Hoeneß

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Auch dämlich: Schmarotzerwirtschaft im Herzen der deutschen Bestie

Auch dämlich: Schmarotzerwirtschaft im Herzen der deutschen Bestie

Freitag, 14.3.2014. Eifel. Unlängst veröffentlichte Heise ein Interview mit Jutta Ditfurth. Es hat einen erschreckenden Titel: „Große Teile der bürgerlichen Mittelschicht sind dabei, sozial zu verrohen“. Nun, Titel – das lernt man im Deutschunterricht – sollen Aufmerksamkeit erregen. Nur dazu sind sie da. Sonst könnte man ja auch „Interview mit Jutta“ drüberschreiben – doch das zieht im täglichen Kampf um die Aufmerksamkeit zu wenig Leser an. Man ist BILD-Schlagzeilen gewöhnt – und daran sollte man sich gewöhnen, wenn man Botschaften unters Volk bringen möchte. Natürlich wird der Titel auch begründet:

Große Teile der bürgerlichen Mittelschicht sind dabei, sozial zu verrohen. Die zehnjährige Langzeituntersuchung Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit der Forschergruppe um Wilhelm Heitmeyer in Bielefeld hat belegt, wie aggressiv, rassistisch und sozialverächtlich immer größere Teile des Bürgertums geworden sind. Man hat gerade unter der SPD-Grünen-Regierung (1998-2005) nicht nur irrwitzige steuerliche Vorteile für sich durchgesetzt, an welche nachfolgende Regierungen anknüpfen konnten, jetzt gönnen sie den Ärmsten kaum noch lächerlichste staatliche Transferleistungen, denn das Geld geht von ihrem Einkommen oder Profit ab. Es sind inzwischen Arbeits- und Lebensverhältnisse durchgesetzt worden, die die durchschnittliche Lebensdauer der gering Verdienenden und Armen – ganz abgesehen von Glück, Freiheit und Gesundheit – außerordentlich mindern.

Kurzum: Deutschland bringt seine Armen um, um sich zu bereichern. Wäre auch ein schöner Titel. Oder „Im Herzen der Bestie“ … wie die Autoren den Zustand des Landes nennen, als sie nach Empfehlungen für die Jugend fragen.

Es sind ein paar bemerkenswert klare Worte über die Zustände unserer Republik, die man besser als „Oligarchie“ bezeichnet – oder sucht etwa das Volk die Kandidaten aus, die von Parteien für die Kanzlerschaft aufgestellt werden?

Nein, das macht bei uns „die Wirtschaft“ – wobei sich hinter dieser schön klingenden Worthülse ganz konkrete Menschen verbergen (und zwar nicht der Bäcker um die Ecke, der täglich ums Überleben kämpft), die mit einem enormen Ausmaß an krimineller Energie die Gesellschaft umgestalten, so dass sie in Ruhe ihren Geschäften nachgehen können. Die Bestie hat halt auch ein Hirn.

Einer von den Wirtschaftsleuten, die im Kanzleramt aus- und eingehen – ist zum Beispiel Uli Hoeneß, siehe Spiegel vom 4.2.2013:

Hoeneß wirft einen kurzen Blick auf die Videotexttafel mit den Börsen-Indices und erzählt, wie nett es gestern bei Angela Merkel im Bundeskanzleramt war. Ein „Talk auf hohem Niveau“ sei das gewesen.

Wieviel Kriminelle verkehren eigentlich noch im Kanzleramt? Wieso erfahren wir nichts davon? Von dem Inhalt der Gespräche erfahren wir sowieso nichts. Da sich „Niveau“ in Deutschland in den letzten Jahren ausschließlich in Euro misst, können wir nur halbwegs erahnen, welche Zuschüsse für notleidende Millionäre dort wieder locker gemacht wurden. So läuft es halt im Herzen der Bestie, die in ganz Europa für Armut gesorgt hat und die Zustände jetzt in die Ukraine exportieren möchte: die Wiederherstellung des Deutschen Reiches unter der Führung der USA läuft unaufhaltsam voran.

