf liegt, ist eigentlich egal, was dort geschieht, aber nicht. Dabei geht es mir gar nicht um jenen Nachbarn, der sein Haus verkaufen musste um die Medizin für seinen Sohn zu bezahlen, die die Krankenkassen nicht mehr finanzieren wollten (die brauchen das Geld für ihre Überschüsse, von denen sie sich dann fette Gehaltszulagen gönnen können) - das Haus ist jetzt übrigens in der Zwangsversteigerung, der Sohn hatte keine Zeit, auf einen Käufer zu warten. Nein, es geht um jene Nachbarn, die jetzt eine neue Straße bekommen: eine EU-Richtlinie muss durchgeführt werden, der alte Schotterweg wird aphaltiert.  Kostenpunkt pro Familie: 30 000 Euro (in Worten: DREISSIGTAUSEND). 60000 für das letzte Hotel im Tal. Sowohl Familien als auch das Hotel werden durch diese Maßnahme in den Bankrott getrieben, erste Häuser stehen zum Verkauf. Die Leute haben das Geld für die EU-Richtlinien nicht, wo sie mit ihren Kindern unterkommen, steht noch in den Sternen. Wenn sie Pech haben, dann kommen ihre Häuser auch in die Zwangsversteigerung - das war es dann für den Rest des Lebens. Von den Schulden kommt man nicht mehr los.

Montag, 12.11.2012. Eifel. Ralph Boes hungert heute den 12. Tag, bisher hat er 2,2 Kilo abgenommen. Sanktionshungern nennt sich das, geschieht im Kampf gegen die asoziale Praxis eines „Sozialstaates“, der zu allen sozial ist, die sehr viel haben, aber extrem unsozial wird, wenn Leute zu wenig haben. „Der Teufel scheißt halt immer auf den größten Haufen“ – heißt ein alter Sinnspruch, der heute Wirtschaftsprogramm geworden ist. Doch gehen wir mal fort von dem Unrecht, das den Armen dieses Landes widerfährt und hin zu den Abenteuern, die der Mittelstand zu bewältigen hat. Bei uns im Dorf geht jetzt der Pleitegeier in großem Ausmaße um, sogar das Fernsehen war schon da. Wo das Dorf liegt, ist eigentlich egal, was dort geschieht, aber nicht. Dabei geht es mir gar nicht um jenen Nachbarn, der sein Haus verkaufen musste um die Medizin für seinen Sohn zu bezahlen, die die Krankenkassen nicht mehr finanzieren wollten (die brauchen das Geld für ihre Überschüsse, von denen sie sich dann fette Gehaltszulagen gönnen können) – das Haus ist jetzt übrigens in der Zwangsversteigerung, der Sohn hatte keine Zeit, auf einen Käufer zu warten. Nein, es geht um jene Nachbarn, die jetzt eine neue Straße bekommen: eine EU-Richtlinie muss durchgeführt werden, der alte Schotterweg wird asphaltiert.  Kostenpunkt pro Familie: 30 000 Euro (in Worten: DREISSIGTAUSEND). 60000 für das letzte Hotel im Tal. Sowohl Familien als auch das Hotel werden durch diese Maßnahme in den Bankrott getrieben, erste Häuser stehen zum Verkauf. Die Leute haben das Geld für die EU-Richtlinien nicht, wo sie mit ihren Kindern unterkommen, steht noch in den Sternen. Wenn sie Pech haben, dann kommen ihre Häuser auch in die Zwangsversteigerung – das war es dann für den Rest des Lebens. Von den Schulden kommt man nicht mehr los.

Das erinnert schon an amerikanische Verhältnisse, über die der Stern augenblicklich berichtet:

Immer mehr Menschen in den USA sind ohne Dach über dem Kopf, obwohl sie einen Vollzeitjob haben – sie leben in Vans. Im ganzen Land entstehen Parkplätze für die neue Klasse berufstätiger Obdachloser.

Odachlos trotz Arbeit – es wird immer verrückter. Ein Drittel der Amerikaner können ihre Hypothekenzinsen nicht mehr bezahlen – der nächste Crash steht direkt bevor und was macht die Regierung, hier wie dort? Pumpt mehr Geld in die Wirtschaft, die damit die Immobilienpreise in den Städten und die Aktienkurse an den Börsen in die Höhe treibt.  Statt Arbeit (und Geld) gibt es Hartz IV (und staatlich verordnete Armut inklusive der Chance auf Hungertod). Aber Forderungen wir „Arbeit statt Hartz IV“, wie sie die AWO aktuell stellt, verhallen hier ungehört. Dafür gibt es auch einen Grund, den Jakob Augstein im Spiegel beschreibt:

Das ist Amerika: Hightech für die Eliten. Entwicklungsland für den Rest.

