Kapital

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Wahlplakate 2013 – Die FDP

fdp_wahlplakat_geshwister

 

Dieses Wahlplakat hat folgende CC Lizenz gewonnen: „CC-BY-SA“
Auf Deutsch:
Weitergabe unter gleichen Bedingungen, nicht kommerzielle Verwertung, Veränderungen und Verwurschtungen erlaubt, Namensnennung („Steve Geschwister, Der Nachrichtenspiegel“). Ein Link per Mail wäre nett.

A Message to the World (dt. Untertitel)

Eine Botschaft an die Welt – David Icke (ohne Echsen), Bill Hicks und noch ein paar Andere

Was die Rückkehr zur D-Mark kosten würde

Ein Artikel aus dem Online-Portal des linksradikalen, anti-kapitalistischen Kampfblatt „Wirtschafts Woche„:

Zudem müsste Deutschland den fußkranken Ländern im Süden Europas nicht länger mit Transfers unter die Arme greifen. Das Geld der Steuerzahler könnte hierzulande statt in Griechenland investiert werden. Die Rahmenbedingungen für mehr Wachstum würden sich verbessern.

Klingt Gut. Auch die Nachteile halten sich in Grenzen:

Zu den Verlierern einer Rückkehr zur D-Mark dürften jedoch die Besitzer von Auslandsvermögen zählen. Als Land mit hohen Exportüberschüssen hat Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten viel Geld im Ausland investiert. Das Nettovermögen der Bundesrepublik im Ausland belief sich 2009 auf 895 Milliarden Euro. Dazu zählen Wertpapiere, Immobilien und Beteiligungen. Wertet die D-Mark gegenüber anderen Währungen auf, schrumpft der Gegenwert des Auslandsvermögens in D-Mark. Für die Bürger dürfte es da nur ein schwacher Trost sein, dass eine starke Mark die Inflation dämpft und die Realeinkommen steigert.

Welcher „Bürger“ hat sein Geld im Ausland? Die meisten haben ihr Geld nicht mal auf einem Sparbuch, weil sie es zum Überleben brauchen. Und dafür eine Steigerung der Realeinkommen? Als einziger Wermutstropfen eigentlich verkraftbar. Die anderen Nachteile negieren sich von selbst, wie im Artikel beschrieben wird.

Wenn jetzt noch die verantwortlichen Politiker nicht durch die Bank von denen bestochen wären, die genügend Geld im Ausland haben um davon etwas zu verlieren. Ach nee, sind sie ja gar nicht,“ Sachzwänge“ heißt das ja Heutzutage. Alternativlose Sachzwänge…

Was die Rückkehr zur D-Mark kosten würde

 

Das Elend und seine Kritiker: Stammzellen, Medien, General Motors und die Deutsche Bank

Erst kürzlich waren ja die Grünen als „Trittbrettfahrer“ ausgemacht. Trittbrettfahrer der Demonstrationen von Gorleben. Zu der Zeit, als sie an Bombenteppichen in Serbien und Sozialabbau in Deutschland sowie der Errichtung eines unwürdigen flächendeckenden und kostenintensiven Kontrollsystems für Arbeitslose (an dem sie auch in Zukunft festhalten wollen) gearbeitet haben, hatten sie sich ja aus Gorleben zurückgezogen, staatstragende Steuergeldempfänger tun so etwas nicht.

Dabei ist Trittbrettfahrerei doch bei allen Parteien ein beliebter Sport … und nicht nur bei Parteien. Man nennt es: „Themen besetzen“. Das Thema selbst, das Problem, das durch das Thema beschrieben wird,  ist uninteressant, wichtig ist nur: wie bringt es die Partei, die Kirche, die Gewerkschaft, den Verein, die Organisation nach vorne … zu mehr Einnahmen, mehr Macht, mehr Einfluß.

Besonders schlimm ist dieser Effekt bei Krisen, wie zum Beispiel der momentanen Wirtschaftskrise. Wie der Kaspar aus der Schachtel tauchen dann aus allen Ecken und Enden Welterlöser und Heilande auf, deren Partei/Organisation/Kirche/Verein es immer schon gesagt hat und die Lösung der Krise im Handumdrehen bewältigen würde … wenn man sie nur ließe.  Meistens schleppen sie gleichzeitig immer einen ganzen Forderungskatalog mit sich herum, der dem Bürger schon vor der Regierungsübernahme vorschreibt, was er jetzt alles zu tun hat: welche Themen noch für ihn wichtig sein müssen, welche Meinungen sich für ihn noch ergeben, wenn er sich dieser Themen annimmt, welche Demonstrationen jetzt Pflicht sind und welche Kleidung/Buttons/Transparente man jetzt dazu trägt.

