Journalisten

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Wutbürger – Teil 1

 


Mit Unverständnis bis hin zur Fassungslosigkeit reagiert der Journalismus in Europa und den USA auf die Anfeindungen, die er von Bannon in den USA bis Grillo in Italien erlebt.
Diesem Unverständnis wiederum stehe ich einigermaßen fassungslos gegenüber. Es ist an der Zeit, zu verstehen, was hier passiert, denn die Radikalität, so deute ich die Zeichen der Zeit, wird überall zunehmen. Wenn große Teile der Presselandschaft nicht verstehen, warum sie in dieser Art und Weise angegangen werden, dann wird es Zeit, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

 

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Wie der „Nachrichtenspiegel“ durch „Leitmedien“ zerstört wurde – in eigener Sache

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Montag, 29.9.2014. Guten Morgen lieber Leser! Wir schreiben ja selten in eigener Sache. Gelegentlich verabschieden wir uns mal, weil der Wind zu rauh wird, die Belastung zu groß, das Miteinander zu unterträglich. Nein – das betrifft nicht die beiden Motoren und Inhaber des Nachrichtenspiegels (Herrn Werner Menne und meine Wenigkeit), die funktionieren perfekt wie ein altes Ehepaar … das betraf eher permant dauernörgelnde Gastautoren, von denen uns manche rechtsextremen Mist unterschieben wollten. Wir müssen uns auch früher verabschieden als sich das Ende wirklich realisiert , denn wenn es erstmal da ist, sehen Sie hier nur noch „Error 404“.

Es gibt uns jetzt über vier Jahre – seit dem Juli 2010. Zuschauer zählen wir erst seit Ende 2011: 6841389 Zuschauer seit dem 09.12.2011 12:00 (glaube persönlich immer noch: da muss ein Irrtum vorliegen, kann aber sein, dass ich mich da irre). Vier Jahre lang kümmern wir uns um eine kritische Spiegelung systemtreuer Medien und wählen hierzu keinen journalistischen, sondern einen philosophischen Weg: dieser ist unangreifbarer und kommt unseren Ressourcen sehr entgegen. Wir sind Teil einer kritischen Gegenöffentlichkeit geworden, veröffentlichen so zuverlässig wie deutsche Leitmedien, alle zwei – drei Tage gibt es allein von mir neue und lange Gedankengänge zum Weltgeschehen, das ich manchmal sogar einfach mal so vorwegnehme, bis es andere merken.

Mir macht es nichts aus, im Prinzip könnte ich diese Gedanken auch in ein Tagebuch schreiben, um später mal ein Buch daraus zu machen: nur erlauben mir die Umstände, (meine Erkrankungen plus die Technik), andere Menschen an diesen Gedanken teilhaben zu lassen – mit erstaunlichem Erfolg: haben Sie schon mal gesehen, wie konstruktiv das Miteinander hier ist? Sie können zu jedem meiner Artikel bedenkenlos ALLE Leserkommentare lesen, sie ergänzen die Gedanken oft durch weitere Informationen, zusätzliche Sichtweisen oder persönliche Erfahrungen: das ist schon ein Miteinander, wie es an einer Universität herrschen soll – mich begeistert das immer wieder. Nur sehr selten (vielleicht zweimal im Monat) kommen Hassbriefchen an, nach dem Motto „ihr seid sowieso alle doof weil ihr nicht meiner Meinung seid“ – je weiter wir von der Meinung des Schreibers abweichen, umso größer ist der Hass. Manchmal haben diese Ergüsse aber auch überhaupt keinen Inhalt.

Es ist schön zu sehen, wie dieser Ort gewachsen ist (und weiter wächst), schön zu sehen, wie die Menschen hier miteinander an einer neuen Zukunft arbeiten.

Natürlich gibt es Irritationen – und manchmal verabschieden sich lieb gewonnene Menschen aus merkwürdigen Gründen. Einer war, dass ich eine kleine Rente bekomme: dass war für Menschen, die von Hartz IV leben, unerträglich – ich hatte nicht den richtigen Stallgeruch, war der Aufnahme in den Kreis der Hartz-Opfer nicht würdig genug, gehörte zu den anderen, den „Reichen“. Das ich aufgrund meines gesellschaftlichen Status niemals in den Genuss einer staatlichen Förderung kommen werde, niemals ein Stellenangebot erhalten werde sondern mit 45 Jahren schon auf den sozialen Sondermüll geschmissen wurde und einer sehr bitteren Altersarmut entgegengehe, wird nicht gesehen. Nun – mich rührt das auch nicht sonderlich an, ich merke immer häufiger, wie wenig ich eigentlich brauche – und das macht mich wirklich sehr reich.

Es gehen auch Menschen, weil ich nebenbei erwähnte, dass ich in einer Genossenschaft mitarbeite: man geht davon aus, dass wohlklingende Titel wohlklingende Münzen mit sich bringen. Weit gefehlt: wie leben im 21. Jahrhundert – wer das System verändern möchte, praktisch verändern, der muss selbst investieren, ohne mit ordentlichem „Cashflow“ zu rechnen. Hier ist Pionierarbeit gefragt, die keiner bezahlt – eher drohen Kosten. Diese Form von „Unternehmertum“ ist manchen Menschen aber auch so unheimlich – gerade jenen, deren Widerstand gegen die Verhältnisse sich in stereotypen Klagen über die böse Welt erschöpfen. Nun – ich will sie nicht verurteilen: sie haben sich noch nie als Schöpfer ihrer gesellschaftlichen Zustände erfahren dürfen, sind schon von klein auf auf Gehorsam und „gute Noten“ geprägt worden – wie soll da Widerstandsgeist erwachsen, der aus der Opferrolle herausführen kann?

Ja – und dann habe ich jetzt auch ein erstes Buch geschrieben, da muss ich ja jetzt so reich sein, den Nachrichtenspiegel allein finanzieren zu können. Nun – auch hier gibt es einen Irrtum: die Kostenkalkulation ist so gestaltet, dass der Gewinn sehr niedrig ist – wenn es überhaupt einen gibt. Das Buch ist erstmal eine Serviceleistung für treue Leser, Licht am Horizont sehen wir vielleicht erst in einigen Jahren – oder überhaupt nicht.

Jenseits der sich selbst gebärenden Mythen ist die nackte Wahrheit, dass die Initatoren des Nachrichtenspiegels unentgeldlich und ehrenamtlich arbeiten – mit hohem persönlichen Risiko.

Und das hat jetzt zugeschlagen:

Sie begehen Rufschädigung. Ich fordere Sie hiermit auf, umgehend Ihren Text
"Armut in Deutschland: Unfreiheit, Ungleichheit, Unbrüderlichkeit ...vom 24.
September 2014 zu korrigieren und den Namen Fachhochschule Köln daraus zu
entfernen. Die Fachhochschule Köln bildet keine PolizeianwärterInnen aus und
daher kann es in der Fachhochschule Köln auch nicht zu den von Ihnen
geschilderten Übergriff gegen eine Polizeianwärterin gekommen sein. 
Hakenkreuz, rechte Parolen und offener Rassismus trifft für die Fachhochschule
Köln ebenfalls nicht zu.

Ich erwarte zeitnah eine Rückmeldung, dass Sie den Text entfernen oder
korrigieren. Ansonsten behält sich die Hochschule vor, juristische Schritte
gegen Sie einzuleiten.

mit freundlichen Grüßen
Petra Schmidt-Bentum

Interessant: die Fachhochschule Köln liest den Nachrichtenspiegel. Freundlich: sie haben noch keine Abmahnung geschickt. Klar – liegt die erste Rechnung auf dem Tisch, können wir den Laden hier zumachen: unsere Bonität ist nicht so berauschend. Wir proben schon jetzt für die Altersarmut.

Was war aber der Anlaß dieses Schreibens? Ich hatte in dem oben genannten Artikel wortwörtlich meine alte Lieblingszeitung zitiert: die WAZ, die heute „Der Westen“ heißt. Was ich nicht getan habe: recherchiert, ob das auch stimmt.

So, wie wir aufgestellt sind, so, wie wir arbeiten, kann das auch nicht unser Job sein: dafür fehlen uns Menschen, Zeit, Material, Zugänge oder schlicht … GELD. Wir können eine kritische Reflexion der Nachrichtenflut der Leitmedien leisten bzw. uns nach unseren Möglichkeiten daran beteiligen, haben aber kaum Ressourcen, jede kleine Detailinformation auch noch auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen – erst recht nicht jene, die für den Fortgang der Erzählung unwichtig sind (wo genau die rechtslastigen Polizeianwärter ausgebildet werden, spielt hier nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Nun – Sie können diese Zeilen noch lesen – weil Frau Petra Schmidt-Bentum vom Hochschulreferat Kommunikation und Marketing/Team Presse und Öffentlichkeitsarbeit nicht sofort eine kostenpflichtige Abmahnung geschickt hat. Natürlich haben wir auch umgehend reagiert: Rufmord ist nicht unser Ding.

Sehr geehrte Frau Schmidt-Bentum,

offensichtlich ist der Fehler der WAZ und der DPA unterlaufen, die keinen
Unterschied zwischen der "Fachhochschule Köln" und der "Fachhochschule für
öffentliche Verwaltung Gelsenkirchen, Standort Köln" machen. Wir - bzw. der
Autor des Artikels, sind davon ausgegangen, daß eine großen Zeitung und evtl.
auch die Deutschen Presseagentur als Originalquelle, etwas sorgfältiger
recherchieren und haben nur einen bestehenden Artikel zitiert.
 
Der Fehler ist bei uns korrigiert, bitte wenden Sie sich nun an die Quelle:
http://www.derwesten.de/politik/nazi-skandal-bei-der-polizei-30-anwaerter-geben-handys-ab-id9810903.html.


Wir danken Ihnen für den Hinweis.

Ich hoffe, daß Sie sich trotzdem mit der Intention des Artikels identifizieren
können und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Werner Menne
Redaktion nachrichtenspiegel.de

In der Tat bin ich davon ausgegangen, dass ich der alten WAZ trauen darf. In der Tat möchte ich die Fachhochschule Köln persönlich um Entschuldigung bitten für diese – ungewollte – Verbreitung einer Falschinformation. So etwas sollte nicht vorkommen – nicht bei uns, die wir einer gewissen ethischen Verpflichtung unterliegen, aber erst recht nicht bei Menschen, die fürstlich dafür bezahlt werden, dass sie solche Informationen in der Öffentlichkeit verbreiten. In der Tat möchte ich mich auch persönlich bei Frau Schmidt-Bentum bedanken, dass Sie nicht sofort kostenpflichtige Schritte eingeleitet hat – die uns an den Rand unserer Möglichkeiten gebracht hätten (obwohl viele scheinbar der Meinung sind, wir schwämmen in Geld).

Natürlich muss man ein Auge darauf haben, wie die aktuelle Situation der Medien ist: die Redaktionen der Leitmedien sind voller Volontäre und Praktikanten. Zählen Sie mal allein die Rechtschreibfehler jener Leute, die in einem ruhigen Büro arbeiten dürfen – mit Rechtschreibprogramm (während ich im tosenden Kinderlärm vor mich hintippte, gesegnet mit der Arbeitsbelastung eines – in seiner Beweglichkeit aus gesundheitlichen Gründen sehr eingeschränkten – allein erziehenden Vaters): ich finde da täglich peinliche Beispiele (bei mir auch – aber hier kenne ich auch die Umstände …. und halte die Fehler deshalb für verzeihlich). Fortlaufende Entlassungen in diesem Sektor (unlängst bei der altehrwürdigen FAZ angeküngt: 22 % der Gesamtbelegschaft wird entlassen, siehe Handelsblatt) machen sich irgendwann bei der Qualität bemerkbar, Zeitdruck ebenso.

Nur – wie sollen wir das als kleines Nachdenkmagazin ausgleichen? Ist es wirklich soweit, dass wir jede kleinste, zitierte Information selbst auf den Wahrheitsgehalt überprüfen müssen?

Dann müssen wir das Schreiben einstellen.

Ist schlichtweg nicht leistbar.

Nein, darüber wird auch nicht diskutiert, sobald wir uns diesem Anspruch auch noch stellen müssen, ist der Laden dicht.

Wir müssen schon genug in Frage stellen – und wie es aussieht wird es auch immer mehr. Ausnahmsweise möchte ich mal den Koop-Verlag zitieren:

Massenpanik bei den Massenmedien. Nirgendwo findet sich bislang auch nur eine einzige Rezension des äußerst brisanten neuen Bestsellers »Gekaufte Journalisten«, das nicht auf Vermutungen beruht, sondern sauber recherchiert belegt, wie es um die Meinungsfreiheit der deutschen Medien wirklich steht. Lesen Sie nachfolgend, was gerade hinter den Kulissen passiert. Und kopieren Sie diesen Artikel und posten Sie ihn in allen sozialen Netzwerken. Verstärken Sie den Druck auf jene, die nicht enttarnt werden wollen.

Tja – hätte mich nicht einer unsere kooperativen Leser darauf hingewiesen – ich hätte das auch nicht bemerkt. Ich möchte hier auch dem Wunsch des Koop-Verlages nachgeben und etwas Reklame machen:

Der Journalist Udo Ulfkotte schämt sich heute dafür, dass er 17 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet hat. Bevor der Autor die geheimen Netzwerke der Macht enthüllt, übt er konsequent Selbstkritik. Er dokumentiert hier zum ersten Mal, wie er für seine Berichterstattung in der FAZ geschmiert und die Korruption gefördert wurde. Und er enthüllt, warum Meinungsführer tendenziös berichten und wie der verlängerte Arm der NATO-Pressestelle Kriege medial vorbereitet. Wie selbstverständlich wurde auch der Autor in die Netzwerke amerikanischer Eliteorganisationen aufgenommen, erhielt im Gegenzug für positive Berichterstattung in den USA sogar eine Ehrenbürgerurkunde.

In diesem Buch erfahren Sie, in welchen Lobbyorganisationen welche Journalisten vertreten sind. Der Autor nennt Hunderte Namen und blickt auch hinter die Kulissen jener Organisationen, welche unsere Medien propagandistisch einseitig beeinflussen, etwa: Atlantik-Brücke, Trilaterale Kommission, German Marshall Fund, American Council on Germany, American Academy, Aspen Institute und Institut für Europäische Politik. Enthüllt werden zudem die geheimdienstlichen Hintergründe zu Lobbygruppen, die Propagandatechniken und die Formulare, mit denen man etwa bei der US-Botschaft Fördergelder für Projekte zur gezielten Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Deutschland abrufen kann.

Können Sie sich vorstellen, dass Geheimdienstmitarbeiter in Redaktionen Texte verfassen, welche dann im redaktionellen Teil unter den Namen bekannter Journalisten veröffentlicht werden? Wissen Sie, welche Journalisten welcher Medien für ihre Berichterstattung geschmiert wurden? Und haben Sie eine ungefähre Vorstellung davon, wie renommierte »Journalistenpreise« vergeben werden? Da geht es im Hintergrund zu wie bei den einstigen Ehrungen der »Helden der Arbeit« in der früheren DDR – da wird Propagandaarbeit ausgezeichnet.

Also …. JA – ich kann mir das vorstellen. Ich kann mir sogar die seltsame Gleichschaltung der Leitmedien bei den Themen Arbeitslose, Ukraine oder US-Kriege kaum noch anders vorstellen – insofern finde ich es schön, dass sich mal ein Insider mit Fakten herausgetraut hat.

Aber – darf ich das hier überhaupt zitieren? Droht hier nicht die nächste Abmahnungsgefahr … gerade seitens der „Leitmedien“, die schon die Existenz dieses Buches ignorieren? Haben wir nicht morgen eine Unterlasssungsklage der Atlantik-Brücke am Hals, weil das Zitat andeutet, sie könnten Journalisten geschmiert haben?

Warum das lange Koop-Zitat?

Weil es jenen Hintergrund journalistischen Treibens beschreibt, den wir hier lange ahnen und der für uns Grund und Anlass ist, weiter zu arbeiten: mit den Mitteln, die wir haben – dem Denken, den Fragen die sich daraus ergeben und den Schlussfolgerungen, die daraus möglich sind. Bis die Bücher soviel einbringen, dass wir die Erträge einer (erstmal kostenintensiven) Stiftung zuführen können, um damit den Webauftritt erhalten zu können, wird es noch eine Zeit lang dauern. Solange machen wir noch ein wenig Werbung dafür, ja?

 

Und bis dahin tanzen wir weiterhin auf einem Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann. Und ich finde, dass sollte mal gesagt werden: stellvertretend auch für die anderen, die dieses Nachdenkmagazin mit Leben füllen.

 

 

 

Der Eifelphilosoph, sein Buch und der Krieg der Worte … und ein paar Danksagungen

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Donnerstag, 4.9.2014. Eifel. Heute Morgen war ich das erste Mal sehr verblüfft, als ich unsere Nachrichtenspiegelseite aufschlug: da gab es einen Artikel über mich. Natürlich war ich etwas baff, weiß ich doch aus eigener Erfahrung, das jede Form von Eitelkeit nur das Ego nährt und somit das Lebensglück massiv in Gefahr bringt: wie jeder Millionär weiß, ist das künstlich von Militär und Wissenschaft gezüchtete Ego von Werbung und Schule so geprägt, dass alle Güter der Welt nicht ausreichen, seine Gier zu befriedigen. Und ja: es gibt jetzt ein Buch des Eifelphilosophen. Das Erste von 25, die bislang geplant sind. Bevor nun der Neid alle blind macht: ich verdiene daran so gut wie nichts, im Gegenteil: es kostet mometan nur. Ich musste in den letzten Monaten eine brutale Schulung in Punkto „Büchermarkt“ über mich ergehen lassen und bin jetzt noch entsetzt darüber, wie teuer die Produktion und der Vertrieb sind: da bleibt für Verlag und Autoren so gut wie nichts übrig.

Angestoßen wurde die Idee zu den Büchern von drei Impulsen. Der erste war: viele nette Menschen, die dem Nachrichtenspiegel Geld schenken wollten. Das war total nett! Begeistert mich immer wieder! Und – werde ich niemals annehmen! Der Grund ist ganz einfach: die ersten hundert Euro nimmt man noch gern, weil man genau weiß, dass dort eine sehr gute Absicht hinter steckt, das eine gute Tat getan werden will, die man nicht ausbremsen sollte. Doch hat man die ersten hundert Euro genommen … kommt ganz schnell der Nächste und gibt 30 000 Euro … für eine kleine Gefälligkeit. Das Tabu ist gebrochen, die Tür steht offen – der Feind steht mitten im eigenen Laden.

Wäre doof.

Der nächste Impuls war: der Abschied von langjährigen Mitstreitern, die hier kein Geld verdienen konnten. Auch doof, aber verständlich. Wir alle haben einen Magen, der nach Beschäftigung ruft. Nur: dumme Werbung wollten wir hier nicht schalten. Sähe einfach blöde aus. Außerdem brauchen die Eigentümer des Nachrichtenspiegels kein Geld – jedenfalls erstmal nicht. Was also tun?

