Kanzlerakte

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Massaker in den USA, Massaker in Deutschland, die Wurzel des Bösen … und eine Entschuldigung wegen Ralph Boes

Montag, 17.12.2012. Eifel. Früher habe ich gerne mal gesagt, ein Tag im Moor sei so erholsam wie drei Wochen Urlaub anderswo. Heute sehe ich das genauso - trotz üblem Wetter. Erholt bin ich also ... allerdings steht eine Entschuldigung an - eine Entschuldigung aus Gründen der verletzten Sorgfaltspflicht. Ich hatte mir erlaubt, auf Nachfrage einen unterstützenden Artikel für Ralph Boes zu schreiben und dabei sogar eine Spendennummer erwähnt. Dafür möchte ich mich entschuldigen - ich lies mich blenden von falschen Titeln, freundlichen Worten und den interessanten Perspektiven, die sich ergeben würden, wenn es eine Führungsfigur aus den Reihen jener Menschen gibt, die von der Gesellschaft und der Politik ins Abseits geschoben werden. Die Idee hatten wir vor zwölf Jahren schon, als wir in Aachen den "König der Arbeitslosen" krönten.  Aktuell ist der Herr Boes unterwegs und bedient die nationaldeutsche Front der Republik mit rechten Mythen - in Bonn verblüffte er die Zuhörer mit eindringlichen Darstellungen der "Kanzlerakte", jenem rechtsnationalen Mythos, der schon 2008 von rechtsnationalen Kreisen selbst widerlegt wurde.  Typisch Politiker: wenn es auf der linken Seite nicht geht, biedern wir uns einfach mal rechts an. Nun - es sind viele auf ihn hereingefallen und müssen nun damit leben, dass die Springerpresse wieder neue Munition bekommen hat und nun auch jederzeit einen Prototyp des gebildeten Faulenzers präsentieren kann - und ich habe daran mitgewirkt. Wenn einem ein solcher Fehler widerfährt, merkt man selbst, das man nachlässt, zu unkritisch geworden ist und sich vielleicht - oh Graus - selber einfach nur noch gerne reden hört. Da ist es dringend Zeit, in sich zu gehen, inne zu halten und den Weg zu überprüfen, doch während man dabei ist, sich nur noch mit sich selbst zu beschäftigen, kommt mein hoch geschätzter Mitstreiter Frank Ullrich daher und stellt uns allen Herrn Hennemann vor: und auf einmal weiß man wieder, warum man jeden Morgen viel zu lange mit schmerzendem Rücken am Bildschirm sitzt, sich durch die Medienlügen arbeitet um seinen Teil dazu beizutragen, die Lücken im Lügenprogramm der Systempresse zu finden. Doch kommen wir zuerst zu dem, was uns heute alle bewegt: dem Massaker in den USA.

Montag, 17.12.2012. Eifel. Früher habe ich gerne mal gesagt, ein Tag im Moor sei so erholsam wie drei Wochen Urlaub anderswo. Heute sehe ich das genauso – trotz üblem Wetter. Erholt bin ich also … allerdings steht eine Entschuldigung an – eine Entschuldigung aus Gründen der verletzten Sorgfaltspflicht. Ich hatte mir erlaubt, auf Nachfrage einen unterstützenden Artikel für Ralph Boes zu schreiben und dabei sogar eine Spendennummer erwähnt. Dafür möchte ich mich entschuldigen – ich lies mich blenden von falschen Titeln, freundlichen Worten und den interessanten Perspektiven, die sich ergeben würden, wenn es eine Führungsfigur aus den Reihen jener Menschen gibt, die von der Gesellschaft und der Politik ins Abseits geschoben werden. Die Idee hatten wir vor zwölf Jahren schon, als wir in Aachen den „König der Arbeitslosen“ krönten.  Aktuell ist der Herr Boes unterwegs und bedient die nationaldeutsche Front der Republik mit rechten Mythen – in Bonn verblüffte er die Zuhörer mit eindringlichen Darstellungen der „Kanzlerakte“, jenem rechtsnationalen Mythos, der schon 2008 von rechtsnationalen Kreisen selbst widerlegt wurde.  Typisch Politiker: wenn es auf der linken Seite nicht geht, biedern wir uns einfach mal rechts an. Nun – es sind viele auf ihn hereingefallen und müssen nun damit leben, dass die Springerpresse wieder neue Munition bekommen hat und nun auch jederzeit einen Prototyp des gebildeten Faulenzers präsentieren kann – und ich habe daran mitgewirkt. Wenn einem ein solcher Fehler widerfährt, merkt man selbst, das man nachlässt, zu unkritisch geworden ist und sich vielleicht – oh Graus – selber einfach nur noch gerne reden hört. Da ist es dringend Zeit, in sich zu gehen, inne zu halten und den Weg zu überprüfen, doch während man dabei ist, sich nur noch mit sich selbst zu beschäftigen, kommt mein hoch geschätzter Mitstreiter Frank Ullrich daher und stellt uns allen Herrn Hennemann vor: und auf einmal weiß man wieder, warum man jeden Morgen viel zu lange mit schmerzendem Rücken am Bildschirm sitzt, sich durch die Medienlügen arbeitet um seinen Teil dazu beizutragen, die Lücken im Lügenprogramm der Systempresse zu finden. Doch kommen wir zuerst zu dem, was uns heute alle bewegt: dem Massaker in den USA.