Für die Problemlösung leisten diese Elemente eigentlich nichts – aber für ihr eigenes Fortkommen viel. Insgesamt sind sie deshalb enorm schädlich, weil sie Energien, die der Körper zur Problembewältigung braucht, für sich selbst in Anspruch nehmen – vergleichbar mit einem menschlichen Körper, der eine Infektion am Handgelenk hat, dessen Immunabwehr sich aber auf die Niere konzentriert.

Als Philosoph traut man sich kaum noch, Themen anzurühren, weil man vorher gar nicht weiß, wer die schon alle für sich besetzt hat und welche Folgen sich für einen ergeben, wenn man seine Meinung dazu sagt.  Nehmen wir mal als Beispiel die Schlaganfalltherapie, die heute in der ZEIT von sich reden macht:

Erstmals haben Wissenschaftler einem Schlaganfall-Patienten aus einem Fötus gewonnene Stammzellen ins Gehirn eingesetzt. Ob dadurch neue Hirnzellen wachsen, ist ungewiss.

Ein enormer Fortschritt für die Wissenschaft, will man meinen. Trotzdem regt sich der Brechreiz. Frankenstein ist im Prinzip Wirklichkeit geworden … man arbeitet mit Leichenteilen, hier noch besonders brisant: man arbeitet mit Menschen, die vorher getötet wurden. Die Zellen stammen von einem abgetriebenen Menschen. Auch dieses Thema ist schon besetzt. Abtreibung ist ein schwieriges Thema, erst recht in der Philosophie – man kann kaum anders als dagegen sein … und wenn man den Einzelfall vor Augen hat und aus der Sicht der Frau schaut … dann kann man kaum anders als dafür sein.

Im Prinzip – und darum geht es der Philosophie in erster Linie – ist Abtreibung aber immer brandgefährlich, weil es das Prinzip der Vernichtung menschlichen Lebens akzeptabel werden läßt … und durch diese Lücke können andere Bewegungen stoßen, die eine spätere Abtreibung befürworten, der man dann kaum noch prinzipielle Grenzen entgegensetzen kann. Unwertes Leben in jeder Form kann vernichtet werden … und was gerade „unwertes Leben“ ist, richtet sich leicht nach der Kassenlage der Behörden.

Nach Informationen der Zeitung Independent stammen die Zellen für die Studie von einem Embryo, der in der zwölften Schwangerschaftswoche im US-Bundesstaat Kalifornien abgetrieben worden war.

Das klingt zunächst grausam, allerdings wurde der Fötus selbstverständlich nicht zu Forschungszwecken getötet, sondern lediglich nach seinem Tod dafür freigegeben.

Das hört sich im ersten Moment beruhigend an … aber was ist, wenn ein Lieferengpass eintritt? Wenn die Frau des Klinikdirektors mit Schlaganfall auf der Intensivstation liegt, aber aktuell nichts Abgetriebenes zur Verfügung steht? Wo ein Bedarf ist, entwickelt sich ein Markt. Das ist schon bei Nieren und anderen transplantationsfähigen Organen so – und das wird auch bei Stammzellen so sein.

Das ist die Welt, in die wir uns bewegen, wenn wir das Frankensteinprinzip der Vermarktung von Leichenteilen ausbauen – ab einer gewissen Größe entwickelt sich das Prinzip von ganz alleine und ist dann nur noch ähnlich schwer aufzuhalten wie internationale Kapitalmärkte, die sicher auch schon ein Auge auf die Renditemöglichkeiten der Fötenvermarktung geworfen haben – wird eine Welt sein, in der der Mensch als solcher mit all seinen Zellen Ware wird.

Wollen wir das? Können wir uns das als Gesellschaft leisten? Überhaupt nicht. Es ist die Geburtsstunde eines menschenfressenden Molochs, der unser aller Leben verändern wird.

