Hamburg

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G 20 Treffen: Was davon bleibt – und was kommt …

Ein freies Wodkagefäß und ein freies Gedicht

Ein schreckeinflößender Mann:
Was der alles kann?
Er ist gefüllt mit Spiritualität
Sein Denken ist ja trotzdem öd
Ein kleiner Wodkabehälter
und wenn er geht, dann fällt er!

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Da trafen sich also wieder einmal die Staatsspitzen der Welt, um über die heutigen Religionen, Globalisierung und, nicht ganz so deutlich, über Wirtschaftsliberalismus zu sprechen. Ja, man sprach auch über Klima und Flüchtlinge und erreichte dort einen Minimalkonsens, doch gab es einen Durchbruch im Welthandel:

<<Einigkeit gab es aber schließlich beim wichtigen Thema Freihandel, bei dem sich die G 20 für einen „wechselseitigen und gegenseitig vorteilhaften Rahmen für Handel und Investitionen“ aussprachen. Die G 20 wollen „den Kampf gegen Protektionismus einschließlich aller unlauterer Handelspraktiken“ fortsetzen. Damit US-Präsident Donald Trump die Formulierung zum Kampf gegen Protektionismus akzeptiert, dürfte eine andere Formulierung in die Abschlusserklärung aufgenommen werden: Darin billigen die G 20 „legitime“ Maßnahmen zur Verteidigung des Handels. Wegen seiner Abschottungspolitik und seines nationalistischen „America first“-Kurses war ein klares Bekenntnis auch der Amerikaner gegen Protektionismus lange unklar. Freihandel und offene Märkte sind auch im Kreis der führenden Wirtschaftsmächte inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr.>> (Quelle: Welt.de)

Die tatsächlichen Chefs waren nicht  geladen: Ronald Bernard sprach jüngst über sie – ein Spitzen-Banker der „8200 Mächtigen“, der den Wahnsinn der Kinderopferungen nicht mehr ertragen konnte und der in mehreren Youtube-Interviews über den Wahnsinn seiner Kollegen berichtet (siehe „Die Kinderfresser unter uns“). Also die Märkte, die eben aus solchen Spitzenbankern bestehen, wurden bei dem G 20 Treffen zur Freiheit geführt. Das Klima hat man auch besprochen. Da gab es klimatische Unterschiede zwischen Trump und dem Rest der Welt. Trump war für eine Abkehr vom Pariser Klimaschutzabkommen. Man könnte boshaft auch sagen: vom Globalisierungs- und  Oligarchenschutzabkommen.

Laut Spiegel sind die großen Probleme des Klimas, sowohl Luftverkehr als auch Schiffsverkehr, von diesem Dokument ausgenommen. An eine Besteuerung des Treibstoffes für den Flugverkehr ist nicht gedacht (siehe Spiegel). Und vor allem bei den Treibhausgasen,die durch die Globalisierung entstehen, da suchte ich vergeblich nach neuen Daten. Doch warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Wenn die Globalisierung der Wirtschaft nun ca. 25% der Erderwärmung ausmacht und sehr viele europäische Firmen diesem Konkurrenzdruck einfach nicht standhalten können, so könnte man doch Öko-Zölle und Menschenrechtszölle einführen, die die heimischen Unternehmen gegen Öko-, Lohn- und Menschenrechtsdumping aus Billigproduktionsländern schützen und dort großartige Anreize für Ökologie und Menschenrechte setzen könnten (siehe orf.at). Wieviel Treibhausgase mehr durch CETA entstehen? Wieviele Treibhausgase mehr durch das fast fertige Freihandelsabkommen mit Japan entstehen? Wieviele Treibhausgase mehr durch ein Freihandelsabkommen mit Australien entstehen würden? Ja, das Trumpeltier ist der Klimasünder und die gläubigen Verfechter der Freihandelszonen sind die Guten – und kämpfen für ein Klimaabkommen, das die Globalisierung unter Naturschutz stellt und jede Kritik daran mit dem päpstlichen Bann einer protektionistischen Wirtschaft belegt.

Und zu welchem ethischen Preis wurde dieses Schauspiel organisiert? Siehe dazu z.B.

aus einem offenen Brief eines G20-Polizisten an die Politiker:

„Allein die Kosten, die vermutlich erst nach dem Gipfel abzusehen sein werden, sind eine einzige Frechheit. (…) Ich lade Sie gern ein, wenn Sie noch einen Programmpunkt zwischen teurem Essen und Konzertbesuch frei haben, mal eine Schicht im Streifendienst zu begleiten. Schauen sie sich gern Familien am Rande der Gesellschaft an, die wir in polizeilichen Einsätzen oft erleben.
Die Menschen, die ohne Obdach auf der Straße (er)frieren, oder die, die sich beim Discounter um die Ecke eine Packung Toastbrot und Käse klauen, um den Kindern Brote für die Schule zu machen. Ist es tatsächlich ihr Ernst, solche Schicksale tagtäglich zu dulden, um an zwei Tagen Milliarden von Euro für Ihr belangloses Stelldichein zu verschwenden, die in unseren sozialen Systemen besser angelegt wären?
(…)
Ich bin nicht zur Polizei gegangen um dafür zu sorgen, dass Menschen in überteuerten Anzügen noch teurer essen und Konzerte besuchen können, um das Ganze noch mit wichtigen politischen Anliegen zu rechtfertigen.
(…)
Es sind nicht ihre Leben, die Sie hier zu Grunde richten!”

(Quelle: polizistmensch. de)

aus einem offenen Brief einer Ärzte-Vereinigung an die G20-Polizisten:

 „Wir bitten um Entschuldigung, was euch in unserem Namen angetan wurde…“ (siehe Brief-Volltext via KenFM)

aus einem offenen Brief Hamburger Geschäftstreibender, deren Einkaufsstraße verwüstet wurde:

„Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.

 (…)

 Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben. Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.“  (Quelle: Nachdenkseiten)

Ist es nicht interessant, dass gerade die im früheren Verband der Beneluxstaaten, ältesten Mitglieder der EU, Belgien und Niederlande, die größten Bedenken gegen weitere Freihandelszonen haben? (siehe Der Spiegel) Niederländer versuchen das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, und Wallonien versuchte CETA zu blockieren (siehe auch ORF)  In diesem Beitrag des ORF wird über die Situation in Wallonien berichtet, das man vielleicht als einen Industriefriedhof nach jahrelanger ungebremster Globalisierung bezeichnen kann. Die nationalen Strömungen, als Folge der weltweiten Globalisierung der Wirtschaft, aber nicht der Globalisierung, der Werte der Menschenrechte und der ökologischen Notwendigkeiten, ist auffallend. Friedhöfe sind etwas Schönes? Doch Industriefriedhöfe in ganz Europa? Nur weil die EU nicht im Sinne des Schutzes des Wirtschaftsstandortes Europa, und im Sinne der Verbreitung unserer gemeinsamen Werte Zölle, die dem Nichtbeachten der Menschenrechte und dem ökologischen Schaden proportional sind, einhebt? Hat sich schon jemand außer den Niederländern überlegt, was das ukrainische Assoziierungsabkommen bedeutet? Ein Lohngefälle von mindestens dem zehnfachen? Ein Ausverkauf des Bodens der Ukraine, die ja eigentlich ohne westliche Stützung pleite wäre, wo dann der derzeit staatliche Boden von Agrarmultis zum Schaden Europas und zum Schaden des Trinkwassers der Ukraine dann mit Herbiziden und Pestiziden sowie Gentechnik bearbeitet wird ? Obwohl dieser Boden eigentlich kaum einer Bearbeitung bedürfte? Will die EU die europäischen Bauern ausrotten und die Ukraine von importiertem Mineralwasser abhängig machen?  Hier eine lesenswerte Analyse des Abkommens: http://www.imi-online.de/2015/06/26/expansion-assoziation-konfrontation/

Doch will die EU deshalb, weil sie das Assoziierungsabkommen, mangels aktiver Zivilbevölkerung, doch nicht genau durchgearbeitet hat, jetzt in Europa den Friedhofsbau vorantreiben? Wobei das Nichtunterzeichnen dieses Abkommens das Schlüsselereignis für die derzeitige Ost-West Spannung darstellt. Wie erwähnt, Friedhöfe sind eine OASE der Ruhe und des Friedens. Daran ändert auch nichts, dass Trump im Wahlkampf eine Versöhnung mit Russland versprochen hat. Denn vor der Wahl ist nicht nach der Wahl. Eine sehr verlässliche Persönlichkeit hat den roten Knopf der A-Waffen in der Hand (siehe Die Zeit). Doch wenn dieser dann tatsächlich an einer Abrüstung mit Russland arbeiteen will, dann wird ihm zu Hause die Hölle heiß gemacht.  Man hat diesbezüglich immer wieder den Eindruck, dass Trump einen unbeschreiblichen Gegenwind gegen sein Wahlversprechen, eine gute Beziehung mit Russland aufzubauen, hat. Es gibt aber ein Mehrfaches mehr an Atomwaffen, als es Menschen gibt.

Wenn man die Klimakonsequenzen des viel bejubelten G 20 Gipfels genau anschaut, dann wird wohl langfristig kein Weg an den vor allem vom früheren CIA-Geheimdienstchef John O. Brennan gepriesenen Möglichkeiten des Geoengineering vorbeiführen (siehe Zitat unten). Doch in Ländern, die vorwiegend vom Export von Automobilen leben, ist die Diskussion über diese Fragen eine Gotteslästerung?

Sogar der Spiegel berichtet bereits über Dinge, die noch vor kurzem als wüsteste Verschwörungstheorie gegolten haben: Aerosolversprühen in der Atmosphäre wird neuerdings als profitables Geschäftsmodell angepriesen. „Eine Million Tonnen Schwefelwasserstoff müssen nach Robocks Klimamodell pro Jahr in die Stratosphäre gepustet werden, um die Erderwärmung deutlich abzuschwächen.“ Die Kosten für die Abschattung der Erdatmosphäre werden vorgerechnet: „Dies würde mit Ballons oder Geschossen jeweils etwa 30 Milliarden Dollar pro Jahr kosten. Mit Militärflugzeugen würden die Kosten zwischen 40 und 800 Millionen Dollar liegen“ (Quelle: Spiegel)

Mittlerweile wurde die Idee von „Chemtrails“ sogar von CIA-Chef John O. Brennan offiziell angepriesen (siehe Rede Brennans am 29. Juni 2016 vor der Council on Foreign Relations in Washington auf der Website der CIA: „Ein weiteres Beispiel ist die Reihe an Technologien, oft kollektiv als Geoengeneering bezeichnet (…) Eines was meine persönliche Aufmerksamkeit gewonnen hat, ist das stratosphärische Aerosolsprühen, oder SAI, eine Methode, die Stratosphäre mit Partikeln zu besamen, die dabei helfen können, die Sonnenwärme zu reflektieren, auf die gleiche Weise wie Vulkanausbrüche es tun…“ (Quelle: offizielle Website der CIA, siehe auch Wikipedia).

Wie’s scheint, werden wir also über darüber, ob es Geoengineering/„Chemtrails“ nun gibt oder nicht, bald nicht mehr streiten müssen. Vielleicht geht es denen, die Geoengineering täglich am Himmel sehen, so, wie Gallileo Gallilei, der, obwohl er wusste, dass sich die Erde um die Sonne dreht, genau das in Rom abschwören musste. Doch wem gegenüber musste er abschwören: Einer Elite, die eine abgehobene religiöse Ethik über die Wissenschaft stellen wollte.

Doch wenn jetzt ein Wissenschaftler auf die Idee kommen sollte, genau zu recherchieren, ob es Geoengineering jetzt schon gibt, dann würde eine Elite, die die Gier ins Zentrum gestellt hat, dem nicht tatenlos zusehen. Denn Globalisierung und das Verschieben eines Endes der fossilen Energie, die durch chemische Eingriffe, wie Geoengineering machbar scheint, bringt für die Industrie Billionen. Also müsste ein heutiger Wissenschaftler, der sich mit der Frage beschäftigt, ob es auch jetzt schon Geoengineering gibt, einer Elite abschwören, die laut Finanzinsider Ronald Bernard eben zum größten Teil aus „Luziferisten“ besteht (wir berichteten).  – Wo wieder das genaue Gegenteil einer christlichen Kommunion zelebriert wird. An Stelle des „Denn siehe das ist mein Leib… mein Blut, das für Euch hingegeben worden ist“, holen sich die Luziferisten ihr Blut und ihren Leib gegen den Willen des Opfers vom Opfer.

Foto: Gottesanbeterin frisst Opfer (CC0 PD/pixabay)

Ich möchte das FAZIT DES G20 Treffens noch einmal kurz zusammenfassen:

EIN INDIREKTES BEKENNTNIS ZU WESENTLICH MEHR TREIBHAUSGASEN – DURCH DAS BEKENNTNIS ZU FREIHANDEL (Inkludiert natürlich FREIHANDELSZONEN). AUCH WENN MAN IN GROSSEN WORTEN DAS GEGENTEIL BEHAUPTET. WEITERS KANN MAN DEN BENEFIT DES WELTHANDELS, DER WENIGE REICHE ABER VIEL ARMUT SCHAFFT, VIELLEICHT AM BESTEN MIT DEM BILD DER GOTTESANBETERIN, DIE AM SCHLUSS AUCH IHR EIGENES MÄNNCHEN FRISST, DARSTELLEN. SOWOHL DURCH DIE BRUTALE BEHANDLUNG DER MENSCHEN VOR ORT, ABER AUCH DURCH DIE ZUTRITTSVERWEIGERUNG VON AKKREDITIERTEN JOURNALISTEN, GAB ES KLARE MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN  (DER SPIEGEL berichtete).

Hier auch ein Link, der die derzeitige Situation so klar beschreibt, wie es wohl niemand anderer kann, außer Jean Ziegler: nachdenkseiten.de

Die Menschheit hat vieles schon überlebt und geändert. Warum sollte sie nicht auch das wieder ändern können?

