Haager Landkriegsordnung

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Dokumente deutscher Dämlichkeit: Kriegslüsternes bei SPON

Samstag, 14.9.2013. Eifel. Endlich mal ein geruhsamer Morgen - nach einer anstrengenden Woche. Nun - es war viel Zeit zum Denken, das ist immer gut. Zum Beispiel wurde ich - angeregt von Ralph Boes - dazu verleitet, darüber nachzudenken, warum ich eigentlich schreibe. Das ist erstaunlich leicht zu beantworten. Zum Einen habe ich natürlich die Hoffnung, den Untergang des Abendlandes noch aufhalten zu können. Natürlich nicht allein - aber ich habe die Hoffnung, das irgendeins der vielen Steinchen, die ich in die Welt werfe, einmal eine Lawine auslöst. Das ist aber die Kür. Die Pflicht ist: dokumentieren. Wenn diese Zeit einmal historisch aufgearbeitet wird, werden Historiker dankbar sein für Schreiberlinge, die sich bemüht haben, durch die Lügen und Täuschungen der Gegenwart zu blicken. Wenn dann die Zeit kommt, wo Hartz IV-Gedenkstätten errichtet werden, wird es wieder viele Fragen geben: wie konnte es soweit kommen? Ich helfe gerne schon jetzt bei den Antworten. Besonders gerne veröffentliche ich auch Einzelschicksale wie das von Frank Schönwetter - oder andere, anonyme Erlebnisgeschichten. Das werden in Zukunft echte Dokumente werden, die von einem Leid erzählen werden, das sonst einfach sinnlos im Strudel der Ereignisse untergegangen sein wird. In die Öffentlichkeit gestellt, verliert es einen Teil seiner Sinnlosigkeit.

Samstag, 14.9.2013. Eifel. Endlich mal ein geruhsamer Morgen – nach einer anstrengenden Woche. Nun – es war viel Zeit zum Denken, das ist immer gut. Zum Beispiel wurde ich – angeregt von Ralph Boes – dazu verleitet, darüber nachzudenken, warum ich eigentlich schreibe. Das ist erstaunlich leicht zu beantworten. Zum Einen habe ich natürlich die Hoffnung, den Untergang des Abendlandes noch aufhalten zu können. Natürlich nicht allein – aber ich habe die Hoffnung, das irgendeins der vielen Steinchen, die ich in die Welt werfe, einmal eine Lawine auslöst. Das ist aber die Kür. Die Pflicht ist: dokumentieren. Wenn diese Zeit einmal historisch aufgearbeitet wird, werden Historiker dankbar sein für Schreiberlinge, die sich bemüht haben, durch die Lügen und Täuschungen der Gegenwart zu blicken. Wenn dann die Zeit kommt, wo Hartz IV-Gedenkstätten errichtet werden, wird es wieder viele Fragen geben: wie konnte es soweit kommen? Ich helfe gerne schon jetzt bei den Antworten. Besonders gerne veröffentliche ich auch Einzelschicksale wie das von Frank Schönwetter – oder andere, anonyme Erlebnisgeschichten. Das werden in Zukunft echte Dokumente werden, die von einem Leid erzählen werden, das sonst einfach sinnlos im Strudel der Ereignisse untergegangen sein wird. In die Öffentlichkeit gestellt, verliert es einen Teil seiner Sinnlosigkeit.

Natürlich gibt es auch einen Schwerpunkt meines Treibens: ich möchte nicht nochmal die Ausrede hören „WIR HABEN VON ALL DEM NICHTS GEWUSST“. Ich habe seit März 2000 vor Hartz IV gewarnt – es war einem kritischen Beobachter ein Leichtes zu erkennen, dass sich da ein gewaltiger Paradigmenwechsel abzeichnet, der von langer Hand vorbereitet wurde. Wer aber hatte noch Zeit, dass zu beobachten. Nun -ich. Ich saß täglich viele Stunden im Auto und habe politische Nachrichten verfolgt. Aber ich konnte die wichtigen Punkte nicht festhalten und veröffentlichen. Gelegentlich habe ich mal etwas in Foren gepostet – und bin wegen „Schwarzseherei“ übel verspottet worden. Wenige Jahre später saßen die Spötter bei der ARGE und die Klagen waren groß: auf einmal schien es, als ob Hartz IV wie eine Naturgewalt einfach so im Land erschienen war. Es war aber ein geplanter politischer Akt, dessen erste Anzeichen schon Mitte der neunziger Jahre zu erkennen waren – aber damals habe ich sie auch nicht ernst genug genommen. Das habe ich erst, als Friedhelm Fahrtmann öffentlich davon sprach, dass alle Arbeitnehmer und Eigenheimbesitzer mit Hypotheken sich unverantwortlich hoch verschuldet hatten – das war die Aufkündigung aller sozialer Politik seitens der Sozialdemokratie.

