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UNITE BEHIND THE SCIENCE! (UNITE BEHIND THE ECONOMY, UNITE BEHIND THE POWER!)

Über das Grüne Gemetzel

Michael Moore hat einen neuen Dokumentarfilm erstellt, der auf Youtube einen Monat lang gratis zum Downloaden war. Offiziell hat die Frist vorgestern geendet, der Film ist jedoch noch auf Moores Kanal verfügbar. Wer wenig Zeit hat, mag sich eventuell nur einen zweiminütigen Cocktail aus Yacht Lifestyle, schallendem Milliardärslachen und streng wissenschaftlichem Kahlfraß („UNITE BEHIND THE SCIENCE!“) zu Gemüte führen und z.B. direkt zu Minute 1:21:10 des Videos springen.

Die Weltwoche fasst den Inhalt des Films «Planet of the Humans» zusammen:

„Unbequeme Wahrheiten. Für einmal richtet Regisseur Michael Moore seine Kamera auf die grünen Lebenslügen der eigenen Klientel. Das Schweigen der Kritisierten spricht Bände.

Die unerbittliche Kamera richtet sich diesmal auf die «heilige Kuh» seiner eigenen Klientel: die vermeintlich grüne Energie. Der Regisseur und Koproduzent Jeff Gibbs, ein Umweltaktivist der ersten Stunde, begibt sich auf eine Erkundungstour durch die Welt der alternativen Energieträger. Und er stellt dabei fest: Ob Solarpanels, Windmühlen, Batterien oder Biotreibstoffe – was unter dem Label «grün» vermarktet wird, verursacht kaum weniger Umweltschäden als konventionelle Energieträger.

Das Fazit nach einer Stunde und vierzig Minuten erscheint deprimierend. Es liegt nicht an der Technologie, sondern an der Natur. Erstens sind Sonne und Wind für die Stromproduktion denkbar ungeeignet, weil sie selten dann anfallen, wenn man sie braucht. Zweitens steht der Verschleiss an Ressourcen in einem krassen Missverhältnis zum kläglichen Ertrag, was insbesondere auch für Biotreibstoffe gilt. Das ist zwar alles längst bekannt. Doch Moore und Gibbs gelingt es, diese irritierende Erkenntnis am konkreten Beispiel bildhaft aufzuzeigen.

Der grüne Zauber vermittelt den Menschen die Illusion, den Planeten zu retten. In Wahrheit, so die Message des Films, geht es einzig um die Rettung eines verschwenderischen Lifestyles. Der «Green New Deal» ist eine linke Lebenslüge – ein milliardenschweres, mit Subventionen aller Art gedoptes und verlogenes Business, an dem sich knallharte Geschäftemacher, von Elon Musk über Al Gore («An Inconvenient Truth») bis Richard Branson, eine goldene Nase verdienen.“

Obwohl das in der Filmkritik erwähnte Schweigen der Kritisierten „Bände spricht“, so ereifern sich in den sozialen Medien umso mehr die Technik- und Fortschrittsgläubigen, die es nicht zulassen wollen, in ihrer soeben erst neu gefundenen Religion desillusioniert zu werden. Von einer gigantischen globalen PR-Agenda samt angehängter Influenzer-Maschinerie rund um Mailab, Greta, Rezo & Co. auf das Credo “UNITE BEHIND THE SCIENCE!” eingeschworen, will sich eine Millionenschaft an Followern und Freunden Sheldon Coopers ihren Glauben an Wissenschaft und Technik nicht nehmen lassen. Aus allen Rohren wird daher gerade „debunked“ und „faktengecheckt“, dass sich die Balken biegen. Denn wie uns schon Christian Morgenstern erklärt hat, kann schließlich nicht sein, was nicht sein darf. Correctiv-, Gwup-, Skeptiker- und Mimikama-artige „Faktenchecker“ verbreiten auf Hochtouren Gegendarstellungen wie hyperventilierende Tintenfische. Die digitale Tinte, die diese Fische versprühen, geht dennoch ins Leere. Denn jeder, der Augen hat zu sehen, kann die Wahrheit sehen, auch wenn sie schmerzt.

So wie z.B. Michael Moore das von ihm ins Bild gebrachte grüne Gemetzel kommentiert: „The Union of Concerned Scientists has become the union of concerned salesmen …”. Doch möge sich jeder selbst eine Meinung bilden.

[25.05.2020 Video gelöscht, noch verfügbar als Re-Upload hier:]

 

 

Schwarmflug der Mailabkäfer

MGelau_JensSpahn FB
Die im untigen Meme des Kommunikationsexperten Markus Gelau angesprochene „Masse“ zu entlausen, wird nicht leicht werden. Die Parasiten haben sich bereits en masse an der Kopfhaut festgebissen. Noch schwieriger wird es, die Mailabkäfer aus den Köpfen zu holen, mit der fast eine ganze Generation an Digital Na(t)ives auf Linie gebracht wurde. Eine ohne Unterlass ratternde Influenzer-Maschine setzt uns diese smarten, „streng wissenschaftlichen“ Käfer in den Kopf und kaum jemand kann sich ihnen entziehen. Weder jung&naiv, noch alt&lesch.
Diese Käfer summen jetzt ohne Unterlass in unseren Köpfen:
„UNITE BEHIND THE SCIENCE !“
(„UNITE BEHIND THE ECONOMY !“)
(„UNITE BEHIND THE POWER !“)
.

