Hunger Games

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Gerechtigkeit in Deutschland: eine aussterbende Idee. Über Alpha- und Omegakinder … und Staatsversagen

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Mitwoch, 2.12.2015. Eifel. Kürzlich stolperte ich über eine seltsame Zahl. Eine Gemeinde suchte Pflegeeltern für Flüchtlingskinder (siehe Rhein-Neckar-Zeitung). Eine schöne Sache, doch was mich stutzig machte, war eine Zahl: 945 Euro bekam die Familie vom Staat bzw. vom Jugendamt pro Kind. War es nicht so, dass Kinder von mittellosen Eltern, die Hartz IV bezogen, deutlich weniger bekamen? Ich schaute nach: in der Tat: der Regelsatz für Kinder liegt deutlich darunter. die bekommen aktuell 234 – 302 Euro im Monat (siehe HartzIV). Bewohnen dürfen sie 15 m2, hier in unserer Gemeinde waren das mal maximal 4,17 Euro pro m2, heizen dürfen sie für 1,67 Euro pro m2, wenn sie im Verein sind, gibt der Staat noch zehn Euro zu den Kosten dazu … allerdings kann sich den Verein kaum jemand leisten, der von Hartz IV abhängig ist – mal abgesehen davon, dass der Mut dieser Ausgestoßenen, mit ihrem Schicksal noch auf eine feindlich gesinnte Öffentlichkeit zuzugehen, eher geringer ist. 302 Euro, 62,55 Euro Miete, 25,5 Euro für die Heizung: das war es. 389,60 Euro – davon soll man einen sechzehnjährigen ernähren, kleiden und für ein Leben in einer Leistungsgesellschaft vorbereiten. Es sei denn: er hat Glück und wurde von seinen Eltern fortgeholt.

Dann sieht das alles etwas anders aus: 676 Euro bekommt der junge Mann dann, 269 die neuen Eltern als Pflegegeld (siehe Karlsruhe) – macht 945 Euro. Doch damit nicht genug. Während der Arbeitslose die Erstausstattung seines Kindes zum Teil erstmal vor Gericht erstreiten muss und diese Erstaustattung auch mal nur als Gutschein für den Gebrauchtmöbelhändler vorliegt (siehe Harald Thome), bekommt das Pflegekind erstmal 824 Euro plus 275 Euro für Bekleidung mit auf den Weg: macht 1099 Euro. 83 Euro gibt es für Einschulungsbedarf, 175 Euro für kirchliche Feste, 75 Euro pauschal für Ferienfahrten, 39 Euro monatlich für die Altersversicherung des Pflegekindes, 79 Euro im Jahr für die Unfallversicherung der Pflegeeltern, neben dem Weihnachtsgeld (35 Euro pro Pflegekind) gibt es sogar noch Sonderzahlungen, natürlich werden Klassenfahrten und Kita-Beiträge voll übernommen (siehe Beihilfenkatalog Gelsenkirchen). Letzteres gilt auch für Hartz-IV-Kinder: doch Weihnachten und Kommunion sind für die immer sehr dunkle Feste, für sie sind Feiern nicht vorgesehen. Kindergeld? Eltern von Pflegekindern dürfen einen Teil davon behalten, bei Kindern von Arbeitslosen kassiert der Staat das wieder völlig ein.

Ich äußerte diese Zahlen bei Facebook – und war sofort der aufhetzende Nazi, sogar bei langjährigen Freunden des Nachrichtenspiegels … obwohl ich eine Frage vorgab: was denkt sich wohl die Regierung bei der Festlegung dieser Zahlen? Ich meine: da macht man sich doch normalerweise Gedanken drüber. Wenn ein Pflegekind aus China (ja, gibt es auch) 676 Euro braucht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten – wieso müssen das die Kinder der Eingeborenen dann mit 389, 60 Euro auskommen? Nun – vielleicht war das Flüchtlingskind das falsche Beispiel … ich hätte auch ein normales Pflegekind nehmen können. Doch bei dem kleinen irakischen Mädchen (nehmen wir das mal als Beispiel) spielen ja noch andere Faktoren eine Rolle udd bei der Diskussion um Geld erst Recht.

