Kapitalismus

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Der Kapitalismus und seine Roll-Back-Offensive: Geld gegen Leben

Montag, 6.3.2017. Eifel. Ich würde heute gerne mal über die Gegenwart reden. Eine Gegenwart, von der ich meine, dass sie nicht vollständig begriffen wurde, beziehungsweise nur unvollständig beschrieben wird. Diese Unvollständigkeit hat natürlich einen Sinn: sie nimmt uns die Kraft zum Handeln, weil unsere Weltbilder mangelhaft – oder eben völlig falsch sind. Es hat alles auch mit Mus zu tun – also mit Brei, aber nicht aus Obst. Sozialismus, Faschismus, Feudalismus, Katholiszimus, Protestantismus, Demokratismus …. nein, den letzteren gibt es gar nicht. Das heißt: es gab ihn lange nicht, weil er keinen Sinn machte. Im Laufe des Niedergangs des demokratischen Gedankens kam auch dieser Begriff auf: abwertend wie die anderen (siehe Duden) als formalistische Übertreibung demokratischer Verfahrensweisen. Macht im ersten Moment wenig Sinn – und scheint somit nur ein Kampfbegriff zu sein, um den demokratischen Begriff zu entwerten, denn: Bürokratismus würde ja die Fehlerstellen demokratischer Systeme schon hinreichend genug beschreiben.

Warum geht es bei dem Mus? Um Herrschaft.

Im Sozialismus herrscht die Arbeiter- und Bauernklasse, unschön für das Lumpenproletariat: jene Sozialschmarotzer gelten als Feind des Sozialismus, Marx beschrieb sie wie folgt (siehe Wikipedia):

„zerrütteten Lebeherren mit zweideutigen Subsistenzmitteln und von zweideutiger Herkunft, verkommene und abenteuerliche Ableger der Bourgeoisie, Vagabunden, entlassene Soldaten, entlassene Zuchthaussträflinge, entlaufene Galeerensklaven, Gauner, Gaukler, Tagediebe, Taschendiebe, Taschenspieler, Spieler, Zuhälter, Bordellhalter, Lastträger, Literaten, Orgeldreher, Lumpensammler, Scherenschleifer, Kesselflicker, Bettler, kurz, die ganze unbestimmte, aufgelöste, hin- und hergeworfene Masse, die die Franzosen ‚la bohème‘ nennen“

Heute wären das: Hartz IV-Empfänger und Niedriglöhner. Menschen, aus denen wahrlich kein Cent mehr herauszupressen ist. Manche … waren nur von den Galeeren geflohen, wurden aber vom Sozialismus gleich als Staatsfeinde angesehen und der Arbeitspflicht unterworfen, um Kapitalerträge zu sichern und zu mehren.

Im Faschismus herrscht die Anbetung der nackten Gewalt, das ungebrochene Recht des Stärkeren über die Schwächeren, die es mit allen Mitteln auszumerzen gilt: wie zum Beispiel die Slawen. Gut – die sind nicht ausgerottet worden wie die Juden, aber auch nur, weil die Faschisten den Krieg haushoch verloren hatten. Sonst wären sie – allein aufgrund ihrer Schwäche, hinreichend Rendite für die Zinserwartungen des Kapitals zu erwirtschaften – auch ausgerottet worden … jedenfalls die Minderleister unter ihnen.

Im Feudalismus herrscht eine auserlesene, von Gott berufene Elite über die Untermenschen, die Kaste der Besitzenden hat sich soweit organisiert, dass sie alle Staatsgewalt im Griff hat und sich ihren Reichtum direkt von den Feldern ihrer Bauern holen kann. Im Katholiszismus – mit dem Feudalismus damals personell eng verbunden – herrscht Gottes Sohn als Papst persönlich. Der Feind sind all´ jene, die keine Kirchensteuer entrichten: die Ungläubigen. Sie werden gerne von den Höfen gejagt.

Und der Kapitalismus? Nun … wie wir jetzt bemerkt haben könnten, steht er als treibende Kraft hinter allem, ist eine eigenständige Regierungsform, die nur als solche nicht ausdrücklich behandelt wird. Ja: gruselig, oder? Die ganzen Mus-Bewegungen der letzten Jahrhunderte hatten alle einen gemeinsamen Meister, einen einzigen Herren, der erst sehr spät – nach der französischen Revolution – offen zu Tage getreten ist und heute die ganze Welt beherrscht – wobei ihm egal ist, welche Religion oder welchen politischen Glauben seine ausführende Dienstklasse hat. Schlimm am Kapitalismus: hier unterwirft sich die Menschheit dem Unmenschlichen, dem Geld (bzw. dem größten Geldhaufen), Geldwerte übertrumpfen Menschenrechte, ein künstlich geschaffenes Ding (Geld) übernimmt die Herrschaft über die Menschheit – und die Menschheit beugt sich. Ein Skandal für die „Aufklärung“ seit den Zeiten der griechischen Philosophie: die Götter, die wir abgeschafft haben, sind wieder zurück: die dunklen, bösen, nutzlosen Idiotengötter, die den finstersten Abgründen des menschlichen Geistes entsprangen.

Hört sich schaurig an, oder?

Ist aber wahr. Ich wage auch die Vermutung – wobei ich ein durchaus positives Menschenbild offenbare – dass Auschwitz ohne Kapitalismus gar nicht denkbar wäre: es braucht schon eine unmenschliche Kraft, die als Herrscher anerkannt wird, um solche kalten Orgien der Massenvernichtung durchzuziehen. Und wer sich in den Werken des Historikers Götz Aly mit der Genese der Massenvernichtung im Nationalsozialismus beschäftigt, wird merken, das Kapitalrendite das zentrale, alternativlose Argument für die Massenvernichtung unwerten Lebens war, die natürlich nicht nur die Juden betraf (treue Diener eines Gottes, der – auf dieser Interpretationsebene – der natürliche Feind des Moloch „Geld“ war, weil er Menschen seiner Herrschaft entriss – und zudem offen forderte, dass es keine anderen Götter neben ihm gab; erst recht kein Goldenes Kalb, um das man den ganzen Tag orgiastisch tanzte), sondern alle, deren Arbeit nicht genug Rendite abwarf – mögen sie auch noch so blond, blauäugig und superarisch gewesen sein: wer nicht schuftet bis zum Untergang, ist wertlos. Kennen Sie vielleicht aktuell aus Ihrer Firma.

Merken Sie langsam, wie es Ihnen kalt den Rücken herunterläuft? Nun – zurecht. Wir hatten Revolutionen, Umstürze, Staatsneugründungen, doch eins blieb über 600 Jahre stabil: die reichen Familien Hierzu gibt es eine Studie aus Florenz (siehe Welt), die Rückschlüsse auf die Verhältnisse in anderen Ländern zuläßt. Mammon hat alle geschichtlichen Turbulenzen unbeschadet überstanden, auch wenn der Reichsgraf mancherorts Politikkommissar oder Gauleiter hieß. Und diese Familien planen langfristig, über Generationen hinweg, wobei Heirat eines der zentralen Mittel der Machtvernetzung ist. Gut: 1789 gab es einen kleinen Rückschlag, 1917 auch, ebenso 1949. Aber Rückschläge spornen die Hohepriester des Mammon ja nur an – und das ist, was wir gerade erleben: die Operation Rollback der Kapitalfürsten, die all die vielen Erfolge wieder zurückdrängen will zugunsten eines Systems, in denen ihre Gefolgsleute die politische Macht ausüben … eine Macht, die sie selber gar nicht haben wollen, weil ihnen jede Form von Arbeit, die nicht auf Partys, Bällen und Empfängen erledigt werden kann zuwieder ist.

Ich weiß: schon wieder viele Worte gemacht. Doch bleiben Sie am Ball, denn jetzt: geht es um Sie. Es geht um die flächendeckende Vernichtung von „Familie“ als solche – ein erster Vorbote der kommenden Vernichtungsorgien, ohne die der Kapitalismus letztlich nicht seine Wachstumsraten erzielen kann. Nein – das sind jetzt keine Geheimnisse von Verschwörungstheoretikern, das sind Fakten, die man bei der Bundeszentrale für politische Bildung findet:

„Die Familienpolitik will die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Klingt gut. Doch der Politik geht es nicht um die Familien, sondern um die Wirtschaft, findet der Journalist Rainer Stadler. Die Politik versuche die Familien den Bedingungen des Arbeitsmarktes anzupassen – mit der Folge ganztagsbetreuter Kinder. Das gilt vielen als alternativlos – Kritik daran, gilt rasch als reaktionär.“

Die Familie … das war mal die Keimzelle der Gesellschaft. Noch nicht mal die kann unser Staat noch schützen. Die Familie wird „wirtschaftskompatibel“ gemacht – im Sinne der Rendite:

„Diese Denkweise hat sich bei den Familienpolitikern aller im Bundestag vertretenen Parteien durchgesetzt. Niemand kommt mehr auf die Idee zu fragen: Ist es wirklich familienfreundlich, eine Infrastruktur zu schaffen, deren Zweck vor allem darin besteht, die Familie den ganzen Tag voneinander zu trennen? Ist es wirklich sozial, Betreuungseinrichtungen 24 Stunden am Tag zu öffnen, damit alleinerziehende Mütter spätabends an der Supermarktkasse sitzen oder ihre Nachtschicht als Krankenschwester ableisten können?“

Diese Kinder haben keine Eltern mehr, sie haben Ernährer. Gemeinsames Leben, gemeinsames Lernen, Lachen, Spiel, Spaß, Liebe, Verbundenheit, Verantwortung, füreinander da sein – alles unnütze Beschäftigungen des Lumpenproletariats, der Bohéme, die mit dem Todfeind des Kapitalismus kokettiert: dem Anarchokommunismus, der sich urchristlicher Lehren bedient, um dem Leben jenseits von Macht, Herrschaft und Ausbeutung wieder ein Maximum an Lebensqualität zu verleihen.

Wir marschieren während der Rollbackoffensive des Kapitalismus wieder direkt in die ältesten aller Herrschaftsformen: wo acht Menschen mehr besitzen als die Hälfte der Weltbevölkerung (siehe Spiegel), da sind die alten Gottkönige Ägyptens, die Pharaonen, nicht mehr weit entfernt. Würde mich nicht wundern, wenn es bald Schreine für diese acht Leute gibt, wo man zu ihnen beten kann, um auch ein Stück von ihrem Segen zu erhalten. Die hochachtungsvolle Verehrung von „Promis“ wird ja in unseren Medien schon ausufernd praktiziert – das muss man nur noch weiterdenken.

Es ist wichtig, dass Sie sich das klar machen, denn: ihre Laune hängt direkt davon ab, ihre Resillienz, ihre Widerstandsfähgikeit gegen Propaganda – da liegt der erste Schritt zum Widerstand begründet dass man „Nein“ sagt zum Weltbild des Kapitalimus, „Nein“ zur Vernichtung von Mensch und Umwelt, „Nein“ zu allen Götzen, die sich zum Herrscher über die Menschheit aufschwingen wollen. Ihr persönliches Weltbild hängt direkt mit der Bewertung Ihres Lebens zusammen. Darüber wird wenig gesprochen – weil der Kapitalismus uns ein düsteres Weltbild aufgezwungen hat, das wir kritiklos hinnehmen, ohne zu bemerken, wie sehr uns das den Wind aus den Segeln nimmt.

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Christentum (nicht dem Katholizismus – wohlgemerkt). Der Christ – also: Jesus persönlich – lebt in einer „gefallenen Welt“. Passiert da ein Unglück – ist das normal, liegt nicht am Individuum, sondern an der Grundstruktur einer unperfekten Welt, in der es halt Erdbeben, Raubtiere und Schnupfenviren gibt, die nicht nach der Pfeife des Menschen tanzen. Sie regen sich in einem solchen Weltbild nicht sonderlich über Misserfolge auf: die sind die normale Basis einer gefallenen Welt, in der alles schiefgeht, was nur irgendwie schief gehen kann. Was predigt hingegen des Kapitalismus (in verschiedenen, durchaus auch als „Esoterik“ getarnten Philosophien): geht etwas schief in Deinem Leben, dann … bist Du persönlich falsch, denkst falsch, fühlst falsch, lebst falsch, bis minderwertig – ein Minderleister. Die Welt des Kapitalismus ist durchweg superheil. Machen Sie einfach mal ihren TV-Empfänger an: die Botschaft verfolgt sie täglich mehrfach auf allen Kanälen, vor allem in der Werbung. Klar: wenn die Welt superheil ist, dann … nun, dann können bei Misserfolgen ja nur SIE schuld sein. Anstatt also mal über die Umstände nachzudenken, beschäftigen Sie sich nur mit sich selbst und der Kernfrage ihres Lebens: wie absolut ungenügend ihre ganze Existenz doch nur sein kann, weil Sie noch kein Milliardär sind.

Wie der Katholizismus braucht auch der Kapitalismus ein besonderes, beängstigendes Weltbild. Drohte der Katholizismus mit der Hölle, in die die Seele nach dem Leben fallen kann, droht der Kapitalismus mit etwas noch viel schlimmerem: der endgültigen, absoluten Vernichtung am Ende ihres Lebens. „Leben“ … wird dogmatisch begrenzt auf die Zeit zwischen Geburt und Tod – und Sieger ist, wer am Ende des Lebens am meisten Geld zusammengerafft hat. Da der Geldkreislauf ein geschlossenes System ist, kann man es nur von anderen raffen. Das ist jetzt kein Kommunismus, das ist reine Physik. Dieser dogmatische Lehrsatz -„Sinn des Lebens ist, als Milliardär zu sterben“ – ist der Kern des Kapitalismus, die Basis seines Glaubenssystems. Wer es schafft, am Ende seines Lebens Privatjets, einen Park mit Luxussportwagen, große Yachten und private Schlösser vorzuweisen, der … hat es geschafft. Der ist der Gewinner. „Wer wird Millionär“ – ist der zentrale Antriebssatz dieses Systems … „wer wird glücklich“ ist eine Frage, die nur am Rande gestellt wird, „wessen Leben ist sinnvoll“ wird gar nicht mehr gestellt – bzw. im Sinne des Kapitalismus alternativlos beantwortet: sinnvolles Leben ist jenes, dass dem Chef Gewinne in die Kassen spült.

Wie der Katholizismus hat der Kapitalismus auch seine Inqusitoren aufgestellt, deren Hauptaufgabe es ist, Hexen zu verbrennen bzw. das Volk dazu aufzustacheln, dies zu tun. Unsere modernen Inquisitoren nennen sich u.a. GWUP und Psiram, ihre Aufgabe ist klar definiert: alle Abweichler von der Lehre des Kapitalismus (bzw. seiner wissenschaftlichen Basis des dogmatischen Materialismus des 19. Jahrhunderts unter Ausklammerung aller Fortschritte der Physik in den letzten zweihundert Jahren) zu verbrennen – oder zumindest verbal so übel anzugehen, dass niemand mehr mit ihnen zu tun haben möchte, der nicht selbst in den Fokus des Hasses und des vernichtenden Spotts gegen Andersdenkende kommen möchte.

Die Rollbackoffensive des Kapitalismus läuft auf breitester Front, reicht tief in ihr Privatleben hinein – und wird auch in den nächsten Jahren Konsequenzen für Ihre materielle Versorgung haben – sofern Sie nicht das Wunder verbringen, jedes Jahr noch schneller zu rennen, um ihre vom Chef gesetzten Ziele zu erreichen. Schauen wir hierzu mal nach Griechenland, jenem Land, das wir ja unter fürchterlichen Opfern so großzügig gerettet haben. Ganz offen berichtet die Süddeutsche Zeitung von der drohenden völligen Vernichtung Griechenlands, die jedermann kalt läßt, weil es sich nach dem kapitalistischen Weltbild um wertlose Existenzen handelt, die kein Lebensrecht haben – womöglich, weil sie sich auch der völligen ökonomischen Verwertung ihrer Familien entzogen haben. Es findet eine unglaubliche Hatz nach den letzten Resten Bargeld im Lande statt (bzw. eine komplette Entwertung noch versteckter Bargeldreservern, die das Überleben sichern sollten): wer nicht bargeldlos zahlt, wird bestraft (siehe Focus). Sie können sich gerne bei Reuters über die konkreten Auswirkungen der Armut informieren: zwei Packungen Nudeln im Monat müssen reichen. Das ist momentan der Standard in einem EU-Land, das zudem die Wiege der europäischen Kultur war. Und wir reden den ganzen Tag über Trump und Putin, während EU-Bürger nur noch dahinvegetieren.

Wir können in Deutschland noch nicht mal über Armut reden – über unser eigene Armut. Kaum gibt es einen Armutsbericht, der zeigt, wie die griechische Armut nach Deutschland kommt, schon stehen jene auf, die im Schulterschluss die Vernichtung der Familie im Dienste des Kapitals beschlossen haben und stellen den Bericht in Frage (siehe FAZ), dabei ist schon der Tagesschau zu entnehmen, dass die Armen in Deutschland für das zehn Jahre längere Leben der Reichen bezahlen … ja es sogar – wie bei den alten Pharaonen – mit ihrem eigenen Leben bezahlen. Unsere Wirtschaftsform – die, genau genommen, eine Herrschaftsform ist, tötet Menschen – sagt sogar der Papst (siehe Süddeutsche), die große Offensive des Kapitalismus drängt sogar ihre alten Dienstleister an den Rand. Und hören Sie bitte auf, vom „Neoliberalismus“ zu reden – dieser Begriff täuscht nur vor, es gäbe eine schlechte Form von Kapitalismus … und adäquat dazu irgendwo eine gute Form. Neoliberalismus ist nur das Codewort für Kapitalismus in der Offensive, eine Offensive, die ihm wieder – nach 200 Jahren Schmach und Heimlichkeit – die absolute Oberherrschaft über die Menschheit zurückgeben soll.

Ich möchte Ihnen einen Artikel ans Herz legen, der aufzeigt, dass „die Reichen die wahren Sozialschmarotzer“ sind, ein Artikel, der aufzeigt, in welcher Realität wir gerade leben (siehe Heise):

„Die sozialversicherte Arbeit ist zerstört worden und je weniger man für Arbeit bezahlen muss, umso mehr Profit wird gemacht. Das alles wird nebenbei von den Steuerzahlern finanziert – etwa für Subventionen, Steuererleichterungen und die Zahlung von Hartz IV-Regelsätzen für Berufstätige, die nicht von ihrem Lohn leben können. So bezahlen die Arbeitnehmer für den Abbau ihrer eigenen Rechte, damit die Shareholder dann alles, was die anderen geleistet und erarbeitet haben unter sich aufteilen können.“

Das ist unsere Gegenwart: die Vertreibung von unseren Höfen. So herrschte Feudalismus, Sozialismus, Faschismus im Dienste des Kapitalismus, der mit seiner Geldmacht gerade die schwachen Demokratien zerdrückt oder gleich ganz aufkauft: wir werden von unserer Lebensgrundlage abgeschnitten – vom freien Zugang zum Warenfluss mittels Geld, besser gesagt: von der Ernte unserer Höfe. Da ist historisch das finstere Mittelalter nicht weit hinter uns – wir sind mitten drin, als Flüchtlinge, die täglich ängstlich auf den Briefkasten schauen, ob dort nicht jene Rechnung kommt, jene Kündigung, jene finanzielle Forderung, die uns endgültig auf die Straße treibt. Ganz ungünstige Voraussetzungen für eine Revolution, momentan können wir nur flüchten vor jenen „Mächten und Gewalten“, die sich gerade zurückholen, was sie dereinst verloren hatte. Deren Macht ist inzwischen so groß, dass sie – um nur ein Beispiel zu nennen – ihre ehedem profitablen Ölbohrplattformen vom Steuerzahler abreißen lassen (siehe Tagesschau) anstatt ihren Müll selbst zu entsorgen.

Und eigentlich … können Sie sogar froh sein, wenn Sie ihre drei-Zimmer-Wohlstandsblase in der Innenstadt verlieren, denn genau betrachtet, sind diese Zellen die Motoren der Umweltvernichtung … achten Sie einfach mal drauf, wie viel Müll sie monatlich produzieren. Aktuell hat diese Erkenntnis eine Umweltschützerin zur Aufgabe gebracht, sie hat einen lesenswerten Abschiedsbrief geschrieben, der uns zum Kern unserer persönlichen Existenz im Kapitalismus führt (siehe Umwelt-Watchblog):

„Das, was ich als Ausweg sehe, ist nicht populär. Unser Lebensstil, der nur auf exzessiven Verbrauch aller erreichbaren Güter ausgerichtet ist, muss sich ändern. Wir haben nicht so viel Energie zur Verfügung, wie wir brauchen, um weiterhin alles so zu tun wie wir es derzeit tun. Ein Anfang wäre die umfassende, ehrliche Aufklärung und Information über das, was derzeit geschieht und nicht zukunftsfähig ist.“

Und was gerade geschieht, ist: wir sind alle Teil eines Molochs, der unsere Lebensgrundlage vernichtet. Der Moloch heißt Kapitalismus – und er ist in der Offensive. Also bitte nicht groß wundern, wo die großen Demonstrationen für Frieden und Gerechtigkeit bleiben: wo feindliche Offensiven ihre Opfer durchs Land jagen, ihnen die Höfe nehmen, die Würde, die Freude, die Freiheit (auch die, zwischen konkurrierenden Weltbildern das für sich selbst zu wählen, in dem man sich am wohlsten fühlt), sind erstmal zu wenig Ressourcen für effektiven Widerstand vorhanden. Wir müssen erstmal mit der Erkenntnis leben, dass wir selbst Teil der Offensive des Geldes gegen das Leben sind – etwas, was ich immer merke, wenn ich meinen Plastikmüll herausbringe … und mir bewusst werde, dass ich gerade meinen Teil an der Vernichtung der Lebenswelt meiner Kinder und Urenkel beitrage. Ja – schauen Sie sich mal die Studie über PCB-Belastungen in ihren Wohnungen an: da leben Sie vegan, rauchen nicht, treiben regelmäßig Sport … und kehren jeden Abend in eine krebserregende Gifthölle zurück, der sie gar nicht entkommen können (siehe Stuttgarter Zeitung) – an der aber viele andere gut Geld verdienen.

Schlimm, wenn man über Kapitalismus redet und merkt, dass man auch selbst Teil seiner Offensive „Geld gegen Leben“ ist. Aber – um das nochmal zu erwähnen:

Ein Anfang wäre die umfassende, ehrliche Aufklärung und Information über das, was derzeit geschieht und nicht zukunftsfähig ist.

Und wenigstens daran könnten Sie teilhaben.

 

 

 

Kapitalismus? Abschaffen. Und zwar gestern! Oder … bluten. Und sterben.

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Freitag, 18.11.2016. Eifel. Ja, was verlange ich denn heute von Ihnen? Die mutigste Tat Ihres Lebens: sich gegen die Religion der Gegenwart zu stellen: gegen  Geld, Arbeit, gegen Schulden, Wachstum und Wirtschaft. Jedenfalls … wird man Ihnen erzählen, dass es so wäre, dass dies mein Ansinnen sei. Ich möchte Sie jedoch aufmuntern, gegen Armut zu sein, gegen Hunger, gegen Ausbeutung, gegen Kinderarbeit, gegen Kriege, Arbeitszwang und Massenvernichtung von menschlichem Leben – wozu es irgendwann kommen muss, wenn der Zinseszinszwang die letzten Cent aus den Taschen saugt und einfach kein Geld mehr da ist, alle zu ernähren. Unglaublich? Entsprechende Pläne hegten schon unpolitische Akademiker in den dreißiger und vierziger Jahren bezüglich der jüdischen, russischen und polnischen Bevölkerung: die nicht ausbeutungsfähigen (alte Menschen, kranke Menschen, Kinder) sollten auf Nulldiät gesetzt werden – sprich: verhungern – damit „Das Reich“ in Wohlstand leben konnte. Unpolitische Akademiker? Ja – die machten danach ja übergangslos Karriere in der Bundesrepublik Deutschland, die meinte, auf solche „Fachkräfte“ nicht verzichten zu können. Außerdem – so wurde uns erzählt – war ja Hitler tot und der Faschismus somit bis in alle Ewigkeiten gebannt.

Ich möchte Ihnen zum besseren Verständnis mal eine Geschichte erzählen, in der Sie und ich vorkommen.

Denken Sie sich einfach mal, wir fahren zusammen in Urlaub. Nein, wir fahren nicht: wir fliegen. Nach Neuseeland, da wohnt ein guter Freund von mir, der vermietet dort Ferienzimmer: wir wären herzlich willkommen. Wegen ihm käme ja sogar ich mit, der ansonsten sehr reiseunlustig ist. Neuseeland wird Ihnen gefallen, ist eins der schönsten Länder auf der Erde. Nicht so schön wie die Eifel, auch nicht so umweltfreundlich zu erreichen – aber es ist ja erst mal nur eine Geschichte.

Unterwegs macht die moderne Technik das, was Technik immer und überall macht: sie geht kaputt. Unser Flieger gibt den Geist auf, nicht am Boden, wo es bequem und sicher wäre, sondern in der Luft. Wir stürzen ab. Glück im Unglück beschert uns eine Notwasserung ganz in der Nähe eine unbewohnten Insel, von denen es dort noch tausende gibt (manche von ihnen sind sogar käuflich zu erwerben).

Da sitzen wir nun: anstatt lustiges Treiben im Club haben wir endloses Elend am Strand. Wir können uns kurz freuen, das niemand verstorben ist … doch dann holt uns die schreckliche Realität ein. Wir merken, dass wir leider mit nur mangelhaften Körpern ausgestattet sind. Sie sind zwar bei weitem zuverlässiger als Technik jeder Art, können sich selbst reparieren und mit Energie (Strom) versorgen, besitzen eine der kostbarsten chemischen Fabriken auf Erden (die Leber), können Wärme auch ohne Verbrennungsmotoren erzeugen … aber brauchen permanent Wärme, Wasser und Nahrung, um weiter ihre phantastische Arbeit zu leisten. Einen Tag schaffen wir ohne Wärme, drei ohne Wasser, ein paar mehr ohne Nahrung – doch dann ist mit Funkionsaussetzern zu rechnen.

Wir müssen also schnell starten mit „Wirtschaft“ und die benötigten Elemente heranschaffen. Ich habe wie immer ein Feuerzeug in der Hosentasche, so dass das erste Problem (Wärme) schnell gelöst werden kann. Als Teilnehmer diverser „Survival-Trainings“ rate ich auch schnell zur sofortigen Arbeit: die Zeit läuft. Große Diskussions- und Klagerunden sind zwar menschlich verständlich, führen aber – wie der wache Geist schnell selbst erkennt – nur zu noch mehr Klagegründen. Sicher wird es manche Menschen geben, denen das sofort zuviel ist, die einen Schock haben und versorgt werden müssen. Die müssen gepflegt werden, bis sie die anderen ersetzen können, die sich sofort auf die Suche nach Feuerholz, Essen und Wasser machen. Ja, da dürfen wir sofort aufmerken: außerhalb der menschlichen Gedankengebäude ist Wärme, Essen und Wasser UMSONST, wird einfach von der Natur geschenkt, ist in Hülle und Fülle vorhanden – selbst in ärmsten Ländern, bedarf nur ein wenig Arbeit, um die Früchte zu ernten.

Schnell sind die Aufgaben verteilt, ja nach Höhe des Selbstorganisationsgrades der einzelnen Teilnehmer der Gemeinschaft suchen sie sich die Aufgaben selbst, ist der niedriger (wie bei Menschen aus arbeitsteiligen Gesellschaften üblich), so kann ein Philosoph helfen: das Denken in Bildern und Netzen ist genau das, was man jetzt braucht, weil es schneller funktioniert – ein kurzer Blick genügt schon, um zu  erkennen, dass wir zu wenig Leute für Wasser haben (das wird schneller dringend) und zu viele für Holz (liegt direkt am Strand schon in Massen herum). Jener, der diesen Prozess aushilfsweise organisiert, ist in der Wirtschaft „der Boss“ – er nimmt einem das Denken ab … allerdings sinnvollerweise nur für einen Übergangszeitraum: die Organisation von Ablaufprozessen ist gedanklich sehr anstregend und vor allem: dürfen keinerlei Fehler gemacht werden, weil die Folgen tödlich wären. Jener „Boss“ sitzt also noch am Schreibtisch, während andere schon schlafen: an seinen Planungen hängt viel in der Startphase … aber auch wirklich nur da. Wir können uns auch einen Flieger voller Survivalvolk denken – die brauchen keinen Chef, die wissen schon alles … und wenn die hinreichend sozial sind, dann landen die traumatisierten Schockpatienten auch nicht sofort bei den Fischen im Meer.

Je besser die Arbeit organisiert wird, umso mehr freie Kapazitäten hat man, um z.B. Leuchfeuer zu bauen, die Hütten zu verbessern, Wälder zu roden und mit Anpflanzungen zu beginnen – oder am Strand zu liegen und entspannt einfach mal gar nichts zu tun und sein Leben zu genießen: so, wie es die Schöpfung einst vorgesehen hatte. Drei Stunden Arbeit am Tag für die Grundversorgung – der Rest ist frei. Nun – mit den Survivalfreaks möchte ich nicht gerne dort landen: es sind meist notorische Einzelgänger, nur auf sich bedacht – es gibt einfach herzlich wenig zu lachen mit ihnen, sehe schon vor mir, wei die abends grimmig allein am Lagerfeuer sitzen und an einer mageren Ratte nagen, während wie anderen schon Brot backen, Bier trinken und ausgelassene Feste feiern … dank selbst gebranntem Alkohol.

Ja: dank Arbeit (ohne Schulden, Zinsen und Lohn) haben wir unsere Insel nach einem Jahr in ein Paradies verwandelt, das schöner ist als Neuseeland, es wird unser coolster Urlaub aller Zeiten.

Ab wann kippt das Paradies?

Nun – ab dem Moment, wo sich einer an den Strand setzt und sagt: „Ich mache die Bank“ … und billige Palmblätter gegen Arbeit und Produkte eintauscht. Die Palmblätter – bislang ein vorzüglicher Ersatz für Toilettenpapier – sind auch umsonst in großer Menge vorhanden, aber es „zählen“ auf einmal nur noch die, die sein Handzeichen aufweisen.

Es ist der kritische Moment unserer Gemeinschaft … und der Philosoph zieht sich auch genau in diesem Moment allein in den Wald zurück, um das Beispiel nicht zu gefährden mit seiner blöden Frage: wozu Bank?

Vielleicht stellen sich viele die Frage, doch der Banker ist natürlich ein rhetorisch geschickter Verführer (keine Frage: besuchen sie einfach mal den Anlageberater ihrer Sparkasse und erleben Sie es selbst) und hat eine teuflische Botschaft: wer genug seiner Palmblätter hat, braucht nicht mehr arbeiten, bekommt aber mehr Essen und Wasser als die anderen, ja, kann sich von den anderen sogar einen Palast bauen lassen.

Aufrechte Demokraten, denen der Zusammenhang von Arbeit und Leben noch gegenwärtig ist (darum sind wir ja gerade auf dieser Insel als Modell, um den noch mal klar ins Auge zu fassen), würden den Banker sofort in die Meere zurückjagen – oder ihn zum Holz sammeln auf die andere Seite der Insel schicken. Doch – und hier nähern wir uns der Realität – wo haben wir die noch, die aufrechten Demokraten? Wir haben ja moderne Menschen hier – so wie Sie – die die Verlockungen des arbeitsfreien Lebens, in dessen Mittelpunkt das eigene Ego steht, ohne weiteres zu schätzen wissen, die der Verheißung von grenzenlosem Ausleben aller Wünsche, Träume und Phantasien nicht widerstehen können. Zwar stellen sich auch den Zögernden noch Fragen („wie soll das alles funktionieren – Palmblätter sind doch nicht nahrhaft?“) und diesen Moment nutzen die reiferen Charaktere aus, um den Banker zur Rede zu stellen, vor dem Unsinn zu warnen, der mehr Arbeit für viele bedeutet und die Freizeit enorm einschränken wird, damit wenige Palmblätter verwalten … doch in dem Moment kommt dem Banker eine teuflische Idee: „Wir brauchen eine Regierung!“.

Auf einmal gefällt ihm die Idee der Demokratie, die zuvor – ohne große Tamtam – einfach funktionierte, weil die Menschen Zeit und gute Laune genug hatten, um alle Differenzen friedlich austragen zu können. Nur: es steckt halt auch eine teuflische Idee dahinter, denn: „Regierung“ … ist der Schritt zur Abschaffung der Demokratie.

Natürlich ist die Idee „Demokratie“ verlockend und plausibel – alle machen mit. Warum man nun Menschen, die sich nicht durch Leistung qualifizieren, die man nur in gewissen Momenten abrufen braucht, für alle Ewigkeiten in Herrschaftspositionen setzen muss – völlig unabhängig davon, ob sie wirklich die Qualität zur Führung einer demokratischen Zivilgesellschaft haben oder nur besonders verlogene, hinterhältige und berechnende Karrieristen sind – diese Frage stellt erstmal keiner: er wäre ja sofort ein Faschist. Und wer drängt nun in die Regierung? Nun – die Laumalocher. Jene, die noch nie einen Hammer in der Hand hatten. Jene, die sehen, dass sie dann ganz nahe an dem Palmblatthügel des Bankers sitzen, den sie mit Hilfe der Dümmeren in der Gemeinschaft verteidigen, in dem sie ihnen Waffen besorgen – die ersten Waffen, die blutige Wunden verursachen.

So sprengt der Banker unser Paradies – den Rest sehen Sie in Ihrem eigenen Leben, denn: mit Hilfe der Regierung setzt der Banker neue Regeln durch: „Zinsen“ kommen in die Welt. Wer krank ist und sich zum Überleben zehn Palmblätter leiht, muss elf zurückzahlen. Je länger das System läuft, umso weniger Palmblätter hat die Insel, es wird noch später sogar auf Muscheln und Steine zurückgegriffen – alles wertloser Tand – um das System mit „Tauschmitteln“ auszustatten. Und da sich auf Seiten des Bankers gut leben läßt – die bleiben bei Gewitter und strömendem Regen einfach in der Hütte sitzen und warten darauf, dass die „Arbeiter“ (wie man die anderen,  minderwertigen Gestalten nennt) sie füttern und umsorgen; ja, sie führen sogar den Titel „Arbeitnehmer“ ein – es ist ja der Banker, dessen Futterbedarf den anderen überhaupt die viele zusätzliche Arbeit verschafft, die sie annehmen – weshalb sie „Arbeitnehmer“ werden und er „Arbeitgeber“.

Der Trend zum „Bankersein“ verstärkt sich, da alle merken: die echte Arbeit wird von immer weniger Menschen gemacht, die sich gesundheitlich kaputt malochen. Das Leben verschlechtert sich insgesamt: da immer mehr Menschen frei von Arbeit nur von Palmblättern, Steinen und Muscheln leben wollen, werden die Ressourcen knapp. Anstatt den eigenen Bedarf zu zügeln oder selbst mal mit anzupacken anstatt nur bei feierlichen Eröffnungen Bänder zu zerschneiden, um neue Lustwandelwege für die oberen Zehntausend zu eröffnen, nimmt die Regierung lieber jene ins Auge, die sich nicht wehren können, jene, die ohnehin nur noch verbrauchen, jene Menschen, die von der deutschen Wirtschaft – ob nun im Nationalsozialismus oder in der Bundesrepublik ist da völlig egal, diese Regeln gelten systemübergreifend (wie wir im Alltag ja an allen Ecken und Enden sehen) – als „Ballastexistenzen“ angesehen werden, weil sie dem Banker überhaupt keine Rendite mehr bescheren.

Schleichend und langsam – oder schnell und grausam – werden sie ausgemerzt. Die Art der Vernichtung ist direkt vom Widerstand jener abhängig, die sich nicht dem Banker und seinem Palmblattwahn angeschlossen haben, jenem Wahn, der – dank Regierung – mitlerweile die ganze Insel zu Privateigentum erklärt hat, für das man – sofern man auf der Insel bleiben möchte – „Miete“ zahlen muss … also Zinsen fürs nackte Wohnen, was vorher 100 000 Jahre lang völlig umsonst war. Ist der Widerstand hart und unnachgiebig, werden viele Widerworte gemacht, die Menschen anstecken und aufklären können, wird der Kurs der Vernichtung sanft sein, über „gerechte“ Sanktionen, über schönes Reden von „Fördern und Fordern“; ist der Widerstand aber schwach – oder die Menschen sogar schon so verroht, dass sie über die ihre Mitmenschen hinwegsteigen, die sterbend vor den Palmblattautomaten stehen – dann wird die Vernichtung betriebswirtschaftlich effektiver organisiert.

Wie endet unsere Insel nach hundert Jahren?

So wie wir. Eine kleine Kaste von Asozialen (es reichen zehn Prozent der Gesellschaft, wie bei uns: siehe Spiegel) saugt sich maschinell automatisch die Taschen so voll, dass sie gar nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld, während ein ständig wachsender Teil der Bevölkerung immer schneller rennen muss für immer weniger Palmblätter. Große Sympathie finden die asozialen Gestalten bei ihresgleichen: den Faulen, Asozialen, Laumalochern und Nichtstuern, die gerne für Null Arbeit in Saus und Braus leben. Um das zu tarnen, verwässern sie auch den Arbeitsbegriff und tun so, als wäre ein Tag mit Kaffee, Kuchen und Heizung im Büro ähnlich schlimm wie zehn Stunden Steine kloppen, Kranke und Alte pflegen oder den Acker zu pflügen, als wären „Geschäftsessen“ und „Tagungen“ zu vergleichen mit den Tagen, die Feuerwehrleute und Rettungssanitäter hinter sich bringen müssen, ja selbst Tage im gut geheizten, weich gepolsterten Parlament – von uns anderen als Unterhaltung in der Freizeit auf dem Sofa genossen – werden so hoch gehalten (und dotiert) als entsprechen sie zwanzig-Stunden-Schichten beim Straßenbau im Winter … nur viel viel besser bezahlt.

