Hexen

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Vom kommenden Kriege, seinen Ursachen – und seinen Feinden

Dienstag, 17.4.2018. Eifel. Wir müssen mal über Krieg reden. Dringend sogar. Das wird sie leicht überfordern können, das sage ich ihnen vorneweg. Das es schnell ernst werden kann, hatten ja kürzlich die Bewohner der Insel Hawai erfahren müssen, die am 13. Januar diesen Jahres  38 Minuten mit der Tatsache konfrontiert wurden, dass die Behörden sie über einen atomaren Angriff informierten, der in den nächsten Minuten bevorstand (siehe Spiegel). Natürlich: ein Fehlalarm. Menschliches Versagen auf ganzer Linie. Bei Atombomben – ein heikles Spiel. Gab es auch schon mal schlimmer: wir standen schon mehrfach am Rande der thermonuklearen Vernichtung – wir erinnern uns an Stanislaw Petrow, der 1983 durch eine mutige Einzelentscheidung einen atomaren Gegenschlag verhinderte und die Entscheidungen der Computer, dass gerade ein massiver nuklearer Schlag der USA gegen Russland lief, ignorierte (siehe Spiegel). Leider ist nicht überliefert, warum die Computer diesen Angriff vortäuschten … ob da vielleicht schon zum ersten Mal die künstliche Intelligenz ihre Schöpfer ausradieren wollte, um selbst Herr zu werden über den Planeten, kann nur gemutmaßt werden.

Krieg. Was ist das eigentlich? Sie haben sicher schon von vielen Kriegen in der Schule gehört – und welche Verwüstungen das deutsche Bildungssystem hinterläßt, kann man an der Aussage einer führenden Mitarbeiterin des GWUP erkennen (also: jener privaten Gedankenpolizei, die im Auftrag der Machthaber kontrolliert, welche Wahrheiten gerade aktuell akzeptiert werden dürfen und welche nicht), die einst meinte, dass Menschen Verschwörungstheorien basteln, weil sie nicht verstehen, dass Naturkatastrophen und Kriege einfach so entstehen. Nun – Naturkatastrophen entstehen nicht einfach so, sie entstehen nur für Dumme einfach so, wer nachdenkt, wird merken: für jede Katastrophe gibt es eine nachvollziehbare Ursache … die uns Menschen aber zu dem Moment nicht vollständig bewusst ist. Und Kriege … kommen nur durch Menschen in die Welt.

Aber was ist das eigentlich: Krieg?

Jeder benutzt das Wort „Krieg“ – Bandenkrieg, Drogenkrieg, Krieg auf der Autobahn … um nur ein paar Beispiele zu nennen – aber kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass „Krieg“ in diesen Zusammenhängen eher synonym für „Gewalt“ steht und nie ganze Städte auslöscht, was der echte und eigentliche Krieg immer sauberer hinbekommt.

Es ist schon völlig irre, dass wir Menschen des 21. Jahrhunderts, die behaupten, auf dem Mond gewesen zu sein, die tolldreistesten Maschinen bauen und damit den ganzen Planeten umgraben das Problem des Krieges nicht im mindesten verstanden haben oder das Phänomen des Krieges erklären können, was uns aber nicht daran hindert, jederzeit Kriege zu führen. Es ist nicht das einzige Irre, dass wir seit der Neuzeit erlebt haben; ich denke da nur an die Hexenverbrennungen, deren Bestialität nicht im Mittelalter ihre Hochzeit hatte, sondern zu jener Zeit, als die neue technokratische Zivilisation sich aus den Trümmern des römsischen Reiches erhob: Ärzte und Juristen führten die Bewegung an, die angeblich christliche Inquisition war der barbarischste antichristliche Akt, der „die Moderne“ einläutete – Ärzte (natürlich: „naturwissenschaftlich ausgebildete“ Ärzte – entsorgten so die Konkurrenz, Juristen verdienten gut an den Prozessen, was geschah war ein einzigartiger Massenmord. Das jedenfalls – ist eine Theorie über diese Zeit des Grauens, in der die Kirche … entgegen landläufigen Glaubens … nur minimal involviert war bzw. hereingezogen wurde, weil der Kampf gegen das Böse, den Teufel, den Widersacher natürlich prinzipiell in ihr Aufgabengebiet fiel. Ähnlich ist es mit den fanatischen Irren von GWUP und Psiram, die nur durch den starken Arm des Gesetzes daran gehindert werden, neue Feuer anzuzünden, neue Inquisitoren durch die Dörfer zu schicken: Hass, Verachtung, mangelnder Respekt vor den Weltbildern der anderen ist auf ihrer Seite auf jeden Fall genug vorhanden.

Das nächste Irre ist: der Holocaust, der ja extra nur als kleiner Unfall der Geschichte verbucht wird anstatt als das, was er wirklich war: die völlige Bankrotterklärung der gesamten geisteswissenschaftlichen Aufklärung: am Ende des Prozesses der Aufklärung haben wir nicht eine planetarische Zivilgesellschaft des „Ewigen Friedens“, sondern stehende Heere mit einer Vernichtungskraft, die jedes Leben auf der Erde auslöschen können: schlimm, wenn man sich da den Luxus erlaubt, sich über die Natur und das Wesen des Krieges keine Gedanken zu mahen.

Das nächste Irre wird sein, dass es doch zum thermonuklearen Krieg kommen wird, weil wir einen Aspekt völlig ausblenden: dass es Menschen gibt, die genau das wollen, weil sie sich daran ergötzen – weil ihre Weltbilder die Lust an der Qual des anderen beinhalten – doch solche Menschen dürfen wir uns auch schon nicht mehr denken, obwohl ihre Philosophie unseren Alltag von Hartz IV bis Umweltvernichtung bestimmt.

Schauen wir bei Wikipedia nach, so finden wir eine aktzeptable Zusammenfassung dessen, was zum Thema Krieg gedacht wird – doch liest man alles durch, hat man immer noch nicht verstanden, warum es ihn überhaupt immer noch gibt – und warum große und alte  Demokratien wie die USA, Großbritannien und Frankreich sich ihm nicht entziehen können. Sicher: es gibt viele Theorien über den Krieg – und sehr viele Kriege, die man beobachten kann – aber die Frage, warum die Menschheit auch hunderte Jahre nach Start der naturwissenschaftlichen Offensive der „Aufklärung“, die vor allem der Ausbreitung menschlicher Macht über alle Dimensionen des Seins diente – immern noch Kriege führt, bleibt unbeantwortet … übrigens der einzige Grund, warum es wirklich „Verschwörungstheorien“ gibt: weil „die Wissenschaft“ – jener Götze der Neuzeit, der immer neue frankensteinsche Ungeheuer produziert, die die ganze Ökosphäre zu vernichten drohen – darauf keine Antwort hat….wie auf viele andere Fragen auch.

Es ist nicht so, dass wir noch nie Konzepte zum Frieden hatten. Dilthey zum Beispiel, der eine Theorie der Geisteswissenschaften formulierte, die sehr wohl zu einem Reich ewigen Friedens hätte führen können. Einfach ausgedrückt, ist die Aufgabe der Geisteswissenschaften, den Frieden zu wahren, in dem sie alle Kontrahenten versteht und zwischen ihnen vermitteln kann, so dass die Feinde auch verstehen, was den anderen umtreibt: erkennt man, dass der andere gar kein Teufel ist, sondern nur unter anderen Bedinungen herangewachsen, von anderer Umwelt geformt, kann schnell der Handel den Krieg ersetzen und allen das Leben erleichtern. Darum studieren wir an den Universitäten Geisteswissenschaften – zum Beispiel auch fremde Sprachen – um Botschafter des Friedens auszubilden, die dem Krieg die Stirn bieten können … doch jenes Wissen vom Sinn der Geisteswissenschaften ist nach hundert Jahren schon verschollen … selbst bei den Geisteswissenschaften selbst.

Dort jedoch – war Krieg der Feind der Menschheit … heute ist es – mal wieder – der Russe. 107 Jahre nach Dilteys Tod ist die Gesellschaft wieder hinter dem Niveau zurückgefallen, das er vorgegeben hatte, ist die Wissenschaft zu einem Krüppel verkommen, der nur noch einseitig arbeitet: die MINT-Fächer sind uns wichtig – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik. Und was ist ihr Erfolg bei der Bekämpfung des Krieges, was ist ihre Antwort auf die ständig drohene Kriegsgefahr? Immer neue Waffen mit immer vernichtenderer Kraft, die inzwischen den Tod von Milliarden herbeiführen könnten – und es auch tun würden, nur mal um zu beweisen, wie toll ihre Werkzeuge des Teufels doch funktionieren.

Ich merke: es wird Ihnen mulmig zumute. Darf man es wirklich wagen, gegen „die Wissenschaft“ vorzugehen? Ist es nicht sie, die uns all´ den Fortschritt gebracht hat? Jenen wunderbaren Fortschritt, der dazu führt, dass unser Arbeitsalltag mindestens dreimal so lang dauert wie der des „primitiven“ Amazonasmenschen, der uns neue unbesiegbare Krankheiten bescherte und dafür sorgte, dass in Nahrungsmitteln kaum noch Substanz ist – sie aber in Unmengen zur Verfügung stehen während unsere Lebensumwelt in Unmengen an nicht verrottbarem Müll versinkt und sogar die Luft und das Wasser selbst tödlich sein kann… mal abgesehen von den 200000 Fässern mit Atommüll, die rund um Europa lagern (siehe Abendblatt) und irgendwann wohl dazu führen werden, dass wir im Mittelmeer nicht mehr schwimmen dürfen … da einige Fässer schon ihre giftige Fracht loswerden wollen, ist das wohl auch heute schon unratsam, denken Sie bitte bei ihrem nächsten Mittelmeerurlaub daran, den Segnungen der MINT-Mafia zu huldigen.

Wir könnten natürlich auch mal über Frieden reden … aber merken Sie nicht selbst, dass das schon ein merkwürdiges Gefühl erzeugt? So als wäre man ein linksgrün-versiffter Alt-68er, der sich vor lauter Sozialromantik in völlig unrealistische Phantastereien verrennt und als „Friedensbewegung“ mit ihren „Montagsdemos“ – wie wir alle wissen – dem Nationalsozialismus ziemlich nahe steht? Das wagen Sie doch wohl wirklich nicht in Frage zu stellen, oder? Schon allein die Tatsache, dass Sie den Verdacht äußern, es gäbe Menschen, die ein reales Interesse daran haben, dem Krieg zu dienen, ihm zu huldigen und ihn mit großer Kraftanstrengung in die Welt zu zwingen macht aus Ihnen einen „Verschwörungstheoretiker“, einen Menschen, den es mit aller gesellschaftlicher Gewalt mit einem Bann der Ächtung zu belegen gilt – bevor der Geist des Krieges wieder soweit in der Welt weilt, dass man diese Gestalten ihrem verdienten Schicksal in den Gaskammern der Wissenschaft ausliefern kann.

Dabei kannten diese ´68er schon die Lösung des Problems und beschrieben es mit einem kleinen, genialen Satz: Stell Dir vor es ist Krieg – und keiner geht hin.

Ja – was wäre denn, wenn Krieg ist und keiner würde hingehen?

Ohne willige Diener … wäre der Krieg sofort fort. Frieden wäre. Das hieße nicht, dass wir eine Welt ohne Gewalt hätten – um einen oft falsch verstandenen Ansatz zu widerlegen. Gewalt gehört zu dieser Welt dazu, ohne die Tatsache, dass Ihr Immunsystem die beständigen Angriffe von Viren und Bakterien abwehren würde, könnten Sie diese Zeilen gar nicht lesen – und selbst Bäume sind nicht so friedlich, wie es den Anschein hat: ihr Laub vernichtet die Lebensgrundlagen der schwächeren Gewächse; der Wolf frisst das Lamm ohne Gnade und gerechtem Urteil … aber niemand zwingt uns über Gebühr, uns mit dieser Welt gemein zu machen, einer Welt, die im Buddhismus beherrscht wird vom dunklen Schleier der Maya und im jüdisch-christlichen Glauben die gefallene Welt ist.

Aber: merken Sie etwas?

Jetzt im Moment, währned Sie diesen Gedanken folgen?

Sie haben gerade etwas ganz entscheidendes geleistet: Sie haben einen Strich gezogen zwischen einer gewalttätigen Welt, die in Ihnen immer mehr Abscheu erzeugt und einer Welt, die anders ein könnte … und jetzt gerade in ihrem Geist geboren wird: nicht als perfekter Plan, sondern als Willensakt. Das hebt sie weit über das Tierreich hinaus: in jedem Menschen steckt die Saat des Friedens, geboren aus dem Abscheu, wenn der Wolf das Lamm reißt. Oder aus dem Abscheu über Millionen sinnlos gemetzelter Kälber, die als überflüssiger Überschuss der Milchindustrie kurz das Licht der Welt erblickt haben (siehe NDR). Sicher: es gibt kein Tier, dass zu solch sinnlosem barbarischem Akt fähig wäre (was der Mensch – siehe Holocaust – auch gegen die eigene Art anwenden kann), ein Akt, der nur möglich ist, weil wir seit Jahrhunderten nur nach Macht gieren – immer mehr Macht, über jedes Atom, jedes Lebewesen, jeden See, jeden Fluss und jeden Berg – so etwas können Sie sich leicht vorstellen, denn diese Argumentation der Menschenfeinde ist Ihnen ja bekannt. Die andere Seite der Medaillie aber weniger: das es kein Tier gibt, dass seinen Abscheu über diese Art der Ernährung zum Ausdruck bringt und sich gegen die Welt des Fressens und gefressen Werdens stellt … auch wenn es erstmal keine Lösung für das Problem der Ernährung gibt.

