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Wikipedia als Propagandainstrument der Regierung + Geschichten aus Wikihausen

Im Zuge der ausgerufenen Corona-Pandemie werden abweichende Meinungen zur Lage, auch wenn sie von Fachleuten kommen, als Spinnereien dargestellt.

Der Lungenfacharzt und ehemals leitender Amtsarzt Dr. Wodarg hat sich als einer der ersten sehr kritisch zu Wort gemeldet.
Er wird im Mainstream, u.a. auch in der „Welt“ mit Methoden unterhalb der Gürtellinie diskreditiert. Ungeachtet der Tatsachen, dass er beruflich ständig mit Epidemiologie und Fragestellungen zu Quarantänemaßnahmen zu tun hatte und ganz nebenbei einen EU Untersuchungsausschuss initiiert hat. Dieser hat aufgedeckt, das die sogenannte angebliche Schweinegrippe-„Pandemie“ (H1N1) im Jahr 2009/2010 mit Hilfe der WHO massiv Gelder in die Kassen der Pharmaindustrie gespült hat. Die WHO steht daher spätestens seitdem unter dem schweren Verdacht, als Lobbyorganisation der Pharmaindustrie zu agieren. Wird sie doch zu 80% von der Pharmaindustrie finanziert. Dr. Wolfgang Wodarg ist daher zusätzlich Fachmann in Sachen ‚Glaubwürdigkeit der WHO‘. Das wird natürlich von den Medien irgendwie immer wieder bei ihren Berichten „vergessen“.

Mit ähnlichen Methoden werden der kritische Arzt Dr. Claus Köhnlein und der Arzt und Mikrobiologe Prof. Dr. Sucharid Bhakdi „bearbeitet“. Es ist für Eingeweihte nicht weiter überraschend, dass die Wikipedia ausschließlich die Meinungen der Mainstream-Journalisten abbildet. Die Autoren der Wikipedia achten auch in der gegenwärtigen Krise darauf, dass abweichende Meinungen gar nicht oder als Spinnereien dargestellt werden.

Diesmal besonders auffällig ist der schon einschlägig bekannte Benutzer „KurtR“. Dieser kam auch schon in Folge 16 von „Geschichten aus Wikihausen“ und in der Dokumentation „Zensur“ vor. Er fiel schon damals durch sein vollkommen unwissenschaftliches Verhalten auf.

Einmal mehr offenbart sich das Scheinlexikon Wikipedia als Propaganda-Seite der Regierung.

Außerdem interessant in diesem Zusammenhang ist das Scenario „Event 201″ was an dem John Hopkins-Institut“ durchgespielt wurde. Auch die „Bill und Melinda Gates-Stiftung“ mit ihrem Engagement in Sachen Impfstoffen und ihrer Meinungsführung innerhalb der WHO ist ein Thema der diesmal mehr als eineinhalbstündigen Semdung.
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Haben Sie den Film „die dunkle Seite der Wikipedia“ gesehen? Wissen Sie davon, dass in der Wikipedia etwas nicht stimmt?

Die Wikipedia ist nicht nur das, was sie zu sein scheint. Es ist mehr als ein Lexikon. Es ist auch ein Scheinlexikon. Eine kleine aber effektive Meinungsmanipulationsmaschine. In gewissen Bereichen wird das Lexikon zum Pseudolexikon und wird in diesen Sparten schon seit Jahren von einer kleinen Gruppe, bestehend aus ca. 200 Personen, dominiert. Das einzig verbliebene Etwas, das so aussieht wie ein Nachschlagewerk, befindet sich in der Hand von Dogmatikern und Leuten, die rund um die Uhr in die Wikipedia schreiben, aber keine Qualifikation auf den Gebieten haben, über die sie schreiben.

Ihnen ist in der Wikipedia noch nichts aufgefallen? Dann kann es sein, dass Sie bisher nur Artikel gelesen haben, in denen es um Naturwissenschaften und Technik und nicht um Geld, Weltanschauungen, Politik und Geostrategien ging.

Wir beleuchten in jeder Folge einen Artikel von den dunklen Seiten der Wikipedia und zeigen auf, was dort nicht stimmt. Folgen Sie mit uns in die Abgründe einer Meinungsmanipulationsmaschine.

Gefälschte Quellen zur Diskreditierung von Robert F. Kennedy Jr. in der Wikipedia | #46 Wikihausen

Groteskes und Postfaktisches präsentiert von Markus Fiedler.
Kommentieren Sie dieses Video unter: http://www.wikihausen.de/video-blog/​
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1.
In der Wikipedia schreckt man nicht davor zurück, den gröbsten Unfug in Artikel einzutragen, besonders dann, wenn es der politischen Richtung der Wikipedia-Autoren dient.

So kommt es nicht selten vor, dass man Daten findet, die sich sofort als Fälschung herausstellen, wenn man die angegeben Quellen liest. Im vorliegenden Fall ist es ein wenig komplizierter. Wikipedia schreibt aus „Mimikarma“ ab. Mimikarma gibt vor, ein Faktenchecker zu sein. In Wirklichkeit handelt es sich dabei offenbar um ein Portal, welches ähnlich wie der Internetrufmordpranger Psiram in großen Teilen zur Desinformation der Leser besteht. Und so ist der Inhalt von Mimikarma ebenfalls falsch. Finden wird man den Fehler erst, wenn man sich die Originale von R.F.K. Jr. anschaut.

2.
In Großbritannien geht man nun seitens des Militärgeheimdienstes gegen angebliche Verschwörungstheorien und angebliche Falschinformationen bzgl. Impfungen und COVID 19 vor.
Dabei werden Strukturen benutzt, die zum Antiterroreinsatz eingerichtet wurden.

3.
Wir stellen unser neues Internetportal www.wiki-tube.de vor.
Wiki-tube.de ist ein Videoportal von Geschichten aus Wikihausen und gehört zum Peertubeuniversum.
Wir haben unseren Server bereits mit dem Server von KenFM.de verschaltet. Kommt mit dazu und macht unsere kleine freie Youtube-Alternative größer.

„Information Management“ in Krisenzeiten – Interview mit Markus Fiedler von Wikihausen.de

In Krisenzeiten wie diesen zeigt sich, was eine Demokratie wert ist. Bilden die Öffentlich-Rechtlichen Medien tatsächlich das gesamte vorhandene Informations- und Meinungsspektrum ab? Die Recherchen von Markus Fiedler zeigen lassen daran Zweifel aufkommen.

Dr.Wodarg in einem Interview zu Ostern, ein Gedanke dazu: Rotkäppchen und der Wolf

Wenn wir uns die Stellungnahme von Prof.Sucharit Bhakdi anschauen, die mein Kollege Parkwächter veröffentlicht hat, so sieht alles triste aus. (Quelle: nachrichtenspiegel.de). Ich assoziiere ein wenig das Märchen „Rotkäppchen und der Wolf“. Ja Rotkäppchen, das ist Deutschland,und andere Länder,  die Wölfe kennen Sie nur zu gut! Die Jäger, Dr.Wodarg, Prof. Sucharit Bhakdi, Dr.Bodo Schiffmann, Prof. Hockert, Prof. Haditsch, Prof.Wittowski, Dr. Heiko Schönig, Ken Jebsen, Prof. Hendrick Streeck, Dr.Köhnlein, Dr.Wilfried Schmitz, unsere Kollegen Parkwächter und Eiphelphilosoph, Nachdenkseiten, Rubikon, NRHZ, https://swprs.org/ Klagemauer.TV, sicher noch viele andere Privatsender, die ganzen Wirtschaftsexperten z.B. fällt mir Ernst Wolff ein, zusätzlich sehr gut recherchierende Experten, wie Olaf Kretschmann und sehr sehr viele andere. Der erste, den man wohl über 2 Millionen Mal gehört hat, die Speerspitze war Dr.Wolfgang Wodarg, der wieder ein neues Video hervorgebracht hat.

 

 

Um ganz aus dem Bauch des Wolfes heraus zu kommen, wo wir alle doch äußerlich unsere Schrammen abgekriegt haben, und noch erhebliche bekommen werden, gibt es viele Möglichkeiten. Da es, in einiger meiner Beiträge durchaus ersichtliche Zusammenhänge zwischen der Mobilfunkstrahlung, in Italien wurden sogar schon die sehr problematischen hohen Frequenzen versteigert, sowohl in der Lombardei als auch in China sind die Installationen des Funk übertragenen 5G schon weit, so haben Sie jetzt noch immer die Möglichkeit beim internationalen Appell gegen 5G zu unterschreiben: https://www.5gspaceappeal.org/sign-individual Damit Sie wissen, was Sie da unterschreiben können, stelle ich Ihnen nochmals den Appell hinein: https://www.5gspaceappeal.org/the-appeal

Alle verantwortlichen Experten fordern ein verkabeltes, weitgehend auf Glasfaser gestütztes 5G! Da die Funkübertragung gesundheitsschädlich und auch sonst unsicher ist.

Auch gibt es eine ganz neue Petition, die Sie unterschreiben können, wenn Sie Zwangsimpfungen vermeiden wollen: www.change.org/p/europaparlament-europ%C3%A4ische-komission-europarat-respekt-f%C3%B6rderung-und-individuelle-wahl-bei-impfungen-nach-information-und-zustimmung , ich denke, es ist hoch an der Zeit, dass wir diese Fragen, mit guter Beratung, selber und individuell lösen wollen.

Wenn Sie wollen, so können Sie auch diese Petition unterschreiben: https://petitions.whitehouse.gov/petition/we-call-investigations-bill-melinda-gates-foundation-medical-malpractice-crimes-against-humanity

Da die restliche Wirtschaft sicher, einen Kollateralschaden auch durch korrupte Vorgänge in der Medizin erleiden wird, so wäre es hoch an der Zeit, die Verflechtungen der Medizin mit der Industrie ganz genau unter die Lupe zu nehmen.

Wenn wir nicht aufstehen und aktiv werden, so werden andere für uns oft so aktiv, wie wir es nicht wollen. Wir sind keine Schafe, oder Hunde, wir sind der Souverän, das Volk! Es ist hoch an der Zeit, eine unabhängige Berichterstattung zu erreichen und damit auch eine direkte Demokratie entstehen kann. Die kann bestehen aus vertrauensbildenden kleinen Gruppen, die dann vertrauenswürdige Expert-innen wählen können, die uns dann in unseren Anliegen in den Gremien und bis zur Regierung vertreten. In der Sowjetunion gab es Wahlen, die immer gleich ausgingen. Die letzten Tage, haben gezeigt, wie nahe die DDR uns ist. Es war vor allem die originelle Anwältin Dr. Bahner, die man mit sowjetischen Methoden zur Ordnung zwingen wollte. Aber auch das erinnert an sowjetische Methoden, wenn beim Schwarzen Block 2017 beim G20 Gipfel Polizisten, die nicht einschreiten, mitmarschierten. (Quelle: spiegel.de). Vielleicht haben wir viel mehr Entscheidungsträger oben, die die DDR Methoden erlebt haben, aber noch nicht abgelegt haben. Alle wertvollen Wissenschaftler, und Denker, die sehr aktiv und wahrhaftig sind, sind in Psiram, dem Nachschlagewerk der GWUP, einer atheistischen, sehr mächtigen pseudoreligiösen abgeschlossen Vereinigung, die keinen inneren Widerstand duldet,  enthalten. Sie entstammt der Gesinnungskontrolle des letzten DDR Chefs Erich Honecker. (Quelle: nachrichtenspiegel.de). Wenn also eine mächtige Sekte, die weltweit agiert, alle ehrlichen Forscher, die so wie Prof. Gerald Hüther, Daniele Ganser etc stigmatisiert, und ihre Kontakte wohl bis in die Wikipedia hat, es gibt viele Beispiele dafür, dann zieht die DDR wieder ein.

Sie sind Ihres Glückes Schmied! Sie können sich wehren, in vieler Form aktiv werden, sich informieren und vor allem eigene Gedanken bilden! Das sind ihre Gedanken, ihre Ideale, die im Normalfall oft deutlich besser sind, als die durch die oben Abhängigen Politiker, Medien, die von Werbeeinschaltungen abhängen, Drittmittel-abhängigen und beeinflussten Forscher, es gibt sie ja auch, die ehrlichen, die es sicher ehrlich meinen, wie Wodarg, oder sicher gibt es auch ehrliche Journalisten und Politiker, doch werden sie immer seltener, die Sie, letztlich dem Bauch des Wolfes gerade noch entkommen, zur Freiheit führen! Wenn Sie in Ihr Zimmer blicken, so waren alle Gegenstände auch einmal Gedanken. Pläne sind kombinierte Gedanken. Haben Sie vertrauen auf Ihre Gedanken, die können in einer Krise Wirklichkeit werden!

 

 

 

Human Connection – Über Biodiversität und Vermassung

Obwohl sich dort in Zukunft womöglich nur noch ein paar Sitzengebliebene tummeln werden, die Katzenfotos und Angela Merkel-Devotionalien austauschen, so sind Facebook und Youtube ja derzeit noch Quasi-Monopolisten in der Social Media Landschaft – und nutzen diese Monopolstellung auch schamlos aus: Es wird auf Biegen und Brechen gelöscht und zensiert wie in schwärzesten, vergangen geglaubten Zeiten der Geschichte. Beiträge und Videos, die nicht dem entsprechen, was der Dichter Vaclav Havel als „Lebenslüge“ bezeichnet hat und was uns eine Legion an PR-Professionalisten heute gemeinhin als „das Gute und Gerne Leben“ verkauft, müssen damit rechnen, als „Hate Speech“ gelöscht zu werden. Unerwünschtes, das man mangels Gründen nicht löschen kann, wird durch Shadowbanning-Techniken von der Bildfläche verbannt oder in die Bedeutungslosigkeit downgerankt. Manchmal versagen diese Zensur-Algorithmen jedoch, z.B. wenn bei Videobeiträgen mit über 300 Kommentaren und noch viel mehr Likes als Aufrufzahl Null angezeigt wird – so nach dem Motto: „Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen!“. Viele regierungskritische Autoren, die sich über die Jahre hinweg eine beachtliche Anzahl an Followern aufgebaut haben, sind durch solche Praxis und in Serie verhängte 30-Tage-Sperren inzwischen zermürbt und nahe daran, aufzugeben. Doch auch wortgewandten Autoren, die es bisher verstanden haben, Kritik an der neoliberalen Regierungsagenda in solch eloquente und ironische Worte zu kleiden, dass sie nicht unter den Tatbestand „Hate Speech“ subsumierbar waren, kann es nun an den Kragen gehen. Youtube/Google hat angekündigt, Konten und Kanäle zu entfernen, wenn der Konzern der Ansicht ist, dass diese kommerziell nicht rentabel („wirtschaftlich nicht tragbar“) sind.

Wer sich also nicht ganz aus dem öffentlichen Diskurs verabschieden möchte, den uns das Internet ermöglicht hat und sich ins neoliberale Biedermeier zurückzuziehen möchte, der tut also eventuell gut daran, rechtzeitig über Alternativen nachzudenken. Denn genauso wie regierungskritische Stimmen früher auf Nimmerwiedersehen „abgeholt“ werden konnten, so muss man heute damit rechnen, dass das eigene Profil auf FB und YT  plötzlich weg ist. Denn die Polit- und Medienmächtigen haben bereits zu verstehen gegeben, dass sie ihre Meinungshoheit nicht kampflos abgegeben wollen. Zum Zwecke der Verteidigung dieser Meinungshoheit haben sie auch entsprechende Profis in ihren Sold gestellt, die das ABC der Zersetzung und des Manufacturing Consent schon zu Zeiten des Überwachungsregimes der Stasi virtuos beherrscht haben. Von diesen ist z.B. die ehemalige Stasi-Mitarbeiterin und Chefin der „Amadeu Antonio Stiftung“, Anetta Kahane (Deckname im DDR-Regime: „Victoria) in Wirklichkeit nur eine unbedeutende Randfigur. Es existiert mittlerweile eine ganze Legion an Blockwarten und Zensoren, die moralisch sogar noch viel tiefer gesunken sind als Anetta Kahane und die ganz offen ihre Verachtung für Demokratie und Rechtsstaat ausdrücken – und dafür die volle Rückendeckung der Merkel-/Maas-Regierung erhalten. Es sind inzwischen ganze Tausendschaften an Mitarbeitern, die klassische Stasi-Tätigkeiten ausführen und damit das Fundament unserer rechtsstaatlichen Demokratie aushöhlen, natürlich wie immer mit den schönsten Worten, um die man in einer Zeit, in der alle diese schönen Worte von Demokratie, Liberalismus etc. „mit Null multipliziert und daher der Menschheit geraubt wurden“ (Frank Schirrmacher), nicht verlegen ist. Da der Staat offiziell keine Zensur ausüben darf, lagert man diese Tätigkeiten einfach in privatwirtschaftliche Gefilde aus, z.B. an die Bertelsmann-Tochter Arvato, die alleine in Berlin und Essen mit über 1200 Mitarbeitern (Stand: Sept. 2018) Facebook von ungebührlichen Stimmen sauber hält.

 Eine Alternative zum politisch-medialen Meinungsmonopol ist nun rechtzeitig vor Ladenschluss online gegangen: Das schon seit längerem u.a. in einem Interview bei KenFM angekündigte „Human Connection“. Dabei hat sich der Friedensaktivist Dennis Hack mit einem Team an Programmierern ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: eine gemeinnützige, sich selbst organisierende und sozial agierende Plattform, in der das Prinzip Kooperation statt Konkurrenz gilt. Zensur sowie das Ausspähen und kommerzielle Verwerten unserer Daten, wie dies von Facebook, Google und Co. als Gegenleistung für unsere Teilnahme an ihrem Geschäftsmodell eingefordert wird, sollen tabu sein.

Der Human Connection-Gründer Dennis Hack hätte als Nachfolger eines schwäbischen Familienunternehmens ein bequemes Leben führen können, ist jedoch ein hohes unternehmerisches und finanzielles Risiko eingegangen (die Plattform muss jeden Monat über 20.000 Euro an Spendengeldern lukrieren, um existieren zu können), um dasjenige zu realisieren, was er in einer zunehmend von Kriegsgefahr und Zerrüttung bedrohten Welt als notwendig ansieht: Ein soziales Netzwerk, in dem das Denken weiterhin frei bleibt.

Nach Jahren an Entwicklungsarbeit und Durststrecken, die das Projekt beinahe zum Scheitern gebracht haben, ist es nun also online. Was kann man dazu sagen? Nun, im Vergleich zu Facebook (zu dessen Nutzung der Psychiater Dr. Spitzer ja mit eindeutigem Studienmaterial betreffend Suizidalitätssteigerung aufwarten kann) wirkt die Bedienungsoberfläche von Human Connection hell und sympathisch, der Umgangston weitgehend konstruktiv. Eine erste Sichtung zeigt einen Fundus an durchwegs anregenden Beiträgen zu Kreativprojekten, Meinungen, politisch-gesellschaftlichen Essays, Links zu bekannten alternativen Medien, Gedichten etc. Obwohl man auf möglichst neueste Servertechnik gesetzt hat, kann man mit Milliardenkonzernen in Silicon-Valley in Sachen Technik natürlich nicht ganz mithalten.  Für manche also womöglich ein Ärgernis, nach meinem Erleben jedoch eines der womöglich bedeutendsten  Positiva der Plattform: Die Latenzzeit von einigen Sekunden, die nach Anklicken eines Beitrags oder Kommentars vergeht, bis dieser vollständig am Bildschirm erscheint. Nach meinem Dafürhalten sollte dieses „Feature“ unbedingt beibehalten werden, da es die Social Media Kommunikationskultur in der Tat revolutionieren könnte:

Denn wenn man einen Kommentar gelesen hat, kann man nun nicht mehr sofort aus dem Bauch heraus vom Standpunkt seiner weitgehend vorgefassten Meinung  „zuschlagen“, sondern man muss nun zumindest zwei Atemzüge Luft holen – ein kurzes Momentum, das aber entscheidend sein kann, um gewohnte Kreisläufe zu durchbrechen und etwas unter Einsatz eines neuen Gedankens frisch zu greifen, anders  als es einem die aus dem Bauch aufsteigende, auf der Festplatte des Alten abgespeicherten Emotionen  suggerieren möchten: auf das gerade Gegenwärtige, in Wirklichkeit immer neue und individuelle Gegenüber gerichtet. Dass das schnellfertige Reagieren aus gewohnten Gefühlen und Bauchstrukturen – die immer aus dem Alten stammen und daher nicht fähig sind, etwas wirklich Neues zu schaffen bzw. Umstände zu verändern – zu keinem Fortschritt führt, kann ja inzwischen jeder erleben (dass all diese angelegten Gefühle und Meinungen, auf die wir so sehr beharren,  übrigens zum überwiegenden Teil gar nicht unseren wahren eigenen Anliegen als individuelle Persönlichkeit entsprechen, sondern – und das ist sehr optimistisch geschätzt – zu über 80% von medialen, gesellschaftlichen und während der Erziehungszeit genossenen Autoritäten angelegt wurden, lasse ich jetzt mal beiseite, dazu ein andernmal mehr). Jedenfalls könnte eine Kommunikationsplattform, die es dem Gedanken ermöglicht, einzugreifen, bevor die in der Gewohnheit angelegten Sympathien und Antipathien die vollendete Regie ergreifen, in der aktuellen Social Media  Diskussionskultur in der  Tat einen wertvollen Beitrag geben.