Und trotzdem bekommt man Bauchschmerzen, wenn man sich zu dem Thema äußert, weil man nicht weiß, wer jetzt gerade mit ins Boot steigt. In erster Linie Kirchen und rechtsradikale Abtreibungsgegner, weil die das Thema Abtreibung für sich besetzt haben.  Wenn man Pech hat, wittern auch Marxisten wieder Morgenluft und hängen sich wegen der Kapitalismuskritik dran. Grüne würde ich hier auch erwarten – immerhin geht es um das Thema Leben – aber da erwarte ich wohl zu viel. Es geht immerhin nur um Menschen, nicht um Frösche, und was Grüne von Menschen halten erlebt jeder Hartz IV-Abhängige deutlich Tag für Tag.

Warum man Pech hat, wenn Marxisten mit ins Boot steigen? Weil dann Breitseiten an Fachbegriffen abgeschossen werden mit denen außer Marxisten keiner was anfangen kann, wie hier in der Medienkritik der „jungen Welt“:

Die Medienapparate könnten ihre Manipulationswirkungen jedoch nicht erzielen, wenn ihre »Realitätsbearbeitung« nicht mit desorientierenden Strukturen des Alltagsbewußtseins korrespondieren würde. Faktisch schließen sie an parzellierte und zertrennende Denkmuster an, die von den herrschenden Praxisformen geprägt werden. Damit die Menschen sich im kapitalistischen Alltag reproduzieren können, müssen sie sich solcher Orientierungsschablonen bedienen, die nur einen Wirklichkeitsausschnitt erfassen; sie nehmen die Realität selektiv wahr, um erfolgversprechend agieren zu können.

Der Autor dieser Zeilen hat ein Buch geschrieben über „Arbeiterinnen und Arbeiterklasse heute“.  Mit diesen Worthülsen sollte er mal zu den Jungs vom Bauhof der Gemeinde gehen – Niedriglöhner allesamt – und ihnen klarmachen, was Medien mit ihnen anstellen.

Die Autoren des Internetlexikons Wikipedia und die Programmierer des freien Betriebssystems Linux arbeiten unentgeltlich »nach ihren Fähigkeiten«, damit die Nutzer »nach ihren Bedürfnissen« sich bedienen können. Dies entspricht der Marxschen Definition des Kommunismus, dessen Prinzipien in den Randzonen eines übermächtig erscheinenden kapitalistischen Systems Realität geworden sind.

Es ist gerade diese Fähnchenschwenkerei zusammen mit den pseudointellektuellen Argumentationsduschen aus der Steinzeit der Kommunikation, die mich Marxisten meiden läßt … und die das Anliegen von Karl Marx verraten haben.

Wie auch beim Thema „Stammzellentherapie“ bleibt auch bei dem Thema Medienkritik (hier vermengt mit dem Hinweis auf den unerbittlichen Siegeszug des Marxismus) der Mensch auf der Strecke. Für das Opfer selbst interessiert sich kaum jemand, aber was man mit dem Opfer alles anstellen kann … das erinnert auch schon an eine Form von Ausschlachtung.

Wahrscheinlich stoßen Marxisten deshalb so unangenehm auf, weil sie mit Gewalt ihre historische Niederlage zu einem Sieg umdeuten wollen und dabei gerne auch Wirklichkeiten, die nicht ins System passen, ignorieren … immerhin wurde Lobbypedia gegründet, weil Wikipedia eben nicht so frei ist und viele Lobbyisten dort ganz offen ihre Propaganda ablegen. Allerdings schreiben die Autoren wirklich oft nach ihre Fähigkeiten … und ich wünschte mir, sie würden es lassen.

Dabei ist Medienkritik wichtig, denn … sie steuern unser politisches und gesellschaftliches Bewußtsein durch Informationsselektion. Wenn ein Peter Scholl-Latour sagt, das die Anschläge vom 11.9.2001 unmöglich von Afghanistan aus organisiert werden konnten, so wäre das eine Information, die das politische Bewußtsein der Bundesbürger nachhaltig beeinflußen könnte – deshalb bleibt sie zwischen Buchdeckeln verborgen. Wenn es denn nicht Bin Laden und die Taliban waren … wer war es denn dann? Einer muß es gewesen sein, die Türme sind weg, die Menschen tot.  Viele Kriege werden wegen dieser Verschwörungstheorie geführt, nach der ein dialysepflichtiger Patient, der mit seinem Troß von Blutwäschegeräten unerkannt durch Afghanistan reist, die Anschläge von dort aus organisiert haben soll. Viele Menschen sterben wegen dieser Theorie.