Massaker in den USA sind wir gewöhnt. Seitdem wir durch rot-grün in Deutschland konzentriert auf amerikanische Verhältnisse umgepolt wurden (und auch weiterhin werden), kennen wir das auch hier: den Amoklauf den Erfurt habe ich fast live mitbekommen, der Sohn einer der Opfer war ein Arbeitskollege und Freund von mir, er saß in Schweden am Flughafen fest, während ich ihn telefonisch mit ständig neuen Informationen über die aktuelle Lage informierte – Informationen, die lange falsch waren, bis klar war: seine Mutter war erschossen worden.

Wir sind die Massaker in den USA so sehr gewöhnt, das wir eigentlich gar nicht mehr hinhören würden, wenn nicht die Medien sich auf solche Dramen mit aller Gewalt stürzen würden – und diesmal hat das Massaker auch etwas Besonders: es sind kleine Kinder, die dort in Massen erschossen wurden. Wir in Deutschland kennen so etwas aus Ausschwitz, Dachau und anderen Orten national-deutscher Herrlichkeit, sind also da schon etwas abgebrühter. Als ich die ersten Meldungen darüber bekam, saß so ein kleiner Junge auf meinem Schoss – und es schien mir unvorstellbar, das es Menschen gibt, die in der Lage sind, in Gesichter zu schießen, die so sehr dem Kindchenschema entsprechen. Selbst härteste Gewaltverbrecher empfinden tiefsten Abscheu gegenüber Kindermördern – einfach mal in der nächstgelegenen Haftanstalt nachfragen, wie es diesen Bestien dort ergeht: die haben kein gutes Leben mehr, auch nicht im Kreise der Mörder, Schmuggler, Zuhälter und Vergewaltiger.

Es ist eine große Grenze, die dort überschritten werden muss – und auch in Deutschland überschritten wird. 2004 wurde eins meiner Kinder im Alter von neun Jahren auf offener Straße von elf anderen, gleichaltrigen Kindern zusammengeschlagen. Es blieb eine halbe Stunde auf der gut besuchten Hauptstraße liegen, bis eine Passantin seine Mutter darüber informierte, das ihr Kind auf der Straße lag.  Die Täter waren … Neureiche – bzw. solche, die gerne so tun, als wären sie welche. Überhaupt kommen die Täter, die Amokläufer, immer aus gut situierten Verhältnissen, ein Umstand, den die Presse ebenfalls gerne verschweigt.

Vielleicht kennen aber einige Leser schon gar keine Kinder mehr – in Deutschland, dem kinderfeindlichsten Land Europas – sind Kinder schon eine Seltenheit geworden. Jenen Menschen, die sich diese Last erspart haben, möchte ich eine Schilderung des Vaters einer der Opfer zukommen lassen, die der Spiegel dankenswerterweise veröffentlicht hat:

Robbie Parker hat seine sechsjährige Tochter Emilie verloren. „Sie war die Art von Mensch, der in einem Raum die Sonne aufgehen ließ“, erinnerte er sich. Parker, der während seiner Ansprache mit den Tränen kämpfte, sagte, er finde Trost in der Erinnerung an die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl seiner kleinen Tochter. „Emilie war klug, kreativ und sehr liebevoll. Emilie wollte immer neue Dinge ausprobieren. Außer beim Essen.“

Er erinnerte sich auch an die letzten Momente mit ihr. „Sie hat ‚Guten Morgen‘ gesagt und gefragt, wie es mir geht. Ich sagte, es ginge mir gut. Sie sagte, dass sie mich liebt, und ich gab ihr einen Kuss und ging aus der Tür.“ Er hoffe, sagte Parker abschließend, dass der Tod der Opfer an der Sandy-Hook-Grundschule die Menschen „besser, mitfühlender und fürsorglicher“ machen möge.

Viele dieser kleinen Menschen haben die Fähigkeit, in einem Raum die Sonne aufgehen zu lassen – deshalb wächst ihnen auch automatisch die Liebe aller Menschen zu, selbst die der übelsten Kriminellen. Kinder zu töten ist ein großes Tabu – noch größer als das, sich über Verschwörungstheorien zu informieren. Wenn dieses Tabu durchbrochen wird … ist etwas Schlimmes in den Menschen geschehen und wir haben in der Gesellschaft Wesen unter uns, die einen großen Teil ihrer Menschlichkeit verloren haben.  Eigentlich ein Grund, das alle Warnlampen angehen, doch  nicht bei uns.

Warum nicht?

Die Massenmörder folgen unserem großen ethischen Grundsatz, der Tag für Tag in Schule, am Arbeitsplatz und in der Werbung präsentiert wird.

Wir kennen solche ethischen Leitsätze, ein ganz großer prägt die abendländische Kultur: „Du sollst  Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst“.

Nun – in Wirklichkeit hat er die Kultur nie geprägt, er sollte das tun, aber kulturgeschichtlich wurde er von den Reichen und Mächtigen (also auch der Kirche selbst) immer als Last verstanden, nie als Chance. Man fand das Christentum gut, weil es den mächtigsten aller Götter verehrte und man sich selbst als Eroberer gut darstellen konnte, wenn man im Zeichen dieses Gottes unterwegs war – das ein ganz anderer Lebensstil notwendig wäre … ein armer, demütiger, bescheidenerer … um im Dienste jenes mächtigsten Gottes unterwegs zu sein, wurde immer flugs ausgeblendet.

