Hedgefonds

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Argentinien ist pleite – Deutschland und Europa auch?

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Donnerstag, 31.7.2013. Eifel. Nun ist es ´raus: Argentinien ist pleite. Natürlich nicht wirklich. In Wirklichkeit geht es Argentinien noch gut. Es ist ein reiches Land – ähnlich wie die Bundesrepubik Deutschland. Es ist auch kein „Gaucho-Land“ mehr (siehe Wikipedia):

Politisch handelt es sich bei Argentinien um eine präsidiale Bundesrepublik, in der die einzelnen Gliedstaaten, Provinzen genannt, weitreichende Kompetenzen innehaben. Wirtschaftlich wird es traditionell von der Landwirtschaft bestimmt und international oft zu den Schwellenländern gezählt, laut dem von den Vereinten Nationen erhobenen Human Development Index zählt es seit 2011 jedoch zu den sehr hoch entwickelten Staaten.

Ein sehr hoch entwickeltes Land, mit einer – wie  man dem Artikel entnehmen kann – enormen Ungleichheit zwischen arm und reich, einem Zustand, den wir hier in Deutschland gerade anstreben. Das Land hatte schon mehrfach eine Wirtschaftskrise, mehrfach Militärdiktaturen, die für  30 000 „verschwundene“ Menschen“ verantwortlich sind: in der Tat ein „sehr hoch“ entwickeltes Land.

Nun – Argentinien ist nicht wirklich pleite. Das meldet nur der Spiegel.

Im Handelsblatt wird man genauer darüber informiert:

Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof betonte, im Falle Argentiniens könne nicht von Zahlungsausfall gesprochen werden, da das Land seinen Schuldenverpflichtungen nachkomme.

Allen … außer einer: sie weigern sich, einem Hedge-Fond eine Rendite von 1680 % zu ermöglichen (siehe Spiegel).

Bei so einer Rendite bekommt natürlich jeder Mensch mit Geld feuchte Augen. 10 Dollar eingesetzt – 168 Dollar herausbekommen: so kommt man einem arbeitslosen Leben deutlich näher. Ja – es gibt Schichten in der Gesellschaft, die streben Arbeitslosigkeit direkt an – ohne jedes Problem mit Ethik und Anstand. Die gleichen Schichten werfen den Arbeitslosen engagiert vor, sie würden nur noch besoffen vor dem Fernseher hängen – dabei ist Neid ihre Triebfeder. Anstatt besoffen vor dem Fernseher findet man sie jedoch im Falle ihrer eigenen Arbeitslosigkeit vollgekokst im Luxusbordell. Fraglich, ob das eine bessere oder sinnvollere Form von Arbeitslosigkeit ist.

Um zu verstehen, warum Argentinien pleite ist, obwohl sie ihre Schulden begleichen könnten und nur aus taktischen Gründen die Terrorrendite nicht begleichen möchten, muss man etwas tiefer in die Materie eindringen, was die Süddeutsche Zeitung schon getan hat:

Der verantwortliche US-Richter Thomas Griesa hatte daraufhin im Juni schon bei Banken bereitgestellte Zinszahlungen Argentiniens an die Halter der restrukturierten Papiere einfrieren lassen. Nach Ablauf einer vierwöchigen Gnadenfrist an diesem Mittwoch, 24 Uhr amerikanischer Ostküsten-Zeit (Donnerstag 6 Uhr europäischer Zeit), hat dies formal einen Zahlungsausfall zur Folge.

Ja – da liegt der Haken. Thomas Poole Griesa – ein kleiner Bezirksrichter – hintert Argentinien daran, den anderen Gläubigern Zinsen zu bezahlen. Die anderen Gläubiger? Nun – das waren die, die fair mit Argentinien umgegangen sind, Deutschland gehört dazu. Kriegen die jetzt nicht ihr Geld – könnten sie auf die Idee  kommen, den Schuldenschnitt rückgängig zu machen, wodurch Argentinien von seiner alten Pleite wieder eingeholt wird. Aufgrund dieser Sachlage DARF Argentinien auch nicht den Terrorfond bedienen, der in voller Absicht die Rettung Argentiniens torpediert: akzeptiert Argentinien seine Forderungen, muss es die Forderungen der anderen auch akzeptieren … und ist dann wirklich wirtschaftlich vernichtet.

Das ein Land mit 40 Millionen Einwohnern vernichtet werden soll, hat nun ein kleines Bezirksgericht in den USA beschlossen und eingeleitet.

Über denselben Weg geschah auch etwas ganz Ungeuerliches, das in den Medien kaum gewürdigt wurde: der Fond hatte ein Kriegsschiff beschlagnahmt – in Ghana (siehe Spiegel). Das muss man sich mal vorstellen: die internationalen Vertragswerke sind inzwischen so ausgerichtet, dass Privatleute mit ethisch zweifelhaften Absichten fremde Regierungen dazu benutzen können, Kriegsschiffe anderer Länder zu beschlagnahmen.

Gut – hier handelt es sich um ein Segelschulschiff. Nur – rein rechtlich gesehen ist auch das ein vollwertiges Kriegsschiff. Muss ich mir nun angesichts von 16 Billionen Dollar Staatsschulden der USA Sorgen darüber machen, dass „Hedgefonds“ bald Atom-U-Boote und nuklear bestückte Flugzeugträger in die Hände bekommen? Wenn es gelingt, Russland durch wirtschaftliche Sanktionen in die Knie zu zwingen … wer kann dann deren Atom-U-Boote ersteigern?

Mit TTIP und TISA bereiten wir übrigens Europa gerade darauf vor, ebenso dem Terror eines jeden US-Bezirksrichters ausgeliefert zu sein, der einem Konzern oder Fond bestätigt, dass Deutschland durch seine Arbeits- oder Umweltschutzrecht für Milliardenverluste in der Konzernbilanz sorgt: so wird dann die Bundesregierung letztlich – wie die Regierung von Ghana, die das Kriegsschiff im Auftrag eines Bezirksgerichtes beschlagnahmen konnte – zur ausführenden Instanz für den Willen der Finanzgiganten.

Das geschieht nun mit Argentinien, einem Land, das militärisch Verbündeter der USA ist, das als Land uneingeschränkte Hoheitsrechte hat – und … mal machtpolitisch gedacht … den Angriff auf seine Kriegsschiffe als Kriegserklärung des Hedgefonds, Ghanas oder des Bezirksgerichtes werten könnte. Ja –  früher hätte Ghana nun mit dem Besuch von Kanonenbooten rechnen können – argentinischen Kanonenbooten. Heute geschieht das nicht, weil hinter allem wüsten und hinterhältigem Finanztreiben die Supermacht USA den Schutz der Geier garantiert. Die können ungestraft ganze Volkswirtschaften ins Elend stürzen – auch die Volkswirtschaften hoch entwickelter Länder.

Solidarität der demokratischen Rechtsstaaten mit verbindlich praktizierter Anerkennung der allgemeinen Menschenrechte? Fehlanzeige. Viel zu sehr sind die Regierungen der USA auf das Wohlwollen der Märkte angewiesen – wie peinlich wäre es, wenn ein Hedgefondmanager die „Air Force One“ beschlagnahmen ließe – mit dem Präsidenten drin.

Argentinien droht nun doch ein unglaubliches Elend – aus den 1,6 Milliarden Schulden können nun schnell 100 Milliarden werden.

Wir kennen die Gepflogenheiten der Finanzmenschen, ihre Methoden: Sozialabbau, Entstaatlichung staatlicher Betriebe, Massenentlassungen, Eleminierungen des Gesundheitswesens, Abbau demokratischer Errungenschaften. Ich möchte das kurz einfach mal von hinten benennen, von der Wirkung her: Massenmord. Passiver Massenmord durch Entzug der Lebensgrundlage. So etwas könnte keiner wirklich bewusst wollen – aber solange man nicht selbst abdrücken muss: wen stört´s?

Was hat denn nun der Fond von seiner Uneinsichtigkeit?

Gar nichts. Argentinien ist pleite, die Superrendite ist dahin. Ob sich ein Käufer für ein beschlagnahmtes Segelschulschiff findet? Oder besinnt sich Argentinien auf seine staatliche Souveränität und schickt weitere Kriegsschiffe nach Ghana – diesmal bewaffnete – um sein Schiff zurück zu erobern? Ich denke: die USA selbst hätten keine Bedenken, so zu handeln.

Was aber bedeutet das nun für Europa?

Nun – dazu muss man sich ein wenig zurück erinnern.

Am 16.6.2012 veröffentlichte die Zeit einen Kommentar von Cornelia Mayrbäurl, der die Situation Argentiniens mit der Situation Griechenlands verglich:

Griechenland steht heute da, wo Argentinien 2001 stand. Buenos Aires war in der Bindung des Peso an den Dollar gefangen, Athens Geldpolitik ist an den Euro gebunden. Beide Regierungen waren beziehungsweise sind hoch verschuldet, und sie konnten beziehungsweise können nicht einfach abwerten oder die Zinsen senken, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Ach ja – die Bindung an den US-Dollar … die soll sehr zur Wirtschaftskrise beigetragen haben – zum Nutzen der US-Wirtschaft. Frau Mayrbäurl weiß aber noch mehr:

Anders als die Hellenen hat Argentinien keine EU, die aus ihrem Eigeninteresse heraus mit Rettungspaketen beisteht. Dafür kann das Land der Gauchos auf enorme natürliche Ressourcen zurückgreifen. So geschah es nach dem Januar 2002, als der Peso dann doch um ganze zwei Drittel abgewertet wurde und das Land seine Gläubiger mit einem Schuldenschnitt in derselben Höhe konfrontierte. Boomende Sojaexporte sorgten von 2004 bis 2009 für ein jährliches Wirtschaftswachstum zwischen sechs und neun Prozent. Davon können die Griechen nur träumen.

Die Argentinier hatten auch davon geträumt, dass sie – als eine der stärksten Wirtschaften der Welt – locker gegen die Spekulanten bestehen können.

Sie haben sich geirrt.

Daten zur argentinischen Wirtschaft? Können Sie bei Wikipedia nachschlagen, direkt übernommen vom IWF.