Aber auch hier zeigt sich die Lähmung, die Trittbrettfahrer hervorrufen. Kritik an der Verschwörungstheorie der Bush-Administration wird ja auch von Rechtsradikalen geübt, die haben dieses Thema schnell besetzt (weil es auch so schön zu ihrem Judenhaß paßt), weshalb alle Menschen, die die US-Version anzweifeln, insgeheim NPD-Sympathisanten sind. Und deshalb werden weiterhin Afghanen erschossen, womit dann aber wieder keiner ein Problem hat. Nach der gleichen Logik müßte man übrigens auch Hundehalter der NPD zuordnen … der Führer liebte Hunde. Kinder auch, wie man hört.

Medien schlachten Menschen nicht weniger aus als Stammzellenforscher, allerdings begnügen sie sich mit der Software … und Soldaten schlachten Menschen gleich völlig ab. Ob da dann auch „Kollateralschäden“ für die Stammzellforschung verarbeitet werden dürfen, weiß ich nicht, erwarte es aber jeden Tag.  Dann – so wird man argumentieren – sind die wenigstens nicht umsonst gestorben.

Bei all dem Kampf um die Themenhoheit ist es erstaunlich, das der Mensch auf der Strecke bleibt – besser gesagt, das es kaum einen interessiert, das der Mensch auf der Strecke bleibt. Ist wie bei den Abtreibungsgegnern – ist das Kind erstmal geboren, kehren sie Mutter und Baby sofort den Rücken zu, hat der Arbeiter dem Marxisten zur Macht verholfen, gibt es gleich Sonderschichten um die Überlegenheit des Systems zu beweisen, während der Revolutionsführer sich die dicken Zigarren des Unternehmers in seiner Villa gönnt.

Und darum wenden sich die Menschen vom System ab … und vom Widerstand gegen das System.

Und gerade das kann Hoffnung machen – vielleicht wird das Volk endlich erwachsen und verzichtet auf seine „Führer“.  Die Unverschämtheiten der Korporatokratie erreichen immerhin ein Ausmaß, das sogar deutsche Manager-Magazine erschüttert, weil es der sinnbildliche „Stinkefinger“ für die Volkswirtschaft und den Steuerzahler ist:

Die Wall Street ist im GM-Fieber. Mit stehenden Ovationen begrüßen Händler und Investoren den US-Autobauer zurück auf dem Parkett. Der Aktienkurs steigt. Doch die Konkurrenz von Volkswagen und Co. beißt sich auf die Lippen. Einmal mehr wird klar: Wer miserabel wirtschaftet, wird dafür auch noch belohnt.

Noch einen dieser Finger hat die Deutsche Bank jetzt laut FAZ in las Vegas errichtet, ein eigenes Spielcasino:

Das „Cosmopolitan“ gehört zu den teuersten Projekten in der Geschichte der Spielerstadt. 4 Milliarden Dollar wurden bisher in das Kasinohotel gepumpt – von der Deutschen Bank. Deshalb gilt: Was in Vegas passiert, wird in Frankfurt bilanziert.

Das mit der Kasino-Mentalität der Banker haben die bei der Deutschen Bank sehr ernst genommen.  In welche Schublade kommt man jetzt eigentlich, wenn man diese Stinkefinger kritisiert? Oder hat das Thema noch keiner für sich besetzt? Muß ich den Artikel eigentlich löschen, wenn FDP oder Merkel demnächst auch Kritik an dem Gebaren der Konzerne üben?

Sicher ist das, denn … der Hass der Trittbrettfahrer erreicht einen immer. Es ist dann ja IHR Trittbrett, auf dem sie reisen wollen. Und das sie auf irgendeinem Trittbrett irgendwohin mitgenommen werden ist deutlich wichtiger, als das reale Leben der Menschen selbst zu verbessern, die grundsätzlich auf der Strecke bleiben.


Wirtschaftskrise 2010 – Bankenskandal und Kriminalität

Nun, ich gestehe, ich habe mich geirrt. Ich hätte mit 10 Millionen Arbeitslosen am Jahresende gerechnet.
Die Statistik sagt was anderes – obwohl um mich herum einer nach dem Anderen seine Arbeit verliert.