Straßenbau hat schon einige Menschen zerstört, im Parlament ist noch niemand vor Überarbeitung zusammengebrochen, bezahlt wird es aber besser als die Arbeit auf Ölbohrplattformen, die jederzeit das eigene Leben kosten kann. Der gefährlichste Beruf in Deutschland ist momentan der Gerüstbauer – doch sind es nicht diese Menschen, denen wir das meiste Geld geben. Über ein Viertel aller Arbeitnehmer werden im Laufe ihres Lebens berufsunfähig, bei Gerüstbauern und Dachdeckern sind es über fünfzig Prozent (siehe Statista), doch nicht diese Menschen bekommen das Geld … sondern jene Verwaltungsmenschen in Versicherungen, Banken und Regierungen, die ihnen gerechte Entlohnung des Risikos vorenthalten. Ja – schauen Sie sich mal die Statistiken an: dort, wo viel Geld gemacht wird, ist das Risiko am geringsten, köperlich oder geistig zu schaden zu kommen.

Und nochmal hundert Jahre?

Ach komm – jetzt denken Sie doch bitte mal selbst nach, wo das endet. Ach was – ich sag´ es einfach mal: immer und überall endet Kapitalismus im Faschismus. Der Anspruch auf „die ganze Welt plus fünfundzwanzig Prozent arbeitsfreie Eigenkapitalrendite“ funktioniert nicht, weil nur eine Welt da ist – was die blöden Kapitalisten nicht von ihren strunzdummen Forderungen nach mehr, mehr, immer mehr und nochmal mehr abhält. Es gibt betriebswirtschaftlich unter kapitalistischen Rahmenbedingungen gesehen gar keine Alternative zur Massenvernichtung der unnützen Esser, die nichts anderes leisten können als Rendite zu mindern, in dem sie essen, schlafen, trinken, warm haben wollen und unter sich machen. Man könnte sogar ausrechnen, wann genau der Moment kommt, an dem die Geldgier der zehn Prozent anfängt, an dem Lebensminimum des unteren Drittels zu nagen. In Deutschland haben wir das sogar schon: rotgrün hat erst die Spitzensteuersätze gesenkt … und sich dann das Geld von den Arbeitslosen geholt, die per Gesetz zu „Parasiten“ und „Sozialschmarotzern“ erklärt wurden, mit großer Unterstützung unserer Medien, die auf unsere Insel in Gestalt wandernder Boten unterwegs sind, die mit Trommeln und Trompeten beständig rund um die Uhr die Glaubenssätze der Lumpenelite verbreiten, um jeden eigenen Gedanken zu unterdrücken.

Was uns noch verbindet? Hier und auf unserer Insel gibt es ein „Dschungelcamp“ zur Belustigung der Massen mit enormer politischer Funktion: dort werden Höflinge, die in Ungnade gefallen sind, dem Spott des Pöbels ausgeliefert um ihm für einen Moment eine Illusion von Macht und Gerechtigkeit zu geben, die ihm eine kurze Entlastung schafft: schon die alten Römer wussten, dass man so für Ruhe sorgen kann, ganz nach der Regel der Mafia: erschieße einen, diszipliniere hundert.

Nun werden Sie sich fragen: was macht eigentlich der Philosoph, dessen Aufgabe es ist, „Mind-Maps“ – also: Weltbilder – zu entwerfen, anhand derer Arbeit und Verteilung organisiert werden kann?

Nun – er arbeite erstmal an neuen „Mind Maps“, unauffällig, weit zurückgezogen. Er sieht, dass Blut fließen wird – viel Blut. Leise und unauffällig – in alte Lumpen gekleidet – bewegt er sich durch die Menge der Menschen, sucht die, die für den Neuaufbau nützlich sind. Es gibt keine Alternative zu diesem Blut fließen: Aufstand oder Auschwitz, dass ist hier die Frage. Entweder findet sich ein militärisch hinreichend perfekter Kriegshäuptling, der den Filz mit harter Hand zerschlägt – womit sich der Traum des „gerechten Königs“ Bahn bricht, der die Menschen schon seit Jahrtausenden verführt (und immer nur zum „Tyrannenwechsel“ geeignet ist, wie die Geschichte unserer Revolutionen gezeigt hat), wieder mal erfüllt … oder das System der Ausbeutung kommt zu jenem Punkt, wo „Minderleister“ existentiell zu stören beginnen und ein weniger gerechter Kriegshäuptling die Vernichtung organisiert.

Wie auch immer: es wird der Moment kommen, wo wieder aufgebaut werden muss, wo wir wieder nackt, hungrig, durstig und frierend am Strand sitzen. Und dort muss dann effektiv Arbeit organisiert werden, um Leid zu mindern. Und es gilt, einen Satz – am besten mit den Anspruch eines nicht hinterfragbaren „Wortes Gottes“ – in die Welt zu setzen, einen Leitsatz, der Kapitalismus für immer unmöglich macht.

„Liebt euren Nächsten wie euch selbst“ – war schon mal ein mächtiger Leitsatz, die das mächtige, römische Imperium als äußerst bedrohlich empfand.

Vielleicht … hat der Philosoph auch die leise Hoffnung, dass es endlich mal gelingen möge, den blutigen Krieg der Waffen durch den weisen Krieg der Worte zu  ersetzen, der für alle Gewinn bringen würde. Doch schaue ich mir die Gegenwart an, so schwindet alle Hoffnung. Die Menschen sind sogar immer weniger an der Lage, selbst einfachste soziale System wie „Familie“ am Leben zu erhalten, selbst die winzigste Miniorganisation „Beziehung“ wird immer unmöglicher – wie will man da Hoffnung haben können (über die Gefährlichkeit unsere neuen „Nichtbeziehungen“ siehe Zett), komplexere Systeme erfolgreich ans Laufen zu kriegen.

Die Alternativen zum Kapitalismus sind längst da (um mal wieder eine zu nennen: Treeec) – nur fehlen die Menschen, sie ins Leben zu rufen. Nicht umsonst ist Dschungelcamp Deutschlands erfolgreichste Sendung.

Also … bleibt nur noch die Vorbereitung auf blutige Zeiten, die täglich näher kommen – wie jetzt bei dem erfolgreichen Superkonzern VW, der erstmal 30000 Arbeitsplätze abbaut (siehe Handelsblatt) … innerhalb der nächsten vier Jahre, hauptsächlich in Deutschland. Die wollen halt nicht mehr Autos für alle – sondern mehr Palmblätter für die oberen Zehntausend.

 

 

Die große Lüge vom Kampf gegen „Rechts“.

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5.8.2016. Eifel. Deutschland ist erschüttert. Es befindet sich in einem gigantischen Endkampf gegen die größte Bedrohung, die dieses Land je gesehen hat. Das Ende ist nah, doch die Kräfte des Lichts scharen sich um das Heilige Schwert, um der Dunkelheit den Sieg abzuringen. Nun – so jedenfalls wird es verkauft.

Was ist nun das Dunkle, die böse Saat, der Fluch der Teufel? Ist es die kollabierende Ökosphäre? Ist es die aktuell wieder drohende nukleare Verwüstung der Erde? Oder die aktuell immer weiter fortschreitende Verwüstung der Welt durch irrsinnige Baumaßnahmen – allein Deutschland gibt gerade wieder 236 Milliarden Euro für Autobahnen aus (für Hartz IV zahlt der Bund 22 Milliarden im Jahr – nur mal so erwähnt, um Vergleiche möglich zu machen). Geht es um die rasante Zunahme von Mikroplastik in den Flüssen? Sind endlich die unbekannten Spender des Helmut Kohl aufgetaucht, deren Namen er höher schätzte als seinen Amtseid? Ist es TTIP und CETA, die es ermöglichen, dass Konzerne in Zukunft ohne jedes Risiko und ohne jede Investition riesige Gewinne auf Staatskosten machen können – einfach, in dem sie ihre Projekte in Naturschutzgebieten planen?

Ist es die fortschreitende Militarisierung Europas, die jetzt auch Frankreich ergreift (mit einer neuen Nationalgarde – siehe Spiegel). Sind es die laufenden Waffenlieferungen an Menschenfeinde, die der deutschen Industrie Supergewinne (und: ARBEITSPLÄTZE) bescheren, der zunehmende Einsatz der einst friedlichen Bundeswehr im Ausland, der laufende Massenmord durch Urangeschosse (an dem sich immerhin 30 Länder beteiligen – siehe AG Friedensforschung)? Widmet man sich vielleicht dem größten Massenmord, den Regierungen an ihren eigenen Bürgern veranstaltet haben – dem Mord durch das Plutonium der Atombombenversuche, der durch die größte Anti-Raucher-Kampagne der Geschichte vertuscht werden soll? Ja – das wird womöglich der nächsten große Skandal, ausgelöst durch die Statistik (siehe liebeistleben):

„Japan und Griechenland haben die höchste Anzahl an erwachsenen Zigarettenrauchern weltweit aber die niedrigste Lungenkrebsrate. Im direkten Kontrast dazu weisen Amerika, Australien, Russland und einige südpazifische Inselgruppen die geringste Anzahl an erwachsenen Zigarettenrauchern weltweit auf, haben aber die höchste Lungenkrebsrate.“

Der Skandal? Es ist das Plutonium der oberirdischen Atombombenversuche demokratischer Regierungen, die – trotz besseren Wissens – den Krebs in die Welt gebracht haben. Plutonium verursacht IMMER Lungenkrebs – Zigaretten nur manchmal. Aber diese Plutonium-Geschichte würde zu unangenehmen Fragen über „Regierungen“ führen.

Oder ist es die Tatsache, dass in einer der reichsten Regionen der Welt jedes vierte Kind von Armut bedroht ist (siehe heute) – was als eine weitere Form von organisierter Massenvernichtung angesehen werden kann?

Nun – ich will Sie nicht weiter auf die Folter spannen, weder Kinderpornografie, noch die zunehmende Gewalt in der Ehe, noch die absichtliche Verelendung und Ausplünderung weiter Teile der Bevölkerung sind Ziel dieses Kreuzzuges, sondern … der Kampf gegen „Rechts“.

Bevor Sie jetzt nicken und „aha“ rufen, so als wenn Sie wirklich alles verstanden hätten muss ich ein wenig Einhalt gebieten. Dieser Reflex ist Ihnen nämlich antrainiert – mit viel Übung und Raffinesse. Bevor wir weitereilen, möchte ich Ihnen erstmal die Frage stellen: was ist denn das eigentlich, dieses „Rechts“? Antworten Sie nicht – ich will ein paar Beispiele nennen.

Angela Merkel zum Beispiel: die ist rechts. Ganz eindeutig. Die führende politische Macht in Deutschland (CDU) ist eine rechte Partei. Sie herrscht über viele Gemeinden und Bundesländer, regiert im Bund, preist die Errungenschafen des Kapitalismus (und erhält seine ihn tragenden Banken mit dem 15-fachen dessen, was man für Hartz IV ausgibt), schickt Agenten und Agitateure in fremde Länder, um sich dort – ganz gegen die UN-Verfassung – in deren innere Angelegenheiten einzumischen, deckt Verfassungsbruch ihres Altkanzlers, hat einige dubiose Parteispendenskandale aufzuklären (was wohl nie geschehen wird, es sei denn: „die schwarze Null“ Schäuble erinnert sich endlich, wo die 100000 Mark hin sind, die er persönlich vom Waffenhändler Schreiber in Empfang genommen hat) und ist in ihrer Geschichte bekannt durch vielfache, ausländerfeindliche Aktivitäten (zum Beispiel gegen den Doppelpass, den rot-grün einführen wollte oder durch die aktuelle Kanzlerin, die „Multi-Kulti“ für gescheitert hielt).

Ihr Schwesterpartei CSU – regiert mit absoluter Mehrheit in Bayern – ist ebenfalls eine sich offen bekennende rechte Partei. Ebenso die FDP – wobei die dankenswerterweise noch „Bürgerrechte“ hoch halten .. jedenfalls die von Zahnärzten und Börsengurus. Oder die SPD – die immer links antäuscht um dann rechte Politik zu machen, aber früher wenigsens nochmal echte Linke hatte.

Echte Linke? Gibt es das überhaupt noch?

Nun – in Deutschland sind sie verboten. Seit 1956. Die Alliierten hatten die von Hitler verbotene KPD wieder zugelassen, Hitlers Erben haben sie wieder verboten. NPD war erlaubt. Ach – lassen wir das, ist lange her – und vielleicht verbieten wir ja 2016 endlich auch mal die NSDAP-Nachfolgeorganisation. Und es gibt ja aktuell auch wieder Linke – die MLPD. Sie jedenfalls machen echte linke Arbeit in Kobane und wollen wieder aufbauen, was rechte Militärs zerbombt haben (siehe Spiegel). Gut – es sind Stalinisten/Maoisten – aber doch trotzdem noch irgendwie links, oder?

Wir wollen ja auch keine neue politische Diskussion entfachen, sondern uns um das ultimative Armageddon kümmern: den „Kampf gegen Rechts“. Die „Zeit“ hat mal erläutert, worum es da geht (siehe Zeit):

„Nichts tut so gut wie das Gefühl, gegen Rechts zu kämpfen. Denn dann steht man garantiert auf der richtigen Seite. Wenn es stimmt, was Franz Werfel einst schrieb, dass nämlich neben dem Geschlechtstrieb kein Bedürfnis das Handeln des Menschen so sehr bestimmt wie die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit, dann ist leicht zu verstehen, warum der Kampf gegen Rechts solche Energien freisetzt: Er belohnt den Kämpfer mit einem maßlosen, ja mit dem denkbar größten moralischen Sieg überhaupt. Man stellt sich schließlich – irgendwie, im weitesten Sinne oder so – gegen Hitler und den Holocaust.“

Es kommt sogar noch besser:

„Hinzu kommt, dass Antifaschismus noch nie so billig zu haben war wie heute. Früher konnte er das Leben kosten, heute kostet er nicht mehr als ein Lippenbekenntnis unter Gleichgesinnten – und schon gehört man dazu, zum erlesenen Kreis der Aufrichtigen, Anständigen, Tapferen. Die Kämpfer gegen Rechts bilden den Adelsstand der aufgeklärten Gesellschaft. Oder noch einen Schuss polemischer: Hier findet ein Ablasshandel statt; die moralische Überlegenheit kann man einfach erwerben, indem man dem Kampf gegen Rechts beitritt.“

Vor allem einfach: man muss nicht „für“ etwas sein, es reicht, „gegen“ etwas zu sein, etwas, was man nicht genau bestimmen kann, was aber alle „rechts“ nennen … und das in einer Gesellschaft, die „links denkt und rechts handelt“ – so jedenfalls beschreibt uns der Soziologe Armin Nessehi (siehe Deutschlandfunk). Und in der geifernden, eifernden Sucht nach moralischer Überlegenheit wird blind um sich geschlagen – mangels echter Gefolgsleute der NSDAP sucht man – nur zum Zwecke der Demonstration der eigenen Überlegenheit – beständig mehr „Rechte“, an denen man seine eigene Überlegenheit demonstrieren kann … „Rechte“, die nicht etwa in Folge eines demokratischen Diskurses als solche im Dialog herausgearbeitet werden, sondern „Rechte“, die per Beschluss privater Organisationen als solche bestimmt werden.

Eine dieser Organisation kommt – auch von unserer Seite aus – zunehmend unter Beschuss – gemeint ist die Antonio Amadeau-Stiftung (warum die nur – in rassistischer Verniedlichung – den Vornamen des „Negers“ benutzen .. wie alle Sklavenhändler vor ihnen … erschließt sich dem Laien nicht. Eine „Herr Kiowa-Stiftung“ hätte ihm mehr Ehre angedeihen lassen). Nun wird dieser „Beschuss“ gerade thematisiert (siehe Tagesspiegel):

„Die Stiftung selbst bestreitet, bei ihrer Arbeit auf dem linken Auge blind zu sein. Sprecherin Sofia Vester verweist darauf, dass regelmäßig auch linksextremistischer Antisemitismus thematisiert worden sein, ebenso wie linke Verschwörungstheorien oder auch Antisemitismus unter Flüchtlingen“.

Auf ihrer Titelseite sammeln sie ganz groß „Spenden gegen Rechtsextremismus“, aber sind auch gegen „linke Verschwörungstheorien“, „linksextremen Antisemitismus“ und Antisemitismus unter Flüchtlingen. Wäre cool, wenn man das auch irgendwie in die Produktbeschreibung unterbringen könnte. Natürlich ist es in Ordnung, wenn man selber Verschwörungstheorien bildet (scheinbar sind nur die linken Verschwörungstheorien pfui) und sich eine große Hetzjagd gegen die arme, sich selbst beweihräuchernde Elite herbeiträumt – eine Hetzjagd, die von einem ominösen Mob, von bildungsfernen Schichten, vom Untermenschen, ja … früher hätte man Jude gesagt … ausgeht, ja, von einer „kampagnenhaften Boshaftigkeit“ ist die Rede.

Vielleicht ist die Lösung aber viel einfacher: eine Seite gegen (bislang nicht näher definierten „hate speech“) von Menschen mitgestalten zu lassen, die selber „hate speech“ anwenden, ist einfach Mumpitz … und unglaubwürdig. Ja – ich spreche hier von Julia Schramm, die Dresdener gerne zu Brei bomben würde (wir berichteten) und auch im Ministerim nun auf Kritik stößt:

„Zu Schramm ging das Ministerium derweil auf Distanz: „Einige der von ihr verfassten Tweets überschreiten tatsächlich auch für uns die Grenze zur Hassrede.“

Es gibt eben gute Hassrede und böse Hassrede … das muss man einfach wissen. Gute Hassrede ist die, die moralische Überlegenheit demonstrieren will und so ihren Überlegenheitsstatus manifestiert, ihr Herrenmenschensein legitimieren will, böse Hassrede ist das Gequatsche der bildungsfernen Unterschicht, die … ausgerottet gehört. Sie sind „die Fremden“, die „Anderen“, die „Unteren“, die „Minderwertigen“, die, die aufgrund ihrer Andersartigkeit, die nur als Abartigkeit verstanden werden kann, gar kein Recht auf Leben hätten, wenn die „Guten“ sich nur endlich hemmunglos ausleben dürften.

Das gegen solche Herrenmenschen nun die Staatsanwaltschaft ermittelt (siehe mdr), verwundert nicht: der bessere Mensch stand schon immer über dem Gesetz.

Die Wahrheit? Es gibt viel zu wenig Nazis, an denen sich die viel zu vielen „Bessermenschen“ abarbeiten könnten. Jene, die wirklich noch die Überzeugungen der NSDAP leben, kann man nur noch mit der Lupe suchen – darum braucht man einen verwässerten Begriff von „Rechts“, um sich möglichst viel Feinde einbilden zu können – viel Feind, viel Ehr – und da es um die narzistische Erhöhung der eigenen Persönlichkeit geht, kann man gar nicht genug Ehre (also: Feinde) haben.

Noch mehr Wahrheit? Das „Bessermenschentum“ ist an sich … zutiefst rechts und faschistisch. Darf ich da eine eigene Definiton von „Rechts“ wagen – eine, die sich durch die Geschichte hindurch belegen läßt?

„Rechts“ – im üblen Sinne von „faschistisch“ – ist der blinde Glaube an die Überlegenheit irgendeiner Form von Menschsein gegenüber anderen, im Kern die Bevorzugung feudaler Ordnung (mit „gutem“ Adel gegen „tumbe“ Bauern) gegenüber der sozialen, kooperativen, gemeinschaftlichen, demokratischen Ordnung („ich bin ok, du bist ok“). Die drastischste Ausprägung des Faschismus der Gegenwart(noch nicht mal im Ansatz im Fokus dieser ominösen Stiftung oder jeglichen Kampfes gegen „Rechts“) ist die Kampf der „Leistungsträger“ gegen „Minderleister“ (auch gerne Schmarotzer und Parasiten genannt, denen man besser nichts zu essen gibt), ein Kampf, der schon manchem Minderleister das Leben gekostet hat und sich in nichts (aber auch gar nichts!) vom Kampf des heldenhaften, kampfeswilligen, großen, blonden, blauäugigen SS-Mannes gegen den slawischen Untermenschen unterscheidet, der – da sind sich alle einig – eigentlich gar kein Recht auf Leben hat (weshalb auch die aktuelle „Russenhatz“ eben nicht unter Rassismus fällt – jedenfalls nicht im „Mainstream“, der sie massiv betreibt).

Hier wird – garniert mit linkem Denken (das sich gerne mit völlig ungefährlichen Qualitäten wie Veganismus oder Schutz von Feudalgetier – Hunden und Pferden – schmückt) – echter Faschismus im Alltag praktiziert, im Gleichschritt mit einer internationalen, demokratie- und menschenfeindlichen Konzernjunta, die sich nicht scheut, die gesamte Ökosphäre unter ihren Stiefeln zu zermalmen. Wo finden wir eigentlich die Leute, die sich gegen den wirklichen deutschen Faschimus wenden, die echten Linken, die den Kampf mit dem „rechten“ Leben der Masse aufnehmen? Nun – manchmal noch im politischen Kabarett, wo man weiß, dass „Zweifel“ säen (Zweifel vor allem an Propaganda von Regierung und Konzernen) eine eigene Qualität ist (siehe Max Uthoff in Konkret):

„Aber es gibt Momente, in denen ich nicht an Aufklärung denke, sondern an die Multiplizierung von Zweifeln. Es würde mir schon reichen – und das passiert relativ regelmäßig –, wenn nach der Veranstaltung Zuschauer zu mir kommen und sagen: Danke für das, was Sie machen, weil ich das Gefühl habe, da, wo ich lebe, bin ich allein mit meiner Meinung. Und wenn wir uns die Berichterstattung in den letzten anderthalb, zwei Jahren anschauen, über Griechenland, die Ukraine – sofern man dem Mainstream gegenüber kritisch eingestellt ist, kann es schon sein, dass man in einer kleinen Dorfgemeinschaft oder sonstwo auf verlorenem Posten steht. Insofern macht die Vervielfältigung von Zweifeln oder einer abweichenden Sichtweise … –  na ja, Mut, klingt auch schon wieder so … – vielleicht schafft sie auf eine gewisse Weise Solidarität.“

Doch wer Zeifel sät … ist „Verschwörungstheoretiker“ (links oder rechts ist bei dieser Unkategorie egal), Feind der Menschheit … weil er die Propaganda der Regierung in Zweifel zieht … jenen Regierungen, die nicht zögerten, den Lungenkrebs in die Welt zu bringen, der Millionen tötet (wie erwähnt: Zigaretten machen manchmal Lungenkrebs – die Mehrheit der Raucher bekommt keinen, Plutonium macht immer Lungenkrebs – doch darüber spricht man nicht, obwohl ich gerne Schadenersatz dafür hätte).

Echter Faschismus, echtes Herrenmenschenleben demonstriert der Deutsche im Urlaub, da, wo er sein Stück von dem Beutekuchen der Konzerne abbekommt, wo man für ihn die schönsten Gegenden der Welt zusammengeraubt und mit Betonmauern und Stacheldraht abgeschirmt hat, wo er auch mal für einen Moment „Herr“ sein darf, bevor ihn sein Arbeitssklavendasein wieder dem Burnout näher bringt. Echter Faschismus … zeigt sich ganz offen, ohne dass er überhaupt vom Mainstream noch bemerkt wird (siehe Spiegel):

„Die olympischen Segler müssen in Rio in einer stark verschmutzten Bucht antreten: Fäkalien, Gift, Müll und Schwermetalle belasten das Wasser.“ „Viele Segler, die in dieser Brühe Hochleistungen erbringen und Medaillen gewinnen wollen, bringt das in Rage.“

Dass zehn Millionen Menschen dort tagtäglich mit den Industrieabfällen leben müssen, dass es „unsere“ kapitalistische Produktionsweise ist, die sich dort ungezügelt austobt, dass unsere „Leistungsträger“ letztendlich ihre Boote mit den Gewinnen finanzieren, die aus diesen Verbrechen eingefahren werden … kein Wort davon. Die Untermenschen sollen dort gefälligst verrecken, die Regierung für eine saubere Bucht für den adeligen Segler sorgen … anstatt für den Umbau der ganzen vernichtenden Produktion … wozu auch ein Industriepark des deutschen Bayerkonzerns gehört (siehe Pressebox).

So zeigt sich im angeblichen „Kampf gegen Rechts“, dass wir den Faschismus immer noch nicht verstanden haben, ihn aber weiterhin gerne leben: die „Herrschaft des Stärkeren“ wird in Deutschland immer noch bedingungslos bewundert … solange man zu den Stärkeren gehört – und „Kampf gegen Rechts“ ist nur ein weiteres Instrument der Starken gegen die Schwachen.

Währenddessen stehen Linke mit ihren sozialromantischen Forderungen nach „Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit“, mit ihren Zweifeln an der selbstlosen Aufrichtigkeit von Regierung und Konzern, mit ihrer umfassenden und gut begründeten Kritik an unsere ganzen planetar vernichtenden Lebensform völlig auf verlorenem Posten.

Und die Hassreden im Internet – sind die nun harmlos?

Nein. Nur waren sie schon immer da. Jetzt hören sie alle. Aber es sind – das kann ich als Internetaktivist sagen – verschwindend wenige, hier wie im Alltag. Kein Grund sie als große Bedrohung der Zivilisation überzubewerten – aber eine Möglicheit, das Internet als jenem Ort, wo sich die planetare Zivilgesellschaft etablierte, sobald technisch die Möglichkeit dazu bestand, mit aller Kraft abzuwerten.

Die Menschheit an sich … ist in der Tat eher links.

Anders als ihre feudalen Führer aller Parteien, ihre „Aktivisten“, die sich durch die Bank für was besseres, was edleres, was höheres halten und dementsprechend mehr Ressourcen als der Rest beanspruchen – selbst wenn man zwei Planeten dafür braucht.

Der angebliche Kampf gegen Rechts ist so nichts anderes als ein Herrenmenschenreflex der Meritokratie, die ihren Überlegenheitsanspruch mit dem Kampf gegen eingebildete Nazis festigen möchte.

 

Blitzkrieg der Elite gegen die Demokratie 1976-2016: die Strategie

Montag, 20.6.2016. Eifel. Sie merken doch auch, dass etwas schief läuft, oder? Auf der Straße zum Beispiel: die Leute werden immer gewalttätiger. Oder am Arbeitsplatz, wo sie von Jahr zu Jahr devoter werden müssen, um das Wohlwollen der Hierarchie zu erhalten. Oder daheim, wo man ständig mehr Mühe hat, dass die Gleichung Einnahmen – Ausgaben kein Minus am Monatsende aufweist. Oder in der Schule, wo die alten demokratischen Urwerte „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ langsam der „hemmungslosen Selbstvermarktung ohne jede Verantwortung“ weichen. Oder im Fernsehen, dass von heute auf morgen neue „Feinde“ aus dem Hut zaubert. Ach ja – Fernsehen. Wissen Sie, was Mitarbeiter des Fernsehens selbst über die Qualiltät des Programms äußern? Sie werden es kaum glauben (siehe heise.de):

„Regierungsfromm, tendenziös, defizitär, agitatorisch, propagandistisch und desinformativ: Die ehemaligen NDR-Mitarbeiter Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam kommen im Telepolis-Interview zu einem vernichtenden Urteil, was die Fernsehberichterstattung angeht.“

Na – erkennen Sie Ihre Abendinformation wieder?

Oder die Politik. Linke Politiker machen eine 180-Grad-Wendung und bauen im Namen von „Reformen“ den Sozialstaat ab, eine aus der Friedens- und Umweltbewegung stammende Partei schickt das erste mal seit Hitler wieder Bomber ins neutrale Ausland, ihr „Superstar“ Fischer berät im Anschluss Automobilkonzerne, obwohl Autos nur Sondermüll auf vier Rädern sind, eine ebensolche Wendung erfährt die CDU, die von heute auf morgen zur großen „Pro-Asyl“-Partei wird – nach jahrzehntelanger Ausländerfeindlichkeit (bis hin zu den Plänen Helmut Kohls, die ansässigen Türken wieder aus dem Land zu entfernen). Völlig wirr das Ganze, oder? Währenddessen verfällt die Bevölkerung in eine Art Apathie – was  nicht verwundert: Rechte machen linke Politik, Linke machen rechte Politik (auch die Linkspartei bewegt sich zögerlich in diese Richtung, wenn sie „Regierungsverantwortung“ hat): da soll noch einer mitkommen.

Das war mal anders – und zwar weltweit. Angefangen hatte es in den dreißiger Jahren in der führenden Supermacht der westlichen Welt, den USA. Dort hatte sich ein Präsident mit aller Macht gegen die Macht der Wirtschaft gestemmt, einen „New Deal“ entworfen und durchgesetzt (mit tatkräftiger Hilfe der Gewerkschaften und sympathisierender Bürger, die auf den Straßen standen, um Solidarität und Kampfbereitschaft zu demonstrieren) und der Oligarchie einen empfindsamen Stoß versetzt, nicht so hart aber ähnlich wirksam wie die Revolution von 1789. Darüber wurde viel geschrieben – weniger allerdings über die Operation Backlash – den Gegenschlag der Menschenhalter. Nun – ich nenne sie nur Operation Gegenschlag, wie sie intern bei „denen“ heißt, kann ich nicht sagen. Auch der König verriet den Rebellen nicht, wie er seine Gegenaktionen nannte – noch nicht mal, als man ihm den Kopf abschlug.

Sie könnten davon erfahren – nur: der Film, in dem die Geschichte erzählt wird, ist kaum bekannt – und natürlich gibt es keine deutsche Übersetzung dafür. Erst Recht keine große Werbung: jede Art von Aufklärung über die realen Machtverhältnisse dieser Welt wird von der „Elite“ (so wollen wir diese Gestalten mal eine Weile lang nennen, weil sie sich selbst als solche empfinden) als „Verschwörungstheorie“ diffamiert – womit sie jede Bestrebung schlecht reden, ihre Pläne und Schachzüge der Öffentlichkeit zu unterbreiten und damit gleichzeitig verbreiten, dass alle historische Entwicklung, jedes verabschiedete Gesetz, jede Strategie der Unternehmerverbände nur auf bloßen Zufall beruht und niemals irgendwelche Absichten hat, noch stecken konkrete Pläne dahinter: im Gegenteil – die hochbezahlten Fachkräfte, die die intelligentesten Menschen der Gesellschaft für viel Geld anwerben, Würfeln oder befragen Orakel, wenn sie Entscheidungen treffen … jedenfalls soll uns dieses Gefühl vermittelt werden. Verantwortung für alles Unheil hat nur – das hören wir oft genug – der Verbraucher. Er hat beschlossen, dass die landwirtschaftliche Selbstversorgung abgeschafft wird, er hat beschlossen, sein Leben in Fabriken und Großraumbüros fernab der Familie zu verbringen, ihm ist es zu verdanken, dass die Umweltschäden der kurzsichtigen Produktionsweise die gesamte Ökosphere vernichten, er will ein künstliches Leben, in dem er 14 Stunden täglich mit den Herausforderungen des Alltags beschäftigt ist – anstatt nur drei Stunden wie seine Brüder im Dschungel, er will ein von Autobahnen und Eisenbahnnetzen durchzogenes Land, überteuerte Großstädte mit schlechter Luft und chronischem Lärmterror, er will Fleisch aus erbärmlicher Massentierhaltung, pestizidversuchtes Obst und Gemüse oder mit Quecksilber verseuchtes Grundwasser – die „Elite“ fällt zwar die Entscheidungen (und zwar ALLE, seit dem 18. Jahrhundert), aber die Verantwortung dafür tragen nur SIE, der Feind der Schöpfung.

Der Film heißt „Requiem for the american dream“ und äußert Gedanken, die hierzulande schlicht verboten sind: er beschreibt den „Backlash“, den Gegenschlag der Geldmächtigen aus der Sicht von Noam Chomsky, der als einer der führenden Intellektuellen der US-Gesellschaft gilt und schon während der Studentenproteste der sechziger Jahre verhaftet wurden (siehe Filmstarts.de):

„In über einen Zeitraum von vier Jahren geführten Interviews verdeutlicht der Linguist und Philosoph Noam Chomsky wie wir zu einer nie zuvor dagewesenen Ungleichheit gekommen sind, indem er ein halbes Jahrhundert Politik nachzeichnet, die die Reichen zuungunsten der Mehrheit bevorteilt hat. Er warnt dabei vor einer Entsolidarisierung der Gemeinschaft und rüttelt den Zuschauer auf, für eine gerechte Zukunft einzustehen, die im letzten halben Jahrhundert aus den Augen verloren gegangen ist…“

Chomsky beschreibt die 10 strategischen Zielrichtungen der Geldelite zur Machterhaltung und Machtgestaltung, mit denen sie ihren Blitzkrieg gegen die Demokratie (meine Formulierung) führen, Ziele, die ich hier kurz erläutern möchte. Grundlage für die Operation Gegenschlag waren die viel gescholtenen Proteste in den USA der sechziger Jahre, wo eine ganze Gesellschaft auf die Straße ging und mehr Demokratie einforderte – mehr Rechte für Frauen, mehr Rechte für Menschen anderer Hautfarbe, mehr Rechte für Kinder, Schüler und Studenten … und gegen die renditeträchtigen Kriege der Regierung (allein der Vietnamkrieg hatte der Industrie Aufträge für 10000 Hubschrauber eingebracht: da war viel in die Taschen der „Elite“ zu verteilen). Ich möchte diese zehn Strategien für Deutschland und Europa mit eigenen Worten füllen, dies stellt also keine Inhaltsangabe des Films da, der sich speziell mit der Situation in den USA befasst (von der wir allerdings direkt und indirekt selbst betroffen sind).

Strategie 1: Reduziere Demokratie

Von „exzessiver Demokratie“ war damals in den Gutachten – auch der „liberalen“ Partei – zu lesen, und sie wurde als Gefahr empfunden. Wo käme man denn auch hin, wenn das Volk selbst entscheiden würde? Das weiß man seit dem alten Griechenland: das arme Volk würde entscheiden, dass die Superreichen was abgeben müssten. Es wäre vernünftig und sinnvoll – und würde der Wirtschaft einen gigantischen Schwung verpassen. Unmöglich? Das Geldvermögen der Deutschen liegt bei 5 Billionen Euro. Nehme ich davon 3 Billionen Euro für eine „Sonderabgabe Aufschwung“, kann ich jedem Deutschen 37500 Euro schenken. Das würde in dem Jahr eine Steigerung der Binnenwirtschaft um über 100 Prozent bedeuten – es gäbe mehr Steuereinahmen, mehr Arbeitsplätze, keine Armut mehr. Die Reichen verdienen auch sofort mit: die Verdienststrukturen sind ja weiterhin da. Doch das möchte man nicht – weshalb man die Demokratie „repräsentativ“ hält … und die Repräsententen durch Diäten reich macht, damit sie wissen, auf welcher Seite sie zu  stehen haben. Darum ist dies Ziel Nr. 1: die Demokratie muss abgebaut werden, was dazu führt, dass 70 Prozent der US-Bevölkerung aktuell überhaupt keinen Einfluss mehr auf die Politik haben – in Deutschland und Europa dürften die Zahlen ähnlich sein: wir wählen nur noch die Kellner, aber nicht mehr das Gericht – die eigentliche Grundlage für unsere angebliche „Wahlmüdigkeit“.

Strategie 2: Ideologie formen

Dies geschah schon ab den fünfziger Jahren, für Deutschland hat dies Frank Schirrmacher in seinem Buch „Ego“ hinreichend beschrieben: was, wie und wo gedacht werden sollte, wird vorgeschrieben, die Diskurse in den Talkshows sind heftig – aber nur innerhalb eng gesteckter Grenzen. Es musste eine „Anti-Ideologie“ zur Hippie-Kultur gefunden werden  – man schuf sie, in dem man den „Yuppie“ entwarf (samt einer industriell erzeugten und gesteuerten Musikkultur): junge Menschen, die mit drei Knopfdrücken zu Multimillionären wurden. Dies war  zwar verbunden mit einigen Verlusten, weil die Deppen manchmal zur falschen Zeit den falschen Knopf drückten, doch diese Folgen waren angesichts des Nutzens egal: der Jüngling mit dem Maserati demonstrierte allen politisch Engagierten, was wirkliche, sichtbare Macht bedeutet und zerrüttete so die ganze ehedem rebellische Jugend: für einen Maserati bekam man 10000 treue, gehorsame Gefolgsleute, die auch „Yuppie“ werden wollten anstatt die Welt zu retten – das war ein preiswertes Geschäft, auch wenn es für die eine oder andere Bank den Untergang bedeutete. Nebenher fuhr man eine besondere Philosophie, die man in den Schränken degenerierter Zweige des amerikanischen Protestantismus fand: das „positiv Denken“ als Erfolgsrezept für alle Lebenslagen, welches kurz gefasst besagt: jeder bekommt das, was er verdient. Hat jemand Milliarden, ist er wohl so „gut“, dass er es verdient. Kriegt jemand Hartz IV, ist er so schlecht, dass er es eben verdient (von Auschwitz wollen wir hier gar nicht erst reden, eben so wenig vom Tod im Schützengraben, unter Bombenteppichen, dem Unfalltod oder durch Krebs – auch da gilt das Gesetz, das jeder bekommt, was er verdient). Diese Ideologie wird – beachtenswerter weise – gerade von der „Gegenkultur“ der Esoteriker verbreitet, findet aber auch weiten Anklang bei allen bedeutenden Unternehmensberatern (ohne dass sich da jemand über diese seltsame Allianz groß wundert). Nebenbei rückt er die Reichen an die Seite Gottes – je reicher, umso näher dran. Arme, Alte, Kranke, Ausgebeutete, Vergewaltigte, Ermordete hingegen … sind auf der Gegenseite zu finden. Und natürlich: selbst Schuld.