Jahre später war dann das Eigenheim Vermögen, dass man verbrauchen musste, wer Hypotheken laufen hatte, war sofort bankrott: von Leiharbeit, Minijobs und Halbtagsstellen ließen sich die Bankkredite nicht mehr bezahlen. Ein weiser Mann, der Herr Fahrtmann … hatte schon unter Kohl weit in die Zukunft geblickt.

Womit ich nicht gerechnet hatte – wirklich nicht – war der Kriegskurs, den die Berliner Republik kurz nach ihrer Gründung plötzlich fuhr. Wir waren vierzig Jahre lang ein vorbildliches, friedliches Land gewesen, hochgeachtet im Kreise anderer friedlicher Nationen. Diese Entwicklung war meines Erachtens nicht zu erkennen gewesen – aber vielleicht erfahren wir in fünfzig Jahren, dass die Bereitstellung von deutschen Streitkräften für internationale Einsätze ein Preis für die Widervereinigung gewesen war.

Jetzt ist er da, der Kriegskurs. Würde ich mit derartigen Nachrichten in die Zeit zurückreisen – die Zeit der Friedensmärsche, der Osterkundgebungen, der Friedensbewegung die durch die GRÜNEN in der Tat in die Parlamente einzog: niemand würde mir glauben. Ich habe da zufällig eine solche Nachricht dabei, ich habe sie vor ein paar Tagen im Spiegel gefunden:

Nach einem Angriff durch Aufständische in Afghanistan hat die Bundeswehr Luftunterstützung angefordert und das Rebellenlager bombardieren lassen. Bei einem weiteren Nato-Luftangriff im Osten des Landes wurden zehn Menschen getötet.

„Bundeswehr unterdrückt Aufständische in Afghanistan mit US-Bomben“ – was wäre das Anfang der achtziger Jahre für ein Aufreger gewesen, eine Sensation geradezu. In Deutschland hätte sich kein Rad mehr gedreht, dass Volk wäre von den Straßen nicht mehr ´runtergegangen: man weiß ja, wohin solche Situationen führen. Gerade wir Deutschen wissen es – und haben nach zwei verlorenen Weltkriegen zurecht die Schnauze voll gehabt von jeder Art von Krieg. Wir hatten ein verdammtes Recht auf Frieden … aber wie schon 1914 oder 1939 war die politische Kaste anderer Meinung. In diesen Sphären scheint sich nicht viel geändert zu haben – kann daran liegen, dass es die gleichen wirtschaftlichen Größen sind, die dahinter stehen.

Nun – im Jahre 2013 reagiert das Volk anders als im Jahre 1980. Es ist viel passiert – leise still und heimlich wurde über private Kanäle eine große Umerziehung in Bewegung gesetzt, dass Volk mit Dauer-Gaga-Sendungen durchspült, die man irgendwann für gleich der realen Wirklichkeit setzte … vielleicht sogar für ein wenig realer, denn immerhin kam es ins Fernsehen. Realität wurde Gaga – und Helmut Schmidt behielt Recht mit seiner Warnung, dass Privatfernsehen gefährlicher denn Atomkraft werden würde (siehe Spiegelblog).

Die Ergebnisse lassen sich sehen – wie wir anhand der Kommentare zu dem o.g. Spiegelartikel unschwer erkennen können:

Hervorragend! Ob in Afghanistan oder Syrien oder wo auch immer sonst: Rebellen können nicht genug in die Schranken gewiesen werden, sonst ist kein zivilisiert-vertrauensvoll-friedliches Zusammenleben von Menschen möglich… Die NATO und Deutschland sind in Afghanistan von Anfang an auf der richtigen Seite – sie sollten es nun endlich auch in Syrien sein und ihre fatale, Abertausende Menschenleben kostende Fehlentscheidung revidieren……..

