Hobbes

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Die Zukunft: der Triumph der Barbarei

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Sonntag, 20.Oktober 2019, Eifel. Vor unseren Augen bricht derzeit eine ganze Weltordnung zusammen, doch niemanden kümmerts. Erdogan, der Mann, der Gegner und Journalisten verfolgen läßt wie kein anderes Natomitglied, überfällt ganz offen und ohne Scham sein Nachbarland – aber erst nachdem die Amerikaner, die es vorher überfallen hatten, abgezogen waren. Kriegserklärungen gab es keine, die Genfer Konvention wurde augenscheinlich auch nicht eingehalten, jedenfalls hört man von „türkischfreundlichen Milizen“, die Hinrichtungen vollziehen (siehe t-online). Er spricht offen davon, dasser sich am großosmanischen Reich orientiert, es als „Vorbild“ nimmt – angeblich erzählt er häufiger sogar stolz von der Belagerung Wiens durch die Türken (siehe Welt). Erinnert mich an Mussolini, der sich am römischen Reich orientierte und das Mittelmeer zu seinem Meer machen wollte. Wer finanziert diese Milizen? Nun – Überraschung: die Bundesrepublik Deutschland. Ja – wir finanzieren dort sogar rechtsextreme Brigaden (siehe Heise). Nur damit Sie mal wissen, was mit  Ihrer CO2-Steuer so alles gemacht wird.

Was ist nur aus unserer einst so modernen, aufgeklärten Welt geworden? Wir hatten nach zwei verheerenden Weltkriegen – bei denen Deutschland nicht so gut weg gekommen ist – so viele politische Mechanismen installiert, die Kriege auf ewig verhindern sollten – und doch gelingt es nicht. Auch die Aussichten für die Zukunft sind entsprechend düster: wir erklären keine Kriege mehr – so wie Japan noch offziell den USA oder auch Hitlerdeutschland – wir führen einfach militärische Offensiven durch, die Kollateralschäden in Millionenhöhe hinterlassen, nehmen aber das Wort Krieg gar nicht mehr in den Mund: genial, oder? Man stelle sich vor, wir würden alles so verfahren: einfach das Wort „Raub“ aus dem Sprachgebrauch streichen und demnächst mit der Kalaschnikow bei Aldi einkaufen, lustige Beschreibungen würden uns sicher dafür einfallen – zur Not gibt es eine ganze gut bezahlte Branche, deren Beruf es ist, solche Begriffe zu erfinden … „Einkauf mit robustem Mandat“ käme mir da so in den Sinn. So kann auch jeder zu einem sonst unerschwinglichem umweltfreundlichen Tesla oder Elektroporsche kommen. Auch die Mietprobleme könnten sich so lösen lassen: einfach einziehen und es „Wohnungstausch“ nennen: wir kriegen eure Villa, ihr unsere Schimmelbude, die ihr uns zuvor teuer vermietet habt.

Bezogen auf das eigene Land wird einem schnell klar: solche Regeln der Barbarei wollen wir national gar nicht haben, international sind sie aber schon längst da – und sie färben ab. Das Respekt und Anstand, Ehre und Würde eher seltenere Erscheinungen geworden sind, kann eigentlich jeder schnell merken, ich sage nur: Hartz IV. Wir haben oft darüber gesprochen, Fallbeispiele veröffentlicht – man muss die Klage nicht endlos neu formulieren. Den einen ist es zur Genüge bekannt, die anderen beten, dass sie nicht in eine solche Situation geraten: wie 1933-45, als immer mehr Nachbarn spurlos verschwanden. Sie staunen? Meinen, dass sei nicht so schlimm? Mir liegt ein Protokoll eines Hausbesuches des Ermittlungsdienstes des Jobcenters Rhein-Neckar vor, das einem die Haare zu Berge stehen läßt. Leider kann ich es nicht veröffentlichen – ich traue mich nicht … und merke selbst schon die Angst, die die Betroffenen selbst spüren müssten. Klar wäre es ein leichtes, die Beschreibung zu kopieren und hier hinein zu stellen: aber was dann? Es sind zwei schwer kranke Menschen, die davon betroffen sind – und dass dieser Staat selbst alleinerziehenden Müttern die Bezüge um 100 Prozent kürzt: das war sogar schon Thema in der satirischen Heute-Show des ZDF. Kürzung heißt: auch Miete und Krankenkassenbeiträge werden nicht mehr bezahlt. Was heißt das eigentlic konkret? Nun: das Kind wird zum Tode durch verhungern preis gegeben, weil die Mutter nicht genug anschafft. Soweit sind wir in diesem Land. Und deshalb halte ich mich lieber zurück, um die Augenzeugen des Vorfalls zu schützen.

Sicher, werden Sie jetzt sagen: das sind Einzelfälle. Bedauerliche Einzelfälle, die nun mal vorkommen. Nur: als Philosoph darf man das anders sehen, weil wir nach den allgemeinen Prinzipien schauen, die unsere Zivilisation tragen und ausmachen, jene viel beschworenen Werte, für die wir jeden Tag aufs neue in den Krieg ziehen und uns völlig unbekannte Menschen töten – wie in Afghanistan und Mali.

Sie werden wahrscheinlich nun auch anbringen: die schreckliche Zeit des Dritten Reiches ließe sich doch überhaupt nicht vergleichen mit der Gegenwart: immerhin haben wir keine Konzentrationslager – obwohl sowas für Arbeitslose auch schon mal gefordert wurde … ebenso wie ihre öffentliche Kennzeichnung, wobei noch nicht klar war, wie denn das Symbol aussehen sollte, dass jeder Arbeitslose zu tragen hätte.

Sie verkennen die taktische und strategische Situation der damaligen und der heutigen Zeit. Damals war Deutschland noch ein Land mit viel Ackerbau, voller Felder und Wälder. Man wusste, wo was zu holen war, die dezentrale Versorgung hatte eben auch Vorteile, zumal – die Deutschen an sich (von ihren Führungen mal abgesehen) ein recht anständiges, hilfsbereites und gastfreundliches Volk waren – so wie es die germanischen Sitten (siehe Aphorismen) verlangten: es war also denkbar, dass schnell viele Nachbarn einsprangen, wenn Not war. Also musste man die Menschen zur Vernichtung ins Lager verfrachten – was teuer war.

Heute aber – gibt es nur noch wenig landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, ihre Zahl hat allein seit 1975 rapide abgenommen (siehe Statista). Wer hier was zu essen haben will, der braucht Geld, denn unsere Anbauflächen liegen in China bzw. Afrika. Und wenn man den Menschen das Geld streicht … nun, dann gibt es eine gute Chance, dass sie verhungern. Noch gibt es genug Mitmenschen, die diese Situation verhindern, aber machen wir uns nichts vor: nach dem Willen des Staates wären sie dem Tode geweiht. Das geht bei unserem hohen Organisationsgrad ganz ohne Lager.

Flankierend zu der Versorgungssituation sind jedoch auch zwei weitere Maßnahmen ergriffen worden – nicht nur in Deutschland – die dafür sorgen, dass die Hilfsbereitschaft heutzutage nicht mehr all zu weit reicht.

Die eine Maßnahme war: eine große Medienoffensive auf breiter Front, die den arbeitslosen Mitmenschen als asozialen Parasiten darstellte – sogar in Broschüren des Ministeriums (siehe Harald Thomé)

„Biologen verwenden für „Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedi-gung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen – ihren Wirten – leben“, übereinstimmend die Bezeichnung „Parasiten“. Natürlich ist es völlig unstatthaft, Begriffe aus dem Tierreich auf Menschen zu übertragen. Schließlich ist Sozialbetrug nicht durch die Natur bestimmt, sondern vom Willen des Einzel-nen gesteuert. Wer den Grundstock seines Haushaltseinkommens bei der Arbeitsagentur oder der für das Arbeitslosengeld II zuständigen Behörde kassiert und im Hauptberuf oder nebenher schwarzarbeitet, handelt deshalb besonders verwerflich. Schwarzarbeiter nehmen den Staat auf doppelte Weise aus: Erstens verdienen sie Lohn, für den sie weder Steuern noch Sozialabgaben entrichten. Dabei benutzen sie dieselben Straßen, schicken ihre Kinder in dieselben Schulen und rufen in Not dieselben Polizisten zu Hilfe wie die ehrlichen Steuerzahler. Aber schwarzarbeitende Arbeitslose verweigern nicht nur ihren Anteil an der „Ge-meinschaftskasse“; zusätzlich bedienen sie sich aus den Töpfen, die von der Mehrheit der Ehrlichen im Land gefüllt werden.“

Liest sich wie eine Abhandlung nationalsozialistischer Völkerkundler über jüdische Mitbürger – ist auch im Prinzip dasselbe. Da hat eine Menschenverachtung in den Behörden und der Regierung überlebt, die noch schlimme Folgen haben wird, wenn wir sie nicht eindämmen. Übrigens kommt niemand auf die Idee, den gleichen Grundsatz, der hier für Arbeitslose aufgestellt wird, auf große Konzerne zu übertragen: auch sie nutzen unsere Straßen, schicken ihre Kinder (und die ihrer Mitarbeiter) auf unsere Schulen und rufen in Not diesselben Polizisten wie die ehrlichen Steuerzahler – obwohl sie teilweise trotz Milliardengewinnen weniger Steuern zahlen als … ich.

Die andere Maßnahme war subtiler, läuft aber weltweit mit sehr großem Erfolg: die Zerstörung des Urvertrauens in die Menschheit als solche, die ebenfalls in breiter Front vorgenommen wird. Sie ist substantiell noch zersetzender als die Schaffen einer neuen Kaste von Ausgestossenen (früher: Juden, heute: Arbeitslose) und kommt ganz harmlos daher: als Unterhaltungsfilm. Im nationalen Filmmarkt sind es die Krimis, die uns umerziehen: dort sehen wir mindestens zehn mal soviel Mordopfer wie es überhaupt in der Realität gibt, ein grenzenloses Gemetzel in deutschen Stuben (siehe z.B. Stern). Der „Gast“ der Edda ist … ein potentieller Mörder geworden.

Noch brutaler zeigen sich internationale Produktionen, die mit großem Aufwand herausgebracht werden – nehmen wir als herausragendes Beispiel die Endlosserie „Walking Dead“, die den Weg einer kleinen Gruppe verlorener Menschen in einer von Dämonen (Zombies) überranten Welt beschreibt … eigentlich ein Mythos, der wie geschaffen ist, eine Geschichte zu erzählen, wie sich die Menschheit vereint angesichts größter Gefahr – doch erzählt wird eine andere Geschichte, denn: nicht die Zombies sind das eigentlich dämonische, sondern – die Menschen. Kannibalen, Massenmörder, Barbaren, sadistische Tyrannen: der Zusammenbruch der bürgerlichen Ordnung zeigt, was der Mensch wirklich ist: eine Bestie.

Der nächste Blockbuster: Games of Thrones. So eine Art „Dallas“ im Mittelalter – und in der Tat wurde mit dieser alten Serie über texanische Ölbarone der Angriff auf das allgemein positive Menschenbild in breiter Front gestartet: Held der Serie war J.R.Ewing (genial dargestellt von Larry Hagman), ein sadistischer asozialer Psychopath, der genau den „Erfolgstyp“ zeigte, den Reagan und Thatcher hervorzubringen wünschten. Während es bei „Dallas“ noch einen positiven Gegenpol zu dem Bösen gab (den jüngeren Bruder, die ruhigen Eltern), fällt der bei Games of Thrones völlig weg: der Mensch ist dort des Menschen Wolf – und ich behaupte, dass so etwas mit völliger Absicht verbreitet wird. Es ist eine Serie, die dem Weltbild von „Aktenzeichen XY“ Recht gibt, wo jeden Freitag Abend dem westdeutschen Bürger gezeigt wurde, wie niederträchtig, hinterhältig und gemein sein Nachbar war – eine ganze Industrie an Versicherungen und Sicherheitsfirmen hat sich eine goldene Nase an der Philosophie verdient … während wir in der Eifel noch offene Wohnungstüren haben, damit die Nachbarn auf ein Pläuschchen hereinkommen können.