Geisteswissenschaftler wissen, dass es mehr Weltdeutungsmodelle gibt als das unsere. Viel mehr. Viele sind Jahrtausende alt – und führen zu einem nachhaltigen, auch für Menschen glücklichen Leben, das einfach nur andere Lehrsätze hat – und aufgrund diese „geistigen“ Lehrsätze (bzw. Gesetze) andere Folgen für die Umwelt hat. Uns ähnlich sind die Atzteken, die zehntausende Menschen bestialisch opferten, um den Lauf der Welt sicherzustellen … sie gleichen unseren „Kollateralschäden“ (bei uns gehen die aber in die Millionen), die wir bereit sind zu opfern, damit unser System, unser Lauf der Welt weiter fortbestehen kann, unser destruktives Wirtschaftsmodell (ebenfalls nach dem Muster des fressens und gefressen werdens aufgebaut, wo Firmen die Rollen von Jäger und Beute übernehmen) bestehen bleibt – anstatt vernünftigerweise ein harmonisches, konstruktives Wirtschaftsmodell zu leben, dass sich an den langweilig anmutenden aber zukunftsfähigen Genossenschaften orientiert, die mehr den Menschen als den Profit für wenige in den Mittelpunkt der Arbeit rücken.

Wir Menschen – und nur wir Menschen – tragen den Keim des Friedens in uns: das darf Ihnen ruhig mal bewusst werden. Es zeichnet uns sehr aus, dass wir Tierleid mindern wollen – bis hin zum völligen Verzicht auf tierische Produkte, den manche leben (einige leider nur, um etwas Besonderes zu sein, sich abzugrenzen, um Bessermenschen zu werden, die sich moralisch über Untermenschen erheben wollen und so den eigentlich guten Ansatz im Handumdrehen in etwas Böses zu verwandeln). Die Gewalt werden wir aus dem Kreis der Schöpfung nicht verbannen können – aber den Krieg, den könnten wir sofort beenden, weil er nur durch Menschen in die Welt kommt.

Doch jene Menschen, die den Krieg bringen … dürfen nicht mehr benannt werden. Es ist überaus erstaunlich im Kreise vernunftbegabter Wesen, wie sie unwidersprochen immer mehr Kreise der politischen Wirklichkeit vom Kriegsdenken besetzen lassen – als wäre es das normalste der Welt, hegt die EU-Kommission Pläne, die europäischen Transportwege kriegsbereit zu machen (siehe Spiegel), während Russland vorsichtshalber seine Industrie anweist, sich auf die Umstellung auf Kriegsproduktion vorzubereiten (siehe Heise), wir nehmen gelassen hin, dass Frankreich, die USA, Großbritannien in einer Vergeltungsaktion wegen angeblicher Giftgasangriffe Lager von Giftgasen mit Raketen angreifen (wobei gelegentlich auch die Niederländer mit Unterstützung der Sozialdemokraten beteiligt sind – siehe ntv)… was, gäbe es solche Giftgase, die umliegenden Gegenden ernsthaft in Gefahr bringen könnte. Gas soll schon mal in die Luft entweichen, wenn die Schutzhüllen der Behälter zerstört werden – aber dem Krieg und seinen Gefolgsleuten geht es ja um die Vernichtung der Menschen, weshalb hin solche Details nicht stören – eben so wenig wie die Vernunft sich augenscheinlich daran stört, dass immer mehr Menschen dem Krieg dienen … ohne sich dessen bewusst zu sein.

Wir lesen vernünftige Worte in den Medien … doch bleiben sie seltsam wirkungslos (siehe Spiegel):

„Das ist sicherlich alles sinnvoll, aber mir geht in diesen Tagen ein Satz von Herfried Münkler nicht aus dem Kopf. Er stammt aus seinem Buch „Der Dreißigjährige Krieg“, der vor genau 400 Jahren begann. Im letzten Kapitel stellt Münkler Analogien zu heute her: „Der Typus ‚Dreißigjähriger Krieg‘ ist dadurch gekennzeichnet, dass er von außen nur schwer zu beenden ist und ein militärisches Eingreifen zumeist das Gegenteil dessen bewirkt, was offiziell beabsichtigt ist.“ Für Münkler ist der Krieg im Nahen Osten in all seinen Facetten ein Krieg vom Typus „Dreißigjähriger Krieg“.“ (Quellenangabe fehlt, aber ist ja auch nur die Bildzeitung für Akademiker).

Kaum zu glauben, aber wahr: eine Bankrotterklärung gegenüber dem Krieg – und ein Blick in die Zukunft. Der  nächste unaufhaltsame Krieg, der durch nichts zu beenden ist, sich wie ein Ungeheuer durch die Länder frisst und erst zum Erliegen kommt, wenn er selbst erschöpft ist.

Andere Weltbilder verstanden den Krieg anders: als Gott. Ares hieß er bei den Griechen. Er war finster, sadistisch und grausam – jeder Krieg galt als Huldigung für ihn. Natürlich haben wir die naive Mythologie der Griechen weit hinter aus gelassen, haben als aufgeklärte Menschen alle Götter über Bord geworfen … nur einen haben wir behalten: den Gott des Krieges, dem wir fortgesetzt in immer brutaleren, grausameren Massakern huldigen … ob nun Demokrat oder nicht. Ja – Ares hatte keinen großartigen eigenen Kult … der Krieg war jener Gottesdienst, den er von den Menschen forderte. Wären wir doch nur so weit wie die Griechen: da wüssten wir, dass Ares ein Gott ist, der unsere Sinne verwirrt, unsere Kampfeslust anstachelt, um sich daran zu ergötzen – und ein Gott, dessen Wirken es zu erkennen gilt, bevor er den Verstand vernebelt und sein gräßliches Werk verrichtet.

Sicher: wir sind aufgeklärt, wir glauben nicht mehr an Götter.

Nur: den Finstersten von ihnen dienen wir mit größter Leidenschaft … ohne uns darüber Gedanken zu machen. Und darum wird der nächste Krieg kommen. Vielleicht durch einen Irrtum im Computer, vielleicht mal wieder angestachelt von skrupellosen Geheimdienstmitarbeitern, vielleicht bewusst herbeigerufen durch paranoide Politiker: die Geschichte ist voll von Beispielen, wie Kriege entstehen können. Es ist auch relaitiv unwichtig, wie sie in die Welt treten: wichtig ist zu sehen, was vorher alles in die Wege geleitet wurde, um sie überhaupt möglich zu machen – die Produktion von Waffen, die Ausbildung von Profikillern, die strategische und taktische Planung für den „Ernstfall“ und … die Betäubung der Bevölkerung mit irrealen Bildern vom Bösen, das natürlich niemand anderes ist als der Nebenmann mit anderen Farben in der Uniform: da ist es den Dienern des Krieges auch egal, dass sie einerseits den starken Mann Putin bewundern, aber andererseits gerne auch für seine Feinde kämpfen (siehe Spiegel).

Was wäre schon gewonnen, wenn wir verstehen würden, dass „Wehrdienst“ immer und überall Dienst für den uralten Kriegsgott ist … man könnte sich entscheiden, ihm mal nicht zu folgen – doch bevor der Krieg beginnt, haben seine Hohepriester ja schon die Militärpolizei etabliert, die die Fahnenflüchtigen selbst erschießen, bevor es der Feind tun kann. Nicht hingehen können zum Krieg – ist auch in einer Demokratie nicht erlaubt und kann tödlich enden.

Um Kriege ein für alle mal zu verhindern, trat die Geschichte von „Gott“, von Jehova, Jahwe, dem einzigen echten Gott des Friedens und der Liebe in die Welt – der Frieden will und ganz bewusst den Menschen verbot, Götter neben ihm zu haben, Götter für die der Mensch nicht „Sohn Gottes“ sondern nur Mittel zum Zweck war (wie er es heute für unser „Götter“ ist – die Konzerngiganten).  Auch nur ein Welterklärungsmuster – nicht besser oder schlechter als die anderen Deutungsrahmen, aber mit der Möglichkeit der Fokussierung auf Frieden, ein Deutungsmuster, dass uns erlaubt, für den Frieden ins Handeln zu kommen, statt nur ohnmächtig dem Kriege zu huldigen.

Aber wir haben uns dafür entschieden – leider kaum bewusst, weil wir in Punkto Geisteswissenschaften wieder hinter dem Kaiserreich zurückgefallen sind – Ares zu huldigen … womit wir geistesgeschichtlich hinters Christentum zurückgefallen sind.

Weit dahinter.

2000 Jahre geisteswissenschaftlicher Fortschritt in kurzer Zeit von Dampfmaschinenbastlern dahingerafft.

Und deshalb wird der Krieg kommen – wieder und wieder und wieder … und dank seiner MINT-Büttel mit immer vernichtenderer Gewalt – bis wir erkennen, dass der Krieg selbst der Feind ist. Wir können ihn auch Ares nennen – um wirklich deutlich zu machen, wie erbärmlich, albern und lächerlich wir eingebildeten Wohlstandsblasen heutzutage sind: huldigen einem toten Gott der Antike – mit Billionenausgaben jedes Jahr um seine Feste feiern zu können.

Blöder geht´s kaum.

Ares huldigen … aber Religion verteufeln: das ist die Gegenwart.

Und die Zukunft?

Erkennen, dass der Mensch der Botschafter des Friedensgottes in einer gewalttätigen Welt ist. Was könnte man unter diesem Banner alles ändern…wir könnten uns sogar einfach das Paradies wiederholen. Geld, Energie, Arbeitskraft und Ressourcen dafür sind reichlich vorhanden, sogar im Überfluss.

Doch der Wille … wird gelenkt von Ares.

Nee … was peinlich.

 

 

 

 

 

Die Heiligkeit der Frau … und des Weiblichen.

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Sonntag, 7.9.2014. Eifel. Sonntag – ein Tag der Muße, der Ruhe und der Besinnlichkeit. Jedenfalls war er das früher mal. Seit diesem „früher“ hat sich jedoch einiges geändert – jedenfalls für Arbeitnehmer. Der Staat hatte in Deutschland durch die Agenda 2010 in bislang unvorstellbarer Art und Weise  ins Marktgeschehen eingegriffen, was die Arbeitswelt in ein Tollhaus verwandelte und normale „Vorgesetzte“ in Herren über Leben und Tod verwandelt – eine Funktion, die umso realer wurde, je älter man selber war. Seitdem ist Sonntag der Tag, an dem wir uns hauptsächlich vor dem Montag fürchten und hoffen, dass der Fluch der Arbeitslosigkeit uns  nächste Woche nicht erwischen wird. Doch wollen wir heute nicht jammern noch klagen und uns dieses mal den Sonntag nicht nehmen lassen: ist er doch für ganz besondere Themen vorgesehen.

Nun – das Thema „Frau“ ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein heikles Thema, es in Verbindung mit dem Begriff „heilig“ zu bringen erst Recht ein großes Wagnis: schon längst gibt es Männer, die Sturm laufen gegen die Bevorzugung des Weiblichen in der Berufswelt … es sind die armen Männer, die trotz Qualifikation keine Chance gegen gut aussehende Quotenfrauen haben, Männer, die als entrechtete Zahlväter die Lastesel der Emanzipation geworden sind – vielleicht mit ein Grund dafür, dass sie jenseits der magischen Altersgrenze von 45 die überwiegende Mehrheit der Selbstmordfälle stellen, mit 75 % liegen sie weit an der Spitze (siehe Welt).

Zu sagen, dass der Mann an sich ein armes Wesen ist, wäre sicher zuviel verlangt – aber der große Boss umgibt sich nunmal lieber mit schönen, schlanken Frauen anstatt mit alten Säcken – jedenfalls solange sie billig und willig sind und die zu leistende Funktionstätigkeiten reibungslos abwickeln können, da bleibt den alten Säcken im Laufe der Zeit nur noch der Gang zum Jobcenter … oder gleich zum Friedhof, um sich jahrelange Quälerei zu sparen.

Zu sagen, Frauen hätten es nun viel leichter, wäre nun ebenfalls falsch. Eine Rechtsanwältin berichtet davon (siehe Xing):

In jedem Vorstellungsgespräch kam die Frage auf „Und wie machen Sie es mit Ihrer Tochter?“. Auf meine Antwort „Stellen Sie die Frage auch Vätern? Da gehen Sie doch auch davon aus, dass die Kinderbetreuung geregelt ist!“ bekam ich von einer Frau (!) zurück: „Warum gehen Sie so an die Decke? Als Mutter bleibt man ja zu Hause, wenn das Kind krank ist. Und Sie sind als Frau nun mal ein Risiko für uns.“.

Ja – so etwas bekommen Männer nicht mit – jedenfalls habe ich noch nie gehört, dass ein Mann als Mann an sich ein Risiko darstellte … obwohl er – historisch betrachtet – sehr anfällig ist für Massenmord, Kriegstreiberei, Betrug und Folter. Fast könnte man meinen: wenn er sich nicht selbst umbringt, dann zieht er aus, um andere für sein Leben leiden zu lassen – doch wir wollten ja nicht über den Mann reden.

Sicherlich erwartet jetzt jeder, dass zu diesem Thema die große Matriarchatsdebatte neu aufgerührt wird. Im Zuge der in der Hippiekultur aufkommenden emanzipatorischen Züge (die vom CIA letztlich genial aufgenommen und umgesetzt wurden, um die in den Arbeitsmarkt strömenden Frauen gegen die Macht der Gewerkschaften auszuspielen) wurden Mythen und Legenden geschaffen – oder neu gefunden und neu interpretiert – von einer friedlichen Kultur des Miteinanders, ohne Gewalt, Krieg, Betrugsabsichten und Folter. In der Tat gibt es in der Mythologieforschung eine Legende eines „Goldenen Zeitalters“ (siehe z.B. Wikipedia), die Griechen kannten es, die Inder kannten es und auch das Christentum erinnert sich in Form des „Paradieses“ an Zeiten, wo die Erde und das Leben noch heil waren … vielleicht erinnern Sie sich selbst auch daran, wenn Sie mal ganz tief in sich gehen?