– – –

Zum Meme – M. Gelau/FB:

wenn man das stockholm-syndrom mit massivem desinteresse paart, einen guten schuss meinungsmanipulation vorsichtig unterhebt, das ganze mit einer kräftigen prise naivität abschmeckt, den teig dann einige wochen gut gehen lässt und bei bedarf immer wieder mit 1-2 kaffeetassen öliger propaganda übergießt (die dafür sorgt, dass unbequeme wahrheiten und fakten geschmacklich effektiv überlagert werden), erhält man eine masse deutscher bürger, für die JENS SPAHN aktuell der drittbeliebteste politiker des landes ist.

Ebenfalls M. Gelau/FB (aus: hawks- traveler (2009):

„was wir hier beschließen werden, wird für die zukunft unserer krisengeschüttelten welt entscheidend sein: das so genannte recht auf freiheit ist nichts als eine gefährliche illusion. nur eine strenge, aber gerechte kontrolle kann die menschheit retten.

wir waren nie einflussreicher sein als heute. fast alle elektronischen transaktions- und kommunikationswege lassen sich mittlerweile verfolgen und einem individuum zuordnen. die informationen lassen sich in zentralen datenbanken sammeln und auf unbegrenzte zeit speichern. wir sind in der lage, einen *schattenriss* eines jeden menschen zu erstellen und seinen tagesablauf zu überwachen.
zugegeben: es gibt sie wirklich, jene spinner, die ihre meinung im internet verbreiten. aber die wichtigsten medien sind in der hand einer kleinen, verlässlichen gruppe von menschen. die meinungsmacher sind unsere freunde, und solange wir sie mit GESCHICHTEN versorgen, mit SCHURKEN und HELDEN, mit BEDROHUNGEN und dem SCHUTZ davor, können wir jeden rufer auf der straße übertönen.
gesetzestreue bürger haben nichts dagegen, von behörden überwacht zu werden. die meisten menschen wünschen sich nichts als einen ANSTÄNDIGEN JOB und ein BISSCHEN SPASS: ein bequemes, geordnetes leben. vergessen sie die radikalen splittergruppen! die öffentlichkeit steht fraglos auf unserer seite.
das panopticon wird für gesellschaftliche stabilität sorgen und es ermöglichen, das verhalten der masse zu manipulieren und jeden widerstand im keim zu ersticken. und was wird die neue ordnung bringen? die geschichte hat uns gelehrt, dass sich unter einer strengen diktatur eine verbitterte, rebellische unterklasse herausbildet.
der BESTE weg besteht darin, KONTROLLE mit WOHLSTAND zu vereinen. stellen sie sich ein riesiges großraumbüro vor, einen großen saal mit milliarden von schreibtischen. in unserem system bekommt jeder einwohner der industriestaaten seinen EIGENEN schreibtisch. und was tut er dort? er arbeitet als produzent oder als dienstleister. der produktive bürger stempelt seine karte ab und beschwert sich nicht! wenn wir verstanden haben, dass unser wahres ziel in der schaffung einer arbeitenden kooperative besteht, beantworten sich viele fragen von selbst. es ist gleichgültig, ob wir von ärzten, buchhaltern, studenten, sachbearbeitern oder aushilfsköchen sprechen. ein JEDER wird in seiner unsichtbaren arbeitsnische sitzen, von unseren kameras beobachtet und von parameterprogrammen überwacht.
interessiert es uns, wie die arbeiter ihren schreibtisch gestalten? ob sie in ihrer freizeit fernsehen oder lieber den garten umgraben? natürlich nicht! uns ist es gleich, welcher kirche sie angehören, solange ihr glaube sich nicht auf ihre lebensführung auswirkt. solange der kandidat ihrer PARTEI nicht vorhat, ERNSTHAFT etwas zu verändern, dürfen sie zur wahl gehen und sich aufkleber auf die stoßstange kleben.
kommt es zu einer wirtschaftskrise, sorgen wir dafür, dass die regierung die geldmenge erhöht und oberflächliche verschönerungsmaßnahmen vornimmt, ohne die grundlegende struktur anzutasten.
das neue panopticon versetzt uns in die lage, das verhalten der arbeiter wie auch der konsumenten zu beeinflussen. der bürger in seiner nische ist praktisch machtlos, dafür steht es ihm frei, seiner INDIVIDUALITÄT im KAUFHAUS ausdruck zu verleihen. aus der freiheit zu WÄHLEN wird die freiheit zu KAUFEN. das neue system gibt uns mächtige instrumente in die hand, um das kaufverhalten zu manipulieren.wenn ein bürger die straße überquert, erkennen werbetafeln auf der anderen straßenseite sein gesicht. zentrale computer wissen, für welche produkte sich ein bürger in der vergangenheit entschieden hat und werden dafür sorgen, dass der einzelne nicht durch unpassende angebote verunsichert wird. es ist, als höre man eine radiostation, die ausschließlich angenehm vertraute musik im programm hat.
wir wollen kein gefängnis für unproduktive massen errichten, sondern eine struktur erschaffen, die gehorsame arbeiter und funktionierende konsumenten hervorbringt. dieses weltumspannende system wird ihnen und ihrer familie ein sorgenfreies, komfortables leben bescheren. wir verleihen dem alten panopticon ein neues, fröhliches gesicht.
anstatt darauf zu warten, dass die bürger sich unserem system anschließen, sollten wir eine weltweite serie von BEDROHUNGEN und KRISEN auslösen, die die menschen dazu veranlasst, ihre freiheit ganz freiwillig aufzugeben. warum sie das tun werden? die antwort ist nicht schwer: weil wir VERÄNGSTIGTE KINDER aus ihnen gemacht haben. sie werden sich verzweifelt nach uns sehnen und das leben außerhalb der nische fürchten, da es voller gefahren ist.“
 