Noch mehr Beispiele? Machen Sie doch einfach den Fernseher an – die Menschenverachtung sieht man nicht nur in angelsächsischen Serien, sondern auch im Dschungelcamp. bei DSDS, Big Brother oder diversen Modell- und Datingshows. Soll ja jetzt auch ein Fernsehformat geben, wo „der Hartzer“ vorgeführt wird. Und Anschläge wie der in Halle sorgen dafür, dass solche dunklen Mythen weiter verbreitet werden, wie es scheint, hat der antisemitische Attentäter nebenbei einen Gesinnungsgenossen erschossen (siehe Taz): Barbaren unter sich, das zeigt, wie gefährlich die Welt da draußen geworden ist. Kein Wunder, dass nur noch Kinder demonstrieren gehen.

Das ganze hat einen sehr bedeutsamen Hintergrund aus der Tradition der politischen Philosophie. Thomas Hobbes (1588-1679) hatte seinerzeit in seiner Schrift Leviathan ein Plädoyer für den absoluten Herrscher gehalten, dass in sich logisch und sehr überzeugen war. Damit seine Staatstheorie funktioniert, bedurfte es nur einer kleinen Voraussetzung: der Mensch musste an sich ein absolut asoziales Wesen sein – der Mensch musste zum „Wolf des Menschen“ werden. Natürlich müssen alle Menschen – oder wenigstens die Mehrheit – dieser Idee zustimmen … und da sind wir auf dem besten Wege. Dort wo der Mensch der Wolf des Menschen ist, braucht man eine – alternativlose – Supermacht, die diese Bestie im Zaum hält: den Monarchen. Ich gebe der Menschheit keine hundert Jahre mehr, dann haben wir ihn wieder: den absolutistischen Herrscher. Praktisch gesehen ist er heute schon da, als Weltherrscher in Form von weitgehend unbekannten „Investoren“, die die Geschicke des Planeten lenken.

Ist der Mensch aber ein soziales Wesen – wie etwa die alten Germanen – dann brauchen wir keinen Kaiser. So einfach ist politische Philosophie.

Und wenn Länder anfangen, sich untereinander wie Barbaren zu verhalten: wie wird wohl dann die politische Forderung der Zukunft aussehen? Die Schlussfolgerung ist jetzt schon erkennbar: wir werden eine autoritäre Macht brauchen, die mit strenger Hand durchgreift – gegen Erdogan und gegen Arbeitslose.

Und alle werden wieder jubeln.

Erstmal.

Und dann wird man wieder merken, was es wirklich bedeutet. wenn Menschen keine Würde mehr haben – und was dann wieder alles passieren kann.

Denken Sie nur mal daran, was Wirtschftsminister Peter Altmaier gerade an die Wand malt: es ist kein Geld für Rente mehr da (siehe ntv). Und was dann?

Die gezielte Vernichtung der Familie in der westlichen Welt: ein Gemeinschaftswerk von „Politik“ und „Wirtschaft“

Freitag, 17.3.2017. Eifel. Wir können auch mal über Familie reden. Merke schon: jeder schreit und stöhnt. Familie – hat ja auch jeder. In der Werbung wird sie uns ja auch jeden Tag mehrfach als Non-plus-ultra jeglichen Glücks präsentiert … weitab der realen Wirklichkeit. Schöne Bilder sieht man dort … Bilder, die keinen Entrüstungssturm von Feministinnen auslösen: die Kinder brav und adrett, immer gut gelaunt, nie nervend, die Frau des Hauses strahlt über das ganze Gesicht beim Servieren von Markenware, der Herr des Hauses schaut voller Stolz auf das von ihm geschaffene Idyll, im Hintergrund schimmern Terrasse und Pool samt Sportwagen. Aber Werbung soll ja auch nicht die Wirklichkeit abbilden, sie soll „Appetit machen“ – so der Markenberater Brandmeyer bei Brandeins. Herr Brandmeyer führt uns auch gleich in zentrale politische Dimensionen von „Familie“ ein:

„Erinnern Sie sich übrigens an Bonanza, Flipper, Daktari? Die haben eine Gemeinsamkeit: Es gab in diesen Familien nie eine Mutter. Und es wurde auch nie erklärt, wo sie war: Sie existierte einfach nicht. Die Familie bestand aus dem Vater mit seinen drei oder vier Kindern. Ich habe darüber mal mit einem Soziologen gesprochen. Seine Erklärung: Die Bande hätte nicht annähernd so viel erlebt, wäre eine Mutter dabei gewesen. Denn die hätte gleich gesagt: Bei dem Wetter geht ihr nicht raus! Oder: Setzt in jedem Fall eine Mütze auf! Die Mütter bedenken, was alles passieren könnte. Die Väter sind für den unkalkulierbaren Teil zuständig.“

Zum Beispiel also … für die Erstürmung von Rathäusern, die Besetzung von Fabriken, die Errichtung von Barrikaden. Bei Bonanza kein Problem – bei den Gilmore Girls oder den Damen von Sex in the City schon: da werden Strategien zur erfolgreichen Anpassung und Maximierung der Konsummöglichkeiten favorisiert … da geht man auch ohne Mütze nicht bei jedem Wetter ´raus.

Brandmeyer hat auch eine interessante Sicht auf die Familie:

„Die Familie ist die älteste und vermutlich stabilste Form der Lebensgemeinschaft, die es gibt – weltweit.“

Nun – da darf er sich aber nicht mit der Wissenschaft auseinandersetzen – aber wer braucht die schon: was Familie betrifft, haben wir alle selber unsere Erfahrungen. Geht man in den Bereich der Wissenschaften, so findet man sich in einer kunterbunten Welt wieder, in der jeder Wissenschaftler mit einer neuen Theorie brillieren will … die nach zwei Jahren wieder völlig vergessen ist. Liegt nicht an den Leuten, liegt an der Umwelt, in der sie sich bewegen: um eine der seltenen Festanstellungen zu bekommen, muss man (in fast allen Fächern) besonders hoch hüpfen und besonders laut „ich-weiß-was“-rufen, um nicht als Kellner im Studentencafe zu enden.

Dass Familie auch überhaupt eine politische Funktion haben kann, bemerken wir kaum noch. Was wir bemerken: die rebellische Jugend ist uns abhanden gekommen – und das ist ein voller Erfolg der Politik. Es ist mir letztens bei der Lektüre von Daniele Gansers  Buch „Nato – Geheimarmeen in Europa“ begegnet (da ich generell das ganze Buch zur Lektüre empfehle, zitiere ich hier mal nicht detalliert): der ernsthafteste Angriff auf „das System“ war die „Flower Power Bewegung“, die Friedensbewegung und die Bürgerrechtsbewegung. Sie waren der Feind, weil sie das System an seinen Wurzeln angriffen. Hätten sie sich durchgesetzt … der kapitalistische Putsch wäre im Keim erstickt worden, wir hätten heute eine friedliche globale Zivilisation von Blumenkindern, die mit Schrecken auf unsere gegenwärtige Realiltät schauen würden so wie wir mit Schrecken (und einer gehörigen Portion Unverständnis) auf die römischen Gladiatorenarenen, die Hexenverbrennungen, die Indianermassaker der US-Kavallerie oder die Konzentrationslager des Faschismus blicken.

Nun – gewonnen haben die anderen.

Zurück zur Familie. Einige Eifrige werden jetzt schon bei Wikipedia nachgeschlagen haben und dürften erschlagen worden sein von der Flut an Perspektiven, den dieser Begriff mit sich bringt – und zu vielen der dort dargestellten Thesen gibt es auch noch nicht berücksichtigte Gegenthesen, auch in der historischen Betrachtung der Familie scheiden sich die Geister. Wir wollen aber keine Begriffsforschung machen, noch ausufernde Debatten führen: das Ziel ist ja vorgegeben – wir wollen schauen, ob es nicht äußere Gewalten sind, die die Familien aktuell zerstören.

Dass sie zerstört werden, scheint Fakt. Der Einpersonenhaushalt wird zunehmend das führende Lebensmodell, der Haushalt mit Kindern – das klassische Familienmodell – rückt damit in den Hintergrund (siehe BpB). Nun kann man natürlich diskutieren, ob der zwei-Personen-Haushalt ohne Kinder trotz Ehe überhaupt noch Familie ist, es zeigt sich auf jeden Fall der Trend zum Minimum (siehe hierzu die Besprechung in Deutschlandfunk zu Frank Schirrmachers Buch Minimum) mit drastischen Folgen für unsere Gesellschaft:

„Der Sozialstaat verschwindet. Die Familie löst sich auf. Übrig bleiben bloß noch individualistische Einzelkämpfer, die im Notfall unfähig sind, zusammenzuhalten. Übrig bleibt nur noch Kälte. Soweit Schirrmachers düstere Prognose über die Zukunft des sozialen Zusammenhalts.“

Der egoistische Einzelkämpfer ist ja auch das Modell für Staat und Wirtschaft geworden, zunehmend sieht sich der Staat als Einzelwesen im Land, dass sich gegen die „Schmarotzer“ (seine steuerzahlenden Bürger) wehren muss … Bürger, die zunehmend auch als lästig und bildungsfern empfunden werden … ebenso wie die „Firma“ sich als Einzelkämpfer gegen Mitarbeiter, Kunden und Staat sieht, eine Einstellung, die die prinzipielle Solidarität zwischen den Funktionsträgern von Staat und Wirtschaft erahnen läßt, die das gleiche Weltbild und die gleiche taktische Situation teilen: „allein gegen alle“.

Ist es aber wirklich so, dass der Staat aktiv Familien zerstört? Nun: das kann ja im Prinzip gar nicht sein. Das Grundgesetz verpflichtet ja den Staat zu besonderem Schutz der Familie (siehe Gesetze im Internet)

„Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“, Artikel 6 Absatz 1. Absatz 2-6 befasst sich dann gezielt mit dem Wesen von Familie: den Kindern, woraus wir schließen können, dass das klassische Familienmodell auch hier den Urgrund der Entscheidung zur Gesetzesformulierung war, auch … wenn es heute nur noch eine Lachnummer ist.

Eine Lachnummer?

Nun – der Staat fördert gezielt die Vernichtung der Familien … allerdings erstmal offen nur bei einer Kaste, die wir uns als „Unberührbare“ halten: den Arbeitslosen, auf die sowieso keiner achtet. Wie viele dieses Schicksal ereilt: wir wissen es nicht. Mehrfach geschönte Statistiken verzerren das Bild (siehe z.B. Focus), als sicher scheint zu gelten: 1,5 Millionen Kinder sind in diesem System auf Eis gelegt – und es werden immer mehr (siehe Tagesschau).

Es gilt als sicher, dass diese Kinder in zu großer Armut leben, dass ihre minimalistischen Regelsätze noch nicht mal im Ansatz für eine hinreichende sozio-kulturelle Teilhabe ausreichen … aber der Staat hat eine Lösung für das Problem. Trennen sich die Familien, so zahlt er den Trennungsgewinnern eine Prämie auf Kosten des Verlierers.

Ach – das war noch nicht bekannt?

Das Konstrukt nennt sich „Alleinerziehendenzuschlag“ (siehe Hartz IV.org):

„Alleinerziehende, die sich alleine um die Pflege und Erziehung ihrer minderjährigen Kinder kümmern,  haben einen Anspruch auf den Mehrbedarf für Alleinerziehende nach § 21 Abs. 3 SGB II. Diese Leistungen werden zusätzlich zur Regelleistung erbracht. Wie der Deutsche Gewerkschaftsbund ermittelt hat, erhalten rund 41 Prozent der Alleinerziehenden Hartz-IV-Leistungen, weshalb dieser Mehrbedarf eine große finanzielle Hilfe ist. Dabei beträgt die Höhe der Mehrbedarfe mindestens zwölf und höchstens 60 Prozent der maßgeblichen Regelleistung und ist in erster Linie vom Alter und Anzahl der Kinder abhängig.“

Das können bis zu 245 Euro mehr sein – jeden Monat.