Das schreibt „jautaealis“ – was immer das heißen mag. Vor dreißig Jahren hätte man so etwas nicht öffentlich äußern können – so etwas Blödes wäre nicht unkommentiert geblieben. In einem Gedankengang die Rebellen in Afghanistan zu vernichtungswürdigen Untermenschen zu machen, während man die Militäraktion in Syrien fordert, ist schon eine erstaunliche gedankliche Verdrängungsleistung. In Syrien wollten wir nämlich gar nicht die Rebellen bombadieren, sondern die Regierung.  Aber egal: Hauptsache, es fliegen Fetzen von Menschen durch die Gegend. Hervorragend!

Wo ist eigentlich das Problem, wenn Taliban bombardiert werden? Es sei nebenbei mal angemerkt, daß sich diese Terrorbanden herzlich wenig um ISAF-Vorschriften, um Völkerrecht oder die Haager Landkriegsordnung scheren… schreibt „gesterngingsnoch“. 

Das Problem ist einfach: laut Haager Landkriegsordnung dürfte man das nicht. „Brauch, Gewissen und Menschlichkeit“ sollten hier herrschen – besonders in Situationen, wo Zivilisten an Kriegshandlungen teilnehmen (siehe Wikipedia). Nun – die Haager Landkriegsordnung wurde in beiden Weltkriegen von zivilisierten, demokratischen, aufgeklärten „wissenschaftlichen“ Nationen so oft und gründlich gebrochen, dass man sie gar nicht mehr zitieren sollte. Die „Terrorbanden“ wären aber wahrscheinlich besonders geschützt worden, nehmen sie doch lediglich das legitime Recht auf Selbstverteidigung war, in dem sie – wie schon so oft in Afghanistan – sich einfach gegen diese fremden Truppen wehren, die in ihr Land eingefallen sind und in großen Mengen Zivilisten töten.

Was aber das eigentliche Problem ist: der Massenmord an Zivilisten, siehe TAZ:

2.777 afghanische Zivilisten wurden im Jahr 2010 getötet – mehr als je zuvor seit der US-geführten Militärintervention gegen das Taliban-Regime Ende 2001 und 15 Prozent mehr als 2009. Das geht aus dem neuen Jahresbericht „zum Schutz von Zivilisten in bewaffneten Zivilisten“ hervor, den die Vereinten Nationen sowie die Unabhängige Afghanische Menschenrechtskommission (AIHRC) traditionell gemeinsam herausgeben. Überdurchschnittlich stieg die Zahl der getöteten Kinder – um 21 Prozent.

Ein Grund, sofort jegliche Bombardierung einzustellen anstatt zu fragen, wo denn da das Problem liegt.

Doch zurück zum Spiegelartikel – dort meldet sich ein deutscher Frontkämpfer:

Sobald ein Luftschlag erfolgt ist kommen Afghanen und forden Schadensersatzforderungen für Angehörige die durch den Angriff angeblich getötet worden sind! Was sollen Frauen und Kinder an einem Ort an dem seit Stunden gekämpft wird? Ich war selbst in Isa Kehl, ich war selbst dort am Kämpfen. Auch am Karfreitag. Nach Stunden im Feuerkampf sind da keine Frauen und Kinder mehr! – das schreibt „Valis“.

Solche geistigen Überflieger wünschen wir uns an der Waffe! Nach stundenlangen Kämpfen sind dort einfach keine Frauen und Kinder mehr – klar, die sterben als erste. Doch so fies wollen wir nicht sein, denn Frauen und Kinder sterben  – wie in Hamburg, Köln und Dresden, Hiroshima und Nagasaki, in Coventry, London oder bei der Galaveranstaltung auf Guernica gewohnheitsmäßig durch Bomben. Erst erfolgreiche Tests von Bomben auf Zivilisten unternahmen deutsche Zeppeline schon im ersten Weltkrieg über London.

Für tote Zivilisten, zerstörte Zivilgebäude oder vernichtete Infrastruktur, die man zum Überleben braucht, kann die Zivilbevölkerung wohl zurecht ein wenig Entschädigung verlangen … obwohl nur ein einziges totes Kind überhaupt nicht zu entschädigen ist – auch nicht mit noch so viel Millionen. Aber dieses Wissen ist wohl auch schon verloren gegangen.