Coronavirus – Die Influenza 4.0 im Zeitalter der Influencer

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Nordlicht-Corona (pixabay/CC0)

Influencer

So, jetzt ist sie also da. In einer Zeit der Influencer, die nicht nur unseren Konsum und Lifestyle bestimmen, sondern uns mit ihrer kurz vor großen Wahlen verbreiteten Influenza millionenfach, also in epidemischem Maßstab veranlassen können, an wen wir aufgeklärte Spiegelbildbürger unsere Stimme abgeben sollen, musste sie ja irgendwann kommen: Die pandemische Influenza 4.0.

Bevor ich zum eigentlichen Anliegen in dieser Sache komme: „Fürchtet Euch nicht!“, möchte ich trotzdem eine Information vorausschicken, die ich von kompetenter Seite erhalten habe. Wer sie belächeln will: Bitte, nur zu. Mir ist bewusst, dass die kollektive Angst, die derzeit medial verbreitet wird, zweifellos alles andere als hilfreich ist und sich womöglich sehr viel toxischer und lähmender auswirken wird als das Virus selbst, aber: Ganz so ungefährlich, wie ihn manche Entwarner derzeit darstellen wollen, ist der Corona-Virus doch nicht.

Designer

Nicht nur, weil in den Schubladen unserer konzernwirtschaftlich orientierten Politiker bereits Pläne zu rigorosen Maßregelvollzügen, Absperrzonen, Bargeldabschaffung und (Zwangs-)Impfungen bewegt werden. Soweit mir ein Experte in Sachen biologischer Kampfstoffe mitgeteilt hat, handelt es sich bei Covid-19 mit größter Wahrscheinlichkeit  tatsächlich um einen in Laborumgebung gezüchteten Virus, von dem man also nicht davon ausgehen sollte, dass er sich wie gewöhnliche Grippeviren mit dem Wiederkehren der Frühlingswärme schnell wieder verliert. Ob der Virus durch einen unglücklichen Zufall einem Labor entkommen ist, z.B. aus dem nur 300 m neben dem als mutmaßlichem Coronavirus-Ausbruchsort identifizierten Fischgroßmarkt in Wuhan gelegenen Hochsicherheitslabor oder ob Covid-19 etwa gezielt freigesetzt wurde, sei dahingestellt. Wer letztere Möglichkeit ausschließen will, darf das ruhig tun. Wer das Buch „Das Schachbrett des Teufels“ über CIA-Direktor Alan Dulles gelesen hat, der weiß, dass Geheimdienste bei der Ausführung globalstrategischer Operationen eher wenig Skrupel kennen – keine Sorge, die Jungs dort halten sich nicht mit Verschwörungstheorien auf, die haben mehr ein Faible fürs Praktische.

Da der Virus nach Einschätzung des Experten vermutlich nicht natürlichen Ursprungs, sondern „designt“ sei, müsse man davon ausgehen, dass er virulenter und persistenter als gewöhnliche Grippeviren sei und sich tatsächlich großflächig ausbreiten werde, wobei er durch alle derzeit praktizierten Maßnahmen wie Absperrungen, Quarantäne und Atemschutzmasken auch nicht aufzuhalten sein werde. Obwohl man ihn bei durchschnittlicher Gesundheit durchaus gut bewältigen könne, so sei die Affektion der Lunge durch Covid-19 aber als nicht unproblematisch anzusehen, auch in Hinblick auf Spätwirkungen.