Wir lesen wieder Formulierungen, die an alte Zeiten erinnern, wo die Wehrmacht unter dem Jubel der Bevölkerung in die Sowjetunion einmarschiert ist, dem „Reich des Bösen“, wie es US-Präsidenten später gerne nannten. Schauen wir mal bei der Bundeswehr vorbei, dort feiert man sich selbst wieder als „Befreier“:

„Ankunft der deutschen Kampfverbände in Prizren bei Nacht. Die Stadt leergefegt, an vielen Ecken lodern Brände und beleuchten gespenstisch die Straßen. … Die einheimische Bevölkerung hört nur das Rasseln der Panzerketten, weiß nicht, ob es noch die serbischen Soldaten sind. Einige Türen öffnen sich vorsichtig. Verängstigte Gesichter schauen um die Ecke. Ein Ruf geht durch die Stadt: ‚Es ist die NATO! Die Deutschen, die Deutschen sind da!‘ Die Panzer werden umringt von jubelnden Einwohnern der Stadt.“

Kein Wunder, dass Jutta Ditfurth der Jugend empfiehlt, sich mal im Ausland umzuschauen, um einen besseren Blick auf das neue Deutschland zu erhalten, das nach dem Fall der Sowjetunion alle Fesseln der Demokratie und Menschlichkeit abwirft. Im Ausland bemerkt man dann auch besser die Folgen deutscher Fiskalpolitik im US-Dienst, siehe Heise:

Mit sofortiger Wirkung hat der griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis sämtliche Polikliniken des Landes geschlossen

Faktisch fehlt dem Land nach der Schließung der Polikliniken die primäre ärztliche Grundversorgung. Verkündet wurde sie bereits vor der Veröffentlichung eines entsprechenden Erlasses im Staatsanzeiger vom Minister höchstpersönlich. Damit wurden auf einen Schlag 8.500 Ärzte und Pfleger auf die Straße gesetzt.

Ja – es ist das Ausland. Dort haust der Untermensch, der vom deutschen Herrenmensch befreit werden muss – zum Beispiel von der Krankenversicherung. Ein Drittel der Griechen haben schon keine mehr, in den Polikliniken konnten sie noch hoffen, umsonst behandelt zu werden. Ein Genozid der besonderen, leisen Art, wie man ihn seit 1945 bevorzugt. Die laute, dem Deutschen so zu eigene Art hatte sich letztendlich nicht durchgesetzt.

Leider liest man von solchen Vernichtungsorgien nur noch am Rande, im Herzen der Bestie hat Ruhe zu herrschen, Ruhe und Disziplin. Das muss auch Altkanzler Schröder erfahren, dessen Regierung die Vorschläge der Hartz-Kommission dazu benutzt hat, willkürlich afrikanische Armut nach Deutschland zu bringen (ja – Peter Hartz wollte noch 511 Euro anstatt 350 als „Regelsatz“. Davon hätte man sich auch noch ordentlich kleiden, waschen und frisieren können, um so überhaupt eine minimale Chance auf einen Job zu bekommen – doch das war von der Regierung nicht gewünscht: der Arme sollte auch verwahrlost aussehen, damit er auch genug Ekel erregte, um Stimmun gegen ihn machen zu können).  Ja – dem Schröder will man jetzt den Mund verbieten (siehe Spiegel), im ersten „Befreiungsversuch“ der Ukraine durch deutsche Agenten in diesem Jahrhundert (im letzten hatte es zwei gegeben, die am heftigen Widerstand der Bevölkerung gescheitert waren … seitdem versucht man, mit verfeinerten Methoden zum Ziel zu kommen) hat er falsche Worte gewählt.

Unglaublicherweise unterstellt man ihm, es gäbe bei ihm einen „Interessenkonflikt“ – davon hat niemand gesprochen, als er im feinen Brioni-Anzug im Auftrag der Weltbank (siehe Neopresse) den „Niedriglohnsektor“ geschaffen hat. Was hätte man sich für Elend ersparen können, wenn man ihm da den Mund verboten hätte. Nun – damals hatte ja Schröder auch für die Ruhe und Disziplin bezahlt – mit „irrsinnigen Steuervorteilen“ für den bürgerlichen Mittelstand (Jutta Ditfurth, siehe oben).