Strategie 3: Neuordnung der Wirtschaft

Geld braucht zu seiner Vermehrung gar keine Warenproduktion – warum als die Wirtschaft nicht so umbauen, dass die Finanzwirtschaft ein unheimliches Eigenleben führt – dazu müssen nur die staatlichen Regularien abgeschafft werden (was bei uns rot-grün erledigte – und dafür für Riesenverluste auf Seiten der Kleinanleger sorgte). In der Tat machten Großkonzerne wie „General Electric“ in Folge mehr Gewinn mit Finanzspekulationen als mit der Produktion von Strom – so irre das auch für die Volkswirtschaft war, die konkrete Werte anstatt virtueller Werte braucht. Das große Geld aber, die „Plutonomie“, wie laut Chomsky die Banken selbst das System nennen, braucht dies nicht. Das System „kapitalistisch“ zu nennen ist völlig falsch (obwohl alle gerne darüber reden): gehen Banken mangels erfolgreicher Geschäftstätigkeit (oder den Folgen extrem kriminellen Handelns) zwecks Rettung zum Sozialstaat, hat die mit „Markt“ und „Kapitalismus“ nichts zu tun: es ist der tyrannische Luxussozialstaat der Reichen … für Arme jedoch gelten andere Gesetze, lebensbedrohende Sanktionen bei mangelnder Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Mitarbeit bei der Bankenrettung.

Strategie 4: Umverteilung der Lasten

Wir kennen das sehr gut: der kleine Mann bezahlt über 50 Prozent seines „Gewinnes“ (das heißt: der sowieso schon mageren Erträge seiner Erwerbsarbeit) an den Staat – mit steigender Tendenz. Die Großkonzerne – wie Götter als juristische Personen unsterblich, ewig und mächtiger als Staaten – zahlen so gut wie nichts … oder bekommen noch etwas heraus. Dafür finanzieren sie die Wahlkämpfe der Parteien (wie unlängst bekannt wurde, mischen da auch deutsche Konzerne in den USA mit – siehe Managermagazin), liefern Pöstchen bei genehmer Politik (was sogar so weit geht, dass Ex-Bundeskanzler Beraterposten bei Rockefeller/Rothschild-Allianz erhalten – zu dieser Allianz, deren Erwähung schon dazu führen kann, dass man von elitären Kreisen als bekennender Nationalsozialist diffamiert wird, zu der Allianz siehe Spiegel). Noch praktischer sieht man das an den deutschen Autobahnen: während aktuell eine wahnwitzige Neuinvestition von 260 Milliarden Euro für den Ausbau der extrem umweltschädlichen Autobahnen geplant ist (siehe Spiegel) denkt man gleichzeitig an die Privatisierung der Autobahnen (siehe Spiegel), die komplett vom deutschen Steuerzahler bezahlt wurden und ihm voll und ganz gehören: ein Supergeschenk für jene, die sich Autobahnen leisten können von jenen, die gerne Beraterpositionen hätten, um auch endlich dazu zu gehören. Während die Gewinne krimineller Bankgeschäfte den „Bandenchefs“ und ihren Finanziers zufließen, zahlt die Verluste der Steuerzahler – sogar der Hartz-IV-Empfänger mit 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Strategie 5: Zerstörung der Solidarität

Diese Strategie greift die Wurzel des Menschseins an sich an – und die Wurzel der Macht einer jeden Bevölkerung. „Einigkeit macht stark“ – wussten die Menschen seit Anbeginn der Zeiten, dem entgegen wurde die Philosophie des „alles für mich, nichts für die anderen“ gesetzt, der egomane, selbstverliebte, künstlich gezüchtet Konsummensch, der eine unheilige Lebenspartnerschaft mit seinem Fernseher einging, jenem „Herren“, der beschreibt, wie er zu denken, zu fühlen, zu handeln und zu entscheiden hat, wenn er weiter von den Herren der Welt als „Sieger“ betrachtet werden möchte. Gleichzeitig wird aber jener Verbraucher zum „Feind der Menschheit“ erklärt, denn nur er ist voll verantwortlich für alles Ungemach dieser Welt: Wirtschaftskrisen, Umweltzerstörung, Arbeitslosigkeit, Ausbeutung, Lebensmittelverseuchung und Weltkriegen. Mitleid – der klassische Urwert der westlichen Welt (und des Menschen an sich) wird als „Sozialromantik“ verächtlich gemacht, asoziales Verhalten zum Heldentum hochstilisiert: die Armen, Alten und Kranken rutschen in eine Kultur der Verachtung hinein, währen die Soziopathen und Psychopathen sich als Helden feiern dürfen. „Wettbewerbsfähigkeit“ ist das Zauberwort, mit dem man die Gewerkschaften im Zaum hält, „Hartz IV“ die Knute, die die arbeitende Bevölkerung zum still halten zwingt: jeder ist im Wettbewerb der Feind des anderen – wer altert, wird Feind aller.

Strategie 6: Kontrolle über Regularien

Wir hören das täglich, kennen das zur Genüge: es regiert nicht das Volk, sondern der Lobbyist – so erfolgreich, so offen, dass schon 60 Prozent der Deutschen die Mechanismen durchschaut haben  und der Demokratie misstrauen – aber auch zu jenen gehören, die keinerlei Einfluss mehr auf die Politik haben. Wir haben Berichte genug darüber, wie Mitarbeiter der unsterblichen gottgleichen Großkonzerne in den Abteilungen der Ministerien sitzen, um jene Gesetze zu schreiben, die ihren Herren nützen – doch keinerlei Macht mehr, dagegen vor zu gehen.

Strategie 7: Wahlen dirigieren

Wahlen – machen nur Sinn, wenn es erkennbare Alternativen gibt. Heute jedoch begegnen wir in Wahlen gar keinen echten Politikern mehr, sondern nur noch Kunstprodukten der Werbewirtschaft, die zwischen den Wahlen Zahnpasta, Autos, Urlaubsziele und Schlafzimmer verkaufen. Der Politiker ist Ware, künstlich mit viel Aufwand gestaltetes Produkt, fernab jeglicher ideellen Motivation, die für Politik wesentlich sein sollte. Darum … haben wir die oben geschilderten Verhältnisse, in denen gar nicht mehr zu erkennen ist, welche Parteien welche Positionen durchsetzen wollen.

Strategie 8: Den Mob unter Kontrolle halten

1789 will man nicht noch mal erleben. 1918 auch nicht. Streiks, Protestmärsche, Sitzblockaden eben so wenig. Zur Ausübung von Geldmacht brauchen die Diener der Herren der Wirtschaft noch ein hohes Maß an Beweglichkeit im öffentlichen Raum: es wäre unschön, wenn „der Pöbel“, „das Prekariat“, „das Pack“ sich auf den Straßen versammelt um Stärke zu demonstrieren und den Verkehr aufzuhalten, hierzu gilt es vor allem, die Selbstorganisation der Bürger zu verhindern – also Gewerkschaften zu entmachten. Der Weg dazu ist einfach: man gibt ihrer eigenen „Elite“ Pöstchen im Aufsichtsrat, macht sie zu kleinen Reichen, die mit den großen Reichen mehr gemeinsam haben als mit ihresgleichen – so kriegt man sie „mit ins Boot“, um „alternativlose“ Reformen durchzusetzen, die in einer Demokratie nie Aussicht auf Erfolg hätten.

Strategie 9: Für Zustimmung sorgen

Genialerweise zerschägt man nicht nur die Gewerkschaftsmacht (die sowieso in Deutschland dank dem Vernichtungsfeldzug gegen Systemalternativen wie dem demokratischen Sozialismus oder der sozialen Marktwirtschaft enorm schwach und kaum überzeugend ist, weil sie vor Hartz IV nicht schützen kann), sondern entzieht jeglichem Widerstand auch das Personal, in dem man es in einer künstlich geschaffenen Welt gefangen hält, in der nur noch eins wichtig ist: sich selbst darüber zu definieren, was man kaufen kann. Aus dem Leitsatz „ich denke, also bin ich“ – woraus letztlich die Aufklärung, die undogmatische Naturwissenschaft und die demokratischen Revolutionen entsprangen, wurde „ich konsumiere, also bin ich“ – der Erwerb von zunehmend mehr und teureren Statussymbolen (in meiner Schulzeit noch von Lehrern als äußerst sinnloser, umweltschädlicher und persönlichkeitsverzerrender Akt schwacher Charaktere beschrieben – in einem Kolleg mit Schwerpunkt Wirtschaft) wird zum einzigen Lebenszweck der Menschen – was nebenbei dazu führt, dass Umwelt, Gemeinwesen, Familie und Kinder völlig aus dem Blick geraten. Paralell dazu … strebt man die Kontrolle über alle und jeden an, wer keinen Chef aus der Wirtschaft hat, bekommt eine Jobcoach der Arbeitsagentur, der ihn zurück zu der Aufsicht der Wirtschaft führt und sie übergangsweise so lange selbst ausführt, bis ein Chef gefunden wurde. „Bedürfnisse“ werden mit großer Geldmacht künstlich erzeugt, „Bedürfnisbefriedigung“ zum allein gültigen Fetisch erklärt, die jahrtausende alte Erkenntis diverser menschlicher Kulturen, dass die souveräne Herrschaft über die eigenen Bedürfnisse den Menschen ureigentlich vom Tier unterscheidet und eine wichtige Voraussetzung für Lebensglück überhaupt ist, wird völlig ausgeblendet.

Strategie 10 Bevölkerung an die Wand drängen

Eine Erkenntnis, die man seit dem Mittelalter hat (und die in den Blitzkriegen der Wehrmacht oder in Stalingrad bestätigt wurde): jede Armee, jede Macht kann leicht vernichtet werden, wenn man ihr die Lebensbasis Nahrung und Wasser entzieht. Selbst stärkste, bestens ausgerüstete, optimal geführte Kampfverbände werden hilflos, wenn ihre Versorgung nicht klappt: das Gleiche gilt für friedliche, revolutionär gesinnte (also: für Reformen eintretende) Massen. Darum muss der Sozialstaat sterben – und die Menschen gegeneinander geführt werden. Der Arbeiter soll den Leiharbeiter verachten, der Leiharbeiter den Ein-Euro-Jobber, der Ein-Euro-Jobber den Arbeitslosen, der Arbeitslose den Ausländer, der Ausländer den Asylbewerber, Eigenheimbesitzer sollen Mieter verachten, Mieter Obdachlose gering schätzen. Veganer sollen Normalköstler verachten, Atheisten die Anhänger von Religionen, Fußgänger Fahrradfahrer, Fahrradfahrer Autofahrer, Autofahrer den Fernkraftverkehr – so sind alle damit beschäftigt, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen, Lebensmittel, die in irrsinnigen Mengen fortgeworfen werden, werden für Arme knapp gehalten, um eine künstliche Not zu erzeugen, die das ganze System des gegenseitigen Hasses am Leben erhält … und beständig demonstriert, wie leicht und schnell man jeder revolutionären Bewegung die Versorgung kappen kann.

Erkennen Sie die historische Entwicklung der letzten Jahre wieder? Das Jahr 1976 als Startjahr habe ich willkürlich gewählt, es soll nur symbolisch für die „Operation Gegenschlag“ stehen, die in den siebziger Jahren von „der Wirtschaft“ in den USA gestartet wurde, weil – so offizielle Dokumente – „die Wirtschaft die Kontrolle über die Gesellschaft zu verlieren drohte“. Exzessiv wird dieser Gegenschlag seit dem 11.9.2001, seitdem ausgestattet mit großem Rückenwind durch den „Kampf gegen den Terrorismus“, der in schöner Regelmäßigkeit in Europa zuschlägt um Stimmung zu machen gegen die „schwache“ Demokratie, die durch etwas anderes ersetzt wird: der Herrschaft der Plutonomie, die an sich … gar nichts gegen Terrorismus unternimmt.

Dabei wäre es so einfach – weshalb ich diesen kurzen Ausblick auf den Blitzkrieg gegen die Demokratie (der in Deutschland seit 2005 läuft – aber lange vorher vorbereitet wurde) mit einer Alternative schließen möchte (siehe hafawo):

„Weltweit starren Manager fassungslos auf die Firma Semco: Was dort passiert, widerspricht allem, an was sie glauben. Die 3000 Mitarbeiter wählen ihre Vorgesetzten, bestimmen ihre eigenen Arbeitszeiten und Gehälter. Es gibt keine Geschäftspläne, keine Personalabteilung, fast keine Hierarchie. Alle Gewinne werden per Abstimmung aufgeteilt, die Gehälter und sämtliche Geschäftsbücher sind für alle einsehbar, die Emails dafür strikt privat und wie viel Geld die Mitarbeiter für Geschäftsreisen oder ihre Computer ausgeben, ist ihnen selbst überlassen.“

Wirtschaft so geführt, ließe keinen Platz für die Zunahme einer rechtsextremistischen Kultur des Hasses (was meiner Ansicht nach die eigentliche emotionale Wurzel für alle „rechten“ Kulturen ist) wie sie aktuell der geschildert wird (siehe Spiegel).

PS. das Foto zeigt eine explodierte Bombe aus dem  Hürtgenwaldmuseum, Quelle: Autor.

 

 

Margarete Bause, DIE GRÜNEN – Rufmord gegen den Nachrichtenspiegel. Oder die Frage: was ist eigentlich „links“?

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Mittwoch, 15. Juni 2016. Eifel. Ja, es gab hier keine kleine ungewollte Pause meinerseits. Ein Jahrzehnt nach den „rot-grünen“ Reformen entwickelt sich Deutschland – streng nach Maßgabe von McKinsey – zurück zu einem Dritte-Welt-Land: zum ersten Mal seit 56 Jahren durfte ich erleben, wie es ist, eine Woche ohne Telefon und Internet zu sein. Hat es so etwas je gegeben in diesem Land? Klar – das gibt es immer häufiger: wird erstmal der Strom abgestellt, wird es auch mit der elektronischen Kommunikation schwierig, das erleben immer mehr Menschen in Deutschland. Nicht nur ich war betroffen: über 1000 Haushalte im Umkreis durften erleben, was „Krisenmanagement“ in einem dank McKinsey und Renditewahn maximal verschlankten Privatkonzern bedeutet – da geht dann eben gar nichts mehr. Schuld war – vielleicht ein Gewitter. Nun – es bedurfte mehr als ein Dutzend Telefonate (mit Prepaidhandy), bis ich überhaupt die Auskunft bekam, dass eine „Massenstörung“ vorlag, über die „die Techniker nicht gerne reden“. Wer redet denn auch gerne darüber, dass auch die Telekom sich wie jeder andere Privatkonzern (oder der Staat bei der Arbeitslosenversicherung) verhält – renditemaximierend, was heißt: fleißig kassieren, aber nicht liefern.

Es ist viel geschehen in der Zeit, viel, zu dem ich gerne etwas geschrieben hätte. Einiges wird hier noch nachzuarbeiten sein, allein die Anschläge in Orlando zeigen, das ultrarechtes Politikverständnis wieder zu Taten motiviert, die grauenvoll sind: der „Andere“, der „Fremde“, der „Außenseiter“ wird wieder radikal ausgemerzt, weil er kein Recht auf Leben hat – jedenfalls nicht in den Augen seiner selbsternannten Feinde.

Was aber noch geschah: es gab einen Rufmordangriff gegen den Nachrichtenspiegel, er bezog sich auch einen älteren Artikel von mir:

„Wir freuen uns über eine aktive und lebhafte Diskussion. Verlinkungen auf Blogs der neuen Rechten, die gegen unsere Netiquette verstoßen, werden jedoch nicht geduldet und wurden dementsprechend entfernt.“ 

Zu finden beim Facebookauftritt von Margarete Bausem, Fraktonsvorsitzender der Grünen im Bayrischen Landtag (siehe Facebook). Ein Leser hatte ihn dort verlinkt. Zugegeben, der Titel des Artikels „Die Grünen – der letzte Dreck“ (siehe Nachrichtenspiegel) ist wie üblich etwas drastisch gewählt. Da ich mir Gehör verschaffen möchte im Meinungsbildungsprozess der Republik und dies nicht dank der Arbeit meiner Vorväter erhalten kann (die haben mir leider keine Zeitung hinterlassen, dafür selbst gebaute Möbel), wähle ich lieber aufregende Titel als langweilige, gerne auch mit Emotionen untermalt – und als einer jener, die im DFG/VK, in der Bürgerintiative Umweltschutz, in der alternativen Zeitschrift Holzwurm (die „Zeit“ hat uns 1982 mal erwähnt: als „Hinterwäldler“ und „Plärrer“, siehe Zeit – wobei ich doch merke, dass der Eifelphilosoph einer gewissen Tradition treu geblieben ist), im antifaschistischen Aktionsbündnis und diversen anderen alternativen Projekten aktiv war und somit zu den Aktiven jener Bewegung gehörte, aus denen später die „Grünen“ wurde, erlaube ich mir auch das Recht, hier drastisch zu formulieren.

Was enthielt der Artikel?

Nun – einfach nur eine Sammlung von Fakten zu den „Grünen“, wie üblich aus „deutschen Qualitätsmedien“. Es ging um Grüne, die zur AKW-Lobby gewechselt sind, als Lobbyisten bei „Mars incorporated“ landeten, als Berater bei Siemens, BMW, RWE aktiv sind oder sich vom deutschen Zigarettenverband bzw. der Pharmaindustrie anwerben ließen – Menschen, die ihr politisches Mandat zum persönlichen Vorteil gebrauchten und so die „Basis“ verrieten. Nun – mit Verrat an der Basis haben die Grünen Erfahrung. Nur langsam sickert die Erkenntnis durch, dass die Friedensbewegung mit den Grünen eine bellizistische – also kriegstreiberische – Partei geschaffen hat – dank ganz besonderem „Personal“. Der Artikel zitiert eine Studie, die ich hier gerne noch mal bringe, weil sie aktuell bleibt (siehe Matthias Künzel):

Auf der einen Seite ist die Faktenlage über Deutschlands Rolle im Vorfeld dieses Krieges ganz eindeutig. Hier kommen Brigadegeneral Loquai, der kürzlich vom IPPNW für seine Studie über den Kosovo-Krieg geehrt wurde und und der aus dem Inneren des OSZE-Apparats heraus analysierte und mein Buch, dass von außen an diesen Konflikt heranging und besonders die einschlägigen englisch-sprachigen Publiktionen rezipierte, zu ein und demselben Schluß: „Zu einer Zeit“, schreibt General Loquai und ich stimme ihm darin zu, „als die anderen Nato-Mitgliedsländer noch nicht daran dachten, machte sich die deutsche Politik zu einer Speerspitze für einen direkten militärischen Einsatz im Kosovo.“

Ja – „rot-grün“ ist nicht „nur in den Krieg hineingezogen worden“ – sie waren die treibende Kraft hinter dem ersten Auslandseinsatz deutscher Soldaten seit Hitler.

Im Weiteren schrieb ich über den Herrn Kretschmann: ein begeisterter Fan der „Löwendivision“ und Freund der Bundeswehr, deren Jugendoffiziere er gerne in Schulen sieht, wo er erstmal 11600 Lehrer abgeschafft hat. Dafür will er satellitengestützte PKW-Maut – wodurch man jedes Auto gezielt überwachen kann. Ja: so ein echer Grüner ist ein professioneller Wendehals. Dies zu verlinken, verstößt jedoch gegen die „Netiquette“. Habe mir die mal angeschaut (siehe Bause/Facbook): bin weder fremdenfeindlich, noch rassistisch, noch diskriminierend, noch persönlich beleidigend (gut – „der letzte Dreck“ – ist nicht gerade freundlich – aber nichts im Vergleich zu den Leichen, die der Bombenfischer im Kosovo hinterlassen hat – oder der Hartzfischer in dem von ihm selbst erstmal definierten, geschaffenem und in Szene gesetzten „Prekariat“). Der Link hatte einen eindeutigen Bezug zur grünen Partei (die man als solche wohl nicht beleidigen kann), wurde nicht penetrant wiederholt und mir war klar, dass ihn alle lesen können. Sehe da also keinen Verstoß gegen die Netiquette – es sein denn, es gibt noch eine geheime: wer nicht die Grünen und ihre Funktionäre bejubelt, soll draußen bleiben.

Was aber diskriminierend ist: die öffentliche Beschreibung dieses Blogs (und seines Autors sowie die anderen frei schaffenden Akteure) als Teil der (ominösen) „neuen Rechten“. Gut – es war nicht Frau Bause selbst, es war ihr „Team“ – nehme mal an, die üblichen teilgebildeten Praktikanten der „Generation Y“, die gerne mehr Flüchtlinge aufnehmen, damit die Regierung endlich echte Jobs für sie schafft.

Ja, der Autor dieses Artikels wird von dem Herrn Ströbele zu Pressekonferenzen eingeladen, seine Artikel erscheinen unter anderem im „Freidenker“, dem Magazin des deutschen Freidenkerverbandes, in dem Erich Honecker bis zu seinem Lebensende Mitglied war. Wir haben schon für Flüchtlingscamps im Libanon Geld gesammelt, Jahre bevor dieses Thema „in“ wurde, weil arbeitlose Sozialarbeiter im Flüchtling eine günstige Beschäftigungsmöglichkeit und renditegierige Unternehmer in ihnen eine gute Verdienstmöglichkeit sahen – und sammeln auch für jene, die dank „rot-grüner“ Politik in einem der reichsten Länder der Welt vom Hungertod bedroht sind.

Ja: dieser Blog wird im Sinne der alten, antifaschistischen Freidenker geführt: sozial, human, ökologisch, orientiert an Gerechtigkeit und Frieden – und damit sind wir natürlich ein Dorn im Auge der selbstverliebten Pseudolinken, die außen chemisch grün, innen aber eher verwesend bräunlich sind und vor allem dem von McKinsey und Konsorten unterstützten „Putsch von oben“ (siehe hierzu Arno Luik über die „rot-grünen Sozialreformen“ im Stern vom 21.10.2004) treu ergeben. In dem Artikel (im Netz kaum noch zu finden, also: bei Bürgerwelle schauen) warnt Luik:

„Werden die Reformen umgesetzt – und die politisch Handelnden sind dazu verbissen entschlossen -, wird diese Republik eine radikal andere Gesellschaft sein: ein entkernter Staat ohne Gemeinsinn, eine entzivilisierte Gesellschaft. Anfällig für individuelle Aggressionen und für Rechtsextremismus.“

Und was haben wir heute, 2016? Genau das, was er prophezeit hat: eine entzivilisierte Gesellschaft mit starkem Trend Richtung vollbraun, die ihre „Werte“ durch Kindermord in Afghanistan verteidigt und die „Diäten“ ihrer Abgeordneten durch industrielle Massenproduktion von Sondermüll auf vier Rädern erwirtschaften. Ja – unsere Kernindustrie „Auto“ ist vor allem eins: hochgiftig. Man weiß es seit 1989 (siehe Spiegel). Notwendige Konsequenz: die Forderung nach der kompletten Abschaffung des Problems „Auto“. Tatsächliche Konsequenz? Massive Steuererleichterungen für Großkonzerne, die Gemeinden massive Probleme bescheren (aktuell: den Standort Sindelfingen (siehe die Linke BW, auch eine Folge von „rot-grün“, die augenscheinlich ihre „Politik“ wohl als Bewerbungsschreiben für Pöstchen in der Industrie verstanden – und immer noch verstehen).

Jenseits des großen, von Politikberatern anempfohlenen Wortgeklingels offenbart sich grüne Politik als „rechts vom CDU-Mainstream“ – so schreibt jedenfalls Mariam Lau über Winfried Kretschmann (siehe Zeit), der Ex-Chemielehrer und Ex-Kommunist ist neuer „Genosse der Bosse“ (siehe FAZ) und fährt selbstverständlich Mercedes (siehe Abendblatt), „rollenden Luxus“ für 109 677 Euro (minimal, mit Extras kommt man auch über 150 000) und einem Verbrauch von über 10 Litern auf 100 Kilometer (siehe FAZ, wo man auch erfährt, dass man mit dem Elektroantrieb nur 33 Kilometer weit fahren kann – kein Wunder: der Wagen wiegt über zwei Tonnen). Ein Arbeitsloser müßte mit dem Geld für Kretschmanns Auto 22 Jahre auskommen.

Und was finden wir politisch rechts von der CDU? Früher mal nur die NPD, heute auch die Grünen (die schon mal – wie die Piratenpartei – enorme Probleme mit braunen Gesellen in der Gründungsphase in Berlin hatten. Leider – finde ich da im Netz nichts. Sollte man mal eingeben – bevor es ganz vergessen wird).

30 Jahre Grüne – was hat es uns gebracht? Schauen wir uns das Thema „Frauen“ an, ein Schwerpunkt von Frau Bause. Dazu finde ich etwas aus dem Jahre 2013 (siehe Süddeutsche):

„Aus Japan, den USA und Arabien reisen Männer mittlerweile nach Deutschland, ins Bordell Europas. Wie schlimm es um die Sexindustrie hierzulande tatsächlich steht, beleuchtet ein großartiger Film im Ersten. Ohne Pathos und ohne Anklage zeigt er eine Welt, die sich eine Gesellschaft nicht wünschen kann.“

Aber wir haben Dosenpfand. Und sehr problematisch zu entsorgende Energiesparlampen. Eine Frau als Kanzlerin? Kam von der CDU. Ein homosexueller Außenminister? FDP.  Ein Minister mit Migrationshintergund? FDP. Ein Behinderter als Finanzminister? CDU. Ja, schwarz-gelb erfüllte die Forderungen der grünen Basis aus den achtziger Jahren, ohne großes Wortgeklingel, das überließ man lieber den Grünen, der Speerspitze der „verrohten verrohten Bürgerlichkeit“, deren Wählerschaft vor allem aus jenen älteren Herrschaften besteht, die im Bildungs- und Dienstleistungsbereich überdurchschnittlich gut verdienen (siehe Bundeszentrale für politische Bildung) und inzwischen gut ausgebildete Fachkräfte für Lippenbekenntnisse jeder Art sind.

Wie geht es der Umwelt – dank der „grünen Bewegung“? Schlechter denn je. Ökostrom schützt nicht vor Artensterben – oder Klimakatastrophen (siehe aktuell: Spiegel), jedenfalls nicht, wenn man sich dafür ein Automonster gönnt, dessen Umweltschäden sich im Preis überhaupt nicht mehr abbilden lassen. Die grüne Partei: eine Gemeinschaft von Trittbrettfahrern zur Optimierung des eigenen Kontostandes – man lebt „von“ dem Thema Umwelt – nicht „für“ das Thema Umwelt, strebt an, zu jenen „Besserverdienern“ zu gehören, die hauptverantwortlich für die Zunahme der Menschenfeindlichkeit in Deutschland sind (siehe schwäbisches Tagblatt, erläuternd dazu das Handout der „Deutschen Zustände“, Uni Bielefeld).

Ach ja: Thema Frauen. Wie weit die Emanzipation vorangeschritten ist, erlebe ich in unserem Urlaubsort jeden Tag: beim Radfahren fährt der Mann vorne weg, die Frau folgt, im Automobil sitzt das Weibchen still und fügsam auf dem Beifahrersitz – gerade bei kostspieligen Sondermüllderivaten auf vier Rädern. Zustände wie – in Anatolien.

Die Liste des Wählerverrates ließe sich noch ziemlich weit fortsetzen, bleiben wir aber erstmal bei einem Punkt, wegen dem einer unserer Leser (und Gelegenheitsautor) unseren Artikel verlinkt hatte: die Preisverleihung an Joschka Fischer, dessen eigene Firma dank der strategischen Partnerschaft mit Madeline Albright gut floriert, jener Frau, die – roh, wie diese Leute nun mal sind – den Tod von Millionen Kindern billigend in Kauf nimmt (siehe AG-Friedensforschung, Stand 2012):

„Im Mai 1996 wurde die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright im US-TV-Magazin »60 Minutes« zu den Folgen der auf Druck Washingtons verhängten UN-Sanktionen gegen den Irak befragt. 500000 Kinder seien gestorben, »mehr als in Hiroschima«, hieß es in der Moderation. »Glauben Sie, daß es den Preis wert ist?« Es sei eine »sehr schwere Entscheidung«, meinte Albright und bekräftigte dann: »Wir denken, es ist den Preis wert.« Bis heute sterben jedes Jahr mehr als 300000 Kinder im Irak.“

Ja – das ist das Umfeld, in dem sich grüne Helden bewegen. Wer genauer hinschaut, den wundert es nicht (siehe den Artikel über Joschka Fischer im Stern). Jutta Dithfuhrt hielt ihn für ihren „historischen Fehler“ (siehe Frankfurter Rundschau).

Doch bleiben wir beim Thema: dem „neurechten“ Nachrichtenspiegel. Geübt in linker Selbstkritik (ja: sowas machen „Linke“ – auch wenn sie wissen, dass es sie erstmal schwächt) habe ich schnell mal zwei Tests gemacht. Einen in der FAZ („Glückwunsch, Sie sind ein Linker aus altem Schrot und Korn! Sie sind sich treu geblieben und können stolz darauf sein.“) und einen bei Metronaut („Gratulation! Du hast 88% erreicht. Ab 50% bist du linksradikal, ab 75% bist du linksextrem“) … Ergebnisse, die mich erschrecken: offenbar sind ganz normale, humane Ansichten einer demokratischen Bürgergesellschaft schon „linksextrem“ – was zeigt, wie rechtsradikal unsere Wirklichkeit geworden ist (ganz entgegen den verdrehten Annahmen gewisser Strömungen, die unter jahrzehntelanger CDU-Herrschaft eine „links-grün-versiffte“ Republik erkannt haben wollen – was man nur mangelnder Bildung zuschreiben kann).

Meine Ansichten? Nun – habe 2700 Aufsätze darüber geschrieben, die will ich jetzt hier nicht wiederholen. Sie decken sich mit denen des José Pepe Mujica (siehe Netzfrauen):

Schmeißt die Reichen aus der Politik„.

Die Demokratie – hat keinen Platz für Kapitalmacht, die eine repräsentative Demokratie sinnentleert. Demokratie hat auch keinen Platz für Dauerplatzhalter und Berufspolitiker – weshalb es bei den Grünen mal „Rotation“ gab – aus guten Gründen.

Wenn man unter „links sein“ allerdings versteht, dass man so lange Krach macht und „Mollys“ wirft, bis man selber einen Beraterposten geschenkt bekommt – dann bin ich gerne was anderes. Vielleicht gerne so, wie es mal die Piratenpartei sein wollte: nicht links, nicht rechts, sondern: vorne. Da, wo wir 239 Milliarden Euro nicht in den Ausbau von Autobahnen investieren (auch wenn das 50000 „Spiegel“-Leser so wollen, siehe Spiegel), sondern – gemäß den Ausführungen des IBM-Mannes Prof. Dr. Gunter Dueck in seinem Werk „Aufbrechen“ – für eine „Exzellenzgesellschaft“, die Zukunft hat. Eine Zukunft, die unseren – immer mehr werdenden – rot-grün „verhartzten“ Kinder nicht mehr haben.

Für die diskriminierende und rufschädigende Äußerung des „Team Margaret“ hätten wir gerne eine Enschuldigung.

Ich persönlich habe übrigens drei grüne Freunde, eine war Bundestagsabgeordnete der ersten Stunde, hat sich aus der Politik verabschiedet, ein weiterer ging angeekelt von den „Jünglingen, die nur Karriere machen wollten“, eine dritte hadert mit der Partei und hängt noch alten grünen Träumen nach – jenen alternativen Träumen, die die „Realos“ ihrer eigenen Karriere wegen geopfert haben.

Zu den Träumen gehört, dass eine wirkliche Demokratie nur mit einem starken Staat ohne kapitalistische Gegenmacht möglich ist, die Erkenntnis, das Kapitalismus immer und überall in seinem Entstadium faschistische Züge annimmt (diese Entwicklung begleiten wir ja seit sieben Jahren, weshalb wir staatliche „Sanktionspolitik“ als Anfang der Endlösung ansehen) und das eine demokratische Gesellschaft Meinungsfreiheit braucht – und keine Löschaktionen.

In dem Sinne würde ich mir wünschen, dass auch die Aussagen des „Team Margaret“ konkretisiert werden:

„Wir freuen uns auf aktive und  lebhafte Diskussionen … die voller Lob und Begeisterung für unsere Führer sind. Kritik jeder Art verstehen wir als Beleidigung, auch wenn sie noch so gut fundiert ist. Sie wird mit Auslöschung der virtuellen Meinungsäußerung bestraft … bis wir Mehrheiten für Säuberungsaktionen anderer Qualität zusammen haben…“

Da weiß man dann, wo man „rechts von der CDU“ dran ist und bräuchte keine Mogelpackung mehr wählen.

Und erzählt mir nicht, dass man 2 Billionen Euro Staatsschulden nicht mit 5,3 Billionen Euro Privatvermögen in den Griff bekommen kann – wenn man nur will. Nur: da müßten auch Grüne was abgeben, will man den Abwärtstrend im Land aufhalten.

 

Merkels große Lüge: Deutschland geht es schlecht

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Montag 30.5.2016. Eifel. Was antworten Sie eigentlich, wenn man Sie fragt, wie es Ihnen geht? Ich weiß: „gut“ steht im Verhaltenskodex für Normbürger. Versuchen Sie es mal mit „schlecht“ als Antwort, ich kann ihnen sagen: äußerst unterhaltsam, was man da an Hilflosigkeit im Gesicht des Gegenübers erleben kann. So schön eingespielt sind die öffentlich zulässigen Verhaltensnormen, dass schon Kleinigkeiten genügen, um aus einem Nachbarn einen Staatsfeind zu machen. „Deutschland geht es gut“ – so tönt die deutsche Bundeskanzlerin, weit oben thronend über dem Volk, das zu blöd ist, sich selbst die Schnürsenkel zu binden oder eine Tiefkühlpizza ordentlich aufzubereiten. Pack geradezu, dem man immer erklären muss, wie es sich gerade fühlt – sonst fühlt es nachher wieder falsch.

Ich antworte oft „schlecht“ – es sei denn, mir tut mein Gegenüber leid, weil es einer solchen Antwort nicht gewachsen ist: oft reichen schon Kleinigkeiten, um einen aus der Fassung zu bringen – und man selbst ist schnell im Verdacht, rechtsradikaler arbeitsloser islamistischer Terrorist zu sein … oder wie „der Jude“ heute heißt.  Nicht, dass es mir selber schlecht ginge, im Gegenteil: ich lüge da einfach immer – aus erzieherischen Gründen. Mache ich ja auch bei meinen Kindern, muss ich machen: die haben ein Recht auf positive Zukunftsaussichten – da bleibt nur die Lüge, also muss ich hier die Merkel machen. Mir selbst – also persönlich, in meinen Kreisen – geht es sehr gut. Ich habe ausreichend Zeit, mein eigenes Leben zu leben, habe meine Bedürfnisse schon während des Studiums so weit herunterreguliert, dass sie mir ein Maximum an Freiheit geben, sehe viel Sinn in meinem Leben. Würde morgen der Sensenmann vor der Tür stehen: ich könnte erhobenen Hauptes meinen Platz in der Welt verlassen. Es war ein gutes Leben: turbulent, mit Höhen und Tiefen, reich an persönlichen Erfahrungen und unterschiedlichen Eindrücken, reich an intensiven menschlichen Kontakten und Bildung. Geld und Gesundheit habe ich seit zehn Jahren nicht mehr – aber wer braucht das schon zum Glück.

Die Antwort „mir geht es schlecht“ ist trotzdem nicht falsch – und ich erläutere sie auch gern, wenn überhaupt noch Nachfragen kommen. In den letzten 15 Jahren haben wir „70 – 80 % der Biomasse an Fluginsekten“ verloren (siehe Nabu). Das haben Sie wahrscheinlich schon selbst gemerkt: wir Naturfreunde merken das schon länger (Bremsen zum Beispiel – waren in unserem kleinen Tal von einem Jahr aufs andere verschwunden), aber Sie als Autofahrer dürften auch gemerkt haben, dass Sie die Scheibe nur noch extrem selten von Insekten befreien müssen – das war früher anders.

Doch es ist nicht nur die Natur, die versagt. Auch unser Wirtschaftssystem ist gestorben, komplett zusammengebrochen. Wir merken es nur noch nicht, weil man uns die Informationen nur noch häppchenweise gibt – und kaum noch einer das notwendige geisteswissenschaftliche Rüstzeug dazu vermittelt bekommt, diese Häppchen wieder zu einer vollwertigen Mahlzeit zusammen zu fügen.

Ich will Ihnen mal eins dieser Häppchen aufzeigen: man findet es in den Kommentaren über den G-7-Gipfel in Japan, wo demokratische Politiker mit zehntausenden Polizisten vor den gemeinen Japanern geschützt werden mussten, ohne dass sich auch nur einer fragte, was denn da nicht stimmt. Hören Sie mal dazu Deutschlands wichtigstes Nachrichtenmagazin (siehe Spiegel):

„Überall grassiert die Unzufriedenheit, und sie wird genährt durch die Tatsache, dass die Wirtschaft in den G7-Staaten seit der schweren Finanzkrise vor acht Jahren noch nicht wieder auf Touren gekommen ist. Das geringe Wachstum kommt nahezu ausschließlich einer kleinen Oberschicht an der Spitze der Einkommensskala zugute, während die Einkünfte der Durchschnittsverdiener stagnieren. Als Folge der weltweiten Niedrigzinspolitik schrumpfen die Vermögen der Kleinsparer.“

Von wegen „Lügenmedien“. Die berichten schon noch die Wahrheit – nur verschleierter als früher. Man ist gezwungen, mehr als die Überschrift zu lesen. Wagt man das, erfährt man erstaunliches. Ich hoffe, Sie haben in den letzten Jahren die Jubelmeldungen über den Triumph des Kapitalismus über die Krise mitbekommen, die gerade in Deutschland ja wöchentlich ausgeschüttet wurden – alles gelogen. Man weiß ganz genau, welche Probleme die Bevölkerung hat:

„die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die Auszehrung der Demokratie durch den Einfluss der Interessengruppen, das wachsende Gefühl ihrer Wähler, vor den Risiken der Globalisierung nicht mehr ausreichend gesichert zu sein.“

Nur – wie der Artikel im Weiteren darlegt – gibt es keine Lösung dafür. Die Spitzenkräfte unserer Politik und Intelligenz haben nur eins im Sinn: die Parole vom Endsieg auszugeben: „Deutschland geht es gut“. Die Wahrheit würden die seit Monaten stagnierenden Aktienmärkte nicht ertragen: die Titanic hat den Eisberg gerammt, unten steht immer mehr Bürgern das Wasser bis zum Hals, während man oben Kaviar und Champagner in die Rettungsboote packt … und Musikinstrumente zur Unterhaltung, man erinnere sich, den Porsche-SUV nicht zu vergessen.

