Inflation

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Grundeinkommen? Nein, danke! – WOHLSTAND FÜR ALLE Ep. 67

In einer berühmten Passage des „Kommunistischen Manifests“ fordern Karl #Marx und Friedrich Engels „eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist“.
Eine solche Gesellschaft, in der ein jeder die Chance zur Selbstverwirklichung hat, stellen heute die Befürworter eines Bedingungslosen Grundeinkommens in Aussicht. Die Hoffnung: Ein #BGE könnte dafür sorgen, dass nicht mehr jede Erwerbsarbeit angenommen werden muss, um über die Runden zu kommen, wie es etwa im derzeitigen #HartzIV-System für viele Menschen der Fall ist.

So könnten ungeahnte Potentiale freigesetzt werden, die in uns allen schlummern, und wir könnten die Freiheit haben, „heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden“.

Wer hingegen täglich acht Stunden lang harte (und oftmals schlecht bezahlte) Arbeit leisten muss, kann kaum kreativ werden, Leidenschaften entdecken und diese ausleben. Ein Grundeinkommen soll vom existentiellen Zwang der Erwerbsarbeit befreien, wäre Marx also heute ein BGE-Anhänger? In der aktuellen Krise sind die Stimmen, die ein Grundeinkommen fordern, noch einmal lauter geworden. Doch ist es wirklich sinnvoll?

Folgt auf die Corona-Krise bald die große Finanzkrise?

Wer hat, bekommt – wer wenig hat, verliert. Dieser Satz war noch nie so wahr, wie jetzt. Während Millionen in der Krise nicht nur um ihre Gesundheit fürchten, sondern um ihre wirtschaftliche Existenz, werden an der Börse weiter Parties gefeiert. Große Banken legen tolle Bilanzen vor, Aktienkurse steigen, Milliardäre vermehren ihr Vermögen. Krise? Welche Krise?

Während Superreiche weiter feiern, schmelzen die Vermögen von Kleinsparern dahin. Betrogen durch kriminelle Bankster oder ganz legal durch Zinsen unterhalb der Inflationsrate und Minuszinsen schon ab 10.000 Euro Guthaben. Sparbücher sparen längst nicht mehr, selbst bei Riester-Verträgen oder Lebensversicherungen wird nicht einmal mehr die volle Einzahlung garantiert.
Wie es soweit kommen konnte, ob nun bald auch ein Finanzcrash droht und welche Wege es aus der Inflationsfalle gibt – darüber spreche ich diese Woche im Video.

Liebe Crash-Propheten – wo bleibt die Hyperinflation?

Die Crash-Propheten predigen es seit Jahren: Die Hyperinflation kommt gewiss! Nicht nur gibt es zu dem alarmierenden Thema diverse Bestseller, auch auf YouTube kann man mit der Horrormeldung „Hyperinflation!“ viele Klicks generieren. Doch wo bleibt sie denn, die seit der Finanzkrise 2008 nahezu täglich heraufbeschworene Inflation? Viel lockerer kann die #Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (#EZB) eigentlich kaum noch werden, doch die #Inflationsrate ist weiterhin niedrig. Nicht einmal das Inflationsziel von 2 Prozent wird erreicht. Wie ist das zu erklären? Und warum wird dennoch permanent die Angst vor der Inflation geschürt?
Gern wird dabei auf die deutsche Geschichte verwiesen, als in der Weimarer Republik 1923 es zur Hyperinflation kam und man für sein Geld plötzlich nichts mehr kaufen konnte – die Preise vervielfachten sich rasant. Heute aber ist von derlei Entwicklungen nichts zu spüren, dabei wird seit einigen Jahren massenhaft frisches Geld in Umlauf gebracht. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ erklären Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt, warum keine Inflation in Sicht ist und die Crash-Propheten sich irren.

Zukunftsprognose: Armut und Weltwirtschaftskrise 2015

Einen Blick in die Zukunft werfen zu können: das wäre vielen Leuten viel Wert. Zum Beispiel der EU, die ja Geld wie Heu hat, während ihre Mitgliedsländer ständig größere Schuldenberge anhäufen. Dort gab es jetzt laut FTD eine Million Euro für ein ganz besonderes Projekt:

Sehr gern würde die EU-Kommission mal einen Blick in die Zukunft werfen. Deshalb hat sie den Ökonomen Rafael Popper beauftragt: Ausgestattet mit 1 Mio. Euro Fördergeld soll er herausfinden, was so alles auf die Menschheit zukommt.

Was man für eine Million Euro an Prognosen bekommt, ist schon erstaunlich, zum Beispiel den pseudowissenschaftlichen Religionsersatz:

Nun, einige Leute glauben an Gott, weil man an irgendetwas glauben muss, weil es Dinge gibt, die man sich nicht mit reiner Wissenschaft erklären kann. Ich stelle mir ein Wiki im Internet vor: ein Werkzeug, mit dem man die eigene Zukunft planen kann, die eigenen Stärken und Schwächen analysieren und sich am guten Beispiel anderer orientieren. Dann haben die Leute weniger Zeit, um in die Kirche zu gehen und zu beten. Sie würden begreifen, dass sie Dinge in ihrem Leben erreichen können, wenn sie einen Plan dafür haben.