Versetzen Sie sich doch einfach mal in die Situation der Familie. Auf der einen Seite: der ständige Blick auf die Armut der Kinder, auf Mangel in jeder Hinsicht, auf das Mobbing, dass diese Kinder in der Schule ertragen müssen, die Verachtung, die ihnen durch die Nachbarschaft ins Gesicht schlägt … und auf der anderen Seite die große Verlockung, die Staat – und Medien – aufbauen. Trennt sich die Mutter vom Vater, hat sie sofort mehr Geld für ihre Kinder, um deren Leid zu mindern. Ist sie eine verantwortungsvolle Mutter, der das Leid ihrer eigenen Kinder nahegeht, ist sie fast schon in der moralischen Pflicht, sich vom Familienvater zu trennen – die Prämie für diese Trennung darf sie sogar behalten, wenn sie einen neuen Liebhaber hat (siehe bista.de).

Der besondere Kniff an der Sache ist aber: diese Prämie zahlt der ausgestoßene Vater der Kinder. Im Falle der Trennung kann die Frau Leistungen von der Unterhaltsvorschusskasse beantragen, die dem Vater als Schulden aufgebürdet werden: er hat von nun an zwei Behörden im Genick – das Jobcenter und die im Jugendamt angesiedelte Unterhaltsvorschusskasse. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht macht seine Arbeit für ihn gar keinen Sinn mehr, er arbeitet 45 Stunden in der Woche (was ja so langsam unsere Normarbeitszeit wird), bekommt aber nur knapp 1000 Euro ausbezahlt. Der Gewinner dabei sind jedoch nicht seine Kinder … für die er wohl gerne zahlen würde … sondern der Staat, denn der Unterhalt des arbeitenden Vaters wird von der Hartz-IV-Leistung für Mutter und Kinder als Einkommen angerechnet (wie auch das Kindergeld), womit der Staat ein gutes Geschäft macht.

Allerdings … dürfen Väter wie alle Arbeitnehmer ja nicht in betriebswirtschaftlichen Dimensionen denken, dieses Denken ist dem Staat, der Firma und der Versicherung vorbehalten. Der Arbeitnehmer, der für seine Arbeitsleistung die Formel Umsatz minus Kosten gleich Gewinn in Anspruch nimmt, gilt als asozialer Schmarotzer, der unsolidarisch mit der Firma (oder dem Staat) ist … auch wenn die Arbeit seine Gesundheit so sehr angreift, dass seine Lebensarbeitsleistung nur sehr beschränkt verwirklicht werden kann, weil er zum Beispiel aufgrund von Überlastung im Arbeitsprozess noch nicht einmal mehr zum Schlafen kommt (siehe Spiegel):

„In der Umfrage berichteten etwa 80 Prozent der Erwerbstätigen von „Schlafproblemen“. Fast die Hälfte sei bei der Arbeit müde.“

Ja, stellen Sie sich das mal vor: Vater sagt zum Chef “ bei dem Ertrag an Gehalt muss ich betriebswirtschaftlich logisch meine Arbeitszeit drastisch reduzieren, um noch Gewinn machen zu können“. Gäbe großes Gelächter in der Runde, oder? Obwohl die Kinder davon einen Gewinn hätten, denn Väter haben schon eine besondere Rolle für Kinder … zum Beispiel bei der Anleitung zum Barrikadenbau in Hauptstädten. Dafür brauchen die aber Zeit für ihre Kinder – wo soll die herkommen, wenn noch nicht mal mehr Zeit für Schlaf da ist?

Aber seien wir mal ehrlich: für wen sollten die Väter denn noch Barrikaden bauen?

Andererseits ist die familienfeindliche Wirtschaft (ja: der Wunsch nach optimaler „Flexibilität“ von Mitarbeitern geht automatisch zu Lasten der Kinder, die einen stabilen Lebensraum brauchen) jederzeit in der Lage, kritiklos „harte Sanierungen“ durch Stellenabbau durchzuführen – was aktuell 38000 Opel-Mitarbeitern droht (siehe Spiegel).

Es bleibt nun die Frage: ist das nun eine gezielte Entwicklung oder eher ein natürlicher Prozess, der sich nicht aufhalten läßt?

Im Falle der deutschen Sozialgesetzgebung muss man sagen: hier kann man bewusste Prozesse voraussetzen, Gesetze werden lange genug beraten, so dass man davon ausgehen kann, dass die „Nebenwirkungen“ bekannt sind und zumindestens billigend in Kauf genommen werden … obwohl man damit gegen das Gebot des Schutzes der Familie verstößt.

Und es ist natürlich riskant, hier das Thema Hartz IV ins Spiel zu bringen: wie schnell kann dieser Zuschlag wieder gestrichen werden, um noch mehr Armut für die Kinder zu bringen.

Gehen wir über zur nichtarbeitslosen Normfamilie … in der zwei arbeitende Eltern ein wohlstandsverwahrlostes Kind großziehen, das mit sieben Jahren schon einen eigenen Haustürschlüssel hat, ein Zimmer mit PC, Fernseher und Spielkonsolen, damit es ihm nicht zu langweilig wird, bis die Eltern wiederkommen. Wer hat sich eigentlich dieses Konstrukt ausgedacht? Verkauft wird als es großer Triumph der Emanzipation – aber wäre der nicht noch größer, wenn anstatt nur Papa nur Mama arbeiten geht – fürs gleiche Gehalt, und ein Elternteil sich allein um die Kinder kümmert, damit diese nicht ganz und gar sich selbst überlassen sind? Seltsam, dass nach so vielen Jahrzehnten „Emanzipation“ vor allem eins übrig blieb: die Frau als willige Füllmasse für den Niedriglohnsektor, an dem sich klasse verdienen läßt … ganz am Ende der Geldkette, versteht, sich: dort, wo auch Geld für feine Partys mit Politpromis und Parteispenden übrig bleibt.

Was noch übrig bleibt: tyrannische Kinder. Ja – es ist die Nähe, die Kinder pflegeleicht macht, die starke emotionale Bindung, die aus kleinen Haustyrannen konstruktive Mitglieder der Familie werden läßt (siehe Deutschlandfunk): undenkbar für die meisten Familien, die mit Mühe und Not den ständig steigenden Anforderungen von Staat und Wirtschaft hinterher rennen müssen, Anforderungen, die nicht nur im finanziellen Bereich gestellt werden (steigende Preise bei sinkenden Löhnen) sondern eben auch im Bereich der Arbeitszeit mit dem beständigen Wunsch (bzw. der Verpflichtung) nach noch mehr Überstunden … und der impliziten Forderung des Staates, die beständigen Minderleistungen im Unterricht durch elterliche Nachhilfe (persönlich oder finanziell) auszugleichen. Hier … wird auch die leistungswilligste Familie im Laufe der Jahre völlig verschlissen.

Hierzu sprechen Zahlen eine deutliche Sprache: nach einem Anstieg um 80 Prozent gegenüber 1996 litten schon 2011 13 Millionen Menschen am Burn-Out-Syndrom (siehe Münchener Institut), bei gleichbleibenden rasanten Steigerungsraten wird auch die Familie ein zusätzlicher Belastungsfaktor (siehe Welt).

Und die Lösung, die Politik und Wirtschaft zu diesem Problem einfällt?

Erschrecken einfach: wir vernichten weitere Familien – weltweit (siehe Spiegel):

„Deutschlands Arbeitsmarkt ist auf Zuwanderung angewiesen – da sind sich Politik und Wirtschaft schon länger weitgehend einig.“

Schon unheimlich, wie hier „Politik“ und „Wirtschaft“ als gemeinschaftlich wirkende Akteure dargestellt werden (wer verbirgt sich eigentlich hinter diesen Füllwörtern von „der Politik“ und „der Wirtschaft“, wann haben die sich wo getroffen, um sich abzusprechen? Und welche realen Menschen stecken dahinter?) – aber das sei nur mal so nebenbei erwähnt.

Warum unterstelle ich nun eine „gezielte Vernichtung“? Weil ich Politik und Wirtschaft nicht aus der Verantwortung entlassen möchte, als Steuerzahler, Arbeiter und Kunden statten wir diese gesellschaftlichen Akteure mir so viel Geld aus, dass sie jederzeit Wissen genug einkaufen können, um sich den Folgen ihrer Taten bewusst werden zu können – hier darf ein höheres Maß an Verantwortung angelegt werden: ganz entsprechend der Finanzmacht der Akteure.

Das betrifft aber nicht nur Deutschland, es ist ein Trend in der gesamten „westlichen Kultur“, die ihre Familien in Massen verschleißt – und sich neue Bürger einfach aus anderen Ländern importiert, vorzugsweise aus jenen, deren Infrastruktur man vorher zusammen gebombt hat, so dass ein friedliches Leben da nicht mehr möglich ist.

Folgen wir Brandmeyer, erleben wir gerade das Aussterben des weltweit erfolgreichsten und stabilsten Modells von sozialen Gemeinschaften, die Basis für alle größeren Gemeinschaften war. Und Frank Schirrmacher erläutert uns, wo das enden wird: im Kampf aller gegen alle, der nur durch eins gebändigt werden kann … durch den absolutistischen Alleinherrscher, den allmächtigen König. Kann man verstehen, wenn man Hobbes´Leviathan gelesen hat.

Und Anwärter für diesen Job findet man wohl bei „der Politik“ und „der Wirtschaft“ genug. Konsequenterweise üben ja Bundeswehr und Polizei schon einträchtig zusammen, um diesen Herrscher mit der nötigen Macht im Inneren auszustatten (siehe Spiegel), auch wenn diese besondere Art der Übung eher das Bevorstehen einer islamistischen Anschlagswelle suggerien: eine Weltsicht, die man sonst eher nur Rechtsradikalen zutraut.

 

 

 

 

 

Die Zukunft Deutschlands? Der Sklavenhalterstaat des Monetenadels … im günstigsten Fall

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 21.11.2014. Eifel. Immer mal wieder treffen sich die „Entscheider“ dieses Landes aufgrund der Einladung von Unternehmensberatern (wer hat die eigentlich erfunden, wann und zu welchem Zweck?) und debattieren über unsere Zukunft, aktuell läuft irgendwo in Deutschland ein Projekt, dass sich dem Jahr 2064 widmet: ein Wahnsinn, denn wir können noch nicht mal voraussehen, was nächstes Jahr passiert – ja, noch nicht mal das laufende Jahr läßt sich sicher vorhersagen. Bekommen wir die aktuellen (und im Prinzip völlig irrationalen) Verwerfungen auf dem politischen Parkett nicht hin, ist Deutschland 2064 eine von taktischen Nuklearraketen verwüstete Sonderzone: die russischen Panzerarmeen werden von den taktischen Nuklearraketen der US-Armee völlig nach Plan am rechten Rheinufer vernichtet, während russische Nuklearsprengköpfe die Abfangstellungen jenseits des Rheins auslöschen. Deutschland wird als Staat aufhören zu existieren, unser Gesellschaftsmodell wird dem der Sahelzone gleichen. Kein Gejammer bitte, dass ist alles nicht neu: schon während der letzten Jahrtausende war Deutschland Schlachtfeld der Großmächte, das hat allen (außer den Deutschen) gut gefallen: es ist weise, Kriege weit weg zu veranstalten, da hat man selber mehr davon.