Dafür arbeiten fast alle jetzt für 400 Euro. Der gesamtdeutsche Standardlohn der Zukunft.

Ein wenig Hoffnung hatte ich ja wegen der islamischen Länder. Gerüchtehalber sollten sie ja solider Wirtschaften, weil der Islam dort besondere Vorschriften hat. Was weiß ich schon, ich kann mich nicht um alles gleichzeitig kümmern.

Meinen ersten Meldungen über die Dhubai-Pleite wurde noch heftig widersprochen … angeblich sogar direkt aus Dhubai selbst. Wäre schön gewesen, wenn die Widersprüche Substanz gehabt hätten … hatten sie aber nicht.

Jetzt ist es offiziell: Dhubai ist auch nicht besser als Lehmann.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,666088,00.html

Es wird immer enger für Dubais Projektentwickler: Wegen Abschreibungen und eines Umsatzeinbruchs ist die Immobilienfirma Nakheel tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Tochter des ebenfalls hochverschuldeten Staatsfonds Dubai World fehlen 20 Milliarden.

Doch das ist ja nicht alles.

Es sind die kleinen Meldungen, die auch Beachtung finden wollen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,666075,00.html

Untreue, Steuerdelikte und Scheinrechnungen: Staatsanwälte ermitteln gegen Ex-Mitarbeiter einer ehemaligen Vertriebstochter des Computerherstellers Hewlett-Packard. Sie sollen den Konzern um acht Millionen Euro geschädigt haben.

Und wo bleibt das Geld wohl? Na, bei den Banken:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,666118,00.html

Es könnte ein zweiter Liechtenstein-Fall werden: In Genf soll ein Mitarbeiter der HSBC Daten Tausender Bankkunden geklaut und an französische Steuerfahnder übergeben haben. Der Angestellte mit dem Decknamen „Antoine“ überlistete die Technik wohl mit einem selbstprogrammierten System.

Ohne die Mithilfe der Banken … wäre die Unterschlagung von Firmengeldern kaum möglich. Und das bringt uns mal eben zur BCCI:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bank_of_Credit_and_Commerce_International

Im Jahre 1991 geriet die BCCI in den Mittelpunkt des bisher größten internationalen Finanzskandals, der als „Der größte Betrug in der Geschichte der Menschheit“[1] und als der „Über-20-Milliarden-Raub“[2] bezeichnet wurde.

US-amerikanische und britische Ermittlungsbehörden stellten im Verlauf ihrer Untersuchungen fest, dass das Geldinstitut in Geldwäsche, Bestechung, Waffenhandel und den Verkauf von Nukleartechnologie verwickelt war, den Terrorismus unterstützte, Steuerhinterziehung initiierte und förderte, sowie mit Schmuggel, illegaler Einwanderung, dem illegalen Kauf von Immobilien und Banken, sowie der Förderung von Prostitution in Verbindung stand.[3] Eine von dem damaligen US-Senator John Kerry geführte Untersuchung kam zu dem eindeutigen Ergebnis, dass unter anderem der ehemalige panamaische Diktator Manuel Noriega die Bank nutzte, um Drogengeld des Medellín-Kartells zu waschen.[4] Nach dem Zusammenbruch des Instituts stellten die Ermittler fest, dass die Bank wertlos war und mehr als 13 Mrd. US-Dollar spurlos verschwunden waren.

Der größte Betrug in der Geschichte der Menschheit ist aus heutiger Sicht ein kleiner Fisch. Und die beiden Spon-Artikel zeigen deutlich: das geht heute immer noch weiter. Die eben erwähnten 13 Mrd. Dollar
sind ja in der Hinsicht auch nicht „verschwunden“, noch lagern sie in Socken verpackt unter Betten – sie liegen jetzt einfach auf einer anderen Bank.

Es sind Helden wie „Antoine“, die gegen dieses gigantische System vorgehen.