[Ergänzung 13.03.2020: siehe auch Fundstück in der renommierten Wissenschaftszeitschrift „Nature“ aus 2015: „An experiment that created a hybrid version of a bat coronavirus — one related to the virus that causes SARS (severe acute respiratory syndrome) — has triggered renewed debate over whether engineering lab variants of viruses with possible pandemic potential is worth the risks. (…) Simon Wain-Hobson, a virologist at the Pasteur Institute in Paris, points out that the researchers have created a novel virus that “grows remarkably well” in human cells. “If the virus escaped, nobody could predict the trajectory,” he says.“ Quelle: (Nature) ]

Käseglocke

Lassen wir das aber wieder beiseite, das Leben ist ja bekanntlich sowieso lebensgefährlich, auch wenn viele diese Eigenheit des Lebens heute lieber wegkehren bzw. wegimpfen und ihr Kind unter einer sterilen Glocke abseits aller Gefahren und allen Unbills des Lebens aufziehen möchten. Dass geradewegs Bauernhof-Kinder, die bei jeder Gelegenheit mit allem möglichen Schmutz und Keimen von Rindern, Schweinen und Geflügel in Kontakt kommen, bekannterweise das gesündeste und robusteste Immunsystem ausbilden, während steril aufgezogene und 26fach durchgeimpfte Kinder von Helikoptereltern aufgrund von chronischer Kränklichkeit und Multisystemallergien oft kaum noch wissen, was sie essen oder anziehen sollen … – auch das wäre ein eigenes Thema, zu dem wir hier jetzt nicht abschweifen wollen.

Eigentlich schreibe ich diese Zeilen in meiner nicht vorhandenen Zigarettenpause, um auf einen viel tieferliegenden Aspekt der ganzen Angelegenheit hinzuweisen. Denn die große Tragik der Coronavirus-Epidemie ist, dass diese zum Gegenteil von dem zu führen droht, was der Mensch in der jetzigen, erdrückend verlogenen und manipulativen Zeit der marktkonformen Demokratie und des „moderaten“ Terrorismus tun sollte: Sich aufrichten, den destruierenden Machenschaften des Zeitgeschehens entgegenblicken und sie damit zu überwinden. Dieses Überwinden funktioniert jedoch nicht, indem man sich zurückzieht und das Üble zu vermeiden sucht (so wie uns das die Wellnesscoaches heute gerne raten), sondern indem man über sich selbst hinauswächst und mutig neue Sichtweisen und Fähigkeiten entwickelt.

Der Coronavirus motiviert bzw. deprimiert uns nun fatalerweise geradewegs zum Gegenteil: Wir sind verleitet, uns zu ducken, Kontakt mit Menschen und der Öffentlichkeit zu vermeiden, Dinge zögerlich anzugreifen, denn sie könnten ja infiziert sein etc. Dabei bemerken wir kaum, wie wir durch eine solche Attitüde nur noch mehr geschwächt und damit manipulierbar und steuerbar werden. Das Auftreten des Coronavirus liegt also auch durchaus im Interesse derjenigen systemerhaltenden Spindoctoren, die alternativlos „weitermerkeln“ und den Menschen „evidenzbasiert“ kontrollieren wollen.

Antikörper

Die besten Chancen, gesund durch die kommenden Zeiten zu gehen, wird derjenige haben, der es schafft, sich aus dem Sumpf der herrschenden Meinung mutig aufrichten. Das Immunsystem stabilisiert sich in Wirklichkeit durch nichts so sehr wie durch freie, mutige, eigenständige und wohlabgewogene Beziehungsaufnahme nach außen – sowohl zu den erfreulichen Erscheinungen des Lebens als auch durch Auseinandersetzung mit dem Destruktiven, von dem viele ja lieber wegsehen möchten. Wer es vermag, eigene, kritische Gedanken gegenüber dem Zeitgeschehen aufzubauen und die zum Guten und Gernen erklärte Lüge und Heuchelei auf allen Ebenen mit ruhigem Auge zu durchschauen (und sich dabei nicht zur Verzweiflung bringen zu lassen, sondern geradewegs daran sogar persönliche Ideale fassen, wie man selbst das regelrechte Gegenteil entwickeln und in seinem Umkreis zum Ausdruck bringen kann), der wird in sich die entsprechenden psychischen „Antikörper“ entwickeln, die ihn gegenüber der ungesunden Atmosphäre unserer Zeit immunisieren. Er wird auch in physischer Hinsicht nicht viel zu befürchten haben und tendenziell gesund bleiben.

Wer hingegen mit der politisch korrekten Heuchelei, wie sie einem ja mit fast jeder Zeitungsseite, jedem Hashtag und mit jedem Statement der medial kolportierten Meinungsmacher und Influencer entgegentrieft, mitschwimmen möchte – da er ein „guter und gerner“ Bürger sein möchte -, für den stehen die Karten natürlich schlecht. Er wird über Kurz oder Lang von einer schleichenden Intoxikation und innerer Vermorschung dahingerafft werden, ganz unabhängig davon, ob ihn das Coronavirus erwischt oder nicht.

Insofern kann das Auftreten des Coronavirus auch als große Aufforderung angesehen werden, sich aus dem untragbar gewordenen System und seiner fast unatembar gewordenen Atmosphäre des marktradikal-neoliberalen Nihilismus zu emanzipieren und mit eigenständigem Gedankengut und Lebenskonzept in die Zukunft zu arbeiten. Nur wer heute eine ausgesprochen rege Aktivität und Kreativität entwickeln kann, wird psychisch und auch physisch gesund bleiben können – wobei mit Aktivität natürlich nicht Sport oder Workaholismus gemeint ist, sondern diejenige Aktivität, die in unserer äußerlich hyperaktiven Zeit noch absolute Mangelware ist: innere, gedankliche, beobachtende und unterscheidende Aktivität, mit der man Bullshit und Manipulation vom Wesentlichen und Wahren trennen kann.