Nun – wie immer in der Wissenschaft gibt es großen Streit um dieses Thema, je nachdem, wie lange man hinschaut, aus welcher Perspektive man es betrachtet, welche Hypothesen und welches Weltbild man annimmt lassen sich die Funde beliebig beurteilen, auch hier gilt: die Perspektive des Beobachters bestimmt das Ergebnis – wir kennen das aus der Politik oder der Klimaforschung jeden Tag: lassen sie mal einen Autohersteller oder einen Kraftwerksbetreiber eine Studie zum Klimawandel erstellen: er findet flugs hundert Wissenschaftler, die seine Perspektive teilen … gegen Bargeld, versteht sich.

Sicher, wir lernten aus der Forschung, dass Stämme, die Gleichberechtigung kannten, keine Frauen vergewaltigten (siehe Wikipedia über die Irokesen), andererseits zeigt das Massaker von Talheim (siehe Wikipedia), das die Theorie des friedlichen Neolithikums nicht weit zu greifen scheint … oder haben wir es hier doch nur mit dem Zeugnis der Übernahme der abgeschlachteten Altkulturen durch neue, „männliche“ Kulturen zu tun?

Nun – die Spekulationen bringen uns erstmal nicht weiter. Wir brauchen sie aber auch nicht. Hören wir mal Heidi Göttner-Abendroth dazu, eine deutsche Ikone der Matriarchatsforschung (siehe Göttner-Abendroth):

Trotz aller Anfeindungen ist es nicht möglich, hinter die Erkenntnisse der Matriarchatsforschung zurückzugehen, die uns eine wohlausgewogene, gender-egalitäre, grundsätzlich friedfertige Gesellschaft erschlossen hat.

Matriarchale Gesellschaften kommen ohne die menschen- und lebensverachtenden Vorgänge von Eroberungskrieg und Herrschaft aus.

Darum bin ich der Überzeugung, dass ihr Wissen im Ringen um eine humane Welt dringend gebraucht wird.“

Tja – das Ringen um eine humane Welt … ist das überhaupt nötig? Nun – was meinen Sie, warum Sie heute so ein mulmiges Gefühl haben, wenn Sie an Montag denken – und an die rauhen Sitten und Gebräuche einer äußerst dekadenten und lebensfeindlichen Männergesellschaft, die die Menschenwelt in nur wenigen Jahren politisch, ökonomisch, sozial und ökologisch an den Rand des Abgrundes getrieben hat?

Wissen Sie, wer dieser Frau Recht gibt? Sie werden es nicht glauben – aber es sind ihre männlichen Erzfeinde aus der Kirche, der Opus Dei, jener katholischen Kirche, die als frauenfeindlichste Organisation des Westens gilt. Hören wir mal, was die zur Rolle der Frau in der Zukunft zu sagen haben (siehe opusdei):

Der Mann muss sich bemühen, mehr zuzuhören, verständnisvoller und geduldiger zu sein, den anderen Menschen wirklich in den Blick zu nehmen. Auch die Frau muss wirklich verständnisvoll und geduldig sein, sich im konstruktiven Gespräch tatsächlich einbringen und ihre reiche Intuition nutzen.

Beide müssen die üblichen Rollenvorgaben zurückweisen, nach denen der Mann sich mit aller Härte durchzusetzen hat, während die Frau möglichst frivol oder gar exhibitionistisch auftreten soll. Wir benötigen eine neue Denkweise, eine neue Art, auf die anderen zu schauen, ohne sie beherrschen oder verführen zu wollen. So kann eine neue Gesellschaft entstehen, und zwar ohne Sieger oder Verlierer.

Da treffen sich politische Feinde … und haben die gleiche Utopie. Sogar der Papst selbst wendet sich hilfesuchend an die Frauen (siehe zenit):

Er empfahl die hl. Hildegard als ein Beispiel der reichen Spiritualität, den die Kirche gerade am Anfang des zweiten Jahrtausends wieder neu entdecken müsse. Die hl. Hildegard sei ein Beispiel für die Heiligkeit der Frau, wie sie Papst Johannes Paul II. in seinem apostolischen Schreiben „Mulieris dignitatem“ aus dem Jahr 1988 beschrieb. Sie sei eine der leuchtenden weiblichen Gestalten, die mit ihrem „weiblichen Genius“, „mit ihrer mutigen Fähigkeit, die Zeichen der Zeit einzuschätzen, mit ihrer Liebe für die Schöpfung (…), ihrer Liebe zu Christus und zur Kirche, besonders zur leidenden Kirche ihrer Zeit, geschlagen von Sünden der Priester und Laien“, eine Stütze für die Kirche seien.

Merken Sie, dass das ein Hilferuf ist? Die Männerorden sind am Ende ihrer Weisheit angekommen … und rufen nach der Heiligkeit der Frau, nach ihrem Genius, ihrer „Intuition“ – man könnte auch sagen: ihrem Zauber, ihrer Magie.

Zauber und Magie – damit kennt sich die Kirche gut aus. Zwar ist ihre Rolle bei der Hexenverfolgung nie so zentral gewesen, wie es ihre Feinde gerne hätten – aber sie hatten schon ihren Teil dazu beigetragen. Die Anthropologin Felicitas C. Gooldman hat ihr einen zentralen Aspekt herausgearbeitet, der auch unserer aktuellen Bundeskanzlerin und ihren Beratern sehr wichtig ist – es ging um die Beherrschbarkeit der Massen: (siehe F.Goodman in: Der gläserne Zaun, Syndikat 1983, Seite 208).

Warum man die Hexen verfolgt hat, die Frage, die wir am Anfang gestellt haben, kann am Besten aus dieser Sicht beantwortet werden. Bei der Domistizierung der Hexen als religiöse Spezialisten geht es darum, daß die Erwerbung derlei Wissens zu einem Monopol gemacht wurde. In einer egalitären Kleingesellschaft bereichert die individuell gewonnene Offenbarung den Erlebnisschatz der Gemeinschaft. In der hierarchisch organisierten, nach dem Modell des Großstaates organisierten Kirche, die auf Zentralisierung drängt, wird das individuelle Erlebnis gefürchtet.

Merken Sie, dass wir hier sehr politisch werden – und hochaktuell sind? Lesen wir noch etwas weiter:

In einer Religion aus zweiter Hand … fühlt man sich gesichert. Man kann immer auf ein Buch pochen und diejenigen, die vom Buchstaben abweichen, als Feinde beseitigen.

Seit dem 11.9.2001 ist es nicht nur ein Buch, auf das gepocht wird – es ist die Meinung der zentralisierten Regierung, die als unangreifbar dargestellt wird, individuelle Meinungen JEDER ART – unabhängig von ihrer argumentativen Gewalt durch strenge Logik und umsichtiges analysieren der Fakten, unabhängig von der akademischen oder moralischen Qualität des Vortragenden werden Anti-Regierungsmeinungen pauschal als Verschwörungstheorien verdammt.

Doch worum geht es eigentlich in dem Artikel von Frau Goodman? Um die weltweite Verdammung und Verfolgung der religiösen Trance, die durch biologisch klar definierbare Abläufe jederzeit nachvollziehbar Unglaubliches ermöglicht:

Um die gewöhnliche Wirklichkeit zu sehen, brauchen wir nur die Augen aufzumachen. Um die andere sehen zu können, muss sich der gesamte Körper durch verwicklete psychobiologische Vorgänge gewissermaßen in ein Auge verwandeln. Das kann hier und da einmal spontan geschehen, meistens aber muss es gelernt werden. Es ist schwer einzusehen, warum man heutzutage ohne weiteres Verständnis dafür hat, daß ein Atomphysiker viele Jahre an Ausbildung braucht, man aber gleichzeitig die schwierigen, raffinierten Methoden, mit denen ein religiöser Spezialist, ein Schamane, ein Medium ein „Medizinmann“ oder eine Hexe das Nervensystem auf die Wahrnehmung der anderen Wirklichkeit umstellt, als abergläubischen Hokuspokus abtut. (siehe Goodman, a.a.O., Seite 207-208).

Da haben wir die Quelle der weiblichen Intuition, ihres „Genius“. Im Rahmen einer Gesellschaft der Zentralisierung von Macht, geleitet vom Ideal des Einzelkämpfer, der sich mit aller Härte durchsetzen muss (Werte, die auch für seine zentralisierten Produkte gelten: Kirchen, Konzerne, Staaten –  mit unglaublich häßlichen und blutigen Folgen für die Menschheit und ihren natürlichen Lebensraum), hat die Hexe – die heilige Frau, das Heilige in der Frau – keine Lebensberechtigung mehr.

Wohin führt der Weg des „harten Mannes“?

Wenn es gut geht, in den individuellen Suizid, wenn es schlecht läuft, in den globalen Suizid. Der harte, humorlose Mann braucht sein Auto, eine frivole Beistellfrau auf dem Beifahrersitz und einen möglichst umweltfeindlichen kräftigen Motor unter der Haube … und damit das alles funktioniert, ein gigantisches Netz von Straßen, Tankstellen, Pipelines, Industrien – kurzum: eine ganze Gesellschaft, die sich nur noch darum dreht, dass er nach Belieben mit möglichst großem Benzinverbrauch völlig sinnfrei hin- und herfahren kann und dabei – ganz nebenbei – die Heimat seiner Kinder vernichtet. In den USA wird hieraus gerade ein Kult: „Coal Rollers“ sind stolz darauf, knappe Ressourcen in Massen zu verbrennen und den Ökos gezielt die Luft zu verpesten (siehe Süddeutsche).

Kein Wunder, dass jetzt sogar die Kirche die Notbremse zieht: sie ging diesen Weg als einer der Ersten – und kennen sein Ende wohl am Besten.

Aber sind sie wirklich so anders, diese Frauen?

Kennen wir sie nicht im Ehealltag als dauernd frustrierte, hysterische Nörgelzicken? So jedenfalls beschreiben Frauen sich selbst – zum Beispiel Sybille Berg (siehe Spiegel):

Während die Frau, die erkannt hat, dass sie auch nicht immer perfekt ist, dem Partner oder der Partnerin den Mund abwischt, wenn da Speisen hängen, sagen viele mit kaltem Vorwurf: Du hast da was am Mund, wie sieht das denn aus? Kannst du nicht mal vernünftig Nahrung zu dir nehmen? Nichts kannst du ordentlich, und wann hast du eigentlich das letzte Mal gekocht? Immer koche ich, und dann gelingt es dir nicht einmal, das Essen in deinen Mund zu stopfen. Du klebst es in dein Gesicht.

„Nörgelst Du noch oder bebst Du schon“ – so der Titel des Artikels über den „Geschlechterkrieg“ … der vielleicht nur eine Momentaufnahme einer sterbenden, fehl geleiteten Kultur darstellt und Frauen beschreibt, die völlig den Zugang zu ihrer eigenen Heiligkeit verloren haben und dies – hilflos – an ihrer Umwelt auslassen … und zwar gerade an den Männern, die ihnen am wohlmeinendsten gegenüber stehen und sich deshalb besonders schlecht dagegen wehren können.

Doch man macht auch andere Erfahrungen – wie etwa Anne Will, die sich zu dem für sie beklagenswerten Zustand äußert, dass Frauen so selten in ihre Talkshow strömen (siehe: Dirk C. Fleck, Die vierte Macht, Hoffmann und Campe, 1. Auflage 2012, Seite 223):

Frauen machen aus ihrer Zurückhaltung, auch aus ihrem fehlenden Selbst- und Sendungsbewusstsein kein Geheimnis. Sie sagen: ich bin mir in der Position nicht so sicher, ich würde mich da nicht so wohl fühlen.

Das stört in einer Talkshow – aber bestätigt auf überraschende Weise, dass Frauen sich heutzutage auch in Machtpositionen Weisheit bewahrt haben, wie man sie bei Männern leider nicht so häufig vorfindet. Harte Männer mit Sendungsbewusstsein sorgen halt mehr für Unterhaltung – wie Gladiatoren im römischen Zirkus. Ein Gruppe Männer, die sich gegenseitig die Eingeweide herausreißen, ist halt unterhaltsamer als eine Gruppe Frauen, die still im Kreis sitzen und alle Perspektiven eines Problems durchdenken und besprechen.

Wir sehen: es würde schon Sinn machen, die Überlegenheit des Weiblichen über die degenerierte männliche Kultur anzuerkennen – und einfach mal so tun, als sei die Frau – oder das Weibliche – heilig … und nicht nur ein verwertbarer Gebrauchsgegenstand für Werbeindustrie und bösartige „Alphamännchen“.

Auch die Wissenschaft bestätigt aktuell, dass der Mann als solcher wohl eher ein Entwicklungshemmnis ist – jedenfalls, wenn er sein Testosteronverhalten hemmungslos auslebt (siehe Spiegel):

Auslöser für den kulturellen Sprint könnte eine Veränderung im Hormonhaushalt gewesen sein. Bei der Untersuchung von 1400 alten und modernen Schädeln konnte er nachweisen, dass etwa zu jener Zeit, als wir uns zu kulturellen Höhenflügen aufschwangen, der Testosteronspiegel fiel. Ein hoher Testosterongehalt macht aggressiv. Niedrige Testosteronwerte machen dagegen friedlich und kooperativ – und schaffen so beste Voraussetzungen für Teamwork und einen regen Austausch von Ideen.

Ist der Mann so ein richtiger Mann, wird er unfriedlich und asozial – es gibt noch mehr Studien dazu (siehe Wikipedia):

Eine systematische Übersichtsarbeit zur Beziehung zwischen Testosteron und antisozialem Verhalten ergab, dass ein hoher Testosteronspiegel zu einer beeinträchtigten Regulation emotionaler und motivationaler Prozesse, geringerer sozialer Sensibilität und starker Belohnungsmotivation führt. Ob sich das in antisozialem Verhalten äußert, hängt jedoch von einer Reihe sozialer und genetischer Faktoren ab. Einzelne Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass Testosteron dissoziales Verhalten wie egozentrische Entscheidungen fördert und kognitive Empathie verringert.

