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Auch dämlich: Schmarotzerwirtschaft im Herzen der deutschen Bestie

Auch dämlich: Schmarotzerwirtschaft im Herzen der deutschen Bestie

Freitag, 14.3.2014. Eifel. Unlängst veröffentlichte Heise ein Interview mit Jutta Ditfurth. Es hat einen erschreckenden Titel: „Große Teile der bürgerlichen Mittelschicht sind dabei, sozial zu verrohen“. Nun, Titel – das lernt man im Deutschunterricht – sollen Aufmerksamkeit erregen. Nur dazu sind sie da. Sonst könnte man ja auch „Interview mit Jutta“ drüberschreiben – doch das zieht im täglichen Kampf um die Aufmerksamkeit zu wenig Leser an. Man ist BILD-Schlagzeilen gewöhnt – und daran sollte man sich gewöhnen, wenn man Botschaften unters Volk bringen möchte. Natürlich wird der Titel auch begründet:

Große Teile der bürgerlichen Mittelschicht sind dabei, sozial zu verrohen. Die zehnjährige Langzeituntersuchung Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit der Forschergruppe um Wilhelm Heitmeyer in Bielefeld hat belegt, wie aggressiv, rassistisch und sozialverächtlich immer größere Teile des Bürgertums geworden sind. Man hat gerade unter der SPD-Grünen-Regierung (1998-2005) nicht nur irrwitzige steuerliche Vorteile für sich durchgesetzt, an welche nachfolgende Regierungen anknüpfen konnten, jetzt gönnen sie den Ärmsten kaum noch lächerlichste staatliche Transferleistungen, denn das Geld geht von ihrem Einkommen oder Profit ab. Es sind inzwischen Arbeits- und Lebensverhältnisse durchgesetzt worden, die die durchschnittliche Lebensdauer der gering Verdienenden und Armen – ganz abgesehen von Glück, Freiheit und Gesundheit – außerordentlich mindern.

Kurzum: Deutschland bringt seine Armen um, um sich zu bereichern. Wäre auch ein schöner Titel. Oder „Im Herzen der Bestie“ … wie die Autoren den Zustand des Landes nennen, als sie nach Empfehlungen für die Jugend fragen.

Es sind ein paar bemerkenswert klare Worte über die Zustände unserer Republik, die man besser als „Oligarchie“ bezeichnet – oder sucht etwa das Volk die Kandidaten aus, die von Parteien für die Kanzlerschaft aufgestellt werden?

Nein, das macht bei uns „die Wirtschaft“ – wobei sich hinter dieser schön klingenden Worthülse ganz konkrete Menschen verbergen (und zwar nicht der Bäcker um die Ecke, der täglich ums Überleben kämpft), die mit einem enormen Ausmaß an krimineller Energie die Gesellschaft umgestalten, so dass sie in Ruhe ihren Geschäften nachgehen können. Die Bestie hat halt auch ein Hirn.

Einer von den Wirtschaftsleuten, die im Kanzleramt aus- und eingehen – ist zum Beispiel Uli Hoeneß, siehe Spiegel vom 4.2.2013:

Hoeneß wirft einen kurzen Blick auf die Videotexttafel mit den Börsen-Indices und erzählt, wie nett es gestern bei Angela Merkel im Bundeskanzleramt war. Ein „Talk auf hohem Niveau“ sei das gewesen.

Wieviel Kriminelle verkehren eigentlich noch im Kanzleramt? Wieso erfahren wir nichts davon? Von dem Inhalt der Gespräche erfahren wir sowieso nichts. Da sich „Niveau“ in Deutschland in den letzten Jahren ausschließlich in Euro misst, können wir nur halbwegs erahnen, welche Zuschüsse für notleidende Millionäre dort wieder locker gemacht wurden. So läuft es halt im Herzen der Bestie, die in ganz Europa für Armut gesorgt hat und die Zustände jetzt in die Ukraine exportieren möchte: die Wiederherstellung des Deutschen Reiches unter der Führung der USA läuft unaufhaltsam voran.