Sie hassen die Schwulen, die Schwachen und den Staat, sie unterdrücken die Frauen und verfolgen die Einwanderer, und ihr Abtreibungsmoralismus macht auch vor den Opfern von Vergewaltigung nicht halt. Sie sind die Taliban des Westens.

Wer jetzt denkt, das alles ist ja weit weg, der irrt sich gewaltig. Deutschland – kürzlich erst in der Welt als „kleines Amerika“ bezeichnet, nimmt seit Rot-grün den gleichen Schmusekurs mit dem gnadenlosen US-Kapitalismus, was dazu führt, das man auch hier die Schwachen hasst – und wer nicht spontan 30 000 Euro für einen neuen Kanalanschluß zahlen kann, der ist eben schwach. Versteht sich ja auch von selbst. „Die Reichen haben ihr eigenen Infrastruktur“, schreibt Jakob Augstein – und darum sind in den USA selbst heute noch viele Haushalte nach dem Sturm ohne Strom (siehe Spiegel): wer keinen eigenen Generator hat, ist halt schwach … und gehört weg.

Und nun bitte nicht gemütlich zurücklehnen und sagen „ich habe schon einen Kanal, mir kann nichts geschehen“. Pustekuchen – einfach mal in der Welt nachlesen:

Viele Kommunen haben aus Finanznot kurzfristige Kredite zu niedrigen Zinsen aufgenommen. Experten sind alarmiert: Sie könnten zu einer existenzbedrohenden Belastung führen, wenn die Zinsen steigen.

Und jetzt ratet mal, wo die Kommunen dann das Geld hernehmen? Im Ruhrgebiet kenne ich Gegenden, wo die Bürger denn Schneedienst auf Seitenstraßen komplett selbst übernehmen müssen. Dort zum Beispiel, wo meine Mutter wohnt: die darf jetzt mit ihren 78 Jahren die gesamte Straße freihalten – und hat noch nicht mal einen Führerschein. Auch dort ist „Kanalsanierung nach EU-Muster“ ein Supergeschäft, das alle in den Bankrott treiben wird, weil keiner die paar tausend Euro über hat, die dann anfallen.

Aber woran liegt es? Wo ist der Fehler im System, den wir so verzweifelt suchen? Der Schäuble hat ihn gefunden, als er über Griechenland sinnierte, siehe Welt:

Wenn Staaten vor großen Schwierigkeiten stehen, liegt es meistens an einem Versagen der Eliten, und es ist normalerweise nicht die Schuld des kleinen Mannes.

Das sagt er, einfach so. Ich meine: uns hier vor Ort ist das plausibel, wenn wir unsere Familien, Vereine und Freundeskreise so behandeln würden wie die ihre Bürger, dann wäre schon längst Bürgerkrieg ausgebrochen.  Was wäre, wenn wir vom Deutschen Bundestag fordern würden, das er uns Entlassunglisten vorlegt, bevor wie die nächsten Diäten überweisen – solche Listen, wie sie die Troika jetzt von Athen gefordert hat (siehe Spiegel)? Die wären nicht begeistert – und das wird auch nicht geschehen, denn auch für unser System gilt: Hightech für die Eliten. Entwicklungsland für den Rest.

Zum Beispiel für die ehemaligen Bundeskanzler, deren aufwändiger Fuhrpark in der Tat laut Spiegel 1,3 Millionen Euro kosten. Dafür kriegt man 82 nagelneue VW Golf der modernsten Klasse: macht 25 Autos pro überlebendem Altkanzler. Gut – die fahren kein Golf, das Pöbelmobil würden die nie betreten. Für die Exekutive des Kapitalismus werden andere Gefährte gebaut – aber ich denke, es wird den sanktionsverhungernden Ralph Boes freuen zu hören, wohin sein Geld geht. Er leidet nicht umsonst, sondern für den wohlgepolsterten Kanzlerpopo.

Auch sonst zeichnet sich unsere Elite durch einige Kunststücke aus, auf die wir hier im Dorf nie gekommen wären. Zum Beispiel bei Thyssen, siehe Welt:

First Class fliegen, in Fünfsternehotels übernachten und tagelange Safaris: Ein ThyssenKrupp-Vorstand unternimmt Luxusreisen mit Journalisten – dabei ist er für die Konzern-Richtlinien verantwortlich.

So macht die Elite Pressearbeit – das können Arbeitslose nicht. Die können nur durch Hunger auf sich aufmerksam machen, auf Mitleid hoffen und für göttliche Hilfe beten.

Auch die Süddeutsche berichtet über interessante Geschäftspraktiken der Elite und deren Folgen:

Bestechung und Untreue, Geldwäsche und Betrug: Wegen Geschäften mit Österreich ermitteln Staatsanwaltschaften in ganz Europa gegen EADS.