Natürlich darf sich auf Human Connection niemand das Paradies erwarten. So wie überall gibt es natürlich auch dort Trolle und Saboteure, die verhindern wollen, dass das zur Formulierung gelangt, was ihr bisheriges Weltbild ins Wanken bringen könnte. „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ – mit dieser Mission sind natürlich auch die Mitglieder der Gwup/Psiram/Skeptiker-Bewegung in das soeben erst aus der Taufe gehobene Human Connection eingedrungen, um dort in gewohnter Manier zu pöbeln und zu prügeln. Man vergönne ihnen diesen Sport. Solange die Gwupper, die nun auch als politische Partei firmieren (siehe „Die Hexenjagd von Darth Vaders Humanisten“) noch nicht aus der Evolution ausgeschieden und auf ihrem transhumanistischen Todesstern ihr Dasein fristen müssen, wo sie sich dann fernab des Sonnenlichts selbst auffressen müssen, solange wollen sie eben noch von der Möglichkeit Gebrauch machen, ausgiebig in Nachbars Gärten zu wildern und mit ihren Vereins-Schrotflinten durch die Gegend zu ballern. Ja, sind lästig, aber jeder, der diesen Gesellen in den Weiten des WWW begegnet, hat ja mittlerweile auch gelernt, sich von Sheldon Coopers „streng wissenschaftlichen“ Kumpels nicht verwickeln zu lassen und die Trolle nicht zu feeden. Man darf die Gwupperei also durchaus sportlich sehen. Außerdem: Was wäre der Film Herr der Ringe ohne die „Orcs“? So bleibt eben Dynamik im Spiel und das Konstruktive kann angesichts von Niedertracht und Ignoranz umso heller in Erscheinung treten.

Obwohl sich die Gwup-Trolle auf eine „evidenzbasierte“, rein naturalistische Weltsicht berufen, haben sie leider nicht verstanden, dass Ökosysteme einer möglichst großen Diversität und Artenreichtums bedürfen, um stabil zu bleiben. Auch dass Monokulturen nur zum Preis der totalen Erosion und Vergiftung des Bodens aufrechtzuerhalten sind, aber trotz allen noch so gewaltigen Technologie- und Pestizideinsatzes letztlich doch kippen, wird man denjenigen, die der Ideologie von Pinker, Dawkins, Schmidt-Salomon & Co. folgen, vergeblich erklären. Zu süß ist der Mylab-Genlab Science Buster Traum, den sie träumen.

Wie groß die Diversität der Welt und auch der menschlichen Individualitäten in Wirklichkeit ist, kommt jedenfalls in einem netten Gedicht zum Ausdruck, das ich bei meinem Erkundungsstreifzug durch „Human Connection“ als einen der ersten Beiträge angeklickt habe – auch, in welchem Weltgeschehen wir uns gerade befinden. Welche der nachfolgend aufgezählten Herangehensweisen an das Weltgeschehen der Einzelne wählt, steht jedem frei. In der Wahl besitzt der menschliche Wille bekanntlich vollkommen freie Hand. Nur im Tragen der Folgewirkungen seiner Wahl dann eben ganz und gar nicht mehr.

Bild (Papagei): Pixabay/CC0
Bild (Gwupaffen): Pixabay/mod. cc by parkwaechter/CC0


(Text übernommen mit Genehmigung von Raimundo Germandi – wer dem Dichter auf Human Connection folgen möchte, kann das hier tun)

Haltung zum Weltgeschehen

Der Prophet warnt vor dem Untergang.
Der Sensible wittert schon früh die Gefahr.
Der Narr mahnt so früh, dass ihn noch keiner ernst nimmt.
Der Intelligente erkennt den Handlungsbedarf selbst.
Der Denker überlegt sich die Konsequenzen.
Der Weise rät zur Besinnung.
Der Schamane meditiert.
Der Konstruktive plant eine Gegenstrategie.
Der Forscher strebt nach revolutionären Erkenntnissen, die neue Wege ermöglichen.
Der Entwickler perfektioniert akribisch die Technik weiter.
Der Physiker misst gründlich alle relevanten Kenngrößen.
Der Mathematiker berechnet Statistiken.
Der Kreative erfindet Umgehungswege und Ausdrucksmittel.
Der Autor formuliert erhellende Texte.
Der Dichter schreibt und schreibt.
Der Soziale kümmert sich um Schwächere.
Der Künstler malt für den Frieden.
Der Musiker besingt die Liebe.
Der Lehrer leitet dazu an, sich Voraussetzungen anzueignen.
Der Erfürchtige betet.
Der Demütige dient von nun an freiwillig seinen Nächsten.
Der Freund verbringt möglichst viel Zeit mit Gleichgesinnten.
Der Schwache leidet unter dem Druck des Stärkeren.
Der Chirurg operiert selbstbeherrscht nach Prioritäten.
Das Militär interveniert.
Der Kennende weist auf Aufklärungsvideos unter YouTube hin.
Der Einfühlsame ist jedem ein Freund.
Der Informierte reproduziert so gut er kann.
Der Wissende erklärt, wie es dazu kam.
Der Wichtigtuer plappert ihm alles nach.
Der Genießer trinkt weiter sein Bier.
Der Arrogante lacht die anderen aus.
Der Ignorante lässt sich nicht stören.
Der Angeekelte wendet sich wortlos ab.
Der Offene hört sich jede Meinung an.
Der Journalist fährt grundsätzlich zur Quelle.
Der Reisende freut sich des Lebens.
Der Hochgeistige interpretiert auf Entsprechungsebenen.
Der Schaulustige will alles gesehen haben.
Der Einsichtige ist reumütig und kehrt um.
Der Barmherzige verzeiht seinen schlimmsten Feinden.
Der Ehrliche sucht den Fehler bei sich selbst.
Der Geduldige hört zu.
Der Zuversichtliche hofft – begründet oder unbegründet – weiter.
Der Naive ahmt ihm nach.
Der Gläubige vertraut auf Gott.
Der Betroffene schreit aus Not, Angst oder Schmerz.
Der Skeptiker zweifelt an jedem Hinweis.
Der Gefolterte wartet auf seinen Tod.
Der Euphoriker übertreibt schon im Ansatz.
Der Beständige gibt nicht auf.
Der Verantwortliche prüft und sucht Beweise.
Der Soldat kämpft aus Überzeugung.
Der Pflichtbewusste tut nur seine Arbeit.
Der Zyniker stichelt, weil er die Wahrheit nicht aushält.
Der Zuverlässige kontrolliert, ob auch alles seine Richtigkeit hat.
Der Besserwisser weiß es besser.
Der Geschwätzige hört sich am liebsten selbst reden.
Der Labile weiß nicht mehr weiter.
Der Starke sucht neue Wege.
Der Sportler trainiert, damit er am Tag X eine gute Kondition hat.
Der Vater schützt seine Familie.
Die Mutter schützt ihre Kinder.
Das Kind ist völlig abhängig und braucht als erstes Hilfe.
Der Globetrotter überlebt, weil er gut vorbereitet ist.
Der Beauftragte tut alles für seinen Geldgeber.
Der Verzweifelte gibt auf.
Der Späher kennt kein Gewissen.
Der Erpresste handelt aus Angst so, wie es ihm vorgegeben wird.
Der Schüchterne lässt alles zu.
Der Aufgeregte empört sich.
Der Blinde ahnt nichts.
Der Vergessliche kann sich nichts merken.
Der Feuerwehrmann löscht, wenn es brennt.
Der Kriegslüsterne muss kämpfen.
Der Manipulierte meint die Wahrheit gesagt zu bekommen.
Der Aufgehetzte kennt nur Hass.
Der Dumme versteht überhaupt nichts.
Der Aufständige zeigt Präsenz und Courage.
Der Abgestumpfte spürt seinen Schmerz nicht mehr.
Der Zähe setzt sich immer wieder auf sein Pferd.
Der Resolute setzt sich überall durch.
Der Korrupte missbraucht die Situation.
Der Geizige giert nach Mehr.
Der Neider missgönnt den Erfolgreichen ihren Erfolg.
Der Gutmütige findet immer eine beschwichtigende Erklärung.
Der Egozentriker nutzt die Gelegenheit, sich ins rechte Licht zu setzen.
Der Feige flieht.
Der Ängstliche erstarrt vor innerer Panik.
Der Humorvolle findet immer etwas zu lachen.
Der Gelassene trinkt seinen Tee und wartet erst einmal ab.
Der Mächtige triumphiert und reibt sich die Hände.
Der Übermächtige beherrscht selbst die Mächtigen durch polarisierende Spaltung.
Der Kluge bestellt sein Feld.
Der Unselbständige fühlt sich total ohnmächtig.
Der Kranke ist mit sich selbst beschäftigt und hat keine Kraft etwas zu tun.
Der Abgelenkte schaut immer dorthin, wo sich etwas besonders schnell bewegt.
Der Tote steht nicht mehr auf.

Der Leser ordne sich ein.

 

Schöne neue Welt

Kreuz Pixabay

Bild: pixabay.com/CCO

Schöne Neue Welt!

(von Wilhelm Busch)

Wenn man früher, während des Sowjetsystems z.B. nach Ungarn gefahren ist, so ist einem, bei jeder Ortschaft der Sender als markanter Punkt des Ortsbildes aufgefallen. Im Westen war der markante Punkt die Kirche. Wenn jetzt auf den Bergen der Alpen immer mehr Sender aufgestellt werden, vor allem neben den Autobahnen, so kann man denken, dass die Sender die Kreuze, die sonst auf den Berggipfeln zu sehen sind, verdrängen. Nicht jeder denkt bei Sendern sofort an das Sowjetsystem, sondern zunächst am ehesten an eine bessere Handy-Erreichbarkeit. Um die erfreulichen Dinge zu bewerkstelligen, die man bei der Werbung für 5G in den Medien sehen kann, z.B. ferngesteuerte Bildgebung bei Operationen, oder das Pendeln mit dem Auto zu vermeiden, das könnte man durchaus ausreichend mit der flächendeckenden Installation eines raschen Glasfaserkabelnetzes. Warum aber so viele neue Sender? Sender, die Ziel eines terroristischen Anschlages sein könnten oder durch Stürme, im Klimawandel relativ häufig, beschädigt werden könnten? Bei den Überland-Stromleitungen hat man die Stromleitungen erfolgreich unter die Erde gelegt, wodurch stundenlange Stromstörungen, so wie in der USA häufig, vermieden werden konnten. 5G,eine Technologie, die durch Roboter die menschliche Arbeit verdrängen und die Kriege in Richtung von Roboterkriegen verändern wird. Ferngesteuerte Produktion und Kriege und Scharen von Arbeitslosen.

Wo 5G schon arbeitet, das ist China (siehe https://www.aargauerzeitung.ch/ausland/heikler-exportschlager-viele-staaten-setzen-bereits-auf-ueberwachung-made-in-china-134463426) werden  – siehe auch Youtube: „China – Wenn der Staat alles sieht“)

In China werden die Bürger lückenlos überwacht, eine Situation, die typisch in China ist? Da hat uns Edward Snowden ja viel erzählt, was alles im Westen an Überwachung üblich ist. Und damit das alles noch besser funktioniert, dafür brauchen wir 5G, das dann auf unsere Kosten errichtet werden soll?

Die Gurus der künstlichen Intelligenz, die hinter der Idee des selbstfahrenden Autos und eben von 5G stehen, in Silicon Valley, die haben für sich ja eine vollkommen andere Strategie: https://www.tagblatt.ch/leben/bildschirmfrei-ist-das-neue-bio-warum-die-programmierer-im-silicon-valley-ihre-kinder-computerfrei-erziehen-ld.1107643. Die Kinder dieser Gurus sind in Schulen, wo EDV erst spät gelehrt wird und Bill Gates gab seinen Töchtern erst mit 14 Jahren ein Handy. Relativ neue Studien belegen zwar, dass schon 2G und 3G Handys Herzkrebs z.B. nachweislich auslösen, doch darüber schweigen die Medien und die Politik. Brüssel, Genf aber auch Rom und Florenz machen nicht mit. Ein link dazu: https://taz.de/Bruessel-bremst-5G-wegen-Strahlung/!5584878/ Diese Städte machen genau das, was ihnen die Gurus von Silicon Valley vorleben, teilweise nach!!

Und wenn wir genau wissen wollen, wer uns da so genau überwachen möchte, da können wir Ronald Bernard fragen, der da vieles erlebt hat. Zum Beispiel: siehe Youtube. Er spricht davon, dass die Welt de facto von 8200 Bankern geleitet wird, von denen eine große Gruppe, in meinen Worten, schwer krank geworden ist und Kinderopferkulte betreibt. Also ein Sowjetsystem, geleitet von einflussreichen Bankern, plant eine lückenlose Überwachung?

Da ist ja die gute alte Kirche, doch ein Hort der Werte und der Moral? Ein Bollwerk gegen das Sowjetsystem? https://www.extremnews.com/berichte/weltgeschehen/357a14a0cb2f1e9 Es werden vom ITCCS (international Common law court) schwerste Vorwürfe, wie auch der rituelle Kultmord gegen Josef Ratzinger erhoben. Der Artikel war im November 2013 verfasst worden. Es werden Zeugen dieser rituellen Handlungen zitiert. Ein Rücktritt eines Papstes kam in der Geschichte der Päpste außerordentlich selten vor: https://www.welt.de/geschichte/article113542844/Freiwillige-Papst-Ruecktritte-sind-nicht-vorgesehen.html. Jeder soll sich da natürlich sein Verschwörung-unabhängiges Urteil bitte bilden.

Also die Kirche als Hort der Moral? https://www.tz.de/welt/vatikan-emanuela-orlandi-zwei-raeume-voller-gebeine-knochen-werden-untersucht-zr-12182165.html Durch Hinweise an die Hinterbliebenen von Emanuela Orlandi, die vor 35 Jahren spurlos verschwunden war, kommen die suchenden Verwandten von ihr, zu einem unterirdischen Gewölbe, das durch einen engen Schacht mit einem Raum in Verbindung steht, wo hunderte menschliche Knochen gefunden wurden.

Natürlich darf da auch die Causa Epstein nicht fehlen. https://www.fr.de/politik/jeffrey-epstein-missbrauchsopfer-sagen-gericht-zr-12783540.html http://nymag.com/intelligencer/2019/07/jeffrey-epstein-high-society-contacts.html Schön langsam platzt da so einiges. Erinnerungen an Pizzagate werden wach? https://www.extremnews.com/berichte/weltgeschehen/6c7b170c32651ac Extremnews veröffentlicht auf der Seite eine unabhängige Recherche, die maßgebliche Persönlichkeiten wie Hillary Clinton, durchaus entlastet, aber den Bogen von Dutroux bis zur transatlantischen Spitzenpolitik und D durchaus spannt. Es war recht aufschlussreich den Beitrag zu lesen.

Ja der gute Westen mit seinen liberalen Werten, einer freien Kirche, die schon seit Jahrhunderten die Frauen und die Andersgläubigen gemeinsam mit den Adelsgeschlechtern sehr erfolgreich unterdrücken konnte und der früher sowjetische Osten, der genau das gleiche konnte? Viele meinen, dass die Welt mit dem neuen Papst ja doch besser geworden ist? https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/erzbischof-fordert.ruecktritt-des-papstes/story/14427910 Der emeritierte Nuntius der USA fordert den Rücktritt des Papstes, wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen.

Zahlreiche wichtige Personen des früheren Sowjetsystems arbeiten jetzt im Westen und helfen ein ähnliches, nur weit effektiveres System zu errichten. Wichtigste Polit-Strategen des Westens kamen aus der Sowjetunion. Z.B. Zbigniew Brzezinski, der Autor des Buches: Die Welt als Schachbrett. Aber auch jetzt spielen die Nachfolger des Sowjetsystemes, stalinistischer Prägung eine erhebliche Rolle: siehe https://www.nachrichtenspiegel.de/2018/12/13/gwup-honeckers-erben-auf-ihrem-kreuzzug-gegen-das-boese/. Die Gesinnungskontrolle von Erich Honecker, dem letzten Staatschef der DDR, vernetzt sich international und bekämpft Homöopathie, Esoterik, Friedensaktivisten und die letzten freien Medien wie z.B. Ken Fm oder Daniele Ganser.

Lange meinte man, dass es zwischen den Logen, die immer wieder als effektive Machtzentren bezeichnet werden, und den Jesuiten (dem Hort, aus dem auch Papst Franziskus entsprungen ist) einen Konkurrenzkampf gibt. Doch gibt es den nicht wirklich. Denn die Strukturen arbeiten zusammen, wofür ich nicht nur glaubwürdige mündliche Hinweise habe: https://europaeer.jimdo.com/verbindung-zwischen-jesuitismus-und-freimaurertum/ oder: https://europaeer.jimdo.com/verbindung-zwischen-jesuiten-freimaurerei-und-kabbalistischer-orthodoxie/. Ich habe für die Seite kein Impressum gefunden.

Und damit das System gut funktioniert, so hat Angela Merkel, die man lange Zeit als die wichtigste Person Europas bezeichnet, ohne große Probleme die Zeit im Sowjetsystem überstanden und hatte einen Vater, der Pastor war (siehe https://www.welt.de/politik/deutschland/article13582803/Merkels-Vater-hatte-ein-Nicht-Verhaeltnis-zur-CDU.html). Es war ein einflussreicher Pastor der DDR. Wer weiß, wie eng die Führung der DDR mit der evangelischen Kirche zusammenarbeitete, der kann sich da wieder ein weiteres Bild machen.

Die Langzeitkanzlerin, die über die EU Troika die Wirtschaftsreformen in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal erfolgreich den Wirtschaftsliberalismus einführen half, die Hartz IV Einführerin, im eigenen Land, unter deren sogenannter Führung Europas es zum neuen kalten Krieg in Europa kam. Eine Spalterin, durch die Aggressionen des Südens Europas, durch die brutalen Wirtschaftsreformen auf den Norden zwischen Süd und Nord, zwischen Arm und Reich über den Wirtschaftsliberalismus, und durch das nicht Einhalten der Abmachungen mit Gorbatschow, dass die Warschauer Pakt Staaten keine NATO Mitglieder werden sollten. Die Spaltung zwischen Ost und West wurde durch sie weiter betrieben. Auf Grund des sogenannten Artikel 18 darf ich leider nicht zitieren, doch wurde das Gorbatschow von Genscher aber auch von James Baker, US Amerikanischer Außenminister a.d. versprochen. Doch niemand hat sich daran gehalten. https://www.faz.net/aktuell/politik/ost-erweiterung-der-nato-was-versprach-genscher-12902411.html Willy Wimmer meinte einmal, dass Merkel, ihre Spielräume der Macht für eine transatlantische Unabhängigkeit Deutschlands viel weniger als ihre Vorgänger genützt hat.