Die Politik packt Parolen aus, Parolen vom Endsieg der deutschen Wirtschaft: „Deutschland geht es gut“. Die Erfahrung zeigt das Gegenteil. Wir werden darauf vorbereitet, dass auch Einheimische bald in Zeltstädten leben könnten (siehe Focus):

„Laut den Schätzungen der BAG Wohnungslosenhilfe hat die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland im Jahr 2014 mit 335.000 einen neuen Höchststand erreicht, darunter 29.000 Kinder. Bis zum Jahr 2018 könnten weitere 200.000 Menschen dazukommen, befürchtet die BAG W.“

Ein Grund, warum immer mehr Menschen ihre Miete nicht bezahlen können: die hohen Strompreise (siehe theintelligence):

„Aufgrund unbezahlter Rechnungen, wurde in Deutschland zuletzt in über 300.000 Haushalten von verschiedenen Energieversorgern der Strom abgestellt, das entsprach rund 800.000 Menschen. Die Betroffenen haben somit von einem Moment auf den anderen weder Warmwasser, Heizung noch Licht. Dabei ist im modernen Zeitalter ein Leben ohne Strom unzumutbar.“

Was da geschieht? Die Ärmsten finanzieren den grünen Häuslebauern die Solarzellen auf dem Dach und die Subventionen fürs Elektromobil: eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Die starken (oft steuer- oder beitragsfinanzierten) Schultern lassen sich von den schwächsten (auch von Kindern) zum Olymp tragen: perverser geht es kaum noch.

Das gilt auch für andere gesellschaftliche Sphären, die geschickt verschleiert werden. Versuchen Sie mal den Suchbegriff „Arbeitslosenindustrie“ zu googeln – sie werden so gut wie gar nichts finden. Aber „Armutsindustrie“ – das füllt den Rechner aus. Nur: es ist gar keine Armutsindustrie, an Armut läßt sich schlichtweg nichts verdienen, denn … die haben ja nichts, die Armen. An Arbeitslosen jedoch: da verdient man sich eine goldene Nase. Mehr als ein Drittel der Bundestagsabgeordneten verdient daran mit, weil sie Pöstchen in Firmen haben, die die staatliche Ruhigstellung der Arbeitslosen besorgen (siehe freiewelt.net). Für diese Industrie geben wir mehr aus als für die Arbeitslosen selbst (siehe Spiegel):

„49 Milliarden Euro haben der Bund und die Kommunen 2010 für Hartz-IV-Empfänger ausgegeben, etwa drei Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor. Doch nur ein Teil des Geldes, 24 Milliarden Euro, ist unmittelbar für die Betroffenen bestimmt.“

Kaum zu glauben, oder? Diejenigen, die die Gesetze beschließen, verdienen daran, dass sie umgesetzt werden: da ist jedem Wahnsinn Tür und Tor geöffnet. Einfach mal die Regelsätze verdoppeln und die Arbeitslosenindustrie austrocknen: schon steigt der Binnenkonsum, Arbeitsplätze werden geschaffen, Deutschland wird wieder attraktiv für Investoren, die Jugend bekommt wieder Zukunft. Doch wir: entscheiden uns lieber für das Aufsagen von Durchhalteparolen.

Es ist kein Zufall, dass der Begriff „Arbeitslosenindustrie“ durch den Begriff „Armutsindustrie“ ersetzt wurde: für den armen Rentner interessiert sich nämlich niemand, an dem kann man auch nicht verdienen – es sei denn, man arbeitet in dem überzogenen Gesundheitssegment, verkauft Therapien, die nichts bringen gegen Krankheiten, die frei erfunden sind.

Schon längst ist klar, woran unsere Gesellschaft krankt – und weshalb die „Lügenpresse“ deutlich die Wahrheit sagen kann, ohne dass es jemand merkt (siehe Nachdenkseiten):

„Daher hat in jeder Gesellschaft und in jedem Bereich einer Gesellschaft das Establishment ein Interesse daran, dass Ausbildungsinstitutionen und Medien die Möglichkeiten eines Erkennens von Sinnzusammenhängen in geeigneten Grenzen halten. Fragmentierung – ob durch bildungsbürgerliches Wissen, durch eine PISA-orientierte Schulausbildung, durch ein “kompetenzorientiertes“ Studium oder durch Medien – ist also in diesem Sinne keineswegs Zufall, sondern ein beabsichtigter Prozess, eine Art Herrschaftsinstrument.“

Fragmentierung von Wissen – gäbe es das nicht, Sie wüssten sofort, dass der islamische Terror in der Tat rechtsradikal zu nennen wäre und bekämen Probleme damit, antiislamistische Strömungen als rechtsradikal zu definieren. Wir werden uns diesem Thema ein andermal widmen müssen – wenn es überhaupt noch erlaubt ist:

„Zu einem solchen “Hinterfragen“ sind wir alle von Natur aus befähigt, man muss sich nur entschließen, von dieser Befähigung auch Gebrauch zu machen – das war ja gerade die Leitidee der Aufklärung. Das ist oft mühsam und bedarf der Übung, doch empfinden wir häufig ein Gefühl der Befriedigung, wenn wir den Sinnzusammenhang der Dinge besser verstehen.“

Nur ist diese „Leitidee der Aufklärung“ heute „Verschwörungstheorie“ und de facto verboten – die Gesetze dazu werden sicher noch kommen. Die Titanic sinkt – und in der Dritten Klasse zeigt man Pornos, um für Ablenkung zu sorgen. Wer von Rissen im Rumpf faselt, ist ein Verschwörungstheoretiker. Wer dem Kapitän misstraut, ist rechtsradikal – oder geisteskrank. Immerhin ist die Titanic unsinkbar.

„Das große Versprechen an individuellen Lebensmöglichkeiten hat sich in sein Gegenteil verkehrt. Es ist Moore, der hier spricht und der einst im Thatcherismus alter Prägung die größtmögliche Erfahrung gesellschaftlicher Perfektion erblickte: „Ihre Chancen für einen Job, für ein eigenes Haus, eine anständige Pension, einen guten Start für Ihre Kinder, werden immer kleiner. Es ist, als ob man in einem Raum lebt, der immer mehr schrumpft. Für Menschen, die nach 1940 geboren wurden, ist dies eine völlig neue Erfahrung. Wenn es noch länger so weiter geht, wird sie ziemlich schrecklich werden.“

Das sagt der Vordenker von Margret Thatcher, dem langsam die Erkenntnis kommt, „das die Linke recht hat“ (siehe FAZ). Der Artikel ist fünf Jahr alt, fünf Jahre, in denen sich nichts geändert hat  – außer dass der Top-Politiker der CDU Friedrich Merz jetzt Lobbyist für den Investmentriesen Blackrock ist (siehe Manager Magazin) – mit einer klaren Aufgabenbeschreibung:

„in der er „die Beziehungen mit wesentlichen Kunden, Regulierern und Regierungsbehörden in Deutschland für Blackrock fördern wird„. Was macht er sonst noch so?

„Aufsichtsrat der Deutschen Börse, Aufsichtsrat bei IVG Immobilien, dazu Beirat der Commerzbank sowie von Borussia Dortmund und Vorsitzender der Atlantik-Brücke“ – viel zu tun, gäbe es da echte Arbeit. Viel Einfluss für einen einzigen Menschen. Fürsten hätte man sie früher genannt. Heute – spricht man einfach nicht mehr von ihnen, hinterfragt nicht die seltsamen Machtzusammenballungen und Ämterhäufungen bei einzelnen Personen … während Millionen immer ärmer werden. Er macht jetzt mit bei der „Auszehrung der Demokratie durch Interessengruppen“ (siehe oben) – und der Steuerzahler hat viel investiert, damit Herr Merz diesen Job machen kann.

Verrückt, oder? Denen darf ich überhaupt nicht mit Insekten kommen – die kaufen keine Aktien, sind also nicht existent: wie Arbeitslose, nur billiger.

Ach ja: Arbeitslose. Zehn Jahre nach Einführung der Hartz IV-Gesetzgebung ist einem Richter etwas seltsames aufgefallen. Ja: wirklich – schon nach zehn Jahren. Die deutsche Intelligenz ist nach wie vor auf dem Damm, muss man sagen. Man stellte in der Tat fest, dass Sanktionen das zuvor mühsam klein gerechnete Existenzminimum unterschreiten – und somit möglicherweise gegen enorm viele fundamentale Gesetze verstoßen (siehe Süddeutsche):

„Eine Million Leistungsberechtigte werden jährlich sanktioniert. Eine Million! Womöglich sind Sanktionen schlicht eine einfallslose Reaktion darauf, dass sich die Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose weiter verschlechtern. Sie werden von den Jobcentern als Kunden bezeichnet – aber oft wie Penner behandelt.“

Hier haben Interessensgruppen die Grundlage von Demokratie und Menschenrechten schon ziemlich ausgehölt: der Staat wird zum Feind der Bürger, die den Folgen der Globalisierung erlegen sind – verliert man seinen Arbeitsplatz, weil Blackrock seinen Firmensitz aus steuerlichen Gründen nach Irland verlegt, wird man prompt als Täter vom Staat verfolgt – nicht nur als Penner. Gipfel der rot-grünen Idiotie war in der Tat, dass man von den Arbeitslosen verlangte, sie sollten die Folgen der Globalisierung für den bundesdeutschen Wirtschaftsraum von jetzt auf gleich ganz allein bewältigen und sich selbst quasi aus dem Nichts einen Ersatzarbeisplatz erschaffen, mit dem sie die Abzocker des Landes weiter subventionieren können.

So etwas wirkt halt auch auf die jungen Leute, von denen sich gerade einer in der Zeit sehr echauffiert – zurecht, wie ich sehe. Man erfährt dort auch nebenbei etwas über die Hintergründe der „Willkommenskultur“ für Flüchtlinge – etwas, dass man vielleicht gar nicht hören will (siehe Zeit):

„Es sind vor allem die jungen Menschen gewesen, die an Bahnhöfen die Flüchtlinge willkommen geheißen haben.“

„Wie wäre es mit einer Art New Deal für die Flüchtlinge? Wenn wir einen anständigen Batzen Geld, so einen, wie ihn sonst nur Banken und Rentner kriegen, in die Hand nähmen, um damit Integrationsprogramme zu boosten, damit die Flüchtlinge hier ankommen, anpacken können, und in diesen Programmen fände unsereins, die Jungen, unbefristete, vernünftig bezahlte, steuerpflichtige Arbeit. Das wäre doch für alle gut, selbst für die Alten?“

Da hat die prekäre Jugend die Botschaft der „Hartz IV“-Gesetze verstanden und sich selbst Arbeit beschafft – und aus der Traum vom neuen empathischen Deutschland. Die Willkommenskultur war geprägt von Verdienstaussichten im sozialen Bereich für jene, die noch nicht in der „Armutsindustrie“ Fuß gefasst haben. Darum interessiert sich auch niemand groß dafür, dass weiterhin Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken – was wir recht schnell stoppen könnten, wenn „wir“ es wollen würden. Lesen Sie sich den Artikel in der Zeit ruhig mal durch: sie lesen dort von einem jungen Mann die Nöte seiner Leidesgenossen, er macht uns klar, dass bei der nächsten Bundestagswahl 50 Prozent der Wahlberechtigten über 50 sind … und seine Generation schon bei der letzten Wahl nur 15 Prozent der Wähler stellte.

Kein Wunder, dass sich keiner mehr für das Insektensterben interessiert – obwohl diese kleinen Kollegen eine unverzichtbare Grundlage für das Ökosystem bilden.

Und darum geht es mir schlecht – obwohl es mir selber gut geht. Jenseits meines Tellerrandes gibt es keine Zukunft mehr – dafür aber steigenden Wahnsinn … wie kürzlich im Wiener Theater (siehe orf):

„Diese Akkuratesse braucht es auch, wenn auf der Bühne gekotzt wird, wenn Frauen stehend in Glasgefäße urinieren, Pornoszenen nachgestellt werden und 20 Personen wild um sich schlagen, kreischen und schluchzen, wenn rohes Fleisch und Eingeweide geworfen werden, wenn echtes menschliches Blut fließt und Tragödie und Komödie einander abwechseln, wenn mehr als 20 griechische Heldinnen, Helden, Göttinnen und Götter auftreten: Denn 24 Stunden Chaos – das würde rasch langweilig. Es braucht also eine strenge Dramaturgie – und höchste Konzentration.“

Ja, Sie lesen richtig: da wird mit rohem Fleisch und menschlichen Eingeweide geworfen – sie nennen es „Unterhaltung“.

„Fabre teilt seine Erfahrung des Schlafentzugs und er teilt seine körperliche Interpretation dessen, was dem menschlichen Handeln zugrunde liegt: Status wollen. Bestimmen wollen. Und gleichzeitig: alle Zügel fahren lassen wollen, mit jedem ficken wollen, vor Schmerz losschreien wollen, jemandem die Gedärme herausreißen wollen, mit dem man eine Rechnung offen hat. Er zeigt das ganze Spektrum des Scheiterns und Reüssierens in einer Welt, die nur vermeintlich auf Vernunft aufgebaut ist.“

Wollten Sie schon mal jemandem die Gedärme herausreißen, weil Sie … „mit ihm eine Rechnung offen hatten“? Ich hoffe – sie wären angesichts dieser Gelüste sofort zum Arzt gegangen. Was unser Freund Parkwächter dort in seiner genialen Schrift aufgedeckt hat (siehe Nachrichtenspiegel) mag unsere Zukunft sein – eine Zukunft, die hier schon mal spielerisch vorweg genommen wurde. Wie gesagt: „es wird ziemlich schrecklich werden“ – wenn es so weitergeht.

Sagen selbst schon die Konservativen.

Und darum geht es auch mir öffentlich schlecht.

Alles andere hielte ich für verantwortungslos und dumm.

Sie doch auch, oder?

Dann wissen Sie ja, wie Sie ab morgen zu antworten haben.

Deutschland, Hort der Grausamkeit

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Mittwoch, 25.5.2016. Eifel. „Schreibe doch mal was über Grausamkeit“ – hieß es neulich. Gut gesagt – doch ich denke, ich bin der völlig falsche Mensch dafür. Ich verstehe das Konzept von Grausamkeit nicht, ich bin als Kind schon an „Schadenfreude“ gescheitert. Während mein Vater sich bei „Dick und Doof“ richtig kringelig lachen konnte, bin ich – das seltsame Kind – ruhig und traurig: zwei eher arme Menschen erlitten viel Unheil und taten sich gegenseitig weh … was soll daran lustig sein? Wahrscheinlich mein erster Schritt in die Philosophie mit elf Jahren. Auch heute noch halte ich Schadenfreude für einen Defekt. Ich vermute, dass er bei Menschen auftritt, die selbst viel Übel als Kind erlebt haben, viel Überheblichkeit und Grausamkeit im Leben erdulden mussten und dann erleichtert darüber sind, dass nicht nur ihnen so etwas widerfährt, sondern auch Stan und Olli.

Soviel zur Schadenfreude, die spontan auftritt.

Aber Grausamkeit?

Begegnete mir erst letztens wieder – allerdings immer öfter, seit dem ich die Welten der „Tierschützer“ tangiert habe. Neulich erst: irgendwo auf der Welt verbrennen Menschen einen an einen Baum gehängten Hund bei lebendigem Leibe: eine äußerst grausame Tat. Ich stehe Hunden nicht gerade positiv gegenüber, frage mich manchmal, ob dieses „Bussi-Bussi-Hasi-Mausi“ nicht eine Vorstufe von emotionaler Sodomie ist – aber da hat der Hund ja nichts mit zu tun. Womit er zu tun hat: er ist Waffe gegen Tier und Mensch. Nicht selten hatte der Adel früher den Sport, mit Hunden Menschen zu Tode zu hetzen (Tiere sowieso), auch heute noch wird er als Werkzeug der beständigen und gezielten Provokation seiner Umwelt eingesetzt: durch Verkotung der Umwelt oder ständiges Ankläffen der Bewohner menschlicher Siedlungen, von denen immer wieder welche zu Tode kommen, vor allem Kinder. Seltsam, dass wir diese Haustiere immer noch in menschlichen Siedlungen dulden, wo sie doch den Tod bringen können. Seltsam, dass Menschen sich solche Haustiere anschaffen – und sich dann noch für „gut“ halten. Und da begegnet uns schon Grausamkeit: wenn Herrchen (und ich denke, in diesem Wort steckt viel Wahrheit drin: jemand, der gerne HERR geworden wäre, aber mangels irgendwelcher persönlicher Qualifikationen reichte es nur zum „Herrchen“ – mangels Anhängern wurde eben ein Hund gekauft, der nicht widersprechen kann und dem Führerchen brav folgen muss) sein Hundchen Kinder ankläffen läßt und sich über ihre Ängste freut (und sich in einem wohligen Gefühl von Macht badet, die er dank „Bussi-Bussi-Hasi-Mausi“ hat).

Selbst schlimmere Vorfälle lassen den deutschen Hundewahn nicht abschwellen: es kommen in Deutschland mehr Kinder durch Hunde zu Schaden als durch islamischen Terrorismus, für dessen Bekämpfung wir Milliarden ausgeben. Ja: ohne Herrchen frisst Hundchen gern Gesichtchen (siehe zum Beispiel eine ältere Sammlung bei t-online). Ich hoffe hier sehr auf Aktionen von Veganern, die dafür sorgen, dass diese unnützen und gefährlichen Fleischfresser aus der Öffentlichkeit (und vom Erdboden) verschwinden: ich mag nämlich Menschen und vor allem hilflose kleine Kinder, die ihr Leben noch vor sich haben.

Ich weiß nun nicht, was jener Hund getan hat, der mit dem Flammenwerfer geröstet wird. Vielleicht vorher auch einem Baby den Kopf abgebissen? Sowas kann schon Zorn erzeugen – aber Zorn allein erklärt doch noch keine Grausamkeit. Ein schneller Schuss in den Kopf, ein Schlag mit der Machete und die Bedrohung der menschlichen Zivilgesellschaft ist aus dem Weg – aber gezielt und bewusst Schmerzen in größtmöglichem Ausmaß zufügen? Vielleicht ist dort aber auch lebendig gerösteter Hund eine Delikatesse – wie bei uns der lebendig gekochte Hummer?

Ich denke, wir sind uns klar darüber: das gezielte, absichtliche und oft genussvolle Zufügen einer größmöglichen Menge Schmerzen können wir doch als „grausam“ bezeichnen? Nicht besser waren übrigens die Kommentare der hundeliebenden Tierschützer: sie verlangten allen Ernstes, dass die Täter ebenso bei lebendigem Leibe gegrillt werden sollten – halten sich aber „ethisch“ für enorm überlegen, dabei sind sie wegen Verrat an der eigenen Art und erwiesener absichtlicher Grausamkeit unterste Schublade im Rahmen der gesammten Natur. Ethisch betrachtet. Die übliche Argumentation „ich habe mal einen Hund gerettet, deshalb in ich gottähnlich“ lassen wir mal außer Acht.

Braucht man Zorn für Grausamkeit? Und: sollten wir die Antwort auf diese Frage nicht lieber der Psychologie überlassen? Auf keinen Fall: Psychologie ohne Philosophie führt nicht weit: ohne Beschreibung von Welt und Menschenbild werden die Deutungen beliebig – aber man kann endlos lange diskutieren und Steuer- und Beitragsgelder verprassen … und erst recht ewig „behandeln“. Was war der Aufschrei groß, als die erste philosophische Praxis von Gerd Achenbach drohte, die ganze Pychoindustrie auszuhebeln: drei Besuche bei ihm und eine zehn-Jahres-Patienten konnte ihre teuren Therapien gesund und lebensfroh abbrechen: es war nur der Rahmen (das Weltbild) falsch, nicht der Inhalt (der Mensch). Es ist schon ein Unterschied, ob Sie mit ihrer Geistersichtung zu Sigmund Freud gehen (für den Sie dann ordentlich einen an der Waffel haben) oder zu Carl Gustav Jung (dessen eigene gruselige Erfahrung in Fanny Mosers Werk „Spuk“ Anfang der fünfziger Jahre beschrieben wurde – eine exzellente wissenschaftliche Arbeit des hoch angesehenen Wissenschaftlers).

Wir haben ja gerade wieder einen Fall von Grausamkeit in Deutschland  – sogar einen Fall weltweit äußerst seltener Grausamkeit (siehe Spiegel):

„Seel habe nach außen ein ganz normales Leben gelebt, angepasst, berufstätig, musisch begabt. „Ein völlig unbescholtener Bürger““.

Und Sie haben Angst vor Asylanten? Also – ich mache mir eher Sorgen um die „normalen“, „angepassten“, „berufstätigen“, „völlig unbescholtenen“ „musisch begabten“, denn die schlachten gerne mal ihre Mitbürger, sogar so, dass es ins Guinessbuch der Rekorde passt (siehe Spiegel):

„Der Täter hatte Tristan im Bachbett die Kehle durchgeschnitten, ihn ausbluten lassen, ihn regelrecht geschächtet, ihn im Anschluss in den Tunnel gezogen und ihn dort verstümmelt. Das dokumentierte Verletzungsbild ist weltweit einmalig.“

Wer sich übrigens auch Gedanken über die normalen, angepassten, berufstätigen, völlig unbescholtenen und musisch begabten Mitbürger macht, ist Georg Diez (siehe Spiegel), der beunruhigt auf eine kippende Gesellschaft schaut, die mit „feinem Schweigen“ auf die zunehmende Grausamkeit reagiert. Ach – Grausamkeit erwähnt er ja gar nicht, das habe ich dazu gedichtet – weil es gemeint war. Er beklagt ja den Rechtsruck in Deutschland – wieder einmal – und fürchtet die Folgen. Wissen Sie noch, welche Folgen das waren? Nun: es war staatlich perfektionierte und systematisierte Grausamkeit. Lesen Sie sich ruhig mal den Artikel über Ärzte im Nationalsozialismus durch (siehe Spiegel), zum Beispiel die Meerwasserexperimente von Wilhelm Beigelböck oder die Vivisektionsexperimente von Aribert Heim:

„Für seine sadistischen Anwandlungen ersann er auch eine Forschungsreihe: Wie lange überlebt ein Mensch ohne Leber, ohne Nieren, ohne Herz? Der „Schlächter von Mauthausen“ holte sich schwache und kranke Häftlinge und entfernte ohne Betäubung lebenswichtige Organe.“

Der Facharzt für Meerwasserexperimente leitete nach dem Krieg eine Klinikabteilung in der Bundesrepublik und bildete weitere Monster aus. Sorry – Ärzte. Nicht  Monster.

Ich denke: Sadismus gehört zum Themenfeld Grausamkeit dazu, was meinen Sie? Da sind wir auch gleich wieder bei der Schadenfreude, die … weit verbreitet ist. Ich denke, um Grausamkeit auszuführen, braucht man eine gewissen Lust – sonst kostet sie nur unnötig Zeit.

Es gibt Synonyme für Grausamkeit: diabolisch, entmenscht, gewalttätig, hart, gefühlskalt, erbarmungslos – um nur einige zu nennen (siehe wiktionary). Gilt für Tierquäler wie für Tierschützer, die gerne Menschen quälen möchten. Machen Sie sich mal die Freude, bei Facebook die „Tierschützerseiten“ aufzusuchen: ich verspreche unangenehmen, gefühlskalten, erbarmungslosen, gewalttägien entmenschten Grusel. Da sind die angepassten und normalen, die Menschen zum Foltern suchen. Noch haben sie nicht den richtigen politischen Rahmen dazu – aber wenn ich Georg Diez trauen darf, sind wir ja gerade wieder auf dem Weg dahin. Habe ich vor 14 Jahren schon gesagt, als ich die ersten öffentlichen Artikel gegen Hartz IV schrieb (das man damals „Workfare“ nannte), damals wurde ich noch als Düsterseher ausgelacht – 14 Jahre später ist das Thema beim Spiegel.

Lacht noch jemand?

Klar: die Grausamen. Gibt Millionen davon – schauen Sie sich nur die Reaktionen auf „Arbeitslose“ an, sogar der Spiegel respektiert, dass die nicht beim Namen genannt werden wollen, weil sonst Verfolgung droht (siehe Spiegel). Sicher, man formuliert es fein (so fein wie das von Georg Diez beschriebene Schweigen), spricht von „Stigma“: aber es ist allen klar, es geht wieder darum, Ziel von Grausamkeit zu werden, wie bei jenen 40 Roma, denen der feine Arzt Meerwasser zu trinken gab, damit sie wirklich auf elendigste Weise verrecken. Ja: sowas durfte in Deutschland dann weiter praktizieren und sich dumm und dämlich verdienen.

Das ist Ihnen zu übertrieben? Ich empfehle Ihnen: schauen Sie bitte ganz genau hin; lesen Sie die folgenden Zeilen bitte mit Bedacht (siehe 3sat):

„Ein disqualifizierter Konsument hat einen ganz anderen sozialen Status als die industrielle Reservearmee. Ein disqualifizierter Konsument ist völlig nutzlos“, so Baumann weiter. „Ein hoffnungsloser Fall für die Gesellschaft. Wenn man absolut zynisch ist, würde man sagen, unserer Gesellschaft ginge es viel besser, wenn diese armen Menschen, die keine richtigen Konsumenten sein können, einfach verschwinden würden.“

Oder wenigstens noch als Versuchskaninchen für die Ärzteschaft dienen, wie aktuell  die Demenzkranken.

Es geht dort um „Abfallmenschen“ … um Menschenabfall. Was das mit Grausamkeit zu tun hat? Nun – eine Voraussetzung für Grausamkeit ist mangelnde Empathie – sagt Wikipedia. Der Artikel ist auch deshalb interessant, weil wir wieder auf den Hund zurückkommen – in der Erläuterung des Begriffes „bestialisch“, der als „Steigerungsform von Grausamkeit“ gilt:

„bestialisch aus dem Lateinischen: Bestia – das wilde Tier, fusst historisch auf der Beobachtung von carnivoren Prädatorn, fleischfressenden Beutejägern, die ihre Beute nach dem Schlagen mit Zähnen und Krallen aufbrechen und stückweise ausweiden“

Ja, das sieht nicht schön aus, sowas. Ich durfte das mal erleben – im alten Löwenpark von Westerholt in Westfalen, als Löwen Wölfe gerissen hatten. War ein Riesenskandal damals. Davon finde ich allerdings nichts im Internet. Sah grausam aus. Ich könnte dazu jetzt auch wieder ein paar Geschichten von Ärzten im Dritten Reich erzählen, die das mit Abfallmenschen gemacht haben, die zu nichts mehr Nutze waren – aber lassen wir das. Bleiben wir in der Gegenwart, wo „Lebensmittelretter“ hohe Strafen drohen, weil sie weggeworfene Lebensmittel aus Containern retteten (siehe Netzfrauen). Auch grausam, oder? Im Sinne von kalt, empathielos, vernunftlos, erbarmungslos. Da hungern Menschen in Deutschland, werden selbst zu „Abfall“ – aber wer wertvolle Lebensmittel aus dem Abfall retten will, wird bestraft. Gilt vielleicht auch bald für jene, die wertvolle Menschen aus dem Menschenabfallkorb herausholen wollen.

Eine Gesellschaft im Vernichtungswahn: 82 Kilo Lebensmittel werden pro Bürger pro Jahr weggeworfen (siehe Spiegel), dass sind 18,4 Millionen Tonnen im Jahr (siehe Spiegel), während jeden Tag 18000 Kinder unter fünf Jahren verhungern (siehe Zeit):

„Diese Zahlen sind alarmierend, aber man liest und hört wenig darüber. Oder man hört darüber hinweg.“

Grausam, oder? Wie wir das ignorieren, gleichzeitig aber die Lösung des Problems sabotieren, in dem wir Lebensmittel an uns saugen, um sie zu vernichten. Ganz kalt, emotionlos. Aber 20 Millionen fleischfressende Haustiere halten: das geht. Darf ich das jetzt eine systematisch menschenfeindliche Kultur nennen? Mit langer Tradition? Man könnte glatt antideutsch werden, wenn man das liest.

Ach ja – die fehlende Empathie. Klassisches Merkmal eines Psychopathen, eines „sozialen Raubtieres“. Jene „Wölfe im Schafspelz“ (oder Hunde mit Krawatte) wandeln unter uns:

„Sie sind skrupellos und ohne jedes Mitgefühl. Ihre Persönlichkeit zeichnet sich durch egozentrisches, selbstherrliches Verhalten aus. Sie betrügen, demütigen, verletzen und töten. Ohne Emotionen, aber mit vollem Bewusstsein. Psychopathen. Soziale Raubtiere, von denen nicht wenige in unserer Gesellschaft leben.“ (siehe Deutschlandradio. )

Und fahren SUV. Oder Porsche.

Diesen Verhalten kennen Sie, in der Wirtschaft gebraucht man dafür das Wort „professionell“. Achten Sie mal drauf: immer, wenn jemand einen Mangel ein Psychopathie hat, kritisiert der Chef, er handle nicht „professionell“.

Ach ja: Wirtschaft – sie werden wahrscheinlich nicht überrascht sein, dass sich da ein Kreis schließt: Psychopathen schaffen es auffällig oft ins höchste Management (siehe Zeit). Jetzt verstehen Sie vielleicht, wie man fette Boni kassieren kann, obwohl der Betrieb fast pleite ist: wir haben es mit Hunden in Menschengestalt zu tun. Also: Raubtieren. Sie schaffen es wohl auch in höchste Regierungsämter, wo sie gar nicht verstehen, warum ihr Handeln – als „alternativlose Sozialreform“ getarnt – von so vielen Menschen als grausam empfunden wird. Ich vermute mal: suchen Sie einen Menschen, der andere wegen ihrer „Sozialromantik“ lächerlich macht, und Sie haben einen Psychopathen gefunden.

Das wir hier in der Menschheitsgeschichte äußerst schräg laufen, haben schon andere gemerkt. Aus Zeitgründen zitiere ich mal nicht das mir vorliegende Original, sondern Wikipedia:

„Forbes stellt demnach die weltweit bestehenden gesellschaftlichen Probleme wie Armut und Obdachlosigkeit, Hunger und Leid sowie die Zerstörung der Umwelt in den Kontext der westlichen Gesellschaftsform, die sich selbst „zivilisiert“ und „kultiviert“, „frei“ und „sozial“ nennt. Tatsächlich würde der Kapitalist jedoch – wenngleich in der Regel nicht direkt, sondern über eine Wirkungskette im System – rücksichtslos das Eigentum, die Gesundheit und das Leben Anderer konsumieren, um gut zu leben, ohne selber viel dafür tun zu müssen. Dies sei alles andere als zivilisiert und eher vergleichbar mit einer entarteten Form des Kannibalismus. Die negativen Aspekte der modernen Welt haben nach Forbes‘ Ansicht global gesehen ein enormes Ausmaß angenommen und zeigten eine Tendenz zu weiterer Verschärfung. Daraus schließt er auf die Krankhaftigkeit des Systems beziehungsweise der Menschen als verantwortlich handelnder Subjekte.“

Forbes ist Indianer. Mit Doktortitel. Er greift in die Kiste indiansischer Mythen und Legenden, wo er den Wétiko oder Wi´tiko findet (anderen als „Wendigo“ bekannt), einen bösen Geist, der – wenn er in Menschen fährt – zu Kannibalismus verleitet (das erwähnt Wikipedia leider nicht, weshalb ich das hier mal ergänze) … womit wir wieder bei dem grausamen Massenmörder von Tristan sind, auf dessen Rechner man unter 30000 verstörenden Bildern auch welche von Kannibalismus gefunden hat (… ich denke jetzt mal nicht darüber nach, wie die produziert worden sind).

Forbes’ Weltanschauung geht hart mit der westlichen Zivilisation ins Gericht. Seiner schonungslosen Analyse zufolge ist die Geschichte der Europäer untrennbar mit der Faszination für das Böse verbunden, die er als „Mátchi-Syndrom“ (Cree-Dialekt für teuflische Verdorbenheit) bezeichnete. Dies führe zu einem Mangel an Empathie und in logischer Konsequenz zu Egoismus, Habgier und Gewalt.

Gut – wir verachten Forbes´ Philosophie als „Anarchoprimitivismus“ – wohl wissend, dass wir für unsere Kapitalismus 1,5 Planeten bräuchten, aber nur einen haben – was noch sehr grausam für viele Menschen werden wird, uns aber egal ist. Er schrieb sein Werk 1981 – rot-grün setze es 2005 in die Tat um, wir taten uns am Eigentum der Arbeitslosen gütlich wie zuvor an dem der Juden. Er würde das für grausam halten – ebenso grausam wie die Tatsache, den Armen täglich die Warenflut vor Augen zu führen, die niemals niemals niemals mehr für sie gedacht ist.

Oder das wir die so selektierten Menschen entwürdigend und demütigend unsere Abfälle an den „Tafeln“ präsentieren, wo sie lange anstehen müssen, um Abfall essen zu dürfen, den sie auch noch bezahlen müssen – weshalb ja „Containern“ verboten ist, denn daran kann man nicht verdienen. Die „primitiven“ Indianer würden so nie mit ihren Mitmenschen umgehen. Aber die jagen und essen auch Tiere, können also nur böse sein und nicht so gut wie „wir“.

Wo sind wir nur gelandet? Nur ein paar Gedanken über „Grausamkeit“ – und schon stecken wir in tiefster Gesellschaftskritik, ja, sind Anhänger und Protagonisten eine Kultur, die als die böseste der Menschheitsgeschichte angesehen werden kann (auch jene, die sich nur „vegan“ ernähren): obwohl wir so lieb zu unseren Hunden sind. Und zu den Katzen, nicht zu vergessen, die laut Captain Paul Watson von Sea Sheppard inzwischen mit die gefräßigsten Meeresräuber sind – weil ihre Herrchen und Frauchen sie mit Massen an Fisch füttern, mehr, als alle großen Seeraubtiere zusammen vertilgen(siehe Facebook).

Auch grausam, oder? Die Vernichtung der Meere im Dienste der Hauskatze. Früher – diente das Haustier uns, lebte von unseren Abfällen. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher – manche Menschen leben schon von Hundefutter, Millionen wären froh, wenn sie wenigstens das kriegen würden. Auch: grausam.

Kein Wunder, dass wir so oft auf die Philosophie treffen, dass der Mensch schlecht und grausam ist – als gäbe es schon nur noch den weißen Mann auf der Welt, wie viele es gerne hätten. Die Indianer hatten es da leichter: der grausame Mensch – als eine ganz seltene Spezies – war nur in der Gewalt des Wendigo, eines bösen Geistes, den der Schamane vertreiben konnte. Vielleicht hätten wir die nicht auch ausrotten sollen … aber sie hätten den herrschenden Wendigos ja auch fürchterlich im Wege gestanden, diese friedlichen, sozialen, ökologisch nachhaltigen „Anarchoprimitiven“ mit ihrem „Aberglauben“.

Unser grausamer Mensch ist nicht mehr selten – er ist Norm geworden, Handlanger eines kannibalistischen Systems, dass Milliarden Menschen und den ganzen Planeten zu vertilgen droht.

Und viele Menschen merken das: nicht umsonst sind Zombie-Filme so beliebt – sie entsprechen unsere emotionalen Wahrnehmung in einer gefühllosen und damit leblosen Menschenfresserkultur. Und in jener Zombiekultur ist Grausamkeit (also: „Professionalität“) erste Bürgerpflicht, will man nicht selbst zu den abfallfressenden Abfallmenschen gehören.

Merke schon: ich hätte mir keine Gedanken über dieses Thema machen sollen.

Schaue jetzt eigenartig beunruhigt auf die Häuser unter mir.

Ob da auch schon Leichenteile in den Garagen liegen?

Hunde haben die. Höre ich bis hier oben bellen, jeden Tag. Meistens – kläffen die Menschen an, die friedlich ihres Weges ziehen … aber trotzdem immer etwas mehr Adrenalin als sonst ausschütten (oder einfach Angst haben), wenn sie den Lärmattacken ausgesetzt werden.

Interessiert aber auch keinen.

 

Armut in Deutschland – Menschenopfer der Mächtigen

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Mittwoch, 6.4.2016. Eifel. Ziemlich unbemerkt hat die Sozialdemokratie wieder zugeschlagen. Eine kleine Meldung nur – doch die Marktromantiker dürften damit endgültig ihre Träumereien aufgegeben haben. Es war Ludwig Erhard (CDU), der gegen den Widerstand der deutschen Industrie eine – wenn auch ziemlich verwässerte – Kartellgesetzgebung durchgedrückt hatte, die viel für das Wirtschaftswunder bewirkte – und es war Vizekanzler Gabriel (SPD), der per Ministerweisung den Geist der freien Marktwirtschaft untergrub und torpedierte. Was bedeutet „Kartell“? Das ein Wirtschaftsteilnehmer sich bewusst und absichtlich in eine Marktmacht hineinmanövriert, die es ihm erlaubt, Preise zu diktieren – sowohl die Preise für die Kunden als auch die Preise für die Zulieferer. Das ist dann kein „freier“ Markt mehr – sondern ein diktierter Markt.

Was tat nun Minister Gabriel (SPD)? Er erlaubte die Fusion von Edeka und Tengelmann, gegen die das Kartellamt massive Bedenken hatte – immerhin haben wir schon einen Markt, der oligopolistisch ist (also nur eine Hand voll starker Teilnehmer hat, siehe Spiegel):

„Die Wettbewerbshüter fürchteten, dass die Marktmacht weniger Handelskonzerne durch die Fusion noch größer wird – zu Lasten der Verbraucher. Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi beherrschen zusammen schon 85 Prozent des Marktes.“

Das ist kein Markt mehr, das ist eine zentralistische Staatsversorgungsorganisation, die im Falle des Zusammenbruchs ein unvorstellbares Elend nach sich ziehen wird: unsere Versorgung steht auf nur 4 Beinen. Natürlich gibt es harte Auflagen zum Schutz der schlecht bezahlten Arbeitsplätze – für ein paar Jahre. Arbeitsplätze, die man normalerweise gar nicht fördern sollte. Es geht aber nicht nur um das Lohndiktat, dass solche Megakonzerne ausüben können, sondern auch um das Preisdiktat – einerseits gegenüber den Kunden, andererseits auch gegenüber den Zulieferern. Der gesamte Markt bekommt eine enorme Schieflage – zugunsten von „Anlegern“ und „Funktionären“ … den „Brüdern im Geiste“ unserer Parteifunktionäre. Das trifft zum Beispiel Bauern, die von der Konzernallianz Preise für ihre Waren diktiert bekommen – aber wer interessiert sich schon für Bauern, wenn wir das Gemüse aus Spanien noch billiger importieren können – auch zu diktierten Preisen, die dort Arbeitsbedingungen schaffen, die nur mit Sklavenarbeit illegaler Einwanderer zu bewerkstelligen sind.