Das war schon immer die Vorgehensweise der economic hit man, so hat man auch Griechenland und Portugal Waffen angedreht, die sie eigentlich nicht brauchen – ist ja kein Krieg, oder?

Die Taliban des Westens halt.

Während oben fleissig geschmiert und geprasst wird, wird es unten immer enger – über 50 % der Beschäftigten fühlen sich überfordert (siehe Wiwo):

Kaum Zeit für das Hobby oder die Familie, Zeitdruck und gesundheitliche Probleme – viele Beschäftigte empfinden ihren Arbeitsalltag als belastend, so die Befragung der Gesellschaft für Konsum, Markt und Absatzforschung.

Das Land wird zum Arbeitslager nach US-Vorbild, was uns jetzt schon einen Ausblick auf unsere Zukunft erlaubt, die sowieso düster ist, weil unsere Rentner für die Bankenabenteuer der EU mit 3,4 Billionen (das sind in Worten DREITAUSENDVIERHUNDERT MILLIARDEN) haften (siehe Welt). Dafür haben wir am Ende der Umverteilung aber viel mehr reiche Banker und werden noch mehr Spiegelbild der USA.

Und was machen unsere Medien? Nun – sie bringen in der Tat an vorderster Stelle die Nachricht, das sich der Johannes Ponader von der Piratenpartei jetzt Socken anzieht, siehe Spiegel. Das kommt davon, wenn man viele wichtige Themen nicht anpacken möchte, weil sonst die schönen Fernreisen in Gefahr geraten. Andererseits macht man sich keine Gedanken darüber, das die Verteidiger der NSU-Neonazi-Killer Sturm, Stahl und Heer heißen (siehe Spiegel): wie ein Sturm aus Stahl brauste schon dereinst das deutsche Heer durch Europa, irgendwie seltsam, das diese verbale Konstellation jetzt zur Verteidigung von Nazi-Mördern auftritt – mit entsprechendem Background:

Heer, Stahl, Sturm – die drei Anwälte von Beate Zschäpe sind allesamt um die 40 Jahre alt und erfahrene Strafverteidiger. Sie vertraten bisher Mörder, Mafiosi und Milieugrößen, Islamisten, Betrüger und korrupte Manager.

Das man sich bei dieser Kundschaft noch „Rechtsanwalt“ nennen darf, ist ein Wunder. Kriminellenbüttel wäre da eher angesagt. Schröder (der mit den 25 nagelneuen VW – Golf im Ruhestand) war übrigens auch Rechtsanwalt, sein Kumpel, bei dem er übernachtet, nachdem er sich von seiner Frau getrennt hatte, auch – mit besten Kontakten zu den Hells Angels in Hannover.

Merkt man langsam, das auch Deutschland ein Problem mit seiner Elite hat? Ich hätte nie gedacht, das ich das mal sage, aber „Danke, Herr Schäuble“ für diese Erkenntnis:

Wenn Staaten vor großen Schwierigkeiten stehen, liegt es meistens an einem Versagen der Eliten.

Nun – Wirtschaftler, Politiker, Journalisten, Anwälte … haben wir sonst noch Eliten, die uns für Gagen von 1000 Euro am Tag um das Ersparte bringen?