Eine Kanzlerin, die seit Jahren alle Wahlen in Rekordhöhe verliert, bleibt und bleibt. Wird sie von oben, von Kirche und Hochfinanz gehalten? In Europa wird die Freiheit immer mehr beschnitten.

In den Ländern, deren Bürger, durch Europa, im Sinne des Wirtschaftsliberalismus, am meisten verloren hatten, in denen boomen Antisemitismus und Xenophobie?

Doch wie könnte denn eine schöne neue Welt tatsächlich aussehen? Ein Europa der Mitte, das den gedanklichen Missgeburten, wie z.B. dem Wirtschaftsliberalismus aus Chicago standhalten könnte?

Ein Europa, das seinen historischen Verpflichtungen, gegenüber Russland nachkommt, und damit Frieden in der Ukraine und in Europa schafft? Ein Europa, das nicht alle Freihandelszonen, mit Naturzerstörung und Lohndumping, dessen Vorgaben, dann die Wirtschaft folgen soll, willenlos durchführt? Ein Europa, das nicht durch ein neues Sowjetsystem gemeinsam mit der Kirche, die Menschen in dauernde Abhängigkeit und Unterdrückung führt? Von Europa werden wir keine Besserung erwarten können. Auch nicht von der National-Politik. Doch von uns selbst können wir das erwarten, was uns die Strukturen vorenthalten wollen. Freiheit ist nur bedingt Frage der Finanzen. Ich denke, die Eliten sind in den verkommenen Strukturen, wenn ich den Ausführungen Ronald Bernards folge, noch viel mehr verfilzt, als wir. Wir müssen uns nicht gegeneinander aufhetzen lassen. Jean Ziegler spricht von verständlichen nationalen Strömungen? Wir können versuchen, auch Andersdenkende zu verstehen? Einen freien Gedanken zu bilden, ist nicht Frage der Bildung oder der finanziellen Polster, schon gar nicht Frage der Religion? Obwohl die Inhalte der Religionen meist viel wertvoller sind als deren Verwertungsagenturen, das sind die Kirchen. Wer zu den wahren Inhalten der aus postaufgeklärter Sicht ach so verachtenswerten Weltreligionen vordringen kann, der hat wirklich einen Kraftquell gefunden – was durch eine hocheffiziente Medien- und „Bildungs-„Maschinerie neoliberaler Prägung natürlich tunlichst verhindert werden soll.

Krankheit kann der erste Schritt zur Gesundheit sein. Not der erste Schritt für eine tatsächliche Änderung? Wenn die Strukturen eine Mobilität ermöglichen, die ohne fahrbaren Untersatz auskommt, so klingt das für viele wie ein tiefer sozialer Absturz? In Kopenhagen, wo es viel kälter ist als bei uns, sieht man das anders, doch sind die Menschen in Skandinavien deutlich wohlhabender als bei uns. Auch in der wohlhabenden Schweiz gibt es ein öffentliches Verkehrssystem, das großartig ist und den fahrbaren Untersatz unnötig machen könnte. Wenn wir unseren Lebensraum durch Individualverkehr immer mehr verbauen, dann wird kein Platz für Naherholung sein. Das fördert das umweltschädlichste Verkehrsmittel, das Flugzeug.

Ein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem war eine der Stärken des Sowjetsystems, auch der Transport der Güter auf der Schiene. Das übernimmt man nicht, aber die lückenlose Überwachung wird perfektioniert? Auch die geniale Idee eines Hoflandes, zum Anbau von Obst und Gemüse, für alle, die in der Sowjetunion nicht nur in der DDR, aber dort besonders bestand, die wurde nicht übernommen. Allerdings gäbe es an Stelle der Sozial Medien auch noch die Möglichkeit sich zu treffen und direkt miteinander zu sprechen? Viel lebendiger als über die technischen Hilfsmittel, die lückenlos überwacht werden? Wenn das Bargeld zwecks besserer Überwachung abgeschafft werden soll, wer zahlt denn freiwillig mit den Bankomatkarten? Noch haben wir alle Möglichkeiten uns zu befreien, laut Jean Ziegler, doch wir nützen sie nicht?

Eine schöne neue Welt kann eine Welt des Friedens, des Gespräches, der Toleranz, der eigenen lebendigen Gedanken sein, das meiste davon können wir jetzt und sofort verwirklichen!

PS: Zwei Interessante Buchtipps, die Licht ins Dunkel werfen: IL PAPA DITTATORE von Marcanto Colonna

und: Im Namen Gottes von David a.Yallop

und wenn sie wirklich helles Licht ins Dunkel werfen wollen: Dann bitte: Das wiedergefundene Licht von Jaques Lusseyran oder von George Ritchie: Rückkehr von morgen, eine Beschreibung eines Psychiaters, der ein sehr eindrucksvolles Nahtoderlebnis hatte.

GWUP … Honeckers Erben auf ihrem Kreuzzug gegen das Böse

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Donnerstag, 13.12.2018. Eifel. Ich bin ja ein Skeptiker. Grundsätzlich bei allem und jedem. Das heißt: ich erlaube mir, Informationen nachzuprüfen. Auch „wissenschaftliche“ Informationen. Die Liste der wissenschaftlichen Irrtümer ist sehr lang – und voller Toter. Erst jetzt kommt zum Beispiel heraus, dass der Blutdrucksenker Ramipril Lungenkrebs hervorruft – ein altbewährtes Medikament, ein Schlangengiftderivat, seinerzeit ein großer Triumph der Medizin, jetzt eben einfach nur tödlich. Als Skeptiker traue ich natürlich auch meinem eigenen Urteil nicht, bin ja auch „Wissenschaftler“. Ebenso wenig traue ich meinen eigenen Sinnen – zu groß ist die Gefahr der Täuschung. Genau genommen kann ich als Skeptiker absolut keine Aussage zu irgendetwas machen – ich kann höchstens Wahrscheinlichkeiten errechnen. Jetzt wurde an mich in meiner Eigenschaft als Skeptiker eine Bitte herangetragen:

Diese Story mit der Darstellung DDR-/Stalinismus-Wurmfortsatz würde ich in Sachen Gwup-Aufklärung sogar als bedeutender ansehen als alles, was bisher dazu geschrieben wurde. Da Du ja mit Deinen Artikeln eine wesentlich größere Reichweite hast als ich, würde ich vorschlagen, dass Du diese Geschichte schreibst. Außerdem bis Du als Geisteswissenschaftler mit theologischem Hintergrund geradezu prädestiniert, da die Zusammenhänge herauszustellen. Was hältst Du davon? (Weiß schon, es gibt wohl  viele Dinge, über die Du schreiben könntest/möchtest, und die Tagespolitik zündet ja laufend neue Baustellen an, aber ich sag Dir was: In Wirklichkeit entscheidet sich der Kampf genau auf dieser Ebene und ist alles, was wir politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich erleben, nur eine Konsequenz davon: Ob es gelingt, dem Menschen den Geist abzusprechen  und uns in einen vollkommenen Nihilismus zu stürzen oder ob sich genügend Menschen dagegen aufrichten können und ganz bewusst ein geistvolles Leben kultivieren.

Im Prinzip mag ich mich zu diesen Gwup-Leuten selten äußern. Ich finde sie albern, dumm, ungebildet, geistig sehr eingeschränkt, dialogunfähig, unhöflich, diffamierend – so wie ich jetzt. Ja – das ist der Ton, den man da findet. Es tummeln sich da eine Reihe viert- und fünftklassige Wissenschaftler, die mit viel Getöse (und völlig unklarer Finanzierung) auf sich aufmerksam machen. Weil sie in ihren Fachgebieten immer nur in der Ramschabteilung landeten, mussten sie sich etwas Neues suchen, um auf sich aufmerksam zu machen: den großen Kreuzzug gegen Andersdenkende. Wie im Mittelalter sehen sie in den Hexen der Gegenwart die größte Gefahr für das Volk, während Mikroplastik, Verseuchung durch nukleare Abfälle, Verödung der Böden und Luftverschmutzung für sie eher weniger große Probleme darstellen. Das verwundert nicht: seit dreihundert Jahren wächst auf diesem Planeten etwas  heran, dass sich „Wissenschaft“ nennt und vor allem durch eins brilliert: völlige Verantwortungslosigkeit für ihre Schöpfungen. Sie fummeln überall herum, präsentieren uns ihre Spielereien als größte Schöpfung der Weltgeschichte … während die ganze natürliche Umwelt und die Lebensqualität der Menschen den Bach heruntergeht. Schuld sind dann immer die Verbraucher – da sind sich Politik, Wirtschaft und Wissenschaft schnell einig. Man hätte sich ja auch mit Waffengewalt dagegen wehren können, Ramipril einzunehmen – der Gang zum Anwalt war ja ebenfalls nicht verboten.

Es gibt ja auch schon genug Menschen, die gegen Gwup agieren – dabei ist diese kleine Weltanschauungssekte im Prinzip völlig bedeutungslos. Nun ja – nicht ganz. Sie führen einen Kampf fort, der früher schon geführt wurde: in der DDR. Gwup ist so eine Art Wurmfortsatz der Weltanschauungsstasi aus Honeckers Reich mit ganz neuem, diesmal auch westlichem Personal.

Das sind jetzt harte Worte, oder? Aber so agiert ja diese kleine Sekte, das mögen sie – so quälen und gequält werden – vielleicht sitzt gerade deshalb in ihrem Beirat eine Spezialistin für BDSM – was weiß ich schon. Im Umfeld zu Gwup finden wir auch Psiram (früher: Esowatch) oder die Giordano-Bruno-Stiftung: Menschen, die sich selbst für das Größte auf Erden halten – ohne je irgendetwas geleistet zu haben, weshalb man auf sie hätte aufmerksam werden können. Giordano-Bruno-Stiftung? Das ist so eine privater Verein eines Möbelfabrikanten, der sich auf die Fahne geschrieben hat „eine tragfähige humanistische, rationale und evidenzbasierte Alternative zu den traditionellen Religionen zu entwickeln und ihr gesellschaftlich zum Durchbruch zu verhelfen“ (siehe: GBS): der will ganz offen eine neue Religion installieren – im Deckmäntelchen von „Wissenschaft“. Ist Fachmann für Schlafzimmermöbel – und Sektengründer. 10000 laufen bisher mit – aber das ist ja kein Wunder. „Scientology“ – auch so eine Sekte, gegründet von einem Autor von Trivialromanen – hat viel mehr Mitglieder – und viel mehr Einfluss.  War vielleicht das Vorbild für diese Stiftung jenes Mannes, der einst selbst in der Kirche aktiv wahr, bevor er seine eigene Sekte gründen wollte.

Natürlich: Worte wie „rational“, „humanistisch“, „evidenzbasiert“ hören sich immer gut an. Wenn ich rationale, humanistische und evidenzbasierte Konzentrationslager erwähne, bekommen alle Leute gleich Vertrauen, dass das was Gutes ist – und innerhalb des Weltbildes von Hitlers Gefolgsleuten waren Konzentrationslager auch rational, humanistisch und evidenzbasiert. Derlei inhaltlose Füllworte können Sie bei diesen Sekten zuhauf lesen, darauf ist das akademische Prekariat ja gedrillt, ja: der korrekte und sichere Gebrauch von bestimmten angesagten Füllworten ist heutzutage die Grundvoraussetzung für eine wissenschaftliche Karriere überhaupt – weshalb aus der Wissenschaft ja außer immer neuen Thesen nichts mehr herauskommt … worüber wir aber froh sein dürfen: das erspart  uns eine ganze Reihe neuer Frankensteinmonster, die uns den Alltag vermiesen und den Planeten vernichten. Momentan wissen wir ja noch nicht mal, ob wir die bisherigen Monster der „Wissenschaft“ überhaupt in den Griff kriegen können.

Es kommt halt immer auf das Weltbild an, innerhalb derer solche schönen Worte gesprochen werden – und das Weltbild von Gwup, Psiram und dieser Möbelstiftung ist halt das gleiche wie das der DDR: der sozialistische Materialismus, jene völlig verquere, willkürlich gesetzte Denkweise, die sich – wie in der DDR ja gut zu beobachten war – nur mit Gewalt durchzusetzen läßt. Aber davor scheuen diese Leute ja auch nicht zurück – jedenfalls nicht vor der verbalen Gewalt. Die andere ist ja hierzulande per Gesetz verboten – aber ich bin mir sicher: wenn Hexenverbrennungen wieder neu aufgelegt werden, sind diese „Wissenschaftler“ die ersten, die wieder mit den Scheiterhaufen anfangen.

Wie komme ich nun zu dieser Meinung? Nun – es gibt ein neues Buch über das Paranormale in der DDR (siehe Grenzwissenschaften). Es lohnt sich, damit zu beschäftigen, denn: der Kampf gegen „das Paranormale“ ist ja auch Sinn von Gwup und Psiram (wobei sie kürzlich auch „Verschwörungstheorien“ in ihr Angebot aufgenommen haben – ist zwar nicht paranormal, aber dafür gibt es Spendengelder). Das Buch wurde auch auf dem „Skeptiker-Kongress“ vorgestellt. Ich möchte aus dem Artikel darüber kurz zitieren (siehe Gwup):

„Der Soziologe skizzierte zunächst die amtliche „Wirklichkeitsordnung“ der DDR, die nicht nur von der offiziellen Staatsphilosophie des Marxismus-Leninismus geprägt war, sondern darüber hinaus materialistische und szientistische Züge trug.

Der Szientismus sei als explizite Konkurrenz zur christlichen Religion installiert worden und hatte die Verdrängung von „Finsternis“ und „Unwissenheit“ zum Ziel. Die Vermittlung der wissenschaftlich-szientistischen Weltanschauung sollte letztlich zu einem gänzlichen Verschwinden „religiöser Ideologien“ führen.

Zu den Erscheinungen, die „im sozialistischen System nichts mehr zu suchen hatten“, zählte aber nicht nur die Religion – vielmehr subsumierte die Staatsführung darunter sämtliche esoterische, paranormale, okkulte und alternativ-religiöse Themen, sagte Anton.“

Also kurz alles, was der eigenen Religion widersprach. Ja – die Konkurrenz zu einer Religion ist eine Religion. Wissenschaft – gerade Naturwissenschaft – und Religion haben nämlich keine Berührungsfelder. Objekt der Naturwissenschaft ist die Natur – und nur die. Objekt der Geisteswissenschaft ist der Mensch. Objekt von Religionen … ist alles was nicht Natur und nicht Mensch ist. Jetzt kann man sich natürlich als Mensch frei entscheiden zu sagen: Götter gibt es nicht. Man kann sich auch entscheiden, der Meinung zu sein: die Farbe Rot gibt es nicht. Es sind beides Entscheidungen von gleicher Qualität, Entscheidungen „aus dem Glauben heraus“. Jedenfalls für eine Skeptiker, der nicht nur den Titel tragen möchte, sondern auch gerne gründlich skeptisch ist. Die Religion des „Szientismus“ ist – aus theologischer Sicht – die dunkelste Religion, die Menschen bislang ersonnen haben (ja: Religionen kann man auch künstlich schaffen. Nehme an – alle Religionen sind so entstanden). Während andere Götter durchweg gut und liebevoll sind (Christentum, Buddhismus) – eine Art, die eine gewalttätige Welt gut gebrauchen kann – andere eher menschlich/metamenschlich sind (Griechenland, Keltentum, Germanen), ist der Gott der Szientisten – also ihr „Urgrund des Seins“ – ein blinder, dummer, gefühlloser Klumpen Matsch, der in seinen beschreibbaren Qualitäten dem Dämonengott Azatoth ähnelt, den der Horrorautor Howard Phillips Lovecraft in den dreißiger Jahren entwickelte. Wer, der bei klarem Verstand ist, würde sich schon einem solchen Gott verschreiben … nur um einen Gegenpol zur Kirche zu schaffen – und einen Gegenpol zu Gott?

Nun – wer, der bei klarem Verstand ist, würde sich schon fesseln und schlagen lassen? Es gibt halt unterschiedliche Arten des Menschseins – das ist auch ok. Nicht alles ist mit klarem Verstand nachvollziehbar – aber wenn jemand gerne in eine Glaskugel schaut, mit Telepathie experimentiert, sich mit Horoskopen beschäftigt so sollte das in einer demokratischen Zivilgesellschaft niemanden stören … es sei denn, man teilt noch Honeckers Vision von Maos Welt: alle die gleiche Kleidung, alle das gleiche Auto, alle die gleiche Wohnung, alle den gleichen Geschmack, die gleiche Meinung, das gleiche Weltbild, die gleichen Wahrheiten, Liebe wird abgeschafft, Algorithmen rechnen den richtigen Partner aus, Kinder werden den Eltern entzogen und zur Erziehung der Wissenschaft übergeben, Abweichler werden verhaftet und eingesperrt – solange man sich ihre Ernährung noch leisten kann.

Ja – das darf man sich wirklich mal konkret vorstellen: wohin die Gwupperei führen wird. Wozu man so was macht? Nun – es gab immer Menschen in der Geschichte, die sich zum Großinquisitor über alle Menschen berufen fühlten, im Sinne von Ethik und Humanismus nicht gerade die wertvollsten Gestalten. Menschen, die gerne Menschen jagten, die anders waren als sie. „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ ist hier das Stichwort. Die die anderen gerne am Pranger sahen. Und jetzt merken Sie wohl langsam selbst, wieso der Gwupismus politisch gesehen extrem gefährlich ist. Natürlich umgeben sie sich mit schönen Worten, feiern die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte (wer würde das nicht tun) geben sich sozial und stellen sich als große Retter da – und doch sind sie nur Heuchler. Zu krass? Ich zitiere nochmal was, aus dem Manifest des Evolutionären Humanismus – einem Versuch, den zehn Geboten des Christentum etwas entgegen zu setzen. Das Manifest ist nicht sonderlich rational noch sonderlich gut durchdacht, wendet sich sogar gegen christliche Gebote, ersinnt an den Haaren herbeigezogene Umstände, in denen Lügen, Töten und Diebstahl erlaubt ist (der Großinquisitor könnte ja auch sonst gar nicht seine Arbeit machen oder Gewinn daraus ziehen) und ist vielfältig widersprüchlich in sich selbst – aber ich habe ja auch nicht behauptet, dass es von Geistesgrößen ersonnen wurde. Ich zitiere nur einen Absatz daraus (siehe leitkultur-humanismus):

Befreie dich von der Unart des Moralisierens! Es gibt in der Welt nicht „das Gute“ und „das Böse“, sondern bloß Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lernerfahrungen. Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche „Bestie“ Homo sapiens zeigen kann.

Hört sich gut an, ich weiß. Nur: das gilt nur für Nichtmitglieder, denn: das Böse kennen die Gwuppler selbst ja ganz gut. Alles, was gegen den blinden Idiotengott Azatoth und seine Welt a´la DDR wirken könnte, was Alternativen dazu liebenswert erscheinen lassen könnte, ist …. böse. Wäre schön, wenn man selbst ernst nehmen würde, was man predigt … aber das konnte schon ja weder der real existierende Sozialismus oder die katholische Kirche. Ja – es gibt in der Welt nur Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lebenserfahrungen. Gerade letztere sind da zu betrachten, denn: manche haben Geister gesehen – oder unerklärliche Objekte am Himmel. Manche hatten Nahtodeserfahrungen – andere haben erlebt, wie Staaten lügen, um Kriege führen zu können. Manche waren im Amazonas oder Sibirien und begeistert von dem Weltbild der Schamanen, weil es erlaubt, Jahrtausende in Harmonie mit der Natur zu leben, manche spüren das Flüstern des großen Geistes der Sioux in den westlichen Winden … ist alles ok. Das darf man. Niemand von denen braucht einen Oberwissenschaftler, der seine Erfahrungen beurteilt. Urteilen – ist auch nicht Aufgabe von Wissenschaft. Wissenschaft forscht – und kennt dabei keine Dogmen.