Bruttoinlandsprodukt (PPP) : Platz 22 im Ranking von 188 Ländern. Wachstum in diesem Jahr? 5,5 %. Traumdaten. Im Vergleich dazu Griechenland: Platz 50, Wachstum MINUS 2,46 Prozent. Da schrumpfts nochmal gewaltig.

Wovon reden wir also im Jahr 2024? Von gigantischen Forderungen jetzt noch ungenannter Hedgefonds gegenüber Griechenland? Von Menschen, die griechische Papiere zu billigsten Preisen gekauft haben, um mit Hilfe eines kleinen Bezirksgerichtes die ganze EU auszuhebeln?

Mal im Ernst: wie viel Geld ist der Euro noch Wert, wenn „die Märkte“ anfangen, sich die gleichen Gedanken zu machen wie ich? Haben wir wirklich soviel Geld, dass wir alle Forderungen von räuberischen Hedgefonds an Griechenland, Italien, Irland, Portugal und Spanien begleichen können – Forderungen, von denen wir heute noch gar nichts wissen?

Müssen wir damit rechnen, dass Hedgefonds 2024 alle deutschen Autobahnen und Landstraßen in Besitz nehmen und eine Horrormaut kassieren, die UNSERE Polizei durchsetzen muss?

Was wir hier verstehen müssen: hinter den Kulissen läuft ein brutaler Vernichtungskrieg. Noch nicht einmal die Autorin aus der Zeit hatte 2012 einen hinreichenden Ausblick darauf – aber zwei Jahre später spürt ganz Argentinien die Folgen. Skrupellose Finanzjongleure vernichten ganze Volkswirtschaften – und lösen einen ökonomischen Holocaust nach dem anderen aus. Noch sind die Opferzahlen vergleichsweise gering – aber die werden steigen.

Wie viele Opfer haben die Sparpakete in Griechenland eigentlich gefordert? Das kann kaum einer zählen. Manche verhungern still, andere nehmen sich das Leben, viele verrecken mangels medizinischer Versorgung. Solange die Statistik keine Kategorie für „Sparpaketopfer“ entwickelt, versickern die Leichenzahlen in Randstatistiken. Wer aber hat schon Lust, Geld in solche Statistiken zu investieren?

Nun – wir werden nicht lange warten müssen, um diese Fragen selbst beantworten zu können. Argentinien hielt sich 2004 für gerettet. Zehn Jahre später ist es bankrott – als wachstumsstarkes hoch entwickeltes Land. Griechenland halten wir 2014 für gerettet – 2024 können wir also mit der Quittung rechnen.

Grober Daumen, der da peilt, ich weiß.

Aber: wenn ein wachstumsstarkes Land, das dieses Jahr auf Platz 22 im Wirtschaftsranking der Nationen steht, durch ein US-Bezirksgericht zur Pleite verurteilt werden kann … wie sicher sind dann die Länder, die wirtschaftlich schwächer sind? Ich nenne da mal ein paar Namen: Belgien, Niederlande, Südafrika, Schweden, Schweiz, Österreich, Dänemark.

Ich finde – man sollte da mal drüber nachdenken – bevor ein US-Bezirksgericht die Grundsteuern in Deutschland um 1680 Prozent anhebt, damit die alten Schulden Griechenlands beglichen werden können.

 

 

 

 

Wie Hedgefonds die Marktwirtschaft vernichten und uns durch Minister Pferdefleisch servieren.

Wie Hedgefonds die Marktwirtschaft vernichten und uns durch Minister Pferdefleisch servieren.

Sonntag, 24.2.2013. Eifel. Sogar am Sonntag geht die Welt den Bach herunter. Dabei hilft: Dirk Niebel, FDP. Er hat eine Lösung des Pferdefleischskandals, der vor kurzem noch so skandalig war, weil dort für Menschen schädliche Medikamentenreste enthalten sein sollen. Laut Spiegel will Niebel das Fleisch den Armen zukommen lassen – deren Degradierung zum Müllfresser der Nation haben ja schon die Tafeln gut hinbekommen. Die Kommentatoren zu dem Artikel hatten bessere Vorschläge: einfach im Kaufhaus offen deklariert verschenken – oder in der Bundestagskantine verbraten. Letzteres gefällt mir sehr gut, wird aber wahrscheinlich nicht durchgesetzt. Dort wohnen die Herrenmenschen, die kriegen nur feinste Kost. Der Müll ist fürs Volk. Sie können sich auch sehr sicher sein, das sich an diesem System nichts ändert, dafür sorgen internationale Verträge. Einer dieser Verträge war der zwischen der EZB und Griechenland. Überraschenderweise verdienen wir gerade an Griechenland supergut: deshalb dürfen die auch nicht aus der EU austreten. Griechenland ist der Goldesel des Finanzsystems, siehe Wallstreet-Journal:

Der umstrittene Kauf von Staatsanleihen zur Entlastung der Finanzmärkte hat der Europäischen Zentralbank im vergangenen Jahr geholfen, den Gewinn erheblich zu steigern. Wie aus dem Jahresabschluss für 2012 hervorgeht, erzielte die EZB Nettozinseinnahmen von 2,3 Milliarden Euro. 2011 waren es 2 Milliarden gewesen.

Davon entfielen 1,1 Milliarden auf Staatsanleihen, die im Rahmen des Securities Markets Programme (SMP) gekauft wurden. Die Zinseinnahmen aus entsprechenden griechischen Anleihen beliefen sich auf 555 Millionen Euro, das ist fast ein Viertel der gesamten Nettozinseinnahmen.

555 Millionen Euro Gewinn. „Fast ein Viertel der gesamten Nettozinseinnahmen“ – gezahlt von einem der ärmsten Länder Europas. Das ist der Geist von Hartz IV – jetzt für ganze Staaten verfügbar.

Jochen Felsenheimer erklärt bei Capital, wie auch Privatanleger bei dem Griechenlanddeal einen guten Schnitt machen können:

(Capital): Konnten Sie es gegenüber Ihren Anlegern denn rechtfertigen, in griechische Staatsanleihen zu investieren?

(Felsenheimer):Ja, denn wir haben in die nach internationalem Recht ausgegebenen Anleihen investiert und fühlten uns mit diesen Papieren juristisch auf der sicheren Seite. Anders als bei den nach griechischem Recht emittierten Bonds ist es bei diesen Anleihen nicht möglich, nachträglich die Position der Gläubiger zu schwächen. Wir haben Geld aus dem CDS erhalten und einen guten Schnitt gemacht. Leider mussten wir die Griechenanleihen dann verkaufen, weil wir keine Position ohne Absicherung halten dürfen. Eigentlich hätte die Papiere gerne behalten, denn Griechenland wird die internationalen Bonds bis zum bitteren Ende bedienen. Schließlich stehen nur noch 4 Mrd. Euro in diesen Anleihen aus. Und wenn diese Zinsen nicht pünktlich fließen, stufen die Ratingagenturen das gesamte Land als „Default“ ein. Sobald ein U-Boot der griechischen Marine dann hellenisches Hoheitsgebiet verlässt, klebt ein amerikanischer Hedge-Fonds einen Kuckuck drauf. Dieses Risiko gehen die Griechen nicht ein.

Deutliche Worte, oder? „Griechenland wird die internationalen Bonds bis zum bitteren Ende bedienen“. Bitteres Ende … für wen? Nun – für die Griechen. Der Griechenlandblog informiert regelmäßig darüber – leider nicht  in der Tagesschau. Anstieg der Prostitution in Athen um 1500 %, Jugendarbeitslosigkeit von 62%, ein Drittel der Kinder lebt unterhalb der Armutsgrenze (wie auch in Spanien, Portugal, Italien und Irland), zunehmend werden durch willkürlichen staatlichen Zugriff auf private Bankkonten Leute in den Bankrott getrieben, die rechtsextremen Milizen erstarken.

Zahlen sie nicht, pfänden Hedgefonds die Rüstungsgüter, an denen wir Deutsche so gut verdient haben. Was macht eigentlich so ein Hedgefond mit einem U-Boot? Privatarmeen aufbauen? Diese kleine Andekdote am Rande zeigt, wie schlimm es um die Souveränität großer europäischer Staaten gestellt ist: sie werden Pfändungsgut von Hedgefonds, die dank CDS gar nicht pleite gehen können. CDS sind Kreditausfallversicherungen, die dann einspringen, wenn die faulen Kredite nicht mehr bedient werden – man braucht also gar keinen US-Kuckuck auf griechischen U-Booten. Zahlen die Griechen nicht, zahlen ja die Versicherungen.

Die Summe dieser CDS ist interessant – und kaum zu begreifen: 2008 waren es noch 60 Billionen Dollar. Ja, europäische Billionen, alse echte 60 000 Milliarden. Soviel gefährliche Kredite gibt es in der Welt. Sie entsprachen damals fast komplett dem Weltbruttoinlandsprodukt (siehe Statista). Heute liegen sie bei 32,5 Billionen Dollar (siehe Wiwo).

Herr Felsenheimer erklärt uns das Geschäft nochmal im Detail (wieder Capital):

(Felsenheimer):Die Strategie ist eigentlich ganz einfach: Wir kaufen eine Anleihe eines angeschlagenen Unternehmens, die bezogen auf unseren Einstandspreis zum Beispiel sieben Prozent Zinsen pro Jahr abwirft. Wenn wir nun eine Kreditausfallversicherung finden, die uns nur zwei Prozent pro anno kostet, haben wir fünf Prozent verdient.

(Capital):Das ist zu simpel.

(Felsenheimer):Niemand behauptet, dass wir Atomphysik veranstalten.

Dafür braucht man noch nicht mal Abitur.

Und wer zahlt, wenn den Großbanken (den Verkäufern der CDS)  die Beträge für ausgefallene Kredite über den Kopf wachsen? Auf jeden Fall: SIE! Entweder unterstützen sie die Banken durch den Rettungsfond – oder durch die Finanzierung der Arbeitslosen, die diese Banken produzieren. Zehn Prozent der Stellen will z.B. die Commerzbank gerade wieder streichen, weiterer Stellenabbau soll folgen (siehe Wallstreet-Journal).