Sicher – die Merkel, die aktuell von sich Reden macht, weil sie wieder mal in die Pressefreiheit eingreift. Das hat sie schon einmal getan – völlig ohne Folgen, siehe Freitag:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Eigentlich DER Skandal der Nachkriegszeit – und das endgültige Ende des deutschen Journalismus. Außer einmal im Freitag – und oft hier bei uns – war dieser Akt der Entmündigung des Souveräns aber keinem großem oder kleinem Blatt mal einen Kommentar wert. Aber dafür kriegt man halt 15000-Euro-Reisen geschenkt – das kann einen schon für vieles entschädigen. Und wer besonders spurt, kriegt einen Platz am Tisch der Elite – als Pressesprecher, zum Beispiel.
Wir jedoch, die wirklich wissen wollen, was um uns herum vor sich geht, haben ein Problem: in Deutschland wird uns das niemand sagen. Wie es Jakob Augstein in seinem Kommentar zum Untergang der USA so schön sagte: die Elite hat ihre eigene Infrastruktur – und ich denke, es ist Zeit zu sagen, das auch in Deutschland die Medien in breiter Front zu dieser Elite-Infrastruktur gehören.
Da macht der Freitag keine Ausnahme: kürzlich wurde ich von denen angerufen, weil sie mir ein Abonnement andrehen wollten. Ich berichtete frei und offen von meiner asketischen, epikureischen Lebensweise und von dem enormen finanziellem Aufwand, den so ein Abonnement für mich bedeuten würde und bekam als Antwort – sinngemäß:  „ist ja schade, wenn man arm und auch noch stolz darauf ist“.  Da bleibt einem die Sprache weg – vom „ökologischem Fußabdruck“ ist da schon längst keine Rede mehr: der kann gar nicht groß genug sein, um den Rest der Welt auch noch platt zu treten.  Dabei habe ich mich schon so schön von 4,64 auf 2,83 Erden reduziert (aktuell also ganz knapp unterm Durchschnitt) – aber der Altbau und die ländliche Lage fordern immer noch einen hohen Preis. Schade, das man darauf stolz ist, wenn man 1,81 Erden weniger verbraucht, wirklich schade: das schadet nämlich dem Konsum, dem Kapitalismus, dem Zerfall des Landes und der Lähmung der Politiker.
Nochmal Jakob Augstein:
Wer das für einen Widerspruch hält, hat nicht begriffen, dass Amerika das Land des totalen Kapitalismus ist. Für dessen Funktionieren sind öffentliche Krankenhäuser nicht notwendig und die Energieversorgung privater Haushalte auch nicht. Die Eliten verfügen über ihre eigene Infrastruktur. Der totale Kapitalismus hat die amerikanische Gesellschaft zerfallen lassen und die Regierung gelähmt. Das Schicksal Amerikas ist kein Betriebsunfall des Systems. Es ist seine Konsequenz.
Die Eliten – verantwortlich für die Probleme des Staates – haben ihre eigene Infrastruktur. Die brauchen uns nicht mehr. Dort wie hier.
Fern am Horizont jedoch: Nachrichten aus privater Quelle, die aufhorchen lassen.
80 % der Griechen zweifeln an der Demokratie, so die Deutsch-Türkischen Nachrichten. Während man uns Ponaders Socken vor die Nase hält, brechen demokratische Grundüberzeugungen in Massen weg – aber so etwas sollen wir gar nicht wissen.
In Portugal sind zehntausend Soldaten und Polizisten auf die Straße gegangen (siehe

you tube), weil sie nicht gegen den Bürger angehen wollen, der sich gegen die Spardiktatur wehrt: angesichts des revolutionserprobtem portugiesischen Militärs eine dicke rote Karte für die Elite, von der wir in Deutschland aber nichts wissen sollen – nicht umsonst hat Kanzlerin Merkel die Ausstrahlung entsprechender Filme in Deutschland untersagt.

Apropo Portugal … es lohnt sich, dort mal in die Geschichte zu schauen, in die Geschichte einer faschistischen Diktatur, die durch den „neuen Staat“ (Estado Novo) bestimmt war, siehe Wikipedia:
Politik im Estado Novo war bestimmt durch die Verfolgung politischer Gegner und den Ausgleich der unterschiedlichen Interessensgruppen der das Regime stützenden Machtpole: der Kirche, dem Militär, der Wirtschaft, den Großgrundbesitzern und den Kolonien.
Im Grundsatz versuchte er aber gerade nicht, das Volk zu politisieren, sein Staat wurde oft mit dem Schlagwort „Fado, Fátima e Futebol“ also Musik, Religion und Sport beschrieben, die das Volk ruhigstellen sollten. Politik in den Salazar-Jahren beschränkte sich auf das Austarieren des Einflusses der verschiedenen Gruppen, deren Unterstützung die Regierung benötigte – das Militär, Geschäftsleute und Handel, Landbesitzer, Kolonialinteressen und die Kirche.

Alle politischen Parteien blieben verboten, die Nationale Union, offiziell keine Partei, sondern eine bürgerliche Vereinigung, sollte das Land ruhig halten und verführte ihre Anhänger deshalb eher zu Apathie als zu politischen Diskussionen.

Gut – mit der Kirche gab es später einige Probleme, aber sonst: wenn wir „Religion“ durch „Fernsehen“ ersetzen und „Nationale Union“ durch „Große Koalition“… sind wir wirklich so weit weg von der politischen und wirtschaftlichen Realität eines faschistischen Landes?

Tony Judt beschreibt die Situation Portugals am Ende des Estado Novo so: „Der durchschnittliche Lebensstandard in Salazars Portugal war eher für das kontemopräre Afrika als für das kontinentale Europa charakteristisch: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 1960 gerade einmal 160 Dollar (verglichen mit beispielsweise 219 Dollar in der Türkei oder 1453 Dollar in den USA). Dafür waren die Reichen wirklich reich, starben die Säuglinge häufiger als in jedem anderen Land Europas und waren 32 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.

Ich kann nur sagen: gut das wir den Grad der Faschistisierung eines Landes nicht an seiner Reichtumsverteilung messen oder an der Säuglingssterblichkeit:

In den meisten Industrieländern lässt sich eine erhöhte Säuglingssterblichkeit bei sozial benachteiligten Gruppen nachweisen, dazu zählen in Deutschland etwa arme Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund. 