Genau das ist das, was die Leute brauchen: einen Plan. Zum Beispiel einen konkreten Plan, wie man aus der eigenen finanziellen Misere herauskommt. ARBEIT, die klassische Methode zur Armutsbewältigung, scheint da laut Süddeutscher Zeiung nicht mehr zu greifen:

Die Krux mit der Bezahlung: Leiharbeiter verdienen nur etwa halb so viel wie normale Arbeitskräfte. Fast jeder achte ist deshalb trotz des Jobs auf Hilfe vom Staat angewiesen.

Der Studie zufolge erhielten Arbeitskräfte in der Verleihbranche, die in den alten Bundesländern tätig waren, 2009 durchschnittlich monatlich 1456 Euro brutto, einschließlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In Ostdeutschland, wo die Löhne insgesamt etwas geringer sind, betrug der Verdienst sogar nur 1124 Euro.

Mehr als zehn Prozent im Westen und gut 20 Prozent im Osten verdienten sogar weniger als 1000 Euro brutto im Monat, obwohl sie Vollzeit arbeiten.

Kommt nun zum niedrigen Einkommen noch steigende Preise hinzu, ist Armut vorprogrammiert. Laut Focus sehen die Aussichten dort düster aus, weil man Computer nicht essen kann:

Im wirklichen Leben hilft es allerdings wenig, wenn Fernseher oder Computer billiger werden und sich dafür Brot, Sprit und die Miete verteuern. So betrug die offizielle Inflationsrate im vergangenen Jahr auch gerade einmal 1,1 Prozent. Die Preise für Gemüse stiegen dagegen durchschnittlich um 17,5 Prozent, Obst wurde um knapp acht Prozent teurer.

Das ist die Krux mit der Statistik. Es geht uns theoretisch so unglaublich gut, nur merken wir nichts davon. Insgesamt scheinen wir in eine Phase kollektiver Geldillusion zu marschieren … weshalb manche gar nicht genug davon bekommen können, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet:

Die großen britischen Banken wollen einem Bericht der «Sunday Times» zufolge ihrem Personal Boni in Höhe von bis zu sechs Milliarden Pfund (7,12 Milliarden Euro) zahlen.

Die Regierung hatte die Großbanken – einige davon sind teilverstaatlicht – angesichts der vom Finanzsektor ausgelösten schweren Wirtschaftskrise in Großbritannien zur Zurückhaltung aufgefordert.

Und das sind nur die großen Banken. Die kleinen werden wahrscheinlich auch nicht knausrig sein. Immerhin – man bedient sich ja gerne bei den Leiharbeitern, deren Konto durch die mickrigen Erträge des Arbeitseinkommens immer gerade mal so knapp gefüllt werden kann … und die Regierung schaut laut „Extrem News“ gnadenlos zu:

Bankkunden können nicht auf deutlich geringere Kreditzinsen hoffen, wenn sie ihr Konto überziehen. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, will die Bundesregierung nicht gegen horrende Dispozinsen von bis zu 17 Prozent bei zahlreichen Banken und Sparkassen vorgehen.

Aber nicht nur durch die Ausplünderung der Ärmsten kommt man zu Geld. Für Milliardenboni braucht man schon ganz andere Pläne und Methoden, wie die TAZ heute berichtet:

Die März-Ausgabe der US-Zeitschrift Vanity Fair berichtet, dass die Investmentbank Merrill Lynch bereits im März 2008 in einem Bericht vor dem Zusammenbruch der irischen Banken warnte, weil die den Bauunternehmen das Geld nachwarfen. Der Bericht wurde noch am selben Tag zurückgezogen: Die irischen Banken hatten gedroht, ihre Geschäftsbeziehungen mit Merrill Lynch abzubrechen. Der Autor des Berichts, Phil Ingram, musste nach der Übernahme der Investmentbank durch die Bank of America im September 2008 seinen Hut nehmen.

In demselben Monat veröffentlichte Merril Lynch einen völlig anderen Bericht. „Alle irischen Banken sind profitabel und gut kapitalisiert“, hieß es darin. Für den siebenseitigen Bericht kassierte Merrill Lynch 7 Millionen Euro von der irischen Regierung – 1 Million pro Seite.

Eine Million Euro für eine Seite voller Lügen? In dem System stecken Boni drin – mehr sogar als in dem Orakelgeschäft für die EU. Dabei bräuchte die EU Orakel ganz dringend, denn für Irland sieht es schlecht aus:

Diese Bankengarantie entpuppte sich als Fass ohne Boden. Die Banken rückten mit ihren roten Zahlen nur zögerlich heraus, die Summe stieg beinahe täglich, und ein Ende ist nicht abzusehen. Der irische Wirtschaftsprofessor Morgan Kelly, der mit seinen Prognosen seit Jahren ziemlich richtig liegt, prophezeit, dass es sich um 106 Milliarden Euro handeln wird. Dieses Geld kann Irland nicht zurückzahlen. Das glaubt auch ein US-amerikanisches Unternehmen für Bonitätsbeurteilung: Es hat Irland, das noch vor wenigen Jahren zu den reichsten Ländern der Welt gehörte, an die dritte Stelle der Länder gesetzt, die ihren finanziellen Verpflichtungen wahrscheinlich nicht nachkommen können. Eigentlich werden diese Ränge nur von Drittweltländern belegt. Inzwischen ist selbst der Irak kreditwürdiger als Irland.