Da der Staat sein Vermögen aber für die Rettung der Banken von den Kreditausfallversicherungen braucht, muss der Bürger Pferdefleisch essen. Das ist wirklich keine Atomphysik, oder?

Wo in diesem Geschäft aber risikolose Riesengewinne zu verzeichnen sind, bleibt für die Realwirtschaft – die immerhin für den Wohlstand der ganzen Nation sorgen soll – nichts mehr übrig. Die Autoproduktion – eine der ganz großen und wichtigen Säulen unsere westlichen Wirtschaft – erreicht ein historisches Tief, siehe Manager Magazin:

Der Automarkt bricht in der Europäischen Union (EU) einen Rekord nach dem anderen – im negativen Sinn: Im Januar sind so wenig Autos verkauft worden wie noch nie in diesem Monat, wie der europäische Branchenverband Acea am Dienstag mitteilte. Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge fiel um 8,7 Prozent auf 885.159 Stück, das war der niedrigste Stand in einem Januar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1990.

Wo wir alle für die einfachen aber todsicheren Experimente der Anlageberater zahlen müssen, bleibt einfach kein Geld mehr zum Autokauf übrig. Auch nicht für Reiche, denn die Religion der Gier verschont auch sie nicht, wie aktuell der Rummel um den Anlagebetrug von S&K zeigt. Der Berater von S&K, der verurteilte Betrüger Jürgen Schneider, erklärt im Manager Magazin, was von diesen Fondgeschäften in Deutschland zu halten ist:

 „Das Fondsgeschäft insgesamt ist überwiegend ein großer Sumpf in Deutschland, mit dem ich nichts zu tun haben will“, sagt er. „Anleger verlieren dort regelmäßig viel Geld, es ist gut, dass die Justiz einmal kräftig durchgreift.“ Der Markt, so Schneider, müsste allerdings auch stärker staatlich beaufsichtigt und kontrolliert werden, insbesondere die Banken, die ebenfalls dieses Geschäft betrieben.

Was macht aber die Bundesregierung, deren Mitglieder uns in der Person des Herrn Niebel das Schummel-Pferdefleisch andrehen wollen? Da muss man nur einen Artikel weitergehen – und man erhält die Antwort, siehe Manager-Magazin:

So wäre es nach den Plänen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) künftig beispielsweise weiterhin möglich, dass Emissionshäuser geschlossener Immobilienfonds ihre Objekte von Leuten aus den eigenen Reihen begutachten lassen, die keinerlei Qualifikation dafür nachweisen müssen.

Fachleute und Verbraucherschützer laufen Sturm gegen dieses Vorhaben. „Wenn das Gesetz umgesetzt wird, kann ein Fondsinitiator seinen Buchhalter übers Wochenende zum Gutachter machen“, sagt etwa Steffen Sebastian, Professor und Experte für Immobilienfinanzierung von der Uni Regensburg. „Damit wäre der Manipulation Tür und Tor geöffnet.“

Wir können also davon ausgehen, das in Zukunft wieder viele Gefälligkeitsgutachten ausgestellt werden – mit dem Segen der Bundesregierung. Wertlose Schrottimmobilien werden gutgläubigen Bürgern aufgeschwatzt, die leider keine Kreditausfallversicherung bekommen – aber dafür Pferdefleisch. Immerhin können wir aber dann Hinz und Kunz Superkredite aufschwatzen, um der Wohnungsnot zu entkommen, die ebenfalls von der Politik geschürt wurde: bei uns in der Eifel gibt es aktuell keine im Rahmen der Hartz-IV-Gesetzgebung tauglichen Wohnungen (von anderen Gebieten Deutschlands habe ich ähnliches gehört) – der Markt wurde von Polen leergefegt, die im Rahmen der EU-Verträge hier Arbeit suchen … und noch viel  mehr werden kommen, weil die Realwirtschaft in Europa am Boden liegt, siehe Christian Schütte in Capital:

Ein Ende der Rezession in der Euro-Peripherie ist bislang nicht abzusehen. Die Folgen spürt auch Deutschland: Durch die schwächeren Exporte, durch eine verschärfte Lohn- und Standortkonkurrenz in der Industrie – und letztlich eben auch durch die verstärkte Zuwanderung von Menschen, die zu dem Schluss gekommen sind, dass sie hier noch allemal etwas Besseres finden als in der alten Heimat.

Und wenn die ständig von Arbeitslosigkeit bedrohten Deutschen dann ihre Kredite nicht mehr bezahlen können und merken, das die so teuer gekauften Immobilien noch nicht mal die Hälfte von dem Wert sind, was versprochen war?

Ich sage nur: Kreditausfallversicherung. Vielleicht auf der Grund, weshalb die Banken die EZB-Kredite nur zögernd zurückzahlen (siehe Wall-Street-Journal).

Währenddessen erkennen wohl nur die so oft verspotteten Altlinken die Gefahr, die für die globale Wirtschaft von dieser Strategie der Weltfinanz ausgeht, siehe WSWS:

Diesen Monat gab es so viele Unternehmensfusionen und Übernahmen wie zuletzt vor dem Finanzzusammenbruch von 2008. Letzten Donnerstag kündigte Berkshire Hathaway, das dem Multimilliardär Warren Buffet gehört, an, den Lebensmittelkonzern Heinz für dreiundzwanzig Milliarden Dollar aufzukaufen. Am gleichen Tag gaben die Fluggesellschaften American Airlines und US Airways Pläne eine elf Milliarden Dollar Fusion bekannt.

Eine Woche davor hatten Michael S. Dell und eine Gruppe von Private Equity-Bankern Pläne bekanntgegeben, den Computerhersteller Dell Inc. für vierundzwanzig Milliarden Dollar zu kaufen. Liberty Global erklärte sich bereit, den britischen Kabelfernsehanbieter Virgin Media für sechzehn Milliarden Dollar zu kaufen.

Die Liste könnte noch weiter geführt werden. Diese Woche kündigte das britische Private Equity-Unternehmen CVC Capital Partners an, dass es die größte fremdfinanzierte Übernahme Europas seit dem Zusammenbruch von 2008 plant.

Bisher kam es dieses Jahr in den USA zu Fusionen und Firmenaufkäufen im Wert von 158,7 Milliarden Dollar, doppelt soviel wie im gleichen Zeitraum im letzten Jahr.

Ausgestattet mir simplen Strategien frisst die Finanzwirtschaft die Realwirtschaft – oder zwingt zu immer größeren „Mergern“. Die Folge: höhere Arbeitslosigkeit, Vernichtung der Marktwirtschaft zugunsten einer hedgefonddominierten und ständig schrumpfenden Konzernoligarchie. Der Markt stirbt. Der Staat auch.

Ist doch auch simpel, oder?

Und was bitte schön soll daran jetzt noch gut sein?

Da ist auch nichts gerettet, selbst wenn – in Deutschland auf Wunsch der Kanzlerin – nur noch selten deutliche Worte zu vernehmen sind. Die Offensive der parasitären Wirtschaftsschmarotzer geht immer weiter, ihrer in der Gesellschaft implementierten Logik kann niemand wiederstehen: verschlechtert sich das Rating, steigen die Zinsen, der Staat wird arm – die Frauen müssen Huren werden, ihre Kinder bekommen Pferdefleisch und die Männer … nun, die werden Obdachlos.

Aktuell berichtet der Spiegel darüber, das Großbritannien – einer der letzten Pfeiler Europas – von den Ratingagenturen auf griechischen Kurs geschickt wurde. Da man an Griechenland so gut verdienen konnte, möchte man natürlich mehr davon. Und die Konjunkturlokomotive USA? Laut Welt unaufhaltsam auf Katastrophenkurs, die „Todeslinie“ rückt immer näher. Können Hedgefonds eigentlich auch U-Boote mit atombestückten Interkontinentalraketen beschlagnahmen?

Wenn das alles so simpel ist – wieso tun unsere gewählten Volksvertreter dann eigentlich nicht ihren Job, den Nutzen des Volkes zu mehren? Es ist ja sehr niedlich, das sie sich Sorgen um den Verbleib des gepantschten Pferdefleisches machen und es gerne den Armen zum Fraß vorwerfen wollen – aber allein bei den Leserkommentaren habe ich viel intelligentere, kostengünstigere und weniger diskriminierende Vorschläge gehört.

Kann man diese Leser nicht zu Ministern machen?

Selbst der verurteilte Betrüger Schneider hat da  Vorschläge im Sinn, die Millionen Deutschen helfen könnten, Haus und Hof zu behalten … und den Arbeitsplatz.

Wieso können das unsere Minister nicht?

Die Anwort ist einfach: Hedgefonds versprechen auch Ministern Renditen bis zu 72 Prozent. Und Politiker können durch gesetzgebende Gewalt auch Müll gewinnbringend unters Volks bringen – da herrscht ein gleicher Geist.

Ist doch simpel, oder?

Simpel wie die risikolosen Gewinne der Hedgefonds, die bald dank staatlicher Gewalt auch mit getürkten Immobiliengutachten erzielt werden dürfen – durch diese Geschäftspraxis wurde die letzte Riesenkrise in den USA ausgelöst.

Die war so toll, das wir die jetzt auch wollen.

 

 

 

 

 

 

Der Maschinengott des Todes und die Welt der Menschen: Anleitungen zum Widerstand

Sonntag, 7.10. 2012. Ein Tag, an dem man eigentlich dankbar sein sollte, das es die Kirche gibt. Warum? Ganz einfach: ohne Kirche kein Sonntag. Wird gerne vergessen, aber ist halt so. Sonntagsarbeit galt als "Sonntagsfrevel": die Seele drohte Schaden zu nehmen (siehe Wikipedia).  Nun - die Maschinenwelt hat keinen Sinn für solch´ romantischen Unsinn, der Sonntag wird zunehmend zu einem ganz normalen Tag, an dem der Bürger seinen Produktionsdienst abzuleisten hat. Dieser Produktionsdienst ist in unserer Kultur elementar wichtig - so wichtig wie das Gebet für die Kirche. Rational ist er nicht mehr zu begreifen - eher im Gegenteil. Wird die moderne kapitalistische Kultur nicht gestoppt, dann wird sich die Erde in einen leblosen  Müllplaneten verwandeln, dessen Werte als elektronische Informationen auf einer Riesenfestplatte gespeichert sind, die sicherheitshalber in einem Satelliten die Erde umkreist. Vielleicht werden wir in einer Million Jahre dann von Teleskopen von der Venus beobachtet, von Leuten, die sich fragen, warum es wohl auf der Erde gar kein Leben gibt - und warum sie dem Mars so ähnlich ist. Manche Romantiker werden davon träumen, das es vielleicht dereinst Leben auf der Erde gegeben hat  - so wie dann auf der Venus. Sie werden ausgelacht werden, während sie durch ihre Teleskope starren und die Zukunft ihres eigenen Planeten direkt vor Augen haben.