Schaffen wir es, die Kriegsgefahr zu umschiffen, wartet noch ein weiterer Hammer auf uns: wir haben eine auf Öl aufgebaute Industrie – und Öl ist bald alle. Wissen wir auch. Da der Euro immer wertloser wird, werden wir schon recht bald aus dem Kreis der potentiellen Ölkäufer ausscheiden müssen, in 50 Jahren jedoch dürfte der letzte Tropfen durch das SUV gejagt worden sein. Haben wir uns dann auf Fracking verlassen, ist unser Wasser knapp: die Felder verrotten, Hunger droht. Im günstigsten Falle haben wir Verhältnisse wie in Griechenland, Portugal oder Spanien – möglich sind aber auch Szenen wie im Sudan. Schnee wird es nicht  mehr geben – dafür sorgt der Klimawandel. Oder aber die andere Seite hatte recht und eine kleine Eiszeit versenkt Europa unter einer dicken Eisdecke.

Über Seuchen wollen wir gar nicht reden, die kommen als Bonbon oben drauf – wir brauchen sie aber auch nicht, denn wir haben noch eine dritte Schockwelle, die unsere Gesellschaft überstehen muss: den Neofeudalismus der monetären Gesellschaft, in der das Konto über die Stellung in der Gesellschaft entscheidet. Aktuelle Nachrichten illustrieren den Trend (siehe Spiegel)

Deutschland hat nach den USA weltweit die zweitmeisten Multimillionäre – im Fachjargon der Banker „Ultra High Net Worth Individuals“ genannt. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf rund 19.000. Zusammen verfügen diese besonders reichen Deutschen über ein Vermögen von gut 2,5 Billionen Dollar – zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Nur die besonders reichen Menschen (über 30 Millionen Euro Vermögen braucht man schon dafür) allein haben mehr Geld als Deutschland Schulden hat. Woher stammt das Geld? Nun – direkt vom deutschen Steuerzahler (siehe Christoph Butterwege bei Wiwo):

Inzwischen gibt es konstant 1,3 Millionen Aufstocker. Dafür gab die Bundesregierung seit 2005 allein 75 Milliarden Euro aus. Das sind Subventionen vom Staat, die Unternehmer belohnen, die Lohndumping betreiben und Löhne zahlen, die nicht existenzsichernd sind.

Ja: die Ursache für die drastische Massenproduktion von Neureichen liegt in der „Sklavenhalterideologie“ (so Butterwege) des Neofeudalismus, den man heute fein Neoliberalismus nennt, was aber im Prinzip das Gleiche ist: der Staat soll einer kleinen, wachsenden Oberschicht die Gewinnung enormer Renditen auf Kosten immer ärmer werdender Massen garantieren: die Starken wollen bei der Ausplünderung der Armen keine gesetzlichen Schranken mehr sehen.

Die Schattenseiten der Umverteilung sieht man auf der anderen Seite der Straße (siehe Junge Welt):

Flüchtlinge, Obdachlose, Hartz-IV-Bezieher, aufstockende Rentner, arme Kinder: Die Schlangen an den Lebensmittelausgabestellen der Tafeln in Deutschland werden immer länger. Angebot und Nachfrage driften auseinander, der Kampf um die Reste der Wegwerfgesellschaft tobt längst. Die Mangelverwalter reagieren auf die wachsenden Probleme mit strengerer Zuteilung, Aufnahmestopps oder gar Sperren.

Ja – die künstlich per Gesetz zwecks Motivation Armut ist inzwischen so groß, dass auch um die Reste der Wegwerfgesellschaft erbittert gekämpft wird.

Die Sogwirkung des Neufeudalismus ist gigantisch: aufgrund der räuberischen Kraft des Zinseszinses werden Besitzende von Kapitalhaufen ohne Arbeit oder Leistung immer reicher. Ja, machen Sie sich das mal ruhig klar: wenn man ein Weltsuperreichenvermögen von 30 Billionen Dollar (2007 betrug des Weltbruttosozialprodukt 54 Billionen Euro – mal zum Vergleich, siehe BpB) mit nur 7,2 Prozent Rendite versehen möchte (Ackermann versprach derzeit 25 %), dann muss man denen jedes Jahr über 2 Billionen dazu buttern … und im nächsten Jahr sind es dann schon 32 Billionen, die nach Zinsen schreien.

Das wird niemals jemand bezahlen können. Zwar könnte man sich jetzt als Mitglied des Monetenadels eine schöne Zukunft erträumen, eine Welt, in der die Armen in den häßlichen, toten Industriebrachen verbannt werden und man selber mitten in Deutschland in teuersten Luxusressorts haust, aber leider macht das die Weltwirtschaft nicht mit: soviel Geld, die die Ultra High Net Worth Individuals für sich brauchen, kann man gar nicht drucken. Darum kann man man heute schon nachlesen, dass das „UHNWI“-System völlig gescheitert ist (siehe Nobelpreisträger Stieglitz in der Handelszeitung):

Egal, wie stark das BIP wächst: Ein Wirtschaftssystem, das es nicht schafft, dass Wohlstandsgewinne der Mehrheit seiner Bürger zugutekommen, und in dem ein wachsender Anteil der Bevölkerung steigender Unsicherheit ausgesetzt ist, ist in einem grundlegenden Sinne ein gescheitertes Wirtschaftssystem.

Die Luxusverzinsung toter Kapitalhaufen produziert Armut in Massen – schon seit einem Vierteljahrhundert:

Inflationsbereinigt verharrt das mittlere Haushaltseinkommen unter seinem Stand von vor 25 Jahren.

Das von Stieglitz so genannte „Zeitalter der Unsicherheit“ betrifft nicht nur den Mittelstand und kleine Familienunternehmen, sondern das gesamte Wirtschaftssystem – das wird auch ganz offen zugegeben: der IWF hat keinerlei Ideen mehr, wie man der grassierenden Wirtschaftskrise begegnen kann (siehe Focus) – und diese Krise ist an den Finanzmärkten wieder sehr aktuell (siehe Welt).

Es ist klar: wenn eine kleine, monetäre Oberschicht sich zum Ziel setzt, 30 Billionen Dollar jährlich um 25 % zu vermehren, dann wird überall woanders das Geld knapp, dann braucht man Niedriglohnsektoren in Massen und eine völlig Auflösung des Staates als Solidargemeinschaft: das Geld für Renten, soziale Hilfen, Infrastruktur wird gebraucht, um die feuchten Träume von Kapitalhaufen zu befriedigen. Deutschland hat da eine traurige Vorreiterrolle, wir sind quasi das Experimentierfeld der neuen Sklavenhalterideologie (siehe C. Butterwege im Deutschlandradio):

In keinem anderen Industriestaat wucherte der Niedriglohnsektor so krebszellenartig wie hierzulande. Viele Berufstätige haben kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mehr, das ihnen Schutz vor elementaren Lebensrisiken bieten würde. Wenn dieser jedoch gegeben ist, leisten sie vielfach Leiharbeit oder Zwangsteilzeit.

Um ihre Zinseszinsen erwirtschaften zu können, erwarten uns völlig neue Abgreifmethoden: wer spart, wird bestraft, das kündigte ein führender Mitarbeiter der Vermögensverwaltung der Deuschen Bank an (siehe Spiegel): Strafzinsen für Sparguthaben werden eingeführt, „die Wirtschaft“ (die im Prinip weltweit nur noch aus 147 Konzernen besteht) braucht jeden Cent (nicht nur die Erlöse aus den Enteignungen von Millionen von Arbeitslosen und der Entwertung der Arbeit von noch mehr Millionen Beschäftigten) für die Millionärsmast an der Spitze … zu denen sämtliche führenden „Entscheider“ ganz schnell gehören.

Ja, das war der entscheidende Trick des gesellschaftlichen Umbaus: man versichert sich die Gefolgschaft der gesamten Führungsmannschaft der Bundesrepublik (inklusive der Funktionäre der Kirchen und Parteien), in denen man sie zu reichen Menschen macht: eine Krähe hackt bekanntlich der anderen kein Auge aus.

Keinen Monat nach der Ankündigung der Negativzinsen schreitet die große Commerzbank zur Tat: wer zuviel Geld auf dem Konto hat, wird bestraft (siehe Wall Street Journal) – erstmal nur Großkunden, aber der „kleine Mann“ ist auch schon im Visier. Immerhin wird da ein neues Geschäftsmodell gesellschaftsfähig – warum sollten sich nicht alle daran beteiligen?

Was hier geschieht, geschah zuvor mit den Arbeitslosen: wer nicht mehr schnell genug rennen kann, wird enteignet. Wessen Kapitalhaufen zu klein ist. um für die Banken interessant zu sein (ja: die Strafzinsen für die Großanleger werden individuell ausgehandelt … d.h. klugerweise werden die jetzt dazu animiert, in Aktien zu investieren) wird einfach enteignet. Der Monetenadel braucht das Geld für seine Zinseszinsen – und dafür gehen er und seine Büttel über Leichen – nicht nur bei Spekulationen mit Lebensmitteln, auch durch die Implementierung einer „Kultur der Angst“, die Deutschland fest im Griff hat und für den einen oder anderen suizidalen Abgang sorgt: 40 % der enteigneten Arbeitslosen, die erlebt haben, wie der Staat mit gnadenloser Härte ihr Eigentum verramscht und ihre Lebensarbeitsleistung verhönt, sind psychisch krank – das fällt sogar den Jobcentern auf (siehe n-tv): der Grund für die Erkrankung liegt – euphemistisch gesprochen – in der geringen Wertschätzung, die den Menschen von ihrer Umwelt zum Ausdruck gebracht wird.

Man kann es aber auch anders ausdrücken wie der Philosoph Byung-Chul Han (siehe Zeit):

Ich kenne viele Hartzer, sie werden wie Müll behandelt. In einem der reichsten Länder der Welt, in Deutschland, werden Menschen wie Abschaum behandelt. Ihnen wird die Würde genommen. Diese Menschen protestieren natürlich nicht, weil sie sich schämen. Sie beschuldigen sich selbst, anstatt die Gesellschaft verantwortlich zu machen, anzuklagen. Von dieser Klasse kann man keine politische Handlung erwarten.

Ja: der Neofeudalismus beruft sich wie der alte Adel auf Gott selbst (man nennt das aber „die unsichtbare Hand des Marktes“ – oder einfach „positiv Denken“): wo soviel Kapital auf einem Haufen liegt (in Deutschland oft durch Erbe), da muss schon Gott selbst seinen Segen dazu gegeben haben. Wer also arm ist, darf sich sicher sein, bei Gott selbst in  Ungnade gefallen zu sein. Ganz olle Kamellen, werden aber immer noch gern verteilt, weil sie die Widerstandskraft breitester Schichten der Bevölkerung gegen sich selbst richten, für die Arbeitszeiten vn 80 – 100 Wochenstunden wieder zur Norm werden sollen … die man aber gefälligst zu lieben hat (siehe Zeit über die Vorzüge der Selbstausbeutung).

Und da wundert sich die Bundesregierung über den Nachfrageboom bei der Rente mit 63 (siehe Spiegel), dabei sollte allen klar sein: das sind hauptsächlich jene Sklaven, die der Kultur der Angst so schnell als möglich entkommen wollen. Äußerst bedenklich (aber inzwischen schon leider sprachliche Norm): es wird von „explodierenden Kosten“ gesprochen – als sei ein Staat und seine Sozialpolitik jemals unter betriebswirtschaftlichen Kategorien sinnvoll bewertbar … das „Durchfüttern“ alter Menschen ist immer betriebswirtschaftlicher Unsinn, aber ein Staat ist eine Solidargemeinschaft und keine Firma zur Produktion von kostenintensiven Werbegeschenken für Neureiche, die sich ihre Profite zur Not einklagen wie der schwedische Konzern Vattenfall, der für die Stilllegung lebensgefährlicher Atommeiler die Bundesrepublik Deutschland mit großer Aufsicht auf Erfolg zu einer Strafzahlung von 4,7 Milliarden Euro verklagt (siehe Spiegel) während der deutsche Steuerzahler die nächsten Jahrtausende die sichere Verwahrung des von Vattenfall produzierten Atommülles gefälligst kostenfrei zu übernehmen hat … wir sollten uns da mal Gesetze schaffen nach denen wir hier auch mal Entsorgungsgebühren in angemessener Höhe gönnen.