Ich zum Beispiel stehe unter der Erfahrung, dass „spirituelle“ Menschen jeden Glaubens freundlicher, kreativer und liebenswerter sind als die langweiligen, humorlosen, ständig andere schmähenden selbstverliebten Gwupper, die geisteswissenschaftlich gesehen nur eins wollen: im Gewande schöner Worte die DDR wieder aufleben zu lassen. Zu unglaublich? Schauen Sie sich mal an, wie die mit Kritikern in den eigenen Reihen umgehen, die nach langjähriger Mitarbeit erkennen, dass sie in einer dogmatischen Sekte gelandet sind: die wurden alle ´rausgeworfen (siehe Zeit). Soviel zu den schönen Worten, die die so machen.

PS: ein Nachwort muss natürlich sein. Sie werden sich fragen: warum so viele Worte für eine so unbedeutende Sekte? Nun – diese Sekte hat medial eine steigende Verbreitung – ohne dass jemand weiß, dass sie – ähnlich Scientology – nichts Gutes im Schilde führen … bei all´ den guten Werbeworten, mit denen sie ihre Texter in gutes Licht rücken wollen.  Ich denke: es ist politisch wichtig zu erkennen, dass sich hier in der offenen Gesellschaft eine privat finanzierte Gesinnungsstasi etabliert, der schnellstens die Gemeinnützigkeit aberkannt werden sollte, denn: die nützen nur sich selbst. All diese idiotischen Kreuzzüge gegen „Aberglauben“ (wie jüngst der pharmafreundliche Feldzug gegen die preiswerte und inzwischen auch von vielen Ärzten anerkannte Homöopathie) bringen der demokratischen Zivilgesellschaft keinen Nutzen. Und – sich über Andersgläubige lustig zu machen (d.h. ihnen die Menschlichkeit abzusprechen – der erste Schritt zur Massenvernichtung) ist zwar vielleicht für niedere Geister spaßig, aber eben kein guter Stil. Und wenn diese Gestalten dann noch den Menschen erklären, dass Kriege einfach nur so passieren, wie Krankheiten, ohne das Menschen was dazu können (siehe wired) … dann sind sie nicht nur geistig recht herausgefordert durch die Realität sondern auch brandgefährlich – weil sie Kriege wieder möglich machen. Und wer dann nach Verantwortlichen für Kriege sucht ist: …. Verschwörungstheoretiker.

Soweit sind wir schon.

PS: dass die esoterische Szene voller Scharlatane ist, wird hier nicht in Zweifel gestellt. Aber die verursachen kein Lungenkrebs wie führende, „bewährte“ Blutdrucksenker, die verseuchen keine Meere, Luft oder Böden – die leben einfach nur ihren eigenen Traum. Und wer dafür bezahlen möchte, den mitleben zu dürfen: ok. Wir schauen ja auch „Raumschiff Enterprise“ – wohl wissend, dass es dieses Raumschiff in Wirklichkeit gar nicht gibt.

 

 

 

Schlaf Kindlein schlaf

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Schlaf Kindlein schlaf!

So wirst Du bald ein Schaf
Schläfst Du neben dem Handy ein
so wirst Du morgen müde sein

Du erhältst den Medien Einheitsbrei
dadurch sollst Du nicht zählen bis drei
die Erziehung und die Schule
erzeugt folgsame Pudel

Du isst ja nur Chemie
Da wirst Du kein Genie
die Glyphosate killen
Dir aus dem Kopfe Deine Grillen

Die Glyphosate hemmen
den Gehalt von Magnesium, Folsäure und Zink
mit wenig Folsäure kannst Du bald nur pennen
und im Gehirn hast Du Aluminium ganz flink

Denn Folsäure, Magnesium und Zink entfernen,
das könntest Du daraus lernen,
das Aluminium aus dem Blut
und das tut Dir sehr gut!

Trinkst Du Zitronensäure in Alu Dosen
bettest Du Dich gleich in des Vergessens Rosen
Denn auch in diesem älteren Lehrbuch steht
dass das wirklich so vor sich geht

Aluminium ist in allem drin
Du hast es bald in Deinem Hirn
Aluminium ist in Dosen, Sonnenschutz, Folien und Deos
in Spritzen und Zahnpaste, ist das nicht famos?

Auch das Klima soll Aluminium brauchen
lies z.B. Seite 9 und 14, das sind keine Flausen
Auch das Trinkwasser wird mit Aluminium rein
warum sollte das nicht sein?

Die Nitrate der Landwirtschaft werden durch Aluwasserfilter entfernt
ja hat denn die Menschheit noch gar nichts gelernt
Folsäuremangel und Alumiumvergiftung führen zur Demenz
Alzheimer und MS haben eine steigende Tendenz

Die böse Welt schon bald vergessen
Den Alzheimer den kann man messen
Keinen Widerstand gegen die Eliten
auch wenn sie es manchmal treiben wie Banditen

Die Eliten in Frankreich substituieren Spurenelemente
der Verkauf der Nahrungsergänzungsmittel hat einen Höhenflug
unsere Bauern sterben und sind oft am Ende
die Preise verfallen und es kommt Beton an Stelle vom Pflug

Vor 20 Jahren gab es so viel Blei
davon ist die Welt schon ziemlich frei
Manche Weise dachten damals schon
wir wären zu starr zur Veränderung davon

Jetzt wäre Aluminium dran
doch da lassen uns die Skeptiker nicht ran
denn wer heute Wahrheit forschen tut
der bekommt von der GWUP den Aluhut

Sie meinen es mit der Menschheit gut
vergisst Du viel, auch Deine Aggression ruht
Sie können mit Dir alles machen
Du hast dann nicht mehr viel zu lachen

Lobbies vergiften mit Spritzmitteln Deine Nahrung
auch Krebs steigt dadurch, das weiß die Erfahrung
z.B. Glyphosate hemmen die Bildung von Co-Enzym Q
Das ist ein Krebshemmer, doch die Politik schaut zu

Kunstdünger Selen, einen Krebshemmer aus dem Boden verdrängt
auch steht in diesem Buch, dass zu wenig Selen Dich kränkt
und mit wenig Selen und Folsäure, wirst Du ganz schwach
Du weißt nicht, woher es kommt Dein Weh und Ach?

Selen hift gegen Krebs aber auch gegen Infektionen
Folsäuremangel wirkt ähnlich wie zu viel Aluminiumionen
wer relativ Folsäure oft misst
nicht auf chemiefreie Nahrung vergisst

Und wenn wir noch das Klima und das Wasser schützen wollen
wir auch einen guten Kompost aufsetzen sollen
das bedeutet die Nitrate zu binden
die sonst gegen den Himmel stinken

Denn die konventionelle Landwirtschaft
einen großen Klimaschaden schafft
Auch die biologische Landwirtschaft bringt Gülle aus
das sind Nitrate im Wasser und in der Luft in Saus und Braus

nur das DEMETER Gütesiegel
schafft dafür einen Riegel

Darum ist Demeter für das Goldene Brett nominiert
dass Kompost Treibhausgase bindet, haben die Skeptiker nicht kapiert
denn das Goldene Brett ist ein Satirepreis
manche Menschen verstehen davon einen Sch…

Die Menschheit sitzt gerne hinter dem Auto-Armaturenbrett
die Sonne mit Bewegung draußen wäre doch so nett?
Denn bewegst Du Dich an der Sonnen genug
hast Glückshormon und Vitamin D du im Flug

Bewegung im Tageslicht hält aktiv und gesund
und auch der Bauch wird nicht kugelrund
doch hinter dem Bildschirm wird der Schlaf gestört
aber die Technik uns alle betört

die Technik hat ihren großen Sinn
nützen wir sie, dann ist viel Gutes drin
doch wenn wir im Auto uns nicht mehr bewegen
dann bringt sie uns wirklich keinen Segen

Wollen wir leben mit Verpackung, wie auf einem Schiff?
Dann wird die Nahrung uns langsam zum Gift
nicht nur die Aluminiumverpackungen steigen
wir können viele Unverträglichkeiten dazu zeigen

Globalisierung der inneren Werte ist gut
doch meine Freunde die ruht
nur das Lohndumping und das Umweltzerstören
wir lassen uns durch diese Globalisierung alle betören

Willst Du Menschenrechte und Natur schützen
Könnte man Ökozölle und Menschenrechtszölle benützen
Für unsere Betriebe und Arbeiter gibt es Rechte und Pflichten
auf die Betriebe in Fernost gerne verzichten

Willst Du Dir und dem Chinesen nützen
so musst Du Deine Werte mit Zöllen schützen
Wenn ein Betrieb dort Natur und Arbeiter schätzt
würden von uns nur niedrige Zölle gesetzt

Damit steigt des chinesischen Arbeiters Lohn
dessen Höhe ist ohnehin ein Hohn
wir wollen zwar das billige Produkt
auf unsere Arbeitsplätze wird dabei nicht geguckt

Wenn Kinder und Frauen in Asien durch die Arbeit sterben
durch Freihandel mit diesen Betrieben, liegt auch unsere Wirtschaft in Scherben
Wenn wir Menschenrechte und Naturschutz globalisieren
dann werden die Menschen hier und im Osten nicht mehr verlieren

Wir können viel tun um wach zu sein
und wir sind dabei auch nicht allein
wir können Bioprodukte wählen
wenn wir können, uns nicht ins Auto quälen

Wir können den Bildschirm auch ruhen lassen
an Stelle dessen aufbauende Gedanken fassen
Ein schönes Bild, ein Buch,ein Gedicht
unser Gebet, eine Meditation, die bringt viel Licht

„Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden
Dinge wurden geschaffen, um benutzt zu werden.
Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet, ist,
weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden.“
(Dalai Lama)

Quellen:

https://reader.elsevier.com/reader/sd/pii/S0946672X16303777?token=D0F95E38671AADDE0FA8D791FF6CB768AEE36160B904C9F50D225D2E9AE55395F37453C30080B1B75D500B8D2D4D2086

https://www.stiftung-folsäure.ch/folsaeure-hilft/hirnleistungdemenz/
https://online.medunigraz.at/mug_online/wbAbs.getDocument?pThesisNr=42115&pAutorNr=&pOrgNr=1 Seite 14
http://www.bbfu.de/aluminium.html
https://folsäure.com/folsaeuremangel/

https://www.aerzteblatt.de/archiv/134394/Morbus-Alzheimer-Nach-Jahren-Auftrieb-fuer-die-Aluminiumhypothese
https://science.orf.at/stories/2878107
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/schlafstoerungen/article/876148/bildschirme-co-led-licht-raubt-schlaf.html
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4125.pdf
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/flaechenverbrauch-steigt-mit-drastischen-folgen-100.html

https://www.centrosan.com/Wissen/Funktion-und-Nutzen-von-Mikro-Naehrstoffen/Krebs/Krebs-und-Ernaehrung.php

https://www.fitforfun.de/gesundheit/chlorophyll-das-gruene-glueck-fuer-unsere-gesundheit-191195.html

https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/vitamine/wissen-die-100-besten-lebensmittel-fuer-ihre-gesundheit_id_7486166.html
http://www.elektrosmog-und-gesundheit.de/tag/schlafstoerungen/

https://science.orf.at/stories/2901269/

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/965419/studie-led-strassenbeleuchtung-risikofaktor-krebs.html

 

Bild: pixabay.com CCO

 

Wikipedia oder Wikihausen? – Dirk Pohlmann über das globale Manipulationsnetzwerk einer atheistischen Sekte (Zensierte Fassung)

Während unsere Qualitätsmedien immer noch weggucken, arbeiten Dirk Pohlmann und Markus Fiedler gerade fast wie im Alleingang einen ungeheuren Skandal auf: Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist gar nicht so frei wie sie erscheint, sondern wird dominiert von einer Gruppe, die Pohlmann als „aggressive, atheistische Sekte“ bezeichnet, die auch vor systematischem Rufmord und existenzieller Vernichtung Andersdenkender nicht zurückschreckt. Diese Sekte kleidet sich in scheinbar wissenschaftliche und fortschrittliche Gewänder, verfolgt jedoch eine radikale Agenda der Gegenaufklärung. Ihr Ziel: Die Austreibung allen Geistes aus der Menschheitskultur bzw. die Heranzüchtung des vollkommen geistlosen Menschen, der in einer „rein säkularen“ Welt unter transatlantischer Ägide nur noch dem technischen Fortschritt und der sozialdarwinistischen Effizienz verpflichtet ist – und natürlich der Meinungshoheit von neoliberalen, demokratiebefreiten „Experten“, die so wie bei Wikipedia alles aus dem Hintergrund steuern, Unerwünschtes von der Bildfläche verschwinden lassen und Erwünschtes als common sense etablieren. Trotz aller Geistlosigkeit will diese Sekte also auch in Zukunft nicht auf das Amt des Hohepriesters verzichten. Im Unterschied zu ihren antiken Vorgängern werden die neuen Hohepriester – ebenso wie ihre die Welt ins transhumanistische Paradies steuernden Algorithmen – zwar allwissend und allmächtig sein, aber eben leider nicht allgütig.

Man könnte den derzeit beobachtbaren Kampf um die mediale Meinungshoheit auch mit den Worten von Prof. Rainer Mausfeld beschreiben: „Wir leben in einer Phase der Gegenaufklärung, die es perfiderweise geschafft hat, sich als Aufklärung zu tarnen.“

Dirk Pohlmann und Markus Fiedler (Autor der mittlerweile vielgesehenen Dokus „Zensur“ und „Die dunkle Seite der Wikipedia“) stellen mit ihrer Arbeit wichtige Meilensteine bereit, um den Marsch in den Grand Canyon, in den uns die „Skeptiker“-Bewegung leiten möchte, doch noch rechtzeitig umzukehren und das Spinnwebgeflecht des manufacturing consent wieder abzustreifen.

Ein fast zweistündiger Vortrag wie nachfolgend mag uns zeitlosen Zeitgenossen etwas lange vorkommen. Aber was sind sind schon zwei Stunden gegenüber einer halben Ewigkeit, die Dantes Eishölle für jeden andauern wird, der in sie abrutscht? Insofern kann man Dirk Pohlmanns Recherchen (die nur die Essenz einer ganztägigen Tagung darstellen) als elementares Rüstzeug ansehen, das sich im massenmedial vernetzten Informationszeitalter wohl jeder Bürger zulegen sollte, der seine Mündigkeit bewahren und inmitten des transatlantisch-neoliberal-nihilistischen Netzwerks seinen Geist nicht aufgeben möchte. Denn wer dieses Netzwerk nicht kennt, wird darin unweigerlich kleben bleiben wie ein argloser Falter in einem Spinnennetz. Im Übrigen: Pohlmanns Präsentation ist ausgesprochen kurzweilig und trotz aller Dramatik sehr motivierend, ebenfalls Stellung zu beziehen und sich aus dem Zugriff eines immer dreister werdenden Ansinnens zu „betreutem Denken“ mutig mit eigenen Gedanken zu emanzipieren. Wer wenig Zeit hat, mag sich evtl. nur die Visualisierung des Skeptizisten-Netzwerks bei Minute 1:00:10 ansehen:


zum Weiterlesen:

Der Psiram Lehrmeister – Massentaugliches Infotainment und marktkonformer Brainfuck

Endzeit-Poesie 4.0: Unser „Ich“ – Staatsfeind Nr.1

„Last Christmas“ – Jahresende und Ausblick auf 2019

 

Update:
Verifiziert – und manipuliert
Ein Artikel von Golem.de

++
Neuer Youtube-Kanal von Markus Fiedler & Dirk Pohlmann zur Aufarbeitung des Wikipedia-Sumpfes:
Wikihausen

„Last Christmas“ – Jahresende und Ausblick auf 2019

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Bilder: Jürgen Plechinger / nachrichtenspiegel.de

Muppets

Inmitten der nun angebrochenen Merkeldämmerung kaprizieren sich unsere Leitmedien ja gerade mit ausführlicher Berichterstattung über die Figuren, die der Dauerkanzlerin nachfolgen wollen. Als ob es im Grunde nicht vollkommen einerlei wäre, wer das sein wird: Der BlackRock/Atlantikbrücken-Mann Merz, der Pharmalobbyist Jens Spahn oder die im Vogelkäfig der Kanzlerin persönlich herangezüchtete Annegret Ichkrieg’nenmerkelkrampf-Karrenbauer – der transatlantische Overkill kann jedenfalls weitergehen.

Ersparen wir uns also müßige Analysen des Gekrächzes – pardon: der programmatischen Ansagen und Fortschrittsbekundungen der Spitzenkandidaten. Erheitern wir uns lieber an ein paar Bildern, bevor wir dann weiter unten zu einem eher düsteren Ausblick auf das kommende Jahr 2019 kommen. Unser aus der marktkonformen Asche wiederauferstandene Colorist Jürgen Plechinger, ohne dessen Feder der Nachrichtenspiegel deutlich farbloser daherkommen würde, hat schon vor einiger Zeit eine Serie an Gänsen gemalt. Sie stehen da wie Synonyme für die angebliche Alternativlosigkeit, die uns heute von Expertenseite suggeriert wird:  Alle irgendwie gleich, mit ausdruckslosen, wie erloschenen Knopfaugen – Augen, anhand derer man den Tierchen ansieht, dass sie die digitale Transformation in vorauseilendem Fortschrittsgehorsam bereits durchlaufen haben. Ein abgewürgter Hals trägt einen abgehobenen, scheinbar über die Niederungen hinausgehobenen Kopf, der jedoch im Verhältnis zum massigen, gesäßförmigen Unterkörper weitgehend unbedeutend und vor allem nichtssagend erscheint.

Realos

Es ist wohl ein Zeichen der Zeit, dass die Menschen heute Hoffnung in etwas (z.B. die „digitale Transformation“) oder jemanden setzen, wo es nichts zu erhoffen gibt. Im Gegenzug wird die Möglichkeit wirklicher systemischer Alternativen, die den drohenden Ökozid und die Robotisierung des Menschen abwenden könnten, in den Bereich des Denkunmöglichen verwiesen. Wer Alternativen in Zeiten marktkonformer Demokratie dennoch denkt bzw. laut ausspricht, wird hart abgestraft und von „Skeptikern“ auf die mediale Streckbank gespannt. Gemeinwohl-Ökonomie? – auf Betreiben von Gwup & Co. wegen „Unwissenschaftlichkeit“ und mangelnder Reputation wieder aus den Schulbüchern und damit aus dem Bewusstsein der nachfolgenden Generation gestrichen (siehe norberthaering.de).

Zugelassen sind im öffentlichen Diskurs derzeit nur „Realos“. Ein großes Vergessen über die Möglichkeiten der Gestaltungskraft, mit der der von Idealen beflügelte menschliche Geist seine Lebensumwelt und die sozialpolitische Realität ändern könnte, macht sich breit. Sogar die Studenten kommen nicht mehr auf die Idee, zu revoltieren, sondern „pfeifen sich leistungssteigernde Medikamente rein und trinken auf dem Weg zur Uni einen Coffee to go“ (Götz Eisenberg):

 „… Die Erinnerung daran, dass eine menschliche Welt möglich ist, soll getilgt werden. Ein großes Vergessen soll sich breitmachen und jede Alternative schon im Ansatz erstickt werden. Ein Blick auf den Zustand der jüngeren Generation zeigt, dass dieses Vorhaben bereits weit vorangekommen ist. Das gilt leider auch für das Gros der heutigen Studierenden. (…) Sie pfeifen sich leistungssteigernde Medikamente rein, vergöttern Markt und Effizienz, rennen wie Somnambule hinter ihren Smartphones her und trinken auf dem Weg zur Uni einen Coffee to Go.
Statt sich in den Kampf zu stürzen, jagen sie Pokémons und tanzen nach der digitalen Pfeife. Insgeheim ahnen oder wissen sie, dass sie keine Perspektiven haben. Das macht sie latent wütend und gereizt. Deswegen besaufen sie sich regelmäßig und trinken oder kiffen sich weg aus einer frustrierenden Realität. Dass sie diese ändern könnten, ist ein Gedanke, der ihnen fremd ist.“ (ganzer Artikel siehe nachdenkseiten)  

Was ist passiert? Warum haben wir uns alle Ideale ausreden lassen, uns vom MÖGLICHEN verabschiedet und sind nur noch auf das TATSÄCHLICHE (=das Gewordene, also das bereits wieder Absterbende) fixiert? Warum sind wir zu regelrechten Tatsachenfanatikern geworden und haben zugelassen, dass uns unser Fußball der Ideale nicht nur ins Abseits, sondern weit über den Stadionzaun hinausgeschossen wurde? – Sodass wir nun am grünen Rasen da stehen wie die begossenen Pudel und in einem vom marktkonformen Regen durchnässtem Trikot zumindest ein paar Selfies knipsen, während wir im vorgegebenen Takt der Stadionlautsprecher-Bässe Hampelmannsprünge machen. Dabei merken wir innerhalb des mit gleißenden LED-Scheinwerfern ausgeleuchteten Stadions nicht, wie am Horizont gerade ein Orkan herannaht, der die gesamte Entertainment-Kulisse schon demnächst wegfegen wird.