Warum bleibt die Schweiz, trotz einem viel längeren Bestehen, sehr stabil? Weil sie auf der Landkarte ein Sparschweinchen ist? Ist es nicht die Idee des Föderalismus und der direkten Demokratie, die die viersprachige Schweiz so stabil hält? Warum kann die viel jüngere aber viel rascher gewachsene große Schwester EU nicht von der älteren Schwester lernen, wie so ein multikulturelles Gebilde in Europa funktionieren kann?  Verläuft nicht der Wirtschaftsliberalismus, mit der Umverteilung vom Mittelstand und von der Unterschicht zu den Reichen, in der Schweiz viel gebremster? Persönlichkeiten wie Jean Ziegler haben da sicher sehr positiv beigetragen.

Der Nationalismus boomt auf dem Boden des Wirtschaftsliberalismus und auf dem Boden der ungebremsten Globalisierung, gestützt durch zahlreiche Freihandelsabkommen? Auch sind die Medien alles andere als frei: Die zwei größten Nachrichtenagenturen, die weltweit den größten Teil der Medien mit Informationen versorgen, sind fest im angelsächsischen Bereich verankert (siehe Studie Swisspropaganda). Auch sind die Medien schon längst nicht mehr von Abonnenten abhängig, sondern von Werbeeinschaltungen. Wobei auch die Rüstungslobby ein riesiger Wirtschaftszweig ist. Das  heißt also, die effektivste Wirtschaft, die zerstört und damit Platz für weiteren Aufbau schafft, bestimmt die europäische Medienlinie? Wie kann sich ein Europa, das transatlantisch einen Trump und im Osten einen nationalistischen Putin hat, emanzipieren?

Europa wird wie ein Baby behandelt: Ja, wie kann sich die kleine Europa emanzipieren, wenn der Papa Trump sie nicht aus der Gehschule herauslässt? Wenn Papa Trump sie mit Babyphone und Dauerbewachung nicht einen Schritt aus den Augen lässt? Wenn Papa Trump am Atomdrücker sitzt und ein Krieg für seine Hintermänner ein gutes Geschäft ist. Und er die kleine Europa nicht einmal alleine aufs Klo gehen lässt? (Siehe Snowden: „The time we live. Alle intelligenten Geräte können zur Überwachung eingesetzt werden.“)

Ja, da wird sie wohl entweder am Gängelband weiter dahinvegetieren, oder sich selbständig machen, eigene unabhängige Klubs gründen, die dann Europa unabhängig leiten. Es gäbe keinen besseren Zeitpunkt wie jetzt. Bush und Putin waren die Baumeister Europas. Trump und Putin können das Werk vollenden, wo wieder die tiefen Werte der Menschenrechte und einer christlich-jüdischen Wertegemeinschaft im Zentrum stehen. Im Zentrum in der Mitte, wo etwas neues, eigenes, weder Kommunismus noch Wirtschaftsliberalismus entstehen kann. Wo vielleicht eine Dreiheit aus Wirtschaft, Politik und einer dritten Kraft, eben echt freien Medien, freier Erziehung, Wissenschaft und Religion entstehen könnte, wo diese drei Kräfte sich die Waage halten. Wo Menschen sich sicher fühlen können und nicht durch eine zu große Kluft zwischen arm und reich ständig gefährdet sind.

Aber es gibt immer Hoffnung: Wenn ein armer Hund, von den Eliten am Schiff der G20 übersehen wird und ins Wasser fällt, dann kann es durchaus sein, dass sich noch etwas sehr Nettes abspielt:

G 20 in Hamburg: der Vernichtungsschlag gegen die demokratische Zivilgesellschaft

Freitag, 14.7.2017. Eifel. Selten – ganz selten – geschieht es, dass ich ein Thema mehrfach hintereinander aufgreifen muss, doch jetzt scheint mir das unumgänglich: zu groß ist der Vernichtungsschlag gegen die demokratische Zivilgesellschaft, der sich im ganzen G 20-Gerangel abgespielt hat, zu bösartig die Art und Weise, mit der die Situation gehändelt wurde … und zu weitreichend die Konsequenzen, die sich für die friedliebenden Bürger dieses Landes daraus ergeben. Sie werden jetzt denken: aha, jetzt wird mal wieder richtig gegen die Polizei geschrieben, wie es ein ordentlicher Linker zu tun hat – doch da muss ich sie leider enttäuschen, denn: Polizei, das sind in erster Linie Menschen wie Sie und ich. Polizei – das sind jene Menschen, die am Ende der Demo … die auf ihrer Seite ebenfalls am ersten Abend schon 111 Verletzte zu beklagen hatten (siehe Focus) – ihre Helme abnahmen, ihre Gesichter zeigten und Vertretern der Demonstranten persönlich die Hand schüttelten (siehe wize.life). Echte Staatsbürger verhalten sich so. Kamen diese Szenen eigentlich in der Tagesschau? Hätte sie gerne in allen Medien gesehen – ich kann mir vorstellen, dass manche kalten Krieger in den Behörden diese Szene gar nicht gern gesehen haben, wünscht man sich doch einen dicken Keil zwischen Polizei und den anderen Bürgern zu treiben, um die Polizei immer sicher an seiner Seite zu wissen.

Was ist eigentlich geschehen in Hamburg?

Nun, ich denke: Sie glauben da was zu wissen. Immerhin wird es uns jeden Tag um die Ohren gehauen, damit alle in ganz Deutschland die gleiche Sprache sprechen. Ich jedoch muss sagen: ich weiß nicht, was da los war. Überhaupt nicht. Das verdanke ich auch Facebook und Aufnahmen von ganz normalen, entsetzten Hamburger Bürgern, Aufnahmen, die auch mich stutzig gemacht haben. Ich darf sie nicht veröffentlichen, weil ich Auseinandersetzungen mit Abmahnanwälten verhindern möchte, aber Sie können ja selbst mal im Reich des Herrn Zuckerberg recherchieren: die Aufnahmen sind leicht zu finden. Ein Film hat mich besonders beeindruckt: eine Kolonne schwarz gekleideter Gestalten, die in schnellem Marschtritt durch eine menschenleere Straße zog und willkürlich Scheiben einschlug und zwei Autos (keine Nobelkarossen) in Brand steckten – die Brandattacken wirkten auf mich als Laien sehr professionell. Was mir auffiel und sonderbar vorkam: die jungen Leute waren als Kolonne schnell unterwegs, fast im Laufschritt, vielleicht einhundert Mann, die gut durchtrainiert wirkten. Wirkte wie ein Werbefilm der Bundeswehr für Fitness – dabei kenne ich Antifa-Gestalten eher als unsportliche Biertrinker und Kettenraucher.

Dieser Eindruck mag täuschen – was weiß ich schon wirklich, wo diese Kämpfer gegen alles und für nichts trainiert und ausgebildet werden … was jedoch nicht täuschte, war die Tatsache, dass die allermeisten von Ihnen keine Rucksäcke hatten. Dies ist auch auf einigen Aufnahmen zu erkennen, wo die – erstaunlich uniformiert gekleideten jungen Herren – unter einem Balkon einhermarschierten. Suchen Sie die Aufnahmen einfach mal selber, ich möchte keinen Ärger mit den Rechteinhabern. Sie werden sehen: sportlich fit, gut durchtrainiert – aber keine Rucksäcke. Diese Menschen, die keine Zelten aufbauen durften, die sich auf eine tagelange Auseinandersetzung mit der Polizei vorbereitet haben – brauchen die kein Essen? Keine Getränke? Keinen Schlaf? Kehren die mit ihren schwarzen Uniformen (ja – da stellte ein Fotograf schon die Frage, ob die alle ihre Regenjacken im beim gleichen Ausstatter kaufen) nachher einfach in ihre Züge und Busse zurück, leicht zu identifizieren? Ja, es gab vereinzelte Berichte über junge Frauen, die schwarze Sachen in ihren Rucksächen verbargen und sich auf offener Straße umkleideten … aber die hatten auch Rucksäcke dabei. Wer also versorgt einen großen Teil des schwarzen Blocks mit Nahrung und Unterkunft, wo finden hunderte von Gewalttätern Platz für ihre Sachen … und warum bemerkt das keiner?

Eine andere Frage, die mich umtreibt: 500 Randalierer (viele davon auch ohne Black-Division-Uniform, als ganz normale Kleinkriminelle und Straßengangrandalierer ganzjährig kriminell – die Berichte suchen Sie mal bitte selbst aus dem Meldungstornado heraus) marschieren durch Hamburg, begehen Straftaten … und 20000 Polizisten können die nicht dingfest machen? Trotz ihrem schwerem Gerät (wir berichteten)? Also – hier in der Eifel wäre das eine Frage von Minuten, dann wären die Straßen abgesperrt und alle Randalierer verhaftet. Laut Meldung vom 11.7 sind gerade mal 51 Menschen in Untersuchungshaft – und stellen eine sehr heterogene Gruppe dar (siehe NDR):

„Bei den Beschuldigten handele es sich überwiegend um junge Männer unter 30 Jahren. Neben zahlreichen Deutschen säßen auch Staatsbürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich in Haft.“

Aus Österreich kamen auch Teile der schwer bewaffneten Sondereinsatzkommandos, die Häuser stürmten und Türen aufschossen – wie im Wilden Westen … obwohl es keinerlei Gegenwehr gab. Der Grund für diese kriegsähnlichen Einsätze auf deutschem Boden? Eine wilde Vermutung (siehe Spiegel)

„Die Ausgangslage war die, dass wir damit rechnen mussten, auch auf mit Schusswaffen bewaffnete Straftäter zu treffen. Dementsprechend war unser Vorgehen extrem robust auf Eigensicherung, aber auch auf hohe Dynamik ausgelegt. Das heißt, der Schusswaffengebrauch war für uns freigegeben, wir haben Ablenkungspyrotechnik in den Gebäuden eingesetzt und geschlossene Türen mittels Schusswaffen mit spezieller Munition geöffnet. Alle, die wir angetroffen haben, haben wir sofort auf den Boden gelegt, gefesselt und anschließend abführen lassen.“

Angesichts dieser Logik hätten sie auch mit Kampfpanzern in die Innenstadt einfallen können … wenn man einfach mal damit „gerechnet“ hätte, dass die anderen vielleicht auch Panzer hätten.

Was aber unmöglich war: Feuer zu löschen. Ist auch nicht klar, ob die Feuer vom schwarzen Block angezündet wurden – vereinzelte Beobachtungen zeigten, dass der rechtsfreie Raum auch von normalen Randalebürgern ausgenutzt wurde, um mal ein paar Handys abzugreifen – oder total irre Dinge anzustellen. Ja – Wasserwerfer wurden gegen Demonstranten eingesetzt – aber ein kurzer Strahl zum Feuerlöschen war nicht übrig (siehe neues-deutschland):

„In der Nacht hatte eine schwer durchschaubare Mischung aus Randalierern, Schaulustigen, Protestierenden und Anwohnern um mehrere brennende Barrikaden herum das Viertel belagert. Die Polizei hielt sich lange Zeit auffällig an den Brennpunkten zurück. Scheiben von Geschäften wurden eingeworfen, es gab Plünderungen. Eine Nachrichtenagentur schreibt: »Auch seien Molotowcocktails und Gasflaschen in die geplünderte Geschäfte geworfen worden.«“

„Vor Ort schien die Lage in einigen Bereichen einerseits außer Kontrolle, andererseits standen große Polizeieinheiten in Sichtweite von brennenden Barrikaden – griffen aber nicht ein. »Warum werden die zwei Wasserwerfer, die am Schulterblatt neben dem Feuer stehen, nicht zum Löschen genutzt?«, fragte ein Kollege von der »Taz«. Es sei unverständlich, warum es Wasserwerfereinsätze gegen Umstehende gebe, »gegen das Feuer aber nicht«.

Und Zeugen dafür wollte man auch nicht:

Die Hamburger Polizei rief in der Nacht unter anderem die Medien auf, »das taktische Vorgehen der Einsatzkräfte nicht zu filmen und zu senden«.

Darum ja mein Problem: ich weiß eigentlich momentan nicht, was da los ist. Aber was bei dem G 20 Gipfel in Genua los war – darüber hat der WDR eine Reportage gemacht (siehe ARD):

„Die Regierung Berlusconi, damals seit wenigen Wochen im Amt, hatte 20.000 Polizisten zusammengezogen. Und diese prügelten und verhafteten in einer Willkür, die die parlamentarische Opposition in Rom an chilenische Zustände erinnerte. Hunderte zum Teil Schwerverletzte wurden mit gebrochenen Rippen, Beinen und Armen in Krankenhäuser eingeliefert. Gleichzeitig – so erzählen Zeugen – hätten Polizisten mit faschistischen Liedern und mit Hymnen auf Mussolini ihre „Siege“ gefeiert.
Doch der öffentlichen Ordnung hat das rabiate Vorgehen der Polizei wenig genützt. Die Gewalttäter, eine Mischung aus Skins, Hooligans, Neonazis und professionellen Randalierern, zogen drei Tage lang brandstiftend durch Genua und nahmen quasi unter den Augen der Polizei die Stadt auseinander.
Die mehrfach preisgekrönte story ging den Geschehnissen nach und untersuchte die Hintergründe der blutigen Ausschreitungen. Die Autoren sprachen mit Politikern und Betroffenen vor Ort. Alle fragten sich, warum die Polizei so beharrlich auf die Falschen einschlug, warum hunderte Gewalttäter aus England, Deutschland und anderen europäischen Ländern trotz schärfster Kontrollen an den Grenzen bis ins Zentrum von Genua vordringen konnten.
Der Film dokumentierte seinerzeit mit großer Überzeugungskraft, dass Geheimdienst und Polizei über die Ankunft der Gewalttäter informiert waren und konfrontierte die widersprüchlichen Stellungnahmen der Regierung Berlusconi mit damals unveröffentlichten Bilddokumenten. „Gipfelstürmer“ der story-Autoren Busse und Bobbi ist seitdem zu einem Klassiker der Berichterstattung über Globalisierungsgipfel geworden.“

Eine schöne Anekdote nebenbei: Zeugen berichteten, dass dieser schwarze Block in Genua Eisenstangen in einem schwarzen Audi aus Deutschland geliefert bekam. Andere wichtige Beobachtungen: Teile des schwarzen Blocks hatten erstklassige Kontakte zur Polizei, konnten sogar Einheiten kommandieren und waren in Pausen in enger Gesellschaft mit den Ordnungskräften zu beobachten.