Irland gehörte vor wenigen Jahren noch zu den reichsten Ländern der Welt – mitlerweile ist selbst der Irak kreditwürdiger.  Das gehört eigentlich auf den Tisch eines jeden deutschen Abgeordneten geschrieben, damit wir in vier Jahre nicht „Deutschland“ anstelle von „Irland“ schreiben müssen. Wer tiefer in den Nachrichten herumstöbert kann – ganz ohne EU-Millionen – einen Ausblick auf die Zukunft erlangen, zum Beispiel wieder in der FTD:

Der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco hat seine Kritik an der Geldpolitik der amerikanischen Regierung verschärft. Der Chef des Unternehmens, Mohamed El-Erian, bescheinigte Washington, den Anstieg der Inflation billigend in Kauf zu nehmen oder unter Umständen gar zu befeuern. Um ihre hohe Schuldenlast zu reduzieren, ließen die USA eine höhere Teuerungsrate zu, sagte er in einem Interview mit dem Magazin „Der Spiegel“.

Die Methoden sind sehr einfach und leicht verständlich zu beschreiben:

„Schecks in Billionenhöhe auszustellen, ist keine Sache, die Anleihebesitzer glücklich machen sollte, sie wirkt stattdessen inflationär und, um die Wahrheit zu sagen, wie ein Schneeballsystem“, hatte Gross das Vorgehen verurteilt. Die Verbindlichkeiten souveräner Staaten fußten schon immer auf der Annahme, dass sie niemals zurückgezahlt werden müssten, weil sich die Länder mit Wachstum aus dem Schuldendilemma befreien könnten. Doch das funktioniere nicht mehr. „Es gibt wie in einem Schneeballsystem keine Notwendigkeit, weitere Leichtgläubige zu finden. Sie (die US-Notenbank) wird die Schecks einfach selbst ausstellen. Ich frage: Hat es jemals ein dreisteres Schneeballsystem gegeben?“

Wenn das Brötchen eine Million Euro kostet, dann kann ich die 500000 für mein Haus schnell abzahlen – so der Plan der US-Regierung. Natürlich – wer dann nur noch einen Regelsatz von 359 Euro hat, der kommt dann nicht weit. Aber die Bonifürsten sorgen für sich selbst schon mal vor, damit es nicht an Brötchen im Büro mangelt.

Darum kommt auch 2015 die nächste Wirtschaftskrise – laut einer Studie, über die Cash.ch berichtet:

Während sich Bankenchefs und Politiker vergangene Woche auf Partys und in Arbeitsgruppen beim Weltwirtschaftsforum in Davos vernetzten, war Barrie Wilkinson in einem nahe gelegenen Hotel und warnte dort vor einer sich abzeichnenden Finanzkrise im Jahr 2015.

“Die grundsätzliche Probleme wurden nicht behandelt”, sagte Wilkinson, ein Partner beim Londoner Beratungsunternehmen Oliver Wyman, in einem Interview mit Bloomberg News. “Das, was die vorherigen Krise auslöste – eine lockere Geldpolitik und Ungleichgewichte im Handel – ist heute sogar stärker vorhanden als es damals war.”

Angesichts dieser Aussichten wird es verständlich, warum kein Geld mehr für Arbeit ausgegeben werden kann und warum niemand wirklich das System verändern möchte. Wer die Macht hätte, es zu verändern, würde sich ins eigene Fleisch schneiden: immerhin profitieren ja alle davon.  Alles giert nach großen Boni, die einem helfen werden, die Inflation zu überleben … die Inflation sowie die Maßnahmen des IWF zur Stabilisierung der Situation, die Michel Chossudovsky bei IRIB erwähnt:

In Ägypten wurde 1991 ein verheerendes IMF-Programm auf der Höhe des Golfkrieges durchgesetzt. Es wurde im Austausch für die Streichung von Ägyptens Schulden bei den USA für militärische Ausrüstung in Milliardenhöhe und für Ägyptens Beteiligung am Krieg ausgehandelt. Die darauf folgende Deregulierung der Lebensmittelpreise, die umfassende Privatisierung und massive Sparmaßnahmen führten zu der Verarmung der ägyptischen Bevölkerung und zur Destabilisierung seiner Ökonomie. Ägypten wurde als vorbildlicher „IMF-Schüler“ gepriesen.

Die Rolle von Ben Alis Regierung in Tunesien war es, die tödliche ökonomische Medizin der IMF durchzudrücken, die über 20 Jahre lang die nationale Ökonomie destabilisierte und die tunesische Bevölkerung verarmte. In den vergangenen 23 Jahren ist die ökonomische und soziale Politik in Tunesien durch den Washington-Konsens diktiert worden. Sowohl Hosni Mubarak als auch Ben Ali blieben an der Macht, weil ihre Regierungen den Diktaten des IMF gehorchten und sie effektiv durchsetzten.

So – Zukunft vorhergesagt. Es wird immer weniger Geld für Bürger geben und dieses wenige Geld wird immer wertloser werden, weshalb jene, die Geld drucken können, immer mehr davon machen. Das geht nicht lange gut.