Ach ja – Hoeneß. Ja – der ist jetzt ganz öffentlich ein Krimineller, das habe ich mir nicht ausgedacht, so hat ihn die Presse genannt (siehe Spiegel vom 13.3.2014 – knapp ein Jahr nach den Lobeshymnen über den „Patron“ im Kanleramt).

Passend dazu die Reaktion der „Wirtschaft“, siehe live-Ticker des Spiegel zum Prozeß:
12:41 Uhr
12. März 2014

Die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank steht auch nach den neuen Enthüllungen im Steuer-Prozess gegen Uli Hoeneß fest zu ihrer Sponsoring-Partnerschaft mit dem FC Bayern. Er gehe „keine Nanosekunde davon aus“, dass sich das Verhältnis zu dem Verein wegen der „Causa Hoeneß“ verändern werde, sagte Hypovereinsbank-Chef Theodor Weimer.

Das wundert nicht: der Blutkreislauf der Bestie darf nicht gestört werden. Lauschen wir nochmal dem Herrn Hoeneß: (nochmal: Spiegel):

Früher habe er nur das Wohl des FC Bayern im Blick gehabt, sagt er. Nun habe sich sein Blick geweitet. „Je größer und mächtiger wir wurden, desto mehr ist dieses Bewusstsein gewachsen: Als starker Verein muss man helfen, das Ganze zu erhalten.“

Und weil der Verein hilft, das Ganze zu erhalten, erhält der Verein auch viel Geld vom Ganzen und kann mit Millionen um sich werfen: die Instrumentalisierung des Sports als Mittel zur Bevölkerungskontrolle ist ein Geheimnis, welches erklärt, wieso es im Herzen der Bestie so ruhig ist.

Wo wir gerade bei der Hypovereinsbank sind: sie selbst stellt ein wunderschönes Lehrstück da, wie „Wirtschaft“ im „Herzen der Bestie“ gemeint ist. Damit meine ich nicht nur die Steuerhinterziehung (die Hypovereinsbank ist da ein Profi, der den Hoeneß bleich werden läßt: die haben allein schon 200 Millionen für sich abgezweigt, siehe Süddeutsche).

Noch krimineller ist, wie sie das Geld überhaupt verdient hat. Darüber berichtet ein Insider, den 3Sat archiviert hat:

14 Jahre lang arbeitete er für die Bayerische Hypobank. Sein Job: Die Betreuung der Menschen, die mit Wissen der Bank sogenannte Schrottimmobilien verscherbelten. Immobilien, die weit über ihrem Wert von der Bank finanziert wurden.

„Es waren letztendlich diese Selbstmorde die mich dazu getrieben haben an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagt ein hochkarätiger Insider der Bankenwelt, der unerkannt bleiben möchte.

Die Bestie bringt nicht nur ihre Armen um – sie produziert sie auch.

Schauen wir uns jetzt nochmal an, wie die Wirtschaft der Bestie funktioniert:

Banken betrügen mit großflächig agierenden Drückerkolonnen (die im Feld anders genannt werden … das Wort „Berater“ kommt in den Bezeichnungen öfter vor) die Bürger um ihr Geld. Sogar die dafür fälligen Steuern werden geschickt hinterzogen, so dass auch der Staat ( = die Gemeinschaft aller Bürger) seinen Mitbewohnern nicht mehr helfen kann. Die so generierten Summen werden an Fußballvereine ausgeschüttet (jedenfalls an die, die das System stützen), die dann wiederum ihre Leute stinkreich machen.

Wie nennt man so ein System in der freien Natur?

Eine Schmarotzerwirtschaft.

Insofern brauchen wir uns vor den degenerierten und entarteten Bürgern nicht zu fürchten, die im Herzen der Bestie lauern … ihre eigene Wirtschaftsordnung ist drauf und dran, sie aufzufressen, während die Bürger selbst viel Energie darauf verschwenden, zu schauen, wie die durch ihre Gelder künstlich erzeugten Multimillionäre gegeneinander Fußball spielen.

SPD will wieder Bürger umbringen! Über Fußballgötter und die Folgen des neuen Feudalstaates.

