Islam

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Klima- und Elitenterror in Deutschland

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Sonntag, 28.7.2019. Eifel. Terror ist ja in aller Munde. Es muss schlimm um Deutschland stehen: Weihnachtsmärkte werden durch Poller gesichert, Polizisten laufen da mit Maschinenpistolen herum und der Bundestag will sich jetzt mit einem Burggraben selber schützen – man fragt sich, wer ist denn da der Feind? Nun – man darf sich fragen … aber man darf sich nicht selber die Antwort geben. Es gibt inzwischen unausgesprochene Redeverbote in Deutschland, wer nüchtern darauf hinweist, dass der moderne Islam wahabitischer Prägung früher locker als rechtsradikal durchgegangen wäre (Unterdrückung der Frau, unmenschliche Strafen, Verfolgung und Vernichtung von Andersdenkenden und Homosexuellen, Problemlösung durch Gewalt anstatt Verhandlungen, ausgeprägtes Herrenmenschendenken, starker Antisemitismus) läuft Gefahr, mit einem Bann belegt zu werden, gilt – gegen jede Ratio – als massenmodender Nationalsozialist (dabei fand Hitler den Islam durchaus gut – so gut, dass sogar die Waffen-SS eine eigene muslimische Division hatte) der weltweit den ganzen Islam ausrotten will. Wer möchte nun schon wirklich in so einen gesellschaftlichen Bann geraten?

Das gleichzeitig unsere Verbündeten, unser großer Bruder aus den USA und seine kleinen Köter einen offensiven Krieg gegen den Islam führen – einen, der noch viele Jahrzehnte dauern soll – wird überhaupt nicht mehr thematisiert. So wie jeder Asylbewerber als ein heiliger, unschuldiger Engel anzusehen ist, der nie einer Fliege etwas zu leide tun würde (es sei denn, sie ist jüdischer Abstammung, Frau oder homosexuell) so gelten die USA selbst als „Gottes eigenes Land“ und sind per Definition unfehlbar, egal wen sie völkerrechtswidrig überfallen und massakrieren. Lustiges Detail am Rande? In Afghanisten jagen die ja jetzt schon seit über achtzehn Jahren die Terroristen oder die Taliban und bringen denen die Demokratie – doch trotzem gehört dieses Land zu jenen sieben Ländern, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht (siehe Tagesschau). Wir Deutschen sind ja auch dabei – und verteidigen dort Unterdrückerregime. Früher undenkbar – aber heute wird nicht mehr diskutiert, heute wird wieder kommandiert: Experten haben das Kommando übernommen.

Auch was Experten angeht, gibt es inzwischen ein Redeverbot, mit dem wir uns klaglos abfinden. Wenn Experten etwas sagen, so ist das ebenfalls als unfehlbar anzusehen. Ich hoffe, dass sich niemand mehr jemals mehr über den Papst aufregt: die Unfehlbaren haben sich inzwischen in Deutschland endlos vermehrt und die Macht übernommen, sie wissen genau, was wie wozu zu sagen ist. Alle vereinen sich groß im „Kampf gegen Rechts“ – aber keiner … erst recht nicht die Antonio-Amadeu-Stiftung … kommt auf die Idee, dass die Herrschaft einer kleinen Elite über das große Volk genau jenes „rechts“ ist, das gerade durchexerziert wird. Ich darf mir ja noch nicht mal mehr Gedanken machen über diese seltsamen Kondensstreifen, die Gittermuster über den ganzen Himmel bilden, den ganzen Tag darum hängen, langsam diffundieren und Abends dann das Land mit einem milchigen Unlichtschleier überziehen, nimmt man das überhaupt erstmal wahr, gilt man ja sofort als geisteskrank – als ebenso krank wie jene, die nicht damit klar kommen, dass bei „nine-eleven“, dem Urknall des politischen Wahns der Moderne, zwei Flugzeuge drei Gebäude zerstört haben, ohne das dritte überhaupt zu berühren. Was man dabei aber nebenbei erwähnen darf: wer jetzt meint, die AfD würde ihn retten, den muss ich enttäuschen: 2019 sind die nur noch der parlamentarische Arm von Führers Urenkeln, die mal wieder richtig durchgreifen – sprich: ein paar Leute erschiessen – wollen. Mit einem Regierungspräsidenten hat man schon mal angefangen – und auch Journalisten, die das mal beschreiben, werden mit dem Tode bedroht (siehe Tagesspiegel). Auch nur: Herrenmenschen im Herrschaftswahn.

Der Expertenterror zeigt sich ja besonders deutlich bei dem Thema „Klimawandel“. Wer hier – wissenschaftlich durchaus redlich – die Diskussion fordert, wird doch sogleich als „Klimaleugner“ beschämpft, ein sorgsam gewähltes Wort, das an Schwachsinn nicht zu überbieten ist: immerhin leugnet kein Mensch auf der Welt, dass es Klima gibt … aber dieses Wort erinnert so schön an das Wort Holocaustleugner und hilft den Experten, ihre Kritiker zu verdammen – so als würden Experten nie was falsch machen. Wirtschaftsexperten zum Beispiel irren sich andauernd, werden aber – wie alle Experten – gut dafür bezahlt.

Politische Entscheidungsfindung läuft in demokratischen Staaten durchweg anders ab: die Experten treten vor den Rat der Menschen, erläutern ihre Theorien, worauf sich denn die Bürger zur Beratung zurückziehen und eine Entscheidung fällen … hört sich im Jahre 2019 schon völlig absurd an: wie sollen die dummen, einfältigen, genetisch minderwertigen Bürger überhaupt irgendwelche Entscheidungen fällen können: wenn, dann sollen doch wohl bitte lieber diejenigen Menschen Entscheidungen treffen, die durch ihr persönliches Vermögen bewiesen haben, das sie was richtig machen – oder? So nach dem Motto: der Milliardär hat immer Recht, sonst hätte er ja keine Milliarden. Und dem Reichen würde es schon gefallen, wenn viel weniger Autos auf der Straße sind – schon Mitte der neunziger Jahre durfte ich in einer Werbebroschüre für Mercedes den Begriff „Restverkehr“ entdecken; Restverkehr – das war alles, was nicht Mercedes war und unbotmäßigerweise die Straßen verstopfte. Was will man auch mit seinem 400-PS-Monster auf vollen Autobahnen anstellen – außer sich … wie alle anderen auch … hinten anzustellen.

Und noch etwas durchzieht die Klimadebatte, erinnert fatal an 1914 oder 1939. „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“ – dieser Spruch aus einem Gedicht von Franz Emanuel August Seibel von 1861 wurde in den Folgejahren Kernsatz deutscher Überheblichkeit (wiewohl das Gedicht eher eine ausgleichende, friedenssichernde Rolle Deutschlands sah), die in dem Ersten Weltkrieg endete, 1939 zog der arische Herrenmensch aus, um die Welt von „jüdischem Unrat“ zu säubern, 2019 zieht der deutsche „Gutmensch“ aus, um der Welt zu zeigen, wo der Hammer hängt – wie irre auch die Maßnahmen sein mögen, die ihm da gerade sponaten in den Sinn kommen – wie z.B. die Hatz auf den Diesel. Milliardenverluste für die deutschen Autofahrer (außer jenen, die Firmen- und Dienstwagen gestellt bekommen) – ohne irgendeinen erkennbaren Nutzen, denn: die Diesel fahren jetzt im europäischen Ausland (siehe Focus). Wir lernen: Dieselautos machen nur die deutsche Luft schmutzig, belgische Luft bleibt davon völlig unberührt.

2011 war Deutschland auf der Liste der Länder mit dem höchsten Co2 Ausstoß zwar noch auf Platz 6 (hinter China, USA, Russland, Indien und Japan, siehe Wikipedia) aber nur noch mit 2,4 Prozent am Gesamtaufkommen beteiligt. Also: selbst wenn wir auf Null fahren – die Welt wird´s nicht merken. Stört aber keinen, den Klimaterror immer weiter voran zu treiben, als würde sich gerade in dem kleinen Deutschland das Schicksal des Planeten entscheiden. Auf die Idee kann natürlich nur jemand kommen, er immer noch in dem Gefühl lebt, der Herrenmensch zu sein, an dessen Wesen die Welt genesen darf. Dabei darf man auch mal was positives berichten: produzierten wir 1970 noch eine Milliarde Tonnen Co2, so waren was 2016 nur noch knapp 800 Millionen, unser Rekordjahr war 1979 mit 1,176 Milliarden Tonnen – läuft also besser als gedacht. Statista meldet für 2016 8,8 Tonnen pro deutschem Kopf (siehe Statista), damit liegen wir auf Platz 32 im weltweiten Vergleich (siehe factfish). Unsere Rolle wäre also eher – mal mit jenen zu reden, die richtig viel verbrauchen. Aber leichter ist es immer, gegen den Untertanen vorzugehen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: wir dürfen den Klimawandel schon ernst nehmen – als Möglichkeit. Wir dürfen auch Maßnahmen dagegen ergreifen – aber Maßnahme, die wirklich auch was bringen. Ökodörfer für alle – zitiere ich ja gern: regenerative Dörfer (siehe regen.villages), die alles was sie an Nahrung und Energie brauchen, selbst erzeugen – bei sehr hoher Lebensqualität für die Bewohner. Versuchen Sie das mal in die politische Debatte einzubringen – sie werden überrascht sein, wie breit die Ablehnung einer offenen, freien, gleichen Gesellschaft in Deutschland quer durch alle Parteien ist, liebe mag man den Kommandoton, das „wir“ gegen „die“ – und wenn das wirklich spezifisch deutsch sein sollte, verstehe ich Antideutsche und ihre Meinungen schon deutlich besser. Man stelle sich mal vor: eine Gesellschaft von Gleichen: jeder sein eigener Herr, völlig unabhängig von „Versorgern“, kein beschämter „Endverbraucher“ mehr, sondern glücklicher Bürger in einer Gemeinschaft von völlig gleichberechtigten glücklichen Bürgern, jeder mit eigenem Haus und eigenem Land, frei sich zu entfalten wie es ihm beliebt: das wäre ja Kommunismus. Sozialismus. Oder: Christentum (im Sinne Christi, nicht im Sinne Roms). Oder: Demokratie am Ende ihrer Entwicklung, wo Gerechtigkeit perfektioniert wurde. Das wäre ja „links“ – und das „links“ böse ist, höre ich in diesem Lande nun schon seit 59 Jahren. Der Unterschied ist: früher haben das nur die Reichen erzählt, heute macht das jeder nach.

Es darf ruhig auch eine neue Studie wahrgenommen werden (hier mal aus einer eher ungewöhnlichen Quelle: Grenzwissenschaften.de), die umfassender, gründlicher und überlegter ist als alle bisherigen und die deutlich aufzeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir es bei den momentanen Wetterphänomenen mit natürlichen Faktoren zu tun haben, sehr gering ist: erstmals in der Geschichte der Menschheit haben wir eine globale Erwärmung – obwohl lokal schon mal höhere Temparaturen auftreten können. Das muss einen nicht gleich in Panik und Hysterie verfallen lassen, aber man darf es ruhig mal gelassen zur Kenntnis nehmen. Ebenso darf man zur Kenntnis nehmen, wer denn genau für die Co2-Produktion verantwortlich ist. Sicher – da gibt es dieses Unternehmen ASCO, das Co2 gezielt produziert – mit dem Werbeslogan: „Co2 ist unser Leben“ (siehe ascoco2, eine Firma, die mal ein ganz anderes Licht auf Co2 wirft), aber viel schlimmer sind: die Reichen. Die Experten. Die Chefs. Die Abgeordneten. Die Herrenmenschen.

Der Arme kommt nur auf 7 Tonnen Co2 im Jahr, der Reiche jedoch – locker auf 21 Tonnen (siehe Welt). Der Arme – das ist der Hartz IV-Abhängige, der Niedriglöhner, der Alleinerziehende, der Grundsicherungsrentner: alles Helden des Klimas. Die Bundesregierung sollte sie auszeichnen – und endlich mal akzeptieren, welch´ große Leistung diese Millionen Menschen für das Klima erbringen anstatt sie mit brutalen Sanktionen dazu zu bringen, ihren Co2-Verbrauch in irgendwelchen unsinnigen Arbeitsprozessen drastisch zu erhöhen.

Da haben wir die Täter. Nicht „die Menschen“ – sondern „die Reichen“. Kann man ausrechnen – laut Welt: pro 100 Euro-Schein im Monat mehr, 2 Prozent mehr Emissionen. Wir können uns also in Wirklichkeit nicht den Diesel nicht mehr leisten – sondern die Reichen – auch aus Gründen des Klimaschutzes. Leider sind die Reichen in diesem Land in Parteien organisiert, die ihnen ihren Reichtum schützen – und dafür auch sehr gut bezahlt werden, ja, letztendlich selber zu den Reichen gehören.

Noch nie wäre Kapitalismuskritik so einfach gewesen, doch was kriegen wir: Klimaterror für alle anstatt für die, die ihn verdienen. Wird täglich irrer: jetzt gibt es schon Studien, die beweisen, dass 20 BMW dem Klima weniger schaden als ein Baby (siehe Stern). „Kauft mehr BMW – und killt damit Babys, ist gut für´s Klima“. Ja – so hat der Adel – die Herrenmenschen der Vergangenheit – schon immer gelebt … nur mit Pferden anstatt BMW. Schön auch, zu erfahren, was so ein transatlantischer Flug verbraucht: 1,6 Tonnen, mehr als der Arme in zwei Monaten für´s Überleben verbraucht.

Kommt jemand mit auf den Feldzug gegen die Reichen? Wahrscheinlich nicht. Lieber Co2-Steuer, die vor allem die Armen treffen wird: Reiche zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie Steuern vermeiden und Geld wie Heu haben, als keine wirklichen Einbußen an Lebensqualität durch Geldstrafen haben – währen der Arme gleich hungert und friert. Damit das so bleibt, haben die Reichen ja ihre gut bezahlten Experten. Selbst – lassen sie sich von der Soziologie nicht so gern erfassen, dabei sind schon die paar Daten, die man hat, sehr interessant (siehe Michael Hartmann im Deutschlandfunk):

„Also wenn man sich die deutsche Kernelite anschaut, … die, die die 1000 wichtigsten Machtpositionen bekleiden, dann stellt man fest, dass zwei von dreien aus dem oberen 3,5 Prozent der Bevölkerung stammen, die stammen aus Familien, die wohlhabend waren oder auch reich…. Und was man feststellen kann, dass die Kindheit und Jugend, wie man groß geworden ist, sehr prägend geworden ist für die Wahrnehmung der Welt.“

Wenn wir also von der „Elite“ reden – reden wir von den Reichen. Und wegen deren Macht und Wahn werden wir nie unsere klimaneutralen Ökodörfer bekommen, wo jeder Arme erstmal Haus und Garten bekommt. Ja, wo kämen wir denn dahin, wenn der Pöbel leben dürfte, wie er wolle.

Wäre Zeit, mit den Reichen ins Gespräch zu kommen, bevor deren Luxusflüge die Erde in eine Gluthölle verwandeln (was man kritisieren kann, was aber – sorry – trotzdem denkbar ist).

Mal interessiert daran einen Blick in die Zukunft zu werfen, wie Reiche sie planen? Ganz ohne Verschwörungstheorien?

Bitte, nehmen wir mal den Peter Thiel. Der plant – mit anderen Irren – eigene schimmende Luxusstaaten für die Reichen (siehe: tagblatt.ch). Und will sein Leben durch regelmäßige Bluttransfusionen von jungen Menschen verlängern (siehe Zeit).

Die Elite im Paradies, unsere Kinder als Blutkühe und wir – mangels medizinischer Versorgung schon lange tot.

Da kommt eine schöne neue Welt auf uns zu … ganz offen … und schlimmer, als selbst Horrorschriftsteller sie sich ausmalen könnten.

 

Die Rolle des Islam im US-Imperium

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Donnerstag. 20.12.2018. Eifel. Es ist ja wieder viel los in der Welt. Viele Menschen sind durcheinander, viele sind in Panik, weil um sie herum Dinge geschehen, die sie nicht verstehen, nicht einordnen oder nachvollziehen können. Schauen Sie zum Beispiel den „Migrationspakt“ – was wird da für eine Panik gemacht. Kurze Zeit – ganz kurze Zeit – war ich auch mal Teil der Panik … bis ich ihn gelesen hatte. Soll ich mal was daraus zittieren? Gern:

„Dieser Globale Pakt hat das Ziel, die nachteiligen Triebkräfte und strukturellen Faktoren zuminimieren, die Menschen daran hindern, in ihren Herkunftsländerneinenachhaltige Existenzgrundlage aufzubauen und aufrecht zu erhalten, und die sie dazu veranlassen, anderswo nach einer besseren Zukunft zu suchen.“ (siehe: Un.Org).

Wer mehr liest, erfährt auch, was konkret unternommen werden soll: die Schleuser sollen weg – und die zunehmenden Wüsten stellen ein Problem da. Nirgends steht geschrieben: alle Nationen der Welt wollen jetzt Deutschland mit Muslimen überfluten, seine Kirchen werden abgerissen und durch Moscheen ersetzt, die Scharia verdrängt das Grundgesetz und Pornographie und Alkohol werden flächendeckend verboten. Wäre ja auch schrecklich: Deutschland ist mitlerweile das größe Bordell Europas (siehe Welt): was würde uns das an Arbeitsplätzen kosten! Ja – Kinderehen, die sind uns feinen Deutschen ein Dorn im Auge – Kinderprostitution ist im Alltag gut verwurzelt, da schaut man nicht hin, da spricht man nicht drüber. Das Menschenmaterial für die Kinderprostitution holen wir auch aus Afrika (siehe DW), aber auch deutsche Kinder dürfen die Perversen des Kontinents preiswert bedienen – da kräht kein Hahn nach, aber wir halten uns für die überlegen Kultur.

Über die seltsame Form des wahabitischen Islam zu sprechen, die den Planeten mit Gewalt und Terror überzieht, ist auch verboten. Wer seine Stimme erhebt gegen die Unterdrückung der Frau, gegen Amputationen von Gliedmaßen bei Kleinkriminellen, gegen des Köpfen von Frauenrechtlerinnen ist – nach neudeutscher Sprache – ein Nazi. Nicht die Saudis – die diese finstere, mittelalterliche Kultur mit ihren US-Dollars verbreiten, werden angeprangert, sondern jene, die sagen: der wahabitische Islam – so viele dem auch folgen mögen – ist mit der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte nicht vereinbar (siehe Süddeutsche). Saudi-Arabien ist immer noch im Kriegszustand mit Israel, aber die Antisemiten sind die, die diese Sekte kritisieren -und sie nicht in der Nachbarschaft haben möchten. Wir Deutschen: wir reden nur fein und gut über den Islam, er gehört zu Deutschland, das ist uns allen klar. Wir fragen nicht, wo der auf einmal herkommt, noch was er hier möchte – noch ob sein Weltbild kompatibel ist mit der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte. Der Islam als solcher ist heilig in Deutschland – jedenfalls offiziell.

Nichts gegen den Islam. Ist eine Weltreligion wie alle anderen auch. Den Sufismus – obwohl ursprünglich wohl nicht islamischen Ursprungs – schätze ich sehr wegen seiner Weisheit und seiner großen Menschenliebe. Doch es gibt da so eine kleine Sekte im Islam die – genau genommen seit der Eroberung der heiligen islamischen Stätten im 19. Jahrhundert – etwas schräg ´rüberkommt – der Wahabismus. Ja – sowas gibt es. Sekten. Haben wir auch im Christentum – mit dem wir als Bordellbetreiber zwar so gar nichts mehr zu tun haben, aber das wir im heiligen Krieg gegen den Islam immer anrufen. Die ganzen USA sind voll von gruseligen christlichen Sekten, deren Praktiken einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen, den größten Schaden bislang haben diese Evangelikalen angerichtet, die glauben, Gott persönlich wäre für ihre Geschäftserfolge verantwortlich, einfach, weil sie – und nur sie – richtig denken, richtig beten, richtig glauben. Herrenmenschen in Reinkultur – aber über die USA reden wir ja auch nicht. Der ganze Unfug des „positiven Denkens“ entstammt jener christlichen Sekte, der Glaube, dass Gedanken – nicht Taten – das Handeln erfolgreich werden lassen und … dass alle Reichen deshalb Gottes besondere Lieblinge sind – und deshalb auch nicht mit den Maßstäben der normalen Menschengesetze beurteilt werden können. Wären sie je so superreich geworden, wenn Gott ihnen nicht seine ganz besondere Gunst geschenkt hätte? Na – also!

Zur Komplettierung des Islamkunde: es gibt auch noch den wesentlich jüngeren Salafismus, der mit dem Wahabismus eng verwandt ist: verkürzt gesagt, ist er die internationale Variante der saudischen Privatreligion.

Jetzt haben wir viel über den Islam gesprochen, dabei sollte es doch um die USA gehen – um den „Moloch“, wie Karl Heinz Deschner sie genannt hat. Doch Obacht: über die USA dürfen wir auch nicht kritisch reden – so wenig wie über den Islam. „Antiamerikanismus“ käme da sofort als Vorwurf – und dass sowas ganz ganz ganz schlimm ist, weiß jeder, der in Deutschland im Jahre 2018 lebt. Wir sind nicht nur die besten Freunde des Islam, wir sind auch die besten Freunde der USA.

Und jetzt erkären Sie mir bitte mal, wieso wir die USA mit dem Leben unserer Soldaten im Kampf gegen jenen islamischen Terror führen, der von den Saudis finanziert wird? Wäre es nicht sinnvoller, da sofort Saudi-Arabien anzugreifen und dem Spuk ein Ende zu bereiten?

Ich merke schon – ich werde von Ihnen keine Antwort bekommen. Ich spüre so eine Art Schockstarre bei Ihnen, weil wir … größte Tabubrüche andenken. Und weil Saudi-Arabien halt heilig ist. Absolut Tabu. Die stellten zwar die meisten der Terroristen vom 11. September 2001 – aber wir akzeptierten klaglos, dass deshalb Afghanistan und der Irak dem Erdboden gleich gemacht werden mussten. Da gab es keine großen Diskussionen. Wenn mich der Dieter mit der Nadel pickt, haue ich ja auch dem Udo aufs Maul – ganz logisch, sowas.

Ich denke, das war der Moment, an dem sich die meisten Deutschen von der Realität verabschiedet hatten und sich dachten: ich mach diese Ding mit Garten, Bier und Grillen – und schau mir den Rest nur noch im Fernsehen an, sehe zu, dass ich gut durchs Leben komme und mich niemand nach Mali schicken kann.  Ja – Mali: inzwischen einer der gefährlichsten Einsätze der Bundeswehr im Krieg gegen den Islam (siehe n-tv), einem Krieg, der ja alternativlos ist und – wie ich mich erinnern kann -mindestens 30 Jahre dauern soll.

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie dieser Krieg der USA gegen den Islam enden soll, jener großartige, weltumspannende „Kampf der Kulturen“, der ins Leben gerufen wurde, kurz nachdem die Sowjetunion den alten Kampf der Kulturen aufgegeben hatte? Wenn man Krieg gegen eine Religion führt: wie endet der dann zwangsläufig? Könnte es sein, dass da die weltweite Vernichtung jedes muslimischen Menschen unausweichlich ist? Oder zumindest ihre drastische zahlenmäßige Reduzierung? Und wenn nicht: was soll dann dieser Krieg? Und warum sind die Saudis so heilig, dass die sogar in Boschaften Menschen bei lebendigen Leibe schlachten können, ohne dafür belangt zu werden?

So viele Fragen – die sich leichter beantworten lassen, wenn wir unser Weltbild ändern. Es mehr der Realität anpassen.

So viele haben Angst vor der „Eine-Welt-Regierung“, der „NWO“ – dabei ist sie schon längst da. Nicht im Gewande der UN – jenem bürokratischem Überbleibsel der friedenserhaltenden Bestrebungen der Völker, die wir nach jedem Weltkrieg erleben – sondern als Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Regierung des Molochs ist schon heute die Weltregierung – und führt sich auch so auf. Und sie können sich das auch erlauben: sie haben von den Wikingern gelernt – man kann auch ein Imperium errichten, ohne überall Besatzungstruppen zu hinterlassen. Es reicht, wenn die Völker zahlen. Das muss auch nicht direkt als Tributabgabe erfolgen, die Kanzlerin Merkel jedes Jahr in Gold persönlich dem Präsidenten übergibt – es reicht ja, wenn wir den Dollar als echte Währung akzeptieren und unsere Firmenanteile den Investmentfonds verkaufen – dann muss nur noch jeder Deutsche doppelt so schnell rennen wie zuvor, damit der Herr Merz Erfolgsmeldungen an die Herren der Welt schicken kann – und natürlich Bargeld in Massen.

Natürlich spielt die nukleare Übermacht der USA auch eine Rolle bei der Disziplinierung der Regierungen: letztlich wird auch ein Bündnis aller Völker der Erde (also: die UN) gegen den Moloch nicht ankommen können – seine Macht ließe sich nur brechen, wenn man die totale Vernichtung der Welt in Kauf nimmt. Und man weiß genau: die Cowboys schrecken davor nicht zurück, die sind so irre, die freuen sich, wenn´s knallt.

Es läßt sich ja auch bequem herrschen, ohne Besatzungstruppen zurück zu lassen. Einfach eine Atlantikbrücke bilden, ein paar Kollaborateure mit guten Geschäften locken (um mal ein andere Wort für Korruption zu nennen) – und schon läufts im Lande. Ist auch völlig unwichtig, was die Leute hier so denken und reden, die können vor Ort ja machen was sie wollen, die können auch eine starke Konkurrenz zur US-Industrie aufbauen – über die Firmenbeteiligungen fließt das Geld doch sowieso zurück. Schauen Sie sich mal an, wo Black Rock überall vertreten ist (siehe Welt): überall. Und während die deutschen Christ- und Sozialdemokraten aussuchen dürfen, wer für kurze Zeit den Bundeskanzler darstellt, sorgen beide dafür, dass Deutschland weiterhin – wie dutzende andere Länder auch – ihre Tributzahlungen an den Moloch leisten … jetzt auch mit Menschenleben. Dafür darf das Parlament auch die Diäten erhöhen, dafür dürfen deutsche Top-Manager auch Rekordboni erhalten, dafür dürfen sogar Kirchenfürsten ihre Einkünfte aufstocken: viele dürfen an dem US-Imperium verdienen.

In den USA selbst spricht man übrigens offener über dieses Imperium. Erst letztens hörte ich einen bekannteren General, der ganz offen über einen Putsch gesprochen hat, der das Imperium deutlich nach vorne trieb: Rumsfeld und Wolfowitz wurden da genannt. Wäre auch nicht der einzige, der offen über das Imperium spricht: die konservative „Welt“ benannte das vor Jahren ganz offen (siehe Welt) – nur: niemand nimmt das ernst. Das darf mal gesagt werden – aber jede Bewegung zur Beendigung des Imperiums ist strikt untersagt. Und wenn mal einer richtig aufmukt: eine leichte Änderung des „Ratings“ an den Märkten – und wir können unsere Renten nicht mehr zahlen. Hat ja schon viele Länder getroffen. Wir sind da völlig in der Hand der Finanzmärkte – die nichts anderes sind als einer der vielen harten Arme des Krakenimperiums. Und wo das nicht hilft: kommen Drohnen.

Die Saudis – sind nun treue Vasallen des Imperiums. Und darum heilig. Sie sind Milliardäre – also nach evangelikaler Lesart von Gott besonders gesegnete Menschen – da reich. Während unsere Hartz IV-Empfänger persönliche Feinde des Imperiums sind und darum massiv zu verachten: sie nehmen den Herren der Welt den Tribut weg und beanspruchen ihn für sich selbst, anstatt doppelt zu schnell zu rennen und in seiner Freizeit noch mehr Training zu machen, um bald dreimal so schnell für die Rendite des Imperators zu rennen. Das ist ja auch Sinn der Privatisierung der ganzen Staatsunternehmen: auf den Markt geworfen, damit sich das Imperium mit seinen frisch gedruckten (und deshalb im Prinzip schon völlig wertlosen Dollars) echte Werte in Deutschland kaufen und daran fürstlich verdienen kann. Und außerdem halten die Saudis das Feindbild lebendig und helfen so, den Krieg – an dem alle fürchterlich gut verdienen – lebendig zu halten, erbringen also unverzichtbare Dienstleistungen … da können wir Deutschen nicht mithalten.

So einfach – ist die Welt erklärt. Das Imperium – wie alle Imperien – verschiebt auch gerne Völkermassen. Gerade dieses Imperium – regiert von 200 reichen Familien – hat gelernt, wie gut es sich über Menschen herrschen läßt, wenn die verschiedenen Kulturen angehören: da spricht es sich nicht so leicht mit gleicher Sprache, da kann man bequem Iren gegen Italiener hetzen, damit der feine weiße Brite weiter Bürgermeister bleibt. Und außerdem macht es sicher Sinn, dass die kriegsmüden Deutschen mal am eigenen Leib erfahren, wir gefährlich der islamistische Terrorist ist, wie rückständig sein Frauenbild, wie mitttelalterlich sein Weltbild: die nennen ja sogar die USA den großen Satan … das geht ja gar nicht. Allerdings – ist das dann irgendwie kein Antiamerikanismus.

 

Das – wiederholte – Ende des Kapitalismus und unsere dunkle Zukunft

Das - wiederholte - Ende des Kapitalismus und unsere dunkle Zukunft

Freitag, 26.10.2018. Eifel. Schneller wird die Welt. Und immer schneller irrer. Fragt man sich, woran es liegen mag, so wäre die Antwort einfach: der Kapitalismus nähert sich wieder einmal dem Ende – und immer wenn er sich dem Ende zuneigt, wird er brutal – und irre. Es eilt ja auch: noch so viel Geld auf Konten hilft nicht, wenn der Zusammenbruch da ist und das Geld nichts mehr wert. Geld man man nicht essen, es ist nur Papier – oder – wie bei den Superreichen – nur eine Zahlenkette auf dem Rechner. Ein Stromausfall reicht und die Milliarden sind nicht mehr erreichbar – unvorstellbar, oder? Doch genau so ist es. Streng genommen sind diese Buchgeldsummen aber nur eins: Optionen auf Ansprüche. Da es mehr Geld auf dieser Welt gibt als Waren und Dienstleistungen zusammengenommen, können Sie sich unschwer vorstellen, was passiert, wenn diese gigantischen Summen sich auf die Jagd nach Land, Nahrung, Obdach und Wasser machen – und was dann mit Ihnen passiert. Klar – man braucht ein paar Jungs fürs Grobe, Menschen, die mit einem robusten Mandat keine Probleme haben – an den Randzonen der Gesellschaft werden mittels Demütigung, Erniedrigung und seichter Folter genug dieser Menschen produziert, die ihren Lebensfrust nur allzugern an anderen auslassen.

Der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister beschreibt derzeit zwei Szenarien, die der Neoliberalismus enden wird (siehe Freitag), dass er enden wird, daran hat er keine Zweifel mehr – wie viele andere auch. Entweder er endet in einem Sieg der Vernunft, der die überbordende, irrwitzige Finanzwirtschaft auf den Boden der Tatsachen zurückholt – oder er endet in einer Form des „sanften Faschismus“. Ich jedoch frage mich währenddessen, ob Herr Schulmeister wohl zu jenen Eliten gehört, die jeglichen Kontakt zur Wirklichkeit verloren haben – so wie es der Elitenforscher Hartmann der politischen Kaste vorwirft (siehe Heise). Mit liegt mehr an der These, dass Faschismus – immer und überall – Kapitalismus im Endstadium bedeutet: das Kapital sammelt seine Schläger immer dann, wenn der große Knall droht und mal wieder klar wird: das war alles nur irrationales, substanzloses Casinospiel, aufgrund dessen man sich unendlich reich gerechnet hatte und nun fordert, dass andere für den erspielten Reichtum echte Arbeit und echte Waren liefern. Klar, dass das nicht gut geht.

Wer ist eigentlich der Erzfeind des Faschismus? Haben Sie sich das schon mal gefragt? Bin sicher, es kommen laufend falsche Angaben dazu, weil Faschismus im gemeinen Bildungswesen immer nur extrem verkürzt unterrichtet wird … was in einem kapitalistischen System durchaus eine gewisse Logik hat: wieso soll man groß drauf aufmerksam machen, dass das System nur funktioniert, wenn am Ende der Party die Saalräumer vom Ordnungsdienst die Spuren beseitigen und die Gäste ´rausjagen. Der Ausländer ist der Feind des Nazis? Sicher Ihre erste Vermutung, doch – es waren nie mehr Ausländer in Deutschland als zur Zeit des Dritten Reiches: billige Zwangsarbeiter kann das Kapital immer gebrauchen (und auch die Waffen-SS nahm gerne jeden auf, der ihren Job gut machte), haben wir in Deutschland ja auch in den sechziger Jahren gesehen, als Menschen aus Europa gezwungen waren, in Deutschland zu arbeiten, um der Armut in ihren Herkunftsländern zu entfliehen – sie wurden zu einer Zeit willkommen geheißen, als hier in Juristerei, im Ärztewesen, in der Politik und den Geheimdiensten alles noch voll mit Spitzennazis war. Der Jude ist der Feind des Nazis? Ja – in Österreich und Deutschland ist das eine besondere Spielart der Faschisten – schon in Italien hörte dieser vernichtende Spezialwahn auf. Zudem ist die Geschichte der Judenprogrome – die es 1903 auch in Russland gab (siehe Deutschlandfunk) oder 1946 – kurz nach dem Ende der Judenvernichtung durch Deutsche – auch in Polen (siehe Zeit). Der Judenhass – vor allem in Österreich, und dort vor allem in Wien – ist eine ganz anders gelagerte Problematik – und viel viel älter. Aber als Sündenböcke für alles … nun, dafür waren sie schon immer gut. Antisemitismus ist halt nichts typisch Faschistisches, das sollte man sich merken – obwohl die Welt dadurch komplizierter wird … und einige schon jetzt überfordert.

Der Erzfeind des Faschismus ist: die guten Menschen. Also nicht die als „Gutmenschen“ bezeichneten Bessermenschen, die sich externen Verhaltenskodexen unterwerfen, um angesichts wechselnder moralischer Qualitäten immer als besonders gut dazustehen, sondern jene Menschen, die für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einstehen, jene Menschen, die die christliche Nächstenliebe aktiv praktizieren, die gegen Ausbeutung sind, gegen Gewalt, gegen Fremdherrschaft, Bevormundung, Ungleichheit – kurzum: gegen alles unmenschliche und unsoziale, gegen jede Form von Herrenmenschentum, das in der Gesellschaft ein klar definiertes „oben“ und „unten“ erzeugt, wobei „unten“ – immer und überall – ohne großen Lohn für „oben“ Leistungen zu erbringen hat.

Zuerst hatten sich die guten Menschen mal unter dem Banner des Kommunismus versammelt – jener Idee, die einer Welt, die von urchristlicher Nächstenliebe geprägt ist, am Nächsten kam, doch das klappte überhaupt nicht: wie man aktuell in China sehen kann, können Kapitalismus und Kommunismus ganz gut miteinander – staatlicher Monopolkapitalismus ist zudem nur eine Sonderform des Kapitalismus selbst – sowie Auschwitz eine Sonderform des Faschismus deutscher Prägung war. Besser, leichter, freier, friedlicher, geborgener war das Leben dort nicht.

Wir können es auch auf einen anderen Nenner bringen, wenn man Schlagworte gerne mag: Erfeind das Faschismus ist der Antikapitalist, früher: Kommunist genannt. Mit dieser klaren Linie kann man in jedem Land der Welt klar und eindeutig Faschisten entlarven, die – wie seit Jahrtausenden – immer als die begeisterte Schlägertruppe der Herren des Geldes auftreten. Es ändern sich die Waffen, die Methoden, die Uniformen, die Marschmusiken und die Liedertexte, aber eins bleibt gleich: Menschen, die es außerordentlich geil finden, im Auftrag des Großgrundbesitzers auf die Schwachen einzudreschen. Da gibt es psychische Defekte, die zum Tragen kommen, das ist gar nichts politisches.

Natürlich ist das jetzt eine Theorie. Meine Theorie. Ich denke aber auch, sie läßt sich verifizieren – und da sehe ich die Welt halt anders als der Anfangs erwähnte Ökonom. Ich sehe nichts von einer Allianz der Vernünftigen, halte sie für wünschenswert aber unrealistisch, weil die Verfilzungen der Büttel des Kapitalismus schon viel zu weit fortgeschritten sind, so weit, dass sie schon weiter Teile ursprünglich linken Denkens okupiert haben – unter anderem auch die einst sinnreiche Bewegung der Antifa, jetzt „Staatsantifa“ (siehe DKP). Ich sehe keinen sanften Faschismus in der Zukunft, sondern einen harten Faschismus in der Gegenwart, der sich zunehmend ausbreitet – angefangen mit Hartz IV, jener Gesetzgebung, die Millionen von Bürgern zu Feinden der Allgemeinheit erklärte, zu Parasiten, Schmarotzern und geistig minderbemittelten Untermenschen (ja: die „Unterschicht“, die man verschämt „Prekariat“ nannte) – die Paralellen zum Umgang mit Millionen jüdischer Mitbürger, die in den frühen dreissiger Jahren zu beobachten waren, sind frappierend – aber nur für jene zu erkennen, die sich mit der Zeit beschäftigt haben. Das Horrorbild, dass der Bertelsmannkonzern mit seiner medialen Supermacht vom Arbeitslosen in die Gesellschaft gedrückt hat, entsprach bis ins Detail dem Bild, dass Nazis von Juden zeichneten – und deshalb sind ja auch alle begeistert davon gewesen, dass man normale Mitmenschen komplett enteignete, entrechtete und sie einem diskriminierendem System unterwarf, dass ihrer Gesundheit (und damit paradoxerweise auch ihrer Vermarktbarkeit) massiv schadete.

Es ist eine der erfolgreichsten Ruckzugsstrategien des Kapitalismus, dass er – bis er seine brutalen Schlägerbanden von der Leine läßt – erstmal die Bevölkerung spaltet, sie gegeneinander aufbringt – und das erleben wir ja schon länger. Macht auch Sinn: so verkleinert man die zahlenmäßige Übermacht der Untermenschen und Arbeitssklaven.

Was haben wir nicht alle für Riesenthemen, die uns beschäftigen: den großen Abwehrkampf gegen den übermächtigen Islam zum Beispiel. Klar, es gibt eine kleine aber außerordentlich reiche Milliardärssekte in Saudi-Arabien mit enorm schlechten Umgangsformen, die eine moderne, faschistoide Sonderform des Islam finanziert und verbreitet, der mit demokratischen Grundprinzipien des sozialen Miteinanders einer aufgeklärten Gesellschaft nicht vereinbar ist – das hat jedoch mit meinem Nachbarn, dem türkischen Gemüsehändler, überhaupt nichts zu tun, selbst wenn der zehn mal am Tag seinen Gebetsteppich ausrollt. Wir haben solche irren Sekten auch im Christentum, sogar mächtige Sekten wie den Opus Dei, die Schmerz verherrlichen (und deshalb niemals Macht bekommen dürfen), sie gab es auch im Hinduismus (die Thuggs) und wahrscheinlich auch in allen anderen Weltreligionen. Das ist aber kein Problem: dafür haben wir die Polizei. Kein Grund sich darüber aufzuregen: sobald die mit den Gesetzen der demokratischen Zivilgesellschaft kollidieren, werden die mit robusten Gegenmaßnahmen rechnen müssen. Punkt, Ende der Debatte.

Oder Diesel – das nächste Riesenthema. Was gibt es da für endlose Debatten drüber – ebenfalls irre und irrationale Debatten. Gestern noch mit einem Autohändler drüber gesprochen: sein Konzern hat ein Ankaufverbot für Dieselautos verhängt (natürlich inoffiziell), weil die Dinger in Deutschland nicht mehr zu verkaufen sind. Zehn Kilometer weiter jedoch – in Belgien – ist der gleiche Diesel wieder ein ganz normales Auto mit wenig CO2-Ausstoß. Das gilt sogar weltweit. Rom, Paris, Brüssel – Megastädte ohne Probleme mit dreckigem Diesel, aber das kleine Aachen erstickt im Dreck. Was geschieht mit den ganzen Dieseln, die hier abgestoßen werden? Die werden mit großem Gewinn für die Firmen aber großen Verlusten für die deutschen Eigentümer ins Ausland verkauft. Dort sind sie offenbar sofort sauber. Nun – Dieselmotoren jedoch – kann man umrüsten, auf Wasserstoff zum Beispiel (siehe bizz-energiy). Man kann auch den Diesel selbst als Kraftstoff so verändern, dass er nur noch einen Bruchteil an Schadstoffen ausstößt (siehe heion.de): man sieht also … kein Grund für Panik oder Debatten. Punkt. Ende der Debatte. Ach ja – was ich nebenbei erfuhr … man geht intern davon aus, dass es sich bei der Kampagne gegen Diesel um eine groß angelegt externe Kampagne handelt, die auf breiter Fläche agiert. Schade nur, dass wir keine Theorien über Verschwörungen mehr bilden dürfen: wäre schon interessant, wer uns da an der Nase herumführt. Der Kreis der Verdächtigen aber läßt sich so oder so eingrenzen: es wird einer der großen Player des Kapitalismus sein. Allein schon die Atomkonzerne hätten hinreichendes Interesse an einer Anti-Diesel-Kampagne – die eröffnet ihnen die Rückkehr ins Geschäft, wenn gleichzeitig das Elektroauto gepuscht wird. Geld haben die genug – erhalten ja Riesensubventionen (siehe Ingenieur.de).

Oder der gigantische Abwehrkampf gegen „Rechts“ – womit der Faschismus soweit verniedlicht und derealisiert wurde, dass man ihm jedermann andrehen kann – ob der nun bekennender Faschist ist oder nicht, spielt da gar keine Rolle, denn irgendwie „rechts“ sind alle Menschen mehr oder weniger – je nach Deutungsrahmen. Gleichzeitig wird der echte, existentiell bedrohliche Faschismus infolge der Unschärfe der Sprache nicht mehr erkannt – und marschiert lustig weiter fort – auf ganz breiter Front.

Reicht das an künstlich aufgeblasenen Zwistigkeiten? Oder soll ich noch mal das Stichwort „Gender“ bringen, mit dem der Kampf der Geschlechter neu entfacht worden ist – ohne an der Wurzel des Übels zu rütteln, die dafür sorgt, dass Emanzipation im Alltag eher rückläufig ist. Es ändert nicht viel, die Genderei, kostet aber enorm viel Zeit, Geld und Aufmerksamkeit – es braucht schon ein wenig Muße, um nachvollziehen zu können, warum männliche Studenten in Zukunft nur noch in Ketten in Hörsälen der Universitäten erscheinen dürfen (was ein Fake war, aber zeigt, wie irre dort auf Kosten der Allgemeinheit gedacht wird – siehe Süddeutsche).