Kriege ich jetzt auch meine Million? Die bräuchte ich nämlich, denn wenn ich meine Stärken und Schwächen analysiere und Pläne für meine Zukunft mache, dann muß ich sagen: für alte und kranke Menschen ohne Beziehungen zum Finanz- und Politikfeudalismus bleibt nur der Hungertod – oder eben beten.

Na ja – ist ja auch ein Plan, irgendwie.

AUFSCHWUNG! TOLL! BROTPREISE bei 25 Euro/kg! Nato und Europa lösen sich auf!

Ich suche den Aufschwung ja schon seit über einem Jahr. Gefunden habe ich ihn nicht – bis heute. Heute war er da … und auf einmal merkte ich auch, wie das System läuft. Zur Erinnerung: wir hatten ja Bankenkrise. Auf einmal war allen aufgefallen, das die USA zwar noch Geld aber eigentlich keine Werte mehr hatten und das viele Banken schon längst Pleite waren – trotz aller virtuellen Werte, die noch auf dem Konto waren. Mein Fahrsimulator bringt mich trotz seiner virtuellen Qualitäten auch nicht von Frankfurt nach Braunschweig.

Die sind auch immer noch Pleite, diese USA. Im Prinzip kann man heute in Ägypten sehen, wie es morgen in den USA aussehen wird, so jedenfalls hört es sich bei Wisopo an:

Große Sorgenfalten hat momentan der US-Milliardär Donald Trump. In einem Interview sagte er, dass die USA wie Ägypten enden könnten. Eine hohe Inflation sorge dafür, dass die US-Bürger „sehr bald“ 25 US-Dollar für ein Laib Brot bezahlen müssten.

25 Dollar für einen Laib Brot? Das ist dem Notenbankchef noch zu billig. Es droht Gefahr für das Kartell der Supervermögen, das heißt: ES GEHT UM ALLES, jedenfalls nach dem Manager Magazin:

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat mit drastischen Worten vor einer Schuldenkrise der USA gewarnt. Zwar müsse der Kongress das aktuelle Schuldenlimit „kurzfristig“ erhöhen. Wenn aber kein straffer Sparkurs folge, drohe der weltgrößten Volkswirtschaft der Staatsbankrott.

Auch die Inflation verharre auf einem Niveau, das die Notenbank langfristig für zu niedrig halte.

Das System braucht mehr Inflation  um weiter zu funktionieren. Hungern für den Aufschwung. Das machen wir doch gern – dabei sieht unser Aufschwung ganz anders aus: es ist ein Leihaufschwung, auch für Fachkräfte, wie die Frankfurter Rundschau berichtet:

Alle reden vom Fachkräftemangel. Trotzdem finden Ingenieure immer öfter nur als Leiharbeiter einen Job. Beim Atomkonzern Areva in Offenbach liegt die Quote schon bei 20 Prozent.

Sogar in der sicherheitssensiblen Atombranche nur Leiharbeiter? Na ja, warum auch nicht. Pakistan hat sowieso mehr Atombomben als wir. Außerdem macht es die Bundesregierung laut Neues Deutschland ja vor:

Die Zahl der Leiharbeiter in Bundesministerien und bei nachgeordneten Stellen stieg von 771 in 2008 auf 1593 im vergangenen Jahr, wie aus einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Antwort der Regierung auf eine Anfrage der LINKEN hervorgeht. Das Gros der Leiharbeiter setzte das Bundesverteidigungsministerium ein. Es beschäftigte 1381 solcher Arbeitskräfte. Sie kamen den Angaben zufolge vor allem in den Truppenküchen der Bundeswehr zum Einsatz.

Wir werden ein Leihvolk. Heimatlose Wanderarbeiter ohne Familie – das ist das, was Politik und Wirtschaft für uns noch übrig haben. Unter diesen Bedingungen kann man uns gerade noch dulden, obwohl den Geldräubern auch das langsam zu teuer wird, wie man in der Welt lesen kann:

Durch ein Zurückdrängen des Staats aus dem sozialen Miteinander würden klassische Solidargemeinschaften wie Familien und Freundeskreise reaktiviert. Diese werden nur handlungsfähig, wenn die Geber nicht geschwächt, sondern geschützt und zur Hilfe ermuntert werden: sowohl fiskalisch wie auch kulturell.

Staat und Wirtschaft bereiten sich auf eine sehr anstrengende Zukunft vor: abkassieren ohne Gegenleistung. Prämie zahlen, aber bei Wasserschaden dann die Oma fragen. Für die Oma sieht es anders aus: sie soll ohne Geld den Rest der Familie durchbringen. Nun – seit heute kann man sagen: man hatte es uns gesagt, das es soweit kommen wird.