Heute haben wir einen anderen Leitsatz, die Kultur wird ehrlicher, die Masken fallen. Einfach mal heute fünf Minuten Werbung schauen, der Leitsatz ist in voller Front mehrfach zu finden:

Vergiss Deinen Nächsten, liebe Dich selbst! 

Er wird nicht so formuliert … aber auf diesen kleinen, gemeinsamen Nenner lässt sich die Botschaft des amerikanischen Traumes reduzieren. Die Kirchen müßten Amok laufen gegen diese Botschaft – wer jedoch den neuen Altarraum der Kirche studiert, den neuen Thron des Papstes, der mag erahnen, das auch die Kirche selbst sich dieser neuen ethischen Maxime beugt (ein Foto der diabolisch wirkenden Inneneinrichtung unserer katholischen Nachbarn findet man beim Kopfständlerblog).

Mal an sich selbst denken, sich selbst mal was Gutes tun … wie oft hören wir das jeden Tag? Zehnmal – hundertmal? Man stelle sich vor, wie die Welt aussehen könnte, wenn man die altchristliche Botschaft genauso vertreten würde wie den … äh … ja, den Leitsatz des Antichristen.

Mit solch´ einem Satz ausgestattet – der vor allem in reicheren Schichten der Gesellschaft völlig akzeptiert ist – fällt es einem leicht, auch mal eben zwanzig niedliche kleine Menschenleben zu beenden. Warum eigentlich nicht, wenn es mir gut tut? Wenn ich gerade „Bock drauf“ habe? Wenn es „mein Weg“ ist? Wenn ich das zu meiner Selbstverwirklichung und Selbsterfahrung brauche?

Der moralische Verfall einer Gesellschaft fordert seinen Preis – gerade bei jungen Menschen, die noch nicht so gefestigt und erfahren sind, das sie sich selbst ethische Maßstäbe setzen können – eigentlich setzen sie nur um, was die Gesellschaft ihnen vorlebt … und diese Gesellschaft wird aktiv und bewusst gestaltet.  Die Marketingabteilungen brauchen den Egomanen, um das Märchen vom unendlichen und unbegrenztem Wachstum durchzusetzen, deshalb wird er in breiter Front gefördert – und wir Dumpfbacken sitzen täglich freiwillig dreieinhalb Stunden vor dem Unterweisungsapparat, um diese Botschaft über uns ergehen zu lassen.

Eine Apothekerin hat im Spiegel vor drei Jahren die Folgen dieser Botschaft einmal ausdrücklich geschildert:

Westermann war eine Getriebene, ihr Ziel: nichts weniger als das perfekte Leben. So wie im Fernsehen, in der Werbung. „Es sollte das Beste herausspringen, überall, das beste Haus, das beste Auto, die besten Kinder.“

Goebbels wäre stolz auf dieses Volk – aber über Parallelen zwischen dem Dritten Reich und unserem Alltag dürfen wir ja auch nicht mehr all zu sehr nachdenken … wir würden uns auch erschrecken, wenn wir die Dimensionen sehen würden, in denen hier schon wieder Massenmord versucht wird.

Massenmord?

In DEUTSCHLAND?

Undenkbar, höre ich jetzt schon die Zuhörer raunen.

Unddenkbar, aber wahr. Nun – es läuft nicht unter der Kategorie Massenmord. Die Anwendung dieser Kategorie würde uns noch entsetzen (bei der Vernichtung von Juden, Zigeunern, Arbeitslosen, Geisteskranken und Linken wurde sie ja auch nicht offiziell angewandt), noch ist die mediale Umerziehung des Volkes, die Re-Barbarisierung der Nation nicht vollständig abgeschlossen … aber man arbeitet ohne Unterlass daran. Die Kategorie, unter der unser Massenmord läuft, ist die Kategorie des „Förderns und Forderns“ bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die in ihren extremen Exzessen dazu führt, das ein unglaublicher Massenmord an deutschen Arbeitslosen in die Tat umgesetzt wird, am hellichten Tage, ohne das die Weltöffentlichkeit davon Kenntnis erhält. Bevor wir jedoch zu den Details dieses Massenmordes kommen, ein Blick nach Syrien, wo der Krieg noch heißer ist. Auch hier hilft uns der Spiegel:

Nach tagelanger Belagerung haben islamistische Aufständische die Infanteriebasis Muslimijeh etwa 16 Kilometer nördlich der Millionenstadt Aleppo eingenommen. „100 Soldaten haben wir gefangengenommen, 150 weitere haben sich uns angeschlossen“, teilte die aufständische Tauhid-Brigade mit. Nachdem die Armeebasis tagelang von allen Versorgungsrouten abgeschnitten gewesen sei, habe der Hunger die Eingeschlossenen zur Aufgabe bewegt.

Hunger ist eine Waffe, eine tödliche und sehr effiziente Waffe. Nur wenige Tage echten Hungers genossen … ganze Armeen geben sich geschlagen. Deutsche Arbeitslose müssen aber nicht nur wenige Tage mit wenig auskommen – im Bericht über das Schicksal des Herrn Hennemann erfahren wir, das man inzwischen von ZEHNTAUSEND deutschen Bürgern „fordert“, so mögen doch bitte mal drei Monate ohne Wohnung und ohne Essen auskommen, danach dürften sie sich wieder bei der Behörde zur Armutsverwaltung melden.