Auch bei den Analphabeten haben wir bald portugiesische Verhältnisse, siehe FAZ:

Frau Grotlüschens Studie konfrontierte uns mit der Tatsache, das siebeneinhalb Millionen Menschen, im Alter zwischen achtzehn und vierundsechzig Jahren, funktionale Analphabeten sind. Eine konservative Schätzung, betont die Professorin, zumal noch einmal mehr als dreizehn Millionen Menschen hinzukommen, die auch gebräuchliche Wörter nur fehlerhaft schreiben und einfache Texte kaum verstehen. Alle haben die deutsche Schule durchlaufen, weit mehr als die Hälfte der Analphabeten sind deutsche Muttersprachler.

Über die Reichtumsverteilung brauche ich wohl nicht noch gesondert zu reden.

Die Nelkenrevolution in Portugal, bei der junge Offiziere mit dem „neuen Staat“ aufräumten, hat übrigens nur vier Todesopfer gefordert: aus dem Geheimdienstbüro war auf Demonstranten geschossen worden.

Das sind weniger als bei uns im Jahr durch Hartz IV-Sanktionen verhungern.

 

 

 

3.Oktober, Tag der deutschen … Schande. Über die kannibalistische Weltordnung

Mittwoch, 3.Oktober 2012. Eifel. Feiertag.  Wir feiern die Annektierung eines deutschsprachigen Landes, an der sich die Privatwirtschaft auf Kosten beider Staaten mehrere goldenen Nasen verdient hat.  Die lange Zeit ausgegebenen Parolen von der bankrotten Wirtschaft der DDR sind 22 Jahre nach der deutschen Einheit unglaubhaft geworden, Europa ist zum „Kontinent der Arbeitslosen“ verkommen (siehe Süddeutsche). Es mutet seltsam an, das man nach der deutschen Ostpolitik schaut, wenn man nach Lösungen für die europäische Massenarbeitslosigkeit ruft (siehe FTD), denn diese deutsche Ostpolitik darf man getrost als völlig gescheitert bezeichnen.  Man redet zwar von „boomenden Ostregionen“, in denen die Ex-DDR-Bürger nun in Scharen zurückkehren (siehe Welt), aber das gleiche Blatt präsentiert auch nebenbei ganz andere Zahlen: 151 Milliarden steckt der Steuerzahler in den nächsten Jahren noch in den Aufbau Ost, der bei allen entscheidenden Wirtschaftsparametern noch weit hinter dem Westen zurückliegt. Was wird aus dem Geld? Nun – große Westkonzerne verdienen weiterhin gut daran, das im Osten große Flächen betoniert werden, gleichzeitig werden dort Pöstchen geschaffen, um die politische Kaste bei Laune zu halten.  Damit das erwiesenermaßen revolutionsfähige Ostvolk nicht auf dumme Gedanken kommt,  hat die Bundeswehr ihren Schwerpunkt im Osten – anders als die Konzernwelt, von denen sich – trotz steuerlichem Anreiz – kein einziger im Osten niedergelassen hat: besetztes Land ist halt kein Heimatland.

Was brachte uns Westdeutschen die Annektierung der Ostzone? Das Vierte deutsche Reich. Aus der ehedem vorbildlichen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland ist ein ausführendes Organ der Konzerne geworden,  aus der Bundeswehr eine Hilfstruppe der amerikanischen Finanzelite, aus dem Bundeshaushalt ein Füllhorn für Bankenbilanzen, aus unserem Sozialstaat ein entmündigender Zwangsarbeitsstaat, aus unseren Medien Organe einer menschenfeindlichen Konzernpropaganda (man denke nur an die unsäglichen Sendeformate der privaten Medien, die an Menschenverachtung ihresgleichen suchen … und in den Arenen finden, die im alten Rom für soviel Vergnügen sorgten).  Warum wir nach der Wiedervereinigung eine Zunahme diktatorischer Elemente in unserem Alltag finden, wird von den Medien allerdings nicht untersucht: „kritische Berichterstattung“ findet zunehmend nur noch in einigen offiziell verpönten kleinen Widerstandsnestern im Internet statt, Nester, die gespeist werden von einer großen Hingabe und Aufopferungsbereitschaft für die Ideale jener Bonner Republik, die mit der Wiedervereinigung gestorben ist.  Seltsam – es waren gerade diese Ideale, die die Bürger der DDR so angezogen hatten.