Sonntag, 7.10. 2012. Ein Tag, an dem man eigentlich dankbar sein sollte, das es die Kirche gibt. Warum? Ganz einfach: ohne Kirche kein Sonntag. Wird gerne vergessen, aber ist halt so. Sonntagsarbeit galt als „Sonntagsfrevel“: die Seele drohte Schaden zu nehmen (siehe Wikipedia).  Nun – die Maschinenwelt hat keinen Sinn für solch´ romantischen Unsinn, der Sonntag wird zunehmend zu einem ganz normalen Tag, an dem der Bürger seinen Produktionsdienst abzuleisten hat. Dieser Produktionsdienst ist in unserer Kultur elementar wichtig – so wichtig wie das Gebet für die Kirche. Rational ist er nicht mehr zu begreifen – eher im Gegenteil. Wird die moderne kapitalistische Kultur nicht gestoppt, dann wird sich die Erde in einen leblosen  Müllplaneten verwandeln, dessen Werte als elektronische Informationen auf einer Riesenfestplatte gespeichert sind, die sicherheitshalber in einem Satelliten die Erde umkreist. Vielleicht werden wir in einer Million Jahre dann von Teleskopen von der Venus beobachtet, von Leuten, die sich fragen, warum es wohl auf der Erde gar kein Leben gibt – und warum sie dem Mars so ähnlich ist. Manche Romantiker werden davon träumen, das es vielleicht dereinst Leben auf der Erde gegeben hat  – so wie dann auf der Venus. Sie werden ausgelacht werden, während sie durch ihre Teleskope starren und die Zukunft ihres eigenen Planeten direkt vor Augen haben.

Viele werden nun denken: hier wird übertrieben.

Schön, wenn man noch so naiv sein kann.

Das geht wohl nur mit ganz viel privaten Verblödungsfunk und öffentlichen Wohlfühlmedien, deren Aufgabe vor allem darin besteht, den WAHREN GLAUBEN zu vermitteln, der besagt, das unser Gott der einzig wahre ist, das alle anderen Götter gar nicht existieren und das jemand fürchterliche Frevel begeht (dem Sonntagsfrevel gar nicht so unähnlich), wenn er an nicht so lebt wie wir. Unser Gott? Nun – öffentlich wahrnehmbar ist es der „Gibt-kein-Gott“- Gott, der Atheismus, der eine der stärksten und ignorantesten Formen von Glauben darstellt. Das aber ist nur ein Eckpfeiler jener neuen Religion, die uns alle in ihren Dienst zwingt. Ein anderer Eckpfeiler ist „der Markt“, der als Hand des neuen Gottes auf Erden wahrnehmbar ist. Jeder zittert vor ihm, jeder fürchtet sich vor ihm und wirft sich ehrfürchtig und demütig in den Staub, sobald er naht.

Ist natürlich irrationaler Mumpitz wie jede Religion. Und wie so oft: die Priester wissen das. Sie verdienen gut an diesem Glauben. Der Spiegel demonstriert das gerade sehr gut: in einer Infografik wird erläutert, wie Hedgefonds automatisch Bürger enteignen. Die Enteignung geht inzwischen sogar soweit, das sogar Marineschiffe beschlagnahmt werden (siehe ebenfalls Spiegel) – der erste Schritt zu Auflösung auch der militärischen Souveränität der Staaten scheint getan. Sollte man sich merken, wird irgendwann ein historischer Tag, vielleicht sogar ein Feiertag der neuen Religion.

Wir normalen Menschen würden das für kriminell halten, aber für die Priester des neuen Glaubens ist dies auch Teil des neuen Gottesdienstes: des Produktionsdienstes. Jener Dienst muss auch erbracht werden, selbst wenn keine Arbeit mehr zu tun ist. Ein aktuelles Beispiel? Mal ein ganz harmloses aus dem deutschen Alltag? Die GEZ, ehedem als „Gebühreneinzugszentrale“ bekannt, wird jetzt zu einer neuen Behörde mit ganz viel neuen Mitarbeitern (siehe Welt), die eigentlich alle keine Arbeit haben, weil ab 1.1.2013 die Gebührenordnung geändert wird. Arbeitslosigkeit enthebt aber nicht vom Produktionsdienst (davon können die vielen Millionen künstlich mit allerlei Unsinn „Beschäftigten“ in Deutschland ein Lied singen, Milliarden über Milliarden geben wir dafür aus, das die Arbeitslosen bloß nicht auf die Idee kommen, ihr Leben zu genießen).

Mit Vernunft  hat das alles nichts mehr zu tun. Reale Werte und menschliche Werte werden völlig ignoriert zugunsten jenes neuen Gottes, der schlimmer in unseren Alltag eingreift als der alte Gott (und zudem noch ständig behauptet, es gäbe keinen Gott,  um jede Gegenbewegung im Keim zu ersticken). Die jüdische Religion ist übrigens auch so entstanden: aus dem beuwußten Setzen von Wahrheiten – „es gibt keinen Gott außer unserem und wie der funktioniert, wissen nur wir!“.  Klar, ihr Gott hatte auch ein paar Wunder getan, damit die Geschichte ins Rollen kommt: aber das macht der neue Gott ja auch. Wir sehen sie nur nicht, weil wir keinerlei Muße mehr haben: der neue Produktionsdienst erstreckt sich nicht nur auf den Sonntag, sondern auf 24 Stunden an sieben Tagen die Woche. Leisten wir ihn erfolgreich, so haben wir immer die neuesten Maschinen im Haus und können uns auch beständig größerer Häuser leisten, in denen wir den von immer mehr Maschinen produzierten Nippes ehrfurchtsvoll lagern können.

Mit Vernunft hat das nichts zu tun, aber mit Glauben.

Dem Wissenschaftler erschließt sich dieser Glaube von außen betrachtet nicht so leicht, was vor allem an der Sprache liegt. Nun – einfach mal die alte Bibel gelesen: schon weiß man, welche Barrieren dort auf einen warten. Der Gläubige und der Rationalist sprechen nicht die gleiche Sprache, auch wenn sie die gleiche Sprache sprechen.

Schon in der äußeren Erscheinung wirkt diese Kultur sehr kompliziert. Alle reden von Freiheit und Individualität als größten Werten, verbringt man dann aber einmal einen Tag in der Stadt, so wird man eines besseren belehrt: die sehen alle irgendwie gleich aus. Vorbei die Zeiten, wo Krishna-jünger, Hippies und Blumenkinder das Straßenbild verschönerten: im Reich des neuen Glaubens gibt es Einheitskleidung, einen neuen „Konformismus“, der einen bis in die private Wohnung hinein verfolgt. Über die Folgen des neuen Konformismus hat mich vor genau acht Jahren der Direktor einer Sonderschule aufgeklärt: zunehmend bekomme er nicht mehr irgendwie „behinderte“ Kinder, sondern sanfte, kritische, sensible Gemüter, die dem neuen Konformismus nicht standhalten wollen – oder finanziell nicht mithalten können. Das Modell „asozialer angepaßter Ellenbogeneinzelkämpfer“ hingegen entfalte sich ganz gut.

„Brüderlichkeit“, „Gerechtigkeit“, „Vernunft“ werden ebenfalls als Werte ganz hoch geschätzt – gelebt wird das Gegenteil. Mehr und mehr wird die Gesellschaft zu einer Kopie der alten Pharaonenreiche, wo oben das superreiche Alphamännchen steht und unten viele Sklaven billig Dienste verrichten und völlig sinnlose Pyramiden bauen (was ja auch nicht anders geht: ohne Sklaven keine Milliardäre – das weiß man schon seit Jahrtausenden).  Manchmal scheint noch ganz kurz die Vernunft durch, wie bei Kurt Krieger (siehe Welt) oder Dietmar Hopp (ebenfalls: Welt), aber im großen und ganzen lebt man das Modell „asozialer angepaßter Ellenbogeneinzelkämpfer“ mit großer Begeisterung und im großen Stil, wie der Libor-Skandel unlängst nochmal eindeutig demonstriert hat (siehe u.a. Handelsblatt).  Gleichzeitig sehen wir hier die vorherrschende Irrationalität der modernen Zeit: obwohl wir  hier ein weiteres deutliches Beispiel dafür haben, wie unsere Wirtschaft manipuliert wird (neben vielen anderen Beispielen aus Politik und Gesellschaft, denen wir uns im Rahmen unseres Nachdenkmagazins unermüdlich widmen), verweisen wir jeden Bericht über groß angelegte Manipulationen in den religiösen Bereich des „Tabu“ – der bei uns „Verschwörungstheorie“ heißt.

Mit dieser wissenschaftlichen Methodik kann man beweisen, das die Erde eine Scheibe ist: einfach alle Kugelfans zu Spinnern erklären, täglich über alle Kanäle verbreiten lassen, das jeder, der an die Kugelform der Erde glaubt, „psychische Probleme“ hat (und ihnen deshalb mit Arbeitsplatzverlust, Verlust des gesellschaftlichen Ansehen oder Streichung der Regelleistungen drohen) und ab und zu ein paar Leute eliminieren, die „einfach zu weit gegangen sind“ (und dann über den Rand der Scheibe fielen) – schon steht die Botschaft fest wie Stein.