Leere Flaschen, voll mit Ungeziefer

Wir täten also eventuell gut daran, den „streng wissenschaftlichen“ Spinnwebschleier der Alternativlosigkeit, den die Hohepriester der herrschenden Lehre um uns herumgewebt haben, wieder abzustreifen. Viel Zeit haben wir dazu allerdings nicht mehr. Denn die Zukunft bzw. Science Fiction holt uns gerade mit Riesenschritten ein und droht unsere ehemals sozial und freiheitlich veranlagte Zivilisation in Dantes Eishölle zu verwandeln. Eine Eishölle, in der Wohl und Wehe der Menschen von Algorithmen beherrscht werden (siehe auch ein lesenswertes Essay von Byung Chul Han: „Die smarte Macht“). Und diese von uns vergötterten, allwissenden, allmächtigen, aber leider nicht allgütigen Algoritmen machen das, als was uns die Skeptizisten definieren (als bloßen Biocomputer), ungleich schneller und effizienter. Menschliche Kriterien wie Verantwortung, Gewissen und Individualität – sind dann obsolet. Und solange uns kein Solar Max oder ein Asteroid streift, wird Dantes Eishölle auch für sehr lange Zeit nicht aufzutauen sein. Denn organisierter Widerstand wird in einer totalüberwachten Welt, in der künstliche Intelligenz früher über eigene Gedanken und Gefühle Bescheid weiß als man selbst, weitgehend unmöglich sein.

Noch ist jedoch nicht aller Tage Abend. Im Grunde ist es gar nicht schwer, die technokratisch-skeptizistisch-nihilistischen Spinnweben, in die wir von Kindesbeinen an eingewickelt wurden, wieder abzustreifen. Man muss zunächst nur die Gewohnheit überwinden, bloß immer vom TATSÄCHLICHEN auszugehen und stattdessen den Blick auf das MÖGLICHE, also auf ein Ideal richten, bevor man zur Tat bzw. in den Alltag schreitet. Wer ein Ideal bzw. ein individuell gewähltes (d.h. nicht von Zeitung, Fernsehen und Uni vorgegebenes) Ziel mit sich trägt, und an diesem jeden Tag weiterbastelt, es modifiziert und unbeirrt von allen Misserfolgen und äußerlich entmutigenden Tatsachen immerzu neu aufbaut, der ist gegen praktisch alle Spasmen des Wahnsinns, die sich heute des Menschen bemächtigen wollen, gefeit.

Hat jemand kein solches Ideal, dann ist er nicht mehr als das, was der Psychotherapeut V.E. Frankl als leere Flasche an einem Sandstrand charakterisiert: Ein hohles Behältnis, in das alle möglichen Tierchen – Einsiedlerkrebse, Würmer, Skorpione und diverses Ungeziefer – hineinkrabbeln, sich darin einnisten und ausgiebig Mist machen können. Ist die Flasche hingegen mit einem substanziellen Inhalt bzw. einem Ideal gefüllt, dann können die Krabbeltierchen nicht hinein.

Von den Skeptizisten darf man sich diese Möglichkeit, im Leben ein Ideal aufzubauen (das immer dialogischer Art ist, also nicht nur mit einem selbst, sondern mit Mitmensch und Umwelt zu tun hat), nicht madig machen lassen. Denn die Skeptizisten, die derzeit die Meinungshoheit beanspruchen, haben die Pforte zu Dantes Eishölle innerlich bereits überschritten und an dieser Pforte heißt es schließlich: „Wer hier eintritt, der lasse alle Hoffnung fahren.“ Mit anderen Worten: Von denen, die bereits so tief hinuntergestiegen sind, dass sie die Möglichkeiten des menschlichen Geistes aufgegeben haben und sich nur noch als Biocomputer sehen, kommt nicht mehr viel, ist nichts mehr zu erwarten. Man verschwendet nur wertvolle Zeit, wenn man sich deren missionarische Machwerke und „Manifeste“ zu Gemüte führt, mit denen sie alle noch verbliebenen Reste an menschlichem Geist (=das laut Prof. Hubertus Mynarek im Kreise der „Skeptiker“-Bewegung meistgehasste Wort) aus der Welt austreiben wollen, um endlich einer „rein säkularen“, Industrie 4.0-kompatiblen Effizienzgesellschaft im Sinne der Borgs den Weg zu ebnen.

Mensch und Welt: Nur Matsch

Niemand soll bei der ganzen Horrorclown-Chose glauben, dass es den eifernden Rittern der „Skeptiker“-Bewegung wirklich um Aufklärung ihrer unwissenden Mitbürger  geht. Der Grund ihrer Missionierungsarbeit ist vielmehr ein ganz schnöder: Sie haben Angst vor dem menschlichen Geist, vor dem, was Viktor Frankl als „spezifisch humanen Faktor“ bezeichnet hat. – Zurecht, denn ihr derzeitiger Lifestyle, der trotz aller fortschrittlicher und krampfhaft durchspaßter Bekundungen ein zutiefst nihilistischer ist, ist dem, was der „spezifisch humane Faktor“ in einem fordern würde, diametral entgegengesetzt. Die „Skeptiker“ müssen sich also über diese Realität des menschlichen Geistes betäuben und wollen diese Ignoranz zu einer pluralistischen, auch für ihre Mitmenschen verbindlichen Geisteshaltung (welch Anachronismus!) machen.

Dass sie im Zuge ihres verbissenen Kampfes gegen allen Geist selbst einem bestimmten Geist huldigen, kommt ihnen inmitten ihres Fortschrittstaumels nicht zu Bewusstsein. Dieser (Un-)Geist ist aus Goethes Faust eigentlich hinlänglich bekannt: „Ich bin der Geist, der stets verneint.“ Dass ein Geist, der alles, was das Menschsein ausmacht bzw. wertvoll macht (und nichts davon lässt sich mit Messgeräten „empirisch“ beweisen) , verneint, ein das Leben destruierender Geist und eigentlich unser innerer Feind ist (Sigmund Freud sprach vom uns innewohnenden Todestrieb Thanatos), realisieren die Skeptiker nicht. Denn dieser Geist des Todes eröffnet uns nicht nur den scheinbar grandiosesten intellektuellen Scharfsinn zum Ersinnen neuer Technologien zur Beherrschung der Natur, sondern er lässt uns vor allem in unaussprechlicher Verzückung über unsere eigene Großartigkeit schwelgen (siehe Steve Cutts kleine Videosequenz „Man“).

Überlassen wir die Skeptiker also ruhig ihrem Schicksal, sie haben es so gewählt. Alles andere als gleichgültig sollten wir jedoch gegenüber dem Ansinnen der Skeptiker sein, auch uns ihre Geistlosigkeit überzustülpen und uns ebenfalls zum Gänsemarsch in den Grand Canyon zu zwingen. Wer dieses Ansinnen in seiner vollen Tragweite und Bedeutung für unsere Zukunft erkennt, der wird sich dagegen genauso vehement verwehren wie gegen einen Sittenstrolch, der einem in die Unterhose greifen will oder gegen einen IS Fundamentalisten, der uns einen Kopf kürzer machen möchte.

In der Tat darf das pseudowissenschaftliche und pseudosatirische Auftreten der Skeptiker nicht darüber hinwegtäuschen, was dieses Ansinnen ist: Die Möglichkeit des individuellen menschlichen Geistes in seiner Gestaltungskraft gegenüber den „nackten Tatsachen“ soll wie vollkommen vergessen gemacht, zugeschottert und nie wieder zugänglich sein. So wie der französische Widerstandskämpfer Jacques Lusseyran feststellt: Man führt heute Krieg gegen das Ich, man will diesen Faktor, dieses zu Inspiration und Idealen begabte individuelle Ich im Menschen „endgültig verjagen“ (siehe „Unser Ich – Staatsfeind Nr.1“). Anstelle des homo sapiens will man nur noch die schiere Physis, den „Trockennasenaffen mit Haarausfall“ gelten lassen, als den sich der Gwup-Vordenker Michael Schmidt-Salomon in seiner Skeptizisten-Bibel „Manifest des evolutionären Humanismus“ selbst bezeichnet. Mit einem Wort: Man will nicht mehr Mensch sein, will die Last von Bewusstsein, Gewissen und damit einhergehender Moral nicht mehr tragen, ersehnt daher die transhumanistische Robotisierung. Oder um auf das Bild von Jürgens Gänsen zurückzukommen: Man will den ohnehin nur noch an einem dünnen Faden hängenden Kopf vollends loswerden und nur noch gesäßförmiges Vegetativum sein, das im digital durchzuckten Urschlamm vor sich hinsumpft.

Die Big Bang Theory der Skeptiker

Leben in all seinen hochgradig intelligent geformten und vernetzten Erscheinungsformen soll sich nach Ansicht der Skeptiker völlig konzeptlos einfach so aus dem Nichts gebildet haben. – So wie plötzlich ein Pizzabote, ohne dass er sich zuvor wie ausgemacht mit einem SMS angekündigt hätte, in Sheldon Coopers WG anläutet, während die streng wissenschaftsgläubigen Nerds vor dem Flachbildschirm sitzen und onanieren.

Das Geistige, das übrigens nicht nur laut allen großen Geistern der menschlichen Kulturgeschichte von Plato bis Goethe die determinierende Konstante allen Lebens ist, sondern das auch die großen Physiker wie Einstein, Heisenberg und Planck als zwar unwägbare, aber evidente Realität ansahen, nach der sich alles was sichtbar ist, gegliedert hat und auch weiterhin metamorphosiert, ist den Skeptikern ein Gräuel. Obwohl sie auf ihrer Edutainment-Bühne darüber lachen, haben sie in Wirklich zutiefst Angst davor. Was man ihnen auch nicht verdenken kann. Denn wenn ich einer fundamentalistischen Weltanschauung des 19. Jahrhunderts anhängen würde (die nach heutigen Erkenntnissen der Teilchenphysik in Wirklichkeit längst widerlegt ist), deren „Wissenschaft“ nicht einmal die Entstehung von Leben erklären kann, geschweige denn die Entstehung von Bewusstsein, dann hätte ich auch eine Heidenangst … und würde um einen Eimer Sand betteln, in den ich meinen Kopf hineinstecken kann.

Damit nun niemand enttäuscht ist, wenn er sich von den Gwup-Skeptizisten abwendet und wieder die Möglichkeit des menschlichen Geistes in Erwägung zieht (letzterer Weg ist mühsam wie eine Bergtour, ersterer Weg ist scheinbar bequem, man braucht sich nur fallenlassen wie bei einem Bungee-Jump ohne Seil, ein kurzer Geschwindigkeitsrausch ist dabei garantiert, bis zum Aufprall hat man die Gravitationskraft ganz auf seiner Seite und echt Spaß, das lässt sich nicht bestreiten): Wie im Werk von Erich Fromm nachzulesen, gehört der Geist der Welt des „Seins“ an und nicht der des „Habens“. Man kann Geist also nicht so „haben“ wie einen Bachelor of Arts oder einen Master of Science – letztere Titel kann jeder erwerben, der nur genügend Sitzfleisch und finanzielle Ressourcen hat, selbst der verbockteste Kopf mit „Brett vorm Kopf“ – siehe die in endlosen Kolonnen inflationär durch die Gegend watschelnden akademischen Gänse, die derzeit das politische, kommerzielle, finanzwirtschaftliche, mediale, militärische, ökologische und soziale Leben auf allen Ebenen bestimmen. Geist muss man sich hingegen täglich neu erringen, wenn er lebendig bleiben soll. Das Schöne an einem geistvollen, sinnerfüllten Leben ist allerdings: Er wirkt bereits in homöopathischen Dosen. Selbst wenn man sich nur einen kleinen Aspekt davon erarbeitet und  nur ein bescheidenes Ideal im Leben verwirklicht, fühlt man sich trotz allem Gegenwind – und zeitweise unvermeidlichen Gefühlen der Einsamkeit inmitten der umgebenden Dschungelcamp-Party – im Grunde ungemein zufrieden und erfüllt.


Nachsatz + Ausblick auf das Jahr 2019

Mancher mag sich fragen, warum wir uns überhaupt so viel Mühe machen, um über das Treiben der „Skeptiker“-Bewegung aufzuklären. Nun, weil die Sumpfdotterblüten, die diese Gruppierung auf medial wirksame Weise treibt, symptomatisch für das sind, was schlichtweg die Wurzel aller desaströsen Entwicklungen ist, die wir heute auf politischem, ökonomischem, ökologischem und sozialem Gebiet beobachten können: Den technokratischen Nihilismus, der die Realität und Potenz des menschlichen Geistes verneint und sich damit dem Ansinnen des Neoliberalismus nach vollendeter Ausschlachtung der noch verbliebenen Umwelt- und Humanressourcen ergibt.

Solange wir diesem heute fast allerortens – meist stillschweigend – prädominierenden Nihilismus (Goethes „Geist, der stets verneint“) keine Absage erteilt haben, wird es weiter munter abwärts gehen, und zwar im forcierten Schweinsgalopp. Jede einzelne politische, ökonomische und technologische Maßnahme, die nicht den „spezifisch menschlichen Faktor“ bzw. den menschlichen Geist berücksichtigt, so scharfsinnig, fortschrittlich und effizient sie auch von „Experten“ präsentiert wird, wird sich nur als Treibsand erweisen, in dem wir immerzu tiefer versinken. Es ist daher ein Trugschluss und weitgehend verschwendete Zeit, sich mit in industrieller Mast herangezüchteten Gänsen und ihren programmatischen Erklärungen zu befassen oder von politischer bzw. Experten-Ebene eine Verbesserung der eskalierenden Probleme zu erwarten. Ob Merz, Spahn oder AKK, es werden im Gänsemarsch immerzu ähnliche Figuren nachkommen, so wie ein Spielmann Luftballons aus dem Sack zieht und nacheinander aufbläst, selbst wenn man einer besonders renitenten Gans nach 13 Jahren endlich mühevoll die Luft abgelassen hat.

Freddy Krueger kommt

Lassen wir die Gänse aber wieder beiseite. Da ich die Fortsetzung zu meinem Jahresausblick für 2018 („Freddy Krueger kommt! … und keiner merkelt’s “) immer noch schuldig geblieben bin – ja, so schnell vergeht ein Jahr, eben war noch Silvester, jetzt kommt schon wieder Advent und man hört das erbarmungslose „Last Christmas“ aus den Kaufhauslautsprechern heranwimmern – hier zumindest ein verkürzter Ausblick auf 2019. Mit einem Wort: Wer vorhin genannte Ideale nicht hat und wer sich aus dem Spinnwebgeflecht von Noam Chomskys „manufacturing consent“ nicht mutig zu eigenständigem Denken emanzipiert, dem wird es im kommenden Jahr vollkommen den Teppich unter den Füßen wegziehen. Er wird vom rülpsenden Konsensmoloch (© Wolf Reiser) komplett verschluckt werden und im Rachen dieses Molochs der Mentalvergiftung (© Reiner Mausfeld) erliegen.

Diese schleichende, durch die psychische Immunabwehr kaum noch zu bewältigende Vergiftung führt im Endstadium schließlich zu er einer vollständigen Fossilisierung noch vorhandener geistiger Beweglichkeit und innerer Vermorschung. Auch Medikamente, Drogen, exzessives Fernsehen und sonstige Kompensationen werden nicht mehr helfen, den Deckel auf dem Topf zu halten, der Wahnsinn wird überquabbeln. In diesem Stadium der Sklerose angekommen, werden sich die Skeptizisten in ihrem Menschenbild aber nur noch bestätigt fühlen. Können sie dann nämlich mit Fug und Recht behaupten, dass der Mensch ja wirklich nur ein geistloser Trockennasenaffe und ein „aufrecht gehender Depp“ sei (M. Schmidt-Salomon).


Angela Merkel / Freddy Krueger (Flickr-European People’s Party-CC BY 2.0 / Wikimedia-Pat Loika-CC BY 2.0)

Als notorischer Zweckoptimist würde ich gerne ein freudigeres Bild malen, aber ich glaube, wir tun gut daran, die kommende Zeit nüchtern zu betrachten und uns innerlich auf das gefasst machen, was nun kommt … nachdem am Baum der Humanität jahrzehntelang mit immer wirkungsvollerer technischer Gerätschaft intensiv gesägt wurde und es nur noch ein schmaler Rindensteg ist, der diesen Baum in der Vertikalen hält. Dass die im vollendeten Profit- und Wachstumsrausch befindlichen Finanz- und Politmächte die Motorsägen abstellen, kurz bevor unser Baum endgültig umkracht, ist ein naiver Wunschtraum, den uns der Weihnachtsmann nicht erfüllen wird. Sprechen wir also Klartext. Industrie 4.0, digitale Transformation und die Ausschlachtung noch verbliebener Umwelt- und Humanressourcen sind beschlossene Sache. Ebenso eine menschenverachtende Migrationsagenda, die aus den armen Ländern noch die wirtschaftlich verwertbaren Facharbeitskräfte und medizinisches Personal abschöpfen will (siehe ein bereits 2013 veröffentlichtes Agenda-Dokument des World Economic Forums: „The Business Case for Migration“ bzw. einen Kommentar des Wirtschaftsjournalisten Norbert Häring zum UN-Migrationspakt). Diese Agenda wird globalpolitisch-ökonomische Missstände zementieren und für alle Beteiligten einen noch nie dagewesenen Strudel an menschlicher Verelendung und Entwurzelung nach sich ziehen. Der existenzielle Kampf und die Perversionen, die in diesem Zustand des streng wissenschaftlichen Overkills herrschen werden, werden alles in den Schatten stellen, was wir als Zivilisationsbürger bisher gekannt haben. 

Failed state Germany

Der Grund, warum wir in der heutigen Situation gelandet sind, ist dabei nicht bloß, weil wir so doof waren, in entscheidender Zeit bei den Wahlen eben dumme Gänse zu wählen, sondern ist die finale Konsequenz von Entscheidungen, die wir – vielleicht vielfach unbewusst, aber eben doch mit überwiegender Mehrheit getroffen haben: bloßer Oktoberfestbürger zu sein, der nicht mehr will als „gut und gerne leben“ und ein bisschen Spaß haben.

Die konstruktiven, menschenwürdigen Optionen, die uns ebenfalls offenstanden, haben wir hingegen in den Wind geschlagen. Wir haben eine Absage an alles geleistet, was uns an nachhaltigen Möglichkeiten geboten wurde – und uns wurde sehr viel geboten. Wir sitzen auf gewaltigen Kulturschätzen von Hegel bis Goethe, mit denen wir das mitteleuropäische Modell zu einem wahren Exportschlager für die ganze Welt hätten ausbauen können. Das Kunststück, uns angesichts solcher Schätze für ordinären Ganstarap zu entscheiden und uns darin zu gefallen, als vollkommen entblößte und staatlich subventionierte Exhibitionisten auf der Straße „Deutschland verrecke!“ zu schreien (siehe #wirsindmerkel #unterallersau), muss uns erst einmal jemand nachmachen.