Murenabgang und innere Vermorschung

Diejenigen, die glauben, dass sie ohnehin schon unabhängig denken und machen was sie wollen, unterliegen leider oft einem gewaltigen Trugschluss. In Wirklichkeit gibt es nur sehr wenige Menschen, sie es schaffen, im derzeitigen, machtvoll orchestrierten und zugegebenermaßen wirklich raffinierten Strom des „Guten und Gernen“ Manufacturing Consent Oberwasser zu behalten und sich nicht von den angeblich alternativlosen Fluten mitreißen zu lassen. Wie man mit Erstaunen beobachten kann, reißen diese Fluten nun ja auch unsere mitunter klügsten und scheinbar kritischsten Intellektuellen mit. Auch sie wollen jetzt aller Welt zeigen, wie Gut und Gerne und Alternativlos sie sind, ohne zu merken, dass es längst der Coronavirus 4.0 ist, der sich in ihrer DNA eingenistet und die Steuerung übernommen hat. Ja, sie werden für ihren treuen Dienst am guten und gernen Leben gewiss ein bisschen Sitcom-Applaus aus der Büchse des Systems bekommen, auch die Masse der anderen Treibhölzer im großen neoliberalen Murenabgang wird ihnen eifrig zuklatschen, aber das war’s dann auch bald für sie. Danach kommt die gnadenlos fortschreitende innere Vermorschung, die ihnen den Garaus machen und sie von der Bildfläche fegen wird, noch bevor sie annähernd in den Genuss einer Altersrente kommen. Und selbst diejenigen gutgernmenschlichen Mitschwimmer, die es bis zur Renten-Ziellinie und ins Altersheim schaffen, werden dort meist nur als bedauernswerte, mit Medikamenten und medialem Müll eingestellte Patienten ein Dauerfernseh-Delirium fristen.

Aufgeklärte Nichtwissenwollenschaftler

Die Fähigkeit des wirklich eigenständigen und unbefangenen Denkens auszubilden, ist hingegen harte Arbeit. Denn in Schule und Uni hat man sie uns nicht gelehrt, sondern uns eher eine Kondition anerzogen, die uns nun zu idealen Wirtsorganismen macht, in die sich Corona- und auch noch viel schlimmere Viren einnisten können, ohne dass wir es merken. Viele glauben, ohnehin kritisch zu denken und zu sagen, was sie wollen. Das mag auch zunächst so erscheinen. Wer jedoch ehrlich mit sich selbst ist, wird bemerken, dass es zumeist nur eingesickerte und verfestigte Assoziationen und Meinungen sind, die – und das mit zunehmender Aggression – hochzüngeln, sobald uns von Außen irgendetwas Neues, nicht unserer gewohnten Denkweise Entsprechendes begegnet. – womit der perfekte gesellschaftliche Stillstand (siehe „Generation Chillstand“ / Milosz Matuschek) quasi vorprogrammiert ist, solange wir aus diesem nichtwissenwollenschaftlichen Denken nicht herausfinden. Dass Personen mit nichtwissenwollenschaftlichem inneren Räderwerk sich selbst gerne für besonders „wissenschaftlich“ und aufgeklärt halten, kann amüsieren, tut dabei aber nichts zur Sache. Es bleibt trotz aller hybrider intellektueller Akrobatik Nichtwissenwollenschaft.

Unsere Zukunft: Strahlemänner und Strahlefrauen

Dass uns der Corona-Virus bzw. die Krankheit der massenmedial-murkspolitischen Vermüllung nun den Garaus macht, muss aber nicht sein. Gerade an Herausforderungen wächst der Mensch. Und die Dynamik, die nun eingesetzt hat, lässt uns nun eben gar keine andere Wahl mehr. Wir müssen uns entscheiden: Ob wir degenerierte, 5G-gechippte Systemsklaven sein wollen oder freie und eigenständige Menschen, die bei jeder Begegnung noch viel ansteckender sind als der Coronavirus, allerdings im positiv-inspirierenden Sinne. Wobei mir eine Szene aus einem Asterix-Comic einfällt. Im schon vor einigen Jahren erschienenen Band „Asterix in Italien“ bejubeln die Zuseher in einer römischen Arena einen Wagenlenker namens „Coronavirus“ und skandieren mit dreifacher Großsprechblase: „CORONAVIRUS! … CORONAVIRUS!  … CORONAVIRUS!“  –  Das ist bei näherer Betrachtung ein durchaus nettes Wortspiel. Denn das Wort Coronavirus setzt sich bei lateinischer Lesart zusammen aus den Stammwurzeln „vir“ (= lat. „der Mann“, mit der typischen lateinischen Endung „–us“ für Maskulinum) und „corona“ (=Strahlenkranz, Strahlenkrone). Frei übersetzt könnte man sagen: Die Menge jubelt hier also „dem Strahlenmann“ zu und hofft auf seinen Sieg.