Wer sich freuen darf, sind die Erben der Eigentümer der vier Megariesen: die große Koalition hat „Erben großer Unternehmen massiv bevorzugt“ (siehe Kontraste, RBB). So werden diese Konzerne – praktisch Megaumverteilungsmaschinen, die das Volksvermögen von „unten“ nach „oben“ saugen – mit immer größerem Erfolg: die Armut schreitet immer weiter voran, dafür freuen sich die Parteien über Konzernspenden (siehe Handelsblatt):

„Erst verhindert die Bundesregierung strengere Abgasnormen für Autos, dann wird bekannt, dass BMW-Großaktionäre kurz zuvor der CDU fast 700.000 Euro gespendet haben. Entsprechend laut ist die Empörung jetzt.“

Welche Folgen solche Entscheidungen für die Pöstchenvergabe innerhalb der deutschen Funktionärselite haben werden, wird man in Zukunft sehen – wir haben da schon manches Wunder erlebt.

Wir wollen ja heute auch nicht über die Vermögenskonzentration reden, sondern über ihr Gegenteil: die Armut. Sie wird überall wahrgenommen – zum Beispiel in Berlin, wo der Anblick verarmter Rentner, die im Müll nach Ressourcen zum Überleben suchen, Alltag geworden ist (siehe Berliner Zeitung). Die Behörden reagieren auf diese unhaltbaren Zustände … in dem sie das Betteln verbieten, vor allem das Betteln von Kinder (siehe rbb-online): der Anblick von Armut auf den Straßen von Berlin ist den reichen Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu ersparen , es könnte ihnen übel dabei werden und sie an die oft vernachlässigten Pflichten gegenüber den Bürgern dieses Landes erinnern, Pflichten, die weit über die üblichen Vier-Jahres-Rythmen hinausgehen.

Ja – es hilft, sich kurz daran zu erinnern: der Staat hatte vor zweihundert Jahren Pflichten übernommen. Sogar mit König und Kaiser. Wir – als Staat – hatten uns zu einer großen Kraftanstrengung entschlossen und die vielen unergiebigen Kleinparzellen zu großen Anbauflächen vereint, die eine deutliche Steigerung der Erträge einbrachten. Mehr noch: wir hatten die Menschen von den kleinen Höfen geholt, damit sie in den Fabriken arbeiteten. Die so verlorene Selbständigkeit wog der Staat mit dem Versprechen auf, Sozialstaat zu werden, da man die systematische Schieflage im Land deutlich erkannte: noch bevor der Bürger Souverän wurde anstelle des Kaisers wurde die Grundlage seiner Souveränität – die wirtschaftliche Unabhängigkeit – vernichtet. Ein Überleben der Demokratie war also direkt abhängig geworden von der Verpflichtung des Staates, diesen von ihm selbst geschaffenen Mangel auszugleichen, in dem er die Versorgung der Bürger für alle Zeiten garantierte. Das ist die Grundlage unseres großen „Deals“, für die der Staat jetzt liefern muss – und aufgrund dessen die „Industrie“ Riesengewinne einfahren kann.

Was der Staat jedoch liefert, erfahren wir täglich (siehe Berlin Kurier):

„Ein Drama spielt sich in der Kleingarten-Kolonie „Saatwinkler Damm“ ab. Als die Datsche von Familie Behrens gestern zwangsgeräumt wird, bewegt sich Ehefrau Karin Behrens (77) nicht mehr. Sie muss mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden, war kollabiert.“

Der demenzkranke Ehemann und der Sohn stehen jetzt vor der Obdachlosigkeit, jener Obdachlosigkeit, die die 38-jährige Eleonore E. schon kennt: sie wurde jetzt zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt – für vier Diebstähle im Wert von 93,76 Euro (siehe Süddeutsche). Sie besitzt noch nicht mal einen Personalausweis. Hätte sie nur Kinderpornografie konsumiert wie manche Abgeordnete (Tauss, Edathy, beide: SPD): sie wäre mit einer Bewährungsstrafe davongekommen.

Gesichter von Armut in Deutschland, einer Armut, die immer weiter um sich greift (siehe Bundeszentrale für politische Bildung):

„Im Jahr 2013 galt jede sechste Person in Deutschland als armutsgefährdet: 16,7 Prozent der Bevölkerung bezogen ein Einkommen, das weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens entsprach. Ohne die umverteilende Wirkung von Sozialleistungen wäre sogar jede vierte Person in Deutschland armutsgefährdet. Überdurchschnittlich häufig sind Arbeitslose betroffen – gut zwei Drittel von ihnen waren armutsgefährdet. Ebenso besteht bei Alleinlebenden und Alleinerziehenden ein erhöhtes Armutsrisiko – jeweils etwa ein Drittel der Personen galten 2013 als armutsgefährdet“

Und das im Reich der europäischen Wirtschaftslokomotive, die vor allem so gut brummt, weil sich die starken Schultern nur noch selbst bereichern, anstatt die schwachen mit zu tragen: aus dem kaiserlichen Sozialstaat ist der sozialdemokratische Asozialstaat geworden – an dem die Abgeordneten des Deutschen Bundestages exzellent verdienen: nach der nächsten automatischen Erhöhung werden es 9336 Euro im Monat sein (siehe Focus), bald soviel, wie Armutsgefährdete im Jahr verdienen. Ein genialer Trick der Reichen: einfach alle Abgeordenten reich machen – schon hat man etwas gemeinsam.

In dem Sinne funktionieren die Abgeordneten dann auch – nicht nur beim Thema Abgas oder Kartell. Andrea Nahles ist jetzt mit einem kühnen Vorstoß beschäftigt: sie will Armut in Deutschland einfach umdefinieren (siehe FAZ):

„In Deutschland gibt es immer mehr Armut – so schrieb es der Paritätische Wohlfahrtsverband im Februar. Seine Rechnung: Arm ist, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat, für eine vierköpfige Familie wären das derzeit 1873 Euro im Monat. Das ist ein „relativer Armutsbegriff“.“

Wo wirklich Armut herrscht, weiß die Ministerin genau:

„Mit solchen Berechnungen laufe die Politik und die Gesellschaft Gefahr, den Blick für die wirklich Bedürftigen zu verlieren. „Es gibt zum Beispiel mehr illegale Einwanderer und sehr viele jüngere Erwerbsgeminderte, da haben wir es mit wirklicher Armut zu tun.““

Nun – für illegale Einwanderer ist der Staat im Prinzip im Geiste des oben skizzierten Gesellschaftsvertrages überhaupt nicht verantwortlich (jedoch im Geiste der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte), die haben in diesem Vergleich gar nichts zu suchen – und die „jüngeren Erwerbsgeminderten“ bekommen Hartz IV (oder – wenn sie nicht ganz so jung sind – eine Bonsai-Rente auf Hartz IV-Niveau … wenn sie Glück haben) wie alle anderen Armen auch – von denen viele noch Reste von Arbeit haben. Sie als die „wirklich Bedürftigen“ zu beschreiben und demgegenüber alle anderen als umverschämte Gierlappen darzustellen, instrumentalisiert Flüchtlinge zur Vertuschung der deutschen Armutsproblematik.

Bleiben wir bei 1873 Euro netto im Monat – für vier Personen. Das sind 468,25 Euro pro Person. Hört sich gut an. Davon bezahlt man Heizkosten, Strom, Miete, Versicherungen, private Rentenvorsorge. Mieten eine vier-Zimmer-Wohnung? Da fängt das Problem an. Will man nicht gerade für seine Kinder das Szenario „sozialer Brennpunkt“ verwirklichen (was in Aachen warm 890,50 Euro kostet – außerhalb der Stadt in einer Betonwüste mit kriminellem Umfeld) so muss man mit 1275 Euro Miete rechnen (Vorstadt von Aachen), dazu 100 Euro Strom, 20 Versicherungen (Haftpflicht und Hausrat), 100 Euro Auto (Achtung: Sie haben Kinder, die im Krankheitsfalle sofort von der Schule abgeholt werden müssen!), so bleiben unsere „reichen“ Familie 191,20 Euro pro Person im Monat im sozialen Brennpunkt – oder 94,20 in menschenwürdiger Umgebung. Bedenken Sie dabei auch, dass Sie zum ordnungsgemäßen Funktionieren in unserer Gesellschaft überdurchschnittlich viel für Körperpflege und intakte Kleidung ausgeben müssen, um „einstellbar“ zu bleiben – also den Erwartungen von Unternehmern in einer Dienstleistungsgesellschaft gerecht zu werden (was minimal bei uns auf dem Land 60 Euro Friseur/Monat für diese Familie bedeutet – und damit sieht man am Ende des Monats schon etwas ungepflegt aus).

Sicher: mit 94,20 Euro im Monat wären Sie im Sudan reich, auch in Syrien und Marokko, denn die müssen kein hohes soziokulturelles Niveau erfüllen, nicht täglich mehrfach die Hemden wechseln und die Kinder zum Mobbingschutz mit Markenkleidung versehen, die können noch Weizen im eigenen Garten anbauen und Ziegen hüten … ich denke, wenn man Lebensqualität als Maßstab nimmt, sieht es im Vergleich erst recht schlecht aus. Dazu gab es mal einen Film in NRW, gedreht mit Fördermitteln von einer afrikanischen Studentin, der seinerzeit viel Trubel verursacht hat – sie fand unser tolles, reiches Leben nicht lebenswert im Vergleich zu ihrer „armen“ Heimat, in der es weniger Gift, weniger Lärm, weniger Aggression im Alltag und weniger Kinderfeindlichkeit gab – und besseres Wetter.

Aber Frau Nahles (SPD) macht halt, wofür sie bezahlt wird (siehe SWR):

„Und je weiter diese Gesellschaft in Deutschland zwischen Arm und Reich gespaltet wird, umso mehr mauern sich Reiche ein und versuchen, all die in die Ecke zu stellen, die Armut anprangern, indem sie sagen: „Ihr bauscht auf, ihr skandalisiert“, um ihren Reichtum zu schützen.“

Monatsgehalt Andrea Nahles: 14668 Euro (siehe Statista).

Keine weiteren Fragen … zur „Verharmlosung der Armut in Deutschland“ (siehe Christoph Butterwege in Deutschlandradio).

Die Armen werden immer ärmer – so der Bericht der Bundesbank (siehe Süddeutsche) – Zeit also, Armut neu zu definieren. Vergleichszahlen habe ich schon: ein Polizeihund bekommt vom Staat 94,50 Euro (also: das zahlt man dem Hundehalter – siehe fragdenstaat) … das ist mehr als Hartz IV für ein fünfjähriges Kind. Nun – Hunde sind ja auch wichtig.

Armut in Deutschland bedeutet nun nicht nur, dass man weniger in den Urlaub fahren kann (also: GAR NICHT) oder weniger Geschenke zu Ostern kaufen kann (in Zahlen: GAR KEINE) oder nicht so oft ins Kino, ins Theater oder zum Fußball kann (besser gesagt: ÜBERHAUPT NICHT) oder dass man sich gesellschaftliche Verpflichtungen jeglicher Art (wie zum Beispiel Geburtstagsgeschenke für die weitere Familie, Vereinsmitgliedschaft oder Parteiarbeit) schlichtweg nicht leisten kann, ohne am Essen zu sparen – was die Meisten machen.

Armut in Deutschland bedeutet schlichtweg: FRÜHER TOD (siehe armut&gesundheit):

„Die Mortalität (Sterberate) von Armut betroffener Menschen in unserer Gesellschaft ist deutlich erhöht. Es besteht ein Lebenserwartungsunterschied von 11 Jahren bei Männern und von 8 Jahren bei Frauen zwischen dem reichsten und dem ärmsten Viertel der deutschen Bevölkerung (Lampert & Kroll 2010). 31% der von Armut betroffenen Männer erreicht nicht das 65. Lebensjahr. Armut bedeutet demnach nicht „nur“ geringere gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten, Armut bedeutet in einem der reichsten Länder der Erde früher sterben zu müssen. In diesem Kontext spielen strukturelle Gesundheitsversorgungsausschlüsse, -hindernisse und -defizite eine entscheidende Rolle, die von Entscheidungsträgern in unserer Gesellschaft leider viel zu häufig negiert und/oder bewusst ignoriert wird.“

Armut ist … eine besondere Form von Menschenopfer. Armut …. BRINGT MENSCHEN UM. Das ist ein Maßstab, der sich auch nicht durch noch so viele Rechenkünste relativieren läßt. Die Zahl der Opfer geht im Laufe der Jahre in die Millionen … Millionen die zu früh sterben und keinen „ruhigen Lebensabend“ vor sich haben, weil sie in Mülltonnen herumwühlen müssen. Wir sollten also lieber von Massenmord reden – anstatt von „relativer Armut“ … die auch als solche tödlich bleibt.

Da werden die Reichen und Mächtigen natürlich erst Recht „mauern“ und aufheulen, aber … das war schon immer so (siehe Spiegel):

„In vielen Gesellschaften gehörten Menschenopfer zum festen Brauchtum. Eine Analyse zeigt: Die perversen Riten nützen Herrschenden, um die Gemeinschaft zu spalten.“

Lesen Sie den Satz ruhig mehrmals. Sie können ihn auch gerne auswendig lernen.

Gut – wir töten anders als die früheren Herrschenden … ich will ihnen aber gerne die Dimensionen unserer Menschenopfer aufzeigen.

Wir haben über sechs Millionen Arme. Nehmen wir an: die Hälfte davon sind Männer. Das wären drei Millionen, von denen eine Million mindestens 13 Jahre früher sterben. Macht: 13 Millionen Lebensjahre. Ein Leben hat bei uns eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78 Jahren bei Männern … also vernichtet Armut das Äquivalent von 166 666 Menschenleben, wenn wir die geraubten Jahre in Menschenleben umrechnen. Ganz grob überschlagen. Mitten in einem der reichsten Länder der Erde. Pro Jahr sterben in Deutschland 868 000 Menschen (siehe statista) – die Zahl der geraubten Lebenszeit für Arme (bzw. der Menschenopfer der Mächtigen) enspricht also 20 Prozent der Bevölkerung – Tendenz steigend.

Die sterben für … das Überleben des monopolistischen Kapitalismus.

Oder: sind die Menschenopfer der Lumpenelite.

Ich weiß: eine wilde Rechnung, die man auf vielfältige Art und Weise angreifen kann – sie dient aber nur der plakativen Darstellung, die Feinrechnung überlasse ich Menschen, die dafür bezahlt werden. Sie soll ja auch nur eins aufzeigen: Armut – ist nicht relativ, sie ist tödlich.

Auch in Deutschland.

 

 

Der Zauber von Myrkwid – ein rebellischer Akt der besonderen Art

Die Zauber von Myrkwid

Die Zauber von Myrkwid

Mittwoch, 8.7.2015. Eifel. (Achtung: jetzt kommt WERBUNG). Ja – man kommt nicht mehr drum herum, ich gestehe es: ich habe auch fantastische Romane geschrieben. Für meine Kinder. Eine Jugendsünde von mir, könnte man meinen. 18 Jahre lagen diese Bücher im Schrank und wurde nur hervorgeholt, um sie meinen Kindern als „Gute-Nacht-Geschichten“ vorzulesen. Ja – damit hat es angefangen. Ich las meinen Kindern jeden Abend so lange vor, bis sie eingeschlafen waren, was meistens eine Stunde dauerte. Irgendwann ging mir das Material aus. Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich beschloss, das Problem in Eigenarbeit zu lösen – ich kam von einem Seminar von Jürgen Höller zurück  – einem Seminar, dass die Firma bezahlt hatte. Der Religionswissenschaftler in mir (ja, den gibt es auch) war verblüfft (zum wiederholten Male) wie sehr diese Trainer (von denen mir meine Firmen einige bezahlt hatten) in ihrer Arbeit auf Kunstgriffe der Magie und Zauberei zurückgriffen – und diese teilweise öffentlich demonstrierten, um die verblüffende Kraft des menschlichen Willens und die vielfältigen Möglichkeiten, diesem Ausdruck zu verleihen, zurück griffen.

Gut – es dürfte nicht oft passieren, dass Menschen, die ihren Studienschwerpunkt in den „Religionen des kleinen Mannes“ gelegt haben (Mythen, Sagen und Märchen) in teuren Industrieseminaren auftauchen. Menschen mit dieser Ausrichtung merken im Übrigen auch schnell, dass ein Adolf Hitler ein fieser, böser Magier war, ein „Saruman“ – und in der Tat findet man nach einiger Suche auch jene mystischen Gruppen, die „den Führer“ in den dunklen Künsten des Wortes ausgebildet haben und ihn auf die Menschheit losließen – nur zu dem Zweck, ein neues Blutbad anzurichten, vor allem unter jenen ersten Dienern des christlichten Gottes, die das „Gewissen“ fleissig verteidigten. Doch dies sind Themen, denen wir uns später mal widmen werden: „es gibt keine Magie“ – ist nur ein Tabu für den „kleinen Mann“: der große Mann feiert währenddessen große, magische Zauberfeste in aller Öffentlichkeit, bedient sich den feinen Künsten zu dunkelsten Zwecken …. ich verweise hier zum wiederholten Male z.B. auf die Riten des „Bohemian Grove“ – Riten, die einen Religionswissenschaftler mit meinen Schwerpunkten erschauern lassen: das sind Kulte, die unsere Altvorderen völlig entsetzt hätten. Wir … nehmen sie noch nicht mal wahr, was übrigens für uns sehr peinlich ist.

Zurück jedoch zu den Büchern. Ich hatte mein Leben damals sehr verändert, zugunsten meiner Kinder – die ich bei Arbeitswochen von bis zu 120 Stunden (Schlaf galt als Luxus, den nur Schwächlinge brauchen) – kaum noch zu Gesicht bekam – auf Karriere verzichtet (das beizubehalten, gelang mir im Folgenden leider nicht) um mehr Zeit für sie zu haben. Ich hatte auf einmal soviel Zeit, dass ich den Kindern (damals fünf an der Zahl) bald auf den Keks ging. Im Sommer konnte ich also den Samstag mit Gartenarbeit verbringen – im Winter jedoch, wenn es draußen stürmte und schneite, konnte ich mich dem Schreiben von Abenteuergeschichten widmen. Ich war zu der Zeit auch Mitglied der deutschen Inklings, hatte also auch Gelegenheit, meine Bücher mit dem Gründer der Inklings, Gisbert Kranz (inzwischen leider verstorben) besprechen zu können – und freute mich, dass er von ihnen sehr angetan war … so sehr, dass er mir ein Vorwort schreiben wollte. Aber: was sollte ich mit einem Vorwort? Die Bücher waren nie zur Veröffentlichung gedacht – sie waren meinen Kindern gewidmet, sollten ihnen ein Abenteuer im Reich der Ferne bescheren, eine magische Traumreise in ferne Gefilde. Wenn sie die Bücher gut fanden, war das für mich ein voller Erfolg – und sie fanden sie besser als Harry Potter … aber nicht so gut wie der Herr der Ringe. Damit konnte ich leben – auch wenn ich Harry Potter gar nicht kannte.

Zudem bin ich auch gar kein Schriftsteller. In der Tat schreibe ich ähnlich wie J.R.R.Tolkien, setze mich vor dem Bildschirm, erinnere mich kurz, was im letzten Kapital war – und schreibe drauf los. Oder …. wie ich es in einem anderen Manager-Seminar gelernt habe … „lasse ES durch mich hindurchfließen“ (eine weitere magische Technik, auf die ich andernorts mal näher eingehen kann). Regelmäßig bin ich überrascht, begeistert, verblüfft, welche Wendungen die Geschichten haben, die ich – wäre ich der Esoterik zugeneigt – durchaus als „gechannelt“ bezeichnen könnte, als „von oben eingegeben“ … doch den Anspruch habe ich nicht. Ich bin nur zu faul, großartige Pläne zu machen, mich mit Entwürfen zu plagen – und will außerdem lieber den Spaß an der Arbeit als ein perfekt ausgefeiltes Werk.

Man hätte es dabei beruhen lassen können, wäre ich nicht eines Tages in einem Gespräch mit meiner Verlegerin von Moti-Books darauf gekommen, dass ich auch noch ein paar Kinderbücher – dicke Schinken – im Schrank habe. Kinderbücher, die auch Erwachsene begeistern können – wie ich immer wieder feststellen konnte, wenn sich Besuch ungefragt die Kopien der Bücher, die ich für meine Kinder anfertigen lies, griffen und sie nicht mehr aus der Hand gaben. So ging es auch der feinen Gudrun Anders von Motibooks, die sich – extra für mich – wieder in die Verlagswelt gestürzt hat. Motibooks ist im Prinzip ein Fachverlag für motivierende, aufbauende Lektüre, geführt von einer Unternehmerin und Unternehmensberaterin, die ich wegen ihrer spirituellen Ausrichtung sehr schätze – wie so oft, wenn die Spiritualität echt und lebendig ist, kann man einen hohen Arbeitsethos erwarten, was jedem Kunden sehr entgegenkommen sollte. Hier wird noch mit Blick auf Erfolg für den Kunden gearbeitet – und weniger mit Blick auf die möglichst pralle Füllung der eigenen Börse.

Frau Anders will sämtliche Artikel des Eifelphilosophen auf den Markt bringen, eine Arbeit, die mir viel mehr Arbeit bringt, als gedacht: die meisten der 2600 Artikel müssen komplett überarbeitet werden, so dass man leider nicht (wie ich gehofft hatte) einfach alles bequem kopieren konnte, Die Herrscher der Welt, Krieg und Frieden, Gott und die Welt sind in verschiedenen Portalen veröffentlicht – aber bringen nicht genug Umsatz, um einen Verlag am Leben zu erhalten. Der Autor selbst würde verhungern, wenn er von den Erträgen leben müßte – eine seltsame Erscheinung angesichts der Tatsache, dass ich ein reicher Mann wäre, wenn ich von jedem Leser meiner Artikel nur 99 Cent bekommen würde. Ich hatte damals – vor einem Jahr – ein wenig gehofft, dass vielleicht manche Leser ihre Wertschätzung für meine Artikel durch den Erwerb von Bücher ausdrücken wollen (also … an jene, die mir Bargeld schenken wollten: das nehme ich nicht so gern an. Weiß auch nicht, warum.) Mit entsprechendem Umsatz hätten wir uns hier eine technische Ausstattung leisten können, die uns erlaubt hätte, noch mehr Menschen anzusprechen … wir können das echt nicht alles allein finanzieren … würden aber gerne der Tagesschau etwas visuelle Konkurrenz machen. Doch doch – das würde viel Spaß machen, habe da schon einige Ideen.

Zurück nun zu dem Zauber von Myrkwid.

Geschrieben war es für meine Kinder als erstes Buch einer Reihe von neun Büchern. Die Hauptdarsteller tragen jeweils ihre Namen, allerdings sind ihre Charaktereigenschaften dort nicht berücksichtigt (die waren ja auch noch klein…). Es war mir nicht sehr lieb, das zu veröffentlichen, weil es ein sehr persönliches Buch ist, sehe aber, dass der Verlag Umsätze braucht, um weiter arbeiten zu können. Andererseits sehe ich aber auch … die enorme politische Dimension dieser Art von Büchern, weshalb ich sie der Menschheit gerne zur Verfügung stelle.

Ja – das verblüfft sehr – aber politische Philosophie ist ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit. Hier – habe ich große, ja größte Sorgen über die Entwicklung der Zukunft und werde hierzu wohl noch häufiger den Herrn Krymanski zitieren (siehe Uni-Münster):

Aber die (post)moderne informatisierte und globalisierte Welt neo-kapitalistischer ‚Wertschöpfung‘ verlangt immer rücksichtsloser den ‚ganzen‘ Menschen. Es gibt keine freie Stelle in den Köpfen, die nicht vom Verwertungsanspruch der Renditejäger betroffen wäre. Die Trennung von Arbeitszeit und Freizeit ist aufgehoben, die herrschenden Produktionsverhältnisse fressen den ganzen Menschen, dem jegliche Fluchtmöglichkeit außer der Hölle der totalen Ausgrenzung abgeschnitten ist

Herr Krymanski irrt hier – denn dass es hier noch Fluchtmöglichkeiten gibt, wusste schon Karl Marx, als er Religion an sich als „Opium fürs Volk“ bezeichnete, weil sie ihm Kanonenfutter für seinen geplanten gesellschaftlichen Umbau vorenthielt. Die Wirkung – die „therapeutische Wirkung“ – von Mythen und Märchen ist jedoch noch eine ganz andere: es ist Urlaub für den Geist, es ist genau jene Fluchtmöglichkeit, die der Geist braucht, um dem kannibalistischen Terror des Neokapitalismus zumindest eine Weile zu entrinnen … und jene Funktion haben Mythen und Märchen, die Religionen des kleinen Mannes, schon seit Jahrtausenden. Das sie noch ganz andere Dimensionen enthalten hat – aus der Sicht der Tiefenpsychologie – Eugen Drewermann deutlich gemacht (sehr empfehlenswert auch seine Arbeiten zu den „Märchen“ von Jesus Christus – den Evangelien), doch so weit möchte ich gar nicht gehen.

Mir reicht die Funktion der Märchen (wobei ich als weiteren Schwerpunkt meiner eigenen religionswissenschaftlichen Arbeit moderne Märchen als Schwerpunkt habe – was man demnächst noch sehen wird), dass sie für einen Moment einen Menschen aus der Kerkerzelle des Neokapitalismus herausholen können – nicht um ihn zu betäuben, sondern um ihm Erholung zu bieten von dem Schreckensterror einer völlig vermarkteten Welt, über der der Gott Mammon als unantastbare Autorität steht, dem man bedenkenlos mit pathetischen Worten Kinder in Massen opfert … wie aktuell in Griechenland. Nur das ist ihre politische Funktion – und das schon seit Jahrtausenden: einen geistigen Schutzraum zu bieten vor den Mythen der Unterdrücker, Ausbeuter und Folterknechte. Dieser Raum funktioniert nur kurz – keiner braucht hier Sorge vor Opium zu haben. Aber in jenen Räumen kann man die Kraft finden, selbst den schlimmsten Feinden in aussichtslosen Situationen zu trotzen.

Ein Beispiel dafür … bin ich wohl selber. Wer sich fragt, wie ich das eigentlich aushalte, jeden Tag durch die Gülle der Medien zu waten, um jene Perlen zu finden, die ich dann für alle aufpoliere und präsentiere (siehe jene „Offenen Brief“ an mich, der mich sehr berührt hat) ohne depressiv, wahnsinnig oder völlig mutlos zu werden, findet in dem Thema „Mythen und Märchen“ die Antwort: ich habe am eigenen Leib bzw. an der eigenen Psyche erfahren, wie heilsam und erholsam jene „kleinen Fluchten“ sein können – selbst bei unverhoffter Scheidung, Verlust sämtlichen Vermögens, Verlust von Gesundheit, gesellschaftlicher Akzeptanz (sprich: Verlust von sogenannten „Freunden“, die fliehen, wenn die Armut kommt), Verlust von Kindern, Familie, Arbeit und „Heimat“. Ein psychotherapeutisch ausgebildeter Arzt (und ehemaliger Freund) hatte mir damals gesagt, dass es ein Wunder sei, dass ich noch unter den Lebenden weile – angesichts der vielfältigen Schicksalsschläge, die ich in kurzer Zeit verarbeiten musste.

Für mich war es kein Wunder – sondern nur die Bestätigung des Satzes, dass es heilsam sein kann, wenn man ein „Reich“ besitzt, dass „nicht von dieser Welt ist“ – eine Erfahrung, die andere Menschen ebenfalls machen (siehe DIW: Wer regelmäßig zum Gottesdienst geht, leidet weniger unter einem Jobverlust) und die J.R.R. Tolkien (der Autor des „Herrn der Ringe“ und des „Hobbit“) in seinem Essay „Über Märchen“ (siehe Tolkien, Baum und Blatt, Ullstein 1982) ausführlich in einer Auseinandersetzung über den Vorwurf des „Eskapismus“ (der Weltflucht) bestätigt hat … mit dem kleinen Hinweis, dass diese Fluchten nur Gefängniswärter stören … oder jene, die es gerne werden wollen.

Nun gut, kommen wir zum geschäftlichen, einem für mich persönlich sehr peinlichen Moment, wo ich bitten und betteln muss, um dem Hunger zu entkommen.

Ich arbeite nun hier seit vielen Jahren unentgeldlich, schulde vielen Menschen, die an diesem Ort mitarbeiten, mehr, als ich je zurückzahlen könnte – was mich ebenfalls unangenehm berührt … und ja auch schon manche Künstler von diesem Ort fortgejagt hat … weil man nichts verdienen kann.

Ja – wir wollen diesen Ort als werbefreien Nachdenkhort mit höherem Niveau aufrecht erhalten – und gerne auch ausbauen. Wenn wir aber auch andere Formen der Rebellion bieten sollen – außer die Möglichkeit der Information, des Austausches und der heilsamen Flucht – brauchen wir etwas mehr Treibstoff, etwas mehr Tauschmittel – für Mikrofon, Kamera, Stoßdämpfer oder Tütensuppe, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Deshalb mein Wunsch an jene, denen wir viel gegeben haben: ladet Euch mal ein Buch herunter. Für den Verlag ist „Der Zauber von Myrkwid“ wichtig – fast sogar überlebenswichtig. Es gibt ihn bei Amazon, bei Tolino-Media, bei Thalia, bei Neobooks, bei Google.play oder bei Xinxii … und ich will da jetzt keine Klagen über die einzelnen Vertriebswege hören: wir sind finanziell nicht so aufgestellt, dass wir schon jetzt vollkommen frei vom aktuellen Wirtschaftssystem agieren können.

Es wird auch eine Printversion geben – für die, die wie ich lieber Papier in der Hand haben. Gerne auch mit persönlicher Widmung des Autors. Anfragen bitte an info@gudrun-anders.de (dort kann man auch die anderen Printbücher mit persönlicher Widmung bekommen …. aber Achtung: wir brauchen dazu schon ein paar Wochen!)

Im Juli gibt es zudem eine Sonderaktion – ein „Download“ kostet nur 1,99 – weniger als zwei Kugeln Eis.

Ungern würde ich mit der Erkenntnis leben, dass diese Arbeit meinen Lesern weniger wert ist. Wer gerne mal wissen will, wie lange die Produktion von Texten dieser Art dauert: exakt vier Stunden – hat dieser hier gekostet. Die Stunden, der der reinen – oft ergebnislosen – Recherche (dem Studium der täglichen Nachrichtengülle, die – gleich unserer leiblichen Nahrung – oft wenig Nährwert aber viel Füllmasse enthält) dienen, nicht mitgerechnet.

Für so ein Buch brauche ich exakt 36 Tage, die ich komplett durcharbeite – um mal ein paar Hausnummern zu nennen. (Ende der WERBUNG).

PS: was mache ich eigentlich mit dem Geld, wenn 10 Millionen Zuschauer den Zauber von Myrkwid herunterladen? Ganz einfach: von dem, was für mich abfällt, TREEEC beim Aufbau alternativer Wirtschaftsstrukturen in Griechenland unterstützen … bzw. das voll finanzieren. Kenne schon allein persönlich genug Leute, die einen Arbeitsvertrag gut gebrauchen könnten – so wie TREEEC ihre Arbeitskraft, ihre Fähigkeit und Kreativität gut brauchen könnte. Außerdem … hätte ich Spaß daran, den neokapitalistischen Medien visuelle Konkurrenz zu machen – was uns momentan sehr überfordert.

PS 2: wer alles in Kurzform möchte: Zaubergeschichten erhöhen die Resilienz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie wird Geld geschaffen?

Teil-Transskript über das Geldsystem (Mitschrift)

Wie wird Geld geschaffen? Jetzt werden Sie vielleicht sagen durch den Staat bzw. Zentralbanken. Nun – einerseits stimmt das, andererseits wird eine viel größere Menge an Geld durch Geschäftsbanken geschaffen. Und wie machen die das? Durch die Schaffung von Kredit. Letztere Auffassung zu sein, war in der Vergangenheit oftmals Anlass für Sport und Angriff.

Der Handelsblatt Redakteur Norbert Häring  schrieb dieser Tage:

„Im ökonomischen Wissenschaftsbetrieb stehen bis heute Geldschöpfungstheoretiker in der Nähe von Leuten, die sich Hüte aus Alufolie basteln, um sich gegen Gedanken lesende Außerirdische zu schützen.“

Da trifft es sich gut, wenn wie Norbert Häring ebenfalls berichtet, die Bank of England – mit einigen Geldmythen aufräumt. Aus einem Papier, das die sogenannte Mutter aller Zentralbanken veröffentlichte, habe ich drei wesentliche Punkte für sie übersetzt.

„Statt dass Banken Einlagen erhalten, wenn Haushalte sparen und sie dann verleihen, schafft die Drittvergabe der Banken Einlagen. Statt dass Banken Einlagen herleiten, die bei Ihnen hinterlegt sind, schafft der Akt der Kreditvergabe Einlagen – die Umkehrung der Reihenfolge, die in der Regel in Lehrbücher beschrieben wird.“

Haben Sie es halbwegs verstanden? A.) die Geldscheine, die Sie benutzen sind, im Grunde genommen nichts anderes als Schuldscheine. Geld wird geschaffen über Kredit. Kredit gleich Schulden ohne Schulden kein Geld im ganzen System. Sehr simpel, aber sehr interessant …

B.) die Schöpfung von Geld durch Geschäftsbanken ist ein Buchungsvorgang. Stellen Sie sich vor Sie sind Kunde bei einer Bank, haben ein Girokonto, gehen zu der Bank und beantragen ein Kredit über 100.000 Euro, aus irgendeinem Grund, wird Ihnen der Kredit gewährt, und dann passiert Folgendes:

„Die Bank bucht in ihrer Bilanz auf der Aktivseite eine Kreditforderung von 100.000 Euro gegenüber dem Kunden ein. Gleichzeitig schreibt die Bank dem Kunden auf dessen Girokonto 100.000 Euro gut – welche in der Bankbilanz auf der Passivseite geführt werden. Die Gutschrift erhöht die Einlagen des Kunden auf dem Girokonto – es entsteht Giralgeld, das die Geldmenge erhöht.

Die Tatsache, dass Geschäftsbanken Geld schöpfen und in welchem Umfang sie das tun, ist von großer Relevanz Steve Keen einer der bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftler unserer Tage sagt beispielsweise – das eine Mangelerscheinung in Wirtschaftswissenschaften gerade darin besteht, dass Wirtschaftswissenschaftler diese Tatsache nicht in ihren Modellen mit einbauen.

“Warum?

Würden Sie zugeben, dass Banken Geld durch die Vergabe schaffen, und das Geld durch die Rückzahlung der Schulden vernichtet wird, fliegen all die einfachen Gleichgewichtsgleichnisse der konventionellen Wirtschaftswissenschaften zum Fenster raus. Insbesondere hängt das Niveau der wirtschaftlichen Aktivität nun von den Kreditvergabeentscheidungen der Banken ab und von den Rückzahlungsentscheidungen der Kreditnehmer. Wenn Banken schneller herleihen oder die Kreditnehmer langsamer zurückzahlen, wird es einen Boom geben; wenn es umgekehrt ist, wird es einen Konjunktureinbruch geben.“

Ein weiterer wichtiger Punkt, wo sich die Spreu vom Weizen trennt, für welche Aufgaben und Zwecke werden diese Kredite eigentlich verwendet?

Nicht selten landen diese Kredite in Spekulationsgeschäfte. Zur Vertiefung in das Thema möchte ich Ihnen zwei Bücher empfehlen, das ist zum einen von Matthias Binswanger – „Geld aus dem Nichts“ wie Banken Wachstum ermöglichen und Finanzkrisen verursachen. Und da ist der Titel im Grunde genommen auch schon Programm. Und das andere Buch, ebenfalls über Wechselwirkung zwischen Geld, Kredit, Schulden und den Finanzmärkten – Hymann P. Minsky „Instabilität und Kapitalismus“  worin vorgestellt wird, was die sogenannte Hypothese der finanziellen Instabilität ist. Und ich denke, nach den beiden Büchern sind Sie schon viel besser aufgestellt um ein besseres Verständnis der Finanzkrise, die ja noch immer andauert und sich eventuell dadurch dagegen auch abzusichern. ~Transskript-Ende

 

Ein paar Stunden vertonte und bewegte Bilder zum Thema Geld

Die Macht der Finanzkonzerne – Wie Blackrock mittels Geld die Welt regiert:

Die BlackRock, Inc. ist der weltgrößte Vermögensverwalter. Das international tätige amerikanische Finanzunternehmen hat seinen Hauptsitz in New York City und ist vor allem in Vermögens- und Risiko-Verwaltung tätig. Die Aktien sind an der New York Stock Exchange gelistet. Größte Anteilseigner sind PNC Financial Services mit 21,0 % und Barclays mit 19,7 %.[1] (Stand 12/2011).

Goldmann / Sachs – Eine Bank lenkt die Welt

Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Die amerikanische Investmentbank ist in den letzten Jahren zum Symbol für Maßlosigkeit und ausufernde Spekulationen im Finanzbereich geworden. Ihre Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Privathaushalte haben sie zwar an den Rand des Bankrotts gebracht, aber letztlich wurde sie dank ihrer politischen Verbindungen vor dem Aus bewahrt.

GELD REGIERT – Regieren wir mit?

Die „Superreichen“ werden immer zahlreicher.
Quarks & Co begibt sich auf die Spur des großen Geldes. Was macht Geld mit uns – und welche Macht verleiht es?