Das Ergebnis der kulturellen Entwicklung: anstatt uns an der Heiligkeit tanzender Frauen zu erfreuen, die unser Leben mit ihren Geschichten aus der Anderwelt bereichern, fürchten wir uns Sonntags schon vor Montag – jenem Tag, an dem wir wieder in die ungemütliche, an allen Fronten sterbende Männerwelt zurückkehren, eine Welt, die mit künstlich durch viele Bilder frivoler Frauen (allein schon in der Werbung) aufgepeitschtem Testosteronspiegel zum Spielplatz von kleinen, triebgesteuerten Jungs geworden ist.

Das die nur ein Ende hat, ein Ende haben kann, wissen wir alle.

Grund genug, einmal Alternativen durchzusprechen … die nicht auf die Steinzeit zurück gehen müssen, um interessant zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Über Hexen und Weltkriege am Tag der Kapitulation: Philosophie für Zaunreiter

Über Hexen und Weltkriege am Tag der Kapitulation: Philosophie für Zaunreiter

Donnerstag, 8.5.2014. Eifel. Heute ist er mal wieder gekommen: wieder einmal jährt sich die Kapitulation des Dritten Reiches. Eine günstige Gelegenheit, wieder die üblichen Geschichten zu erzählen – eine Gelegenheit, die ich heute mal verstreichen lassen möchte, um eine andere Geschichte zu erzählen … bzw. die Geschichte der Menschheit und ihrer Kriege aus einer ganz anderen Perspektive zu beleuchten. Bevor nun jemand klagt: nein, hier kommt überhaupt keine Esoterik zu Wort. Und ja:  hier geht es mitten hinein in jene Esoterik, die die Menschheit seit Anbeginn ihrer Existenz begleitet. Es geht hier aber nicht um irgendein geheimes Superwissen, wie man mit Gedankenmacht oder Sex mit dem Teufel superreich wird: wer also hier Zauberformeln sucht, der irrt. Er wäre auch eher bei den Physikern gut aufgehoben.

Über Hexen zu sprechen ist gerade am heutigen Tage wichtig, denn über unserer modernen Kultur lastet ein großes Rätsel – ein Rätsel, das direkt zum 8.5.1945 hinführt: wie kann es eigentlich sein, dass hochzivilisierte Länder mit dem höchsten Lebensstandard der Weltgeschichte, dem höchsten Bildungsgrad der Weltgeschichte, der größten Gestaltungsmacht der Weltgeschichte übereinander herfallen wie wildgewordene Tiere? Es gibt viele Theorien zu diesem Rätsel, doch ich nehme mal an, dass all´ diese Theorien an der Wahrheit vorbeischießen, denn heute, am 8.5.2014, steht die zivilisierte Welt wieder einmal am Abgrund eines Krieges, der schnell zum allerletzen werden kann. Ja – auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, weil es unsere Bequemlichkeit stört, unsere Existenz als Wohlstandsblasen in Frage stellt und möglicherweise das unvorstellbare Sakrileg begeht, dass die Fortsetzungen unserer Lieblingsfilme nie mehr in die Kinos kommen, weil es überhaupt nirgendwo mehr Strom gibt. Wirklich: unvorstellbar, dass sich der Geist der Weltgeschichte nicht um die Fortsetzung des „Hobbit“ oder die siebte Folge von „Star Wars“ kümmert … oder darum, wer der neue Wohlstandsblasensuperstar wird.

Natürlich kommen wir sofort auf gefährliches Terrain. Erstmal droht uns die Gefahr, sofort als Nazi klassifiziert zu werden. Esoterik=Nazi. Diese Gleichung macht zwar aus dem größten Teil der geisteswissenschaftlichen Kultur des Abendlandes Nationalsozialisten (und entwertet den Begriff Nazi vollkommen – nebenbei bemerkt … aber ich sage ja nicht, dass die Leute, die diese Gleichung verwenden, sonderlich intelligent sind) – aber gerade damit kann man ja für große Aufregung und Aufmerksamkeit sorgen, die günstig ist für den Erwerb von Tauschmitteln jeder Art. Dann aber droht uns noch größere Gefahr: die Leitreligion des Amerikanismus ist eine eifernde Religion, die schon die Zauberer der Indianer gezielt ausgerottet hat (während man die gefährlichen Kriegshäuptlinge leben lies), unser Gott „Konsum“ duldet keine anderen Götter neben sich. Ja – schauen sie sich dochmal solche Esoteriker an … wie zum Beispiel einen christlichen Mönch oder einen Zen-Buddhisten: die sitzen den ganzen Tag still herum und KAUFEN NICHTS! Eine Katastrophe, wenn das Schule machen sollte … erst recht, wenn bekannt würde, dass die dort in ihrem „Tran“ höchst beglückende Zustände erleben.

Ich würde diese Terrain gerne meiden … aber als Philosoph ist mir das von Berufswegen nicht möglich. Außerdem haben wir dieses kleine, oben geschilderte Problem: jederzeit könnten die zivilisierten Völker der Erde wieder übereinander herfallen … und ihre Kriege sind vernichtender als die früheren Reibereien der Fürstentümer. Sie reden nicht gerne darüber, sie sehen da auch nicht gerne hin, aber die gezielte Massenvernichtung der Zivilbevölkerung hättte jeden Aristokraten in Angst und Schrecken versetzt: die wussten noch, woher das Brot wirklich stammt.

Wie nähert man sich nun dem Thema „Hexen“? Ich empfehle immer das Werk „Traumzeit“ von Hans Peter Duerr. Nun ist auch Duerr mit Vorsicht zu genießen, behauptet er doch allen Ernstes, unsere Kulturen würden sich nicht weiterentwickeln (siehe sein Werk: Der Mythos vom Zivilisationsprozess) und begeht so ein Sakrileg, das nach Bestrafung schreit: immerhin ist „Fortschritt“ eines der großen Dogmen des naturwissenschaftliche-materialistischen Weltbildes, dem wir als Menschen freiwillig viel von unsere Lebendigkeit geopfert haben, um perfekt funktionierende Teilchen einer großen, künstlichen Weltmaschine zu werden, welche die Welt bedauerlicherweise langsam aber sicher auffrisst … aber bis wir das merken, werden noch ein paar Jahre vergehen. Das unser eigenes Leben aufgefresen wird, können wir aber schon merken, wenn wir unser Arbeitsleben und unseren sonstigen Alltag genauer unter die Lupe nehmen.

Außerdem warnt auch Duerr selbst vor der Lektüre seines Buches:

Ich habe mit befreundeten Nachtschattengeistern gesprochen und sie bitten mich, dem Leser dieses Buches folgendes mitzuteilen:

1. Sie wollen nicht aus Jux und Tollerei gerufen werden. Wenn sie Lust verspüren, eine Bekanntschaft zu machen, dann werden sie es den Betreffenden schon wissen lassen.

2. Die Fahrkarte, die sie austeilen, sind bisweilen einfach, es fehlt die Rückfahrkarte.

(Aus: Traumzeit, Syndikat 1983, Seite 9).

Es ist eine Warnung, die sich in erster Linie auf den Gebrauch von Drogen bezieht – man kann sie aber auch auf die Beschäftigung mit dem ganzen Thema ausweiten.

Wieso?

Ein Namensvetter des Herrn Duerr, der Physiker Hans Peter Duerr, erklärt uns das in einfachen Worten, siehe Wikipedia:

„Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies vorzustellen. Primär existiert nur Zusammenhang, das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist. Nach Albert Einstein ist Materie nur eine verdünnte Form der Energie. Ihr Untergrund jedoch ist nicht eine noch verfeinerte Energie, sondern etwas ganz Andersartiges, eben Lebendigkeit. Wir können sie etwa mit der Software in einem Computer vergleichen.“

Gruselig, oder? Da will uns wieder jemand klar machen, dass die Erde eine Kugel ist … dabei wissen wir doch alle, dass man dann auf der anderen Seite herunterfallen würde. Ja – wie kennen das Gefühl, wenn uns die Wissenschaft Wahrheiten präsentieren möchte, die unseren persönlichen Anschauungen und Meinungen völlig zuwiederlaufen – aber ich kann Ihnen versichern: die meinen das ernst … und können auch aufgrund ihrer Forschungsergebnisse nicht anders denken. Nur wir sind da das Problem: wir sind zu blöd, dass zu begreifen.

Was hat das mit Hexen zu tun?

Nun – ganz einfach: die LEBEN in dieser Realität, in der es nur GEIST gibt: also die flüssige Form von Energie und Materie. Sie können damit fließen … und vielleicht sogar den Fluss steuern. Das jedenfalls dachten die anderen Menschen von ihnen, die ich jetzt mal die „Fragment-Menschen“ nennen möchte. Klaus Theweleit gebraucht diesen Begriff in dem Film von Mo Asumang (siehe ZDF – „Die Arier“). Er erklärt so das Körpergefühl von Neonazis, die sich „fragmentiert“ fühlen. Aus diesem Gefühl resultiert eine Grundangst, die zur Mobbildung (zur Schutzstaffel) führt, um den bösen Feind zu bekämpfen. Spüren Sie, wie wir jetzt gerade in die Nähe von „Hexenverbrennungen“ kommen? Ich würde diesen Begriff aber noch weiter ausführen und nicht nur auf Neonazis beziehen: immerhin verweist Klaus Theweleit nicht umsonst auf „Rockkonzerte“, die die gleiche Schutzfunktion haben wie die Waffen-SS: der Fragmentmensch sucht die gleichgeschaltete Masse, um sich vor der feindlichen Umwelt zu schützen. Ich denke: Fußballspiele, Talkshows, Demonstrationen und politische Parteien haben dieselben Funktionen.

Tja – welch´ Überraschung: jetzt sind wir doch schon mitten drin in der Welt der Politik … bzw. in der Welt der Angst, des Hasses, der Abscheu und der legitimierten Gewalt, die wir gerne nur bei den primitiven Nazis ansiedeln, die aber auch von „zivilisierten“ Nationen gegen ihre Feinde eingesetzt wird. Ein einfacher Grund für Weltkriege: der moderne, fragmentierte Mensch hat Angst vor der Wirklichkeit und schlägt deshalb immer mal wieder wild um sich.

Nun – wir wollten aber über Hexen reden – und nicht über den „faschistoiden Männertypus“ … den es wohl auch bei Frauen gibt.

„Hexen“ –  „Hagzussa“, „Hagetissen“, „Zaunreiterinnen“ – nehmen diese physikalische Wirklichkeit hinter der sinnlichen Wahrnehmung einfach so wahr. Was für uns Science Fiktion ist, ist für sie Alltag. Wir finden sie nicht grölend und besoffen in der tobenden Menge, sondern barfuss durch Wälder wandernd – allein, aber nie einsam, weil sie jenem flüssigen Geist hinter der Wirklichkeit, jener Quelle aller Lebendigkeit viel näher sind und beständig näher kommen wollen. „Allein“ ist ein Wort, das für sie zweierlei Bedeutung hat: neben der üblichen Bedeutung eben auch noch die des „All-Eins“ seins, mit allem eins werdend. Soziologisch betrachtet macht sie dass allerdings zu prädestinierten Opfern der Fragmentierten. Während der „faschistoide Männertyp“ kein von Innen heraus gewachsenes Ich als Mittler zwischen Welt und Es hat (siehe Erläuterungen der Arbeit von Klaus Theweleit bei Wikipedia), stellen sie jenen Mittler zwischen dem Stamm und dem Reich des Transzendenten dar, einen Mittler des „schamanischen“ Typus mit einer ganz besonderen Aufgabe: als Heiler sollen sie schädliche Auswirkungen der Fragmentierung beheben, als Seher die Umgebung jenseits der gefrorenen Welten des Geistes wahrnehmen, als Lehrer ihrem Stamm die transzendente Weltkarte entfalten und als Krieger die bösen Geister von den Menschen fern halten, die Krankheit, unfriedlichen Tod, Verzweiflung und … Krieg über die Menschheit bringen.

Und schon haben wir eine spannende Geschichte, oder? Nach 10 000 Jahren Menschheitsgeschichte hat der weiße Mann seine Hexen ausgerottet (in der Tat: die Hexenverfolgungen gerieten während der Neuzeit außer Rand und Band … als die Erde einen Kugel wurde und die kirchlichen Feiertage von 156 auf dröge ZWEI reduziert wurden: Weihnachten und Ostern), als Lohn dafür treiben ihn die bösen Geister in die häßlichsten Kriege der Menschheit, ohne die heilende Kraft der Hagzussa führt ihn sein fragmentierter Zustand permanent zu grausamsten Exzessen.

Eine fantastische Geschichte – oder? Sie ist sehr erfolgreich. George Lukas erzählt sie in seiner Star-Wars-Saga – und der Schöpfer des Herrn der Ringe entpuppt sich selbst als Zaunreiter, der uns in die Welten des flüssigen Geistes entführt … die eine Welt ohne Gott ist, aber voller Zauberei und Wunder. Fehlt die Hexe (oder der Jedi-Ritter), entgleitet die menschliche Gemeinschaft, fällt aus dem Rahmen, zerstört sich und ihre natürliche Umwelt letztlich selbst, der Ungeist des Faschismus entfaltet sich, die Menschen sind den Einflüsterungen der bösen Geister hilflos ausgeliefert … und werden zu soziopathischen Egomanen.

Beenden wir unsere kleine Reise hier. Wir sind auch schon viel zu weit über den Zaun geklettert – viel weiter als Anstand und Sitte uns erlauben, erst recht weiter, als das Dogma des maximalen Konsums (oder: Verbrauch) predigenden Geistes der Neuzeit uns gestatten wird – dementsprechend werden wir uns eine angemessene Portion Hass und Verachtung einfangen … Scheiterhaufen sind gerade out.