Es sind nicht nur Erwachsene, die  hier mit der passiven Waffe Hunger bedroht werden, auch Kinder fallen dem zum Opfer (aufgrund technischer Probleme habe ich gerade keinen Zugang zu der Schilderung der Kleisterhexe Runa, die im Rahmen eines Kommentars von dem Schicksal einer allein erziehenden Mutter berichtete, die aufgrund der Arbeitsverweigerung ihres pubertierenden Sohnes TOTALSANKTIONIERT wurde … zwei weitere Kinder waren inbegriffen) – mitten in Deutschland zur Weihnachtszeit. 

Vergiss Deinen Nächsten, liebe Dich selbst! 

Der Leitsatz unserer modernen Kultur. Der Leitsatz, der der deutschen Kultur ihr Ende bringen wird und der – wenn die Egomanenkultur erstmal ins Pflegealter gekommen sein wird – noch einer ganz neuen Dimension von Horror den Weg bereiten wird. Gäbe es einen Antichristen – dies wäre seine Zeit.

10 000 Menschen im Winter obdachlos zu machen (nach dem Motto – jetzt sorgt mal eine Zeit lang für Euch selbst … wir sprechen uns vielleicht im Frühling wieder), ist nichts anderes als der Versuch eines MASSAKERS AN ARBEITSLOSEN. Nur Glück, Zufall, eine freigiebige Verwandschaft (die noch nicht die moderne Maxime antichristlicher Moral verinnerlicht hat), eine christliche Suppenküche oder gastfreundliche Nonnen (die gibt es in Aachen) können vor dem staatlich inszenierten Kältetod retten … und das ist nichts weniger als der

Versuch eines leisen Holocaust an Arbeitslosen 

 

Diesmal wird aber nachher keiner übrig bleiben, um zu sagen: wir haben alle nichts gewusst. Nicht, weil ich als Chronist dieser Zeiten weiterschreiben werde, sondern weil Deutschland als Folge dieser ethischen Haltung in schon ACHT JAHREN untergehen wird: wir haben zuwenig Kinder, um unsere Wirtschaft weiterhin am Laufen zu halten. Auch wenn der Weltuntergang 2012 ausbleibt (wir hätten ihn verdient, zweifelsohne), für Deutschland wird er ab 2020 einsetzen als glorreicher Triumph unserer Kinderfeindlichkeit (allerdings existiert dieser Artikel der WELT aktuell nicht mehr … „man“ hat wohl nachträglich gemerkt, das man das noch nicht ausplappern darf, weil dann der massive Abbau des Mittelstandes beginnen wird. Reste des Artikels findet man noch im Google-Suchergebnis).

Der dritte Weltkrieg, der schon jetzt pro Jahr mehr Opfer fordert, als der Nationalsozialismus samt Weltkrieg in sechs Jahren gefordert hat, tobt auch in deutschen Straßen. Wir nennen ihn nur nicht so … und dank fleißiger, stundenlanger Aufnahme staatlicher Desinformationskampagnen werden wir es auch erst ab 2020 in Deutschland merken, die Schlagzeilen dazu können wir schon jetzt der Presse entnehmen, siehe Welt:

In Griechenland leiden die Menschen unter der Kälte: Kaum jemand kann sich das teure Heizöl leisten. Wer kann, flieht aufs Land. In der Krise frieren besonders die Rentner.

Es sind immer dreister werdende Tricks, die die Wahrheit der Vernichtung der deutschen Wirtschaft im Sinne des Zingsgewinnes (eines schon zu biblischen Zeiten als ekelerregend und widergöttlich angesehenen Tanzes um das Goldene Kalb) verschleiern helfen – wie würde wohl der Zuschauer reagieren, wenn er erführe, das die Triumphmeldungen der Bundesagentur für Arbeitslosenkontrolle nur deshalb möglich sind, weil man den Titel  „Vollzeitarbeitsplatz“ jetzt schon mit 21 Arbeitsstunden in der Woche erhält … Zahlen, die früher einfach nur lächerlich gewirkt hätten.

Schauen wir aber nochmal zu Zahlen, die nicht ganz so lächerlich sind – hier bei junge Welt:

Der »World Food Report« der UN sagt: Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren, 57000 Menschen jeden Tag.

„Massenvernichtung in der Dritten Welt“ nennt Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dies. Was würde er wohl über die zehntausend Totalsanktionierten in Deutschland denken. 

Wie viele Kinder – jene Menschen, die die Sonne in einem Raum aufgehen lassen können – sind gestorben, seit dem ich hier an diesem Artikel sitze?

EINTAUSENDSECHSHUNDERTZWANZIG – ein Witz gegenüber jenen zwanzig, die im Herzen das antichristlichen Imperiums gestorben sind … und es kommen jede Minute zwölf dazu. Ich kann nicht so schnell schreiben, wie die kleinen Würmchen sterben.

Gegenüber solchen Tatsachen wiegt der Fehler, auf einen Blender hereingefallen zu sein, wenig, denke ich.

Gegenüber solchen Tatsachen wiegt auch die Rettung der eigenen Ehre und Moral wenig … man wird umso mehr zum Täter, wenn man schweigt, nochmal Jean Ziegler:

Für die Völker des Südens hat der dritte Weltkrieg längst begonnen. Solange wir schweigen, sind wir Komplizen der Mörder.