Natürlich kann man diese Zahlen auch nutzen, um für rechte Politik Propaganda zu machen. Das wird auch gemacht: die NPD (von den „Nazijägern“ dieser Republik kaum wahrgenommen, dort prangert man lieber Kapitalismuskritiker, Kriegsgegner, TTIP-Kritiker und Monsantoverächter an … die sind harmlos und schlagen nie zurück) macht großflächig Sozialarbeit und ist sehr erfolgreich damit. Wie schon die SA gebärden sie sich als Männer der Tat und tun was gegen die Armut – füllen zum Beispiel die komplizierten Hartz IV-Anträge aus, die in einer Sprache geschrieben sind, die ohne eine Ausbildung als staatlicher Verwaltungsfachwirt kaum verständlich ist. Natürlich kann man diese Zahlen auch nutzen, um „Stimmung“ zu machen – aber das funktioniert nur, wenn da auch plausibel Gerechtigkeitsempfinden gestört wird – und dass dies Empfinden gestört werden kann, liegt an Fakten … wie denen, die dort oben aufgeführt sind. Es sind ganz archaische Gefühle, die dort losbrechen (und von der NPD gezielt losgetreten werden – ich verlinke hier aber nichts von denen): stellen Sie sich mal vor, Sie sind ein kleines Kind, dass von seinen Eltern immer „Nein“ hört, wenn es Wünsche hat. Dann holt Papa ein fremdes Kind in die Familie – und das bekommt viel mehr. Werden Sie noch die Welt verstehen? Sind alle Kinder Nazis, die Willkürentscheidungen ihrer Eltern nicht emotionslos ertragen?

Was wäre zu tun? Nun – nicht die Flüchtlingskinder wieder auf hoher See aussetzen. Niemand mit einem Empfinden für Gerechtigkeit käme auf diese absurde Idee – außer unserem Staat, der von unserem kleinen, irakischen Mädchen verlangt, bis vor unsere Haustür zu marschieren, bis wir seine Not wahrnehmen. Kommt es auf dem Weg zu Tode – selbst Schuld.

Die aktuelle Flüchtlingspolitik gleich den „Hunger-Games“, jener Dystopie (also jenem Bild einer äußerst häßlichen Zukunft), zu der sich jetzt der Schauspieler Donald Sutherland geäußert hat (siehe sott.net)

 »Wenn die Frage lautet, für was es [Hunger Games] ein Gleichnis ist, werde ich es Ihnen erklären. Es geht um die Hintergrundmächte in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es sind Profiteure. Kriege werden um Profit geführt. Es geht nicht darum, die Welt der Demokratie wegen zu retten. Nein, Bullshit, es geht um den Profit der oberen 10 Prozent. Und die jungen Menschen, die diesen Film sehen müssen begreifen, dass blindes Vertrauen in ihre Führer in Zukunft – wie Bruce Springsteen gesagt hat – dich fertig machen wird.« 

So etwas darf man in Deutschland gar nicht mehr sagen: da wäre man auch sofort ein Nazi. Dabei sind die wirklichen Nazis in Deutschland vor allem innen braun, nach außen sehen sie ganz normal aus – aber darüber will erst recht keiner reden, weil sie in Polizei, Geheimdiensten, Gerichten und Geheimbünden gut verborgen sind. Hierzu später mehr. Bleiben wir bei unserem irakischen Mädchen.

33 Millionen Einwohner hat der Irak, der völkerrechtswidrig von einigen unserer Verbündeten angegriffen wurde – was leider nicht zur Folge hatte, dass wir aus dem Bündnis ausgetreten sind. Das wäre die konsequente Reaktion auf diese verbrecherische Tat gewesen – nicht nur … wofür auch Linke Ex-Kanzler Schröder immer loben … die Nicht-Teilnahme an dem Gemetzel. Wissen Sie, was der Krieg gekostet hat? Dumme Frage: das können Sie gar nicht wissen: die Kosten des Krieges werden verschleiert. Die ersten fünf Jahre haben schon DREI BILLIONEN DOLLAR gekostet (siehe FAZ). Das sind 3000 Milliarden. Man hätte dem irakischen Mädchen also einfach mal – anstelle von Flucht, Elend und Tod – 90000 Euro schenken können. Das Durchschnittseinkommen liegt im Irak bei 2700 Dollar (siehe Durchschnittseinkommen) JÄHRLICH – 33 Jahre hätte das irakische Mädchen – ja, das ganze irakische Volk – ohne Arbeit leben können oder sie hätten ein ordentliches Grundeinkommen gehabt, das sie mit Fleiß hätten aufstocken können: ich versichere Ihnen: niemand hätte Grund zum Flüchten gehabt … und IS wäre eine kranke Fantasie degenerierter Psychopathen geblieben anstatt massenmordende Realität.