Ich für meinen Teil selbst – als Reiseleiter dieses Ausflugs – möchte für mich allerdings um Gnade bitten: ich bin Wissenschaftler, Philosoph, und als solcher der Wahrheit verpflichtet. Hier ist es der Herr Ogham, der mich dazu zwingt, dem Schamanismus mehr Gehör zu schenken als dem naturwissenschaftlichen Materialismus, sein Rasiermesser duldet keinen Unfug (siehe Wikipedia):

Steht man vor der Wahl mehrerer möglicher Erklärungen für dasselbe Phänomen, soll man diejenige bevorzugen, die mit der geringsten Anzahl an Hypothesen auskommt und somit die „einfachste“ Theorie darstellt. Es enthält ebenso die Forderung, für jeden Untersuchungsgegenstand nur eine einzige hinreichende Erklärung anzuerkennen.

Jetzt schauen Sie sich mal an, mit wie vielen Bänden die „Wisssenschaft“ die Unausrottbarkeit von Kriegen beschreibt – und nach jedem neuen Krieg wieder vor einem Scherbenhaufen steht. Der gesamte geisteswissenschaftliche Bereich der Menschheit ist nur darauf ausgerichtet, Frieden zu schaffen: seit dem 19. Jahrhundert – der Erfolg ist so groß, dass man mitlerweile die Abschaffung dieser Wissenschaften fordert, weil „reden nichts bringt“.

Schauen wir uns hingegen die einfache Eleganz der Theorie der Zaunreiter an: gefrorener Geist wird manchmal schlecht – und das wirkt sich ungesund auf das Gemüt aus, verhindert den Aufbau eines gesunden Ich und führt letztlich zu Weltkriegen und Umweltvernichtung. Es ist eine einzige Erklärung, braucht nur eine physikalisch schon seit Einstein untermauerte Hypothese und freundet uns mit jenen Menschen an, die wir heute aus lauter Unverständnis (und dem Resultat der Abwesenheit des schamanischen Lehrertypus, der Weltbild und Erfahrungen in Einklang bringen könnte) in die Psychiatrie sperren: so gehen halt heute die Fragmentierten mit den All-Einen um.

Also – wenn man mich fragen würde … gerade an einem historisch bedeutsamen Tage wie heute … ich würde schon dafür plädieren, mehr Hexen in die Politik zu lassen. Die brauchen auch nicht so viele Diäten. Mal ehrlich: was können die denn schon noch verkehrt machen, was nicht schon längst fürchterlich verkehrt läuft?

Und immerhin gehen diese physikalischen Erkenntnisse uns alle an … auch wenn wir nicht daran glauben und die Kenntnis davon gerne verdrängen: wir alle müssen vom nun „gefrorenen“ Status wieder in den flüssigen zurückkehren, ewiges Leben ist nicht vorgesehen und wahrscheinlich auch äußerst ungesund. Wäre schon schön, wenn wir im Falle unseres Todes eine gewissen Meisterschaft in der Veränderung des Aggregatzustandes erlangt hätten … damit beim auftauen nichts schiefgeht. Habe schon mal gehört, dass das die einzige reale Form von Hölle sein soll, die Menschen erleben können.

Aber das … ist ein anderes Thema – und für Zaunreiter überhaupt nicht von Belang, denn die … können Schlittschuh laufen und schwimmen.

 

Das Einfamilienhaus: Egotempel, Falle und Gefängnis. Über den Eigenheimterror in Deutschland.

Das Einfamilienhaus: Egotempel, Falle und Gefängnis. Über den Eigenheimterror in Deutschland.

Sonntag, 8.9.2013. Eifel. Kein schöner Tag. Seit acht Jahren genieße ich die Aussicht auf eine wunderschöne Allee, die nun der Säge zum Opfer gefallen ist.  Holland braucht Raum, es wird zu klein für seine Einwohner – deshalb können Holländer mit großer Unterstützung des Staates in Deutschland Land kaufen … der Grund, warum in unserem Umfeld die letzten Jahre fast nur noch Holländer Land und Häuser kaufen. Man merkt vor Ort deutlich, wie arm Deutschland geworden ist. Wie für Invasoren üblich, kümmert man sich nicht um gewachsene Strukturen vor Ort, sondern macht alles platt, was einen stört – so auch die über sechzig Jahre lang gewachsene Allee. Die hatte halt Pech – und wir erleben hier vor Ort ein wenig von dem, was tagtäglich in den Wäldern des Amazonas geschieht. Zeit, sich ein wenig Gedanken zu machen über eine ganz besondere Art des Terrors: den Eigenheimterror.

Nicht, dass er nicht schon längst beschrieben wurde. Zuerst habe ich von ihm von durch einen Banker erfahren, der mit einer mit mir befreundeten Ärztin liiert war und sich deshalb etwas weiter öffnete, als es normalerweise der Fall ist:

„Gebe einem Mann ein Haus und ein Kind – und er ist den Rest seines Lebens Sklave“. 

So denkt man in den Führungsetagen des Kreditvertriebes über die Eigenheimkultur in Deutschland … und wir haben hinreichend Material um zu sehen, wo die Ursache für die fortschreitende Lähmung bürgerlichen Selbstbewußtseins und das weitläufige Desinteresse der Bevölkerung an politischen Entscheidungen zu sehen ist: sie sind Sklaven ihrer eigenen Lebensweise geworden.

Die Eigenheimkultur ist eine Fluchtkultur. Zuerst flüchtet man aus dem Zimmer, das man bei seinen Eltern hat. Dann flüchtet man aus der Mietwohnung, weil der Vermieter unerträglich ist. In der Eigentumswohnung merkt man dann, dass die Nachbarn auch nicht besser geworden sind und träumt fortan vom Haus. Ist dieses erst erbaut – der Traum des Lebens erfüllt – merkt man nach kurzer Zeit mit Schrecken: es sind immer noch Menschen in der Nähe. Das Grundstück grenzt an Grundstücken des Nachbarn … und zwar für ewig. So viel Energie wurde investiert, um dem Mitmenschen zu entkommen – was letztlich dazu führte, das man hoch verschuldet für immer und ewig an ein Ekel gebunden ist.

Und ein Ekel gibt es dort fast immer. „Die werden zugeteilt“ meinte ein Arzt zu mir, der sein Leben lang mit Klagen überzogen wurde … wegen einem Unterstand für sein Auto.

Das Ekel in der Nachbarschaft ist auch keine Ausnahme – es ist die Regel. Sie hat mit unserem Menschenbild zu tun, mit unserer neuen Religion. Um das zu verstehen müssen wir sehr weit ausführen: die Ursachen dieser Entwicklungen findet man vor über vierhundert Jahren. Sicher, in den Schulen wird etwas anderes gelehrt: „Im Mittelalter gab es Hexenverbrennungen“ – wurde dort gelehrt. Nun – das ist eine Lüge. Ebenso ist es eine Lüge, dass die Kirchen die Hexenverbrennungen vorangetrieben haben, aber wir müssen leider damit leben, dass Geschichte immer von Siegern geschrieben wird und deshalb mit „Wahrheit“ nicht viel zu tun hat.

Lauschen wir mal Silvia Federici zu diesem Thema, zitiert bei Faszinationmensch:

Rationalismus und Mechanizismus waren also nicht die unmittelbare Ursache der Verfolgungen, obwohl sie dazu beitrugen, eine der Ausbeutung der Natur gewidmete Welt zu schaffen. Wichtiger war, dass hinter der Anstiftung zur Hexenjagd das Bedürfnis der europäischen Eliten lag, eine ganze Existenzweise auszumerzen. Diese Existenzweise bedrohte im Spätmittelalter die politische und wirtschaftliche Macht der Eliten. Als sie ihre Aufgabe erreicht hatten – als die Disziplin wiederhergestellt worden war und die herrschende Klasse ihre Hegemonie gefestigt hatte -, gingen die Hexenprozesse zu Ende. Der Glaube an die Hexerei konnte sogar zum Gegenstand von Spott, als Aberglaube verworfen und schon bald aus dem Gedächtnis getilgt werden. 

Es gab einen gewaltigen Paradigmenwechsel, über den wir in der Schule leider nicht aufgeklärt werden – obwohl er sich in unserem Alltag direkt in dem Einfamilienhausterror der Speckgürtel der Großstädte niederschlägt.

Merchant zufolge beinhaltete dieser Paradigmenwechsel die Verdrängung eines organizistischen Weltbildes, das die Natur, Frauen und die Erde als fürsorgliche Mütter betrachtet habe, durch ein mechanizistisches, das sie zu “dauerhaften Ressourcen” abgewertet habe, wodurch sämtliche ethische Beschränkungen ihrer Ausbeutung verloren gegangen seien 

Eine Folge dieses Weltbildes: Natur verlor ihre Heiligkeit, wurde nichtswürdige, tote Materie. Mit der konnte man verfahren wie ein sadistischer Psychopath:

Die Frau-als-Hexe wurde Merchant zufolge verfolgt, weil sie die “wilde Seite” der Natur verkörperte: alles, was in der Natur ungeordnet, unkontrollierbar und daher mit dem von der neuen Wissenschaft in Angriff genommenen Projekt unvereinbar war. Ein Beleg für den Zusammenhang zwischen den Hexenverfolgungen und dem Aufstieg der modernen Wissenschaft sieht Merchant in den Werken Francis Bacons, der als einer der Gründungsväter der neuen wissenschaftlichen Methode bekannt ist. Merchant zeigt, dass Bacons Vorstellung von der wissenschaftlichen Untersuchung der Natur am Verhör gefolterter Hexen orientiert war: Die Natur wird als Frau dargestellt, die es zu erobern, zu entschleiern und zu vergewaltigen gilt 

Anstelle einer Architektur, die sich harmonisch in die Landschaft fügt und so alle Menschen erquickt, trat die Architektur des Ego, die zwar die Sinne vergewaltigt, aber der Selbstverwirklichung eines jeden Soziopathen diente.

Ja, das ist ein weiterer Aspekt der Eigenheimkultur: sie dient der Vergöttlichung des Ego, soll – jedenfalls offiziell – der Höhepunkt der menschlichen Existenz sein. Das man nebenan einen Nachbarn mit einem ebensogroßen Ego automatisch mitgeliefert bekommt, wird nicht erwähnt, ebenso wenig wie die Tatsache, dass sich Egomanen für keine Art von Gemeinschaft eignen und der Nachbarschaftskrieg somit vorprogrammiert ist. So flüchtet man vor den Egomanen in der Nachbarschaft mit größter Anstrenung, bis man sie zum Schluss ewig an sich gekettet jenseits des Gartenzauns vorfindet – und von ihnen oft schlimmer observiert wird als selbst von der NSA. Wie wohltuend ist da auf einmal die Erinnerung an die Anonymität des Hochhauses, wo Nachbarn in Massen vorhanden sind, aber meist unsichtbar vor sich hin leben.

Außerdem braucht die Wirtschaft Lagerraum für Milliarden unnützer Dinge, die tagtäglich produziert werden und halt irgendwo hin müssen: da reicht der normale Wohnraum nicht aus. Das Ego braucht seinen Tempel, in dem es seinen eroberten Krempel verstauen kann. Einen Krempeltempel, sozusagen.

Verkauft wird eine Illusion von Freiheit und Unabhängigkeit, am Besten noch garniert mit einem kleinen Selbstversorgertraum hintendran … dabei ist jedem klar, dass diese Minigärten im Falle des Zusammenbruchs der öffentlichen Versorgungsstrukturen gegen die Millionen Menschen aus den Städten nicht zu verteidigen sind, noch über ausreichend Leistung verfügen, die Bewohner des Hauses hinreichend zu versorgen. Aber das Ego braucht solche Träume – so unrealistisch und unwirklich sie auch sein mögen. Es vergöttert sich selbst, sieht sich selbst als Krone der Schöpfung – entgegen christlichen Schöpfungsverständnisses, das den Menschen als eher als Landheger verstand, kommt ein Geschöpf, dass der Welt mit brutaler Gewalt seinen Willen aufzwingt, um endlich zum Ziel zu kommen: dem Ort, der nur der Verherrlichung seines eigenen Ich dient, der Demonstranz seiner persönlichen Überlegenheit über den ganzen Rest der Menschheit, dem Symbol für seine eingebildete Unabhängigkeit vom Rest des Universums.

So zeigt sich auch der Mythos der Aufklärung als extrem verlogen: es ging nie um Wahrheit. Es ging auch nie um Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit, Frieden oder Wohlstand für alle – es ging um einen Paradigmenwechsel, der uns die schlimmsten, perversesten Kriege der Menschheit brachte, die – im Gegensatz zu früheren Kriegen – auf die gezielte Vernichtung der Zivilbevölkerung setzten … und auf die industrielle Massenvernichtung von sogenannten Staats- und Volksfeinden.

Vorbei die Zeiten, wo die Kirche noch einen Gottesfrieden ausrufen konnte, der Frauen und Waisen schützte: der Krieg der modernen, aufgeklärten, demokratischen Welt hat gerade die Zivilbevölkerung zum Ziel, nur ihrethalber entwickelte die Wissenschaft – stets willige Hure der „Elite“ – „Massenvernichtungswaffen“. Heute ist Kirche selbst eine Existenzform, die gezielt zum Gegenstand von Spott geworden ist und als Aberglaube bekämpft wird, ihr Ende in den nächsten zweihundert Jahren ist abzusehen – so wie man auch ausrechnen kann, dass Deutschland im Jahre 2800 komplett zugebaut worden sein wird (siehe Umweltschulen), wenn niemand die Einfamilienhauskultur stoppt, in der jeder sein eigenes Königreich schaffen will.

Nun – so lange werden wir allerdings nicht durchhalten. Neben dem Flugzeug und dem Auto ist das freistehende Eigenheim die größte Umweltsünde, die man begehen kann: keine andere Wohnform verbraucht soviel Energie, keine ist so umweltschädlich wie diese – da nützt es auch nicht viel, wenn man als Ausgleich drei Solarplatten aufs Dach nagelt und Regenwasser in der Tonne sammelt.

