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Brain Fogging – Die Sendung mit der Maus ist aus

Böhmermann,Jung wikimedia

Die wahre Pandemie und ihr Kehraus

Auch wenn ich damit den Rest meiner Leser vergraule, aber reden wir doch einmal ausnahmsweise nicht über Banalitäten, sondern packen wird den guten & gernen Schweinehund am Schopf. Viel Zeit ist ja vielleicht nicht mehr, sogar die Mainstreammedien schwadronieren von Blackout und Internetaus. Außerdem: Lambda ist im Anmarsch … Doch reden wir einmal über die katastrophalste aller Krankheiten, die alle Viren und Toxine, die uns heute plagen, in den Schatten stellt. Eine Zivilisationskrankheit, die zu mittlerweile unübersehbarer Gehirnerweichung geführt hat und mit der wir nun zum erweiterten Suizid an unserer gesamten Spezies ansetzen: Der Narzissmus, die gute und gerne Selbstliebe und Egozentrik. Vorgelebt und bis zur Spitze entwickelt von unseren Promis, Politikern und vor allem von den Influenzern, die wir uns täglich reinziehen, all den Heidis, Lobos, Tilos, Walulus und sonstigen Böhmermännern und -frauen. Besoffen von der eigenen Großartigkeit brauchen sie jeden Tag eine noch größere Dosis an Applaus und Likes, um high zu bleiben. Das Tolle: Dafür müssen sie nichts anderes machen als die Segel aufspannen und relaxed den Rückenwind des herrschenden Wahnsinns nutzen. Gegen diesen Wind ansegeln und damit über Nacht 80% der Follower droppen?: Alter … ja lol ey.

Diese Krankheit, gegen die nicht nur die griechischen Stoiker, sondern der Kulturmensch aller bisherigen Epochen hart angekämpft hat, wird heute schon von Kindheit an gehätschelt und zum Ideal erhoben. Alle großen Philosophen haben vor ihr gewarnt, sie sogar mit Fäulnis und Verwesung gleichgesetzt, da sie letztlich zum Gleichen führt, was auch ein Heroinjunkie  durchmacht: Erst ein fulminantes Highgefühl, in dem man unfähig ist, die Realität und die eigene Situation zu erkennen. Dann Gehirnerweichung, Verlust der Zähne und Absturz in die Gosse.

Da wir hier nicht nur philosophieren, sondern auch pragmatisch sein wollen, zur Frage: Wie bekämpft man diesen Narzissmus? (Jeder, der ehrlich ist, weiß, dass er selbst zu einem gewissen Grade von dieser Krankheit gepackt ist.) – Nun, das geht sehr effektiv, indem man sich z.B. vornimmt, den Mund nicht mehr merkel- oder rezolike schneller plappern zu lassen als der Kopf mit dem Denken nachkommt. Nicht mehr planlos Zeugs zu brabbeln, wie einem der Schnabel gewachsen ist, sondern sich vornehmen (zunächst mal für ‘nen Tag oder ‘ne Woche, länger wird man es anfangs meist nicht durchhalten): nur Sinnvolles und Notwendiges aussprechen. Die griechischen Stoiker sprachen vom „Notwendigen“ als dem Not-Wendenden, alles andere als das Notwendige sei eitles Beiwerk, das es zurückzustutzen gilt. Vor allem: Die Atemluft nicht dafür verschwenden, um sich selbst zu rechtfertigen und subjektive Gefühle nach außen zu trompeten. Wer anderen pausenlos „sein Herz ausschüttet“, macht sich in Wirklichkeit unglücklich. Die Atemluft, die dafür aufgewendet wird, ist nicht nur verschwendet, sondern verursacht eine stumpf-schwüle Atmosphäre, in der frei liegender Käse schnell zu schimmeln beginnt. Auch das erst seit Mitte der 1990er Jahre auftretende und bisher von Chemikern immer noch nicht abschließend geklärte Phänomen des „Fogging“, auch bezeichnet als „Magic Dust“, bei dem sich Innenraumwände ohne erkennbaren Grund schwarzgrau färben und mit einem ölig-schmierigen Belag überziehen, kommt vielleicht nicht von ungefähr.

Und umgekehrt ist es in unserem Zeitalter des narzisstischen Wellnessfurzes eines der bestgehütetsten Geheimnisse: Glücklich ist man dann, wenn man etwas aussprechen kann, was nicht einen selbst betrifft, sondern was dem Gegenüber nützt und hilft. Dazu muss man sich natürlich auf die Situation des Anderen einstellen können – was uns zunehmend schwer fällt, wir haben es vielfach verlernt. Aber wer es schafft: Sofort klärt sich die Luft. Der Andere und auch man selbst kann wieder aufatmen, wenn es endlich einmal nicht um Banalitäten und den eigenen Hintern geht. Und als Nebeneffekt wird man im Übrigen bemerken, dass man ab nun auf andere wirklich attraktiv wirkt, während der Andere in Wirklichkeit jedesmal innerlich die Augen verdreht und am liebsten wegrennen möchte, wenn man ihm wieder mit seinen persönlichen Befindlichkeiten und Bedürfnissen kommt. Denn im Innersten sehnt sich jeder Mensch nach Freiheit. Und das Zelebrieren der persönlichen Gefühle und Konsum ist in Wirklichkeit das Gegenteil von Freiheit: absolute Bindung (insofern auch die Lifestyle-Werbung, die täglich auf uns einprasselt, absolute Lüge ist), die letztlich nur zu Gehirnerweichung führt, in der dann „die hirntoten Risikopiloten durch die Aerosole zischen und es ganz viele noch erwischen wird“ (Udo Lindenberg). Auch „die kollektive Mega-Power, also: Maske auf“ (ebd.) wird dann nichts mehr helfen.

Wer sich frägt, wie wir aus der derzeitigen, scheinbar vollkommen verfahrenen und dekadenten Situation wieder hinauskommen: Das wäre eine Option, bei der sich die Wolken schnell wieder lichten könnten. Die Luft, die wir atmen, wäre eine vollkommen andere, wenn sich jeder vornähme, auch nur 10% seiner losgelassenen Worte in diesem Sinne zu kultivieren. Und selbst wenn die Anderen nicht mitmachen, sondern man das nur in der eigenen Wohnung bzw. im eigenen Umfeld praktiziert: Man wird dann zumindest hier für bessere Luft sorgen, die jeder, der zu Besuch kommt, gerne inhaliert. In einer Wüste haben auch kleine Oasen ihren unschätzbaren Wert.