In Ungarn wird Obdachlosigkeit strafbar – wir regen uns auf (siehe Wiwo), bringen aber gleichzeitig Bügel an Bänke an, damit Obdachlose dort nicht mehr schlafen können (siehe WAZ). Aber vielleicht ist ja das das „Sanfte“ an unserer Form des Faschismus, die unser Ökonom kommen sieht. Anstatt nicht „Kosten auf zwei Beinen“ in einer Aktion T4  für immer aus dem Verkehr zu ziehen, benutzen wir für alte Menschen Schlaftabletten, damit sie nicht mehr im Wege stehen und uns Zeit stehlen (siehe Zeit). Auch die Jugend bleibt nicht mehr verschont, die schwarze Pädogogik der NS-Zeit hält wieder Einzug und wird groß propagiert, die „Qulitätsmedien“ propagieren gerade in breiter Front einen Film, der Standard einer neuen Elternschule sein kann (siehe Ken.Fm – ja, der Kanal des als „Rechten“ verbrämten Ken Jebsen erkennt hier folgerichtig, dass auch in diesem Sektor die NS-Zeit wiederkehrt – die „demokratischen Qualitätsmedien“ hingegen folgen der faschistischen Argumentation kritiklos). Und über Hartz IV – die Neuauflage der NS-Aktion „Arbeitsscheu reich“ – haben wir ja schon gesprochen.

Die Liste ließe sich ebenso endlos fortsetzen – und auch für das Ende wird schon gerüstet: Einsatz der Bundeswehr im Inneren und Ausrüstung der Polizei mit mit Maschinengewehren bestückbaren Panzerwagen zeigt, wie weit Entscheider heute schon denken. Wenig geschieht gegen die asozialen Schmarotzer im Maßanzug, die plündern fröhlich weiter, erbeuteten allein durch Cum-Ex 55 Milliarden Euro Steuergelder (siehe Zeit). Ebenso bei den Pflegekassen: Betrüger räumen mit Duldung der Kassen groß ab, während Leistungen für die Versicherten immer knapper gehalten werden (siehe Spiegel). Eine Milliarde Euro Steuergeld wird der Gastronomie geschenkt, damit die billige Arbeitskräfte haben kann (siehe rp-online). Das alles ist ok, weil ja Kapitalismus im Kern heißt: nimm von den viel-zu-vielen so viel du kannst, dass ist der Kernbefehl das Kapitalismus, der gerade – kurz vor seinem Ende – zum Überwachungskapitalismus mutiert (siehe Deutschlandfunkkultur). Und am Ende – ganz oben – häuft sich immer mehr Kapital an (siehe Spiegel).

Und wenn es soweit ist … dann werden die Entscheider sich schnell aller Demokratie entledigen. Da sagt dann die Industriekanzlerin einfach: „Wir schaffen das ab“ – und fort ist das. Schauen Sie nicht so verdutzt: in der gleichen Art und Weise hat sie Deutschland im Handstreich zum Migrationsland erklärt – ohne jegliche Debatte – und Fakten geschaffen. So geht Politik in der Postdemokratie.

Und was wir noch mehr abschaffen werden, sind Menschen. Mit Hochdruck arbeitet das Investivkapital an der Automatisierung des Lebens. Man könnte stattdessen auch Lebensbedingungen von Mensch und Tier verbessern und dort investieren – aber der Kapitalist selber weiß, dass Kapitalismus in seiner Gier immer ein Ende erreicht – ein Ende, an dem alles immer schneller und irrer wird, bevor der Kollaps kommt – wozu also das Unaufhaltsame künstlich herauszögern? Selbst ist man ja geschützt durch faschistische Schlägertrupps, die einem das humanistisch orientierte Pack durch die Straße jagen – und wer in den Städten durch Hungersnöte dahingerafft wird, kann einem da völlig egal sein. Aber danach will man ja sein Luxusleben weiterleben – aber dann völlig unabhängig vom Menschsein. Da kommt die Nachricht gerade richtig, dass nun auch Künstler durch Programme ersetzt werden können und Kunstwerke schaffen, die gute Preise erzielen (siehe Spiegel).

Es werden dunkle Zeiten auf uns zukommen – wie immer, wenn der Kapitalismus im Endstadium ist. Vielleicht ersehnen wir als Menschheit solche Zeiten aber insgeheim, weshalb wir uns nicht dagegen organisieren (mal davon abgesehen, dass die Verhinderung dieser Organisation ja gerade das Ziel aller Spaltung ist, weshalb auch „Querfront“ als Begriff ein urkapitalistisches Werkzeug ist). Die Wissenschaft ist da gerade auf einer interessanten Spur: offenbar hat die Menschheit – anders als die meisten anderen Spezies – vergleichbar mit einem blinden Höhlenfisch lange Phasen absoluter Dunkelheit erlebt (siehe Spektrum).

PS: ja, ich weiß, Sie vermissen als großes Thema jetzt „Klima“. Ist auch so ein Aufreger. Wie Ozonloch oder Waldsterben. Das kann jedoch in der Tat ein Fakt sein, ist aber trotzdem dem sterbenden Kapitalismus sehr nützlich, weil er die Schuld nicht auf die Verursacher, sondern auf die Konsumenten schiebt, die Untermenschen, die für ihn sowieso viel zu viele sind. Die Inuit jedoch meinen, es liegt gar nicht am Menschen – sondern an der Verschiebung der Erdachse (siehe Connectivevents).

 

 

 

Warum „Aufstehen“ unverzichtbar ist – auch kurz vor den Präventivangriffen der Nato auf russische Fabriken

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Mittwoch, 3. Oktober 2018. Eifel. Schöner Tag, oder? Tag der deutschen Einheit – wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. Wird ja auch gefeiert: die von Sarah Wagenknecht mit initiierte Bewegung ruft heute zu ersten Aktionen auf. Ich gestehe: ich bin Teil dieser Bewegung, jedoch gesundheitlich momentan mal wieder gar nicht in der Lage, mobil zu sein. Denke aber auch: das ist wirklich was für die Jüngeren unter uns. Dafür kann ich aber möglicherweise einen kleinen schriftlichen Beitrag leisten.

Natürlich – wie unter „Linken“ üblich – gab es erstmal Kritik an dieser Bewegung. Im ständigen Wettstreit um den Titel „Bester Linker des Monats“ befindend, kann man von dieser Gruppierung auch nicht erwarten, dass sie im ersten Moment begreift, dass die Gründung so einer Bewegung, der Aufruf zu so einer Bewegung nicht als persönlicher Angriff auf ihre eigenen gesellschaftlichen Ambitionen auf dem Weg zu den Fleischtöpfen des Steuerzahlers  zu begreifen ist, sondern nur ein Aufruf ist, sich zusammenzuschließen angesichts vieler drängender gesellschaftlicher Probleme, die von der Pauschalpolitik augenscheinlich nicht mehr gelöst werden können … oder gelöst werden wollen.

Das vielleicht sogar die willkürliche Spaltung der Gesellschaft zwischen „rechts“ und „links“ als unvereinbare Fronten ein Hauptgrund für die Machtlosigkeit sozialen Denkens in diesem Lande ist, weshalb wir auch überhaupt nicht mehr alle zusammen darüber nachdenken können, ob ein demokratischer Sozialismus – wie Volker Pispers ihn in seinen Auftritten immer mal wieder anspricht – nicht genau die Lösung aller Probleme der Gegenwart wäre. Sehen wir die politischen Positionen mal fernab von Parolengebrüll, so wird ja auch schnell klar, warum eine Gesellschaft konservative und progressive Menschen dringend braucht – und zwar im Zusammenspiel, nicht als Gegner. Konservative, um wertvolle Errungenschaften wie die menschliche Freiheit zu erhalten, Progressive, um die menschliche Freiheit auszubauen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Funktioniert das Zusammenspiel, hat man eine starke, stabile Gesellschaft, die sich mutig allen Herausforderungen stellen kann. Funktioniert es nicht, hat man eine tote Gesellschaft, die entweder am überbordenen Konservatismus erstickt oder in einer grenzenlosen Progressivität aufgelöst wird … weshalb es ja nützlich und sinnstiftend ist, wenn sich die beiden Strömungen gegenseitig – wertschätzend – im Zaum halten. Gut und nützlich jedenfalls für den kleinen Mann.

Doch wir haben andere Zeiten, unversöhnliche Blocks wurden von den Medien geschaffen – mit großer Unterstützung von Wirtschaft und Politik, Blöcke, die so im Alltag unserer Mitmenschen gar nicht zu beobachten sind: auf der einen Seite der „linksgrünversiffte Gutmensch“, auf der anderen Seite der „Nazi“. So definiert – der eine als abgrundtief krank, der andere als abgrundtief böse – ist der Gesellschaftsvertrag einer Demokratie nicht mehr ausführbar. Das freut aber auch eine Gruppe von Menschen, jene Menschen, die auch in Positionen sitzen, um ihre Freude ausleben und beliebig verlängern zu können: die „Elite“.

Auf sie werden ja gerade offiziell Orgien von Lobreden gehalten: Elite sei „Asozial, autonom und stark“, heißt es da – wir übrigen 99 Prozent sind ohne sie rettungslos verloren (siehe Zeit). So degeneriert ist der demokratische Diskurs inzwischen schon, dass wir gewaltige kulturelle Rückschritte machen und künstlich Superhelden aufbauen, ohne die wir uns noch nicht mal die Schuhe zubinden können sollen. Nun: asozial kommt Elite schon daher – wer möchte das in Frage stellen. Autonom ist sie nunmehr gar nicht: ohne die menschliche Pyramide in Konzern, Partei und Verwaltung wäre der Superheld an der Spitze völlig machtlos – und ohne die Kredite der Banken jeder Unternehmer ein Hartz-IV-Abhängiger. Stark sind sie wohl nur aufgrund ihrer Asozialität zu nennen, die Stärke aufgrund der Ausnutzung von Schwächen anderer (meist Kranke, Alte, Frauen und Kindern) simulieren kann – aber alle ernsthaften Auseinandersetzungen von willigen bezahlten Bütteln erledigen lassen.

Die Elite ist nun der eigentliche Kriegsgewinnler in der Bewegung der Spaltung, der Forscher Michael Hartmann führt dazu einiges aus, vor allem beschreibt er ihre im Prinzip sehr geringe Zahl: (siehe Telepolis):

„Sie besteht aus den Personen, die in den wichtigen gesellschaftlichen Bereichen die zentralen Machtpositionen bekleiden. In den meisten Fällen sind sie wie Regierungsmitglieder, hohe Verwaltungsbeamte, Bundesrichter, Chefredakteure oder Topmanager durch Wahl oder Ernennung in das Spitzenamt gelangt. Manchmal verfügen sie aber auch über die entsprechende Macht, weil ihnen große Unternehmen gehören oder Teile davon wie etwa den Quandt-Erben bei BMW oder den Familien Porsche und Piech bei VW. Für die Bundesrepublik sind das insgesamt um die 4.000 Personen.“

Nur 4000 Menschen – die die Hauptverantwortung für den neoliberalen Umbau der ganzen Gesellschaft tragen. Sie sind untereinander exzellent vernetzt, haben viel Zeit, die sie in die Pflege ihrer Netzwerke investieren können, Netzwerke, die es sogar erlauben, ein privates Geburtstagsdinner im Kanzleramt abzuhalten. Schauen sie sich mal die Gästeliste in Ruhe an (siehe Netzpolitik.org), dann können Sie erahnen, wie weit der Filz in dieser Republik schon gediehen ist: da sitzen Mediengrößen, Konzernfürsten, Wissenschaft und Politik einträchtig zusammen – kein Wunder, dass die Gästeliste erst durch Gerichtsentscheidungen einsichtig gemacht werden konnte.

Nun meint Herr Hartmann, dass man sie an ihren Taten erkennen kann – und die Aufrechterhaltung und Förderung der Spaltung läßt diese kleine Gruppe von „Asozialen“ immer sicherer in ihren Sätteln werden. Was tun sie denn so?

Nun – sie statten die Polizei mit Panzerwagen aus. Diese Panzerwagen bekommen Waffenplattformen für schwere Maschinengewehre (siehe DFGVK auf Facebook). Was bitte schön will man mit schweren Maschinengewehren bei der Polizei? Welche Szenarien erwartet die Elite, dass sie solche Investitionen tätigt? Schwere Maschinengewehre leisten guten Dienste bei der Massenvernichtung menschlichen Lebens, die in Gruppen auftreten – jedenfalls aus der Sicht jener, die solche Hölleninstrumente bauen. Aber wo haben wir es im Inneren des Landes schon mit größeren Gruppen zu tun, die sich zusammenrotten? Nun – bei Demonstrationen – zum Beispiel. Sonst fällt mir da nichts weiteres brisantes ein.

Was macht sie sonst noch so, die Elite? Schauen wir uns mal das Migrationsthema an. Migranten sind in Deutschland zur Spaltung immer gut gewesen – meint Volker Pispers in seinem Programm „Bis neulich“, weil dann jemand im Lande ist, auf den der Hartz-IV-Empfänger noch herunterschauen kann … und so die Bürger noch weiter spaltet. Wie wir gelernt haben, haben wir eine Willkommenskultur – jedenfalls an der äußeren Hülle. Schon einen kurzen Schritt weiter überschüttet uns die gleiche Presse, die die Willkommenskultur propagiert, Horrorgeschichten über Morde, Vergewaltigungen und Angriffe auf Polizeibeamte durch eben jene Migranten. Ein Zustand gelebter Schizophrenie (wobei ich dieses Wort hier im allgemeinen Sprachgebrauch verwende, nicht als klinische Diagnose). Doch der Wahn geht noch weiter: während wir in Deutschland dazu angehalten worden sind, das Wort „Neger“ komplett aus dem Sprachgebrauch zu streichen um wirklich supersuperanständig zu wirken, finanzieren wir Massenmorde an „Negern“ im Ausland, schließen sogar Allianzen, die uns Asylanten aus Afrika mit Waffengewalt von der Küste fernhalten. „Neger sagen: pfui, Neger töten: hui“ – so die Devise – für die mein erstes Posting auf Facebook von der Bertelsmanntochter Arvato gelöscht wurde, weil es gegen die Standards verstößt.

Sie wissen doch, worüber ich rede, oder? Über Mali. Da ist kürzlich erst ein schwerer Kampfhubschrauber der Bundeswehr abgestürzt, ein Gerät zur Abwehr von Panzerangriffen. Was machen wir eigentlich in Mali? Nun – sucht man länger in der Flut von Nachrichten, so ist die Antwort nicht schwer zu finden (siehe Spiegel):

„Die EU will Migranten aus Afrika am besten noch auf dem Kontinent stoppen. Deutschland und Frankreich wollen dafür das Militär vor Ort unterstützen – mit Waffen, Munition und Fahrzeugen.“

Lesen Sie sich den Satz am besten mehrfach durch … und stellen Sie sich mal vor, was es für ein Getöse gäbe, hätte dies ein AfD-Politiker in der Theorie gefordert. Die EU ist schon längst viel weiter als die „Nazis“ in Sachsen je denken könnten, die erschießen Migranten einfach vor Ort im fernen Mali – noch bevor die die Küste überhaupt sehen können. Ja, die erschießen die: die von der EU aufgerüstete Sondertruppe ist für willkürliche Erschießungen in Mali verantwortlich, aktuell berichtet der Spiegel über „Massaker“ dieser Truppe in Mali (siehe: Spiegel):

„Mit 100 Millionen Euro unterstützt die EU eine Militäreinheit in Afrikas Sahelzone, die auch Migration eindämmen soll. Doch deren Soldaten ermorden offenbar regelmäßig Zivilisten: die Indizien, die Hintergründe, das moralische Dilemma.“

Ein moralisches Dilemma? Offensichtlich nicht für die asoziale Elite. Aber darum ist sie ja offen asozial.

Wollen Sie mal wissen, was Flüchtlinge so selbst über die Zustände in Deutschland sagen? Über die unerträgliche, überdimensionale Heuchelei der „Elite“? Es gibt da einen Zahnarzt aus Syrien, der sich offen dazu geäußert hat (siehe Cicero), er führt viele Gründe an, warum dieses Projekt der Bundesregierung (dessen Rechtmäßigkeit immer noch umstritten ist) „von Anfang an zum Scheitern verurteilt war“ – weil den Neubürgern suggeriert wurde, sie würden hier gebraucht. Sie braucht aber keiner. Sie kommen mit großen Hoffnungen hier an – in den angeblich reichen Westen – und vergammeln in Containern. Ihren Riesenfrust lassen sie dann an den Schwächeren ab – den Schweinemenschen. Für soziale Wesen nicht schwer zu verstehen, erst recht nicht angesichts der Verherungen, die deutsche Konzerne in Afrika angerichtet haben und weiter anrichten wollen.

Nichts bekannt darüber? Ja – unser Wohlstand wird auf den Rücken von Migranten ausgelebt, die es noch nicht bis nach Europa geschafft haben. Ist ja auch kein Geheimwissen, sogar das ZDF berichtet darüber – ist gibt nur aktuell keine politische Kraft in Deutschland, die diese Informationen noch in Handlungen umsetzen kann, das stoppt ganz schnell der Filz der Elite. Schauen Sie sich mal an, was unser neuer Wurf der Industrie – das hoch gelobte Elektroauto (ein Betrug der besonderen Art, um den man sich nochmal gesondert kümmern muss) – so in Afrika anrichtet (siehe ZDF). Das unglaubliche Elend im Kongo, die nachhaltige Verwüstung der natürlichen Lebensgründe des Landes ist ein Renditefest für unsere Konzerne – und für unsere Elektroautos müssen dort in Zukunft Kinder noch mehr schuften. Unser Elektro-SUV hat blutige, menschenverachtende, umweltvernichtende Komponenten eingebaut – aber die Elite preist es … asozial wie sie geworden ist … oder vielleicht immer schon war … als das Nonplusultra der Konzernkunst an. Irrer geht es kaum – aber das passiert halt, wenn man nur noch über knappe Parolen kommuniziert.

Was sehr unangenehm berührt – um noch mal auf den syrischen Zahnarzt zurückzukommen – ist seine Aussage über das Gesprächsklima in Deutschland, besonders über die einst hoch geschätzte Meinungsfreiheit: er erlebt ein Land mit „heiligen Kühen“, „Tabus“ und „Denkverboten“ – und die Folgen dieser Denkverbote mögen in Zukunft so katastrophal sein, dass die Anschaffung von schweren Maschinengewehren doch im Rückblick weise wirken wird … aus der Sicht der Elite jedenfalls.

Was ist eine dieser heiligen Kühe? Der Islam. Als wäre eine Religion an sich schon heilig. Wir brauchen uns ja nur unsere Eigenen anzuschauen – würden die noch Hexen verbrennen, Kreuzzüge organisieren und ihre rigiden Moralvorstellungen der ganzen Gesellschaft aufdrücken: wir hätten viel zu besprechen … von den massenhaften Missbräuchen an Kindern und den gänzlich unchristlichen Kapitalanhäufungen mal ganz abgesehen. Und wenn ich mir die Sichtweise einer konvertierten Muslima mit kurdisch-syrischen Wurzeln anschaue, dann muss ich sagen: das Pauschallob für alle muslimischen Umtriebe scheint mir weit überzogen zu sein, der unkritische Umgang mit politischen Bestrebungen jener Sekte sogar gemeingefährlich – hier kommt das alte nationalsozialistische Weltbild von „Herrrenmenschen“ (im „Haus des Islam“) und „Untermenschen“ (im „Haus des Krieges“) in neuem Gewande daher … ohne dass sich jemand traut, es beim Namen zu nennen (zum Islam siehe: Cicero). Für die Elite sind die heiligen Kühe jedoch unverzichtbares Trennungsmoment, sie kommt ganz gut klar mit fanatisierten Menschenmassen, die gegeneinander marschieren – Hauptsache, die marschieren nicht auf kurfürstliche Herrensitze zu.

Reden Sie doch mal mit Mitbürgern türkischer Herkunft über den neuen Wind im Lande. Fragen Sie sie mal, wo auf einmal die Kultur der Angst herkommt, die unsere Mitbürger überzieht. Nun – manche werden sicher sagen, die Behandlung der Massenmorde des NSU (aktuell übrigens öffentlich als „nicht politisch motivierte Morde“ eingestuft – siehe Zeit), der Gebrauch von Namen des NSU beim SEK (siehe Spiegel) wären für mich als Bürger mit türkischer Herkunft schon beunruhigend – aber nichts im Vergleich zu dem, was aus dem Reich des Erdogan kommt: ein gewaltiger Denunziationsapparat bedroht alle türkischen Mitbürger, die leicht per Knopfdruck an die Behörden der Türkei gemeldet werden können … was manche schon digitale Gestapo-Methoden nennen (siehe FAZ). Erlebt man dann noch mit, wie Erdogans Schlägertruppe ungestraft Hoheitsrechte der Bundesrepublik Deutschland verletzen kann – wie kürzlich in Köln bei der willkürlichen widergesetzlichen Absperrung einer ganzen Straße mit geklauten Absperrbändern der Polizei (siehe Spiegel) – dann würde ich mir schon zurecht die Frage stellen, ob dieses Land noch in der Lage oder überhaupt gewillt ist, mich zu schützen.

Und für den Schutz – haben wir da nicht den Verfassungsschutz? Hören Sie bitte auf zu lachen, das Thema ist ernst, vor allem, da dieser Verfassungsschutz – ganz offiziell – dieser Republik mehr geschadet als genutzt hat (siehe Zeit). Lesen Sie sich ruhig mal die desaströsen Skandale durch, die da aufgelistet sind … und merken Sie sich vor allem die Warnung der obersten Richter unserer Republik vor dem „präventiven Konformismus, der mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar sei“ … jener Konformismus, der 35 Jahre später Alltag in der ganzen Republik geworden ist und hinreichend erklärt, warum es politisch so ruhig einhergeht – trotz immer weiterer Skandale wie die jüngst aufgedeckte Überwachung des Amis Amri – Attentäter in Berlin – durch den Verfassungsschutz (siehe Morgenpost).

Reicht das nun an „Taten der Elite“? Ich kann die Reihe endlos fortführen. Ein paar Beispiele noch? Gut. Wie sieht es aus mit den maßlosen Kosten, die sie dem Steuerzahler ungeniert aufbürden – wie der Herr Gauck (siehe Spiegel), wie sieht es aus mit der illegalen Vergabe von millionenschweren Aufträgen an Unternehmensberatungen (siehe Spiegel) – wobei ich die Einbindung von McKinsey-Personal in militärische Bereiche noch viel besorgniserregender finde als die Mauscheleien um Beraterverträge – und die Tatsache, das der Sohn der Ministerin (siehe Focus) in recht jungen Jahren eine gewinnbeteiligte Person bei McKinsey ist (siehe Linkedin), hinterläßt dabei auch keinen guten Geschmack. „Sterbende Menschen werden nur noch als Material angesehen“ (siehe Focus) – und die Elite ist gerade dabei, die Materialbeschaffung an Menschenteilen auszuweiten.

Noch nicht beunruhigt? Vielleicht, weil Sie noch nichts von den geplanten Präventivangriffen der USA auf Russland wissen, Angriffe, die gerade in Planung sind: Washington droht unverhohlen mit einem Militärschlag auf russische Produktionsstätten, wenn sich Russland nicht den Forderungen der USA beugt (siehe Reuters). Die Elite hat zu diesem Zwecke weltweit Luxusbunker parat (wir berichteten).

Soll ich noch was sagen über Renten, Mieten, Preise, über Qualität von Nahrungsmitteln, die Verpestung der Luft durch Kreuzfahrtschiffe und Urlaubsflieger, die Vernichtung preiswerten Wohnraums durch Hedgefonds, die Massenvernichtung ausländischer Firmen durch deutsche Niedriglöhner, die massive Ausbeutung Afrikas, Asiens und Südamerikas durch deutsche Konzerne, die Ausplünderung der Sozialsysteme in Europa?

Kommen wir nochmal zurück zu unserem Elitenforscher, der klar benennt, dass die Elite jede Veränderung im Lande, die die Verteilungsmechanismen ändern möchte, mit aller Kraft bekämpfen wird (ich weiß jetzt nicht, ob er auch an die Maschinengewehre gedacht hat) – und auch bekämpft. Nach dem Verrat von SPD und Grünen und den immer blasser werden „Linken“ haben die progressiven Kräfte in diesem Land keine Vertretung mehr im Parlament, gehören auch eher zu den Verfolgten denn zu irgendeiner Art von Opposition.

Und angesichts der dichten Vernetzung von Parteispitzen mit der übrigen Elite bleibt jenen Bürgern, die noch mit beiden Beinen auf dem Boden der freiheitlichen-demokratischen Grundordnung stehen, nichts anderes zu tun als noch mal ganz von vorne anzufangen – mit einer außerparlamentarischen Sammlungsbewegung wie „Aufstehen“. Entweder schaffen es die friedlichen, freiheitsliebenden, sozialen, toleranten, konstruktiven, menschenfreundlichen Elemente dieses Landes sich einfach mal gegen die Elite zu vereinen – oder wir bekommen mal wieder die häßlichen Auswüchse des sterbenden Kapitalismus im Endstadium zu spüren, wo „unwertes Leben“ definiert und als „Kosten auf zwei Beinen“ eliminiert wird. So jedenfalls … sehe ich das.

Und angesichts der Notwendigkeit einer solchen Sammlungsbewegung der kleinen Leute (und ihrer paar großen Freunde – die es ja auch noch gibt) gegen eine immer hemmungsloser und asozialer agierenden kriegstreibenden und menschenverachtenden Elite ist mir so ziemlich egal, wer aus welchem Anlass dazu den Anstoß gibt.

150000 Bürger sind schon bei „Aufstehen“ dabei. Vergleichen Sie das mal mit den Mitgliederzahlen der im Bundestag vertretenen Parteien – schon jetzt ist „Aufstehen“ mit großem Abstand zu Grünen, Linken, FDP und AfD nach SPD und CDU die größte politische Kraft in Deutschland … nach nur ein paar Wochen. Ich weiß nun nicht, wie viele Gelegenheiten wir noch bekommen werden, um uns selbst zu organisieren … ich weiß aber, dass ich nicht erleben möchte, wieso wir in diesem so friedlichen Land wirklich Panzerwagen mit Maschinengewehren für die Polizei brauchen.

Und ich denke, eine Sammlungsbewegung aller sozialen Menschen – über alle Parteigrenzen hinweg – ist schon mal ein guter Anfang, die Verhältnisse zu ändern. Und die Werte, für die Aufstehen eintritt – nun, die sind globaler und umfassender Natur, weit über parteipolitischen Alltagsklüngel hinaus … und absolute Selbstverständlichkeiten für ernsthafte Demokraten.
 

 

 

Die Linke und die „Flüchtlingsfrage“: über religiöse und faschistische Idiotie

Die Linke und die "Flüchtlingsfrage": über religiöse und faschistische Idiotie

Dienstag, 14.8.2018. Eifel. Letztens hörte ich jemanden, der meinte, dass er sich den Luxus einer politischen Meinung nicht mehr leiste. So ein Satz bleibt lange hängen. Erinnert halt an ein großes philosophisches Problem, ein Problem, dass zum Ende der Philosophie geführt haben soll. Das Ende der Philosophie? Nun – bei den einschlägigen Wissenschaftlern herrscht halt die Meinung, dass Arthur Schopenhauer der letzte Philosoph gewesen sein soll, der noch eine einheitliche Welttheorie formuliert hatte. Schopenhauer starb 1860 – und seitdem soll die Welt zu kompliziert geworden sein, um sie noch beschreiben zu können. Irre, oder? Wir geben vor, seitdem viel mehr zu „wissen“ als alle vorherigen Generationen – aber eine Beschreibung der Gesamtheit will uns nicht mehr gelingen?

Nun – dass uns so gut wir gar nichts mehr gelingt, sehen wir ja jeden Tag. Wir haben ganze Armeen von Geisteswissenschaftlern, scheitern aber an einfachsten Erklärungsversuchen, ja, komplexere Beschreibungen möglicher Realitäten im politischen Bereich werden sogar gezielt mit der Bannformel „Verschwörungstheorie“ tabuisiert, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass es unter diesen Theorien einige gibt, die einem höheren Anspruch an Wissenschaftlichkeit genügen als hochamtliche Wahrheitsmythen. Doch wir wollen uns heute nicht mit diesen politischen Aspekten beschäftigen. Geschichte – so erzählte ein Professor für Japanologie seinen Studenten Anfang der achtziger Jahre – wird immer nur von Siegern gemacht … und wir erleben gerade leibhaftig, wie das im Alltag aussieht, wenn man einen „Putin“ mit aller Macht der etablierten Medien zu einem Teufel in Menschengestalt umdeuten will.

Mein eigener Bereich der Philosophie ist eher der Bereich der philosophischen Praxis, d.h. jener Strömung, die die Philosophie – und damit Aufklärung – wieder zu den Menschen bringen möchte. Wie es der Begründer der Bewegung der philosophischen Praxis einmal formulierte, entstehen hier ganz neue Herausforderungen für die Philosophie: während der staatlich alimentierte Philosoph von oben herab seine Wahrheiten dem Volk predigt, wird der philosophische Praktiker mit Wahrheiten konfrontiert, die das Volk – oder der „Kunde“ – zu ihm bringt. Man kann sich nicht darauf vorbereiten, welches Thema als nächstes durch die Tür kommt, noch reicht es, ein paar Zitate anderer Kollegen zu bringen: hier merkt man, dass der „Arzt der Seele“ gefordert wird – und wer kann sich dieser Herausforderung schon noch stellen.

Zu den Dingen, die an einen herangetragen werden, gehört folgendes Zitat einer Leserin aus der Schweiz – für das ich wohl jetzt schon eine Vorverurteilung als rechtsradikaler Mörder und Folterer bekomme, nur, weil ich es veröffentliche:

Lieber Reiner

Ich dachte noch einmal über deinen Artikel nach und bin zum Schluss gekommen, dass du wohl die Aussagen machst, weil du von Armut betroffen bist, nicht aber vom Islamismus. Nun, da wo ich wohne, sind abends keine Frauen mehr auf den Strassen – da hat es Herren-Frisöre, Shisha-Bars, Döner-Läden, 1 Bordell gefüllt mit ungläubigen Nutztieren, Restaurants und Bars voller Männer, aber ohne Frauen. Im angrenzenden Schaffhausen wird inzwischen die 2. Grossmoschee gebaut. Vor ein paar Jahren noch war das nicht so schlimm. Aber die einheimischen Frauen haben sich zunehmend unwohl gefühlt und gehen woanders aus. Dieser Wandel wird selbstverständlich nirgends diskutiert, denn dies ist ja im Wesentlichen das harmonische Zusammenleben mit Muslimen: Man schweigt über die Veränderungen – und zieht, wenn man kann, weg. Ich als böser Rassist nenne das aber nicht „harmonisch“ sondern „Landnahme“. Dein Problem lässt sich mit Geld lösen – aber meins? Die Diskriminierung von Frauen ist ein wesentlich schwerer zu beseitigendes Problem, die damit einher gehende körperliche Gewalt ein sehr grosses Hindernis für Frauen, ihre Persönlichkeit frei zu entfalten. Es ist mir aber nicht an einer Spaltung gelegen – was gibt es Dümmeres für Benachteiligte ( nicht in der westlichen Gesellschaft , sondern in Bezug auf Islam) sich zu spalten? Aber mich ärgert, das muss ich gestehen, diese völlige Blindheit , Dummheit und Verantwortungslosigkeit gegenüber unseren zukünftigen Generationen (Imame, muslimische Funktionäre etc. sind ja sehr offen in Bezug auf ihre Ziele!). Die sich im übrigen auch dadurch bemerkbar macht, dass einheimischen Alleinerziehenden (weder Antifa noch Politiker kümmern sich, also muss es eine Deutsche sein) das Wasser abgestellt wird – „man muss das nach der dritten Mahnung verstehen“ – während dies für „Geflüchtete“ nicht zur Debatte steht; da schaut man auch dann noch weg, wenn die „Ärmsten“ aus den Erlösen ihrer kriminellen Geschäfte ganze Strassenzüge aufkaufen und die Polizei unterlaufen. Reiner, woher kommt diese ungerechte Doppelmoral im linken Lager? Mich bringt das zur Verzweiflung.
Es war Teil einer harschen Kritik an meinem letzten Artikel, die ich dem Leser nicht vorenthalten möchte:

Zwar stellst du in deinem Artikel die pauschale Bewertung des islamischen Einflusses für Europa als gut in Frage. Im letzten Satz darüber stellst du das jedoch gleichzeitig als irrationale Angst dar – gleichbedeutend mit der Angst vor dem Feindbild Russland oder China. Da muss ich entschieden widersprechen. Sargon of Akkad hat hierzu ein höchst sehenswertes Video über den Einfluss der Scharia in England gemacht. … Darin wird u.a. beschrieben, wie sich die Genitalverstümmelung bei Mädchen ausbreitet und Aktivistinnen von Islamisten mit ihrem beruflichen Ende bedroht werden sofern sie sich weiter dagegen einsetzen. Die Genitalverstümmelung müsse als Religionsfreiheit respektiert werden. Muslimische englische Mädchen werden also zunehmend genitalverstümmelt – aufgrund der „Weisheit“ des Propheten Mohammed, der diese Praxis für Frauen empfohlen hat (ich schreibe dies um der LÜGE zu begegnen, diese unmenschliche Praktik hätte nichts mit der Religion zu tun). Umbeschnittene, weisse englische Mädchen werden von Muslimen als wertloses „easy meat“ in die Zwangsprostitution gedrängt. Das Ausmass dieser Menschenrechtsverletzungen an Frauen – die in verschiedenen Formen und Ausprägungen in allen unter muslimischer Massenmigration leidenden europäischen Ländern zu beobachten ist – ist ungeheuerlich. Und unentschuldbar. Ausserdem kritisiere ich, dass du Islam mit den Muslimen gleichsetzt. Es ist notwendig, den – für mein Empfinden- satanischen Mörderkult „Islam“ zu kritisieren, die davon betroffenen Menschen jedoch zu unterscheiden. Die Deutschen im 3. Reich waren von der Nazi-Ideologie fanatisierte Menschen. Die Ideologie war für den Massenmord an Millionen Menschen verantwortlich, unter den Deutschen gab es aber auch Menschen wie Hans und Sophie Scholl. Ähnlich verhält es sich mit den Muslimen, deren Ideologie weltweit so viele Menschen getötet, versklavt und ihrer Kultur beraubt hat wie keine andere Ideologie. Das Leid, das den Frauen und Mädchen angetan wird durch die Islamisierung ist eine Tatsache. Wasser im Sommer abzustellen- das ist eine eklatante Menschenrechtsverletzung. Wäre ich mit Kleinkindern davon betroffen- ich würde Freunde bitten, mich nach Berlin zu bringen, damit meine Kinder und ich eine Führung im Kanzleramt machen könnten. Dort würde ich meine Kinder, die ich zuvor viel Leitungswasser in den Toiletten der Restaurants hätte trinken lassen, ihre Notdurft auf den Teppichen des Kanzleramts verrichten lassen und der Presse dann erklären, dass ich ihnen zu Hause den Besuch der Toilette abgewöhnen musste, weil uns das Wasser abgestellt worden ist. Vielleicht hältst du mich jetzt für asozial – aber wie soll man mit Leuten, die rationalen Argumenten nicht zugänglich sind und eine Kritik an dieser Politik zensieren sonst umgehen? Wasser abstellen für Arme – das ist unmenschlich. ABER: Diese Massnahmen lassen sich politisch korrigieren. Genitalverstümmelungen lassen sich nie mehr korrigieren, nie, nie mehr, Reiner. Vergewaltigungen von wertlosem europäischen Frischfleisch seelisch nie mehr ungeschehen machen, nie mehr. Im Koran heisst es, der Muslim soll sich Ungläubige nicht zu Freunden machen und Allah selbst führt das Schwert eines Muslims bei der Ermordung Ungläubiger (sinngemäss). Der Koran gilt den Muslimen als direktes, unveränderteres Wort Gottes – darum soll das Werk auch nicht übersetzt werden. Die Täuschung und der Betrug an Ungläubigen ist ausdrücklich zu Eroberungszwecken erlaubt und erwünscht. Solidarität gibt es nur zwischen Muslimen. Die Islamisierung und Weltherrschaft ist erklärtes Ziel, Menschen, die nicht konvertieren sollen versklavt werden. Die Welt wird eingeteilt in „halal“ und „Haram“. Wie kann irgendetwas davon gut sein? Frieden bringen, Toleranz, Gerechtigkeit oder kluge Lösungen? Kritisches Denken wird bei Strafe untersagt…Daher sind Ängste gegenüber diese Glaubens nicht irrational sondern vernünftig für Andersgläubige. Da du findest, dass Muslime bei uns diskriminiert werden ( es muss wahrer Heldenmut sein und grosse Selbstlosigkeit, dass sie in so grosser Zahl zu den rassistischen Kolonialisten kommen….), widert dich meine Kritik vermutlich an. Nun, mich widert an, wie europäische Errungenschaften wie Demonstrationsrecht, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Meinungsfreiheit, Rechtsstaat, Sozialstaat, Demokratie…. den Bach herunter gehen. Ich stehe dagegen auf und wenn man mich dafür 1000 mal zum Rassisten stempelt.

Nun – das ist eine Meinung. Und zwischen den Zeilen ist das Unbehagen zu spüren, sie zu äußern. Und das in einer Demokratie. Demonstrationsfreiheit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Rechtsstaat, Sozialstaat, Demokratie werden verteidigt – und man fühlt sich unwohl. Sicher, viele weiße Männer und auch einige der in Panzerlimousinen reisenden Politfrauen werden sich jetzt echauffieren, wohl verstehend, dass sie niemals in jene Situation kommen werden, vor der sich die Kommentatorin fürchtet, fürchten muss, weil sie eine Frau ist. „Wir“ – die Dominanzkultur der reichen Deutschen – regen uns darüber auf, dass es in diesem Lande Menschen gibt, die nicht gleich zu allem „Hurra“ und „Sieg Heil“ brüllen, was die Dominanzkultur an beliebigen politischen Realitäten serviert – auch wenn es noch so irre klingt. Ja – irre ist da schon einiges. Da gibt es jetzt diese Phantasie von „Ankerzentren“ von der rechten Seite. Ein Kritikpunkt der linken Seite an diesen Zentren ist: da wird es zu eng, wenn man zu viele Menschen auf engem Raum zusammenpfercht, gibt es Krawall. Ja – ich kenne die Studien, das ist auch in vielen Regionen beobachtbar. Aber welchen Sinn macht es dann, eines der dichtbevölkersten Länder der Erde (Bundesrepublik Deutschland – Platz 20 von 80 Ländern, siehe Laenderdaten) von oben herab zu einem Einwanderungsland  zu erklären und so für zusätzlichen Trubel im Land zu sorgen? Nun – parteipolitisch macht dieses Experiment viel Sinn: Deutschland marschiert auf eine stabile Rechtsaußenmehrheit zu, die sich viele „da oben“ erträumt haben.

Was wenige wissen, weil der Fokus in Deutschland anders ausgerichtet wird: der radikale Islamismus wird sogar innerhalb Saudi-Arabiens – dem Kernland der muslimischen Religion – als „rechts“ angesehen (siehe Zeit). Und deshalb darf in Deutschland mit Fug und Recht eine Debatte folgen, in wie fern wir uns gegen importierten Nationalsozialismus im Gewande eines – womöglich pervertierten – Islam schützen dürfen. Doch diese Debatte wird es nicht geben, ebensowenig wie es noch ein „linkes Lager“ gibt – mal abgesehen von der neuen linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“, die aktuell kaum beurteilbar ist, aber ohne weiteres ein Sammelpunkt für jene werden kann, die bei den rechten Parteien SPD, Grünen und auch der dogmatischen Linken keine Heimat mehr finden.

Kein linkes Lager? Wo doch alle „gegen Rechts“ sind?

Nun – wir argumentieren hier wie Idioten, in dem wir Schlagwörter nachplappern und uns hinter ihnen versammeln. Was ist denn das eigentlich: „links“? Meine Antwort wird immer die Gleiche sein: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Wir können auch sagen: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“, wenn man es gerne mit etwas Unterstützung aus metaphysischen Gefilden haben möchte. Und von diesen Werten her gilt es, politisches Handeln auszurichten.

Was heißt das nun für die Flüchtlingsfrage?

Ein klares Ja zur Aufnahme von Verfolgten. Denke da zuerst an Frauen aus Saudi-Arabien. Und noch mehr an die Hungernden der Welt … auch hier hauptsächlich Frauen und Kinder (siehe Bpb). „Frauen und Kinder zuerst“ heißt es auch in der christlichen Seefahrt. Unsere Realität sieht da anders aus, der Großteil der uns zugeteilten Migranten ist männlich und jung – und wir verlangen von ihnen eine ganz besondere Aufnahmeprüfung: sie müssen es schaffen, lebendig durchs Mittelmeer zu schippern – für ein paar tausend Dollar. Eine perfide sozialdarwinistische Strategie: das Meer befreit uns von den viel zu schwachen … und die meisten, die echte Not leiden, kommen gar nicht zu uns, ja, die schaffen es noch nicht mal an die Nähe der Küste, Millionen verdursten in diesem Spiel in den Wüsten (siehe Handelsblatt). Gut: dagegen wird geklagt: vermeintlich „Linke“ präsentieren die Toten im Mittelmeer ja täglich (während das Massensterben in der Wüste wohl zu weit weg ist, um Aufmerksamkeit zu finden) und versuchen so, politische Macht durch moralische Überlegenheit zu erlangen – ein altes Spiel, das seit Jahrtausenden gespielt wird. Vergleicht man übrigens die Zahlen jener Länder, die am stärksten von Hunger betroffen sind (siehe Statista) mit den Zahlen jener Länder, deren Bewohner am häufigsten nach Deutschland strömen (siehe Statista), so fällt auf: es sind nicht die Hungerländer, die an der Spitze stehen.

Gleichzeitig … dürfen wir auch die Eingeborenen berücksichtigen. Das fällt uns leicht, wenn es um unseren Kreuzfahrtschiffterror geht (siehe Süddeutsche) oder um den gesammten Bereich des Tourismusterror (zu den Auswirkungen von 36 Millionen Touristen in Spanien siehe einen Aufsatz von Bettina Hoffmann bei Web.de), aber zu diskutieren, dass auch die deutschen Menschen (wie die Bewohner Mallorcas) unter Besuchern leiden, wenn es zu viele sind, zu dominante und zu agressive: da wird kein Wort drüber verlautet. Nun – ist ja wohl auch hauptsächlich ein Problem von Frauen … und was von Frauen zu halten ist, wissen Männer ja nur zu gut, linke wie rechte.

Wie eine linke Antwort auf die Weltprobleme aussähe? Nun – Bekämpfung der Fluchtursachen im eigenen Land – d.h. in Deutschland. Verbot des Exportes von Kleidern aus Altkleidersammlungen, des Exportes von Milchpulver oder Fleischresten sowie absolutes Fischereiverbot vor afrikanischen Küsten – das wäre ein Anfang. Kann hier im Land gemacht werden, denn hier sitzen auch die Täter, „clevere“ Geschäftsleute, die afrikanische Märkte und Lebensumfelder zerstören. Wäre auch schön, wenn wir unseren Müll behalten würden – von den Experimenten mit verschiedenen Kriegsformen (Syrien, Afghanistan, Irak, Mali usw) mal ganz abgesehen. Sinnvoll wäre auch ein Abbau des jahrhundertealten Herrenmenschendenkens gegenüber den Afrikanern – sowie der absolute Respekt vor ihren Lebensformen, die … da liegen mir überzeugende Berichte vor … glücklicher machen sollen als unsere „moderne“ Form des Lebens als Maschinenmenschen.