In Wirklichkeit ist es heute genau so: Wir alle wollen es eigentlich nicht mehr länger ertragen, geduckte, gegängelte und verschluckende Konsumentenexistenzen bzw. WC-Enten zu sein, sondern wir wollen selbst zu aufrechten, eigenständigen und kreativ schaffenden „Strahlemännern“ und „Strahlefrauen“ werden. Auch wenn wir bis dahin noch einiges durchaus Tragisches durchzustehen haben werden, aber man male es sich trotzdem aus, um das erbarmungslose Wagenrennen, das uns nun bevorsteht und bei dem wir zeitweise ohne Zweifel außer Atem und ordentlich ins Schwitzen kommen werden, durchzuhalten: Was wird das für ein Fest sein, wenn wir das alles durchgestanden und uns zu Strahlemännern/-frauen – oder meinetwegen zu geschlechtsneutralen Strahle-Hermaphroditen – entwickelt haben, denen auf der Straße zu begegnen, für jedermann eine einzige Freude und Erbaulichkeit sein wird!

Wir werden dann wie im obligatorischen Endbild jeder Asterix-Geschichte unter freiem Himmel ein großes Lagerfeuer anzünden, ein opulentes Bankett anrichten, zu wunderschöner Musik feiern und tanzen, ein paar – meinetwegen vegetarische – Wildschweine braten … während wir die transatlantischen Musik(t)anten, die bisher nur abscheuliche Kakophonie produziert haben, an einen Baum festgebunden haben und vor sich hinschmollen lassen.

Ausgevögelt: Über das Ende der alternativen Medien und Tomorrowland …

Das große Desinfizieren

Eine beispiellose – und im übrigen vollkommen verfassungswidrige – Zensurwelle erschüttert gerade unsere marktkonformen Landstriche. Experten bewerten das aktuelle Beben mit >9 auf der Richterskala (Definition der Erdbebenstärke 9-10 lt. Charles Francis Richter / United States Geological Survey: TNT-Äquivalent 5,6 bis 1.000 Gigatonnen; Häufigkeit des Bebens: ca. alle 20 Jahre; Auswirkung: „extrem große Zerstörung in Bereichen von tausend Kilometern“). Das Epizentrum des aktuellen Bebens liegt nach Einschätzung des ehemaligen taz-Wissenschaftsredakteurs und US Experten Mathias Bröckers im militärisch-industriellen Komplex jenseits des Atlantik, als dessen fraglosen Teil er Silicon Valley Tech-Konzerne wie Google/Youtube und Facebook ansieht.

Diejenigen grauen Eminenzen, die Angela Merkel immer kryptisch lächelnd als „unsere verlässlichen Freunde“ bezeichnet, haben also nun ein großes Reinemachen angeordnet (siehe auch „Kopfmähroboter oder: Das große Desinfizieren“). Nach eigenen Angaben hat YouTube alleine im ersten Quartal dieses Jahres ca. 2,9 Millionen Kanäle mit über 74 Millionen Videos gelöscht. Die anderen Quasi-Monopolisten im Bereich Social Media betreiben gerade „eth(n)ische“ Säuberungen in ähnlichem Maßtab. Jüngste Opfer, die über Nacht gelöscht wurden: Nuoviso auf Youtube (siehe Videostatement), Epoch Times auf Facebook (siehe epochtimes) und das größte Unterstützerkonto für Julian Assange auf Twitter (siehe Bericht in FB).

Die derzeitige Marktbereinigung ist historisch wohl nur mit Bücherverbrennungen zu vergleichen, wie wir sie bereits im Vorfeld der unseligsten Zeiten unserer Geschichte erlebt haben. – Wesentlich smarter natürlich, ohne Rauch und große tumultarische Szenen auf den öffentlichen Straßen: Einfach, indem man auf einen Knopf drückt und im Rauschen des alternativen Medienwaldes Stille einkehrt.

Keine Sorge: Die Bordkapelle spielt weiter

Für Ersatz-Unterhaltung wurde bereits gesorgt. Mit großzügigem finanziellem Budget und/oder medialen Gratifikationen wurde bereits eine neue Generation an Influencern und Jungscharführern aufgebaut, die nun übernehmen sollen. So unfassbar dreist es ist, aber es ist eben nur konsequent: Nachdem das, was die alternativen Medien wollten, durch  professionelle und hippe Pseudoformate ersetzt wurde (Mr. WissenToGo, Joko&Klaas, Jung&Naiv, Neo Magazin Royal, Vice, Bento etc.), kann man die Originale nun ausknipsen. – Eine ganze Generation an potentiell systemkritischen Menschen kann damit abgeschöpft und in seichten Gewässern in Strandnähe gehalten werden, während auf hoher See gerade der entscheidende Kampf um unser aller Zukunft ausgefochten wird.