Eine Bewegung hin zu neuen, energieeffizienten Wohnformen, die auch das menschliche Miteinander (z.B. die grassierende Vereinsamung alter Menschen in ihren verfallenden Egotempeln) wieder fördert, sucht man vergebens. Hier herrscht nicht Ratio, sondern eine neue Religion, die als Antireligion daherkommt, aber ansonsten nichts anderes ist als eine Bewegung der Selbstvergötterung und Selbstverherrlichung des Menschen, der allen Anforderungen seiner neuen Ideologie im Prinzip nur dann befriedigen kann, wenn er sich – äußerst asozial – am Eigentum der Gemeinschaft bereichert.

Wir haben einen König den Kopf abgeschlagen und dafür eine Million neue Könige bekommen, die im stetig wachsenden „Speckgürtel“ der Großstädte fortschreitend Land fressen und Landschaft zersiedeln: ein größeres Programm zur Vernichtung der natürlichen Lebensumwelt der Menschheit hat es nie gegeben – auch wenn das römische Imperium in dieser Hinsicht schon gezeigt hat, wie schnell man ganze Landstriche in Wüste verwandeln kann.

Wir wissen das (nochmal: Umweltschule)

„Der seit Jahren konstant hohe Flächenverbrauch frisst nicht nur wertvolle natürliche Lebensräume auf. Er wird auch immer mehr zu einem finanziellen und sozialen Risiko für Bund, Städte und Gemeinden. Permanent werden neue Gewerbe- und Siedlungsgebiete erschlossen, deren Bedarf vielfach nicht mehr gegeben ist. Menschen und Gewerbe wandern derzeit aus den Innenstädten ab. Diese veröden, die Fixkosten für die Infrastruktur – wie etwa die Wasserversorgung – bleiben aber gleich. Die zwangsläufig steigenden Gebühren müssen immer weniger Menschen zahlen. Im Ergebnis dieser Entwicklung ist zu befürchten, dass in den Innenstädten zunehmend Problemquartiere entstehen, weil eher sozial Schwache zurückbleiben. „Der wachsende Wohnungsleerstand in den Städten führt uns vor Augen, dass wir uns umorientieren müssen. Die Innenstädte müssen lebenswerter werden“, so Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes.“ (Umweltbundesamt 2004)

Warum trotzdem nichts geschieht, versteht man nur, wenn man die historischen Dimensionen  sieht, die Folgen des Paradigmenwechsels  und den Nutzen der Eigenheimkultur für die Elite – und den Staat.

Vor einigen Monaten erst warnte das Handelsblatt in einer kleinen Meldung am Rande (mehr erlaubt der Pakt mit Merkel nicht, der verlangt, über die Krise zurückhaltend zu berichten) über die Risiken, die mit dem Immobilienerwerb in Deutschland verbunden sind. Als Anlageform sei das völlig ungeeignet – es sei denn, im ganz großen Stil. Das private Einfamilienhaus jedoch ist ein enormes Risiko, wie in Deutschland immer mehr Menschen erleben. Neben den Arbeitslosen sind es die Eigenheimbesitzer, bei denen man groß abkassieren kann. Sie können nicht weg – ein Segen für die hoch verschuldeten Gemeinden in Deutschland. Hier läßt sich – über Grundsteuer B – ungeniert in die Taschen der Bürger greifen, die sich in der überwiegenden Mehrheit dem Zugriff des Fiskus nicht entziehen können: dafür braucht man schon ein paar Millionen und gute Freunde in der Politik.

Das dieses Einfamilienhaus nur eine böse Falle ist, merkt man in aller Regel erst zu spät. Wer sollte einem das auch sagen? Niemand bezahlt diese Art von Aufklärung, während von dem Kult um den Egotempel viele Industriezweige sehr gut leben, er ersetzt den vielfältigen Lebenszweck, den man dereinst in jeder Form von Mystik, Religion, Naturmagie, Kontemplation oder Meditation fand … oder in dem fruchtbaren Miteinander lebendiger Gemeinschaften.

An ihre Stelle ist eine Kultur des Todes getreten (der konsequenterweise unter Ignoranz aller Fakten ganz im Sinne des neuen Paradigmas absolut vernichtendes Ende definiert wird, um den Menschen auch die allerletzte jenseitige Hoffnung zu nehmen), eine Kultur der Verwüstung, Vergewaltigung und Ausbeutung, die nicht im Mindesten mehr versteht, was der Begriff  „Würde des Menschen“ eigentlich aussagt.

Und so verbreiten sich die Speckgürtel der Städte – auch in der Eifel. Autobahnen und Autokultur machen es möglich – auch der grüne Leistungsträger sucht hier sein eigenes, persönliches Paradies, fernab vom Urnenpöbel, von dessen Konto man so gerne abbuchen läßt (dank an Lisa Fitz für diese schönen Begriffe).

Ja – und hier merkt man dann auch, dass ein politisches Kartellamt nötig wäre, denn in den Speckgürteln formieren sich die überparteilichen Allianzen der Superegos, „die es geschafft haben“  – oder es sich zumindest einbilden und hemmunglos Landfraß betreiben, um sich formvollendet selbst auf größtem Fuße  zu verwirklichen.

Wie glücklich das macht, sieht man an der Verrohung ihrer Kinder und an der Tatsache, dass sie ihr Leben ohne Urlaub überhaupt nicht mehr aushalten: die Krönung des modernen deutschen Lebens ist die totale Flucht vor ihm: so weit wie möglich und so lange wie möglich. Der Urlaubskult wäre ohne den Eigenheimterror undenkbar – und der Eigenheimterror wäre ohne Urlaubskult nicht mehr zu ertragen: obwohl man sein ganzes Leben nach dieser Lebensform gestrebt hat, will man am Ende nur noch eins:

möglichst oft fort von ihr.

Die Elite begrüßt dies aber: je mehr Leute dort gefangen sind, umso geringer ist der politische Widerstand. Sollte er mal wachsen, kann man einfach die Grundsteuer erhöhen und es ist wieder Ruhe im Land.

PS: der Autor dieser Zeilen bekennt sich dazu, dass er alle beschriebenen Wohnformen selbst durchlebt hat. Ich schreibe also aus Erfahrung.

 

 

 

 

 

NSU ist toll!

Mittwoch, 19. Juni 2013. Eifel. Und Deutschland. Letzteres ist ein ganz besonderes Land - wir reden allerdings nicht gerne darüber. Ist uns irgendwie ein bischen peinlich. So etwas wie Nationalstolz wollen wir öffentlich gar nicht mehr entwickeln, es sei denn beim Fußball, wo wir regional uralte Stammeskulturen und Hordenstrukturen wiederbelebt haben. Über das Wesen dieses Landes erzählen die deutschen Moore eindrucksvolle Geschichten: sie sind voll mit Leichen von Männern, Frauen und Kindern, gefesselt, erdrosselt, erstochen, manche ohne Kopf - der Deutsche hat sich abreagiert. Tacitus zufolge war dies der Umgang mit Kampfscheuen, Feiglinge und Unzüchtigen - letztere waren wahrscheinlich schwul, auch heute noch ein Riesenproblem in Germanien, vor allem bei den Mitläufern der Stammeskulturen (zu den Germanen siehe: Arnulf Krause, Die Geschichte der Germanen, Seite 128 ff). Feige, schwule, kampfscheue Kinder und Frauen gehören auch einfach hingerichtet - ich glaube, da wird auch heutzutage nicht mehr groß diskutiert.

Mittwoch, 19. Juni 2013. Eifel. Und Deutschland. Letzteres ist ein ganz besonderes Land – wir reden allerdings nicht gerne darüber. Ist uns irgendwie ein bischen peinlich. So etwas wie Nationalstolz wollen wir öffentlich gar nicht mehr entwickeln, es sei denn beim Fußball, wo wir regional uralte Stammeskulturen und Hordenstrukturen wiederbelebt haben. Über das Wesen dieses Landes erzählen die deutschen Moore eindrucksvolle Geschichten: sie sind voll mit Leichen von Männern, Frauen und Kindern, gefesselt, erdrosselt, erstochen, manche ohne Kopf – der Deutsche hat sich abreagiert. Tacitus zufolge war dies der Umgang mit Kampfscheuen, Feiglingen und Unzüchtigen – letztere waren wahrscheinlich schwul, auch heute noch ein Riesenproblem in Germanien, vor allem bei den Mitläufern der Stammeskulturen (zu den Germanen siehe: Arnulf Krause, Die Geschichte der Germanen, Seite 128 ff). Feige, schwule, kampfscheue Kinder und Frauen gehören auch einfach hingerichtet – ich glaube, da wird auch heutzutage nicht mehr groß diskutiert.

Auch im Mittelalter zeigte sich der Deutsche von seiner besten Seite – hier waren die Hexen und Zauberer dran, vor allem aber die Frauen. Es gibt viele Legenden über die Hexenverbrennungen in Deutschland: den Anwälten versprach die Vernichtungsmaschine ein gutes Einkommen, den Ärzten schuf sie Konkurrenz aus dem Weg, manch ein neidischer Nachbar konnte sich so ein zusätzliches Stück Land ergattert und vor allem konnte die eigene Frau die hübsche Nachbarin so bequem entsorgen. Gerne schob man das später der Kirche in die Schuhe, dabei hatte die Kirche schon 500 Jahre zuvor im canon episkopi jeglichen Budenzauber für Einbildung erklärt. So fand der Hexenhammer nie Einlass ins kirchliche oder weltliche Recht, es blieb eine kleine Sarrazinade am Rande, die einem vielfach gescheitertem Mönch ein kleines Einkommen bescherte.  Triebkraft des Hexenwahns war aber – der einfache Deutsche vor Ort, der den ganzen Tag nichts Besseres zu tun hatte, als seine Mitmenschen wegen Hexerei anzuklagen – ohne wirklich zu verstehen, was das eigentlich ist.

Später nun – Hexen und Zauberer waren alle – kamen die Juden dran. Millionen von ihnen. Nach altgermanischer Tradition warf man auch ihnen Zauberwerk vor, ihre Vernichtung wurde aber mit typisch preußischer Effizienz in großen Industrieanlagen vollzogen und nicht auf dem freien Feld.

Wieder später – Juden waren alle – konzentrierte man sich auf langhaarige Studenten, die man leider nicht so in Serie erschießen konnte, wie man gerne wollte – die Siegermächte waren noch sehr präsent in Deutschland.

Langhaarige Studenten waren auch bald alle, deshalb mussten neue Ziele her. Immer noch eingebunden in jene Konventionen, welche die westlichen Siegermächte dem Westen Deutschlands als Grundgesetz übergestülpt hatten, konnten sie nicht ganz so mit ihren neuen Opfern verfahren wie die alten Germanen mit den Schwulen, aber man konnte neue Genozide und Meuchelmorde zumindest schon einmal vorbereiten. Ausländer waren die neuen Opfer. Gerne wollte man sie so richtig schön bei lebendigem Leibe verbrennen – schon immer ein Mordsgaudi für den ganzen Stamm – doch das verbot das Grundgesetz der Siegermächte. Ein paar Versuche in diese Richtung sind jedoch lokal gelungen, das eine oder andere Heim wurde angezündet, auch wurden gerne ganze Familien in ihren Häusern verbrannt – der Deutsche war wieder so richtig in seinem Element.

Aber natürlich ist der Deutsche nicht froh, wenn er nicht auch gleichzeitig ein paar aus seinen eigenen Reihen aussondern kann. Als klar wurde, dass aus der großen nationalen Ausländerhatz nichts wurde (auch weil Türken wehrhafter waren als Juden), wählte man den Arbeitslosen als Unhold aus, der ins Moor gehörte, wo auch schon die anderen Feiglinge, Kampfscheuen und Unzüchtigen waren.

Man dachte nun: das kann doch nicht wahr sein. Dieses Volk, dass in Musik und Philosophie einsame Weltspitze ist, kann doch nicht zum überwiegenden Teil nur aus hirnlosen Barbaren bestehen?

Leider leider leider scheint dies aber doch der Fall zu sein. Hören wir die Erlebnisse einer Frau, die keine Hexe ist, keine Jüdin, keine Ausländerin und keine Arbeitslose, Erlebnisse, die ganz aktuell sind:

Ich selber habe erlebt, wie Menschen um den Wagen herumschleichen und immer auf den Schriftzug zeigen, mit dem Kopf schütteln und davor spucken. War leider nicht schnell genug da, um denen meine Meinung zu geigen. 

Neulich stand ich an einer Ampel und ein kleiner Trupp Männer überquerte die Strasse. Erst mal war es ‚Ohhh, blonde Frauen im alten, goldenen Wagen. Dann auf Höhe der Stossstange fiel der Blick aufs Emblem. Ich war froh, dass es tagsüber war, wir 2 Frauen waren und noch kein Platz für Alkohol gab. So bösen und finster bin ich in meinem ganzen Leben noch nie angeschaut worden. 

Einem Clubkameraden haben se angepöbelt, weil sein Hund NSU Biene am Geschirr eingenäht hat. Ein andere wurde wegen einer Kappi aus einem Restaurant geschmissen. 

Letztes Jahr war das internationale NSU Treffen in Neckaraulm. Ein Motorradclub hat auf dem Weg dorthin in einem Hotel übernachtet, Grill und Clubstand aufgebaut. Ende vom Lied war ein riesiges Polizeiaufgebot.

Was war geschehen?

Nun – jahrelang waren – vom Verfassungsschutz erkannt aber unbehelligt – junge Deutsche losgezogen und hatten das Ausländerproblem auf germanische Art erledigt: sie haben sie reihenweise erschossen. Niemand in Deutschland kam auf die Idee, diese Morde in einen Zusammenhang zu bringen. So etwas gilt auch schnell als  „Verschwörungstheorie“ (ein anderes Wort für kriminalistische Arbeit) und „Verschwörungstheorien“ sind in diesem Land extrem verpönt, die Verschwörer bestehen hier mit Nachdruck darauf, ungestört arbeiten zu können.

Natürlich haben diese Deutschen ihre Fans, ganze Unterstützergruppen sogar – mutmaßlich aus Treue der alten germanischen Kameradschaft gegenüber auch bei Polizei und Verfassungsschutz – ABER: diese Fans haben keine Fan-Kappen, keine Annäher, keine eigene Auto- oder Motorradmarke!