Da wäre viel zu tun. Was uns daran hindert, dies aufzugreifen?

Nun – vielleicht hilft ein Blick auf Gustav le Bon, der vor über hundertzwanzig Jahren etwas über die „Psychologie der Massen“ schrieb.

„Wir haben gesehen, dass die Massen nicht überlegen, dass die Ideen in Bausch und Bogen annehmen oder verwerfen, weder Auseinandersetzung noch Widerspruch dulden…“, “ Wir haben schließlich festgestellt, dass sie nur heftige und extreme Gefühle kennen. Die Zuneigung wird bei ihnen schnell zur Anbetung, und kaum geborene Abneigung verwandelt sich in Hass“. (Gustav le Bon, Psychologie der Massen, Historia Media, Sofia, 2018, Seite 21).

Le Bon beschreibt im Weiteren auch die Essenz jener Gefühlslage der Menschen: es ist ein religiöses, irrationales Gefühl, dass die Massen beherrscht. Nun – die Philosophie le Bons ist für mich generell nicht akzeptabel (seine rassistischen und frauenfeindlichen Ausbrücke sind in der Tat nur schwer zu ertragen), jedoch seine Beobachtungen – zuerst veröffentlich 1895 – sind in der Gegenwart nahezu überall beobachtbar: auch bei Atheisten oder Veganern findet man diese irrationalen, hasserfüllten „religiösen“ Verhaltensformen, ebenso bei „modernen“ Rechten und Linken feiert diese Form der „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ große Triumphe (siehe hierzu: Wikipedia zur „Mündigkeit“): man gehorcht lieber den knappen „Befehlen“ anderer, als sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.

Fragt man nun nach der „Ursache der Doppelmoral“ im „linken Lager“, so findet man bei jenen Denkern, die gedanklich Vorreiter des Nationalsozialismus (jener „Religion“, die le Bons Techniken der Massenmanipulation gezielt einsetzten) waren, eine Antwort: es gibt da gar keine Moral, sondern nur Gehorsam gegenüber Schlagworten. Gleiches gilt für das „rechte Lager“ – oder auch für viele islamistische Strömungen.

Jahr für Jahr entfernen wir uns weiter von den Idealen der Aufklärung – und verwandeln uns in einen hasserfüllten Mob mit nahezu beliebigen Kampfbegriffen, wobei die Themen an und für sich beliebig austauschbar sind: Hauptsache, man folgt dem Führer und kann seine eigene schlechte Laune an dem jeweils „anderen“ ausleben.

Der linke Weg? Nun – er ist nicht der Weg der Großgrundbesitzer (und ihrer vielen modernen Formen), die aktuell die politische Debatte ganz im Sinne le Bons manipulieren. Die politische Diskussion wird auf den Austausch von Schlagworten reduziert, denen man – ob nun „rechts“ oder „links“ – gehorsamst zu folgen hat, es ist unter diesen Umständen auch egal, welche der Idiotien die Oberhand gewinnt: Verlierer wird auf jeden Fall die aufgeklärte Gesellschaft sein, die den Terror von Kapital, Religion und Macht abschütteln wollte (und auch – um es ganz klar zu sagen – nicht noch eine neue Religion braucht, die politische Macht will).

„Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie  zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr; wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer“ (Le Bon, a.a.O., Klappentext Rückseite).

Und nie waren die Möglichkeiten der Manipulation vielfältiger als heute, jene Bilder, die die Triebkräfte der Masse manipulieren, erreichen uns tagtäglich im Übermaß – und verwandeln die demokratische Zivilgesellschaft Schritt für Schritt in einen irren Mob. So stirbt die größte zivilisatorische Errungenschaft der Menschheit – der demokratische Sozialstaat – einen leisen Tod, während am Horizont neue irrationale Massenkulte auftauchen, die sich hemmungslos jeder beliebigen Ideologie bedienen (auch der des Islam, der des Atheismus, des Marxismus, des Christentum, des Veganismus, des Umweltschutzes – ja, die Inhalte sind als völlig beliebig anzusehen, Hauptsache, sie geben manipulationsfähige Bilder und Objekte für den eigenen Hass her) um ihr Ziel zu erreichen.

Und Ursache für die Armut weltweit sind … nun, nur die Großgrundbesitzer, wie seit Tausenden von Jahren schon.

Zu den Großgrundbesitzern gehören … unter anderem die saudischen Prinzen (die ihre Hausangestellten wie Sklaven behandeln – siehe Taz) wie auch die kommunistische Partei Chinas, die keine Scheu hatte, die Organe Hingerichteter zu verkaufen (siehe FAZ) und in großem Umfang die Produktion von Billigwaren durch Zwangsarbeit in Arbeitslagern bewerkstelligen läßt (siehe Arte) … um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Die große politische Front der Zukunft verläuft ergo nicht mehr zwischen „rechts“ und „links“, sondern zwischen Idiotie und Aufklärung.

Und da erweist sich die Idee einer Sammlungsbewegung (siehe aufstehen) als durchaus interessant, wenn sie es schafft, eine Front der Aufklärung gegen jede Form von Idiotie der Massen zu schaffen. Und dann wird man auch sehen, dass es zahlreiche vernünftige Wege gibt, das „Flüchtlingsproblem“ (an und für sich schon ein schreckliches Wort) zu lösen – jenseits der aktuellen Fronten „alle aufnehmen“ (und dadurch den ärmsten Staaten nebenbei ihrer fähigsten Menschen zu berauben) und „alle in Ankerzentren lagern“ … Zentren, die es in dieser Form schon mal in Deutschland gab und die immer und überall die betriebswirtschaftlich sinnvollste Lösung im Umgang mit unerwünschten Menschenmassen waren … aber nie die menschlichsten.

Der Pfad, der hier zu beschreiten ist, ist ein schmaler – zwischen tiefen Abgründen, die die Geschichte schon erlebt hat.

Aber es kann ja auch mal gelingen, ihn zu bewältigen. Und dann kann man vielleicht sehen, dass es gar keine Doppelmoral im linken Lager gibt, weil die modernen Fronten zwischen Idiotie und Aufklärung verlaufen – und nicht zwischen Rechts und Links. Atheisten und Theisten, Moslems und Christen, Reichen und Armen, Veganern und Fleischessern oder anderen willkürlichen Setzungen der modernen Politik.

 

 

 

 

 

2017 … das deutsche Horrorjahr

Donnerstag, 5.1.2017. Eifel. Na – gut ins neue Jahr gekommen? Ich auch, die Party war super – doch danach drohte gleich wieder Arbeit. Viel Arbeit. Weshalb ich kaum  noch zum Schreiben komme – und unsere Leser viel zu spät im neuen Jahr begrüßen kann. Viele, die mich privat kennen, wissen, dass ich ein gutes Gefühl für dieses Jahr habe. Ich gebe nicht so viel auf Gefühle zwecks Zukunftsschau – aber letztes Jahr habe ich überraschend richtig gelegen – die Jahre davor auch. Für mich – als undogmatischer Philosoph – ein interessantes Experiment: sich in Zukunftsverläufe einfühlen. Darf auch gerne scheitern, bin da – wie gesagt – völlig undogmatisch. Frage ich jedoch den Verstand – und nicht das Gefühl, das ja bekanntlich sehr trügen kann – so muss ich Ihnen eine schlechte Nachricht überbringen: uns droht – aller Propaganda zum Trotz – ein Horrorjahr. Eins das schlimmer werden wird als wir es uns vorstellen können – so wie auch 2016 schon schlimmer geworden ist, als wir es uns vorgestellt haben.

Nun gut – wir haben den heißen Krieg noch nicht. Doch er ist auch nicht weg. Im Gegenteil: als die Maschine mit dem russischen Armeechor kurz nach der Eroberung Aleppos abgeschossen wurde, hatte ich ein ganz mulmiges Gefühl, es schmeckte nach Rache einer Kriegspartei, deren Offiziere in Aleppo aufgegriffen wurden – an Orten, wo sie gar nichts zu suchen hatten, mitten unter den „Rebellen“. Rache – und ein deutliches Zeichen, so eine Art Mafiaangebot, das man nicht ablehnen kann: bis hierher und nicht weiter – sonst wird es heftig. Gleichzeitig werden US-Truppen an die russische Grenze verlegt: man hat den Eindruck, Diplomatie ist völlige Vergangenheit: blutrünstige Militärs greifen durch.

Wissen Sie, was mir dazu einfällt? Gedanken von Imanuel Kant – über „stehende Heere“. Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist – dabei sind sie seltsamerweise inzwischen völlig normal geworden … obwohl sie allein durch ihre Anwesenheit Frieden und Wirtschaft enorm gefährden. Stehende Heere sind Armeen, die auch in Friedenszeiten unter Waffen stehen. Ja – das war nicht immer so: es gab Zeiten, der herrschte wirtschaftliche Vernunft: Heere stellte man nur auf, wenn Krieg drohte. Stehende Heere waren für die Wirtschaft völlig nutzlos (auch wenn sie heute von grenzdebilen Idioten als Wirtschaftsfaktor gepriesen werden – meistens Leuten mit Adelstitel und hohem  Militärsrang) und sogar schädlich: das Geld, das in sie floss, brachte keinen Nutzen; Soldaten wurden als nutzlose Esser angesehen, die man ohne irgendeinen Nutzen durchfüttern musste … jeder vernünftige König (und erst recht sein Wirtschaftsberater) wusste: das war ein richtiger Klotz am Bein. Dass wir diese Klötze immer noch am Bein haben, verdanken wir den Erfindern des „Feindes“, der immer und überall vor der Tür steht. Achten Sie mal drauf: wann immer Frieden droht, präsentieren Ihnen die Fürsprecher und Nutznießer stehender Heere einen Feind, der Ihnen an den Kragen will: aktuell ist es eine Welt voller islamistischer Feinde, die – welch´ Horror – oft unsichbar sind aber brutal zuschlagen: nicht auf wichtige Ziele in der Infrastruktur oder auf die Global Player der Manager der „stehenden Heere“, sondern … auf harmlose Zivilisten (sinnvolle Gedanken hierzu: siehe Heise).

Ja: stehende Heere fressen nicht nur völlig unnütz … sie können auch eine Eigendynamik zum Selbsterhalt gewinnen. Sogar – man höre und staune – in aufgeklärten Demokratien.

Ein Teil der Eigendynamik liegt natürlich darin begründet, dass jedes stehende Heer vom Nachbarn sofort als Bedrohung empfunden wird – und er auch eins will, weil der Faschist, die linke Sau, der Moslem oder der Türke vor der Tür steht.

Logisch, oder?

Wundern Sie sich eigentlich nicht ein wenig, dass dies vor 200 Jahren – im Feudalstaat – offen (wenn auch nicht einfach) diskutiert werden konnte … und wir diese Diskussion gar nicht mehr führen, sondern stehende Heere als selbstverständlich hinnehmen … obwohl die mehr kosten als Hartz IV? Sie wissen: die bösen Sozialschmarotzer, die uns auffressen wollen – so jedenfalls die Propaganda und das Feindbild der Politik, mit der wir das stehende Heer der Arbeitspolizei legitimieren … in dem es für Politiker und Militärs gleichmaßen lukrative Pöstchen gibt. Gleiche Methode, anderes Heer, anderer Feind. 20 Milliarden kosten die Arbeitslosen, 34 Milliarden unser stehendes Heer, das – der Logik entsprechend – alle Nachbarn dazu verführt, selbst so ein gefräßiges unnützes Monster zu produzieren.

Bleiben wir bei dem Horrorjahr 2017. Hier müssen wir davon Notiz nehmen, dass es eine kleine, kaum bemerkte Gesetzesänderung gab: „Vorbereitung eines Angriffskrieges“ stand hier einst unter Strafe und wurde jetzt geändert hin zum „Aufstacheln zur Aggression“ (siehe Epochtimes). Der feine Unterschied? Wenn ich Sie dazu motiviere, über stehende Heere nachzudenken, könnten Sie aggressiv werden – einfach deshalb, weil die volkswirtschaftlich gesehen großer Blödsinn sind – und … ohne Feind …. völlig überflüssig.

Ach ja – der Feind. Die Natooffiziere in Aleppo – politisch gesehen eine Katastophe, sollte es sie denn gegeben haben – sind nur in nicht regimetreuen Medien präsent: in der Tagesschau habe ich sie nicht gefunden, noch in den „kritischen Medien“ der Großkonzerne. Unerwünschte Nachricht … oder „Fake News“?

Hier will man uns jetzt ja gesondert disziplinieren: wer das Feindbild der stehenden Heere verwässert, wird bald staatlich verfolgt … ich sprach schon über die Eigendynamik dieser Heere? In dem unsrigen haben viele Abgeordnete stolz gedient, sind ihm weiterhin verbunden – das schafft Kameradschaft, die über den Dienst hinausgeht. Um solche Informationen zu bekämpfen wird nun im Kanzleramt eine Stelle geschaffen, die „Desinformationskampagnen“ bekämpfen soll (siehe Spiegel): es geht speziell um russische Desinformationskampagnen – oder, sprachlich anders ausgedrückt: darum, die Verteidiger der politischen Position Russlands mundtot zu machen. Dem Angeklagten wird der Anwalt genommen, wer Schuld ist oder nicht, bestimmen die Profiteure des militiärisch-industriellen Komplexes – wie man „stehende Heere“ heute nennt. Der preußische König würde im Grab rotieren, würde er sehen, was aus den von ihm geförderten Gedanken der Aufklärung wurde … in einem System, das sich kackfrech noch Demokratie nennt. Das er selbst stehende Heere forciert hat … ist eine andere Geschichte, die mit ihm als Aufklärer wenig zu tun hat – mehr jedoch mit der Stellung Preußens im damaligen Europa.

Dabei wird in dem aktuell laufenden Krieg „Geld gegen Staat“ (ausführende Gedanken hierzu: siehe Werner Rügemer in den Nachdenkseiten) der Souverän dieses Landes immer weiter direkt unter Beschuss genommen. Früher war der Souverän zum Beispiel der preußische König, heute … sind Sie es. Ja: SIE. Nun schauen Sie nicht so entsetzt: das ist die Grundlage jeder Demokratie.

Wie sieht das aber für 2017 aus? Der Souverän wird zum Problem (siehe Jasper von Altenbockum in der FAZ):

„Von der Silvesternacht in Köln bis zum Massenmord in Berlin: Es gibt keinen Grund, dem Hassjahr 2016 hinterherzutrauern. Doch wer ehrlich ist, muss zugeben: Die größeren Defizite liegen auf Seiten der Bürger – nicht der Politiker.“

Ja – Sie lesen richtig. Silvesternacht in Köln: wer hat hier versagt?

Sie.

Massemord in Berlin?

Überlegen Sie sich mal gut, was Sie da falsch gemacht haben. Vielleicht nicht stramm genug hinter der Kanzlerin und dem Staat gestanden? Ja – ich merke: Sie fangen an zu denken. Brauchen Sie nicht, für Sie wird weitergedacht:

„Es verging kaum eine Woche, in der nicht über Hassausbrüche, Hassreden, Hetze und „Hate Speech“ geklagt wurde. Nach Jahren des Glaubens daran, dass die neue Öffentlichkeit, die das Internet herstellt, ein Reich der Autonomie sei, wird der Ruf nach dem Staat nun wieder lauter. Es ist ein Staat, dem schon angesichts der Flüchtlingspolitik in vielen Ecken seiner Domäne ein eklatanter „Kontrollverlust“ vorgehalten wird. Das zurückliegende Jahr wird vom Schrecken über die Konsequenzen geradezu eingerahmt, von der Silvesternacht in Köln und vom Massenmord in Berlin.“

Elegant, oder? Massive sexuelle Belästigungen von Zivilisten oder Massenmord an Zivilisten ist nur dem Internet zu verdanken. Auf solche Ideen muss man erst mal ohne Drogen kommen. Rational nachvollziehbar sind sie nicht. Hatten Sie übrigens irgendwann mal das Bedürfnis, über „hate speech“ zu klagen? Oder … war es nicht eher eine Erleichterung, wenn mal ein anderer Ihren eigenen Frust in markige Worte gefasst hat? Über „Hassreden“ klagte nur eine kleine Subgruppe … gerade jene, die am Ende der Nahrungskette standen: nicht die, die vergewaltigt oder ermordet wurden.

Haben Sie nach dem Staat gerufen? Oder etwa sogar nach dem Einsatz der stehenden Heere im Inneren des Landes – so als wäre das die Raubritterschaft von Räuberbaronen? Immer daran denken: wenn die Polizei im Inneren eingesetzt wird, ist der Verbrecher der Feind – wird die Armee dort eingesetzt, ist das Volk der Feind.

Wollten Sie, dass der Staat jetzt ins Internet einmarschiert: dort, wo die Opposition (also: DER FEIND) ungebremst seine Stimme erheben kann, wo man mit ihm diskutieren kann, ja, sogar virtuelle Freundschaften mit den Bürgern des Feindlandes pflegen kann, wo man sich ein eigenes Bild machen kann, das bei einer sauberen öffentlichen Berichterstattung die Nachrichten sinnvoll ergänzen kann, bei unsauberer Berichterstattung (Propaganda) aber die Gefahr der Wehrkraftzersetzung in sich birgt … und die Lügen der Propaganda aufdecken könnte?

Verstehen können Sie das, wenn Sie an den Krieg Geld gegen Staat denken: der wahre Feind sind …SIE. SIE sind der Chef des Staates. Sehr hilfreich für die Herren des Geldes, wenn Sie mit dem Russen im polnischen, ukrainischem oder weißrussischem Schlamm ringen, während das Geld den Staat zerstört. Raten Sie mal, wie die Welt dann aussieht, wenn Sie versehentlich vom Schlachtfeld gesund zurückkehren.

Dann bekommt der Terror auch gleich ein anderes Gesicht: da kämpft der christliche Arme gegen den muslimischen Armen und umgekehrt – und für die wahren Verbrecher läuft das Geschäft super weiter. Dafür brauchen Sie nur diese „stehenden Heere“. Aufgeklärte Könige haben das verstanden … jedenfalls in der Theorie, in der Praxis haben sie aus dem Land eine Militärmaschine gemacht- doch dies ist ein anderes Thema aus einer anderen Zeit: festzuhalten bleibt nur, dass ein Herr Kant sich nicht scheuen brauchte, über die Last und Bedrohung stehender Heere zu reflektieren, obwohl er auf des Königs Gunst angewiesen war.

Wir … schweigen heute zu diesem Thema ganz.

Auch die Linke übrigens. Also – nicht die Partei, sondern die Gesamtheit der eher politisch sozial orientierten Bevölkerung. Anstatt Opposition zu machen, betreibt sie mit großer Leidenschaft das Spiel der Geldmächte: macht Jagd auf Abweichler, denunziert ihre Mitmenschen (selbst wenn die radikal für Frieden sind), setzt Hasskampagnen ins Land („gegen rechts“ genannt, aber „gegen Merkelgegner“ in der Realität gerichtet: als wäre die Bundeskanzlerin die Frontfrau der sozialistischen Internationale), produziert eine widerliche Menschenjagd nach der anderen – mit Methoden, die direkt aus den finsteren Werkzeugkästen der europäischen Diktaturen stammen. Wirklich „links“ ist da nur noch der Aufkleber, der Inhalt jedoch … stinkt nach Gülle.

Obendrauf noch eine dicke Portion antimenschlicher Arroganz: „Wer uns nicht versteht, ist dumm“ (siehe hierzu Hans-Dieter Rieveler bei Heise) – eine völlig irrwitzige Position, denn: wenn ich mich nicht verständlich machen kann, bin im Prinzip ich erstmal unfähig (also: dumm) und nicht unbedingt mein Konversationsopfer.

Die Linke macht mal wieder das, was sie am Besten kann: sie zerlegt sich im kritischsten Moment selbst, spielt „Spiele der Erwachsenen“ nach dem Motto: „mein Linkssein ist viel schöner, eleganter, wahrer, edler, lichter und wichtiger als Deins!“ – und gerade diese auf breiter Front versagende bürgerliche Linke ist der wahre Grund dafür, dass die Menschen sich nach den Rechten sehnen: als alte Militärs kennen Sie die Bedeutung von Disziplin und Geschlossenheit für das Erreichen politischer Ziele, sie versprechen Erfolge, sie greifen durch, demonstrieren Handlungsmacht an Stelle von Selbstzerfleischung.

Überlegen Sie ruhig mal selbst, wen Sie gerne dabei haben würden, wenn Ihr Haus brennt: den Rechten, der sagt „Ich geh´ mal Wasser holen, wir brauchen auch eine Eimerkette, ich trommle mal die Jungs zusammen“ oder den Linken, der erstmal debattieren möchte, mit wem er alle keine Leiterkette bilden möchte – vor allem mit jenen nicht, die nicht zuvor seine eigene Dogmenkette heruntergebetet haben -und der erst auch mal reflektieren möchte, ob die Rettung Ihres Hauses in seinem Dogmenapparat überhaupt abbildbar ist.

So einfach erklärt sich Trump – ganz ohne Fakenews über böse russische Desinformationskampagnen, die in allererster Linie Aggressionen gegen „den Russen“ schüren sollen – aber nicht verboten sind. Die neueste Blödheit in dieser Hinsicht kommt von Herrn Ganslmeier, er durfte damit in die Tagesschau (siehe dort):

„Und täglich grüßt das Trampeltier! Mit markanten Tweets scheint Donald Trump die Welt regieren zu wollen. Das mag komfortabel sein – für ein Oberhaupt einer Supermacht ist das aber ein Unding.“

Ja – Sie lesen richtig: das sind echte Hassposts, die zu Aggression aufstacheln sollen. Über gute Aggression und guten Hass sowie böse Aggression und bösen Hass müssen wir ein andermal reden: das läßt sich nicht mit kurzen Worten erklären.

„Wenn Trumps Mitarbeiter im Weißen Haus nicht wahnsinnig werden wollen, dann müssen sie ihm das iPhone wegnehmen – oder zumindest dafür sorgen, dass er seine Botschaften nicht mehr ohne jede Abstimmung aus dem Bauch heraus abschießt.“

Das muss man sich mal überlegen: für wen hält sich der von öffentlichen Beiträgen lebende Herr Ganslmeier denn, dass er den zukünftigen amerikanischen Präsidenten öffentlich so angeht, ihn verunglimpft, Richtlinien für das Verhalten von Supermachtsoberhäuptern herausgibt und zu körperlichen Aggressionen gegen ihn aufstachelt?

Was ich dem Herrn Ganslmeier raten würde: gehe mal in die echte Arbeitswelt und schaue Dir die Kommunikation bei der Feuerwehr, im Operationssaal, bei der Autoproduktion, bei Rettungsanitätern oder im Straßenbau an: die kommunizieren dort mit weniger als 140 Zeichen, weil die Zeit drängt.

Was Trump macht: er führt – mit Kommandos. Das ist sein Job. Sicher läuft das in Journalismusseminaren anders – aber da brennt´s auch nicht. Und für Trump brennt gerade vieles – und weil viele das genauso sehen, wurde er gewählt.

Verstehen Sie jetzt, warum mein Verstand für das Jahr 2017 nichts Gutes erwartet? Die Weichen sind auf eine sehr dunkle Zeit gestellt – die ich am liebsten nicht erleben würde.

Wir bekommen wieder eine Welt vorgesetzt, in der die Meinung der Führer der „stehenden Heere“ absolute Wahrheit ist – und ihre Feinde unsere Feinde werden. Und das heißt: Krieg. Und ohne machtvoll waltende gesellschaftliche Gegenkräfte, die sich mit Effizienz gegen diese Entwicklung stellen, werden wir den Krieg nicht mehr verhindern können … den heißen – mit Russland und dem Rest der Welt.

Den Krieg Geld gegen Staat verlieren sowieso wir zusehends auf breiter Front, weil er nicht so deutlich sichtbar ist. Wissen Sie, welche Nachricht dazu gut passt – so als Abschluss (siehe katholisch-info):

„Unter rätselhaften Umständen ist ein hoher NATO-Beamter ums Leben gekommen, der über die Finanzierung des Islamischen Staates (IS) ermittelte.“

Da stoßen wir nämlich in die Kernbereiche des Krieges Geld gegen Staat vor – und in die Kernbereiche des Terrors. Das ist lebensgefährlich.

PS: ich stelle natürlich nicht in Frage, dass die offizielle Version über die Todesursache „Selbstmord“ korrekt ist. Immerhin wurde kein Ausweis eines Täters am Tatort gefunden.

Die Anschläge von Brüssel: Ursachen, Hintergründe und Aussichten

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Mittwoch, 23.3.2016. Eifel. Wer gestern aufmerksam das Programm der ARD von 19.45 bis 20.10 verfolgt hat, wurde innerhalb kurzer Zeit über Ursachen, Hintergründe und Aussichten bezüglich der Anschläge in Brüssel informiert. Wie gesagt: man musste aufmerksam zuhören und das normale Berieselungsgefühl für einen Moment aussetzen. Über die Ursachen erfuhr man vom ARD-Börsenmann, der sinngemäß formulierte, dass wir uns unsere Werte durch den Terror nicht zerstören lassen werden, sie seien stärker als der Terror. Das ist schon ziemlicher Unfug, denn mit Bomben kann man natürlich wesentlich mehr zerstören als mit Werten, ja, Bomben können sogar Werte zerstören – wie die unseren. Sie sind schon nach den Anschlägen von Paris zerstört worden, noch immer herrscht der Ausnahmezustand in ganz Frankreich – noch bis Ende Mai (siehe Tagesschau). 66 Millionen Franzosen wurden ihrer Werte beraubt (der Bürgerrechte in einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat). Der Kommentator wies jedoch darauf hin, was uns unsere Freiheit wirklich bedeutet: jederzeit überall hinfliegen zu können, wo wir wollen.

Ja: da war er wieder, der alte imperialistische Geist der Kolonialzeit, den wir jederzeit hinzunehmen bereit sind, so sehr, dass wir gar nicht merken, wenn er wieder deutlich auftritt. Unsere „Werte“, jederzeit überall hinfliegen zu können wo wir wollen, beinhaltet die Forderung, dass wir jederzeit in jedes Land der Welt wie die Heuschrecken einfallen können, wenn uns gerade danach ist. 55 Millionen Deutsche breiten sich so jedes Jahr über die Welt aus, 76 % Prozent davon ins Ausland (siehe Statista): das sind 41,8 Millionen. Vergleichen Sie hierzu mal die Zahlen der Flüchtlinge, die nach Deutschland strömen: Sie werden sehen – das ist ein Witz.

Natürlich werden Sie jetzt einwenden, dass der Tourist kein Eroberer ist. Er tritt ja dort nur kurz auf und zieht weiter, außerdem bezahlt er ja dafür. Hier muss ich energisch wiedersprechen: er tritt eben nicht nur kurz auf. Er hinterläßt Hotelburgen, die weiter Teile einer ursprünglich reizvollen Naturlandschaft für immer verwüsten und greift somit in den Alltag, die Lebensqualität der Eingeborenen massiv ein. Natürlich passt er sich auch nicht der einheimischen Kultur an, die gelegentlich ja mal „züchtige Kleidung“ für ganz normal hält, ebenso wie maßvolles Essen oder den sparsamen Genuss von Alkohol. Die Unmengen an Nahrung, die in Hotels regelmäßig im Rahmen eines „Buffets“ weggeschmissen werden, sind ein Schlag ins Gesicht eines jeden normal arbeitenden Menschen, der mit karger Ernte zur Sparsamkeit gezwungen ist – in manchen auserwählten Urlaubsgebieten könnte man mit diesen Resten sogar effektiv Hungersnot bekämpfen – wenn es denn gewollt sein würde.

Strenggläubige Muslime sehen in den Touristen sogar Träger (Botschafter) der westlichen „sozialen Dekadenz“ (siehe Schattenblick zu einer Konferenz über Kulturimperialismus): empfinden dies also wirklich als Invasion. Solche Invasionen sind in der Geschichte bekannt: erst kamen die Missionare, dann die Soldaten um die Missionare zu schützen: so wurden Kolonien gebildet – von Gutmenschen, die nur das Beste im Auge hatten … jedenfalls offiziell.

Zurück zur Tagesschau, Deutschlands beliebtestem Nachrichtenmagazin. Großformatig wurde dann über die Anschläge in Brüssel berichtet, der erste Fahnungserfolg gezeigt (ein Mann mit Hut und Weste) … und zehn Minuten lang wurde der Zuschauer mit absolut inhaltsleeren Sätzen konfrontiert. „Die belgische Hauptstadt wurde Opfer eines Terrorangriffes“ – so wird formuliert. Stellen Sie sich mal vor, wir würden das anders formulieren: „Im Rahmen der Kriegshandlungen unserer Wertegemeinschaft gegen die arabischen Länder und den Islam kam es zu Bombenangriffen auf die belgische Hauptstadt“. Ja: Bombenangriffe finden statt, wenn der Reiche mit Flugzeugen den Armen zerfetzt. Da der Arme mangels Flugzeugen die Bombe persönlich vorbeibringen muss, wird daraus auf einmal „Terror“, obwohl die Ziele militärische Ziele sind. Ja – Flughäfen und Infrastruktur sind die ersten Ziele in Bombenkriegen, dass ist nichts Ungewöhnliches, das kennt man seit dem Zweiten Weltkrieg. So formuliert könnten wir aber auf die Idee kommen, dass Krieg ist – und der Feind nicht so wehrlos wie erhofft. Wir würden Fragen stellen – und den dringend notwendigen Wunsch nach Frieden äußern. Vielleicht sogar die entscheidende Frage formulieren: warum hassen die uns so? Diese Frage formulierte ein amerikanischer Philosoph direkt nach den Anschlägen vom 11.9.2001 – und bezeichnete dies als die wichtigste Frage, die nun zu stellen sei.

Nun – wir haben uns andere Fragen gestellt: wir, die tolle, heilige Kultur des Westens. Die Frage, wen wir jetzt dafür ausrotten. Die Frage, wie sehr wir jetzt unsere Freiheit beschneiden lassen wollen – ein seltsam masochistischer Akt, der sich seitdem dauernd wiederholt: mutmaßliche Terroristen bomben zurück – und wir kastrieren uns millionenfach selbst dafür. Dieser Triumphzug des Terrors wird sich wohl so schnell nicht aufhalten lassen, bis eine Hand voll Bombenleger die eigentlichen westlichen Werte (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) ins Gegenheil verdrehte (Diktatur, Ungleichheit, Egomanie). Die Frage übrigens, warum sie uns hassen, kann ich ihnen gleich beantworten. Beenden wir zuerst die Betrachtung der „Tagesschau“: zehn Minuten inhaltsleeres Gewäsch, Phrasen, die man so schon hundert Mal gehört hat. Meinungen, Vermutungen, lang eingeprobte, unemotional vorgetragene Pauschalsätze, die man so auch bei der Beerdigung von Nachbars Oma präsentieren könnte.

Ich möchte Sie aber nicht im Regen stehen lassen. Versprochen waren Hintergründe, Ursachen und Aussichten, die dieser neue Anschlag nach sich zieht und dem noch weitere folgen werden: immerhin informiert uns die Tagesschau, dass noch weitere 470 „Gefährder“ in unserem Land sind, die jederzeit zuschlagen können. Doch doch, lauschen Sie einfach mal dem Terrorismusexperten der Tagesschau, da wird klar, warum heute in Deutschland wieder viele Maschinenpistolen den Alltag der Bürger begleiten (siehe Tagesschau).

Kommen wir zur ersten, entscheidende Frage: den Ursachen. Der Frage: „warum hassen die uns“. Kommen Sie einfach mal mit. Folgen sie mir nach Ghana. Sie kennen Ghana? Lauschen wir mal der Tourismusindustrie (hier bei dem Portal billiger-fliegen.de):

„Ghana ist ein Land im Westen des afrikanischen Kontinents. Im Süden besitzt Ghana eine lange Küste am Golf von Guinea. Die Kommunikation auf Englisch ist in Ghana kein Problem. Auf Grund des heißen Klimas in Ghana reicht für eine Urlaubsreise leichte Sommerbekleidung. Unerlässlich sind Sonnencreme und Sonnenbrille. Die Sonne Afrikas ist sehr intensiv. In Ghana finden Sie bei einem Billigurlaub sowohl tropischen Regenwald mit Mahagonibäumen und Ölpalmen auch Feuchtsavanne mit den bekannten Affenbrotbäumen. Hier finden Sie auch Großwild wie Elefanten, Büffel und Antilopen. Interessant sind auch die im und am Wasser lebenden Tiere wie Krokodile und Flusspferde.“

Ein Paradies, oder? Habe mir auch gleich die Zimmerpreise angeschaut: 141 Euro pro Person pro Tag kostet ein Aufenthalt in den luxuriösen Botschaften westlicher Werte (siehe Holidaycheck.de). Schauen Sie hin: absolut gehobener Wohnkomfort, phantastischer, hoteleigener Sandstrand und ein auserwähltes Buffet, dass keine Wünsche offen läßt. Ein Ghanaer kann sich mit seinem Monatseinkommen dort noch nicht mal einen Tag Urlaub gönnen, er lebt von 117 Dollar im Monat (siehe Durchschnittseinkommen.net). Weil die dort so billig kochen und servieren, können wir uns dort preiswerten Urlaub leisten und deren Traumstrände für immer und ewig besetzen.

Was bringen unsere Botschafter westlicher Kultur den dortigen Völkern eigentlich sonst noch für eine Botschaft vorbei – außer der, dass wir uns jederzeit luxuriöse Residenzen an ihren schönsten Plätzen bauen können? Das ist kein Geheimnis, schon seit Jahren bekannt (siehe DiePresse):

„Weiblicher Sextourismus nach Afrika ist ein relativ neuer Boom in der Reisebranche. Beliebte Ziele dort für (meist reifere und gutbetuchte) Damen aus dem Westen sind neben Gambia auch Ghana, Südafrika und Kenia. Dort gibt es massenweise junge Männer, die auf weiße Frauen warten, um sie verwöhnen und abkassieren zu können. Was also viele westliche Männer bei jungen Frauen vor allem in Asien, etwa in Thailand, suchen, suchen immer mehr West-Frauen bei Männern in Afrika.“

Wir machen dort aus jungen Menschen Prostituierte. Systematisch. Beuten ihre Not aus, um wieder „begehrt“ zu werden. Was sagen wohl die Mütter dieser jungen Männer dazu, deren Verhältnis zur Sexualität lebenslänglich gestört sein dürfte? Was ihre Väter und Brüder?

Ich erzähle Ihnen noch mehr aus Ghana. Etwas aus der Hauptstadt, die auch beliebtes Reiseziel ist. Folgen Sie mir ins Möwenpickhotel Ambassador (englisch für: Botschafter) Acra, wo wir für nur 171 Dollar am Tag fürstlich residieren können (siehe Holidaycheck). Möwenpick ist ein milliardenschwerer Konzern, der seine fürstlichen Residenzen weltweit installiert hat. Ja, genau: das ist der Konzern, wegen dem die FDP aufgrund einer großzügigen Millonenspenden die „Möwenpickpartei“ genannt wurde – googeln Sie selbst, der Skandal war damals weithin bekannt.

Wir bleiben aber nicht im Hotel – wir wagen uns ein wenig nach draußen, wollen den Menschen nicht nur als Parasiten ihrer Natur begegnen, sondern sehen, wie der Alltag in Ghana ist (siehe Planet-Wissen):

Täglich kommen in Ghanas Tiefseehafen Tema Container voller Elektrogeräte an. Sie sind gefüllt mit Laptops, Handys, Kühlschränken und Fernsehern. Es ist der Wohlstandsschrott der Industrienationen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen fallen weltweit jedes Jahr zwischen 20 und 50 Millionen Tonnen Elektromüll an: Rechnerleistungen verdoppeln sich alle paar Jahre, Flachbildschirme verdrängen Röhrenmonitore, Smartphones lassen Handys alt aussehen – und all diese Altgeräte müssen irgendwie, irgendwo entsorgt werden.

Ein Großteil des Elektroschrotts aus aller Welt landet in Agbogbloshie, einem Slum am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana. Glaubt man den Alten, war die Gegend hier früher eine Lagune. Jetzt ist es eine giftige Müllhalde.

Ja – unser Müll. Der landet nicht nur in den Meeren, die inzwischen mehr Plastik als Plankton enthalten, die landen auch in Afrika – wie auch unser ganzer Autoschrott. Autos – das sind ökologisch betrachtet nur „Sondermüll auf Rädern“. Wir produzieren 5,6 Millionen davon im Jahr – die Basis unseres Wohlstandes. Ein Fluch für die, die das entsorgen müssen. Bleiben wir jedoch in Ghana, ich möchte, dass Sie informiert sind:

„Messungen haben damals ergeben, dass die Schadstoffbelastung in Luft und Boden auf der Müllkippe um das 50-fache über den als gesundheitlich unbedenklich geltenden Werten liegt. Über Agbogbloshie wabert den ganzen Tag ein toxischer Qualm. Die Pfützen schimmern in Regenbogenfarben und das Wasser mit Schwermetallen und Quecksilber fließt direkt ins Meer. In dem Fluss zum Atlantik befinden sich schon lange keine Fische mehr. Stattdessen treiben in der schwarzen Brühe alte Fernseher und Kühlschränke. Die Chemikalien aus den ausrangierten Geräten vergiften also nicht nur die Menschen, die Umweltkatastrophe hat auch zu einem Fischsterben vor der Küste Accras geführt.

Nach der Tagesarbeit verkaufen die Kinder und Jugendlichen das wertvolle Metall an die Schrotthändler in der Umgebung, was ihnen ein paar Euro bringt. Mit dem wenigen Geld für die gewonnenen Rohstoffe versorgen sie ihre Familien: ein halber Beutel Eisen bringt knapp einen Euro, Aluminium ist oft nur ein paar Cent wert, für Kupfer gibt es rund 80 Cent. Die Metalle sind begehrte Industrierohstoffe auf dem Weltmarkt, die Nachfrage steigt. Am Ende landen die recycelten Rohstoffe also wieder über Großhändler in den Industriestaaten.“

Natürlich haben die Kinder keine lange Lebenserwartung, erfahren aber in ihrer kurzen Lebenszeit etwas über ihren Wert in der Welt – deren Werte ja jetzt so sehr angegriffen worden sind: sie sind Abfallmenschen, Sklaven unserer Wohlstandsindustrie, die häßlichen alten Weibern für Sexdienstleistungen zur Verfügung stehen müssen, um der Chemiekloake ihres Slums zu entkommen.

Verlassen wir Ghana. Es ist sowieso nur ein Land von vielen, in denen man ähnliche Erfahrungen machen kann: der Herrenmensch ist wieder zurück. Droht Widerstand, fliegen Bomben. Jedes arabisch-afrikanische Land, dass sich mit den „Werten“ anlegt, geht ein enormes Risiko ein, dass ihm Bomben um die Ohren fliegen – oder Räuberbanden mit Sturmgewehren und schnellen Transportern nach dem Vorbild leichter US-Infantriedivisionen ausgestattet werden, mit denen große Geländegewinne gegen schwach bewaffnete Gegner möglich sind – vorausgesetzt, „der Russe“ greift diese Kolonnen nicht an – wie jetzt in Syrien geschehen.

Bleiben wir in der rassistischen Gegenwart, die für uns so alltäglich ist, dass wir sie gar nicht bemerken – es sei denn, es kritisiert jemand Merkels undurchdachte Flüchtlingspolitik: dann wird laut „Rassismus“ gebrüllt. Wissen Sie eigentlich, wie viele Menschen in Syrien ums Leben gekommen sind? In fünf Jahren Bürgerkrieg, der durch unsere „Werte“ (also: Waffen) so richtig hochkochen konnte? 257 Menschen. PRO TAG! Wussten Sie gar nicht, nicht wahr? Nun – das sind ja auch Untermenschen, Abfallmenschen, Müllmenschen. 470000 Tote hat der Bürgerkrieg in Syrien gekostet (siehe Süddeutsche). Hätten wir täglich solche Zahlen in der Tagesschau – mit entsprechenden Kommentaren von Merkel und Gauck – wir wüßten, warum die uns hassen. Und wir wüßten, dass jetzt FRIEDEN wichtig wäre, nicht „hartes, entschlossenes Durchgreifen“ – wie es Regierungsvertreter fordern. Und erst Recht nicht die Bestrafung von Millionen von Europäern durch Entzug ihrer Freiheitsrechte.

31 Tote hat der gestrige Tag gekostet. 31 Tote in Folge des „Krieges gegen den Terror“, den der Westen vor 15 Jahren in Afghanistan, im Jemen und im Irak begonnen hatte – und der jetzt Europa erreicht. Seltsamerweise nur Europa – und nicht mehr die USA. Acht mal soviele Syrer starben an dem Tag. Tausend mal so viele verhungern täglich – in Sichtweise unsere Luxusressorts. Doch – der wahre Terror überhaupt: ein Deutscher wurde leicht verletzt (siehe Spiegel). Das ist immer eine Meldung wert: der weiße Herrenmensch hat einen Kratzer abbekommen.

Denken Sie einmal wie eine Mutter aus Ghana. Nur für fünf Minuten. Der jüngste Sohn vergiftet sich für das Handy des weißen Mannes, der ältere dient als „Lover“ für das „Gammelfleisch“ (aktueller Jugendslang für alte Menschen – nicht meine Wortwahl) des Westens. Der weiße Mann selbst (oder die weiße Frau) dinieren währenddessen fürstlich im Möwenpick. Merken Sie, wie sich ihre Gefühle verändern – in Zorn, Wut, Ohnmacht – und großer Trauer über die eigenen Kinder?

Ja – wir sind hier bei den Ursachen der Anschläge in Brüssel. Die Jahrzehnte lang gesäte Saat geht auf. Millionen Deutsche säen jedes Jahr – in Verehrung des Götzen „Urlaub“ – mit daran.
Und die Aussichten?