Diese Gesetze jedoch werden wir  nicht bekommen: die Anwärter auf die Aufnahme in den Monetenadel verkaufen ihre politische Macht gerne an den Meistbietenden (siehe z.B. der Fall Mißfelder bei Lobby-control), selbst niederste Büttelposten motivieren die auf Kosten der Steuerzahler in Saus und Braus lebenden Funktionäre des Staates zu äußerst devoten Bücklingen, wie sie in Zeiten des Feudalismus ebenfalls schon Alltag waren.

Wie sieht es derweil beim Volk aus? Schon jetzt – und nicht erst in fünfzig Jahren – ist die normale Familie eine Minderheit in Deutschland (siehe Spiegel), deren Kinder von staatlichen Behörden auch gerne als Druckmittel benutzt werden: da arbeiten neuerdings Jobcenter und Jugendamt Hand in Hand, die Enteignung in einer Sklavenhaltergesellschaft erreicht auch hier wieder die Feudalnorm: das Kind gehört dem Lehnsherren (siehe junge Welt):

Alles zum Wohl des Kindes? Für den Nachwuchs von unbequemen Hartz-IV-Beziehern gilt das offenbar nicht. Die Linke-Fraktion im Kreistag Rhein-Sieg (Nordrhein-Westfalen) hat Hinweise darauf, dass das Jobcenter Kontakte zum Jugendamt augenscheinlich dafür nutzt, Eltern unter Druck zu setzen.

Währenddessen arbeiten die juristischen Büttel des Monetenadels gezielt an der Enteignung von Arbeitsplätzen, wodurch jede Familienplanung mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem desaströsen Fiasko endet (weshalb man sie auch zunehmend unterläßt) – siehe Spiegel:

„Aus rein strategischen Gründen empfiehlt es sich manchmal auch bei nicht so erheblichen Pflichtverletzungen im Verhaltensbereich eine fristlose Kündigung, hilfsweise ordentliche Kündigung auszusprechen.“ Übersetzt heißt das: Man kündigt einfach einmal drauf los, hofft, dass der Mitarbeiter verschreckt einer Abfindungszahlung zustimmt und das Gericht damit nicht weiter prüft.

So werden die Müllmenschen beliebig in Serie produziert: man kann sich als Jungmanager gut für die Beförderung profilieren, in dem man es schafft, massenhaft ältere, teuere Familienväter zu entsorgen und sie durch williges und billiges Jungvolk zu ersetzen.: das spart Kosten, maximiert die Rendite und die jungen Mädels sehen zu dem auch besser aus als die alten Säcke.

Wir sehen: wirtschaftlich ist schon die Gegenwart äußert desolat – nur hören wir das nicht so konzentriert, weil die Medien (wie immer bei einem gewaltsamen Putsch) völlig in den Händen der Nutznießer des Neofeudalismus sind … und die berichten über sich selbst selbstverständlich nur Gutes, alles andere ist Verschwörungstheorie (deren Methodik in der Philosophie noch ganz normal „Wahrheitstheorie“ genannt wird) oder Sozialromantik (was früher als christlicher Grundwert der Nächstenliebe der Grundpfeiler unserer modernen Kultur war, der sich erst nach vielen Jahrhunderten mühevoll über die egomanen Werte des Feudalismus erheben konnte).

Auch wenn man mich nun eine rechte Unke nennen wird: in fünfzig Jahren werden es keine Deutschen mehr sein, die über Deutschland entscheiden. Der im Vergleich zum Neofeudalismus soziale Islam wird – trotz drakonischer Strafen und vorsintflutlicher Sitten – als Gegenkraft Jahr für Jahr für immer breitere Schichten attraktiver (nicht nur für Ausländer) und allein schon dank des aussterbenden Sklavenvolkes zahlenmäßig den leer werdenden Raum ausfüllen – und wir brauchen diese Menschen auch, um allein unseren aktuellen Pflegenotstand (siehe Deutschlandfunk) in den Griff zu bekommen ( Bevor nun jemand Panik bekommt: das war in Deutschland auch schon die letzten Jahrtausende so, wir liegen halt recht zentral am Weg – und viele machen auf dem Weg hier Pause und bleiben).

Normal ist auch, dass es wieder einen starken Führer geben wird, einen Monarchen, der dem Neofeudalismus Schranken setzt, weil die Demokratie mal wieder zu schwach war, sich gegen die Finanzbarone zur Wehr zu setzen: das ist nicht „rechts“ sondern das Ergebnis historischer Forschung – oder philosophischer Erkenntnis, Hobbes hat dazu ein ganze Buch geschrieben: den Leviathan: dort, wo der Mensch des Menschen Wolf ist, kann nur ein absoluter Herrscher (nennt man heute „Diktator“) für Frieden sorgen und dem Chaos ein Ende setzen: die christliche Urbestie „Leviathan“ wird so Sinnbild des absoluten Weltherrschers, der mit eiserner Gewalt den Neofeudalismus im Zaum hält .. und für den wird Deutschland nur eine Müllkolonnie sein, sozusagen das Gelsenkirchen Europas.

Jetzt haben wir doch einen Ausblick auf die Zukunft.

Sagte ich nicht, es sei Wahnsinn, einen solchen Ausblick zu versuchen – in einer Welt, in 421 Millionen Vögel weniger leben als in den letzten 30 Jahren (siehe Spiegel)? Mir kam es sogar so vor, als seien es dieses Jahr – trotz des zuvor milden Winters – auch besonders wenig Insekten gewesen: die Fliegenfänger in unserer Wohnung erzählen davon eine ganz besondere Geschichte: aber das ist eine weitere Front, der wir uns gegenüber sehen – die Umwelt wird zunehmends bedrohlicher.

Könnte es auch anders gehen?

Klar. Wir müssen nur das asoziale Menschenbild des Neofeudalismus zum Teufel jagen („der Mensch ist schlecht und von Natur aus böse“) und wieder zum Miteinander finden – jenem Miteinander, das einst wehrhafte Städte gründete, die den Söldnerhaufen der Feudalherren die Stirn bieten konnten. In Wirklichkeit – ist der Deutsche an sich ein sehr soziales Wesen, auch wenn die Bücklinge des Neofeudalismus hier gern ein anderes Bild zeichnen (siehe Spiegel):

Zwar hat nicht einmal ein Viertel der Befragten jemals eine digitale Tauschbörse oder eine Mitfahrgelegenheit genutzt, doch die Versprechungen der Share Economy kommen gut an. Mehr als 77 Prozent aller Befragten finden, dass „Leihen statt kaufen“ ein nachhaltiger Ansatz ist. Bei den Jüngeren ist die Zustimmung sogar noch höher.

Anders als die Überschrift des Artikels suggeriert, ist die Bereitschaft zu einer konstruktiven Solidargemeinschaft sehr hoch. Kriegen wir hier die Kurve, dann droht uns eine andere Zukunft – voller Freude, Kreativität, Glück und Zufriedenheit … und ohne große anonyme Kapitalhaufen, die sich automatisch selbst vermehren und immer mehr Parasiten anziehen, die sich an ihnen ohne jede Leistung bereichern wollen.

Die Zukunft Deutschlands … liegt also in unseren Händen.

Nur werden wir was tun müssen, um sie zu gestalten.

Wenn wir es nicht tun – machen es andere für uns und das Recht der ersten Nacht wird wieder Standard für den ortsnahen Feudalpöbel, der gerne die frisch vermählten Mädels des Landkreises „beglückt“.

 

 

 

 

 

„Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!“ – Gedanken zum Weltkrieg und seinen geistigen Ursachen

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 19.9.2014. Eifel. Das ein Krieg in der Gesellschaft läuft, ist Ihnen klar, oder? Nein, ich meine nicht den Krieg links gegen rechts, der eigentlich nur unserer Unterhaltung und Ablenkung dient. „Linke“ und „Rechte“ wurden durch kalte Soziopathen ersetzt, Wahlkämpfe drehen sich in erster Linie nur um die eine Frage: wer steht beim Krieg gegen „die da unten“ vorne an der Front, wer darf in der Etappe ausruhen. Ja – ich ziele erstmal auf den Krieg „Reich“ gegen „Arm“ ab, wobei es hier nur um einen begrenzten Reichtum gilt: den Reichtum an Geld. Freude, Liebe, Glück, Freiheit, Seelenruhe werden in diese Gleichung nicht mit aufgenommen, was schade ist: am Ende des Reichtums erleben sich reiche Wesen als arme Socken.

Noch nie gehört? Noch keinen Milliardär gesprochen? Ach – ich bitte Sie: wir leben in der Zeit der größten Tratsch- und Klatschblase der Menschheitsgeschichte, dem Internet. Da liegen arme Milliardäre an jeder Ecke herum. Hören wir dazu Dennis Gastmann, der ein ethnologisches Werk über die Superreichen geschrieben hat und weiß, wonach sie sich sehnen (siehe Karriere.de):

Nach Liebe und einem offenen Ohr. Das klingt kitschig, aber einige meiner Interviews mit Vermögenden verliefen wie Therapiesitzungen. Ich versuchte, den Menschen zuzuhören und vertraute ihnen Intimes aus meinem Leben an. Dafür bekam ich auch etwas zurück.

Nicht nur das – es gibt sogar eine Krankheit, die durch Geld verursacht wird, dass „Sudden Wealth Syndrom“:

Schnelles Geld kann angeblich zu Depressionen, Schuldgefühlen und Paranoia führen. Die Betroffenen fürchten, alles wieder zu verspielen, und fühlen sich verfolgt: von Freunden, von ihrer Familie, von der ganzen Welt. Ihr halbes Leben haben sie sich gewünscht, mehr Zeit mit Frau und Kindern zu verbringen, doch jetzt isolieren sie sich und alles ist viel schlimmer als zuvor.

Wer kein schnelles Geld bekommt, sondern Erbe von altem Geld ist, wird von diesem gefressen, sein Leben wird geraubt. Superyachten, Hotelketten, Konzernwelten – das kann man alles haben, wenn man sich fügt. Einfügt, sozusagen. Sich aufgibt, seine Hoffnungen, Träume und Wünsche im Keller der Supervilla vergräbt, um als Funktionselement des Kapitals zu leben.

Ich weiß, ich gehe jetzt ein Risiko ein: nachdem „Versteher“ auch ein Schimpfwort geworden ist (siehe „Putinversteher“, „Frauenversteher“, „Moslemversteher“), werde ich wohl bald als „Reichenversteher“ auf den Scheiterhaufen der Armen landen, aber das ist Berufsrisiko: der Philosoph soll nun mal Arzt der Seele sein – und die Seele von Reichen ist da nicht weniger Wert als die Seele von Armen. Zudem ist „verstehen“ die hohe Kunst der Philosohie, ihr eigentlicher Lebenszweck, ja, sogar die ganze Geisteswissenschaft dreht sich nur um ein Ziel: den Menschen zu verstehen bevor er den Planeten völlig vernichtet.

Ja, kümmern Sie sich doch einfach mal um die Dimensionen der Hermeneutik, die sich anschickte, auf wunderbare Weise Frieden in die Welt zu bringen, in dem man den Feind verstand, bevor man ihn erschoss: eine Grundlage für jeden Diskussion. Kurz nachdem Dilthey diesen Prozess angestoßen hatte, fing man den ersten Weltkrieg an – drei Jahre nach Diltheys Tod. Was hätten wir für eine große, friedliche, kooperative Zivilistion werden können, wenn wir auf Dilthey anstatt auf den Kaiser gehört hätten. Wir hätten heute Hermeneutiker in die Ukraine geschickt, die die Genese des Konfliktes analysieren und konkrete, friedliche Lösungen anbieten können, die für beide Seiten einen Gewinn darstellen! Übrigens ist diese Art der Problembewältigung die Grundlage jeder Marktwirtschaft und des gesamten Handels, der so über Jahrtausende den Reichtum der Welt gemehrt hat: durch fairen Tausch und faire Geschäfte.