Im Ausgeben sind Regierung und Wirtschaft allerdings ganz groß. Beim Eiertanz um Eitelkeiten ist man sich für keine Peinlichkeit zu schade, wie das Handelsblatt berichtet:

Zwar sei die Absicht, für die Kinder künftig Sach- statt Geldleistungen zur Verfügung zu stellen, „grundsätzlich begrüßenswert“, heißt es in der Expertise. „Allerdings hat es sich herausgestellt, dass die Umsetzung des Bildungspakets zu einer deutlichen Mehrbelastung der Steuerzahler im Vergleich zu einer adäquaten Erhöhung der Geldleistungen führt.“

Der Hintergrund? Nun – ein gutes Regierungsprogramm braucht einen angemessenen Verwaltungsaufwand. Immerhin müssen die Parteikader ihre Verwandten im System unterbringen, es drohen Hunger, Durst und Kälte – aber bitte schön nicht für meine Nichte.

Hunger, Durst und Kälte? Ja natürlich weiß man in Regierungskreisen, das die Party zu Ende ist. Europa ist den USA zu teuer. Die haben noch mehr Atombomben als Pakistan und vor allem: keine Leiharbeiter in sicherheitsrelevanten Bereichen. Einfach mal nach Irland schauen, dann weiß man, was die Zukunft bringt, wie hier im Handelsblatt:

Trotz der Rettungsaktion für Irland hat sich die Situation der Banken verschlechtert. Auch das von EU und Internationalem Währungsfonds im vergangenen November auf den Weg gebrachte Hilfspaket über 85 Milliarden Euro konnte die Flucht der Bankkunden nicht stoppen. Und die Situation könnte sich weiter verschärfen.

Wir brauchen auch nicht schauen, wie sich die Situation weiter verschärft. Die Spitze der Wirtschaft hat das Ende der Eurozone laut Wirtschaftsfacts schon für sich beschlossen:

Eine überwältigende Mehrheit von Unternehmens- und Finanzentscheidern aus der ganzen Welt glaubt definitiv an die Möglichkeit, dass ein oder mehrere Länder der Eurozone in den nächsten drei Jahren die geldpolitische Union verlassen werden. Mehr als vier von fünf im Rahmen einer Studie befragte Vorstände, oder 85 Prozent der Teilnehmer, erklärten, dass die Chance auf eine solche Entwicklung durchaus real sei, während zwei von drei Befragten, oder 60 Prozent, angaben, dass die Möglichkeit eines Auseinanderbrechens der Eurozone bereits in den nächsten drei Jahren bestehe.

Und diese Wirtschaftsmisere wird für uns laut „die Presse“ auch politisch weitreichende Folgen haben:

Rasmussen warnte vor diesem Hintergrund vor einem Zerbrechen der Nato: „Wenn Europa nicht mehr in der Lage ist, einen angemessenen Beitrag zu leisten, dann könnten sich die Vereinigten Staaten anderswo nach Partnern umsehen.“
Auch der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warnte in München davor, dass sich die USA zunehmend Asien zu- und von Europa abwenden könnten.

Die große Kooperation China/USA, dereinst Hintergrund der Science-Fiction-Serie „Firefly“, wird gnadenlos Realität – falls wir nicht mehr den finanziellen Ansprüchen der bankrotten USA genügen können.

Das heißt dann für uns: Brotpreise bei 25 Euro/kg, damit´s in den USA weiter Burger für einen Dollar gibt. Das machen wir doch gern.

Aber wo jetzt der wirkliche Aufschwung ist? Nun – Scherz beiseite – es gibt ihn wirklich, den Aufschwung. Ganz real. Man findet ihn … auf der offiziellen Seite des Deutschen Bundestages:

Die Gesamteinnahmen der im Bundestag vertretenen Parteien sind 2008 im Vergleich zum Vorjahr teilweise deutlich gestiegen. Dies geht aus den ”vergleichenden Kurzübersichten über die Einnahmen, Ausgaben und Vermögensverhältnisse der Parteien in den Rechnungsjahren 1999 bis 2008“ hervor, die Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) als Unterrichtung (17/3610) vorgelegt hat.

Hier lohnt sich auch in Blick ins Detail:

Die höchsten Gesamteinnahmen verzeichnete demnach 2008 die SPD mit 167,509 Millionen Euro nach 156,982 Millionen Euro im Jahr 2007, gefolgt von der CDU mit 147,979 Millionen Euro in 2008 nach 142,452 Millionen Euro im Vorjahr. Die CSU verzeichnete eine Steigerung der Gesamteinnahmen von 43,459 Millionen Euro in 2007 auf 50,522 Millionen Euro in 2008, während die Gesamteinahmen der FDP von 31,665 Millionen Euro (2007) auf 31,925 Millionen Euro (2008) stiegen. Bündnis 90/Die Grünen konnten 2008 Gesamteinnahmen in Höhe von 27,372 Millionen Euro verbuchen nach 26,138 Millionen Euro im Vorjahr; Die Linke kam 2008 auf Gesamteinnahmen in Höhe von 25,185 Millionen Euro nach 22,434 Millionen Euro in 2007.

Wo kommt das Geld her?

Als wichtigste Einnahmequellen der Parteien werden in der Vorlage Mitglieds- und Mandatsträgerbeiträge, Spenden und staatliche Mittel genannt.

Da man Parteispenden steuerlich absetzen kann und Mandatsträger vom Steuerzahler bezahlt werden, kann man sagen: von denen, die bald ihr Brot nicht mehr bezahlen können. Aber dafür gibt´s ja … die Oma.