Ein weiterer Impuls war: mir ging es aus privaten Gründen in den letzten Monaten so schlecht wie in meinem ganzen Leben noch nicht – ein Zustand, der anhält: verwandelt sich Liebe in Hass, Verachtung und Vernichtungswillen, kann das Gemüt davon schon sehr eingenommen werden. Ich mag da nicht jammern: es ist auch eine äußerst lehrreiche Zeit, die mir wertvolle Einsichten in emotionale Zustände vermittelt, die mir zuvor verschlossen geblieben waren …. aber mir war halt in Folge dessen sehr danach, meine existentiell bedrohte Eremitage zu verlassen und mich abzulenken … allein schon deshalb, weil meine Gefühle dem allgemeinen Trend gegen alle Vernunft nicht folgen wollten (mir wurde geraten, dass mal zu erwähnen, weil man es angeblich sowieso zwischen den Zeilen lesen kann …).

Auch der Prozess der Buchgestaltung war eine Herausforderung, denn zum ersten Mal musste ich mich der Frage stellen: was mache ich eigentlich hier?

Gelegentlich bezeichne ich mich als „Journalist“ – aber nur, weil die sterbende Kultur der Gegenwart für Menschen wie mich keinen treffenden Begriff hat. Eigentlich halte ich den Begriff „Journalist“ aber für eine Beleidigung, im 21. Jahrhundert haben wir hier – meiner Meinung nach – eher mit Speichelleckern der Macht zu tun als mit einer stolz auftretenden vierten Macht, die sich ihrer demokratischen Aufgabe bewusst ist. Auch hier haben Schule und Werbung ihre Wirkung gezeigt: der Journalismusforscher Uwe Krüger fast hier das Ergebnis seiner Arbeit kurz und knapp zusammen (siehe Heise):

Ja, mit dieser These von der „kognitiven Vereinnahmung“ von Journalisten durch Eliten habe ich die Arbeit auch begonnen. Und als ich die Artikel der vier untersuchte, stellte ich tatsächlich fest: Die Journalisten lagen ganz auf Linie mit den Eliten und benutzten sogar klassische Propagandatechniken.

Es ist keine Kleinigkeit, was Elitejournalisten dort verbrechen – sie treiben aktuell das ganze Volk in einen Krieg gegen Russland.

Hören wir dazu Gabriele Krone-Schmalz, den älteren von uns noch durch die Sendung Monitor bekannt (siehe Aachener Zeitung):

Eine verheerende. Die verbale Aufrüstung vieler Medien gegenüber Russland bleibt nicht ohne Auswirkung auf Politiker, die heute mehr als früher darauf achten (müssen), dass sie in der Presse gut wegkommen.

Da wedelt langsam der Schwanz mit dem Hund. Doch mehr als das: immer deutlicher wird das schlampige Arbeiten des Bezahljournalismus:

schließlich kommen in der Berichterstattung permanent Worte wie „wohl“, „vermutlich“ oder „wahrscheinlich“ vor, die darin nichts zu suchen haben. Es wird mehr gemutmaßt als berichtet. Dabei haben Journalisten genug damit zu tun, vorhandene Dinge zu beschreiben und zu analysieren. Die Medien sollen Politik erklären und keine machen wollen.

Ja – genau. Früher haben sie das auch noch gemacht. Heute – muss das jeder für sich allein tun. Mehr tue ich ja auch eigentlich selbst nicht: mangels rational nachvollziehbarer Erklärungen der Medien mache ich mir meine eigenen Gedanken – auf der Basis einer profunden, geisteswissenschaftlichen Ausbildung … und mit einer großen Streitlust – die jedoch nicht unsere Leser betrifft, sondern die politische Kultur der Gegenwart. Im Prinzip – sind es nur Leserbriefe, die ich schreibe … Meinungen eines Menschen, der sich absichtlich weit aus der „normalen“ Gesellschaft entfernt hat, im sicheren Bewusstsein, dass man Systeme nur von Außen überschauen kann … aber nicht, wenn man noch Teil von ihnen ist.

Und bildet man sich so eine eigene Meinung – im vollen Bewusstsein seiner eigenen Beschränkungen (eine Lehre aus dem Studium der Erkenntnis- und Wahrheitstheorien) – merkt man ganz schnell, dass man sich in einem Krieg befindet – einem Krieg der Worte. Schauen Sie sich zum Beispiel an, wie die Schreiberlinge der Welt momentan einen neuen Kampfbegriff in die Diskussion einbringen wollen, der nach der Vernichtung des politischen Gegners schreit: eine „neosowjetische Bedrohung“ wollen sie ausgemacht haben (siehe Welt) – und wir haben ja in der Schule gelernt, wie schlecht so etwas „sowjetisches“ ist. Nur: jenseits der östlichen Grenzen der Nato gibt es gar keine Arbeiter- und Bauernstaat mehr, im Gegenteil: auch dort tobt der brutale Geist des Kapitalismus, der der Welt ein paar neue hypertrophe Oligarchen beschert hat, die jetzt mit den Oligarchen des Westens und den Oligarchen der Ukraine im Streit liegen – eigentlich nichts, was uns normale Bürger zu interessieren hat.

Oder schauen Sie sich den Spiegel an – einst Sturmgeschütz der Demokratie, nun Sicherheitsdienst der Oligarchie: unkritisch wird eine Falschmeldung der ukrainischen Oligarchen zu einem hysterischen Artikel aufgebauscht, der „Putin“ als großen Sieger eines Krieges feiert (bzw. den nie existenten Waffenstillstand schon mal als Putins „Etappensieg“ vorstellt), der bislang nur in den Köpfen von Eliteschreiberlingen tobt (siehe Spiegel).

Was in der Ukraine Wahrheit und Wirklichkeit ist – wer kann das in dem Nebel des Krieges (siehe Heise) schon noch ausmachen? Nun – vielleicht die „pensionierten Geheimdienstexperten für den gesunden Menschenverstand“, die mit einem offenen Brief davor warnen, dass wieder Lügen, Intrigen und bloße Dummheit zu einem Krieg führen – doch diesmal nicht gegen ein kleines Land wie den Irak, sondern gegen Russland, das sich ganz anders zur Wehr setzen kann (siehe Heise).

Ja – da sind wir doch wieder beim Krieg gelandet – wenn auch erstmal nur beim Krieg der Worte. In der Ukraine sterben allerdings schon real Menschen – tausende. Doch der Krieg der Worte tobt noch auf einem ganz anderen Niveau,  er zerreißt aktuell die Grundfundamente der demokratischen Zivilgesellschaft. Gründe dafür findet man NICHT in den Medien der Elite, sondern nur, wenn man mal über den Tellerrand schaut, dort, wo in der Wildnis des WWW noch ganz natürlich „gesunder Menschenverstand“ wächst (ein Begriff, der allerdings jederzeit selbst schwer missbraucht werden kann – und auch schon missbraucht wurde: die Vernunft selbst wird schnell zu jedermanns Hure, wenn sie sich nicht selbst kritisch im Zaum hält und ihre natürlichen Grenzen peinlichst genau beachtet – aber dafür hat die Philosophie ja einen Strauß von „Wahrheitstheorien“, die deutlich die Grenzen aufzeigen).  Hier können wir erfahren, wie die Oligarchen der Welt die Menschheit sehen, Worte, die sich kein Bezahljournalist mehr leisten darf (siehe Rebecca Solnit bei 11k2)

Angehörige der Elite nehmen an, dass der Mensch von Grund auf selbstsüchtig, käuflich und irgendwie unmenschlich sei; im Wesentlichen so wie sie selbst. Niemand, so bestätigt uns Solnit, werde unermesslich reich und mächtig, indem er von Grund auf gut sei. Die Elitemitglieder gingen also davon aus, dass nur ausschliesslich ihre eigene Macht ein allgemeines Ausbrechen von zügelloser Gewalt verhindere.

Ja – das ist der Fehler unserer ganzen Elite – und nur deshalb wurde Hartz IV erfunden: man schließt von sich auf andere … und die journalistische Meute hetzt mit!

Schauen Sie, was man noch im Krieg der Worte findet – ein beeindruckende Arbeit von Harpagornis (siehe Faireaendern)

Insgesamt 174 neoliberal geprägte Begriffe wurden aufgenommen. Der häufigste Begriff war „die Märkte“ mit 25.800.000 Treffern. Mit 552 haben die „Belegschaftsaltlasten“ die wenigsten Treffer. Alle Begriffe zusammen hatten 195.382.884 Treffer. Die häufigste Nennung aus der Reihe „Unwörter des Jahres“ wies die „Ich-AG“ mit 3.580.000 Treffern auf. Guido Westerwelles Satz „Leistung muss sich wieder lohnen“ ist mit 3.280.000 Treffern, der häufigste Satz aus Politikermund. Die von Angela Merkel ausgerufene „marktkonforme Demokratie“ kommt auf 24.300 Treffer.

Schauen Sie sich bitte auch die anderen Wörter an: merken Sie, wie sehr mitten im Trommelfeuer eines Krieges der Worte stehen, mit dem die Schreiberlinge der Elite Sie Tag für Tag … formen und ausgestalten – und dabei die freiheitlich-demokratische Grundordnung unserer Landes zu Grabe tragen?

Im Krieg der Worte müssen wir mit noch viel mehr rechnen: so berichtet das Schweizmagazin über 600 bezahlte „Forentrolle“ eines großen deutschen Medienkonzerns (siehe Schweizmagazin), die im Grabenkrieg der privaten Diskussionsrunden Streit säen und Elitemeinung verbreiten (einer davon war vorgestern bei uns – aber wir schützen unsere Leser gern vor den Hasstiraden einer sterbenden Bezahlschreiberzunft). Doch nicht nur die Konzerne greifen nach der Macht über das Wort – auch die Geheimdienste manipulieren in großem Stil (siehe PC-Welt) – aus Angst vor dem Bürger … der selbst aber gar nicht so böse, abartig und hinterlistig ist wie die Elite selbst ist.

Wo sind wir da nur hingekommen? Einige Gedanken zur Selbstreflexion eines frisch gebackenen Buchautors – und wir sind mittendrin in einem Krieg … der um den Inhalt in unseren Köpfen geführt wird. Und man weiß sehr genau, dass die Schweigespirale auch im Internet eine enorme Macht ausübt (siehe FAZ) – man fragt sich nur nicht, warum da so ist …. vielleicht spielen die Angst vor der Macht der Geheimdienste, die Angst vor der Macht des Arbeitgebers und die Angst vor der Macht der Forentrolle dabei eine viel größere Rolle als die angebliche große Akzeptanz der „Mainstreammedien“.

Der in Wirklichkeit gar nicht so blöde Bundesbürger bemerkt sehr genau die unheimlichen Erscheinungen unserer angeblich so „guten“ Gegenwart: eine kleine Vergleichsarbeit über die Lebensqualität von bundesdeutschen Altenheimen und bundesdeutschen Gefängnissen offenbart Erstaunliches: Mördern, Zuhältern, Vergewaltigern und Steuerhinterziehern geht es um Längen besser als Menschen, die das Pech haben, alt zu werden (siehe Netzfrauen).

Die Erkenntnis, dass einiges gewaltig schief läuft, ist nicht neu. Gandhi hatte sie schon 1925 (siehe: Gute Zitate)

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“

Wissen Sie, was das war?

Die Vorhersage des Holocaust, der Umweltkatastrophen, der Weltwirtschaftskrisen, des Konsumterrors, der Folgen der Zinsdiktatur, der atomaren Selbstvernichtung und der Degeneration der Sozialdemokratie.

Es ist eigentlich noch viel mehr – eine Gesellschaft, die Todsünden zum Mainstream macht, ist eine sterbende Gesellschaft. Das wissen wir alle, das merken wir täglich, es beunruhigt uns zutiefst und bewirkt, dass wir uns dem Leben selbst am liebsten nur noch über den Flachbildschirm anschauen, eingekuschelt in die Behaglichkeit unseres Käfigs, der nicht viel mehr von uns verlangt, als ständig danach zu trachten, wie wir uns selbst bestmöglichst für die Rendite unseres Arbeitgebers ruinieren … bis uns Alter oder Krankheit aus dem Erwerbsleben fegen.

Ein tosender Untergang einer planetaren Zivilisation – und wir gleichen jenen Menschen, die sich im römischen Colosseum noch an von wilden Tieren an- und aufgefressenen Christen ergötzen, während die Goten schon die Stadttore einschlagen … oder jenen Menschen, die auf der sinkenden Titanic noch dem Orchester gelauscht haben, während das „unsinkbare“ Schiff schon sank – es war einfach undenkbar, dass bei einer so schönen Partystimmung Ungemach droht … und solange die eigenen Füße nicht nass werden, ist man ganz eitel und egozentrisch noch auf den Genuss fixiert.

Blöd – aber wahr.

Wir wollten aber über Bücher sprechen.

Menschen, die uns Gutes tun wollen, können dies nun tun. Bis wir in eine Gewinnzone kommen, die es uns erlaubt, ein Nachrichtenspiegel-TV einzurichten, brauchen wir schon enorme Umsätze. Besser, man kauft ein Buch mehr und verschenkt es – vielleicht sogar anonym an den Nachbarn. Nicht, dass den dort geäußerten Gedanken jemand folgen soll – im Gegenteil, auch fundierte Kritik am Inhalt ist gerne gesehen: das ist unser Beitrag zum Erhalt der demokratischen Streitkultur. Je mehr finanzielle Möglichkeiten wir haben, umso mehr können wir Menschen bezahlen, die selbst Druck und Vertrieb übernehmen – mir fehlt dazu die Zeit … und die Gesundheit.

So wie jeder Artikel – hier von mir oder anderswo von anderen – Menschen helfen kann, sich zu trauen, die Schweigespirale zu durchbrechen, mögen die Bücher diesen Impuls in jene Welten tragen, die nicht teilhaben an der Netzkultur: in Wirklichkeit werden wir JEDEN EINZELNEN brauchen, um den Kurs zu ändern, der uns aufgezwungen wurde.

Nun – das waren jetzt einige private Worte. Wieder viel zu viele. Es kommen aber noch mehr … nämlich ein paar Danksagungen.

Zuerst an meinen Freund Marigny de Grilleau. Ohne seine seit fünf Jahren geäußerten aufmunternden Worte hätte ich mich wohl nie an die Tastatur gesetzt.

Dann an meinen Mitstreiter Werner Menne, der als Miteigentümer, Fotograf, IT-Spezialist und Freund bislang Unglaubliches geleistet hat, dass dieser Ort der Besinnung und Beschaulichkeit hier erhalten bleibt – und der Philosoph seinen Kurs nicht aus den Augen verliert.

Zudem gebührt Dank dem Künstler und Freund Steve Geshwister, der zu dem Projekt unentgeltlich das manchmal zurecht finster wirkenden Konterfei des Eifelphilosophen beigetragen hat … und das wunderschöne Logo für den Philosophen aus der Eifel entwickelte.

Und natürlich ein großer Dank an meine Geschäftspartnerin Gudrun Anders von der Unternehmensberatung Spirit und Marketing, die aus einem erstmal unverbindlichen Gespräch über Bücher, Verlage und Büchermarkt aus dem Stand heraus ein Riesenprojekt gemacht hat … und mich erstmal dazu gebracht hat, zu überlegen, wer ich überhaupt bin, was ich mache … und was ich überhaupt hier will.

Nun- ich will im Krieg der Worte einen kleinen Schutzraum schaffen für jene, die den Mut haben, sich der Schweigespirale zu entziehen, ihnen ein wenig Inspiration und Motivation geben, nicht Teil jener Bewegung der Todsünden zu werden, die die Welt in den Abgrund treiben. Und ich denke, mir ist danach, diesen Schutzraum zu vergrößern – was mit Eurer Hilfe möglich werden wird.

Wem aber noch mehr Dank gebührt, ist jener großen Zahl von Lesern (und Gastautoren), die mich mit ihren bislang knapp 20000 Kommentaren begleitet haben … und mir oft mehr bedeuten, als ihnen vielleicht bewusst ist – und mir mehr Motivation zum Schreiben geben, als es alles Geld der Welt könnte. Und was sie noch geschaffen haben: einen Ort des konstruktiven Miteinanders, in dem nur seltenst schräge Töne fallen (ja – in der Tat gibt es hier vielleicht einmal im Monat einen schrägen Kommentar, der nur vernichtende Absicht hat – die wissen, dass hier kein Platz für sie ist).

Doch jetzt – genug der Worte, Zeit für die Werbung:

https://www.epubli.de/shop/buch/Band-1%E2%80%94Die-Herrscher-der-Welt-und-ihre-Widersacher-Reiner-Dammann/39743#beschreibung

Und allen noch einen schönen Tag!

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie Verschwörungstheorien in Wirtschaft und Politik Demokratie und Marktwirtschaft retten: der große Auftrag der „Friedensdemos“

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Samstag, 23.8.2014, Eifel. Ein wunderbarer Tag zum Rasenmähen, Auto waschen, baden und Sportschau gucken. Haben wir früher so gemacht, haben schon unsere Eltern so gemacht, werden auch unsere Kinder so machen. So sieht man uns ja auch gerne: funktionierend und berechenbar wie Arbeitsameisen.

Das ist eigentlich neu. In meiner Schulzeit (von irgendwann bis 1979) wurde von uns kritisches Denken verlangt, sogar die Religionslehrerin forderte uns auf, religiöse Dogmen in Frage zu stellen. Das schien auch gut so zu sein: immerhin lebten wir in einer Demokratie, die vor allem eins gelernt hatte: wie eng ihr Überleben von der Freiheit der Meinung der einzelnen Bürger abhing … und wie erschreckend und vernichtend es sein kann, wenn ein Filzteppich von Partei und Wirtschaft, von Medien und Polizei diese freie Meinungsbildung unterstützt, ja, als Regierung sogar vorgibt, wie das Volk die Welt zu sehen hat. Letzteres hat sogar unsere Bundeskanzlerin gemacht: „Deutschland geht es gut“ (siehe CDU mit Bezug auf ein Interview mit SuperIllu).

Gleiches behauptet sie sogar in der Neujahrsansprache 2011 (siehe Badische Zeitung). Wer würde der beliebtesten Politikerin Deutschlands auch widersprechen wollen?

Nun – eigentlich sollte das jeder machen, einfach,  um die Aussage im Sinne Helmut Kohls, dem Ziehvater von Frau Merkel, zu  überprüfen: Entscheidend ist, was hinten ´rauskommt. (siehe: Zitate-online)

Sehen Sie den Unterschied zwischen Westkanzler und Ostkanzlerin? Der Westkanzler fordert auf, Politik zu beurteilen – die Ostkanzlerin bestimmt, wie das Urteil auszusehen hat, nimmt der Ergebnis vorweg. Da hat ein Wandel in der Politik stattgefunden, unmerklich, schleichend, leise, aber im Ergebnis deutlich zu erkennen: was Meinung ist, gibt das Establishment vor. Viele Journalisten springen auf den Zug der Kanzlerin auf – es ist immer schön, auf der Seite der Sieger zu stehen, erst recht, wenn ab und zu ein Job als wohlbegüteter Pressesprecher der Regierung dabei herauskommen kann.