Was man mit Geld nicht alles machen kann – schon erstaunlich, oder? Wie leicht es sich ausgeben läßt für ein irakisches Mädchen, das das heilige Deutschland erreicht hat, wo die besseren Menschen wohnen, jene, die sich selbst so toll fühlen, dass sie kaum merken, welche Kritik das von Alltagsnazis missbrauchte Wort „Gutmenschen“ eigentlich wirklich enthählt: die Kritik an der blinden Selbstverliebtheit, welches die eigene Ansicht heiligt. Kaum ist es möglich, Verständnis dafür zu erzeugen, dass ihre Spendierfreudigkeit bei Kriegsopfern ein Schlag ins Gesicht jener Kinder (und ihrer Eltern) ist, die als Ausschußware am Ende der Gesellschaft vor sich hinvegetieren, bewusst zum Prekariat erzogen werden – und das auch deutlich mitbekommen.

Sie merken: es ist etwas komplizierter als das normale, alltägliche „Ausländer ´rein“ oder „Ausländer ´raus“-Geblöcke, das wir anstelle der politischen Debatte praktizieren, zu der kaum noch jemand hinreichend politische Bildung hat – bildungsferne Schichten haben das Lehrerzimmer in Elitegymnasien schon längst fest in der Hand. Es geht auch gar nicht um die Flüchtlingsfrage, sondern um die Frage effektiven Mitteleinsatzes, die direkt aus der Frage der Gerechtigkeit entspringt … ich werde deshalb noch ein wenig weiter ausholen, aber ich verspreche Ihnen: ich habe weiterhin die ausgestossenen Omega-Kinder der Republik in Sichtweite.

Ich schreibe nun schon eine Stunde an dieser Streitschrift, in dieser Stunde sind – das ist mir voll bewusst und frisst regelmäßig an meinem Alltagsglück – 1250 Kinder verhungert. Der Hungertod ist ein äußerst schmerzhafter, grausamer und langsamer Tod, den man nur seinen allerschlimmsten Feinden gönnen würde – nein, noch nicht mal denen. 30000 krepieren erbärmlich im Laufe des Tages, 11 Millionen im Jahr. Der komplette Irak wäre bei dieser Mordquote nach drei Jahren ausgerottet, gegen den Feind Hunger ist die IS nur eine leichte Grippe.

Die Gründe für diese Entwicklung sind bekannt (siehe World Food Programme):

„Ein Drittel aller weltweit produzierten Nahrungsmittel (1,3 Milliarden Tonnen) wird nicht verzehrt. Diese Verschwendung ist eine vertane Chance, die Ernährungssicherheit in einer Welt zu verbessern, in der jeder Neunte hungert.

Um diese Nahrungsmittel zu produzieren, werden kostbare natürliche Ressourcen verbraucht: Jedes Jahr schlucken Nahrungsmittel, die produziert aber nicht gegessen werden, so viel Wasser, wie jährlich den russischen Fluss Wolga herunterfließt. Darüber hinaus werden durch die Produktion 3,3 Milliarden Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestoßen –​ mit verheerenden Folgen für das Klima und somit letzten Endes auch die Nahrungsmittelproduktion.“

Das … sind WIR. Wir – machen aber noch mehr.

In den vergangenen Jahren waren die Nahrungsmittelpreise überaus instabil. Schwankende Preise machen es für die ärmsten Teile der Bevölkerung sehr schwer, dauerhaft Zugang zu nahrhaftem Essen zu haben. Preisspitzen können dazu führen, dass eine ausgewogene Ernährung zeitweise unbezahlbar ist, wodurch vor allem kleine Kinder bleibende Schäden davontragen.