Alles schon vergessen? Schauen Sie sich den Film an, um zu sehen, was möglich ist: viele unserer Mitbürger wurden bei dem unsäglichen Angriff auf ein Hotel voller schlafender Demoteilnehmer brutal zusammengeschlagen und anschließend im Polizeigefängnis gefoltert.

Kennen Sie noch das Celler Loch? Bitte – vergessen Sie das nicht. Heften Sie es sich an Ihr Memobrett in der Küche. Fast wäre es als linker Anschlag durchgegangen und wir würden uns heute noch mehr vor „Linken“ fürchten, doch leider kamen ein paar Journalisten dazwischen (siehe NDR):

Am 25. April 1986 – drei Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen – macht die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ mit einer unglaublich klingenden Geschichte auf: Der Anschlag auf die Justizvollzugsanstalt Celle sei komplett inszeniert gewesen. Doch was Journalist Ulrich Neufert in seinem später preisgekrönten Artikel aufdeckt, entspricht der Wahrheit. Beamte legten die Bombe, Minister waren ihre Auftraggeber, der Verfassungsschutz sekundierte. Höchste Regierungskreise vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht bis zum damaligen Bundesinnenminister Werner Maihofer waren eingeweiht, Gefängnisdirektor Paul Kühling sowieso.

Es sind solche Fakten, die Menschen dazu veranlassen, auch weitere Verschwörungen zu vermuten – und keine wahnhaften Geisteszustände. Beamte legten im Auftrag von Minstern Bomben, der Verfassungsschutz ist mitten drin. Ziel: Stimmung gegen Linke machen, eine Methode, die bei vielen europäischen Regierungen Mode ist (siehe hierzu: Daniel Ganser, Gladio, beliebige Ausgabe).

Seltsamerweise erinnerte ich mich an das Celler Loch, als ich von den Angriffen auf die Bahn hörte (siehe Zeit). Ich als Autonomer würde ja auch erstmal die Bahnstrecke lahmlegen, auf der ich später selber nach Hamburg reisen möchte – macht tiefen (un)Sinn. Aber keine Sorge – nur weil ich Sie an real abgelaufene Verschwörungen erinnere, möchte ich Sie nicht mit einer neuen Theorie ablenken. Worauf ich hinauswill, ist von der bayrischen Polizei deutlich gemacht worden (siehe Spiegel):

„Die Diskussion um Hamburg als Austragungsort des G20-Gipfels ging weiter. „Aus unserer Sicht eine Fehlentscheidung, die von Anfang an umstritten war“, erklärte die Gewerkschaft der Polizei Bayern am Samstagabend. Mit dem Ausmaß an Hass und Gewalt habe niemand gerechnet: „Unsere Einsatzkräfte, auch aus Bayern, mussten um Leib und Leben fürchten.“ Unter anderem Innenminister Thomas de Maizière hatte zuvor die Kritik an der Auswahl Hamburgs zurückgewiesen: „Es können nicht Demonstranten bestimmen, wohin die Bundeskanzlerin Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt einlädt.““

Mit dem Ausmaß an Hass und Gewalt hat niemand gerechnet? Aber mit Schusswaffen schon? Und: man hatte schon einen Einsatzleiter gewählt, der eine besondere Geschichte hat – und aus einer Stadt kommt, die ebenfalls eine besondere Geschichte hat (siehe Süddeutsche):

„Dudde wird intern sehr geschätzt, er hat in den 30 Jahren seiner Laufbahn auch ordentlich Karriere gemacht. Als der Rechtspopulist und frühere „Richter Gnadenlos“ Ronald Schill Innensenator war, wurde Dudde zum Leiter der Bereitschaftspolizei berufen, nach Ansicht vieler Kritiker hat das den Weg vorgegeben. Mehrfach wurden Einsätze unter der Leitung Duddes im Nachhinein von Gerichten kritisiert oder gar als rechtswidrig eingestuft. Allerdings stieg er auch unter CDU und SPD immer weiter auf, auch diese Parteien wollten nicht mehr hinter die Linie zurück, dass in Hamburg Recht und Ordnung herrschen solle. Dafür sollte Dudde stehen, dafür hat der Polizist auch oft den Kopf hingehalten.“

Lese ich da richtig? Der Mann hat rechtswidrige Einsätze durchgeführt … und ist noch im Amt? Als jemand, der von einem Rechtspopulisten eingestellt wurde? Welche sonderbaren Seilschaften gibt es denn da in Hamburg noch? Und welchen Sinn macht es, gerade in dieser Stadt einen G 20-Gipfel durchzuführen? Aber es ist ja auch dieses seltsame Rechtsverständnis, das den Gipfel begleitet, diese krude Auffassung von „wir“ und „die“, die schon in de Maiziére´s Zitat durchscheint: im Prinzip sollte der Steuerzahler (ein anderes Wort für Demonstrant) schon mitentscheiden, wen die Kanzlerin auf seine Kosten wohin einlädt – und auf jeden Fall darf der Steuerzahler öffentlich kundtun, dass ihm das überhaupt nicht passt!

Wieso denke ich gerade an „Disziplinierung des Staatsbürgers“? Seltsam, wie Begriffe durcheinanderpurzeln können.

Orakelhaft sind auch die Sprüche des Oberbürgermeisters, jenes Menschen, der zuvor noch von einem Fest der Demokratie faselte (siehe Spiegel):

„Die Ausschreitungen seien von einem „kriminellen Mob“ ausgegangen, „dem es nur um Gewalt und Zerstörung ging“. Eine derart exzessive Gewalt habe es in diesem Ausmaß in Hamburg und anderen deutschen Städten noch nicht gegeben. Die Krawalle hätten auch mit noch mehr Polizei nicht verhindert werden können.“

Ja – es war ohne weiteres ein krimineller Mob. Aber ob der überhaupt etwas mit „Linken“ zu tun hat, ist doch erstmal fraglich, zumal ja auch die Hogesaschläger sich am Samstag um 15 Uhr in Hannover trafen, um in Hamburg mitzumischen (den Aufruf kann ich hier leider nicht zitieren – Urheberrecht, Sie wissen ja. Aber kommen Sie bei mir vorbei, ich kann Ihnen den zeigen).

Ja – vielleicht hat der Herr Scholz ja recht mit seiner Aussage, dass die Krawalle mit noch mehr Polizei nicht hätten verhindert werden können … denn es war ja eher die Passivität der Polizei (und – darauf wollen wir jetzt nicht näher eingehen – ihre vorherige Aggressivität, siehe  Süddeutsche), die die Krawalle möglich machten (hierzu: siehe Zeit). Wie in Genua … hatte man eher abgewartet, bis die schönen Bilder für die „richtigen“ Medien da waren.

Die Kernfrage ist also: warum verlegt man den Gipfel gerade in diese Stadt? Warum überträgt man die Verantwortung einem bekannten „Hardliner“? Der Mann ist – wie gesagt – bekannt (siehe WDR):

„Verantwortlich für die kompromisslose Linie der Hamburger Polizei ist dieser Mann: Hartmut Dudde. Schon mehrmals haben Gerichte dem Einsatzleiter Verstöße gegen geltendes Recht attestiert. Festnahmen, Einkesselungen, Provokation von linken Demonstranten, damit brach Dudde mehrfach das Gesetz und Kollegen protestierten gegen seine Anweisungen. Genau so begann auch die Gipfel-Woche. Sonntagabend im Elbpark Entenwerder. Polizisten räumen ein Übernachtungslager von G20-Gegnern. Begründung: man wolle militanten Aktivisten keinen Rückzugsraum bieten. Merkwürdig, denn das Camp war vorher vom Verwaltungsgericht ausdrücklich zugelassen worden. Bürgerrechtler sind empört.“

Fragen wir doch mal ganz anders: wem nützt eigentlich die Randale?

Nochmal … befreien Sie sich aus dem ganzen schwarz-weiß-Denken und fragen Sie sich: wem nützt das?

Ich hätte da eine interessante Perspektive für Sie (siehe Heise):

„Rolf Gössner befürchtet den Aufbau einer Sicherheitsarchitektur, die gegen die Bürger gerichtet ist

Bereiten sich Sicherheitsbehörden auf Unruhen und Aufstände in Deutschland und Europa vor? Rolf Gössner, Anwalt, Publizist und Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte, befürchtet eine problematische und folgenschwere Entwicklung. Auf einer Tagung der International Association Of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA) vor kurzem in Wiesbaden, sprach Rolf Gössner über eine „schleichende Militarisierung der Inneren Sicherheit.““

Und für diese Bestrebungen eignet sich die Eskalation in Hamburg hervorragend … als „Pearl Harbour“ eines neuen Zeitalters.

Die Gleichung „Demonstrant“ = „Linker“ = „Terrorist“ wird ja derzeit in weiter Front wieder aufgemacht (siehe FR), vergessen ist, dass Minister Haas über die Antonio-Amadeus-Stiftung Gelder an die Antifa fließen läßt (siehe junge Freiheit), derselbe Heiko Maas, dessen „Netzwerkdurchführungsgesetz“ vom UN-Sonderberichterstatter als Angriff auf die Menschenrechte gewertet wird (siehe Netzpolitik.org) und der jetzt „Rock gegen links“ ins Gespräch gebracht hat (siehe Rollingstone): als sei „rechts sein“ auf einmal von heute auf morgen gesellschaftsfähig geworden.

Aus dieser Sicht ist es kein Wunder, dass die Bildzeitung wieder einmal den Prozess fördernd begleitet, in dem sie zur Selbstjustiz greift (siehe Meedia) und auch die Pressefreiheit eingeschränkt wurde (siehe Zeit), es passt zu einem Regierungsmob, der die Bundeswehr in einem neu errichteten Übungszentrum Straßenkämpfe in europäisch anmutendem Umfeld trainieren lassen will (siehe Tagesschau).

Ach ja – und da gab es noch … diesen Polizisten, der geschossen hat. Jedenfalls wurde später klar, das er ein Polizist sei und einen (vermeintlichen) Kollegen retten wollte. Gekleidet war er mit schwarzem Hemd, Jeans, schwarzer Kappe und einem Rucksack … für die schwarze Hose (?) (siehe Spiegel). In der Tat hatte er das langhaarige Opfer der Schlägerei für einen Kollegen gehalten.

Wie viele waren also noch da? Wieso waren die bewaffnet? Welchen Auftrag hatten die da? Wieviele langhaarige Zivilpolizisten sind eigentlich zu welchem Zweck bei der Polizei? Was für ein Bürger- und Menschenbild wird eigentlich diesen Polizisten vermittelt? Und was machen die eigentlich noch alles da? Und was haben die in ihren Rucksäcken, die den autonomen Kollonnen so sichtbar fehlten?

Mit noch mehr Polizisten dieser Art … hätte man die Gewalt wirklich nicht aufhalten können.

Und solche Perspektiven verleiten mich zu dem Urteil, dass „Hamburg“ ein Vernichtungsschlag gegen die demokratische Zivilgesellschaft war … und auch absichtlich als solcher geplant war, um den „Demonstranten“ ein für alle mal klar zu machen, dass nun ein neuer Wind in Deutschland weht.

Oder sehe ich das falsch?

Meine Hoffnung derzeit … liegt in den Polizisten, die ihre Helme abgenommen haben, um Frieden zu schließen … mit den Steuerzahlern.

Und in Autoren wie Margarete Stokowski, die mitten im Chaos besinnliches über Anarchisten schreibt um gegen die um sich greifende Begriffsverdrehung vorzugehen (siehe Spiegel):

„Anarchismus ist die Philosophie einer neuen Gesellschaftsordnung, die auf Freiheit basiert, welche nicht durch von Menschen gemachte Gesetze eingeschränkt ist“, schrieb Emma Goldman, „die Theorie, dass jede Form von Regierung auf Gewalt beruht und deshalb überflüssig, falsch und schlecht ist.“ Wären die Leute, die in Hamburg die Geschäfte geplündert haben, Anarchistinnen und Anarchisten gewesen, hätten sie die Läden nicht zerstört, sondern beispielsweise in Genossenschaften übernommen, die Preise und Löhne angepasst und als ausbeutungsfreie Unternehmen geführt.

Ausbeutungsfreie Unternehmen – hört sich doch gut an, für alle Deutschen – und alle Menschen in der ganzen Welt. Nur nicht für die, die von der Ausbeutung profitieren – und diese „viel zu vielen“ (Nitzsche) haben viel zu verlieren, wenn sich die deutschen Demokraten auf ihre Freiheit besinnen und die Plündergüter der Ausbeutung wieder zurückfordern. Geplündert … wird nämlich viel zu viel in Deutschland. Vor allem … bei Armen. Doch dies – ist ein anderes Thema.

 

 

 

Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein, Schule in Hamburg und ein Brief aus Griechenland: Momentaufnahmen einer zerfallenden Kultur.

Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein, Schule in Hamburg und ein Brief aus Griechenland: Momentaufnahmen einer zerfallenden Kultur.

Montag, 27.5.2013. Eifel. Gestern war Wahl in Schleswig-Holstein. Alle Jubeln, alle haben gewonnen. Ja – nicht alle. Die Linken hatten die größten Einbußen, die Grünen die größten Gewinne. Verspreche den Leuten, Hartz IV abzuschaffen und du kriegst ihre Stimme. Die Piratenpartei … nun: 1,6 % sind eine passable Quittung für die Arbeit der letzten Monate. Die satirische Partei „Die Partei“ zog sogar in die Bürgerschaft von Lübeck ein: Klamauk macht Politik – was haben wir gelacht. Nun, als „Spaßgesellschaft“ ist uns das Lachen wichtiger als das Leben: Hauptsache grölen und der Tag ist Dein Freund. Darum sind den öffentlichen Medien die Ergebnisse der Disziplin „Leibesertüchtigung mit Ball“ auch wichtiger als die vielen Protestmärsche gegen Monsanto, von denen man in der Tagesschau überhaupt nichts hörte.

Doch auch wenn die FDP herbe Verluste hatten: zum Jubeln war diese Wahl überhaupt nicht. Einfach mal ´reinschauen in die Wahlbeteiligung, siehe NDR:

2003: erbärmliche 52,7 %.