Mit Speck fängt man Mäuse, möchte man meinen.

Natürlich wissen die Journalisten das. Sie wissen aber auch, dass sie mit ihrem Job Profiteure des Systems sind – was die Sache etwas schwierig macht. Hören wir dazu Harald Schuhmann:

„Medien können niemals als die Speerspitze eines gesellschaftlichen Umbruchs fungieren. Es sind ja die Jounalisten, die Medienarbeiter, die dies tun müssten. Und die sind tief eingebettet in unsere Gesellschaft. Woher sollte denn plötzlich ein avantgardistisches Bewusstsein unserer Medienarbeiter kommen? Neunundneunzig Prozent unserer Kollegen wären damit überfordert, nicht nur intellektuell, sondern auch von der Ausbildung her“. (Dirk C. Fleck, Die vierte Macht, Hoffmann und Campe 2012, Seite 11)

Tief eingebettet in ein System, das so marode ist, dass jedes Hinterfragen die Börse zum Absturz bringen könnte – des jedenfalls wissen die Chefredakteure, die enorm von ihrem Wissen und ihrem Einfluss profitieren, führende Kräfte auf der Titanic sind – mit der gezielten Aufgabe, die dritte Klasse ruhig zu halten, während die erste Klasse bei laufender Musik ins Rettungsboot steigt. Börse – das wissen sie – ist in erster Linie Psychologie. Ist die Stimmung gut, kaufen die Leute; ist die Stimmung schlecht, wandert das Geld in Gold und Silber und wird unterm Kissen versteckt. Als oberste Spaßmacherin steigt deshalb die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland in die Bütt und verkündet wo immer sie geht und steht: DEUTSCHLAND GEHT ES GUT!!!

Hans Ulrich Jörges vom Stern hat dazu noch eine eigene Meinung – und ein paar Zahlen (Fleck, a.a.O., Seite 267)

„Das Unglück ist, das die spannendsten Geschichten im Wirtschaftsteil der Zeitung stehen. Dort kann man zum Beispiel lesen, dass im vergangenen August in Deutschland etwa 884000 verschiedene Finanzderivate gehandelt wurden, aber nur zum kleinen Teil an der Börse, der Rest ging unkontrolliert über den Banktresen“.

Wahnsinn, oder? Das Schicksal des Landes in der Hand von Zockern, die sich einen Dreck scheren um den Erhalt der gesellschaftlichen Solidargemeinschaft der Republik, um den volkswirtschaftlichen Nutzen ihres Treibens, um die Erhaltung der lebensnotwendigen ökologischen Grundfunktionen der Welt oder um die finanzielle Absicherung der Rechte, die die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte garantierte.

Hans Ulrich Jörges (dessen Interview mit dem Zitat „Über uns hängt ein großer Hammer“ überschrieben ist), erläutert uns aber noch mehr – zum Beispiel die Herausforderung, die diese Zeit an den Normalbürger stellt.

„Das Unglück für normale Menschen ist, dass sie viele unterschiedliche Medien beobachten müssen, wenn sie sich ein einigermaßen zutreffendes Weltbild machen wollten. Dieses Weltbild muss aus vielen Bruchstücken zusammengesetzt werden“.

Darf ich das mal auf Deutsch übersetzen – für uns normale Menschen? OHNE VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN SIND ABBILDUNGEN DER WAHRHEIT NICHT MEHR DENKBAR.

Es gibt keine Medienformate mehr, die – ganz im Sinne Helmut Kohls – einmal nüchtern analysieren, was „hinten herauskommt“.  Über allem steht Angela Merkels Dogma, dass es Deutschland gut zu gehen hat, damit man an der Börse so richtig gut verdienen kann – das wir in der Realwirtschaft in Deutschland eine Arbeitslosigkeit von über 60 % vorliegen haben (nach den strengen Regeln von Joseph Stieglitz – wir berichteten), ist so eine Information, die man nur erhält, wenn man Bruchstücke zusammensucht.

Nun – beim Thema Wirtschaft schalten die meisten Menschen leicht ab – was nicht verwunderlich ist: das Thema ist nur schwer verdaulich. Vielleicht hilft ein letzter Weckruf von Herrn Jörges, der klar macht, dass wir hier nicht nur um die richtige Form der Alterssicherung feilschen:

„Bei der Finanzkrise geht es in Wahrheit um die Frage, wer die Welt beherrscht, ob Politik und Demokratie überleben. Oder ob uns Demokratie aus der Hand genommen wird und wir von Mächten manipuliert werden, auf die wir keinen Einfluss mehr haben“.

Wir sehen: es geht hier nicht um Kleinigkeiten. Ich wage mich sogar noch etwas weiter vor – mit einem der inzwischen fast schon verbotenen Vergleiche mit dem Dritten Reich … einer für eine demokratische Zivilgesellschaft sehr lehrreichen Zeit, die umsonst durchlitten wurde, wenn man sie einfach nur auf billigste Art und Weise verdrängt und zu einer großen Ausnahme (die nie nie nie wieder geschehen wird) um- und abwertet: was werden die Herren Edelzocker mit jenen Menschen machen, die sie als Parasiten empfinden, als Ballast, als Renditeblocker, als Kosten auf zwei Beinen – wenn diese Menschen arm, alt, krank oder behindert sind? Können wir uns auf ihren großen Edelmut verlassen, auf ihren untadeligen humanen Charakter, auf ihre ausgeprägte soziale Ader, ihr hochethisches Verantwortungsbewusstein … oder werden sie industrialisierte Problemlösungen aus der deutschen Geschichte vorziehen, die Kostenminimierung bei größtmöglichen Profit garantieren?

Denken sie bitte gründlich nach, bevor sie antworten. Es könnte ihr Schicksal werden – ihre ganz persönliche Zukunft.

Liegen wir in unserer Analyse richtig, so werden wir aus dem Kreis der überforderten neunundneunzig Prozent des deutschen Journalismus einen heftigen Gegenwind gegen jene Wahrheiten bekommen, die sich der Normalbürger aus den Bruchstücken der Medienflut herausgearbeitet hat – wobei hier über „richtig“ und „falsch“ gar nicht zu urteilen wäre, weil Meinungsbildung in einer Demokratie IMMER erstmal richtig ist, bevor der Diskurs über ihren Wahrheitsgehalt beginnt – ein Diskurs, der IMMER subjektiv geprägt ist und im Prinzip überhaupt kein „richtig“ und „falsch“ kennt.

Dieser Gegenwind ist auch aktuell da – und die etablierten Systemmedien schließen sich zu einer merkwürdigen „Allianz der Überforderten“ zusammen und versuchen eine Bewegung im Keim zu ersticken, die Michel Chossudovsky in seinem Buch „Das Szenario eine Dritten Weltkrieges“ deutlich gefordert hat, um die Kriegsanstrengungen der Rüstungswirtschaft und bellizistischer Kreise in der Politik aufzuhalten … Anstrengungen, aufgrund derer wir im Jahre 2014 aktuell in einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Wirtschaftspartner Russland stehen (siehe Chossudovsky, Das Szenario eines Dritten Weltkrieges, Kopp Verlag 2012, Seite 137):

„Gegenwärtig ist die Entwicklung eines umfangreichen Basisnetzwerkes erforderlich, das in seiner Mobilisierung darauf abzielt, gegen Amtsmissbrauch und Entscheidungsprozesse vorzugehen, die den Krieg betreffen. Dieses Netzwerk sollte auf allen Ebenen der Gesellschaft angerichtet werden: in Städten und ländlichen Regionen, an den Arbeitsplätzen und in den Gemeinden. Gewerkschaften, Landwirtschaftsorganisationen, Berufsverbände, Wirtschaftsvereinigungen, Veteranenverbände und kirchliche Gruppen sollten aufgerufen werden, sich in die Organisationsstruktur der Friedensbewegung zu integrieren. Von entscheidender Bedeutung ist auch, dass diese Bewegung das Militär nicht ausschließt, sondern umfassen mit einbezieht, um den Männern und Frauen, die dem Militär dienen, deutlich zu machen, dass es für den Krieg keine moralische Legitimierung gibt.“

Wir erleben in Deutschland gerade, wie sich ein solches Netzwerk bildet – und müssen feststellen, wie weitblickend die Entscheidungen des ehemaligen Verteidigungsministers von Guttenberg waren, aus der Bundeswehr eine Freiwilligenarmee zu machen, wodurch eine gewissen Selektion stattfindet, die den Einschluss einer Friedensbewegung deutlich erschwert (gestern erhielt ich die – ungeprüfte – Information, dass inzwischen 80 % der Bundeswehrsoldaten Russlanddeutsche sind … vielleicht kann der jemand mal nachgehen?).

Wie reagieren aber die neunundneunzig überforderten Prozent der deutschen Journalisten darauf?

Die linke TAZ läßt eine Volontärin antreten, die Friedenbewegung niederzuschreiben:

Bei einigen mag politische Naivität eine Rolle spielen, andere dürften sich freuen über den Sumpf aus Antisemiten, Reichsbürgern, Neonazis, Chemtrail-Theoretikern, Anhängern der Truther-Bewegung und all den anderen obskuren Rechten, die um ein Mehr an Einfluss buhlen – getreu dem Motto: Deutschland erwache.

Nun – Antisemiten findet man in Deutschland reichlich, es gibt einen Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung aus dem Jahre 2006, der gerade hochgradig aktuell erscheint:

  1. wenn, gerade in Deutschland, Vergleiche von Aktionen des Staates Israel mit den Untaten des Naziregimes vorgenommen oder entsprechende Andeutungen gemacht werden (z.B. Israel betreibe die „Endlösung der Palästinafrage“). Denn diese Vergleiche zielen tendenziell oder eindeutig fast immer darauf, die Opfer von einst zu den Tätern von heute zu machen. Sie gründen sich zumeist in einer Erinnerungs- und historischen Verantwortungsabwehr („Schlussstrich“) in bezug auf die Untaten der NS-Vergangenheit.
  2. wenn Israel isoliert wird als ein Staat, der sich fundamental unterscheide von allen anderen und kein Existenzrecht habe.
  3. wenn Juden in Deutschland kollektiv für die Politik der israelischen Regierung verantwortlich gemacht werden oder Kritik an Israel sich in eine generelle Kritik an allen Juden oder Juden in anderen Ländern wandelt.

Da wird sich manch ein „linker“ wiederfinden.

„Reichsbürger“ (der Link funktioniert bei der TAZ nicht mehr) sind im Vergleich zu der riesigen antisemitischen Strömung  eine „wirre, irre Sekte“ (siehe Berliner Kurier), die mit spitzfindigen Methodiken ein juristisches Überleben des Dritten Reiches (oder des Kaiserreiches) dokumentieren wollen – dass man mit der gleichen Methodik auch belegen könnte, dass die Erde eine Scheibe ist, wird kaum zur Kenntnis genommen, durch die Vermengung jener Sekte mit dem Antisemitismus in Deutschland wird dieser jedoch mit einem Schlag ziemlich verharmlost und klein geredet.

„Chemtrail-Anhänger“ wiederum führen eigentlich nur den klassischen Medienauftrag durch, ihre Umwelt kritisch zu beobachten und eigene Schlüsse daraus zu ziehen – der Verweis auf die Wikipediaseite führt ungewollt direkt zur Skepsis der Kritiker: zwei Bilder von Kondensstreifen aus dem Jahre 2012 und aus dem Jahre 1944 verdeutlichen das Problem: was sich deutlich erkennbar 1944 hinter der Maschine auflöst, bleibt im Jahre 2012 starr am Himmel hängen – eigentlich Grund für eine nüchterne, wissenschaftliche und vor allem ideologiefreie Auseinandersetzung mit dem Thema, die Methode, auf ein in erster Linie naturwissenschaftliches Thema mit dem Vorwurf des „Rechtsextremismus“ zu antworten, könnte in anderen Zusammenhängen dazu führen, dass die Erde wieder zur Scheibe wird … weil „Rechte“ behaupten, sie sei eine Kugel.

Die Anklage gegen „Truther“ jedoch führt mitten ins Herz der demokratischen Meinungsbildung: hier werden im Rahmen der „Truther-Bewegung“ kritische Fragen zur Regierungstheorie über die Vorfälle der Attentate am 11.9.2001 in den USA gestellt. Ich habe hier beständig ein Buch von Christian C. Walther aus dem Jahre 2003 zur Hand: 119 Fragen zum 11.9., unterhaltsam als „Test“ gestaltet, der dem Leser die freie Wahl gibt – ich warte bis heute darauf, dass die US-Regierung mir die 119 Fragen beantwortet, so dass ich das Buch zur Seite legen kann (siehe C.C. Walther, 119 Fragen zum 11.9, Heyneverlag 12/2003), bislang warte ich seit 11 Jahren vergeblich auf glaubwürdige Antworten und habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass ich als demokratischer Bürger eines demokratischen Rechtsstaates irgendwann einmal eine zweifelsfreie Version der Vorfälle erhalten werde – was DER Lieferauftrag an Medien und Regierung wäre.

Ich würde der Verdammung der Truther sogar zustimmen wenn … ja, wenn ich keinerlei Zweifel an der hohen Ethik der US-Administration hätte, die sind aber seit der Brutkastenlüge und dem durch ebensolche Lügen über Massenvernichtungswaffen im Irak hinreichend legitimiert: wer grundlos einen Angriffskrieg mit einer Million Toten (Zählung läuft aktuell noch, die Folgen des Krieges sind noch nicht ausgestanden) in Kauf nimmt, dem sollten man im Prinzip ALLES zutrauen.

Aber nicht nur die Linken laufen Sturm gegen den Normalbürger, der versucht, sich eine eigene Meinung zu bilden, auch der Spiegel reiht sich in den Marsch gegen die Basisfriedensbewegung ein – aktuell der von mir hoch geschätzte Georg Diez in einer Auseinandersetzung mit einem mir nicht bekannten Rapper (siehe Spiegel):

Das sind die Gedanken und Codes, die in der alten Bundesrepublik in rechten Kreisen herumgereicht wurden, das ist der Lackmus-Test für politische Dummheit, der heute noch gilt: Sind wir befreit worden 1945 oder haben wir den Krieg verloren? Und nur wenn wir den Krieg verloren haben, wenn die Alliierten uns also keinen Gefallen damit getan haben, dass sie Hitler besiegten, nur dann macht das Gerede überhaupt Sinn, dass Deutschland „immer noch besetzt“ ist.

Jemand, der sich eine andere Meinung bildet als „Der Spiegel“ ist deshalb noch nicht dumm – außerdem kann man ohne Weiteres der Meinung sein, dass wir 1945 befreit wurden, aber trotzdem immer noch besetzt sind. Bevor man hier als vermeintlich „Besetzter“ meutert, sollte man sich nochmal mit der unseligen Geschichte Deutschlands befassen, mit den unheimlichen, wachsenden Paralellen unserer „sozialdemokratisch-grünen“ Sozialreform zur „Aktion Arbeitsscheu Reich„, der NS-Version des Kampfes gegen die „Parasiten“ (siehe hierzu auch: labournet): es ist vielleicht ganz sinnvoll, dass der „deutsche Geist“, der 1933-1945 sich vollumfänglich austobte, im Zaum gehalten wird: im Prinzip spricht nichts dagegen, dass eine der ältesten und stabilsten Demokratien der Welt auf jene Gesellschaften ein besonderes Auge hat, die schon mal bewiesen haben, dass sie kollektiv zur ungebremsten Massenvernichtung ihrer Mitbürger in der Lage sind.

Trotzdem darf man sich die Frage stellen: wie unabhängig und frei ist Deutschland eigentlich, wie frei sind unsere Politiker. Wer hier nach US-Besatzungstruppen schielt, schielt falsch – und hat wohl echte Besatzungstruppen noch nie erlebt, aber die Intention der Frage ist richtig … und wird von einem Journalisten wie Hans Ulrich Jörges geteilt, der die gesamte Demokratie durch die Finanzwelt gefährdet sieht.

Natürlich macht der Normalbürger Fehler bei der Erstellung seiner Analysen: es wäre Aufgabe des Journalisten, ihm bei der Meinungsbildung zu helfen – durch AUSGEWOGENE Berichterstattung, die beide Seiten eines Konfliktes in Augenschein nimmt. Stattdessen geht man den bequemen Weg als Claqueur der Regierung: „Deutschland geht es gut, Verschwörungen (oder kriminelle Elemente in Politik und Wirtschaft) gibt es nicht, die gesellschaftliche Elite ist durch und durch edel, hilfreich und gut und wir sind auf dem besten Wege, das Paradies auf Erden schon morgen zu verwirklichen – außerdem ist die Welt im Prinzip ein lustiger Ponyhof, voller Spaß für jedermann.“

Natürlich gibt es bei der sich formenden Friedensbewegung auch Hitlerfans – die gibt es aber auch in Sozialverbänden, bei Feuer- und Bundeswehr, bei Aldi und McDonalds, beim Jobcenter und in den Kirchen – ohne das diese gesellschaftlichen Erscheinungsformen damit automatisch rechtsradikal werden … dies ist der hauptsächlich unsaubere Kurzschluss, den die Kritiker der Friedensbewegung gedankenlos unternehmen – weil sie mit dem notwendigen gesellschaftlichen Umbruch von der Ausbildung her und intellektuell überfordert sind.

Demgegenüber stehen Normalbürger, die sich anschicken, Demokratie und Marktwirtschaft zu retten, in dem sie sich eine eigene Meinung (genannt: „Verschwörungstheorie“) bilden … was wohl im Jahre 2014 schon verdächtig ist, ohne das jemand auffällt, wie sehr dieses „verdächtig sein“ an den Grundfesten der Demokratie rüttelt.

Und mit etwas Glück werden diese Bürger auch den Beginn des Dritten Weltkrieges verhindern … wenn wir alle ihnen helfen, anstatt sie auszugrenzen, abzuurteilen und mit bösen Flüchen zu belegen.

„Dialog“ – wäre da ein urdemokratisches Stichwort, was jetzt fallen sollte.

Wäre auch im aktuellen Konflikt Nato-Russland empfehlenswert.

 

 

Bitte jetzt die nicht vorhandene Zukunft gestalten: trotz Ökozid, Facebookspionage und Arbeitslosigkeit

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Dienstag, 19.8.2014. Eifel. Haben Sie sich schon mal über die Zukunft Gedanken gemacht? Nein, nicht was Sie heute Abend im Fernsehen schauen. Auch nicht, wo Sie am Wochenende auf die Angebote der Bürgerbespaßungsindustrie zurückgreifen. Nein, selbst Weihnachten habe ich jetzt nicht im Blick, aber schön, dass Sie zu den Menschen gehören, die noch so weit voraus denken können. Ich meine die Zukunft ihrer Familie, die Zukunft der Menschen, die in Ihrer Straße wohnen, in Ihrer Gemeinde, Ihrer Stadt, Ihrem Landkreis, Ihrem Bundesland, Ihrem Staat, Ihrem Kontinent und Ihrer Welt – in zwanzig Jahren, in fünfzig Jahren, in hundert Jahren.