Auch wenn sich Deutschland damit für den Niedergang entschieden hat, die gute Nachricht ist: Es wird weitergehen: Andere Länder und andere Menschen werden die Aufgabe, vor der Deutschland versagt hat, übernehmen und das Beste aus dem verfahrenen Scherbenhaufen, den das Schlamerkelland hinterlassen hat, machen. Soweit ich aus mehreren asiatischen Ländern gehört habe, die ich selbst bereise und zu denen ich regen Austausch pflege, schätzt man Goethe dort als außerordentliche Geistesgröße, kultiviert seine Gedanken und schüttelt nur den Kopf darüber, wie man hier in seiner Heimat einen auf „Fack ju Göhte“ macht und auf den Schulhöfen stattdessen lieber Gangstarap-Plörre schlürft. Laut Bericht im Focus ist ja „Du Goethe!“ neben „Du Opfer!“ und „Du Wichser!“ heute zu einem der gängigen Schimpfwörter unter Jugendlichen avanciert.

Auch in besagten asiatischen Ländern herrscht heute ein starker Fokus auf Ökonomie, steht traditionelle Lebensart unter Druck und gibt es viele Missstände. Die Menschen dort sind jedoch nicht so dumm, im Zuge des Wirtschaftswachstums das Kind mit dem Bade auszuschütten und alle ihre Werte über Bord zu werfen. Während wir uns hierzulande besonders schlau und fortschrittlich vorkommen, Werte und Traditionen möglichst restlos zu zerfleischen, so pflegen viele Asiaten ihre Werte. Sie tragen bei allem Leid, das ihre Länder zu ertragen haben, immer noch die intuitive Gewissheit in sich, dass das gesamte Wohl und Wehe nicht nur ihres Landes, sondern auch ihres individuellen Schicksals von diesen Werten abhängen wird, die sie daher als ihren innersten Schatz betrachten.

Wenn ich dortigen Freunden und Geschäftspartnern, die Europa nicht oder nur selten bereisen, von dem erzähle, was im heutigen Deutschland marktkonform-merkelscher Prägung vor sich geht, dann können diese Menschen das kaum fassen, da es das bisherige Bild, das sie von Deutschland hatten, vollkommen auf den Kopf stellt. Inzwischen halte ich es daher ähnlich wie der Welt-Kolumnist Henryk Broder, der während seiner vielen Reisen gar nicht mehr erzählt, in welchem Zustand sich Deutschland heute befindet, sondern seine Gesprächspartner lieber in gutem Glauben an das Good old Germany lasse. Er erspare es ihnen, zu erklären, dass Deutschland heute in Wirklichkeit ein „failed state“ sei (Quelle: Broders Spiegel). 

Überleben im Smog

Dass wir auf kollektiver Ebene gerade mitten im Scheitern sind, darf uns aber nicht daran hindern, auf individueller Ebene mit aller Kraft um Kultur und Humanität zu kämpfen. In Wirklichkeit ist die individuelle Ebene ja sogar die einzige, die wir wirklich in der Hand haben. Und in Wirklichkeit entscheidet sich unser Schicksal nicht bei Wahlen, sondern geradewegs auf dieser individuellen Ebene. Egal, was man uns äußerlich auch zumuten mag und wie sehr die Dekadenz auch voranschreiten wird: Ich kann als individuelles „Ich“ immer Stellung beziehen, wenn auch nur stillschweigend. Selbst wenn es zu einem schlimmen Repressions-/Bürgerüberwachungssystem kommen sollte (nach Meinung hochrangiger CIA-Experten errichten wir ja gerade „schlüsselfertige Tyranneien“ / Quelle: The Guardian), dann kann der Mensch von seinem Ich aus trotzdem innerlich entscheiden, wie er sich moralisch zu diesem System positioniert, selbst wenn ihn dieses System äußerlich zunächst zur Anpassung zwingt.

Wichtig ist nur, dass man sich nicht dem ergibt, was der Dichter und tschechische Präsident Vaclav Havel als „Lebenslüge“ bezeichnet hat (Havel: „Die Tragik des modernen Menschen ist nicht, dass er immer weniger über den Sinn des eigenen Lebens weiß, sondern dass ihn das immer weniger stört.“)  Gerade im kommenden Jahr 2019 wird sich diese systematische Lebenslüge zu dermaßen dunklen Wolken geballt haben (Sloterdijk nennt diese Wolken „Lügenäther“, der heute so dicht sei wie zu Zeiten des kalten Krieges nicht mehr), dass nur noch diejenigen ihr gesundes Menschsein aufrechterhalten werden können, die ein substanzielles, persönlich gewähltes Ideal pflegen. Wer kein solches Ideal hat, wird die Lebenslüge bzw. den Lügenäther internalisieren und diesen dann aktiv von sich geben, so wie man dies jetzt schon in besonders anschaulicher Form bei den Reden der Bundeskanzlerin beobachten kann: Man schwimmt einfach mit dem mit, was Kommerz und neoliberaler Zeitgeist fordern und memmelt irgendwelche schöntuerischen, aber eigentlich nichtssagenden Worte vor sich hin. Auf diese Weise stürzt man das eigene Leben in eine tiefe Tragik. Für eine Handvoll „needful things“ verpasst man den Anschluss an die menschliche Entwicklung und versäumt es, Stellung zu beziehen. Indem man als Mensch keine reifliche Stellung und damit keine Verantwortung bezieht, zu der man aufgefordert wäre, macht man das Gleiche wie Merkel: Man tut nichts und führt geradewegs damit schlimmeres Unheil herbei als es jeder Despot durch offenkundig destruktives Handeln vermochte.

Im Gegensatz dazu braucht derjenige, der sich mutig aus der herrschenden Meinung des „manufacturing consent“ emanzipiert und eigene Gedanken und Ideale pflegt (siehe „Warum überhaupt noch denken? – Ein Survival-Kit für die Apokalypse“ ), keine Angst vor der Zukunft haben. Auch wenn äußerlich alles zusammenbrechen sollte – und was die wenigsten gewahr haben: unser Leben in der aktuellen  Filmepisode währt sowieso nur eine sehr begrenzte Zeitspanne  –, aber das Wertvollste, das er als Mensch besitzt, hat er vor der Zersetzung gerettet: sein individuelles Ich.

 

Endzeit-Poesie 4.0: Unser „Ich“ – Staatsfeind Nr.1


Jacques Lusseyran (parkwaechter / nachrichtenspiegel.de CC BY 4.0)

Ich weiß nicht, was ich bin,
ich bin nicht, was ich weiß:
ein Ding und nicht ein Ding,
ein Pünktchen und ein Kreis.

(Angelus Silesius)

In einer Zeit, in der wir uns mit „realpolitischen“ Grabenkämpfen hoffnungslos verausgaben, tut es uns zur Abwechslung vielleicht gut, mit einem grundlegenden Gedanken über das menschliche „Ich“ zur Besinnung zu kommen. Welche Instanz in uns ist es denn überhaupt, die „Ich“ sagt, wenn sie die eigene Menschlichkeit geltend macht und Andersdenkende – ob zurecht oder zu Unrecht, sei in diesem Zusammenhang einmal vollkommen dahingestellt – ins Lager der rechts-/linksversifften Unmenschlichkeit verweist? Gibt es überhaupt ein „Ich“ im Sinne eines menschlichen Persönlichkeitskerns oder sind es nur animalisch-egoistische Spasmen, die sich ausleben, wenn wir unser „Ich“ proklamieren?

Vielleicht ist diese scheinbar rhetorische Frage nach dem Ich in Konsequenz sogar sehr viel realpolitischer als alle harten Zahlen, Daten und Fakten, mit denen uns unsere Polit- und Wirtschaftsführer*innen derzeit „alternativlos“ in den Würgegriff nehmen. Leisten wir uns inmitten des marktkonformen Infernos also zumindest für ein paar Atemzüge den Luxus, dieser ketzerischen Frage nachzugehen. Was haben wir in einer „Epoche der totalen Blasphemie“ (Henry Quelcun) schon noch zu verlieren?

Unterwegs zur Endlösung der Menschheitsfrage

Vielleicht wird die Frage nach dem menschlichen Ich in Zukunft einmal wirklich obsolet sein. – Wenn diejenige technokratisch-szientistisch-nihilistische Lehre obsiegt, die derzeit die Meinungshoheit beansprucht (siehe „Der Psiram-Lehrmeister“), dann wird unser Ich – laut Viktor Frankl: „der spezifisch-humane Faktor“ – womöglich in der Tat verdunsten und der robotisierte Mensch wird in einer technizistisch vergletscherten Industrie 4.0-Lebensumwelt zu dem werden, was die Apologeten der herrschenden Lehre jetzt schon postulieren: zu einem bloßen Biocomputer, der als Artefakt im Urschlamm ohne Sinn und Ziel vor sich hinsumpft bzw. -surft. Der schon im 18. Jahrhundert vom Naturwissenschaftler Carl Linné zur Gattung der „Qudrupedes“ (lat. „Vierfüßer“) zugeordnete Mensch wird sich dann ganz selbstverständlich als das auffassen, was Michael Schmidt-Salomon, der Chefideologe der Giordano Bruno-Stiftung und Apologet der Gwup-/Skeptikerbewegung von sich selbst sagt: Dass er nur ein „Trockennasenaffe mit Haarausfall“ sei.  Mit dem homo sapiens, dem zu Weisheit fähigen Menschen, will der Gwup-Vordenker ein für allemal Schluss machen. In seiner Bibel für Skeptizisten und solche, die es werden wollen, dem „Manifest“, entwirft Schmidt-Salomon demgegenüber das Bild des „homo demens“,  dem „tollsten Witz des Witz der Geschichte, der „dümmer nimmer geht“, einem Artefakt im Urschlamm, der „in der tiefsten galaktischen Provinz“ ein Dasein der „kosmischen Bedeutungslosigkeit“ und ohne freiem Willen fristet. Das einzig Erstrebenswerte, das „wir aufrecht gehenden Deppen“ in dieser „Scheißgegend“ (Science Busters) tun könnten, wäre zufolge Schmidt-Salomon, uns zu „sanften , freundlichen … Affen zu entwickeln“, uns in ein besseres Verhältnis zu „Bruder Schimpanse und Schwester Bonobo“ zu bringen (Zit. aus Hubertus Mynarek, „Vom wahren Geist der Humanität – Die Giordano Bruno Stiftung in der Kritik“, Nibe Verlag 2017).

Also wenn das nun nicht eine „frohe Botschaft“ ist – mit dieser Skeptizisten-Bibel in der Hand kann der zeitgenössische Fortschrittsbürger endlich „alle Moral, allen Ballast der Humanität und ihrer Verpflichtungen abwerfen und ganz ins Tiersein, ins schuld- und verantwortungslose Affensein zurücktauchen“ (Mynarek, ebd., S.159 ). Kein Wunder, dass Schmidt-Salomon heute in keiner Talkshow mit weltanschaulicher Thematik fehlen darf. Mit seiner Weltanschauung des mechanistischen Determinismus, der Negation von Willensfreiheit und ethischer Selbstbestimmung ebnet er den ersehnten Weg zur digitalen Transformation und zur Robotisierung von Mensch und Lebensumwelt, also zur Endlösung der leidlichen Menschheitsfrage.

In direkter Antithese zu Goethe, demzufolge das menschliche Dasein eine „Pflanzschule des Geistes“ ist,  sieht Schmidt-Salomon die menschliche Vernunft als bloßes Artefakt und Produkt der Materie unseres Gehirns an, das im Übrigen eine „Eintagesfliege“ sei, denn „die eigentlichen Herrscher der Erde waren und sind die Bakterien“. Gleichwohl besitzt der ehemalige Marketingprofi Schmidt-Salomon genügend Chuzpe, um seine geistlose Weltanschauung als „Evolutionären Humanismus“ zu bezeichnen und sich mit dem Namen von Giordano Bruno zu schmücken, einem erklärten Pantheisten, der selbst in Angesicht von Inquisition und Scheiterhaufen nicht von seiner Überzeugung abrückte, dass ein Kanon an schöpferischer Weltengeistigkeit in allem und jedem lebe und daher jedes Lebewesen seine unzerstörbaren Rechte und eine unveräußerliche Würde habe. Mit dieser Gewissheit im Inneren konnte Giordano Bruno selbst am Scheiterhaufen zu seinen Inquisitoren sagen: „Mit größerer Furcht vielleicht verkündet ihr das Urteil, als ich es empfange“.

Szientismus als neue Staatsreligion

Zur missbräuchlichen Verwendung des Wortes „Wissenschaft“, die im Sinne der Skeptiker-Bewegung in Wirklichkeit eine Nichtwissenwollenschaft ist, da sich die Skeptiker durch die existenzielle Realität unseres Daseins zutiefst verängstigt fühlen, wäre jetzt noch einiges auszuführen. Zur „Giordano Bruno Stiftung“ jedoch ein andernmal mehr. Auch den „Evolutionären Humanismus“ – laut Mynarek in Wirklichkeit nur ein „enthumanisierender Apismus“ –  wollen wir im Auge behalten. Es handelt sich hierbei nämlich nicht nur, wie man meinen könnte, um die durchgeknallte Weltanschauung einiger Sheldon Cooper-Nerds, sondern um die Speerspitze bzw. die Brandfackel, die von einflussreichen, mit Politik, Wirtschaftslobbies und  Medien bestens vernetzten Think Tanks zur billigen Brandrodung des noch verbliebenen Regenwalds an Humanität und geistgeprägter Kultur benutzt wird – um auf den niedergebrannten Kulturflächen dann marktkonforme Plantagen errichten zu können. Denn wenn Mensch und Umwelt nur als geistlose Kohlenstoffzusammenballungen angesehen werden, dann steht der restlosen Ausschlachtung der noch verbliebenen Umwelt- und Humanressourcen nichts mehr im Wege. Entgegen aller fortschrittlicher Bekundungen bereitet die rationalistische Weltanschauung der „Skeptiker“ also geradewegs den Boden für den fatalsten Rückschritt. Indem sie dem Menschen de facto seine Würde abspricht, entkleidet sie ihn auch jeglichen Schutzes gegenüber dem gerade zum Endsieg ansetzenden Neoliberalismus.

Die „Giordano Bruno Stiftung“ etabliert dazu gerade die passende Staatsreligion: Den Gwup-Skeptizismus. Als „ideologischer Anziehungs-, Kristallisations- und Konzentrationspunkt des Materialismus in Deutschland und möglichst auch Europa“ betreibt die Giordano Bruno Stiftung laut Prof. Mynarek derzeit die aktivste, engagierteste und medial effektivste Agitation und Propaganda, um dem zeitgenössischen Menschen mit der ideologischen Brechstange ihr Credo beizubringen – möglichst schon von Kindesbeinen an durch „Infotainment“ und „Edutainment“ (von engl. education-Erziehung und entertainment-Unterhaltung, wie die Skeptizisten ihre „wissenschaftliche Aufklärung“ selbst nennen). Um nicht immer klassische Philosophen zu zitieren, dazu auch die Meinung eines neuzeitlichen Freundes der Weisheit: Was durch Gwup & Co. herangezüchtet wird, ist nichts anderes als der „absolute Untertane“ ( ©Eifelphilosoph). Personen, die herrschende Narrative hinterfragen und von ihrer Meinungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit Gebrauch machen, sollen dem Hohn und Spott preigegeben werden.

Da das Thema brandaktuell und der Parkwaechter dafür berüchtigt ist, angekündigte Folgeartikel mit ein- oder mehrjähriger Verspätung zu veröffentlichen, hier vorab schon einmal eine bündige Charakterisierung von dem, was die „Giordano Bruno Stiftung“ darstellt (veröffentlicht in der taz von Micha Brumlik, ehem. Direktor des Fritz Bauer Instituts – Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte des Holocaust):

>> Freilich geht es der Ideologie des „Evolutionären Humanismus“, einem militanten und intoleranten Atheismus, wie er von der Giordano Bruno Stiftung vertreten wird, weder um Toleranz und Humanität noch um ein respektvolles, aufgeschlossenes und lernbereites Gespräch unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen; auch nicht um einen Dialog, in dem die Gehalte, Reichtümer und Schätze, aber auch Fehler, Verbrechen und Vergehen von Weltanschauungen sensibel, selbstkritisch und respektvoll erörtert werden, sondern um eine weitere „Austreibung“: hier der Religionen aus dem öffentlichen Raum und Diskurs. Giordano Bruno nannte das „Spaccio“. Der von der nach ihm benannten Stiftung vertretene „Evolutionäre Humanismus“ erweist sich am Ende als oberflächliche, naturwissenschaftlich aufgeputzte Schwundstufe einer selbst noch nicht säkularisierten Weltanschauung, die in ihrem Dogmatismus dem religiösen Fundamentalismus der Gegenwart in nichts nachsteht, sondern sein geistiger Bruder ist.<<

„Wer den Mut nicht hat, die Freiheit zu erringen, der verdient es, Sklave zu sein“ (Hegel)

Zurück aber zu unserem Eingangsthema, dem menschlichen „Ich“, sonst schweifen wir zu sehr ab, und gerade beim Thema Gwup macht es schnell Blup und man verliert sich im Sumpf des szientistischen Nihilismus. Noch ist ja nicht aller Tage Abend. Solange die letzte Schlacht nicht geschlagen und die in den Google Labors von Silicon Valley mit Milliardenetats vorangetriebene Mechatronsierung des Menschen noch nicht vollbracht ist, dürfen wir uns jedoch noch nicht geschlagen geben und sei es erlaubt, um das menschliche Ich bzw. sein zukünftiges Potential zu kämpfen – auch wenn besagtes Ich derzeit noch nicht mehr erscheint als ein zarter Maiglöckchenkeim im Hambacher Wald, auf den eine Armada an RWE-Bulldozern zurollt.

Im Kampf um die Zukunft, der in Wirklichkeit bereits voll im Gange ist, haben wir es mit einem scheinbar übermächtigen Gegner zu tun. Nicht wenige sind daher geneigt, sich nun einfach zurückzulehnen, sich nochmal eine Pulle Spaß aus der Aludose zu saugen und „abzuschalten“. Wenn wir diesen Kampf um das menschliche Ich allerdings nicht kämpfen, dann droht uns wohl oder übel dasjenige Schicksal, vor dem uns Hegel eindringlich gewarnt hat: „Wer den Mut nicht hat, die Freiheit zu erringen, der verdient es, Sklave zu sein.“

Niemand der fortschrittsgläubigen Freunde Sheldon Coopers soll allerdings glauben, dass ein solches Sklavendasein allzu amüsant sein wird. Im Vergleich zu einem zukünftigen Sklavendasein in Dantes Eishölle 4.0 war das klassische Sklavendasein in der Antike noch ein sozialromantischer Wellnessaufenthalt. Die Rutsche in diese Eishölle wurde uns bereits gelegt. Nur noch wenige Schritte und die Post geht ab.

Um den bevorstehenden Kampf gegen das Abrutschen in Dantes Eishölle kämpfen zu können, brauchen wir jedoch einen Kompass zur Orientierung. Denn der beißende schwarze Qualm brennender Autoreifen, der aus einer perfekt verzahnten medial-politisch-kommerziellen Maschinerie des „Manufacturing consent“ gegen den Himmel aufsteigt, hat die Sonne fast vollständig verdunkelt und verhindert die Orientierung mit bloßen Augen. Dass wir in dieser Situation nicht mehr wissen, wo Links und Rechts ist, ist noch das Harmloseste. Es steht noch viel schlimmer: Wir wissen nicht einmal mehr, wo Oben und Unten ist und wir verwechseln Fortschritt mit fatalstem Rückschritt.

Der Mensch: Eine Babuschka

Was ist also der im obigen Gedicht von Agelus Silesius skizzierte Mensch? Ein Pünktchen (ein subjektives Zentrum)? In Beziehung zum Kreis (zur objektiven Welt)? Viele meinen ja, dass die Welt auch gut ohne den Menschen bestehen könnte. Aber ist ein Kreis ohne Zentrum überhaupt denkbar? Oder etwas banaler: Wem schmeckt schon eine Suppe ohne Salz?