2008: peinliche 49,9 %

2013: erschreckende 46,7 %

Nun, erschreckend wohl nicht für die Parteien. Die wissen schon jetzt, wer Schuld hat: der Bürger (wieder NDR):

Die Landeschefs von CDU und SPD, Böge und Stegner, sind sich einig: Nicht nur die Politik trägt Verantwortung für die niedrige Wahlbeteiligung, auch die Bürger 

Klar – da macht man so tolle Politik – und der Bürger interessiert sich nicht mehr dafür. Außerdem kann es einem ja auch egal sein, was der Wähler macht: selbst wenn nur 1% wählen gehen, bekommen die Berufspolitiker ihre Pöstchen.

Den Bürgern aber ist das Demokratietheater erst recht egal: er hat verstanden, dass wir eine Einheitspartei haben: DIE MÄRKTE. Die bestimmen, was die Politiker machen sollen und wir dürfen noch auswählen, welcher Politiker das machen soll. Machen wir nicht, was vorgegeben wird (wie die kleine Eifelgemeinde Nideggen), dann schickt die Landesregierung einen Kommissar (oder auch „Bevollmächtigten“), der dann durchsetzt, was die gewählten Volksvertreter abgelehnt haben.

Wahrscheinlich würde auch die EU einen Kommissar schicken, wenn die Bundestag mal anfängt, nicht linientreu abzustimmen.  Ich denke, das werden wir noch sehen.

Für die Demokratie ist das natürlich eine Katastrophe – aber in einer Zeit voller Spinnereien nicht zu ändern. Nicht nur die Politiker wenden sich von der Demokratie ab – die Bürger tun das auch. Leicht wäre was zu ändern gewesen – alle einfach mal den südschleswigschen Wählerverband wählen: schon kommt Bewegung in die großen Parteien. Oder irgendeine Kleinpartei, die man nach dem Losverfahren auswählt – egal was: es würde enorm viel ändern. Aber der Deutsche in seiner ganzen Faulheit mag nicht mehr wählen. Oder er ist einfach nur strunzdumm geworden – irgendwann zeigt der Dauerkonsum von Privatfernsehen halt Wirkung.

Es gibt jetzt sogar schon Parteien, die gewählt werden wollen, um das Parteisystem abzuschaffen. Oder einzelne Kämpfer gegen Hartz IV, die nicht in den Bundestag wollen, aber eine Wahlkampagne veranstalten, um in den Bundestag zu kommen. Verrückte Welt, oder?

Dafür aber schreitet der Abbau unsere Gemeinwesens immer weiter voran. So berichtet das Facebookmitglied „Volle Kannepunk“ von Entwicklungen in der Stadt Hamburg:

ALLEN, die es noch nicht mitbekommen haben: auch das reiche Hamburg ist so drauf. Ab dem nächsten Schuljahr werden ALLE Horte geschlossen. Stattdessen kommen UNSERE Hamburger Kinder in Karnickelstallverwahrung. 4 Verwahrer für 400 Kinder nachmittags reichen doch dicke, oder???????? Nix mehr mit 1 Erzieher für 7 Kinder, wie mein Sohn es noch kennengelernt hat….. zum Glück hat er einen tollen Tagesvater und muss nicht an der Massenkinderhaltung in der Schule teilnehmen…. Ah, ich mach ne neue Gruppe auf, wer macht mit???????: Anti-Massenkinderhaltung in Hamburg, PRO Individuum. „DIE“ verarschen uns Hamburger Eltern sowas von….. INKLUSION vormittags mit weniger Personal als es vorher für die I(ntegrativen) Klassen gab und nachmittags kollektives Eierlegen… Prozentual haben unsere Kinder dann bestimmt weniger Platz als jede Legehenne. Was ich nicht verstehe: wo ist die Revolte der Horterzieherinnen geblieben, die, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, unglaublich tolle Leistungen selbst bei den schwierigsten Kindern geleistet haben…. alle ab August 2013 arbeitslos, oder was? Oder macht ihr für weniger Geld die „gleiche“ Arbeit für den werten Stadtstaat Hamburg? Oder was? Bzw. statt 7 Kinder 70 Kinder? Und am Abend könnt ihr nicht mehr papp sagen?????

LOS, lasst uns auf die Strasse gehen!!!!!!!!!!!!!

Massenkinderhaltung in Hamburg. Mitten in einer der reichsten Städte des ohnehin sehr reichen und erfolgreichen Deutschlands – das ist schon nur noch böswillig zu nennen. Gegen Massentierhaltung bringt man hier schnell viele Stimmen zusammen, aber gegen Massenkinderhaltung?

Da herrscht die grüne Logik. „Der Mensch schadet dem Klima, das bedroht das Leben vieler Tierarten, also muss der Mensch weg“. Beim deutschen Kind fangen wir schon mal an, dann geht das wenigstens nicht mehr nach McDonalds.  Kinder sind halt nicht so edle Geschöpfe wie Hühner.

Hach – wieder mal zu finster gedacht? Hören wir doch mal selbst ein Kind an. Nicht eins aus Deutschland – das würde sicherlich sofort von gewissen Medien verfolgt und – sofern es Hartz IV bezieht – auch noch übel verspottet werden, das wollen wir nicht riskieren. Hören wir ein Kind aus … Griechenland. Die haben dort auch Kommissare (die nennt man da noch anders), die müssen auch sparen wie Nideggen – und das hat halt Folgen, hier bei contrainfo:

An meine LehrerInnen… und die Anderen:

Mein Name ist K. M., ich bin ein Schüler der ersten Klasse eines Gymnasiums am 10. Lyzeum in Drapetsona, Piräus.

Ich habe mich entschlossen diesen Text zu schreiben, weil ich meine Wut, meine Empörung ausdrücken will über den Nerv und die Heuchelei derer, die uns regieren und all jener JournalistInnen und den Mainstreammedien, die ihnen helfen, ihre gesetzlosen und unmoralischen Pläne auf Kosten der SchülerInnen, StudentInnen und der jüngeren Generation einzuführen,

 

Mein Grund zu schreiben ist die Absicht meiner LehrerInnen in der Zeit der Universitätseingangsprüfungen in den Streik zu treten und sind die PolitikerInnen und JournalistInnen, die Krokodilstränen über meine Zukunft vergießen, die wegen des Streiks „auf dem Spiel“ steht.*

Worüber redet ihr? Welche Art von Zukunft habe ich wegen euch? Und wer ist es, der meine Zukunft wirklich aufs Spiel setzte?

Lasst uns einen Blick darauf werfen, wer die Zukunft konstruiert und all unsere Leben, nun schon seit langer Zeit:

– Wer machte die Zukunft für meinen Großvater? Wer kleidete seine Zukunft in die ausgemusterte Kleidung der Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA) und zwang ihn nach Deutschland auszuwandern?

– Wer hat dieses gesamte Land schlecht regiert und ausgenommen?

– Wer zwang meine Mutter von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zu arbeiten, das alles für 530 Euro im Monat? Geld, das nachdem Essen und Rechnungen bezahlt sind nicht einmal genug ist, um ein neues Paar Schuhe, geschweige denn ein Buch, das ich von einem Flohmarkttisch wollte, zu kaufen.

– Wer halbierte das Gehalt meines Vaters?

– Wer verleumdete ihn, drohte ihm damit, ihn unter der zivilen Einberufung zurück an die Arbeit zu zwingen, drohte ihm mit Kündigung zusammen mit all seinen KollegInnen der öffentlichen Verkehrsmittel, als sie, die einfach nur in Würde leben wollen, in den Streik traten?

– Wer möchte die Universität, die mein Bruder sich aussuchte um einige seiner Träume zu erreichen, schließen?

– Wer gab mir Fotokopien anstatt von Schulbüchern?

– Wer lässt mich in meinem Klassenraum ohne Heizung frieren?

– Wer trägt die Schuld daran, dass SchülerInnen vor Hunger umkippen?

– Wer machte so viele Leute arbeitslos?

– Wer trieb 4.000 Menschen in den Selbstmord?

– Wer lässt unsere Großeltern ohne medizinische Versorgung und Medikamente zurück?

Haben das alles meine LehrerInnen getan? Oder wart IHR es, die das alles taten?

Ihr sagt, dass meine LehrerInnen meine Träume durch Streiken zerstören werden.

Wer hat euch jemals erzählt, dass es mein Traum ist, eine weitere arbeitslose Person unter den 67 % der Jugendlichen zu sein, die arbeitslos sind?

Wer erzählte euch, dass es mein Traum ist, ohne Sozialversicherung zu arbeiten und ohne reguläre Arbeitszeit für 350 Euro im Monat, so wie ihr in der letzten Gesetzesänderung eurer Arbeitsgesetze dafür gestimmt habt?

Wer erzählte euch, dass es mein Traum ist, ein Wirtschaftsmigrant zu werden?

Wer erzählte euch, dass es mein Traum ist, ein Botenjunge zu werden?

Ich möchte ein paar Worte an meine LehrerInnen richten, an LehrerInnen überall in Griechenland:

Meine LehrerInnen, ihr habt eine Verpflichtung gegenüber allen SchülerInnen NICHT einen einzigen Schritt zurück zu weichen. Wenn ihr euch jetzt aus eurem gerechtfertigten Kampf zurückzieht, dann setzt ihr meine Zukunft wirklich aufs Spiel. Ihr werdet sie verpfänden.

Welchen Rückzug ihr auch immer antreten mögt, welchen Sieg auch immer die Regierung gewinnen mag, wird mich meines Lächelns, meiner Träume, meiner Hoffnung für ein besseres Leben, für eine humane Gesellschaft zu kämpfen, berauben.

Meinen Eltern, meinen MitschülerInnen und der gesamten Gesellschaft habe ich folgendes zu sagen:

Wollt ihr wirklich, dass die, die uns unterrichten in Elend leben?

Wollt ihr, dass wir uns wie Massenware in den Klassenräumen stapeln?

Wollt ihr, dass sie Schulen schließen und mehr Gefängnisse bauen?

Werdet ihr unsere LehrerInnen in diesem Kampf alleine lassen? Ist das die Art wie ihr uns beibringt, unsere Solidarität herauszuschreien?

Wollt ihr, dass es den LehrerInnen möglich ist ein Zeichen des Selbstrespekts, der Würde und der Militanz für uns zu setzen? Oder zieht ihr es vor, dass sie ein gutes Beispiel für Versklavung geben?

Schlussendlich, wollt ihr, dass wir wie Sklaven leben?

Vom morgigen Tag an sollten alle Schulen von SchülerInnen und Eltern besetzt werden, um die LehrerInnen zu unterstützen und mit einem Sprechchor, einer Parole: „Vorwärts, zerschlagt die faschistische Tyrannei!“

Kämpft zusammen für öffentliche, freie, Qualitätsbildung. Kämpft gemeinsam, um die zu stürzen, die unser Lachen und das Lachen eurer Kinder stehlen.

PS: Ich werde meine Noten vom Schuljahr 2011/12 zitieren, nicht aus Eitelkeit sondern um jenen das Wort abzuschneiden, die das lächerliche Argument anbringen könnten, dass „ich mich nur um den Unterricht drücken möchte“: Verhalten des Schülers: „Sehr gut“. Durchschnittsnote: 20 „Hervorragend“ [die höchstmögliche Note in griechischen Gymnasien]

Kämpft gegen jene Leute, die das Lachen eurer Kinder stehlen … gegen Lehrer?

Und natürlich wollen sie, dass wir wie Sklaven leben. Sklaven sind die billigsten Arbeitskräfte, die es gibt, sie sind Grundlage eines JEDEN Imperiums  – und wir müssen sparen. Also: Sklaven sind inzwischen alternativlos.

Die Fragen jedoch … können in ähnlicher Form deutsche Schüler schon jetzt ebenfalls stellen.

Es gibt breite Klagen über die Qualität von Unterricht in Deutschland – nicht nur aus Hamburg. Und das seit Jahrzehnten. Politische Bildung findet de facto nur noch in Ausnahmefällen statt, DIE MÄRKTE können das nicht gebrauchen.  Das es dann irgendwann zu äußerst degenerativen Erscheinungen in der Gesellschaft kommt und keiner mehr seine Quäler wählen geht, scheint verständlich.

Wozu auch?

Am Ende entscheidet sowieso der Kommissar.

53,3 % der Bürger Schleswig-Holsteins haben gestern die Demokratie abgewählt.

Von den übrigen – übrig gebliebenen – Freunden der Demokratie (46,7%) von haben 87,4 % für die amtierenden Blockparteien gestimmt, die hauptverantwortlich sind für griechische Verhältnisse in Deutschland. Deshalb sollten wir ganz aufmerksam nach Griechenland schauen – dort kann man unsere Zukunft schon heute besichtigen.

Schon jetzt zeigen sich in Deutschland erstaunliche Paralellen zu den Jahren 1933-1945 (siehe Eifelphilosoph bei Neopresse) – ein Grund, weshalb Hitler-Vergleich in diesem Land so verpönt sind wie Verschwörungstheorien.

Und so wahr.

Wir kriegen ihn wieder, den Führer. Weil wir ihn wollen – und weil wir ihn verdient haben. Wir werden auch wieder alle jubeln, wenn er da ist – der eine Kommissar für wirklich ALLE.

Demokratie scheint mit den Deutschen nicht mehr machbar zu sein, dafür haben die Medien, die Schulen und die Universitäten gesorgt. Das wird den MÄRKTEN sehr gefallen.

Mir nicht.

 

 

 

 

Echte Geschichten aus echten Kriegen … für die kriegsfernen Entscheider der Gegenwart

Echte Geschichten aus echten Kriegen ... für die kriegsfernen Entscheider der Gegenwart

Sonntag, 30.12.2012. Eifel. Es ist Sonntag. Es ist Krieg. Zum Beispiel in Afghanistan. Auch Deutsche Soldaten sind daran beteiligt. Auch sie sterben da. Zu meiner Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten (die der Gauck glaube ich nicht vorgelesen hat, oder? Ich schaue nicht fern … ) habe ich den Kommentar eines Lesers stehen lassen, der sich wünschte, das die Verdienste der Soldaten in Afghanistan gewürdigt werden. Das hat mich etwas irritiert und ich wollte harsch antworten, bis ich das Geburtsjahr des Menschen sah: geboren 1949. Da war eigentlich alles klar: einer jener Menschen mit der „Gnade der späten Geburt“, der überhaupt keine Ahnung davon hat, was „Krieg“ bedeutet – wie die meisten Menschen hier. Krieg, das sind für diese Menschen Bilder: Bilder von Kampfflugzeugen, die über wilde Hügel donnern, Bilder von rasenden Panzerkollonnen, die durch die Steppe fegen, Bilder von fein gekleideten Soldaten, die mit sicherem Körperschutz wachend und kontrollierend so für die Kamera posieren, als wolle man später ein ritterliches Modell germanischer Götter aus ihnen machen. Krieg: das ist für sie der einsame Tigerpanzer im Kampf gegen die Sherman-Horden der Alliierten, Krieg, das ist der einsame Jagdflieger in seiner Focke-Wulf-190, der sich todesmutig den alles vernichtenden Bomberstürme entgegenwirft, Krieg, das ist der Landser mit der Panzerfaust, der die Horden russischer T 34/85 fast ganz allein aufhält. Der Landser erzählt solche Geschichten seit einem halben Jahrhundert.