Wir betrauern den Verlust unserer westdeutschen, demokratischen Eliteidentität nicht groß, dafür betrauern wir einen „Dirk Bach“ in einem Ausmaß, als ob Christus selbst gestorben wäre: die Medien pflegen ihr Herrrenmenschenstatut inzwischen ganz ungeniert, während sich für die Schicksale  Millionen anderer Menschen keiner interessiert. Es würde mich nicht wundern, wenn hinter dem Opfergang jener nackten Frau, die mit ihren zwei Kindern in den Tod raste (siehe Welt), wieder jenes Monster zu finden ist, das die Demokratie in Deutschland mehr als jedes andere Ermächtigungsgesetz zertrümmert hatte, jenes Gesetz, das die Grundgedanken des sozialen Miteinanders vernichtete und auf subtile Art und Weise die Akzeptanz von Zwangsarbeit als gesellschaftlichen Standard einführte: Hartz IV, getarnt als „Arbeitsmarktreform“, ist real zu einem (auch bewusst so gewollten) Druckmittel geworden, um die gesamte bürgerliche Gesellschaft zu disziplinieren. Das diese Aktion ein voller Erfolg war, merken auch jene Unternehmen, die sich jetzt Kriminalpsychologen ins Haus holen, die sich ansonsten mit Serienkillern auseinandersetzen, siehe Blog von derBund:

Wenn sich Leute nicht informiert, nicht wertgeschätzt oder sogar übergangen fühlen, dann wird ihr Verhalten unberechenbar. Oft regiert dann die Angst und es kommt früher oder später zu Aggressionen. Ich glaube, es waren noch nie so viele Angestellte so ängstlich wie heute. Sie fürchten um ihren Job, um ihr Geld, um die Anerkennung.

Das gilt inzwischen nicht nur für die Schweiz (wie hier im Beispiel) oder für Deutschland (dessen Bürger in erschreckendem Ausmaß immer depressiver werden), sondern für ganz Europa … es wundert da wenig, das es in der ausländischen Presse wieder Bilder von deutschen Regierungsvertretern in SS-Uniform gibt. Die Angst regiert in Deutschland auf allen Ebenen, vor und hinter den Schreibtischen der Job-Center-Mitarbeiter, die mit ihren Zeitverträgen das Elend verwalten sollen, in den Betrieben und Amtsstuben, in den Universitäten und auf den Straßen, eine Angst, die sich jetzt nach willen der Lumpenelite auf ganz Europa ausbreiten soll. Im Kernland der Bewegung, dem neuen deutschen Vierten Reich, ist jeder Widerstand schon längst erloschen: hier agieren nur noch „pseudolinke“ Täuschkörper (siehe WSWS). Man macht sich hier ganz alte, archaische Muster zu nutze: erschieße einfach willkürlich ein paar Leute im Dorf und der Rest wird vor Angst wie gelähmt sein. Hartz IV erfüllt diese Funktion vortrefflich: es trifft Konservative und Linke, Freidenker und Dummköpfe, Fleißige und Faule gleichermaßen – so verbreitet man wahren Terror und verhindert eine demokratieerhaltende Alllianz der Opfer.

Nur ein Wert kann vor dem Terror schützen: Geld. Wer von den Zinsen seines Kapitals leben kann (also viele indirekte Sklaven sein eigen nennt) hat das Ziel des Lebens erreicht und muss nicht mehr vor dem kritischen Augen geringqualifizierter Vorgesetzter ducken, ist dem Fluch der Arbeitslosigkeit durch Alter, Krankheit oder bloßer Willkür des „Vorgesetzten“ für immer entkommen. Aus der demokratischen Gesellschaft ist eine Gladiatorenarene geworden: man schlachtet sich gegenseitig ab, der Sieger wird am Schluss mit reichlich Kapital ausgestattet, das er der Arena entkommen kann: so erhalten gescheiterte Existenzen plötzlich Herrenmenschenstatus in einem Land, das einst die führenden Köpfe der Aufklärung, Musik, Philosophie und Wissenschaft hervorbrachte: Bohlen statt Beethoven ist die Devise.

Es gibt auch kritische Köpfe, die die Bewegung international beim Namen nennen. Jean Ziegler spricht in einem Interview im schweizer „Tagesanzeiger“ ganz deutlich über die kannibalistische Weltordnung, die die ursprünglichen demokratischen Konzepte völlig verdrängt hat – aus diesem Grund können China und die Großkonzerne der Welt ja auch völlig problemlos miteinander kooperieren … mit schrecklichen Folgen für jene Menschen, die ganz bescheiden mit ihrer eigenen Arbeitskraft für den eigenen Unterhalt sorgen wollen, den Bauern dieser Welt:

Diese Bauern haben ein unglaubliches Wissen. Die fehlende Produktivität ist wie gesagt das Resultat von fehlenden Investitionen. Es ist auch ein sehr perfides Argument. Damit wird das sogenannte «Land Grabbing» legitimiert, der grossflächige Erwerb von Ackerland durch ausländische Spekulanten. Inzwischen hat man gemäss Weltbank den afrikanischen Bauern 41 Millionen Hektaren fruchtbaren Boden entzogen. Und was passiert mit den landlosen Bauern? Sie landen in den Slums der Grossstädte, in Drogen, Prostitution, Unterernährung und Massenelend.