SPD will wieder Bürger umbringen! Über Fußballgötter und die Folgen des neuen Feudalstaates.

Mittwoch, 6.11.2013. Eifel. Letztens hatte ich ein eindrucksvolles Erlebnis: ich konnte den Klang der Erde hören. Hört sich an wie „Ommmm…“ – was ja in gewissen Kreisen schon mal gesungen wird, um Gott zu preisen. Es erinnerte mich an die Nahtodeserfahrung des Dr. med. Eben Alexander, der im Jenseits ebenfalls diesen Ton, diesen Klang als Erscheinungsform Gottes pries. „Alles ist Klang“ – das habe ich früher mal gelernt. Gott – der große Klang, in den wir alle zurückkehren, wenn unsere Privataufführung endet? Welch´ erbaulicher Gedanke … der schnell wieder vergeht, wenn wir uns unsere Götter anschauen. Einer ist mir jetzt mehrfach über den Weg gelaufen: Uli Hoeneß. Beruf? Gott. Fußballgott, wohlgemerkt. Wie er klingt, weiß ich nicht – aber seit gestern weiß ich, dass seine Anhänger das mit dem „Gott“ ernst meinen – und kein Atheist hat bis heute dagegen geklagt: dabei meinen die das todernst. Ja – wirklich. Gestern habe ich im Vorübergehen die Schlagzeile irgendeines Schmierblattes gelesen, in dem der Staatsanwalt abgelichtet wurde, der Hoeneß („unseren Fußballgott“) jetzt hinter Gittern bringen will – da wird schwadroniert, als ob jemand wahrhaftig in den Kölner Dom gekotet hat – im übertragenen Sinne. Alle regen sich über die Kirche auf, über ihre seltsamen Rituale, komischen Klamotten, verstaubten Ansichten und ihre Unfähigkeit, ihre Überzeugungen in einfachen, klar verständlichen Worten an den Mann/die Frau zu bringen – aber wenn ein leibhaftiger Wurstfabrikant zum Gott erklärt wird … dann ist das ok, da jubelt man selber mit, weil es um Fußball geht.

Dabei geht es gar nicht um Fußball. Es geht um Politik und den öffentlichen Übergang einer Demokratie in einen Feudalstaat mit Gottkönig. Wie das funktioniert? Nun – mit Geld. Dazu ein Beispiel.

1991 verkaufte Thyssen 37 Panzer an Saudi-Arabien. Da sie nicht genug Panzer hatten, half die Bundeswehr mit Altfahrzeugen aus. Alles zusammen zahlten die Saudis 446 Millionen Mark, davon entfielen 47 Prozent – als 220 Millionen Mark – auf „Provisionen“ … sprich: Schmiergeldzahlungen, kurz auch Bestechungsgelder. Thyssen machte die als Betriebsausgaben geltend und sparte so 150 Millionen Mark an Steuern.

Wo ging das Geld hin?

Das weiß keiner. Nur ein paar Bröckchen sind aufgetaucht. 26 Millionen Mark hatte der Herr Schreiber erhalten, der wiederum eine Million Mark via Leisler-Kiep und den Wirtschaftsprüfer Weihrauch an die CDU übergab, 3,8 Millionen gingen an den beamteten Staatssekretär des Verteidigungsministeriums Holger Pfahls. (aus: Das System, von Armin, Droemersche Verlagsanstalt 2001, Seite 175). Alles – wie man sehen kann – Steuergelder, durch den Konzern Thyssen abgeräumt.

Was das nun mit dem Hoeneß zu tun hat – mit dem Fußballgott? Einfach mal die Welt lesen, die sich über „Oberschichtenkriminalität“ ausläßt:

Die rechtsstaatliche und moralisch-ethische Ignoranz dieser Spitzenmanager schlägt dem Fass den Boden aus“, sagte Poß dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit Blick auf die Aufsichtsratsmitglieder. „Ich habe jedenfalls andere rechtsstaatliche und moralische Vorstellungen als diese hochmögenden Herren. Das verschlägt einem schon gelegentlich die Sprache.“ Hoeneß sei zur „Symbolfigur der Oberschichtenkriminalität geworden – der Oberschichtenkriminalität mit Namen Steuerbetrug“, fügte Poß hinzu.