Menschen, die noch weiter von der Wirklichkeit entfernt sind, haben nur noch Landkarten mit Fähnchen drauf im Sinn, die man lustig hin- und herschieben kann. Ich will an dieser Stelle nicht über den Afghanistan-Einsatz diskutieren. Was würden wir davon halten, wenn afghanische Truppen bei uns einmarschieren, ein paar Straßen, Schulen und Krankenhäuser instand setzen (oh – ich kenne da allein in der Eifel viele Objekte, um die man sich mal dringend kümmern muss) und nebenbei ein paar unserer Landsleute erschießen, die ihnen unethisch vorkommen? Man braucht nicht groß drüber nachzudenken – ganz schnell gäbe es hier Widerstand gegen die Besatzer, der dann wiederum der Beleg dafür ist, das wir Deutschen besetzt werden müssen.

Ich möchte lieber ein wenig über jene Menschen sprechen, die im Krieg immer Opfer sind – IMMER – und dafür NIE für ihren Heldenmut gewürdigt werden: die Kinder.

Mein Vater ist 1930 geboren. Den Krieg hat er in Norddeutschland erlebt – ganz weit hoch im Norden. Da war wenig los. Einmal griff ein Tiefflieger einen Zug an, der Minen geladen hatte, mein Vater stand daneben. Der Flieger traf nicht – aber beschäftigt hat diese Szene meinen Vater bis zu seinem Lebensende: er hat den Krieg verabscheut.

Meine Mutter – geboren 1934 – war da schlechter dran. Meine Großeltern hatten ein Gut an der polnischen Grenze – größer als ein Bauernhof, aber kleiner als ein ritterliches Landgut. Sie kam eines Morgens zu den Nachbarn zu Besuch: alle vier Kinder waren von den polnischen Partisanen mit ihren Zungen an den Tischen festgenagelt worden, die Eltern ebenfalls – sie waren zu freundlich zu Deutschen gewesen. Nur vor dem Hintergrund dieses Erlebnisses kann man verstehen, wie groß ihre Ängste waren, als sie einen ganzen Tag lang mitten im schlangenverseuchten Partisanenwald auf einer Decke verbrachte, um auf zwei Kleinkinder aufzupassen, während die Erwachsenen die Wälder nach Beeren absuchten.

Meine Mutter erzählt nicht gerne über den Krieg, ihr Gesicht versteinert, wenn sie darüber spricht. Am Meisten haben ihr die Jagdbomberangriffe zugesetzt. Nach der Flucht aus dem Osten hatten sie im Ruhrgebiet Zuflucht gefunden und den Bombenterror erlebt, erlebt, wie sich nach und nach die Schulklassen leerten, weil die Kinder in Einzelteilen zerfetzt über die Ruinen verteilt waren. Schlimmer als den Bombenterror fand sie aber die Tiefflieger, die auf alles schossen, was sich bewegte – auch auf Kinder. Auch auf sie. Mehrfach ist sie nur durch Glück entkommen. Sie weiß aber auch, wie glücklich sie war, als die Amerikaner kamen. Die gaben Kindern Schokolade … das waren noch jene Soldaten, die noch nicht gezielt zu völlig durchgeknallten Leichenschändern, Folterern und Körperteilsammlern umerzogen worden waren, die heute das Bild der US-Armee prägen. Der Einmarsch der US-Armee bedeutete: Schluss mit dem Bund Deutscher Mädels und jeglichem NS-Terror im Alltag.

Ich respektiere die Meinung meiner Mutter, das sie die Kriegsgräuel vergessen und verdrängen möchte. Es hilft wenig, wenn man beständig darin herumwühlt. Deshalb bin ich froh, eine weitere, ausführliche Darstellung von Kriegserlebnissen präsentieren zu können. Sie war für mich persönlich gedacht, eine Leserin hat sie mir geschickt – und ich wusste sofort: das muss irgendwie an die Öffentlichkeit. Offiziere und Historiker waren da ebenso meiner Meinung. Und da die Person heute Geburtstag hat, dachte ich mir: eine ideale Gelegenheit. Hier ist sie also, eine weitere Geschichte von dem, was Krieg wirklich ist:

Ich wurde am 30. Dezember 1938 in Hamburg geboren, also 8 Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Der Krieg und die Situation in Hamburg brachten mir die ersten bewussten Erlebnisse meiner Kindheit.

Meiner nachtblinden Mutter musste ich ab dem 3. Lebensjahr den Weg zum nächsten Luftschutzkeller oder Bunker zeigen, in dem wir mit unseren Nachbarn gemeinsam den Sirenenton „Entwarnung“ abwarteten. Gemeinsam mit unseren Nachbarn erlebten wir den weiteren Schrecken, wenn wir feststellten, wer ausgebombt war, gemeinsam wurden Notquartiere bei denen, die verschont geblieben waren, eingerichtet. Das Wort „Gemeinsamkeit“ wurde für uns alle wichtig.

Dann wurden die Leichen, die teilweise stark verkohlt waren durch die Phosphorbomben der Engländer, identifiziert. Unsere Bäckersfrau wurde beispielsweise an den angeschmolzenen Ohrringen erkannt. Der englische Rundfunk wurde von den meisten unter Bergen von Kissen gehört, weil er genau voraussagte, wann die nächste Bomberflotte angreifen würde. Da es verboten war „Feindfunk“ anzuhören, standen zu jener Zeit die „Volksempfänger“ unter Decken und Kissen, denn die nationalsozialistischen Blockwarte verrieten jeden, der nicht die Verbote beachtete.

Das waren Menschen, die ihren Patriotismus auf eigenartige Weise auslebten. Allerdings waren die meisten von denen auch Organisationstalente, die die Wege zu den Bunkern und Kellern wiesen, sich um die Bergung der Verletzten und Toten kümmerten und Ausbrüche von Panik verhinderten und die Feuerlöscharbeiten koordinierten. Da sie wussten, wie viele Leute die Keller aufgesucht hatten, konnten sie danach auch sehr genau sagen, wie viele Verschüttete geborgen werden mussten.

Es gab vor etlichen Jahren einen Bericht von Wolf Biermann, dessen Beschreibung der schlimmsten Bombennacht Hamburgs 1943 haargenau auf meine Kindheitserinnerungen passte. Die durch die Hitze entfachten Feuerstürme tobten noch, als wir die Bunker verließen. Der Geruch von Phosphor quält mich noch heute – fast 70 Jahre später – in vielen meiner Träume.

 

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,258522-2,00.html

 

Unser Haus stand noch, als wir Ende August 1943 Hamburg verließen. Wir planten unseren Umzug zu meinen Großeltern nach Schneidemühl in Westpreußen. Dorthin kamen keine Flugzeuge der Engländer.

Meine Großmutter war eine kleine energische Person, die allerlei Kräuter und viel Gemüse im eigenen Garten anbaute, Marmeladen kochte, Bonbons herstellte, Seifen kochte. Die Weckgläser im Keller waren immer gut gefüllt.

Schneidemühl war ein riesiger Bahnverkehrsknotenpunkt. Mein Großvater war Lokomotivschlosser bei der Reichsbahn. Nach etlichen Jahren als Lokführer wurde er in den Innendienst versetzt, um dort seinen erlernten Beruf wieder auszuführen. Er arbeitete zusammen mit vielen russischen, halb verhungerten Zwangsarbeitern, um die notwendigen Reparaturen an den Lokomotiven auszuführen.

Ich erlebte mit, wie bei meinen Großeltern ein Mann einquartiert wurde, der eigentlich ganz nett war. Er brachte mir Kunststoffkistchen mit, in denen ich meine kleinen Schätze aufbewahren konnte. Eines Tages riet er meiner Großmutter, doch nicht immer so viel Butterbrote und Obst mitzugeben, weil mein Großvater das überwiegend an die Fremdarbeiter verteilte. Oma war ein Dickkopf, die meinen Großvater gegen den Willen ihrer Familie geheiratet hatte. Der Clan bestand aus vielen kaiserlichen Räten, ihre Heirat wurde als Mesalliance betrachtet. Und so antwortete sie dem Agenten, dass Opa so viele Brote mitbekam, wie er wünschte. Er sei schließlich der Mann, der das Geld heimbrachte. Außerdem hätten sie viele Kaninchen gezüchtet, so dass niemand Hunger litte. Und sie habe genug Vorräte gesammelt.

Eines Tages sehe ich meine Mutter und meine Großmutter am Fenster stehen (wir wohnten auf der dritten Etage) und höre sie rufen: Otto, komm rauf, Otto sag‘ nichts! Im Hauseingang hörte ich meinen Großvater brüllen: „Wenn ich wüsste, dass einer meiner Söhne an solchen Taten beteiligt wären, wollte ich, sie wären tot!“ Er meinte damit meinen Vater und meine beiden Onkel, die alle als Soldaten an der Front standen. Was hatte der fremde Informant meinem Großvater gesagt? Er hatte ihm die Situation des Judenaufstandes im Warschauer Ghetto und dessen blutige Niederschlagung erzählt. Siehe den Bericht

http://www.kerber-net.de/literatur/deutsch/reflexio/klemperer_lti/Ghetto_Aufstand_ard_txt.pdf

Ein Nachbar im Parterre hatte diesen Ausbruch verfolgt, mein Großvater wurde von der Gestapo zum Verhör abgeholt. Zusammen mit der Verpflegung für die Russen war das wohl zu viel Kritik am System. Ich habe meinen Großvater sehr vermisst und nicht mehr wiedergesehen. Er starb in 1948 in Schneidemühl. Nach der Befreiung durch die Russen und Polen wollte er mit Deutschland nichts mehr zu tun haben.

[Als mein Vater nach der Flucht im März 1954 in Berlin auf Flüchtlingsanerkennung wartete, traf er seine alte Sandkastenfreundin, die Tochter des Nachbarn zufällig auf der Straße in Berlin. Nach der ersten Wiedersehensfreude bat sie meinen Vater, ihrem Vater nichts zuleide zu tun. Der sei sehr schwer krank und wisse, dass er Unrecht getan habe. Dies war uns Bestätigung genug, dass es Herr Kleist gewesen war, der meinen Opa verraten hatte. Natürlich hat mein Vater nichts unternommen, aber von ihm weiß ich um die Ergänzung dessen, was ich damals in Schneidemühl im Spätherbst 1943 erlebt hatte.]

Fortan lebten wir ohne meinen Großvater, aber meine Großmutter pflanzte weiterhin Kräuter, nahm mich nachts mit in die großen Wälder Schneidemühls, um Heilkräuter und -wurzeln zu sammeln. Wir sangen Volkslieder und bewunderten den Mond. Dies waren schöne Kindheitserinnerungen.

Am 6. Januar 1945 wurden wir in einem Flüchtlingstreck gen Westen zusammengestellt. Ich hatte gerade meinen 6. Geburtstag gefeiert. Oma entschied sich, zwei Weidenkörbe mit etwa 20 Paar Schuhen zu packen, die Kleider, Jacken und Mäntel trug sie übereinander. Als Nachbarn sie fragten, ob sie nicht noch rasch die Weckgläser und Marmeladenvorräte, das Sauerkraut in Steinkrügen usw. zerschlagen wolle, bevor sie in Feindeshände fielen, meinte sie: Das werde ich nicht tun. Auch Feinde haben Hunger. Und vielleicht finden meine Söhne irgendwo auch noch etwas, was sie vor dem Hunger bewahrt. Ja, so war meine Oma. Ich liebte sie sehr und bin heute mehr als je zuvor stolz auf sie.

Der Winter 1944/1945 war einer der eisigsten des letzten Jahrhunderts. Die alten Männer im Treck schlugen abends Tannenzweige, um Hütten zu bauen, damit Frauen und Kinder vor Eis und Schnee Schutz fanden, schlugen vereiste Bäche auf, um Trinkwasser zu gewinnen. Im Januar und Februar 1945 wurde der Treck noch halbwegs von den älteren deutschen Männern versorgt. Streckenweise konnten wir in Viehwagen transportiert werden, jedoch kamen jetzt Fliegerangriffe aus dem Osten, die die Bahnlinien bombardierten. Die Front kam näher und der Kanonendonner wollte nicht enden. Die Stalinorgel, ein Raketenwerfer, bestehend aus vielen Einzelraketen, zermürbte die Gemüter.

Meine Großmutter, das Kräuterweiblein, konnte mit ihrem Wissen vielen Menschen auf der Flucht helfen. Erfrorene oder wundgelaufene Füße, Magenprobleme, Durchfälle, Fieberausbrüche, Flohstiche und Wanzenbisse, Arthrosen: Sie schien gegen alles ein Kräutlein zu kennen. Wir ernährten uns von Melde, Brennnesseln, Wurzeln.

Hier ein Bericht aus jenen Tagen, als die Fronten ständig wechselten:

http://alfreddezayas.com/Chapbooks/Flucht_de.shtml

Unsere Flucht endete zunächst in Steinwehr, einem Dorf bei Königsberg/Neumark. Die Bauerfamilie Bussian mit dem alten Großvater und zwei Söhnen der jungen Generation nahmen uns auf und teilten ihre Vorräte mit etwa 15 Leuten aus dem Flüchtlingstreck. Der Duft von geräuchertem Speck, Bratkartoffeln mit Rührei war himmlisch.

Die Front war jetzt eindeutig klar, die Russen waren angekommen. Als die Bäuerin an einem Frühlingsmorgen die Klappläden öffnete, schloss sie sie sofort wieder, holte ein weißes Betttuch und hängte es aus dem Fenster, als die Laden erneut geöffnet waren. Eine russische Kanone war direkt auf das Fenster gerichtet.