Und eine besondere Botschaft für Deutschland:

Da möchte ich Deutschland hervorheben: Dieses Land ist die wohl lebendigste Demokratie Europas und immerhin die drittgröße Wirtschaftsmacht der Welt. Das Grundgesetz gibt alle Waffen in die Hand, um die mörderischen Mechanismen, die Millionen Menschen durch Hunger töten, auf demokratischem und friedlichem Wege zu brechen. Karl Marx sagt: »Der Revolutionär muß imstande sein, das Gras wachsen zu hören« – der Aufstand des Gewissens in Europa steht bevor.

Was Jean Ziegler wohl noch nicht weiß: dank Agenda 2010 hat der dritte Weltkrieg auch schon die deutschen Bürger erreicht. Noch sind es nur zehntausend, die im Winter 2012 dem Hunger- und Kältetod im Sinne der Disziplinierung der deutschen Nichtmillionäre preisgegeben wurden – doch ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht … eher das Gegenteil ist der Fall.

Wir aber wissen, warum die Agenten der US-Wirtschaft neben der Deregulierung der Finanzmärkte Hartz IV eingeführt haben: die lebendigste Demokratie in Europa ist den Finanzmärkten ein Dorn im Auge, deren Selbstverständnis offenbart sich aktuell wieder in dem Fall des Deutschen-Bank-Chefs Fitschen, dessen Dreistigkeit sogar die CDU entsetzt, siehe Spiegel: offen wird hier von Herrn Fitschen Immunität und rechtsfreier Raum für Finanzbanditen gefordert, Finanzbanditen, die nicht weniger Mörder sind als jene, die im Mittelalter kurz vor Winterbeginn die Getreidespeicher angezündet haben – auch dann, wenn man davon absieht, das sie mit Spekulationen auf Nahrungsmittel ganz direkt Massenmord begehen.

Ich weiß nun, das viele dort draußen die Nase voll von Worten haben.  Man möchte Taten sehen, am liebsten bewaffnete Banden, die ganz schnell den Saustall Deutschland aufräumen, der sich seit 1990 zu einem Alptraum entwickelt hat. Damit würde man der lebendigsten Demokratie in Europa den Todesstoß versetzen … ganz im Sinne der Banditen.

Was im Moment viel wichtiger ist, viel zielführender, ist die Schaffung eines Gegenbewußtseins, primär der Kampf gegen das erste Gebot des Antichristen (ja, man sollte nicht darauf verzichten, die „Gläubigen“ durch Aufklärung mit ins Boot zu holen – ihr Gewissen ist noch sehr lebendig):

Vergiss Deinen Nächsten, liebe Dich selbst! 

Wer also wirklich etwas tun will, der kopiere diesen Artikel … und lege ihn in den Briefkasten des Nachbarn. Nein – mir geht es nicht um Beförderung meiner Person, deshalb bin und bleibe ich anonym und werde weiterhin Einladungen der Systemmedien ablehnen. Es geht mir um die Verbreitung von Information, darum, mehr Menschen heranzubilden, die „das Gras wachsen hören“.

Erst wenn wir genug Bewußtsein in der Republik haben, werden wir die Macht haben um die mörderischen Mechanismen, die Millionen Menschen durch Hunger töten, auf demokratischem und friedlichem Wege zu brechen.

Und vielleicht sollte jemand auch den Herrn Ziegler mal über die wahren  Zustände in Deutschland aufklären … wie es scheint, hat dies auch der Herr Alt nötig.

Aber das hat der Frank Ullrich mit viel weniger Worten als ich sie mache ja schon eindringlich beschrieben.

Vielen Dank dafür.

Und was mich persönlich angeht: ich habe grüne Augen. Graugrün, aber grün – und denen kann ich nicht entkommen, siehe Yahoo:

Grüne Augen haben nur etwa vier Prozent  der Weltbevölkerung. Dafür werden die wenigen mit dem Grünschimmer besonders gelobt: Sie sollen intelligent sein und, aufgrund der Seltenheit der Augenfarbe, etwas Mystisches an sich haben. Grünäugige Menschen gelten außerdem als verschlossen, freiheitsliebend und energetisch.

Für den kurzen Moment der Blauäugigkeit (siehe oben) möchte ich mich entschuldigen – aus der Ferne wirken meine Augen wirklich eher blau.

Sind sie aber nicht.

PS: verreckte Kinder am Ende des Artikel: 2520.

 

 

 

 