Das Geniale an der Medien-/Meinungsmaschinerie 4.0: Die neuen Influencer sind sich meist nicht einmal selbst des Bärendienstes bewusst, den sie leisten. Sie sind so von sich und ihrer Großartigkeit überzeugt, dass sie ihren Followern – wenn diese im Getriebe des Manufacturing Consent mal mit irritierenden alternativen Fakten konfrontiert werden – mit dem Brustton der Überzeugung sagen können: „Vorsicht, Verschwörungstheorie, guckt lieber weiter brav bei Tilo!“ Wer im transatlantischen Wind mitsegelt, der braucht dann auch keine Angst haben, als „Verschwörungstheoretiker“ geächtet und shadowgebannt zu werden, sondern der bekommt die Anerkennung samt allerlei Gratifikationen der etablierten Medienlandschaft. Im Falle von Tilo Jung (der nach eigenem Bekunden jeden seiner Jungschar-Follower blockt, der das Wort „Ganser“ erwähnt) z.B. nicht nur den Grimme-Preis, sondern auch den Axel Springer Preis und den von ZDF, RTL, SAT1 und Das Erste vergebenen „Deutschen Fernsehpreis“.

Für diejenigen Influencer, die man mit ein paar Trophäen der Eitelkeit nicht so leicht abspeisen kann, greift man von konzernwirtschaftlicher Seite durchaus auch ein bisschen tiefer in die Tasche. Das geht dann so:

siehe Porsche Newsroom
(Konsumentenschutzhinweis: vor Anklicken des Videos sollte man allfällig im Mund befindliche Speisen und Getränke gut runterschlucken, denn es könnte sein, dass man plötzlich losprusten muss wie ein Elefant)

Wenn denn die Doomsday Clock nicht gerade auf „zwei Minuten vor Mitternacht“  stehen würde und alle Alarmglocken läuteten, dann könnte man über die derzeitige Chose ja eigentlich nur noch lachen. Aber wenn nun Plattformen, die sich mit der Aufklärung über die Mechanismen von Krieg, Ausbeutung und Manipulation beschäftigen, mundtot gemacht werden, dann bedeutet das leider nichts Gutes für den Frieden. Ein Frieden, den wir in den letzten Jahrzehnten anscheinend für vollkommen selbstverständlich gehalten haben – siehe auch ein denkwürdiges Stimmungsbild im jüngsten Friedenscamp gegen die US Airbase Ramstein von eingeschenkt.tv:  Darin geben die „Großen“ unserer alternativen Medienszene frei zu, dass es eigentlich immer die gleichen Leute seien, die die anderen 5000 Leute, die ohnehin schon Bescheid wüssten, über die globalpolitischen Machenschaften aufklären. Obwohl die Bombeneinschläge immer näher kommen und die Leitmedien mittlerweile ganz unverhohlen von Krieg gegen Russland sprechen und die Notwendigkeit nuklearer Erstschläge in Erwägung ziehen, „um Putin zu stoppen“, können sich scheinbar immer noch die wenigsten vorstellen, dass auch ihnen selbst auf ihrer Astroturf-Couch womöglich schon demnächst der Laden um die Ohren fliegen könnte.

Tomorrowland

Von den Super-Youtubern, die die Drohnenmord-Praxis in Ramstein angeprangert hatten, war auf der aktuellen Ramstein-Friedensdemo leider ebensowenig zu sehen wie von den 15 Millionen Sehern, die im bundesweit bekannten Video vor der EU-Wahl angeblich empört über diese Praxis waren und daher anders gewählt haben bzw. überhaupt erst wählen gegangen sind, um etwas zu verändern. Vielleicht war aber auch einfach nur das Wetter schuld. Oder es gab eben attraktivere Events – wo man nicht über die Zukunft redet und sich den Kopf zerbrechen muss, sondern wo man diese Zukunft jetzt schon herbeiholt und feiern kann. Beim legendären Tomorrowland-Festival etwa (siehe official aftermovie), bei dem aus ganz Europa Menschenmassen (zuletzt: 400.000)  herbeiströmen und sich in Form einer Menschentraube fast bis zum Horizont ergießen, soweit die Kameras reichen. Tomorrowland … ja, da wird scheinbar bereits das Morgen, die Zukunft zelebriert:  alle Probleme haben sich in Rauch aufgelöst, am Firmament detonieren in endloser Serie gewaltige Feuerwerkskörper, Flugshow-Jets fliegen in 10 m Höhe über die Zuschauerköpfe, von unzähligen Stages schallt Musik, die einem durch Mark und Bein geht und alle haben strahlende Augen und sind einfach nur happy.