Zu schwer, sich so etwas vorzustellen? Für „primitive“ Indianerhäuptlinge war es Standard, Entscheidungen erst dann zu treffen, wenn durchdacht war, wie sich die Entscheidung in einhundert Jahren auf die Lebenswelt des Stammes auswirken würde.

Weise, oder? Oder – um es mal einfach zu sagen: ganz normal.

Ich möchte Ihnen ein wenig über die Zukunft erzählen: sie ist vorbei. Das wissen Sie ja auch: längst sind wir Gewalten ausgeliefert, die kein Mensch mehr steuern kann. Soll ich Ihnen ein paar nennen? Der bevorstehende Ökozid zum Beispiel ist einer davon, die massenhafte Vernichtung menschlichen Lebens durch Politik, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft. Wir hier in Deutschland werden von den Auswirkungen noch verschont – allerdings: so richtig viel Schnee wir vor 25 Jahren haben wir in der Eifel nicht mehr. Letztes Jahr hatten wir gar keinen mehr. Ich möchte Sie auch nicht traktieren mit Zahlen, Daten, Fakten – ich schätze mal Sie haben selbst schon mal mitbekommen, dass wir da ein kleines Problem haben, das Milliarden Menschen das Leben kosten wird – und schon jetzt kostet.

Ich möchte Ihnen diesbezüglich nur zwei Interviews ans Herz legen, die Dirk C. Fleck in seinem Buch Die Vierte Macht (Hoffmann und Campe, 2012) veröffentlicht hat – eins davon mit Frank Schirrmacher (Seite 305) und eins mit Dietmar Schumann (Seite 97), wobei Dietmar Schumanns Interview schon im Titel sagt, worum es geht: Planet Plastik: Vergiftet. Zubetoniert. Vollgemüllt.

Hoffnung auf Zukunft? Gibt es da keine. Der Grund ist von Frank Schirrmacher einfach benannt – er liegt in unseren handelnden Politikern: „Sie sind Roboter in einem System, das de facto längst kaputt ist. Aber diese Leute handeln wie Elektriker, die in einem völlig heruntergekommenen Haus noch schnell die Leitungen reparieren.“(a.a.O., Seite 6).

Seien Sie ehrlich: den Eindruck haben Sie doch auch, oder? Das ist der Grund, warum man wählen kann, was man will, aber immer dasselbe geliefert bekommt. Warum wir – gerade in Deutschland – nicht schon längst eine Koalition der Willigen haben, der empathischen, kreativen, leistungsbereiten, engagierten Menschen, liegt an der engen Verzahnung von Journalismus und weltlicher Macht, über die jetzt wieder eine neue Studie erschienen ist (siehe Heise):

Die Daten deuten darauf hin, dass sich Journalisten vielerorts in vertraulichen Runden mit den Mächtigen treffen. Und das steht in einem klaren Gegensatz zu der demokratietheoretisch begründeten Erwartung, Journalisten sollten Distanz zu den Mächtigen halten, um sie kritisieren und kontrollieren zu können.

Die Netzwerkverbindungen deutscher Spitzenjournalisten sind beeindruckend:

Ich habe eine Art Landkarte von Organisationen und Veranstaltungen erstellt, in denen sowohl Eliten aus Politik und Wirtschaft als auch führende deutsche Journalisten involviert sind: darunter etwa das Weltwirtschaftsforum in Davos, die Münchner Sicherheitskonferenz, die Trilaterale Kommission und die Bilderberg-Meetings, aber auch die sogenannten Hintergrundkreise in Berlin, Kulturstiftungen oder Akademien. Insgesamt habe ich 82 solche Eliten-haltigen Organisationen erfasst, und es waren 64 Journalisten dort unterwegs – außerhalb ihrer direkten beruflichen Pflichten wie Recherchen oder Interviews. Am auffälligsten war der Befund, dass vier leitende Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der „Welt“ und der „Zeit“ stark in US- und Nato-affinen Strukturen eingebunden waren.

Was heißt das für uns vor Ort? Für Sie, von dem ich gerade erst verlangt habe, sieben Generationen in die Zukunft zu planen?

Das die hilflosen Roboter ihre visionslosen Reperaturarbeiten als kraftvolle heldenhafte Schöpfungsarbeit verkauft bekommen.

Lohnt sich ja auch für den Einzelnen (siehe rp-online):

Für die Altersversorgung seines Intendanten Tom Buhrow hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) im vergangenen Jahr 1,779 Millionen Euro zurückgestellt. Das geht aus dem Geschäftsbericht für 2013 hervor. Der 55-Jährige verdient pro Jahr 367.232 Euro.

Alles zwangsweise eingetriebene Gemeinschaftsgelder. Bei dem Gehalt wird die Kanzlerin neidisch – und Sie verstehen die Welt nicht mehr.

Denken sie einfach ein wenig an die Titanic, jenen dann doch gesunkenen unsinkbaren Luxusliner, dessen Kapelle noch bis zum Untergang die Bürger bespaßte: wer kann, sammelt heutzutage Geld (in jeder Position) in der Hoffnung, sich damit einen Platz im Rettungsboot kaufen zu können. Nein – das ist nicht nur ein Vorwurf, das ist das Ergebnis einer älteren, aber immer noch aktuellen Studie (siehe Boell.de):

Viele Menschen reagieren auf die Krise, indem sie Heitmeyer zufolge eine pessimistische Erwartungshaltung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung einnehmen und zugleich auf der Vorstellung eines vermeintlich intakten privaten Umfelds beharren. Durch diese Differenzierung werde die gesellschaftliche Krise in Deutschland gewissermaßen „privatisiert“. Die aktuelle Studie hat ergeben, dass über 90 Prozent der Befragten in Zukunft mehr soziale Abstiege und Armut fürchten. Drei Viertel der Bevölkerung glaubt, dass die Bedrohung des Lebensstandards die Solidarität mit Schwachen verringert. Ein Drittel meint, dass wir es uns in der Wirtschaftskrise nicht mehr leisten können, allen Menschen gleiche Rechte zuzugestehen. 61 Prozent sind der Ansicht, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müssen. Gerade in der verunsicherten Mittelschicht gibt es offenbar zunehmend ein Bedürfnis nach Abgrenzung. Schwache soziale Gruppen, z. B. Langzeitarbeitslose, werden für ihr eigenes Schicksal verantwortlich gemacht, auch um die Möglichkeit des eigenen Scheiterns von sich zu weisen.

Erkennen Sie sich wieder – mit Ihren Meinungen?

Nein, keine Sorge: ich will Sie nicht verdammen oder verurteilen. Wenn die aktuellen Probleme (neben der Ökologie haben wir ja noch die Finanzwirtschaft, Kriegsgefahren, die kommende Verdrängung und Vernichtung von Millionen von Arbeitsplätzen durch Technik, die zunehmende Vernichtung des Mittelstandes durch Kreditvergabeauflagen der übermächtigen Banken) schon Spitzenjournalisten und Politiker überfordern – wie sollen Sie dann mutig in die Zukunft schauen können? Was meinen Sie, warum gerade jene „Roboter“ in der Politik aktuell planen, Ihre Internetaktivitäten durch Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst in Echtzeit zu überwachen (siehe Spiegel)?

Wer könnte es ihnen übel nehmen, dass sie nur noch bis zum nächsten Wochenende planen – wo doch jederzeit die Möglichkeit besteht, dass auch sie im nächsten Jahre durch knallharte Sparprogramme erfolgreicher Konzerne zu jenen gehören, die vom Arbeitsamt mit Lieferwagen zu Firmen gekarrt werden, in der Hoffnung, dass man die „viel zu vielen“ wenigstens dort noch mit viel Druck unterbekommt (siehe: Der Westen, eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung der Veranstaltung würde ich gerne mal sehen). Aktuell präsentiert z.B. die Deutsche Bank  „Kostensenkung“ als erfolgreiches Geschäftsmodell der Zukunft (siehe Manager-Magazin) – ein Konzept, dass Staat, Kirchen, Gemeinden und Konzerne schon seit Jahren fahren und so Millionen und Abermillionen von Arbeitsplätzen vernichtet haben, was zu einer explodierenden Staatsverschuldung führte, während andererseits eine kleine Gruppe von Bürgern die unglaubliche Summe von 5200 Milliarden Euro als Vermögen vorweisen kann (siehe Spiegel) – darunter jene Mitarbeiter der Deutschen Bank, die trotz schlechtem Geschäftsergebnis Superboni eingefahren haben.

In Fergusson/Missouri/USA erleben wir gerade den Zusammenbruch des Hauses – wir kennen solche Szenen aus den USA. Schauen Sie genauer hin, wirklich, es lohnt sich: das sind die Folgen einer entsolidarisierten Gesellschaft, vor der Heitmeyer gewarnt hat. Wir haben diese Entwicklung der USA in den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrtausends nach Europa geholt, weshalb wir damit rechnen können, die Ergebnisse auch hier in Deutschland mit entsprechender Verspätung leibhaftig erleben zu können. Ja – was glauben Sie, warum Bundeswehr und BND in Zukunft Ihre Meinung bei Facebook genauer unter die Lupe nehmen wollen? Damit nicht auch hier die Bundeswehr der örtlichen Polizei bei Unruhen zu Hilfe kommen muss.

In Fergusson muss jetzt die Nationalgarde herangezogen werden (siehe Spiegel) – vom selben Gouverneur, der zuvor die schon paramilitärisch ausgerüstete Polizei entmachtet hatte. Auch deutsche Journalisten müssen mitlerweile dort mit Verhaftungen rechnen  und ziehen daraus interessante Schlußfolgerungen: Der Tag, an dem die US-Polizei meint Feind wurde (siehe Welt).

Wie es weitergeht? Wollen Sie wirklich wissen, wo eine entsolidarisierte Gesellschaft endet? Schauen Sie doch mal in die Ukraine, in den Irak, nach Libyen, Syrien oder in den Gaza-Streifen, Länder, denen wir die „Demokatrie“ gebracht haben bzw. bringen wollten, eine Demokratie, die schon im Mutterland der Demokratie – den USA – zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führt, für die die Polizei seit 1997 gezielt ausgerüstet wird.

Klar – die gut bezahlten Oberschichtsjournalisten werden Ihnen davon nichts erzählen. Die haben ein klares Ziel vor Augen: dicht ran an die Elite, soviel Euro wie möglich abgreifen, in Sachwerte umwandeln, um für den kommenden Crash bestmöglichst gerüstet zu sein. Eine verständliche Reaktion. Würden Sie doch auch so machen, wenn man Ihnen 367000 Euro im Jahr dafür anbieten würde, dass Haus so darzustellen, als könnte man mit dem Verlegen der elektrischen Leitungen das marode Mauerwerk wieder instand setzen.

Aber halt: bevor Sie jetzt zum Kühlschrank gehen und sich erstmal ein Bier aufmachen, möchte ich Sie auf des Ergebnis des Human Security Instituts hinweisen:

Dieses Institut hat festgestellt, dass die Kriege in den letzten zwanzig Jahren um neunzig Prozent zurückgegangen sind!

Die Friedensforscher dieses renommierten Instituts sagen, wir wären das erste Mal nach 8000 Jahren ständiger Kriege auf dem besten Wege, den Krieg abzuschaffen (siehe Fleck, Die vierte Macht, a.a.O. Seite 91).

Es kommt aber noch besser:

Die globale Zivilgesellschaft hat in den letzten zwanzig Jahren 97 Diktatoren gestürzt, sie sind alle friedlich beseitigt worden. (Fleck, a.a.O. Seite 92)

Erstaunlich, oder?

Ja – so etwas gibt es gerade schon: eine globale Zivilgesellschaft. Sie formt sich über verschiedene soziale Netzwerke und ist dabei, die gesamte Weltordnung umzubauen. Geseko von Lüpke referiert genau darüber (Fleck, a.a.O. Seite 83-96).

Und wissen Sie was? Sie können dabei sein.

Wie?

Nun – das ist ganz einfach: Suchen Sie mehr Gemeinsames mit den Menschen, die um Sie sind, als Trennendes, werden sie von einem unsolidarischen Wesen zu einem solidarischen. Glauben Sie mir: das macht viel mehr Spaß.

Und: Sie sind nicht allein. Gerade jetzt wird an einem neuen, stabilen, gesicherten und vor allem zinslosem Geld samt kooperativem Wirtschaftssystem gearbeitet (siehe Treeec.eu), an Gemeinschaften, die an der Strukturierung einer humaneren, stabileren Welt arbeiten (siehe Human Eden), an genossenschaftlichen Strukturen, die neue Formen der solidarisch gelebten, persönlichen Sicherheit ins Leben rufen wollen (siehe Res:Q) und ganz unpolitisch und ideologiefrei an einer nachhaltigeren, gemeinschaftlich orientierten Zukunft arbeiten.

Wie wäre es, sie stellen das Bier wieder zurück und überlegen, ob Sie nicht dabei mitmachen wollen?

Auch wenn wir in Zukunft vor Herausforderungen stehen, wie sie die Menschheit noch nie bewältigen musste, macht es mehr Sinn, sich diesen Herausforderungen im Verbund einer vielfältigen Kooperation von Menschen zu stellen denn als überfordertes Individuum, das schon ganz schnell daran scheitern würde, seine Ernährung zu sichern und diese Nahrung vor menschlichen und tierischen Räubern in Sicherheit zu bringen.

Oder sehen Sie das wirklich so anders – nachdem Sie sich mal konkrete Gedanken über IHRE Zukunft gemacht haben?

 

 

 

 

 

 

„Blogger“ sind auch nur Journalisten – nur eben unabhängiger.

"Blogger" sind auch nur Journalisten - nur eben unabhängiger.

Samstag, 8.2.1014. Eifel. Es ist ein seltsamer Tag. Der Kopf ist noch voller Gedanken – und dabei habe ich eine Kleinigkeit vollkommen übersehen, beiseite gelegt und weitergeleitet. Erst Tage später fiel mir ein: oh – das wäre aber wichtig für viele – jedenfalls viele „politische Blogger“. Die Berufsbezeichnung „Blogger“ – das sei vorhergeschickt – mag ich allerdings inzwischen überhaupt nicht mehr. Nicht nur, weil es ein abwertender politischer Kampfbegriff der Bezahlmedien geworden ist, sondern weil er schlichtweg „dumm“ ist.

Ein Beispiel?

Gut. Nehmen wir mal an, ich würde Ihnen von den Holzern erzählen, Beispiel dafür nennen, wie unseriös Holzer arbeiten, das Holzer sozial anders sind als andere und sich hauptsächlich mit holzen beschäftigen – Sie würden nicht wissen, wovon ich rede, mir aber nach einer Weile folgen, ganz allein deshalb, weil die Holzer Kinderpornographie bringen, nationalsozialistische Gedankengut verbreiten und Falschmeldungen am laufenden Band produzieren … um Aufmerksamkeit zu bekommen, weil sie für entsprechene Darstellungen direkt bezahlt werden oder weil ihre heimliche Zustimmung zum allumfassenden Wahn der Gegenwart  Bedingung für den Fortbestand des Arbeitsvertrages ist.

Dabei sind „Holzer“ nur Menschen, die ihre Meinung auf Papier (also: Holz) schreiben. Sie sind so vielfältig wie die Menschheit selbst, haben nur die Neigung, den Hang, die Sucht oder das Talent Worte so sinnvoll aneinander zu reihen, dass es dem Geist eine Freude ist, sie zu lesen. Das „Holzer“ in irgend einer Form anders als „Blogger“ sind, ist vollkommener Mumpitz – das Medium, auf dem veröffentlicht wird, ist anders – und der Blogger ist im Prinzip unabhängiger von Geldgebern, deren Meinung er vervielfältigen muss … das ist alles.

Natürlich braucht unsere Umwelt einen Sprachcode, damit man einen Menschen einsortieren kann. Dieser Anforderung musste ich mich auch persönlich stellen, als ich ohne großes Ziel oder Motivation anfing, Worte ins Netz zu stellen – dabei habe ich den Fehler gemacht, mich einfach als „Blogger“ bezeichnen zu lassen, weil mir die Bezeichnung eigentlich völlig egal ist: die Botschaft ist es, um die es geht, die Perspektive, die im öffentlichen Dialog der Meinungsbildner nicht mehr abgebildet wird … wie man denjenigen nennt, der die Worte macht, ist dabei höchst unbedeutend, ebenso wie seine Person, sein Lebenslauf oder seine familiären Verhältnisse.

Nun – ich kann es mir leicht machen: ich habe da noch einen Philosophen in der Kiste für Berufsausbildungen – und der hängt demnächst auch offen an der Eingangstür – zwar nur ein Eifelphilosoph, aber die Eifel hat halt auch ein Recht auf Weisheitsliebe.

Was aber mit denen, die sich nicht auf ihren akademischen Loorbeeren ausruhen können, die nicht Artikel für Printmedien schreiben können, jene, die glauben, sie müßten die ganze Familie einspannen, um gelesen zu werden?

Die sehen die Welt eher so wie die Initiatoren des Webprojektes „Ausguck“ … das mir auf den ersten Blick schon mal gut gefällt:

Ein Blog definiert sich dadurch, dass er allermeistens nicht gelesen wird. Wenn man sich nicht als Person an exponierter Stelle befindet, die irgendwelche Mitmenschen dazu bewegt, der eigenen Schreibe Aufmerksamkeit widmen meinen zu müssen, bleibt ein Blogger fast immer zuverlässig mit sich allein. Versuche, der Insel zu entkommen und ein Blog bekannter zu machen, sind zum Beispiel das Einbinden “unentbehrlicher” bzw. brisanter Information oder die Wahl eines ungewöhnlichen Tonfalls bei der Ansprache des Lesers. Möglich ist auch, per Bilderflut ein Blog zu erstellen, das eigentlich eher geschaut als gelesen wird.

Das kann sehr hübsch gemacht sein und hat so was Offenes und Entspanntes- und interessiert bis auf genötigte Familienmitglieder wieder keine Sau.

Warum also bloggen? Warum in relativ hochtechnisierter Form etwas herstellen, das mutmaßlich zuverlässiger unter Dach und Fach bleiben wird als seinerzeit ein Tagebuch mit Messingschlösschen, das die Geschwister einem klauten… um vom nächsten Klettergerät herab Liebesgeschichten in die Gegend zu grölen?

Weil jeder Mensch tatsächlich etwas zu denken und zu sagen hat und damit verstanden werden möchte. Deshalb murkeln wir uns durch unsere Selbstansprüche und Ängste und durch unser Lampenfieber in Anbetracht der Möglichkeit, gegen jede Wahrscheinlichkeit doch mal gelesen und vom Leser zur Verantwortung gezogen zu werden. Wir wünschen Mehrwert und riskieren Langeweile.  Wir exponieren uns emotional und riskieren Spott. Wir engagieren uns und riskieren Desinteresse an Dingen, an denen uns viel liegt.