Jetzt aktuell: der neue Weltkrieg nach der neuen Weltwirtschaftskrise

Freitag. 18.11.2011. Eifel. Gestern erreichte mich die Nachricht, das ein Urgestein der Bloggerszene - Herr Flegel - die Segel streichen will. Zweckl0s sei das alles, meinte er. Ich lese nicht viel in der deutschen Bloggerszene - dafür fehlt mir die Zeit. Ausserdem nehme ich an, das die meisten freien Geister (ausser bei religiösen Themen wie Israel oder dem Papst) sowieso dasselbe denken: das, was auch der normale Mensch auf der Straße denkt, wenn er mal die Medien aus- und das Gehirn einschaltet. Er macht es sich nun leicht, der Herr Flegel - aber ich verstehe, was er meint. Leider kann ich es mir nicht so leicht machen: ich stehe im Wort. Ich habe Menschen mein Wort gegeben, das es NIE WIEDER einen WELTKRIEG geben würde, NIE WIEDER einen NS-STAAT auf DEUTSCHEM BODEN, NIE WIEDER eine WELTWIRTSCHAFTSKRISE. Diese Menschen haben - wie ich selbst - Kinder bekommen, weil ich - mit viel Wort und Mühe - die Zukunft in den herrlichsten Farben geschildert habe, weil VERNUNFT letztendlich siegen wird. Ich habe ... schrecklich versagt. Unsere Kinder haben keine Zukunft. Einer von sechzehn wird vielleicht in Zukunft Millionär ... die anderen werden überflüssig werden, sobald sie vierzig sind. Das ist die BERLINER REPUBLIK, in der der WAHNSINN herrscht - nicht die Vernunft.

Freitag. 18.11.2011. Eifel. Gestern erreichte mich die Nachricht, das ein Urgestein der Bloggerszene – Herr Flegel – die Segel streichen will. Zweckl0s sei das alles, meinte er. Ich lese nicht viel in der deutschen Bloggerszene – dafür fehlt mir die Zeit. Ausserdem nehme ich an, das die meisten freien Geister (ausser bei religiösen Themen wie Israel oder dem Papst) sowieso dasselbe denken: das, was auch der normale Mensch auf der Straße denkt, wenn er mal die Medien aus- und das Gehirn einschaltet. Er macht es sich nun leicht, der Herr Flegel – aber ich verstehe, was er meint. Leider kann ich es mir nicht so leicht machen: ich stehe im Wort. Ich habe Menschen mein Wort gegeben, das es NIE WIEDER einen WELTKRIEG geben würde, NIE WIEDER einen NS-STAAT auf DEUTSCHEM BODEN, NIE WIEDER eine WELTWIRTSCHAFTSKRISE. Diese Menschen haben – wie ich selbst – Kinder bekommen, weil ich – mit viel Wort und Mühe – die Zukunft in den herrlichsten Farben geschildert habe, weil VERNUNFT letztendlich siegen wird. Ich habe … schrecklich versagt. Unsere Kinder haben keine Zukunft. Einer von sechzehn wird vielleicht in Zukunft Millionär … die anderen werden überflüssig werden, sobald sie vierzig sind. Das ist die BERLINER REPUBLIK, in der der WAHNSINN herrscht – nicht die Vernunft … und es wird noch schlimmer kommen.

Ein Beispiel? Hören wir Wolfgang Münchau im Spiegel über das aktuelle Krisenmanagement:

Welcher Investor, der halbwegs bei Trost ist, kauft in einer solchen Situation dann noch portugiesische, spanische oder italienische Anleihen? Selbst eine Rendite von sieben Prozent kann das Risiko eines italienischen Zahlungsausfalls nicht ausgleichen. Italiens Schulden betragen 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, das Wachstum liegt bei null, und das Land stürzt gerade in eine tiefe Rezession. Es ist eine Frage mathematischer Unausweichlichkeit, dass Italien seine Schulden nicht bedienen kann, wenn die Zinsen nicht sinken. Reformen müssen sein, aber mit Reformen löst man keine akute Schuldenkrise. Auch das ist eine Lehre aus anderen Krisen.

Übertragen wir dieses Beispiel mal auf unseren Körper. Nehmen wir mal an, er hat irgendwo ein Loch – ein Hochzinsloch – wo Blut (also, unser körpereigenes Tauschmittel) herausfließt. Das tut dem Rest der Organe nicht gut. Was tun die „Ärzte“? Anstatt das Loch zu stopfen, geben sie Transfusionen … und fordern den Körper auf, die Versorgung der Organe stark einzuschränken: „Reformen“ müssen her.

Nun die Preisfrage: was versagt zuerst – Herz, Hirn, Niere, Leber?

Im Falle der langsamen Erdrosselung einer Volkswirtschaft werden wir es bald bei allen europäischen Staaten sehen können. Selbst Menschen, die man nicht dem „linken politischen Spektrum“ zuordnen kann sehen hier inzwischen die komplette Vernichtung des demokratischen Gemeinwesens, wie Olaf Henkel im Handelsblatt:

Inzwischen beschädigt die Euro-Politik nicht nur unsere finanzielle Zukunft, sie sät nicht nur neue Zwietracht innerhalb der Eurozone, sie verbreitert nicht nur den Graben zwischen ihr und den anderen zehn Nichteuroländern in der EU. Sie ist dabei, massiv den Rechtsstaat und die Demokratie auszuhöhlen. 

Es wundert sich ja auch keiner mehr über die Machtballungen von Technokraten in Regierungen: der Goldman-Sachs Berater Mario Monti ist Regierungschef, Wirtschafts- und Finanzminister, siehe Spiegel.  Jetzt noch den Verteidigungs- und Innenminister draufgelegt: wir haben einen neuen König. Das Medienecho in Deutschland auf diese Notregierung aus „Nichtpolitikern“ ist denkbar gering, dabei ist es eigentlich ein Skandal allererster Güte.

Aber wir haben ja unsere eigenen Probleme, denn Deutschlands negatives Rating rückt schneller in den Fokus, als ich dachte. Ich hätte vorgestern noch mit zwei -drei Monaten gerechnet: es wurden zwei bis drei Tage:

„Ich halte die Höhe der deutschen Schulden für besorgniserregend“, sagte Juncker dem Bonner „General-Anzeiger“. Die Bundesrepublik habe „höhere Schulden als Spanien“. „Nur will das hier keiner wissen“, bemängelte der Luxemburger.