Beim Bau der großen Menschenpyramide hat sowieso kaum noch jemand Zeit, mal eben ins Weltall zu fliegen (oder sich mit der Kraft seiner Vernunft über das Tabu zu erheben) und die Welt von oben zu betrachten.

Natürlich hat das alle nicht mehr viel mit „Vernunft“, „Aufklärung“ oder „Menschenrechten“ zu tun. Das merkt jeder, der nur kurz mal in die Nachrichten das Tages schaut. Es hat mit „Krieg“ zu tun, einem Krieg, über den wir nichts erfahren, obwohl wir seine Opfer sind. Moment – wir erfahren nichts über ihn? Doch, jeden Tag sogar. Beschäftigt (und ungebildet) wie wir sind, kriegen wir es nur nicht mehr mit. Heute zum Beispiel kann man in der Welt von der „gewollten Hyperinflation“ lesen, die den Iran im Rahmen eines von den USA und den Europäern geführten „Wirtschaftskrieges“ vernichtet – wer aber den Wirtschaftskrieg gegen uns Europäer führt, im Rahmen dessen wir mit einer Hyperinflation in Europa rechnen müssen (hier genannt: „sinkende Kaufkraft“, siehe Spiegel), erfahren wir nicht … nachdenken darüber führt zur Anklage wegen „Verschwörungstheorie“.

Diese sprachlichen Verschleierungstaktiken erschweren es ungemein, schnell und auf Anhieb die richtigen Begrifflichkeiten zu entwickeln, die den Menschen klar machen, in welcher Welt sie eigentlich leben. Kaum zu glauben: ohne die richtigen Worte keine präzise Erfassung des Problems, ohne präzise Erfassung des Problems – keine Handlungsalternativen.

Betrachten wir den aktuellen Pyramidenbau nur aus unserer Kultur selbst heraus, so ist er so alternativlos wie die Scheibenwelt des Mittelalters – auch dort haben viele große Denker an der Scheibe mitgearbeitet, die Praktiker waren es (die Seefahrer), die mit den herrschenden Theorien Probleme bekamen … immer dann, wenn ihnen ein Segelschiff entgegenkam und der Mast des Schiffes langsam über den Horizont wuchs, beschlich sie das Gefühl, die Erde sei eher eine Kugel denn eine glatte Fläche.

Und wo sind heute unsere Seefahrer?

Überraschenderweise finden wir sie nicht bei den Astronauten. Wir finden sie dort, wo gesellschaftliche Verachtung ihr Höchstmaß erreicht: bei den faulen Arbeitslosen, jenen, denen man unterstellt, sie würden absichtlich den Gottesdienst verweigern (also: den Produktionsdienst, in dessen Kielwasser die Erde in einen zugemüllten, toten Klotz verwandelt wird).  Die Medien meiden sie großflächig, sind sie doch eindeutig Ketzer, die vom wahren Glauben abgefallen sind, Ketzer wie … John Perkins, der eine fast schon biblisch anmutende Wandlung (Saulus zu Paulus) durchgemacht hat und als Gegenpol zur kapitalistischen Korruptionswelt nun … einen schamanischen Weg empfiehlt. Eine bemerkenswerte Wandlung – aber eine, die Sinn ergibt, wenn man den religösen,  unvernünftigen, irrationalen Charakter der modernen Welt begreift. Eine Wandlung, die – unter diesem Licht betrachtet – sehr konsequent und vernünftig ist, die der neuen Religion eine Gegenreligion präsentiert, die – volkswirtschaftlich betrachtet – einen höheren Sinn ergibt.

Schon in den sechziger und siebziger Jahren des  letzten Jahrhunderts machte sich eine Gegenbewegung gegen den ausufernden irrationalen Kult der Moderne bemerkbar: in Findhorn sprachen Menschen mit Pflanzen und Naturgeistern, was zum Ergebnis hatte, das sie durch ihre unglaublichen (und unerklärlichen) Ernteerfolge internationale Aufmerksamkeit erhielten. Selbst kritische Wissenschaftler waren damals begeistert – aber die moderne Religion verhinderte, das weitere Forschungen betrieben wurden. In Findhorn selbst hat man dann einen anderen Weg eingeschlagen, aber andere nahmen diesen Impuls auf: der Bildhauer Marko Pogacnik erschuf in seinen Werken eine komplexe Systematik über die energetischen Strukturen der Erde – und bewies in seinen Arbeiten am Schloßpark Türnich bei Köln, das man durch systematische Anwendung seiner Lehre die Kriminalitätsrate des Ortes senken konnte. In logischer Folge beider Strömungen bildete sich das „Heilungsbiotop“ bei Tamera, das die „Heilung der Erde“ (und der menschlichen Gesellschaft) zum Ziel hat.

Der Leser wird sich nun wundern: ist das nun ein Plädoyer für die „Anwendung magischer Prinzipien zur Rettung der Welt“?

Nun – das ist eigentlich eher die Spielwiese der neuen Pharaonen, die ihren Kult im Bohemien Grove praktizieren … ohne das die „Systempresse“ an den kindischen, einfältigen und mit gruseliger Symbolik versehenen Treffen Anstoß nimmt – ja, sie nimmt noch nicht mal Notiz von jenen Veranstaltungen, die jedem Beamten des Kartellamtes hochgradig nervös machen müsste.

Was wir wieder brauchen, ist eine Rückkehr zu Rationalität und Vernunft, wie wir sie zu Zeiten der Aufklärung hatten. Dazu gehört, das man Phänomene wie die, die in Findhorn zu beobachten waren, nüchtern und kritisch untersucht – und sie nicht automatisch mit einem „Kirchenbann“ belegt. Dazu gehört auch, das man die gleiche Kritik auf die eigene Kultur anwendet und sich gleichzeitig von der unendlichen Selbstbeweihräucherung der neuen Religion distanziert. Insofern ist der Weg des John Perkins ebenfalls nachvollziehbar: um ein System in seiner Gänze zu verstehen (und die Kugelform der Erde zu bestätigen) muss man sich völlig von diesem System lösen: Arm in Arm mit den Schamanen des Amazonas hat man wohl den größtmöglichen Abstand vom Heimatsystem, den man sich momentan nur vorstellen kann.

Nun fehlt an dieser kleinen Exkursion natürlich noch etwas: eine Begrifflichkeit für die neue Religion. Spielereien mit Weltdeutungssystemen sollten schon handfeste Ergebnisse haben und nicht nur der Unterhaltung dienen – und deshalb soll heute mal der Sonntag als jener Angelpunkt dienen, von dem aus wir den Feind der Menschheit begrifflich erschließen wollen. So wie der Sonntag einst jener Tag war, an dem der neue Gottesdienst in den Alltag eingriff (und uns von der Fronarbeit befreite) so muss er heute dem neuen Gott weichen:

Der wirtschaftliche Druck durch Maschinen, deren Auslastungszeit möglichst 24 Stunden an jedem Tag der Woche betragen soll, setzt sich sowohl gegen die traditionell-religiösen als auch gegen die sozialen und humanitären Gründe durch. Neuere Arbeitsgesetze lassen für den Sonntag mehr und mehr Ausnahmen zu. Insofern ist der Sonntag als „großes Kulturgut“ (Reinhard Kardinal Marx) zu schützen, zumal wir die Gestaltung des Lebens immer mehr der „Wirtschaft unterordnen“ (siehe Wikipedia)

Worauf weisen unsere modernen Priester hin, wenn sie auf die Überlegenheit unserer Kultur aufmerksam machen? Auf die Maschinen. Ihre Bedürfnisse gelten uns als höchstes Gut, dem wir auch unseren heiligen Sonntag opfern. Also nennen wir den neuen Gott nicht „Markt“ oder „Geld“, sondern den Maschinengott. Ihm opfern wir unser ganzes Leben, er diszipliniert uns in unserem von Maschinen geprägten Alltag, er degradiert den Menschen zum bloßen Schmiermittel einer ganz großen, gigantischen Maschine, die sich im Alltag als „Markt“ und „Geld“ zeigt und alle Menschlichkeit aus dem Miteinander verbannt.

Ziel diese Gottes ist der genetisch optimierte und standartisierte Mensch, der sich optimal als Schmiermittel einsetzen lässt, bis er alt und verbraucht ist und beim nächsten Ölwechsel entsorgt werden kann.

Ein solcher Gott ist das Gegenteil all jener Religionen, die (einschließlich der jüdischen, christlichen, islamischen, buddhistischen und hinduistischen Religion) das Leben selbst als „heilig“ empfunden haben – er ist ein Gott des Todes, in dessen Sphären auch jegliche Reflexion über die Dimensionen der menschlichen Sterblichkeit verboten ist – selbst, wenn sie hoch wissenschaftlich begründet ist. Wie alle Priesterreligionen strebt er nach „Alternativlosigkeit“ – und dort finden wir den Hauptgrund für viele seltsame Erscheinungen der Moderne und für das Ersterben aller „Utopien“ über eine andere, bessere, glücklichere Welt.

Natürlich „existiert“ so ein Gott nur im menschlichem Bewusstsein – aber das ist schon schlimm genug.  Es reicht, die Welt an den Abgrund zu führen – erst recht, wenn alle ihm folgen. So gesehen ist der erste Schritt zum Widerstand, jenen „Gott“ aus dem eigenen Bewusstsein zu verdrängen. Wie tief er darin schon verankert ist, kann jeder bei sich selber sehen, wenn er es wagt, sich den „Tabuthemen“ der neuen Religion zu nähern mit jenen Fragen, die die Menschheit seit Anbeginn der Zeiten beschäftigt: die Existenz einer Seele, die Existenz von Bewusstsein außerhalb der menschlichen Erlebniswelt (seien es nun Götter oder Geister), die Fortexistenz der Seele nach dem Tod, die wirklichen Dimensionen von „Leben“ in einer zwölfdimensionalen Welt – alles Themen, die den einzelnen Menschen in seiner puren Substanz und Existenz betreffen und für ihn viel bedeutender sind als die Einschaltquoten von „Wetten Dass“, die uns gerade in breiter Front um die Ohren gehauen werden, als sei unser Seelenheil davon abhängig.