Etwa eine Stunde später kamen zwei russische Offiziere ins Haus, die hervorragend deutsch sprachen. Sie erklärten uns, die wir rund um den Kachelofen auf der Ofenbank saßen, dass der Krieg vorbei sei. Es werde noch einige Schwierigkeiten geben, aber dann sollten wir rasch auf die Kommandantur kommen und Hilfe holen. Die Anwesenden waren erleichtert: „Das sind ja Menschen“, meinten sie, denn das war nach all der Propaganda nicht erwartet worden. Später las ich bei Lew Kopelew (auch er war einer dieser Politoffiziere die die Menschen beruhigen sollten), wie er sich für das schämte, was danach allgemein geschah: Die Horden wurden von Stalin losgelassen.

Wir erlebten es dann so:

Lastwagen voller schlitzäugiger russischer Soldaten wurden herangekarrt. Sie liefen in die Häuser, holten sich die jungen Mädchen und Frauen heraus und vergewaltigten sie. Um unsere Mütter zu schützen, verbargen wir sie in den Kartoffelmieten unter den Fallböden der Scheune und schaufelten dann Stroh darauf. Dann warteten wir Kinder ab, dass der wilde Haufen weiterzöge. Einmal hatten wir die Mütter zu spät warnen können. Wir häuften Stroh auf und waren nicht sicher, ob die Frauen noch den Weg in die Fallgrube geschafft hatten. Als die Russen mit aufgepflanztem Bajonett in die Strohhaufen stachen, drehten wir uns um und liefen davon. Kein Schrei war hörbar, unsere Mütter hatten es noch einmal geschafft.

Der Begriff Tataren verband sich bei mir immer mit dem Anblick von Schlitzaugen, die bewusst von Stalin für solche Taten eingesetzt wurden, weil ihr in Deutschland ungewohnter Anblick Terror verbreitete.

Der alte Bauer Bussian war zusammen mit anderen alten Männern auf den Dorfanger verbracht worden. Wir hörten die Gewehrsalven und danach wurden die Söhne der Familien aufgefordert, die Leichname zu begraben.

Das Bauernhaus wurde beschlagnahmt für Offiziere. Wir mussten sofort hinaus, die Anwesenden wurden ihrer letzten Habseligkeiten beraubt, ein paar Kettchen, Pässe, Sparbücher, Kleidung wurden fortgenommen. Omas Schuhe waren schon vorher weggenommen worden. Eine alte Frau, die noch einmal in das Haus zurück ging, wurde erschossen. Die Leiche wurde von dem Erker aus auf die Straße geworfen. Das Aufklatschen des Leichnams werde ich nie vergessen.

So ist also der Krieg, wenn er vorüber ist, dachte ich bei mir. Aber es kam noch schlimmer. Unserem Treck schlossen sich jetzt auch die Einwohner des Bauerndorfes an. Wir wurden nach Wildenbruch, der Nachbargemeinde abgeschoben, wo wir im Herrenhaus zusammengepfercht wurden. Die Nahrungsmittel waren jetzt nicht mehr vorhanden. Wovon wir lebten? Keine Ahnung. Immerhin gab es vorerst Milch von den noch verbliebenen Kühen, die von den bäuerlichen Familien betreut wurden. Aber das Milchvieh war auch nicht mehr lange da.

Meine Mutter und ein jüngerer Sohn der Bussians, der nach einer Kinderlähmung verkrüppelt war, wurden zum Viehtreiben eingesetzt. Den siegreichen Russen wurde die Frischfleischbeute in Form von Kühen, Schweinen, Schafen nachgeschickt. Und meine Mama war eine der Viehtreiberinnen. Am 8. Mai 1945 war der Krieg offiziell vorbei. Meine Mutter war in Berlin, sah dort die Siegesfeiern der Alliierten und kehrte im Juni zu uns nach Wildenbruch zurück. Sie war eine seelisch zerbrochene Frau.

Unsere Flucht setzten wir von dort, also ziemlich verspätet, erneut fort. Wieder zumeist in Viehwagen. Bei einem Stopp auf freiem Feld, sprang ich aus dem Wagen und klaute unter den Augen der bewachenden Russen ein paar Kartoffeln. Meine Großmutter und Mutter waren gelähmt vor Angst, aber die Russen taten mir nichts. Oma verwendete die Kartoffeln, um für ein paar Leute Umschläge herzustellen. In unserem Waggon hatte man sich provisorische Kochstellen eingerichtet, die mit Zweigen und Laub beheizt wurden. Das war also wieder nichts mit ein paar Pellkartoffeln zum Abendessen!

Ich erinnere mich an den ausgebombten Bahnhof in Stettin. Irgendwo in der Nähe ging es über die Oder. Der Fluss war reißend und führte Hochwasser. Auf provisorischen Flößen wurden wir auf die westliche Oderseite übergesetzt. Und dort hörte ich eine Nachricht, die ich für eine große Lüge hielt: Es wären vor einigen Tagen zwei schlimme Bomben in Japan gefallen, die Millionen von Menschen getötet hätten. Da ich aus meinen Hamburger Erlebnissen wusste, dass es größerer Mengen an Bomben bedurfte, um Tausende von Menschen zu töten, empfand ich das, was ich da hörte, als Lüge. Damit dürfte diese Floßfahrt über die Oder zeitlich Mitte August 1945 stattgefunden haben.

Kurz vor Berlin trennten sich die Wege meiner Mutter und Großmutter. Sie wollte direkt weiter nach Westen, um von dort nach Cuxhaven zu kommen. Meine Mutter hatte zuvor gehört, dass die Amerikaner in Schwerin stünden. Dass die sich bereits längst nach Westen zurückgezogen hatten, wusste sie nicht.

In Schwerin angekommen, wurden wir in ein Sammelquartier im ehemaligen Hagel-Versicherungsgebäude (Wismarsche/Ecke Arsenalstraße) mit etwa hundert anderen Flüchtlingen zusammengepfercht. Es gab einen Wasserhahn, eine Toilette und ein Krankenzimmer im ersten Stock, in das man meine Mutter mit Typhus-Verdacht verlegte. Eine Krankenschwester namens Johanna Prepenz betreute die Kranken auf der Isolierstation, Frau Dunst und meine Mutter. Sie kümmerte sich um die Entlausung der Flüchtlinge, denn Haar- und Kleiderläuse waren unvermeidbar. Und sie kümmerte sich um mich. Mittags holte ich die Krankenkost für meine Mutter in der Krankenküche Schwerins ab. Den größten Anteil gab Schwester Johanna mir, weil meine Mama nicht mehr essen wollte. Nahrung, die einmal auf der Isolierstation war, wurde als kontaminiert entsorgt.

Wenn ich trotz aller Verbote meine Mutter besuchte, erhielt ich danach schon mal eine Tracht Prügel von den anderen Flüchtlingen, die Angst vor Ansteckung hatten. Und dann traf ich ein Mädchen, als ich vor dem Versicherungsgebäude auf den Stufen umher hüpfte. Sie fragte mich, wo meine Mutter sei und erzählte mir von ihren Puppen. Ich könne doch mit ihr gehen, sie wohne gerade um die Ecke in der Lübecker Straße. Natürlich wollte ich endlich mal wieder mit einer Puppe spielen, also ging ich mit. Es war nicht weit. Sie erzählte mir, dass ihre Großeltern im Keller wohnten, wo auch ihre Puppen seien. Ich müsse keine Angst haben, es sei halt dunkel dort.

Das Haus war ein Bau aus der Jahrhundertwende. Von der Straße aus ging man zur Rückfront des Flures und links davon öffnete das Mädchen eine Tür. Im Keller war es nachtschwarz. Ich stieß das Kind zurück und flüchtete. Als ich an der Treppe am Eingang vorbei lief, kam eine Frau von ca. 30 Jahren die Stufen herunter mit einer Axt in der Hand.

(Einige Jahre später hörte ich, dass man etliche Frauen und Männer in der Lübecker Straße verhaftet habe, die 1945 Kinder ermordet hatten. Das Fleisch dieser Kinder habe man eingekocht und als Kalbfleisch verkauft. Die Hungersnot war zu der Zeit riesengroß. Dies erzählte uns eine alte Schwerinerin.]

Ich war sehr verstört, auch weil ich dem Befehl meiner Mutter nicht gehorcht hatte, niemals mit Fremden mitzugehen. Als ich zur Hagelversicherung zurückkam, stand der Seuchenwagen vor der Tür. Bei dessen Anblick brach ich schreiend zusammen und warf mich in die Gosse. Eine Gestalt im Dunkel des Wagens richtete sich auf: „Kind, ich bin´s. Deine Mama ist noch oben, sie bleibt hier“. Frau Dunst starb einige Tage später im Seuchenkrankenhaus am Lewenberg. Ich rannte hoch zu meiner Mutter, und natürlich erwischte man mich, als ich ihr Krankenzimmer verließ. Meine Prügel von den anderen bezog ich erwartungsgemäß.

Mama war zum Skelett abgemagert. Dennoch ging sie mit ein paar ungebrannten Kaffeebohnen auf Hamsterfahrt nach Muess zu den Bauern, um etwas Nahrung zu besorgen. Die Krankenkost gab es ja nicht mehr. Die Straßenbahn fuhr bis Zippendorf. Den Rucksack hatte sie sich vor die Brust geschnallt, weil sie im Rücken zu schwach geworden war. Sie hatte etwas Brot, einige Getreidekörner, etwas Butter und Speck zurückgebracht von dieser Hamsterfahrt.

Es ist schade, das die Kunst der Kräuterfrauen in unserem Technik-Mittelalter ebenso ausgerottet wurde wie zu Zeiten der Hexenverbrennungen – wir könnten sie gut gebrauchen.

Persönliche Daten habe ich auf Wunsch gelöscht, die Namen von Helden des Alltages habe ich beibehalten, um ihr Andenken zu würdigen – was sonst wahrscheinlich noch nicht geschehen ist.

Gemeinschaft, Gemeinsamkeit, gegenseitige Hilfsbereitschaft – auch meine Mutter erzählt mir davon … und ist heute noch begeistert darüber, wie die Menschen damals waren, als die nationalsozialistische Kultur zusammenbrach. Heute muss ich ihr sagen, das diese Kultur wieder wächst – man schaue doch nur mal die Kommentare hier an, wenn ich die Lebensgeschichten von Arbeitslosen erzähle: da kommen die neuen Blockwarte sofort – und merken wahrscheinlich gar nicht, was sie da gerade tun.

Was mich an dieser Geschichte aber besonders ansprach, das sie den Krieg aus der Perspektive eines Kindes betrachtete – eines Kindes mit einer wunderbaren Großmutter. So erleben alle Kinder den Krieg – auch die Kinder aus Afghanistan, aus Syrien, aus dem Irak, aus Lybien und den anderen „Feindländern“ der Nato.

Als Zivilgesellschaft waren wir schon mal so weit, das wir das erkannt hatten. Die UNO sollte uns helfen, den Krieg selbst zu bekämpfen – jetzt ist sie ein Instrument geworden, das den Krieg gesellschaftsfähig macht – wieder einmal.

Und wieder einmal leiden Kinder darunter. Millionen Kinder – an die niemand dabei denkt, wenn er seine Fähnchen auf den Karten hin- und herschiebt. Sie sind „Kollateralschäden“ geworden, werden als solche verbrannt, verstümmelt, zerfetzt, zermalmt und in ihre Einzelteile zerlegt.

Eine Kultur, die so etwas pflegt, muss zwangsläufig den Atheismus predigen, den Antitheismus leben, sie muss den ganzen Tag inbrünstig beten, das es KEINEN Gott gibt und alles wirklich mit dem Tode zu Ende ist.

Es mag aber sein, das diese Gebete nicht wirken … dann Gnade Gott jenen, die Kinder bei lebendigem Leibe verbrannt haben – ich denke nur, er wird es nicht tun.

Nicht bei denen.

Die finden – wie andere Kindermörder auch – noch nicht mal Gnade im Knast für Schwerverbrecher … wo man heutzutage noch mehr Ethik findet als in den Generalstäben der Nato.

Ich denke, man sollte Geschichten wie diese jedem „Entscheider“ in Politik, Regierung und Generalstab zu lesen geben und sie offen fragen: sind Sie bereit, Kindern das anzutun?

Aber wahrscheinlich ist es dafür schon zu spät, die Weltfremdheit zu groß – und man bekommt als Antwort nur:

Unerträglichstes Sozialgewinsel.

Und diese Antwort hatte ich schon mal hier erhalten.

 

Blick von den Landungsbrücken

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Relibu Blick von den Landungsbrücken

© Relibu

Hamburger Bürgerschaftswahl, Hartz IV, Nine-Eleven und die Revolutionen in China und den USA

Hartz IV wird eine Zäsur bringen … habe ich früher meinen Arbeitskollegen gesagt, alles gestandene „Leistungsträger“. Alle haben das verstanden. Alle fanden es ungerecht, brutal, destruktiv für Motivation und Identifikation mit dem Gemeinwesen Deutschland. Da aber alle die Taschen voller Geld hatten, war keiner bereit, sich zur Rettung der Republik weit aus dem Fenster zu hängen … die Firma hätte umgehend sanktioniert, der Betriebsrat hätte zugestimmt, da die Arbeitsverträge ein gewisses professionelles Auftreten in der Öffentlichkeit forderten – was ja auch entsprechend honoriert wurde. Da wären sogar Bundestagsabgeordnete neidisch geworden ob der Ausstattung, die man sich vom Geld der Krankenversicherten leisten konnte.

Dabei ist Hartz IV ein historischer Moment, der alle angeht. Hier wird die Frage entschieden: wie geht man mit jenen Menschen um, die man durch Maschinen ersetzt hat, eine Frage, die sich laut Focus nun auch China aktuell stellen muß:

Roboter ersetzen Wanderarbeiter. Dennoch herrscht Fachkräftemangel im Milliardenstaat China. Die rote Industrialisierung beginnt.

Wir kennen dieses Phänomen seit vierzig Jahren.  Wir wissen, das die Maschinen Arbeitskraft in Massen freisetzen, die nicht mehr gebraucht wird. Hier ist ein historischer Moment gewesen, den Weg zur Demokratie mutig weiter zu beschreiten.