Möglicherweise haben wir dann bald auch eine Merkel, die zu den Märkten und Bankern fleht wir jetzt der spanische Regierungschef, der wohl der nächste sein wird, der durch einen „Technokraten“ ersetzt werden wird.

Währenddessen fallen die griechischen Landesverräter in Deutschland ein und treiben hier die Immobilienpreise mit ihren Raubmillionen in die Höhe:

Griechische Käufer stürmen den deutschen Häusermarkt. Immobilienscout24-Chef Marc Stilke schildert im Gespräch mit manager magazin Online, wie die Finanzkrise die Immobilienpreise hierzulande in die Höhe treibt und wie eine Luxusvilla am besten vermarktet wird. 

Das wird in Deutschland auch die Mieten … und damit die Armut erhöhen.

Im Alltag führt die Krise zu seltsamen Erscheinungen, an die wir uns wohl gewöhnen werden müssen, siehe Spiegel:

Auf dem Flug vom indischen Amritsar nach Birmingham sind Passagiere einer österreichischen Fluggesellschaft von den Piloten gezwungen worden, insgesamt 20.000 Pfund (23.400 Euro) Benzingeld für den Heimflug zu zahlen. Sie seien von der Crew bei einem Zwischenstopp in Wien sechs Stunden lang an Bord festgehalten und regelrecht erpresst worden – dies berichteten die betroffenen Comtel-Air-Kunden britischen Medien.

Da wird jeder Urlaubsflug zu einer Spendentour – oder zu einem Hochrisikounternehmen. Das Geld, das wir zur Aufrechterhaltung unseres volkswirtschaftlichen Blutkreislaufs brauchen, ist halt knapp … und wird dank „Reformen“ immer knapper werden, was sich jetzt auch in Deutschland auf die Realwirtschaft auswirkt.

Schon jetzt haben wir in Deutschland Erscheinungen wie nach dem Kriege: Rohstoffdiebe zersägen das Land in Einzelteile, um für fünf Euro das Kilo einen Tag länger Essen auf dem Tisch zu haben. Die Schäden, die so angerichtet werden, sind enorm – auch für das Lebensgefühl in einem Land, das Rüpelrappern Bambis verleiht.

Im Körper ist es übrigens ähnlich: wird er zu schlecht versorgt, fängt er irgendwann an, das Eiweiß im Gehirn abzubauen – er verdaut sich selbst im Kampf gegen die Unterversorgung. „Hartz IV macht das Volk doof“ – könnte man im Übertrag auf die Volkswirtschaft sagen. Es soll ja auch „doof“ gehalten werden – und sich dabei bestens unterhalten fühlen.

Wie im Kino schauen wir zu, wie gerade der letzte Weltkrieg vorbereitet wird.

Wo sind die Demonstrationen, wo die streikenden Gewerkschaften, wo die Studenten, die auf den Barrikaden stehen?

Alle am selben Ort: mit Chips und Bier versorgt vor dem Fernseher, um zu sehen, wie der „gute“ Cowboy den „bösen“ Chinesen in die Schranken weist, siehe Welt:

Präsident Obama stationiert Truppen in Australien und untermauert die US-Präsenz als maritime Weltmacht. Eine klare Warnung an die Adresse Chinas.

China wird mit der Warnung allerdings nichts anfangen können – sie müssen expandieren, um überleben zu können:

Der Zugriff auf Rohstoffe, die China selbst nicht in ausreichendem Maß besitzt, ist für die chinesische Führung aber nicht nur aus Exportgründen unverzichtbar, sondern auch, um die wachsende Mittelklasse zufrieden und die vielen Millionen Wanderarbeiter in Brot und Beschäftigung zu halten.

Das weiß der Chinese. Eine ähnliche Strategie hatte übrigens zum Angriff auf Pearl Harbour geführt, auch dort hatten die USA zuvor den Zugriff auf für die japanische Wirtschaft lebensnotwendige Ressourcen eingeschränkt. Die Japaner reagierten damals wie die Chinesen heute – zornig und empört, siehe Spiegel:

Die Reaktion aus Peking fiel scharf und ablehnend aus: Es wäre nicht angemessen und nicht im Interesse der Länder in der Region, sollte Washington seine militärischen Bündnisse in der Asien-Pazifik-Region ausbauen, warnte Liu Weimin, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, laut einem Bericht der „New York Times“.

Nun – und seien wir mal ehrlich: ein Weltkrieg, der mal nicht Europa als Zentrum hat, wäre doch der Höhepunkt des Entertainment. Immerhin füllt uns Hollywood seit Mitte der neunziger Jahre mit heroischen Kriegergeschichten ab, um den Widerstand gegen neue Weltkriege möglichst zu minimieren.

Oh – ich vergaß.

Wir dürfen ja nicht darüber nachdenken, das irgendeine intelligente politische Kraft hinter den wahnhaften, unvernünftigen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte steckt: das wäre ja gleich „Verschwörungstheorie“ … und diesem Denkverbot unterwerfen wir uns ja als aufgeklärte rationale Menschen gerne.