Die Zahl der Verbrecher geht in die Hunderttausende … denn Steuerhinterziehung ist in Wirklichkeit ein Verbrechen. Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Altenheime … alles, was der Steuerhinterzieher jeden Alltag gerne benutzt, geht zugrunde, weil er seinen Beitrag nicht leistet. Noch nicht mal den kleinen, den die Deutschen von ihm verlangen. Steuerhinterzieher sind die wahren Sozialschmarotzer. Alles mitbenutzen, nichts mitbezahlen – ist ihre Devise.

Nach mir … die Sintflut. Und scheinbar wissen die, das die kommt.

Bezahlen müssen das mal wieder die anderen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666220,00.html

Das wird teuer: Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen im kommenden Jahr voraussichtlich vier Milliarden Euro. Millionen Versicherten drohen jetzt Zusatzbeiträge – gigantische Zuschüsse des Bundes können die Finanznot der Versicherungen kaum lindern.

Zugleich bereiten den Kassen die rapide steigende Ausgaben für Krankenhausbehandlungen, Arzneimittel und Arzthonorare Sorgen.

Wir wissen das seit Jahrzehnten. Und nichts kann dagegen unternommen werden. Außer … man greift selbst soviel ab wie es geht (und ruft dabei noch laut: „Schuld sind nur die faulen Arbeitslosen!!!“ die darauf hin durchs Dorf getrieben werden, während der Bürgermeister in Ruhe den Speicher plündert und sich vom Acker macht) und transferiert das Kapital in eine Bank seines Vertrauens.

Staat, Volk, Gemeinde? Alles egal. Absahnen, abgreifen … abhauen. Das ist die Devise der modernen Leistungsträger.

Und die Banken?

Versprechen, aus dem Abgesahnten noch 25 % Rendite herauszuholen. Und sind auch noch stolz darauf.

Wo das enden wird?

Ganz einfach:

http://www.welt.de/politik/Krise/article5479669/Der-Bankrott-der-Griechen-streift-auch-Deutschland.html

Griechenland bedroht die Zukunft der Europäischen Union. Seit Jahren geben die Hellenen weit mehr Geld aus als sie erwirtschaften. Jetzt steht das Land vor dem Staatsbankrott. Wenn die EU mit Milliardenhilfen einspringt, müsste Deutschland als finanzstärkstes Land der EU den Löwenanteil tragen.

Was in Griechenland passiert, ist für Menschen, die nicht Politiker oder Banker sind, ein Schock. Gerade hielten sie die Finanzkrise für ausgestanden. Allenfalls deren Folgen galt es noch zu überwinden: den Einbruch der Wirtschaftsleistung etwa, den drohenden Anstieg der Arbeitslosigkeit und die Löcher in den Sozialkassen. Das Finanzsystem selber aber schien wieder stabil. Und nun das.

Ja, manchmal holt die Wirklichkeit die Propaganda ein. Und wer ist der Gewinner? Einfach mal weiterlesen:

Es gilt als so gut wie sicher, dass die Lage noch schlimmer werden wird. Weil die Gläubiger Zweifel an der Zahlungskraft des Landes haben, verlangen sie für neue Kredite höhere Zinsen. 2,5 Prozent-Punkte muss das Land nun schon mehr zahlen als Deutschland. Das klingt nicht viel. Bei Milliardenbeträgen an Schulden aber summiert sich das schnell auf erklecklichen Summen. Immer mehr neue Schulden müssen die Griechen aufnehmen, um die alten zu begleichen. Deshalb sinkt die Kreditwürdigkeit weiter. Und deshalb hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnoten für das Land von A- auf BBB+ gesenkt. Auch die anderen Agenturen sind misstrauisch. Damit werden noch höhere Zinsen fällig. Wenn dieser Teufelskreis mit voller Wucht einsetzt, dann wird es richtig gefährlich.

Es sind die Banken, die dort richtig abgreifen. Da hat einer kein Geld mehr, deshalb muß er mehr bezahlen.

Das gleiche gilt für Deutschland. Deshalb haben wir ja die Bankenwelt gerettet. Irgendwie. Bin auch kein Banker oder Politiker, deshalb verschließt sich mir die Logik.

Ich sehe nur, das die gleichen Institutionen, die asozialen Steuerverbrechern ein sicheres Heim bieten, sich an deren Opfern eine goldene Nase verdient.

Und was macht „die Wirtschaft“?