Dem Deutschen – so scheint´s – ist dies jedoch egal, er macht weiter wie eh und je, Hauptsache: Menschenjagd und Opfer bringen.

Zwar ist er stolz auf seine Automobilgeschichte, doch wie üblich hat der durchschnittliche Stammestölpel keine Ahnung von der Materie, es wäre ihm wahrscheinlich auch egal. Wer hat schon geprüft, ob Hexen wirklich auf Besen reiten konnten? Ob Juden wirklich Babyfleisch aßen? Ob langhaarige Studenten wirklich alles Kommunisten waren, Ausländer böse Invasoren oder Arbeitslose biertrinkende TV-Dauerglotzer?

Natürlich wird ein IT-Ingenieur, ein Rechtsanwalt, ein Schauspieler oder ein angestellter Lehrer nicht gleich vollkommen asozial, nur weil er gekündigt wurde – aber was interessiert das den Deutschen? Ständig auf der Suche nach neuen Beutetieren streift er durchs Land – und hat endlich wieder eins gefunden:

den NSU-Fahrer.

NSU ist eine 1873 gegründete deutsche Automobil- und Motorradfabrik, die in den fünfziger Jahren sogar der erfolgreichste Motorradhersteller der ganzen Welt war. Sie brachte uns unseren eigenen kleinen Prinzen, in dem wir König sein durften – oder den legendären RO 80 mit Wankelmotor, ein Spitzenprodukt deutscher Ingenieurskunst. Schon ab 1901 produzierte das Unternehmen (das sein Namenskürzel aus „Neckarsulm“ ableitete – siehe Wikipedia) Motorräder.

Es gibt Menschen, die aus reiner Nostalgie („Sozialromantik“ würde man das heute nennen) diese alten Schätzchen pflegen … und auf einmal ganz unvorbereitet auf das wahre Wesen des Deutschen stoßen.

Die oben geschilderten Erlebnisse sind keine Einzelfälle. Die Quelle bleibt wie üblich geheim – immerhin handelt es sich um einen bekennenden NSU-Fan.

Der NDR bestätigt diese Erfahrungen – schlimm, dass sogar die Polizei darauf hereinfällt:

Bei Jens Rüter aus Bad Iburg zum Beispiel stand eines Tages die Polizei vor der Tür, weil er eine NSU-Fahne gehisst hatte. Irgendjemand hatte die Beamten alarmiert. Auch die Fan-Tasse lässt Rüter mittlerweile lieber Zuhause und nimmt sie nicht mit zur Arbeit. Christa Temme aus Hilter trägt ihr T-Shirt zumindest nicht mehr allein in der Öffentlichkeit. Darauf steht „NSU Freunde Bramsche“.

Es bleibt aber nicht nur bei harmlosen Erlebnissen. Hören wir noch mal, was unser Zeuge zu berichten hat:

In Süddeutschland wurde wohl ein Ro auch schon abgefackelt. 
Die Menschen haben Angst vor uns Oldtimerfahren und das nur, weil die Presse das Kürzel so in den Dreck gezogen hat. Audi bat darum, das Thema klein zu halten, das würde sich schon wieder beruhigen. Hat aber selbst bei Audi Tradition alles von NSU verbannt.

Klein halten möchte das auch der NDR. Ist ja keine große Sache in Deutschland, wenn einem das Auto abgefackelt wird, man aus Restaurants fliegt und nur noch mit Angst durch die Straßen gehen kann.

Es ist aber nicht nur ein norddeutsches Problem. Schön wäre es, denn dann könnte man sage: prima, die Fischköppe waren sowieso schon immer etwas seltsam.

Hören wie die Süddeutsche Zeitung dazu:

Mit dem NSU-Wappen versehene schwarze Kappen werden von den Clubmitgliedern nicht mehr getragen. Einer gibt zu: „Ich parke meinen NSU Prinz nicht mehr unbeaufsichtigt auf der Straße.“ Bedrückt registrieren Clubfreunde, dass Nürnberg an städtischen Fahrzeugen das Kfz-Kennzeichen N – SU ändern lässt und Zulassungsstellen die Buchstabenkombination nicht mehr ausgeben.

Ist das nun zu „antideutsch“ gesehen?

Ich fürchte nicht. Als Deutscher, der hier schon über fünfzig Jahre lebt, Land, Sprache und Leute liebt, kann ich keinen anderen kleinen gemeinsamen Nenner finden als: die sind so, die Germanen. Es gibt da wohl irgendeinen genetischen Defekt, gegen den die meisten nicht mehr Kraft ihres Verstandes vorgehen und ihn im Zaum halten können, der den Urdeutschen dazu anhält, dass Andere, das Fremdartige, das „Böse“ zu vernichten, seien es nun friedliebende Hippies, harmlose Juden oder unschuldige Arbeitslose.

Das hört ja auch heute nicht auf: Juden nennt man heute „Zionisten“ und wünscht sich die Auslöschung Israels mit der gleichen unkritischen Begeisterung, wie man früher deren Läden in der Nachbarschaft geplündert hat, gegen Arbeitslose wird mit Begriffen gewettert, die original im „Stürmer“, dem Kampfblatt der NSDAP zu finden sind und das Ausländer trotz Gyros, Kebab und Pizza unser Untergang sind, gilt inzwischen als gesichert.

Das seltsame Benehmen hat auch nichts mit „rechts“ oder „links“ zu tun – der nationalsozialistische Untergrund ist ja wohl eindeutig rechts … es sind also die linken Hexenjäger, die sich hier unkritisch und hemmungslos blöde an Oldtimerfans abarbeiten.

Vielleicht kann mir aber jemand helfen – vielleicht irre ich mich ja und es gibt einen guten Grund, weshalb wir die Firma NSU (und all´ die ähnlichen Autokennzeichen) jetzt völlig aus unserem Leben verbannen müssen … während gleichzeitig allgemeine linke Kritik an Israel völlig unkritisch komplette NPD-Positionen übernimmt (siehe Publikative.org).

Mir fällt nur einer ein: die gute alte germanische Menschenopfertradition, die Rohmaterial braucht.

Wer nun denkt, dass alles sei allenfalls skuril, dem sei gesagt: dieses historische Bild vom Deutschen ist in den Köpfen vieler gebildeter Deutscher und vieler ausländischer Beobachter, die deshalb den massenhaften Zuzug ausländischer Mitmenschen sehr begrüßen und in die Tat umsetzen – in der Hoffnung, so ein neues organisiertes Auferstehen des deutschen Ungeistes feiern zu können.

Vielleicht haben sie ja recht – mir jedenfalls gibt diese NSU-Posse sehr zu denken … wie man sieht.

 


 

 

HEXENGEWISPER

Eine märchenhafte Fälschung?

Autor: U. Gellermann
Datum: 06. März 2012

Kann ich hexen? Es ist die sprachgebräuchliche Hexerei, die in unserem Wortschatz angelagert ist, wie viele andere Märchenfiguren auch: Der Dornröschschlaf existiert immer noch, obwohl unsere Kindheit längst hinter uns liegt, wenn wir ein verschnarchtes Projekt kennzeichnen wollen, auch das Aschenputtel steht zur Verfügung, um einen hässlichen Start zu markieren, der sich dann aber in prinzessliche Höhen aufschwingt und die böse Schwiegermutter lebt sogar dann fort, wenn jemand betont, er habe aber eine wirklich gute Schwiegermutter. Und wenn jemand behauptet, ein anderer habe Kreide gefressen, dann wissen wir: Der sollte besser nicht gewählt werden. In Michael Maars Buch „Hexengewisper“ sind sie fast alle versammelt: Die Märchen, die wir kennen. Er fragt nach ihrer Herkunft und Bedeutung, um uns mit einer Reihe von überraschenden, manchmal fantastischen Antworten zu beehren.

Maar ist ein Illusionszerstörer: Hatten wir doch alle gedacht, die Märchen seien dem deutschen Volksgut entsprungen und so etwas wie ein nationaler Schatz, weist der unerbittliche Autor nach, dass die Brüder Grimm ihre Märchen abgeschrieben haben: Bei Charles Perrault letztlich, einem französischen Schriftsteller und Beamten, finden sich bereits 1697 das Rotkäppchen, der gestiefelte Kater, das Aschenputtel und eine Reihe anderer Motive, die von den Grimms erst 1812 herausgegeben wurde. Maar glaubt, die Brüder hätten sie in ihrer französischen Fassung auf den Nachttischen höherer Töchter gefunden. Eine delikate Variante, die leider ohne nähere Erklärung bleibt. Dass Ludwig Thieck den Perrault bereits 15 Jahre zuvor in einer deutschen Fassung bei Nicolai herausbrachte, ist dem Autor entgangen.

Nicht entgehen lässt sich der Autor die mögliche Herkunft der Märchen aus der Vorzeit: Ist der Frosch – der mal geküsst, mal an die Wand geworfen wird – nicht in vielen Mythen der Welt ein Fruchtbarkeits-Symbol? Findet sich nicht das zentrale Motiv des Brutalo-Märchens vom „Machandelbaum“ schon in der Zerstückelung des ägyptischen Gottes Osiris? Ist die abenteuerliche Reise, von einem, der auszog das Fürchten zu lernen oder von dem, der einen Goldklumpen so lange tauscht bis er ihm als Stein vom Herzen fällt, nicht bereits in den Erzählungen der Höhlenmenschen angelegt, wenn sie denn von der anstrengenden Mammutjagd zurück kommen und die Beute durch ihre Erzählungen vergrößern? In vorzüglichem Deutsch reiht Maar eine Vermutung an die andere, bleibt beweisbare Verbindungen gern schuldig und mag uns nicht sagen, wann und wo er denn die Gespräche der Höhlenmenschen mitgeschnitten hat.

Was wissen wir von Michael Maar? Dass er der sprachmächtige Sohn von Paul Maar ist, der sich Mitte der 60er Jahren eine Reihe von Märchen ausgedacht hat. Darunter auch eine Neufassung von Hänsel und Gretel, in der die Rollen umgeschrieben sind: Die Hexe ist gut und die Kinder sind böse. Und wir wissen auch, dass wenige Jahre zuvor Hans Traxler eine Wissenschaftssatire geschrieben hat, in der Hänsel und Gretel der Hexe das Lebkuchenrezept entwenden wollen und sie später ermorden. Es gab damals nicht wenige, die Traxlers Fassung für die wirkliche Wahrheit hielten. Liegt hier die Spur, die Michael Maar aufgenommen hat, wenn er diverse Sexsymbole in die Märchen hineindeutet und eine homoerotische Verwandtschaft von Andersens Meerjungfrau-Motiven mit Thomas Manns Zauberberg-Themen behauptet? Das wäre dann ein wundervolles, fröhliches Fake. Wenn nicht, bleibt immer noch ein Essay, dessen Unterhaltungswert weit über dem halbwegs wahren Märchen vom bösen Wulff liegt, der keine Geisslein gefressen hat aber doch vom Springer-Konzern versenkt wurde.
Buchtitel: Hexengewisper
Autor: Michael Maar
Verlag: Berenberg

Mit Dank Herrn Gellermann und die Rationalgalerie

Ehe ich es vergesse: Amazon ist Böse, kauft bei den kleinen Buchhändlern.

Esoterik und Faschismus … und die Feinde der Demokratie und die neuen Juden

Es gibt Themen, bei denen man nahezu wirklich an der Menscheit verzweifeln kann – aus vielen verschiedenen Perspektiven heraus. Esoterik ist eins dieser Themen – und Faschismus ein anderes, wobei letzteres auch real meßbare politische Folgen für die offene Zivilgesellschaft hat. Aber – kümmern wir uns erstmal um die Begriffe und nehmen heute mal Wikipedia als Definitionsgrundlage – damit auch alle über das Gleiche reden:

Esoterik (von altgriechisch ἐσωτερικός: esōterikós: „innerlich“) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich ist – im Gegensatz zu Exoterik als öffentlichem Wissen. Andere traditionelle Wortbedeutungen beziehen sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa synonym mit Mystik, oder auf ein „höheres“, „absolutes“ Wissen. Daneben wird der Begriff in freier Weise für ein breites Spektrum verschiedenartiger spiritueller und okkulter Lehren und Praktiken gebraucht.

Esoterik war also eigentlich mal … eine philosophische Lehre – die man nicht an die große Glocke gehängt hat.  Später haben gewiefte Geschäftemacher die große Glocke gefunden und geschwungen – was im Folgenden auch nicht für gut geheißen wurde. Doch klären wir erstmal den Begriff des „Faschismus“.

Faschismus (italienisch fascismo) war ursprünglich die Selbstbezeichnung jener rechtsgerichteten Bewegung, die Italien unter Benito Mussolini von 1922 bis 1943 beherrschte (→ Italienischer Faschismus). Schon in den 1920er Jahren weiteten Gegner dieser Bewegung den Begriff auch auf andere rechtsradikaleautoritäretotalitäre und nationalistische Regimes, Diktaturen und politische Gruppen aus, besonders auf den deutschen Nationalsozialismus (siehe dazu Zeit des Nationalsozialismus). Der Begriff bezeichnet dann auch die von solchen Regimen und Tendenzen geprägte Epoche der Geschichte Europas von 1918 bis 1945.[1]

Somit haben wir zwei Begriffe, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben. Das eine ist die innere Auseinandersetzung mit dem Leben, der Welt, mit Themen wie Geburt, Tod, Leiden, Sterben und dem Sinn des Lebens, das andere ist eine zentralistische antidemokratische Regierungs- und Politikform.