Das Ganze ist natürlich nichts für Weicheier. Wer diesen Kampf gegen die Logorrhoe („Sprechdurchfall“) aufnimmt, wird ordentlich ins Schwitzen kommen. Der bislang im Keller verkrochene Narzissmus wird quietschen, sich winden und pinkeln wie eine von der Katze gefasste Maus. Wer ihn dennoch nicht mehr aus der Hand lässt, kann ihn zur Strecke bringen. Und wer das schafft – eigentlich ist es eher ein Herkuleskampf mit dem Minotaurus als mit einer Maus  –, der wird merken: Ab jetzt gibt es niemanden mehr, der im Keller ständig den Käse und sonstige Lebensmittel auffrisst und zum Verschimmeln bringt. Man ist endlich wieder Herr im Haus. So wie es immer das Schlusswort einer beliebten Bildungssendung der 80er war: „Die Sendung mit der Maus – ist aus.“

 


Fotos:
Oben links: Jan Böhmermann live on stage (Wikimedia Commons, Franz Richter / User:FRZ / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
Oben mitte: Jan Böhmermann bei der Grimme-Preis-Verleihung 2018 (Wikimedia Commons, © JCS / Fotoausschnitt / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 / GFDL)
Oben rechts: Tilo Jung, Jugendpresse Deutschland, Jugendmedientage 2015 (Flickr/ CC BY 2.0 / Foto: Florian Timpe / Bildausschnitt)

Wahnsinn, der nackte – Und wie wir ihn sprengen

Wahnsinn, der nackte - Und wie wir ihn sprengen

Schaumparty ade

Ja, ich weiß: an sich wären das ja alles nette und talentierte Jungens und Mädels, die da als Influencer derzeit die Meinung machen. Und wenn sie weiterhin ihre Sitcom- und Promotion-Videos gemacht hätten, wäre das auch alles OK gewesen und hätte zur allgemeinen Erheiterung beigetragen. Mit der politischen Agenda, für die sie sich nun einspannen haben lassen – natürlich mit guten & gernen Gründen –,  haben sich sich allerdings auf ein Feld begeben, in dem sie absolut zerstörerisch wirken. Auch wenn sie inmitten des Geld-, Werbeverträge- und Bundesverdienstkreuz-Regens, mit dem sie überschüttet werden, noch weit davon entfernt sind, das zu realisieren. Dass sie auf höchst effektive Weise mitgeholfen haben, diejenigen unabhängigen und rückgratstarken Wissenschaftler und Epidemiologen von der öffentlichen Bühne wegzumobben, die mit fast allen ihren Aussagen Recht behalten haben, wurde vom System der herrschenden Lehre natürlich großzügig honoriert. Das lustige Treiben hatte nur zur Folge, dass die kollektive Atmosphäre nun von einem erstickenden Gespinst der Lüge und des reinen Wahnsinns dominiert wird, das uns immer mehr in Richtung – auch physischer – Erstickung treibt. Die Worte des Dissidenten Juri Galanskow: „In eurer Hölle kann ich nicht atmen“ sind in dieser zur Normalität erklärten Atmosphäre aktuell wie nie zuvor.

Was die Influencer in ihren virtuellen Sandkisten vor Millionenpublikum tun, tun sie nicht einmal mit böser Absicht. Sie produzieren einfach diejenigen Inhalte, mit denen sie selbst von Kindesbeinen an über alle medialen Kanäle abgefüllt wurden, wieder nach außen, teilweise auf durchaus kreative Weise. Doch während sie selbst fein raus sind, geht fast eine ganze Generation, die sich von ihrem Programm das Hirn verkleistern lässt, einem grausamen Schicksal entgegen. Die Kiddies, die bei McMedia Rezofritten futtern und Mailablimo schlürfen, werden allein im Regen stehen. Denn keine Krankenversicherung wird ihnen helfen können, die virtuelle Leberverfettung, Rachitis, Digitalitis, ADHS, MCS, Allergien, Immunschwächen, die Coronaspikethrombosen und den geistigen Durchfall zu kurieren, die sie plagen werden.

Deutsche Würstchen mit Heinz-Ketchup bzw. Joko & Klaas Sauce?

Viele meinen ja, dass der Irrsinn, der sich derzeit in Deutschland abspielt, relativ unbedeutend sei, da die Welt groß und das Land, in dem viele immer noch gut & gerne leben, klein sei. Warum sollten wir kleine Würstchen also auf die Straße gehen, was sollen wir hier schon ausrichten, hört man allen Ernstes von hochgebildeten Menschen. Besser also chipsfutternd zuhause am Netflix-Sofa sitzen bleiben und „Held sein“, so wie das die Werbeagentur von Joko & Klaas den Nachfolgern der Dichter und Denker im Auftrag der Bundesregierung mit Millionenaufwand nahegelegt hat?

Doch warum sollte der globale Wahnsinn nicht auch im dem Land beendet werden, von dem er ausgegangen ist? Immer noch ist den wenigsten bewusst, dass dieser Wahnsinn, der nun die ganze Zivilisation wie in einem Flächenbrand dahinzuraffen droht, nur auf einem nicht-validierten Test beruht, der nicht zwischen gesund und krank unterscheiden kann und gewissermaßen Mondzahlen produziert und der von einem Wissenschaftler desjenigen Landes designt wurde, das gelobt hat, dass von seinem Boden nie wieder Gewalt ausgehen solle. Laut jüngster Statistik werden aufgrund dieses Tests bzw. der auf ihn bezogenen Lockdown-Maßnahmen 1,5 Milliarden Menschen, das ist die Hälfte der gesamten erwerbstätigen Weltbevölkerung, ihrer wirtschaftlichen Existenz beraubt. Schon jetzt sterben laut Studien von Oxfam & Co. lockdownbedingt pro Tag 12.000 Menschen zusätzlich, ein großer Teil davon Kinder. Mit anderen Worten: Auf uns kommt eine Dimension der Verelendung mit Hunger, Tod, Krankheit, Verslummung und Überlebenskämpfen zu, wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben (siehe auch Prof. Kreiß über den derzeit stattfindenden „Lockdown-Genozid“). Aufgrund der Maßnahmen gegen einen respiratorischen Virus, dessen Mortalität laut WHO-Statistik sich nicht wesentlich von der Grippe unterscheidet, welche im Gegenzug nach tausenden Jahren Menschheitsgeschichte nun angeblich „weg“ sein soll. Sind wir komplett wahnsinnig geworden?

Den Lauterbach-Rotlauf downchillen

Natürlich ist das erbärmliche Spiel einer Handvoll Regierungssprecher und Regierungs-Wirrologen, das uns täglich über alle medialen Kanäle bis zum Erbechen in den Lauterbach präsentiert wird, nicht nur ein speziell deutsches Drama. Es wiederholt sich bis in die hinterste Bananenrepublik, die ihre Buschhütten mit Volksempfängern ausgestattet hat. Die politischen und „wissenschaftlichen“ Akteure, die für diese Shitshow täglich vor die Kamera treten müssen, wirken angesichts der täglich zelebrierten Lüge bereits wie giftgrün und mit aufgelöstem Rückgrat, umgeben vom Flair aufgedunsener, nur notdürftig geschminkter Wasserleichen.

Ja, Deutschland ist nur ein vergleichsweise kleines Land. Doch wenn Deutschland absäuft, fällt auch Europa. Und wenn Europa fällt, war’s das vorerst mal mit Zivilisation. Dann kommt eine Barbarei, von der sich derzeit niemand auch nur eine Vorstellung machen kann und die genau das Gegenbild von der Schaumparty à la Rezo & die Superyoutuber ist, mit der derzeit eine ganze Generation abgefüllt und banana gehalten wird.

Und hört bitte endlich auf, von der „Gefährdung von Grundrechten“ zu sprechen. Was jucken jemanden, den der Rotlauf gepackt hat und der unterm Lauterbachtisch zittert, Grundrechte, wenn er glaubt, um sein Leben und das seiner Liebsten bangen zu müssen? Selbst wenn es nur ein einziges Leben wäre, das durch Covid vorzeitig beendet wird, würde das einen nun über ein Jahr lang in viertelstündlichem Takt massenmedial indoktrinierten Zeitgenossen zum Ausrasten bringen, wenn man ihm da mit Angst um Bürgerrechte und dergleichen käme. Er würde ungesehen alle Bürgerrechte dieser Welt verbrennen lassen, wenn er damit nur ein einziges Menschenleben retten könnte.