Wie der Religionswissenschaftler nun natürlicherweise erwarten würde, gibt es schon zum Maschinengott des Todes eine reale Gegenkultur, deren Existenz von den meisten Medien großflächig ignoriert wird – dabei ist es ein Wunder, sie sie nach so vielen Jahrzehnten der Verfolgung überhaupt noch existiert. Sie ist im Internet schwer nachzuweisen, weil sie den Moloch „Technik“ konsequenterweise weitgehend meidet – und doch ist sie da, siehe Rainbow-Info.de:

Jedes Jahr hält die Familie das Treffen der Stämme ab, ein völlig freies, unkommerzielles Teilen unseres Lebens und unserer Herzen in der Kathedrale der Natur.
Hier gibt es keine autoritären Hierarchien. Wir haben eine Stammesanarchie, in der wir für einander Sorge tragen, weil wir spüren, dass wir eine Einheit sind. Das Treffen funktioniert, weil jeder von uns die Verantwortung dafür übernimmt, das zu tun, was getan werden muss, und weil wir unser Wissen und Herz teilen.
Teil dieser Verantwortung ist die Übereinkunft:
Zu versprechen sanft und bewusst mit unserer Mutter Erde umzugehen, uns selbst und alle lebenden Wesen zu respektieren und für einander Sorge zu tragen. Im Umgang miteinander gewaltfrei zu handeln, direkt mit offenen Herzen aufeinander zuzugehen.

Unglaublich, oder? Eine weltweite anarchistische Bewegung von Hippies – jenen Menschen, die am konsequentesten aus der alternativlosen Kultur des Maschinengottes herausgetreten sind – und dafür bis heute in breiter Front mit Verachtung gestraft werden. Man könnte das Gefühl bekommen, was handelt sich um eine weltweite Bewegung von friedlichen Anarchisten, die schon Heute aufbauen, was Morgen das Überleben der Menschheit sichert.

Dem rational denkenden Wissenschaftler jedoch erschließt sich auf einmal, warum „Beschäftigung“ in einer Welt ohne Arbeit auf einmal so wichtig geworden ist: das es jenseits der Kultur des Todes, jenseits der Kultur des Maschinengottes noch eine alternative Kultur gibt, die ein lebendigeres Sein verspricht als selbst die Seifenopern im Privatfernsehen ist eine Botschaft, die auf jeden Fall unterdrückt gehört.

Schon interessant, worauf man stößt, wenn man nur ein wenig über den Sonntag nachdenkt … und darüber, das es leicht möglich wäre, jeden Tag in einen Sonntag zu verwandeln, wenn man nur aufhört, den Pharaonen und ihrem Weltbild zu dienen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hängt die Banker???

29.11.2011. Dienstag. Eifel. Autor? Hat Magen Darm-Grippe. Zeit zum Denken. Zum Beispiel über die Forderung, jetzt erstmal ein paar Banker zu hängen. Ich bin mir sicher, das ich momentan für eine solche Forderung einige Mitläufer finden würde. Leute hängen kommt immer gut an - nicht nur in Deutschland. International machen wir ja gerade mit Begeisterung alle "Bösen" tot - Osama bin Laden, Gaddafi, 100000 "Terroristen" - alle einfach mal so ohne Gerichtsverhandlung über den Haufen geknallt, von Bomben zerfetzt, von Napalm verbrannt. Was spräche also dagegen, die gleiche Prozedur auch im Inland anzuwenden? Ich meine - wir haben hier doch eine zunehmende Verrohung der politischen Landschaft: Nazikommandos marschieren ungehindert mordend und plündernd durch das Land, Polizisten reiten mit brutaler Gewalt Demonstranten nieder, Journalisten werden mit Pfefferspray gejagt: Deutschland feiert eine Orgie der Gewalt, siehe Spiegel:

29.11.2011. Dienstag. Eifel. Autor? Hat Magen Darm-Grippe. Zeit zum Denken. Zum Beispiel über die Forderung, jetzt erstmal ein paar Banker zu hängen. Ich bin mir sicher, das ich momentan für eine solche Forderung einige Mitläufer finden würde. Leute hängen kommt immer gut an – nicht nur in Deutschland. International machen wir ja gerade mit Begeisterung alle „Bösen“ tot – Osama bin Laden, Gaddafi, 100000 „Terroristen“ – alle einfach mal so ohne Gerichtsverhandlung über den Haufen geknallt, von Bomben zerfetzt, von Napalm verbrannt. Was spräche also dagegen, die gleiche Prozedur auch im Inland anzuwenden? Ich meine – wir haben hier doch eine zunehmende Verrohung der politischen Landschaft: Nazikommandos marschieren ungehindert mordend und plündernd durch das Land, Polizisten reiten mit brutaler Gewalt Demonstranten nieder, Journalisten werden mit Pfefferspray gejagt: Deutschland feiert eine Orgie der Gewalt, siehe Spiegel:

„Der Hass und die Gewalt, die meinen Kolleginnen und Kollegen von einzelnen autonomen Gruppen entgegenschlugen, waren ohne Beispiel“, sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut. Der Transport müsse ein politisches Nachspiel haben, forderte er. Es sei „bedrückend, dass sich auch Politiker und Bürgerinitiativen nicht eindeutig von dieser Gewalt distanziert“ hätten. Die gegen Polizisten eingesetzten Waffen würden immer brutaler. 

Auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) kritisierte die seiner Einschätzung nach zunehmende Gewalt militanter Demonstranten am Rande des Castor-Transports. Beamte seien in „ziemlich brutaler Form“ attackiert worden. Das habe es in Castor-Zeiten „so noch nicht gegeben“. Etwa hundert Polizisten seien verletzt worden. 15 bis 20 seien außerdem dienstunfähig.

Also sollten wir auch Atomkraftgegner aufhängen … zumal ja diese ganze „Gegnerei“ nur eine kleine Minderheit betrifft, die Mehrheit hat ja jetzt gezeigt, auf welcher Seite sieh steht: Stuttgart 21 wird gebaut – und man zahlt auch gerne noch viel mehr dafür. Da hat wohl die Junge Union wieder einmal in einer konzertierten Aktion alle Altenheimbewohner und Russlanddeutschen zum Kreuzchenmachen mobilisiert.

Erstmal jedoch – zurück zu den Bankern. Die haben es doch wohl wirklich verdient, gehängt zu werden, oder? Die haben uns doch den ganzen Schlamassel eingebrockt – jedenfalls redet die Politik immer wieder gern darüber.

Bevor wir jedoch mit dem Strick losziehen, um noch mehr „Böses“ aus der Welt zu bringen, sollten wir einmal kurz innehalten.

Sicher – die Hedgefonds haben unser Land ziemlich ruiniert, die Heuschrecken haben viele Firmen ausgeschlachtet und sind für großflächige Vernichtung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze verantwortlich … aber würden wir wirklich einen Lehrer dafür bestrafen wollen, das er seinen Job besonders gut macht? Würden wir einen Busfahrer dafür bestrafen wollen, das er besonders gut Bus fährt – oder einen Bäcker, das er besonders gut backt?

Ein Banker soll Geld aus Geld machen – dafür hat man ihn von der Straße aufgelesen. Nein – wirklich. Manche dieser Manager haben absolut keine Ausbildung und kein Wissen darüber, was sie da eigentlich tun – können aber gut und schnell Knöpfe drücken.

Dafür, das er besonders gefährliche Knöpfe hat, ist der Banker vor Ort nicht verantwortlich. Das haben ganz andere so eingerichtet, siehe Deutschlandradio:

Die Befürchtung, ins Hintertreffen zu geraten, war auch in der SPD weit verbreitet. So gab der SPD-Banken- und Kapitalmarktexperte Hans-Martin Bury, einer der politischen Shootingstars in der Partei, 1998 eine klare Richtung vor. Bury war übrigens später Kanzleramtsminister unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und anschließend Bankmanager und Vorstand bei Lehman-Brothers.

„Deutschland ist unverändert ein Aktien-Entwicklungsland. Wenn wir nicht schleunigst beginnen, die Rahmenbedingungen internationalem Standard anzupassen, dann wächst die Gefahr, dass es dem Finanzplatz Frankfurt bald ebenso ergeht wie dem dortigen Fußballverein.“

Wie man sieht: die Banken konnten besonders großzügig zu Politikern sein, die ihnen den Weg zum deutschen Geld ebneten. Fortan konnten also auch in Deutschland die Lehman-Ramsch-Papiere verkauft werden – was vielen Leuten ihre Lebensarbeitsleistung gekostet hatte.  Wir wollen aber nicht vergessen, das es da einen Mann gab, der sich besonders aus dem Fenster gelehnt hatte:

Im November 2001 stellte der damalige Bundesfinanzminister Hans Eichel von der SPD dann den Entwurf für das Vierte Finanzmarktförderungsgesetz im Bundestag vor. Ziel des Vorhabens waren die Modernisierung und Förderung des Finanzplatzes Deutschland. 

Zwei Jahre später – im Jahr 2003 – ließ die rot-grüne Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder die heute so verachteten Hedgefonds, die „Heuschrecken“, an den deutschen Kapitalmärkten zu. 

Das Investmentmodernisierungsgesetz war ein wichtiger Schritt bei der Deregulierung des deutschen Finanzmarktes. Selbst das „Manager Magazin“ sprach damals allerdings bereits von einem Spiel mit dem Feuer.

Und im gleichen Jahr legte Finanzminister Hans Eichel einen Finanzmarktförderplan vor. Damit wollte er schrittweise moderne Anlageinstrumente einführen und Geldhäusern den Umgang mit Kreditrisiken erleichtern. Risiken und Forderungen sollten leichter als Wertpapiere am Kapitalmarkt gebündelt, verbrieft und in handelbare Anleihen umgewandelt werden können. Der deutsche Finanzplatz sei reif genug, um mit alternativen Anlageinstrumenten umgehen zu können, resümierte Eichel.