Das alles ist wundervoll herausfordernd. Lasst uns loslegen.

Hätte ich Zeit, würde ich glatt mitmachen – aber Zeit habe ich gerade nicht.

Natürlich verstehe ich die Ablehnung des offiziellen Journalismus gegen die unliebsame Konkurrenz aus dem Nichts, die sorgsam gewachsene Pfründe in Gefahr bringt und die Fleischtöpfe der schreibenden Zunft belagert: wie soll man denn seine Pferdezucht weiter bezahlen, wenn nicht als Chefredakteur des „Spiegel“? Und während die „Blogger“ („Online-Journalisten“ war hier mein erster Versuch, den politischen Kampfbegriff durch eine seriöse und neutrale Beschreibung der reinen Tätigkeit zu ersetzen) sich noch Gedanken darüber machen, wie sie ihre Oma dazu kriegen, die eigenen Worte in der Elektrozeitung zu lesen, sehen Journalisten schon, dass die gesamte Jugend sich von ihnen verabschiedet und im Internet die Zukunft sieht.

Ja – sie sehen die Warnsignale der Statistik: die Zeit, die der Deutsche vor dem Fernseher hängt, nimmt ab (siehe: Statista): letztes Jahr waren es nur noch (unglaubliche!!) 221 Minuten JEDEN TAG. Das sind zwei Spielfilme und eine Folge einer Serie … AM TAG. Alles gefüllt von bezahlten Journalisten, die die Meinung ihrer Auftraggeber in Politik und Wirtschaft verbreiten. Verantwortlich für den Rückgang ist die Jugend: zwischen 14 und 29 Jahren nimmt die Sehdauer signifikant ab: man informiert sich lieber durch das Internet.

Das ist die Zukunft: die Menschen machen ihre Nachrichten selber. Vorbei die Zeiten, wo Wirtschaft, Kirche und Politik über „Journalistenschulen“ den journalistischen Nachwuchs jahrelang unter Laborbedingungen beobachten (mehr dazu auf Neopresse: Journalismus als professionelle Auftragslüge), um für sich die passendsten Charaktere und Weltanschauungen herauszufiltern, die dem Volk dann eine allen Mächtigen genehme Meinung präsentieren, der unbedingt zu folgen ist: beim Essen, Trinken, Reisen, beim Hausbau und der Wohnungseinrichtung, beim Sport, der Gesundheitspflege, beim Geschlechtsverkehr sowie bei der Geldanlage.

Nebenbei bemerkt: wie viele „Führer für jeden Lebensbereich“ hier inzwischen bewusst und gezielt installiert worden sind, fällt niemandem auf – ruft man aber auf, ein paar (oder wenigstens EINEN) Rebellenführer zu installieren, ist der Aufschrei aus dem Volke groß: „nie wieder ein Führer in Deutschland“ aber die allen Journalisten und Politikern bekannte „Schweigespirale“ wird intensiv gelebt … und führt dazu, dass das Lügenbild vom Arbeitslosen als „faulem Sozialschmarotzer“- obwohl in einem 80 Millionen-Volk inzwischen 42 Millionen Menschen beim Jobcenter registriert sind – weiter fleißig die öffentlichen Meinung penetriert, während gleichzeitig immer verstärkter die große Kriegstrommel gerührt wird.

Man sieht: den „Ver-Führern“ folgt man immer noch gerne, täglich 221 Minuten lang.

Dieses Umfeld muss man berücksichtigen, wenn man folgende Nachricht liest, die mich letzte Woche erreicht hat:

 Sehr geehrte Damen und Herren,
> 
> liebe Kolleginnen und Kollegen,
> 
> 
> 
> wir möchten Sie gerne zu einem Hintergrundgespräch zum 
> NSA-Untersuchungsausschuss und zur Frage der Minderheitenrechte im 
> Deutschen Bundestag mit Britta Haßelmann, Erste Parlamentarische 
> Geschäftsführerin, und Hans-Christian Ströbele MdB einladen.
>

Eingeladen war ich als „Eifelphilosoph“ im Rahmen einer allgemeinden Einladung an die gesamte Presse. Hätte ich mich angemeldet, hätte ich über das Gespräch berichten können.

Leider … zahlen meine Leser nicht für die Artikel im Nachrichtenspiegel.

Leider … musste ich an dem Tag auch arbeiten.

Leider … macht mein Rücken eine Spontanreise nach Berlin nicht mehr so leicht mit – und in meinem persönlichen Budget sind die Reisespesen auch nicht so leicht abbildbar. Kostet nämlich nicht wenig, dieses „reisen“.

Deshalb konnte ich nicht an dem Event teilnehmen, konnte nicht die Kreise der akreditierten Journalisten verunsichern und auf politischem Parkett eine ansonsten ungewohnte Meinung vertreten, unliebsame Wahrheiten verbreiten oder Fragen stellen, die man schon immer gerne beantwortet haben wollte.

Es geht aber nicht um mich – sondern um die Akzeptanz der vielgescholtenen „Bloggerei“ … und das fiel mir halt erst Tage später auf.

Ich weiß nicht, wie oft es geschieht, dass der „politische Blogger“ gleichrangig mit der nationalen Presse behandelt wird, ich weiß aber, dass über die Qualität unserer Arbeit, über unsere gesellschaftliche Akzeptanz nur eine Instanz entscheidet: der Leser. Hat er einen Gewinn durch die Lektüre, war der Job gut.

Und auch wenn die bezahlten Journalisten nun um ihre Pferdezucht bangen – oder um die vielfältigen Vergünstigungen, die der „Presserabbat“ ihnen gewährte (allein 1154 Angebote, sich den Journalismus gefügig zu kaufen, gibt es bei Pressekonditionen, laut Ver.di hat VW sogar eine eigene „Vertriebstabteilung für Medienprofis“), dreht sich der Wind gerade … der unbestechliche, unabhängige Schreiber gewinnt an Einfluss, auch wenn er selber glaubt, nur für die Oma zu schreiben.

Und – nüchtern betrachtet – gibt es keinerlei Grund, Holzmedien als „gut“ und Elektromedien als „schlecht“ darzustellen … es sei denn, man fürchtet um seine Presserabatte.

Insofern – sollte ich diese Einladung nicht für mich behalten (halte aber den Termin – wie versprochen – geheim).  Es wäre schön, wenn der Nachrichtenspiegel sich konstruktiv weiterentwickelt hätte und wir – wie angedacht – nun einen Bloggerkollegen in Berlin sitzen hätten, der für uns als „Bloggergemeinschaft“ (oder als Kollektiv der „Online-Journalisten“) an dem Event hätte teilnehmen können um „Flagge zu zeigen“ … doch die Zeit ist wohl noch nicht reif für solche Entwicklungen, die Notwendigkeit der Selbstorganisation des „Graswurzeljounalismus“ noch nicht flächendeckend angekommen.

Dabei bräuchte das Volk, der Staat und die Bürger gerade eine unabhängige Alternative zu den wohlgefütterten Fleischtopfschreibern, die – aktuellen Umfragen gemäß – ihre Wandlung zum Pressesprecher der Reichen, Mächtigen und Schönen vollenden – siehe Wikipedia:

Das Rollenselbstbild, wie die Akteure im Journalismus ihre Aufgabe in der Gesellschaft sehen, hat sich gemäß zweier repräsentativer Journalistenbefragungen von 1993 und 2005 in Deutschland ebenfalls gewandelt: Die Ambitionen von Kritik und Kontrolle haben abgenommen, es dominieren die reinen Informationsjournalisten und News-Manager.

Der Anteil der Journalisten, die „Kritik an Missständen üben“ als Ziel angeben, ist von 63 Prozent auf 57 Prozent gesunken. Der Anteil der Journalisten, die „sich einsetzen für die Benachteiligten in der Bevölkerung“ ist von 43 auf 29 Prozent gesunken und der Anteil jener, „die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kontrollieren“ von 37 auf 24 Prozent.

Umgekehrt stieg der Anteil der Journalisten, die „möglichst neutral und präzise informieren“ wollen von 74 auf 89 Prozent. Der Anteil der Journalisten, der „komplexe Sachverhalte erklären und vermitteln“ wollen, stieg von 74 auf 80 Prozent und jener, welche „die Realität genau so abbilden wollen, wie sie ist“, von 66 auf 74 Prozent.

Die Realität so abbilden, wie sie ist, ist unmöglich. Das lernt man in der Philosophie. Aber sie so abzubilden, wie die Sponsoren sie gerne hätten: das geht, wenn man auf die Kontrollfunktion verzichtet und die Opfer der Mächtigen sich selbst überlässt.

Wer das versteht – bekommt Rabatte.

Was aber die Politik versteht, ist: die Rabattsauger und Worthuren verlieren beständig mehr an Glaubwürdigkeit. Darum lädt man jetzt auch die ein, die unabhängig vom Geld Meinungen publizieren … und so Meinungen bilden. Eine wichtige – und tröstliche – Information für all´ jene, die meinen: „das bringt ja sowieso nichts“.

Es bringt viel mehr als ihr glaubt … wenn ihr nicht aufgebt – und einen Heidenspaß daran habt, den David in einer Welt von Goliaths zu geben.

Und außerdem: die vierte Macht steht gerade günstig zum Verkauf. „Journalisten“ wollen sie nicht mehr ausüben … da braucht es freiwillige Helfer aus der Bevölkerung, die hier einspringen. Kostet inzwischen – dank Elektromedien – auch nicht mehr soviel, dass man unbedingt einen Sponsor braucht, der Totholz bezahlt.

Bäume mögen das.

 

 

Hartz IV ist Mordversuch und Schwarzenegger Rententerminator: über Müllkinder in Ägypten und Müllrentner in Stuttgart

Man könnte zurecht sagen: Hartz IV ist ein staatlich organisierter Mordversuch, denn Hunger ist eine Waffe.  Einfach mal in Geschichtsbüchern nachschauen: Hunger ist eine grausame und tödliche Waffe. Wer mit Hartz IV überleben will, darf keine Kinder haben und muß gut wirtschaften können. Keine Kinder? Richtig gelesen, bei Regelsätzen von 215 Euro für kleine Menschen, die nach vier Monaten aus allem herausgewachsen sind, sind Kinder ein absolutes Zuschussgeschäft, „Kosten auf zwei Beinen“ sozusagen.  Betriebswirtschaftlich gesehen absoluter Unfug.

Erst recht muß man von staatlichem Mordversuch sprechen, wenn es Regelsatzkürzungen ausgesprochen werden. Bist Du nicht willig, bringen wir Dich um – das ist die grausame Botschschaft zwischen den Zeilen.  Einige sind schon daran gestorben. Der Staat wird Betrieb und wer nicht genug schaffen kann ist überflüssig und wird entlassen.

Nun … müssen wir aber die Kirche im Dorf lassen, denn Armut ist relativ. Geschickte Wirtschaftler schaffen es auch mit Hartz IV zu überleben, viele von ihnen gehören eigentlich in Managementpositionen und an die Spitze der Politik, denn wenn sie so wirtschaften würden wie Wirtschaft und Politik, dann wären sie schon längst tot.

Die Bundesrepublik dürfte bald zwei Billionen Euro Miese haben – trotz aller Sparpakete. Wie aber konnte es zu dem Desaster kommen? SPIEGEL ONLINE erklärt, warum der Schuldenberg entstand und wie Politiker verzweifelt versuchen, sein Wachstum zu bremsen.

Die Verzweiflung ist denen wirklich anzumerken:

Und selbst wenn die Schuldenbremse tatsächlich irgendwann irgendwie irgendwo greifen sollte: Allein die Bundesregierung will von 2011 bis 2014 noch mehr als 150 Milliarden Euro zusätzliche Kredite aufnehmen. Rechnet man Länder und Kommunen dazu, dürfte Deutschland Mitte des Jahrzehnts statt mit 1,7 mit rund zwei Billionen Euro in den Miesen sein.

Quelle: Spiegel-online

Wir wissen ja dank unserer stets gut informierten Presse, wo die Schuldigen sitzen. „Sozialbudget“ hört man da ja immer wieder, war erst vor einem Jahr medial der große Renner.  Sven Böll, der Autor des Spiegel-online Artikels holt diesen Ladenhüter für seinen Artikel im Managermagazin noch mal heraus:

Beispiel Bundeshaushalt: Rund 43 Prozent des Gesamtetats standen 2009 dem Sozialministerium zur Verfügung. Es finanzierte davon vor allem den 80-Milliarden-Euro-Zuschuss zur Rentenversicherung und die Ausgaben für Hartz IV. Weitere 14 Prozent gab der Finanzminister für Zinsen aus, jeweils rund zehn Prozent für Verteidigung und Verkehr.

Die Botschaft für Manager? Mensch, Arbeitslosigkeit ist aber auch wirklich richtig teuer.

Hätte derselbe Autor in seinem eigenen Spiegel-Artikel die Grafiken angeschaut, so wüßte er, das die Manager falsch liegen.

Dort stehen andere Zahlen:

Verteilung des Sozialbudgets

Rente: 38 %

Krankheit und Invalidität: 35 %

Kinder, Ehegatten, Mutterschaft (z.b. Kindergeld): 13 %

Arbeitslosigkeit: 7 %

Wohngeld: 3 %

„Sonstiges“: 4 %

Quelle: Spiegel-online

ARBEITSLOSIGKEIT TOTAL BILLIG! … so sollten die Schlagzeilen lauten.  DIE ARBEITSLOSEN SPAREN SICH FÜR UNS KAPUTT! – wäre ebenfalls korrekt.  HARTZ-IV-ABHÄNGIGE: HELDEN DES AUFSCHWUNGS UND DES UMWELTSCHUTZES! … darf man nicht vergessen. Ihr Opfer und das ihrer Millionen Kinder erlaubt den Banken, ihr Personal wieder erster Klasse reisen zu lassen.  Da sie selbst nie fliegen und auch sonst im Verbrauch sehr niedrig liegen, bringt jeder von ihnen der Umwelt mehr  als alle grünen Bundestagsabgeordneten zusammen.

Natürlich wird man diese Schlagzeilen nie lesen, denn mit solchen Schlagzeilen dient man nicht den Interessen der Gemeinschaft des Bundespresseballs.

Die gesamte Staatsverschuldung wuchs bis Ende des vergangenen Jahres auf etwa 1,7 Billion Euro. Ausgeschrieben sieht diese Zahl so aus: 1.700.000.000.000. Dieser Wert entspricht rund 70 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Quelle: Spiegel-online

Das ist etwas, was wir noch recht locker hinnehmen.  Aber wehe das trifft Portugal:

Investoren strafen die Regierung in Lissabon dafür ab, dass deren Sparanstrengungen keine Fortschritte machen.

Angesichts der Höhe der portugiesischen Staatsschulden – rund 81 Prozent der Wirtschaftsleistung – wird das von den Marktteilnehmern als bedrohlich gewertet. Wie die Citigroup ausgerechnet hat, werden die Zinskosten in den kommenden drei Jahren von 2,75 auf 3,75 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, bei Irland sogar von 2,5 auf vier Prozent.

Quelle: Welt

Warum da gerade die Citigroup herumrechnet und warum das jemanden interessiert, was die rechnen, weiß ich nicht. Aber das Länder „bestraft“ werden und niemand aufbegehrt, ist seltsam. Regelsatzkürzungen bewirken bei Ländern das Gleiche wie bei Individuen – ist es zu wenig, geht das Opfer tot. Wer hat eigentlich der Citigroup und anderen Krawattenträgern die Erlaubnis gegeben,  Souveräne zu bestrafen? Was ist eigentlich unsere Demokratie wert, wenn jederzeit irgendwer kommen kann und aufgrund irgendwelcher Spielregeln das Wasser abgräbt?

Sie ist nichts wert, denn es ist keine Demokratie, sondern eine Finanzdiktatur.  Deshalb geht es den Finanzdienstleistern ja auch gut:

Die unternehmensnahen Dienstleister dürften dann einen Umsatz von 612 Mrd. Euro erwirtschaften – das sind 17 Mrd. Euro mehr als im bisherigen Rekordjahr 2008. Experten warnten jedoch vor einem allzu großen Optimismus: Die Wirtschaftskrise sei noch nicht überwunden, sagte der Geschäftsführende Vorstand des Bankenverbandes, Manfred Weber. Das hohe Wachstumstempo aus dem zweiten Quartal, als die Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent zulegte, werde nicht zu halten sein.

Quelle: Handelsblatt

Der gegenseitige Verkauf von Optionsscheinen auf Orangensaftkonzentrat hat Zukunft, der gezielte Vernichtungsangriff gegen die Sozialsysteme wird fortgesetzt und als Supererfolg gefeiert, weil er Arbeitsplätze schafft.

Natürlich muß einer die Zeche zahlen und die obigen Zahlen zum Sozialsystem zeigen schon, wer demnächst dran ist: die Rentner.

Bei Arbeitslosen ist nämlich nichts mehr zu holen. Die haben ihren Beitrag zum Millionärszüchterverein Deutschland geleistet.

Arnold Schwarzenegger macht das schon mal vor:

WELT ONLINE: Wenn Sie einen Wunsch für die letzten Monate Ihrer Amtszeit als Gouverneur frei hätten …

Schwarzenegger: … dann würde ich mir einen Haushalt wünschen, der nach meinen Vorstellungen aufgestellt ist. Und ich wünsche mir eine Rentenreform.

WELT ONLINE: Mit welchem Ziel?

Schwarzenegger: Frühere kalifornische Regierungen haben den Beamten zu hohe Pensionen versprochen, die wir nicht mehr finanzieren können. Wir versuchen jetzt, die einmal gemachten Versprechen rückgängig zu machen und auf einen Level von 1999 zu bringen. Dagegen gibt es Widerstand, aber ich bin mir 100-prozentig sicher, dass ich diese Schlacht gewinnen werde. Das sind meine Wünsche für die Zeit bis zur Übergabe des Amtes an meinen Nachfolger.

Rentenversprechen werden wie Wahlversprechen zu Versprechern.

Dabei geht es Kalifornien, als Bundesland der USA trotzdem siebtgrößte Wirtschaft der Welt, noch gut, wenn man dem Terminator glaubt:

Schwarzenegger: Im Vergleich zu Deutschland und anderen Ländern haben wir wenig Schulden. Unsere Wirtschaftsleistung beläuft sich auf 1,8 Billionen Dollar, und unsere Schulden betragen 80 Milliarden Dollar. Das ist minimal.

Quelle: Welt-online

Aber wir müssen ja ganz viele Bedürfnisse befriedigen … zum Beispiel in Stuttgart, wo der Bahnhofsneubau zur Selbstbereicherungsorgie der „Privatwirtschaft“ verkommt – wie üblich, wenn der Staat die Rechnungen bezahlt (und weshalb man eigentlich nicht zurecht von Privatwirtschaft und erwirtschaften reden kann, was die feinen Herren aber nicht stört):

Bezüglich der Kosten gehen die Ansichten weit auseinander: Offiziell sind für den Bahnhof 4,1 Milliarden Euro veranschlagt, Kritiker befürchten, dass letztendlich ein zweistelliger Milliardenbetrag zu Buche steht.