„KurtFolkert“ bringt das alles auf einen Punkt:

Seltsam ist, die Terroristen sprengen dauernd Zivilisten in die Luft. Duzendweise. Da diskutiert niemand drüber. Kommt immer nur als Randnotiz. Man schaue sich mal die Opferstatistik an. Und da soll man sich noch über die Nato aufregen?

Die Opferstatistik würde ich auch gerne sehen. Die zivilen Opfer des Afghanistankrieges gehen in die zehntausende, immer häufiger sind es Kinder. Was soll man sich darüber aufregen. Taliban sind sicher so böse wie Juden – und da haben wir auch nicht lange gefackelt.

„Burkel 0404“ appelliert gleich direkt an das reichsdeutsche Gewissen:

typisch deutsch: man ruft die amerikaner, um nicht selbst ‚abdruecken‘ zu muessen….einfach nur zum kotzen. wofuer werden jahr fuer jahr milliarden fuer die bundeswehr ausgegeben? und warum hat der drittgroesste waffenexporteur welt (= brd ) keine eigenen moeglichkeiten, um angriffe gegen die taliban zu organisieren??????????

Ja, wieso dürfen wir eigentlich nicht selbst Zivilisten in Massen abschlachten? Haben wir doch früher schon gemacht – und immerhin laufen unsere Fabriken mit Mordwerkzeugen auf Hochtouren! Das sollte uns doch langsam mal wieder das Recht geben, selbst – in stolzer, männlicher Pose – abzudrücken!

„Obermichel“ legitimiert gleich mal die Angriffe auch Schulen und Krankenhäuser. Offensichtlich war er auch selbst vor Ort und hat nachgeschaut:

Die betroffenen Staaten, Syrien etc. verstecken ihre Soldaten und Munition in Schulen und Krankenhäusern. Erfolgt ein Angriff und Zivilisten kommen zu Schaden, wird in der Bundesrepublick auf Schadensersatz geklagt. Diese Herrschaften gehören ins 17. oder 18. Jahrhundert. Auch wenn sie Waffen der neuesten Technik besitzen.

Nun – wenn die Bomber mit ihnen fertig sind, dann wird die Zivilbevölkerung wieder im 17. Jhd. leben. Ohne Schulen und Krankenhäuser, weil ja die Bösen (also die „Anderen“, die „Bösen“, die Syrer oder die mit ihnen verfeindeten und dort vom Westen unterstützten Taliban) dort frecherweise Reste ihrer militärischen Vorräte versteckt hatten. Aber nicht mit uns, meine Herren: NICHT MIT UNS! Wir zerfetzen trotzdem alles! Wir zeigen der Welt wieder, wie der deutsche Obermichel mit solchen Problemen umgeht.

Schon das der Spiegel wagt, von „Aufständischen“ zu sprechen, erregt den Zorn des guten Deutschen „Tango-Golf“:

Da wurde wohl etwas durcheinander gebracht: es handelt sich nicht um niedliche Aufständische in Afghanistan und auch nicht um romantische Rebellen – das sind immer noch die steinzeitislamisten der Taliban. Schon vergessen?

„Bilbo 2010“ wagt sich an umfangreiche Problemlösungen heran:

Normalerweise wäre dies wohl mit der dort stationierten Panzerhaubitze 2000 ein klarer Fall ohne großes Aufsehen gewesen und man hätte diese Taliban-Zipfel einfach pulverisiert, ohne dass die Presse was mitbekommen hätte – davor haben sie Angst – aber das Gerät gibt es anscheinend nicht mehr- schade!

Ja, da kriegt man richtig Lust, mitzumischen. „Taliban-Zipfel pulverisieren“ macht Spaß – und mit der Panzerhaubitze 2000 würde noch nicht mal die Presse was davon mitkriegen. Bilbo gehört eindeutig in die Werbeabteilung der Waffenindustrie.

„Spiegelkritisches“ fällt ein weises und gerechtes Urteil:

So bedauerlich es ist, wenn Zivilisten ums Leben kommen, so tragen jedoch nicht jene die Schuld an deren Tod, die sich gegen einen Angriff wehren, sondern jene, die aus der Deckung hinter Zivilisten den Angriff starten

Immerhin könnten sich die waffentechnisch und zahlenmäßig weit unterlegenen Taliban doch einfach auf freier Fläche dem Bombardement aussetzen … dann würden wir auch darauf verzichten, Zivilisten zu töten … Zivilisten, die Eltern, Kinder, Frauen und Freunde der „Taliban“ sind, die – wie ich vermute – irgendwie dort unten zuhause sind.