Wir waren lieber feige und haben die freigesetzten Arbeitskräfte kriminalisiert, ihnen frech und unfair unterstellt, die Massenarbeitslosigkeit sei einfach nur ihre Schuld, weil sie faul, versoffen und gefrässig sind. Wir schufen eine Arbeitspolizei, die die Kriminellen bestraft, ihre Grundrechte beschneidet und sie zur Not in den Hungertod schickt – schlichtweg amerikanische Verhältnisse, möchte man sagen.

Das war die äußerst bequeme Privatisierung  der Globalisierungsfolgen. Erst reiße ich Dein Haus ein, dann verklage ich Dich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und mache Obdachlosigkeit zum Verbrechen – so lautet in etwa das Prinzip, ein Prinzip, das in der amerikanischen Raubkultur schon lange gültig ist.

Und es geht hier ganz speziell um den Einfluss gewisser „Think Tanks“ – nicht um die „böse“ US-Kultur an sich. So kommt man von Hartz IV zur Hamburger Bürgerschaftswahl, wo wieder einmal eine personelle Besonderheit greift, wie WiSoPo ausführt:

Was hat der Aufenthalt von Scholz bei der Bilderberg-Konferenz 2010 nun mit dem Wahlsieg der SPD in Hamburg zu tun?
Ein Blick in die jüngere Geschichte dieser Konferenzen gibt Aufschluss darüber, wie eng politischer Erfolg mit einer Teilnahme an diesen Treffen verbunden ist:

Guido Westerwelle nahm 2007 an dieser Konferenz teil, zwei Jahre später ist er Vize-Kanzler.
Angela Merkel nahm 2005 an der Konferenz teil, im selben Jahr wird sie Kanzlerin.
Helmut Kohl nahm 1980 und 1982 an der Konferenz teil, 1982 wird er Kanzler.
Helmut Schmidt nahm 1973 an der Konferenz teil, 1974 wird er Kanzler.

Das die politische Karriere des Herrn Scholz mit dem Ende seiner Arbeit als Bundesminister ebenfalls zu Ende geht, erschien mit seiner Teilnahme an der Konferenz 2010 absurd. Insofern überrascht es doch kaum, dass er ein neues Betätigungsfeld auf politischer Ebene gefunden hat.

Schon wieder wird es unheimlich, schon wieder taucht jenes Netzwerk der superreichen Amerikaner auf, die auf undurchschaubaren Konferenzen geheime Dinge mit unseren Politikern besprechen, die daraufhin erstmal richtig Karriere machen und unheimliche Entscheidungen treffen.  Das ist in etwa so unheimlich wie die Revolutionswelle, die momentan all jene Staaten heimsucht, die den USA geostrategisch im Weg standen und deren Diktatoren den Höhepunkt ihrer Nützlichkeit lange hinter sich gebracht haben. Nun erreicht die Welle auch den neuen Erzfeind China, der in den letzten Monaten immer bedrohlicher geworden ist, hier zitiert bei breakfastpaper:

Die Massenproteste und Unruhen in der Arabischen Welt haben bereit jetzt eine ganze Region verändert. Das hat nun auch chinesische Aktivisten ermutigt, in ihrem eigenen Land für mehr Gerechtigkeit und Freiheit zu kämpfen.

Ein Aufruf im Internet zu einer “Jasmin-Revolution” brachte Demonstrationen in 13 Städten hervor. Hunderte gingen auf die Straße und protestierten gegen das kommunistische Regime, welches umgehend Maßnahmen einleitete: Die Proteste wurden in kurzer Zeit aufgelöst, Internet und SMS zensiert und auf das Wort “Jasmin” gefiltert (Quelle: dpa), Aktivisten festgenommen und unter Hausarrest gestellt.

„Ein Aufruf im Internet“ … jener Ort, von dem aus auch die anderen Revolten koordiniert und nacheinander gestartet wurden. Da kommt mir PNAC in den Sinn. Man erinnert sich kaum noch dran, aber die Welt ordnet sich gerade genau so, wie PNAC es wollte, siehe Wikipedia:

Das Project for the New American Century (PNAC), zu deutsch: Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert, war eine US-amerikanische neokonservative Denkfabrik mit Sitz in Washington, D.C.. Es befand sich im selben Gebäude wie das American Enterprise Institute.

Es wurde im Frühjahr 1997 als nicht-kommerzielle Ausbildungsorganisation mit dem Ziel gegründet, für weltweite Führerschaft der Vereinigten Staaten zu werben. Das PNAC wurde im Jahr 2006 aufgelöst.[1] Die 2009 gegründete Foreign Policy Initiative ist als Nachfolgeorganisation des PNAC zu sehen.[2]

Wenn Diplomatie gescheitert sei, seien Militäraktionen ein akzeptables und nötiges Mittel (Carl von Clausewitz). Das PNAC befürwortet die weltweite Errichtung dauerhafter eigener Militärstützpunkte, um die USA weitestgehend unangreifbar zu machen. Als „Weltpolizist” (bzw. „Welt-Ordnungs-Hüter”) hätten die Vereinigten Staaten die Macht, in einer chaotischen „hobbesianischen” Welt für die Einhaltung von Recht und Gesetz gemäß den von den USA gesetzten Maßstäben zu sorgen – wenn es sein muss, auch ohne Absprache mit oder Rücksichtnahme auf Verbündete und andere supranationale Organisationen, Verträge und sonstige Rechtsverbindlichkeiten (Unilateralismus). Darin sehen alle Kritiker einen klaren geschichtlichen Rückfall hinter die mühselig errungenen Fortschritte im Völkerrecht seit dem Westfälischen Frieden.

Und diese Rückschritte im allgemeinen Rechtswesen gilt nicht nur für die Aussenpolitik, wie wsws berichtet, ist man mitlerweile auch innenpolitisch dabei, andere Methoden aufzuziehen:

Am Mittwoch demonstrierten ca. 30.000 Leute in Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Wisconsin, gegen die Angriffe von Gouverneur Scott Walker auf die Löhne und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Unter anderem nimmt das Gesetz den Beschäftigten das Recht, mit dem Arbeitgeber über Fragen der Renten, Gesundheitsversorgung und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. In Tarifverhandlungen dürfte es demnach nur noch um Entlohnung gehen, doch jede Steigerung müsste im Rahmen der durchschnittlichen jährlichen Preissteigerungsrate liegen. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes müssten fast doppelt so hohe Renten- und Krankenkassenbeiträge bezahlen wie bisher.

Neben diesen einschneidenden Maßnahmen hat Gouverneur Walker die Angestellten durch seine antidemokratischen Methoden erzürnt. Am 11. Februar gab er bekannt, dass er die Nationalgarde in Bereitschaft versetzt habe, um jeden Widerstand der Beschäftigten niederzuschlagen.

Nationalgarde im Einsatz gegen staatliche Angestellte … bekommt eigentlich noch jemand mit, das wir gerade im Sinne von PNAC die Schwelle zur Militärdiktatur in den USA überschritten haben? Eigentlich nicht verwunderlich angesichts der fortschreitenden Verrohung der us-amerikanischen Streitkräfte, die wir in den letzten Jahren im „Kampf gegen den Terror“ und deren ziviles Umfeld erleben durften.

Im Sinne von PNAC ist auch die Zerstörung demokratischer (und somit sozialer) Strukturen in den Bündnisländern, die Unterordnung der gesamten Gesellschaft unter Konzerndirektiven und die Privatisierung des gesamten öffentlichen Beschäftigungssektors, um möglichst viele Menschen unter direkte wirtschaftliche Kontrolle zu bekommen.

Wir dürfen natürlich nicht mehr in diese Richtung denken, weshalb die internationale Politik sich weiter hemmungslos im Interesse von PNAC entwickelt – und entwickeln muß, das die Wirtschaft des Landes am Ende ist. Ein interessantes Detail möchte ich aber dann doch nochmal erwähnen, gefunden bei Arbeiterfotografie.de:

Hier erinnert Ex-Minister Meacher an einen Präzedenzfall aus der US-amerikanischen Geschichte: »Das Nationalarchiv der USA hat enthüllt, dass Präsident Roosevelt in Bezug auf Pearl Harbor am 7. 12. 1941 genau diese Taktik angewandt hat. Warnungen über den bevorstehenden Angriff waren rechtzeitig eingegangen. Die anschließende nationale Entrüstung (über den japanischen Angriff) überzeugte eine widerwillige amerikanische Öffentlichkeit von der Notwendigkeit, sich am Zweiten Weltkrieg zu beteiligen«, schreibt Meacher und schlägt dann den Bogen zum 11. September und der PNAC-Gang: »In der PNAC-Blaupause vom September 2000, in der die Umwandlung der USA in die dominierende Macht von Morgen beschrieben wird, steht zu lesen, dass dieser Prozess ein langwieriger sein wird, es sei denn, es gäbe ein katastrophales und katalysierendes Ereignis – wie ein neues Pearl Harbor« zitiert Mr. Meacher und erklärt, dass erst vor diesem Hintergrund die vielen offenen Fragen und Widersprüche um den 11. September einen Sinn ergäben.

Ein wunderbarer Zufall hatte den Denkern von PNAC jenes Ereignis beschert. Zufällig kamen die Täter auch aus jenem Bereich, den man zuvor schon für den „Kampf der Kulturen“ vorgesehen hatte – und nebenbei konnte man auch … mit krassen Lügen und völlig am Völkerrecht vorbei … den  nützlichen alten Waffenkameraden Saddam Hussein um seine Ölquellen bringen.

Sowas regt zum Nachdenken an. Auch wenn die öffentlichen Verschwörungstabus dies effektiv verhindern, bleibt eine gewisse Skepsis übrig, wie Rainer Rupp in Ossietzky ausführt:

So ist zum Beispiel die Hälfte der Befragten davon überzeugt, daß die deutsche Bundesregierung kriminell ist, ebenso wie der Bundesnachrichtendienst. Über 56 Prozent der Befragten gehen davon aus, daß deutsche Geheimdienste bei den noch nicht aufgeklärten Terrorakten der RAF in der BRD der 1970er und 1980er Jahre ihre Finger im Spiel hatten. Nur 36 Prozent glauben an die Unschuld der Dienste. Auf die Frage, ob die US-Regierung der Weltöffentlichkeit die ganze Wahrheit über die Anschläge des 11. September 2001 gesagt hat, antworteten sogar 89,5 Prozent mit »Nein« und nur 9,2 Prozent mit »Ja«.

Das ist die Überzeugung des Volkes – und so kommt man von der Hamburger Bürgerschaftswahl direkt zu den Unruhen in der arabischen Welt, nine-eleven und Hartz IV. Alles Erscheinungen, die ein neues amerikanisches Jahrhundert einläuten, ein Jahrhundert, das zur Not mit Waffengewalt durchgedrückt wird, für das man auch locker mal ein paar Tausend eigene Leute über die Klinge springen lassen kann … Krieg kostet halt auch mal Leben auf der eigenen Seite. So gesehen kam man – angesichts des Erfolges – eigentlich noch ganz gut davon.

Und wer nun meint: „Ok, ich bin nicht arbeitslos, kein Ausländer, keine Frau, kein Rentner, kein Beamter oder staatlicher Angestellter, mir geht´s gut bei McDonalds“ der kann sich anschauen, was dieses System aus seinen Kindern macht, gefunden bei B.N.D.-Net:

Die Perfektionierung tobt schon in der Kindheit heftig – es ist der Traum vom sozialen Aufstieg. Jedes vierte Kind bis acht Jahre wird mittlerweile zur Fördertherapie geschickt. Nach dem vollen Schultag gehen sie zum Hockey, zum Tennis, zum Segeln, zur Musikschule. Manchmal haben Kinder an einem Nachmittag zwei bis drei Programmpunkte zu absolvieren. Der gesamte Komplex zwischen Geburt und Abitur ist zu einer Mischung aus Wettrüsten und Leistungsschau geworden. Schlimme Krisen drohen für die Eltern, wenn ihr Kind später als andere krabbelt. Dem Druck halten nicht alle Kinder stand. Zunehmend bedürfen schon Grundschüler therapeutischer Behandlung. Erst sind es Bauchschmerzen, später folgt die Leistungsblockade bis hin zur Depression. Bis zu zehn Prozent der 12- bis 17-jährigen haben oder hatten Depressionen. Die Kinder stehen unter Druck: Einfach nur spielen – ist das heute überhaupt noch möglich?

So regiert PNAC über Hartz IV direkt in die Kindheit hinein – ganz einfach und kostengünstig durch die Implementierung von nagelneuen Prinzipien und einer Arbeitspolizei, die Fehlverhalten sanktioniert. Sowas ist billig, effektiv und renditeträchtig. Aber das sind ja gerade die Chancen einer globalisierten Welt: man kann oben was hineingießen und erreicht in der Tat die Grundschulen der Eifel in den hintersten Wäldern.

Damit das funktioniert, muß man nur ein paar Politiker … einladen … die dann zufällig auch immer wieder in Spitzenpositionen gelangen und entsprechende Gesetze verabschieden, die in eine alternativlose Zukunft führen.

Irgendwie scheint langsam der Zeitpunkt zu kommen, wo es heißt: „DIE oder WIR„.

Wie in jedem Western.


Wir wollen lernen … wie man eine kriminelle Vereinigung gründet? Abmahnungen schreibt? Oder deutsch spricht ohne zu stottern?

Es gibt ja da so eine lustige Initative in Hamburg. „Wir wollen lernen“. Nun, warum auch nicht. Lernen ist was Schönes – und die Pisastudie zeigt, das es gerade in diesem Land noch viel zu lernen gibt. Ich habe mich damit nur am Rande auseinandergesetzt … bis mein Freund Grilleau hier einen Filmbericht verlinkt hat. Und dann … bin ich aus allen Wolken gefallen.

Worum geht es eigentlich in diesem kleinen  Kaff im Norden? Es sollte eine Schulreform geben. Sechs Jahre Grundschule. Eigentlich eine vernünftige Vorgehensweise, zeigte sich doch, das die Diversifizierung nach vier Jahren für die Kinder zu früh ist. Kinder mit sechs Jahren Grundschulzeit leisteten im Pisavergleich mehr, wir sind eine Leistungsgesellschaft, in Hamburg regiert die CDU – was liegt näher, als dort mit den längst überfälligen Reformen anzufangen….zumal es keinen vernünftigen Grund gibt, dagegen irgendetwas zu haben.  Sicher … Debatte gab und gibt es immer noch – aber klar ist auch: wenn wir kein Volk von Idioten werden wollen, dann müssen wir was tun.