Nein, wenn wir den gegenwärtigen Wahnsinn sprengen wollen, dann müssen wir Tod mit Tod und Krankheit mit Krankheit aufwiegen, ganz so wie es auch Prof. Kreiß macht. Denn jeder Mensch, der der Grundrechnungsarten mächtig ist und sich diese Bilanz unterm Strich vor Augen hält, muss bleich werden … und dann zu einem nassen Lappen greifen, um diese heuchlerische Entourage rund um Merkel, Spahn, Drosten und Wieler so schnell wie möglich von der Bühne zu fegen.

P.S.: Auch wenn diese Anlage mitunter schamlos missbraucht wird: Aber die Deutschen besitzen eine nicht zu unterschätzende Anlage zum Altruismus, über den man sich im Ausland vielerorts wundert. Sie haben in den letzten Jahren unter Beweis gestellt, dass sie bereit sind, ihren eigenen Wohlstand zu opfern, um Menschen aus dem Rest der Welt zu helfen. Wenn man ihnen nun vor Augen hält, in welche biblische Katastrophe dieser Rest der Welt durch die Corona-Politik gerade getrieben wird, dann kann man darauf zählen, dass das den Einzelnen aus seinem durch massenmediales Dauerspinnweben erzeugten Kokon befreit und wieder zurück in die Realität holt.

Falls das nicht klappt und die massenmediale Suggestion stärker ist, kann man beruhigt sein. Auch diejenigen guten & gernen Spiegelbildbürger, die jetzt noch über die Anti-Lockdown und Anti-Impf-Demos die Nase rümpfen, werden dann bald auf der Straße sein – zwar nicht freiwillig und nicht mehr zu einer Zeit, in der dies sonderlich fruchtbar sein wird, aber eben dort, wo jetzt bereits diejenigen Mitbürger stehen, die sie derzeit noch hassen. Ihnen werden dann, ebenso wie den strom- und daher followerlosen Influencern, die Worte von Malcolm X aufgehen:

„Wenn Du nicht aufpasst, werden die Zeitungen dich dazu bringen, diejenigen zu hassen, die unterdrückt werden und diejenigen zu lieben, die unterdrücken.“

Gleichzeitig gilt es, Perspektiven zu entwickeln, die die Zugkraft haben, die politischen, wirtschaftlichen und medialen Strukturen, die in Wirklichkeit schon in den Jahren vor Corona morsch und für jeden noch einigermaßen empfindsamen Menschen weitgehend unerträglich waren, hinter uns zu lassen. Es ist nicht leicht, die Kraft für solche Gedanken aufzubringen, wenn man zusehen muss, wie rund um einen herum alles zusammenbricht und man acht geben muss, dass einen die zusammenstürzenden Neubautrümmer nicht treffen, aber es ist derzeit wohl nichts notwendiger als das. Sich dabei von der täglich auf uns hereinprasselnden Flut an Nachrichten von der Front des Wahnsinns zu sehr ablenken zu lassen, ist ebenfalls eine Falle, in die wir nicht tappen sollten. Nicht die Augen verschließen, sich aber auch nicht verschlingen lassen, denn die Zermürbungstaktik ist Teil der (zwischenzeitlich offen einsehbaren) Regierungsstrategiepapiere. Der Tag ist mit 24 Stunden lang genug, dass man neben Schlaf und Broterwerb zumindest eine halbe Stunde ganz bewusst mit irgendetwas Erbaulichem verbringt, eine Kunst betreibt, ein gutes Buch liest, die Frühlingsblumen bewundert etc. Einen solchen Gegengewichts-Raum herzustellen ist sogar regelrecht überlebensnotwendig, wenn wir den Irrsinn, für den wir dieses Jahr durchaus noch ein bisschen Puste einkalkulieren müssen, bevor er sich in sich selbst vernichten wird, gesund überstehen wollen.


 

P.P.S. (c&p zu einem Leserkommentar, dass von Altruismus hierzulande doch wenig zu sehen sei):

@“Altruismus“ – ich glaube, ich sollte wieder dazu übergehen, Ironie in meinen Texten eindeutig als solche zu kennzeichnen. Natürlich ist von Altruismus in unserer marktkonformen Xhamster-Fastfooddemokratie nicht mehr allzuviel zu sehen.

Aber unabhängig von meinem eher sarkastisch angesprochenen Altruismus: Als Potential existiert er dennoch, ebenso wie das Werk von Goethe & Co. noch existiert, wenn auch bereits weit in die Stratosphäre gerückt und uns demnächst entgleitend, wenn wir es nicht am letzten Luftballonfaden, der gerade aufsteigt, ergreifen. Und dieser Altruismus bzw. europäische Idealismus wäre eigentlich ein großer Rettungsanker, der unserer Gesellschaft wieder Sinn geben könnte.

Zu Veränderung und Wahrheit bzw. Lüge: Volle Zustimmung – nur das Aufraffen zu Wahrheit wird uns aus dem Würgegriff der Anakonda herausführen. Ebenso wie jedes Akzeptieren der Lüge unsere Zivilisation umso schneller Richtung Abgrund führen wird.

 

Bild: Jacques Prilleau

UNITE BEHIND THE SCIENCE! (UNITE BEHIND THE ECONOMY, UNITE BEHIND THE POWER!)

Über das Grüne Gemetzel

Michael Moore hat einen neuen Dokumentarfilm erstellt, der auf Youtube einen Monat lang gratis zum Downloaden war. Offiziell hat die Frist vorgestern geendet, der Film ist jedoch noch auf Moores Kanal verfügbar. Wer wenig Zeit hat, mag sich eventuell nur einen zweiminütigen Cocktail aus Yacht Lifestyle, schallendem Milliardärslachen und streng wissenschaftlichem Kahlfraß („UNITE BEHIND THE SCIENCE!“) zu Gemüte führen und z.B. direkt zu Minute 1:21:10 des Videos springen.

Die Weltwoche fasst den Inhalt des Films «Planet of the Humans» zusammen:

„Unbequeme Wahrheiten. Für einmal richtet Regisseur Michael Moore seine Kamera auf die grünen Lebenslügen der eigenen Klientel. Das Schweigen der Kritisierten spricht Bände.

Die unerbittliche Kamera richtet sich diesmal auf die «heilige Kuh» seiner eigenen Klientel: die vermeintlich grüne Energie. Der Regisseur und Koproduzent Jeff Gibbs, ein Umweltaktivist der ersten Stunde, begibt sich auf eine Erkundungstour durch die Welt der alternativen Energieträger. Und er stellt dabei fest: Ob Solarpanels, Windmühlen, Batterien oder Biotreibstoffe – was unter dem Label «grün» vermarktet wird, verursacht kaum weniger Umweltschäden als konventionelle Energieträger.

Das Fazit nach einer Stunde und vierzig Minuten erscheint deprimierend. Es liegt nicht an der Technologie, sondern an der Natur. Erstens sind Sonne und Wind für die Stromproduktion denkbar ungeeignet, weil sie selten dann anfallen, wenn man sie braucht. Zweitens steht der Verschleiss an Ressourcen in einem krassen Missverhältnis zum kläglichen Ertrag, was insbesondere auch für Biotreibstoffe gilt. Das ist zwar alles längst bekannt. Doch Moore und Gibbs gelingt es, diese irritierende Erkenntnis am konkreten Beispiel bildhaft aufzuzeigen.