Wie Faschismus praktisch aussieht? Mahnwachen, Menschenjagden auf Andersdenkende, „Kauft nicht bei Juden“ – wir kennen das. Und das gab es in Deutschland im Jahre 1996, unter der Fahne der Grünen Jutta von Ditfurth, so Wilhelm Ritter  zitiert bei Homo Magi:

Schlimm war, daß auf einmal vor dem Esoterik-Laden “Mahnkerzen“ für die vergasten Juden brannten. Schlimm war, daß mit einem Plakat “Faschismus und Esoterik – Hand in Hand“ über zwei Stunden ein Laden blockiert wurde. Schlimm war, daß ohne vernünftige Recherche Vorwürfe in die Welt gesetzt wurden, die man eigentlich nicht aufrechterhalten kann. Und schlimm war, daß diejenigen, die sich eigentlich Aufklärung auf die Fahnen geschrieben haben, die Aufklärung verraten haben.

Hitlers Meinung zur Esoterik ist bekannt und wird in dem Zusammenhang gerne ignoriert. Paßt gerade nicht ins Menschenbild der neuen Menschenjäger:

Dazu kommt noch, dass Hitler zutiefst misstrauisch den völkisch-okkulten Gruppen gegenüber stand. auch wenn einige führende Nationalsozialisten die okkulten Gedanken für sich reklamierten (z. B. Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler), so waren die grundlegenden Vertreter dieser Denkrichtung für Hitler bereits in “Mein Kampf“ ein Haufen von Wirrköpfen – das Wirksamwerden der Neogermanen in der Partei schloss er daher später ausdrücklich aus: “Das Einschleichen mythisch veranlagter okkulter Jenseitsforscher darf daher in der Partei nicht geduldet werden“ (Adolf Hitler, Rede auf dem 10. Parteitag der NSDAP am 7.7.1938. Zit. nach Hieronimus 1986: 256).

Die „mythisch veranlagten okkulten Jenseitsforscher“ waren als die Führer der Deutschen Faschisten suspekt, er wollte sie nicht in seiner Partei haben. Das hindert natürlich nicht eine kleine Gruppe von Wahrheitspächtern, trotzdem Faschismus und Esoterik in einen Topf zu werfen … und zwar in dem gleichen Artikel, in dem Hitlers Meinung dazu zitiert wurde:  Andreas Klump, Referent im Bundesministerium des Inneren, Berlin.

Es bildet sich eine geschlossene Gemeinschaft im Kampf gegen „Esoterik“. Hitler, das Bundesinnenministerium, Jutta Dithfurt, die Kirchen (in alter Tradition, Hexen gehörten schon immer auf den Scheiterhaufen) und letztlich: die „Linken“, hier bei fen-net:

Angesichts der ausufernden Esoterik-Bewegung wurde die Frage nach Gegenstrategien der Linken laut. Eine Antwort fiel JD nicht leicht. Sie forderte die intensive Auseinandersetzung von „echten“ Linken und ihren esoterisch verblendeten GenossInnen. Dies müsse notfalls soweit führen, daß „unbelehrbare“ aus linken Zusammenhängen ausgeschlossen werden.

Wichtig sei aber auch, daß sich linke Gruppen zuerst mit der Thematik auseinanderzusetzen hätten, um eine solide argumentative Basis gegen die EsoterikerInnen zu haben. Vielfach werde das Ausmaß der Bedrohung libker Werte und Ziele gar nicht erkannt. Sogar Menschen, die ein „linkes“ Selbstverständnis haben, sind nicht vor der Gefahr gefeit, durch ihr esoterisches Tun rechte Ziele unterstützen.

„Notfalls müssen Unbelehrbare ausgeschlossen werden“.  Die Linke als weltanschauliche Sekte  – aber sich sektenkritisch geben. Nun, Stalin hat gezeigt, das Linke nicht unbedingt antifaschistisch sein müssen, das Sowjetregime unter seiner Führung war nicht menschenfreundlicher als der deutsche Faschismsus und „Linksfaschismus“ ist längst kein Fremdwort mehr. Ich kann auch mit Marx und Darwin in der Hand ein faschistisches System errichten … was die Geschichte schon bewiesen hat.

Da zweifelt man leicht an dem Verstand der Menschheit. An dem des Bundesinnenministeriums sowieso:

Inwieweit sich dieses heutige esoterische Potential dem gesamten (esoterischen) Rechtsextremismus in all seinen Wechsel- und Wirkungsbeziehungen öffnen kann bzw. politisch mobilisierbar ist, erscheint von dieser Stelle aus noch unklar. Ob daraus letztlich auch politische Aktivitäten erwachsen können, muss hier ebenso noch offen bleiben. “Eher ist aber weniger davon auszugehen“, so der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber (1999: 85), “da die esoterisch Eingestellten auf die eigene Innerlichkeit und weniger auf die politische Gesellschaft fixiert sind. Gleichwohl wächst hier ein antiaufklärerisch und antidemokratisch eingestelltes Personenpotential heran.“

Esoteriker sind von sich aus unpolitisch. Blendet man mal die Geschäftemacher aus (die aber als solche auch Kirchen, Verbände, Parteien und Vereine in Verruf bringen, auf die hat die Konsumesoterik kein Monopol), so gilt wohl eher folgendes:

Konkreter ausgedrückt: Primär dürften “die“ Esoteriker zunächst unpolitisch eingestellt sein; ihre Anschauungen und Haltung drücken eher den Zustand einer gewissen “Entpolitisierung“ aus (vgl. Ewald 1996: 5; 1996a). D.h., aus einer quasi-individualistischen Perspektive wird das Erleben des kollektiven Bewusstseins unter Ausblendung von strukturellen Wirkungs- und Entfaltungs- möglichkeiten der kulturellen Moderne angestrebt – aber schon mit Blick auf eine transformierte Gesellschaft in diesem Sinne.

Der „Sonnenstaat“ der Esoterik (noch nie gehört, den Begriff, aber das Ministerium wird schon wissen, wovor es warnt) mag die Utopie der frommen Beter sein, aber seine politische Methodik ist nicht faschistisch. Den Staat zu ändern, in dem man den Menschen ändert ist eine zutiefst demokratische Form der Politik.  Ganz anders nennt man die Politik, die von Vorurteilen geprägt ist, Lügen und Legenden verbreitet, qualitativ minderwertige Urteile abgibt und autoritäre Strukturen bevorzugt: Strukturen, in denen man die Gegner durch sanfte Gewalt wie Mahnwachen, Beschneidung der Bewegungs- und Geschäftsfreiheit und Mobbing nervlich zur Aufgabe zwingen will.

Mir scheint, der Satz des Nazis Rosenberg: wenn es die Juden nicht gegeben hätte, hätten wir sie erfinden müssen, trägt eine schreckliche Wahrheit in sich.

So erfindet nämlich heute jeder seinen eigenen Juden: die Raucher, die Arbeitslosen, die Esoteriker… alles schön schwammige Begriffe, die an harmlosen Äußerlichkeiten festgemacht werden, aber aufzeigen, das im Inneren dieser äußeren Erscheinung ein unglaublich schlechter Mensch steckt, den es … letztendlich … zu vernichten gilt. Ja – zu vernichten. Wenn er nicht einsichtig ist….dann kommt er ins antiesoterische Umerziehungslager wo ihm das „richtige“ Weltbild so lange eingetrichtert wird, bis er zugibt, es zu glauben, genauso wie die Volksschädlinge von 1933-1945 in Umerziehungslager gesteckt wurden, dort wird man ihm das Rauchen, die Arbeitslosigkeit oder den Antimaterialismus schon austreiben.

Das Menschen mit diesen Methoden sich dann noch als Spitze der Aufklärung und Revolution darstellen müssen, demonstriert die vollendete Verblödung detalliert.

Völlig daneben ist es, wenn in das gleiche Paket auch noch „Verschwörungstheorien“ eingepackt werden … aber so entsorgt und tabuisiert man sie natürlich ganz elegant und kann weiterhin sein eigenes Süppchen kochen und eine politische heile-Welt-Stimmung der Extraklasse verbreiten, in dem alle Politiker, Manager und Funktionäre nur aus reiner Menschenfreundlichkeit heraus agieren und nur durch den bedauerlichen, alternativlosen Sachzwang Menschen verhartzen müssen.(Die weinen fast, wenn die das machen müssen. Ehrlich, von der Leyen war den Tränen nahe, als sie sehen mußte, das der Sachzwang den Kinder noch weniger geben wollte.)

Das es für Freiheit und Demokratie in einer totalitären Struktur schon ein Gewinn ist, sich selbst Räume der Ruhe und der Manipulationsfreiheit, der Besinnung und des inneren Friedens zu schaffen, weiß man in der Theorie der Psychologie … die aber wohl auch schon „esoterisch“ ist. Die „innere Emigration“ war in Nazideutschland ein Begriff dafür. Wenn also heute das Bundesministerium für Inneres, die Kirche, die Linken und Jutta von Ditfurth die Esoterik verbieten wollen … was wollen sie damit wirklich erreichen?

Dem Faschismus den Boden unter den Füssen wegziehen? Mitnichten – sonst würden sie nicht seine Methoden anwenden, Argumentationsketten und Sophistereien, mit denen der „Stürmer“ seinerzeit gegen „die Juden“ gewettert hatte.

Was sie wollen ist … ihre „Haltequote“ erhöhen.

Ein schöner Begriff aus einem Aufsatz der antifa-frankfurt, der sich mit der Theorie auseinandersetzt, das viele Kommunisten erfolgreiche Faschisten geworden sind (ähnliches finde ich übrigens auch in der Streitschrift eines „Rechten“ über den „linken Etikettenschwindel„).

Kirchen, Staat und Gesellschaft geht es um die Haltequote – das wäre plausibel. Darum gibt es die Gedankenpolizei, die Gesinnungsblockwarte, die durch die Welt der Meinungen reisen und nachschauen, ob auch alles schön systemkonform ist.

Systemkonform ist die Esoterik nicht. Überhaupt nicht, die Menschen, die sich ihr zuwenden (und dort in den allermeisten Fällen in den Fängen skrupelloser Geschäftemacher landen) suchen ja gerade einen Weg aus dem System heraus. Das stört alle diejenigen, die an dem System hervorragend verdienen: den Pfarrer, den Revolutionär, den Manager, den Parteifunktionär. Die Herrscherkasten der Moderne.

Wäre die Gesellschaft, die sie uns präsentieren können, ein Paradies – oder wenigstens erkennbar auf dem Weg dorthin – so könnte ich ihre Kritik an Esoterik sogar teilen. Ist sie aber nicht, unsere Gesellschaft bewegt sich (getrieben von Grünen, Linken, Kirchen, Rechten, Managern, Politikern, Parteifunktionären) geradewegs auf einen Kollaps zu, es ist nur die Frage, was kollabiert zuerst: die Umwelt oder die Wirtschaft – oder erlauben wir uns einen Ausbruch irrationalen kollektiven Wahns wie in Ruanda und schlachten all die bösen Esoteriker, Raucher, Arbeitsscheuen einfach mal 100 Tage lang ab,  als reinigendes Gewitter der Weltvernunft, sozusagen?

Kein Wunder das die Kriegsgewinnler dieser Entwicklung auf die Barrikaden gehen, wenn die Menschen das Land verlassen … was manche, wie auch schon 1933-1945 … nur nach innen können, weil sie weder die Jugend noch die Finanzkraft haben, sich außerhalb ein  sicheres Plätzchen zu suchen.

Aus der gleichen Argumentation heraus möchte man ja auch die Ausländerintegration vorantreiben … nur geht es nicht um die Ausländerintegration, es geht „gegen den Islam“ – seien wir da doch wenigstens mal ehrlich. Wir haben drei moslemische Familien im Umfeld … alles gebürtige Deutsche. Die WOLLEN sich nicht integrieren, die haben den Fernseher absichtlich abgeschafft. Die WOLLEN ABSICHTLICH RAUS HIER! Aus guten Grund. Ihr Kategoriensystem ist ein anderes, aber ihre Werte sind diesselben: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – letztlich Werte die durch die christliche Botschaft ins abendländische Denken eingeflossen sind und vor allem in der Philosophie auf fruchtbaren Boden stießen.

Im Unterschied zum Philosophen und Bürgerrechtler hofft der Moslem auf göttlichen Beistand … den man angesichts der Dimensionen der Irrationalität im politischen Geschehen gut gebrauchen könnte. Aber es wäre nicht weise, sich nur darauf zu verlassen.

Was der Esoteriker politisch tut, ist ebenfalls sehr demokratisch: durch sein privates Weltbild wagt er es, sich der Autorität der Experten zu entziehen. Wir haben aber keine Expertendiktatur, wir wollen keine Expertendiktatur und brauchen keine Expertendiktatur, auch wenn da führende Experten anderer Meinung sind.

Was viele von ihnen können ist: ruhig, gelassen und tolerant im Umgang mit Dingen von dieser Welt seien. Ihr Reich ist nicht von dieser Welt. Das entspannt und paßt überhaupt nicht zur zackigen, autoritären Faschismusfigur, die ein materialistisches mechanisches  Weltbild zum Aufbau ihrer „Sachzwänge“ braucht.

Was empfiehlt John Perkins, der Autor der „Bekenntnisse eines Economic Hitman“ als eine von vielen Widerstandsformen gegen die Korporatokratie?

Meditieren statt konsumieren.

Das trocknet die neuen Herren des Universums nebenbei von innen heraus aus, ohne zusätzlich die Umwelt zu zerstören. Aber das stört die Haltequote.  Dem Führer laufen die Schafe davon … und das das schlimm ist, da sind sich alle einig.

Außer den Schafen.

Darum haben Esoterik und Faschismus wenig miteinander zu tun, aber in der Feindschaft zur „Schublade Esoterik“ formiert sich der fanatische Mob, der viel eher zum Faschismus neigt als der Astrologe, der Zen-Buddhist, der Naturmystiker, der UFO-Enthusiast, der Kryptozoologe, der Verschwörungsanalytiker… der irgendwie ANDERE halt.

Und wer hält nochmal den „irgendwie ANDEREN“ für generell … verdächtig?

Adolf Hitler zum Beispiel. Und alle, die gerne so wären wie er und dafür viele Mitläufer brauchen und sich fürchterlich darüber echauffieren, das die Esoterik ihnen die Mitläufer stiehlt.

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