Wir lesen wieder Formulierungen, die an alte Zeiten erinnern, wo die Wehrmacht unter dem Jubel der Bevölkerung in die Sowjetunion einmarschiert ist, dem „Reich des Bösen“, wie es US-Präsidenten später gerne nannten. Schauen wir mal bei der Bundeswehr vorbei, dort feiert man sich selbst wieder als „Befreier“:

„Ankunft der deutschen Kampfverbände in Prizren bei Nacht. Die Stadt leergefegt, an vielen Ecken lodern Brände und beleuchten gespenstisch die Straßen. … Die einheimische Bevölkerung hört nur das Rasseln der Panzerketten, weiß nicht, ob es noch die serbischen Soldaten sind. Einige Türen öffnen sich vorsichtig. Verängstigte Gesichter schauen um die Ecke. Ein Ruf geht durch die Stadt: ‚Es ist die NATO! Die Deutschen, die Deutschen sind da!‘ Die Panzer werden umringt von jubelnden Einwohnern der Stadt.“

Kein Wunder, dass Jutta Ditfurth der Jugend empfiehlt, sich mal im Ausland umzuschauen, um einen besseren Blick auf das neue Deutschland zu erhalten, das nach dem Fall der Sowjetunion alle Fesseln der Demokratie und Menschlichkeit abwirft. Im Ausland bemerkt man dann auch besser die Folgen deutscher Fiskalpolitik im US-Dienst, siehe Heise:

Mit sofortiger Wirkung hat der griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis sämtliche Polikliniken des Landes geschlossen

Faktisch fehlt dem Land nach der Schließung der Polikliniken die primäre ärztliche Grundversorgung. Verkündet wurde sie bereits vor der Veröffentlichung eines entsprechenden Erlasses im Staatsanzeiger vom Minister höchstpersönlich. Damit wurden auf einen Schlag 8.500 Ärzte und Pfleger auf die Straße gesetzt.

Ja – es ist das Ausland. Dort haust der Untermensch, der vom deutschen Herrenmensch befreit werden muss – zum Beispiel von der Krankenversicherung. Ein Drittel der Griechen haben schon keine mehr, in den Polikliniken konnten sie noch hoffen, umsonst behandelt zu werden. Ein Genozid der besonderen, leisen Art, wie man ihn seit 1945 bevorzugt. Die laute, dem Deutschen so zu eigene Art hatte sich letztendlich nicht durchgesetzt.

Leider liest man von solchen Vernichtungsorgien nur noch am Rande, im Herzen der Bestie hat Ruhe zu herrschen, Ruhe und Disziplin. Das muss auch Altkanzler Schröder erfahren, dessen Regierung die Vorschläge der Hartz-Kommission dazu benutzt hat, willkürlich afrikanische Armut nach Deutschland zu bringen (ja – Peter Hartz wollte noch 511 Euro anstatt 350 als „Regelsatz“. Davon hätte man sich auch noch ordentlich kleiden, waschen und frisieren können, um so überhaupt eine minimale Chance auf einen Job zu bekommen – doch das war von der Regierung nicht gewünscht: der Arme sollte auch verwahrlost aussehen, damit er auch genug Ekel erregte, um Stimmun gegen ihn machen zu können).  Ja – dem Schröder will man jetzt den Mund verbieten (siehe Spiegel), im ersten „Befreiungsversuch“ der Ukraine durch deutsche Agenten in diesem Jahrhundert (im letzten hatte es zwei gegeben, die am heftigen Widerstand der Bevölkerung gescheitert waren … seitdem versucht man, mit verfeinerten Methoden zum Ziel zu kommen) hat er falsche Worte gewählt.

Unglaublicherweise unterstellt man ihm, es gäbe bei ihm einen „Interessenkonflikt“ – davon hat niemand gesprochen, als er im feinen Brioni-Anzug im Auftrag der Weltbank (siehe Neopresse) den „Niedriglohnsektor“ geschaffen hat. Was hätte man sich für Elend ersparen können, wenn man ihm da den Mund verboten hätte. Nun – damals hatte ja Schröder auch für die Ruhe und Disziplin bezahlt – mit „irrsinnigen Steuervorteilen“ für den bürgerlichen Mittelstand (Jutta Ditfurth, siehe oben).

Ach ja – Hoeneß. Ja – der ist jetzt ganz öffentlich ein Krimineller, das habe ich mir nicht ausgedacht, so hat ihn die Presse genannt (siehe Spiegel vom 13.3.2014 – knapp ein Jahr nach den Lobeshymnen über den „Patron“ im Kanleramt).

Passend dazu die Reaktion der „Wirtschaft“, siehe live-Ticker des Spiegel zum Prozeß:
12:41 Uhr
12. März 2014

Die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank steht auch nach den neuen Enthüllungen im Steuer-Prozess gegen Uli Hoeneß fest zu ihrer Sponsoring-Partnerschaft mit dem FC Bayern. Er gehe „keine Nanosekunde davon aus“, dass sich das Verhältnis zu dem Verein wegen der „Causa Hoeneß“ verändern werde, sagte Hypovereinsbank-Chef Theodor Weimer.