Der grüne Zauber vermittelt den Menschen die Illusion, den Planeten zu retten. In Wahrheit, so die Message des Films, geht es einzig um die Rettung eines verschwenderischen Lifestyles. Der «Green New Deal» ist eine linke Lebenslüge – ein milliardenschweres, mit Subventionen aller Art gedoptes und verlogenes Business, an dem sich knallharte Geschäftemacher, von Elon Musk über Al Gore («An Inconvenient Truth») bis Richard Branson, eine goldene Nase verdienen.“

Obwohl das in der Filmkritik erwähnte Schweigen der Kritisierten „Bände spricht“, so ereifern sich in den sozialen Medien umso mehr die Technik- und Fortschrittsgläubigen, die es nicht zulassen wollen, in ihrer soeben erst neu gefundenen Religion desillusioniert zu werden. Von einer gigantischen globalen PR-Agenda samt angehängter Influenzer-Maschinerie rund um Mailab, Greta, Rezo & Co. auf das Credo “UNITE BEHIND THE SCIENCE!” eingeschworen, will sich eine Millionenschaft an Followern und Freunden Sheldon Coopers ihren Glauben an Wissenschaft und Technik nicht nehmen lassen. Aus allen Rohren wird daher gerade „debunked“ und „faktengecheckt“, dass sich die Balken biegen. Denn wie uns schon Christian Morgenstern erklärt hat, kann schließlich nicht sein, was nicht sein darf. Correctiv-, Gwup-, Skeptiker- und Mimikama-artige „Faktenchecker“ verbreiten auf Hochtouren Gegendarstellungen wie hyperventilierende Tintenfische. Die digitale Tinte, die diese Fische versprühen, geht dennoch ins Leere. Denn jeder, der Augen hat zu sehen, kann die Wahrheit sehen, auch wenn sie schmerzt.

So wie z.B. Michael Moore das von ihm ins Bild gebrachte grüne Gemetzel kommentiert: „The Union of Concerned Scientists has become the union of concerned salesmen …”. Doch möge sich jeder selbst eine Meinung bilden.

[25.05.2020 Video gelöscht, noch verfügbar als Re-Upload hier:]

 

 

Schwarmflug der Mailabkäfer

MGelau_JensSpahn FB
Die im untigen Meme des Kommunikationsexperten Markus Gelau angesprochene „Masse“ zu entlausen, wird nicht leicht werden. Die Parasiten haben sich bereits en masse an der Kopfhaut festgebissen. Noch schwieriger wird es, die Mailabkäfer aus den Köpfen zu holen, mit der fast eine ganze Generation an Digital Na(t)ives auf Linie gebracht wurde. Eine ohne Unterlass ratternde Influenzer-Maschine setzt uns diese smarten, „streng wissenschaftlichen“ Käfer in den Kopf und kaum jemand kann sich ihnen entziehen. Weder jung&naiv, noch alt&lesch.
Diese Käfer summen jetzt ohne Unterlass in unseren Köpfen:
„UNITE BEHIND THE SCIENCE !“
(„UNITE BEHIND THE ECONOMY !“)
(„UNITE BEHIND THE POWER !“)
.

– – –

Zum Meme – M. Gelau/FB:

wenn man das stockholm-syndrom mit massivem desinteresse paart, einen guten schuss meinungsmanipulation vorsichtig unterhebt, das ganze mit einer kräftigen prise naivität abschmeckt, den teig dann einige wochen gut gehen lässt und bei bedarf immer wieder mit 1-2 kaffeetassen öliger propaganda übergießt (die dafür sorgt, dass unbequeme wahrheiten und fakten geschmacklich effektiv überlagert werden), erhält man eine masse deutscher bürger, für die JENS SPAHN aktuell der drittbeliebteste politiker des landes ist.

Ebenfalls M. Gelau/FB (aus: hawks- traveler (2009):

„was wir hier beschließen werden, wird für die zukunft unserer krisengeschüttelten welt entscheidend sein: das so genannte recht auf freiheit ist nichts als eine gefährliche illusion. nur eine strenge, aber gerechte kontrolle kann die menschheit retten.

wir waren nie einflussreicher sein als heute. fast alle elektronischen transaktions- und kommunikationswege lassen sich mittlerweile verfolgen und einem individuum zuordnen. die informationen lassen sich in zentralen datenbanken sammeln und auf unbegrenzte zeit speichern. wir sind in der lage, einen *schattenriss* eines jeden menschen zu erstellen und seinen tagesablauf zu überwachen.
zugegeben: es gibt sie wirklich, jene spinner, die ihre meinung im internet verbreiten. aber die wichtigsten medien sind in der hand einer kleinen, verlässlichen gruppe von menschen. die meinungsmacher sind unsere freunde, und solange wir sie mit GESCHICHTEN versorgen, mit SCHURKEN und HELDEN, mit BEDROHUNGEN und dem SCHUTZ davor, können wir jeden rufer auf der straße übertönen.
gesetzestreue bürger haben nichts dagegen, von behörden überwacht zu werden. die meisten menschen wünschen sich nichts als einen ANSTÄNDIGEN JOB und ein BISSCHEN SPASS: ein bequemes, geordnetes leben. vergessen sie die radikalen splittergruppen! die öffentlichkeit steht fraglos auf unserer seite.
das panopticon wird für gesellschaftliche stabilität sorgen und es ermöglichen, das verhalten der masse zu manipulieren und jeden widerstand im keim zu ersticken. und was wird die neue ordnung bringen? die geschichte hat uns gelehrt, dass sich unter einer strengen diktatur eine verbitterte, rebellische unterklasse herausbildet.
der BESTE weg besteht darin, KONTROLLE mit WOHLSTAND zu vereinen. stellen sie sich ein riesiges großraumbüro vor, einen großen saal mit milliarden von schreibtischen. in unserem system bekommt jeder einwohner der industriestaaten seinen EIGENEN schreibtisch. und was tut er dort? er arbeitet als produzent oder als dienstleister. der produktive bürger stempelt seine karte ab und beschwert sich nicht! wenn wir verstanden haben, dass unser wahres ziel in der schaffung einer arbeitenden kooperative besteht, beantworten sich viele fragen von selbst. es ist gleichgültig, ob wir von ärzten, buchhaltern, studenten, sachbearbeitern oder aushilfsköchen sprechen. ein JEDER wird in seiner unsichtbaren arbeitsnische sitzen, von unseren kameras beobachtet und von parameterprogrammen überwacht.
interessiert es uns, wie die arbeiter ihren schreibtisch gestalten? ob sie in ihrer freizeit fernsehen oder lieber den garten umgraben? natürlich nicht! uns ist es gleich, welcher kirche sie angehören, solange ihr glaube sich nicht auf ihre lebensführung auswirkt. solange der kandidat ihrer PARTEI nicht vorhat, ERNSTHAFT etwas zu verändern, dürfen sie zur wahl gehen und sich aufkleber auf die stoßstange kleben.
kommt es zu einer wirtschaftskrise, sorgen wir dafür, dass die regierung die geldmenge erhöht und oberflächliche verschönerungsmaßnahmen vornimmt, ohne die grundlegende struktur anzutasten.
das neue panopticon versetzt uns in die lage, das verhalten der arbeiter wie auch der konsumenten zu beeinflussen. der bürger in seiner nische ist praktisch machtlos, dafür steht es ihm frei, seiner INDIVIDUALITÄT im KAUFHAUS ausdruck zu verleihen. aus der freiheit zu WÄHLEN wird die freiheit zu KAUFEN. das neue system gibt uns mächtige instrumente in die hand, um das kaufverhalten zu manipulieren.wenn ein bürger die straße überquert, erkennen werbetafeln auf der anderen straßenseite sein gesicht. zentrale computer wissen, für welche produkte sich ein bürger in der vergangenheit entschieden hat und werden dafür sorgen, dass der einzelne nicht durch unpassende angebote verunsichert wird. es ist, als höre man eine radiostation, die ausschließlich angenehm vertraute musik im programm hat.
wir wollen kein gefängnis für unproduktive massen errichten, sondern eine struktur erschaffen, die gehorsame arbeiter und funktionierende konsumenten hervorbringt. dieses weltumspannende system wird ihnen und ihrer familie ein sorgenfreies, komfortables leben bescheren. wir verleihen dem alten panopticon ein neues, fröhliches gesicht.
anstatt darauf zu warten, dass die bürger sich unserem system anschließen, sollten wir eine weltweite serie von BEDROHUNGEN und KRISEN auslösen, die die menschen dazu veranlasst, ihre freiheit ganz freiwillig aufzugeben. warum sie das tun werden? die antwort ist nicht schwer: weil wir VERÄNGSTIGTE KINDER aus ihnen gemacht haben. sie werden sich verzweifelt nach uns sehnen und das leben außerhalb der nische fürchten, da es voller gefahren ist.“
 

