Hartz-Front

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Die Zukunft – der bargeldlose Terrorstaat: Bio macht böse.

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Freitag, 26.6.2015. Eifel. Bargeldloser Zahlungsverkehr – das ist der nächste Terror, der dem Bundesbürger droht. Schon jetzt kriege ich die Krise, wenn vor mir an der Kasse jemand sagt: „Mit Karte bitte“ – da ist dann erstmal Warten angesagt. Gelegentlich sogar länger – wenn die Eingabe der Nummer nicht klappt, wenn der Automat die Nummer nicht akzeptiert – oder der Kunde/die Kundin die Nummer einfach vergessen hat. Sicher – man kann während der Zeit schön vor sich hinträumen, meditieren, eine Oper ersinnen … aber man könnte auch stattdessen schön in der Sonne liegen anstatt in einer langen, nörgelnden, drängelnden Schlange im Discounter.

Sicher – es gibt gute Gründe für bargeldlosen Zahlungsverkehr. Neue Währungen – werthaltige Währungen – lassen sich auf diese Art und Weise leicht erschaffen und könnten einem die Mittel in die Hand geben, den Zusammenbruch des Kapitalismus aufzuhalten … gleichzeitig aber drohen auch Gefahren, die kaum einem bewusst sind. Auch mir nicht. Gefährlich wird es dann, wenn der bargeldlose Zahlungsverkehr – wenn er denn mal zeitsparend funktionieren würde – in die Hände von Menschen gerät, die die Bürger „erziehen“ wollen, sie zu besseren Automaten degradieren wollen. „Nudging“ ist  hier das Thema: ein klar definiertes „Oben“ zerrt an einem klar definierten „Unten“ herum … und das sind dann wir.

In den Händen der falschen „Nudger“ kann die Abschaffung des Bargeldes – das erklärte Ziel des bargeldlosen Zahlungsverkehrs – zu einem fürchterlichen Instrument des Terrors werden. Erstaunlicherweise befindet man sich, wenn man für die Beibehaltung des Bargeldes plädiert, auf Seiten der Konservativen (siehe Spiegel):

Linke Ökonomen wollen das Bargeld abschaffen. Konservative halten dagegen: Bargeld sei ein Stück Freiheit. Insgesamt eine schräge Debatte.

Ja – linke Ökonomen wollen das Bargeld abschaffen. Nennen wir sie mal – die „Hartz-Front“. Es waren Linke, die mit der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe ein großes Stück Freiheit und Sicherheit für den Bürger abgebaut und somit eine enorme Schieflage auf dem Arbeitsmarkt zugunsten der Arbeitgeber eingeführt haben. Ich wittere die gleiche Hartz-Front bei der Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes, seitdem ein Leser – der Herr Menz – mich  in einer kurzen Mail darüber aufgeklärt hat:

„Hallo Herr Dammann

in allen kritischen Beiträgen zur Abschaffung des Bargeldes geht dort immer „nur“ um Kontrolle, um den gläsernen Bürger. Nie wird thematisiert, daß Kontrolltechnik auch Steuerungstechnik ist : individuell programmieren und / oder ganz abschalten.

Durch Personenspezifische Programmierung der Kartenchips / Implantate kombiniert mit den Warencodes könnten die Karteninhaber dann z.B. nur noch ganz bestimmte, individuell für ihn zugelassenen Waren und Dienstleistungen kaufen, kombiniert mit Menge, Zeit und Ort.

Also z.B. 1 Pfund Butter der Marke x in der Aldi-Filiale y in z-Stadt Samstags von 18 – 19 h

Und eine Fahrkarte nur von A nach B zu einer bestimmten Zeit.

Für anderes erscheint dann am Kartenterminal die Anzeige „no valid“ oder „nicht akzeptiert“. Man kann auch ganz abgeschaltet werden und nichts mehr kaufen. Und nirgends mehr hinfahren. Auch nicht mehr mit dem Auto (vermutlich deshalb die Einführung des Maut-Systems / ferngesteuerte Autos)

Und es können auch die Preise personenspezifisch festgelegt werden. Z.B. zahlen dann Mitglieder / Funktionäre einer „ökointernationalsozialistischen Einheitspartei“ (ÖED) nur 20 cent für ein Pfund Butter, die anderen 1,50 € etc…..

Öko-/ Gesundheits-/Klimakommissare befinden dann darüber, was der Einzelne kaufen und wohin er fahren darf.

Erteilen dann vielleicht so eine Art CO2-Deputat und ordnen den Waren entsprechende „Fußabdrücke“ zu…

Mfg

Menz“

Was für ein Traum für die Funktionäre der Hartz-Front – und für jeden anderen, der intensives Nudging am Bürger durchführen will. Man stelle sich das mal vor:

Hartz IV-Abhängige dürfen in den Läden dann nur noch von 7 – 8 Uhr morgens einkaufen … und auf keinen Fall Tabak, Alkohol oder Süssigkeiten. Die sollen ja leiden, die Arbeitslosen, büssen dafür, dass ein Hedgefond (ebenfalls von der Hartz-Front ins Land gelassen) ihre Firma dicht gemacht hat, leiden dafür, dass sie krank sind, leiden dafür, dass sie – anders als die Leitbilder im Fernsehen – älter werden, schwächer, unbeweglicher. Von 9 – 12 ist dann Rentnertime – aber auch hier gilt: Einkäufe nur nach den Maßgaben der Krankenversicherungskarte. Restbürger dürfen von 18-21 Uhr einkaufen, während die Zeit von 12 – 18 Uhr dem Edelbürger, dem Bessermenschen vorbehalten ist – ansonsten funktioniert die Karte nicht.