Quelle: Stern-online

Die Bürgerproteste dagegen in Zeiten knapper Kassen wirken geradezu niedlich.  Da haben wohl Leute noch nicht verstanden, das unsere Wirtschaftselite das „Prinzip Titanic“ fährt: abgreifen, bevor alle merken, das es vorbei ist….und schnell zum Schwarzenegger ´rübermachen, denn dort ist die Welt noch in Ordnung:

WELT ONLINE: Sie selbst tragen auch dazu bei, dass die Wirtschaft Kaliforniens kräftig angekurbelt wird. Sie besitzen diverse Autos, wie viele genau?

Schwarzenegger: Keine Ahnung, das kann ich so genau gar nicht sagen. Meine Familie und ich leben in Sacramento, aber wir haben noch mehrere andere Häuser, wo wir überall auch Fahrzeuge haben. Ich schätze mal, dass es so 15 bis 20 Autos insgesamt sind.

WELT ONLINE: Sie sprechen jetzt nicht von historischen Autos, die Sie sammeln, sondern Fahrzeugen, die sie im täglichen Leben einsetzen?

Schwarzenegger: Völlig richtig.

15 bis 20 Autos für den alltäglichen Gebrauch ist ja auch das absolute Minimum, was man vom Leben erwarten sollte und sie sollten auch nicht billig sein.

Schwarzenegger: Ich mag besonders meinen Porsche Carrera Turbo, aber ich mag auch meine Hummer-Geländewagen.

Das ist echtes Leben.  Das freut uns, das hören wir gerne. So ein Leben sichert auch den Aufschwung,  dem sich andere aus niederen Beweggründen völlig verweigern:

Sie leben auf riesigen Müllhalden vor den Toren Kairos, hausen in notdürftigen Unterkünften aus Wellblech, zwischen Abfällen, Ratten und Exkrementen. Das gesamte Gelände liegt unter einer Dunstglocke aus beißendem Qualm. Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal. Allein in Kairo gibt es schätzungsweise 200.000 Müllmenschen.

Krankheiten sind an der Tagesordnung, insbesondere Erkrankungen der Bronchien – Folge der permanent brennenden Feuer aus alten Plastiktüten. Fliegen, die die Müllhalden bevölkern, tragen schwerste Infektionskrankheiten weiter, wie z. B. das Trachom. 60 % der 50-jährigen sind bereits erblindet.

Quelle: Müllkinder von Kairo

Ob wir in Zukunft dann auch Artikel über die Müllrentner von Stuttgart lesen? Ich glaube, ich geh´ schon mal los und sichere mir eine Halde, denn bei dem, was Arbeitslosen in diesem Land angedroht wird, sollte man mit allem rechnen … zum Beispiel mit Hunger.

ARD: Rentnerfunk probt still und heimlich Massenenteignung, David Michael Hanfeld gegen Goliath Peter Boudgoust

Nun bahnt sich ja wieder mal Ungeheuerliches an.  Die öffentlich-rechtlichen Medien ARD (Alles Richtig Dolle!) und ZDF (Zügle Deine Fantasie!) die uns so berauschende Serienformate wie „Wetten Das“, „Die Schwarzwaldklinik“ oder den „Musikantenstadl“ geschenkt und damit den kulturellen Horizont der Menschheit Ende des 20.Jhd. deutlich erweiterten (allerdings nach unten, aber Hauptsache: Wachstum!) basteln sich hinten herum eine Wirklichkeit zusammen, die ihnen viele zusätzliche Millionen Euro in die schon übervollen Kassen spülen soll.

Was steht an?

„Internet“ soll „Rundfunk“ werden und damit „Eigentum“ des Staates. Und wenn „Internet“ „Eigentum des Staates“ geworden ist, dann kann man es vermieten oder verkaufen wie Sendefrequenzen – und das heißt dann: kleine bescheidene aber unabhängige weil bundespresseballsuchtfreie Medienformate wie dieses hier … wird es dann nicht mehr geben. Dafür wird aber in die Taschen eines jeden Internetnutzers zugunsten eines Weltkonzerns gegriffen.

Weltkonzerns?

Richtig, im Ranking der Medienkonzerne befindet sich die ARD mit einem Umsatz von 6,835 Milliarden Euro auf Platz 18. Sicher, Walt Disney (Platz 1 mit 25,917 Milliarden) macht viel mehr Umsatz, liefert dafür aber auch Sendeformate, die auch für Zuschauer vor der Pensionierung interessant sind.

http://www.mediadb.eu/rankings/rankings.html

In meinen Augen hätte ein öffentlich-rechtliches Medium in dieser Statistik überhaupt nichts verloren, aber da das Institut, das dieses Ranking veröffentlicht,  Hauptpartner der Bundeszentrale für politische Bildung ist, nehme ich an, wissen sie, was sie sich dabei gedacht haben in dem sie privatwirtschaftlich organisierte Konzerne mit Beitragsfunk in einen Topf schmeißen. Das ZDF – nur der Vollständigkeit halber – zügelt auch beim Umsatz seine Phantasie mit nur knapp zwei Milliarden und liegt weit abgeschlagen hinter Burda, Springer, Holtzbrink und erst recht hinter Bertelsmann, der bald mehr Umsatz macht als alle anderen zusammen: 15, 87 Milliarden.

Nun haben ARD und ZDF das Problem, das Zuschauer unter 60 die Programme nicht so toll findet wie die Produzenten selber es tun, auch haben sie keine Lust, ihre Fantasie zu zügeln und bilden sich lieber woanders fort.

Man hätte ja nun einfach die Programme verbessern können: aber wir sind ja beim öffentlichen Rundfunk. Da geht das nicht. Die suchen lieber nach anderen Wegen, die Konkurrenz auszuschalten und sagen einfach: alles Papier ist unser um die Konkurrenz zu beseitigen. Was ihr drauf schreibt, ist uns egal, aber wenn es uns nicht paßt, gibt es eben kein Papier mehr.

Nun, das paßt natürlich nicht zum Förderauftrag des öffentlich rechtlichen Rundfunkes werden jetzt manche einwenden. Gut, sage ich, da habt ihr Recht. Also zeige ich mal, wie der öffentlich rechtliche Rundfunk mit seinen Kritikern umspringt. Vertrauliche Quellen haben uns da nämlich was zugespielt:

http://www.ard.de/intern/-/id=1886/nid=1886/did=1527714/exkc18/index.html

„Offener Brief“ an den Herausgeber der FAZ

Am 21.07.2010 hat die FAZ auf ihrer ersten Seite unter dem Titel „Bestellte Wahrheiten“ einen Leitartikel veröffentlicht, in dem der Autor den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einer Reihe nennt mit „Herrschaft des Staatsjournalismus“, „totalem Machtanspruch“ und „Ende der freien Presse“. In einem offenen Brief an Frank Schirrmacher verwahrt sich der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust im Namen der ARD vor derartigen Unterstellungen und geschichtsvergessenen Vergleichen.

Wie es scheint, haben also auch andere Medienschaffende von den Umtrieben bei ARD/ZDF erfahren … und sich erlaubt, eine Meinung dazu zu bilden. „Herrschaft des Staatsjournalismus“, „totalem Machtanspruch“ und „Ende der freien Presse“ – das hört sich alles sehr hart an … aber wir wissen, das es so kommen kann. Alle Häßlichkeiten, die den Bürger in seinem Investierrausch bremsen könnten, werden zum Beispiel jetzt schon mit großer Gewalt aufgrund der staatsbürgerlichen Verantwortung des Journalisten nur sehr eingeschränkt veröffentlicht – gerne auch nur in der Fachpresse, denn wie auch in der Medizin so sollte der Bürger auch beim Thema Wirtschaft sehr kurz gehalten werden, damit er sein Geld auch weiterhin den Banken zum Spielen gibt.  Und es war ein geschickter Schachzug des Rentnerfunks, in der Auseinandersetzung um die Lufthoheit im Internet einfach den ganzen Luftraum für sich zu beanspruchen.  Doch schauen wir, wie der Herr Peter Boudgoust mit den Kritikern umgeht: er schreibt dem Chef des Autors einen Brief.

Sehr geehrter Herr Dr. Schirrmacher, 

in der medienpolitischen Berichterstattung der Presse bin ich als ARD-Vorsitzender und SWR-Intendant schmerzerprobt und durchaus einiges gewohnt. Dass verlegerische Interessen dabei mitunter einmal höher gewichtet werden als das Bemühen um journalistische Wahrhaftigkeit – geschenkt.

In der heutigen Ausgabe der FAZ aber stellt der Leitartikler Michael Hanfeld einen Zusammenhang zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und der „Herrschaft des Staatsjournalismus“ her. Gegen diese Darstellung verwahre ich mich im Namen der ARD entschieden. Dies ist geschichtsvergessen und maßlos. Es macht mich sprachlos, dass Sie dies in einer Qualitätszeitung wie der FAZ zulassen.

Wir haben zwar Meinungsfreiheit, aber wehe jemand äußert eine Meinung, die nicht zuvor abgesegnet wurde. Und selbst dann wird Druck gemacht, der entsprechende Mitarbeiter bekommt seine ARGE-Nummer zugeteilt und man kann in Ruhe weiter über das Feuerwehrfest in Bottrop berichten, das allen so viel gebracht hat.  Es ist schon wirklich sehr weit gekommen in diesem Land, das man so unverfroren drohen kann womit zumindest das  ARD  Ostblockzustände anbahnt (womit nicht gesagt wird, das sie das in aller Konsequenz auch durchziehen werden – sie werden aber jeden Euro Lizenzgebühren einfahren).

„Geschichtsvergessen und maßlos“ sei der Herr Hahnfeld, so tönt der Funktionär des Staatsfunks, ohne es konkret belegen zu können. Aber man kann es ja einfach mal ablassen, auch wenn es keinen Inhalt hat. Welche Geschichte da wer vergessen haben soll, weiß ich nicht. Leider ist der Herr Boudgoust nicht so sprachlos wie er angibt, aber er weiß ja, das journalistische Interessen manchmal anderen Interessen untergeordnet werden müssen.

Selbstverständlich stellen wir uns jeder Kritik. Aber von einem „Ende der freien Presse“ und einem „totalen Machtanspruch“ der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland zu sprechen, nur weil ein unabhängiges Gutachten des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Hans-Jürgen Papier, nicht den Interessen der Verlage zu entsprechen scheint, ist völlig unverhältnismäßig und einer seriösen Zeitung unwürdig.

Das Wort „seriös“ spielt hier eine wichtige Rolle, weil es der Sprachcode ist, nachdem auch die Lizenzen und die Einladungen zum Bundespresseball vergeben werden, zu dem der Herr Hanfeld nun wohl nicht mehr eingeladen werden wird. Ich möchte diesen Passus des Herrn Boudgoust mal übersetzen: Wenn ihr weiterhin im Medienfilz mitspielen wollt, dann schmeißt den Hanfeld ´raus.

Dass der Kommentator überdies den Eindruck erweckt, die beiden hochgeachteten ehemaligen Verfassungsrichter Papier und Kirchhof hätten „Gefälligkeitsgutachten“ abgegeben, erschreckt mich als Staatsbürger, ohne dass ich es weiter kommentieren will. Ebenso erspare ich es mir, auf die völlig überzogene Darstellung einzugehen, nach der die ARD „viele hundert Millionen Euro“ fürs Internet ausgibt. Die Kosten für alle Online-Angebote der ARD lagen 2009 unter 100 Millionen Euro. Das gilt auch für 2010, nachzulesen im KEF-Bericht, Seite 125/126.

Ich schreibe Sie zum ersten Mal persönlich an, denn mit dem Kommentar von Herrn Hanfeld ist meines Erachtens eine Grenze überschritten. Das wollte ich Ihnen noch heute in einem offenen Brief mitteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Boudgoust

Da wurde also eine Grenze überschritten. Es wurde der Verdacht geäußert, das da nicht alles mit rechten Dingen zu geht, das geht im Bereich von Alles Richtig Dolle und Zügle Deine Fantasie ja nun mal gar nicht, die müssen Rücksicht auf ihre Zuschauer nehmen, denen jederzeit ein Herzinfarkt droht, wenn sie sich zu sehr aufregen. Selten, ja wirklich ganz selten waren Menschen so einfältig, schriftlich in ihrer Verteidigungsrede zu beweisen, das der Ankläger völlig recht hat. Das erschreckt jetzt mich mal als Staatsbürger, denn immerhin zahle ich diesen Boudgoust wie alle anderen Staatsgeldempfänger auch … und das hier in aller Öffentlichkeit ein Journalist durch massive Drohungen gegen seinen Arbeitgeber eingeschüchtert werden soll, zeigt, wie weit es schon gekommen ist und wie sicher diese Staatsjournalismusfunktionäre sich mitlerweile  in ihrem Sattel fühlen.  Als Souverän diese Landes geht da bei mir mehr als nur eine Augenbraue hoch.

Aber schauen wir doch mal was der Herr Hanfeld so schlimmes geschrieben hat:

Bestellte Wahrheiten

Online ist Rundfunk: Plagten sich ARD und ZDF bislang wenigstens pro forma mit der Auflage herum, ihre Angebote im Internet sollten nicht „presseähnlich“ sein, sind sie nach der Vorstellung des früheren Verfassungsrichters Papier nun aller Rechtfertigungszwänge ledig.

Von Michael Hanfeld

21. Juli 2010 

Du bist Rundfunk, ich bin Rundfunk, wir alle sind Rundfunk. Sie betreiben einen Blog im Internet? Dann sind Sie Rundfunk. Sie arbeiten für einen Verlag, bei einer Zeitung, einer Zeitschrift, die einen Online-Auftritt unterhält, mit Texten, Bildern, kurzen Filmen?

Dann arbeiten Sie für den Rundfunk. Eigentlich ist jeder Rundfunk, der eine Website betreibt. Und eigentlich muss sich jeder dafür rechtfertigen, denn für den Rundfunk braucht man entweder eine Lizenz vom Staat oder muss ihn direkt im Auftrag des Staates betreiben, so wie die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF.

Ja, so sehen das viele andere auch. Da hat ein Gutachten eine Tür geöffnet, hinter der sich viele Millionen Euro Lizenzgebühren befinden, weil der Staat den öffentlichen Raum als Privateigentum definieren will.

Und alles andere im Internet ist was? Rundfunk, sagt der von den Rundfunksendern mit Rundfunkgebühren bezahlte Rechtsfachmann. Und wo in Deutschland Rundfunk ist, da gilt der „Grundversorgungsauftrag“ der Öffentlich-Rechtlichen, die auch im Internet die einzig wahre Informationsquelle darstellen.

Mehr gibt es, denke ich, nicht dazu zu sagen. Aber Herr Hanfeld … hat doch noch was dazu gesagt:

http://www.dwdl.de/story/27020/schlagabtausch_zwischen_ard_und_faz/

Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte „FAZ“-Redakteur Hanfeld zu dem offenen Brief Boudgousts: „Wenn der Vorsitzende der ARD an einen Herausgeber der ‚FAZ‘, meinen Chef, einen offenen Brief schreibt, in dem er mich, den Redakteur, angreift, dann verrät mir das viel über den Byzantinismus und das hierarchische Denken, das in den obersten Etagen der ARD herrscht.“
 
Das sieht auch der „Spiegel“ ähnlich:
 
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,707918,00.html
Und so kam irgendwer auf die kreuzdämliche Idee, der ARD-Vorsitzende solle doch an die „FAZ“ schreiben. Doch Peter Boudgoust schrieb nicht etwa an Herrn Hanfeld persönlich. Er schwärzte den nervigen Journalisten öffentlich bei seinem Chef an. Mit einem offenen Brief, veröffentlicht auf ard.de, angekündigt auf der Startseite, gerichtet an „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher.
Vermutlich kennen öffentlich-rechtliche Hierarchen solch eine Vorgehensweise aus ihrem Umgang mit Politikern. Die laufen ja auch gern gleich zum Senderboss, wenn ihnen nicht gefallen hat, was so ein kleiner Fernsehredakteur da wieder mal verbrochen hat. Mag also sein, dass Peter Boudgoust ein solcher Stil vertraut ist. Ein guter Stil ist es dennoch nicht
 
Kreuzdämlich mag die Idee gewesen sein, aber ich finde, sie kam gerade richtig. Es ist auch keine Frage von „Stil“, wie Leute formulieren mögen, die sich die Einladung zum Bundespresseball nicht vermiesen wollen. Es zeigt vor allem, das in den Kreisen des Staatsfunks Menschen ihr Unwesen treiben, die noch ein ziemlich feudales Selbstverständnis ihrer Position und Stellung haben. Als Gebührenzahler kann ich nur sagen: Menschen wie Peter Boudgoust haben in einer Demokratie an solchen Positionen nichts aber auch gar nichts  verloren. Seine Position öffentlich dazu zu benutzen, einen freien Journalisten anzugreifen mit der Absicht ihn über seinen Chef mundtot zu machen, ist ein Umgang wie man ihn von totalitären Staaten gewohnt ist.
Und insofern ist es für alle Bürger und Souveräne dieses Landes wichtig zu sehen, wie „die“ über „uns“ denken, wie „die“ meinen mit „uns“ umspringen zu können … und ich mag nicht darüber nachdenken, wie „die“ wohl über uns reden, wenn … gerade keine Öffentlichkeit vorhanden ist.  Geht man davon aus, der sich der Herr Boudgoust noch gezügelt hat, so fällt es nicht schwer, sich auszumalen, was da hinter verschlossenen Türen geschieht, wenn „die“ ganz und gar keine Rücksicht mehr nehmen brauchen.
Jemand, der zu  solchen Methoden und Formen des Umgangs neigt, sollte sich nicht wundern, das man die Qualität seiner Gutachten anzweifelt, denn es bleibt doch die Frage: mit welchen Druckmitteln hat er denn dieses Ergebnis erzielt?
Und die Absichten, die hinter dem Gutachten stehen, kann man wohl ebenfalls nicht unbedingt „ehrenhaft“ nennen.  Es droht nicht mehr oder weniger als die Enteignung aller Internetschaffenden. Ob es auch gemacht wird, ist die Frage.  Aber wer könnte schon der Versuchung wiederstehen, etliche Millionen Lizenzgebühren zu beziehen und gleichzeitig allen möglichen Druck auf unbeliebsame Meinungen ausüben zu können?
Nun… wie es scheint, könnte der Vorsitzende der ARD nicht widerstehen. Wenn der erst den Finger am Drücker hat, dann warnt der gar nicht mehr – der löscht sofort. Muß er auch, gibt ja keinen Chef hier draußen, den man die Arbeit für sich erledigen lassen kann.
Man weiß letztlich gar nicht, was schlimmer an der Affäre ist: die Tatsache, das Funktionsbürokraten das Internet als Privateigentum beschlagnahmen wollen, oder die Tatsache, das sie sich aufführen wie Adelige im Mittelalter.
Aber ich weiß, welche Konsequenzen man als Bürger daraus ziehen muß: der Saustall muß ausgemistet werden, bevor Menschen wie der Herr Buodgoust unseren Arbeitgebern ebenfalls Briefe schreiben, wenn wir in ihren Augen nicht richtig funktioniert haben.
 