Coronavirus – Die Influenza 4.0 im Zeitalter der Influencer

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Nordlicht-Corona (pixabay/CC0)

Influencer

So, jetzt ist sie also da. In einer Zeit der Influencer, die nicht nur unseren Konsum und Lifestyle bestimmen, sondern uns mit ihrer kurz vor großen Wahlen verbreiteten Influenza millionenfach, also in epidemischem Maßstab veranlassen können, an wen wir aufgeklärte Spiegelbildbürger unsere Stimme abgeben sollen, musste sie ja irgendwann kommen: Die pandemische Influenza 4.0.

Bevor ich zum eigentlichen Anliegen in dieser Sache komme: „Fürchtet Euch nicht!“, möchte ich trotzdem eine Information vorausschicken, die ich von kompetenter Seite erhalten habe. Wer sie belächeln will: Bitte, nur zu. Mir ist bewusst, dass die kollektive Angst, die derzeit medial verbreitet wird, zweifellos alles andere als hilfreich ist und sich womöglich sehr viel toxischer und lähmender auswirken wird als das Virus selbst, aber: Ganz so ungefährlich, wie ihn manche Entwarner derzeit darstellen wollen, ist der Corona-Virus doch nicht.

Designer

Nicht nur, weil in den Schubladen unserer konzernwirtschaftlich orientierten Politiker bereits Pläne zu rigorosen Maßregelvollzügen, Absperrzonen, Bargeldabschaffung und (Zwangs-)Impfungen bewegt werden. Soweit mir ein Experte in Sachen biologischer Kampfstoffe mitgeteilt hat, handelt es sich bei Covid-19 mit größter Wahrscheinlichkeit  tatsächlich um einen in Laborumgebung gezüchteten Virus, von dem man also nicht davon ausgehen sollte, dass er sich wie gewöhnliche Grippeviren mit dem Wiederkehren der Frühlingswärme schnell wieder verliert. Ob der Virus durch einen unglücklichen Zufall einem Labor entkommen ist, z.B. aus dem nur 300 m neben dem als mutmaßlichem Coronavirus-Ausbruchsort identifizierten Fischgroßmarkt in Wuhan gelegenen Hochsicherheitslabor oder ob Covid-19 etwa gezielt freigesetzt wurde, sei dahingestellt. Wer letztere Möglichkeit ausschließen will, darf das ruhig tun. Wer das Buch „Das Schachbrett des Teufels“ über CIA-Direktor Alan Dulles gelesen hat, der weiß, dass Geheimdienste bei der Ausführung globalstrategischer Operationen eher wenig Skrupel kennen – keine Sorge, die Jungs dort halten sich nicht mit Verschwörungstheorien auf, die haben mehr ein Faible fürs Praktische.

Da der Virus nach Einschätzung des Experten vermutlich nicht natürlichen Ursprungs, sondern „designt“ sei, müsse man davon ausgehen, dass er virulenter und persistenter als gewöhnliche Grippeviren sei und sich tatsächlich großflächig ausbreiten werde, wobei er durch alle derzeit praktizierten Maßnahmen wie Absperrungen, Quarantäne und Atemschutzmasken auch nicht aufzuhalten sein werde. Obwohl man ihn bei durchschnittlicher Gesundheit durchaus gut bewältigen könne, so sei die Affektion der Lunge durch Covid-19 aber als nicht unproblematisch anzusehen, auch in Hinblick auf Spätwirkungen.

[Ergänzung 13.03.2020: siehe auch Fundstück in der renommierten Wissenschaftszeitschrift „Nature“ aus 2015: „An experiment that created a hybrid version of a bat coronavirus — one related to the virus that causes SARS (severe acute respiratory syndrome) — has triggered renewed debate over whether engineering lab variants of viruses with possible pandemic potential is worth the risks. (…) Simon Wain-Hobson, a virologist at the Pasteur Institute in Paris, points out that the researchers have created a novel virus that “grows remarkably well” in human cells. “If the virus escaped, nobody could predict the trajectory,” he says.“ Quelle: (Nature) ]

Käseglocke

Lassen wir das aber wieder beiseite, das Leben ist ja bekanntlich sowieso lebensgefährlich, auch wenn viele diese Eigenheit des Lebens heute lieber wegkehren bzw. wegimpfen und ihr Kind unter einer sterilen Glocke abseits aller Gefahren und allen Unbills des Lebens aufziehen möchten. Dass geradewegs Bauernhof-Kinder, die bei jeder Gelegenheit mit allem möglichen Schmutz und Keimen von Rindern, Schweinen und Geflügel in Kontakt kommen, bekannterweise das gesündeste und robusteste Immunsystem ausbilden, während steril aufgezogene und 26fach durchgeimpfte Kinder von Helikoptereltern aufgrund von chronischer Kränklichkeit und Multisystemallergien oft kaum noch wissen, was sie essen oder anziehen sollen … – auch das wäre ein eigenes Thema, zu dem wir hier jetzt nicht abschweifen wollen.

Eigentlich schreibe ich diese Zeilen in meiner nicht vorhandenen Zigarettenpause, um auf einen viel tieferliegenden Aspekt der ganzen Angelegenheit hinzuweisen. Denn die große Tragik der Coronavirus-Epidemie ist, dass diese zum Gegenteil von dem zu führen droht, was der Mensch in der jetzigen, erdrückend verlogenen und manipulativen Zeit der marktkonformen Demokratie und des „moderaten“ Terrorismus tun sollte: Sich aufrichten, den destruierenden Machenschaften des Zeitgeschehens entgegenblicken und sie damit zu überwinden. Dieses Überwinden funktioniert jedoch nicht, indem man sich zurückzieht und das Üble zu vermeiden sucht (so wie uns das die Wellnesscoaches heute gerne raten), sondern indem man über sich selbst hinauswächst und mutig neue Sichtweisen und Fähigkeiten entwickelt.

Der Coronavirus motiviert bzw. deprimiert uns nun fatalerweise geradewegs zum Gegenteil: Wir sind verleitet, uns zu ducken, Kontakt mit Menschen und der Öffentlichkeit zu vermeiden, Dinge zögerlich anzugreifen, denn sie könnten ja infiziert sein etc. Dabei bemerken wir kaum, wie wir durch eine solche Attitüde nur noch mehr geschwächt und damit manipulierbar und steuerbar werden. Das Auftreten des Coronavirus liegt also auch durchaus im Interesse derjenigen systemerhaltenden Spindoctoren, die alternativlos „weitermerkeln“ und den Menschen „evidenzbasiert“ kontrollieren wollen.