Das – machen unsere Banken und Spekulanten, die sich auf den Knochen der Hungertoten schöne Häuschen im Taunus bauen. Wir – machen aber noch mehr:

Auf der ganzen Welt beeinträchtigen gewaltsame Konflikte dauerhaft die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion, da Handelswege gestört werden und es für Bauern ist oft zu gefährlich ist, ihre Felder zu bestellen. Kämpfe zwingen darüber hinaus Millionen von Menschen, ihre Heimat zu verlassen, was zu Hungerkrisen führt, weil die Vertriebenen nicht die Möglichkeit haben, sich selbst zu ernähren. Der Konflikt in und um Syrien ist ein aktuelles Beispiel.

Was wir bei unseren Kriegsplanungen nie im Auge haben: jeden Krieg, den wir vom Zaun brechen, zerstört in allererster Linie der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung. „Handel“ ist ein sensibles Geschäft, er benötigt ein gesundes, stabiles Umfeld – wie ein Baum, der Licht und guten Boden braucht. Zerstören wir die Sicherheit durch Kollateralschäden (die wir inzwischen ja schon wie selbstverständlich in Kauf nehmen, dabei bezeichnet dieses Geschäft MORD an UNSCHULDIGEN), zerstören wir die Lebensgrundlage der Bevölkerung.

Man könnte diesem Treiben leicht ein Ende machen, würde man die Versorgung der Flüchtlingskinder in Deutschland zum Standard für die Kinder dieser Welt machen. 1000 Euro im Monat – geht doch. Bei 11 Millionen toten Kindern im Jahr wären das auch nur 132 Milliarden Euro pro Jahr – viel weniger, als Kriege kostet … wobei ich davon ausgehen, dass das Vierfache das irakischen Durchschnittseinkommens ausreicht, um sich in Afrika ernähren zu können. Der Betrag wäre innerhalb der EU leicht aufzubringen: allein der Verzicht auf umweltschädliche Subventionen in Deutschland würde 53 Milliarden Euro einsparen (siehe Zeit) und schnell mehr Nutzen für afrikanische Bauern bringen, deren Felder aufgrund der Klimakatastrophe verdorren.

Wir …. die „Gutmenschen“ … machen jedoch lieber etwas anderes, selektieren wieder, produzieren Alphakinder, die – ohne Familie leicht steuerbar – für die Verwertung am bundesdeutschen Arbeitsmarkt optimiert werden … und Omegakinder, die wir vor Ort verrotten und weltweit sterben lassen. Gut – hier würden wie sie auch sterben lassen, wenn das Gesetz es erlauben würde, doch so weit ist es noch nicht.

Ist übrigens egal, ob diese Alphakinder aus Eritrea, Syrien oder Gelsenkirchen kommen.

„Wir“ – machen aber noch viel mehr. Obwohl die UN uns darüber aufklärt, wie schädlich Kriege für die Ernährung sind, machen wir noch ein wenig mehr Krieg – und öffnen unsere Armee für die Omegakinder, für jene, die das letzte für unsere Bevölkerung sind, wie auch der Buchstabe Omega der letzte im griechischen Alphabet ist (siehe RP):

„Um den Bedarf an Soldaten zu decken, greift Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auch auf Minderjährige zurück – auch 17-Jährige werden an der Waffe ausgebildet.“

Das ist kein Angebot für Gymnasiasten – das ist ein Angebot für die künstlich in Not gehaltenen Omegakinder, die in unserem so reichen Land noch nicht mal genug zum Essen haben (siehe Focus):

„Nicht genug für ganze Mahlzeiten, frieren in der ungeheizten Wohnung und Berge offener Rechnungen: Immer mehr Arbeitslose in Deutschland leiden offenbar unter massiven Geldsorgen. Selbst im europäischen Vergleich geht es unseren Erwerbslosen schlecht.“

Gesunde Ernährung ist für jene Kaste der Ausgestossenen ein ferner Traum (siehe der Westen):Immer mehr arbeitslose Menschen in Deutschland geraten offenbar in finanzielle Nöte. Im vergangenen Jahr hatte nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes jeder dritte Erwerbslose – exakt waren es 34,6 Prozent – finanzielle Schwierigkeiten, mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einzunehmen. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Betroffenen um 48.000 auf 1,07 Millionen.