Das wundert nicht: der Blutkreislauf der Bestie darf nicht gestört werden. Lauschen wir nochmal dem Herrn Hoeneß: (nochmal: Spiegel):

Früher habe er nur das Wohl des FC Bayern im Blick gehabt, sagt er. Nun habe sich sein Blick geweitet. „Je größer und mächtiger wir wurden, desto mehr ist dieses Bewusstsein gewachsen: Als starker Verein muss man helfen, das Ganze zu erhalten.“

Und weil der Verein hilft, das Ganze zu erhalten, erhält der Verein auch viel Geld vom Ganzen und kann mit Millionen um sich werfen: die Instrumentalisierung des Sports als Mittel zur Bevölkerungskontrolle ist ein Geheimnis, welches erklärt, wieso es im Herzen der Bestie so ruhig ist.

Wo wir gerade bei der Hypovereinsbank sind: sie selbst stellt ein wunderschönes Lehrstück da, wie „Wirtschaft“ im „Herzen der Bestie“ gemeint ist. Damit meine ich nicht nur die Steuerhinterziehung (die Hypovereinsbank ist da ein Profi, der den Hoeneß bleich werden läßt: die haben allein schon 200 Millionen für sich abgezweigt, siehe Süddeutsche).

Noch krimineller ist, wie sie das Geld überhaupt verdient hat. Darüber berichtet ein Insider, den 3Sat archiviert hat:

14 Jahre lang arbeitete er für die Bayerische Hypobank. Sein Job: Die Betreuung der Menschen, die mit Wissen der Bank sogenannte Schrottimmobilien verscherbelten. Immobilien, die weit über ihrem Wert von der Bank finanziert wurden.

„Es waren letztendlich diese Selbstmorde die mich dazu getrieben haben an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagt ein hochkarätiger Insider der Bankenwelt, der unerkannt bleiben möchte.

Die Bestie bringt nicht nur ihre Armen um – sie produziert sie auch.

Schauen wir uns jetzt nochmal an, wie die Wirtschaft der Bestie funktioniert:

Banken betrügen mit großflächig agierenden Drückerkolonnen (die im Feld anders genannt werden … das Wort „Berater“ kommt in den Bezeichnungen öfter vor) die Bürger um ihr Geld. Sogar die dafür fälligen Steuern werden geschickt hinterzogen, so dass auch der Staat ( = die Gemeinschaft aller Bürger) seinen Mitbewohnern nicht mehr helfen kann. Die so generierten Summen werden an Fußballvereine ausgeschüttet (jedenfalls an die, die das System stützen), die dann wiederum ihre Leute stinkreich machen.

Wie nennt man so ein System in der freien Natur?

Eine Schmarotzerwirtschaft.

Insofern brauchen wir uns vor den degenerierten und entarteten Bürgern nicht zu fürchten, die im Herzen der Bestie lauern … ihre eigene Wirtschaftsordnung ist drauf und dran, sie aufzufressen, während die Bürger selbst viel Energie darauf verschwenden, zu schauen, wie die durch ihre Gelder künstlich erzeugten Multimillionäre gegeneinander Fußball spielen.

Der Fall Mollath

Seit mehr als sieben Jahren sitzt Gustl Mollath aus Nürnberg in der geschlossenen Psychiatrie. Er hat alles verloren: Sein Haus wurde zwangsversteigert, geblieben ist ihm nicht einmal ein Foto seiner Mutter. „Ich hatte nicht einmal Punkte in Flensburg. Plötzlich sind Sie der kriminelle Wahnsinnige“, beschreibt Gustl Mollath sein Schicksal. Sein Fall beschäftigt seit Monaten Medien und besorgte Bürger. Der schlimme Verdacht: Gustl Mollath wurde weggeschafft, um Steuersünder zu schützen.

normalitaetssimulant

Die Story im Ersten: Der Fall Mollath

Monika Anthes und Eric Beres arbeiten den Fall erstmals im Fernsehen umfassend auf. Sie bieten Einblicke in das Leben und Schicksal Gustl Mollaths in der Anstalt, treffen ihn mehrfach zu Interviews. Sie sprechen mit Wegbegleitern und Unterstützern. Sie bieten Einblicke in das damalige Geschäftsgebaren der Hypovereinsbank und konfrontieren Verantwortliche aus Justiz und Politik und fragen wie es sein kann, dass einem Bürger sieben Jahre seines Lebens gestohlen wurden.

© des Bildes oben: Steve Geshwister, linophil & colorophorm

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