Man kann sich auch nichts mehr von anderen mitbringen lassen – der Zahlungsverkehr zwischen den Bürgern findet nicht mehr statt ohne Bargeld. Auch die Bewegungsfreiheit läßt sich prima einschränken: Für Ungeziefermenschen (siehe Nachrichtenspiegel) werden einfach keine Fahrkarten mehr freigeschaltet.

Natürlich dürfen Arbeitslose, Kranke und Rentner nur noch dann öffentliche Verkehrsmittel benutzen, wenn der Edelmensch sie nicht mehr braucht, ebenso ließen sich Autos steuern … und lahm legen: ein Traum für jeden Despoten.

Der Eifelphilosoph schreibt einen unbotmäßigen Artikel, zeigt sich nicht devot genug? Na – dann wollen wir mal sehen, wie er vier Wochen ohne Klopapier auskommt!

Technofreaks sind natürlich begeistert, erst heute fragt Chip-online, wann das Bargeld (endlich) abgeschafft wird – eine Diskussion, die in breiter Front in den Bürgerräten der Straßen, Dörfer, Stadteile, Großstädten, Kreisen und Ländern stattfinden müßte … aber: die Räte hatten Hitlers Vorläufer – die „Freikorps“ –  ja abgeschafft und wir haben das dann – ganz ohne Hintergedanken – einfach beibehalten anstatt den Ansatz der Räterepubliken weiter auszubauen – einer Form von demokratischer Republik, in der Lobbyisten kaum einen Ansatzpunkt finden. Wir haben uns dann lieber für die Lobbyrepublik entschieden, die erlaubt Bessermenschen besser, das Volk zu dirigieren – ein Riesengaudi für jemanden, der Spaß daran hat … wie z.B. Angela Merkel, die amtierende Bundeskanzlerin und ihr Traum von der „genudgten“ Bevölkerung.

Auch die Ärzteschaft fände das toll, ebenso die Krankenkassen, wenn man anstelle eines Diätplanes auszuhändigen einfach eine Kaufsperre verfügen könnte: bis man merkt, dass die Zivilisationskrankheiten nur zu einem geringen Maße ernährungsbedingt sind und „Nahrung“ heutzutage soweit denaturiert ist, das selbst Bio nicht vor krank machender Ernährung schützt.

Ach ja: Bio. Ein wichtiger Motivationsfaktor der SUV-fahrenden Hartz-Front. Zu den Bio-Aposteln gibt es eine Studie (siehe DiePresse):

„Wer Bio kauft, fühlt sich einfach besser – und genau hier liegt die Gefahr, warnen die Forscher. Denn wer sich zu gut fühlt, läuft schnell Gefahr, schlechter zu handeln.

Ökonomen greifen derart kontroverse Thesen nicht aus der Luft, sondern leiten sie aus zahlreichen Experimenten ab. Das wohl bekannteste stammt von Nina Mažar und Chen-Bo Zhong von der Universität Toronto. In einer Studie aus dem Jahr 2009 haben sie nachgewiesen, dass Menschen eher geneigt sind, asozial zu handeln, zu betrügen und zu stehlen, nachdem sie grüne Produkte gekauft haben.

Das erklärt eine Reihe an Widersprüchen, die im grünen Hype sichtbar werden. Auf einmal ergibt es Sinn, wenn Öko-Dampfplauderer wie Prince Charles mit dem Privatjet zu Klimakonferenzen reisen. Auch die Schlange an SUVs vor dem Bioladen erklärt sich schlagartig. Hier laden sich ein paar Zeitgenossen nicht nur gutes Essen in den Kofferraum, sondern sammeln auch gleich Gewissensgutpunkte, die bei der Heimfahrt aufgebraucht werden können. Erst wenn das moralische Konto unter null fällt, setzt das Schuldgefühl wieder ein.“

So erklärt sich, warum die rot-grüne Hartzfront – die sich eigentlich mal für den urdemokratischen Gedanken einer Räterepublik einsetzen sollte – locker den Abbau des ganzen Sozialstaates in Angriff nehmen konnte: mit der Biokartoffel und dem Ökospargel im Bauch klappte das erstaunlich gut. Man war ja „gut“, sogar „besser“, wenn nicht sogar richtig „edel“ – da konnte man doch wirklich mal fünfe gerade sein lassen.

Und was machen wir?

Wir wissen, dass die bargeldlose Zahlungswelt kommen wird … und vertrauen auf das „Gute“ in der Merkel. Dabei sind gerade wir Deutschen mit dieser Art des Vertrauens schon einmal in einer riesigen Leichengrube aufgewacht. Wäre schön, wenn man wenigstens da mal was zugelernt hätte.

Stattdessen muss man sich wundern, dass die ehedem guten, lieben, grünen Menschen zu menschenfeindlichen Ökofürsten degenerieren, die Tiere schützen aber Menschen bombadieren, während die ehedem als Feinde der Menschlichkeit verbrämten Rechten sich als Bollwerk für Freiheit und Gerechtigkeit verkaufen können.

Man kann Wolfgang Münchau nur recht geben: insgesamt … eine ziemlich schräge Debatte – in einer ziemlich schrägen Welt.

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