Sind seit 1977 bekannt, als Robert Jungk seine Kritik über den Atomstaat formuliert hatte (siehe FAZ):

„Er hat sein Buch, wie er selber sagt, „in Angst und Zorn geschrieben. In Angst um den drohenden Verlust der Freiheit und Menschlichkeit, in Zorn gegen jene, die bereit sind, diese höchsten Güter für Gewinn und Konsum aufzugeben““<

Es ist nun nicht der Atomterrorismus, der uns unsere Freiheit und Menschlichkeit nimmt, sondern ganz „normaler“ Terrorismus, der in Zukunft noch sehr viele Menschenleben kosten wird. Unsere Gesellschaft braucht Frieden, um zu funktionieren. Sie ist – wie man bei Jungk nachlesen kann – gegen Terrorismus schlichtweg nicht zu verteidigen und fordert direkt den totalitären Staat, der seine Bürger bis ins kleinste Detail überwacht. Und Atomterrorismus ist hier jederzeit möglich – oder ein Unfall. In Folge des gestrigen Terroraktes hatte Belgien die Belegschaft der Atomkraftwerke sofort auf ein Minimum reduziert – diese Meldung existiert heute aber nur noch als Rest in der Suchmaske, im Originalartikel finde ich sie aktuell nicht

Ist ja auch besonders peinlich – denn: die Terroristen waren schon im Reaktor. Das jedenfalls meldete der Deutschlandfunk am 18.3.2016 (siehe Deutschlandfunk):

„Belgische Kernkraftwerke werden immer mehr zum Sicherheitsrisiko – nicht nur aufgrund der veralteten Anlagen. Ein aktives Mitglied einer Terrororganisation arbeitete über Jahre hinweg als Techniker im AKW Doel“

Gut, dass die Kraftwerke die Räumung des Personals so gut tolerierten und nicht wieder ein Störfall auftrat, der die Notmannschaft überfordert hätte. Wir hätten heute ganz andere Probleme … die in Zukunft aber auf uns zukommen werden, wenn es uns nicht gelingt, Frieden zu schließen.

Aber wir sollen wir das tun, wenn wir noch nicht mal verstehen, dass wir im Krieg leben?

Wir anderen, die die gestrigen Angriffe überlebt haben? Einige hundert Europäer haben jetzt wieder erleben müssen, dass ihr Alltag Schlachtfeld geworden ist – und Bomben ihr Leben jederzeit beenden können, so, als wären sie afghanische Ziegenhirten.

Die richtige Antwort wäre jetzt – spätestens jetzt – „Krieg dem Kriege“.

Aber ich denke, wir wissen alle, was uns wirklich erwarten wird. Unser Innenminister klärt uns gleich heute darüber auf (siehe Tagesschau):

„Datenschutz ist schön, aber in Krisenzeiten hat Sicherheit Vorrang“

Bürgerkrieg in Deutschland – 2016.

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Montag, 18.1.2016. Eifel. Ich habe da bei Facebook eine kleine Autorenseite, auf der ich Gedanken sammle, die nicht für einen Artikel ausreichen. Nach der Absage des Karnevals in Rheinbach (zu der es inzwischen unterschiedliche Begründungen gibt) und der Empfehlung an Frauen, nur noch in Gruppen das Haus zu verlassen (eventuell: besser auch verschleiert) stellte ich die Frage, wann denn wohl der präventive Hausarrest für Homosexuelle käme. Die Antwort kam prompt – nicht durch Leser, sondern durch die Realität: es kam zur ersten versuchten Steinigung in Deutschland, Opfer waren Transsexuelle. Googeln Sie selbst: das Netz ist voll davon, im Polizeibericht Dortmund finden sie zudem auch noch – ergänzend – eine sexuelle Belästigung am selben Tage: gleicher Hintergrund wie die Kölner Silvesternacht.

Damit, dass ich dies wahrgenommen habe und veröffentliche, gehe ich mitlerweile ein hohes persönliches Risiko ein. Leicht kann es geschehen, dass ich Opfer übelster Diffamierungen werde, dass man mich – der als Schüler schon robuste antifaschistische Arbeit geleistet hatte und beständig vor der Widergeburt faschistoider Varianten in Deutschland warnt – öffentlich zum Nazi erklärt und mich somit zu Freiwild erklärt, mit dem man nicht mehr spricht, aber über den man aber alles sagen darf. Es ist eine seltsame Welt geworden: niemand hat sich groß darüber aufgeregt, dass ein Harald Schmidt mit billigsten Polenwitzen Millionär wurde (noch hat jemand nachgeforscht, wo genau das Geld herkam, dass ihn zum Millionär gemacht hat), niemand geht auf die Straße, um die frauenfeindlichen Kalauer biodeutscher Provinzkomiker (die auch reich gemacht wurden) anzugehen, aber plötzlich, im Jahre 2015, haben wir eine breite Front von „Gutmenschen“, an denen es zuvor massiv mangelte. Warum?

Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut (siehe Spiegel), arme Kinder müssen sich – trotz Riesengeschrei über Facharbeitermangel – mit Minimalstförderungen zufrieden geben (Hauptschulabschluss mit „ausreichend“ reicht, siehe Gegen-Hartz), wir haben einen massiven Anstieg von Obdachlosen zu erwarten (siehe jungewelt) und müssen damit leben, dass die Regierung sogar bewusst die Berechnung von Regelsätzen manipuliert, um Mitmenschen in bitterster Armut zu halten (siehe t-online) während gleichzeitig sehr verantwortungslos mit Fördergeldern umgegangen wird (siehe süddeutsche) und niemanden interessiert das groß. Wo ist eigentlich die Willkommenskultur für deutsche Arme? Warum begeistert der Arme aus Syrien, Afghanistan und dem Irak so, während der deutsche Arme eine eiskalte Wand zwischen sich und dem Rest der Bevölkerung akzeptieren muss? Woher stammt eigentlich der Hass und die Energie zur Hetze? Und wo waren diese ganzen „Gutmenschen“, als sich das Schlechte in Deutschland ausbreitete?

Man riskiert viel heutzutage, wenn man über Fakten spricht – wie dafür, dass wir uns eine Menge neuer Straftäter ins Land geholt haben – als hätten wir in den Vorständen von Banken, Fußballvereinen und Autokonzernen nicht schon genug davon. Ja – für diese Gleichung haben die Bezahlschreiber der Millionärspresse keine Gedanken übrig, die unglaubliche Kriminalisierung des wirtschaftlichen Raumes (die noch ganz andere Dimensionen aufweist, wenn man den Ausführungen von Jürgen Roth in „Mafialand“ oder „Gangsterwirtschaft“ folgt – oder erst recht sein Werk „Der stille Putsch“ verinnerlicht) bleibt für sie folgenlos … aber eine Handvoll krakeelender Dresdener bedeuten auf einmal den Untergang des Abendlandes, gegen den sich alle fest zusammenschließen sollen: auf Kommando war man plötzlich „links“ geworden.

Es ist für jemanden, der sich selber auch als „links“ bezeichnen würde, sehr seltsam zu sehen, wie viele Gutverdiener auf einmal auf der „linken“ Seite stehen, erst recht überrascht ist man, wenn man lesen muss, dass man in einer linksextremen Gesellschaft lebt, die demokratiegefährdende Ausmaße erreicht hat (siehe fu-Berlin). Was ist das eigentlich: links? Der Ursprung dieser Bezeichnung stammt nicht – wie erwartet – aus Zeiten von Marx und Engels – sondern geht zurück auf die Zeiten der französischen Revolution, die unter dem Zeichen einfacher Werte stand: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Ebenso konnte man das Gegenteil klar definieren: alle Formen des Monarchismus, der Feudalstruktur einer Gesellschaft, des klar definierten „oben“ und „unten“.

Was wäre es schön, wenn man sich heute noch an die „alten“ linken Werte erinnern könnte, die Arbeiter und Bauern, Adelige und Soldaten, Künstler und Prostituierte, Penner und Gelehrte zusammengeführt hatten um ein System zu stürzen, das das Land ausbluten lies – eine Allianz, die man heute als „Querfront“ sehr fürchtet, weil man das „Reine“ möchte, das „Saubere“, das eindeutige „Oben“. Ja – heute könnten Adelige und Soldaten nicht mehr an der Revolution teilnehmen – sie wären „Nazis“, während der echte Marxist den Obdachlosen und die Prostituierte als „Lumpenproletariat“ aus der Partei jagen würde. Ich kann Ihnen sagen, was „echte“ Linke verabscheuen würden: die moderne Kaffeehauskultur zum Beispiel, für viele Neulinke der Gipfel der Existenz, für echte Linke undenkbar – es ist mit dem Grundsatz der Gleichheit unvereinbar, sich bedienen zu lassen, noch braucht ein echter Linker das Gefühl, bedient zu werden. „Dienen“ – tut man nur „Herren“ – und die gehören abgeschafft. Für manche sicher ein seltsamer Gedanke, dass die Haushaltshilfe so untolerierbar ist wie der Nerzmantel für den Vegetarier – aber für eine Gesellschaft der „Gleichen“ eine unverzichtbare Einstellung, die niedere Dienstleistungsberufe als mit der Würde des Menschen unvereinbar ansieht und der Meinung ist, dass jeder seinen Dreck selber wegmachen sollte – und sich seinen Kaffee selber machen darf.

Auch bei der Bezahlung unterscheiden sich echte Linke von Neulinken – warum ein Arzt Millionär werden kann, während ein Krankenpfleger auf immer zur Armut verpflichtet bleibt, erschließt sich ihm nicht – und wenn ein Parlamentarier ein Mehrfaches als ein Altenpfleger verdient, wittert wer sofort die Wiederkehr der Monarchie.

Brüderlichkeit – ein ebenfalls wichtiger Begriff, der heutzutage – in der augenblicklichen egomanen Gesellschaft – völlig fremd geworden ist. Arbeitslose zu sanktionieren, weil sie nicht genug „spuren“ ist die Wiederkehr des Feudalismus, da spricht der Herrenmensch zu seinem Leibeigenen, „Führen mit Zielen“ – die gewünschte dauerhafte Steigerung der Arbeitsleistung bei gleichem Lohn, die jeden Arbeitnehmer weit vor dem (immer später eintretenden) Rentenalter in den Burnout treibt – wäre für echte Linke undenkbar – ebenso wie der Verkauf von Waffen außerhalb der Landesgrenzen – ja: die Produktion von Waffen selbst wäre ihm zuwieder: dort wo alle Menschen Brüder sind braucht man ja gar keine Waffen. Ebenso wäre es keine linke Kultur, durch die Welt zu laufen und andere als „Untermenschen“ zu deklarieren (was eher „rechte“ Kultur ist), als „Nazis“ und daraus geradezu einen Kampfsport zu machen – im Sinne der Brüderlichkeit fragt man in erster Linie, warum jemand so geworden ist: mit Glatze, Springerstiefeln und Kampfhund. Zwar ist für echte Linke Faschismus an und für sich ein Verbrechen (als „wählbarer“ Monarchismus infolge der Allianz von Konzern und Regierung ist das nur natürlich) – aber man geht in erster Linie gegen das Denken vor, nicht gegen die ihm verfallenen Brüder und Schwestern, die man grundsätzlich für therapierbar hält.

Freiheit wäre der dritte Wert, der einem echten Linken in den Sinn käme: die Freiheit der Berufswahl zum Beispiel, aber auch die Freiheit des „Nichtstuns“ dessen kreativitätsfördernde Kraft schon oft bewiesen wurde und für das bei einer brüderlichen Geisteshaltung und die Gleichheit achtenden Geldverteilung genug Ressourcen vorhanden wären: ja, ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre für einen echten Linken kein Thema – sofern die Maschinen die Arbeit machen, sollte daraus mehr Freiheit (auch von Arbeit) erwirtschaftet werden anstatt lebloser und menschenfeindlicher Rendite.

Es ist nur ein kurzer Ausblick auf die Folgen echter linker Werte, die einst ein Volk zur Revolution einigen konnten, aber diese lange Vorrede ist wichtig, um erkennen zu können, wo der Bürgerkrieg in Deutschland gerade tobt – und warum die Flüchtlingsfrage dort eine zentrale Rolle spielt, während der Krieg „links“ gegen „rechts“ eigentlich … mangels echter Linker … überhaupt keine Rolle spielt, obwohl er in aller Munde ist. Und ja: ein echter Linker sammelt keine Statussymbole wie „Porsche“, weil Statussymbole jeder Art (sofern sie nicht – wie Federn oder Muscheln – für alle gleich erhältlich sind) ein System der Ungleichkeit manifestieren helfen.

Nun – ich rede in der Überschrift von einem Bürgerkrieg in Deutschland 2016 – und das nicht nur, weil ich zufällig erfahren habe, dass „Seherinnen“ dies für dieses Jahr vorausgesagt haben, sondern auch, weil die Stimmung in diesem Land dahingehend manipuliert wird: der „Gutmensch“ wird erfolgreich gegen den „Patrioten“ in Stellung gebracht, viele Kommentatoren in großen Medien schüren den Hass und die Verachtung der Menschen untereinander, geben vor, was „rechts“ und „links“ zu sein hat – und treffen sich im Anschluss in den gleichen sündhaft teuren Orten wie ihre „Kontrahenten“:

„Ist das Caféhaus der Wartesaal der Poesie?
Noch ist es früh, man ist einer der ersten –
Routinierte Handgriffe des Barmanns
Letzte Vorbereitungen schwarzbefrackter Kellner

Es wird serviert
Der Tag beginnt“

So lockt „Café Einstein“ (siehe Café Einstein) in Berlin Politiker, Journalisten, Lobbyisten und Wirtschaftsbosse – und wird zum Symbol für die rechte Dekadenz des „vornehm-bedient-werden-wollens“, das „man-sich-leisten-können-muss“. Dort – und an tausend anderen Orten, in den Netzwerken der Freimaurer und Rotarier, der „Atlantiker“ und „Bilderberger“, der Parteien und Vereinen werden die Fronten für den Krieg festgelegt: den Krieg „Reich“ gegen „Arm“, ein Krieg, der aktuell seine neuen Gottkaiser präsentiert: 62 Menschen die so viel besitzen wie fünfzig Prozent der armen Bevölkerung (siehe Spiegel): die Schere zwischen arm und reich geht schneller als erwartet auseinander – allerdings dürfen wir uns über die Mechanismen dieser Entwicklung keine Gedanken machen, da wir sonst von der feinen Herrschaft als „Verschwörungstheoretiker“ gebrandmarkt werden – ein Klima, dass weltweit allen Verschwörern freie Bahn beschert.

„Es wird serviert – der Tag beginnt“ – so die Einstellung der neuen Feudalisten. Wer da warum was serviert: wen interessiert das schon noch? Hauptsache: der Kaffee kommt ohne Müh´ an den Tisch geflogen, serviert von einem devoten Untermenschen, damit man sich gleich zu Tagesbeginn mal wieder endlos überlegen fühlen kann – eine Einstellung, die man sogar bei ärmeren Neulinken findet.

Man muss das Leben aus der Perspektive dieses Cafés betrachten um den neuen deutschen Bürgerkrieg zu verstehen: dort trifft sich der neue niedere Adel (oder die, die ihn vergöttern) und macht sich Gedanken über seine Zukunft, die düster aussieht  – nicht nur beim „Spiegel“, der in Zukunft jede fünfte Stelle einsparen will, sondern in ganz großem Ausmaß (siehe Neue Züricher Zeitung):

„Die Leistung von Computern und Robotern wird in den nächsten Jahren massiv steigen. Jeder zweite Job droht ersetzt zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwa Büroangestellte bald durch Computer ersetzt werden, beläuft sich laut einer Studie auf über 90 Prozent“

Nicht gerade die Kerndaten für ein Land, dass Einwanderungsland werden möchte – was für eins der dichtbevölkertsten Länder der Welt sowieso ein ambitioniertes Ziel darstellt. Vernünftig wäre, es bei brüderlichen Gewähren von Asyl zu belassen – man kann ja noch nicht mal die eigenen Kinder unterbringen. Vernünftig wäre es, Produktion und Verkauf von Waffen einzustellen, dem Krieg selbst den Kampf anzusagen, eine weltweit liebenswerte und geachtete Kultur zu präsentieren anstatt Motor der Refeudalisierung zu werden – doch all die, die in entscheidenden Funktionen in diesem Land sitzen – in Wirtschaft, Parlament, Behörde, Kirche und Verein – werden seit einigen Jahren von den Gottkaisern der Moderne und ihren Bankierslakaien mit unverschämt hohen Honoraren ausgestattet: das war der erste Schritt zum Bürgerkrieg; „stimme für Hartz IV und wir erhöhen die Diäten“ – das war die Parole hinter den Kulissen des Parlamentes, eine Gleichung, die prima aufging.

Es wäre einfach, die Flüchtlingskrise als Chance zu nutzen, den urlinken Gedanken einer internationalen Bürgerbewegung weltweit Gestalt annehmen zu lassen anstatt im nationalistischen Wahn des „wir schaffen das“ zu verharren, es wäre einfach, vernünftige Lösungen zu fordern (ein Abschöpfen der Renditegewinnung zur Erstellung von komfortablen Flüchtlingsstädten in gering besiedelten Gebieten – oder in jenen Ländern, in denen unsere Verbündeten gerade mit deutscher Hilfe hemmungslos herumbomben, eine umfassende Schulung in Grundwerten der Demokratie und Menschenrechten für jeden Einwanderer, damit wir keine weiteren Brandanschläge auf Synagogen mehr befürchten müssen – wie aktuell, siehe Spiegel, dafür aber Agenten der Menschlichkeit erhalten), doch gewollt ist was anders: die Saat der Gewalt.

Es ist äußerst nützlich für die Bewohner unseres Cafèhauses, wenn sich draußen vor der Tür verschiedene Fraktionen durch Mord und Totschlag eliminieren, wenn große Banden von „Nordarabern“ den Pöbel jagen, wenn sich Bürgerwehren bilden, um Nordaraber zu jagen, wenn rechte Schläger linke Stadtteile „erobern“ (siehe Zeit) und Menschenjagd auf „Linke“ machen (siehe Neues Deutschland), während man gewaltbereite „Linke“ gezielt auf Staatskosten zu „Gegendemonstrationen“ kutschiert und für die Teilnahme daran bezahlt (siehe TAZ) wenn alle sich gegenseitig für die Ausgeburt des Teufels selbst halten, ein Krieg aller gegen alle tobt … der schon für Hobbes die Voraussetzung für die Legitimation eines absoluten Monarchen war. Je mehr Flüchtlinge man ohne Plan und Konzept, ohne ausreichende Versorgung oder Struktur, ohne Erziehung und Aufklärung über die Rahmenbedingungen ihrer neuen Heimat ins Land läßt, umso höher wird der Druck für die Armen im Lande, die neue Konkurrenz um Arbeit und Wohnung bekommen, der sie nicht ausweichen können: und je mehr man sich dann über den bösen Flüchtling ausläßt, umso weniger schaut man dahin, wo der wahre Krieg tobt: der Krieg der Reichen (und jener, die es gerne werden wollen) gegen die Armen; ein Krieg, der schon jetzt Weltkrieg ist, sich in Deutschland aber als Bürgerkrieg manifestiert.

Natürlich könnte man auch einen Soli der Millionäre und Milliardäre sowie ihrer besserverdienenden Funktionselite zur Finanzierung der politischen Entscheidungen einfordern: immerhin haben diese Kreise an der „Globalisierung“ (d.h. der weltweiten Ausbeutung von Mensch und Rohstoffen) am Meisten verdient, stattdessen denkt man aber lieber an die Erhöhung der Benzinsteuer für alle – was noch mehr Öl ins Feuer des Bürgerkrieges gießt. Es bedarf keiner besonderen Intelligenz um zu erahnen, was geschieht, wenn man eine große Kohorte junger Männer in ein x-beliebiges Land importiert, ohne ihnen die Fähigkeiten zu vermitteln, sich in diesem Land zurecht zu finden: sie werden sich zu isolierten Gruppen zusammenschließen, die die Umwelt als feindlich betrachten und das Fremde verachten: „das Fremde“ ist für den einen dann der Transsexuelle (oder „die Frau“, der „Jude“, der „Schwule“), der in seiner Heimat öffentlich gar nicht existiert – oder eben der „Araber“, der „Moslem“, der „Ausländer“ (oder „die Frau“, „der Jude“, „der Schwule“) …. oder – noch weiter gedacht … der „Nazi“, der „Ossi“ oder der „Querfrontler“ … was eigentlich jeden bezeichnet, der Fronten generell ablehnt – also brüderlich und gleichheitlich denkt und die Freiheit des anderen, anders zu denken, respektiert und achtet.

So … marschiert Deutschland im Jahre 2016 in einen Bürgerkrieg, den sich niemand hätte vorstellen können, der aber von jenen, die vom Schreiben leben, massiv gefördert wird, damit ihr Platz im Café nicht gefährdet wird …. weil alle mit anderen Dingen beschäftigt sind als sich über ihre Herren in Politik, Medien, Gesellschaft und Kirche Gedanken zu machen.

Das Schicksal der in Köln von ungezogenen Rabauken erniedrigten Frauen ist denen letztlich so egal wie das Schicksal der in Deutschland ausselektierten Kinder (und Erwachsenen) oder den unter völlig falschen Vorraussetzungen nach Deutschland gelockten „Nordarabern“ (unter anderem mit 2014 produzierten Werbefilmen der Regierung – siehe Welt): eigentlich ist ihnen das Schicksal der ganzen Welt egal – solange sie bedient werden (damit genug Menschen mit „bedienen“ beschäftigt sind, war ja Grund der Einführung von Hartz IV – sonst findet man für solche entwürdigenden Tätigkeiten zu wenig Freiwillige).

Wir wissen also, wo man ansetzen kann: hört auf, den Adel zu bedienen. Nicht die Dienstleistungsgesellschaft ist die Antwort … sondern die freie, gleiche, brüderliche Gesellschaft. Der wahre Bürgerkrieg läuft zwischen denen, die diese Werte achten – und denen, die sie bekämpfen … und bekämpft werden sie unter anderem durch einen massiven „Promikult“, durch massive Aufwertung von „Statussymbolen“ und ebenso massive Einsparung bei Aufklärung, dafür bekämpft man auf breiter Front dass, was Linderung schafft (siehe evangelisch.de):

„Wer einmal pro Woche eine Kirche, Moschee oder Synagoge besucht, ist nach drei Jahren Arbeitslosigkeit nahezu genauso zufrieden mit seinem Leben wie zuvor“, sagte der Jenaer Psychologe Clemens Lechner bei der Veröffentlichung einer Studie.

Ein Grund, warum die „Elite“ (wie sie sich selber nennt) gerne Atheismus predigt: Religiösität lindert den gewollten Schmerz der Opfer, die Wirkung es „Drucks“ durch Hartz IV würde ja ausbleiben, wenn die Menschen Rückzugsorte fänden, in denen ihre Würde sicher verwahrt sein würde. Viele finden übrigens im Islam jenes Asyl vor dem Terror durch Hartz IV – jenes Gesetz, durch das die neuen Gottkaiser ihre Macht in Deutschland demonstrierten, wir finden hier einen Grund, warum eine Weltmacht sich eine Religion als Feind im globalisierten Krieg der Reichen gegen die Armen ausgeguckt hat.

Die Folgen dieses Bürgerkrieges erleben wir inzwischen tagtäglich, die Gewalt nimmt überall zu – doch anders als früher versucht man nicht mehr, ihre Ursachen zu verstehen und effektive Gegenmaßnahmen zu etablieren, sondern man erschöpft sich darin, die Fronten aufzustellen und die Soldaten den Fronten zuzuteilen.

Der Krieg – ist halt gewollt, „friedenssichernde Maßnahmen“ sind von gestern – auch im Inland.

Am Ende erwarten uns hier unten steigende Preise bei  sinkendem Einkommen (also weniger Brüderlichkeit), weniger Rechte (also weniger Gleichheit), mehr Zensur (also weniger Freiheit) … aber dafür alternativlos eine ewige Koalition von CDU/CSU und AfD … die schon jetzt die absolute Mehrheit haben.

Und schon jetzt … werden Arme wieder verurteilt, wenn sie in den Wäldern des Königs jagen und fischen gehen (siehe Augsburger Allgemeine) … obwohl das Land doch eigentlich allen gehört … seit 1789.

Da weiß man, was die Zukunft bringen wird.

PS: ist das jetzt Kommunismus, was hier gepredigt wird? Nein: Kommunismus war –  historisch, nicht theoretisch – der Austausch des Königs durch den großen Vorsitzenden, des Grafen durch den Kommissar – mit gleichen Folgen für das Volk. Sowas passiert halt schnell, wenn man nur „dagegen“ ist. Naturwissenschaflter kennen das: im Kampf gegen die Kirche wurden sie selbst zur dogmatischen Sekte wider jede Vernunft.

 

Die Hassgesänge der deutschen Medienelite – die Kolumne von Spiegel-Online

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Montag, 21.12.2015. Eifel. Aus der Kiste der Bücher, die ich noch zu lesen habe, zog ich letztens Jürgen Roths Werk „Gangsterwirtschaft“. Schon nach den ersten 50 Seiten hatte ich den Kaffee auf (wie man so schön sagt): die Bedrohung der demokratischen Zivilgesellschaft durch kriminelle Organisationen hatte 2012 ein Ausmaß erreicht, dass man zurecht von einer „Gangsterwirtschaft“ sprechen konnte, einer Gesellschaft, die Menschen wie den russischen Unternehmer Chodorchovsky als Volkshelden feiert: einen Unternehmer, dessen Sicherheitsdienst mit gezielten Auftragsmorden Menschen ermordete, die dem Unternehmen im Weg standen: einen Bürgermeister, der die Frechheit besaß, Steuerzahlungen vom Konzern zu verlangen, ein Ehepaar, das für den Konzern mordete und diesen erpressen wollte, ein Ehepaar, das seine Firma nicht verkaufen wollte (siehe: Jürgen Roth, Gangsterwirtschaft, Eichbornverlag, Taschenbuchausgabe 10/2012, Seite 39). Es gab noch mehr Informationen – über andere deutsche Konzerne, über Gelder des organisierten Verbrechens in der deutschen Wirtschaft – ohne die viele Unternehmen einfach pleite wären. Ich hatte mich für einen gut informierten Menschen gehalten – doch Jürgen Roth zeigte mir schnell auf, dass ich von der häßlichen Fratze dieser Welt keine Ahnung habe. Wie auch: wo Killerkommandos unangenehme Menschen aus dem Weg räumen, wo Spitzenpolitiker mit den Chefs der Auftragsmörder gemeinsame Sache machen, wo Arbeitsplätze in Gefahr sind – da schweigt der Journalist schnell, das süße Leben im Elite-Café ist gefährdet.

Umso überraschter fand ich die Empfehlung des Herrn Roth für einen Artikel von Sybille Berg über „Rechtspopulismus – Die Macht der Frustrierten“ – der mir selber übel aufgestoßen war. Ich lese viel von Frau Berg, selten erzeugt es Ungemach – es ist oft eine schöne, lustige, oberflächliche Plauderei, die in angenehmen Ton mit Perspektiven spielt, die nicht alltäglich sind, nur selten schimmert eine akademische Arroganz durch die Zeilen, die in diesen Kreisen üblich und … überlebenswichtig ist. Diesmal jedoch … war ich nicht wenig verblüfft, wie einem unverhohlener Hass entgegensprang (siehe Spiegel):

„Was da also durch den Führer zum Volk schwellt, ist das Gedankengut, das einer, der nicht alle zusammen hat, den das Leben bitter enttäuscht hat, der in einem vollgeschwitzten Unterhemd an einem Küchentisch in einer Bude sitzt, wo gerade der Strom abgeklemmt wurde, so vor sich hin brabbelt, nach dem zehnten Bier.“

Da war es wieder: das Urbild des neuen Untermenschen, kreiert von der Bildzeitung und ähnlich hohlen Gestalten, der Aussätzige in Person: vergessen worden waren nur die Mayonnaiseflecken auf dem Unterhemd.

„Es wird laut und aggressiv gegen jede Minderheit gewettert, Stimmung gemacht gegen alles, was dem Leitbild des weißen Schweizer Mannes scheinbar gefährlich werden kann. Ausländer, Frauen, Künstler, Homosexuelle, Sozialhilfeempfänger, vielleicht auch hier und da die Juden (in der Schweiz gibt es nicht mehr genug, als dass die Mobilmachung gegen diese Minderheit lohnte). Und das Volk nickt, dankbar. Das hat man doch immer gewusst. Die da unten sind schuld.“

So jedenfalls stellt die wohlbehütete, wohlversorgte Intellektuelle sich den niederen Untermenschen vor. Der wettert eigentlich nicht gegen Sozialhilfeempfänger – wem der Strom gerade abkeklemmt wurde, ist wohl eher selber einer. Wer arm ist, der kann nur Schuld sein – das war ja auch die Meinung Chodorchovskys, der die Ansicht vertritt, dass jeder – wirklich JEDER – Oligarch werden kann (wir berichteten). Eine Welt mit sieben Milliarden Milliardären kann er sich locker als realisiserbar vorstellen, wer anderer Meinung ist, wird halt entsorgt.

Populismus – was ist das eigentlich? Ich besuche die Bundeszentrale für politische Bildung (siehe bpb):

„Laut Duden ist Populismus eine „von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (…) zu gewinnen“. Das Erfolgsrezept von Populisten scheint auf einer kurzen Formel zu basieren: einfache Antworten auf schwierige Fragen geben.

Strittig ist, ob Populismus per se eine Gefahr für demokratische Systeme ist oder – einem Seismografen gleich – auf vernachlässigte Probleme hinweist. Es gilt, eine Debattenkultur zu etablieren, in der alle Herausforderungen und Probleme in einer Gesellschaft zwar benannt werden können, dies aber unaufgeregt und differenziert statt diffamierend und verkürzt. Die Grenzen des Diskurses liegen in der Würde des Anderen.“

Ja – es könnte sein, dass der Erfolg populistischer Parolen einfach darin begründet liegt, dass es echte Probleme gibt. Es könnte einfach sein, dass es gar keine „Querfront“ gibt, die ihr dunkles Haupt über Deutschland erhebt, sondern nur Menschen von Rechts bis Links, die sich an den gleichen Problemen reiben – wie zum Beispiel an dem Problem, dass Armut in Deutschland lebensgefährlich ist (siehe mdr):

„Im Erfurter Norden ist ein von Zwangsräumung bedrohter Mann in seiner Wohnung von mindestens einem Polizeischuss getötet worden. Der mit einer Axt bewaffnete 48 Jahre alte Mieter sei zunächst noch schwer verletzt in eine Klinik gebracht worden, dort aber kurz darauf gestorben, teilte die Erfurter Polizei mit.“

Zwangsräumung – kommt gleich nach dem Stromabstellen. Gibt es hier Edelfedern bei Spiegel-Online, die diese fortlaufende Verrohung kommentieren? Nein – dort baut man mit erstaunlicher Geschlossenheit ein neues Feindbild auf: den ostdeutschen Untermenschen. Es zeigt, dass „bildungsferne Schichten“ auch in Reaktionsstuben sitzen können, mit Amt, Würden und fürstlichen Bezügen ausgestattet – nur definiert man dort Bildung anders, das eigene Wortgeschwurbel wird zum Maßstab aller Dinge. Lauschen wir einfach mal Jan Fleischhauer (siehe Spiegel):

„Der Osten weist den Vorwurf stets von sich, fremdenfeindlich zu sein. So wie der Islam stets abstreitet, mit Terror etwas zu tun zu haben. Warum aber votiert jenseits der Elbe jeder Dritte für Parteien, die ein Problem mit Andersartigkeit haben?“

Der edle Besserwessi in Aktion – in einem Abwasch wird die Partei „Die Linke“ zu einem AfD-Ableger erklärt, der „Ossi“ an sich wird zum minderwertigen Untermenschen erklärt (diesmal ohne Bier und Unterhemd), ja sogar in ein Boot mit islamistischem Terror gesetzt: „guter“ Rassismus im Kampf gegen „bösen Rassismus“. Der Ossi – Feind der Welt, geistiger Bruder des „Islamischen Staates“.

Georg Diez schlägt begeistert in die gleiche Kerbe, ruft auf zur Volksfront gegen den wahren Feind im eigenen Land (siehe Spiegel):

„Aber es ist einfach zu unangenehm, sich die Zusammenhänge genau anzuschauen. Ein Jahr Pegida bedeutet eben auch: Die Integration von Teilen der ostdeutschen Bevölkerung hat nicht funktioniert – auch 25 Jahre Einheit haben nicht gereicht, um Menschen, die in einem totalitären System aufgewachsen sind, die Grundlagen von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten beizubringen.“

Der ostdeutsche Untermensch: Staatsfeind Nr. 1.

„Es verbindet sie nichts mit diesem System, das wird immer deutlicher. Man hat ihnen einfach nicht erklärt, was das alles soll, die Demokratie, und wenn man die Bilder sieht aus Nauen oder Meißen, dann sieht man, was das für ein Fehler war.“

Ja – die verstehen einfach nicht, was „Demokratie“ ist, diese Ossis. Die denken noch, sie dürften da einfach ihre Meinung sagen. Dabei heißt Demokratie in den Köpfen der Edelfedern, dass man sich ihrer Meinung gefälligst anschließen sollte – sonst kriegt man eins mit der Nazikeule. Nazikeule? Ja – Sascha Lobo fordert, sie flächendeckend einzusetzen (siehe Spiegel):

„Deshalb plädiere ich hiermit für die gezielte Verwendung der Nazikeule (und damit implizit für eine Umdeutung des Begriffs). Wann immer rechtsradikale Thesen geäußert werden, sollen sie rechtsradikal genannt werden. Wann immer rechte Menschenfeindlichkeit augenzwinkernd angedeutet wird, soll sie rechte Menschenfeindlichkeit genannt werden.“

„Der erste und wichtigste Schritt in das Gespräch, das die Besonnenen zu Recht fordern – ist also, deutlich zu machen, wo die Grenze verläuft zwischen legitimer Meinung und Nazi. Und zum Ziehen dieser Linie eignet sich die Nazikeule vortrefflich. Preist die Schönheit der Nazikeule!“

Ich merke immer wieder, warum ich Sascha Lobo prinzipiell meide: habe noch nie etwas von ihm gelesen, dass Inhalt hat und deshalb schnell aufgegeben. So allgemein gehalten ist dieses Geschwalle sicher noch kritikfrei zu ertragen – doch schnell wird es ungemütlich, wenn man fragt: was genau ist denn eigentlich mit „rechter Menschenfeindlichkeit“ gemeint? Ist „linke Menschenfeindlichkeit“ im Umkehrschluss dann ok? Und wo ich gerade dabei bin: ist dieser Aufruf zum hemmungslosen Einsatz einer wunderschönen Keule ohne konkrete Definition und klarer Aufdeckung der Vernetzung des kritisierten Gedankengutes mit nationalsozialistischen Überzeugungen nicht lediglich ein Aufruf zur gnadenlosen Hetze und gedankenlosen Jagd auf alles, was der Autor selbst als „anders“ und „fremd“ empfindet – was seinen Vorstellungen von „legitimer Meinung“ widerspricht?

Worum es geht, ist klar: die Flüchtlingskrise – das ist der bindende Zusammenhang; die Krise und die Angst der Deutschen vor dem Islam. Wo kam diese Angst eigentlich noch mal her?

Nun – es ist eine populäre Verschwörungstheorie, die diese Meinung am 11.9.2001 prägte – eine Theorie die nach ausdrücklicher Weisung des US-Präsidenten George W. Bush niemals angezweifelt werden darf  (siehe z.B Telepolis), obwohl es alternative Theorien gibt, die auch einen hohen Grad an Plausibilität besitzen. Nach dieser Theorie war es eine Bande von Islamisten, böse, primitive, andersartige Geschöpfe, die in Afghanistan in Höhlen wohnten und von dort aus die ganze Welt mit Terror überzogen – so genial, dass sie den kompletten Sicherheitsapparat der letzten Supermacht auf Erden mit Leichtigkeit austricksen konnten. Es bestand fortan Lebensgefahr für alle, im Kampf gegen den bösen Moslem mussten sogar Angriffskriege geführt werden, die gegen das Völkerrecht verstießen.

Der Geist des bösen Moslems bevölkerte fortan die Medien – was war er nur für ein unheimlicher Unmensch, der sogar Menschen bei lebendigem Leibe verbrannte (eine Nachricht, die bei uns weit verbreitet wurde, um die Bestialität des Moslem zu beweisen, während im arabischen Raum nur von einem toten Piloten die Rede war – siehe Zeit).

Nun kann man zurecht sagen: „Selbst schuld, der blöde Ossi, wenn er alles glaubt, was wir berichten; daran sieht man ja, wie blöde er ist und wie wenig er von der „Demokratie“ verstanden hat“. Man sollte sich dann aber nicht wundern, wenn das Wort der „Lügenpresse“ umgeht und viel Anklang findet.

Zurück zum Spiegel und seinen Kolumnisten, zurück zu Georg Diez, der gar nicht genug Superlativen fand, dass Attentat auf Henriette Reker aufzubauschen und es mit dem „Terror der RAF“ gleichzusetzen – ohne zu wissen, dass wir hier dem echten rechtsradikalen Terror sehr nahe kommen. Die Fraktion der Grünen hatte eine kleine Anfrage gestellt, was es denn mit diesen Gerüchten auf sich hätte, dass der Attentäter ein V-Mann des Verfassungsschutze war – also einer jener Leute, ohne die die NPD schon längst pleite gegangen und in Bedeutungslosigkeit versunken wäre. Die Antwort der Bundesregierung läßt einen verstört zurück (zu finden bei Volker Beck):

Zu 14 c):
Die Bundesregierung ist nach sorgfältiger Abwägung zu der Auffassung gelangt, dass eine Beantwortung der Frage nicht erfolgen kann. Der Informationsanspruch des Parlaments findet eine Grenze bei geheimhaltungsbedürftigen Informationen, deren Bekanntwerden das Wohl des Bundes oder eines Landes gefährden kann.

Also: gemäß den Gesetzen der Aussagelogik würde ich das als klares „JA“ definieren, welches aus Gründen der Wahrheitsverschleierung nicht genannt werden darf. Wo bleibt da eigentlich die Nazi-Keule?

Nun: die prasselt auf jene nieder, die versehentlich die antimuslimische Propaganda des Westens ernst genommen haben und nun mit Angst reagieren. Das hat erstmal – im ersten Schritt – mit Nationalsozialismus nichts zu tun, eher das Gegenteil ist der Fall: der Nationalsozialismus konnte mit dem Islam viel anfangen (siehe Jungle World):

„Nicht nur Heinrich Himmler schwärmte von der »weltanschaulichen Verbundenheit« zwischen Nationalsozialismus und Islam; er führte den Begriff der »Muselgermanen« ein. Auch Amin el-Husseini wies auf das »Parallel-Laufen« der Ideale der Muslime und Deutschen hin und definierte die Berührungspunkte folgendermaßen: 1. Monotheismus – Einheit der Führung. 2. Die ordnende Macht – Gehorsam und Disziplin. 3. Der Kampf und die Ehre, im Kampf zu fallen. 4. Die Gemeinschaft. 5. Familie und Nachwuchs. 6. Verherrlichung der Arbeit und des Schaffens. 7. Das Verhältnis zu den Juden – »In der Bekämpfung des Judentums nähern sich der Islam und der NS einander sehr.«“

Huch – wo sind wir denn nun da gelandet? Nun – in jener Welt, in der Bildung herrscht und nicht bildungsferne Meinungsmacher Phrasen dreschen, beständig den anderen vorwerfen, sie würden die Welt (z.B. durch Verschwörungstheorien) „vereinfachen“, wobei gerade das Gegenteil der Fall ist: aufgezeigt wird, dass die Welt komplizierter ist, als es das Fassungsvermögen des durchschnittlichen Lohnschreibers zu verarbeiten erlaubt – weshalb man mit kruden Hypothesen Hass sät und Stimmung macht. Nazis und Islamisten hatten sogar einen gemeinsamen Truppenverband, die 13. SS-Gebirgsdivision „Handschar“ (benannt nach einem arabischen Krummsäbel). Da wird Pegida auf einmal zum antifaschistischen Widerstand – und die Welt der Lohnschreiber steht Kopf.

Es wäre auch einfach, das Problem zu lösen, die Ansätze sind bekannt. Einstellung der massenhaften Lieferung deutscher Waffen ins Krisengebiet – jener Waffen, die nach Angaben von Amnesty International die Gräueltaten im großen Stil befördern (siehe Spiegel) und Einstellung der Luftangriffe, die viele Menschen in die Arme der IS treiben (siehe Süddeutsche) – das blindwütige, geistlose Schwingen einer „Nazi-Keule“ im Inland gehört nicht dazu, auch nicht das Verdrängen einer wachsenden Deutschenfeindlichkeit muslimisch orientierter Mitbürger (das Magazin theintelligence führt hierzu einiges aus, unter anderem belegt durch einen Filmbericht des ARD über eine Schule in Essen-Karnap) oder die öffentliche Lobhudelei von dem überlegenen syrischen Flüchtling, der deutschen Kindern zeigt, wo er Hammer hängt … wie zum Beispiel jener Syrer, den die Verteidigungsministerin bei sich aufgenommen hat (siehe Spiegel):

„“Er hat unser Leben bereichert“, sagte die CDU-Politikerin der Zeitung. „Für meine Kinder ist es unglaublich lehrreich zu sehen, wie sehr er sich durchbeißen musste.“ „Die Ministerin sagte, der Syrer zeige, „wie viel Kraft in so jungen Flüchtlingen steckt, wenn wir ihnen am Anfang Zuversicht geben“. Sie betonte: „So viele Flüchtlinge wollen Fuß fassen und etwas in Deutschland schaffen. Diesen Schwung sollten wir aufnehmen und fördern, dann gelingt Integration.““

Überlegen Sie mal, wie das auf den bierseligen Mann im Unterhemd wirkt, dem gerade der Strom abgestellt wurde: natürlich ist der Hausflüchtling der Frau von der Leyen von edlem Geblüt, er macht gerade einen Pilotenschein, seine Familie ist so reich, dass er nie Leistungen in Anspruch nehmen musste, verdrängt wird, dass sein „Schwung“ auf einen jener Arbeitsplätze zielt, die für Deutsche selbst immer unerschwinglicher werden … womit wir wieder bei den bösen Ossis sind, die eben diese Erfahrungen machen mussten: die Reichtümer ihrer Länder waren für andere – für Besserwessis – gedacht. Ist es so schwer verständlich, dass es Ungemach erzeugt (und Ängste), wenn der Besserwessi jetzt den Bessersyrer einführt, an dessen Wesen das Land genesen soll? Wenn die Regierung das macht, was vor kurzem noch ein Scherz war – sich ein neues Volk zuzulegen, dass besser wählt als das alte?

Doch jene Menschen „brabbeln“ ja nur, eine Kommunikationsform, die nur geistig äußerst schwache Untermenschen anwenden. Das ist kein Rassismus?

Doch wo ist nun eigentlich die Quelle zu suchen, aus der diese Querfront von Reichen stammt, die augenscheinlich politisch weit auseinanderliegende Edelfedern so eint? Ist es die Agenda 2018, die jedem fünften Spiegelschreiber bis 2018 den Verlust des Arbeitsplatzes garantiert und somit zu besonders emsigen Konformitätsschreiben anleitet – um nicht auch zu jenen zu gehören, denen der Strom abgestellt wird (siehe Frankfurter Rundschau)? Oder ist es ein genereller Reflex auf den neuen Gesellschaftsvertrag, wie ihn der Soziologe Heinz Bude formuliert (siehe Spiegel):

Früher hieß der stille Gesellschaftsvertrag „Wer will, kann“, heute lautet die allgegenwärtige Drohung „Wer nicht aufpasst, rutscht“.