 

Medien und Manipulation: Eifelphilosoph gibt auf, Mickey Mouse gewinnt … das Ende der Blogkultur

Manche werden sich sicher fragen: Gibt es das überhaupt, Manipulation in den Medien? Von diesen Menschen hätte ich gerne die Adresse, denn ich habe da noch einige Versicherungen und todsichere Anlagetips über die ich mit ihnen gerne reden würde.

Es reicht doch heutzutage einfach, die „Tagesschau“ zu gucken um zu merken, das man beständig an der Nase herumgeführt wird. Beispiel? Aghanistan. Plötzlich aus heiterem Himmel sind wir in Afghanistan, deutschen Soldaten sterben und Töten in einer Gegend, in der zuvor „der Russe“ gestorben ist und getötet hat.  Auf einmal sind unsere eigenen Kinder im Fernsehen – und nicht alle von ihnen sind lebendig und könnten uns noch was vorsingen.

Mit Manipulation ist das so eine Sache. Ich folge da jenen Theoretikern die sagen: Jede Kommunikation ist Manipulation.  Solche Aussagen erzürnen den einen oder andern der der Meinung ist, er würde immer alles offen und ehrlich sagen. Häufig kommen solche Aussagen von Menschen, die selber gerne manipulieren und nicht weiter auffallen möchten. Andere stören sich um das Wort „Manipulation“, das erst im Jahre 1985 etwas Übles geworden ist:

1985 heißt es in Knaurs Wörterbuch dann, Manipulation sei entweder ein Gerät etc. geschickt handhaben oder auch etwas oder jemanden in die gewünschte Richtung lenken; beeinflussen; steuern.

(Quelle: Wikipedia)

Einfach mal einen Test machen.  Vor die Tür gehen und warten, bis ein Nachbar kommt. Und dann? Warten Entscheidungen auf einen, die man treffen muß. Grüße ich ihn oder nicht? Stehe ich dazu auf oder nicht? Wieviele Wörter wähle ich? Stimmlage … hoch, tief? Wo schaue ich hin? Gebe ich ihm die Hand? Viele Entscheidungen sind zu treffen und werden getroffen…nicht so überlegt, wie die Entscheidungen einer Werbeabteilung, aber trotzdem zielgerichtet, denn ich habe bei der Kommunikation eigene Interessen, die ich verwirklichen will – und sei es nur, das ich will, das der möglichst schnell geht weil ich meine Ruhe haben will….oder ich will Gesellschaft und ein längeres Gespräch mit ihm.

Bei dem Chefredakteur der Tagesschau geschieht das schon deutlich bewußter. Welche Nachrichten hält er es für Wert, dem Bürger mitzuteilen?

Was ist seiner Meinung nach das wichtigste Thema des Tages? Schauen wir mal, was es da gibt:

http://www.welt.de/finanzen/article8579579/Die-Mafia-waescht-ihr-Geld-so-leicht-wie-nie.html

Die Finanzkrise hat der italienischen Mafia neue Möglichkeiten bei der Geldwäsche eröffnet. Nach Angaben der Zentralbank in Rom nutzte die Mafia die Kreditklemme, als die Banken keine Kredite mehr vergaben, und sprang mit kriminellem Geld ein. „Die Krise hat dem organisierten Verbrechen Raum zur Entfaltung geliefert, weil der Zugang zu Krediten schwieriger geworden ist”, sagte Anna Maria Tarantola, stellvertretende Generaldirektorin bei der Banca d’Italia in einem Interview mit Bloomberg. „Wer über große Summen an Bargeld verfügt, so wie kriminelle Vereinigungen, kann Investments tätigen, die für andere nicht möglich sind. Sie können jetzt in ganz legale Geschäfte investieren.”

Eine ganz wichtige Nachricht. Gehört auf Seite 1.  Was noch?

http://www.welt.de/finanzen/article8582293/Briten-und-Amerikaner-werfen-die-Notenpresse-an.html

Die Welt steht vor einem Experiment mit hohen Risiken: Die US-Notenbank Fed und die Bank of England wollen noch mehr Geld drucken.

Das bedeutet: es gibt mehr Spielgeld für Reiche. Das Geld wird gedruckt … und dann zu den Banken geschickt. Für fast gar nichts. Die nehmen das und geben das (Bonität voraussgesetzt) weiter. Und wer Bonität hat, kauft dafür Dinge, die wenigstens ein ganz klein wenig Gewinn versprechen, zur Not eben einfach Anteilsscheine an Unternehmen, denn wenn das alle machen, steigt der theoretische Wert automatisch.

Auch Aktien könnten in der Inflation eine Renaissance erleben. Schließlich verbriefen die Papiere Anteile am Produktivkapital. Und der Wert von Maschinen, Grundstücken und Gebäuden legt mit der Inflation zu. So erklärt sich vielleicht auch der gestrige Kursanstieg an den Weltbörsen.

Ganz wichtige Nachricht.  Auch Seite 1.  Ebenso die Erwägungen zur „Angst-Industrie“.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/die-suche-nach-sicherheit-wer-mit-der-angst-der-menschen-profit-macht;2620538;2

Der Terror hat die Menschen ängstlicher gemacht. Sie verlangen nach mehr Sicherheit – beim Reisen, beim Essen, beim Geldanlegen. Für die Bevölkerung birgt die Angst nur Negatives – doch für den Markt wird sie zum neuen Milliardengeschäft.

Dank Videoüberwachung kann  mitlerweile jeder gutes Geld verdienen:

Die riesige Masse an Bildern bringt ein Problem mit sich: Wer soll sich die vielen Millionen Stunden Überwachungsvideos, die täglich anfallen, eigentlich anschauen? Jedermann. Diese Lösung hat zumindest der Privatunternehmer Tony Morgan gefunden. Seine Website „Internet Eyes“ belohnt Bürger, die sich in das Überwachungsnetz einschalten und nach Straftaten Ausschau halten. Ein Klick auf den Alarmknopf benachrichtigt die Polizei. Wer die meisten Straftaten pro Monat findet, gewinnt 1 000 Pfund.

Nicht mehr lange, da wird Deutschland auch auf diesem Felde Vorreiter sein.  Millionen von Bürgerarbeitern (zuvor Hartz IV) werden an Millionen von Bildschirmen sitzen (vielleicht sogar in den Büros der ARGEn) und schauen, was die anderen Millionen von Bürgern so machen….und mir kann niemand vormachen, das dieser Schritt nicht von anfang an geplant war.  Erst quält und erniedrigt man eine Menschengruppe … und dann gibt man ihr die Macht, sich zu rächen. Sowas ist ein erstklassiges Motivationsprogramm., da schauen die zuvor Hartz IV-Abhängigen gerne doppelt so lange und doppelt so intensiv.

Darum: diese Meldung auf Seite 1.

Was jedoch bringt die Tagesschau?

Die Deutschen wollen direkte Demokratie.

Wen sollte das interessieren? Aus gutem Grund haben die Väter des Grundgesetzes den Deutschen nicht getraut.

Die Banken erwarten die Ergebnisse des Streßtests … mit dieser Meldung hätte man auch warten können, bis der Test da ist.

Chavez mag Kolumbien nicht. Der ist erstmal weit weg und berührt meinen Geldbeutel nicht.

Was noch?

Sturm über der Ölpest. Weit weg wie Chavez.

Die Tagesschau hat nicht gelogen, noch gewertet. Aber manipuliert in dem sie die Aufmerksamkeit lenkt. Sie kann ja auch nichts anderes, in fünfzehn Minuten über alles  Relevante zu berichten wäre unmöglich…und da man weiß, das Wirtschaft hauptsächlich Psychologie ist, darf man im Namen des Aufschwungs auch  nicht ganz so viel Angst machen – also müssen Wirtschaftsnachrichten eigentlich sowieso vor dem Volk verborgen werden.  Kriegen die Leute Angst, holen sie ihr Geld von der Bank und alles geht den Bach ´runter – wer kann das schon wollen.

Und so manipuliert die Tagesschau doch, handhabt geschickt die Nachrichten so, das der Zuschauer nicht in unerwünschte Richtungen gelenkt wird.  Diese Richtungen zu berücksichtigen war dereinst Aufgabe der „freien Presse“, der vierten vierten Macht des Staates, die in den USA nur noch von fünf Firmen betrieben wird, eine davon ist … DISNEY.

Kaum zu glauben aber wahr: Disney ist inzwischen einer von fünf Konzernen, die bestimmen, was geschaut wird. 1983 waren es noch über fünfzig.  In wenigen Jahren wird dann wohl Mickey Mouse als einziger Nachrichtensprecher übrig bleiben – und man kann jetzt schon sagen, wieviele Nachrichten denn dann wirklich noch gesendet werden:

http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=58544

RTL und Sat 1, die beiden Marktführer im Bereich der privaten Fernsehvollprogramme, unterscheiden sich immer stärker in dem Stellenwert, den sie ihren Nachrichtensendungen einräumen. Während das gesamte Nachrichtenvolumen von RTL relativ konstant bei ca. 60 Minuten pro Tag liegt, ist es bei Sat 1 seit 2007 kontinuierlich abgesunken – auf mittlerweile ca. 30 Minuten pro Tag. Das ist einer der Befunde, die im neuesten Programmbericht der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) am 18. Mai in Berlin vorgestellt wurden.

Nun hat sich ja mitlerweile ein neues Medium etabliert: das Internet. Auf einmal begannen Nachrichten wieder  frei zu zirkulieren, kein freier Journalist war gezwungen, auf Anzeigenkunden, den Parteibüchern des Vorstandes oder der Meinung der Nichte vom Chef Rücksicht zu nehmen. 

Zwar unterscheiden sich die privaten Vollprogramme und Senderfamilien im Umfang ihrer Nachrichtenangebote, so der Programmbericht. Was sie jedoch verbindet, ist der geringe Stellenwert der Politik als potentieller Gegenstand von Nachrichtenbeiträgen. „In der Regel wird in diesen Programmen weniger als ein Drittel der verfügbaren Nachrichtenzeit für die politische Berichterstattung verwendet. Umgekehrt ist die politische Informationsleistung der privaten Vollprogramme weitgehend auf das beschränkt, was im Rahmen von Nachrichtensendungen über Politik berichtet wird. Das gilt besonders für die Vollprogramme der Pro Sieben Sat 1 Media AG“, erläutert der wissenschaftliche Leiter der Göfak Medienforschung GmbH, Potsdam, Hans-Jürgen Weiß. Lediglich bei RTL sind in etwa im gleichen Umfang wie in den Nachrichten weitere politische Beiträge in Magazin-, Reportage- und Dokumentationssendungen zu finden. Gleichzeitig ist der Anteil an Boulevard-Themen bei RTL am höchsten.

Bildungsauftrag der Medien … ist von gestern.  Aber das können die Bürger ja selbst in die Hand nehmen … und das haben sie ja auch. Nachrichtenspiegel-online ist ein Ergebnis dieser Entwicklung.

Doch damit IST JETZT SCHLUSS!

Und das ist die Meldung, die eigentlich ganz nach oben gehört….auf jede Tageszeitung, jeden Blog, jedes Stadtteilmagazin denn der Untergang der vierten Macht als unabhängige Instanz der Gewaltenteilung ist beschlossene Sache:

Ich zitiere mal gleich ARD selbst:

http://www.ard.de/intern/gremienvorsitzendenkonferenz-der-ard/aus-der-arbeit/pressemitteilungen/-/id=1026814/nid=1026814/did=1525850/lh35f/index.html

Laut Gutachten zählt das Internetangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zum Kern des öffentlich-rechtlichen Grundversorgungsauftrages, da die Meinungsbildung der Öffentlichkeit und des Einzelnen, insbesondere der jüngeren Generation, heute in starkem Maße auf dem Weg des Internets erfolge. Professor Papier ist daher der Ansicht, dass der Gesetzgeber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon von Verfassungs wegen einen grundsätzlichen Online-Auftrag erteilen musste.

Im Internet erhalte der öffentlich-rechtliche Funktionsauftrag einen neuen Schwerpunkt:  der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse „die Informationsquelle sein, die Gewähr für Objektivität und Binnenpluralität bietet“ und dem Bürger konzentrierte Orientierung  in dem potentiell unbegrenzten Informationsspektrum ermöglicht.

Zur Realisierung dieses Auftrags dürfen sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aller im Internet üblichen Mittel bedienen, also auch Text-Bild-Seiten verwenden, so das Gutachten. Verfassungsrechtlich seien „Internetangebote, bei denen Texte, Bilder, Töne etc. als Datei vorliegen und über ein Netz abrufbar sind, grundsätzlich als Rundfunk zu qualifizieren“.  Als Presse seien allenfalls im Internet verbreitete Zeitungen, die das Printprodukt 1:1 abbilden, einzustufen. Schon internettypische Elemente wie Verlinkungen, interaktive Funktionen, Kommentarfunktionen und erst recht Multimedia-Angebote zerstörten den Eindruck von Presseähnlichkeit.

Wenn aber …  wie das Gutachten nahelegt … Internet gleich Rundfunk ist, dann hat das Konsequenzen. Lauschen wir mal den Medienfürsten:

Nach Ansicht der Vorsitzenden des NDR-Rundfunkrates Dagmar Gräfin Kerssenbrock sind die Aussagen des Gutachtens vor allem von großem Wert für die Allgemeinheit: „Das Gutachten belegt, dass die Presse sich mit ihren aus Text, Bild und Verknüpfungen bestehenden Internetangeboten auf das Gebiet des Rundfunks begibt und nicht umgekehrt. Das Ergebnis des Gutachtens steht ganz im Interesse des Nutzers, der die ausführlichen und Hintergrund bietenden Informationen z.B. auf tagesschau.de sehr schätzt und der Marke besonderes Vertrauen entgegenbringt.“

Ganz klar: Internet ist Rundfunk. Ebenso klar: Internet ist für die politische Bildung unverzichtbar: 

Ruth Hieronymi, designierte GVK-Vorsitzende und WDR-Rundfunkratsvorsitzende: „Das Gutachten weist auch darauf hin, dass die Meinungsbildung im Internetzeitalter nicht nur durch etablierte Akteure aus dem Bereich der Presse oder des Rundfunks, sondern auch durch Blogs, Chats u. ä. erfolgt.  Dies gilt ganz besonders für die jüngere Generation. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist eindeutig gefordert, attraktiver für Jüngere zu werden. Auch deswegen wird die GVK im Frühjahr 2011 ein zweites Forum zur Erreichbarkeit der Jugend veranstalten.“

Hier sollte man sich jedes Wort langsam und ruhig zweimal durchlesen weil … die Konsequenzen absehbar sind. Fragen wir mal … den Anwalt:

http://www.referendare.net/news.php?news=999&lit_tipp=132

Die Veranstalter privater Rundfunkangebote benötigen eine so genannte Rundfunklizenz, bevor sie ihr Angebot der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Praktisch bedeutet dies, dass sie die Voraussetzungen erfüllen müssen, die der Rundfunkstaatsvertrags und das jeweils anwendbare Landesmediengesetz an den Veranstalter stellen. Neben der persönlichen Eignung gehört dazu vor allem der Nachweis, dass der Veranstalter in der Lage ist, das beantragte Programm wirtschaftlich und finanziell durchzuführen. Für die Erteilung der Lizenz selbst ist eine Gebühr an die zulassende Landesmedienanstalt zu entrichten. Für klassische Rundfunkangebote führt die Notwendigkeit der Antragstellung oft zu einer effektiven Mehrbelastung in fünf- oder sechsstelliger Höhe. Der geringste Posten sind dabei allerdings meist die Gebühren selbst. Aufwendig sind meist die Erstellung des Antrags selbst und die Aufstellung eines tragfähigen Business- und Finanzplans.

 Bei reinen Online-Angeboten ist zu berücksichtigen, dass diese einen vergleichsweise günstigen Distributionsweg nutzen und die Herstellung und Abwicklung des Programms ggf. mit einem sehr kleinen Personal- und Technikbestand realisiert werden kann. Demgemäß fällt auch die Antragstellung sowie die Prüfung des Antrags durch die Landesmedienanstalt oft weniger kompliziert aus. Der Erwerb einer Rundfunkzulassung für reine Online-Angebote ist faktisch damit meist für vergleichsweise „günstiges Geld“ zu bekommen.

Kurz und gut … jeder Blogger wird eine Lizenz beantragen müssen, weil durch die Neudefinition von Internet als „Rundfunk“ wir alle unter die Definition der Rundfunkstaatsverträge fallen. Den Entscheidern bei ARD und ZDF ist inzwischen auch klar, wir groß der Einfluß des Internet auf Meinungsbildung ist und ihr gesetzlicher Auftrag verpflichtet sie dazu, hier einzuschreiten.

Darum ist die Entwicklung unaufhaltsam. Mickey Mouse verdrängt den Eifelphilosophen….und alle andern Blogger auch. Wer in Deutschland seine Meinung sagen möchte, der wird eine Lizenz beantragen  (vielleicht nur ein paar tausend Euro, ist ja nur ein Online-Angebot) und seine „persönliche Eignung“ beweisen müssen.

Was das bedeutet, kann sich jeder ausmalen.

Wer Angst verbreitet oder potentiell angsterzeugende Nachrichten publiziert wird gemäß Wirschaftsaufschwungssicherungsgesetz mit Lizenzentzug nicht unter drei Jahren bestraft.

Bloggen wird bald teuer … jedenfalls wenn es der Meinungsbildung und gelesen wird.

Ein, wenn nicht das entscheidende Kriterium für die Einordnung wird die Anzahl der potentiellen gleichzeitigen Nutzer eines Internetangebots sein. Der 12. RÄStV nennt selbst die Zahl 500 potentielle Nutzer als Orientierung. Heißt dies, wer sein Angebot auf 499 zeitgleiche Nutzer beschränkt, der ist in jedem Falle fein raus?

Klarstellend möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass die Möglichkeit 500 zeitgleicher Zugriffe nicht ein positives Kriterium für das Vorliegen von Rundfunk ist. Insofern findet sich diese Voraussetzung auch nicht in § 2 Absatz 1 des neuen RStV. Sie ist ein Ausschlusskriterium für Rundfunk und insoweit im 3. Absatz der geplanten Regelung integriert. Hier wird sie neben anderen Ausschlusskriterien genannt, und zwar in alternativer Aufzählung. Die Frage kann also nur mit „ja“ beantwortet werden.