Im Aufsichtsrat des Klubs sitzen unter anderem Audi-Chef Rupert Stadler, VW-Chef Martin Winterkorn, Adidas-Boss Herbert Hainer und der künftige Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges. Das Gremium hatte am Montag ein ausführlich schriftliche Stellungnahme abgegeben, in dem es Hoeneß seine Solidarität bekundete.

Ohne diesen Steuerbetrug gäbe es keine Vereine, keine Bundesliga, keine Fußballgötter. Was leistet schon so ein Balljongleur, dass 30 Millionen Euro im Jahr wert ist?

Gar nichts.

Aber die politische Dimension der Bundesliga ist gewaltig: die gesamte Leidenschaft und Energie, die Menschen 1789 noch für Werte wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit aufgebracht haben, wird kanalisiert und für Schalke 04, Borussia Dortmund und Bayern München aufgezehrt. Wann immer der deutsche Mann Ungemach empfindet über Kultur, Gesellschaft und Politik geht er ins Stadion und reagiert sich ab. Siegt „seine“ Mannschaft durch den unermüdlichen Einsatz „seiner“ Fussballgötter, sinkt er Abends zufrieden ins Bett – und deshalb werden irrsinnige Summen unterschlagener Steuergelder in den Fußball gesteckt, damit man auch weiter ungestört unterschlagen kann und dafür angehimmelt wird.

Natürlich müssen die Spieler finanziell entsprechend ausgestattet werden, damit sie in punkto Haus, Auto, Kleidung ein Niveau erreichen, dass sie weit über die niederen Klassen ihrer „Fans“ erhebt: hinauf in den Olymp der Reichen, wo Atheisten sich selbst als Götter feiern. Der Klang dieser Götter ist jedoch nicht das sanfte Om, sondern eher das nervzermürbende Gekreische der Fan-Trompete.

Eine feste Allianz von Unterweltoberschichtgrößen steht hinter ihrem Fußballgott und pfeift auf die rechtsstaatlichen und moralischen Vorstellungen ihrer Untergebenen, sie selbst dünken sich über alle Zweifel erhaben – sie können es sich auch leisten. Minimal 2 Billionen (also: unsere Staatsverschuldung) steckt in den Taschen dieser Lumpenelite – und damit kann man sich in unserer „Demokratie“ alles kaufen … vor allem Wohlfühl-Propaganda auf allen Kanälen. Selbst politische seriöse Magazine beteiligen sich inzwischen an den kultischen Verehrungen der Fußballgötter – wie Bayern München gespielt hat, verdrängt als Meldung schnell die nüchterne Mitteilung über die Praktiken, mit denen das Geld für die Fußballgötter ergaunert wird, siehe Handelsblatt:

Weltweit arbeiten Finanzaufseher an der Aufdeckung eines Devisenskandals. Dabei durchforsten sie Mails und Chats von Bankmitarbeitern und verhängen womöglich Milliardenstrafen. Im Visier sind auch HSBC und Deutsche Bank.

Wer zahlt die Zeche für die Manipulationen?

Wir.

Und zwar NUR wir!

Weil die Manipulationen zwar viele junge coole Broker sehr reich gemacht haben, in Wirklichkeit aber nur ein räuberischer Akt waren, wurden keine echte Werte geschaffen … was letztlich dazu führt, dass die Banken gerettet werden müssen. Das das geschieht – dafür sorgen die Parteien, die über von der Steuer absetzbare Parteispenden (siehe Thyssen-Deal) an den Manipulationen gut verdienen. Immerhin muss man Banken pflegen – sie sind die größten Parteienfinanzierer (siehe Zeit) und ließen sich sogar in Zeiten der großen Bankenkrise nicht lumpen (siehe FAZ).

Wo das ganze Geld für die großzügige Spenderei herkommt?

Na – vom Steuerzahler. Damit man das nicht merkt, wird ja auf Arbeitslosen herumgedroschen, bis der Arzt kommt (obwohl die sich selber weder entlassen noch aus der Arbeitslosenversicherung geschmissen haben)  – aber der Hoeneß wird zum Gott erklärt, der einfach per se unantastbar ist … wie all´ die neuen kleinen Götter auf unseren Altaren.