Wer die FED bedroht oder gefährdet wird sterben

„Wenn das amerikanische Volk jemals privaten Banken die Kontrolle
über das Ausstellen des Geldes gibt, werden die Banken und Unternehmen,
die um sie herumwachsen, erst durch Inflation und dann durch Deflation,
die Leute all ihres Besitzes berauben, bis ihre Kinder obdachlos erwachen
auf dem Kontinent, den ihre Väter eroberten.“
(Thomas Jefferson (1743-1826), US Gründungsvater)


Volker Pispers kritisiert Geldschöpfung

Geldschöpfung im Kabarett: Es ist sehr erfreulich, dass nun auch Kabarettisten wie Volker Pispers die Geldschöpfung der Banken und das Geldsystem kritisieren. Zuvor war nur Dieter Hildebrandt dazu Willens. Unter Geldschöpfung versteht man das erzeugen von Geld. Die meisten Menschen gehen immer noch davon aus, dass der Staat sein eigenes Geld über die Zentralbank, in Deutschland die Bundesbank, schöpft (Geldschöpfung). Jedoch erzeugt die Bundesbank über die EZB nur etwa 10% der umlaufenden Geldmenge als gesetzliche Zahlungsmittel. Die restlichen 90% der Geldmenge (Bankengeld – kein gesetzliches Zahlungsmittel) wird von den Geschäftsbanken erzeugt (geschöpft), indem sie Kredite vergeben (Geldschöpfung aus Kredit = Schuldgeld).

Fabian der Goldschmied

Warum überall Geld fehlt

Der grosse Reibach und Der Tanz der Geier – alle zwei Teile

Geschäftsbanken, Hedgefonds und Versicherungen spielen mit Risiken und Vertrauen, mit wahren und falschen Werten. Derivate werden immer komplexer, Kommissionen steigen ins Unermessliche, und Geldmengen bewegen sich immer schneller um die ganze Welt. Die Gefahr einer Finanzblase steigt. Ob Rohstoffe, Immobilienkredite oder undurchschaubar gewordene Finanzinstrumente – die Spekulanten machen auf der Suche nach Profit vor nichts halt.

Die Religion Kapitalismus und der Russe steht vor der Türe – Volker Pispers

(nur) Volker Pispers, Verleihung des deutschen Kleinkunstpreises 2015

 

und der Vollständigkeit halber:
Der Russe steht vor der Türe und der Grieche sitzt in der Vorratskammer (ebenfalls von selbiger Preisverleihung)

P.S.
unter Satire kann ich das nicht ablegen, eher unter Tatsachenberichte mit humoristischen Einlagen.

AKUTER TERRORALARM IN DEUTSCHLAND! MILLIONEN IN GEFAHR!

Digital StillCamera

Samstag, 24.1.2015. Eifel. Heute vor fünfzehn Jahren ist mein Vater gestorben – im Alter von 69 Jahren. Er war Handwerker, hat sich mühsam einiges aufgebaut – durch unermüdliche Arbeit. Sein Arbeitsleben musste er – wie so oft im Handwerk – vorzeitig beenden: Verschleiß hatte ihm die Kniescheiben zerschossen. Ich bin froh, dass er gestorben ist – nach vielen häßlichen Erfahrungen in der Jugend und im Krieg hatte er – als politisch interessierter Mensch – immer noch die Hoffnung, dass sich alles mal zum Besseren wenden wird, dass für den „kleinen Mann“ irgendwann mal das Ende des Leidens erreicht sein wird. Ich bin froh, dass er die Verwerfungen, Verrohungen und Vernichtungsfeldzüge gegen den „kleinen Mann“ nicht miterleben musste, das hätte ihn sehr mitgenommen – so konnte er ruhig einschlafen: im Jahre 2000 hatte er noch einen erfolgreichen Sohn, fünf Enkel, die ihn vergötterten und eine Ehefrau, für die er mit äußerster Sparsamkeit sehr gut vorgesorgt hatte.

Was hätte es ihn getroffen, wenn er hätte miterleben müssen, wie der Staat die flächendeckende Zwangsenteignung von Arbeitslosen eingeführt hat. Er – als jemand, der schwere Küchen bei fremden, reichen Leuten aufbauen musste – wusste genau, dass man sich mit dieser Arbeit die Gesundheit ruiniert wie ein Leibeigener im alten Rom … und das der „kleine Mann“ deshalb den Schutz des Staates benötigte. Das dieser Staat – der eigentlich demokratisch und rechtsstaatlich sein sollte und laut Grundgesetz ein sozialer Staat sein sollte, fünfzehn Jahre später ein Terrorstaat ist, ein Staat, der mit sadistischer Freude „Druck ausübt“ … wie es vornehm in Regierungskreisen heißt hätte ihn sehr getroffen. Man Vater hätte noch gewusst, welches Wort der kleine Mann für diesen „Druck“ hat: Folter!

Ja – als jemand, der Hitlerjugend noch live miterlebt hat, hätte er gewusst, dass es Zeit zum Fürchten gewesen wäre, wenn er erfahren hätte, warum sich eine Freundin von mir von Facebook verabschiedet hat: sie hatte von einer Bekannten erfahren, dass das Jobcenter Arbeitslose über Facebook kontrolliert – und nach zwei Wochen Facebook-Abstinenz empfing der Sachbearbeiter die Bekannte mit den Worten „Na – man hat ja lange nichts mehr von ihnen gelesen!“. Laut einem Bericht von „gegen-Hartz“ ist die flächendeckende Onlineüberwachung von Arbeitslosen immer wieder angestrebt doch offiziell gescheitert (siehe gegen Hartz) – inoffiziell jedoch gehen die Mitarbeiter ganz aus eigenem, perversem Antrieb heraus dieser Arbeit gerne nach.

Als jemand, der noch live die Zeit miterlebt hat, als in Deutschland jeder jeden ausspionierte und man sich nicht den aller kleinsten Fehler erlauben durfte, weil selbst das geringste Maß von Nonkonformismus tödliche Folgen hätte haben können, hätte er gewusst und folgerichtig beurteilen können, was es bedeutet, wenn Hartz IV-Bezieher zwangsweise vorgeführt werden (siehe gegen-Hartz).

Was Nationalsozialismus im Alltag wirklich bedeutet – dafür hat der kleine Mann ein besonderes Gespür, denn er wird das erste Opfer. Die pseudointellektuellen Schöngeister und Feinbieger der Historie werden als Funktionselite in jedem System gebraucht – und es ist schauderhaft zu sehen, wie sie heute jeden Vergleich mit den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte scheuen und so Wegbereiter für die Wiederholung werden.

Die Folgen, die dieser Ausfluss gelebten Unmenschentums nach sich zieht, sind gruselig – so gruselig, dass zehn Jahre später sogar die ansonsten äußerst regierungskonformen Bezahlmedien kritische Bemerkungen zulassen (siehe Süddeutsche):

„Die vergangenen zehn Jahre zeigen: Das Hartz-IV-System ist ein unglaublich rigides Armutsregime. Deutschland lebe über seine Verhältnisse, heißt es doch immer. In Wahrheit geben sich immer mehr Menschen mit immer weniger zufrieden – in einer Gesellschaft die ansonsten immer reicher wird. „Hartz IV bewirkt eine Anspruchsreduktion, die mit einer Traumatisierung einhergeht“, sagt Butterwegge. Die Menschen nähmen sich selbst zurück. „Sie werden gedemütigt und demoralisiert“.“

Die Ausmaße, die dieses Armutsregime angenommen hat, erreichen Dimensionen des NSA-Skandals – nur werden die in den etablierten Medien mit Rücksicht auf das Establishment (dem man ja selber angehört) nicht veröffentlicht, wer nach der Wahrheit sucht muss akribisch nach Details fahnden … und manchmal hilft nur der Zufall: 2012 schreib Alan Posener für die Welt einen Artikel über Beamte, einer davon war beim Jobcenter tätig. Nebenbei erfuhr man Erstaunliches (siehe Welt):

Herr Jacobi hat via Computer den Zugriff auf 42 Millionen Datensätze. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung. Wer staatliche Leistungen beantragt, verzichtet faktisch auf die Privatsphäre.

Das war 2012. Wie viele sind es heute?

Vielleicht stößt die Zahl auf Unglauben – aber in einem Artikel des Spiegel aus dem Jahre 2015 erhalten wir eine Bestätigung seitens des DGB, dem langsam einfällt, dass das System Hartz IV dem kleinen Mann das Genick gebrochen hat … damals noch mit Zustimmung der Gewerkschaften (… und der Kirchen) (siehe Spiegel):

Rund 15 Millionen Menschen haben demnach in den vergangenen zehn Jahren zumindest zeitweilig Hartz IV bezogen.

Zahlen, die nacktes Entsetzen auslösen sollten. Beziehen Jugendliche Hartz IV, werden natürlich auch die Daten der Eltern erfasst: man ist ja „Bedarfsgemeinschaft“, ebenso kommen die Partner ins Visier der Behörde – auch bei Geschiedenen. So kommt man leicht auf 42 Millionen Datensätze. Allein aber 15 Millionen Menschen, die – zumindest zeitweilig – von Hartz IV abhängig sind, zeigt das große Versagen des sterbenden Kapitalismus: „Vollbeschäftigung“ ist weit entfernt: von 40 Millionen arbeitenden Menschen haben 37 Prozent keinen ordentlichen Arbeitsplatz. Schauen wir mal zurück zu den Zeiten der großen Weltwirtschaftskrise … und bleiben bei Wikipedia, dessen Ruf nur dann besser wird, wenn man es öfter benutzt (siehe Wikipedia):

„Im Februar 1932 erreichte die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt: Es standen 6.120.000 Arbeitslosen, also 16,3 % der Gesamtbevölkerung, nur 12 Mio. Beschäftigte gegenüber. Zu den Arbeitslosen könnte man auch noch die große Masse der schlecht bezahlten Kurzarbeiter und Angestellten zählen, aber auch die kurz vor dem Ruin stehenden Kleinunternehmer.“

Na – wird ihnen schon mulmig? Da wir eine Gesamtbevölkerung von 80 Millionen haben, übertreffen wir mit 15 Millionen Menschen in prekären Situationen die 16,3 % im Jahre 1932 – schon jetzt: wir sind bei 18,75 %.

Angefangen hatte es laut Bundeszentrale für politische Bildung ganz harmlos (siehe BpB):

„Im Winter 1929/30 gab es bereits mehr als drei Millionen Arbeitslose, die materiell weitaus schlechter abgesichert waren als heute. Es entstand ein Teufelskreis aus sich verringernder Kaufkraft, zurückgehender Nachfrage, sinkender Produktion und weiteren Entlassungen.“

Diesen Teufelskreis kennt der deutsche Einzelhandel auch: der „Tante-Emma-Laden“ ist nicht mehr finanzierbar – mit enormen Kosten für die Umwelt, der nächste Supermarkt muss erstmal erreicht werden.

Nur ein kleiner Ausflug in die Geschichte Deutschlands – und man weiß, wo der eingeschlagene Weg enden wird: am Ende das Kapitalismus steht alternativlos die Massenvernichtung unnützen Menschenmaterials: notfalls auch als Vernichtung durch Arbeit. Geht ganz einfach: beim Essen sparen, zum Arbeiten zwingen – der Erfolg stellt sich automatisch ein.

Das muss gerade uns Deutschen auch im Jahre 2015 klar sein, denn so harmlos wie es die „Bundesagentur für Arbeit“ darstellt (und obszönerweise sich selbst sogar in einer großen Weihnachtskartenaktion lobt – siehe gegen Hartz), ist das Terrorregime nicht. Abgesehen von einer enormen Zunahme psychischer Erkrankungen geht es Arbeitslosen (und ihren „unschuldigen“ Kindern) auch physisch an den Kragen … ganz nach dem Prinzip „Vernichtung durch Arbeit“ (siehe Heilpraxis.net):

„Mediziner schlagen Alarm: In Deutschland existiert ein „versteckter Hunger“. Betroffen sollen Millionen von Erwachsenen und Kindern sein. Der Grund: Die Hartz IV Regelleistungen reichen kaum aus, um sich aus Ernährungswissenschaftlicher Sicht vollwertig und ausreichend zu ernähren. Die Folgen sind vor allem für Kinder fatal: Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie zum Teil schwere Krankheiten können aus der Mangelernährung entstehen.“

Wem die Quelle zu unseriös ist, dem kann ich schnell helfen – mit einem Artikel im Tagesspiegel über „Grüne Woche“ in Berlin, zu der sich 70 Agrarminister aus aller Welt eingefunden hatten (siehe Tagesspiegel):

„Bei uns muss niemand hungern – dieser Satz stimmt so leider nicht. Zwar ist chronische Unterernährung in Deutschland heute äußerst selten, doch die Menschenrechtsorganisation FIAN hat beobachtet, dass immer mehr Menschen in Deutschland nicht in der Lage sind, sich „angemessen und in Würde zu ernähren“. Besonders betroffen sind Kinder aus Hartz-IV-Haushalten, Rentner und Flüchtlinge. Die Tafeln feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Es ist ein trauriges Jubiläum. „Dabei geht es nicht nur darum, satt zu werden, sondern darum, gesund zu bleiben“, sagt Ernährungswissenschaftler Hans Konrad Biesalski von der Uni Hohenheim. „Viele Deutsche leiden unter verstecktem Hunger.“

Ja – am Ende des Kampfes gegen den Hunger ist der Hunger als Vernichtungsinstrument nach Deutschland zurückgekehrt … nur wird diese Wortwahl emsig vermieden, denn an den Enteignungen der Arbeitslosen verdienen viele Funktionsträger des Kapitalismus ganz gut: so manch ein Journalist, Beamter, Abgeordneter oder Manager hat mit der Ersteigerung von enteigneten Immobilien von Arbeitslosen super Geschäfte gemacht …. und alle möchten diese Geschäfte auch weiter machen. An den Juden hatte man dereinst auf diesem Wege auch gut verdient.

Ja – es werden kritische Stimmen gegen Hartz IV laut – und auch manch ein etabliertes Medium veröffentlicht sie (siehe Spiegel):

„Die Hartz-Reformen haben tatsächlich dazu beigetragen, die Arbeitslosigkeit in Deutschland zu verringern, gerade weil sie den Druck auf Arbeitslose erhöht haben.Um nicht in Hartz IV abzurutschen oder auch nur um der Gängelei vom Amt zu entkommen, sind Arbeitslose heute eher bereit, eine schlecht bezahlte oder sonstwie unattraktive Stelle anzunehmen.“

Darf ich nochmal daran erinnern, dass „Druck von oben“ „unten“ als Terror ankommt? Als enorme Beschneidung der Grundrechte, als widernatürlicher Eingriff in die Marktwirtschaft zuungunsten des „kleinen Mannes“, der sich zu Tode schuften soll – bei anhaltender Mangelernährung?

Hässlich, wenn man so der modernen Gegenwart die Maske vom Gesicht zieht, oder? Nun – wie im Dritten Reich profitieren auch Millionen von dem System … und wer davon profitiert (und das ist immer noch die Mehrheit) kann mit der Vernichtung von Juden gut leben – erst recht, wenn man durch deren Enteignung noch das eine oder andere Schäppchen machen kann.

Was nur vergessen wird: wir haben noch nicht 1942, sondern eher 1932. Noch existiert die Demokratie, noch steht die Sozialstaatsverpflichtung als grausamer Scherz im Grundgesetz. Das kann sich ganz leicht ändern, wenn US-Konzerne im Rahmen der geheimen Freihandelsabkommen den Sozialstaat als „Marktverzerrung“ wegklagen – am besten noch durch eigene Schiedsgerichte.

Ist die historische Verurteilung der Hartz-Gesetze zu hart? Ist sie ungerecht? Vielleicht sogar eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus?

Wer so argumentiert, demonstriert ein historisches Wissen weit unter Hauptschulniveau, versucht, ein Gutmenschenstammtisch-Blabla gesellschaftsfähig zu machen, dass die NS-Zeit selbst als „versehentlichen Ausrutscher“ entschuldigt, anstatt anzuerkennen, dass der Kapitalismus die Haupttriebfeder der geschichtlichen Entwicklung war, dessen Notwendigkeiten nur jemanden suchten, der sie umsetzen konnte, um sein Ende herauszuzögern.  Es ist pure Feigheit, die so argumentiert – denn die Erkenntnis, dass die Gleise nach Auschwitz gerade wieder aufgebaut werden, würde zum Handeln zwingen … Handeln gegen eine sterbende Wirtschaftsform, von der wir alle – ja ALLE – abhängig sind. Zu grausam für die Nutznießer einer Spaßgesellschaft, die sich köstlich amüsiert, wenn ihre „B- und C-Promis“ wieder Würmer fressen müssen, ohne zu erkennen, dass diese Perversion menschlichen Seins sie schon ganz nahe an den Humor der alten Judenwitze heranbringt.

Ich möchte dazu mal Matthias Kaufmann vom Spiegel zitieren, der einen bemerkenswert kritischen Artikel zu Hartz IV geschrieben hat (siehe Spiegel):

„Im Rückblick erstaunt die Selbstverständlichkeit, mit der die Erwerbslosen als dreiste Kostgänger des Sozialstaates dargestellt wurden. Kanzler Schröder selbst produzierte 2001 geschickt ein Schlagwort: „Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.“ Auf den Arbeitsämtern, fügte Schröder an, solle öfter von den Sanktionsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden, wenn jemand sich nicht richtig um einen Job bemühe.

Schröder sagte nicht platt: Die sind alle faul. Aber er gab zu verstehen, dass er Faulheit beim Thema Arbeitslosigkeit für ein zentrales Problem hält. Der Ton in der Debatte war gesetzt.

Und er wurde schriller. Das spiegelt sich in den Zeitungen der Zeit wider. Am aggressivsten las sich die „Bild“, sie schrieb immer öfter schlicht von den „Faulen“, vom „ausgeplünderten Sozialstaat“ und von „Schnorrern“, denen der „Fahnder vom Amt“ auf die Pelle rücken müsse. Selbst ein „Bild“-Artikel, in dem berichtet wurde, dass nur 2,4 Prozent der Arbeitslosen heimlich dazuverdienen, wurde überschrieben: „So schamlos zocken Sozial-Betrüger ab“.“

Diese Entwicklung bedeutet das Ende der Demokratie in Deutschland – und den Anfang eines Terrorstaates, der jene Menschen drangsalierte, entrechtete und enteignete, die für den Kapitalismus nicht mehr profitabel genug waren.

War es wirklich Gerhard Schröder? Ich denke: hier wird ein Ex-Kanzler abgeschossen, der gerade zu putinfreundlich geworden ist. Bis heute herrscht wenig Klarheit darüber, wieso die von Peter Hartz geforderten Regelsätze von 500 Euro so drastisch gekürzt wurden, dass sie nur noch zur Mangelernährung reichten und ausreichende Bildung nicht mehr möglich machten. Erschreckend trotzdem die Erkenntnis, wie sich vor zehn Jahren blitzartig eine Allianz von Menschenjägern gebildet hat, die genau wussten, wer Schuld war am Untergang des Kapitalismus: der arbeitslose Mauerer mit Rückenproblemen, den jenseits der magischen „vierzig“ keiner mehr einstellen wollte, weil man –  betriebswirtschaftlich folgerichtig gedacht – die Ausfalltage durch Krankheit fürchtete.

200 Euro mehr im Monat – so der heutige Satz bei adäquaten Steigerungen – und Arbeitslose könnten sich wenigstens zu Vorstellungsgespräche angemessen kleiden … aber das war ja nicht gewollt. Man musste Millionen von Menschen opfern, um den Reichtum der anderen zu sichern: eine Wirtschaft betrieb Kannibalismus.

Darf man so etwas nicht zurecht „Terror“ nennen? Einen Terror, der in den letzten zehn Jahren mehr Menschen das Leben gekostet hat als jede Form des Islamismus?

Doch dagegen geht niemand auf die Straße – denn hier droht, wirkliche, echte Gefahr. Man würde sich mit „Mächten und Gewalten“ anlegen, die eine wirkliche, echte Gefahr darstellen und aktuell Millionen von Deutschen (darunter auch 1,6 Millionen Kinder) bewusst und absichtlich einer Vernichtung durch Mangelernährung zuführen … mein Vater hätte gewusst, dass es das schon mal gegeben hatte.

Damals nannte man die Vernichtung „Umsiedlung“. Heute „Fördern und Fordern“.

Damals waren die Opfer „Juden“. Heute „Faule“.

Die Definition von „faul“ kann ich Ihnen gerne sagen: Faul ist jeder, dessen Kapital nicht genug Zinsen abwirft, um Staat und Arbeitgebern nicht auf der Tasche liegen zu müssen.

Und – aus rein betriebswirtschaftlicher Logik heraus – müssen „Faule“ von der „Pay Roll“ verschwinden. Nur so kann der Kapitalismus seine Krisen überwinden.

Und das ist auch der eigentliche Grund, warum man Pegida fürchtet: aus 1932 kann ganz schnell 1933 werden: was Unruhe im Kreis der Absahner und Terrorgewinnler erzeugt. Ganz schnell könnte man selbst von neuen Funktionseliten verdrängt werden … das darf nicht geschehen, denn dann könnte man ganz schnell selbst „faul“ sein.

Ich habe einen Traum

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 17.10.2014. Eifel. Ich habe einen Traum. Ja, davon habe ich viele. Jede Nacht. Dieser Traum jedoch – ist ein besonderer. Er soll alle Alpträume verscheuchen – für alle, für immer. Er soll alle Ängste nehmen, alle Sorgen vertreiben, alle Probleme lösen. Er soll Frieden schaffen – nein, er wird Frieden schaffen. Versprochen – haben das viele. Der Kommunismus hatte es versprochen. Er hat viel geleistet, aber letztlich versagt. Der Kapitalismus hat viel versprochen – auch er hatte viel geleistet, aber letztlich versagt, liegt gerade in den letzten Zügen, kann sich nur noch durch Massenentlassungen und sinkende Produktqualität über Wasser halten.

Die Technik hatte auch viel versprochen. Was war da nicht alles möglich – noch vor 150 Jahren. Heute stehen wir knietief in Giften, Abfällen, Tierleichen und verwüsteten Landschaften, schlagen uns mit Ozeanen von Plastikmüll herum und wenden Unmengen an Ressourcen auf, die „Nebenwirkungen“ von Technik aufzufangen – was unmöglich ist, denn: unsere Wirtschaftstruktur ist auf Egoismen aufgebaut … auch auf die Egoismen von ständig wachsenden Megakonzernen, die gar nichts anderes können (und in den USA per Gesetz dazu verpflichtet sind) als ständig weiter zu wachsen – und mehr Gifte zu produzieren, weitere Abfallberge aufzuhäufen, mehr Arten auszurotten und Landschaften umzugraben. Es kann ihnen ja auch nichts geschehen – sie sind „too big to fail“, geraten sie in große Probleme, kommen die Banken und retten sie – und die Banken selbst werden immer vom Steuerzahler gerettet.

Was nun mein Traum war?

Er war einfach. Ich möchte, dass kein Blut an den Waren klebt, die ich zum konsumieren angeboten bekomme. Ich habe nämlich einen Job: ich bin Mensch, habe (wie die meisten andern auch) Familie, die ich durchs Leben bringen muss – ich kann nicht nebenbei noch die Weltwirtschaft revolutionieren.

Ich möchte keine preiswerte Kleidung, die von Kindern oder unterbezahlten Frauen produziert wird. Ich möchte keine Nahrungsmittel, die mit Giften behandelt sind, die mich umbringen oder aus Abfällen bestehen, deren einzige Qualität darin besteht, dass die Fabrik sie billig einkaufen konnte.  Ich möchte keine Transportmittel, die jene Umwelt weiter zerstören, die meine Enkel zum Überleben brauchen. Ich möchte nicht durch einen Supermarkt wie durch eine Minenfeld gehen müssen, ständig auf der Hut, sich nicht durch den Gebrauch von alltäglichen Gütern schuldig zu machen: schuldig der Ausbeutung, der Vernichtung von Leben oder Lebensgrundlagen. Ich möchte nicht von einer hilf- und kopflosen Industrie zum Täter gemacht werden.

Ich sehe … eine Wirtschaft, die sich zum Dienst am Menschen verpflichtet fühlt, weil sie sich daran erinnert, dass sie – vom CEO bis zum Hilfsarbeiter – aus Menschen besteht, die alle die gleichen Bedürfnisse haben. Ich sehe eine Wirtschaft, die denkt, bevor sie handelt, die nicht ihren Gewinn darin sieht, krebsartig in der Volkswirtschaft zu wachsen, sondern die ganze Volkswirtschaft zum Wohle aller nach vorne bringt, eine Wirtschaft, die aus dem Prinzip der Verantwortung handelt. Ich sehe eine Wirtschaft, die ehrlich miteinander umgeht, eine Wirtschaft der ehrlichen Begriffe, in der der Arbeitgeber jener ist, der seine Arbeitskraft gibt und Arbeitnehmer jener, der sie annimmt.

Ich sehe eine Wirtschaft, in der zum Beispiel Firmenwagen von Unternehmen und Behörden nach Obdachlosen Ausschau halten, um sie – wenn gewünscht –  einzuladen und ihnen einen Platz im Unternehmen geben, wo sie so viel erwirtschaften werden, dass sie wieder auf eigenen Beinen stehen können – zu einem Lohn, der ihnen ein würdevolles Leben in der Gemeinschaft ermöglicht. Ich sehe eine Wirtschaft, in der die Unternehmen sich gegenseitig unterstützen – mit zinslosen Krediten eines neuen, genossenschaftlichen Geldes, welches Banken überflüssig werden läßt (was uns enorme Rettungskosten erspart und sogar den ganzen Mittelstand vor der drohenden Kreditklemme rettet, bei dem 66 Prozent der Bevölkerung  Lohn finden).

Ich sehe eine Wirtschaft, deren oberste Qualifaktion darin besteht, Lösungen zu finden – lebendig, kreativ, innovativ, Lösungen, die jene Probleme angehen, die durch die sterbende Zinswirtschaft verursacht wurden.

Ich sehe eine Gesellschaft, in der die Menschen lernen, wieder – ganz natürlich – füreinander da zu sein, eine Gesellschaft, die in der Lage ist, den Tante-Emma-Laden um die Ecke zu tragen, weil er die Umwelt schont. Eine Gesellschaft, die ihre eigenen Zeitungen herausgibt, ihre eigenen Artikel schreibt, ihre eigenen Feste organisiert und sich so als Gemeinschaft feiert, weil so das Vertrauen im Mitmenschen gestärkt werden kann. Eine Gesellschaft, die nicht selbstverliebt einsam im Handy versinkt, sondern im Handy jene Menschen angezeigt bekommt, die Hilfe brauchen: die einen Gesprächspartner bei Beziehungsproblemen, dem Tod eines Angehörigen oder Arbeitsplatzverlust suchen, jemand, der hilft, die Einkäufe hochzutragen, jemanden, der einem bei einer Panne zur Seite steht, jemand, der einem einen Computer und seine Programme erklärt, jemand, der gerade verletzt im Park liegt oder jemanden, der seine Wohnungsschlüssel verloren hat – kurz, eine Gesellschaft, die keine Partnerbörsen mehr braucht, um seinen Nachbarn kennen zu lernen, keine Handwerkeragentur, um ein Waschbecken zu reparieren und keine Taxifirma, um kurz mal in die Stadt zu kommen.

Ich sehe eine Gesellschaft, die sich als Teil der globalen Gemeinschaft versteht, die sich traut, Friedensagenten anstatt Kriegsdiener auszuschicken, um Konflikte zu lösen, hochbezahlte, diplomatisch, rhetorisch und psychologisch hervorrragend geschulte Empathen und Hermeneutiker, die Konfliktparteien über Wirkung und Nebenwirkung von Kriegen aufklären (ja – die werden aktuell oft übersehen) anstatt ihnen Waffen zum Austragen dieser Konflikte zu liefern – kleine „Gandhis“, die alternative Wege zum gegenseitigen Abschlachten aufzeigen und mit den Konfliktparteien Strukturen erarbeiten und Situationen schaffen, die zu beiderseitigem Nutzen und Gewinn beitragen. Das solche Spezialisten viel Urlaub und ein extrem hohes Gehalt verdienen, versteht sich von selbst.  Das klappt auch bei Barbaren wie der IS – wenn man es will. Erst die Finanzierungen kappen, dann die Waffen- und Munitionslieferung stoppen, warten, bis die Versorgungsmängel sichtbar werden (jede, wirklich JEDE Armee braucht enorme Versorgungsstrukturen …. erst recht die technologisierten; im Mittelalter sind schon ganze schlagkräftige Streitkräfte auf dem Marsch verhungert …) und dann … reden. Verstehen, wo der Hass, der Zorn, die Wut herkommt (im Falle der IS spielen – leider – Natobomben eine wichtige Rolle, vermute ich mal. Die hätten wir uns auch sparen können), wo die Wurzel des Konfliktes steckt – und dann verhandeln. Auch mit jenen, die durch ihre Bomben für die Zustände Mitverantwortung tragen. Anstatt Bomben auf Menschen zu werfen, sollte man lieber die Öllieferungen der „Terrormiliz“ stoppen: Satelliten sehen doch alles, oder? Erst recht im klaren Wüstenhimmel.

Ich sehe eine Gesellschaft, in der das „Miteinander“ schon in der Schule gelehrt wird – auch ein Miteinander zwischen Schüler und Lehrer, was schon allein dadurch erreicht werden kann, dass (nach dem Vorbild englischer Privatschulen) die Person die für den Unterricht verantwortlich ist, nicht dieselbe ist, die den Erfolg des Unterrichts auch benotet. Ich sehe Schulen, in denen von klein auf gelernt wird, dass „Miteinander“ mehr Profit für alle bringt, als „Gegeneinander“.

Profit? Ja. Ich sehe eine Gesellschaft, die durch und durch profitorientiert ist. Auch hier bin ich für das genaue Wort – aber nicht nur reduziert auf Gewinne, die durch Ausbeutung erzielt werden. Ich denke … an das lateinische Urwort „profectus“, das Fortgang, Zunahme, Vorteil bedeutet – und an den Gedanken, dass „Profit“ für alle gelten soll, nicht nur für Akteure einer sich selbst vernichtenden Raubwirtschaft: von einem zur Arbeit gezwungenen Ein-Euro-Jobber im Altenheim hat letztlich niemand einen Profit … außer vielleicht ganz am Ende jemand, der den Zinsgewinn der Gratisarbeit in der einen der anderen Form einstreicht: mangels Sozialabgaben verlieren Staat und Versicherungen von dieser Beschäftigungsform, mangels Motivation haben die „Kunden“ nur wenig davon (vielleicht sogar auch hohen Schaden, weil man den Frust an sie abläßt), dass Heim selbst tut sich durch den Einsatz unqualifizierten Personals auf keinen Gefallen, der Jobber selbst fühlt sich im besten Falle zu unrecht bestraft.  Diese Argumenation gilt im Übrigen … für die ganze Volkswirtschaft, für jede Art von Tätigkeit: wo sie lustlos verübt wird, weil man den Profit nicht sieht (den Fortgang der Zivilisation, die Zunahme an Gerechtigkeit, Sicherheit, Freiheit, Wohlstand und Frieden, den Vorteil für sich selbst UND andere), richtet sie unterm Strich wahrscheinlich mehr Schaden als Nutzen an – in Form von unzureichend erstellter Arbeit oder mangelhaften Waren.

Ja – unsere Gesellschaft leidet nicht am Zuviel von Profit, sondern am Zuwenig: es gibt zu wenig Fortgang, Zunahme, Vorteil für zu viele Menschen: das nervt. Jeder möchte einen Profit von seinem Leben – aber der besteht eigentlich nur selten in Geld, vielmehr besteht er im Sinn, der Freude und Glück schenkt: einfach mal die vielen Menschen fragen, die einem Hobby nachgehen – die werden bestätigen, dass sinnvolle Tätigkeiten auch ohne Geld Freude bereiten. Zudem weiß man seit alters her, dass nicht jene die Glücklichsten sind, die am meisten kaufen können, sondern jene, die am wenigsten brauchen (was oft auch jene sind, die mit einem hohen Grad an Aufmerksamkeit durch die Welt gehen).

Ich sehe eine Gesellschaft, die gelernt hat, dass es den bösen Menschen nicht gibt – außer vielleicht als seltenen, kranken, nur auf sich selbst bezogenen Ausnahmefall, eine Gesellschaft, die aber vor allem verstanden hat, dass es keine bösen Länder gibt, keine bösen Religionen, keine bösen Völker – oder böse Wirtschaftsformen. Da gibt es nichts. wofür sich ein Krieg lohnen würde, ja, dass der Krieg selbst der Feind der Menschheit ist, weil er IMMER Unschuldige tötet und uns dadurch zu übelsten Mördern werden läßt – egal, wie edel die Absichten sonst noch waren.

Ich sehe eine Gesellschaft, die gelernt hat, freundlich zu sich selbst zu sein, ihren Nächsten nicht als lästigen Widersacher zu begreifen sondern als hilfreichen Partner zu verstehen.

Ja – ich sehe eine Gesellschaft, die sich als globale Gesellschaft versteht, als positive Variante einer „neuen Weltordnung“ – dezentral, lokal, werteorientiert, solidarisch und gemeinwohlzentriert, eine Gemeinschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Profit für alle zu mehren – und zwar jene Form von Profit, die jeder Mensch für sich selbst als notwendig  für sein persönliches Fortkommen ansieht … und nicht jene Form von Profit, die zum Zwecke der Absatzgenerierung von einigen wenigen mit gigantischem Werbeaufwand in die Gehirne der Menschen gepresst wird.

Ich sehe viele Details dieser Zukunft, die eine absolute Mehrheit der Weltbevölkerung beglücken könnte, die in der Lage wäre, Armut, Hunger und schlimmste Not weltweit zu beseitigen und dabei noch allen Menschen nebenbei materiellen Gewinn beschert – einen Gewinn, den Wohlstandsbürger im Westen gelegentlich verpönt ablehnen, weil sie sich noch nie der Situation stellen mussten, dass der Kühlschrank noch leerer ist als das eigene Konto – oder einer Situation. wo weder ein Kühlschrank noch ein Konto existiert.

Diese Details – die mir zeigen, dass ein Jahr in Australien, Argentinien oder Südafrika bei Freunden zu leben mehr Freude machen kann als jedes Jahr drei Wochen Pauschalurlaub in den Betonburgen an der Ostsee – sind sehr zahlreich, wie es oft bei Träumen so ist.  Ich könnte noch lange davon schwärmen, jeden mit profitablen Details fürs eigene Leben zu überschütten (ja, selbst für jetzt schon superreiche Menschen wäre noch eine deutliche Qualitätssteigerung drin – und die wissen auch selbst genau, was ihnen fehlt),  möchte mich aber lieber abschließend jenem kleinen Moment widmen, in dem ich gestehe, dass dies … eigentlich kein Traum ist.

Es ist die rudimentäre Blaupause für eine neue Wirklichkeit, eine neue Realität, eine neue – und uralte – Art zu leben, zu arbeiten, zu wirtschaften.

Wie er Wirklichkeit werden kann?

Nun – das ist nun wirklich das Einfachste von allem.

Hierzu bedarf es zuerst eines einzigen Menschen, der für diesen Traum seine Fahne in den Sand steckt.

Das habe ich hiermit gemacht.

Mehr werde ich auch nicht tun, brauche ich auch nicht tun.

Diese Fahne ist der Sammelpunkt für jene, die lieber ein neues Wirtschaftssystem aufbauen als mit dem alten untergehen wollen, für jene, die lieber kreativ schaffen als desktruktiv nörgeln mögen, für jene, die den Dummköpfen dieser Welt gerne das Ruder aus der Hand nehmen möchten als ihnen unwillig in den Abgrund zu folgen.

Jeder ist eingeladen, zu kommen.

Wir können JEDEN gebrauchen, denn jeder kann seinen Anteil dazu beitragen – und sei es nur, dass er die Idee seinem Nachbarn in den Briefkasten steckt.

JEDER kann jetzt was TUN.

„Wir“?

Ja.

Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich, dass ein alter, armer, kranker, einsamer Mann die Welt im Alleingang rettet?

Schon längst gibt es Menschen, die haben – dankenswerter Weise – jahrzehntelang an Lösungen gearbeitet, zu einer Zeit, wo uns unsere Probleme noch gar nicht bewusst waren. Und es gibt Menschen – allein in Deutschland Millionen von ihnen – die gerne an einem profitablen Geschäft (ja – auch letztlich finanziell profitabel … aber mit eigener, stabiler und sicherer Währung versehen, die den Profit der Arbeit nicht durch Experimente mit „Währungen“ in Gefahr bringen) beteiligt wären – nicht als bezahlte Angestellte, sondern als freie Unternehmer, als Pioniere, als Abenteurer und Schatzsucher.

Diese ganzen Menschen müssen nur zusammenfinden.

Wer eigene Ideen hat, ist herzlich willkommen.

Wer keine hat, kriegt welche gratis – aber darüber habe ich ja schon geschrieben.

Ab heute hat es also jeder selbst in der Hand, ob er nicht – anstatt ungewollt Teil des Problems zu sein – lieber willentlich Teil der Lösung sein möchte.

Das Paradies für die Menschheit steht vor der Tür – wir müssen nur noch losgehen, die Tür aufmachen und es herein lassen.

Wer mehr wissen will, kann mir eine persönliche Nachricht schicken (Eifelphilosoph@Nachrichtenspiegel-online.de): etwas Engagement muss schon sein. Die ersten Schritte – starten gerade in Berlin, der Hauptstadt jenes Landes, das viel Erfahrung mit den sterbenden alten Wirtschaftsformen hat.

Allerdings … droht Arbeit. Für echte Arbeitgeber sollte das aber kein Problem sein – wenn erkennbar werden wird, wie vielfältig sich die Investitionen auszahlen. Und wer alles wirklich Arbeitgeber ist, haben wir ja jetzt nebenbei auch gelernt.

Band 1 - Die Herrscher der Welt und ihre Widersacher - Reiner Dammann

 

 

 

 

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Mittwoch, 20.5.2014. Eifel. Die Welt steht am Rande eines Abgrundes, der tiefer ist, als alle anderen Herausforderungen, die sich die Menschheit je stellen musste – jedenfalls seit der Eiszeit.