Da die Parteien die Besetzung der Pöstchen der öffentlichen Medien bestimmen, kann man sich sicher sein, das von diesen Pöstchen keine substantielle Kritik mehr ausgeht, sondern eher Propaganda, die die Mechanismen des Systems noch ein paar Monate lang verschleiert, bis so viele Entscheidungsträger wie möglich ihr Schäflein ins Trockene gebracht haben, während wir dann hungrig und frierend im Regen stehen dürfen.

Aber das Konsumklima dürfte dann Spitzenwerte in den Umfragen erreichen – was würde man nicht alles kaufen wollen, wenn … man Geld hätte.

Wirtschaftskrise 2012 – mit Volldampf voraus in die Mittelstandsvernichtung

Es geht uns ja gut. Zum Beispiel den Immobilienmaklern – jedenfalls laut Manager-Magazin:

Einen Boom wie zurzeit haben viele Immobilienmakler hierzulande noch nicht erlebt. Angesichts niedriger Zinsen und vermeintlich fehlender Anlagealternativen floriert der Verkauf von Häusern und Wohnungen wie kaum zuvor. Die Branche erzielt Rekordumsätze

Auch dem Deutschen selbst geht es super – sagt die Welt.

Laut den neuesten Bevölkerungsstrukturdaten von Gfk Geomarketing, die „Welt Online“ vorliegen, verfügen 60,1 Prozent über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2000 Euro.

Da weiß man dann auch, wer die ganzen Immobilien kauft. Ist doch also eigentlich alles super … wenn man jetzt aufhören würde zu lesen. Tut man das nicht, liest andere Artikel im Manager Magazin … wird einem Angst und Bange:

Es ist doch so: Über uns schwebt diese riesige, schwarze Wolke. Wir wissen, dass es irgendwann ein schweres Unwetter geben wird. Das heißt aber nicht, dass ich mit meinem Segelboot nicht rausgehen kann. Ich muss nur nah genug am Ufer bleiben, um schnell wieder an Land zu kommen, wenn das Gewitter losbricht.

Der Anlageprofi wird auch noch konkreter:

Entscheidend für Investoren ist, was mit dieser Flut von Zentralbank-Geld geschieht und wie es den Markt verändert. Jetzt, am Ende des ersten Akts der großen Reflation, haben die Zentralbanken Luft in den Ballon bekommen, die Wirtschaft und den Aktienmarkt wiederbelebt. Alle fühlen sich besser. Aber es ist unmöglich, durch die Reflationierung das kaputte Finanzsystem zu reparieren. Es gibt keinen Weg zurück zur alten Normalität. Denn durch Niedrigzinsen und noch mehr Schulden können sie zwar die Konjunktur ankurbeln, lösen aber das Problem nicht. Das Problem ist immer noch da: die viel zu hohen Schulden.

Das hört sich nicht gut an – für den Aktienmarkt, in dem deshalb ja immer weniger Deutsche aktiv sind. Es geht sogar noch weiter – wieder in einem anderen Artikel des Manager Magazins, diesmal zum Thema Inflation:

Doch nicht nur Verbraucher leiden unter höheren Preisen. Auch Anleger mögen die Entwicklung gar nicht. Denn ein anderes Wort für „Preissteigerung“ ist „Geldentwertung“, sprich Vermögensverlust – genau das Gegenteil also von dem, was sie sich für ihr Erspartes wünschen.

Für einen hoch verschuldeten Staat ist Inflation willkommen, denn mit der Geldentwertung sinkt die Schuldenlast. Für einen Sparer ist hohe Inflation jedoch dramatisch, denn sie frisst die Ersparnisse auf.

Was aber tun? „Investieren in Sachwerte“ lautet der Standardratschlag. In Immobilien also, in Aktien, in Rohstoffe wiederum oder in Gold und Silber. Die Idee dahinter ist, dass der Substanzwert solcher Anlagen selbst irrationale Inflationsraten oder gar drastische Maßnahmen wie etwa eine Währungsreform überdauert. Bargeld dagegen oder beispielsweise Spareinlagen sind dem Geldwertverlust fast schutzlos ausgeliefert.

Aha. Darum also der Immobilienboom. Man will Materie für Geld, nicht nur Versprechungen.

Der Staat allerdings … hat gar kein Interesse daran, Inflation zu verhindern? Eher im Gegenteil? Man soll also jenen, die Vorteile von der Geldentwertung haben, die Verantwortung für die Geldpolitik überlassen? Wo kann man Wetten darauf abschließen, wie das ausgeht? Und wenn der Immobilienmarkt boomt, dann wegen der niedrigen Zinsen? Wenn Zinsen dort eine Rolle spielen, dann doch auch Schulden …

Hören wir doch dazu das Handelsblatt:

Untätige Politiker, laxe Finanzaufseher und zockende Banker: Nur durch diese ungesunde Mischung ist es nach Ansicht einer von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Kommission zur Finanzkrise gekommen, die schließlich in der schlimmsten Rezession der Nachkriegsgeschichte gipfelte. „Die Krise war ein Ergebnis menschlicher Taten oder Tatenlosigkeit“, heißt es in einem Untersuchungsbericht, aus dem die „New York Times“ am Mittwoch vorab zitierte. „Es waren nicht Mutter Natur oder durchgeknallte Computermodelle.“

Der Autor wird auch noch konkreter:

Der Report prangert nach Angaben der „New York Times“ unter anderem an, dass die fünf größten US-Investmentbanken für 40 Dollar an fiktiven Vermögenswerten gerade mal 1 Dollar an tatsächlichem Kapital als Sicherheit vorgehalten hätten. Schon ein Wertverlust der Vermögenswerte von nur drei Prozent hätte die Firmen deshalb ausradiert.