Ich denke – hier muss man weiter ausholen. Der Grund für den zwanghaft-neurotischen Gebrauch der Nazikeule (die erst überhaupt echte Nazis mit anderen kritischen Gruppen vereint – jene … oft V-Mann gesteuerten … Typen, die als Trittbrettfahrer überall auftauchen, wo politische Macht lockt) ist woanders zu suchen: man fürchtet die Konkurrenz. Es droht Gefahr für die Etablierten: eine neue Geburt echter Linker, die Gesellschaft neu erfinden wollen (siehe le Bohemien):

„Basierend auf dem Konzept des Linkspopulismus des argentinischen Theoretikers Ernesto Laclaus und der Erfahrung der (bis vor kurzem) erfolgreichen linken Bewegungen Südamerikas des letzten Jahrzehnts, versucht Podemos “jenseits von Links-Rechts” eine neue politische Identität zu schaffen: die des “Volkes”, das sich als Gegenpol zur politischen und wirtschaftlichen Elite versteht. Grundsätzliche Kapitalismuskritik tritt dann in den Hintergrund, zugunsten einer oft moralisierenden Anklage der korrumpierten Politik und dem obszönen Egoismus der Reichen.“

„Alle, die von dem Egoismus und der Korruption der alten politischen Klasse genug hatten, sollten sich in ihr wiederfinden. Beispielhaft für diese Strategie ist der Begriff “la casta” (die Kaste), der genau diese Verfilzung von politischen und wirtschaftlichen Eliten beschreibt. Podemos hat diesen Begriff erfunden, der heute aus dem spanischen Diskurs nicht mehr wegzudenken ist.“

Nur – Podemos hat „la casta“ nicht erfunden, es gab schon jemanden in Deutschland, der „das System“ beschrieben hat: Hans Herbert von Arnim, Verfassungsrechtler. 60 Prozent der Deutschen glauben nicht mehr an die Existenz von Demokratie im eigenen Land, 14 Jahre nach der Beschreibung des Systems (oder: la casta) ist die Kunde von seiner Existenz Allgemenwissen geworden. Übel für das System, das jetzt vor allem eins muss: jede Bewegung mit der „Nazikeule“ niederknüppeln, die Bürger außerhalb der „legitimen Meinung“ zusammenführt, die es überhaupt schafft, Menschen wieder auf die Straße zu bringen.

Die sind gar nicht so doof, die Edelfedern. Im Gegenteil: sie tun ihren Job im Dienste des Systems um ihren Platz im Cafe Einstein nicht zu gefährden: immerhin kostet dort das Sylvestermenü 79 Euro, „korrespondierende Weine“ dazu 29 Euro (siehe Cafe Einstein). Davon muss der Mann im Unterhemd einen Monat lang sein Essen und sein Bier bezahlen – kein Wunder, dass es für Strom nicht mehr reicht. Zeit, ihm schnell hasserfüllt die Nazikeule überzubraten (was man gemeinhin eine Diffamierung nennt – also eine böswillige Unterstellung), bevor er merkt, wer die Preise im Cafe wirklich bezahlt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Pariser Anschläge: Gewinner und Verlierer im Kampf der Kulturen

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Donnerstag, 19.11.2015. Eifel. So, da werde ich also ins Gefängnis gehen müssen. Anklage: Hochverrat. Puh – das wird dauern, bis man da wieder herauskommt. Von wem ich das weiß? Nun – von Gearoid O Colmain – einem politischen Autor in Paris. Sein Interview im russischen Fernsehen ist ja in aller Munde, auch seine Vermutung, dass bald gegen alle Kritiker („Verschwörungstheoretiker“) hart durchgegriffen werden wird, weil man sie mit den islamistischen Faschisten in einen Topf werfen wird. Schreckliche Dinge erzählt uns Gearoid da: berichtet von einer weltweiten globalen Operation, die Europa destabilisieren soll (auch durch Migrationswellen, die den Arbeitsmarkt destabilisieren und das Land spalten), von drohendem intellektuellem Terror, von niederschwelligem Bürgerkrieg.

Ich habe nun in den letzten Tagen einige Anfragen bekommen, die ich unmöglich alle einzeln beantworten kann, Fragen nach Folgen für unsere demokratische Zivilgesellschaft, Fragen nach den Gewinnern der Anschläge und Fragen nach dem Krieg. Ach ja – da begegnen wir ihm gleich, dem intellektuellen Terror, er kam sofort aus der Zeit (siehe Zeit):

Dritter Weltkrieg, totaler Krieg: Nach den Attentaten von Paris hat sich die Rhetorik verschärft. Sogar der Papst macht mit. Das vergiftet Europas Gesellschaften.

Ja, ungeheuerlich, oder? Man lernt viel in diesem Aufsatz: das Krieg nicht nur Blut und Tod bedeutet, sondern auch eine „diskursive Dimension“ hat, dass seine Semantik eine „globale normative Lesart“ hat: solche Wortmonster wirken wie intellektuelle Schlaftabletten fürs Großbürgertum: schlimm ist nicht der Krieg, sondern das Gerede über ihn. Die Toten in Afghanistan, Libyen, Syrien und dem Irak würden das etwas anders sehen – gern würden sie noch ein wenig die diskursive Dimension der Semantik genießen, doch leider sind sie einfach nur von Bomben zerfetzt worden. Ich fand allerdings einen interessanten Satz in dem Test, der mich an Gearoid O Colmain erinnerte:

„Sämtliche Kritiker werden pauschal als „Terroristen“ denunziert und rigoros gejagt. Die staatsnahen Medien verbreiten das Kriegsgetrommel durch markante Schlagzeilen, wuterfüllte Ansprachen der politischen Elite und großformatige Bilder eines Präsidenten, der zu allem entschlossen scheint.“

Das kommt uns bekannt vor, oder? Mir kam da auch gleich der zu allem entschlossene Gauck in den Sinn, wie er groß (und immer wieder) vom Krieg redet. Ich denke nur an Jutta Dithfurth und ihr Aluhutorchester, die pauschal die gesamte neue Friedensbewegung als Nazis diffamierte. Diffamierung? Die gezielte, böswillige Verleugnung anderer. Der Grund? Bei manchen Demos wurden rechtsextreme Menschen gesichtet, weshalb natürlich alle Friedensdemos Naziveranstaltungen waren. Kaum einer denkt in dem Klima der allgemeinen Hysterie noch daran, dass ein friedliebender Nazi (schon ein Widerspruch in sich, der Begriff: aber was soll´s) einem angenehmer sein kann als ein grüner Bomben- und Brandflaschenwerfer. Nur bezog sich dieses Zitat gar nicht auf Deutschland, sondern auf … Ägypten, wo ein Präsident mit dieser „Technik“ die gesamte Opposition ausschaltet. Sollen wir uns jetzt mal Gedanken machen, wie weit dieser Satz wirklich in Deutschland Realität ist? Haben Sie eigentlich registriert, dass gestern beim SWR eine kleine Sensation verkündet wurde (siehe SWR):

„Das Verwaltungsgericht gibt den Klägern recht – das Vorgehen der Polizei gegen Stuttgart-21-Gegner im Herbst 2010 war nicht rechtmäßig.“

Für den Kläger – das fast erblindete Opfer – gibt es jetzt eine Entschuldigung und etwas Bargeld. Wer aber forscht nach, warum Regierung und Polizei auf die wahnsinnige Idee kommen, in der gefestigten Demokratie des 21. Jahrhundert rechtswidrig hundert Leute zu verletzen? Was das für den Zustand unserer Demokratie aussagt, über das Selbstverständnis unseres degenerierten Verwaltungspersonals, mag jeder selbst entscheiden.

In diese Kategorie fällt auch die jüngste Aussage unseres Innenministers, der ein heiß begehrtes Fußballspiel (des Deutschen heiligste Kuh) absagte, aber darüber keine Details veröffentlichen wollte, weil das die Bevölkerung noch mehr verunsichern würde – sogar die Tagesschau empörte sich darüber (siehe Tagesschau):

„Aber ich finde es schwierig, unserer Regierung und unseren Geheimdiensten jetzt vorbehaltlos jenen Vertrauensvorschuss zu geben, um den Innenminister Thomas de Maizière bittet. Dazu ist für mich einfach zu viel passiert. Das Versagen der Dienste bei der Mordserie des NSU, die NSA/BND-Abhöraffäre – zwischen ungeheurer Inkompetenz und bedenklichen Kompetenzüberschreitungen ist bei mir viel Vertrauen verloren gegangen.“

Das interessiert den Innenminister aber nicht: der Deutsche hat ab sofort zu gehorchen und den Anweisungen der Geheimdienste kritiklos zu folgen: selbst wenn dafür das Fußballspiel gegen Holland ausfällt und alle umsonst nach Hannover gefahren sind. Und der Spiegel – schon lange zur Hauspostille der Konterrevolution degeneriert – setzt sogar noch einen drauf: hier der Leiter des Ressorts Meinung und Debatte, der öffentlich die Diktatur in Deutschland fordert (siehe Spiegel):

„De Maizière hat um einen Vertrauensvorschuss gebeten, und wahrscheinlich bleibt uns nichts übrig, als ihm und den Sicherheitsbehörden den auch zu gewähren. Etwas anderes können wir nicht tun, wollen wir uns nicht verrückt machen lassen vom Terror. Wir müssen darauf vertrauen, dass Behörden und Politiker im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten richtig entscheiden, also eine ständige und gute Abwägung treffen zwischen Sicherheit und Freiheit. Über die Gesetze, die Grundlagen dieser Entscheidungen, sollten wir sinnvollerweise alles wissen – und uns über ihre Sinnhaftigkeit streiten.

Aber die Details des nächsten kranken Terrorplots können wir denen überlassen, die sich beruflich damit beschäftigen, ihn zu verhindern. Vielleicht ist es besser, nicht alles zu wissen, was geschehen könnte, was geplant sein könnte, was droht – weil sonst der Alltag unmöglich würde.“

Gewäsch wie im Dritten Reich: vertrauen wir dem Führer, dann wird alles gut. Das Jungvolk beim Spiegel scheint völlig vergessen zu haben, was Demokratie heißt: WIR sind der Souverän und sind beständig über alles zu unterrichten … über jeden einzelnen Euro, den die Schlipskaste im Parlament verschleudert – und erst recht über ihre Kriegspläne.

Wir haben bis heute nicht verstanden, was der Nationalsozialismus eigentlich war, vor allem: warum er so erfolgreich war und solche Begeisterung hervorrief. Aus Gründen des Nationalstolzes wird dieses Thema weiterhin als Tabu behandelt, als Unglücksfall und Naturkatastrophe, für die wirklich niemand was konnte – weshalb wir völlig hilflos sind, wenn er in neuer Gestalt wieder auftaucht: diesmal als islamisch verkleidete Söldnerbande. Einer unserer Kommentatoren oder Kommentatorinnen hat zum letzten Artikel etwas ganz Entscheidendes beigetragen, eine Perspektive, die wir so nicht kennen – mit der Hitler aber mächtig geworden ist (siehe Nachrichtenspiegel, Kommentar „flurdab“):

„Ich warte eigentlich auf die lobenden Worte von Clement und Müntefering für die deutschen IS- Konvertiten, die aus prekären Verhältnissen heraus alles unternehmen, um ihre Hilfsbedürftigkeit zu beenden. Das ist doch der Grundgedanke der Hartz- Gesetze.
Raus aus der Verachtung und der „Hängematte“, rein in den prestigeträchtigen Vollzeitjob.
Der Arbeitgeber investiert in die Ausbildung der Arbeitnehmer und lässt ihnen Wertschätzung zu teil werden. Familiengründung ist gewünscht und wird unterstützt, das Vereinswesen ist geregelt, selbst im Todesfall des Arbeitnehmers wird die Familie weiter versorgt. Die Corporate Identity ist schlüssig und der Lohn nicht von dieser Welt und der Vertrag ist nicht befristet, also fast nicht.
Zeige mir bitte jemand eine Firma, die einem Hauptschüler ein vergleichbares Angebot macht.“

Eine coole Firma, diese „IS“. So wurde die SA groß: eine Uniform, einen Schlafplatz, Gemeinschaftsgefühl und ein Teller Suppe für jene, die niemand mehr brauchte. Feindbild gesetzt (der Linke, später der Jude, danach alle, die irgendwie anders waren): und schon lief die Sache. Nüchterne Kritiker der NS-Zeit sagen: darum hat man der NSDAP Geld gegeben – sie war der Garant für Krieg in Europa, an dem viele verdienen konnten. Da sind wir auch schon bei der Frage: wem nützt dieser Krieg in Europa. Aber halt: ist es überhaupt Krieg?

Auch bei Anne Will war man einhellig der Meinung, dass man doch mit diesem Gerede von Krieg aufhören sollte (siehe yahoo): Kopf in den Sand und weiter Spaß-TV gucken hat bislang noch alle Probleme gelöst. Warum wahrnehmen, dass Frankreich gerade den „niederschwelligen Bürgerkrieg“ ausruft … wie man ganz nebenbei erfährt (siehe Spiegel):

„Nach den Terroranschlägen von Paris verschärft Frankreich seine Sicherheitsgesetze. Die Nationalversammlung berät heute unter anderem darüber, den Ausnahmezustand in Frankreich über den 26. November hinaus auf drei Monate zu verlängern.
Die Verlängerung würde eine Reihe von Sonderregeln erlauben, unter anderem können Gruppen, die als „schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ eingestuft werden,
sofort aufgelöst werden.“

Kriegsrecht … ist Krieg. Und Diktatur.

Krieg der Besitzenden (sprich: das rekordhaft selbstbereichernden Finanzkapitalismus) gegen das eigene Volk. Ausnahmezustand heißt: dort herrscht Kriegsrecht wie in einer Diktatur. Wie erfolgreich doch diese kleine Söldnerbande war: mit nur 8 Kämpfern erlegen sie 130 „Feinde“ und stehlen 66 Millionen Franzosen die Bürgerrechte – vielleicht für immer. Und die haben eine enorme Menge an Sympathisanten: die „Welt“ veröffentlicht gerade eine Analyse der positiven Twitternachrichten zu den Anschlägen (siehe Welt), die beängstigend ist: in der arabischsprachigen Welt genießen diese faschistische Söldnerbanden viel Sympathie. Das mussten jetzt auch Fußballfans merken, die eine Schweigeminute im Spiel Griechenland-Türkei abhalten wollten: sie wurden konfrontiert mit der Begeisterung türkischer Fans für die Mordbrenner (siehe Focus). Nun – wir Deutschen kennen das: die Waffen-SS genießt bei uns auch immer noch höchstes Ansehen – als unerschrockene, selbstlose Kämpfer, die zu allem entschlossen sind.

Man sieht: das Problem wird sich selbst dann nicht lösen, wenn man den IS militärisch zerschlägt: seine Sympathisanten sind schon längst über den ganzen Globus verteilt: wieder einmal schafft es eine Bewegung, alle Psychopathen der Welt zu vereinen: mit dem Versprechen, dass sie unter ihrem Banner all´ ihre perversen Gelüste hemmungslos ausleben können: vor allem Frauen und „Anderen“ gegenüber. Das – ist eine im Kern zutiefst faschistische Bewegung. Allerdings können wir darüber aktuell kaum reden, alldieweil ja die Kritiker dieser Bewegung bei uns „Faschisten“ genannt werden: der intellektuelle Terror ist bei uns schon lange angekommen.

Es sind eigentlich nur rein intellektuelle Fragen, ob es der Islam an sich ist, der den Krieg fördert (so sieht es aktuell eine Islamwissenschaftlerin, siehe Deutschlandfunk) – ebenso könnte man (wie es weite Kreise innerhalb der USA auch tun, weil sie den bösen Deutschen für ihre Legendenbildung des „Wir sind die Guten“ dringend brauchen) alle Deutschen pauschal als Nazis ansehen, weil hier der Faschismus Staatsmacht erlangen konnte. Es ist schick, „Monotheismus“ als Grundlage allen Übels ausfindig zu machen (wie der syrische Dichter Adonis, den die „Zeit“ aktuell ausgegraben hat, siehe Zeit), wobei ganz übersehen wird, dass diese Religionen schon lange Ziel des „intellektuellen Terrors“ geworden sind:

„Man versuche einmal, in einem der kommerziellen Fernsehkanäle der USA oder in den zumeist zynisch säkularistischen Filmen Hollywoods eine Darstellung eines religiösen Themas zu finden, die frei wäre von Herablassung oder Hohn, ein Portrait frommer Menschen, das religiöse Inbrunst ohne Fanatismus zeigen würde, oder eine Studie über transzendentalen Glauben, die ohne milden Spott auskommen würde. Das Kabelfernsehen bietet den christlichen Missionspredigern zwar ein Forum, doch die Popkultur von McWorld macht sich über diese Form der christlichen Mission zumindest  unterschwellig ebenso lustig wie etwa über die religiösen Überzeugungen von Präsident Bush“ (aus: Imperium der Angst, Benjamin R. Barber, dtv, Oktober 2007, Seite 211).

Hier läuft schon lange ein Kreuzzug, der eines der elementarsten Grundrechte der Menschen offen angreift: die Religionsfreiheit. Und wie sähe die Lösung dieses „Notstandes monotheistische Religion“ aus? Letztlich gibt es nur einen Weg, solche Ideen zu eleminieren, der Faschismus in Deutschland hat ihn vorgelebt: da man die Ideen nicht aus den Köpfen bekommt, müssen die Köpfe entfernt werden.

Wir kehren nach wie vor zu wenig vor der eigenen Haustür, sind eine unreligiöse und damit (ganz wie „der Führer“ es wollte) gewissenlose Kultur geworden – und gleichen damit einem Benzinfass, in das man nur ein Streichholz werfen muss, um es zur Explosion zu bringen. Genau diese „Popkultur von McWorld“ (die nur Reiche genießen können) war der gemeinsame Nenner der Anschläge vom 13.11.2015 – und die Regierungen der Länder bemühen sich nun, dem Anschlang zum Erfolg zu verhelfen: deutsche Soldaten sollen in Syrien „den Feind“ bekämpfen (siehe Spiegel), der Einsatz der Bundeswehr im Inneren wird gefordert (siehe Neues Deutschland), während Frankreich in Syrien Zivilisten zusammenbombt, weil da vielleicht mal IS-Kämpfer waren (siehe Tagesschau): also die gleichen Methoden anwendet wie die „Feinde“, sich aber einfach mal a priori als „besser“ dünkt: der Rassismus des weißen Mannes wurde nicht von Gruppen wie Pegida in die Welt gesetzt, er ist hier schon seit Jahrhunderten fest verankert.

„Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ leben wir hier immer noch gerne aus – erst letztens waren Arbeitslose das Ziel das deutschen Alltagsfaschismus. Wer sich noch daran erinnert, wie begeistert alle waren, als die ersten Ostdeutschen in den Westen strömten, wird aktuell innehalten: aus den „Brüdern und Schwestern aus dem Osten“ ist inzwischen längst der dumme, faule, rechtsradikale Ossi geworden – ein Schicksal, dass den Flüchtlingen in Deutschland auch bevorsteht, wenn die Spaßgesellschaft merkt, dass ihre Arbeitskraft nicht profitabel in kapitalistischen Kreisläufen  genutzt werden kann. Dann werden auch sie merken, das wir immer noch geübt sind in Orgien „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ und gierig darauf sind, wieder Menschen brennen zu sehen – man schaue sich nur den Hass an, der sich momentan gegen „Pegida“ richtet (und wohinter sich eine enorme Portion Rassismus gegen den „Ossi“ versteckt): der Ruf, sie nach Ausschwitz zu schicken, wurde schon vernommen. War allerdings ein „guter“ Mensch, weshalb das kaum groß thematisiert wurde. Außerdem hatte er ja nur Spaß gemacht. Haha. Selten so gelacht.

Wem nützt der Krieg? Ganz einfach: allen, die daran verdienen. USA, Russland und Deutschland machen Bombengeschäfte mit Waffenverkäufen. China auch. Wem nützt der Krieg in Europa? Allen, die durch Europa wirtschaftliche Konkurrenz haben – was nicht automatisch heißt, dass jeder von denen gleich Söldnerhaufen losschickt, um Konflikte anzuheizen – aber der Enthusiasmus, die Kriege zu befrieden wird durch den ausbleibenden Gewinn sich nicht voll entfalten.

Wie könnte man ihn aufhalten, die IS stoppen … und ihre hundert Nachfolgeorganisationen, die noch kommen werden, um – unter anderem – ihre Religion vor der völligen Vernichtung zu schützen?

Ganz einfach: baut Siedlungen für die Bevölkerung in Afrika – im Norden wie im Süden – baut Autobahnen zwischen ihnen, gebt den Leuten ihren Volkswagen und ihren Volksempfänger … und es wird Frieden herrschen im Land – Hitler hat das vorgemacht, allerdings mit anderer, übler Absicht. Wohlstand – bringt Frieden mit sich, weil er die Lust auf Krieg im Keim erstickt. Wer nichts zu verlieren hat, kann nur alles gewinnen, wer viel zu verlieren hat, zögert schneller, wenn nach Freiwilligen für den Bombengürtel gesucht wird. Auch die Flüchtlingskrise wäre sofort gelöst. Geld genug – ist dafür da. Es wird durch die Maschinerie des Finanzkapitalismus täglich aus den Völkern gesogen und auf Steueroasen in Sicherheit gebracht, damit kein Frieden herrschen möge.

Völlig verrohten Gesellschaften jedoch kommt diese Lösung nicht in den Sinn, sie schreien nach Bomben und Tod, nach Vergeltung und Rache, nach Strafe und Sanktionen und sind somit ein Spiegelbild des „nihilistischen Todeskultes“, den die oben zitierte Wissenschaftlerin im Islam verortet (siehe Deutschlandfunk).

40 Staaten finanzieren den „islamischen Terror“ – sagt Putin nach Analyse russischer Geheimdienstdaten (siehe rt-deutsch). Er sagt dabei nichts Neues. Ebensowenig dürfte es neu sein, dass der Kampf gegen die Unterstützer der internationalen Söldnergruppe (bekannt als: „Terrororganisation“) so gut wie gar nicht voran kommt, wir den Krieg gegen den Terror aber rein finanziell verlieren werden: er wird für uns unbezahlbar. 10 000 Dollar kostet ein erfolgreicher Anschlag im Durchschnitt (siehe Zeit) – die Flugstunde eines Natojets kostet bis zu 74 000 Euro (siehe N-TV): das Spiel wird enden wie das Totrüsten der USA gegen die Sowjetunion.

Kurz gefasst: ja, wir haben Krieg. Unterstützer aus 40 Staaten kaufen Söldner ein (sehr zur Freude von Toyota, die ihren Absatz dort enorm steigern konnten, siehe Jahresbericht bei Toyota-Global, – auch wenn die Firma strikt dementiert, der IS Toyotas zu verkaufen, siehe Spiegel), die einen krisenfesten Vollzeitjob mit Firmenwagen und einem interessanten Sozialpaket für die ganze Familie erhalten. Diese Söldner zerstören nachhaltig und unaufhaltsam die Strukturen der Zivilgesellschaft, die dann nicht mehr in der Lage ist, dass Kartell der internationalen Finanzgangster zu bekämpfen.

Ja, wir müssen jederzeit mit irrationalen Anschlägen auf alle Einrichtungen der demokratischen Zivilgesellschaft rechnen – allerdings nicht auf Kasernen, Konzernzentralen und Regierungsbehörden. Warum nicht, gibt mir auch zu denken – aber die primären Terrorziele einer echten terroristische Bewegung bleiben halt unangetastet. Ja, wir müssen mit verstärktem Terror rechnen – vor allem intellektuellem, nicht-islamischem Terror, wie ihn Matthias Matussek erfahren hat. Eine Facebook-Äußerung hat ihm seinen Job gekostet. Er schrieb (siehe Meedia):

„Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen..“

Dabei brauchen die Söldner gar keine Flüchtlinge. Ihre Unterstützer wohnen schon längst in Europa. Ihre Schulen lehren ganz offen „Judenhass und Handabhacken“ (siehe Spiegel), ihre Regierungen sind hochwohlgelobte Kunden unserer Waffenindustrie (siehe Waffenexporte.org).

Soviel zu den Gewinnern im Krieg.

Die Verlierer im Kampf der Kulturen?

Sie.

Ihnen schicken internationale Finanziers Söldner ins Haus, weshalb die Regierung Ihre Freiheiten einschränkt, ihren finanziellen Spielraum (und somit den Umfang ihrer Lebensäußerungsmöglichkeiten) beständig weiter durch Steuern und Versicherungen (zum Wohle der „Anleger“) verkürzt und ihre Kinder im Ausland als Kanonenfutter verheizen möchte. Dann erzählt man Ihnen noch, dass die Religion im Allgemeinen und der Islam im Besonderen Schuld daran sind und schon haben Sie nichts dagegen, wenn dort Bomben auf Zivilisten fallen, weil die ja unbelehrbar böse sind – es sei denn, sie suchen hier Asyl. Wer sein Unbehagen darüber ausdrückt: ja, der ist aber auch gleich ein „Nazi“, hier feiert die Blödheit der Generation Doof endlose Triumphe. Doch wer auf die Lösungen der Konflikte verweist, der ist  noch schlimmer als ein „Nazi“: der ist ein Kommunist – und die gehen ja wirklich gar nicht, da ist sich ganz Deutschland einig. Deshalb gibt es (vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 1995 als Verstoß gegen die Menschenrechtskonvention verteilte) Berufsverbote für Kommunisten – aber nicht für die vom Verfassungsschutz finanzierte NPD. Sie finden aber keine Linken mehr, die sich darüber aufregen.

Zum Abschluss der vielen Worte noch ein Aufruf … zu einer Schweigeminute für ein elfjähriges Mädchen, dass sich aktuell auf einem Markt in Nigeria in die Luft gesprengt hat (siehe Focus). Da wirken Kräfte, die man mit Flugzeugbomben nicht befrieden kann. Aber mit Wohlstand für alle – den wir ganz schnell und einfach in die Welt fließen lassen könnten. Reich genug dafür sind wir.

PS: zu den „internationalen Finanzgangstern“ sei nur kurz eins gesagt, bevor wieder Diffamierungen von beiden Seiten kommen: es sind kaum Juden unter ihnen. Es ist – wie der IS-Terror oder der Nationalsozialismus – eine globale Bewegung, eine, die nur dem Mammon dient – und ganz gruselige Ziele hat, über die wir noch gesondert reden werden. Da steht uns die Widergeburt des NS-Herrenmenschen bevor … eines Herrenmenschen mit Superkräften. Aber dazu … später mal mehr in diesem Theater.

 

 

 

 

 

 

Deutschland wird Polizeistaat – politischer Mord wird legal.

Digital StillCamera

Montag, 12.1.2015. Eifel. Was einen als Blogger überrascht: im Laufe der Zeit wird man ernst genommen – auch von Menschen, die normalerweise nicht im „Internet“ schreiben, weil dieses „Neuland“ „gefährlich“ ist – wie Regierung und ihre Befehlsempfänger immer mal wieder kundtun. Dann erhält man Angebote, die überraschen: zum Beispiel Einladungen zu Pressekonferenzen von Bundestagsabgeordneten oder Privatnummern von V-Leuten. Dieses Jahr habe ich Warnungen bekommen – Warnungen über große Verwerfungen und Verwüstungen. Das Jahr ist noch keine zwei Wochen alt – und schon knallt es gewaltig.

Damit meine ich nicht das Attentat in Paris. Das war schlimm genug. Und – im Ernst: es war ja auch hauptsächlich die mediale Aufbereitung, die es so groß gemacht hat. Hätte es nur eine kleine Randnotiz gegeben nach dem Motto „Unbekannte haben die Redaktion einer kleineren französischen Zeitung überfallen und dabei einige Angestellte erschossen) – wer hätte am nächsten Tag überhaut noch darüber nachgedacht? Geschieht ja täglich, so was.

Ja – nicht das Attentat ist zentral wichtig – sondern wie wir drauf reagieren. Das war am 11.9.2001 eigentlich auch die wichtige Frage … und wir – als „der Westen“ – haben nicht gerade christlich auf die Anschläge reagiert sondern eher … anders. Nicht: „halte die andere Wange hin“ galt, sondern ein anderes Gesetz: „für einen von uns tausend von ihnen“. Na – vielleicht nicht ganz tausend, 500 000 offizielle Iraktote (andere sprechen von einer Million) hatten wir allein dort … und seit nunmehr 14 Jahren wird weitweit ohne jede Gerichtsverhandlung hingerichtet, dass die Wände wackeln. Auch ganz viele Unschuldige fallen dem Mordwahn zum Opfer, doch das Töten von Unschuldigen ist inzwischen gesellschaftsfähig geworden, allein 1,7 Millionen bis 2012 (siehe IPPNW).

Heute ist die Polizei der USA nahezu vollständig miliarisiert, die Gebrauchtwaffen im „Krieg gegen den Terror“ werden zur Ausrüstung lokaler Polizeieinheiten weitergereicht, als sei jetzt der Bürger selbst der Feind. Immer häufiger werden unschuldige US-Bürger Opfer von Sondereinsatzkommandos, der Bürger ist Feind geworden, der „Krieg gegen den Terror“ zum Wahn entartet. Eine Demokratie wird zur Kultur der Angst.

Wir hatten lange Zeit, darüber nachzudenken. Es starben mehr US-Soldaten in Afghanistan, als beim 11.9.2001 zu Tode kamen – war es das wert? Es werden auch noch viel mehr sterben.

Nun gab es Anschläge in Frankreich. 12 Tote. In den ersten zehn Jahren im „Krieg gegen den Terror“ starben TÄGLICH 465 Menschen – die meisten davon waren unschuldig, hatten niemals irgendjemand irgendetwas getan, zehn Jahre lang jede Woche soviel Tote wie beim Anschlag auf das WTC – wo blieben da die Schlagzeilen, die Sondersendungen, die Trauermärsche?

Halten die Medien den Scheinwerfer nicht drauf, geben einem Ereignis Gewicht und Bedeutung – kräht kein Hahn danach.

Darf man fragen, warum also diese 12 Toten soviel Gewicht bekamen, soviel Bedeutung?

Nun – mit ihnen läßt sich das Gesicht der Welt verändern, in ihrem Namen eine neue Welt schaffen – auch ein neues Deutschland. Nur kurz darauf konnte man in den deutschen Medien die ersten üblen Verwerfungen beobachten: „ein Volk steht auf“ – jedenfalls sollte es aufstehen (siehe FAZ, bei der wohl nach der Entlassung von 200 Mitarbeitern nur noch bangende Praktikanten schreiben):

„Nach den Anschlägen in Frankreich hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Deutschen zu Aufmerksamkeit im Alltag aufgerufen. Es gebe in Deutschland derzeit „so viele Gefährder wie nie zuvor“, sagte de Maizière der „Bild am Sonntag“ und nannte eine Zahl von rund 260 Personen. Erst am Samstag wurde ein Verdächtiger in Dinslaken festgenommen.“

Terrorzellen sogar in Dinslaken – das ist schlimm.

80 Millionen Deutsche – aufgerufen zum Ermittlungsdienst, der in Deutschland Sache des Staates und der Polizei ist. Sicher klingeln jetzt schon die Telefone – und ich habe mich erst vor einiger Zeit darüber aufgeregt, dass das Jugendamt vor Ort zu solchen Diensten aufgerufen hat. 80 Millionen Privatermittler im Kampf gegen den Terror, weil es soviel „Gefährder“ gibt wie nie zuvor.

Wer hatte kürzlich jahrelang Morde in der Republik ausgeführt? Rechtsradikale von der Nationalsozialistischen Untergrundorganisation.

Ich war gleich mal beim Verfassungsschutz zu Besuch: die haben ja die „Gefährder“ im Auge, wollte wissen, wie viele Gefährder denn dort ausgemacht sind, um einen Vergleich zu haben mit den 260 Menschen, vor denen der Innenminister gerade warnt (siehe Verfassungschutz):

Bei einem gleichzeitig leicht sinkenden Gesamtpersonenpotenzial (21.700) machen gewaltbereite Rechtsextremisten mit 9.600 Personen fast die Hälfte (rund 45%) des rechtsextremistischen Personenpotenzials aus.

Auf JEDEN Gefährder aus dem Reich der Kopftuchfans kommen SIEBENUNDREISSIG gewaltbereite Rechtsextremisten. Wo bleibt da der Aufruf zur Wachsamkeit? Ich meine – die kann man doch auch leicht an Äußerlichkeiten erkennen. Die töten auch, haben auch mit Schusswaffen getötet … allerdings nur neun anstatt zwölf.

Neun erschießen – na ja; zwölf erschießen: ÖFFENTLICHE STAATSTRAUER.

Wussten Sie schon, dass die Zahl der Juden, die wegen eines rasanten Anstiegs antisemitischer Überfälle (91%) Frankreich verlassen haben, im letzten Jahr einen neuen Rekord erreicht haben, unter anderem weil 14 % der Franzosen der Meinung sind, Juden seien keine echten Franzosen (siehe Spiegel)? Anteil der Muslime in Frankreich? 8,2 % laut Taschenatlas der europäischen Union (siehe Wikipedia).

Bleiben wir in Deutschland, wo wegen 260 „Gefährder“ (nach welchen Kriterien werden die eigentlich ausgewählt?) eine neue Kultur eingeführt werden soll: eine Kultur der gegenseitigen Belauerung und Beobachtung, in der jeder den anderen streng observiert, ob er nicht auch ein „Gefährder“ ist. Immerhin: wer weiß schon, von wem nicht noch alles Gefahr ausgehen kann! Hat jemand einen Koran zu Hause (wie ich), ist er doch schon verdächtig! Ist jemand arbeitslos, betreibt Nonkonformismus oder hört ungewöhnliche Musik – ja, da kann doch schon der nächste Attentäter auf uns lauern.

Denken Sie nur an den Amoklauf in Erfurt: 16 Tote, alle erschossen – von einem SCHÜLER. Schüler – sind wie Arbeitslose auch immer verdächtig, die  haben viel zu viel Zeit – und lernen auch noch beständig dazu. Wer weiß, zu welchen Schlussfolgerungen die noch kommen.

Nun – so eine Forderung kann einem Innenminister mal im Laufe des Gefechts herausrutschen, sollte man meinen. Ich meine: der verdient genug, damit man von ihm hinreichend Professionalität erwarten kann, die der Würde des Amtes gerecht wird – aber was weiß ich schon.

Man hätte dies als Ausrutscher übergehen können … wenn nicht ein zweiter in die Bresche gesprungen wäre und laut ein anderes Deutschland fordert – ein Deutschland, auf das (welch´ Zufall) gerade eine Generation von Juristen zukommt, die Todesstrafe und Folter für ganz ok halten (siehe Zeit). Wer bildet die eigentlich aus? Wie werden die unterrichtet – und in welchen obskuren Netzwerken stecken ihre Professoren? Oder soll ich glauben, dass diese Leute nur zufällig gerade „auf Kurs“ sind?

Auf jeden Fall kommen sie zur rechten Zeit an den rechten Ort, denn Wolfgang Schäuble hat seine Vision von einem neuen Deutschland verkündet – ohne dass dagegen jemand auf die Straße geht (siehe Welt):

Der CDU-Politiker schlug die Einführung eines Straftatbestandes der Verschwörung und ein Handy-Verbot für islamistische Gefährder vor und erwägt auch eine vorbeugende Internierung Verdächtiger. Ja sogar die gezielte Tötung von Gewalttätern bezieht er in seine Überlegungen mit ein.

Wo bleibt der Aufruhr in Deutschland? Nein – ich frage gar nicht danach, wie man den Straftatbestand der Verschwörung denn angesichts des Tabus, Theorien über Verschwörungen zu bilden, überhaupt erkennen will, nach solchen Spitzfindigkeiten steht mir heute nicht der Sinn. Ich möchte die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende zitieren, die im gleichen Artikel zu Wort kommt:

Die stellvertretende FDP-Fraktionschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger warf Schäuble dagegen vor, den politischen Mord legalisieren zu wollen. „Der Rechtsstaat soll nach dem Willen Schäubles blind sein, wenn zum Beispiel Angehörige von Geheimdiensten sich über alle Gesetze hinwegsetzen und…illegal Menschen verschleppen, einsperren und foltern“, kritisierte sie.

„Wolfgang Schäuble will politischen Mord legalisieren“ … was wäre das für eine Schlagzeile.

Was aber gewollt ist: die Umwandlung Deutschlands in einen Polizeistaat. „Vorbeugende Internierung Verdächtiger“ … jetzt noch mit Blick auf den Islam gefordert … ist nichts weiter als die Verhaftung Unschuldiger.

Kann nicht sein, meinen Sie? Das kann doch nicht unser Wolfgang Schäuble sein?

Ich traue der „Welt“ da schon zu, dass sie ordentlich zitiert hat – ebenso glaube ich, dass die Dame von der FDP weiß, wovon sie da spricht.

Es ist der Ruf nach dem Polizeistaat – und er passt haargenau zu der Forderung de Maizieres nach dem totalen Überwachungsstaat, der anstatt des „Bürgerjournalisten“ nun den „Bürgerspion“ bekommen soll.

Es wird kein harmloser Polizeistaat werden, er wird „Menschen illegal verschleppen, einsperren und foltern“ – das Personal dafür wird gerade an den Universitäten herangezüchtet. Zufällig, natürlich, aber enorm passend.

Warum der das tun sollte, der liebe Wolfgang, der ein so schweres Schicksal aufgebürdet bekam?

Aus ganz nüchternen Gründen. Die westliche Wirtschaftsordnung braucht den Polizeistaat, weil sie vor dem Ende steht – und ich denke, dass ist der wahre Grund, warum „Pegida“ in Deutschland eine so vehemente Ablehnung durch das „Establishment“ erfährt: man erinnert sich an 1929.

Die „Wirtschaftswoche“ – sicher kein unseriöses Terrormagazin – ließ die Tage den Soziologen Wolfgang Streek zu Worte kommen … mit denkwürdigen Erkenntnissen (siehe Wiwo):

Bei den politischen Entscheidungsträgern herrschte immer wieder Alarmzustand. Als in den Siebzigerjahren die Konjunktur einbrach und die Arbeitslosigkeit stieg, hatten und die anderen damaligen Regierungschefs ständig das Schreckensbild der großen Krise von 1929 vor Augen. Und sie wussten, dass die Heilung dieser großen Krise des Kapitalismus nicht durch Politik stattgefunden hatte. Auch nicht durch Roosevelts New Deal, sondern durch den Zweiten Weltkrieg. Auch heute ist man sich in den Zentralen des Kapitalismus der Dramatik der Lage sehr bewusst. Larry Summers, der unter Clinton die Finanzmärkte deregulierte, spricht von „säkularer Stagnation“. Und der Ökonomie-Nobelpreisträger Paul Krugman fordert, man solle lieber Crashs riskieren und gefährliche Kredite vergeben, als gar keine. Da herrscht doch die schiere Panik.

Da brauchen wir keine Verschwörungstheorien – dieses Zitat erklärt uns die ganze Politik der letzten Jahre, die ganzen merkwürdigen, unerklärlichen, undemokratischen Verwerfungen westlicher Politik. Es herrscht schiere Panik vor dem großen Wirtschaftskollaps – und diese Panik fordert einen neuen Krieg. Russland, China, Islam, Iran – egal, Hauptsache, es kracht so richtig.

Und wenn es so richtig kracht, dann brauchen wir zur Kontrolle des Mobs einen starken Polizeistaat, der auch schon mal verschleppt, einsperrt, foltert und politische Morde begeht.

Wenn sogar die FDP die Gefahr sieht – wie lange werden die Bürger auf der Straße eigentlich noch brauchen, um zu merken, dass der Islam nicht die größte aller Bedrohungen ist?

Nun – mit diesen Worten wird mir klar, dass ich jetzt wohl selbst auf eine „Liste der Gefährder“ lande. Darf ich daran erinnern, dass die Erstellung solcher Listen immer jeder „Säuberungsaktion“ vorausging – in jeder Diktatur? Das der Aufruf zur „Wachsamkeit“ gleichsam der Aufruf zur Gleichschaltung des deutschen Volkes ist? Das es nur noch ein paar kleiner Schritte bedarf, bis aus 2015 1933 wird … mit der sicher guten Absicht, 1929 zu verhindern – obwohl es mit unserer noch recht jungen (und – was oft vergessen wird – deshalb experimentellen) Wirtschaftsordnung gar nicht verhindert werden kann?

Schon seltsam, dass die islamistischen Attentäter ihre Ziele immer erreichen: die Vernichtung der säkularen Demokratien des Westens. Für Europa haben schon drei Mann gereicht, die mit 80 000 Polizisten gejagt wurden – kein Wunder, dass man vor 260 potentiellen Attentätern jetzt panische Angst verbreiten möchte, die so schön von dem ablenkt, was uns wirklich droht: der totale Kollaps des Wirtschaftssystems, dass die Grenze seines Wachstums erreicht hat und nun einen neuen Krieg braucht, um noch ein wenig länger leben zu können.

Für die USA brauchte man 14 Attentäter- die sind ja auch Supermacht. Wie schwach sind wir eigentlich im Inneren geworden, dass so wenige ausreichen, so viel zu erreichen?

Was ich aber prophezeien möchte: je stärker die staatlichen Repressionen werden – umso mehr Zulauf wird die Religion bekommen, weil sie Trost und Sicherheit über den Tod hinaus verspricht. Da das Christentum nur noch ein Pappkamerad da ist, kann der Islam in ein großes Vakuum vorstoßen.

So wie es läuft, ist er gar nicht mehr aufzuhalten … aber erbt von unseren Ministern dann den Folterstaat, den er zur Durchsetzung der Scharia in Europa ja auch braucht. Er muss noch nicht mal neues Personal einstellen – das wächst bei uns von ganz allein heran.

 

Terror als Meinungsbildung

Was für ein desaströser Jahresbeginn. Der Anschlag in Paris war ein Stich in die lethargische heile Welt des Westens. Wenn der Rest des Jahres so weitergeht, na dann gute Nacht. Ich wollte mich nicht mehr zu islamischen Tugenden, religiös motivierten Schlachtereien oder sonstigen bärtigen Einheitsgewändern äussern, aber diese Tat und der daraus resultierende mediale Einheitsbrei liessen meine Gedanken nur noch um dieses Thema kreisen. Als lasse ich den angesammelten Haufen von Sätzen über die Tastatur flitzen, auch wenn ich mich wieder ins Wespennest begebe.

150109

Mein letzter satirischer Artikel über den Islam ist schon eine Weile her und der daraus resultierende Shitstorm hat mich damals sehr überrascht. Der kam nicht von Muslimen sondern von Menschen, die offensichtlich keine eigene Meinung haben und erst dann das Maul aufmachen, wenn genug andere ins gleiche Horn blasen. Finden kann man solche Meinungszombies bei der PEGIDA-Horde. Dabei hat es dort einige Menschen, die ich in ihrer Meinung unterstützen könnte, aber leider demonstrieren sie nicht aus persönlicher Überzeugung sondern weil es die Masse macht. Das macht es viel einfacher, kollektive Schuldige zu finden. Wenn tausende die gleichen Parolen in den Himmel brüllen , muss ja was Wahres dran sein. Jetzt macht sogar die AfD mit und schliesst sich mit den abendländischen Gewohnheitsnörglern zusammen. War ja zu erwarten. Diese Möchtegernpartei agiert wie ein Kopffüssler. Das Hirn irgendwo im Organismus verteilt, rückgratslos und schleimig im Handeln. Ich kann nur hoffen, dass diese parteiliche Ressourcenverschwendung auf den gleichen Zug aufspringt wie die FDP.