Nun – diese Menschen haben keine Willkommenskultur zu erwarten. Sie kriegen keinen Teddybären geschenkt, sie werden bespukt und angepöbelt, weil sie schlecht sind, bösartige Parasiten und Schmarotzer. Sie haben das Pech – nicht vor den Kriegen geflohen zu sein, die die Nato im Ausland anzettelt, sie sind nur Opfer der Wirtschaftskriege, die innerhalb und außerhalb der Nato geführt werden. Sie müssen bestraft werden, das haben wir alle verstanden. Und weil wir – grundgesetzwidrig – wieder sippenhaft haben, ihre Kinder gleich mit.

Darf ich Ihnen übrigens mal eins dieser entsetzlichen Wesen aus dem Prekariat vorstellen? Bitte schön (siehe HNA):
Simone Garn ist 50 Jahre alt und gut ausgebildet, wie sie sagt. Sie lernte Fremdsprachenkorrespondentin, spricht mehrere Sprachen und arbeitete zuletzt als Assistenz der Geschäftsführung in einem großen Unternehmen in Südhessen. Trifft man Simone Garn, dann merkt man: Da sitzt eine Frau, die sich ihrer Fähigkeiten bewusst ist.

Was macht sie falsch? Sie ist zu alt. Mehr nicht. Deshalb ist sie böse – weil sie die Frechheit besessen hat, zu altern. Hoffentlich hat sie keine Kinder.

Allerdings geht es nicht nur den Alten so – auf unser irakisches Mädchen wartet – trotz bester Ausstattung – keine rosige Zukunft: nur ein Land in der OECD hat noch schlimmere Zustände hinsichtlich befristeter Arbeitsverträge für unter dreißigjährige als Deutschland, eine ganze „Generation prekär“ (siehe Spiegel ) wird da herangezogen – und die Sozialdemokratie tut einiges dazu, diese Zustände zu verschlimmern: sie will die erlaubte Leiharbeitszeit auf über 18 Monate ausweiten (siehe Handelsblatt).

Die logischen Folgen für unsere Gesellschaft wären auch klar – nur … für mit unseren nach immer mehr strebenden „Besserverdiener“, die ständig größere Häuser, größere Autos, größere Fernseher, hochwertigere Kleidung, ausgefallenere Technospielzeuge und spektakulärere Urlaube wollen (gerne auch finanziert durch Pflegekinder, Waffenproduktion oder Nahrungsmittelspekulation), wird sich da nichts ändern lassen, denn: Wachstum dürften wir nur in jenen Ländern gestatten, die so gut wie nichts haben (siehe Spiegel). Wir verdienen gut an der Arbeit sechsjähriger afrikanischer Kinder für Nestlé (siehe sumofus.org) – so wie wir auch gut an den drei Billionen Dollar des Irakkrieges verdienen: die sind ja nicht weg, die hat jetzt nur ein Dienstleister.

Wir haben kein grundsätzliche Problem mit „Rechten“ – wir haben ein grundsätzliches Problem mit Gerechtigkeit … was ein grundsätzliches Problem staatlichen Versagens ist. Auch Linke könnten sich dieser Probleme annehmen, doch das hieße: sich mit jenen anzulegen, die Donald Sutherland oben beschreibt. Dazu fehlt der Linken der Mut, sie suchen sich lieber die neue Friedensbewegung (oder andere, harmlose Erscheinungen) als Opfer, diffamieren sie als „rechts“ und konstruieren ein eingebildetes Bedrohungspotential, während die echten Rechten von Triumph zu Triumph schreiten (siehe Focus):

„Frauke Petry gewinnt an Fahrt. „Wir erleben ein Staatsversagen auf mehreren Ebenen“. Es gebe „nicht genug Polizei“. Und „die Behörden sind überfordert“. Was will man dagegen sagen? Nichts, und deswegen gibt es auch bei diesem Punkt viel Beifall von Publikum.“