Sie flüchtet aus dem „Euro-Raum“ in den „Dollar-Raum“ und läßt uns hier im Stich. Noch mehr Sozialschmarotzer im Einsatz, die lauthals auf Langzeitarbeitslose eindreschen, die sie selbst produziert haben. Aber es lenkt so schön von den eigenen Plänen ab.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,665804,00.html

Die US-Währung verliert seit Jahren an Wert, die deutsche Industrie zieht die Notbremse: Sie verlagert Produktion und Arbeitsplätze in den Dollar-Raum.

Wie wäre es, wenn wir auch mal die Notbremse ziehen … bevor der Zug aus den Gleisen springt?

Was geschieht eigentlich, wenn das passiert? Also, konkret, in unserem Alltag?

Nun … wir gehen dann eines Morgens zur Bank – und die ist einfach zu. Wir wenden uns hoffnungsvoll dem Geldautomaten zu … doch der ist außer Betrieb.

Na, denken wir uns, macht nichts, wir haben noch Bargeld im Socken unter dem Bett. Wir holen es, doch auf dem Rückweg stellen wir fest, das die Geschäfte infolge einer Sonderanordnung der Regierung oder auf Wunsch der Geschäftsleitung (die erstmal abwarten will, was unser Geld überhaupt noch Wert ist) geschlossen haben.

Und dann … wird uns so langsam mulmig, weil uns spontan einfällt, das wir nur noch zwei Rollen Klopapier haben. Die halten nicht ewig.

Währenddessen werden – um Plünderungen vorzubeugen – die Geschäfte in großem Maßstab geleert, falls das nicht schon über Nacht geschehen ist. Jeder kleine Einzelhändler wird erstmal ebenfalls die Türen schließen. Man weiß ja nie, ob man das nicht noch selber braucht.

Das alles … ist schon mal dagewesen.

Das ist dann die echte Krise. Und die … kann dann ganz schnell kommen. Ein kleines verdächtiges Zucken der Ratingagenturen … und die Dominosteine purzeln. Griechenland ist der erste Stein. Weitere wackeln schon.

Und die Banken sitzen wie gewaltige Vampire an den Adern der Volkswirtschaft und saugen sich voll – egal, was nun passiert. Und jene, die diese Entwicklung vorausahnen … saugen ebenfalls. Soviel sie kriegen können.

Und doch gibt es Hoffnung. Die ersten Vampirjäger sind auf dem Weg – und sie haben auch guten Grund dazu:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666166,00.html

Vom Boomland zum Krisenkandidaten: Großbritannien steht vor den Trümmern seines jahrelangen Aufschwungs. Bald könnte die vormalige Musterwirtschaft sogar aus den Top Ten der größten Ökonomien fallen – überholt von seiner ehemaligen Kolonie Indien.

Das alte Empire … will aber scheinbar nicht kampflos untergehen. Und die Franzosen sind diesmal mit von der Partie:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666252,00.html

Frankreichs Präsident Sarkozy und Großbritanniens Premier Brown starten eine gemeinsame Offensive gegen Exzesse bei Bonuszahlungen für Bankmanager. Sie verlangen die weltweite Einführung einer einmaligen Sondersteuer auf die Prämien – Deutschland stemmt sich vorerst dagegen.

Nur … ein Tropfen auf einem heißen Stein. Aber ein Anfang, den sogar die Kapitalanleger begrüßen:

Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zeigte sich von dem harten Durchgreifen der Briten positiv überrascht. „Es ist Wahnsinn, was bei den Banken derzeit passiert. Sie erpressen zum Teil die Regierungen regelrecht“, sagte der SdK-Experte der „Berliner Zeitung“. Es sei deshalb gut, „dass die Briten zu dieser starken Drohgebärde greifen und sagen: So geht es nicht weiter“. Auch in Deutschland sei ein solcher Schritt denkbar, um die Banken zur Räson zu bringen.

Noch sind wir den Banditen nicht ganz hilflos ausgeliefert. Noch … regt sich Widerstand im Land.
Noch … ist der Bürger nicht ganz allein. Aber er wäre gut beraten, sich nicht darauf zu verlassen, das
„die“ das schon machen werden.

Wie heißt es so schön: „Es gibt viel zu tun. Packen wir es an.“

Das Schicksal der ganzen Menschheit steht auf dem Spiel, könnte man sagen, ohne groß übertreiben zu müssen. Aber bis man das persönlich merkt … ist es zu spät.

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