Haben Sie schon mal so über Handel nachgedacht? Nein? Schauen Sie mal in Ihren Kühlschrank: was sie dort sehen, ist das Ergebnis einer Philosophie, das Ergebnis von angewandter Hermeneutik – nur versteht das heute kaum noch einer. Da liegen Kiwis aus Neuseeland, Butter aus Irland, Joghurt aus Griechenland und ein Steak aus Argentinien, weil Menschen über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg MITEINANDER gearbeitet haben, sie haben ihre gegenseitigen Bedürfnisse VERSTANDEN und Geschäfte ausgehandelt, die für beide Seiten einen Gewinn darstellen.

Schon erstaunlich, welche Dimensionen Philosophie erreichen kann, wenn man sie praktisch anwendet, oder? Nur leider lernen wir das nicht mehr in den Schulen und Universitäten, wir lernen nichts über die produktive, friedensstiftende Kraft des Verstehens und die daraus stringend folgenden Segnungen des Handels – dafür lernen wir die Geschichte als lückenlose Abfolge von Schlachten und Gemetzeln kennen, die im historischen Alltag der Menschen einen erstaunlich geringen Stellenwert haben … wenn man genau hinschauen würde: die Phasen des Friedens waren immer größer als die Phasen des Krieges – sie interessieren nur nicht so.

Nun – versprochen war ja, dass wir uns um den Krieg kümmern wollten, der um uns herum tobt … und manch einer wird sich wundern, welch´ lange Vorrede den Gedanken vorausgeht – und wohin uns diese Vorrede geführt hat. Der Krieg, um den es mir geht, ist viel heißer als die Kriege, die sonst unseren Alltag beherrschen, er wird jeden Tag geführt – und hat schreckliche, tödliche, vernichtende Folgen … und fängt mit einem einzigen, harmlosen Satz an:

WENN JEDER AN SICH DENKT, IST AN ALLE GEDACHT.

Sicher schon mal gehört, den Satz? Ein Freund hatte mich gestern gebeten, mal ein paar Worte dazu zu verlieren.

Im Juli stand er mal im Stern, es gab eine Bertelsmannstudie, die die große Solidargemeinschaft im Westen Deutschlands lobte … und ein wenig abfällig auf den „Ossi“ blickte, der sich so wenig nach „westlichen Standards“ richten wollte. Holger Witzel studierte diese Studie genau – und kam  zu erstaunlichen Erkenntnissen:

„Vertrauen“ war auch in „gesellschaftliche und politische Institutionen“ gefragt – mit anderen Worten: Um die führende Rolle des Kapitals und seiner Parteien. Es mag skurril wirken, aber 61 Prozent der Hamburger empfinden die „Verteilung der Güter in der Gesellschaft“ trotzdem „als gerecht“. In Sachsen-Anhalt nur 22 Prozent – aber schließlich wurde ihr Volkseigentum ja nicht mal unter allen Westdeutschen gerecht verteilt.

Spannend auch parallele Beobachtungen dazu:

Insgesamt scheint sich der im Westen bei der „Gemeinwohlorientierung“ eher am Wohl der Gemeinen zu orientieren. Wie anders soll man erklären, dass ausgerechnet Hamburg mit 14 vorsätzlichen Körperverletzungen pro 1000 Strafmündigen und Jahr – gegenüber vier in Sachsen – am Ende Bundes-Sieger im Zusammenhalten wurde?

Unangenehme Wahrheiten gibt es auch dazu:

In der DDR hieß das: „Arbeite mit, plane mit, regiere mit!“ Arbeiten dürfen manche Ostler zwar noch – geplant und regiert wird aber auch bei ihnen von Westdeutschen. Und ja, die halten zusammen.

Die DDR scheint von Demokratie und ihrem alten Ziel „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ noch viel Respekt gehabt zu haben.

Und – Hoppla: wir sind schon mitten drin im Krieg … im Krieg der Systeme um den Inhalt unserer Köpfe. Der Krieg tobt jeden Tag – und vor allem mit Hilfe platter Sprüche. Er wurde gezielt geplant – von Militärs und Wissenschaftlern – um einen Homo Oeconomicus zu züchten, das nützliche Subjekt des Kapitalismus, einen Homunkulus, der die gesamte westliche Hemisphäre bevölkert. Gerade deshalb ist der Blick auf Deutschland interessant: hier traf er nämlich mit dem zur Solidarität verpflichteten Menschen aus den „Neuen Bundesländern“ zusammen und entlarvte sich als unangenehmer Zeitgenosse:

Der homo eoconomicus ist ein Soziopath – so Lynn A. Stout, „Juristen an der Cornell-Universität, Expertin für Corporate Governance und Finanzmarktregulierung“ (siehe Frank Schirrmacher, Ego, Karl Blessing Verlag 2013, Seite 29).

Die Ursache es Ost-West-Konfliktes: der Homo Sapiens trifft auf den Psychopathen und wird vernichtet wie dereinst der Neandertaler.

Erschreckend, oder?

Ein Satz, den jeder schon einmal gehört hat – und ein Satz, den viele schon oft ausgesprochen haben, ohne darüber nachzudenken, entpuppt sich schon bei oberflächlicher Betrachtung als Propagandainstrument eines (abgeschlossenen) Krieges von Wirtschaftssystemen … und ist noch sehr viel mehr.

Wissen Sie, was Sie in dem Moment tun, wenn Sie diesen Satz öffentlich aussprechen, wenn Sie – meist im Rahmen sozialer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Problembewältigung – Menschen mit der Erkenntnis konfrontieren, dass an alle gedacht ist, wenn nur jeder an sich selbst denken würde?

Sie töten den homo sapiens in sich – im Namen eines Kunstgeschöpfes von Militär und Wissenschaft (jedenfalls ist das die Quintessenz der Überlegungen des Frank Schirrmacher im oben erwähnten Buch „Ego“).

Sie führen Krieg gegen sich selbst – und im Weiteren gegen ihre Art, gegen ihre Gesellschaft, gegen ihre Wirtschaft und gegen den ganzen Planeten … ein Krieg, der wesentlich folgenreicher ist als der Krieg arm gegen reich, der nur eine kleine Ausprägung des Krieges zur Ausrottung des Homo Sapiens ist.

Schauen Sie sich die Geschichte der Menschheit an: erfolgreich waren wir da, wo wir zusammengearbeitet haben. „Wo jeder an den anderen denkt, ist nichts mehr unmöglich“ – war die Devise bei der Jagd auf den Höhlenbären, bei der Gründung von Stämmen, Städten und Staaten. Erst das Zusammenlegen der Kräfte es Einzelnen, die Verbindung einzelner zu einem größeren Ganzen, das mehr ist als die Summe seiner Teile hat den Menschen (den „nackten Affen“) zum Herrscher des Planeten gemacht. So haben wir die Tiefen der Ozeane erreicht, haben die Lüfte erobert, sind zu den Sternen geflogen und haben die Grundfesten der Schöpfung erschüttert.

Sicher, wir haben die Wissenschaftler, die ebenfalls einen Feldzug gegen den Homo Sapiens führen – mit Argumenten, die an Stumpfsinn nicht zu übertreffen sind (siehe Focus):

Aus evolutionsbiologischer Sicht ist Egoismus das Grundprinzip schlechthin. „Wer egoistisch ist, kann sich besser durchsetzen“, erklärt der Evolutionsbiologe Josef Reichholf, Abteilungsleiter der Zoologischen Staatssammlung und Professor an beiden Münchner Universitäten: „Das egoistische Grundprinzip gilt für jedes Lebewesen, egal ob Bakterium, Baum oder Mensch.“

Stumpfsinn? Nun ja – ich bleibe streng bei der Biologie, schaue nur als Hermeneutiker und Philosoph. Wir kennen in der Biologie die Erscheinungsformen des Satzes „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht“, Erscheinungsformen des Egoismus. Sie sind uns allen bekannt und töten jährlich Millionen von Menschen, manche meinen, es nimmt sogar ständig zu.

Wir nennen es Krebs.

Ja – so ist es, wenn biologische Einheiten machen was sie wollen, nur an sich denken und nicht an ihre Umgebung. Ja, diese „entarteten“, „soziopathischen“ Zellen setzen sich besser durch. sie „verwirklichen sich selbst“ – mit verheerenden Folgen, wenn zum Beispiel eine Zelle im Gehirn beschließt, dass sie ab heute lieber Magensäure produzieren möchte und ihre Umgebung verdaut.

Erschreckend, wenn man es so sieht, oder?

Krebs als Konsequenz der Realisation des homo oeconomicus – passt irgendwie zu Themen wie Finanzkrise, Steuerhinterziehung, Steuerverschwendung, Missmanagment, Betrug, Kriminalität, Diktatur, Terror und Weltkrieg.

Ja – all das wird aus diesem einzigen Satz geboren: „Wenn jeder an sich selbst denkt, wird an alle gedacht„.

Denken Sie bitte daran, wenn Sie ihn das nächste Mal aufsagen, um sich aus ihrer Verantwortung als Mensch zu stehlen. Ja – nichts anderes wollen sie doch, seien wir doch mal ehrlich: ihrer eigenen Bequemlichkeit huldigen, dem „Inneren Schweinehund“ einen eigenen Altar bauen und ihm ganztätig huldigen.

Ich merke nun: Sie sind empört – und immer noch vom Gegenteil überzeugt. Immerhin funktioniert der Satz doch! Außerdem verdienen tausende von „Business-Trainern“ ihr Geld damit (siehe zum Beispiel den Artikel über „Positiven Egoismus“ … eine Art gutmütiger Krebs, der im Hirn trotzdem tödlich sein kann … bei Evidero oder die esoterische Version mit einem extrem hinkenden weil einfach nur aufgrund der Einengung der Perspektive funktionierendem Bergsteigerbeispiel bei Leben-ohne-Limit).

Doch wofür bezahlen Sie diese Leute wirklich? Was machen die konkret?

Sie bezahlen sie dafür, dass sie klatschen, wenn Sie Ihren Kult um ihren „inneren Schweinehund“ zelebrieren, ihn anbeten, huldigen, verehren … anstatt ihn einfach zu verjagen.

Natürlich funktioniert der Satz. Nur auf sich selbst bezogen funktioniert jede Krebszellen hervorragend – nur die langfristige Überlebenschance des Körpers sinkt, je mehr Zellen sich aus dem Verbund ausgliedern und eigene Wege gehen.

Hätten Sie jetzt nicht gedacht, dass Sie durch Sprücheklopfen direkt persönlich Schuld sind an der Staatsverschuldung, oder?

Der Egoist ist seit Jahrtausenden die Krebszelle der Gemeinschaft, vernichtet Familien, Stämme, Dörfer, Städte, Länder und ganze Imperien. Das ist der Krieg, von dem ich sprach, und er findet genau jetzt statt: in ihrem Kopf. Tausend Stimmen fordern dort die Vorherrschaft über Werte … und ich hoffe, ich bin jetzt eine davon, die Ihnen klar macht, worum es geht: um einen Menschen zu verstehen, muss man nicht nur NUR an ihn denken, sondern sogar GENAU WIE ER … und das eigene Ego völlig ablegen.

Die Alternative dazu ist der „Krieg aller gegen alle“, der einen nützlichen Nebeneffekt hat: er fordert eine straffe Führung, wie Hobbes nahelegte, sogar durch einen allmächtigen König.

Wer könnte wohl daran ein Interesse haben … und wollen Sie sich wirklich daran beteiligen???

 

 

 

 

Faschismus der Rasse und Faschismus der Arbeit.

Faschismus der Rasse und Faschismus der Arbeit.