Laut den Medien fühlt sich die PEGIDA-Bewegung in ihrem Handeln bestätigt. So nach dem Motto: jetzt erst recht. Sie konsumieren die Medienmitteilungen mit der Gesinnungsbrille und es finden nur die Wörter den Weg ins Hirn, welche in das rassistische Gedankengut passt. Dabei erkennen sie nicht, wie die ganze Sache zum Himmel stinkt und sie wieder einmal mehr vor den Dreckskarren des Fremdenhasses gespannt werden. Dazu möchte ich ein Beispiel nennen, das einigen bekannt vorkommen wird, aber in der Medienwelt professioneller Ignoranz ausgesetzt ist.

Es scheint bei den Terroristen mittlerweile zum guten Ton zu gehören, seinen Ausweis am Tatort liegen zu lassen. Macht eigentlich Sinn, denn die meisten Attentäter bringen sich gleich selber um die Ecke und dann braucht es keinen Ausweis mehr. Zudem benötigt man eine offizielle Bestätigung der Medien, dass man als Märtyrer für die 72 Jungfrauen Bezugsberechtigt ist. Wenn niemand erfährt, wer was gemacht hat, ist es schwierig seinen Jungfrauen-Anspruch geltend zu machen. Wenn man sich in die Luft sprengt, wird es schwierig, aus den Einzelteilen wieder einen erkennbaren Menschen zu rekonstruieren, da sind Ausweise sehr hilfreich.

Hier passt das Bild von flüchtenden Attentätern nicht so recht in die Hetzkampagnen. Aber dafür haben die Medien schon eine Erklärung parat. Über die Brüder findet man Wörter wie „Teilzeit-Islamist“ oder „Kiffer“. Sie passen auch perfekt in das Anschuldigungsprofil. Arm, arbeitslos, wenig bis keine Schulbildung, leben meist in Ghettos, gewaltbereit und sozial inkompetent. Seltsamerweise treffen diese Bezeichnungen auch für viele PEDIGA-Anhänger zu. Die haben aber wenigstens den Vorteil, dass sie nicht gleich alles über den Haufen schiessen, was anders denkt – noch nicht!

Aber kommen wir zurück zu den Ausweisen. Ist das noch niemand aufgefallen? Wenig Kommentare, geschweige denn kritische Pressestimmen darüber? Dabei ist die Aneinanderreihung der Ausweisfunde schon mehr als fraglich. Ich kenne nur ein Land, welches seit Jahrzehnten mit Lügen und Ausweisfälschungen Marktleader ist. Dazu eine kleine „Ausweis-Chronik“. Der Anschlag auf das World Trade Center im Jahre 2001. Dort “fand“ man einen völlig unversehrten Ausweis des vermeintlichen Terror-Piloten Atta. Man stelle sich vor, ein Flugzeug explodiert vollgetankt in einem Hochhaus, die Unglückstelle brennt lichterloh und entwickelt eine enorme Hitze. Dann stürzen die Türme zusammen und unter zigtausenden Tonnen pulverisierten Bauschuttes findet man einen praktisch nagelneuen Ausweis von einem Attentäter. Zufälle gibt’s. Dann beim seltsamen Flug MH370. Dort wurden an der Absturzstelle ebenfalls nagelneue Ausweise gefunden. Und jetzt findet man einen im gestohlenen Auto der Attentäter von Paris. Die Sache stinkt doch.

Die Brüder erfüllen das perfekte Täterprofil, das Timing passt in die Berichterstattung und die ethnische Angehörigkeit ist Wasser auf die Mühlen des Volkshasses gegen Islamisten. Sogar der meinungsspeziefische Faltkarton Namens Heiner Geissler trötet ins gleiche Horn und fordert die Ausweisung aller Islamisten. Fehlt nur noch, dass er die Reaktivierung geschichtlicher Gedenkstätten propagiert. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die ersten Stimmen in diese Richtung laut werden. Da kennen sich die Deutschen aus.

Die grösste Kriegshetzer-Nation aus dem Westen verteilt weiter brav Ausweise in der Landschaft und die Medien fressen ihnen aus der Hand. Kein Wunder, wenn die globale Presseagentur NSA (Natürlich-Seriöse-Augenwischerei) laufend Islamisten rekrutiert, sie mit Geld sowie Waffen versorgt und mit einer Terror-Agenda ausstatten. Man muss sich nur mal genau überlegen, welchen Nutzen die USA mit so einer Aktion hätten. Vordergründig wird der Kampf gegen den Terrorismus propagiert und im Hintergrund positioniert die NATO tonnenweise Kriegsmaterial in Europa. Die Medien berichten fast nichts darüber. Einzig die Schliessung von Militär-Basen in Europa findet Erwähnung mit der fadenscheinigen Begründung der Kosteneinsparung. Das mag schon stimmen, wenn die Truppen aus Spanien an die Ostfront rücken müssen, ist der Weg teurer, als wenn die Basen direkt an der russischen Grenze errichtet werden. Die Amerikaner bauen nicht ab sondern um.

Die Hetzstrategie aus Übersee trägt Früchte. Die PEGIDA-Schafe rennen dem Wolf hinterher, die europäischen Politiker präparieren die Schlachtbank und der noch vernünftig denkende Bürger sieht sich immer mehr zwischen die Fronten gedrängt. Es ist bald egal, auf wessen Seite man sich schlägt. Man kommt so oder so unter die Räder der Kriegsmaschinerie. Entweder wird man von radikalen Islamisten geköpft, von den Amis aufgrund eines simplen Verdachtes exekutiert, von den Politikern im Stich gelassen und/oder von der ausländerfeindlichen Schafherde zu Tode getrampelt. Es wird langsam lebensgefährlich sich in der Öffentlichkeit zu bewegen.
Ich glaub‘, ich bleib in der nächsten Zeit zu Hause.

Charlie Hebdo, Pegida und der leise Zerfall der Demokratie

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Donnerstag, 8.1.2015. Eifel. Wie fängt man an, von einem Ende zu schreiben? Vom Ende einer Idee, die 3000 Jahre alt ist – damals aber nur für „Vollbürger“ gelten sollte. Einer Idee, die in den letzten zwei- dreihundert Jahren kurz aufblühte und jetzt langsam stirbt. Einer Idee, die zu einer Revolution wurde, und dem Staat Grenzen aufzeigte: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sollten fortan herrschen, Werte, die der Menschheit den Frieden bringen sollten, den sie so sehr ersehnte. Leistungskult, Promikult und Bürgerlichkeit – so werden die Werte heute gelebt, was an sich schon reicht, um nervös zu werden und sich wieder in einem Sklavenhalterstaat zu fühlen – eine anarchistische Gruppe hat mit einer Guerilla-Aktion aktuell gegen den Wahn unserer sinnlosen Bullshitjobs mit einer Plakataktion in der Londoner U-Bahn für Begeisterung gesorgt (siehe Storyfilter), einer Aktion, die selbst schon revolutionär ist.

Ach ja – Anarchisten. Sie sind sehr verpönt bei rechts und links, weil sie eine eindeutige Antwort auf die Frage haben, wer eigentlich das Land regieren soll: entweder alle – oder keiner. Von Regierungen halten sie nicht viel, weil sie der Ansicht sind, dass jede Form von Herrschaft dem Menschen nicht angemessen ist – und er auch erwachsen genug ist, sie nicht zu brauchen. Anarchisten werden deshalb meistens überall verboten und sind bei allen verpönt, geht es doch ALLEN politischen Parteien nur darum, an die Fleischtröge des Parlaments zu kommen, welche die Anarchisten gerne unter das Volk aufteilen wollen. Gut, das behaupten auch die Kommunisten, aber wie die Geschichte zeigt, war dies nur ein Werbegag: sobald man die Macht hat, landen die Gewinne beim großen Vorsitzenden.

Wissen Sie übrigens, wo Anarchisten heute noch geduldet werden, ja, sich kleine Lebensräume erschaffen haben? In den USA. Ihre Ideen haben viele der Gemeindeverfassungen geprägt und sind auch heute noch der Hauptgrund, warum Amerikaner so sehr an dem Recht hängen, selber Waffen zu tragen – dadurch gibt man das Recht auf Ausübung von Gewalt zum Schutze der eigenen Person nicht völlig in die Hände des Staates und behält sich auch vor (in guter, alter, amerikanischer Tradition, wie der englische König erfahren musste), diese Waffen notfalls gegen den Staat selbst einzusetzen … jenes Recht wird seltsamerweise in Europa nicht gegönnt, obwohl kurioserweise gerade wir Deutschen zu den größten Waffenproduzenten der Welt gehören.

Eine Partei, die – ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein – Grundwerte des Anarchismus predigt? Die FDP. Ja – FREIHEIT ist ein zentraler Wert des Anarchismus, Freiheit von jeder Art von Herrschaft. Leider findet man in der Partei keine konsequente Umsetzung dieses Wertes, eben so wenig wie man in der katholischen Kirche noch die Umsetzung urchristlicher Werte wiederfindet.

Das Satiremagazin Charlie Hebdo entstammt aus einer solchen Tradition, weshalb es – bzw. sein Vorgänger Hara Kiri – in den sechziger Jahren verboten war. Kein Politiker mag Anarchisten, sie wollen genau jene Macht abschaffen, die er mit jeder Faser seines Seins erlangen will, um fortan ein Leben auf Kosten der Allgemeinheit zu führen und jener Allgemeinheit seine Willen per Gesetz aufzuzwingen.

Aktuell ist dieses Satiremagazin in den Schlagzeilen: ein Überfallkommando hat einen Massenmord in den Redaktionsstuben ausgelöst, was viele Mächtige insgeheim freuen wird, ist doch die Satire der letzte Rückzugsort herrschaftsfreien Denkens, wie es in Deutschland Volker Pispers vorbildlich praktiziert.

Wer waren die Täter? Scheinbar arabisch stämmige Männer, wie ich heute lese. Einer der Täter, die gestern noch als hochprofessionelles Killerkommando geschildert wurden, hatte seinen Ausweis im Fluchtwagen liegen gelassen (siehe Spiegel). Erinnert Sie das an was? Ja – auch bei den Anschlägen von nine-eleven überstand ein Ausweis jenen Glutball, der ein Hochhaus zum Einstürzen brachte – und fiel direkt vor die Füße von Ermittlungsbeamten. Immer diese Araber. Immer ein wenig dümmlich in der Ausführung ihrer Attentate, das passt zum Bild des wahnsinnigen Untermenschen, das gerne über diesen Kulturkreis verbreitet wird.

Kaum war der Anschlag ausgeführt, meldete sich der deutsche Innenminister Friedrich zu Wort und forderte die Löschung von Videos aus you tube, die die Ermordung eines auf dem Boden liegenden Polizisten zeigten (siehe Heise). Mehrere Videos sind entfernt worden, wie heute zu merken ist – was mich neugierig gemacht hatte. Was war zu sehen?

Das Killerkommando – angeblich bestehend aus drei militärischen Laien, von denen einer laut Angaben von Spiegel-online schon mal im Gefängnis saß, weil er in den Dschihad ziehen wollte – wird auf der Flucht von einem Polizeiwagen gestoppt. Obwohl sie nach einem Massenmord auf der Flucht sind – als unprofessionelle Killer vermutlich nervlich sehr angeschlagen – und obwohl sie wissen dass mit jeder Sekunde tausend mehr Menschen nach ihnen Ausschau halten werden, das mit jeder Sekunde mehr Straßen gesperrt werden, gehen sie zu zweit an mehreren Autos vorbei, um einen auf dem Boden liegenden Polizisten zu erschießen – eine Tat, die sie als wahre Bestien dar stehen läßt.

Wundert es da, dass heute schon von „Operationen unter falscher Flagge“ gesprochen wird, die zur weiteren Dämonisierung einer Weltreligion animieren sollen? Woher haben diese Killer die Nerven, sich mitten auf der Flucht noch Zeit zu nehmen, um noch mal richtig einen drauf zu setzen? Verfolgt von einer ganzen Stadt? Wundert es da, dass man die Videos sperren lassen möchte? Wer Glück hat, findet noch einen Ausschnitt, auf dem man sieht, wie sie relativ ruhig wieder zu ihrem Auto zurückkehren. Wie Profikiller, die wissen, dass ihre Flucht sicher ist.

Nun – wollen wir den Bürger nicht noch weiter verunsichern, wollen wir heute mal keine Theorien darüber aufstellen, wer denn von einem solchen Anschlag im Prinzig den meisten „Profit“ hat – in Deutschland wissen wir es eh´ schon: Pediga, jene Bürgerbewegung, die auf breiter Front vom „Establishment“ bekämpft wird, sogar der Kölner Dom macht die Lichter aus, wenn die Dämonen von Pediga zum Marsch blasen, auch Kanzlerin und Bundespräsident reihen sich nahtlos ein in den Kampf gegen eine Bewegung, deren Organsiatoren gelegentlich für den Springer-Verlag gearbeitet haben.

Was nicht gefragt wird: ist denn nun die breite Front jener Menschen, die gegen die Gegner der Islamisierung des Abendlandes sind, für die Islamisierung des Abendlandes?

Bevor wir nun weiter spitzfindig herumraten, wollen wir uns an ein paar Grundregeln der Demokratie erinnern, die man wohl auf rechter und linker Seite vergessen hat. Hier darf jeder eine Meinung haben. Bundespräsident und Bundeskanzlerin haben dafür zu sorgen, dass dies so bleibt: sie sind Verwaltungsangestellte, keine Monarchen. Jeder darf für so gut wie alles demonstrieren – und wenn Menschen Angst vor „Überfremdung“ haben, dann dürfen sie dies kund tun. Wenn es eine Supermacht gibt, die den Islam als große Bedrohung der Menschheit erachtet und ihn weltweit (mit aktiver Unterstützung der Bundeswehr) mit brutaler Waffengewalt bekämpft, dann darf man nicht jenen Deutschen die Schuld für ihre Ängste zuschieben, die auf die Nachrichten nur REAGIEREN – und sie nicht erfinden.

Anders als zu der NS-Zeit, als der „Stürmer“ wilde Geschichten von kannibalischen, kindermordenden Juden unters Volk streute, die nichts andere wollten, als deutsche Frauen und deutsche Kinder zu vergewaltigen (erinnert ein wenig an die Katholikenhatz der Gegenwart, die aus fast jedem Priester einen Kinderschänder machen möchte und dabei völlig vergisst, dass die meiste sexuelle Gewalt gegen Kinder von Familien ausgeht – nicht von Priestern; auf Antifamilientiraden wartet man jedoch vergebens) sind es heute die breite Front der „seriösen“ Medien, die Gräuelgeschichten über „Islamisten“ verbreiten, wobei der Begriff „Islamist“ eine interessante Nutzung über sich ergehen lassen muss: gemeint sind im Prinzip wohl alle Muslime, die ihre religiöse Überzeugung ernst nehmen.

Wissen Sie, woher ich diese Idee habe? Unter anderem von Jan Fleischhauer, der vor den Anschlägen auf Charlie Hebdo durchaus schlüssige und brisante Gedanken zur Islamophobie der Gegenwart formulierte (siehe Spiegel):

Was macht am Alltags-Islam also solche Angst? Die Provokation liegt nicht in der Verschleierung oder der Polygamie, die vielen als Symbole der fremden Religion gelten: Als Provokation reicht der Glaube an sich. In einer Gesellschaft, in der schon das sonntägliche Kirchengeläut als Störung empfunden wird, muss eine Versammlung von Menschen, für die Gott nicht Chiffre, sondern lebendige Realität ist, Beklemmung auslösen. Jede Glaubensrichtung, die sich zu markant äußert, taugt heute zum Skandal; da macht der Katholizismus keine Ausnahme, wie die hysterische Beschäftigung mit dem Opus Dei zeigt. Erst wenn sich eine Religion wie der Protestantismus so weit säkularisiert hat, dass sie nahezu unsichtbar geworden ist, gilt sie als gesellschaftlich verträglich.

Hier spricht ein bekennender „Rechter“ – und Schlussfolgerungen zu seinen Beobachtungen reichen viel tiefer, als es den meisten lieb sein wird.

Bleiben wir jedoch erstmal beim Islam, der von der Bundeswehr im Ausland mit Gewalt bekämpft wird, aber in Deutschland von Medien und Regierung besonderen Schutz erfährt – „Islamisten töten“ scheint nur im Ausland „gut“ zu sein.

In einer freien Gesellschaft – und erst recht in einer freien Marktwirtschaft – gelten Angebot und Nachfrage. Sollte der Islam – als Religion – den europäischen Bürgern ein Angebot machen, dass sie überzeugender finden als das Angebot, dass herrschende Religionen ihnen machen, so ist das völlig in Ordnung. Deshalb haben wir Religionsfreiheit als Grundrecht, „gegen den Islam“ zu marschieren ist in etwas so demokratisch, wie gegen Juden, Anarchisten oder Gebrauchtwagenhändler zu demonstrieren. Erzielt der Islam in Europa deutliche Stimmengewinne, so zeigt dies nicht, dass er böse ist, sondern nur, dass wir mit unserer praktisch atheistischen Kultur Schwächen haben – Schwächen, die die oben erwähnten Anarchisten den Pendlern in der U-Bahn so deutlich aufgezeigt haben, dass sie dafür gefeiert wurden.

Unsere Kultur vermittelt keinen Sinn, gibt keinen Halt, macht nicht glücklich. Hier wäre der richtige Ansatz für eine Auseinandersetzung mit dem Islam. Wer sich noch auf Seiten des Islam befindet – jedenfalls aus dieser Sicht?

Der Papst selbst, oberster Hüter der Kultur des ehedem christlichen Abendlandes (und eigentlich der Mann, dessen „Job“ es wäre, im Streit der Religionen  um die Vorherschaft seine Sache so gut an den Mann zu bringen, dass seine „Mitbewerber“ in Europa chancenlos bleiben). Wird wenig beachtet – und ohne die „Zeit“ wüssten wir wahrscheinlich gar nichts davon (siehe Zeit):

Die führenden Volkswirtschaften in der Welt sanierten ihre Bilanzen mit der Produktion und dem Verkauf von Waffen. Sie opferten den Menschen dem Idol des Geldes. „Wenn man Fotos von unterernährten Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt sieht, kratzt man sich am Kopf. Das versteht man nicht“, sagte der Papst. „Das Wirtschaftssystem sollte im Dienst des Menschen stehen. Aber wir haben das Geld in den Mittelpunkt gerückt, das Geld als Gott.“

Demokraten müssten den Islam innerhalb ihrer Reihen dulden, sofern er mit seiner eigenen Gesetzgebung nicht die Gesetzgebung der Demokratie überschreiben möchte. Köpfe abschlagen, Hände abhacken, Frauen verkaufen – geht hier nicht, egal, im Namen welcher Religion man solche Gräuel begehen möchte. Genauso muss man dulden, dass es Menschen gibt, die auf die mediale Darstellung des Moslems (schlägt Köpfe ab, hackt Hände ab, verkauft Frauen) mit großer Abneigung und Angst reagiert – obwohl die meisten Teilnehmer von Pegida in Dresden nie einen Moslem gesehen haben, noch mit einem gesprochen hätten.

Für wen wird also der Islam gefährlich? Oder Pegida?

Für unsere neue, eigentliche, wirkliche, wirksame und täglich praktizierte Religion – so oder so. Verteidiger eines christlichen Abendlandes (vermute, die wenigsten haben eine Ahnung davon, dass dies hemmungslose Sozialromantik bedeutet -und die Verdreifachung des Hartz IV-Regelsatzes) stören den neuen, verführerischen, allmächtigen Gott genauso wie JEDE Form ernsthafter Religiösität … und hier müssen sich gerade die Kirchen den Vorwurf gefallen lassen, dass sie im Staatsauftrag vor allem dies bewirken: jede Ernsthaftigkeit von Religion in ihren eigenen Reihen zu bekämpfen.

Warum diese Sicht wahrhaftiger sein soll als jene, die von der Religion des Geldes verbreitet wird?

Nun – sehen Sie irgendeine Form von breiten Widerstand gegen die Bombadierung von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern durch die „westliche Allianz“ im Ausland? Macht da ein Dom die Lichter für aus?

Nur da, wo der eigene Geld-Gott ernsthaft angegriffen wird, regt sich enormer Widerstand. Darf ich daran erinnern, wer diese Religion öffentlich predigt? (siehe FAZ):

Der Vorstandschef der Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hat ein ganz eigenes Bild von Gott. Riesige Bonuszahlungen und große Profite in der Krise – für die Gesellschaft sei das alles unproblematisch, sagte er. Und die Banker, vor allem die von Goldman, würden in Wahrheit Göttliches tun.

Wir haben jetzt einen großen Bogen gespannt – von Anarchisten der sechziger Jahre bis zu einem Anschlag in Frankreich auf die Erben jener Anarchisten im Jahre 2015. Das verlangt viel ab. Und ich muss den Bogen noch ein wenig weiter spannen, um jenes Bild zeichnen zu können, in dem wir uns aktuell bewegen. Ein Beitrag im „Zeit“-Blog aus dem Jahre 2010 liefert hier ein Puzzle-Stück, dass einen unheimlichen Ausblick bietet (siehe Zeit):

Die renommierte “Washington Post” zitierte unlängst den Boss des amerikanischen Geheimdienstes CIA, Hayden, mit den Worten, dass Deutschland spätestens im Jahre 2020 nicht mehr regierbar sei. Der Werteverfall, die Islamisierung, die Massenarbeitslosigkeit und der fehlende Integrationswille einiger Zuwanderer, die sich “rechtsfreie ethnisch weitgehend homogene Räume” selbst mit Waffengewalt erkämpfen würden, sowie viele andere deutsche Probleme werden sich nach dieser Studie in einem Bürgerkrieg entladen.

Der Autor erwähnt eine Kleinigkeit am Rande, die 2015 (nach dem „Fuck the EU“ einer US-Repräsentantin im Rahmen des Konfliktes in der Ukraine) eigentlich Allgemeinwissen sein sollte:

Vor all diesen Hintergründen dürfen wir natürlich nicht vergessen, dass es auch in den USA ein breites Klientel dafür gibt, das sich eigentlich gegen ein zu starkes Europa gewandt hat, ohne es laut auszusprechen. Speziell für dieses Klientel kommt die Uneinigkeit Europas und das Setzen nationaler Prioritäten der europäischen Staaten gerade recht, während sich die Europäische Union dadurch selbst ausbremst und gefährdet.

Worte, bei denen man sich fragt, ob es 2015 überhaupt noch erlaubt ist, sie laut auszusprechen. Wissen Sie eigentlich, welche Konzerne am meisten für Lobbyarbeit in Brüssel ausgeben? Drei US-Konzerne: Microsoft, Phillip Morris und Exxon Mobile (siehe Lobbycontrol) – ohne das sich irgendjemand darüber aufregt, dass Nicht-Eu-Firmen massiv in die Gestaltung der Politik der EU eingreifen – geschweige denn, dass jemand als Protest dagegen den Dom in Köln verdunkelt.

Verstehen Sie nun, warum ein Jan Fleischhauer der Meinung ist, dass echte Religiösität (bzw. die faktische und theoretische Nichtanerkennung des Geld-Gottes) uns am meisten beunruhigt?

Und verstehen Sie jetzt, was die aktuellen „False-Flag“-Beschwörer motiviert, besonders gründlich hinzuschauen?

Die können sich halt noch daran erinnern, dass alle deutschen Medien in breiter Front die „Iraker klauen Babys aus kuweitischen Brutkästen“-Geschichte verteilt  haben – ebenso wie die Geschichte über die Massenvernichtungswaffen im Irak. Sie erinnern sich daran, dass die Hauptfinanziers des „Islamischen Staates“ die Freunde der US-Konzerne und der US-Oberschicht sind, ebenso erinnern sie sich daran, dass die „Taliban“ einst als Waffe der CIA gegen sowjetische Truppen in Afghanistan gefördert wurden.

Ist es vor diesem Bild wirklich verwunderlich, dass man skeptisch auf neue, „amtliche“ Versionen eines grauenvollen Attentats reagiert, das vor allem eins bewirken wird: die Kluft in Europa zu vergrößern. Pegida kann nun mit ungeahntem Auftrieb rechnen, „der Islam“ hat bewiesen, wie abgrundtief boshaft er ist – dank eines vergessenen Personalausweises.

Was jetzt zu tun ist, fragen Sie?

Aufgeben – wäre eine Alternative.

Die Zahl der lebendigen Demokraten scheint immer weiter abzunehmen, die Zahl der Idioten steigt an.

Auch wenn es jetzt „Pediga“-freundliche Leser stört: in einer Demokratie darf sich NIEMAND gegen die Ausübung einer Religion wenden, noch sollte sich der Staat in den Wettstreit der Religionen einmischen. Wir demonstrieren auch nicht für „Omo“ gegen „Dash“ (falls es diese Waschmittel meiner Jugend heute überhaupt noch gibt).

Auch wenn es „Pegida“-feindliche Leser stört: in einer Demokratie darf NIEMAND an der Äußerung seiner Ängste gehindert werden – auch dann nicht, wenn Linke ihn für rechts halten.

Und was ist jetzt mit Charlie Hebdo?

Es ist vollkommen unwesentlich, ob wir es hier mit einem Terrorkommando (arabischer?) Söldner des CIA zu tun haben oder mit frustrierten Jugendlichen, die – wie z.B. beim Massaker in Erfurt – ihren Frust mit Waffengewalt an ihrer Umwelt auslassen, dieser Anschlag trifft – viel besser, als es viele andere Ziele könnten – ins Herz des freien, aufgeklärten, intelligenten europäischen Menschen.

Für uns als Demokraten ist es wichtig, sich 2015 nicht davon abbringen zu lassen, Grundwerte der Demokratie zu verteidigen: das Recht auf Meinungsfreiheit – und das GLEICHWERTIGE Recht auf Religionsfreiheit.

Wir riskieren allerdings, dann zwischen alle Fronten zu geraten – weil die Macht des neuen Gottes schier unendlich ist. Wir sollten uns aber zuerst klar darüber werden, wo überall Fronten aufgebaut werden, die vor allem eins gemeinsam haben: die völlige Vernichtung der Demokratie, die Zersplitterung der Bevölkerung in kleine, kontrollierbare, sich ständig gegenseitig auch mit tödlicher Gewalt bekämpfende Teile.

Der Kampf, den Demokraten (und Menschenfreunde aller Art) 2015 zu kämpfen haben, wird jedoch nicht einfach sein: nichts anders als ein Gott ist unser Feind, ein neuer Herr der Welt, der alle Menschlichkeit zugunsten der Rendite vernichtet. Wie sehr er im Vormarsch ist, sieht man daran, dass zur Verkündigung von Hartz IV kein Dom das Licht gelöscht hat – obwohl es ein heftiger Schlag gegen zentrale Werte des christlichen Abendlandes war, ein harter Streich gegen … nie Nächstenliebe, die uns eigentlich so auszeichnen sollte und die nebenbei auch ein passender Wert für eine lebendige Demokratie wäre.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/charlie-hebdo-in-paris-nachruf-auf-die-getoeteten-karikaturisten-a-1011827.html

PS 1: den oben im Zitat erwähnten Artikel in der Washington Post habe ich nicht finden können, möglicherweise war jener hier gemeint:

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/04/30/AR2008043003258.html?nav=rss_world

PS 2: lesenwert der Spiegel-Artikel über die ermordeten, „links-liberalen“ Zeichner – er zeigt, wie viele Feinde die sich noch gemacht haben:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/charlie-hebdo-in-paris-nachruf-auf-die-getoeteten-karikaturisten-a-1011827.html

PS 3: zwei Videos, die ich benutzt habe, um mir mein Bild vom Tathergang zu machen – die Leute wirken auf mich nicht wie untrainierte Jugendliche, erst recht ihre sich gegenseitig absichernde Teamarbeit verblüfft mich. Vielleicht – irre ich aber hier.

 

 

 

So wird 2015! Oder: wie Bin Laden den Krieg gewann.

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Dienstag, 30.12.2014. Eifel. Nicht mehr lange, und ein Jahr ist vorbei. Wieder eins. Unzählige Jahresrückblicke prasseln auf uns hernieder, überschwemmen uns mit bunten Bildchen unserer neuen Halbgötter (der „Stars“ und „Promis“), deren Art zu leben die einzige zu sein scheint, über die es sich zu berichten lohnt. Dabei weiß jeder, was 2014 geschehen ist – jedenfalls jeder, der sich nach dem täglichen vierstündigen Fernsehkonsum noch einen eigenen kleinen Gedanken machen kann. 2014 ist das Jahr, in dem auch der letzte gemerkt hat, dass 2001 die Geschichte der Welt massiv verändert hat: die Bösen haben die Macht übernommen.

Ja – ich meine die Anschläge vom 11.9.2001. Immer noch wird darüber gestritten, wer denn jetzt nun wirklich für die Anschläge verantwortlich ist, der Westen hält sich weitgehend – wie auch zu allen anderen Themen – an die von der US-Regierung vorgeschriebenen Lesart. Niemand nimmt Anstoß an dieser weitgehenden Gleichschaltung der Presse – jedenfalls niemand, der Gebühren kassiert, um ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten. Primitivstes „Gut-böse“-Denken hat die Macht übernommen, wobei die Muslime völlig verwirrt sein dürften: in Afghanistan, in Syrien, in Lybien, in Ägypten, im Irak und im Iran sind sie der böse Feind, den es zu bekämpfen gilt, der brutal und grausam getötet wird – und seine Nachbarn gleich mit. Es existieren in den ehedem guten, demokratischen Regierungen des Westens „geheime Todeslisten“ (siehe Spiegel), die mühevoll abgearbeitet werden – ohne Rücksicht auf zivile Verluste. Demonstrieren aber Bürger in Europa gegen die „Islamisierung des Westens“ (eine Gefahr, auf die sie nur durch jene Medien gebracht wurden, die sie jetzt massiv bekämpfen), so wird der Moslem in Schutz genommen.

Einst – war das Erschießen von fremden Menschen im Ausland Mord. Heute ist es Alltag, „gezielte Anleitungen zum Töten“, entworfen vom US-Geheimdienst CIA (siehe Süddeutsche), zeigen, wie weit die Planungen gehen, um Politik in Ländern außerhalb der USA zu steuern – aber niemand fragt mehr nach, wen die eigentlich in Deutschland gezielt töten, um das Land auf einen konzernfreundlichen Kurs zu bringen. Es darf sich auch niemand mehr trauen, darüber nachzufragen, denn: 2014 brachte uns Deutsche die Erkenntnis, das wir immer noch eins der Hauptfeindländer der USA sind, kaum irgendwo wird so intensiv bespitzelt wie hier (vom Irak mal abgesehen), noch nicht mal die Bundesregierung ist vor den Spionen sicher – ja, noch nicht mal die deutsche Bundeskanzlerin.

Wir sind in der westlichen Allianz vom einst treuen Partner zum Feindstaat geworden – und wissen noch nicht mal warum. Aber alle wissen, dass man jetzt besonders stramm stehen muss, um bei den laufenden Massenentlassungen im Medienbereich nicht zu den Verlieren zu gehören. Ja – die Medienvielfalt stirbt weiter, auch die alte, renommierte FAZ, einst Liebling der Wirtschaft, musste 200 Mitarbeiter entlassen (siehe Handelsblatt) – aber wozu braucht ein Land mit klaren Vorgaben bezüglich „richtig“ und „falscher“ Meinung auch noch die bunte Vielfalt von Meinungen? Der Moslem im Ausland ist böse und wird erschossen, zerfetzt, verbrannt, verstümmelt (ja, „Bomben“ sind eine sehr grausame Art des Tötens. Sieht nur für den Täter sauberer aus, weil er so schön weit weg ist), der Moslem im Inland ist quasi heilig und unantastbar. Diskussionen darüber finden nicht statt: es gilt die Meinung der Bundesregierung.

2014 ist das Jahr, in dem auch der letzte Deutsche gemerkt haben wird, das Osama bin Laden den Krieg gewonnen hat. Sein Ziel, die USA zu vernichten, ist erreicht. 13 Jahre nach den Anschlägen sind die USA ein anerkannter Folterstaat (wie auch Australien, aber darüber spricht man weniger, die „five-eyes“ scheinen auf den ersten Blick noch mehr Gemeinsamkeiten zu haben (siehe Wiwo)), ihre Wirtschaft steht am Rande des Abgrundes, die Polizei rüstet sich mehr und mehr gegen das eigene Volk – und neigt auch zu leichtfertigem Waffenmissbrauch, wie die Ereignisse in und um Fergusson zeigen. Die US-Armee ist weit über den Globus verstreut, macht sich überall Feinde, Amerikaner sterben zu Tausenden … der Traum Bin Ladens ist in Erfüllung gegangen.

Ja – 2014 brachte sogar die Widerkehr eines längst vergessen geglaubten Horrors: der weltweite thermonukleare Krieg war wieder möglich, die Staaten des Westens wurden für Russland zu „Feindstaaten“. Der Spiegel erwähnt das ein einziges Mal – dabei stellt dieser Entschluss die ganze Geschichte der Menschheit in Frage (siehe Spiegel):

„Der nationale Sicherheitsrat veröffentlichte zu den Änderungen auf seiner Internetseite am Freitag eine Mitteilung. Darin heißt es, die neugefasste Doktrin sei auch eine Reaktion auf die Lage im Norden Afrikas, in Syrien, im Irak und in Afghanistan. „Führende Staaten“ der Welt – gemeint sind wohl allen voran die USA – sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, unabhängige Staaten mit einer Vielzahl an Instrumenten zu bedrohen, um eigene Interessen durchzusetzen. So würden private Militärdienste eingesetzt, das Protestpotenzial der Bevölkerung angeheizt oder radikale und extremistische Organisationen gefördert, um eigene Ziele in anderen Staaten durchzusetzen.

Teil der russischen Militärdoktrin bleibt weiterhin die „atomare Abschreckung“. Moskau behält sich das Recht vor, bei einem Angriff auf das eigene Territorium oder auf Verbündete sowie bei einer Bedrohung für das „Fortbestehen des Staates“ Atomwaffen einzusetzen.“

Ja – das erwartet uns dann 2015: sollten die „führenden Staaten“ ihre Politik der Destabilisierung anderer Länder durch ausgedehnte Geheimdienstaktivitäten weiter fortführen, wird sich die demokratisch gewählte Regierung Russlands auf nuklear wehren – und die Bedrohung auslöschen. Zu verlieren haben die nicht mehr viel, wenn man sich so umhört.

Ja – was hatten wir einst für eine schöne Kultur. Schwache hatten Rechte. Wer krank war, oder arm – oder arm durch Krankheit, konnte auf Hilfe hoffen. Nach jahrundertelangem Kampf hatten wir Lebensrisiken der Reihe nach ausgeschaltet. Zwar galt weiterhin der zum Teil ruinöse Wettbewerb, aber wir hatten immer auch ein warmes Plätzchen für die Verlierer – was auch nützlich war, denn für einen „Winner“ auf dem Siegertreppchen produzierten wir neunundneunzig „Looser“, von denen die meisten gar nicht an dem Spiel teilhaben wollten.

Doch was haben wir nun? In Deutschland findet wieder Selektion statt. Noch nicht ganz so gründlich wie früher, aber ebenso gezielt. Ohne, dass sich noch irgendeine politische Kraft dafür interessiert, werden Arbeitnehmer gezielt gejagt und verfolgt (siehe Der Freitag) und einer zunehmend inhumanen Sozialgesetzgebung zugeführt, die das „Haus Europa“ von innen heraus zerfressen hat (siehe Süddeutsche):

Hier handele es sich um eine Marktverzerrung sondergleichen. „Das stinkt nicht nur zum Himmel , sondern konkurriert auch die Arbeitsmärkte unserer Nachbarn in Europa in Grund und Boden.“ Hartz IV erwecke den Eindruck, als ob die Langzeitarbeitslosigkeit ein persönliches Versagen sei. „Man macht Opfer zu Tätern“, so Borchert.

Ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung, auf die im Jahre 2030 eine „sozialpolitische Katastrophe“ wartet, auf die der „desaströse Sozialstaat“ in keinem Maße vorbereitet ist … was Böses für die Zukunft erahnen läßt. Schon der letzte spontane Schnellschuss – „Hartz IV“ genannt – ging komplett daneben, beschäftigt aber hunderte von kreativen „Statistikbereinigern“.

Der Sozialstaat war das Rückgrat der westlichen Welt, eine kulturelle Errungenschaft, die Fanatikern wie Osama bin Laden ein Dorn im Auge war: immerhin erlaubte er den Menschen eine wirtschaftliche Sicherheit und Geborgenheit, die es ihnen gestattete, eine eigene Meinung zu haben – ein Grauen für jeden Despoten. Brunei hatte deshalb das Parlament aufgelöst und nur noch eine Partei zugelassen, die die an der Scharia orientierten Gesetzgebung stützen soll (siehe Wikipedia oder Auswärtiges Amt), gehört dafür aber zu den islamischen Ländern, die von der Bundesregierung aufgerüstet werden (siehe Spiegel).

Waffen schaffen zwar keinen Frieden – aber bringen Gewinn. Überhaupt zeigen sich die Produzenten der diversen Krisen (ob nun die US-Hypothekenkrise oder die Eurokrise, die ohne die „Experten“ von Goldman-Sachs gar nicht möglich gewesen wäre) erstaunlich renditeträchtig: in einem Land, dass vor lauter Schulden nicht mehr weiter weiß, fahren sie Rekordgewinne ein (siehe Spiegel), während überraschenderweise Schiffskredite für deutsche Banken zur Überlebensfrage werden können (siehe Wiwo).  Ja – nur 600 von 90000 Handelsschiffen fahren unter deutscher Flagge (siehe Marine.de) – aber trotzdem könnten ihre Finanzierungsprobleme unseren Banken einen tödlichen Schlag versetzen.

Wir müssen uns die Informationen mitlerweile mühevoll zusammen suchen, denn: der deutsche Journalismus im Jahre 2014 ist käuflich geworden – was Leser kaum überrascht, zeigt nun eine offizielle Studie (siehe Neues Deutschland):

Das Ergebnis ist eindeutig: »Über Unternehmen wird sowohl im ›Spiegel‹ als auch im ›Focus‹ erstens häufiger, zweitens freundlicher, drittens mit mehr Produktnennungen berichtet, je mehr Anzeigen diese Unternehmen schalten.«

Und ebenso häufig werden von politischen Funktionsträgern Interviews gegeben und Informationen geteilt, wenn der entsprechende Mitarbeiter nur „konstruktiv“ genug ist: also die Meinung der Machthaber teilt. Sieht Brunei genau so. Gigantische Demonstrationen gegen „Superreiche“ (immerhin gingen dafür in London 80000 Leute auf die Straße, siehe Taz) finden weniger Beachtung – wahrscheinlich zahlt niemand genug dafür.

Während in vielen Ländern der Welt die Stromversorgung noch problematisch ist, schalten in Deutschland die E-Werke den Strom immer häufiger einfach selber ab und vernichten so den Zugang der Menschheit zu einer großen technischen Errungenschaft, die ebenfalls Meinungsvielfalt sicherstellten konnte (siehe Spiegel), ebenso steigt ständig die Zahl der Obdachlosen, die im Winter einer tödlichen Kälte ausgesetzt sind.

In Deutschland werden auch Patienten „zu Tode gespart“ (siehe Spiegel) – obwohl die Beiträge zur Gesundheitsversorgung immer wieder neue Rekordhöhen erreichen. Wir regen uns auf über Arbeitslose, die 22 Milliarden Euro im Jahr kosten (zu wenig, um den Strom zu bezahlen – siehe oben), aber die Subventionen für die Wirtschaft in Höhe von 165 Milliarden Euro lassen uns kalt … obwohl die Wirtschaft mit dem Geld auch dafür sorgen könnte, dass kein Mensch mehr arbeitslos ist.

Dabei geht es uns noch gut – wird uns eingeredet. Immerhin: in Spanien wird per Gesetz gerade die Meinungsfreiheit abgeschafft (siehe Taz) ohne dass es großes Geschrei in der EU gibt. Bin Laden würde sich freuen. Über alles, was man noch so auflisten könnte.

Das westliche Verteidigungsbündnis ist zerrüttet, die Verbündeten bespitzeln sich gegenseitig – so groß ist das Misstrauen. Die Regierungen sind bemüht, die Renditen der Banken zu erwirtschaften – Banken, die mit riskanten Geschäften sich selbst immens bereichern können, weil der Staat komplett die Haftung übernimmt. Der Sozialstaat – einst glorreiches Fanal der „westlichen Welt“ – ist nur noch „desaströs“ und marschiert auf eine Katastrophe zu.

Und die Bürger selbst?

Üben sich in Fatalismus. Lassen alles über sich ergehen, weil man sowieso nichts ändern kann. Nur manchmal platzt ihnen der Kragen (siehe Aachener Nachrichten):

Ein Laubbläser hat am Wochenende in Eschweiler eine Massenschlägerei ausgelöst. Rund 40 Menschen gingen mit Baseballschlägern, Sägen, Heckenscheren, Mistgabeln, Golfschlägern und Harken aufeinander los.

Jetzt haben wir doch viel zurückgeschaut. Aber – was solls? Die Antwort auf die Frage, was 2015 bringt, liegt halt in der Geschichte – in der Vergangenheit. Dort wurde die Saat gesät, die nun aufgeht.

Wie es aussieht, hat Osama bin Laden gewonnen. Gut – er selbst ist tot, so sagt man: aber sein Geist hat die USA vernichtet – und damit die westliche Allianz. Alles tritt so ein, wie er es geplant, gewollt und gewünscht hat.

War schon ein Genie, dieser Osama – oder wer auch immer den USA am 11.9.2001 den Todesstoß versetzt und damit 500000 Iraker zum Tode verurteilt hat, weil er eine Maschinerie in Gang setzte, die wir auch 2015 nicht werden aufhalten können.

Und diese Maschine wird 2015 weiter laufen, die demokratischen Grundstrukturen der Staaten vernichten, ihre Wirtschaftskraft zersetzen, ihre Bewohner gegeneinander und gegen ihre Nachbarn aufhetzen, morden, foltern, brennen ohne Unterlass.

Und im Himmel sitzt Osama bin Laden und freut sich dumm und dämlich, wie er allein diesen riesigen Apparat in Bewegung gesetzt hat – mit nur 19 Räubern. Der Westen verschlingt sich nun selbst, es triumphiert: das Böse.

Jedenfalls das, was nach offizieller Lesart gerade so böse ist.

Oder das, was immer und überall böse sein sollte: der Krieg, der Hass, die Missgunst.