Antikörper

Die besten Chancen, gesund durch die kommenden Zeiten zu gehen, wird derjenige haben, der es schafft, sich aus dem Sumpf der herrschenden Meinung mutig aufrichten. Das Immunsystem stabilisiert sich in Wirklichkeit durch nichts so sehr wie durch freie, mutige, eigenständige und wohlabgewogene Beziehungsaufnahme nach außen – sowohl zu den erfreulichen Erscheinungen des Lebens als auch durch Auseinandersetzung mit dem Destruktiven, von dem viele ja lieber wegsehen möchten. Wer es vermag, eigene, kritische Gedanken gegenüber dem Zeitgeschehen aufzubauen und die zum Guten und Gernen erklärte Lüge und Heuchelei auf allen Ebenen mit ruhigem Auge zu durchschauen (und sich dabei nicht zur Verzweiflung bringen zu lassen, sondern geradewegs daran sogar persönliche Ideale fassen, wie man selbst das regelrechte Gegenteil entwickeln und in seinem Umkreis zum Ausdruck bringen kann), der wird in sich die entsprechenden psychischen „Antikörper“ entwickeln, die ihn gegenüber der ungesunden Atmosphäre unserer Zeit immunisieren. Er wird auch in physischer Hinsicht nicht viel zu befürchten haben und tendenziell gesund bleiben.

Wer hingegen mit der politisch korrekten Heuchelei, wie sie einem ja mit fast jeder Zeitungsseite, jedem Hashtag und mit jedem Statement der medial kolportierten Meinungsmacher und Influencer entgegentrieft, mitschwimmen möchte – da er ein „guter und gerner“ Bürger sein möchte -, für den stehen die Karten natürlich schlecht. Er wird über Kurz oder Lang von einer schleichenden Intoxikation und innerer Vermorschung dahingerafft werden, ganz unabhängig davon, ob ihn das Coronavirus erwischt oder nicht.

Insofern kann das Auftreten des Coronavirus auch als große Aufforderung angesehen werden, sich aus dem untragbar gewordenen System und seiner fast unatembar gewordenen Atmosphäre des marktradikal-neoliberalen Nihilismus zu emanzipieren und mit eigenständigem Gedankengut und Lebenskonzept in die Zukunft zu arbeiten. Nur wer heute eine ausgesprochen rege Aktivität und Kreativität entwickeln kann, wird psychisch und auch physisch gesund bleiben können – wobei mit Aktivität natürlich nicht Sport oder Workaholismus gemeint ist, sondern diejenige Aktivität, die in unserer äußerlich hyperaktiven Zeit noch absolute Mangelware ist: innere, gedankliche, beobachtende und unterscheidende Aktivität, mit der man Bullshit und Manipulation vom Wesentlichen und Wahren trennen kann.

Murenabgang und innere Vermorschung

Diejenigen, die glauben, dass sie ohnehin schon unabhängig denken und machen was sie wollen, unterliegen leider oft einem gewaltigen Trugschluss. In Wirklichkeit gibt es nur sehr wenige Menschen, sie es schaffen, im derzeitigen, machtvoll orchestrierten und zugegebenermaßen wirklich raffinierten Strom des „Guten und Gernen“ Manufacturing Consent Oberwasser zu behalten und sich nicht von den angeblich alternativlosen Fluten mitreißen zu lassen. Wie man mit Erstaunen beobachten kann, reißen diese Fluten nun ja auch unsere mitunter klügsten und scheinbar kritischsten Intellektuellen mit. Auch sie wollen jetzt aller Welt zeigen, wie Gut und Gerne und Alternativlos sie sind, ohne zu merken, dass es längst der Coronavirus 4.0 ist, der sich in ihrer DNA eingenistet und die Steuerung übernommen hat. Ja, sie werden für ihren treuen Dienst am guten und gernen Leben gewiss ein bisschen Sitcom-Applaus aus der Büchse des Systems bekommen, auch die Masse der anderen Treibhölzer im großen neoliberalen Murenabgang wird ihnen eifrig zuklatschen, aber das war’s dann auch bald für sie. Danach kommt die gnadenlos fortschreitende innere Vermorschung, die ihnen den Garaus machen und sie von der Bildfläche fegen wird, noch bevor sie annähernd in den Genuss einer Altersrente kommen. Und selbst diejenigen gutgernmenschlichen Mitschwimmer, die es bis zur Renten-Ziellinie und ins Altersheim schaffen, werden dort meist nur als bedauernswerte, mit Medikamenten und medialem Müll eingestellte Patienten ein Dauerfernseh-Delirium fristen.

Aufgeklärte Nichtwissenwollenschaftler

Die Fähigkeit des wirklich eigenständigen und unbefangenen Denkens auszubilden, ist hingegen harte Arbeit. Denn in Schule und Uni hat man sie uns nicht gelehrt, sondern uns eher eine Kondition anerzogen, die uns nun zu idealen Wirtsorganismen macht, in die sich Corona- und auch noch viel schlimmere Viren einnisten können, ohne dass wir es merken. Viele glauben, ohnehin kritisch zu denken und zu sagen, was sie wollen. Das mag auch zunächst so erscheinen. Wer jedoch ehrlich mit sich selbst ist, wird bemerken, dass es zumeist nur eingesickerte und verfestigte Assoziationen und Meinungen sind, die – und das mit zunehmender Aggression – hochzüngeln, sobald uns von Außen irgendetwas Neues, nicht unserer gewohnten Denkweise Entsprechendes begegnet. – womit der perfekte gesellschaftliche Stillstand (siehe „Generation Chillstand“ / Milosz Matuschek) quasi vorprogrammiert ist, solange wir aus diesem nichtwissenwollenschaftlichen Denken nicht herausfinden. Dass Personen mit nichtwissenwollenschaftlichem inneren Räderwerk sich selbst gerne für besonders „wissenschaftlich“ und aufgeklärt halten, kann amüsieren, tut dabei aber nichts zur Sache. Es bleibt trotz aller hybrider intellektueller Akrobatik Nichtwissenwollenschaft.

Unsere Zukunft: Strahlemänner und Strahlefrauen

Dass uns der Corona-Virus bzw. die Krankheit der massenmedial-murkspolitischen Vermüllung nun den Garaus macht, muss aber nicht sein. Gerade an Herausforderungen wächst der Mensch. Und die Dynamik, die nun eingesetzt hat, lässt uns nun eben gar keine andere Wahl mehr. Wir müssen uns entscheiden: Ob wir degenerierte, 5G-gechippte Systemsklaven sein wollen oder freie und eigenständige Menschen, die bei jeder Begegnung noch viel ansteckender sind als der Coronavirus, allerdings im positiv-inspirierenden Sinne. Wobei mir eine Szene aus einem Asterix-Comic einfällt. Im schon vor einigen Jahren erschienenen Band „Asterix in Italien“ bejubeln die Zuseher in einer römischen Arena einen Wagenlenker namens „Coronavirus“ und skandieren mit dreifacher Großsprechblase: „CORONAVIRUS! … CORONAVIRUS!  … CORONAVIRUS!“  –  Das ist bei näherer Betrachtung ein durchaus nettes Wortspiel. Denn das Wort Coronavirus setzt sich bei lateinischer Lesart zusammen aus den Stammwurzeln „vir“ (= lat. „der Mann“, mit der typischen lateinischen Endung „–us“ für Maskulinum) und „corona“ (=Strahlenkranz, Strahlenkrone). Frei übersetzt könnte man sagen: Die Menge jubelt hier also „dem Strahlenmann“ zu und hofft auf seinen Sieg.