Im Prinzip kennen wir das in Deutschland. Deutschland wurde nicht „wiedervereinigt“, die Deutschland AG hat sich den Osten einverleibt, ihn mit Haut und Haaren gefressen, alles nützliche eingesackt und alles Unnütze ausgeplündert und ausgeschieden. Viele sind dadurch sehr reich geworden, andere profitieren heute noch von den Milliarden, die in den Aufbau Ost fließen – einen Aufbau, den die stolze deutsche kapitalistische Wirtschaft nie wollte und aus eigener Kraft auch nicht hinbekommt. Vor unser aller Augen versagt der Kapitalismus in den östlichen Bundesländern, führt vor, das er als Wirtschaftsordnung nur durch milliardenschwere Subventionen funktioniert … und keiner merkt, das hier „die Märkte“ im direkten Systemvergleich ihre Unfähigkeit demonstrieren, eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen.

Wo sind die „blühenden Landschaften“, die durch Wettberwerb und Marktwirtschaft entstanden sind?

Sie existieren nicht, weil wir schon längst eine kannibalistische Wirtschaftsordnung haben, die nur dank der Vernichtung von Wettbewerbern und Marktwirtschaften überleben kann und sich gerade anschickt, ganze europäische Staaten zu vertilgen, während die Steuerzahler der Länder dann für die Kosten der laufenden Verheerungen eintreten sollen.

Wir Deutschen hätten eine einzigartige Chance gehabt, beide System im direkten Vergleich zu studieren, die Schwächen beider Systeme zu erkennen und daraus etwas vollkommen neues, einzigartiges zu erschaffen: das Modell Deutschland für eine bessere Welt. Mit der medialen Dauerpräsenz von Leuten wie Dirk Bach, Dieter Bohlen oder Carsten Maschmeyer wird das allerdings nicht zu schaffen sein – und auch nicht mit spitzfindigen sophistischen Rechnungen wie denen im Stern, nach denen der deutsche Arbeitslose sein Überleben ja nur dem griechischen Millionär verdankt.

Die Deutschen haben einen anderen Weg gewählt, einen Weg, den sie schon unter Hitler gegangen sind: den Weg der „inneren Emigration“, der Anpassung, des Mitläufertums. Während in anderen europäischen Ländern vom großen europäischen Generalstreik geträumt wird (siehe Welt) nicken wir devot immer weitere Griffe in unsere Geldbeutel ab – Rundfunkgebühren für Menschen, die keinen Rundfunk wollen (siehe Welt) oder eine Maut für Straßen, die wir schon längst doppelt und dreifach bezahlt haben (siehe Welt): der Phantasie der verbeamteten Kapitalbüttel sind da keine Grenzen gesetzt.

Verwundert es da das der „Zombie“ zum Hauptsymbol menschlicher Ängste herangewachsen ist? Er symbolisiert die neue Weltordnung des Gegeneinanders, der Ordnung des fressens und gefressen werdens. Während die FSK das mythologische Motiv „Zombie“ zurecht als abartig und scheußlich in die hinterste Ecke verweist, führt die Politik es als sozialen Standard ein: kein Wunder, das Kinder und Jugendliche zunehmen die Orientierung verlieren.

Wer nun denkt, das der Kannibalismus hauptsächlich in der geisteswissenschaftlichen Sphäre verbleibt und es niemals wagen würde, an dem eigenen Kaffeetisch zu erscheinen, der irrt gewaltig. Schon heute ist er ganz real unter uns – und wir akzeptieren ihn völlig, weil er ein anderes Etikett trägt … und weil wir durch die moralische Skrupellosigkeit unserer Zeit schon jegliche Maßstäbe verloren haben, um beurteilen zu können, was dort geschieht, siehe Nachrichten t-online:

Horror in der Wüste: Menschenhändler sollen Hunderten von afrikanischen Flüchtlingen auf der Sinai-Halbinsel gewaltsam Organe entnommen haben. Einer Dokumentation des Senders CNN zufolge, sind die meisten an den Folgen der Eingriffe gestorben. Flüchtlinge, die es über die Grenze nach Israel geschafft haben, lieferten weitere Hinweise auf den Organraub.

Beduinen, die Flüchtlinge über die Grenze nach Israel schmuggelten sowie korrupte ägyptische Ärzte seien die Drahtzieher des Organhandels, heißt es in dem Bericht. Ihre Opfer kämen vor allem aus dem Sudan, Äthiopien oder Eritrea. Ihnen würden Nieren, Leber und andere Organe bei lebendigem Leibe entnommen. Die brutalen Eingriffe überlebten die Opfer in der Regel nicht.

Das ist nichts anderes als Kannibalismus. Bis heute warte ich auf die Nachricht, das Nato-Truppen der industrialisierten Bestialität Einhalt geboten haben … aber die Finanziers jener Truppen brauchen halt diese Organe, vernichten anderes Leben der gleichen Art, um das eigene Leben zu verlängern.