Wahnsinnige Wissenschaftler verseuchen die Umwelt mit Genprodukten, die alle Bauern dieser Welt in die Abhängigkeit einer Hand voll renditeorientierter Konzerne zwingt – ohne das überhaupt jemand weiß, wie das System Natur letztlich auf diesen Eingriff reagiert.

Wahnsinnige Geschäftsleute bringen die Volkswirtschaften an den Rand der völligen Vernichtung, nur noch „Rentenkürzungen“ – der „Volkssturm“ der europäischen Wirtschaft – konnten die Katastrophe abwenden … blöd nur, dass die Geschäftsleute ihre Mauscheleien weiter betreiben dürfen.

Wahnsinnige Politiker haben durch aktive Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes eine für verbannt gehaltene Weltkriegsgefahr heraufbeschworen – und für hunderte von Toten gesorgt, die zum Teil elendig verbrannt wurden, auf deutscher Seite ist da die CDU mit ihrem Kanditaten Klitschko zu nennen – oder die Kanzlerin Merkel, die der ukrainischen Putschregierung auf einer Rede im Londoner Parlament Beistand in allen Lebenslagen versicherte und schon mal Inspektoren der Bundeswehr in Zivil losschickte, um die Kampfkraft der neuen Verbündeten zu analysieren.

In Deutschland selbst – der Heimat von Klitschko und Merkel – werden Unternehmer von Unternehmensberatungen seit 2013 vor einem breiten Kaufkraftverlust der Bevölkerung gewarnt, in den Datenbänken der Jobcenter lagerten schon letztes Jahr 42 Millionen Datensätze (womit das arbeitsfähige Volk bald vollständig durchleuchtet ist: die Jobcenter sind ermächtigt, selbst privateste Daten zu erheben) und die seit der Wirtschaftskrise gleichgeschaltete Presse hat in der Ukrainekrise alle Masken fallen gelassen und zum Sturm auf den Präsidenten einer Atommacht geblasen, der sich in deutschen Medien Beleidigungen, Schmähungen und Unterstellungen anhören muss, für die die schreibende Zunft in Deutschland selbst vor Gericht gelandet wäre, hätte sie sich dies bei einem deutschen Politiker erlaubt.

Von all dem erfahren wir jedoch nicht viel. Journalismus ist brotlose Kunst oder zu der enorm bereichernden Kunst der „Public Relations“ geworden, „Nachrichten“ ähneln mehr Werbung für politische Parteien oder gesellschaftlichen Umbauphantasien von Unternehmerverbänden und Konzernverbünden, Kritik jeder Art ist als „Wehrkraftzersetzung“ verpönt wie seit dem Dritten Reich nicht mehr.

In dieser Situation fangen nun einige Menschen an, sich Montags auf Straßen zu versammeln. Erste Motivaton ist: einen Krieg verhindern … jenen Krieg, den die Mächte dieser Welt laut Altkanzler Schmidt gerade versehentlich herbeireden – und der dann auch wirklich eintreten könnte.

Man sollte meinen: das wäre ja erstmal zu begrüßen. Einen Nuklearkrieg, wie ihn die US-Armee seit nine-eleven führbar gemacht und seit 2006 auch im Detail durchgespielt hat (siehe Chossudovsky zur Übung Vigilant Shield o7 in: das Szenario eines Dritten Weltkrieges, Kopp 2012, Seite 98 – 104. Der Link zum betreffenden Artikel in der Washington Post funktioniert allerdings momentan nicht) sollten wir uns – neben allen anderen Katastrophen – wirklich nicht noch leisten.

Doch was geschieht?

Nicht die wirtschaftliche Katastrophe, die Einmischung von deutschen Regierungsparteien in innere Angelegenheiten fremder Länder, die drohende Kriegsgefahr ist das Problem in Deutschland, sondern die Tatsache, dass Jutta Ditfurth „Neurechte“ bei den Demos gesehen hat (siehe z.B. TAZ). Sie engagiert sich täglich im Kampf gegen diese unglaublich große Gefahr – und ihre Facebookseite entwickelt sich zu einem Dokument größter Peinlichkeit, wenn die engagierten Diskutanten die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands in die Ecke der „Neurechten“ stellen oder öffentliche Distanzierungen der Redner von faschistischen Gedankengut als „das übliche bla-bla“ abtun: hier kann man einen inhumanen, methodisch unsauberen Abgrund studieren, an dem Goebbels selbst seine helle Freude gehabt hätte – wohlgemerkt: bei Juttas Freunden … nicht bei den Montagswachen.

Es ist besonders enttäuschend, dass eine ehedem linke Grüne – die mit ihren Büchern vom kapitalistischen Kulturbetrieb direkt profitiert und ohne diesen nicht leben könnte – eine solche Bewegung ins Leben ruft, denn: gerade sie sollte sich daran erinnern, dass die gleiche Kritik, die jetzt an den Montagsdemos geübt wird, derzeit an den Grünen geübt wurde … und – wenn ich an die Berliner Grünen der Gründerzeit denke – auch zurecht. Aber: nur weil Nazis ein paar grüne Gedanken hegten und die Grünen für sich instrumentalisieren wollten, sind die Grünen keine Nazipartei (auch wenn sie die ersten waren, die wieder völkerrechtswidrig Bomben aufs Ausland geworfen hatten). Gleiche Erscheinungen gab es auch in der Piratenpartei, ähnliche Versuche, politische Bewegungen zu kapern wird es auch in Zukunft geben … nur heißt das nicht, dass diese Bewegungen an sich jetzt durch und durch faschistisch sind … wie es Jutta Ditfuhrt samt Anhängerschaft mit verbaler Gewalt zu beweisen sucht.

Natürlich geht man publizistisch einen guten Weg, der Erfolg verspricht. Man benutzt bei der Kritk der Montagsdemos eingeübte Schlagworte, die man von den PR-Agenten des Kapitalismus geliehen hat, um die schon mal im Rücken zu haben, ganz beliebt ist das Wort „Verschwörungstheoretiker“, dass inzwischen in Deutschland synonym für „geisteskrank“ gebraucht wird – eine Argumentation, die ebenfalls von Goebbels stammen könnte: wer gegen den Kapitalismus ist (oder halt gegen den Nationalsozialismus) kann nur geistig krank sein – im Ostblock dachte man ähnlich, was den Kommunismus anging.

Natürlich könnte man der Argumentation folgen … wenn wir wirklich in den letzen fünfzig Jahren KEINERLEI Anzeichen für illegale Regierungs- oder Konzernarbeit gehabt hätten. Natürlich können wir uns eine Menschheit denken, die ausschließlich nach dem Motto lebt: „edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ – und sofern uns unsere Anschauung täglich Beispiele dafür liefert und wir umgeben sind von friedlichen, kooperativen, hilfsbereiten, menschenfreundlichen Wesen die immer nur alles zum Wohle der Allgemeinheit tun, könnten wir jegliche Art von Theorien über Verschwörungen zu Recht von vornherein ablehnen – nur zeigt uns die alltägliche Geschichte, dass der Mensch anders ist – und wenn ich Frank Schirrmacher folge, dem Mitherausgeber der FAZ, dann ist dieser Alltag von Militärs und Wissenschaftlern bewusst gestaltet worden (siehe Frank Schirrmacher, EGO: Spiel des Lebens, Karl-Blessing-Verlag 2013).  Da es sich hier um die Aufdeckung einer Verschwörung (bzw. um die Aufdeckung gezielter Steuerungsmechanismen von Wissenschaft, Politik und Konzernwirtschaft zum Zwecke der Umsatzmaximierung) handelt, war die Kritik aus dem „vulgär-konservativen“ Lager auch so heftig, dass es „Verrisse“ von Leuten gab, die das Buch noch gar nicht gelesen haben konnten – so sehr hat es den ordentlichen Betrieb gestört (siehe Jakob Augstein im Spiegel).

Nur ein kleines Beispiel, wie ein Wort zu einer Waffe werden kann … und auch warum. Die Nutznießer des Systems Kapitalismus wollen natürlich unter allen Umständen verhindern, dass die Mechanismen, die ihre Fleischtöpfe füllen, öffentlich detalliert beschrieben werden – sie sollen weiter ungehindert laufen: wie schön, wenn man sich dann wieder mal der Öffentlichkeit als Held präsentieren kann, der die Welt vor der Wiedergeburt der NSDAP rettet … mit Methoden, die dieses Ungeheuer selbst erst groß gemacht hat.

Was aber nun die größte Verschwörungstheorie von allen angeht – NINE-ELEVEN – so wundert es mich, dass hier ein Teppich des Schweigens drübergelegt werden soll – ein Teppich, den George Bush jr. persönlich angeordnet hatte und der von amerikanistisch geprägten Netzwerken gratis in großen Mengen verteilt wird. Reinweg als durch das ockhamsche Rasiermesser geprägter Wissenschaftstheoretiker muss ich sagen, dass ein durch den militärisch-industriellen Komplex der USA (wir können sie auch „ultrarechte Kreise“ nennen – ähnlich der P2-Loge, die ähnliches in Italien praktiziert hat) inszenierter Anschlag WENIGER Hyptothesen verlangt als die regierungsamtliche Theorie.

Sehe ich dann, dass diese Regierung bzw. der militärisch-industrielle Komplex der USA enorm durch den Anschlag gewonnen hat, durch tausende von Drohnenmorden (= Hinrichtungen ohne Anwalt, Anhörung des Angeklagten und Urteil eines legitimierten Gerichts, durchgeführt vom Geheimdienst) und durch Massenbespitzelungen selbst engster Verbündeter eine für ein solches Manöver notwendige Degeneration der Geisteshaltung bewiesen hat, gleichfalls auch demonstrierte, dass sie zur Durchführung von Angriffskriegen die Weltgemeinschaft in großem Umfang belügen würde – dann halte ich die Erstellung alternativer Theorien zum „Bin-Laden-Szenario“ für dringend gegeben – im Prinzip ist das sogar die zentrale Aufgabe eines jeden Journalismus, der seine Aufgabe als Vierte Macht im Staat ernst nimmt.

Ein kleiner Blick nur auf Staatsmorde – direkt einer ultralinken Seite entnommen, dem Sozialismus.net:

Die Strategie der Spannung wurde vom zivilen Auslandsgeheimdienst der USA, dem CIA, konzipiert und erfüllt einige wichtige Aufgaben im Kampf gegen den „Kommunismus“. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf den Aufschwung der Linken zu bremsen, indem Terroranschläge organisiert oder unterstützt werden und diese dann der radikalen Linken zugeschoben werden. Mit Bomben und anderen Terrormaßnahmen wird die Bevölkerung in permanente Angst versetzt und so bereit sein, einen Teil ihrer persönlichen Rechte für das Versprechen größerer Sicherheit aufzugeben, und schließlich die „starke Hand“ des Staates akzeptieren.

Der 12. Dezember 1969 ist der Beginn der „Strategie der Spannung“ in Italien. Auf der Piazza Fontana in Mailand explodiert, am Höhepunkt der ArbeiterInnen – und Jugendbewegung, eine Bombe. Dieses Attentat ist der Auftakt zu einer Serie von Bombenanschlägen, denen hunderte Menschen zum Opfer fallen werden. Wie schon bald eindeutige Beweise zeigten, wurde der Terroranschlag von FaschistInnen der Terrororganisation Ordine Nuovo (Neue Ordnung) ausgeführt. Der Geheimdienst legte falsche Spuren und höchste Polizei- und Geheimdienstkreise lenkten die Ermittlungen nach links. Es wurde sofort gegen AnarchistInnen ermittelt, wenige Tage später, auch einige von ihnen verhaftet.

12 Personen, welche mit diesem Fall zu tun hatten, begehen Selbstmord oder erleiden tödliche Unfälle. Ein Anarchist „fällt“ bei der Einvernahme aus dem Fenster im 3. Stock, der Polizeikommissar wird während den Ermittlungen ermordet. Auch der Rechtsanwalt und Geheimdienstagent Vittorio Ambrosini starb. Er hatte zwei Tage vor dem Attentat an einer Einsatzbesprechung der TerroristInnen teilgenommen. Er informierte den damaligen Innenminister Franco Restivi, dass der Anschlag von Ordine Nuovo ausgeführt wurde und nannte 15 FaschistInnen – er stürzte Tage später aus dem 7.Stock einer Klinik, in welcher er sich einer medizinischen Behandlung unterzog. Gianadelio Malett, ehemaliger Geheimdienstchef, belastet den CIA in Zusammenhang mit dem Massaker durch seine Aussage vor Gericht massiv

Darf einem das bekannt vorkommen – als lange eingeübtes „Muster“?

Darf ich an diese „ollen Kamellen“ noch erinnern – die weite Teile der deutschen Linken geprägt hatten? Auch weite Teile der Grünen … denen deshalb „Antiamerikanismus“ unterstellt wurde? Alles schon vergessen? Oder fällt das jetzt auch unter den Bann des Tabus, alternative Theorien zur Regierungsmeinung zu formulieren?

Wie weit ist unser Demokratieverständnis eigentlich schon degeneriert, wie unkritisch sind wir eigentlich geworden, dass wir einer Philosophie gehorchen, die Regierungserklärungen als UNANTASTBARE WAHRHEIT akzeptieren? Wieviel Geld muss man Linken eigentlich zahlen, damit die an solchen Bewegungen des Unmenschentums teilhaben?

NATÜRLICH gehen auch Nazis zu den Montagsdemos (die gehen aber auch nach Aldi, zum Fußball und zum Karneval). Natürlich findet man da auch Leute, die gar nicht merken, dass ihre Kapitalismuskritik schleichend in Judenkritik umgewandelt wird – so wie auch noch weniger merken, dass alles Reden vom „Zionismus“ seinen Ursprung in den „Protokollen der Weisen von Zion“ hat – jetzt wage man aber mal, das offen in Deutschland auszusprechen, dass all die engagierten Linken mit ihrer wohlgemeinten Israelkritik auf altfaschistischen Pfaden wandeln, in dem sie heute beweisen, wie toll es gewesen wäre, wenn man die bösen Juden so vollständig ausgerottet hätte, wie der Führer es vorhatte: es gäbe gar kein „Usrael“, das Palästinenser quälen könnte.

Der größte Triumph der altfaschistischen Kreise in Deutschland war gerade die Verknüpfung von Antisemitismus im Gewande der Israelkritik als „Antizionimus“, der heute breite Schichten in Deutschland erreicht … und nebenbei völlig außer Acht läßt, dass dort eine Glaubensgemeinschaft ums Überleben kämpft, die in Europa fast völlig ausgerottet worden wäre (was jetzt ihre Methoden nicht legitimieren soll – aber bei der Urteilsfindung schuldmindernde Berücksichtigung finden darf, anstatt beständig völlig ausgeblendet zu werden).

Nazis – gehen im übrigen auch mal auf Gewerkschaftsdemos, führen Aktionen gegen Hartz IV durch, plädieren für soziale Gerechtigkeit … sogar Hitler selbst hatte Hunde und Kinder lieb. Weder soziale Gerechtigkeit, noch Hunde und Kinder werden dadurch faschistisch … es sei denn, man befindet sich selbst in einem pseudolinken Herrenmenschenwahn, der getrieben wird duch die (für Frank Schirrmacher plausible) Haltung des EGO: „an meinem Wesen soll die Welt genesen“.

Wir haben – als deutsche Wirtschaftsgemeinschaft, als europäische Wirtschaftsgemeinschaft und vor allem als Weltwirtschaftsgemeinschaft gravierende Probleme. Existenzielle Problem, verursacht durch eine Wirtschaftsform, die nicht den Menschen und die Gemeinschaft als Ziel und Zweck ihres Daseins sieht, sondern das Gewinnstreben des Einzelnen – das hemmungslose Gewinnstreben des Einzelnen.

Wir haben andere Probleme als eingebildete Neurechte, die die Weltherrschaft durch Montagsdemos übernehmen wollen … aber diese Montagsdemos stoßen natürlich jenen übel auf, die an den laufenden Übeln gut verdienen – und sei es nur durch Bücher, die diese Übel beschreiben und durch deren Vermarktung durch kapitalistische Systeme man ein gutes, arbeitsfreies Leben genießen kann.

Was hindert einen eigentlich daran, auf diese Demos zu gehen, und genau dort einzuhaken, wo der Kurs nach ultrarechts geht? Auch Hitler hat Kapitalismuskritik betrieben (wie es allerdings jeder an Selbsterhaltung interessierte Humanist ebenfalls tun würde) … aber dann ganz schnell „Kapitalismus“ mit „Judentum“ gleichgesetzt. Natürlich gibt es reiche Juden – aber die machen nicht die unpersönliche, mechanistische Gewalt einer Wirtschaftsordnung aus, die mehrheitlich absolut von Nicht-Juden getragen wird. Würde Gott selbst morgen alle Juden aus dem Schöpfungsprogramm löschen … es würde sich nichts ändern. Gar nichts.

Und die Kritik an dem Geschäftsgebahren der Wallstreet mit dem Siegel „neurechts“ zu versehen, ist schon eine Wirklichkeitsverzerrung, die ihresgleichen sucht – obwohl Hitler die gleiche Kritik hatte. Aber der mochte ja auch Hunde, wodurch nicht jeder Hundefreund zum Nazi wird.

Und darum ist es eigentlich erste Bürgerpflicht, zu diesen Montagsdemos hinzugehen als aufgeklärter Demokrat. Wie schön wäre es, wenn Jutta Ditfuhrt nicht herummäklend mit peinlichen Aluhut in der Ecke stehen würden, um in übler Stasimanier Berichte über die Versammlungen anzufertigen (die – ganz neu jetzt – alle zu Jutta Ditfurth geschickt werden sollen), sondern selbst durchs Land reisen würde, um mit den Leuten dort zu reden. Die paar echten Nazis wären schnell verscheucht: die Leute, die dort hin gehen, wollen Frieden. Und – wie ich höre – darf dort jeder seine Meinung sagen. Wunderbar: das ist Sinn und Zweck einer Demokratie.

Es ist ein sehr abstruser Weg, eine Aktion demokratischer Meinungsäußerung zu dämonisieren, weil dort auch – vermeintliche und echte – Nazis sind.

Sollen wir etwa auch die Europawahl absagen, weil dort rechtsextreme Parteien mitmachen?

Es ist eine sehr seltsam inkonsequente, inhumane und undemokratische Auffassung von Politik, die sich dort breit macht … und vielleicht auch die Erklärung dafür, warum sich die politische Linke in Deutschland in die völlige Bedeutungslosigkeit verabschiedet hat, nachdem sie in den siebziger Jahren noch Gesellschaft prägen konnte.

Ich frage da abschließend auch gerne mal sehr ketzerisch: wenn uns nur die Rechten bleiben, um nuklearen Holocaust, sozialen Kahlschlag, völkerrechtwidrige Luftangriffe der Bundeswehr, entmündigende Handelsabkommen oder weitere Verseuchung der natürlichen Umwelt aufzuhalten … sollten wir dann lieber in den Untergang gehen – laut alte linke Lieder singend?

Lieber wäre mir jedoch, wir schüfen uns noch andere Alternativen – doch um das zu tun, muss man nunmal hingehen zu diesen Demos, den Dialog und nötigenfalls sogar die Auseinandersetzung suche: selbst wenn das für eine Weile die geregelten und gut durchstrukturierten Mahlzeiten verzögert.

Aber dann bitte nicht den Stasimann mit Aluhut machen, der alles akribisch notiert und schwarze Listen anfertigt, sondern den mutigen Streiter für seine Sache geben: hinauf auf die Bühne und mutig aufgeklärt! Wahrscheinlich wird man dann merken: da steht weniger Nazi vor der Bühne, als man denkt.

Ein PS für die Neofaschisten, die meine Artikel gerne verbreiten: trotz aller Kritik schätze ich Jutta Ditfuhrt sehr. Warum sie gerade den Don Quichote macht und Windmühlen bekämpft, die sie für böse Riesen hält, kann ich nicht beurteilen noch verstehen. Es wird die Art des Umgangs mit ihrer Person sein, die belegt, ob man sich selbst nicht lieber eine Hakenkreuzarmbinde umlegen sollte, um offen und ehrlich seinen soziopathischen Charakter zu demonstrieren. „Haut Jutta Ditfurth in die Fresse“ ist nicht besser als die Hetzjagd auf angeblich „Neurechte“ … die zur Not auch mal von den Marxisten sein dürfen, wenn man sonst keine findet.

Und ein PS für die Jäger der verlorenen Neurechten: die Strategie „wer nicht meiner Meinung, der ist ein Nazi“ ist selten dämlich – und überhaupt nicht mehr demokratisch.

 

 

 

 

 

 

 

Die Invasion der Raubmenschen und ihre Spuren im Alltag.

Die Invasion der Raubmenschen und ihre Spuren im Alltag.

Freitag, 10.1.2014. Eifel. Ein Tag wie jeder andere. Was liegt auf dem Tisch? Zustand der Kinderarmut in Deutschland. Nun – das wird kaum einen interessieren. Wir sind nicht umsonst eines der kinderfeindlichsten Länder der Welt und stolz darauf, uns endlich von den Fesseln der Sozialromantik zu lösen. Ein paar gibt es noch, die nach den Kindern schauen – und auch wissen, wie man ihnen helfen kann, siehe Spiegel:

Denn nach gängiger wissenschaftlicher Definition sind 18,9 Prozent oder 2,4 Millionen der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Armut bedroht, weil sie oder ihre Eltern über weniger als 60 Prozent des bedarfsgewichteten mittleren Nettoeinkommens verfügen. Für ein Elternpaar mit einem Kind unter 14 Jahren wären das demnach 1564 Euro.

Das könnte der Staat natürlich einfach ändern – zum Beispiel durch drastische Aufstockung des Arbeitslosengeldes. Wird das erhöht, müssen die Firmen höhere Löhne zahlen – sonst geht da keiner mehr hin.

WSI-Forscher Seils sieht dagegen in erster Linie die Wirtschaft in der Pflicht: Um Kinderarmut im reichen Deutschland einzudämmen, sei es zwingend, im unteren Lohnsegment deutlich höhere Löhne zu zahlen. Denn was real bei den Eltern ankomme, gehe direkt weiter zu den Kindern.

So etwas ginge bei uns natürlich gar nicht: das ist jedem klar. Höhere Löhne würden die Rendite schwächen, die beständige Selbstvermehrung großer Kapitalansammlungen wäre in Gefahr – und an diesen „Fonds“ verdienen Deutschlands führende Redakteure dank ihrer Anlageberater ebenso wie Politiker und führende Beamte.

Das Geld an sich von alleine wächst, ist schön für den, der es hat. Schlecht für den, der dafür arbeiten muss, denn der Wert des Geldes sinkt beständig, wodurch die Preise automatisch steigen.

So sind Strom- und Heizkosten seit 2006 um 23,6 Prozent gestiegen (siehe Handelsblatt), die gesamten Verbraucherpreise sind um 14,6 % gestiegen, der Regelsatz für Arbeitslose jedoch nur um 10,7 % (Stand Januar 2013, siehe tarif-verzeichnis). Butter hatte damals hier vor Ort 50 Cent gekostet, heute zahlt man 1,29 Euro – um eine persönliche Erkenntnis beizutragen.

So zwingt der Staat durch massive Eingriffe in den Arbeitsmarkt breite Schichten dazu, ihre Arbeitskraft unter Wert zu verkaufen – was diese auch gerne machen. Ende 2012 berichtete die Welt darüber, dass es seit 2005 Gehaltssteigerungen nur noch für Top-Manager gab (z.B. die beim Arbeitsamt), der Rest der arbeitenden Bevölkerung muss seit diesem staatlichen Eingriff in den Arbeitsmarkt mit einem realen Minus von vier Prozent leben.

Auf die – angesichts der gesellschaftlichen Zustände zu erwartende – Zunahme der psychischen Erkrankungen in diesem Land – 150 Prozent in den letzten 15 Jahren – reagiert nun der Markt mit einer ganz besonderen Entwicklung: externe Berater bringen die Kranken wieder zum Arbeitsmarkt (siehe Spiegel), wo der Fallmanager der Jobcenter schon freudig auf sie wartet – aber nicht wirklich weiß, was er mit ihnen machen soll.

Die Firma, die diese Leistungen anbietet, verspricht wahre Wunder, sie Ge.on:

Im Rahmen des Case Managements Krankengeld werden arbeitsunfähige Versicherte mit psychischen Störungen, psychiatrischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen, sowie langwierigen orthopädischen Erkrankungen und anderen schweren und/oder chronischen Erkrankungen beraten, betreut und bei Bedarf in geeignete (Rehabilitations) Maßnahmen vermittelt.

Das Ziel ist die möglichst rasche aber nachhaltige Wiederherstellung und mittelfristige Sicherung der Arbeitsfähigkeit, indem eine individuell passgenaue und bedarfsdeckende Versorgung gewährleistet wird.

Da geht es nicht nur um psychisch kranke Menschen – da geht es um alle schweren chronischen Erkrankungen … genau die Fälle, für die der Sozialstaat geschaffen wurde.

Wer nimmt die Leistungen dieses Unternehmens in Anspruch? AOK, Rentenversicherung Bund, Technikerkrankenkasse. Stolz berichtet die Firma von ihren Erfolgen:

Wir erzielen einen ROI zwischen 1:3 und 1:6

ROI? Return on Investment. Für einen Euro Auftragsgebühr versprechen die, drei bis sechs Euro bei Kranken – schweren, chronisch erkrankten – Menschen einzusparen … also genau jenen, die wirklich Hilfe brauchen. Wie machen die das – und vor allem: wer macht das?

Wir sind ein starkes Team bestehend aus zur Zeit über 40 festangestellten PsychologInnen, SozialpädagogInnen und ÄrztInnen mit therapeutischen / beraterischen Zusatzqualifikationen. 

Wie soll ich das nun verstehen? Hausarzt, Facharzt und Krankenhaus bestätigen eine ernsthafte chronische Erkrankung – und dann kommt ein Privatunternehmen mit eigenen Ärzten und macht die Leute wieder heil? Oder sorgt zumindestens dafür, dass sie nichts kosten? Warum erinnert mich das an einen „Entmietungsservice“?

Auch wenn es zwei unterschiedliche Themen sind: sie haben die gleiche Ursache – die Invasion der Raubmenschen. Man muss sie so nennen – es ist manchmal schon sehr hilfreich, wenn mein ein Wort für einen häßlichen Umstand gefunden hat. Während der normale Mensch seinen Lebensunterhalt durch Ackerbau und Vierzucht bestreitet, gehen Raubmenschen anders vor: sie leben lieber von der Leistung der anderen, lassen es sich gut gehen, schonen sich, während andere zu Pflegefällen werden.

Wir kennen dies aus der Natur, die uns mehr und mehr als ethisches Vorbild gilt, weil sie bar jeder Sozialromantik sein soll. Wen überfallen die Raubtiere zuerst? Alte, Kranke und Kinder. Darum ist der Zustand der Kinder in einem Land immer ein guter Indikator dafür, wie stark das Land von Raubmenschen befallen wurde – geht es den Kindern schlecht (im Verhältnis zu ihrem natürlichen Umfeld – nicht im Vergleich mit Namibia), sollten die ersten Warnlampen angehen: die Aktivität von Raubmenschen ist so groß geworden, dass sie die Zukunft des ganzen Landes gefährden. Einhergehend darf man ruhig beobachten, wie es den Alten und Kranken geht – sind auch sie in Gefahr, hat die Population der Raubmenschen eine Größe erreicht, die die Grundfesten des Gemeinwesens in Gefahr bringt …. und wahrscheinlich schon Strukturen aufgebaut, die dieses Gemeinwesen stürzen.

Raubmenschentum wurde gezielt in diese Gesellschaft implantiert – das lernten wir durch Frank Schirrmachers Buch „Ego“. Raubmenschentum ist das Betriebssystem des Kapitalismus, das haben wir durch ihn erfahren. Der Raubmensch denkt nur an eins: so schnell wie möglich so viel wie möglich fressen, um dann so lange wir möglich faul in der Sonne liegen zu können.

Wir nähern uns durch diese Gedanken in gefährlicher Art und Weise neoliberalem Denken, die sich dieser Erkenntnis zunutze machen wollte, in dem sie ihr eigenes Sein auf Arbeitslose projezierten und dies auch mit großer Macht in den Medien durchsetzten … dabei hat der Arbeitslose gar nicht genug Geld für seine Jacht im Mittelmeer, die zum Genießen der Sonne unverzichtbar ist. In Herne auf dem Rathausplatz ist das in Wirklichkeit nicht so schön. In Wirklichkeit könnten wir sogar die Bezüge der Arbeitslosen verdoppeln und trotzdem viermal soviel von Ihnen (das wären 28 Millionen) finanzieren, wenn wir Subventionen (z.B. den Porsche als Firmenwagen oder den Strom für den Golfplatz) und Steuerhinterziehungen einstellen: da rückt ein bedingungsloses Grundeinkommen, dass dem Schutzauftrag des Staates gerecht werden würde, in greifbare Nähe.

Wir leisten uns in Deutschland 70 000 Steuerberater, die nichts anderes machen, als den Raubmenschen zu helfen, ihren Beitrag an der Finanzierung der Gemeinschaft zu minimieren – wahrscheinlich würden wir uns enorm echauffieren, wenn es Arbeitslosenberater gäbe, die gegen Geld die Maximierung von Sozialleistungen bei einem ROI von 1:6 vorantreiben würden. Dafür kassiert so ein Steuerberater – dessen Existenz wir begeistert akzeptieren –  im Schnitt knapp 80000 Euro pro Jahr. Steuerfahnder hatten wir 2010 laut Angaben des Hamburger Abendblattes mit Bezug auf die Deutsche Steuergewerkschaft 2600, laut Gehalt.de haben sie einen Durchschnittsverdienst von 37.500 Euro.

Vater Staat – der Schäfer der Herde – hält die Zahl der Hirtenhunde gezielt gering und schwach, damit die Wölfe nicht vom Fleisch fallen. Das ist weniger der Hirtenstaat – sondern eher der Metzgerstaat, das Paradies für Raubmenschen, ohne deren psychische Eigenarten das System Kapitalismus gar nicht funktionieren könnte.

Wer immer mehr für sich selbst will, bekundet in einem geschlossenen System (wie es unser Geldkreislauf sein sollte), dass andere wegen ihm weniger haben sollten. Das ist heute so selbstverständlich, dass diese Einstellung nur noch selten hinterfragt wird – oder gab es etwa in Folge des Buches von Frank Schirrmacher große Änderungen in den Lehrplänen der Schulen und Universitäten, eine große Aktion von Staat und Wissenschaft zu mehr Altruismus statt Egoismus?

Im Gegenteil … nach kurzer Debatte kehrte Ruhe ein, jeder lief wieder weiter im Trott auf der Jagd nach Schafen, an denen man sich gütlich tun kann.

Beim Thema Krankheit wird das besonders peinlich – zum Zwecke der Steigerung ärztlicher Einnahmen verfügt jeder Deutsche heutzutage im Durchschnitt über 20 Erkrankungen, die man alle „behandeln“ kann – von „heilen“ spricht ja keiner mehr. Millionen von Menschen lassen alle möglichen Behandlungen über sich ergehen, obwohl sie eigentlich kerngesund sind. Problematisch wird in diesem System nur der wirklich ernsthaft Kranke – der braucht nämlich von den jahrelang eingezahlten Beiträgen mal etwas für sich und wird somit zu einer existentiellen Bedrohung für Kassenmitarbeiter und Ärzteschaft, die lieber die jährliche Gesundheitsuntersuchung macht anstatt eine Krankheit zu behandeln: man verdient immerhin allein schon durch Diagnosen.

Schlimm in einem solchen System, wenn man alt wird und kaum noch versteht, was der Anlageberater, der Immobilienberater oder der Steuerberater mit dem Geld anstellt, schlimm, wenn man krank ist und alles mögliche unterschreibt, um den Nachstellungen der Gesundschreiber zu entgehen … oder wenn man zu jung ist, um als Steuerberater erfolgreich am System mit zu verdienen.

Momentan teilen die Raubmenschen die Kapitalflüsse der Zukunft unter sich auf – womit der Jugend eine unglaubliche Last aufgebürdet wird. Besteht das Raubmenschentum bei der Jugend auch weiter fort, werden wir als Pflegefälle bitter darunter zu leiden haben – wir sind dann Kosten, die sich noch nicht mal mehr auf ihren Beinen halten können.

Was geschieht mit einem biologischen System, wenn die Raubtiere überhand nehmen?

Es bricht zusammen, kollabiert. Das erleben wir gerade … und nennen es sanft „Krise“.

Es ist in erster Linie ein Befall von Raubmenschen, der zu der Krise geführt und Billionen Dollar vernichtet hat – und weiter vernichten wird. Dank intensiver Erziehung bekennt sich die Mehrheit der Menschen zum Raubmenschentum und macht sich in ihrem beruflichen Alltag gezielt auf die Suche nach Alten, Kranken und Schwachen, um sie auszuschlachten – finanziell, gerne aber auch durch Organentnahme.

Die Natur schafft es wundersamerweise, die Überflutung von Ökosystemen durch Raubtiere einzudämmen … wir kennen die genauen Mechanismen bis heute noch nicht, was schade ist, denn wir könnten sie gut gebrauchen.

Wie soll man diese Entwicklung nun aufhalten?

Gar nicht, so lange die Mehrheit danach strebt, selbst das größte Raubtier vor Ort zu werden – mit dem größten Haus, dem größten Garten, dem größten Auto und dem größten Pool jenseits der Wupper oder wenigstens in Bottrop-Kirchhellen.

Aktuell widmet der Spiegel jenen einen Artikel, die das Raubtierdasein freiwillig oder in Folge einer Krankheit aufgegeben haben.

Gerrit von Jorck könnte Spitzenverdiener sein: Sein VWL-Studium hat er mit 1,0 abgeschlossen, er war im Ausland, hat Praktika absolviert. Alles richtig gemacht also. Doch von Jorck lebt von 500 Euro im Monat – weil er das so will. Über einen, dem Zeit das Wichtigste ist.

Es fehlt nicht der Hinweis, dass dieser Student von einem Drittel des Regelsatzes lebt … und trotzdem an einen Hauskauf denkt.

Na also, denkt sich der Leser: geht doch: die Senkung des Regelsatzes rückt in greifbare Nähe – den Kindern von Arbeitslosen drohen Verhältnisse wie in Namibia.

Und doch – machen diese Beispiele Hoffnung. Der Zusammenbruch des System des Raubtierkapitalismus (einen Begriff, der schon von sich Reden gemacht hat, ohne darauf hinzuweisen, dass er nur funktioniert, wenn Millionen von Menschen zu Raubtieren mutierten – oder, um Frank Schirrmacher zu folgen, gezielt zu Raubmenschen herangezüchtet wurden) wäre nur aufzuhalten, wenn es gelänge, sein Betriebssystem auszuschalten … falls man nicht genug militärische Gewalt entfalten kann, um  zur Guilliotine zurückzukehren, die das Raubmenschentum in früheren Zeiten beenden sollte.

Was für eine Aufgabe: eine geistig-moralische Gegenwende, hin zu Arbeitsfreude, Lebenssinn, Lebensfreude, Arbeitssinn und Zeitreichtum bei gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen des Planeten Erde. Sie könnte gelingen … wären nicht auch die meisten Menschen, die an den Zuständen Kritik üben, ebenfalls nur Raubmenschen … Hyänen, die sich nur über den Erfolg des Löwen ärgern, selbst den Maserati für sich beanspruchen und deshalb hauptsächlich den Kampf gegen den vermeintlichen Konkurrenten innerhalb einer sozialen Bewegung in ihren Fokus gerückt haben.

Wer dazu Studienmaterial sucht, ist bei politischen Parteien (auch den Linken und der Piratenpartei) gut aufgehoben.

Im Falle einer Raubtierinvasion eine wirksame politische Alternative aufzubauen, scheint undenkbar, locken doch Versammlungen von Schafen gerade die Raubtiere an. Aber auch hier gab es mal Versuche, die vielversprechend starteten (wie Die Guten), aber leider im Sande verliefen. Wahrscheinlich namen die Raubmenschen auch dort überhand.

Und was machen die Schafe, die die Invasion der Raubmenschen und ihren Hang zu ständig höheren Beiträge, Preisen und Steuern (grundlage für jedes leistungslose Einkommen) bemerken?

Sie verstecken sich in ihren Wohnungen – in der Hoffnung, dass sie den Raubmenschen nie durch Einkauf, Arbeit oder Arbeitslosigkeit in die Hände fallen und sie dort – im kuscheligen Heim – den Zusammenbruch gemütlich aussitzen können. Mit der Methode hat ein bekannter deutscher Bundeskanzler das Land regiert, sein Ziehkind verfolgt diese Strategie heute noch.

Leider wird man auch in der Wohnung alt und krank … aber es dauert ein paar Jahre, bis man merkt, dass man selber auch auf der Schlachtbank liegt und für die Rendite von Arzt und Pharmaindustrie bluten muss, während vor der Tür schon der Entmietungsservice steht, weil man so unverschämt war, für seine Beiträge auch Leistung zu verlangen.

PS: Das Buch zum Thema Krankheitserfinder von Jörg Blech gibt es bei Amazon gebraucht schon für einen Cent … falls es jemanden interessiert, warum er 20 Diagnosen hat, an denen Ärzte gut verdienen und die das Geld für echte Erkrankungen knapp werden lassen.

 

 

 

 

 

Deutschlands Zukunft: alternativlos und … ziemlich düster.