In Wirklichkeit ist es heute genau so: Wir alle wollen es eigentlich nicht mehr länger ertragen, geduckte, gegängelte und verschluckende Konsumentenexistenzen bzw. WC-Enten zu sein, sondern wir wollen selbst zu aufrechten, eigenständigen und kreativ schaffenden „Strahlemännern“ und „Strahlefrauen“ werden. Auch wenn wir bis dahin noch einiges durchaus Tragisches durchzustehen haben werden, aber man male es sich trotzdem aus, um das erbarmungslose Wagenrennen, das uns nun bevorsteht und bei dem wir zeitweise ohne Zweifel außer Atem und ordentlich ins Schwitzen kommen werden, durchzuhalten: Was wird das für ein Fest sein, wenn wir das alles durchgestanden und uns zu Strahlemännern/-frauen – oder meinetwegen zu geschlechtsneutralen Strahle-Hermaphroditen – entwickelt haben, denen auf der Straße zu begegnen, für jedermann eine einzige Freude und Erbaulichkeit sein wird!

Wir werden dann wie im obligatorischen Endbild jeder Asterix-Geschichte unter freiem Himmel ein großes Lagerfeuer anzünden, ein opulentes Bankett anrichten, zu wunderschöner Musik feiern und tanzen, ein paar – meinetwegen vegetarische – Wildschweine braten … während wir die transatlantischen Musik(t)anten, die bisher nur abscheuliche Kakophonie produziert haben, an einen Baum festgebunden haben und vor sich hinschmollen lassen.

Ausgevögelt: Über das Ende der alternativen Medien und Tomorrowland …

Das große Desinfizieren

Eine beispiellose – und im übrigen vollkommen verfassungswidrige – Zensurwelle erschüttert gerade unsere marktkonformen Landstriche. Experten bewerten das aktuelle Beben mit >9 auf der Richterskala (Definition der Erdbebenstärke 9-10 lt. Charles Francis Richter / United States Geological Survey: TNT-Äquivalent 5,6 bis 1.000 Gigatonnen; Häufigkeit des Bebens: ca. alle 20 Jahre; Auswirkung: „extrem große Zerstörung in Bereichen von tausend Kilometern“). Das Epizentrum des aktuellen Bebens liegt nach Einschätzung des ehemaligen taz-Wissenschaftsredakteurs und US Experten Mathias Bröckers im militärisch-industriellen Komplex jenseits des Atlantik, als dessen fraglosen Teil er Silicon Valley Tech-Konzerne wie Google/Youtube und Facebook ansieht.

Diejenigen grauen Eminenzen, die Angela Merkel immer kryptisch lächelnd als „unsere verlässlichen Freunde“ bezeichnet, haben also nun ein großes Reinemachen angeordnet (siehe auch „Kopfmähroboter oder: Das große Desinfizieren“). Nach eigenen Angaben hat YouTube alleine im ersten Quartal dieses Jahres ca. 2,9 Millionen Kanäle mit über 74 Millionen Videos gelöscht. Die anderen Quasi-Monopolisten im Bereich Social Media betreiben gerade „eth(n)ische“ Säuberungen in ähnlichem Maßtab. Jüngste Opfer, die über Nacht gelöscht wurden: Nuoviso auf Youtube (siehe Videostatement), Epoch Times auf Facebook (siehe epochtimes) und das größte Unterstützerkonto für Julian Assange auf Twitter (siehe Bericht in FB).

Die derzeitige Marktbereinigung ist historisch wohl nur mit Bücherverbrennungen zu vergleichen, wie wir sie bereits im Vorfeld der unseligsten Zeiten unserer Geschichte erlebt haben. – Wesentlich smarter natürlich, ohne Rauch und große tumultarische Szenen auf den öffentlichen Straßen: Einfach, indem man auf einen Knopf drückt und im Rauschen des alternativen Medienwaldes Stille einkehrt.

Keine Sorge: Die Bordkapelle spielt weiter

Für Ersatz-Unterhaltung wurde bereits gesorgt. Mit großzügigem finanziellem Budget und/oder medialen Gratifikationen wurde bereits eine neue Generation an Influencern und Jungscharführern aufgebaut, die nun übernehmen sollen. So unfassbar dreist es ist, aber es ist eben nur konsequent: Nachdem das, was die alternativen Medien wollten, durch  professionelle und hippe Pseudoformate ersetzt wurde (Mr. WissenToGo, Joko&Klaas, Jung&Naiv, Neo Magazin Royal, Vice, Bento etc.), kann man die Originale nun ausknipsen. – Eine ganze Generation an potentiell systemkritischen Menschen kann damit abgeschöpft und in seichten Gewässern in Strandnähe gehalten werden, während auf hoher See gerade der entscheidende Kampf um unser aller Zukunft ausgefochten wird.

Das Geniale an der Medien-/Meinungsmaschinerie 4.0: Die neuen Influencer sind sich meist nicht einmal selbst des Bärendienstes bewusst, den sie leisten. Sie sind so von sich und ihrer Großartigkeit überzeugt, dass sie ihren Followern – wenn diese im Getriebe des Manufacturing Consent mal mit irritierenden alternativen Fakten konfrontiert werden – mit dem Brustton der Überzeugung sagen können: „Vorsicht, Verschwörungstheorie, guckt lieber weiter brav bei Tilo!“ Wer im transatlantischen Wind mitsegelt, der braucht dann auch keine Angst haben, als „Verschwörungstheoretiker“ geächtet und shadowgebannt zu werden, sondern der bekommt die Anerkennung samt allerlei Gratifikationen der etablierten Medienlandschaft. Im Falle von Tilo Jung (der nach eigenem Bekunden jeden seiner Jungschar-Follower blockt, der das Wort „Ganser“ erwähnt) z.B. nicht nur den Grimme-Preis, sondern auch den Axel Springer Preis und den von ZDF, RTL, SAT1 und Das Erste vergebenen „Deutschen Fernsehpreis“.

Für diejenigen Influencer, die man mit ein paar Trophäen der Eitelkeit nicht so leicht abspeisen kann, greift man von konzernwirtschaftlicher Seite durchaus auch ein bisschen tiefer in die Tasche. Das geht dann so:

siehe Porsche Newsroom
(Konsumentenschutzhinweis: vor Anklicken des Videos sollte man allfällig im Mund befindliche Speisen und Getränke gut runterschlucken, denn es könnte sein, dass man plötzlich losprusten muss wie ein Elefant)

Wenn denn die Doomsday Clock nicht gerade auf „zwei Minuten vor Mitternacht“  stehen würde und alle Alarmglocken läuteten, dann könnte man über die derzeitige Chose ja eigentlich nur noch lachen. Aber wenn nun Plattformen, die sich mit der Aufklärung über die Mechanismen von Krieg, Ausbeutung und Manipulation beschäftigen, mundtot gemacht werden, dann bedeutet das leider nichts Gutes für den Frieden. Ein Frieden, den wir in den letzten Jahrzehnten anscheinend für vollkommen selbstverständlich gehalten haben – siehe auch ein denkwürdiges Stimmungsbild im jüngsten Friedenscamp gegen die US Airbase Ramstein von eingeschenkt.tv:  Darin geben die „Großen“ unserer alternativen Medienszene frei zu, dass es eigentlich immer die gleichen Leute seien, die die anderen 5000 Leute, die ohnehin schon Bescheid wüssten, über die globalpolitischen Machenschaften aufklären. Obwohl die Bombeneinschläge immer näher kommen und die Leitmedien mittlerweile ganz unverhohlen von Krieg gegen Russland sprechen und die Notwendigkeit nuklearer Erstschläge in Erwägung ziehen, „um Putin zu stoppen“, können sich scheinbar immer noch die wenigsten vorstellen, dass auch ihnen selbst auf ihrer Astroturf-Couch womöglich schon demnächst der Laden um die Ohren fliegen könnte.