Unbequeme Fragen zum Islamischen Staat … und dem Antiislamismus

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Mittwoch, 10.12.2014, Eifel. Es ist ja viel los dieser Tage. Viele Wissen schon gar nicht mehr, wofür oder wogegen man jetzt sein soll. Zum Beispiel den „Putin“ – ein Wort, dass in der deutschen Presse etwa so geringschätzig gebraucht wird, wie Charlie Chaplin in seinem Film der großen Diktatur den Begriff „die Dschuden“ (so habe ich das gebrüllte Genuschel verstanden) gebraucht: als Synonym für das wirklich absolut Allerletzte. Ist der Putin nun gut, weil er versucht, dass Beste aus seinem Land zu machen, dass unter Jelzin fasst zerbrochen wäre – und unter der Diktatur der Oligarchie fast ausverkauft worden wäre? Ist es nicht gerecht, wenn er sich langsam gegen die ständigen Brüche der Zusagen der Nato wehrt, nicht täglich weiter mit ihrem gigantischen Militärbündnis an die Grenze Russlands vorzurücken, weil die Bürger – aus langer geschichtlicher Tradition, die schon mit den Wikingern anfing (den „Rus“) –  langsam die Nase voll davon haben, immer als „Lebensraum im Osten“ für jedwede Okkupanten herzuhalten? Oder ist er der neue Hitler, der sich voller Wahn gegen eine Milliarde Natobürger stellt und lieber heute als morgen mit seinen 140 Millionen Bürgern gegen Paris marschieren möchte – ein landhungriger Diktator, den man sofort wie einen räudigen Hund erschießen sollte … so jedenfalls empfinde ich die Zielrichtung vieler Kommentatoren in den Medien. Manche von ihnen haben ihm ja sogar schon den Tod gewünscht, habe ich gehört (siehe Schweizmagazin).

Es ist ja aber nicht nur der Putin, der die westlichen Medien stört. Da gibt es noch etwas anderes, mindestens genauso gefährlich, genauso abscheulich, genauso widerlich: den ISLAM. Ich persönlich kann mich noch an Debatten mit Auslegern des Nostradamus erinnern, die mich Anfang 2000 vor der großen Gefahr des Islam gewarnt haben, der Europa überrennen würde. Nun – ich war ein wenig amüsiert: die damalige Speerspitze des Islam hatte weniger Soldaten als die italienische Polizei Polizisten – mal abgesehen davon, dass Italien allein ein Millionenheer aufstellen könnte, um Nordafrika – wie schon einmal – zu überrennen …. mal ganz abgesehen davon, dass die Prophezeiungen des Nostradamus hauptsächlich durch die Virtuosität seiner Ausleger lebendig bleiben.

15 Jahre später schaue ich verdutzt: überall in Deutschland finden Demonstrationen gegen die „Islamisierung Europas“ statt, die alten Feinde Israel und Iran bomben gemeinsam engagierte Gläubige in Grund und Boden, weil die einen eigenen Staat haben wollen, in dem Gerechtigkeit herrscht (ja – dafür marschieren die, wie alle Soldaten immer und überall: für das Gute, für die „Gerechtigkeit“. Die ist nur für jeden anders), für die USA ist sogar schon seit längerem der Kampf der Kulturen ausgebrochen, 1993 ausgerufen (damals waren viele überrascht: wie sollte man denn gegen eine Religion Krieg führen – und warum überhaupt?) ist er (welch´ Überraschung!) 2014 weltweite Realität: Irak, Afghanistan, Libyen, Jemen, Ägypten, Tunesien, Türkei, New York – überall tobt der Kampf gegen die wie aus dem Nichts aufgetauchten Muslime, die man dereinst wegen ihrer Passivität, Friedfertigkeit und Leistungsfremdheit verachtet hatte.

Ja – die Debatte haben alle jetzt schon vergessen, oder? In meiner Jugend noch wurde der Moslem in Deutschland verspottet, weil er dauernd am Beten war. Der kam gar nicht dazu, Fernsehen zu schauen, nahm keine Drogen, schaute keine Pornos, ging nicht ins Bordell, fuhr keine Luxusautos: der war ganz „unzivilisiert“, gerade gut genug für einfache Tätigkeiten, für die sich der deutsche Herrenmensch zu fein war. Was wurde damals das Christentum gelobt, die „überlegene“ Religion, die dem Westen überhaupt erst die Kraft gegeben hatte, so richtig mächtig zu werden: das war in den siebziger Jahren noch Inhalt des Religionsunterricht.

Wie konnte es nun geschehen, dass diese Religion – als wäre sie ein „Putin“ – zum Feind der Menschheit wurde?

Nun – die erste Erklärung ist ganz einfach: weil ein US-Wissenschaftler und Berater des Außenministerium 1993 den Islam als Feindbild entwickelt hatte – neben China wurde der als DER Feind der Zukunft dagestellt: für den militärisch-industriellen Komplex der USA mit seinen Millionen Arbeitsplätzen und unzähligen Bereicherungsmöglichkeiten für Abzocker jeglicher Art ein Segen. Die hatten nämlich schon Angst, dass ihr Business nach dem Ende des Kalten Krieges den Bach ´runtergehen würde: Waffenindustrien können in Friedenszeiten nicht wirklich reich werden.

Nun brauche ich – glaube ich – nicht näher erläutern, warum der Islam zu fürchten ist. Der entführt Menschen und köpft sie, verhüllt Frauen bis zur Unkenntlichkeit, schlägt Dieben die Hand ab und fällt in Form von motorisierten Horden über die zivilisierten Länder her – so jedenfalls die Darstellung in den Medien. Die alte Darstellung vom lebensuntüchtigen weltfremden Konsummuffel ist gänzlich verschwunden, die braucht niemand mehr.

Nun – in Deutschland tritt der Islam nicht so auf, aber hier konnte man auch schon mal erfolgreich die Geschichten verkaufen, dass „der Jude“ kleine Kinder entführt um aus ihrem Körperfett irgendwelche Salben zu brauen – die Methode der Entmenschlichung des politischen Gegners ist überall gleich.

Moment? Politischer Gegner?

Der Islam ist kein Staat, noch eine Partei – wie kann er politischer Gegner sein?

Das … wollen wir gar nicht wissen. Das sollen wir auch gar nicht fragen.

Und überhaupt: war nicht Religionsfreiheit ein ganz fundamentaler Grundsatz eines demokratischen Gemeinwesens? Wie kann es dann sein, dass wir anfangen, über „gute“ und „schlechte“ Religionen zu urteilen? Ist uns nicht bekannt, dass das Christentum auch sehr böse ist (alles voller Kinderschänder) ebenso wie das Judentum (alles voller Anlagebetrüger)? Nun – Judentum in Deutschland wurde mit „robustem Mandat“ entsorgt, obwohl es im Alltag feine, friedliche Menschen waren, deren Gott das Töten verbot: deshalb waren sie auch so friedlich, als sie ins Gas getrieben wurden. Christentum war sogar noch ein Pfund friedlicher, ist aber im Westen – mal abgesehen von seiner steuerfinanzierten Macht als Arbeitgeber – nahezu völlig in Bedeutungslosigkeit versunken. Gelegentlich hört man sich anstandshalber nochmal den Papst an (der erstaunlich weise und kritische Worte von sich gibt), aber sonst hat man die Religion großflächig abgeschafft.

Ist es eigentlich ein Geheimnis, warum die jungen Menschen – auch in Deutschland – zum Islam strömen?

Nein. In den Sphären der Wissenschaft weiß man, wo der Reiz der Religion liegt (siehe Frankfurter Rundschau):

Die Wissenschaftlerin sieht bei den mehrheitlich jungen Akteuren eine Bewegung, deren Größe sich dem Mangel an jugendkulturellen Beschäftigungsmöglichkeiten verdankt und dem Bedürfnis nach Kritik an den ungerechten Verhältnissen.

Wir hören hier erstaunliche Erkenntnisse, die leider in der politischen und medialen Beurteilung des Islam keine Rolle spielen:

„Ich finde, dass die jungen Salafisten in vielerlei Hinsicht Gemeinsamkeiten mit dem Punk haben, auch wenn das wohl beide Seiten nicht gerne hören“, sagt die Ethnologen. Beiden Gruppen gehe es um Provokation, um den Ausdruck persönlicher Kränkung und Enttäuschung. „Auch die Punks fühlen sich nicht korrumpierbar, haben ihren kapitalistischen Feind und bieten ein neues Lebensmodell an.“

Huch!

Der Islam als … weltweite antikapitalistische Bewegung? Hatten wir nicht auf mal jemanden, der meinte, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, ehe ein Reicher ins Himmelreich eingeht? Hatten wir nicht auch mal Menschen geachtet, die das Gelöbnis der ewigen Armut abgaben, um sich … „höheren Dingen“ zuzuwenden? Ist das so fremd?

Der Islam selbst – also: seine Theologen und geistigen Führer in Europa – verurteilen die Abscheulichkeiten der Bewegung „Islamischer Staat“ aufs Schärfste (siehe Goetheuniversität) und erlassen eine Fatwa (also: ein theologisches Urteil) gegen diese motorisierten Banden (siehe: sundaytimes). Wird in den meinungsführenden Medien des Westens kaum thematisiert – oder?

Wer bezahlt diese Bewegung eigentlich?

Nun – ursprünglich … Saudi-Arabien, Kuweit und Katar. Oder auch: Reiche. Meint jedenfalls die Tagesschau:

Die IS-Terroristen versorgen sich aus US-Militärbeständen, die die Amerikaner bei ihrem Abzug im Irak beließen. Sie kaufen auf dem Graumarkt weitere Waffen und Munition durch Gelder, die sie vor allem von reichen Golf-Arabern beziehen. In den sunnitischen Ländern gibt es etliche religiöse Stiftungen. Über diese Stiftungen fließen die Mittel direkt an die IS-Rebellen. Es gibt Reiche Golf-Araber – vor allem aus Saudi-Arabien, in geringerem Umfang auch aus Katar und Kuwait – die die Dschihad-Kämpfer bewundern. (Rechtschreibfehler habe ich einfach mal mit zitiert, um zu zeigen, dass bezahlte Medien da nicht besser sind als nicht bezahlte).

Finden wir eigentlich mal die Meldung in den Medien, dass die Golfstaaten den Terror finanzieren – jene Staaten, aus denen die meisten Attentäter des Anschlages vom 11.9.2001 stammten? Ja – die meisten stammten nach offiziellen Angaben aus Saudi-Arabien, weshalb logischerweise in Afghanistan einmarschiert wurde….

Demonstriert jemand gegen „Reiche“? Fordert die Abschaffung spritfressender Sport- und Geländewagen in Deutschland, mit deren Verbrauch der islamische Staat finanziert wird? Oder gibt es Demonstrationen gegen das Terrorregime in Saudi-Arabien (dessen diktatorische Herrscher beste Beziehungen zu den Oligarchen in den USA haben? Warum fragt keiner, wieso ein so straff geführtes Land wie Saudi-Arabien (die hacken dort auch Köpfe ab – ganz legal, offiziell, öffentlich und in zunehmendem Maße, siehe FAZ) seine Milliardäre nicht im Griff hat, die Terror in der islamischen Welt finanzieren – anstatt Gelder in soziale Projekte anständiger Moslems fließen zu lassen, von denen es unglaublich viele gibt? Wieso ist das Köpfen von Seiten der Bewegung IS eigentlich so viel schlimmer als des Köpfen von Menschen in jenen Ländern, die die IS finanzieren?

Wieso beschwert sich eigentlich niemand darüber, dass die USA Unmengen an Kriegsgerät im Irak liegen gelassen haben, dass nun Terrorbrigaden zu Ruhm verhilft? Wäre es vielleicht weise gewesen, den ungläubigen Saddam Hussein dort einfach weiter regieren zu lassen, als die ganze Region mit enormen Geldern von amerikanischen Steuerzahlen vollständig zu destabilisieren? Wäre es nicht interessant, mal zu erfahren, welche Spender in Saudi-Arabien genau die IS finanziert haben – und wie sie mit der Familie Bush aus den USA verknüpft sind?

Fragen über Fragen – auf die wir keine Antworten bekommen werden – obwohl sie unseren Herrschern vorliegen, siehe Zeit:

In der Tat, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union wissen seit Langem, dass die gekrönten Häupter von Kuwait, Qatar, den Emiraten und Saudi-Arabien alle Augen zudrücken, wenn superreiche Privatleute, salafistische Stiftungen und Moscheevereine sunnitische Gotteskrieger finanzieren

EU und USA wissen das … und drücken ebenfalls die Augen zu. Wieso eigentlich? Die Fakten sind erschreckend:

„Saudi-Arabien bleibt ein entscheidender Geldgeber von Al-Kaida, den Taliban und anderen Terrorgruppen“, urteilte laut Wikileaks bereits 2009 die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton. 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001 stammten aus dem Königreich, mittlerweile sind nach Schätzungen diverser Geheimdienste 3.000 bis 4.000 junge Saudis in Syrien auf heiligem Kriegspfad, die meisten in den Reihen der schwarzen Kommandos des Islamischen Staates (IS).

Die bauen sich da eine private Waffen-SS auf, die mit gleicher Brutalität vorgeht wie bei Fanatikern dieser Art üblich – und niemand protestiert gegen Saudi-Arabien? Oder bombadiert es? Jenes Land, das vor kurzem noch Frauen auspeitschen lies (150 Hiebe), wenn man sie beim Autofahren erwischte? (siehe Focus).

Nun – verbucht wird das jetzt alles unter der Parole „Kampf gegen den Islam“.

Wie wäre es eigentlich, wenn man den Kampf gegen den Islam … den anderen Religionen überließe? Ganz im Sinne der freien Marktwirtschaft? Wir haben hier eigene Anbieter auf diesem Gebiet  – in zwei Geschmacksrichtungen: Protestanten und Katholiken. Es wäre primär deren Aufgabe, um die Seelen ihrer Schäfchen zu ringen … und nicht Aufgabe des Staates oder selbsternannter Bürgerwehren, hier zur Tat zu schreiten, weil ihnen die Religion des Mitmenschen gerade nicht in den Kram passt und man seine Ausländerfeindlichkeit so gut auf eine Zielgruppe lenken kann.

Merken Sie, dass man – wie bei Putin – immer verwirrter werden kann, wenn man nicht einfach nur kopflos der neuesten Sau hinterher rennt, die hier durchs Dorf getrieben wird?

Unterm Strich bauen sich dort die Freunde von US-Präsidenten mit US-Waffen einen privaten Staat, um das Recht Saudi-Arabiens aufs Köpfen unbequemer Mitmenschen oder das Recht auf Sklavenhaltung in Katar (siehe Welt)  auch auf die Herrschaftsgebiete ehedem sozialistisch orientierter Staaten auszuweiten. Ja – Syrien und der Irak galten lange Zeit als enge Freunde des Warschauer Paktes, dessen Netzwerk seit dem Ende des Kalten Krieges konsequent weiter ausgerottet wird, um die Idee einer durch die Macht des Staates garantierten sozialen Gerechtigkeit ein für alle Mal völlig auszumerzen.

Ja – vergessen wir oft, oder? Ursprünglich waren die Sozialisten angetreten, die Ungerechtigkeit, die Folter, die Armut und die Unterdrückung der Menschheit durch die … nennen wir sie mal – Oligarchen … ein für alle mal zu beenden. Die Oligarchen jedoch haben – nach ersten Rückschlägen – wieder die Oberhand gewonnen.

Wieso finanzieren sie die IS, dulden sie, rüsten sie mit Waffen aus?

Nun – es war schon für die CIA (die sich durch aktuelle Entlarvungen über Folter mal wieder selbst als Terrororganisation jenseits aller Menschenrechte dargestellt hat, als unkontrollierbarer „Staat im Staate“ – siehe Spiegel. Angesichts der gelebten Moral dieser Behörde sollte man sich zurecht fragen, was die eigentlich sonst noch alles so verbrechen) immer nützlich, islamische Attentäterkommandos zu haben, die gegen „die Russen“ kämpften .. wie zum Beispiel Osama Bin Laden in Afghanistan. Ist in etwa so, als hätte man eine internationale SA, die immer dort zuschlägt – präzise, brutal und unaufhaltsam – wo man gerade Gegner vermutet. Und stattet man sie über arabische Freunde mit islamischen Fähnchen aus, zerstört man die Religion an ihrer Basis, was dazu führt, dass in Deutschland traditionelle unchristliche Amerikahasser auf einmal antiislamische Demonstrationen zur großen Verunsicherung von Politik und Justiz durchführen.

Verrückte Welt, oder?

Wobei die Motive der antiislamischen Demonstranten ähnlich sind wie die ihrer „muslimischen“ Feinde: man will soziale Gerechtigkeit (siehe Jan Fleischauer im Spiegel über die Motivation von „Pegida“)

Darf ich jetzt noch fragen, mit welchem Geld diese Demonstrationen in Deutschland organisiert werden? Wer da die Schläger des Westens zu schwarzen Kommandos umbaut … die ihren orientalischen Gesinnungsgenossen in der Tat auch im Outfit ähneln?

Nein – das wird zu unbequem. Wie immer, wenn wir die „die-Welt-ist-ein-lustiger-Ponyhof“-Version der Realitätsvorstellungen unserer Regierungs- und Konzernsprecher hinter uns lassen, droht uns hier eine Anklage wegen Verdacht auf Formulierung einer Verschwörungstheorie.

Oder ist das immer noch straffrei? Echt?

 

 

 

 

 

 

 

Neoliberaler Zotenkönig wird Volksheld wegen Volksverhetzung: Bundesrepublik verwahrlost zusehends

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Mittwoch, 29.10.2014. Eifel. Na, da ist ja jetzt mal eine Aufregung im Land. Endlich endlich hat der verblödete Mob etwas gefunden, an dem er sich abarbeiten kann: den Moslem. Juden waren alle, arbeitslos war man selber: wie dankbar wird doch dieses neue Ziel aufgenommen, dass die deutsche Volksgemeinschaft endlich wieder vereint – wie damals, wie früher, als noch alles heil und gut war – so heil und gut, dass auch alle dauernd vor Begeisterung „Heil“ riefen. Alles war Heil, weil man endlich einen Bösen gefunden hatte, der an allem Schuld war: gerade in Deutschland ein gefundenes Fressen für alle.

Warum die Aufregung? Nun – ein Satiriker hat endlich mal die Wahrheit gesagt – und wurde dafür angezeigt. Was für ein Skandal! Ich habe da auch eine Reihe schöne Zitate gefunden, wegen denen ich den Mann auch angezeigt hätte:

„Gerechtigkeit wird ja bei uns häufig falsch verstanden. Viele Leute glauben ja, Gerechtigkeit ist, wenn die anderen auf keinen Fall mehr haben als ich. Und das ist ja erstmal so nicht richtig. Aber da sind eigentlich auch Besitzende und Nicht-Besitzende völlig gleich ignorant. Die Besitzenden sagen: muß man den immer alles auf einmal wollen? Wohnen und essen? Wobei die Nicht-Besitzenden manchmal gar nicht mehr merken, daß ihr gesamtes Leben von der Gemeinschaft bezahlt wird – und daß das ja auch ein schöner Vorgang ist; und in der Geschichte auch relativ einzigartig. Und das ist ja auch toll.
Wir haben in sofern einen gesunden Ausgleich: Alle sind beleidigt.“

Ja – so nebenbei alle Nichtmillionäre mal als Sozialschmarotzer dargestellt: man versteht, warum die Banken nur noch Kunden mit Barvermögen über 100 000 Euro wollen – die neoliberale Satire marschiert stramm vorne weg. Aber Satire darf ja alles.

Mehr nuhrselige Hetzreden gibt es bei der Neoliberalyse, sogar als ganzes Buch. Ja – manche Leute gebrauchen ihren Kopf noch häufiger als ihr Maul. Wird seltener – aber Hauptsache, es ist lustig.

Natürlich muss Satire alles dürfen müssen – auch wenn sie im Gleichschritt mit dem „Stürmer“marschiert. Merkt man heute mangels Geschichtsunterricht auch gar nicht mehr. Auch damals konnte man super Zoten über Juden reißen – gibt es heute noch als Judenwitze. Funktionieren genau wie Moslemwitze, haben auch oft den gleichen Inhalt und immer die gleiche entmenschlichende Zielrichtung. Ist aber auch kein Problem: Wenn man Zotenkönig von Deutschland werden will, darf man sich von sozialen und humanen Regungen nicht beeinflussen lassen – der Mob kauft nur Karten, wenn die Schwarte kracht und man grölen kann.

Geht man zu den Leuten mit mehr Hirn als Honoraren, wird es ja auch gleich wieder bedenklicher und weniger lustig (siehe Hamburger Abendblatt):

Nach den Worten des Direktors des Osnabrücker Instituts für Islamische Theologie, Bülent Ucar, arbeitet Nuhr mit Verallgemeinerungen und bedient Vorurteile gegen den Islam. Das falle zwar unter die Meinungs- und Kunstfreiheit. „Geschmacklose Zoten auf Kosten einer religiösen Gemeinschaft sind jedoch nicht mutig oder kritisch, sondern wohlfeil.“

Als ob der sich nur über Religion lustig machen würde. Schwiegermutters Liebling hat noch ganz andere lustige Pläne, die der „Westen“ mal für uns veröffentlicht hat:

„Es gibt zu viele Menschen auf der Welt. Ein paar müssen einfach weg. Wer, darüber gibt es von Kontinent zu Kontinent unterschiedliche Meinungen. Obwohl… im Moment könnte man sich vermutlich auf die Griechen einigen.“

Ha, was haben wir gelacht! Adolf Hitler hat auch solche Späße gemacht – was war das lustig!

Gut – aber jetzt geht es gegen Muslime. Das die nun wirklich ultraböse sind, ist ja der ganz neue Hit der westlichen Welt. Ja was denn … es gibt zu viele Menschen auf der Welt, ein paar müssen weg – einigen wir uns auf Moslems! Die wohnen in Ländern mit kleineren Streitkräften, haben kaum Luftwaffe, sind durch Streubomben leicht zu erledigen – nur noch ein paar kleine Zoten und alle klatschen dann auch, wenn es den Mustafa zerfetzt und den Omar verkohlt.

Was meint der Meister selbst dazu? Gegenüber der Augsburger Allgemeinen hat er sich mal geäußert:

Zum „Hassprediger“-Vorwurf von Salafistenseite meinte er: „Das ist so, als würden die Nazis für Meinungsfreiheit eintreten.“

Ja – das tun die Nazis übrigens auch – mit den gleichen Argumenten, mit denen Herr Nuhr seine Ausführungen verteidigt.

Nuhr hat kein Verständnis für die Zurückhaltung seiner Kollegen und dafür, „dass die bei uns lange erkämpfte Meinungsfreiheit nicht mehr ernst genommen wird, wenn sich jemand beleidigt zeigt“.

Man wird ja wohl nochmal sagen dürfen, dass … ja, nicht der reiche Jude die Welt regiert, aber dass der primitive Moslem bombadiert gehört.

Ja – die Meinungsfreiheit. Sie hat in der Tat Grenzen. Geht aber nicht ums „beleidigt sein“ – so was kann nur ein Schelm denken. Aber das ist er ja auch: ein Schelm.Die Grenzen der Meinungsfreiheit sind klar beschrieben, sie liegen hier (siehe Gesetze im Internet):

Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Warum das schlimm ist, allgemein gegen eine Gruppe vorzugehen statt nur gegen die kriminellen Elemente in ihr?

Die Antwort ist leicht gegeben. Und nur gut, dass wir sie schon haben, dass könnte eine Wiederholung verhindern.

Sie lautet: Auschwitz.

Es gibt auch ganze wissenschaftliche Analysen darüber: Die Arbeit über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die nicht umsonst den Islam ausdrücklich nennt:

In einer neueren Analyse haben wir zwei weitere Merkmale zur Bestimmung des GMF-Syndroms geprüft und nachgewiesen. Erstens gehen wir davon aus, dass die zum Teil sehr unterschiedlichen Elemente des Syndroms – wie zum Beispiel die Abwertung von Behinderten und die Islamfeindlichkeit – dieselben Ursachen haben können. Wir zeigen, dass zum Beispiel das individuelle Gefühl, es ginge »den Deutschen im Vergleich zu ›Ausländern‹ schlechter«, die Abwertung aller Gruppen, die im Syndrom angesprochen sind (z. B. Behinderte, Juden, Moslems oder Obdachlose), bestimmt.

Macht der eigentlich auch Witze über Behinderte? Die Obdachlosen hat er ja schon im Visier – siehe oben.

Wir wissen ja jetzt dank dem Herrn Nuhr, dass alle Salafisten Nazis sind. Ja – hat der ganz geschicket eingestreut: Aufklärungsunterricht der ganz besonderen Art. Man merkt: der ist intelligent. Das war Dr. Mengele auch.

Warum gehe ich hier so hart ins Gericht? Verteidige einen Paragraphen, der die Meinungsfreiheit angreift? (Ja, § 130 ist vielen überzeugten Deutschen ein Dorn im Auge, verhindert er doch, dass man so richtig auf die Kacke hauen kann).

Nun – ich habe meinen Geschichtsunterricht nicht durch Herrn Nuhr erhalten, ich kann mich noch daran erinnern, dass es mal Menschen gab, die in der Tat aus den Schrecken des zweiten Weltkrieges gelernt haben. Ja – das kann man: lernen. Ist nicht so lustig wie Zoten kloppen – aber das Leben ist halt nicht nur ganzjähriger Karneval, auch wenn viele sich das kaum noch vorstellen können.

Ich war mal bei der UN, in New York. Dort wird ein ganz besonderes Dokument aufbewahrt: Die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte. Ich zitiere mal daraus – 50 Millionen Menschen haben ihr Leben für diese Erkenntnisse gegeben:

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Ja – so schafft man Frieden. Man begegnet sich einander im Geiste der Brüderlichkeit. Wer das nicht schafft … gehört zu den Menschenfeinden, auch wenn er sich selber rationaler Atheist nennt.

Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion,politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen Geburt oder sonstigem Stand.

Ist auch neu für den Herrn Nuhr: nicht nur die Moslems, auch die Armen haben Rechte. Ja, die, deren „gesamtes Leben von der Gemeinschaft bezahlt wird“. Und auch der Moslem hat die gleichen Rechte. Christen auch. Den Mythos vom intellektuell überlegenen Atheisten begegnet man in der Tat nur in bildungsfernen Schichten, wo grundlegende Erwägungen von Wahrheitstheorien nie wahr genommen worden sind. Wozu auch? Was ist schon schlimm daran, wenn man die Welt einfach mal wieder nach eigenem Gutdünken zur Scheibe erklärt: wir haben ja Meinungsfreiheit.

Ja, einen habe ich da noch. Den haben sich die Nationen dieser Welt auch auf die Fahnen geschrieben:

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen …. unabhängig davon, ob Hintern in die Höhe ragen oder nicht.

Ja – und wer den Menschen dieses Recht aberkennt – ob direkt durch Postulierung des Ausschließlichkeitsanspruchs atheistischer Weltanschauungen oder indirekt durch Beschimpfung, Verächtlichmachung oder Verleumdung ihrer jeweiligen Ausprägungen – der ist ein Menschenfeind.

Erst wenn man wieder vor Leichenbergen steht (wobei manchen skrupellosen, abgebrühten Gauklern wahrscheinlich auch dazu eine Zote einfallen wird: „Jetzt gibt´s wieder Platz für Griechen“, oder „wir haben ihnen nur in ihren Himmel geholfen“), wird man sich wieder erinnern, warum man sich nach dem letzten Weltkrieg diese seltsamen Rechte gegeben hat … und wie nützlich gewisse religiöse Rahmen für diese Rechte waren.

Aber bis dahin: ein „Sieg Heil“ der Lustigkeit!

Möge jeder eine Gruppe finden, über die er selbst sich gottgleich erheben kann.

Macht Nuhr eigentlich auch Witze über Dicke, Brillenträger, Schwule und Hauptschüler?

Wäre dasselbe Niveau …

Rotherham, Kindesmissbauch, Muslime und … Weltpolitik

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Donnerstag, 28.8.2014. Eifel. Es gibt Themen, zu denen habe ich keinen Zugang. Kindesmissbrauch, zum Beispiel. Der Begriff „Kind“ und der Begriff „Sexualität“ sind in meinem Hirn soweit getrennt wie die Begriffe „heiße Herdplatte“ und „Hand drauflegen“. Ähnlich gelagert war bei mir das Thema Vergewaltigung – es funktionierte nicht unter der Rubrik „Sexualität“, verstanden habe ich diese Handlungen erst, als ich sie unter der Rubrik „Macht“ abgespeichert habe, „Macht“ mit Querverbindung zu vernichtender Gewalt.

Ebenso habe ich Probleme mit dem Begriff „Islam“ oder „Moslem“. Für mich durchaus positiv besetzte Begriffe. Eingeführt in den Islam wurde ich durch eine überzeugte muslimische Psychiaterin einer deutschen Universitätsklinik, ihren Alltag erlebte ich bei Sufitänzen in moslemischen Zentren und ihre Zivilisationskritik teilen westliche Intelektuelle seit Jahrzehnten – ist ja auch nicht schwer, angesichts der Trümmer und Leichen, die diese Kultur weltweit hinterläßt … da hilft auch nicht das Mantra der Kanzlerin („Deutschland geht es gut“), um diese Tatsachen zu verdrängen, auch wenn Deutsche Mantren mögen („Wir marschieren zum ENDSIEG“ – war auch mal eins).

Obwohl ich dem Islam als einer hochethischen Religionsform sehr positiv gegenüberstehe, kann ich nicht umhin, gewissen Forderungen deutscher Politiker mit deutlicher Skepsis zu begegnen – wie zum Beispiel der Forderung des Sigmar Gabriel, mehr Muslime in öffentliche Ämter zu holen. Die Forderungen muten seltsam an, die Formulierungen sind haarsträubend (siehe: der Westen):

In Deutschland müssten nach Meinung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wesentlich mehr Muslime öffentliche Funktionen bekleiden. Es fehlten muslimische Richter, Staatsanwälte, Polizisten, Schulleiter. „Ich glaube, dass wir daran arbeiten müssen, Menschen Mut zu machen, sich sozusagen auch diesen Teil der deutschen Gesellschaft zu erobern“, sagte Gabriel am Mittwochabend beim Fastenbrechen in einer Kölner Moschee. 

Eine Religion aufzufordern, sich Teile des Staates zu erobern, klingt äußerst fremd in meinen Ohren. Wann werden praktizierende Esoteriker eingeladen, in die Verwaltung einzuziehen, wann Heiden und Schamanen? Auch hiervon gibt es in Deutschland eine Menge. Wann werden Christen und Atheisten aufgefordert, sich ihren Brocken Staat zu erobern? Seit wann qualifiziert eine Form der Religionsausübung zu einer öffentlichen Funktion?

Nun ja – wir haben es hier mit Politikern auf der Jagd nach Wählerstimmen zu tun … und sie reden hier mit den falschen „Kunden“. Die Moslems, die wir in der Eifel haben, sind sehr religiöse Menschen: kein Fernsehen, kein Fleisch, kein Konsumterror – es sind Menschen, von denen man sich wünscht, es würde mehr von ihnen geben, da sie den Ressourcen dieses Planeten gut tun.

Nun – von diesen Aspekten erfährt man in den Medien wenig, hier ist Religion seit 13 Jahren Feindbild – besonders die muslimische Form der Religion. Gut, es wird mokiert, dass sie kein gutes Bild von unserer Kultur haben – doch das kenne ich von Iranern seit der frühen Studienzeit: „Deutsche Frauen sind Huren“ – hieß es Anfang der achtziger Jahre …. und die Herren benutzten sie auch so. Waren allerdings keine sonderlich gläubigen Muslime, sondern Jungs mit dem Hauptberuf „Sohn“.

Was die Medien uns predigen, ist die Mär von einer rückständigen, barbarischen Sekte, die nicht zu kontrollieren ist und ausgerottet gehört. Ausgerottet? Ja – für die „Terrormilizen“ gibt es keinen Platz im 21. Jahrhundert – das meint wenigsten Präsident Obama, der mächtigste Mann der Welt (siehe Spiegel). Mir wird bei solchen Formulierungen sehr mulmig – lese ich doch mehr als nur die amtlich abgesegneten Medien. In den USA selbst zum Beispiel finden wir die „Current News„, die ein wunderschönes Foto von John McCain im engen Schulterschluss mit den „Terrormilizen“ zeigen – zu einer Zeit, als man die noch gegen Syrien einsetzen konnte. Damals hießen sie noch „Rebellen“ – und nicht „Terrormilizen“ … man muss hier fein differenzieren.

John McCain? Ja, genau der McCain, der davon ausging, dass der arabische Frühling bald auch China erreicht (siehe Standard) und der ebenfalls in Kiew auf dem Maidan auftrat (siehe Tagesschau) – bevor der Krieg ausbrach, der immer mehr Weltkrieg wird.

Darf man in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass augenscheinlich auch Osama bin Laden in den Diensten der Geheimdienste stand – bis zum 11.9.2001 (siehe Hintergrund)?

Man muss sich diese Verwicklungen vor Augen halten, wenn man sich nun einem Thema widmet, dass gerade Großbritannien aufwühlt: die unglaubliche Geschichte von sexuellem Missbrauch von 1400 Kindern in der Stadt nordenglischen Stadt.Rotherham (siehe Spiegel). Eine reißerische Geschichte – die allerdings uralt ist. Wir finden sie schon im Tagesspiegel aus dem Jahre 2011:

Zwar sind 80 Prozent der Sexualstraftäter in den Gefängnissen weiße Briten, aber nun sind die Zeitungen voll von Berichten über organisierte Banden von pakistanischstämmigen Muslimen, die weiße Mädchen systematisch als „Sexsklaven“ heranziehen. Nach Berichten der „Times“ wissen Polizei und Behörden schon lange von diesen „systematischen Misshandlungen“, unternahmen aber nichts – aus Furcht, Rechtsextremisten in die Hände zu spielen.

Diese Furcht vor den Rechtsextremisten scheint wohl auch die Zeit dazu animiert zu haben, den Hinweis auf Abstammung und Religionszugehörigkeit zu vermeiden und den Blick auf einen anderen Aspekt zu lenken (siehe Zeit):

In etwa einem Drittel der Fälle seien die Opfer bereits bei Kinderschutzeinrichtungen bekannt gewesen. Die Polizei der nordenglischen Region South Yorkshire habe den Ermittlungen keine Priorität eingeräumt und „viele der Kinder, die Opfer waren, mit Verachtung betrachtet“, sagte Jay.

Der Stern verdeutlicht dieses Versagen noch weiter:

Zwischen 2002 und 2006 habe es bereits drei Untersuchungen gegeben, die „in der Beschreibung der Lage in Rotherham nicht klarer hätten sein können“. Sie seien aktiv zurückgehalten oder ignoriert worden. „Das Versagen der örtlichen Behörden, das der Bericht bloßgestellt hat, ist erschreckend“, sagte der Regierungssprecher in London.

Nahezu wortgleiche Artikel findet man im Handelsblatt oder in der FAZ

Das Versagen der Behörden wird zum Hauptthema, vergessen wird, dass es sich hier um systematischen, ritualisierten Missbrauch handelt, der mehr als nur eine Stadt betraf (siehe BBC):

Rotherham was not the only community in the North and the Midlands to have uncovered such abuse. There have also been arrests or prosecutions of groups of men in 11 towns and cities, including Oldham, Rochdale and Derby.

Wo laufen wir jetzt hin mit unserer Mistgabel? Muslime jagen? Oder lieber die englische Verwaltung?

Halten Sie bitte noch einmal ein wenig inne – und legen Sie die Fackel erstmal wieder weg. Wir sind noch nicht fertig mit der Erarbeitung aller Facetten, die zur Urteilsfindung nötig sind. Lassen Sie uns erstmal zwei weitere Begriffe betrachten: „Kindesmissbrauch“ und „Großbritannien“. Hierzu gibt es auch Informationen, die überhaupt nichts mit dem Thema „Islam“ zu tun haben (siehe Tagesanzeiger):

Kein Tag scheint diesen Sommer zu vergehen, an dem nicht neue, schockierende Nachrichten über Kinderpornografie und den Missbrauch von Minderjährigen an die Öffentlichkeit kommen in Grossbritannien. Kürzlich erst hat die Polizei nach einem landesweiten Grosseinsatz die Verhaftung von 660 Personen gemeldet. Lehrer, Ärzte, Sozialarbeiter und ehemalige Polizeibeamte sind darunter, von denen einige bereits in Untersuchungshaft sitzen. 10’000 Namen insgesamt will die Polizei – einem Bericht der Londoner «Times» zufolge – auf ihrer Pädophilen-Liste haben.

Wir erfahren in dem Artikel noch mehr – Geschichten über eine 80-jährige Richterin, die den Opfern nicht wohlgesonnen ist, verschwundene Beweise gegen hochrangige Politiker … der Fall scheint einen anderen Geschmack zu bekommen. Erinnern Sie sich an den Fall Marc Dutroux? Ja, genau, der „Einzeltäter“, der immer behauptete, nur Zulieferer für einen Pädophilenring in höchsten Kreisen zu sein. Eine völlig unglaubwürdige Geschichte, gegen die viele Fachleute Sturm gelaufen sind. Man würde ihr auch nicht weiter nachgehen brauchen, wenn nicht … ja, wenn nicht das ZDF auf eine kleine Seltsamkeit hingewiesen hätte: in der Dokumentation „Marc Dutroux und die Kinderschänder“ vom 30. Januar 2001 werden 27 Todesfälle von Zeugen beschrieben, die in dem Prozess gegen Dutroux aussagen sollten – die Aufklärungsgruppe Krodokil hat den Fall Dutroux samt der Merkwürdigkeiten in einer umfangreichen Arbeit dokumentiert, in der man auch einiges über diese Todesfälle nachlesen kann.

Im Zusammenhang mit dem Artikel vom Tagesanzeiger erkennt man beunruhigende Paralellen im Umgang der Behörden mit systematischem und ritualisierten Kindesmissbrauch. Doch damit nicht genug: neben Großbritannien und Belgien hatte auch Portugal seinen Missbrauchsskandal (siehe Süddeutsche Zeitung):

Nach einem Marathon-Prozess spricht ein Gericht in Lissabon die Urteile gegen einen Pädophilenring: Bis zu 18 Jahre müssen dessen Mitglieder hinter Gitter – Politiker und Fernsehstars sollen jahrelang in einem Kinderheim missbraucht haben.

Fernsehstars? Da war doch was?

Natürlich – wieder zurück nach Großbritannien, wo neben Gary Glitter (siehe Spiegel) und Rolf Harris (siehe Spiegel) vor allem Jimmy Savile im Kinderschändergedächtnis geblieben ist (siehe FAZ):

Seine Opfer waren zwischen fünf und fünfundsiebzig Jahre alt. Die Vorwürfe reichen von anstößigen Bemerkungen bis hin zu drei Vergewaltigungen. Savile, der 2011 im Alter von 84 Jahren starb, soll sogar Tote geschändet und die Glasaugen von Toten als Ringe getragen haben.

Tote schänden, Leichenteile tragen? Wo kommen wir denn da hin? Richtig – weg vom Islam, hin zum rituellen Kindesmissbrauch im Satanismus, den es – folgen wir den Einträgen bei Wikipedia zur „rituellen Gewalt“ eigentlich gar nicht gibt. Außer natürlich in Rotherham – oder ist der systematische Missbrauch nicht-muslimischer Mädchen durch eine große, weit verzweigte „pakistanische“ Bande etwa nicht rituell? Nun – das hängt immer von der Definition ab – aber mir fallen ein paar dazu ein, die funktionieren würden – gerade im Bezug auf die „Heiligkeit“ der muslimischen Mädchen und die „Abartigkeit“ der westlichen Kinder, die abgestraft werden mußten (siehe Wikipedia):

Rituelle Gewalt ist eine Form der organisierten Gewalt. Sie wird in Gruppierungen ausgeübt, die ihre Handlungen in ein Glaubenssystem einbetten oder ein Glaubenssystem vortäuschen.

Richtig – wir sind jetzt voll im antiislamischen Fahrwasser. Doch bevor wir mit Feuer und Mistgabel die nächste Dönerbude niederbrennen, sollten wir vielleicht kurz innehalten. Sicher – wir kommen hier in Bereiche der verbotenen politischen Wahrheitstheorien (von der Täterseite her gerne als „Verschwörungstheorien“ verharmlost), plötzlich fällt uns auch der Bohemian Grove auf, ein weiterer Tummelplatz der politischen, wirtschaftlichen und medialen Elite, die dort lustig kostümiert vor einer Eulenstatue (unter anderem das Symbol der kinderfressenden Göttin Lillith) Brandopfer von Kindern simuliert – Themen, die der sensationshungrige Main-Stream in den Medien nicht weiter untersuchen möchte … seltsamerweise.

Und ja: es gibt Gerüchte, das George Bush, sein potentieller Nachfolger McCain und Obama dort im Jahre 2008 zusammentrafen – aber es sind wirklich nur Gerüchte.

Sie merken vielleicht: ich möchte die Dönerbude vor dem impulsiven Niederbrennen schützen – und lieber erstmal zum Nachdenken anregen.

In das abartige Denken von Kinderschändern kann ich mich – wie anfangs geschildert – noch nicht mal bruchstückhaft hineindenken. Aber das Thema Macht – das ist leichter zu begreifen.

Tja – Pakistan. Der große Verbündete der USA im Kampf gegen den Terror, einzige „islamische“ Atommacht, deren Geheimdienst scheinbar in die Finanzierung eines der Attentäter von nine-eleven verstrickt war (siehe Dawn – eine weit verbreitete englischsprachige Zeitung in Pakistan). Kann es sein, dass man da als Verschwörer schnell Freunde findet – aus alter Gewohnheit heraus?

Oh weih – jetzt bewegen wir uns schon wieder in den Bereichen „verbotenen“ Denkens, jenes Denkens, das vermutet dass Plan und Absicht hinter politischen Taten stecken – anstatt Würfel und Roulette.

Ein John McCain in Rotherham, der eine pakistanische Bande zu unglaublichen sexuellen Exzessen anstachelt? Nun – sicher nicht er selbst … aber „interessierte Kreise“, die Zwietracht und Hass säen wollen – wie in Syrien, im Irak, Libyen, in Ägypten, in China, Russland und der Ukraine?

Braucht man nicht eine gewisse „Stimmung“, um dafür zu sorgen, das für Muslime im 21. Jahrhundert kein Platz mehr ist? Braucht man dafür nicht die Mitarbeit breiter Bevölkerungskreise? Ließe sich das duldsame Verhalten der britischen Behörden in dieser äußerst ekelerregenden Angelegenheit nicht auch ganz anders erklären … und sei es nur mit dem geflüsterten Hinweis, dass alle Berichte über „sexuellen Missbrauch im Köngreich ihrer Majestät“ einem großen Tabu unterliegen? Einem Tabu, dessen Bruch tödliche Folgen wie in Belgien haben kann?

Von kriegstreibenden Kreisen instrumentalisierte Moslems – mit politischem Druck in die deutsche Verwaltung gebracht – können gesellschaftliche Gefüge schon ziemlich auseinandertreiben.

Ein Horrogemälde?

Sicher.

Es geht aber bei der Wahrheitsfindung nicht darum, dass nur das wahr zu sein hat, was der Bundeskanzlerin bei der Steuerung der Bevölkerung nützt. Als demokratische Zivilgesellschaft sollten wir – erst recht nach den real vorhandenen folgenreichen Manipulationen der letzten Jahre – gelegentlich mal die Pfade des „erlaubten Denkens“ verlassen.