Dienstag, 15. Oktober 2013. Eifel. Großbritannien baut eine Cyberarmee auf. Gunter Dueck macht sich schon mal seine Gedanken darüber und ängstigt die Reichen, in dem er darauf hinweist, dass die TAN-Generatoren leicht von fremden Mächten ausgetrickst werden können, die dann einfach mal das ganze Geld von allen Konten einer Bank umbuchen: Kriegsführung der Zukunft. Damit sollten wir rechnen, wenn es uns nicht gelingt, Frieden zu erhalten. Im Zeitalter der Aufklärung war dieser Frieden das höchste Ziel, von Krieg hatte man die Nase voll: dreißigjähriger Krieg, siebenjähriger Krieg – vielleicht sogar ewiger Krieg jeder gegen jeden … das wollte man nicht mehr. Die Idee dazu war einfach: Gott weg, König weg, das Volk regieren lassen und zuvorderst die Vernunft fördern, die dann alles allein optimal regeln würde. Der Mensch sollte heraustreten aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit – und alle jubelten. Das Paradies schien in greifbare Nähe gerückt, das Himmelreich war nah. Dann kam – vor fast einhundert Jahren – der erste Weltkrieg.

Der einzige Mensch auf dem europäischen Kontinent, der vorhersagte, dass dieser Krieg unführbar sein würde, war … ein polnischer Bankier. Jahrelang mordeten Maschinengewehre und Granaten Soldaten im Stacheldrahtverhau, der jede Bewegung unmöglich machte – genau wie es jener Bankier vorausgesagt hatte. Es war auch eine einfache Vorhersage: die Kombination von Stacheldraht und MG-Feuer ist tödlich – für beide Seiten.

Man nahm an, dass der erste Weltkrieg ein Unfall war, jener Krieg, der geführt werden musste, um alle Kriege für ewig zu beenden. 25 Jahre später begann der Zweite Weltkrieg, der der Idee der Aufklärung einige weitere Tiefschläge versetzte: sogar der wahnhafte Hitler verzichtete auf den Einsatz von Giftgas, dafür entwickelten die Demokratien mit der Atomwaffe eine noch viel vernichtendere Option. Zudem kam es zu etwas außerordentlich grauenhaftem: ein ganze Volk wurde ausgelöscht. Die europäischen Progrome gegen Juden erreichten gerade in Deutschland – dem Land der Dichter und Denker – einen neuen, endgültigen Höhepunkt: die industrielle Massenvernichtung von Menschen wurde in die Tat umgesetzt … mit deutscher Gründlichkeit.

Das Entsetzen über diese Entwicklung hält bis heute an, doch kaum jemand erinnert sich noch daran, warum das eigentlich so entsetzlich ist. Völkermord ist ein altes Hobby der imperial denkenden Menschheit, der Mensch ist halt der Wolf des Menschen … und deshalb hielten Denker wie Hobbes Demokratie für unmöglich: nur ein absolut mächtiger König sei in der Lage, den Wolfsmenschen im Zaum zu halten.

Peinlich für alle Aufklärer: die Geschichte scheint Hobbes Recht zu geben.

Nun gehöre ich zu denen, die beständig vor Faschismus warnen. Würde ich auch machen, wenn ich ganz allein mit dieser Überzeugung wäre. Darf ich auch – selbst wenn es manchen nicht passt: in diesem Land herrscht Meinungsfreiheit. Warum es zu dieser völligen Vernichtung der Ideale der Aufklärung im Dritten Reich kommen konnte, weiß noch keiner. Wir als Deutsche verdrängen das Thema lieber, konzentrieren uns darauf, dass nie wieder ein Adolf Hitler SA-Schläger durch die Straßen treiben wird. Da Hitler tot ist, können wir uns sicher sein, mit diesem Kampf gegen Rechts sehr erfolgreich zu sein.

Wie immer aber, wenn man eine Krankheit nur verdrängt und nicht heilt, sucht sie sich andere Bahnen, in denen sie sich ausdrücken kann: wer zu lange seinen Schnupfen ignoriert, kriegt später einen massiven Herzschaden – man kennt das aus der Medizin.

Was wir erlebt hatten, war ein Faschismus der Rasse. Das ist nichts Besonderes. Die USA – die große Freiheitsnation – haben mit dieser Strömung seit ihrer Gründung zu kämpfen, die Ureinwohner sind derweil fast ausgerottet, die Juden können von vielen Völkern erzählen (Polen, Russen, Franzosen – um nur ein paar zu nennen) denen der Faschismus der Rasse bekannt ist: die unausrottbare Überzeugung, es gebe wertvolle Menschen und minder wertvolle (wenn nicht sogar schädliche) Menschen.

Der Faschismus der Rasse hat in Deutschland sogar besonders krude (aber auch extrem kraftvolle) Blüten erzeugt: hier wurde der Kampf gegen das Judentum zum religiösen Weltkrieg „Gut“ gegen „Böse“, der blonde Arier gegen den dunklen Juden. Wie üblich, war das sogar sehr gut gemeint. Die hatten keine bösen Absichten beim Entwurf dieses Mythos, die waren (und sind auch heute noch) fest davon überzeugt, dass das wahr ist und sie der (undankbaren) Welt doch nur einen großen Gefallen tun wollen. Wie üblich, wenn etwas nur „gut gemeint“ war, ging es sehr in die Hose.

Man hätte viel daraus lernen können: zum Beispiel, dass manche „Meinungen“ einfach schon an sich „Verbrechen“ sind. Wie ich aktuell lese, haben das noch nicht alle verstanden. Man hätte daraus lernen können, das Vernunft und Demokratie nicht ausreichen, den Dämon im Zaum zu halten – ja, und fast scheint es zu sein, als wenn der Gottkönig die einzige politische Alternative ist, die uns nach diesen Erfahrungen noch bleibt. Der wird vielleicht ja jetzt auch kommen, die EU ist auf dem besten Wege dazu, ihn zu installieren – obwohl die sicher auch alles nur gut meinen.

Es gibt natürlich Menschen, die profitieren von faschistischen Gesellschaften – ebenso haben faschistische Gesellschaften für uniformierte Bürger Vorteile zu bieten, die nicht von der Hand zu weisen sind: man fühlt sich nicht mehr allein, ist Teil einer großen Wertegemeinschaft, kann sich hemmungslos an den Gütern jener bereichern, die keine Uniform wollten. Wichtiger aber ist der Vorteil für jene, die wirkliche Macht in Form von Land und Geld haben: sie geraten bei diesen chaotischen Zuständen völlig aus der Schusslinie, in die sie seit der Oktoberrevolution hineingeraten sind.

Ein Schelm, wer denkt, diese Mächte hätten sich seit der Französischen Revolution in Luft aufgelöst: sie protzen nur weniger mit Öffentlichkeit. Nach wie vor sind sie aber bestimmt durch ihre Angst vor der Masse, die ihnen ihre Golfplätze besetzen könnte, um dort ein neues Woodstock zu veranstalten.

Eine wehrhafte Demokratie mit unaufgearbeitetem Faschismus der Rasse ist deshalb gut beraten, aufmerksam auf andere Ausdrucksformen zu schauen, die er annehmen kann – und die gibt es eine, die 1938 schon mal angetestet wurde: der Faschismus der Arbeit.

Arbeit ist an und für sich nichts Schlechtes. Landen wir alle auf einer einsamen Insel, so hilft nur Arbeit, um unser Überleben zu retten: dort wäre für Debatten über ein bedingungsloses Grundeinkommen gar kein Platz – im Gegenteil: Debatten jeder Art würden erstmal das Überleben gefährden – wir bräuchten Wärme, Wasser, Nahrung, bevor wir diskutieren, welche Staatsform wir uns geben. Hier diktiert erstmal die Not die Politik – und zwingt zu gemeinschaftlichem, sozialen und solidarischem Handeln, da ist für Egomanen kein Platz, solche Luxusgeschöpfe können sich nur Luxusgesellschaften leisten.

Der Begriff Arbeit kann aber auch missbraucht werden … wie der Begriff Rasse, Volk, Nation und jeder andere Begriff auch.

Im Jahre 2013 wird die Arbeit weitgehend von Maschinen gemacht, Arbeit ist ein knappes Gut geworden, sie liegt nicht mehr auf der Straße. Ebenso wird das Tauschmittel Geld künstlich verknappt (das braucht man zur Züchtung von Luxusmenschen, von denen man sich die Rettung der Wirtschaft verspricht – was die allerdings praktisch gar nicht leisten), von Arbeit allein können viele gar nicht mehr leben – ihre Zahl geht in die Millionen.

Und in einer solchen Situation hat der Faschismus der Rasse eine neue Ausrucksmöglichkeit: anstatt Ausländerfeindlichkeit findet er Armenfeindlichkeit attraktiv.

Wer Armenfeindlichkeit nicht gut findet, ist eben Sozialromantiker und damit ziemlich bescheuert: diese Meinung hat sich schon in breiter Front durchgesetzt.

Die Logik ist überwältigend: an der herrschenden (und DROHENDEN) Armut sind die ARMEN schuld – ganz klar. Rotten wir die Armen aus, verschwindet auch die Armut. Superlogisch, oder? Wir können die Armen auch einfach zur Arbeit zwingen (genau zu jener Arbeit, die schon für Arbeitnehmer erlebbar ist), dann sind sie vielleicht gar nicht mehr arm und wir können unseren Reichtum unbegrenzt genießen.

Schön wäre auch, wenn man die Armen öffentlich kennzeichnen würde, damit jeder sie erkennt. Es wäre auch gut, sie in Lager zu halten, wo sie sich auf ihre Aufgabe konzentrieren können: Bewerbungen schreiben, ordentlich aussehen, Gabelstaplerfahrscheine machen – was so ein Armer eben zu tun hat. Und wenn der nicht spurt: einfach mal das Essen streichen, der Hunger wird ihm schon beibringen, gehorsam zu sein.

Faschismus der Arbeit – heute schon aktiv.

Geht ganz ohne Hitler und SA/SS, aber nicht ohne die gleichen asozialen Gestalten im Hintergrund, die sich jetzt nicht mehr am Vermögen der Juden sondern am Vermögen älterer Arbeitsloser bereichern: kraft Gesetz. „Sozialverträgliches Frühableben“ ist schon im Gespräch, noch ein paar Jahre weiter, dann wird es Tat werden: versprochen.

Die Logik des Faschismus erlaubt keinen anderen Umgang mit dem Gegner/Opfer als dessen völlige Ausrottung, man bildet ja gerade deshalb diese „Kampfbünde“, um sich in Zeiten größter Not gegen einen überwältigenden Feind zu stemmen: das internationale Judentum oder den Sozialschmarotzer.

Damit Faschismus sich nie wieder Bahn bricht, wurden die Allgemeinen Menschenrechte gesetzt: Werte mit der Macht eines Königs. Das war eine autoritäre Tat der Notwehr, die sich jeder Meinungsfreiheit entzieht: darüber wird nicht mehr diskutiert – das hatten wir aus dem Zweiten Weltkrieg gelernt.

Vielleicht kann man mir kurz mal helfen: in wie vielen Punkten bricht die deutsche Sozialgesetzgebung im Jahre 2013 aktuell Menschenrechte? Bin da gerade nicht auf dem neuesten Stand, vielleicht kann da jemand weiterhelfen.

„Würde des Menschen. Nichts davon, ich bitt euch. Zu essen gebt ihm, zu wohnen. Habt ihr die Blöße bedeckt, gibt sich die Würde von selbst.“ Friedrich Schiller Ende Oktober 2008 urteilte das Landessozialgericht Darmstadt, dass die Hartz-IV-Regelsätze für Familien weder mit der Menschenwürde noch mit dem sozialen Rechtsstaat vereinbar sind.  (Aus: Blätter für deutsche und Internationale Politik, hier von Franz Segbers)

Arbeit wird zum Maßstab für den Lebensberechtigungsschein, der Arbeitsbegriff missbraucht für Selektion und (erstmal) soziale Vernichtung. Alltag in Deutschland im Jahre 2013, Folge einer nie verstandenen noch verarbeiteten faschistischen Vergangenheit, die viele gerne wiederholen würden, könnte man ihnen garantieren, dass sie die Uniform bekommen.