Also waren von den Riesenvermögen gerade mal 2,5 % vorhanden? 97,5 % waren Hoffnungen, Versprechungen – und Lügen? Und jetzt wird fleissig weiter Geld gedruckt, damit das alles noch wackeliger wird, aber die Politiker sich als Schuldenabbauer profilieren können?

Und da sollen wir uns keine Sorgen machen, weil ja rein rechnerisch alle fürchterlich reich sind?

Die Mehrheit des Mittelstandes marschiert alleinstehend in ein düsteres Rentenzeitalter. Gerade dann, wenn man seine Mitmenschen am Nötigsten braucht und selbst am Hilflosesten ist, kommt … der sichere Riesenknall. Und da soll ich ruhig Politik und Wirtschaft trauen? Das man da eher sehr vorsichtig sein sollte, erfährt man wiederum im Managermagazin:

mm: Herr Hartmann, in Deutschland trifft sich die Wirtschaftselite oft in vertraulichen Zirkeln, deren Existenz sie am liebsten leugnen würde. (…)  Sind diese geheimen Runden eine Bedrohung für die Demokratie?

Hartmann: Das vielleicht nicht. Aber es handelt sich zweifellos um geschlossene Gesellschaften. In diesen closed-shops, zu denen eben nicht jeder x-beliebige Manager Zugang hat, bilden sich exklusive Maßstäbe für Persönlichkeiten heraus.

Wie bitte? VIELLEICHT sind diese geheimen elitären Zirkel keine Gefahr für die Demokratie? Vielleicht haben wir auch nächstes Jahr Weihnachten und Ostern an ein und demselben Tag und die Regierung läßt Golddukaten übers Land regnen. Vielleicht kommt auch der Herrgott persönlich hernieder und verteilt Spitzenboni an Arbeitslose.

Doch lauschen wir dem Eliteprofessor weiter, denn er klärt uns auch in einem Nebensatz über die Elite der Politik auf, die uns vor der Bedrohung durch mafiöse Netzwerke schützen sollte:

Letztlich verhalten sich Politiker, ob jung oder alt, stets gleich: Sie stabilisieren ihre persönliche Machtbasis und denken an ihre Solokarriere – Pakt hin, Connection her.

Damit … hätte ich keine weiteren Fragen, rechne aber mit der gezielten Mittelstandsvernichtung zur Förderung von Solokarrieren und individuellen Gehaltssprüngen in den nächsten Jahren….trotz der so hartnäckig verteilten Beruhigungspillen der finanzabhängigen Auftragsmedien.

Hartz IV, Renten, Bafög und Löhne: massive Kürzungen noch in 2011 – und das Ende der Presse

Hiob ist ja ein bekannter Mann. Altes Testament – großer Star. Der Herrgott in seiner unermeßlichen Weitsicht hatte sich den Hiob ausgesucht, um ihn mit Übeln aller Art zu plagen. Der liebe Herrgott war sich sicher, der Hiob hält das aus, der Teufel meinte: nö, tut der nicht.

Seitdem ist Hiob der Markennamen für niederschmetternde Katastrophen der besonderen Art, wie z.B. heute im Handelsblatt:

Die britische Wirtschaft muss nach dem Konjunktureinbruch eine neue Hiobsbotschaft verkraften. Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten auf bis zu fünf Prozent steigen, sagte der Gouverneur der britischen Notenbank (BoE), Mervyn King, am Dienstag.

Für Großbritannien ist das eine Hiobsbotschaft. Das heißt konkret: 5 % weniger für all jene, die an keiner Preisschraube drehen können. Da wir nicht mehr in einer sozialen Marktwirtschaft sondern in einer asozialen Raubwirtschaft leben, wird an der Preisschraube gedreht werden, bis den Menschen die Luft zum Leben ausbleibt und sie sogar darüber nachdenken, die Oma zu verheizen, wie der Spiegel jetzt berichtet:

Sparen bis zum bitteren Ende: Eine britische Stadt will ihr Freizeitbad mit Abwärme aus dem Krematorium heizen. Das diene auch dem Klimaschutz, werben die Verantwortlichen. Gewerkschafter kritisieren den Spar-Vorschlag als „krank“.

Wer sich noch mehr gruseln möchte, lese die Kommentare zu dem Artikel, da fallen langsam immer mehr Hürden, die die EU-Bürger bislang vom NS-Heizer getrennt haben.