Ja, genau der Eichel, der mit 7100 Euro Rente nicht zufrieden war und nochmal 9640 Euro oben drauf wollte. Soll sich der Staat doch nur weiter verschulden, sollen die doch bei den Arbeitslosenkindern noch weiter das Essensgeld kürzen (eine Handvoll Reis am Tag reicht doch den chinesischen Wanderarbeitern auch), Hauptsache, der Eichel wird reich. Vielleicht so reich wie sein Deregulierungskanzler Schröder, der ja auch seine Million von dem Herrn Maschmeyer bekommen hat, welcher selber wiederum an rot-grünen Finanzprodukten  sehr gut verdiente:

Die Zuwendungen an Gerhard Schröder erweisen sich rückblickend als gute Investition für Carsten Maschmeyer. Einige Jahre nach dem Wahlsieg von 1998 wird es die Schröder-Regierung sein, die der Finanzdienstleisterbranche mit der Einführung der staatlich geförderten Riester-Rente ein Milliardengeschäft beschert. Der Erfinder dieser privatisierten Altersvorsorge, Arbeitsminister a.D. Walter Riester, zieht daraufhin nicht nur als gut bezahlter Werber für die Riester-Rente durch die Lande, sondern steht auch dem Vertreiber der Riester-Rente, Maschmeyers AWD, zu Diensten: Auf werbewirksamen Fotos posiert Riester mit AWD-Vertretern (s. rechts), mit denen diese später auf Kundenfang gehen

Solche echten Männerfreundschaften sind doch was Schönes, oder? Gibt auch ganz viele davon – wie das Handelsblatt gerade verrät: „die grossen Auftritte der Entscheider“ sind immer einen Artikel wert … noch wertvoller wäre es, zu sehen, wie wir alle diese luxuriösen Auftritte finanzieren.

Manche sind ja wirklich schon zu frech und haben diesen Schröder angezeigt – jedenfalls hatte Attac ihn mal vor ein Tribunal gezerrt – symbolisch, wohlgemerkt. Der hat aber so viele Freunde und so viel Geld, das der das gar nicht bemerkt hat.

Ja, der Herr Schröder ist beliebt in der Welt. Kaum war Angela Merkel Kanzler und er nicht, durfte der Deregulierer deutscher Finanzmärkte für eine Investmentbank als Berater tätig werden – siehe FAZ. Wieviel diese Bank an der Deregulierung des deutschen Anlagemarkte verdient hat, konnte ich nicht mehr in Erfahrung bringen – mir war schon schlecht wegen der Magen-Darm-Grippe und der Riesterrente, da wollte ich nichts riskieren.

Was ich aber riskiert habe ist einen Blick auf die Frankfurter Familie Rothschild – und ein Motto auf ihrer Webseite:

THE STRENGTH WHICH LIES IN UNITY.

Übersetzt etwa: die Kraft, die in der Einheit liegt.

Welche Kraft die Einheit von Politik und Bankgewerbe entfalten kann, erleben wir momentan an den nicht enden wollenden Krisen, die ganz Europa immer ärmer machen.

Moment?

Ganz Europa?

Nein. Eine kleine Schicht von Entscheidern – untereinander gut vernetzt – verdient sich dumm und dämlich. Und was diese Entscheider machen, ist auch politisch unheimlich. Ist es Zufall, das Hartz-Kanzler Schröder seine Partei in ihren Grundwerten so verraten hat, wie es Angela Merkel jetzt bei ihrer Partei macht? Das Schröder beim Wallstreet-Giganten Rothschild so gut im Kurs steht wie Merkel bei den radikalen Republikanern um Bush?

Wollen wir nicht weiter drüber nachdenken … wir geraten in Tabuzonen.

Banker hängen … wollen wir natürlich auch nicht – wir sind doch nicht die Nato. Wir leben korrekt und halten uns an bestehende Rechtsprinzipien. 200 000 von ihnen werden sowieso gerade weltweit in die Wüste geschickt: sie haben ihre Arbeit getan.

Wenn aber demnächst wieder ein Politiker gegen Banker wettert, sollten wir uns daran erinnern, das die niemals unser Tafelsilber hätten herausräumen können, wenn nicht andere ihnen die Türen weit aufgemacht hätten.

Und die anderen machen die Türen momentan immer weiter auf, siehe Handelsblatt und Schäubles wundersame Geldvermehrung, auf die die Ratingagenturen nicht sonderlich euphorisch reagieren:

Die Ratingagentur Moody’s erklärte, die Eskalation der Schuldenkrise und die Finanzierungsprobleme der Banken bedrohten inzwischen die Bonität aller europäischer Länder.

Warum das alles so läuft wie es läuft?

Na, einfach immer an Rothschild denken: THE STRENGTH WHICH LIES IN UNITY.

 

 

 

 

 

„Nine-Eleven“, die Kultur von Ohnmacht und Angst und die Ethik der Förderer der Investmentbanker

In einer Diktatur sagt der Diktator wo es langgeht - egal, ob es nun ein Putschistenobrist ist, ein Revolutionsführer, ein Vorstandsvorsitzender oder ein Papst. In einer Diktatur wird Wahrheit einfach so gesetzt. Wenn der Diktator sagt: "Der Mond ist aus grünem Käse!", dann ist es die Aufgabe der Wissenschaft, nach Tatsachen zu suchen, die dies beweisen. Finden sie keine, werden sie geköpft - also finden sie welche. In einer Demokratie ist das anders. Hier werden Wahrheiten gemeinsam erarbeitet. Wie wichtig das für unser Zusammenleben ist, haben wir Deutsche schon mal erfahren. "Heute morgen hat Polen das Deutsche Reich angegriffen ..." war ein Satz, der schlimme Folgen für unsere Briefmarkensammlung und unsere Kleingärten hatte - von den Folgen für unser Leben, unsere Beine oder  unser Augenlicht mal ganz abgesehen. "Der Jude steckt hinter allem..." hatte schlimme Folgen für den Juden ... und das System, mit dem er vernichtet wurde, hatte schlimme Folgen für alle - ähnlich wie auch das System der ARGEn nochmal schlimme Folgen für alle haben kann. In einer Demokratie darf auch der dümmste Depp Fragen stellen - auch dumme Fragen - was das Aufkommen einer Expertendiktatur verhindern soll. Was aber ... wenn das Stellen von Fragen auf einmal verboten ist? Wenn es Themen gibt, an die man nicht rühren darf, weil es sonst Sanktionen gibt? Was ist, wenn man anhand der Sanktionen merkt, das aus außer den ARGEn noch andere Kontrollinstanzen gibt, die Sanktionen verhängen können?

In einer Diktatur sagt der Diktator wo es langgeht – egal, ob es nun ein Putschistenobrist ist, ein Revolutionsführer, ein Vorstandsvorsitzender oder ein Papst. In einer Diktatur wird Wahrheit einfach so gesetzt. Wenn der Diktator sagt: „Der Mond ist aus grünem Käse!“, dann ist es die Aufgabe der Wissenschaft, nach Tatsachen zu suchen, die dies beweisen. Finden sie keine, werden sie geköpft – also finden sie welche. In einer Demokratie ist das anders. Hier werden Wahrheiten gemeinsam erarbeitet. Wie wichtig das für unser Zusammenleben ist, haben wir Deutsche schon mal erfahren. „Heute morgen hat Polen das Deutsche Reich angegriffen …“ war ein Satz, der schlimme Folgen für unsere Briefmarkensammlung und unsere Kleingärten hatte – von den Folgen für unser Leben, unsere Beine oder  unser Augenlicht mal ganz abgesehen. „Der Jude steckt hinter allem…“ hatte schlimme Folgen für den Juden … und das System, mit dem er vernichtet wurde, hatte schlimme Folgen für alle – ähnlich wie auch das System der ARGEn nochmal schlimme Folgen für alle haben kann. In einer Demokratie darf auch der dümmste Depp Fragen stellen – auch dumme Fragen – was das Aufkommen einer Expertendiktatur verhindern soll. Was aber … wenn das Stellen von Fragen auf einmal verboten ist? Wenn es Themen gibt, an die man nicht rühren darf, weil es sonst Sanktionen gibt? Was ist, wenn man anhand der Sanktionen merkt, das aus außer den ARGEn noch andere Kontrollinstanzen gibt, die Sanktionen verhängen können?

Solche Erfahrungen kann man machen, wenn man einem zentralen Thema des 21. Jahrhunderts zu nahe kommt: den Anschlägen auf die New Yorker Zwillingstürme am 11.9.2001:

„Ich habe ganz oft gehört, von Kollegen auch in der Vergangenheit – aus dem Medien- und aus dem journalistischen Bereich, die sagten: ‚Bröckers, was Du da schreibst, das ist doch gar nicht so falsch, aber ich will damit nichts zu tun haben‘.“ 

So Matthias Bröckers, Autor und Journalist, zu Reaktionen zu seiner Arbeit am Thema nine-eleven in einem Beitrag von ttt, der hier in der ARD-Mediathek zu finden ist.

Das Thema ist tabu – aber das wissen wir ja. Matthias Bröckers erfährt dieses Tabu durch die Aussagen seiner Kollegen, wir erfahren es durch eine breite Medienfront, die – so Tillman Jens, Autor des ttt-Beitrages über Bröckers – auch ihm „mediale Prügel“ verabreichen wird, obwohl er nur Fragen stellt und keinerlei Theorien äußert.

Er hat das Tabu wohl nicht verstanden. Dem Tabu auf der einen Seite entspricht die Ohnmacht auf der anderen Seite, eine Ohnmacht, die Alt-Kanzler Schmidt zu drastischen Worten in der Zeit veranlassen:

Dabei ist das Wort Investmentbanker nur ein Synonym für den Typus Finanzmanager, der uns alle, fast die ganze Welt, in die Scheiße geritten hatund jetzt schon wieder dabei ist, alles wieder genauso zu machen, wie er es bis zum Jahre 2007 gemacht hat.

Hierzulande hätte die Politik schon lange erkennen müssen, dass die Struktur der deutschen Bankenlandschaft renovierungsbedürftig ist. Es ist nicht gut, dass deutsche Weltfirmen hinsichtlich der Finanzierung von großen Vorhaben und Investitionen von ausländischen Finanzinstituten abhängen.