Das Wesen dieser unmenschlichen, widerwärtigen Steinzeitmenschen kennen wir ganz genau – jedenfalls kennt es Eule_neu:

Die Taliban sind Feiglinge, die sich immer wieder unter Weiberröcken und Kinder mischen, um zu entkommen. Sie wollen zivile Opfer, um die Soldaten vorzuführen. Und hinter solchen Feiglingen sollen die Frauen drei Schritte hinterher gehenVielleicht finden einige Frauen den Mut, um solche Männer in die Hölle zu schicken …

Natürlich können sich ausgewachsene Taliban gar nicht unter einem Rock verstecken. Gemeint ist: die stellen sich nicht mannhaft vor die Flinte der Nato und verursachen dem Westen so unzumutbare Kosten und unerträgliche Probleme – auch moralisch, weil wir uns durch Unmengen Frauen und Kinder metzeln müssen, um diese aufständischen Taliban überhaupt zu erreichen. Was für eine Zumutung: die Taliban nötigen uns, zu Tätern zu werden, weil sie sich der einstweiligen Erschießung absichtlich entziehen. Ungeheuerlich, so etwas.

65000 Zivilisten sind so seit 2001 ums Leben gekommen (so zitiert „Larry“ den Spiegel, Ausgabe 42/2012). Schon mal daran gedacht, dass der Spiegel inzwischen sprachlich korrekt von „Aufständischen“ spricht anstatt von Taliban, weil die Zahl der Menschen, die Angehörige durch die Nato verloren haben, in die hunderttausende geht? Wie würden wir reagieren, wenn US-Bomber 65000 Deutsche ermordet hätten – auf der tödlichen Jagd nach Taliban/Islamisten in Paderborn, Sulzbach oder Mettmann?

Nun – es gab auch andere Kommentare zu dem Artikel, das sei erwähnt. Was jedoch zu denken gibt, ist dies hier, aus Meedia:

Positiv für den Spiegel sind auch die Zahlen bei Bildung und Einkommen: Der Spiegel-Leser ist nämlich besser gebildet und verdient mehr als der von stern und Focus. 54% der Spiegel-Leser haben mindestens Abitur, beim Focus sind es nur 44%, beim stern 37%. Studiert haben beim Spiegel 34%, beim Focus 27% und beim stern 22%. Zudem verfügen 47% der Spiegel-Leser über ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3.000 Euro – auch hier liegt das Magazin prozentual gesehen vor Focus (45%) und stern (43%).

Wir reden hier nicht von den Lesern der Bildzeitung oder dem typischen Gagakonsumenten, sondern von Deutschlands „Elite“, von unseren „Führungskräften“. Ihre Rechtschreibfehler habe ich nicht korrigiert – auch nicht den dicken Zitatfehler der TAZ. Das alles soll im Original behalten werden.

Was ich lieber festhalten will, ist die Kriegslüsternheit des Deutschen, die stark zuzunehmen scheint. Wo ist eigentlich die Friedensbewegung, wenn man sie mal braucht?

Meines Erachtens nach braut sich hier ein soziopathisches Klima zusammen, das sich wie 1914 in einer großen Orgie der Gewalt entladen will, weil „Zipfel pulverisieren“ einfach riesig viel Spaß macht. Deutschland 2013 scheint eine ähnlich kritische Masse zu haben wie Deutschland 1913 – und einen gewaltigen Industriekomplex, der für seinen Absatz (und die Renditeziele seiner Anteilseigner) einen ordentlichen Krieg gut gebrauchen könnte. Wir suchen nur noch Ziele … „Taliban“ sind bald alle.

Vielleicht werden wir – zur großer Freude der obigen Kommentatoren – aber bald woanders fündig und finden dort richtig ordentliche Feinde, die sich offen und ehrlich dem Bombardement unserer westlichen Führungsnation ausliefern?

Jedenfalls – sind nun diese Dokumente deutscher Dämlichkeit derart zusammengefasst, dass man nicht mehr zetern kann: „Wir haben von all´ dem nichts gewußt“.

 

 

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