Aber das alles ist ja England, wir leben ja in Deutschland. Dort ist ja alles in Ordnung, dort gibt es keine Hiobsbotschaften, oder? Nein, dort wird laut Welt alles ohne Hiob einfach teurer:

Die deutschen Importpreise sind im Dezember so stark gestiegen wie seit über 29 Jahren nicht mehr. Sie zogen um 12,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, weil vor allem Energie, Rohstoffe und Nahrungsmittel deutlich mehr kosteten. Eine höhere Teuerungsrate hat es zuletzt im Oktober 1981 mit 13,7 Prozent gegeben, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Essen und heizen sind unverzichtbare Elemente menschlichen Lebens. Daran kann man nicht sparen. Der Mensch lebt eher ohne Essen als ohne Wärme, bei einem Anstieg der Rohölpreise (z.B. im Dezember um 35,6 %) heißt das auf Deutsch: das Budget zur Restlebensgestaltung wird drastisch gekürzt. Da hilft dann auch kein Bildungsgutschein für Kinder mehr.

Hartz IV, Bafög, Renten, Löhne werden de fakto massiv gekürzt – noch in diesem Jahr. Das dann schöne Zahlen auf dem Konto liegen, sollte nicht täuschen: die Zahlen auf den Preisschildern werden dafür ausgesprochen überdimensioniert häßlich sein.

Auf gut deutsch heißt das dann letztlich: die Krematorien werden mehr Heizmaterial erhalten, das bei der Entsorgung von Wohlstandsentsorgten kostenlos anfällt.

Wo sind nochmal genau die Politiker, die uns vor einer solchen Entwicklung schützen? Welche Partei stemmt sich mit aller Kraft diesem Horror entgegen? Rentner, Arbeitslose, Halbarbeitslose, Baldarbeitslose und Studenten dürften in ihrer Gesamtheit die absolute Mehrheit der Bevölkerung stellen, die nun wieder für die Goldkettchen der Maschmeyers der Republik, für die Boni der Ackermänner und die Bezüge ihrer Abgeordneten hungern und frieren dürfen – die einen mehr, die anderen weniger. Das das keinen Aufschrei gibt, keine das Gleichgewicht wieder herstellende Partei aus dem Einheitsbrei der Prediger der Alternativlosigkeit aufersteht, hängt auch mit der schwindenden Pressefreiheit (oder, besser gesagt: der schwindenden Presse selbst) in Deutschland zusammen, mit dem Aussterben des Journalismus (oder, besser gesagt: mit dem Ausssterben des Journalisten).

Evangelisch.de hat das treffend zusammengefaßt:

Für die Pressefreiheit problematischer sind die ökonomischen Zwänge, denen Journalisten inzwischen ausgesetzt sind. Zwänge, die Verleger gern als „Flexibilität“ bezeichnen. Für derlei Zwänge gibt es viele Beispiele. Die komplette Redaktion seiner „Münsterschen Zeitung“ tauschte etwa der Verleger Lambert Lensing-Wolff aus. Seine neuen „Rasenden Reporter“ berichten „online, on air und für Print“ und werden nicht nach Tarif bezahlt. Pläne, die auch andere verwirklichen wollen. Der Journalist von morgen muss alles bedienen: Radio, Fernsehen, Internet und die Zeitung. Er wird zur „eierlegenden Wollmilchsau“. Fehlt nur noch, dass er zusätzlich die Sanitäranlagen der Redaktion feudelt – für 20 Cent pro Kachel.

Mit Lohnknechten dieser Art, deren Loyalität zum Geldadel gerne auch erstmal durch ein zur Not auch jahrelanges Praktikum getestet wird, bekommt man nur die Informationen, die interessierte Kreise beim Endverbraucher sehen wollen. In der Süddeutschen Zeitung gibt es momentan einen kleinen Ausblick auch das Thema „Praktikum“:

Nach Schätzungen der Gewerkschaften ist etwa die Hälfte der Praktika, die nach Abschluss des Studiums oder einer Ausbildung absolviert werden, unbezahlt. Drei Viertel dieser Praktikanten versichern, überwiegend als normale Arbeitskraft eingesetzt worden zu sein.

Die Initiative Nachrichtenaufklärung hat in ihrem Blog eine interessante Auswertung über unser Nachrichtenwesen veröffentlicht:

Seit 1997 hat die Initiative Nachrichtenaufklärung jedes Jahr eine TOP-Liste der von den Medien vernachlässigten Themen veröffentlicht. Eine Analyse dieser TOP-Themen zeigt: Wir haben Dauergäste auf unseren Listen.  Am häufigsten landen Wirtschaftsthemen in unserer TOP 10.  An und für sich wird ja sehr viel über Wirtschaft berichtet, die meisten überregionalen Zeitungen haben gleich mehrere Wirtschaftsbücher und die Börsenkurse sind fester Bestandteil der Abendnachrichten im Fernsehen. Es gibt aber Wirtschaftsthemen, die das nicht schaffen – obwohl sie für einen großen Teil der Bevölkerung relevant sind.

Jetzt können wir erahnen, warum wir in Deutschland keine Hiobsbotschaften haben – und anstelle der Presse nur noch die PR-Nachrichten der Firmen empfangen. Gleichzeitig können wir uns ein Bild davon machen, wie es um den Aufschwung wirklich bestellt ist.  Uns geht es schlecht und immer schlechter – wir reden aber einfach nicht mehr darüber.

So geht´s auch.

Wir reden nicht mehr über Hiob.

Wir sind Hiob.

Da … bleibt einem sowieso die Sprache weg.

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