Donnerstag, 17.10.2013. Eifel. Sind Sie auch so erleichtert? Die USA können wieder zahlen - das sollte uns doch mal ein Glas Champagner wert sein! Seltsamerweise lese ich die Zeilen anders, übersetze sie gleich familiär: "Du, Schatz, ich glaube, wir geben zu viel aus - das Konto ist schon wieder maximal überzogen" "Macht nichts, Darling, ich habe den Überziehungskredit erhöht", "Ach so, na ja, dann ist ja alles in Ordnung". Eigentlich ist nichts in Ordnung. Die fahren einen klaren Pleitekurs - und als Familienoberhaupt hätte man den Privatkonkurs klar vor Augen. Wäre alles nicht so schlimm, würden wir mit diesen Leuten keinen großen Freihandelsmarkt planen - doch das ist ein anderes Thema, das uns wieder vorgelegt wird, wenn der Staatsbankrott wieder vor der Tür steht. Wir sollten erstmal vor unserer eigenen Tür kehren, denn dort warten die nächsten Herausforderungen auf uns: eine neue, gewaltige Welle von Arbeitslosen, diesmal aus dem IT-Bereich, siehe Zeit:

Donnerstag, 17.10.2013. Eifel. Sind Sie auch so erleichtert? Die USA können wieder zahlen – das sollte uns doch mal ein Glas Champagner wert sein! Seltsamerweise lese ich die Zeilen anders, übersetze sie gleich familiär: „Du, Schatz, ich glaube, wir geben zu viel aus – das Konto ist schon wieder maximal überzogen“ „Macht nichts, Darling, ich habe den Überziehungskredit erhöht“, „Ach so, na ja, dann ist ja alles in Ordnung“. Eigentlich ist nichts in Ordnung. Die fahren einen klaren Pleitekurs – und als Familienoberhaupt hätte man den Privatkonkurs klar vor Augen. Wäre alles nicht so schlimm, würden wir mit diesen Leuten keinen großen Freihandelsmarkt planen – doch das ist ein anderes Thema, das uns wieder vorgelegt wird, wenn der Staatsbankrott wieder vor der Tür steht. Wir sollten erstmal vor unserer eigenen Tür kehren, denn dort warten die nächsten Herausforderungen auf uns: eine neue, gewaltige Welle von Arbeitslosen, diesmal aus dem IT-Bereich, siehe Zeit:

Verwundbar sind gut bezahlte Angestellte im Service-Bereich, die lange geglaubt haben, ihr Job könne niemals automatisiert werden und die jetzt feststellen müssen: Das stimmt nicht. Es gibt mittlerweile Maschinen, die sogar Anästhesien übernehmen können. Das ist eigentlich ein sehr gut bezahlter Job, der aber in Zukunft verschwinden wird. Genauso gibt es Computer, die Examen benoten, und sie tun das nicht schlecht. 

Viele, die heute Mittelschicht sind, sich gerade für ihre Familie ein Häuschen gebaut haben, gehen jetzt schon den Weg der USA: in Zukunft wird mit Sicherheit der Zeitpunkt kommen, wo sie sich die Raten für ihr Häuschen nicht mehr leisten können und auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Schlecht nur, dass der Staat zunehmend wie ein verantwortungsloser Unternehmer handelt, der viele Einnahmen hat, sich aber noch mehr Ausgaben leistet, um möglichst viele Menschen zu Millionären zu machen – aus dieser Ecke wird bald keine große Hilfe mehr kommen, hier greift schon die Lumpenelite (Regierungsdeutsch: Leistungselite) zu und privatisiert fortlaufend das Volksvermögen.

Selten hört man so deutliche Ansagen wie die von Tyler Cowen:

Aber zunächst hatten die Menschen Jahrzehnte schwieriger Anpassung vor sich. Ich glaube, die heutige Situation kommt dem sehr nahe. Die alten Technologien haben die Körperkraft ersetzt. Das führte dazu, dass Leute mehr und mehr in Berufe gewechselt sind, in denen sie ihr Gehirn benutzen. Die Technologien von heute ersetzen das Denken. Wohin die Leute jetzt ausweichen können, um neue Jobs zu finden, ist aber eine viel schwierigere Frage.    

Tja – wohin sollen die Leute noch ausweichen? Körperkraft wird nicht mehr gefragt, Geist auch nicht. In Deutschland (dem Land, dass in dem Bereich „industrieller Massenmord“ international die besten Erfahrungen aufweist) haben wir schon sprachliche Regelungen, die Problemlösungen aufzeigen, den „Kosten auf zwei Beinen“ wird „sozialverträgliches Frühableben“ nahegelegt, oder, kurz gesagt: „wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“.

Die politische Klasse hat schon längst vor dem Problem kapituliert. „Jahrzehnte schwieriger Anpassung“ – das wissen die Leute auch. Sie haben das Vertrauen ins Leben verloren … und kriegen deshalb keine Kinder mehr; nichts bringt einen schneller in Hartz IV als noch ein paar Blagen am Hals zu haben.

Genau genommen unternimmt die Regierung schon Schritte, um sich abzusichern: DIE wissen ganz genau, was auf uns zukommt; Technik verdrängt Mensch. Das ist im Prinzip äußerst wünschenswert: dafür haben wir uns ja auf den Deal eingelassen, dafür haben wir unsere Parzellen aufgegeben und sind in die Fabriken gegangen, um bei der  industriellen Revolution mit zu wirken. Was uns nur niemand gesagt hat: für unsere Enkel und Urenkel ist in dieser arbeitsteiligen Lebensform, die wir mit aller Kraft und großen Opfern errichtet haben, kein Platz mehr: der Fluss des großen Geldes hat so viele Räuber angezogen, dass in unseren Haushalten kaum noch etwas davon ankommt. Weil wir das irgendwann erkennen werden (spätestens, wenn die Regale bei Aldi einfach leer sind, weil denen die Rendite in Europa zu niedrig geworden ist), plant die Regierung schon mal die nächsten Schritte, siehe TAZ:

Die Sicherheitsbehörden können in prekären Situationen künftig auf militärische Unterstützung zurückgreifen, wenn polizeiliche Mittel nicht ausreichend erscheinen. Aktuell stellt die Bundeswehr neue Einheiten im Rahmen des sogenannten Heimatschutzes auf. Die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr) bestehen ausschließlich aus Reservisten der Bundeswehr. „In Bremen hat die Kompanie schon im Juni ihren Dienst aufgenommen“, bestätigt Oberstleutnant Uwe Roth vom Bundesverteidigungsministerium.

Es lohnt sich, mehr darüber zu lesen. Der Heimatschutz kann auch bei „zivilem Ungehorsam“ eingesetzt werden, bei politischem Generalstreik, sozialen Unruhen, Straßenblockaden – ich schäme mich ein wenig, dass ich wohl mit verantwortlich bin für diese Entwicklung: die Blockade von Autobahnen schwebte mir schon immer als letzte Möglichkeit gewaltlosen, zivilen Widerstandes vor. Jetzt aber erlischt auch diese Option, 27 neue Kompanien der Bundeswehr bereiten sich schon jetzt darauf vor, auch unbewaffneten Widerstand nieder zu schießen.

Bin ich der einzige, der das Denken der Planer jener Gesetze für ein kleines bischen pervers hält?

Nun – „Spiegelleser wissen mehr“ – weshalb es sich schon lohnt, täglich in dieses Blatt zu schauen, auch wenn es dadurch eine enorm systemstabilisierende Macht erhält. In einem Artikel über die Privatisierung von Krankheit durch den Kapitalismus finden wir einen bemerkenswerten Satz:

Die Folgen dieser Marktbürokratie sind vor allem auf der individuellen, psychischen Ebene spürbar. Denn das ständige Gefühl, gemessen und beobachtet zu werden, erzeugt eine Paranoia, die uns zu kafkaesken Sklaven unseres eigenen oder besser: fremdbestimmten Anspruchs macht. Damit sind wir längst in der „Kontrollgesellschaft“ angekommen, ein Begriff mit dem der Philosoph Gilles Deleuze eine Zeit beschrieb, in der die politischen und wirtschaftlichen Kontrollinstanzen weitgehend unsichtbar bleiben, dabei aber kaum an Macht einbüßen.

Deshalb haben wir Hartz IV bekommen, nur sind die meisten zu blöde, das zu merken: es ging nur darum, eine zusätzliche Kontrollbehörde zu bekommen, der Kapitalismus wollte eine Maschine, die auch jene nach neoliberalen Prinzipien kontrollierte, die nicht irgendwo von seinen Geldströmen abhängig und somit steuerbar waren. Gesellschaftliche Solidarität wird durch individuelle Verantwortung ersetzt – heißt es da: und so beschreibt man kurz und knapp die „Sozialpolitik“ der letzten Jahre.

Ein ganzes Volk wird durch äußere Zwänge in die Krankheit getrieben – und dort dann bar jeder Solidarität allein gelassen: auch eine Form von „Vernichtung durch Arbeit“ – wir wollen aber die historisch Ungebildeten jetzt nicht wieder durch Vergleiche aufbringen, die ihre romantischen Seifenblasenträume vom deutschen Wunderländle in Gefahr bringen.

Die Fakten in Deutschland sehen alles andere als rosig aus, siehe Spiegel:

Die Bundesregierung hat es geschafft, einen mühsam ausgehandelten EU-Kompromiss zum Klimaschutz zu torpedieren, um Ausnahmeregelungen für die mächtige heimische Autoindustrie durchzusetzen. Und danach für die eigene Partei Großspenden von Profiteuren eben dieser Regelung eingestrichen.

Die Bundesregierung ist eine Exekutive des Kapitalismus geworden, eines System, von dem ein Drittel aller Deutschen noch profitiert, während die Übrigen ihr eigenes Grab schaufeln dürfen. Dieses „System“ hat Deutschland seit 1945 im Griff, geplant wurde es schon im Dritten Reich – aber das will heute keiner mehr hören: Geschichten langfristiger Planungen überfordern den deutschen Geist der Gegenwart, der nur noch im „hier und jetzt“ lebt, wie es ihm tagtäglich von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gepredigt wird: nur solchen Deppen können die Einigung in den USA als großen Sieg begreifen, weil hier und jetzt wieder etwas Geld fließen wird … bis zum großen Knall, der sicher kommen wird: laut Handelsblatt am 15. Januar 2014.

Bis der kommt, bezahlt die Wirtschaft die Regierung für renditesteigernde Maßnahmen, während das Volk sich abstrampelt, der Enteignung zu entkommen: nichts anderes ist Hartz IV – ein gigantisches Enteignungsprogramm für die Mittelschicht, die selbst noch gar nicht weiß, dass sie in den nächsten Jahrzehnten keine Arbeit mehr bekommen wird, mit der sie die steigenden Kosten begleichen können, die die Wirtschaft ihnen aufbürdet.

Das wir hier Zeugen eines breit gefächerten Angriffes auf alle demokratischen Grundstrukturen werden, wird in den Medien nur sehr selten besprochen – und hat keinerlei Konsequenzen mehr. Es ist letztlich sogar ein Angriff auf die Menschheit selbst. Insofern ist es kein Wunder, wenn der Sprecher der Giordan-Bruno Stiftung die versammelte Leistungselite darauf trimmt, den Menschen in Zukunft ganz anders zu sehen (siehe Vortrag „Rationalität und Mystik“): wir sollten uns mehr darauf konzentrieren, uns mit unseren ewigen Atomen zu identifizieren als mit unserem „Ich“, dass nur eine Illusion eins „blumenkohlförmigen Organs“ ist. Es kommt aber noch viel besser:

Wir sollten endlich akzeptieren, dass der Mensch nicht die Krone der Schöpfung ist, sondern bloß der Neandertaler von morgen, eine vorübergehende Randerscheinung in einem unendlichen Universum, das noch lange nach dem Ende unserer Spezies fortbestehen wird.

Der Mensch als Neandertaler von morgen – und das vor einer Rede der deutschen Lumpenelite. Die Frage, was denn in den nächsten Jahrzehnten auf die Bevölkerung zukommen wird, wie die „Anpassungsprozesse“ auszusehen haben, ist schon beantwortet: sie sollen aussterben, dem NEUEN MENSCHEN in einer NEUEN WELTORDNUNG Platz machen. Wir brauchen uns auch keine Sorgen um sie zu machen, ihre Atome werden ewig fortbestehen – auch wenn heute noch wirklich niemand weiß, was ein Atom überhaupt ist.

Das alles sind nur ein paar Informationen, die gestern Abend und heute Morgen auf meinem Schreibtisch eintrudelten. Setzt man sie ein wenig anders zusammen, erscheint jede einzelne Information in einem ganz anderem Licht: wir nähern uns der Zeit, wo sich der Kapitalismus seiner Neandertaler entledigen wird, wieder einmal ist „die Wissenschaft“ ganz vorne mit dabei … bei der Selektion. Wieso darf eigentlich so eine private Organisation fragwürdiger Herkunft (ein ehemaliger Kirchenmann und Unternehmer ist hier der Initiator) im Namen der „Wissenschaft“ vor der politischen und wirtschaftlichen Elite Deutschlands reden – und nebenbei ihre Perspektive der Welt manipulieren?

Die Antwort ist einfach: wir werden in Zukunft nur noch für einen Bruchteil der Bevölkerung GELD haben, also müssen wir uns schon jetzt Gedanken machen, wie wir das Problem angehen werden – und dafür brauchen wir ein moralisches Fundament, eine gemeinsame Metaphysik, die ein robustes Mandat gegen die eigene Bevölkerung nicht unethisch erscheinen läßt, sondern als alternativlose flexible Anpassung an geänderte Umstände begreift, ja sogar als wissenschaftlich abgesicherte logische Fortentwicklung im Sinne der darwinschen Evolutionstheorie.

Freuen wir uns also, dass es Menschen gibt, die die Auslöschung der gesamten Menschheit als Grund zum Jubeln ansehen, weil wir ja sowieso im ewigen Reigen der Atome fortbestehen.

Und deshalb – können wir auch Schulden machen als gäbe es kein Morgen.

Ein Morgen ist nicht mehr vorgesehen.

 

 

 

 

Der Klimawandellügenschwindel

Dienstag, 1.Oktober 2013. Eifel. Ist es bei Ihnen auch so kalt? Das liegt an der Klimaerwärmung. Wieso es kalt ist, wenn es warm wird, erklärt Ihnen ein Wissenschaftler. Ich zitiere ihn hier nicht, weil ich keine Zeit für Albereien habe: mir ist kalt. Außerdem halte ich nichts von der modernen "Wissenschaft", die in weiten Teilen eine Antikirche mit eigenen Priestern (in weißen Kitteln), eigenen Dogmen (es gibt nur Materie) und eigenen Sicherheitskräften (Psychiatern) ist. Groß wird die Schuld der Kirche an der Hexenverbrennung gepredigt, obwohl es der Staat war, der die Menschen brennen sehen wollte. Groß wird die Lüge von der Verbrennung Giordano Brunos durch die Kirche verbreitet, obwohl der Staat es war, der ihn brennen sehen wollte. Hexen und Kirche stören das Dogma von der Scheibenwelt - also das Dogma des mechanistischen Materialismus, einer Welt, die ganz das Gegenteil dessen ist, was Giordano Bruno gelehrt hatte - eine untote Schattenwelt gegen eine Welt voller Leben in jedem Element des Seins. Das, was sich hinter dem so euphemistischen Namen "Naturwissenschaft" verbirgt, ist nichts weiter als die Waffen-SS des Kapitals, die für ein Maximum an Konsumfähigkeit sorgt, für die - "alternativlose" - Bühne, auf der die vollkommene Versklavung von Körper und Geist durchexerziert wird; jene Form der Versklavung, in der der Sklave seinen Zustand lieben MUSS, weil es keine Alternative gibt und "draussen" (im Weltall, im Tod oder im Geiste) nur ein vernichtendes, dunkles, fieses NICHTS lauert. Die Dogmen dieser SS, die Denkgrenzen setzt (ähnlich denen, dass die Erde eine Scheibe zu sein hat) sind vielfältig: Ufos oder Telepathie, Atlantis oder Kornkreise, Nahtoderfahrung oder Nächstenliebe: all das GIBT ES NICHT kraft Weisung der neuen Antikirche. Beweisen kann sie das alles nicht - aber jeder, der sich mit nicht erlaubten Themen beschäftigt, gerät in Gefahr, die Diagnose "unangemessener sozialer Wahn" zugeteilt zu bekommen. Die Perspektive sollte man schon mal gehört haben, wenn man sich mit dem Thema "Klima" auseinandersetzt.

Dienstag, 1.Oktober 2013. Eifel. Ist es bei Ihnen auch so kalt? Das liegt an der Klimaerwärmung. Wieso es kalt ist, wenn es warm wird, erklärt Ihnen ein Wissenschaftler. Ich zitiere ihn hier nicht, weil ich keine Zeit für Albereien habe: mir ist kalt. Außerdem halte ich nichts von der modernen „Wissenschaft“, die in weiten Teilen eine Antikirche mit eigenen Priestern (in weißen Kitteln), eigenen Dogmen (es gibt nur Materie) und eigenen Sicherheitskräften (Psychiatern) ist. Groß wird die Schuld der Kirche an der Hexenverbrennung gepredigt, obwohl es der Staat war, der die Menschen brennen sehen wollte. Groß wird die Lüge von der Verbrennung Giordano Brunos durch die Kirche verbreitet, obwohl der Staat es war, der ihn brennen sehen wollte. Hexen und Kirche stören das Dogma von der Scheibenwelt – also das Dogma des mechanistischen Materialismus, einer Welt, die ganz das Gegenteil dessen ist, was Giordano Bruno gelehrt hatte – eine untote Schattenwelt gegen eine Welt voller Leben in jedem Element des Seins. Das, was sich hinter dem so euphemistischen Namen „Naturwissenschaft“ verbirgt, ist nichts weiter als die Waffen-SS des Kapitals, die für ein Maximum an Konsumfähigkeit sorgt, für die – „alternativlose“ – Bühne, auf der die vollkommene Versklavung von Körper und Geist durchexerziert wird; jene Form der Versklavung, in der der Sklave seinen Zustand lieben MUSS, weil es keine Alternative gibt und „draussen“ (im Weltall, im Tod oder im Geiste) nur ein vernichtendes, dunkles, fieses NICHTS lauert. Die Dogmen dieser SS, die Denkgrenzen setzt (ähnlich denen, dass die Erde eine Scheibe zu sein hat) sind vielfältig: Ufos oder Telepathie, Atlantis oder Kornkreise, Nahtoderfahrung oder Nächstenliebe: all das GIBT ES NICHT kraft Weisung der neuen Antikirche. Beweisen kann sie das alles nicht – aber jeder, der sich mit nicht erlaubten Themen beschäftigt, gerät in Gefahr, die Diagnose „unangemessener sozialer Wahn“ zugeteilt zu bekommen. Die Perspektive sollte man schon mal gehört haben, wenn man sich mit dem Thema „Klima“ auseinandersetzt.

Klimaerwärmung habe ich persönlich kennengelernt. Im März 2003 saß ich in kurzer Hose draußen im Garten – zusammen mit meinem Anwalt. Mir war klar: es ist warm. Ich war geneigt, den Theorien der Wissenschaftler zu glauben – ich sah noch keinen Zusammenhang zwischen Konsummaximierung und Effektivierung der Ausbeutung und dem Wetter. Aber ich hatte Wisssenschaft schon im medizinischen Bereich kennengelernt und war es gewöhnt, alle Ergebnisse kaufen zu können, die ich gerade haben wollte – inklusive der Professoren, die die Botschaft dann an meiner Stelle verkündeten. Welche Industrie nun gerade von der Legende der Erderwärmung profitieren sollte, hatte ich im ersten Moment nicht erkannt

Fortan wurde ich bombadiert mit Informationen über die Erderwärmung. Steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher, vorrückende Wüsten: die volle Breitseite an Information. Schuld war: das Auto, das Einfamilienhaus, der Urlaubsflieger.

Das gefiel natürlich vielen, die weder Auto noch Haus hatten und erst recht nicht in Urlaub fliegen konnten. Es war eine neue soziale Bewegung, die handfeste Beweise dafür hatte, dass Reiche böse waren. Nun – das weiß die Menschheit schon seit Menschengedenken, aber die Naturwissenschaft muss solche Wahrheiten messen können, sonst können sie sie nicht wahrnehmen. Also wurde Bosheit in Kohlendioxidverbrauch gemessen. Ich war damals außerordentlich böse, aber zweifelte die Theorie in keiner Weise an.

Das änderte sich, als Google Earth kam. Ich spielte ein wenig mit diesem Instrument herum – und bekam wieder einmal einen Begriff davon, wie unendlich groß dieser Planet eigentlich wirklich ist. Sicher – lebt man in einer der ständig überfüllten und überproportional wachsenden Großstädte (wie zwei Drittel der deutschen Bevölkerung) kann man schnell das Gefühl haben, dass die Erde zu voll ist und wir dicht vor dem Kollaps stehen … dabei sind nur unsere Städte zu voll. Das bringt der Wirtschaft die billigen Arbeitskräfte und deshalb finden wir das alle toll. Der Planet jedoch … ist wahnsinnig groß.

Ich fing an zu rechnen: wir haben 6 000 000 000 Menschen. Geben wir jedem ein Haus mit 1 000 m2 Grundstück, dann haben wir 6 000 000 000 000 m2 Fläche verbraucht. Das sind 7 000 000 km2 – das entspricht der Fläche von Australien. Die Fläche der Erde beträgt 149 Millionen Km2. Gigantisch, oder?

Natürlich wirkt ein Film über die Klimaveränderung nicht, wenn die Kamera eine Stunde lang über menschenleere Gebiete fliegt. Es werden verstopfte Straßen gezeigt, qualmende Schornsteine, verseuchte Flüsse – und alle wissen gleich: es geht zu Ende – jedenfalls dann, wenn nicht die Forschungsbudgets der „Wissenschaft“ drastisch erhöht werden. Die Theorie vom Klimawandel hat das Budget der Klimawissenschaftler verzehntfacht, 10 000 öffentlichkeitswirksame Arbeitsplätze hängen davon ab, dass diese Theorie die Menschheit weiter ängstigt. Es wäre eine Katastrophe für die Klimaforscher (und ihre Lebenskultur mit Eigenheim, SUV und Urlaubsflug), würde sich diese Theorie in Luft auflösen … so wie es momentan den Anschein hat, siehe Süddeutsche Zeitung:

Zum einen gibt der Weltklimarat diesmal niedrigere Erwartungen für die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts an als im Report von 2007. Damals lautete die Spanne 1,8 bis 4,0 Grad Celsius für die verschiedenen Szenarien, wie sich die Treibhausgas-Emissionen entwickeln; diesmal geben die Wissenschaftler 1,0 bis 3,7 Grad an.

Als zweites Indiz für die angebliche Herabstufung der Rolle von CO2 nennen Kritiker die sogenannte Klimasensitivität.

Ich erspare mir mal hier die Zahlen, denn wir Normalbürger haben schon längst begriffen: die haben eigentlich keine Ahnung. Den Verdacht haben wir schon lange:

2007 gab es einen Filmbericht über  den Great Global Warming Swindle, passenderweise stagnierte in Folge die messbare Erderwärmung – wobei ich ein ungutes Gefühl dabei bekomme, ob das überhaupt realistisch messbar ist – bei diesem gigantischen Koloss, den wir bewohnen und der Vielzahl der Prozesse, die das Klima beeinflussen. Kaum hatten wir den Film verdaut, wurden wir schon überflutet mit Gegendarstellungen (siehe u.a.  PIK-Potsdam). 

Was war geschehen?

Nun – gewisse Teile des Kapitalismus freuten sich überhaupt nicht über den Zuwachs an Fördergelder für Klimaforscher: die Reichen sahen ihren Überfluss-Lebensstil in Gefahr – jedenfalls die Altreichen. Weltweit gab es ja jetzt auch viele neureiche Klimaforscher, die dem Staat jenes Geld abzogen, dass die Altreichen gerne für sich reserviert gesehen hätten. Also machten die Altreichen, was sie immer tun: sie kauften sich ein paar Wissenschaftler um ein Gegenfeuer zu entfachen. Ihnen war klar: jeder Autofahrer, jeder Tankstellenpächter, jede Baufirma, jeder Eigenheimbesitzer, jeder Urlaubsfahrer und jeder Reiseveranstalter würde auf ihrer Seite sein – kurz: die ganze kapitalistische Kultur. Inzwischen droht schon der ganze Weltklimarat zu verschwinden – als hätte es nie ein Problem gegeben. Natürlich wird er nicht aufgelöst, sondern soll Sonderaufgaben übernehmen (siehe Wiwo): Altreiche und Neureiche haben einen Kompromiss geschlossen.

Der Kompromiss ist schädlich für Afrika, jenem Land, dass angeblich am härtesten vom Klimawandel betroffen sein wird (für Afrika kann man immer JEDE Katastrophe maximieren – dort sterben so viele Menschen, mit denen kann man ALLE Theorien untermauern – was oft geschieht. Weniger Medikamentenversuche auf dem Kontinent, weniger Raubbau an den Rohstoffen, weniger Waffenlieferungen, weniger Überflutung mit Wohlstandsmüll, der die einheimische Wirtschaft vernichtet – Afrika würde seinen Ruf sehr schnell verlieren), soll die Hauptlast schultern: die Ärmsten sollen auf Technologie verzichten, um die Umwelt zu schonen. Ihre Herdfeuer sind das Problem, dass die Erde in Gefahr bringt. Ihre Autos geben uns den Rest, ihre Kohlekraftwerke sollen gar nicht erst entstehen. Sollen die Armen doch mit Windenergie Strom erzeugen – dann bleiben die auch länger arm und wir können unseren Lebensstil beibehalten.

Währenddessen sitzen Klimapäpste und Klimaskeptiker in klimatisierten Hotels an offenen Kaminen und genießen einen Cognac, obwohl sie sich öffentlich bis aufs Blut bekämpfen, siehe Jan Fleischhauer im Spiegel:

Wenn es ums Klima geht, drehen selbst wohltemperierte Zeitgenossen plötzlich durch. Der in Graz lebende Musikprofessor Richard Parncutt hat vor ein paar Monaten die Todesstrafe für Klimaskeptiker vorgeschlagen. Eigentlich sei er gegen die Hinrichtung von Menschen, schrieb er, „aber Klimaleugner fallen in eine völlig andere Kategorie. Sie sind verantwortlich für den Tod von Hunderten von Millionen von Menschen“.

Ja – nach den Hexen, den Juden, den Christen (oder den religiösen Menschen überhaupt) den Arbeitslosen hat „die Wissenschaft“ ein neues Jagdziel entdeckt: den Klimaleugner. Er wird auch öffentlich angeprangert wie in einem Aufklärungsbuch des Umweltbundesamtes Dessau:

Dort ist gerade ein Aufklärungsbuch zum Klimawandel mit dem Titel „Und sie erwärmt sich doch“ erschienen. Im Abschnitt „Klimawandelskeptiker in Deutschland“ sind die Namen von Journalisten und Wissenschaftlern genannt, die Positionen vertreten, die „nicht mit dem Kenntnisstand der Klimawissenschaft übereinstimmen“. 

Das hat es seit 1945 nicht mehr gegeben…

es ist jedenfalls ziemlich lange her, dass eine staatliche Institution in Deutschland erklärte, welche Meinungen in diesem Land haltbar sind und welche nicht.

Aber das gerade ist ja Wissenschaft: Macht ausüben über die Definition von Wirklichkeit, um so dem Kapitalismus freie Bahn zu schaffen – so eine Art Kehrmaschine.

Wo kämen wir hin, wenn die ganze Menschheit der Botschaft des Mönches Anselm Grün folgen würde? Er hat mit seinen Büchern 100 Millionen Euro umgesetzt, ist aber der Meinung, das Geld die innere Freiheit gefährdet: er gibt deshalb keine 50 Euro Bargeld im Monat aus (siehe Süddeutsche). So etwas zehnmal täglich in jedem Werbeblock gesendet, zusätzlich ein paar Studien wie die, das Religion psychische Gesundheit fördert (siehe ts-institut) oder professionelle Meditation eindrucksvoller ist als Weltreisen: die Welt würde sich auf einen Schlag ändern – mehr Glück, mehr Gesundheit … weniger Konsum – und damit heilere Umwelt.

Was ist aber nun mit der Klimakatastrophe? Müssen wir Klimaleugner jetzt in Massen hinrichten? Oder richten wir lieber in Massen die Reichen hin, deren Lebensstil für unseren Planeten nicht mehr erträglich ist? Doch Vorsicht – jeder, der diese Zeilen lesen kann, ist ein Reicher … im Weltdurchschnitt. Die ärmsten Arbeitslosen in Deutschland sind unermesslich reich, vergleicht man sie mit durchschnittlichen Bewohnern des Sudan, Nigerias oder Indonesiens.

Wir werden die Wahrheit in einhundert Jahren erfahren. Oder in eintausend. Oder nie. Bekommen wir unsere Wirtschaft, unser Militär oder allein Monsanto nicht in den Griff (wonach es die letzten Jahrzehnte nicht aussah) kann uns die Erderwärmung egal sein: im Rahmen der Milliarden von Toten, die uns dort erwarten, wenn unser wackeliges Versorungsystem zusammenbricht oder der nukleare Holocaust zuschlägt, werden die Folgen des Klimawandels kaum noch bemerkt werden: es gäbe schlichtweg kaum noch Menschen, die durch die Folgen des Klimawandels sterben können. Vielleicht gelingt es der „Wissenschaft“ auch endlich, die superansteckende Ultragrippe zu entwickeln – einige sind ja schon emsig dabei. Oder es entfleucht ein biologischer Kampfstoff, der nur Menschen ausrottet. Die „Wissenschaft“ arbeitet unermüdlich an der Vernichtung der Menschheit: antibiotikaresistente Bakterien, genschädigendes Plastik, unaufhaltsame Epidemien, Selbstmordsaatgut inklusive einer „Arche Noah“ für Superreiche (siehe Zeit) – alles in Arbeit.

Währenddessen konzentriert sich der Normalbürger auf den Klimawandellügenschwindel, gelenkt und geleitet von grünen Aposteln in der Politik, deren eigener Lebensstil sich von dem armer Möncher hin zu dem der Superreichen gewandelt hat: große Limousinen, üppige Gehälter, luxuriöse Reisen – man zeigt deutlich, wie man wirklich zum Klimawandel steht, den man so gerne predigt – er ist einem Scheißegal.

Während immer mehr Deutsche umweltschonend (oder aus Kostengründen) die Heizung herunterdrehen, erfüllte 2012 kein einziger Dienstwagen von deutschen Bundesministern die EU-Richtlinien für den CO-2-Ausstoß (beides aus: Jan Kluge, Unliebsame Wahrheiten, Seite 158): so demonstriert die Politik deutlich, was sie von den Studien zum Klimawandel wirklich hält.

Aber was ist jetzt mit der Umwelt?

Am 9.5.2013 wurde auf Hawaii der höchste Stand von Kohlendioxid seit Millionen von Jahren gemessen, gleichzeitig verschwinden pro Tag 50 – 100 Arten von der Erdoberfläche (siehe BR). Was immer auch auf der Erde vorgeht: die Menschheit scheint die gleiche Wirkung zu hinterlassen wie der Einschlag eines Riesenkometen.

Das sehen wir aber schon, wenn wir nur nach draußen schauen: dort befinden sich Unmengen von leblosem Teer, die sich täglich weiter ausbreiten und in 780 Jahren ganz Deutschland mit einer toten Schicht Asphalt überzogen haben wird: dagegen wirkt ein Riesenkomet harmlos.

Brauchen wir wirklich Klimawissenschaftler um zu sehen, dass diese Entwicklung nichts Gutes bewirken kann?

Brauchen wir wirklich Politiker, Wissenschaftler und andere Gurkentruppen, um zu sehen, dass wir in einer gigantischen gemeinsamen Aktion aus der Erde ein Paradies für alle Menschen machen könnten und dafür nicht mehr Platz bräuchten als … zum Beispiel in Australien? Man könnte den ganzen amerikanischen Kontinent der Natur zurückgeben (oder den Eingeborenen, die dort kaum störend auffielen) anstatt einen Tresor in der Arktis zu bauen, in dem man das genetische Erbe dieses Planeten für einige reiche Grünen vor den Folgen der „Wissenschaft“ in Sicherheit bringt.

Vielleicht hat „die Wissenschaft“ aber auch schon insgeheim beschlossen, die Menschheit stark zu dezimieren – doch wir wollen hier mal keine Absicht unterstellen.

Währenddessen sind wir aber gut erzogen worden: wir ahnen, dass wir über sind. Immerhin merken wir seit Jahren, dass die Reichen lieber von Wissenschaftlern Roboter bauen lassen, die unsere Arbeit machen, als dass sie an einer Welt arbeiten, in der wir alle glücklich werden können. Was diese Roboterisierung der Produktion für das Klima bedeutet, wird nicht so laut nachgefragt.

Wir wissen aber, was es für uns bedeutet – für die sechs- oder sieben Milliarden Menschen, die in Australien bequem Platz finden würden. Wir könnten auch alle nach Afrika ziehen: dort gibt es 30 Millionen km2. Armut, Kriege, Hunger, Elend wären sofort erledigt. Mit der Technik könnten wir die Wüste begrünen und den Rest des Planeten zum Naturpark erklären (oder wir halten uns noch Nordamerika als Agrarkontinent). Der höhere Wasserstand würde uns dort nicht viel ausmachen – wir bräuchten sowieso viel Wasser, um aus der Wüste wieder Gärten zu machen.

Was für Visionen, oder?

Stattdessen lauschen wir den Predigern, die eigentlich deutlich eins sagen: „Ihr Menschen müsst weg! Ihr seid zu viele, ihr stinkt, pupst die Umwelt voll und kostet einfach nur„: „Kosten auf zwei Beinen“ war erschreckend ernst gemeint – so redet man aber normalerweise nur hinter verschlossenen Türen vom Urnenpöbel.

Dass die Menschen, die dies predigen, nur Eigeninteressen verfolgen, wird nicht so deutlich gesehen – und in diesem Durcheinander von egozentrischen Sichtweisen haben wir keine Chance, jemals die Wahrheit über die Entwicklung des Klimas zu erfahren.

Machen wir jedoch als Menschheit (oder Monsanto allein – doch dazu später mehr) politisch und wirtschaftlich so weiter, dann kann uns das egal sein: es wird dann kaum jemanden geben, der sich über die Folgen des Klimawandels beschweren kann. Wird also Zeit, dass wir erkennen, das WIR der SOUVERÄN sind – und nicht „die Wissenschaft“. Zeit, aufzuhören, sich von dieser Sekte durch die Weltgeschichte jagen zu lassen.

Ich fürchte jedoch: dafür ist es zu spät. Schon längst haben wir die Botschaft unserer eigenen Schädlichkeit und unnützen, überflüssigen Existenz verinnerlicht und warten demütig auf unsere Auslöschung: Methoden dazu hat die Wissenschaft viele im Schrank – mal sehen, welche letztendlich triumphieren wird: allein Zyklon B hat sich ja schon als sehr effektiv erwiesen.

Schon blöd, wenn man erkennen muss, dass Wissenschaftler nur noch Huren der Mächtigen sind – und wir ihr Experimentiervieh, oder?


 

 

 

 

Ausländerhass: Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen

Mit Dank an das Narrenschiff:

 

(…) Es geht nicht darum, dass der Russe Österreich annektiert hat und acht Millionen Österreicher beim Piefke Asyl suchen; es geht um 120 arme Schweine, die in einem leeren Wohnheim, das unnütz in der Gegend herumsteht, untergebracht werden sollen, bundesweit um vielleicht 80.000 Asylsuchende (= 1 Promill der Gesamtbevölkerung), deren Anträge ohnehin meist abgelehnt werden und die bis dahin in ihren Unterkünften nicht mehr dürfen als vergammeln, weil arbeiten verboten ist und Residenzpflicht herrscht. Für den deutschen Spießbürger geht es auch nicht darum, dass er Kleider spenden müsste, Suppe ausschenken oder Flüchtlingskindern das schlechte Deutsch beibringen, in dem er seinem Hass holpernd Ausdruck verleiht, nein: Er [müsste] sie bloß dulden, hinnehmen, akzeptieren. Nicht einmal das, diese Schwundstufe von Solidarität, ist drin (…).

(Weiterlesen)

Anmerkung: Wieder einmal eine unbedingte Leseempfehlung – in diesem Text zieht der Herr Gärtner in seiner Titanic-Kolumne wieder dermaßen scharfzüngig und klar vom Leder, dass ich nicht viel hinzuzufügen habe. Es gibt vieles, was ein Mensch in Deutschland nicht sein möchte – arm zum Beispiel oder arbeitslos -, aber ein „Ausländer“, der noch dazu Asyl sucht und vor Verfolgung, Terror und/oder dem Hungertod flüchtet, sollte um diesen bis auf die blanken Knochen verkommenen Staat einen wirklich großen Bogen machen.

Genau das ist auch das erklärte Ziel dieser menschenfeindlichen Bande, vornehmlich aus der CDU/CSU und der FDP (aber keineswegs darauf beschränkt): Machen wir den Hilfesuchenden das Leben zur Hölle, so dass sie freiwillig schnell wieder gehen oder (noch besser) gar nicht erst kommen – das ist das praktizierte und auch öffentlich kredenzte Credo der neoliberalen Bande. Dieser braune Sumpf trifft auf viel Zustimmung in der dumpfen Bevölkerung – schließlich haben wir hier wieder einen „Feind“, der für die eigenen Abstiegsängste und tatsächlich stattfindenen Abstiege verantwortlich gemacht werden kann, auch wenn die wirklichen Gründe dafür ganz woanders liegen. Im faschistischen Deutschland ab 1933 waren neben politischen Gegnern vor allem Ausländer, Juden, Arbeitslose, Behinderte und Kranke das Ziel der Repression – und heute? Ersetzen wir „Juden“ durch „Muslime“ – denn Juden gibt es in nenneswerter Anzahl nicht mehr in diesem Untergangsland -, dann trifft die Aussage exakt wieder den Kern der gruseligen Realität.

Und die Mehrheit der Bevölkerung findet das offensichtlich gut. Es ist alles wie damals – einen signifikanten Unterschied zum Ende der Weimarer Republik kann ich nicht mehr erkennen. Diejenigen, die eine wirkliche Wende jenseits der propagandistisch beschworenen „Mitte“ (die heute ungefähr dort steht, wo sich vor 30 Jahren die NPD befand) herbeiführen könnten, wählen nicht mehr und überlassen das Feld den dumpfen Horden des Stumpfsinns – und der Stumpfsinn driftet derweil (gut gesteuert, organisiert und von interessierter Seite natürlich gewollt) in weitgedehnte rechtsextreme Bereiche.

Ich schäme mich bis auf die Knochen, ein Deutscher zu sein. Und ich werde „Nein!“ sagen zu diesem Menschenhass dieses faschistischen Irrsinns, solange ich das noch kann.

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