Wenn zum Beispiel eine große, für uns wichtige Firma von einigen kapitalkräftigen Chinesen oder Ölscheichs übernommen würde, dann läge es wegen des Know-hows in dieser Firma und wegen der zukünftig zu erwartenden weiteren Forschung und Entwicklung im dringenden deutschen Interesse, dies zu verhindern und das Unternehmen in Deutschland zu halten. Aber dazu brauchte man zwei oder drei deutsche Großbanken, an die eine deutsche Bundesregierung sich im Notfall wenden kann!

Wichtige Worte eines wichtigen Mannes – eines Mannes, der Gast im Bohemian Grove war, jenem Ort, an dem die nach strengen Kriterien ausgesuchten Mächtigen der USA ganz unter sich sind und selbstverständlich überhaupt keine Politik machen, eines Mannes, der selbst Banker als Regierungsvertreter eingesetzt hat und sich nun darüber aufregt, das das nicht mehr geht weil die Deutsche Bank keine deutsche Bank ist.

Ohnmächtig dürfen wir zusehen, wie der Euro den Bach ´runtergeht, weil ihn internationale Hedge-Fonds im Einklang mit Ratingagenturen in eine unaufhaltsame Abwärtsspirale getrieben haben. Das dürfen ZDF-heute oder ARD-Monitor wiederum ganz offen berichten, wobei zu vermuten ist, das selbst die treuesten Systemschreiber langsam merken, das es auch um das Geld in ihren Taschen geht und das es letztlich nicht nur um 1000 Euro geht, die jede italienische Familie jetzt für die Krise zahlen muss, sondern um ALLES.

Wenn wir uns nur kurz einmal hinsetzen, nur kurz der Möglichkeit gedanklich Platz schaffen, das in der Tat nine-eleven der lange vorbereitete Startschuss zur Schaffung einer neuen Welt war, dann müssten wir uns auch der Möglichkeit stellen, das die laufenden Wirtschafts- und Währungscrashs, der Ausverkauf der Privatwirtschaft an die Mafia, die gezielte und absichtliche Vernichtung von Kaufkraft oder die fortlaufende Entwertung von Arbeit Teil der Entwicklung sind, einer Entwicklung, in der wir uns daran gewöhnt haben, das der Chef der BA bessere Betreuung für Langzeitarbeitslose anmahnt, gleichzeitig aber bundesweit die Agenturen einstampft, die diese Betreuung leisten sollen. So wird es verständlich, das Regierungssprecher auch kurz vor der Rente nochmal ein „Medientraining“ zum Tagessatz von 4500 Euro brauchen: um diese politischen Entwicklungen ohne Anfälle von schizophrenen Wahn verkaufen zu können, braucht man schon hochqualifiziertes Fachpersonal, das locker von seit 1976 geklauten Renten bezahlt werden kann.

Denken wir jetzt einfach mal kurz darüber nach, welche Geisteshaltung solche Entwicklungen fördert, dann … kommen wir in Gebiete, die Journalisten soviel Angst macht, das sie dem guten Herrn Bröckers durch die Blume sagen: „Rühr´ da nicht dran, das ist Tabu!“.  Während noch 2001 viele meinten, das uns das alles nichts anginge, das wir in keiner Weise etwas mit den Ereignissen von nine-eleven zu tun haben könnten, das die unseren Alltag nie berühren werden, müssen wir heute anders denken. Wenn die bröckelige „Bin-Laden-Story“ nur das Aushängeschild einer Aktion war, muss man davon ausgehen, das die wahren Täter weiter werkeln, gezielt die Immobilienkrise angeheizt haben, was zu weltweiten Sozialstaatsabbau und zu beständig fortschreitender Verarmung der Weltbevölkerung führt – eine Erfahrung, die Bürger in Deutschland teilen können.

Wir denken uns hier Menschen, die keine Skrupel haben, tausende von Mitbürgern einen grauenhaften Tod sterben zu lassen, um die politische Großwetterlage zu ändern.

Solche Menschen gibt es nicht?

„Osama bin Laden“ soll so einer gewesen sein. Roosevelt auch. Die Bush-Administration hat die ganze Welt mit Lügen über den Irak getäuscht, den Tod von einer Millione Iraker verursacht, ohne das sie auch nur annähernd die gleiche Ächtung erfahren hätte wie Saddam Hussein oder Bin Laden. Wir haben nach „nine-eleven“ alle akzeptiert, das „die“ das dürfen – und das wir über „die“ nicht reden dürfen.

Es waren Menschen, die konkret entschieden haben, die Regulierungen für Hedgefonds zu lockern, Menschen, die konkret entschieden haben, für Hundehütten in den USA Superkredite zu vergeben, Menschen, die konkret entschieden haben, mit diesen Mogelpackungen zu handeln und die genau wussten, das sie mit diesen Tricks Millionen von Menschen und ganze Volkswirtschaften in den Ruin treiben, in die Arbeitslosigkeit und die Abhängigkeit staatlicher Fürsorge.

Es sind Menschen, die beschlossen haben und auch weiterhin beschließen, diese staatliche Fürsorge dann immer weiter abzubauen, damit Billigstlöhne auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen sind und „Wohlstand“ weltweit zum Fremdwort wird.

Diese Menschen gibt es. Lauschen wir nochmal Helmut Schmidt:

Ich teile die Menschheit deshalb gern in drei Kategorien ein. Die erste Kategorie, das sind die normalen Menschen. Wir alle haben sicher als Jungs mal Äpfel geklaut, aber dann sind wir doch anständige Kerle geworden. Normale Menschen also, das sind vielleicht 98 Prozent. Zweite Kategorie, das sind die mit einer kriminellen Ader. Die gehören vor Gericht, und wenn sie schuldig gesprochen sind, dann gehören sie ins Gefängnis. Und die dritte Kategorie sind Investmentbanker und Fondsmanager.

Und wenn wir uns jetzt Menschen mit der Gesinnung eines Investmentbankers vorstellen und diese dann auf die Politik übertragen: ist es dann noch so unvorstellbar, das „nine-eleven“ noch ganz andere Hintergründe hat, weil es in der Tat Menschen gibt, die ohne zu zögern die ganze Weltwirtschaft an den Abgrund führen … wegen ein paar Wetten? Sollen wir wirklich glauben, das diese Menschen auf einmal anfangen, sich selbst zu bremsen?

Dürfen wir denn noch darüber nachdenken, das der Typus des „Investmentbankers“ bewußt und gezielt geschaffen wurde … weil er eben nicht als Naturgewalt einfach so vom Himmel fällt? Auch da gab es Menschen, die Pläne hatten und bewusst Entscheidungen gefällt haben: „geben wir doch einfach mal ein paar jungen, arbeitslosen, skrupellosen Charakteren ein paar Milliarden Dollar und lassen sie damit herumspielen“ – das war die Geburtsstunde des Investmentbankings in den achtziger Jahren. Viele seriöse Banker haben sich damals darüber aufgeregt … aber Menschen mit sehr viel Geld haben halt anders entschieden.

Wenn diese Menschen aber schon solche Entscheidungen fällen … was kann man denen sonst noch so zutrauen?

Nun,  Kriege, Massenmord, gezielte Vernichtung von Volkswirtschaften und Volksvermögen sind Taten, die schon öffentlich gemacht worden sind – und angesichts dieser Gräuel wäre „nine-eleven“ wirklich nur noch ein kleines Sahnehäubchen auf der Liste der Verbrechen. Würde es wirklich etwas ändern, wenn wir erfahren würden, das die gleiche Kreise, die den Irak-Krieg fabriziert haben (wie auch die Babymord-Lügen vor der UN beim ersten Irakkrieg), die Immobilienkrise einfädelten oder mit riskanten Staatskrediten hausieren gingen auch hinter „nine-eleven“ stecken?

Oder ist es nicht schon längst so, das wir aufgeben haben, weil wir schon längst gemerkt haben, das hier mit harter Hand durchgegriffen wird? Mit der harten Hand eines Diktators, der Wahrheiten setzt, wie es ihm gefällt, die Menschen in einer Kultur von Ohnmacht und Angst ersticken läßt aber nicht möchte, das man über ihn spricht?

Letzteres scheint mir eher zu erklären, warum es so einen Eiertanz um die Ungereimtheiten von „nine-eleven“ gibt und warum sich die Kollegen von Bröckers gerne so bedeckt halten. Wäre „nine-eleven“ „selbst gemacht“, so wäre es ein kleineres Verbrechen als der durch gefälschte Beweise herbeigeführte Irak-Krieg, aber die wahren Herren der Welt haben „nine-eleven“ mit einem Tabu belegt, zitiert nach „Gegenstandpunkt„:

„Wir müssen die Wahrheit über den Terror aussprechen. Lasst uns niemals frevelhafte Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit den Anschlägen des 11. September tolerieren, boshafte Lügen, die bezwecken, die Schuld von den Terroristen selbst abzulenken, weg von den Schuldigen.“(Georg W. Bush, Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, 10.11. 2001)

Wenn der Bote der Götter das sagt, sollten wir uns daran halten, oder?

Laut Spiegel (einem Nachrichtenjournal, das sich streng an die Bush-Doktrin hält und alle Gegner dieser Doktrin zur „Meschugge-Brigade“ erklärt) glauben bis zu 84% der Amerikaner nicht an die offizielle Theroie. Dafür glaubt aber Frau Bush daran, das die US-Delegation in Heiligendamm samt Präsident vergiftet wurde:

Wurden Laura und George W. Bush, bis Anfang 2009 „First couple“ der USA, während eines Deutschland-Besuchs vergiftet? Das vermutet die ehemalige First Lady höchstpersönlich: In ihren Memoiren berichtet sie erstmals, wie sie und ihr Gatte beim G-8-Gipfel in Heiligendamm 2007 mysteriös erkrankten.

Das zeigt deutlich, in welchen Kategorien man dort zu denken gewöhnt ist, was man dort auf höchster politischer Ebene für denkbar und möglich hält – und es weist ein wenig darauf hin, das man dort einen ganz anderen Erfahrungshorizont hat, als man uns nach viel teurem Medientraining verkaufen möchte.

Und je näher man dieser Wahrheit kommt, die verborgen bleiben soll, umso mehr Angst kann man bekommen … vor der Ohnmacht, die sich dann offenbart.

 

 

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