Dazu gehört auch, dass sich die Berichte in Deutschland auf die schottische Professorin Alexis Jay zurückgehen … kurz vor einer Abstimmung über Schottlands Selbständigkeit – was ganz andere mögliche Hintergründe der Geschichte aufzeigen kann.

Wohin also nun mit Fackel und Mistgabel, aufgeputscht, wie wir gerade sind?

In den Keller, wo sie keinen Unfug anrichten können. Jedenfalls solange, bis uns klar wird, wer warum welche Information wo und wann zu welchem Zwecke veröffentlicht – und wie wahr diese Informationen eigentlich sind.

Und wer jetzt die Verschwörungstheorie formuliert, dass der Gabriel Al Kaida (oder andere, vom CIA missbrauchte Idealisten – Entschuldigung: Terroristen) in die Stadtverwaltung von Bielefeld einschleusen will … der tut das auf eigene Gefahr.

Wer sich aber jetzt aufmachen möchte, mal gründlich zu recherchieren, was bezüglich Kindesmissbrauch in Europa hinter den Kulissen der wohlfeilen Elite vor sich geht, wird in mir einen eifrigen Leser finden – mir selbst ist, wie geschildert, das Thema zu fremd ….allerdings fällt es mir schwer, es auf Muslime in Rotherham zu reduzieren.

 

Verkehr, Markt, Staat: der Raubmensch und seine tödlichen Götter im 21. Jahrhundert

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 22.8.2014. Eifel. Es gibt Tage, da muss man mal mutig sein. Tage, an denen Jammern und Klagen nicht hilft, an denen man sich der nackte, kalten, brutalen Realität des Lebens stellen muss – jener Realität, die nicht mit ein paar lockeren Sprüchen aus low-budget Motivationsseminaren bewältigt werden kann, einer Realität, die die Wirksamkeit des eigenen Selbst vollkommen in Frage stellt und aus der ganzen Menschheit nur eins macht: Schlachtvieh für wahnsinnige Götter.

Götter? Ja, ich habe diesen Begriff mal wieder aus der alten Klamottenkiste herausgeholt. Die Philosophie kämpft seit 3000 Jahren gegen sie an – gegen sie und ihr Bodenpersonal. Gemeint ist nicht der liebende Gott der Christenheit oder das allselige Nichts des Buddhismus, sondern jene Bande von psychopathischen Egomanen, die die Ernte verdarben, das Haus in Brand steckten, Frauen und Kinder entführten, vergewaltigten und ermordeten oder einfach nur zum Vergnügen (oder aus blindem Zorn und finsterer Rache heraus) Folter und Quälerei ausführten – immer mit einem höhnischen Grinsen im Gesicht.

Seltsame Erklärung? Lesen Sie doch einfach mal die altnorischen Sagen der Edda – oder die Göttergeschichten der altgriechischen Sagenwelt … und denken Sie bitte daran, dass für die Menschen vor Ort diese Götter bzw. die von ihnen ausgehende Bedrohung genauso real war, wie für uns die Bedrohung durch „den Verkehr“. Und huch: da haben wir gleich einen Gott, der die Vernichtung durch die Philosophie überlebt hat. Doch halt: wie definiert man eigentlich einen „Gott“? Ich möchte eine Definition vorschlagen, die sich am alltäglichen Sprachgebrauch anlehnt, der ja auch den „Fußballgott“ kennt: ein Gott ist eine übermenschliche Macht, die jederzeit willkürlich in das Leben des Menschen eingreifen kann und gesamtgesellschaftlich alternativlos Opfer fordert, eine Macht, der der Mensch aber gleichzeitig auch Verehrung entgegenbringt … wie dem „Verkehr“.

Ja – wir regen uns darüber auf, dass in der Bibel ein Gott von seinem Gefolgsmann ein Menschenopfer fordert … das wir jedoch jährlich tausende von Menschen unserer Infrastruktur opfern, wird gelassen hingenommen – so wie früher der Tod durch Blitzschlag als Zorn Gottes hingenommen wurde, bis man den Blitzableiter erfand. Natürlich ist die Zahl der Opfer nicht mehr so hoch wie früher – aber tröstet das wirklich die Angehörigen der in die Hunderttausende gehenden Opfer des Gottes „Verkehr“?

Ebenso huldigen hunderttausende ja Millionen eifrige Anbeter dieser Gottheit – sie bauen ihr Straßen, dass sie fließen kann und Transportkörperchen, die in diesen Asphaltadern wichtige Nährstoffe transportieren: fast wie Blutbahnen durchziehen sie das Land, zerschneiden ehedem gesunde Landschaft (und sogar Dörfer) in willkürlich gesetzte Fragmente, verseuchen dabei durch Abgase jegliche Anbaufläche entlang der planierten Strecken und vergiften so weite Teile der Bevölkerung – vor allem in den Städten – und das soll „normal“ sein … oder „vernünftig“?

Millionen und abermillionen von Menschen sind von diesen Transporten abhängig – bleiben sie aus, beginnt das große Sterben in den Städten. War das unsere Vision von Freiheit, als wir uns von den Fesseln der heidnischen Gottesbilder lösten?

Wir haben aber noch andere Monster, die uns bedrohen. Monster? Nein – heutzutage sind sie Götter, weil die Menschen sie anbeten, zu ihnen flehen, von ihnen die Erlösung vom Leid erwarten – ich denke da z.B. an die „Märkte“, irdische Gewalten, die für den einzelnen Menschen ebenso unbegreiflich sind wie das Treiben von Zeus und Odin  und ebenso sind wir ihren Gewalten hilflos ausgeliefert. Nein – sind wir  nicht, meinen Sie? Wissen Sie, was Märkte machen?

Märkte verderben die Ernte … bzw. sorgen durch Nahrungsmittelspekulationen dafür, das der PREIS zwischen den Menschen und ihrer Nahrung steht – manchmal ist er unüberwindbar. Sie vertreiben Menschen aus ihren Häusern (selten durch Brand, sehr häufig durch „Modernisierung“), vernichten ihre Arbeitsplätze, ersetzen sie durch Maschinen (die inzwischen sogar an der Börse in wenigen Millisekunden durch Hochgeschwindigkeitshandel das Schicksal ganzer Nationen leiten können), entführen Menschen aus den Familien (wenn Papa oder Mama zwecks Arbeit nach Dhubai ziehen müssen), ja – sie vernichten sogar die Vermögen jener, die ihnen huldigen und eifrigst zu Füssen liegen: so einen übermächtigen, blinden, willkürlichen, sich selbst in ewiger Agonie verschlingenden Gott hatten wir in der Geschichte der Religionen kaum … und wenn, dann war er wie die babylonische Tiamat oder die indische Kali ziemlich finster.

Ein Beispiel? In München haben „die Märkte“ gerade 32000 Wohnungen an sich gerissen, die Mieten verdoppelt und so die Bewohner vertrieben (siehe Abendzeitung München): dazu brauche man früher Vulkanausbrüche oder Erdbeben – also „Zorn Gottes“ live. Mongolenhorden reichten aber auch. Ähnliches wird aus Berlin berichtet (siehe Kraftfuttermischwerk).

Ich merke, Sie haben immer noch Probleme, diese Sichtweise nachzuvollziehen. Darum möchte ich Sie zu einem Experiment einladen, einem Gedankenexperiment. Nehmen wir einmal an, ihr Land wird angegriffen. Der Angreifer sprengt ein Hochhaus in die Luft, 3000 Menschen sterben, viele werden verletzt. Wie ist ihre emotionale Reaktion? Trauer, Verzweiflung, Wut … und Jagd auf den Täter. Genau das aber macht „der Verkehr“ – jedes Jahr,  nicht nur am 11.9.2001 … und das sind auch nur die Toten in Deutschland. Wie ist aber ihre emotionale Reaktion auf die Forderung, Krieg gegen den Verkehr zu führen? Schauen Sie bitte genau hin – die Gefühle entsprechen jenen, die früher erweckt wurden, als es um den Kampf gegen die Götter ging: undenkbar, umöglich, Sakrileg.

Und Sie wollen wirklich ein freies, selbstverantwortliches, selbstbewusstes Leben führen? Im Ernst?

Kommen wir zum nächsten Ungeheuer, zum nächsten Alptraum, zum nächsten Gott: dem „Staat“.  Friedrich Nietzsche hatte was über ihn gesagt (siehe: dieDenker)

„Irgendwo giebt es noch Völker und Heerden, doch nicht bei uns, meine Brüder: da giebt es Staaten.
Staat? Was ist das? Wohlan! Jetzt thut mir die Ohren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vom Tode der Völker.
Staat heisst das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: „Ich, der Staat, bin das Volk.“
Lüge ist’s! Schaffende waren es, die schufen die Völker und hängten einen Glauben und eine Liebe über sie hin: also dienten sie dem Leben.
Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für Viele und heissen sie Staat: sie hängen ein Schwert und hundert Begierden über sie hin.

Schwierige Worte, alte Worte, häufig falsch verstandene Worte und doch: Worte, die so aktuell sind wie eh und jeh. Staat – ja, „Vater Staat“ – so kommt er daher, wie ein Abziehbild des gütigen Christengottes, der dann Hilfe verspricht, wenn die Gewalten der Welt über das hilflose Individuum hereinbrechen: Unfall, Krankheit, Invalidität, Feuersbrünste, Missernten, Raub, Diebstahl, Betrug, Alter … all´ die alten Monstren des Alltags versprach der Staat zu vertreiben. Doch – wie Nietzsche schon sah: es war eine Lüge.

Ein Schwert? Ja – zum „Staat“ gehört das Gewaltmonopol … und noch viel mehr: zum Beispiel die Tatsache, dass „der Staat“gerne seine Eingeborenen für sich veranschlagt, um gegen einen anderen „Staat“ erbittert Krieg zu führen – so als würden die Menschen Thor im Krieg gegen Loki folgen und die Händel persönlich an deren Statt austragen …. was sie dann ja auch tun, gerade heute wieder: wir stehen dicht davor, als „Deutschland“ geschlossen mit den gesamten anderen „Staaten“ der Nato (siehe Vorarlberg.aktuell) mit den teils rechtsradikalen Putschisten in der Ukraine gegen „Russland“ zu ziehen – und schlucken diesen Wahnsinn, als sei er selbstverständlich.

Sagen Sie mal ehrlich: hat Ihnen „Russland“ jemals in Ihrem Leben irgendetwas getan? Wahrscheinlich nicht, denn „Russland“ ist weit weg und quält seine Bürger auf seine Art. Schauen wir aber einfach mal, was unser „Deutschland“ mit uns macht.

Sind wir nicht mehr verwertbar für „die Märkte“, können unseren täglichen Götzendienst für den „Verkehr“ nicht mehr im ausreichenden Maße leisten, gibt es wieder Selektionsrampen – für Arbeitslose. Ich weiß: Sie mögen die Vergleiche mit dem Dritten Reich nicht, das ist außerordentlich unbequem und am liebsten möchten sie die ganze Geschichte als kleinen Unfall bewerten, der aus Versehen passierte und sich nie nie nie wiederholen kann: doch mit diesem Wunschdenken verlassen Sie den Bereich der historischen Analyse und begeben sich in die Welt des Wunschdenkens und der Phantasterei. Das mag ganz heilsam sein, hält aber weltliche Gewalten nicht auf. Wir Philosophen schauen ja auch eher auf die Qualität als auf die Quantität – und für uns unterscheidet sich das Prinzip „Selektionsrampen“ nicht sonderlich, es ist überall das gleiche: hier werden Hartz-IV-Abhängige mit staatliche Gewalt an der Rampe selektiert … und zwar zu unentgeldlicher Zangsarbeit (siehe gegen-Hartz). Das ist kein Einzelfall: „Null-Euro-Jobs“ werden auch in Hamburg eingerichtet (siehe gegen-hartz), wir verlassen des Heilsversprechen des Staates mit großer Hast – Maschinen sorgen ständig dafür, dass der Bürger immer überflüssiger wird.

Die Diener des Staates jedoch – die dürfen abgreifen ohne Ende: so meldet die Bildzeitung, dass in der gleichen Stadt, die „Null-Euro-Jobs“ als Modell der Zukunft erprobt, Luxuspensionen für Staatsdiener im Senat geplant werden (siehe Bild). Gleichzeitig entwickeln sich die Parteien – Stammesbünde der politischen Kaste – zu Parasiten der besonderen Art: trotz Krise haben die Parteien ein gigantisches Vermögen von 450 Millionen Euro angehäuft – Quell dieses Luxus sind die ständig steigenden Rekorddiäten der letzten Jahre (siehe DWN), zudem kommen noch 45 Millionen Euro jährlich durch Sponsoring dazu (siehe DWN).

Das Volk ist so reich wie nie – 5 Billionen Euro hat es angespart … jedenfalls ein paar von ihnen (siehe Tagesspiegel). Der Staat – früher mal als solidarischer Schutzbund verstanden – ist mit 2 Billionen Euro hoch verschuldet, ganze Städte stehen vor dem Bankrott (aktuell Gera, siehe Welt) – dabei könnte ein zinsloser Kredit der Gewinner das ganze Land morgen schuldenfrei machen und seinen Bürgern wieder Zukunft schenken.

Doch damit nicht genug der staatlichen Tollerei. Mit viel Geld entwicklen staatliche Organe in Zusammenarbeit mit Zulieferern der NSA Trojaner, der verdächtige Bürger ausspionieren soll (siehe Spiegel), während man offensichtliche Täter offenbar durch gezielte Sabotage der Ermittlungen vor staatlicher Verfolgung schützt: so jedenfalls lautet der Verdacht das NSU-Untersuchungsausschusses (siehe Stern): der Staat gebärdet sich als Feind seiner Bürger – nicht nur im sozialen Bereich.

Die Menschen jedoch huldigen ihm wie einen Gott, schwenken Deutschlandfähnchen, schmücken ihre Autos und Wohnungen in schwarz-rot-gold und nehmen jeglichen Terror freudig hin,  hier gilt es, sich zu einem Gotte zu bekennen, seine Zeichen in die Welt zu tragen und sich mit aller Kraft hinter ihm zu stellen … was ihm (wie auch Märkten und Verkehr) überhaupt erstmal seine Macht gibt.

Nun jedoch dürstet dem Staat wieder nach Blut, sein Oberhaupt selbst „fordert größere Bereitschaft zu Militäreinsätzen“ (siehe Spiegel) – und weltweit bilden sich fast wöchentlich neue Krisenherde, die Massenmord versprechen. Im Handumdrehen verdreht „Gott“ Staat alle Werte, liefert jenen Waffen, die gestern noch Feinde waren und morgen wieder Feinde werden (jedenfalls Feinde des Nato-Partners Türkei): ein ominöser „Fünferrat“ ändert ohne jegliche Not die Politik der ganzen Nation: Steinmeier, von der Leyen, Gabriel, Merkel und Schäuble heißen die Hohepriester, die nun Waffen in Krisengebiete liefern (siehe Welt) und so dem Bürger des Landes seine ganze Ohnmacht, seine Hiflosigkeit und Abhängigkeit demonstrieren.

Das ist der letzte Todesstoß der neuen Götter, die sich alle hinter einem einzigen Begriff verstecken: dem der „Sachzwänge“, die den Tod jeglicher Verantwortung, jeglicher Freiheit, jeglicher Gleichheit oder Brüderlichkeit bedeuten. Fünf Menschen bestimmen, dass ein ganzes Land hilft, Öl ins Feuer zu gießen.

Und der Mensch selbst? Erlebt sich wieder abhängig von unkontrollierbaren Gewalten, die manchmal willkürlich und manchmal mit boshafter Absicht in sein Leben eingreifen … wie schon vor 3000 Jahren. Und er muss beständig auf der Hut sein, dass er sich nicht der schlimmsten aller Wahrheiten stellt: Schuld an allem ist er selbst – meint Meinhard Miegel (siehe FAZ):

Die nüchterne und oft brutale Wahrheit ist: Beim derzeitigen Wissens- und Könnensstand ist der materielle Lebensstandard, den die Menschen in den früh industrialisierten Ländern pflegen – und zwar alle vom Millionär bis hin zum Grundsicherungsbezieher -, nur unter Bedingungen zerstörerischer Ausbeutung von materiellen Ressourcen, Umwelt und nicht zuletzt Menschen möglich.

Ja – der Dienst an unseren Götter macht uns zu Tätern … und zu einer besonderen Art, Gattung, Kaste von Menschen:

Wie die Dinge liegen, lebt eigentlich nur der homo rapax, der räuberische Mensch, materiell angenehm. Zwar ist das nicht neu, hat sich aber im Laufe der Zeit institutionell verfestigt und betrifft nicht mehr nur Individuen, sondern ganze Völker.

Verkehr ist kein Gott – nur der Raubmensch macht ihn dazu. Der Markt ist kein Gott – außer für den Raubmenschen. Und der Staat ist ebenfalls kein Gott … es sei denn, man ist auf Beute aus.

Verhalten wir uns aber diesen weltlichen Mächten gegenüber, als seien sie ein Gott – unerreichbar fern, unbeeinflussbar durch menschliche Taten, allmächtig in der Durchsetzung ihres alternativlosen Willens: ja, dann sind sie auch welche.

Götter, die Menschen aus „ganz vernünftigen“ Gründen zur Schlachtbank führen werden.

Ihnen ist das immer noch zu unheimlich? Der Mensch im berauschenden Tanz um weltliche Götzen? Nun – wegen diesem Tanz und seinen tödlichen Folgen in der Dritten Welt haben wir uns den Hass vieler Teile des Islam zugezogen. Das hat gerade schlimme Folgen: die mögen nicht mehr sehen, wie ihre Kinder verhungern, während Deutschland den Superstar sucht oder sich nach dem Promi-Big-Brother verzehrt – somit sind sie wirklich eine „extreme Bedrohung für die USA“ – wie der US-Verteidigungsminister aktuell behauptet (siehe Spiegel).

Die Lösung des Problems ist jetzt schon klar und vom deutschen Fünferrat mitbeschlossen: aktive Massenvernichtung des politischen Gegners. „Willkommen im Neandertal“ – die Erste Allgemeine Verunsicherung hatte dereinst ein Lied dazu gesungen, das immer aktueller zu sein scheint.

Und was machen unsere Fünferratsmitglieder derweil? Sie predigen ganz offen den Glauben an einen neuen Gott, den Supergott. An Europa muss man glauben – rationale Gründe für das Supermonster gibt es nicht mehr … so jedenfalls könnte man die Worte eines Frank-Walter-Steinmeiers deuten, die er 2011 im Regensburger Domforum sprach (siehe Wochenblatt).

Wir sehen: der allmächtige Fünferrat ist sich der religiösen Dimension seines Treibens wohl bewusst.

 

 

 

 

 

 

 

Die Georgia Guide Stones und der Gott des Lebens: Das jüngste Gericht 2012 und die Kultur des Todes

Dienstag, 27.12.2011. Eifel. Die Eingeborenen der Industrieländer wissen, das heute der Tag ist, wo man die Geschäfte meiden sollte - die alljährliche Umtauschwelle rollt. Jene Kultur, deren Lebenssinn es ist, den ganzen Tag Dinge zu produzieren, die keiner braucht, schenkt sich an diesem Tag Dinge, die keiner will - was den 27.12. regelmässig zum Großumtauschtag der Nation werden lässt. Neunmal können wir angeblich unseren Planeten schon in Plastiktüten einwickeln - und das reicht uns nicht. Gut, das wir diesen mehrfach eingewickelten Planeten dank unserer militärischen Schlagkraft einige hundert Male vernichten können (bei effektivem gleichzeitigen Einsatz unseres Nuklearpotentials), da hinterlassen wir wenigstens keinen Müll. Mehr als jeder andere Tag lädt also dieser Tag zu einigen besinnlichen Gedanken ein, bevor man riskiert, von genervten Müttern mit riesigen Geländemobilen auf den Asphalt geschmiert zu werden wir Honig auf Brot. 

Ein Freund schickte mir einen Artikel aus "Spektrum der Wissenschaft" - "Sind Glauben und Wissenschaft miteinander vereinbar?" ... erscheint, glaube ich, im Januar 2012. Die Frage würde sich mir gar nicht stellen - die Wissenschaft vom Diesseits hat mit der Wissenschaft vom Jenseits nichts zu tun ... und "Glauben" sollte man sowieso gar nichts. Das ist natürlich einfach gesagt, das mit dem "Glauben", denn .... streng wissenschaftlich gesehen, können wir überhaupt nichts anderes tun als "glauben". "Wissen" ist für Menschen nicht erreichbar. Wir sind abhängig von dem, was unsere Sinne uns gestatten wahrzunehmen, bzw. was das Gehirn davon übrig lässt - eine sehr geringe Basis für "Wissen". Beim Jenseits sieht es nicht besser aus ... aber hier sind wir viel näher dran. Leider wird das auf den Schulen und den Universitäten nicht mehr gelehrt.

Dienstag, 27.12.2011. Eifel. Die Eingeborenen der Industrieländer wissen, das heute der Tag ist, wo man die Geschäfte meiden sollte – die alljährliche Umtauschwelle rollt. Jene Kultur, deren Lebenssinn es ist, den ganzen Tag Dinge zu produzieren, die keiner braucht, schenkt sich an diesem Tag Dinge, die keiner will – was den 27.12. regelmässig zum Großumtauschtag der Nation werden lässt. Neunmal können wir angeblich unseren Planeten schon in Plastiktüten einwickeln – und das reicht uns nicht. Gut, das wir diesen mehrfach eingewickelten Planeten dank unserer militärischen Schlagkraft einige hundert Male vernichten können (bei effektivem gleichzeitigen Einsatz unseres Nuklearpotentials), da hinterlassen wir wenigstens keinen Müll. Mehr als jeder andere Tag lädt also dieser Tag zu einigen besinnlichen Gedanken ein, bevor man riskiert, von genervten Müttern mit riesigen Geländemobilen auf den Asphalt geschmiert zu werden wir Honig auf Brot.

Ein Freund schickte mir einen Artikel aus „Spektrum der Wissenschaft“ – „Sind Glauben und Wissenschaft miteinander vereinbar?“ … erscheint, glaube ich, im Januar 2012. Die Frage würde sich mir gar nicht stellen – die Wissenschaft vom Diesseits hat mit der Wissenschaft vom Jenseits nichts zu tun … und „Glauben“ sollte man sowieso gar nichts. Das ist natürlich einfach gesagt, das mit dem „Glauben“, denn …. streng wissenschaftlich gesehen, können wir überhaupt nichts anderes tun als „glauben“. „Wissen“ ist für Menschen nicht erreichbar. Wir sind abhängig von dem, was unsere Sinne uns gestatten wahrzunehmen, bzw. was das Gehirn davon übrig lässt – eine sehr geringe Basis für „Wissen“. Beim Jenseits sieht es nicht besser aus … aber hier sind wir viel näher dran – aus einer gewissen Perspektive. Leider wird das auf den Schulen und den Universitäten nicht mehr gelehrt.

Dazu muss ich jetzt ein weit ausholen – wie üblich.

Nehmen wir zum Beispiel den Begriff „Gott“. Ich mag ihn nicht sonderlich, weil Millionen von Irren ihn sich auf ihre Fahnen geheftet haben. Er ist – für sich genommen – genauso irrsinnig wie der Begriff der „Natur“, den die „Naturwissenschaftler“ auf ihren Fahnen vor sich hertragen. Während des Studiums hatte ich dereinst eine Arbeit geschrieben über Todesvorstellungen des Alten Testament. Ich hatte es damals mit dem Jenseits, weil ich in der Tat  den Verdacht hatte, das ich sterblich sei. Ich fand es nicht verkehrt, mal zu schauen, was die herrschende Eingeborenenkultur zu diesem Thema zu sagen hatte. Womit ich nicht gerechnet hatte: anders als die großen anderen Religionen beschäftige sich das Judentum gar nicht mit dem Jenseits. Es gab einige Elemente, die von anderen Kulturen übernommen wurden, aber das „Leben nach dem Tode“ interessierte diese Menschen nicht, weil ihr Gottesbegriff (den sie ja streng genommen niemals hätten formulieren dürfen) einzigartig war – jedenfalls für den europäischen Raum.

GOTT war für den alten Juden jene Kraft, die LEBEN schenkt, das Leben selbst IST. Das fand er gut. Im Tod war man am weitesten davon entfernt – das fand er schlecht.  Im Prinzip eine unverzichtbare Religion – gerade in unseren Zeiten, Zeiten, in denen es dem „LEBEN“ schlecht geht. Mehr und mehr Tierarten verschwinden – und werden ersetzt durch Straßen, Plastikmüll und Abgase, während mehr und mehr Menschen Lebensbedingungen haben, die wir Hühnern nicht zumuten wollen würden.

Das wir so verfahren – den Menschen so gering schätzen – ist eine Folge der atheistischen Sichtweise: wo der Mensch nicht mehr „Sohn Gottes“ ist, kann Josef Mengele ihn im Namen der Wissenschaft ausschlachten, quälen, foltern, mit ihm beliebig herumexperimentieren: da sind dann die letzten Grenzen gefallen. Das es Menschen gibt, die im Namen der „Natur“ dann 6,5 Milliarden Menschen ausrotten möchten,  damit 500 Millionen ein Leben in Reichtum führen können, wird gelegentlich diskutiert:

Monsanto und andere überziehen die Welt mit genmanipulierten Pflanzen. dazu wird das Saatgut in absehbarer Zeit mit dem Terminator-Gen ausgestattet, kann also nicht mehr für Aussaaten verwendet werden. Man muss bei Monsanto das Saatgut kaufen. In einigen Fällen wurde bereits nachgewiesen, dass sich durch die Verfütterung genmanipulierten Futters bei Versuchstieren Krankheiten bildeten. Da die Verbreitung dieser manipulierten Pflanzen mit massivem Druck von Regierungen, allen voran den USA, Mexiko und Kanada, zusätzlich mit Druck durch die WTO, den IWF und die Weltbank weltweit vorangetrieben wird (inzwischen auch in Europa), kann erwartet werden, dass in absehbarer Zeit Weizen, Reis, Mais, Raps und Soja nur noch mit genmanipulierter Herkunft zu erhalten ist. Durch die Patente und Lizenzbedingungen wäre dann dieser Anbau in totaler Abhängigkeit von der Fa. Monsanto und den wenigen anderen Pharma-Riesen, die sich damit nicht nur eine goldene Nase verdienen, sondern ein ungeahntes Machtmonopol erhalten. Sie kontrollieren dann die Produktion der Grundnahrungsmittel und wer nicht zahlen kann, verhungert eben. Damit wäre der Traum von Kissinger in seinem Papier NSSM 200 erfüllt. 3 bis 5 Konzerne bestimmen, wer leben darf und wer nicht. Die daraus entstehenden Aufruhre werden mit massiver Waffengewalt beendet und die Vision aus der VT (siehe oben bei den amerikanischen Stonehenge) wäre schnell und effizient erreichbar. Mit eingebauten Toxiden könnte der Vorgang noch weiter beschleunigt werden. Ist ein Großteil der Menschheit verhungert oder an Krankheiten verstorben, die durch die permanente Aufnahme genmanipulierter Nahrung entstehen werden, kann man kurze Zeit, nachdem die Bevölkerungszahl auf 500 Millionen angelangt ist, aus den Saatgutbanken das konventionelle Saatgut wieder entnehmen und anpflanzen, also künftig auf die Genmanipulation verzichten. Doch wie gesagt, das ist nur eine mögliche Spekulation, die sich in etlichen VT wiederspiegelt.

Das amerikanische Stonehenge sind die Georgia Guide Stones, die – nach zwanzigjähriger Planung – von einer anonymen Gruppe Amerikaner bezahlt wurden. Die Geschichte kann man in einer Broschüre des örtlichen Granitwerkes nachlesen. Dort erfährt man auch, das in Zukunft – ein Gebot der „Vernunft“ – nur noch diejenigen Eltern Kinder kriegen dürfen, die ein „anständiges Zuhause“ (a decent home – Seite 21) vorweisen können. Früher nannte man das den Ariernachweis. Wo man das konventionelle Saatgut für den Wiederaufbau hernimmt?

Ganz einfach: das wird gerade im Tresor des jüngsten Gerichtes eingelagert:

Ein weiterer Bericht des Journalisten F. William Engdahl über die Errichtung einer Saatgutbank in Spitzbergen (Norwegen) durch Bill Gates, zusammen mit der Rockefeller -Stiftung, der Monsanto Corporation, der Syngenta-Stiftung und der norwegischen Regierung, um nur einige zu nennen, in ein Unternehmen, das als „Tresor des jüngsten Gerichts“ bezeichnen wird. In der offiziellen Sprachregelung heißt es „Svalbard globaler Saatgut-Tresor auf der norwegischen Insel Spitzbergen, Teil der Svalbard-Insel-Gruppe“.

Schon beunruhigend, oder? Noch beunruhigender sollte der Hinweis auf die Denkstrukturen der „vernünftigen Menschen“ sein, die sich ein Pseudonym gewählt haben, das auf die Rosenkreuzer hinweist, bzw. auf deren Gründer Christian Rosencreutz:

Rosenkreutz‘ dargestellte Ansichten stehen in einer Entwicklungslinie des Neuplatonismus, der Kabbala, Alchemie, des Paracelsismus und eines aus dem Geist der Mystik sich erneuernden protestantisches Christentums.

Da sind die vernünftigen, ökologisch ausgerichteten, reichen Amerikaner auf einmal mitten drin in der Welt des Okkultismus, in der Zahlen und Formen eine besondere Rolle bei der Ausübung von Macht spielen. Sieht man ihre Anwendung bei der Konstruktion des amerikanischen Regierungskomplexes in Washington und schaut, welche Supermacht aus dieser Kolonie geworden ist, so kann man schon vermuten, das die wissen, wie man bauen muss, damit das Schicksal einem zulächelt. Zu esoterisch? Gewiss, aber diese Gedanken zur Baukunst bilden Grundlagen der Philosophie der Freimaurer (im asiatischen Raum nennt man das „Feng Shui“, was bei manchen modernen Hochhäusern zu seltsamen Konstruktionen führt – aber wirtschaftlich sehr erfolgreich machen soll) – und schon sind wir mittendrin in der deutschen Alltagspolitik, in der sich Maurer in allen entscheidenden Strukturen der Gesellschaft wiederfinden.

Schlimm, oder?

Ein Beispiel: die Georgia Guidestones haben acht Seiten, acht Sprachen übersetzen ihre Botschaft. Warum acht? Lesen wir bei Kabbalah.de:

Sie steht für den achten Schöpfungstag, die Neuschöpfung des Menschen. Manche bezeichnen sie auch als Christuszahl. Die Acht steht für Ordnung und Disziplin.
Die Lotusblüte, die ja für Reinheit steht, hat 8 Blätter.
In der Heiligen Geometrie entspricht die Acht (okta) dem Oktaeder, die Pyramide, die nach oben und unten geht und damit acht Flächen hat. Der Oktaeder steht für das Luftelement und ist der Zwilling des Hexaeders, des Würfels. Wer diese Stufe erreichen möchte, muss sowohl die Erde, den Körper, wie auch die Luft, die Gedanken beherrschen.

Die Acht ist auch die Lemniskate in stehender Form, die für die Unendlichkeit steht. 

Reinster Zauberkram. Für Französisch und Deutsch war kein Platz mehr – der Zauber der „Neuschöpfung“ funktioniert nicht mit zehn. Dann gibt es noch vier weitere Botschaften – in Sprachen, die heutzutage keiner mehr lesen kann:

Eine kürzere Botschaft steht auf den vier vertikalen Seiten des Decksteins, wiederum jeweils in einer anderen Sprache und Schrift auf jeder Seite. Die erläuternde Tafel neben den Guidestones identifiziert diese Sprachen/Schriften als Babylonische Keilschrift (Nord), Altgriechisch (Ost), Sanskrit (Süd) und ägyptische Hieroglyphen (West) und erklärt, was vermutlich eine englische Übersetzung ist

Warum die Vier über der Acht?

Für Kabbalisten kein Problem:

Die Vier hat starke Verbindung zu unserer 3D-Ebene, da wir vier Elemente haben, aus der unser materielles Universum geschaffen ist: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Der kleinste räumliche Körper ist der Tetraeder und der hat vier (griechisch tetra) Flächen und Ecken. Den vier Elementen sind ebenfalls die vier Erzengel zugeordnet. Des weiteren gibt es noch die vier Himmelsrichtungen, an denen wir uns orientieren und die von alten Religionen als eigene Kräfte und Gottheiten gesehen wurden. Die Vier steht auch für das Quadrat, das das Zeichen für die Erde ist und mit dem Würfel verbunden ist, der ebenfalls ein Symbol für die Erde ist. 

Der klassische Zauberer braucht die vier Elemente, die vier Himmelrichtungen, um seine Macht weltweit ausüben zu können – siehe „Magie“ bei Wissen.de:

Magie: die in den Anfängen aller Religionen nachweisbare, das Denken der Naturvölker beherrschende Praxis des Umgangs mit numinoser Macht in den Dingen, die sich menschlichem Wünschen erschließt und lenkbar ist, aber nur unter Beachtung eines bestimmten Rituals. Magisches Denken ist das allen Formen der Magie zugrunde liegende Denken, dessen Grundgesetz die „mystische Partizipation“ ist, d. h. die mögliche Teilhabe an im All wirkenden Kräften, die automatisch lenkbar sind. Im magischen Denken liegt die Vorstellung, dass es eine Art höherer Gesetzlichkeit gibt, die der natürlichen Kausalität überlegen ist und die in Bewegung gesetzt wird durch die Herstellung der nur dem Magier bekannten determinierenden Faktoren (Zaubermittel aller Art).

Mitten im vernünftigen, rationalen, wissenschaftlich strukturierten Alltag errichten Zauberer mit für jeden Eingeweihten klar erkennbaren Bezügen und Symboliken ein magisches Zaubermittel, das uns eine Weltregierung bringen soll, massive Eingriffe in den Alltag bewirkt und möglicherweise mit dem größten – strikt vernünftigen – Massenmord der Geschichte einhergeht … nebenbei aber den „american way of life“ für immer und ewig lebbar macht?

Gruselig, oder?

Demgegenüber – haben wir gerade den Geburtstag eines Menschen gefeiert (nun, eigentlich ist der im Januar geboren, aber wir Germanen feiern halt die Sonnenwende immer da: jener Tag, an dem die Dunkelheit weichen muss und es täglich immer heller wird), der von uns nicht viel erwartet hatte: „gehe hin, verkaufe alles, was Du hast, gib es den Armen und folge mir nach“. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“. Noch nichtmal der Bau von Kirchen wird verlangt:

Matthäus 6,5–13:

5 Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.6 Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. 

Man stelle sich mal vor, man würde seinen Alltag so gestalten: ständig einen Blick darauf haben, das es dem anderen gut geht, keine persönlichen Reichtümer anhäufen, sich dem Jenseits ganz privat in seiner eigenen Kammer stellen, weil man als lebendiges Wesen Gott (als „Leben“) sowieso am besten in sich selbst finden kann – besser jedenfalls als mit Mikro- oder Teleskopen: die schauen weder tief noch weit genug – was hätten wir für ein Leben. Es wäre Platz genug für mehr als 7 Milliarden Menschen (laut UNO sogar für 12 Milliarden) … aber nur ohne SUV und Eigenheim, ohne Plastikmüll und „Deutschland sucht den Superstar“.

Die Botschaft jener, die Christus nicht nachfolgen und es lieber wie die Heuchler machen und in großen Kathedralen beten, in Gewändern, die so schwer sind, das man den kompletten Papst samt Kutte auf einem Wagen in die Kirche fahren muss, fällt dieses Jahr in diesem Sinne aus, siehe Tagesschau:

„Heute ist Weihnachten zu einem Fest der Geschäfte geworden, deren greller Glanz das Geheimnis der Demut Gottes verdeckt, die uns zur Demut und zur Einfachheit einlädt. Bitten wir den Herrn darum, dass er uns hilft, durch die glänzenden Fassaden dieser Zeit hindurchzuschauen“

Der „grelle Glanz“ überzieht nicht nur das Weihnachtsfest sondern auch die Erscheinung der katholischen Kirche. Nun – die werden wissen, warum.

Was aber nun … wenn man für einen Moment den Mythos Christus ernst nehmen würde, für einen Moment die intellektuelle Arroganz einer lebensfeindlichen Industrie ablegt und mal kurz annimmt, das es damals vor 2000 Jahren wirkliche in merkwürdiges Ereignis gegeben hätte, das die Menschen zum Besinnen aufrief. Ein wenig liefert uns das Turiner Grabtuch Anhaltspunkte für den Verdacht, das damals etwas nicht mit rechten Dingen zuging, siehe Grenzwissenschaften:

Fünf Jahre lang haben Wissenschaftler der nationalen italienischen Energie- und Umweltagentur (ENEA) dem Turiner Grabtuch gewidmet und kommen in ihrem nun vorgelegten Abschlussbericht von 2010 zu dem Schluss, dass es für die Merkmale des Abbildes auf dem Grabtuch, das den Körperabdruck eines Gekreuzigten zeigt, das seit Jahrhunderten von Gläubigen als Grabtuch Christi verehrt und von Kritikern als aufwändiger Schwindel bezeichnet wird, selbst mit modernsten Mitteln und Technologie nicht reproduziert werden können.

Kurz gesagt: hier hatte wohl jemand mit Naturgesetzen spielen können:

Die Verfärbung war bzw. ist das Ergebnis eines beschleunigten Alterungsprozesses des Leinens.

Schaut man sich die Geisteswelt der Antike an, so verblüfft vor allem eins: die Botschaften Christi waren konfus, zweideutig und äußerst fremdartig. Wie sie sich als Philosophie gegen die griechische und römische Konkurrenz durchgesetzt haben, wäre schon ein eigenes Wunder … es sei denn, er hat nebenbei Tote zum Leben erweckt, Kranke geheilt und ist übers Wasser gelaufen. Das hätte schon einiges Aufsehen verursacht und wäre auch für mich ein Grund gewesen, sich mit seinen orakelhaften Sprüchen mal ernsthafter zu befassen, obwohl die Worte Epikurs ähnlich klingen – ohne letzte, göttliche Autorität zu beanspruchen.

Auch heute noch geschehen solche Wunder – und verursachen Aufsehen wie das Sonnenwunder von Fatima:

Als jedoch im Juli, August und September die Zahl der Schaulustigen immer größer wurde, kündigte die Erscheinung für den 13. Oktober einWunder an. Am fraglichen Tag hätten Zehntausende von Anwesenden das Sonnenwunder gesehen – sie konnten problemlos die Sonne, die einer Silberscheibe ähnelte, anschauen, während sich diese wie ein Feuerrad drehte.

Die Wissenschaft beißt sich an dem Sonnenwunder von Fatima immer noch die Zähne aus … und produziert beständig neue Hypothesen um der Tatsache aus dem Wege zu gehen, das es manchmal vielleicht einfach Dinge gibt, denen unser kleiner Affenverstand nicht gewachsen ist. Ja – die gleichen Menschen, die beweisen, das der Mensch nicht weiter als ein dummer Affe ist, denken sich nichts dabei, wenn sie von diesem Affen erwarten, das er alle Phänomene des Universums enträtseln soll … und dabei noch verantwortungsbewußt mit den atomaren oder hochgiftigen Spielzeugen umgeht, die andere Affen so für ihn entwickeln.

Die scheuen noch nicht mal davor zurück, Affenmütter mit Geländewagen zu bewaffnen, in denen sie zu einer Gefahr für sich und ihre Umwelt werden.

Was aber nun … wenn gerade in diesen Tagen Zeichen und Wunder geschehen? Im Spiegel gibt es eins davon:

Viele Deutsche sahen an Heiligabend einen glühenden Lichtschweif am Himmel. Was war da passiert? Die Assoziation mit dem Stern von Betlehem liegt nahe, doch Experten vermuten hinter dem Phänomen eine recht irdische Ursache.

Das Wegerklären von Wundern ist ja auch Aufgabe von Experten, es war irgendeine Art von Weltraumschrott, sagen sie. Wie oft haben wir dieses Phänomen eigentlich bei den tausenden von anderen Objekten gesehen, die uns „die Wissenschaft“ täglich auf den Planeten schmeißt? Warum produziert eigentlich „Wissenschaft“ in regelmässigen Abständen Müll – anstatt mal was Sinnvolles zu schaffen? Nun – die Erschaffer der Georgia Guide-Stones suchen vielleicht Harmonie mit dem Universum … aber ein lebendiger  wundertätiger Sohn Gottes auf Erden wäre das letzte, was sie gebrauchen könnten.

Unter den Georgia Guide Stones soll sich eine Zeitkapsel befinden.

Es würde mich nicht wundern, wenn sich in ihnen eine Entschuldigung für das befindet, was in den nächsten Jahren an wirtschaftlichen Katastrophen auf diesem Planeten ablaufen wird – alles im Dienste der Vernunft und im Namen der Wissenschaft.

Wir Deutschen kennen das schon – wir haben das 1933 – 1945 erleben dürfen. Damals waren Juden, Zigeuner, Linke Schwule und Arbeitslose die Feinde, heutzutage sind wir es alle, weil es einfach zu viele von uns gibt. Sagen … „die“.

Was „die“ aber tun, ist was ganz anderes. Der alte Jude (also einer jener vielen, die am Alten Testament herumgeschrieben haben) wäre schockiert: ausgestattet mit seinem Weltbild wäre unsere Kultur für ihn eine Kultur des Todes – einfach, weil immer mehr Erscheinungsformen des Lebens aussterben: die göttliche Schöpfung wird durch Maschinen ersetzt und letztlich in Schrott verwandelt.

„Wir schaden dem Klima“ – sagen sie, weil wir atmen und Blähungen haben. Ihre Mondraketen hingegen, ihre Flugzeuge und – ja – auch ihre SUV´s sind hingegen nur selten Gegenstand der Kritik.

Und wenn „die“ zu viele Affen in ihrem Garten haben, wollen sie einfach ein paar Milliarden davon abschießen, damit genug Bananen für „sie“ übrigbleiben. Mit Menschen, die Kinder Gottes sind, ginge das nicht – und ich denke, hier sind wir an dem Kernpunkt der gewaltigen Auseinandersetzung der Moderne: der Kampf der USA gegen den Islam, einen völlig irrationalen Kampf, den man nur verstehen kann, wenn man die Religionen kennt, die dahinterstehen – auf der einen Seite eine Kultur, die auf dem Weltbild des alten Judentums fußt und für die alles Leben heilig ist – und auf der anderen Seite eine Kultur, die sich … dürfen wir das sagen? – antichristlich  und widergöttlich gibt (bzw. lebens- und menschenfeindliche Werte propagiert) und aus der Perspektive des alten Juden nur noch als „der große Satan“ wahrnehmbar ist.

Und für uns Menschen stellt sich nur noch die Frage – sind Leben und Wissenschaft miteinander vereinbar?

Und schaffen wir es wirklich, im Straßenverkehr zu überleben und den überforderten SUV-Lenkern zu entkommen – um dann im Großraumbüro einen Zustand zu erleben, der vom Todesbild des alten Juden kaum zu unterscheiden ist?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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