Aber manche hatten trotzdem was dagegen. Das Kinder von Vorstandsvorsitzenden (Herrenmenschen wurden die früher genannt) mit Kindern von Arbeitslosen, Angestellten oder kleinen Beamten (früher: Juden, Kommunisten, Zigeuner) in die gleiche Schule gehen, das geht ja mal gar nicht. Sagt auch einer in dem Film ganz ehrlich … einfach mal schauen.

Ja, ich weiß, das ist jetzt wieder mal ein Nazivergleich den keiner hören möchte.  Ist ja schon schlimm in dieser Internetgesellschaft. Da marschiert einer zackig in schwarzer Uniform mit Totenkopfemblem und einem Dolch, dessen Treue Ehre heißt durch die Blogwelt, aber wehe man macht darauf aufmerksam: schon ist das Geschrei groß:  NAZIVERGLEICH VERBOTEN … sollte man gleich beim Hochfahren des Computers sehen, damit alle sich daran halten. Und je weniger wir vergleichen, umso schneller sind die ja auch wieder da – und dann kann die ja auch jeder wieder sehen, dann brauchen die sich gar nicht mehr verstecken.

Wenn ich mir aber die Methoden dieser Initiative „Wir wollen lernen“ so anschaue … da wird mir Angst und Bange. Ein Unternehmensberater schildert, was dort geschieht, wie zwischen Golfplatz, Lionsclub und Damenkränzchen Politik gemacht wird. So was nennt man normalerweise eine Verschwörung, aber die Generation Doof ist mitlerweile so verblödet, das sie den Gedanken an eine Verschwörung schon allein für strafbar oder auch gleich sündig hält.

Da zeigt  diese kleine Provinzposse („mein Marcel soll Zahnarzt werden“ hätte man diese Initiative vielleicht – in Anlehnung an die Initiative „Unser Dorf soll schöner werden“  nennen sollen)  sehr schön etwas ganz anderes: das Wirken von MACHT im Deutschland des 21. Jahrhundert.

Bürgerentscheide finde ich generell gut … wiewohl die Väter des Grundgesetzes (leidgeprüfte aber hochphilosophische Menschen) einen Volksentscheid für das deutsche Volk EXTRA nicht vorgesehen haben, weil sie das deutsche Volk schlichtweg für zu blöde hielten. Neben der Pisa-Studie und verschiedenen Arbeiten zur „Generation Doof“ zeigt auch die Initiative „Mein Marcel soll Zahnarzt werden“ das sie Recht hatten, diese Väter: der Deutsche ist immer noch zu blöd dafür. Oder gewisse Kreise einfach zu kriminell. Ich weiß jetzt nicht wirklich, ob man das schon kriminell nennen kann – ich persönlich würde es nach meinem Rechtsempfinden so nennen, aber ich bin kein Jurist.

Da wurden zum Beispiel Recherchen über die Beamten durchgeführt, die diese Reform umsetzen sollen … und die Ergebnisse wurden den Betreffenden (u.a. mit deutlichem Hinweis auf Schwächen im Lebenslauf) per E-Mail zugeschickt. Wozu? Um sie an ihre eigene Verletzlichkeit zu erinnern? Da wurden Konkurrenzinitiativen mit Abmahnungen überzogen: 150000 Euro waren im Gespräch. Studenten wurden angeworben: ein Euro pro Unterschrift. Der clevere Student gab fünfzig Cent an den Kunden weiter und wurde reich, oder?

Man erfährt von diesen Hanseln und Madeln auch, das in den achtziger Jahren ein „akademisches Proletariat“ herangezüchtet wurde, äh .. das äh … das für eine wissenschaftliche oder …äh … auch gehobene akademische Laufbahn gar nicht fähig ist“ … genauso wie manche Aktivisten kaum in der Lage sind, zusammenhängene Sätze ohne Gestammel zu formulieren oder zu wissen, das man in korrektem deutschsprachlichen Ausdruck  ZU einer Laufbahn fähig ist und nicht FÜR. Schaut man sich die Frau an, weiß man aber: vom Alter her spricht sie wohl aus eigener Erfahrung. Vom sprachlichen Ausdrucksvermögen auch.

Man weiß: die Menschen der Initiative „Mein Marcel soll unbedingt auf jeden Fall ohne jede Konkurrenz Zahnarzt werden“ wissen, warum sie lernen wollen: sie haben es bitter nötig.

Was auf der Internetseite von „Wir wollen lernen“ auffällt, ist: es gibt kaum Kommentare zu den Einträgen. Eine so fein vom Volke getragene Initiative – und keiner hat was zu sagen? Gerade mal 25 Gratulanten zum Erfolg? Und … da sind sogar Kritiker drunter.

Wie gesagt: der Hamburger Schulstreit ist eine Provinzposse. Eigentlich uninteressant. Aber … die Methoden der Initiative sind mir ein Dorn im Auge. Ich habe auch gleich mal angerufen, aber Leistungsträger arbeiten wohl um diese Uhrzeit nicht mehr. 

Noch ein paar von diesen Spaßaposteln in der Republik und wir werden uns an andere Initiativen gewöhnen müssen:

„Wir wollen lernen … wie man eure Autos anzündet … eure Wohnung plündert … euren Kindern Drogen verkauft, die auch nur sie bezahlen können … eure Kontodaten aus der Schweiz nach Hamburg transferiert … “

So endet die Herrenmenschenarroganz immer.  Anfangs will man nur seine Brut priviligiert unterbringen, weil man deutlich sieht, das sie es von selbst nicht schaffen … trotz Kokain in Mengen. Dann wird selbst der Bürgersteig zu klein, um ihn mit „denen“ teilen zu können. Und letztlich … fließt Blut, weil der Hunger der Menschen nach Gerechtigkeit größer ist als die Gier nach Status für den süßen kleinen Fratz Marcel.

Aber … da gäbe es doch gleich eine ganz Reihe von anderen Initiativen, die dringend gestartet werden können, bevor der kalte Bürgerkrieg der Hamburger ein heißer wird.

Wir wollen Freiheit!

Wir wollen Gleichheit!

Wir wollen Brüderlichkeit!

Das jedenfalls hat mal ganz viel Demokratie und Kultur ins Land gebracht.  Gegen den Adel. Gegen denselben Adel, der mit Hitler paktierte.

Und seltsam … das soviel Adel gerade diese Initiative unterstützt. Der Initiator Walter Scheuerl arbeitet übrigens gerade für Adelige.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Scheuerl

Scheuerl ist heute Partner in der Rechtsanwalts-Kanzlei Graf von Westphalen.

Graf von Westphalen ist eine Partnerschaft aus rund 150 Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Mit Büros in Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, Freiburg, Hamburg, Köln, München, Alicante, Brüssel und Shanghai gehört Graf von Westphalen zu den größten unabhängigen Kanzleien in Deutschland. Insgesamt zählt die Kanzlei rund 350 Mitarbeiter. Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.grafvonwestphalen.com.

Man findet ihn hier:

http://www.gvw.com/145-0-Scheuerl+Walter+Dr.html

Wie die Kanzlei ihr Geld verdient, weiß ich nicht genau. Ach nein …, doch eins ist bekannt:

http://www.die-abmahnung.info/who-is-who/abmahnung-graf-von-westphalen-rechtsanwaelte.html

Forderungen an den Abgemahnten:

1.    Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung
2.    Schadensersatzforderung (fiktive Lizenzgebühr + Anwaltskosten) in Form einer Pauschale in Höhe von 250 EUR (Pornos) 480 EUR(Musik) bzw. 651,80 EUR (Karten)

Spielfilm ist – glaube ich – billiger:

http://www.netzwelt.de/forum/allgemeine-filesharing-diskussionen/66243-graf-westphalen-abmahnung-wg-vermeintlicher-urheberrechtsverletzung.html

Ein neuer Stern am Abmahn-Himmel!

Was ist bekannt:

Abgemahnt wird: Subway to Sally – Kreuzfeuer
Log-Datum: ab April 2009
Rechtinhaber: Rechteinhaber: DigiProtect – Gesellschaft zum Schutz digitaler Medien
P2P-Netzwerk: BitTorrent
Pauschaler Abgeltungsbetrag: 480,00 €

Das Adelige heutzutage damit Geld verdienen müssen, hinter Menschen herzulaufen, die Pornos herunterladen … au weiah.  Gut, das der Kaiser das nicht mehr miterleben muß.

Aber zumindestens scheinen sie das Geschäft sehr professionell anzugehen:

http://www.ratgeberrecht.eu/abmahnung/abmahnung-graf-von-westphalen.html

Wir raten in jedem Fall dringend dazu an, die Abmahnungen der Rechtsanwälte Graf von Westphalen ernst zu nehmen und die in dem Abmahnschreiben gesetzten Fristen zu beachten. Ansonsten müssen Sie mit weiteren erheblichen Kosten oder Rechtsnachteilen rechnen.

Die den Abmahnschreiben der Rechtsanwälte Graf von Westphalen beigefügte vorformulierte strafbewehrte Unterlassungserklärung ist in den uns bekannten Fällen zu weit gefasst und birgt daher vermeidbare Risiken. In keinem Fall sollten Sie die vorgefertigte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung ohne vorherige anwaltliche Prüfung unterzeichnen und abgeben.

Ebenso wenig sollten Sie Abmahnkosten oder Schadensersatzforderungen ohne Rücksprache mit Ihrem Rechtsanwalt zahlen.

Bitte wenden Sie sich daher möglichst umgehend nach Erhalt einer Abmahnung, einstweiligen Verfügung oder Klage an einen Rechtsanwalt mit dem Tätigkeitsschwerpunkt im Urheberrecht.

Und dafür soll nun der Slogan „Wir wollen lernen“  herhalten? Damit auch der Sohnemann durch abmahnen richtig absahnen kann ohne Deutsch zu können?

Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung ist das erklärte Erziehungsziel der deutschen Schulen … und Gymnasien.

Wie ist wohl das Ziel der Eltern jener Initiative?

Abmahnen, absahnen, abhauen?

Und noch was Seltsames.

http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Scheuerl

Als Initiator der am 7. Mai 2008[2] in Scheuerls Heimatort Hamburg-Othmarschen gegründeten[3] Bürgerinitiative Wir wollen Lernen engagierte sich Scheuerl gegen die Schulreform der Hamburger Landesregierung, die von einer Koalition von CDU und Grünen getragen wird

Ich selbst wohnte mal eine Zeit lang in Blankeneese … und kann nur sagen: da ist es viel schöner als in Othmarschen.  Und teurer. 

Danach arbeitete er als angestellter Anwalt für die Kanzlei Droste/Boesebeck Droste/Lovells, bis er dort 1998 Teilhaber wurde.

Würde ich solche Daten bei einem Bewerbungsgespräch präsentiert bekommen … dann gäbe es eine gezielte Feststellung von mir, um den Kandidaten aus der Ruhe zu bringen:

Und dann sollten sie also diese Bürgerintiative durchziehen und als Lohn gab es die Teilhabe plus Bonuszahlung in Form von Partnerschaft beim Grafen, wenn es ein Erfolg wird? Oder sind Sie eher der Revoluzzertyp, der auch gerne mal gegen die CDU vorgeht?“

Auf die Antwort wäre ich sehr gespannt. Ach ja, wo wir gerade bei dem Grafen von Westphalen sind … und den Nazis. Der Friedrich ist da vor vierundzwanzig Jahren schon mal aktiv gewesen, Da wollte jemand mal wieder reiche Juden erschlagen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13516548.html

Den SPD-Fraktionsvorsitzenden Heinz Domröse hat der Graf Spee angezeigt, weil der Rote im Rat gesagt hatte:
“ Doch die Äußerung des Bürgermeisters beläßt es nicht “
“ bei dem Gedanken an die reichen Juden, von dem etwa das “
“ Geld für den Haushaltsausgleich geliehen werden konnte. “
“ Nein, er spricht davon, die Juden zu erschlagen, “
“ offenbar, um sich in den Besitz ihres Reichtums zu “
“ setzen. “

Daran weiß Spees Anwalt Friedrich Graf von Westphalen zu bemängeln:
“ Mein Mandant hat weder dem Wortlaut nach noch dem “
“ Sinne nach behauptet, man müsse „die Juden erschlagen“. “
“ Vielmehr hat mein Mandant „von ’nem reichen Juden“ “
“ gesprochen. Darüber hinaus hat mein Mandant – “
“ nachweislich – seine Äußerung in bezug auf den Ausgleich “
“ des Haushalts getan. Weder dem Wortlaut nach noch dem “
“ Inhalt nach hatte er damit zum Ausdruck gebracht, daß es “
“ darum gehe, „sich in den Besitz“ des Reichtums „der “
“ Juden“ zu setzen. Denn eine wie auch immer geartete “
“ Bereicherungsabsicht ist unter keinen denkbaren Umständen “
“ den Worten meines Mandanten zu entnehmen. “

Ob das wohl der gleiche Friedrich Graf von Westphalen war, der jetzt hier ist?

http://www.gvw.com/172-0-von+Westphalen+Friedrich+Graf+Prof+Dr.html

Der ist Anwalt mit besonderen Qualitäten:

Ständiges Mitglieds des editorial boards der medizinischen Fachzeitschrift „Minimal Invasive Chirurgie“.

Schon seltsam, worauf man alles stößt, wenn man einer Anti-Schulreformbewegung begegnet. Abmahnprofis, Judenschlächter, Chirugen … wie das alles zusammenhängt…….schon faszinierend.  Nein, in der Tat: schon faszinierend.

Ich weiß aber immer noch nicht, was die lernen wollen, aber ich habe gelernt, das mir eine kleine Bürgerinitiative aus Hamburg sehr unheimlich werden kann, wenn man hinter die Fassaden schaut. Deshalb … höre ich jetzt mal lieber damit auf.  Wer weiß, was da sonst noch alles an Verflechtungen herauskommt.

dieses war der sechste streich…

dieses_war_der_sechste_streich

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