Nun kann man ja sagen: „Schlimm, aber: was geht mich das alles an? Ich habe einen Job, mache meine Arbeit, zahle meine Steuern und liege niemandem auf der Tasche!“.

Ja – stimmt. Das alles machen Sie ganz fein. Aber: Sie können gar nicht so viel zahlen, um den Bedarf der Fußballgötter und ihrer Förderer auch nur halbwegs zu decken. Sie sind einfach zu arm dafür – egal wie viel sie jetzt verdienen.

Die Wahrheit ist sogar: Sie kosten mehr, als sie einbringen.

Und das werden Sie jetzt merken. Dafür sorgen in dem System immer die Sozialdemokraten, sie zehren seit hundert Jahren von dem Ruf und der Hoffnung, jetzt endlich mal links zu sein, während sie rein pragmatisch stramm rechte Politik verkaufen. Das ist ihr Job in dem Theater, dafür erhalten sie die Spenden von „der Wirtschaft“, dafür werden ihre Spitzenleute regelmäßig mit Honoraren versorgt – damit der Rubel auch weiterhin wie geschmiert rollt.

Das schlimme an Göttern, die nicht nur Ton sind, ist, dass sie regelmäßig Leichen sehen wollen. 40 000 Herzen, herausgerissen aus lebendigen Leibern: da werden sie richtig froh und glücklich. Unser letzter Messias (Adolf Schicklgruber aus Braunau am Inn) brachte es sogar auf 6 Millionen, die ihm zu Ehren vergast wurden.

Auch die Fußballgötter wollen Opfer sehen – allerdings eher im Kleinen. Heutzutage ist – wenigstens eine Weile noch – das indirekte Opfer angesagt. Man entläßt einfach mal eine Million Leute, streicht ihnen das Arbeitslosengeld, stempelt sie gesellschaftlich zu Parias, Schmarotzern und Versagern ab und schaut genüßlich zu, was dann passiert.

Einige werden schon dabei draufgehen – zur Not sorgt der Mitmensch dafür, dass man die Freude am Leben verliert.

Die bleiben aber nicht bei den Arbeitslosen stehen, denn die wollen auch ganz konkret SIE angehen – einfach, weil Ihre Armut die neuen Götter ganz gewaltig ankotzt. Sie wohnen billig, sie essen billig, sie reisen billig sie leben billig – Sie sind billig – und deshalb ein Produkt minderer Qualität, dass nun aussortiert wird.

Die große Koalition schickt sich schon an zum nächsten Vernichtungsschlag. Während Hartz IV sich noch als Vernichtungsmaschine austobt, (alleine jeder dritte leidet ob der freundlichen Behandlung durch Staat, Medien und Wirtschaft an psychischen Problemen – siehe Focus), wird die Vernichtung der nächsten unnützen Elemente vorbereitet, ebenfalls Focus:

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach macht sich im Koalitionsgespräch dafür stark, Kliniken zu schließen. Die Versorgung würde dadurch nicht verschlechtert, sagt er. Denn: Viele Patienten würden wegen Geldmacherei operiert, lautet seine These.

Was bedeutet das real?

Die Aussortierung und Hinrichtung (ich gebrauche dieses Wort mal, weil es sich um einen bewußten Akt handelt) der Kranken. Wir hier auf dem Land haben das mit unserem Krankenhaus schon mal durchdacht – es stand kurz vor der Schließung, weil die Gemeinschaft der Versicherten bei einer Steigerung der Arzthonorare von 17% in vier Jahren im niedergelassenen Bereich kein Geld mehr für jene Anstalten hat, in denen Krankheiten nicht nur erkannt sondern auch effektiv behandelt werden.

Natürlich hat Karl Lauterbach recht: unser Gesundheitssystem ist zur reinen Geldschneiderei verkommen. Aber was macht denn der reiche, niedergelassene Hausarzt, wenn er mal einen echten Kranken in der Praxis entdeckt?

Er schickt ihn in die Klinik – sofern eine da ist.