Wie auch immer. In digitalen Zeiten, in denen die Einfältigkeit wieder überhand nimmt und man mit binärem Denken (alles ist entweder Null oder Eins, Ja oder Nein, Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse) alles erklären möchte – und damit natürlich hoffnungslos Schiffbruch erleidet –, wollen wir uns wieder einmal als Ketzer betätigen und ein vielschichtiges Erklärungsmodell heranziehen. Ein solches Erklärungsmodell gibt es bereits – kommt zwar aus Russland, also aus demjenigen Reich, in dem laut herrschender Lehre bzw. binärem Denken das Böse verortet wird, aber seien wir doch einmal zumindest für ein paar Atemzüge undogmatisch und lassen wir ein Stück russische Volkskultur rein bildhaft auf uns wirken: Die Rede ist von der „Babuschka“. Ja, das ist jene zwiebelförmige Holzfigur, mit der in Zeiten als es noch keine Smartphones gab, auch hierzulande wohl jedes Kind gespielt hat. Die Babuschka – eine Kernfigur, umgeben von einer Vielzahl an auseinandernehmbaren und wiederzusammensteckbaren Hüllen.

Babuschka (Bild: pixabay CC0)

Im Grunde drückt die Babuschka damit in aller Einfachheit nichts anderes aus, was uns auch alle Philosophen in ihren mitunter komplizierten Darstellungen mitteilen wollten: Die innere Architektur des Menschen.

In diesem Zwiebelmodell könnte man das, was man „Ego“ nennt – also unser auf Überleben, Anerkennung, Sicherheit, Lust und Macht gerichteter Persönlichkeitsteil –, als eine der äußeren Schalen der Babuschka bezeichnen. Es ist in Wirklichkeit eine Art Gegenbild unseres eigentlichen Ichs: Während das Ego fortwährend auf Konsumieren und Verschanzen in wohlbekannten Behausungen aus ist, geht es unserem Ich um fortwährendes Neuschaffen, Verändern und Bereichern des Lebensumfelds.

Man sollte jedoch das Ego nicht verdammen oder versuchen, es vollständig aufzulösen – es reicht bereits, wenn man es einfach an die richtige Stelle rückt – dort kann man es sogar zu sehr nützlicher Arbeit einspannen, die letztlich wieder dem eigentlichen Ich des Menschen und der Allgemeinheit dient. Die Existenz dieses eigentlichen Ichs ist übrigens auch der Grund, warum man als Mensch entgegen aller Versprechungen der Werbung niemals glücklich ist, wenn man nur ein egoistisches Konsumleben führt – denn das Ich des Menschen ist seiner Natur nach dialogisch aufgebaut und nur dann glücklich, wenn es uns gelingt, etwas aktiv zu schaffen und in der Welt irgendetwas für andere bzw. das Gemeinwohl beizutragen.

Selbst jemand, der noch stark im Egoismus verhaftet ist, schafft diese dialogische Erweiterung nach außen zumindest ansatzweise, indem er sich um seinen Partner, Familie, den Hund, den Wellensittich etc. kümmert und ihm diese Öffnung nach Außen ein kleines Glücksgefühl beschert. Obwohl sich bei weiterer Entwicklung auch das oft als ziemlich krasser Egoismus und Selbstbespiegelung entpuppen kann und man wirkliche Zufriedenheit erst dann erfährt, wenn man auch wirklich uneigennützige Dinge tut.

Pestilenz 4.0 und Gegengift

Zurück aber zum Selbst bzw. zum „Ich“ des Menschen: Nach der o.a. „frohen Botschaft“ von Schmidt-Salomon (siehe auch „Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest“) schulde ich nun auch eine kleine Ampulle Gegengift. Die wirkliche frohe Botschaft in Sachen „Ich“ ist nämlich: Wer dieses „Ich“ auch nur in geringem Maße geschmeckt bzw. die aus ihm erwachsende Möglichkeit erlebt hat, aus allem, selbst inmitten der übelsten Umstände und der größten Armut wie quasi aus dem Nichts noch etwas Konstruktives zu schaffen, der ist gegen praktisch alle Dekadenzerscheinungen unserer Zeit immun. Er kann selbst inmitten allen Niedergangs ein sinnerfülltes Leben führen und Keime für die Zukunft setzen … damit aus dem kulturellen Trümmerhaufen wieder Menschenwürdiges emporsprießt. Wer mit diesem Kern seiner Individualität – der gemäß Erich Fromm nicht der Region des Habens, sondern der des Seins zugehört, den man also niemals dingfest machen und „besitzen“ kann (den man aber sehr wohl verlieren kann!), sondern dem man sich immer nur annähern kann –,  an dem wird auch die massenmediale Suggestion des „manufacturing consent“ abperlen. Sich der Vermassung à la #wirsindmehr(kel) zu ergeben, wäre dann von vornherein ausgeschlossen.

Der im individuellen „Ich“ gegründete Mensch hat es auch nicht notwendig, „abzuschalten“ und vor den desaströsen Tatsachen des Weltgeschehens die Augen zu verschließen. Er kann sich mutig mit allen politisch-ökonomisch-militärischen Machenschaften konfrontieren. Lüge und Manipulation wird er sogar als willkommene Gelegenheiten ansehen, um diese als schwarzen Kontrast zu nutzen, auf dessen Hintergrund er dann ein umso konstruktiveres Ideal für Wahrheit, Gerechtigkeit, Ökologie und menschliche Solidarität aufbaut. Auch gegen die gerade epidemisch ansteigenden Angststörungen, Depressionen und Panikattacken wird ein authentisch im „Ich“ gegründeter Mensch weitgehend immun sein.

Damit wir aber nicht zu theoretisch bleiben: Wie nähert man sich diesem „Ich“ an bzw. was nährt das „Ich“? – Nun, ganz einfach: Gedanken! Aber wohlgemerkt nicht solche, die man in Zeitung, Fernsehen oder Uni serviert bekommt. Es muss sich um philo-sophische (wörtl. griech.: „in Liebe zur Weisheit“ gerichtete) Gedanken handeln. Woran erkennt man einen philo-sophischen Gedanken? Nun, ein Kriterium dazu ist z.B., dass man über ihn staunen und ihn nicht sogleich ergründen kann. Kann man über einen Gedanken nicht staunen, dann ist er bloß technokratisch-szientistischer Natur. Man drischt mit solchen Gedanken eigentlich nur trockenes Stroh und geht trotz aller hybrider Informationsfülle leer aus (Albert Einstein: „Wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, ist seelisch bereits tot.“)

Es ist daher nichts weniger als eine Schicksalsfrage, aus welchen Quellen man seine Gedanken schöpft bzw. an welche Gedanken man sein Herz hängt. Und genau hier haben wir es mit dem entscheidenden Momentum zu tun, das die Skeptizisten dem Menschen absprechen: Dem freien Willen, der sich über alle Determinationen erheben kann. Durch die Wahl von Gedanken und Ideen – die nach Plato keineswegs abstrakte Gebilde, sondern lebendige, sich fortwährend metamorphosierende Urbilder sind – machen wir uns zu dem, was unserer Wahl entspricht. Dabei haben wir vollkommen freie Wahl, ein riesiger Menüplan steht uns zur Verfügung, darunter auch die großartigsten, wohlschmeckendsten und nährstoffreichsten Gedanken der großen Philosophen (gr. „der Freunde der Weisheit“, also der Freunde des homo sapiens) – wer abends auch nur 10 Minuten lang von solchen Gedanken trinkt, ist gegen die drohende Mutation zum homo demens sicher geschützt.

Niemand wird aber gezwungen, von kristallklarem Gebirgswasser zu trinken, man kann auch – um noch einmal unseren geschätzen Eifelphilosophen zu zitieren, abends „ein Gläschen Promi-Urin“ vorziehen. Oder das „Manifest“ eines Trockennasenaffen. Wieder einmal gilt: In der Wahl sind wir vollkommen frei. Im Tragen der Folgewirkungen unserer Wahl dann allerdings ganz und gar nicht mehr.

Der Krieg gegen das menschliche Ich

Eine der besten Umschreibungen des „Ich“ habe ich bei Jacques Lusseyran gefunden. Der Mann war während der NS-Besatzung führendes Mitglied der französischen Resistance und obendrein blind, daher nicht so wie wir durch Fußball-WMs, Flachbildschirme und sonstige Äußerlichkeiten abgelenkt und konnte sich somit umso mehr in die hinter der greifbaren Realität befindliche innere Welt vertiefen.

Lusseyran kam zum erschütternden Schluss, dass das „Ich“ als zwar unwägbarer, aber wertvollster Faktor unserer menschlichen Existenz nicht nur verdrängt, sondern heute sogar aktiv bekämpft wird:

„Ich habe Ihnen eben schon gesagt: Das Ich ist zerbrechlich. Es ist in jedem von uns nicht einmal etwas, was wir wirklich besitzen, eine fest umrissene Anzahl von Fähigkeiten, auf die wir mit Stolz große Stücke halten könnten. Es ist wie ein Impuls, eine Art Schwung. Es ist eine Kraft, die ihrer Geburt noch ganz nahe steht. Es ist eine Verheißung, ja so möchte ich es ausdrücken, die dem Menschen gegeben ist.

Kurz, das Ich, es ist noch so wenig, dass gleichsam ein Nichts genügt, um es uns wegzunehmen. Und nun muss ich sehen, dass man es bekämpft!

Sprechen wir vom Ich, vom echten. Versuchen wir es. Was ich das Ich nenne, das ist diese Bewegung, dieser Impuls, der mir erlaubt, mich dieser Erde, auf der ich lebe, zu bedienen, aber auch meiner Intelligenz und meiner Gemütsbewegungen, sogar meiner Träume. Es ist eigentlich eine Kraft, die mir eine Macht verleiht, die mir keine andere gibt: nämlich die, dass ich, um zu leben, nicht warten muss, bis das äußere Leben zu mir kommt. Das Ego braucht die Dinge, die größtmögliche Zahl der Dinge, ob sie sich Geld, Geltung, Herrschaft, Beifall oder Belohnung nennen.

Das Ich fragt nicht danach. Wenn es da ist, wenn es an der Arbeit ist, dann setzt es seine eigene Welt der andern, dieser Welt der Dinge, entgegen. Das Ich ist der Reichtum inmitten der Armut; es ist das Interesse, wenn alles um uns herum sich langweilt. Es ist die Hoffnung, auch wenn alle objektiven Chancen zu hoffen verschwunden sind. Aus ihm stammt die ganze Erfindungswelt des Menschen. Und schließlich ist es das, was von uns übrig bleibt, wenn uns alles andere entzogen ist, wenn uns gar nichts mehr von außen zukommt und unsere Kräfte doch genügend groß sind, um diese Leere zu überwinden.

Gewiss, das Ich des Menschen ist nie sehr stark gewesen, außer bei einigen vereinzelten Individualitäten, und unser Zeitalter leidet daran zweifellos nicht mehr Mangel als alle vorausgegangenen. In unseren Tagen jedoch tritt eine ganz neue Tatsache auf: Man möchte das Ich verjagen. Man möchte es endgültig verjagen, um sich endlich dieses absonderlichen Nachbarn, dieses konfusen Einwohners zu entledigen. Man führt Krieg gegen das Ich, und zwar den gefährlichsten aller Kriege, weil niemand daran denkt, den Krieg als solchen zu erklären.“

(Jacques Lusseyran, aus dem Essay „Gegen die Verschmutzung des Ich“)

 

 

Der Psiram Lehrmeister – Massentaugliches Infotainment und marktkonformer Brainfuck


“Der Psiram-Lehrmeister” (Aquarell von Jo Frightning)

„Der größte Lump im ganzen Land,
das ist und bleibt der Denunziant.“
(Hoffmann von Fallersleben)

Wikipedia auf Crack

Das Scheitholz wird bereits geschlichtet, die digitale Streckbank geölt. Ende November ist es wieder soweit: Die GWUP vergibt den Negativpreis „Das Goldene Brett vorm Kopf“ an Personen, die von der herrschenden Lehre abweichen und „antiwissenschaftlichen Unfug“ verbreiten.

Die selbsternannten Inquisitoren und ihre streng wissenschaftsgetreuen Schergen, die das Verdikt über die Ketzer aussprechen – und damit mitunter berufliche und private Existenzen vernichten –, haben wie schon anno dazumal nicht den geringsten Zweifel an der Berechtigung ihres Tuns. Dass die derzeit herrschende Lehre die einzig richtige ist, steht außer Zweifel – hat diese Lehre unseren Planeten ja bekanntlich auf allen Ebenen in ein Paradies verwandelt und gehen wir einer strahlenden Zukunft entgegen (siehe Steve Cutts kleine Videosequenz „Man“).

Ketzer, die diesen Marsch in die strahlende Zukunft als eine Sackgasse oder gar als einen Marsch ohne Wiederkehr in den Grand Canyon ansehen und alternative Wege aufzeigen möchten, gilt es daher rechtzeitig auszumachen und aus dem gesellschaftlichen Diskurs auszugrenzen – ein Diskurs, in dem nach Ansicht der Gwup-/Psiram-/Skeptikerbewegung nur noch szientistisch-technizistisch-nihilistische Maßstäbe gelten sollen. Denn würde man andere Maßstäbe ansetzen, dann wäre das Ausschlachten der noch verbliebenen Umwelt- und Humanressourcen nicht mehr möglich.

Damit Business as usual in einer von Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichneten neoliberalen Weltordnung weitergehen kann, gibt es zum Glück eine kleine, aber dank bester Vernetzung mit Medien und konzernwirtschaftlichen Interessensverbänden umso effektivere Gruppe an Gesinnungsbrüdern, die eine Lanze für den bedingungslosen Fortschritt und gegen „Irrationalität“ und „Geschwurbel“ brechen. Wie der Biologe und Filmemacher Markus Fiedler aufgedeckt hat, befindet sich auch die weltweit größte Wissensenzyklopädie Wikipedia fest in der Hand von Administratoren der Skeptiker-Bewegung, die ihre gleichermaßen anonyme wie unangreifbare Position auch schamlos ausnützen, um die neoliberal-geistlose Weltanschauung der Skeptiker für allgemeinverbindlich zu erklären. Der ehem. ZDF-Dokumentarfilmer Dirk Pohlmann bezeichnet Wikipedia daher mittlerweile als „Abfalleimer der Gehirne der GWUP – absolut verstrahlt und hochtoxisch“. Für die von Skeptikern betriebene Rufmordplattform Psiram hat Pohlmann ebenfalls eine Definition: „Psiram, das ist Wikipedia auf Crack.“

Sklerotische Skeptiker ohne Skepsis

Wer sind also die tapfer feigen Recken, die hier so verbissen nicht nur gegen Daniele Ganser, sondern überhaupt gegen alle Menschen kämpfen, die den „Stacheldraht in unseren Köpfen“ (Volker Pispers) überwinden wollen? In einem viel zu langen Artikel habe ich schon vor einiger Zeit einen Streifzug durch die anaeroben Gefilde der Skeptiker-Bewegung gemacht und dabei ein grauenvolles Déjà-vu erlebt („Über GWUP-Pastafaris, die neue Aluhut-Inquisition und neoliberale Arschlöcher wie mich“).

Eigentlich ist mit obigem Gemälde, das der Künstler Jo Frightning dem Nachrichtenspiegel dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat, bereits alles ausgesagt, wes Geistes Kinder bei den sogenannten Skeptikern am Werk sind – die von Aussteigern übrigens ausnahmslos als „Pseudo-Skeptiker“ bezeichnet werden, da die Freunde Sheldon Coopers trotz ihrer akademischen Ausbildung einer geradezu grotesken Naivität gegenüber der Realität des Daseins anhängen. Führende Vertreter der Skeptiker sind etwa nicht nur der Meinung, dass Kriege eben einfach so entstehen und man sich daher keine Gedanken über deren Hintergründe zu machen brauche (Zitat: „Anstatt manchmal zu akzeptieren, dass die Welt scheiße ist und es Kriege und Krankheiten gibt — und es dafür keinen Grund gibt —, werden Verschwörungstheorien erfunden.“ / Quelle: Wired).  Nach ernsthaft vertretener Ansicht von „Skeptikern“ könne man auch das Monsanto-Pestizid Glyphosat relativ bedenkenlos trinken. Ganz von ungefähr kommen solche Ansichten allerdings nicht. Wie mir soeben von einem Rubikon-Autor mitgeteilt wurde, hat während der diesjährigen Tagung „Skepcon“ der GWUP ausführlich Werbung für das Bayer-Monsanto Produkt Glyphosat stattgefunden: einen halben Vormittag innerhalb der zweitätigen Tagung durfte das Glyphosat-Marketing beanspruchen. Ein Schelm und unverbesserlicher Verschwörungstheoretiker, wer jetzt Querverbindungen zur Agrar- und Pharmaindustrie vermutet.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Skeptiker-Bewegung haben im letzten Jahr jedenfalls ganze Arbeit geleistet und durch ihre skeptische Aufklärung nicht unwesentlich zur erfolgreichen Verlängerung der Glyphosat-Lizenz für Monsanto-Bayer beigetragen. Dank Marketing-Profis wie Michael Schmidt-Salomon von der Giordano Bruno-Stiftung wissen die Skeptiker, dass ihre Aufklärung keine schwere Kost, sondern auch für den gemeinen Bürger leicht verdaulich sein und Spaß machen muss. „Infotainment“  und „Edutainment“ (von engl. Education / Erziehung und Entertainment / Unterhaltung) nennen die Gwupies daher selbst ihren Kreuzzug gegen die neuzeitlichen Katharer.

Marktkonforme Güllepumpe

Wohlwissend, dass glühende Eisen, verschmortes Fleisch und Scheiterhaufen in einer Zeit, in welcher Meinungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit eigentlich verfassungsmäßig verbürgte Grundrechte sind, beim Bürger nicht gut ankommen, haben die Marketingprofis der GWUP eine zeitgemäße, aber nicht minder wirkungsvolle Strategie zur Austilgung von Ketzern gewählt: Die satirische Diffamierung im Mantel der strengen Schulwissenschaft. Genüsslich, unter Ladung eloquenter Laudatoren und flächendeckender medialer Berichterstattung werden Güllekübel aus Hohn und Spott über Delinquenten ausgeschüttet, die es gewagt haben, von der herrschenden Lehre abzuweichen und neue Wege zu gehen. Ein sattsames Publikum, das sich vor Prusten und Schenkelklopfen kaum halten kann, dankt es den Skeptikern. Was ist es in Zeiten existenzieller Verunsicherung und drohendem Prekariat doch für eine Wohltat, sich bei einem „Gastmahl der Geistlosen“ (Milosz Matuschek ) endlich einmal aus voller Brust über ein paar „Trotteln“ abhauen zu können, die für vogelfrei erklärt wurden.

Bevor also in den nächsten Wochen wieder das Viperngift der Skeptiker in die Adern unseres gesellschaftlichen Organismus gespritzt wird, ist es höchste Zeit, auch eine Ampulle Gegengift bereitzustellen. Wer also immer noch nicht weiß, von welchen Horrorclowns er sich da zum Tanz aufspielen und „edutainen“ lässt, hier nochmals in Kürze ein paar Zeilen, die ich bereits auf Facebook gepostet habe:

RAND Corporation 4.0

Wer etwas näher hinblickt, merkt schnell, dass wir es hier mit zutiefst armseligen Personen zu tun haben, die sich eine „streng wissenschaftliche“ Teletubbie-Welt zurechtzimmern möchten und sich daher in ihrer Eigendrehung von der echten Welt massiv gestört und verängstigt fühlen.

Die Brights (sic!), Gwupies, Skeptiker & Co. sind in Wirklichkeit nur Retortenkinder, in den 1990ern vom US Atheisten-Thinktank „CSI“ gezüchtet, indem man ein paar tiefgefrorene Samenzellen von Wissenschaftlern der (schon seinerzeit auf Szenarien zur Endlösung der Menschheitsfrage spezialisierten) RAND-Corporation wieder aufgetaut und dann in vitro in ein paar Mondkalbföten eingepflanzt hat.

Die dabei erhaltenen, mittlerweile x-fach geklonten Prototypen geben heute diejenige Kohorte an Sheldon Cooper-Nerds ab, die unseren Kindern übers Fernsehen erklären, wie die Welt funktioniert (die Gwupies nennen dieses Programm selbst „Edutainment“).