Man muss hier nicht auf Sigmar Gabriel verweisen, der aktuell in der Flüchtlingsfrage „staatlichen Kontrollverlust“ einräumte (siehe N-TV), oder auf die unverständliche Tatsache, dass Ostrentner von der Westrentenkasse deutliche bevorzugt werden (siehe Focus) oder auf die Verpflegungssätze von 16 Euro täglich, die man für Catering von Flüchtlingen ausgibt (siehe Welt) um nachvollziehen zu können, warum Frau Petry einen solchen Beifall bekommt.

Warum sollte man auch was tun? Die aktuelle Entwicklung spielt der CDU/CSU doch in die Hand: anstatt der SPD wird man in Zukunft die AfD als Bündnispartner haben – und dann wird man merken, dass viele in der CDU ähnlich denken.

Wissen Sie übrigens, was jede Flugstunde eines Tornados kostet, die jetzt in unserem Namen über Syrien fliegen? 43000 Euro. Jede Stunde, jede Maschine. 74000 kostet jede Eurofighterstunde über der Ostsee (siehe bundeswehr-monitoring).

Und wissen Sie, wie man das Kinderprekariat völlig auslöschen könnte (außer durch Verheizung der Kinder in Kriegen im Ausland)? Einfach … durch Geld (siehe: jobcenteraktivistin):

„Die Washington Post hatte im Oktober eine Langzeit-Studie vorgestellt, die überraschenderweise zeigte, daß Kinder aus materiell armen Familien sich viel besser entwickeln, wenn den Familien etwas mehr Geld zur Verfügung gestellt wird.

Der Plan war eigentlich, materiell arme Kinder über einen längeren Zeitraum bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu beobachten, doch dann ergab sich für etwa ein Viertel der beobachteten Gruppe ein finanzieller Glücksfall. Dies führte zu dem überraschenden Resultat.

In einem anderen Pilotprojekt konnten erstaunliche Erfolge erzielt werden, indem man Wohnungslose fragte, was sie brauchen, und es ihnen kaufte.“

Deutschland hat kein Problem mit Rechten. Deutschland hat ein Problem mit Gerechtigkeit, das von Linken links liegen gelassen wird – und Rechten zu viel Macht verhilft. Das kann man erkennen, wenn man unser kleines irakisches Mädchen neben einen Gelsenkirchener Jungen stellt, der das Pech hat, keinen Krieg im Land zu haben, vor dem er flüchten könnte – und das Pech, dass er noch leibliche Eltern hat. ABer mit einer rasant steigenden In-Obhutnahme sorgen die Jugendämter ja ohne Rücksicht auf die Kosten dafür, dass sich dies ändert.

Vielleicht … hätte das kleine irakische Mädchen ja einfach lieber seine Eltern gehabt – in seiner intakten Heimat, wo es wärmer ist, nicht so kinderfeindlich und alle die gleiche Sprache sprechen.

Noch eine Zahl zum Abschluss – für die Bessermenschen, die denken, für Soziales ist kein Geld da. Wissen Sie wie hoch das Handelsvolumen mit Derivaten (also: Finanzwetten) im Jahr 2011 war? 700 Billionen Dollar … in Zahlen: 700 000 000 000 000 (siehe: Der größte Raubzug der Geschichte, Weik/Friedrich, Tectum Verlag München, 3. Auflage 2013, Seite 186.). Demgegenüber standen Waren und Dienstleistungen im Werte von 69 Billionen Dollar -weltweit. Der Handel findet größtenteils in Deutschland statt: an der EUREX in Frankfurt. Würden wir nur 5  Prozent Standgebühren verlangen – für die Sicherheit, die wir dem Handel garantieren – alle Probleme der Welt wären gelöst.

Stattdessen aber: marschieren wir in großer Eile in eine faschistische Zukunft – mit Alphamenschen und Omegamenschen, mit weltweiten Operationen deutscher Soldaten und Zwangsarbeit für Minderbürger. Wir wiederholen die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts mit großem Eifer.

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