Ich hatte erst gestern Gelegenheit, mit einem solchen Pionier der Zukunft zu plaudern. War wirklich ein netter, aufgeweckter Kerl, der jenseits der Alpen gerade fünf Tage durchgefeiert hat. Diesmal nicht am Tomorrowland, sondern am „Electric Love Festival“, einem neuen Geheimtip, der „noch nicht Mainstream“ sei … Anm.: aber vorige Woche immerhin nicht zu verachtende 180.000 Nicht-Mainstreamer zählte, die noch etwas auf Individualismus halten und sich nicht vermassen lassen wollen (hier ein aftermovie für die Partylöwen und hier the day after für die 120 Mann starke Putzkolonne, die auf 58 Hektar Fläche Tonnen von Plastikmüll, zurückgelassene Zelte und Schlafsäcke einsammeln musste). Mit nur einer Vergewaltigung und 64 anderen Straftaten (Quelle: oe24) wurde unter Beweis gestellt, dass die Kriminalität bei Menschen, die einfach abfeiern und Party machen, nach prozentualer Statistik praktisch gegen Null tendiert (mit anderen Worten: nur 0,036% der Menschen sind straffällig geworden, während 99,96% mustergültig gefeiert und konsumiert haben – auf diese unbestreitbaren „evidence based“-facts wäre wohl jedes Entwicklungsland neidisch und wird wohl noch Generationen an Entwicklung brauchen, um diesen Level ebenfalls zu erreichen). Vielleicht arbeiten wir Sauertöpfe von den alternativen Medien wirklich nur an der falschen Front. Vielleicht sollten wir unsere Zeit und Kraft auch dazu aufwenden, um unter dem Tomorrowland-Motto „Live today, love tomorrow, unite forever“ die ganze Welt zu einer einzigen Dauerparty zu machen, die uns zusammenschweißt und auf der jeder grenzenlos Spaß haben kann – und wir hätten im Handumdrehen Frieden.

Als ich den jungen Hipster fragte, ob er kommende Woche auch zur Mutter aller Festivals, zum „Tomorrowland“ fahren werde, war ich allerdings über seine Reaktion überrascht. Er verdrehte die Augen und machte eine abwinkende Handbewegung, als ob ich mich wirklich so besonders dumm anstellen wolle, dass er mir das noch auch erklären müsse. „Warum denn nicht?“, fragte ich Naivling. Er, kopfschüttelnd: Tomorrowland sei doch nur eine verpisste Sandkiste, in der „kleine Kinder komasaufen und sich das Hirn rausvögeln“.

Ob das wirklich so ist oder mein Bekannter nur ein ‚Hater‘ dieses Festivals, ich weiß es nicht. Wenn ich mir das Aftervideo anschaue, dann tragen viele der dort herumlaufenden Kinder Bart und sind schon über 1,80 m groß, hängen also wohl nicht mehr an der Milchflasche. Aber was ist heute schon ein Kind und was ein Erwachsener? Und ab wann ist ein Mensch für das, was er tut, verantwortlich? Diese Frage habe ich mir schon zuletzt gestellt, und auch Staatsanwälte verzweifeln gerade an ihr (siehe Kindergarten Gang Bang).

Römischer Rammsteinwurf aufs Gallierdorf

Zurück aber zum aktuellen Rammsteinwurf der Römer nach den alternativen Medien. Warum will man die unbelehrbaren Hinkelsteinklopfer und Aluhüte nun plattmachen? Reichweitenstarke Pattformen wie Nuoviso stören offensichtlich die Kriegsvorbereitungen, die ja – wenn man unsere Leitmedien so querliest – anscheinend bereits auf Hochtouren laufen. Auch die Straßen Europas in Richtung Russland werden ja bereits auf Anordnung der EU-Kommission für 6,5 Milliarden Euro panzertauglich gemacht (Quelle: Welt). Nachdem in letzter Zeit, womöglich nicht zuletzt aufgrund des doch vehementen Aufschreis innerhalb der alternativen Medien, die geplanten Coups gegen Venezuela und den Iran (noch) nicht aufgegangen sind, will man sich jetzt anscheinend nicht mehr länger ins Geschäft pfuschen lassen.

Lassen wir die ohnehin hilflose Ironie, mit der wir uns über Wasser zu halten versuchen, aber mal beiseite. Wenn ein marktradikales („marktkonformes“) System, das Jean Ziegler als kannibalisch bezeichnet und das laut Jean Jaurès „den Krieg in sich trägt wie die Wolke den Regen“, momentan derart dreiste Zensurmaßnahmen ergreift, dann sollte uns das mehr als wach machen. Denn wenn wir das, was jetzt geschieht, hinnehmen, dann hat es sich womöglich bald ausgesuvt – sowohl für die SUV-Kapitäne als auch für die Couch-Surfer, die gerne Deutschland sucht den Superstar und Dschungelcamp gucken … und auch im Tomorrowland hat es sich dann womöglich ausgevögelt und keine einzige Amsel findet mehr einen Regenwurm.

Wie auch immer. Man kann trotzdem hoffen, dass sich die Dinge eben oft bis ins Groteske steigern müssen, bis die Menschen daran aufwachen und dem Ganzen eine Wende geben. Ich bin also trotz allem zuversichtlich. Denn jeder, der bei dieser Chose mitmacht und weiter die Produkte der Rat Media Solutions GmbH (Relotius-Narrenspiegel, Südtäusche & Co.) konsumiert, der sich von diesem kannibalischen System und seiner  Medien-/Manipulationsmaschinerie nicht emanzipiert und der jetzt nicht selbstaktiv wird, der verliert einfach seine Würde.

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
(Martin Niemöller, KZ-Häftling und Friedenskämpfer)

Foto: pixabay/CC0

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