Koronarpatieten müssen jedoch schnell versorgt werden, ein frischer Herzinfarkt toleriert keine Weltreise mehr. Ist die rettende Klinik fort … dann ist der Patient schlicht und ergreifend tot. Schließt man Krankenhäuser flächendeckend, begeht man Massenmord.

Das ist aber alternativlos. Wie der Artikel erwähnt, schreiben ein Drittel der Krankenhäuser rote Zahlen, d.h.: sie werfen keinen Gewinn ab. Dazu sind Krankenhäuser aber auch gar nicht geschaffen: sie sollen LEBEN retten, keine Rendite. Da die Superultraluxusversorgung der Fußballgötter durch Staatsmittel aber auf keinen Fall in Gefahr geraten darf, werden wir die Krankenhäuser schließen müssen, was den tausendfachen Tod der Infarktpatienten nach sich ziehen wird. JEDER, der wirklich ernsthaft krank wird, gerät automatisch in Lebensgefahr, da der Haus- und Facharzt bei echten Erkrankungen schnell mit seinen Mitteln am Ende ist (- aber natürlich nicht am Ende seiner Abrechnung … da geht immer noch ein wenig mehr).

Wir werden aber Weltmeister im „behandeln“ von Bagatellerkrankungen zu Luxuspreisen – weshalb ich der Meinung bin, dass die Kosten für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu 100 % vom Arbeitgeber zu tragen sind – und nicht von der Gemeinschaft der Versicherten. Den Hausarzt samt seines Anhanges (bis zu 10 Helferinnen pro Praxis) brauchen wir nur wegen dieser Bescheinigungen.

Das wird aber nicht geschehen – „Arbeitgeber“ sind die neuen Büttel der Finanzbarone, sie treiben die Gelder ein (siehe Thyssen), mit denen man das System finanziert und die Demokratie zu einem neuen Feudalstaat umbaut.

Schritt für Schritt macht uns dieser neue Feudalstaat klar, dass er viele Menschen nicht mehr braucht und es mehr und mehr ablehnt, für „unwertes Leben“ Geld auszugeben.

Der erste Schritt (die Arbeitslosen) wurde erfolgreich vollzogen, wichtigste Menschenrechte wurden erfolgreich zerschlagen.

Der zweite Schritt lief parallel dazu: die Derugulierung der Finanzmärkte, die so die Realwirtschaft übernehmen und ausschlachten konnten.

Der dritte Schritt wird nun gegen die Kranken laufen – und er wird deutlich mehr Menschenleben kosten als die ersten beiden Schritte. Die Ärzteschaft wird ruhig bleiben – dafür erhält sie ja ihre Traumhonorare aus unseren Beitragsgeldern, die zur Not mit Bundesmitteln (wieder unsere Beitragsgelder) aufgestockt werden.

Was wir dagegen tun können, fragen Sie?

Tja – auch wenn Ihnen jetzt sehr mulmig geworden ist, so ist die Antwort wenig tröstlich: diese Zukunft ist alternativlos. Solange an den Wochenenden 100 000 Leute ins Fußballstadion gehen anstatt vor Hoeneß´ Wurstfabrik über die asoziale Abzocke der neuen Barone des Mammon zu protestieren, wird sich nichts ändern.

Da hilft nur noch beten – dass man nicht krank wird, arbeitslos oder … alt.

Die Vernichtung der Rentner wird Schritt vier sein, die neuen Götter wollen kein Gammelfleisch auf der pay roll haben. Sie brauchen alles Geld dafür, sich selbst zu verwirklichen – in immer neuen Formen und Posen.

Aber – wenn Ihnen gar nichts mehr einfällt, während Sie mit Ihrer frischen Blinddarmentzündung in der überfüllten Notaufnahme der überlebenden Krankenhäuser elendig und sehr schmerzvoll verrecken: vielleicht hilft ja ein wenig OM summen? In Schützengräben findet man ja immer schnell zu Gott zurück, habe ich mir sagen lassen.

Und Schützengräben – in moderner Form – werden unsere Zukunft sein … die Zukunft, in die unsere neuen Götter uns führen wollen. 7 Billionen Euro indirekte Staatsverschuldung lassen gar keine andere Zukunft zu.

 

 

 

 

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