Tomorrowland

Von den Super-Youtubern, die die Drohnenmord-Praxis in Ramstein angeprangert hatten, war auf der aktuellen Ramstein-Friedensdemo leider ebensowenig zu sehen wie von den 15 Millionen Sehern, die im bundesweit bekannten Video vor der EU-Wahl angeblich empört über diese Praxis waren und daher anders gewählt haben bzw. überhaupt erst wählen gegangen sind, um etwas zu verändern. Vielleicht war aber auch einfach nur das Wetter schuld. Oder es gab eben attraktivere Events – wo man nicht über die Zukunft redet und sich den Kopf zerbrechen muss, sondern wo man diese Zukunft jetzt schon herbeiholt und feiern kann. Beim legendären Tomorrowland-Festival etwa (siehe official aftermovie), bei dem aus ganz Europa Menschenmassen (zuletzt: 400.000)  herbeiströmen und sich in Form einer Menschentraube fast bis zum Horizont ergießen, soweit die Kameras reichen. Tomorrowland … ja, da wird scheinbar bereits das Morgen, die Zukunft zelebriert:  alle Probleme haben sich in Rauch aufgelöst, am Firmament detonieren in endloser Serie gewaltige Feuerwerkskörper, Flugshow-Jets fliegen in 10 m Höhe über die Zuschauerköpfe, von unzähligen Stages schallt Musik, die einem durch Mark und Bein geht und alle haben strahlende Augen und sind einfach nur happy.

Ich hatte erst gestern Gelegenheit, mit einem solchen Pionier der Zukunft zu plaudern. War wirklich ein netter, aufgeweckter Kerl, der jenseits der Alpen gerade fünf Tage durchgefeiert hat. Diesmal nicht am Tomorrowland, sondern am „Electric Love Festival“, einem neuen Geheimtip, der „noch nicht Mainstream“ sei … Anm.: aber vorige Woche immerhin nicht zu verachtende 180.000 Nicht-Mainstreamer zählte, die noch etwas auf Individualismus halten und sich nicht vermassen lassen wollen (hier ein aftermovie für die Partylöwen und hier the day after für die 120 Mann starke Putzkolonne, die auf 58 Hektar Fläche Tonnen von Plastikmüll, zurückgelassene Zelte und Schlafsäcke einsammeln musste). Mit nur einer Vergewaltigung und 64 anderen Straftaten (Quelle: oe24) wurde unter Beweis gestellt, dass die Kriminalität bei Menschen, die einfach abfeiern und Party machen, nach prozentualer Statistik praktisch gegen Null tendiert (mit anderen Worten: nur 0,036% der Menschen sind straffällig geworden, während 99,96% mustergültig gefeiert und konsumiert haben – auf diese unbestreitbaren „evidence based“-facts wäre wohl jedes Entwicklungsland neidisch und wird wohl noch Generationen an Entwicklung brauchen, um diesen Level ebenfalls zu erreichen). Vielleicht arbeiten wir Sauertöpfe von den alternativen Medien wirklich nur an der falschen Front. Vielleicht sollten wir unsere Zeit und Kraft auch dazu aufwenden, um unter dem Tomorrowland-Motto „Live today, love tomorrow, unite forever“ die ganze Welt zu einer einzigen Dauerparty zu machen, die uns zusammenschweißt und auf der jeder grenzenlos Spaß haben kann – und wir hätten im Handumdrehen Frieden.

Als ich den jungen Hipster fragte, ob er kommende Woche auch zur Mutter aller Festivals, zum „Tomorrowland“ fahren werde, war ich allerdings über seine Reaktion überrascht. Er verdrehte die Augen und machte eine abwinkende Handbewegung, als ob ich mich wirklich so besonders dumm anstellen wolle, dass er mir das noch auch erklären müsse. „Warum denn nicht?“, fragte ich Naivling. Er, kopfschüttelnd: Tomorrowland sei doch nur eine verpisste Sandkiste, in der „kleine Kinder komasaufen und sich das Hirn rausvögeln“.

Ob das wirklich so ist oder mein Bekannter nur ein ‚Hater‘ dieses Festivals, ich weiß es nicht. Wenn ich mir das Aftervideo anschaue, dann tragen viele der dort herumlaufenden Kinder Bart und sind schon über 1,80 m groß, hängen also wohl nicht mehr an der Milchflasche. Aber was ist heute schon ein Kind und was ein Erwachsener? Und ab wann ist ein Mensch für das, was er tut, verantwortlich? Diese Frage habe ich mir schon zuletzt gestellt, und auch Staatsanwälte verzweifeln gerade an ihr (siehe Kindergarten Gang Bang).

Römischer Rammsteinwurf aufs Gallierdorf

Zurück aber zum aktuellen Rammsteinwurf der Römer nach den alternativen Medien. Warum will man die unbelehrbaren Hinkelsteinklopfer und Aluhüte nun plattmachen? Reichweitenstarke Pattformen wie Nuoviso stören offensichtlich die Kriegsvorbereitungen, die ja – wenn man unsere Leitmedien so querliest – anscheinend bereits auf Hochtouren laufen. Auch die Straßen Europas in Richtung Russland werden ja bereits auf Anordnung der EU-Kommission für 6,5 Milliarden Euro panzertauglich gemacht (Quelle: Welt). Nachdem in letzter Zeit, womöglich nicht zuletzt aufgrund des doch vehementen Aufschreis innerhalb der alternativen Medien, die geplanten Coups gegen Venezuela und den Iran (noch) nicht aufgegangen sind, will man sich jetzt anscheinend nicht mehr länger ins Geschäft pfuschen lassen.

Lassen wir die ohnehin hilflose Ironie, mit der wir uns über Wasser zu halten versuchen, aber mal beiseite. Wenn ein marktradikales („marktkonformes“) System, das Jean Ziegler als kannibalisch bezeichnet und das laut Jean Jaurès „den Krieg in sich trägt wie die Wolke den Regen“, momentan derart dreiste Zensurmaßnahmen ergreift, dann sollte uns das mehr als wach machen. Denn wenn wir das, was jetzt geschieht, hinnehmen, dann hat es sich womöglich bald ausgesuvt – sowohl für die SUV-Kapitäne als auch für die Couch-Surfer, die gerne Deutschland sucht den Superstar und Dschungelcamp gucken … und auch im Tomorrowland hat es sich dann womöglich ausgevögelt und keine einzige Amsel findet mehr einen Regenwurm.

Wie auch immer. Man kann trotzdem hoffen, dass sich die Dinge eben oft bis ins Groteske steigern müssen, bis die Menschen daran aufwachen und dem Ganzen eine Wende geben. Ich bin also trotz allem zuversichtlich. Denn jeder, der bei dieser Chose mitmacht und weiter die Produkte der Rat Media Solutions GmbH (Relotius-Narrenspiegel, Südtäusche & Co.) konsumiert, der sich von diesem kannibalischen System und seiner  Medien-/Manipulationsmaschinerie nicht emanzipiert und der jetzt nicht selbstaktiv wird, der verliert einfach seine Würde.

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
(Martin Niemöller, KZ-Häftling und Friedenskämpfer)

Foto: pixabay/CC0

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