Als „Organspende“ ist Kannibalismus gesellschaftsfähig geworden, mit guten Argumenten als Triumph der Technik verkauft, während man gleichzeitig mit allen Mitteln die Erkenntnisse der Nahtodesforschung unterdrückt … dabei würde uns doch viel Trauer erspart bleiben, wenn wir wieder wissen dürften, das unser Aufenthalt hier auf Erden nur ein kurzer Gastauftritt ist.  Vielleicht würde es wieder etwas Disziplin ins moralische Handeln bringen, wenn wir die Überzeugungen der alten christlichen und nichtchristlichen Religionen untersuchen würden, nach denen es einen „zweiten Tod“ gibt, der jene Seelen ereilt, die sich als unnütz erwiesen haben – womöglich ist „die Natur“ in der Selektion moralischen Abschaums gnadenloser, als unsere bezahlten Priester der Oberschicht schmeichelnd verkaufen wollen. Man findet hier erstaunliche Paralellen … in nahezu allen Kulturen der Welt.

Anstatt das wir aber – strikt vernünftig und entlang der „Kritik der praktischen Vernunft“ des Immanuel Kant unter Einbeziehung eines rationalen religiösen Elementes – eine Kultur der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aufbauen, in der wir den Menschen von allen Gewalten befreien, die ihn bedrohen, bauen wir eine kannibalistische Weltordnung auf, die demnächst dazu führen wird, das wir wieder scheußlichste Bestialitäten im Alltag erleben werden. Gerade wir Deutschen wissen das sehr genau – und könnten aus unserer eigenen Geschichte heraus die Welt vor dem warnen, was da kommen wird: die rücksichtslose industrielle Verwertung von „unwertem“ menschlichen Leben, die mit der gleichen Konsequenz erfolgen wird wie die aktuelle Vernichtung des Kleinbauerntums in Afrika zugunsten der großen, internationalen Konzerne (in deren Front sich China nahtlos einreiht).

Darum eignet sich der dritte Oktober sehr gut als Tag der deutschen Schande, jener Tag, an dem wir Deutschen uns daran erinnern, das wir aus der Geschichte des Dritten Reiches nichts gelernt haben, aus der Geschichte der Einverleibung der DDR nichts gelernt haben und auch aus der Geschichte des schleichenden Untergangs der Bundesrepublik Deutschland nichts lernen wollen.

 

 

 

 

 

 

 

Machtstrukturen

Der Ruf nach einer anderen, alternativen Politik ist überall, außer in den neoliberalen Kreisen, unüberhörbar. Die Frage ist, wie soll sie aussehen und wer soll sie einführen?

Ich will einmal ganz ketzerisch behaupten, eine grundsätzliche Regenerierung der Politik ist unmöglich. Schauen wir auf unsere Politiker, muss jedem klar sein, dass von dort mit Sicherheit kein Impuls für eine Reorganisation ausgehen kann. Doch es gibt ja auch viele andere Gruppen, Gewerkschaften, verschiedene linke Gruppierungen wir MLDP, SAV, Trotzkisten, Kommunisten, die Linke, Piraten und Weitere. Warum also nicht von denen?

Werfen wir einen Blick auf die Vergangenheit. Jahrtausende waren es monarchische Systeme, welche die administrativen Funktionen wahrgenommen haben. Die damit verbundene Macht wurde bereits kurz nach Einführung dieses Regierungsprinzips vererbbar. Die Monarchen waren also der Überzeugung, das Prinzip der Führung eines Volkes sei in ihrer Familie verankert und müsse vom Vater auf den Sohn oder die Tochter übergehen. Man wusste noch nichts von Genen und deren Vererbbarkeit, aber die Überzeugung, dass durch gezielte, selektive Verbindungen der Nachwuchs in den Monarchien zu besonders geeigneten Volksführern werden würden, verbreitete sich dennoch über die ganze Welt und wurde bis in die heutige Zeit auch praktiziert.

Wer die Geschichte ein wenig verfolgt hat musste feststellen, dass dieses Prinzip viele Kranke, mit körperlichen und geistigen Gebrechen hervorgebracht hat. Heute glaubt man zu wissen, dass die inzestuösen Verbindungen der Monarchien untereinander dafür verantwortlich sind. Den jeweils regierenden Monarchen wäre aber nie in den Sinn gekommen, dieses Prinzip wieder zu ändern. Bestärkt wurden sie durch andere Adelsgeschlechter, die hofften, durch Regentschaften für ein unfähiges Mitglied einer Königsfamilie die Herrschaft übernehmen zu können, teils auf Zeit, teils mit Gewalt für immer.

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Dirk Müller über den verarschten Bürger

Wie lange darf der eigentlich noch seine staatszersetzenden Reden halten?

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