Es ist sicher nur Zufall, das die US-Wirtschaft wieder mal in einer Krise steckt und der Staat kurz vor dem absoluten Bankrott, einer Krise, die man durch einen kleinen Weltkrieg wieder einmal schön bewältigen könnte. Trifft ja auch nur die Armen, was soll´s.

Der Herr Flegel hatte eine ganz wichtige Erfahrung für seinen angedachten Ruhestand angegeben: die Existenz einer „Kanzlerakte“, von der man in der Zeit erfahren konnte:

Brandt war empört, dass man von ihm verlangte, »einen solchen Unterwerfungsbrief« zu unterschreiben. Schließlich sei er zum Bundeskanzler gewählt und seinem Amtseid verpflichtet. Die Botschafter könnten ihn wohl kaum absetzen! Da musste er sich belehren lassen, dass Konrad Adenauer diese Briefe unterschrieben hatte und danach Ludwig Erhard und danach Kurt Georg Kiesinger. Dass aus den Militärgouverneuren inzwischen Hohe Kommissare geworden waren und nach dem sogenannten Deutschlandvertrag nebst Beitritt zur Nato 1955 die deutsche Souveränität verkündet worden war, änderte daran nichts. Er schloss: »Also habe ich auch unterschrieben« – und hat nie wieder davon gesprochen.

Nun – heute – so hat man mir versichert – sei diese Akte nicht mehr gültig. Mir fehlt auch die Zeit, zu recherchieren, ob wirklich alle deutschen Bundeskanzler VOR ihrer Vereidigung in die USA geflogen sind, um sich dort die Erlaubnis zur Amtsausübung abzuholen.

Mich würde es auch nicht wundern, denn ich habe den Zeit-Artikel weiter gelesen:

Als ich die Kanzlerbriefe einmal gegenüber dem ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker erwähnte, reagierte er zu meiner Überraschung erstaunt; er hatte von ihnen nichts gewusst. Es bedurfte keiner besonderen Absprache: Die beteiligten Deutschen wie die Alliierten hatten das gleiche Interesse, diese Manifestierung der begrenzten deutschen Souveränität nicht öffentlich werden zu lassen.

Es bedurfte keiner besonderen Absprache – noch einer besonders geheimen Verschwörung, es bedarf dazu auch keiner „Illuminaten“ oder „Bilderberger“ (obwohl es letztere offensichtlich gibt): alle hatten das gleiche Interesse, die Öffentlichkeit über die politischen Wirklichkeiten nicht zu informieren.

Das ist aber nicht das Kennzeichen einer Demokratie.

Es ist nicht die Existenz einer (in meinen Augen verständlichen) Kanzlerakte, die die politische Bloggerei „zwecklos“ erscheinen läßt, sondern die Tatsache, das es „Interessengemeinschaften“ gibt, die automatisch in die gleiche Richtung laufen, „Interessengemeinschaften“, die sogar den Bundespräsidenten aussen vor lassen.

Damit ist das Modell Demokratie in Deutschland schon lange vor der Wiedervereinigung ausgelaufen – und wir brauchen uns eigentlich nicht mehr über den Wahn zu wundern.

Es ist auch kein Wahn.

Aus der Sicht der „Superklasse“ der USA ist schlicht logisch und vernünftig, was gerade geschieht: immerhin haben Wiedervereinigung und Hartz IV dazu geführt, das die Bundeswehr wieder Freiwillige für den lebensgefährlichen Dienst im Ausland bekommen hat, die künstlich herbeigeführte Wirtschaftskrise sorgt für eine politische Lähmung in Europa, der „Krieg gegen den Terror“ hat zu einer breitflächigen Akzeptanz militärischer Massnahmen in der Bevölkerung geführt, die inzwischen sogar widerspruchslos die Eleminierung fortschrittlicher Volkswirtschaften wie der libyischen kritiklos akzeptiert, im Falle eines großen Krieges im pazifischen Raum stehen Millionen junger europäischer Männer bereit, für die Interessen der Superklasse der USA in Asien zu sterben, junge Männer, die aktuell arbeitslos auf den Straßen herumstehen und den Krieg wohl – dank Hollywood – als willkommene Abwechslung ihres durch Angst, Not und Zukunftslosigkeit geprägten Alltages erfahren werden, bis die brutale Realität sie eines besseren belehrt.

Das es Menschen gibt, die mit nahezu grenzenlosen finanziellen Mitteln ausgestattet ganz gezielt politische Strömungen hervorrufen, dürfen wir ja nicht denken.

Was wir öffentlich denken dürfen, ist, das die Spendengelder für den US-Präsidenten durch Lotto festgelegt werden.

Das stimmt zwar nicht … aber es ist im Interesse aller, das die Tatsache der begrenzten politischen Souveränität der westlichen Demokratien genauso geheim bleibt wie die „Manifestierung der begrenzten politischen Soureränität“ Deutschlands.

Von der Existenz solcher Verschwörungen konnte ich aber als junger Student nichts wissen – ich hoffe, man akzeptiert meine Entschuldigung … und ich hoffe auch, das ich wenigstens Recht mit der Vermutung behalte, das es – außer vielleicht in Thüringen – nie wieder einen NS-Staat auf deutschem Boden geben wird.

Aber … möglicherweise gibt es den ja doch schon – wir erfahren nur nichts das „geheime Deutschland„, weil die Öffentlichkeit eben nicht alles wissen sollte.

 

 

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