Die Uniformen sind schon da: 15 000 Euro kosten sie – das Stück.  Eingeweihte erkennen diese Uniformen (dazu gehören auch spezielle Uhren, Krawatten und Schuhe, die Hemden nicht zu vergessen): der Dresscode der Elite. Früher trugen sie andere Uniformen und missbrauchten den Begriff Rasse (der an und für sich ja auch ziemlich harmlos ist, bis er zur „Rassenpolitik“ wird, wie Arbeit zu „Arbeitsmarktpolitik“ geworden ist – und damit zu einem Instrument der Machtausübung).  Heute sind die Uniformen dezenter – wie auch das Auftreten.

Doch die Ergebnisse werden allmählich ähnlicher, auch wenn sich das nur jenen erschließt, die Faschismus auch dann erkennen, wenn er nicht deutlich durch Hakenkreuzarmbinden gekennzeichnet ist.

Der nächste Hitler wird auch nicht Hitler heißen, es kann sogar sein, dass er zu Juden sehr freundlich ist (die haben jetzt Atombomben, dass ändert alles), seine Partei wird auch nicht mehr NSDAP sein – aber eins kann ich Euch versichern: die Leichenberge werden sich nicht unterscheiden. In einer Gesellschaft in der Maschinen die Arbeit erledigen und die Rendite bringen, sind Normalbürger nur noch eins: Kosten auf zwei Beinen.

Und was machen wir mit Kostenfaktoren?

Wir liquidieren sie.

Cyberarmeen – wie üblich nur zum Schutz gedacht – können das sehr schnell erledigen: ein Knopfdruck und die komplette Existenz ist vernichtet, samt Eintrag im Grundbuch, beim Einwohnermeldeamt, der Rentenversicherung und der Löschung aller Konten und Vermögenswerte. Den Rest erledigt die Natur schon ganz von allein, zur Not helfen Gesetze gegen Obdachlose, die aktuell schon in Ländern der EU in Erprobung sind.

 

 

 

 

 

 

 

Wieso Ärzte Hartz IV beziehen und das Konto gekündigt bekommen. Zahlen, Daten, Fakten über unser politisches System.

Wieso Ärzte Hartz IV beziehen und das Konto gekündigt bekommen. Zahlen, Daten, Fakten über unser politisches System.

Freitag, 31.5.2013. Eifel. Nass. Heute morgen ein scheußlicher Artikel im Münchener Merkur:

Hartz IV-Empfänger Konto gekündigt: „In der Menschenwürde verletzt“

Schongau – Michael Rätzel aus Schongau versteht die Welt nicht mehr. Er glaubt, dass die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel hat ihm das Konto gekündigt hat, weil er Hartz IV-Empfänger ist.

Tja, was wird die Mainstreampresse zu dieser Entwicklung sagen? Richtig so, faule Sau, arbeitsscheues Gesindel, wer nicht arbeitet, braucht auch kein Konto!

Ist doch so, oder? Kann man sich doch umhören wo man will: wer Hartz IV bezieht, ist ein Unmensch, ein Untermensch, ein Wesen, dass von führenden deutschen Drehtürpolitikern (heute Politik, morgen Wirtschaft, übermorgen wieder Politik – oder beides zusammen) in die Klasse niederster tierischer Lebewesen einsortiert wurde („Schmarotzer“ – so der damals zuständige deutsche Minister).

Was machte ehedem dieser Schmarotzer jetzt beruflich?

Michael Rätzel war einst als erfolgreicher Arzt in den USA tätig, wo er Karriere machte. Doch dann wurde er krank. Er erlitt vier Herzinfarkte und kann seit vier Jahren nicht mehr arbeiten. Er ist dann nach Deutschland zurückgekehrt – ohne einen Cent in der Tasche. Denn sein gesamter Rentenfonds ist mit dem Untergang der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers mehr oder weniger den Bach hinuntergegangen.

Tja – so geht es vielen. Über die wird nicht geredet. Früher waren wir noch stolz auf unsere Karriereärzte in den USA, die leuchtenden Beispiele des Mythos „vom Tellerwäscher zum Millionär“, heute lassen wir sie auf der Straße verhungern, weil sie „krank“ sind. Dafür bejubeln wir jene Anlageverräter, die ihren Porsche noch von unserer Steuer absetzen können – Hauptsache, die haben Geld. Woher ist egal. Auch erfolgreiche Menschenhändler schaffen den Weg in die bunte Welt der Medien – wir beten Geld aus jeder Quelle an und kriechen vor ihm im Dreck.

Und wie geht es unseren normalen Mitbürgern? Den anderen, die von dem Räuberkartell aus Politik und Wirtschaft ausgenommen worden sind?

Die haben Angst. An jedem Monatsende. Hier, auf Facebook, kann man live dabei sein: Hören wir Frank Kopperschläger:

Glotz Kontostand … – oh oh, liebes JC – Ihr habt doch nicht etwa vor, Mist zu bauen???

In den Kommentaren – ähnliche Erfahrungen. Und ein Einblick in die Gefühlswelt der Hartz – Abhängigen.

… Leute, wie abartig ist das eigentlich! … bangen ob alles glatt geht … Monat für Monat … allein das erzeugt schon einen wahnsinnigen Druck! … da hängt so verdammt viel dran … ich persönlich finde es jedes Mal unerträglich! …. so ausgeliefert …

Ist es so, dass in diesem reichen Land Menschen wieder um ihr Leben bangen müssen? Das ist doch keine Demokratie mehr, das wird ein Arbeitslager! Schlimmer noch – im Arbeitslager gab´s regelmäßig was zu essen.

Wo das gut klappt mit der Versorgung? Im Machtkartell aus Wirtschaft und Politik. Da gibt es jedes Jahr satt was oben drauf – inzwischen verdienen die dort im Parlament wesentlich mehr, als sie jemals in der freien Wirtschaft verdienen würden, trotzdem aber: etwas mehr geht immer, siehe Spiegel:

Deutsche Politiker können sich über mehr Geld freuen: Von Januar an steigen die Diäten der Abgeordneten im Bundestag um 292 Euro. Eine weitere Erhöhung folgt im August. Auch der Gehaltsscheck der Kanzlerin und ihrer Kabinettsmitglieder fällt 2013 höher aus.

Da lachen die feinen Herrschaften. Die ZWEITE DIÄTENERHÖHUNG in dieser Legislaturperiode! Bei Billionen Euro Staatsverschuldung – immer ´rein in den Schlund. Zahlt ja ein anderer.

Auch Merkel und ihre Kabinettsmitglieder bekommen mehr Gehalt. Zum 1. Januar sowie zum 1. August 2013 steigt es jeweils um 1,2 Prozent. Ihre Gehälter steigen entsprechend der Erhöhung der Beamtenbezüge. Insgesamt bekommen Kanzlerin, Bundesminister und Parlamentarische Staatssekretäre in drei Schritten eine Gehaltserhöhung von 5,7 Prozent.

Aber nicht nur die werden glücklich. Gauck und sogar der abgesägte Wulff bekommen jetzt einen richtig satten Nachschlag – wir haben´s ja. Obwohl Christian Wulff genau so ein Arbeitsloser ist wie Frank Kopperschläger, würde niemand ihn als Parasiten oder Schmarotzer bezeichnen, trotz seiner nicht vorhandenen Leistung und seines selbst verschuldeten Arbeitsplatzverlustes wird der gemästet, bis er platzt. Ein Leistungsträger, wie er im Buche steht – künstlich produziert vom Geld der Steuerzahler – wie alle anderen Leistungsträger auch.

Währenddessen zittern Millionen – von Leistungsträgern gezielt aus Renditegründen entsorgte – Mitbürger um das klägliche Almosen, dass wir ihnen in entwürdigenderweise zuwerfen … und manchmal eben auch nicht.

Macht dann wahrscheinlich dem Amt einen Riesenspaß, denen dabei zuzuschauen, wie sie hin und herwieseln und überall herumkriechen, um noch einen Happen zu essen zu bekommen.

Wisst ihr, was diese Land inzwischen ist?

Eine Schande.

Gut, das ich nicht mehr reisen kann … ich würde mich schämen, sobald ich die Landesgrenze verlasse. So ging es mir vor vierzig Jahren schon mal, als ich im Ausland weilte und merkte, was „Holocaust“ angerichtet hatte.

Aber – Flucht ins Ausland wird auch nichts mehr nützen. Immerhin: Hartz IV soll ja ganz Europa übergestülpt werden. Und das wird auch klappen – durch die Ausplünderung der Armen ist für die Politikwanzen ganz viel Geld da, dass man umverteilen kann – in die eigenen Taschen. Da kann man dann auch den eigenen Kindern noch ein Taschengeld auf Staatskosten bezahlen – alles kein Problem im Rahmen der Ethik- und Moralvorstellungen unserer „Regierenden“.  Das Modell ist mehrheitsfähig in jedem europäischem Land, wo es ein Parlament gibt.

Wisst ihr, wer richtig über uns lacht?

Der Philosoph Thomas Hobbes, der schon früher meinte: ohne einen absoluten Herrscher, einen König mit absoluter Macht, dem das ganze Land gehört, geht das ganze Land den Bach herunter.

Wie es aussieht, gibt ihm die Geschichte Recht. Ärgerlicherweise, denn ich war ganz anderer Meinung. Scheinbar ist es wirklich so: Demokratie spült übelsten menschlichen Abschaum ins Parlament, der dann mit seiner Dummheit und Gier das ganze Land ruiniert.

In der Tat sind Räuberbanden wie die, die wir gerade als Machtkartell in Politik und Wirtschaft erdulden müssen, der Grund dafür, dass wir überhaupt eine Stadt, einen Staat samt Polizei und Militär gegründet haben. Ohne Räuber bräuchten wir diese Institutionen gar nicht. Und jetzt? Wie es aussieht, sitzen sie in den Schaltzentralen der Macht und lachen sich kaputt über unsere „Visionen“ von Demokratie.

Es gibt in der Tat einen US-Historiker, der genau das meint – so laufe Geschichte halt: manchmal überwiegen die Räuberbanden, bis der starke Mann kommt und sie vertreibt, der aber dann wieder selbst so verrückt wird, dass man ihn nur durch die Hilfe der Räuberbanden los wird.

Was heißt das aber für uns Bürger?

Ein Überleben außerhalb des Konstruktes „Räuberbande“ scheint nicht möglich. Unmoralische Charaktere können solche Erkenntnisse immer schnell umwandeln, während man uns … zum Frieden erzieht.

Darf ich aber mal dran erinnern, dass dieser Friede nie für Räuber galt?

Sollte man sich mal dran erinnern.

PS: zum Abschluß noch ein paar Zitate aus den „Unliebsamen Wahrheiten“ von Frank Kluge, Redline 2013.

Seite 28:  Noch immer hat Deutschland die UN-Konvention gegen Abgeordnetenbestechung nicht unterzeichnet.

Seite 27: Deutsche Firmen kaufen sich Stimmen von Politikern. 

Seite 21: Abgeordnete des Bundestages sind besser bezahlt als Manager. Sie verdienen im Jahr zwischen 20 000 und 30 000 Euro mehr als Führungskräfte aus der Wirtschaft mit vergleichbaren Qualifikationen. 

Das kommentiere ich jetzt nicht – hier kann mal jeder selber nachdenken. Ist ja ein Nachdenkmagazin hier. Aber einen gibt es noch zum Schluß:

Seite 158: 2012 erfüllte kein einziger Dienstwagen von deutschen Bundesministerien die EU-Richtlinie für den CO2-Ausstoß. 

Aber der Untermensch braucht jetzt grüne Plaketten für jedes Kaff.

PSS: auf den kann ich nicht verzichten – Über 70% aller neu zugelassenen Porsche sind Dientswagen. 

Zahlen wir mit unseren Steuern. Wie viele Minister und Abgeordnete Porsche fahren, ist nicht bekannt, ich persönlich kennen nur einen, der Porsche fährt: einen linken Gewerkschafter.

 

 

 

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