Der anwaltliche Rat ist älter. Da war noch die Frage zu klären: was ist Rundfunk. Die ist inzwischen geklärt. Wir sind alle … Mitarbeiter des Rundfunkes geworden.  Bald wird man auf uns zukommen und uns sagen unter welchen Bedingungen wir weiter arbeiten dürfen, oder?

Dann wird der Eifelphilosoph wohl zugunsten von Mickey Mouse abtreten müssen. Oder ich schreibe darüber, wann meine Hunde Verdauung hatten. Ich muß meine Leserzahl dringend unter 500/Tag  drücken, sonst wird es sehr teuer.

Die Wirtschaftskrise und die Medien

Wir leben ja in wahrlich spannenden Zeiten. Eine kleine Zahl mutiger Journalisten liefert sich einen unglaublichen Kampf. Die ganze Welt befindet sich in einer nie dagewesenen Wirtschaftskrise, deren Folgen nur durch zunehmende gigantische Verschuldung aufgehalten werden kann, nur ein kleines gallisches Dorf eine kleine Zahl von Journalisten schreibt mutig dagegen an.

Das macht auch Sinn. Wirtschaft und Psyche hängen eng zusammen. Glaubt man an den Reichtum der Zukunft, schmeißt man sein Geld gerne zum Fenster heraus, es wird einem ja durch die Tür vielfach vermehrt in einer großen Schubkarre wieder zurückgebracht.

Glaubt man nicht an den Aufschwung, kauft man lieber Dosen … und Tabak als Notwährung.

Seit Monaten melden die Wirtschaftsjournalisten wöchentlich mehrmals das Ende der Krise, doch die Krise wehrt sich, wo sie nur kann:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,652230,00.html

Der deutsche Maschinenbau leidet massiv unter der globalen Krise. Die Aufträge sind zum elften Mal in Folge massiv eingebrochen – im August sanken die Bestellungen um 43 Prozent. Dennoch hofft die Branche, dass die Talsohle bald erreicht ist

Vielleicht gibt es aber gar keine Talsohle im Abgrund? Man kann doch nicht einfach so tun, als gäbe es eine, als wäre der Prozeß noch aufzuhalten. Gut, so eine Vermutung wäre für die Psyche natürlich fatal, was wiederum den DAX belasten würde, der gestern ja zu einem neuen Höhenflug ansetzen wollte, bevor die blöde Krise ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeschossen hat.

Im Kampf gegen die Krise setzten bezahlte Schreiberlinge Journalisten jedes Mittel ein, das ihnen zur Verfügung steht, auch die platte Lüge:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,652206,00.html

Zahl der Arbeitslosen sinkt überraschend stark

Wer nur die Überschrift liest, ist erleichtert und erwartet mindestens zwei Millionen Arbeitslose weniger.

Doch im Originalton der Bundesanstalt für Arbeit hört sich das nüchterner an:

„Durch die Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit im September deutlich zurückgegangen“, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. „Dies ist jedoch keine Trendwende. Insgesamt bleiben die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt weiterhin spürbar.“

Gut, wenn man den Artikel ganz liest, denn er wird noch düsterer. Und mir fehlt auch die Zahl derjenigen, die aus ALG I in ALG II übergewechselt sind … ein Sinken der Arbeitlosigkeit kann auch dadurch geschehen, das alle in eine andere Statistik wandern. Am Ende, nach dem Verlust jedes Anspruches auf ALG I haben wir nämlich statistisch keinen einzigen Arbeitlosen mehr. Aber das ersparen wir uns mal, denn es gibt noch mehr aus der Welt der Wirtschaft.

Kennt noch jemand diesen Ackermann? Deutsche Bank? Der hat ja vor kurzem noch toll geprahlt, das er wieder Gewinne macht und seine 25 % – Rendite erreicht. Jetzt zieht er aus den Supergewinnen auch noch Konsequenzen und baut Stellen ab. Das ist immer gut für den Aktienkurs.

http://www.welt.de/wirtschaft/article4675512/Deutsche-Bank-streicht-1300-Arbeitsplaetze-im-Inland.html

Die Finanz- und Wirtschaftskrise veranlasst die Deutsche Bank zu deutlichen Einschnitten beim Personal. Nach Informationen von WELT ONLINE streicht die Bank 1300 Stellen im Inland.

Nun, manche Kommentatoren blicken momentan sehr optimistisch in die Zukunft. Kein Wunder, sie sitzen wohlversorgt in Brüssel. Dort wird es noch lange Schinken geben.

http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/die-spur-der-krise;2463271

Auch wenn es provokativ klingt für die, denen Arbeitslosigkeit droht: Wir können mit Zuversicht in die unmittelbare Zukunft schauen.

Stimmt. „Wir“ sind ja nicht die, denen Arbeitslosigkeit droht. Und wenn man sieht, was jener Experte für die Zukunft erwartet, kann er nur froh sein, das er zu dem „wir“ gehört und nicht zu den Arbeitnehmern.

Viele Arbeitnehmer fallen dauerhaft aus dem Markt, die strukturelle Arbeitslosigkeit steigt. Krisen verändern die Wirtschaftsstruktur, daraus resultiert eine längere Suche nach neuen Jobs und damit eine verlängerte durchschnittliche Arbeitslosigkeit. Hinzu kommt der Effekt von Firmenpleiten und von Kapitalverlusten bei denen, die überleben. Schließlich spielt die Schrumpfung des Finanzsektors eine Rolle und die Tatsache, dass abwandernde Arbeitskräfte im neuen Job eine niedrigere Produktivität haben – auch wenn sie vielleicht sozial nützlicher sind. Insgesamt folgt deshalb nach einer Bankenkrise ein Wohlstandsverlust, der fünf Prozentpunkten des Bruttoinlandsproduktes entspricht.

Fallen dauerhaft aus dem Markt … wer jetzt zwischen 40 und 67 ist und seinen Arbeitsplatz verliert, der hat eine große Chance, ins sozialstaatliche Paradies von Hartz-IV zu wandern. Wie zuvor drängeln sich immer mehr Menschen um immer weniger Arbeitsplätze – und keinen interessierts.

Wir brauchen aber bezahlte Arbeit um unseren Staat am Leben zu erhalten.

Und nur mit Zuversicht und Optimismus bekomme ich beim Metzger kein Gramm Schinken. Ich kann es ja mal versuchen … aber nur, wenn ein Kamerateam mich begleitet.

Das Zuversicht, Optimismus und seriöse Geschäftsplanung eigentlich einen Dreck wert sind, merken gerade auch viele Jungunternehmer, die sich optimistisch und zuversichtlich eine Existenz aufbauen wollen, denn die Banken geizen mit Geld (trotz hoher Zinsansprüche) wo sie nur können.

Mir scheint, die „Kreditklemme“ hat vielleicht eine ganz andere Ursache, als das Banker sich in ihre kleinen Scheinchen so sehr verliebt haben, das sie sich nie mehr von ihnen trennen noch sie in fremde Hände geben wollen.

Ich denke … die schauen etwas hinter jene weisen Worte des „Think-Tank-Experten“ … denn dort erkennt man leicht die Eckdaten für einen Einbruch der Binnenkonjunktur.

Kredite für Häuser und Autos bekommt man noch relativ leicht, aber an Häusern verdienen Banken so oder so gut.

Jedoch sind insolvente Geschäfte, erst recht, wenn sie in Massen auftreten, weniger erbaulich. Da ist man dann auf einmal …weniger kreditfreudig.

Das Öl, die Enten und der Sicherheitsabstand zu Hartzland

Ich wollte heute was über das Öl schreiben.  Genauer gesagt: über die Ölpest. Angeblich – so geht gerade das Gerücht um – hat Obama ja verboten, die ölverschmierten Enten zu knipsen. Sogar CNN soll davon betroffen sein. 40000 Dollar kostet ein Verstoß gegen die Regeln – also, dachte ich mir: das wäre ja ein Hammer. Zwar ein altbekannter Hammer aber immer wieder gerne gesehen. So verbrachte ich den Morgen damit, jenes Berichtsverbot zu suchen…..aber ich fand es nicht. Viel Zeit ging verloren … das war es dann auch.

Schade, dachte ich. Ein weiterer Eingriff in die Pressefreiheit – das wäre doch schön gewesen. Dabei wäre er doch völlig nutzlos, schreiben doch die meisten Journalisten sowieso nur dafür, wofür sie bezahlt werden. Schaut euch den Irakkrieg an. Wo sind die Heerscharen der irakischen Infanteriedivisionen geblieben? Fragt kein Schwein nach….nur die Nachbarn, die Iraner, munkelten davon, das man die mit Hilfe von Splitterbomben in minutenschnelle eleminiert hat. Würde das stimmen … das wäre ein Skandal. Massenvernichtungswaffen kommen nämlich heute ganz ohne Gas, Viren oder Atomkraft aus. Einfach ein paar zentausend Minibomben aus Schüttbehältern freilassen und ganze Landstriche sind entvölkert. Das können wir heute, das verdanken wir dem Erfindungsreichtum und der Tatkraft der Leistungselite, jener Leute, die auch die schönen Kinderminen entworfen haben: sehen aus wie Spielzeug aber fast du sie an: schupps, ist der Arm ab. Leistungsträger und ihr Erfindungsreichtum – immer wieder schön.

Wir erfahren von diesen Dingen aber nichts mehr, weil Teile der Presse dazu schweigen. Die Amerikaner haben aus Vietnam gelernt und geben – aus strikt militärischen Gründen –  nur noch die Nachrichten frei, die sie selbst gut finden. Dafür dürfen dann ausgewählte Journalisten ganz vorne im Panzer mitfahren … da sehen sie dann auch nur wenig von den Splitterbombenteppichen und den Kinderminen, denn wo die waren, braucht man mit dem Panzer nicht mehr langfahren.

Leider scheint diese Geschichte mit dem Öl eine Ente zu sein.  Auch Blogger sind vor Enten nicht gefeit. Wir haben keinen Chefredakteur, der politische Rücksichten nehmen muß weil er sich eine Einladung zum Bundespresseball erwartet, keinen Verleger, der nach den Anzeigenaufträgen schielt, keine Kontakte innerhalb von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die wir wegen regelmäßiger Artikelversorgung umhegen müßten. Wir sind frei und unabhängig….haben aber einen gewaltigen Nachteil.  Auch wenn wir Nachrichtenspiegeler bemüht sind, internationale Bloggerkontakte aufzubauen, um das Manko aufzuheben, haben wir momentan das Problem, das unsere unabhängige Arbeit sehr darunter leidet, das wir von verschiedensten Quellen abhängig sind und nicht noch zusätzlich selbst recherchieren können – einfach mal zum Gold von Mexiko fahren und eine Ente knipsen um zu schauen was passiert rentiert sich für uns nicht. In zwei- drei Jahren haben wir ein Kontaktenetz, das uns erlauben wird, mit einer kurzen E-Mail Augenzeugen zu generieren und eigene Aufnahmen zu bringen, aber bis dahin müssen mir uns mithilfe unserer kleinen grauen Zellen mühsam einen Weg durch den Nachrichtendschungel bahnen.

Und so kommt es, das auch wir mal … Enten haben. Wie die Ente, das diese Vögel nicht mehr fotografiert werden dürfen. Vielleicht irre ich mich ja und habe die „richtige“ Nachricht nicht gefunden oder mein Englisch ist grottenschlecht (ist es auch, aber muß ja keiner erfahren) aber soweit ich das verfolgen kann … gibt nur einen Sicherheitsabstand von 65 Fuß. Der reicht nicht aus, um die Ente zu knipsen, aber um zu sehen, was sonst so passiert.  Daraus kann man den Schluß ziehen, das Obama keine Ölenten mehr im Fernsehen sehen möchte … oder aber man akzeptiert, das auch Journalisten im Weg herumstehen können. Sicherheitsabstände sind … nun mal ganz normal.  Man kann bei einer solchen Katastrophe nur begrenzt Schaulustige gebrauchen.  Darum gibt es auch einen Sicherheitsabstand für Fahrzeuge.

Ich persönlich komme noch viel näher dran als diese 65 Fuß.  Ich kann denen direkt ins Bohrloch gucken(….oder ins Trickstudio):

http://www.bp.com/liveassets/bp_internet/globalbp/globalbp_uk_english/incident_response/STAGING/local_assets/html/OceanInterventionROV1.html

Es gibt ja da auch eine ganze Community, die das beobachtet, ohne das die US-Marines ihre Laptops bombadieren oder Obama das Internet ausschaltet:

http://forum.mods.de/bb/thread.php?TID=201760&page=97

Geht aber noch besser.  Die Vogelwaschanlage gibt es hier:

http://bp.concerts.com/gom/ftjacksonbirdrehabcenter062410.htm

Gut, es sind Reklamevideos. Hilflose Gesten, die vor allem eins sollen: den Volkszorn besänftigen. Nach wie vor fürchtet man ihn in den USA. Er ist eigentlich die einzige Kraft auf dieser Erde, die die superreiche Lumpenelite in ihrem Selbstbereicherungstreiben stoppen könnte – darum werden die ja auch – koste es, was es wolle – von vorne bis hinten mit billigen Luxusgütern und billigem Sprit vollgestopft, denn wenn die Bürger mit dem SUV durch die Pampa heizen uns sich wie King Lui fühlen können, denken sie nicht daran, das System in Frage zu stellen. Das kann dann in Ruhe weiterlaufen. Ist ja hier in Deutschland auch so.  Auch hier gibt es diese hilflosen Gesten.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8315214/Von-der-Leyen-verteidigt-Geld-fuer-Hartz-IV-Kinder.html

In dem Entwurf für den Haushalt 2011 sind 480 Millionen Euro „als allgemeine Vorsorge für die Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts“ zum bildungsbezogenen Bedarf für Kinder aus Hartz-IV-Familien vorgesehen. Das Gericht hatte im Februar entschieden, dass bis Jahresende die Hartz-IV-Leistungen neu gefasst und für Kinder grundsätzlich neu berechnet werden müssen. Besonders scharf rügte das Gericht die Regelungen für die rund 1,7 Millionen betroffenen Kinder. So würden etwa Ausgaben für Schulsachen, die zum existenziellen Bedarf eines Kindes gehörten, bislang nicht berücksichtigt.

Leider keine Ente. Frau von der Leyen scheint das Ernst zu meinen … und stiftet Theaterkarten, Zugang zu Leibesübungen und ein paar Bücher. Und die WELT … schlau wie sie nun mal ist … sagt uns nebenbei, das das auch gar nicht nötig ist, denn die Hartz-IV-abhängigen Kinder, die in der staatliche verordneten Armut leben, machen sich ja scheinbar prächtig in der Schule. Weniger prächtig machen sich die Migranten.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8320265/Die-Bildungsoffensive-scheitert-bei-den-Migranten.html

Die Anzahl von Migrantenkindern ohne Schulabschluss ist alarmierend. Erfolgreiche Absolventen hingegen verlassen Deutschland.

Im gleichen Zug informiert uns die gleiche Zeitung über folgendes Problem:

http://www.welt.de/politik/article8304716/Mehr-Abwanderungen-als-Zuzuege-in-Deutschland.html

Im zweiten Jahr in Folge haben mehr Menschen Deutschland verlassen, als aus dem Ausland zugezogen sind. Dem Nachrichtenmagazin „Focus“ zufolge zogen 2009 insgesamt 721.000 Menschen nach Deutschland. 734.000 gingen fort. Das Statistische Bundesamt hatte die Zahlen der Zu- und Abwanderung für 2009 bisher nur in Auszügen bekannt gegeben.

Hier haut ab wer kann. Und dazu kommt: es will auch keiner mehr hierhin:

Seither blieb die Abwanderungsquote stabil bei 600.000 bis 700.000 Personen, wobei sich die Einwanderungszahl von 1990 bei 1,5 Millionen auf 700.000 derzeit mehr als halbiert hat.

Hartz IV war ein voller Erfolg, muß man sagen. Als Asozialenpest macht es Deutschland so attraktiv wie einen Badeurlaub an der Küste Floridas, leider gibt es hier keinen Sicherheitsabstand, der die künstlich Verseuchten vor den Medien schützt, aber den Kindern der Opfer wird jetzt das Gefieder geputzt. Die dürfen hungrig ihre Bücher vom Theater in den Sportunterricht schleppen – falls nicht jene Tätigkeit gleich kostenwirksam als Sport gewertet wird. Wenn die auf dem Land wohnen, auf jeden Fall, denn bis zum Theater sind es von hier aus 50 Km.

Aber Hauptsache: WIR WERDEN WELTMEISTER. Im Sozialabbau sind wir es ja schon. Und ich hatte noch gesagt: fahrt da nicht hin. Aber nein … ihr wolltet ja nicht hören. Jetzt weiß ich, warum die Kanzlerin gelacht hat. Bei 4:0 gegen Argentinien waren nicht nur Almosen für deutsche Kinder drin, sondern auch noch Rekorkrankenkassenbeiträge:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,704841,00.html

Ab 2011 steigen die Beiträge zur Krankenversicherung auf 15,5 Prozent – doch damit nicht genug: Der Chef der Techniker-Kasse hält die geplante Erhöhung langfristig nicht für ausreichend: „Die Ausgaben werden weiter steigen.“

Zusätzlich ist die Gelegenheit günstig ein bundesweites Rauchverbot anzuleiern.  Und jetzt stellt euch mal vor, was ein 8:0 im Endspiel für uns bedeuten würde … also, mir versagt da die Phantasie. Vielleicht fällt euch was ein. Auf jeden Fall wißt ihr jetzt, warum wir auch hier eigentlich dringend einen Sicherheitsabstand zur eigenen Politik brauchen, wenn wir noch Zukunft wollen. Britische Rentner können davon ein Lied singen, den BP verbrät gerade ihre Rente:

http://www.news.ch/London+arbeitet+an+Notfallplaenen+fuer+BP/446516/detail.htm

Die Ölpest im Golf von Mexiko entwickelt sich zu einem immer riesigeren Milliardenloch für BP. Die Aktien des Unternehmens, die von vielen britischen Pensionsfonds gehalten werden, haben seit Beginn der Katastrophe Mitte April beinahe die Hälfte ihres Werts verloren.

Vielleicht gibt es aber auch bald Live-Videos von verhungernden Rentnern und Hartz-IV-abhängigen Kindern. Im Privatfernsehen wäre das ganz sicher denkbar. Ich glaube, die machen so etwas heute schon.

Also, denkt dran, wenn ihr jubelt: jedes Tor kostet euch Bargeld. Die Politik setzt das momentan sofort 1:1 in Belastungen um – auf breiter Front. Und deshalb jubelt Frau Merkel so:

http://www.welt.de/sport/article8293741/Deutsche-Elf-ueberwaeltigte-sogar-Kanzlerin-Merkel.html

beim 4:0 war mir gut ums Herz, aber vorher hatte ich immer noch Angst. Deutschland hat hier heute etwas Wunderbares geschafft. Das war eine tolle Sache …

und sie rechnete bei jedem Tor mit, was sie jetzt noch alles kürzen kann.

Und das ist keine Ente … allerdings eine sehr verschmierte Wahrheit.

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