Wenn man in Zukunft einmal mit einer derzeit noch nicht verfügbaren Genom-Analyse das Erbgut dieser Retortenkinder untersuchen wird, dann wird man feststellen, dass bei ihnen einige – leider entscheidende – Gensequenzketten gefehlt haben. Was sich auch als der Grund herausstellen wird, warum die stolzen Ritter der streng wissenschaftlichen, geistbefreiten (von allen guten Geistern befreiten) Zunft trotz all ihrer Intelligenzbestialität und anderslautender fortschrittlicher Bekundungen für den allergrößten Rückschritt verantwortlich sein und ihren eigenen Untergang herbeiführen werden.

Die einzige offene Frage ist derzeit: Wieviele Menschen werden sie in diesen Untergang mitreißen können (siehe auch: Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest) und wieviele werden sich der technizistisch-nihilistischen Realität, die uns die Skeptiker für allgemeinverbindlich erklären wollen, entziehen können und stattdessen wirkliche Menschen werden?

 


zum Weiterlesen:

„Die Wachhunde der Machtelite“ (Rezension zu Noam Chomsky)

“March for Science – Dead Men Walking” (M. Burchardt)

“Terror und Technokratie” (M. Burchardt)

Die Hexenjagd von Darth Vaders Humanisten (Nachrichtenspiegel)

Alles in Butter: Prof. Michael Butter – Wie man tapfer feige eine wissenschaftliche Lanze bricht (Nachrichtenspiegel)

Die Lichtträger und die Skeptiker

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Bild: https://pixabay.com CC0

Die Lichtträger und die Skeptiker

Vor 2000 Jahren wurde ein Sozialreformer dem Tode geweiht
weil er sich nicht in die damaligen Normen einreiht
seine Gedenkstätten sind heute in der ganzen Welt
auch der Vatikan hat deshalb sehr sehr viel Geld

Sobald die Anhänger des Sozialreformers waren an der Macht
lebten seine Würdenträger in voller Pracht
warf man die ersten Christen den Löwen zum Fraß
so hielten die späteren christlichen Päpste die Welt in Schach

ein Gallileo 1633 musste seiner Irrlehre abschwören
dass sich die Erde um die Sonne dreht, sollte die Welt nicht hören
Albingenser, Waldenser und Lutheraner wurden geschlachtet
so dass man die Heiligkeit Roms bis heute achtet

ein Van Gogh wurde von den Mitbürgern ins Irrenhaus gesperrt
seine Bilder werden heute, als die teuersten verehrt
Ein Ignaz Semmelweis, der Vater der heutigen Hygiene
er hatte recht, doch seine Kollegen wurden zur Hyäne

Ohne ihn würden die Mütter und Kinder noch in Massen krepieren
die Welt würde ganz viele Erdenbürger verlieren
Martin Buber über Engel und Dämonen schrieb
damit das Wissen darüber unter den Menschen blieb

Die Skeptiker verachten jeden der an Engel glaubt
auch hochgeachteten Wissenschaftlern wird der Ruf geraubt
Prof.Johannes Huber war deshalb für einen Antipreis nominiert
die Skeptiker haben ihn für das Goldene Brett gekürt

Wenn jetzt ein Gedicht eines Dichters veröffentlicht wird
der im KZ landete und stirbt,
dann stört das die Skeptiker vielleicht sehr
doch gebührt dem Dichter ganz große Ehr:

Das Leben, das ich selbst gewählt

Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde:
Da war Kümmernis, da war Gram,
da war Elend und Leidensbürde.
Da war Laster, das mich packen sollte,
da war Irrtum, der gefangen nahm,
da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.

 

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage
und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.

 

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
da hört‘ ein Wesen ich die Frage tun,
ob ich dies zu leben mich getraue,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

 

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme –
„Dies ist das Leben, das ich leben will!“
gab ich zur Antwort mit entschloss’ner Stimme
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt,
so wars, als ich ins neue Leben trat.
Ich klage nicht, wenn’s oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab‘ ich es bejaht.

Das Gedicht wird  Max Hayek zugeschrieben. Max Hayek soll es im Jahre 1906 verfasst haben. Er war ein deutsch-jüdischer Dichter, der 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Quellen:

https://diepresse.com/home/leben/mensch/5319709/Hormonpapst-Huber-fuer-Goldenes-Brett-vorm-Kopf-nominiert

http://www.eslam.de/begriffe/h/hesse_hermann.htm

Bild: https://pixabay.com CC0

 

Die Skeptiker im Urwald

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Im Urwald hört man`s öfter schreien
das sind die Affen und die Papageien
der Gesetze im Urwald sind viele
auch der Regeln und Ziele

Den weisen Affen hier sei  Respekt gezollt
denn vieles was hier läuft, ist so nicht gewollt
doch ist es hilfreich wenn man Dunkles auch aufrollt
sonst wird man rasch vom Bösen eingeholt

Willst Du Aufnahme in einen Klub von großen Ehren
So muss man Dir das Ausplaudern deutlich verwehren
denn die Affenregel heißt in Klarheit:
Nur Gutes Sehen und nicht die Wahrheit?

Die Namen dieser Klubs sind viele
es gibt hierarchische Strukturen und Ziele
Meistens sind sie von Männern dominiert
damit sich die „Herr“schaft nicht so rasch verliert

Du darfst im Klub zwar Deine Meinung laut vertreten
doch ja nichts darf daraus nach außen treten
draußen musst Du, auch wenn Du anderer Meinung bist
dazu stehen und verteidigen auch den größten Mist

Da heute Wahrheit wird gebildet vom Kommerz
sind freie Medien und Wissenschaft bald nur ein Scherz
Leben die Medien von Annoncen
und schreiben gern die Wahrheit ihrer Bonzen?

Die Wissenschaft lebt oft von Mitteln aus der Industrie
daher wird die Wahrheit immer mehr bestimmt durch sie
Die weisen Affen haben Papageien gut dressiert
dass alle Welt auch ihnen prompt pariert

Ein Papagei
er stürzt sich mit Geschrei
auf den der Wahres künden will
und attackiert ihn bis er ist still

Bist Du heut jemand von Geist
Dir ein Papagei auf den Kopf gern ……
gerne lässt seinen Kot auch fallen
zerzaust Dich bald mit seinen Krallen

Ein brav dressierter Erdenbürger liest doch manchmal Zeitung

so kommt die große Weisheit dort zu viel Verbreitung
Auf der ersten Seite steht – oh Schreck:
die Jahrtausend alte Naturheilkunde muss weg!

Auf der zweiten Seite wird es oft nicht besser
ganz subtil wird Kriegspropaganda immer kesser
wer sich dagegen stellt wird drangsaliert
bis er doch wieder pariert?

Gesundheit und Frieden sind ein Wirtschaftsschaden
da gehen ja alle langfristigen Pläne baden
da sperrt man die Kritiker hurtig in einen Käfig
der ist unsichtbar und gar nicht schäbig

Um zu planen müssen sich die weisen Affen koordinieren
ihre Kritiker, die sollen das nicht kombinieren
die Analytiker werden als Verschwörungstheoretiker stigmatisiert
reicht das nicht aus, dann werden sie als Sektierer blamiert

Da die Rendite heute bestimmt der Weltplanung Ziele
sind der Kritikpunkte gar allzu viele
Und wenn sich die Weltplaner Augen, Ohren und Mund zuhalten
dann ist die Kritik nicht mehr aufzuhalten

Da ist die Zeit der Skeptiker gekommen
die Mitdenker werden aufs Korn genommen
die GWUP, das ist der Name der heutigen Inquisition
redest Du dagegen, dann haben sie Dich schon

Sie mischen Gutes mit Schlechtem so wie es ihnen passt
damit wird ganz und gar nicht gespaßt
die Kritik der Skeptiker nur den Kommerz schont
weil das den Geldgebern der Skeptiker frommt

Vor allem wenn Du mehr Dinge sehen kannst wie sie
dann werden sie neidisch wie noch nie
die leitenden Strukturen sind leider immer wieder heute
unterwandert von skrupellosen Bankern, seid achtsam Leute!

Ronald Bernard, der Whistleblower darüber spricht
es wissen viele, doch man glaubt es nicht
Wenn die durchdachten Pläne der Bruderschaften
verändert sind durch der skrupellosen Banker Machenschaften

dann haben wir Menschen nichts mehr zu lachen
dann kann es sehr bald im Weltkrieg krachen
dann wird die Natur bis zum Untergang gequält
dass wir ohne sie nicht leben können, nicht zählt

Die Konsequenz ist, dass sie sich und uns die Augen und Ohren zubinden
und wir so keine konkreten Lösungen finden
Die Kritiker und konstruktiven Denker
werden geopfert den Zielen der Banker

Wenn jemand, der sich die Augen zuhält, Autobus fährt
so ist jede Reaktion verkehrt
und der, der dahinter vieles überschaut
der wird geknebelt und durchgehaut

Wenn endlich die künstliche Intelligenz
beginnt ihre Arbeit mit Konsequenz
verschwindet Menschendenken und Menschenarbeit?
Und die Menschheit ist der Willkür der IT geweiht?

Doch „Skeptiker“ werden manchmal ohne Studium Professoren
die sind kritiklos zum Nachplappern auserkoren
es gibt ein Nachschlagewerk für kluge Denker
hoffentlich auch hilfreich für gute Weltenlenker

Wann endlich werde ich mich in Psiram finden
mit so vielen wertvollen Geistern dort versuchen die Welt zu ergründen
denn wenn sogar das Nobelpreiskommitee gerät in Krise
so ist die höchste Wahrheit gar nicht die Devise

Die Leute die heute kräftige Werte bilden
die könnt ihr im Nachschlagewerk der Skeptiker finden
und wenn Ihr selbst zeitlose Gedanken kreiert
dann ärgert Euch nicht, dass man Euch dann blamiert

Die Skeptiker Papageien müssen erst reden lernen
zum selbstständig Denken können sie sich nicht erwärmen
wenn der von ihnen gequälte selbstständige Kater sich die Freiheit nimmt –
die Überlebenszeit der Papageien sehr bald davon schwimmt

Wer seine besten Kritiker mundtot macht
denkt nicht sehr weit, und wird selbst bald verlacht
Auch wenn man die ganze Menschheit belügt

die Wahrheit doch am Ende immer siegt

Die neuen Bundesländer konnten viel berichten
über die vom Volkssender erfundenen Geschichten
doch nach der Wende
da hatten manche Lügen ihr Ende

Doch hat die Sowjet-Manipulation die Eliten gelehrt
dass der Bürger die Obrigkeiten durch Lüge gut verehrt
Die freie Meinung der Menschen wird verdreht
jetzt lerne Mensch, bevor es ist zu spät

Wenn man die Welt macht dunkel und kalt
es siegt doch die Wärme und das Licht bald
doch ohne uns geht das eben nicht
So wollen wir uns anstrengen für das Licht!

 


Quellen:

https://diepresse.com/home/leben/mensch/5319709/Hormonpapst-Huber-fuer-Goldenes-Brett-vorm-Kopf-nominiert
https://www.wienerzeitung.at/dossiers/kuenstliche_intelligenz/985283_KI-zum-Wohle-der-Menschheit-    entwickeln.html
http://www.taz.de/!5528023/
Interview mit einem Ex-Banker 1 (Youtube)
Interview mit einem Ex-Banker 4  (Youtube)

Bilder: pixabay.com / CC0 und pixabay.com / CC

Ostern … und wieder einmal: “Ans Kreuz mit ihm! – Wir wollen den Barrabas!!!“ (*)

(*) Vorwort/Fußnote zum Titel:

Barrabas … dieser im Titel genannte Name ist ja heute womöglich vielen gar nicht mehr bekannt. Bushido rappt nicht über ihn, Dieter Bohlen hat ihn noch nie erwähnt und auch auf Bento und Vice macht man lieber einen auf Fack ju Göhte. Barrabas – diesen Namen kann man ohne Fußnote also gar nicht mehr einfach so hinstellen … wäre aber womöglich doch nicht ganz uninteressant, wer denn das ist, dem man derzeit alle Türen öffnet, ihm euphorisch entgegenjubelt und ihm sogar willfährig alle seine Gegner beseitigt, sodass er freie Bahn vorfindet für den Triumphzug, den er demnächst antreten will (siehe auch „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“).

Barrabas. Nun, wie heißt es im ominösen Buch rund um das Ostermysterium als Kommentar mit fünf knappen Worten, nachdem sich das Volk am Marktplatz frenetisch schreiend für den – offensichtlich über fantastische Entertainerqualitäten verfügenden – Barrabas entschieden hatte, obwohl ihnen der römische Statthalter auch einen anscheinend wenig unterhaltsamen, von Peitschenhieben zerschundenen und bluttriefenden Nazarener zur Wahl geboten hätte, der Nächstenliebe und Frieden im Programm gehabt hätte?: „Barrabas aber war ein Mörder …“

50 Jahre nach dem Attentat auf Rudi Dutschke: Die Full spectrum dominance der „Realos“

An Gründonnerstag jährt sich zum 50. Mal der Mordanschlag auf Rudi Dutschke. Der Attentäter Josef  Bachmann hatte ihm drei Kugeln verpasst, die Dutschke zwar zunächst schwerverletzt überlebte, ihm jedoch Jahre später in der Badewanne einen epileptischen Anfall bescherten, sodass der ehemalige Studentenrevolutionär hilflos ertrank. Mit ihm schied auch viel zu früh eine unermüdliche, energiegeladene Impulskraft ab, die die Studenten- und Friedensbewegung in einer kritischen Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs in der Folge schmerzlich vermisste. Bei den soeben in Gründung befindlichen Grünen, wo Dutschke mit seinen Idealen für Furore sorgte und er als Bundesdelegierter kandidieren sollte, übernahmen in der Folge die „Realos“ – mit allen bekannten Folgen bzw. dem heute in seiner Endphase befindlichen Niedergang der ehemaligen Friedenspartei, deren Vorsitz inzwischen ein Mitglied des PNAC („Project for a New American Century“) innehat.

Hätte man Dutschke und andere alternative Denker nicht  vorzeitig weggeräumt, wer weiß, vielleicht müssten wir dann nicht die unsägliche Depression ausbaden, die heute auf allen Ebenen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft herrscht. Dutschke hätte sich jedenfalls eher den Kopf abschneiden lassen, als dass er zugelassen hätte, dass bei den Grünen ein Mitglied des PNAC die Parteiführung übernimmt, der als „Young Leader“ eines US Thinktanks wild entschlossen ist, in den Grand Canyon zu marschieren und zur Konfrontation mit Russland und für eine „Full spectrum dominance“ von Brzezinskis „Einziger Weltmacht“ trommelt (siehe „Die Glyphosat Kanzlerin und die Große Depression“).

So aber – haben andere das Rennen gemacht.

Der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg geht in seinem jüngsten Essay einer interessanten Frage nach: Was bringt junge Menschen, insbesondere Studenten dazu, sich dermaßen in den Strom der herrschenden Meinung einzuordnen und sogar diejenigen erbittert zu bekämpfen, die ihnen mit alternativen Denkansätzen eigentlich aus der Lage heraushelfen wollen, in der sie selbst kaum noch atmen können (siehe auch Juri Galanskow: „In eurer Hölle kann ich nicht atmen“). Immerhin wachen in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Gesellschaft heute jede Nacht mehr Menschen schweißgebadet auf als in totalitären Regimen (Quelle: Zeit), der Soziologie-Professor  Hartmut  Rosa bezeichnet unsere stolzen Universitäten mittlerweile als schiere „Entfremdungszonen“, in denen schon unter Jungstudenten Burn-Out und Angsterkrankungen grassieren. Laut jüngsten Krankenkassen-Report gilt bereits jeder sechste Student als psychisch krank (Quelle: handelsblatt). Womöglich würden diese Studenten – und wir alle – augenblicklich wieder gesund und tatkräftig, wenn wir als Lebenselixier nur einen Funken vom Elan und der Inspiration  in uns aufnähmen, die in den 60er/70er Jahren noch den Studentenführer Rudi Dutschke und mit ihm eine ganze Generation beseelten.

Aufforderung zur Lynchjustiz

Dass Dutschke es seinerzeit schaffte, Studenten zu mobilisieren, die couragiert für Frieden und gegen den Vietnamkrieg, Medienmanipulation und gegen die Große Koalition demonstrierten, war den deutschen Qualitätsmedien ein besonderer Dorn im Auge. Umgehend setzte eine mediale Maschinerie ein, um die Friedensaktivisten mit Querfront-Attributen zu diffamieren: „verantwortungslose Störer, bösartige Krawallmacher, Rowdies, Kriminelle und Schädlinge der Gesellschaft“ wären es, die dem Fortschritt von Kommerz und Technik im Wege stünden. Im Februar 1968 rief schließlich die Bild-Zeitung ganz unverblümt zur Lynchjustiz auf:  „Man darf auch nicht die ganze Drecksarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen.“(sic)

In der Tat ist zu beobachten, dass die seinerzeit von der Springer-Presse bzw. der Bild-Zeitung ausgegebene – heute stillschweigend zum common sense gewordene – Losung, in kleinbürgerlicher Selbstjustiz diejenigen Subjekte zu lynchen und von der Bildfläche verschwinden zu lassen, die dem herrschenden Narrativ (eines technokratisch-kommerzialistisch-nihilistischen Systems) widersprechen, heute nicht nur von einigen labilen Einzeltätern wie Josef Bachmann in die Tat umgesetzt wird. Nein, heute haben sich ganze Rudel an selbsternannten Säuberern zusammengerottet, die diese Drecksarbeit erledigen – ganz unblutig und rein virtuell durch konzertierte Mobbing-, Dissing- und Diffamierungskampagnen, die die Existenz anderer Menschen aber mitunter genauso vernichten können wie das Inbrandsetzen ihres Hauses.

Diplom-Proletariat im Inquisitionsfieber

Die Blaupause des aus der „Unterschicht“ stammenden Hilfsarbeiters Josef Bachmann, der vor Gericht zugab, dass er sich von den hetzerischen Artikeln der Bild-Zeitung zu seinem Attentat auf den Intellektuellen Rudi Dutschke hatte anregen lassen, wurde heute auf unzählige Bürger gerade auch der akademischen intellektuell gebildeten Mittelschicht übertragen. Denn wie uns auch der Jurist Milosz Matuschek in seinem nzz-Essay „Das Gastmahl der Geistlosen“ aufklärt, ist dieser gut ausgebildeten Schicht das klassische Bildungsbürgertum zwischenzeitlich abhanden gekommen, sodass man in besagter akademischer Intelligenzia heute zumeist leider im Trüben fischt: in einem „akademisch zertifizierten, aber intellektuell desinteressierten Diplom-Proletariat aus Ärzten, Juristen, Lehrern, Bankern und Ingenieuren, das sich in einen Zustand der Wohlstandsbehinderung hineinpäppelt … wobei sich das Gesprächsniveau in solcher Gesellschaft oft indirekt proportional zur Höhe des Durchschnittseinkommens verhält.“

Strampelt es gerade nicht im Hamsterrad, dann gefällt sich besagtes Diplom-Proletariat darin, ebenso wie Josef Bachmann Jagd auf Fortschrittsverweigerer zu machen. Zwar virtuell auf diversen digitalen Prangern, aber nicht minder brutal und menschenverachtend. Als sich etwa im vorigen Jahr angesichts zunehmender medialer Kriegstreiberei gegen Russland die zarten Sprosse einer neu erstandenen Friedensbewegung wieder sammeln wollten, wurden diese umgehend ebenso niedergetreten wie z.B. die geplante Friedenskonferenz „Angst essen Zukunft auf“ mit Daniele Ganser. Durch Hassblogger aus dem Dunstkreis des Psiram-/Skeptiker-Netzwerks gezielt sabotiert, musste diese in der Folge abgesagt werden (siehe Rubikon), ebenso wie sich die streng wissenschaftlichen Heckenschützen durch konzertierte mediale Aktionen mittlerweile darauf verstehen, Veranstaltungen wie das vom Vorstand  der Humanistischen Friedenspartei HFP, Malte Klingauf organisierte Pax Terra-Friedensfestival zu sabotieren und potentielle Besucher abzuschrecken (siehe Rubikon).

Zusammengerottet zu schlagkräftigen digitalen Rollkommandos, diffamieren die Blogger der Psiram-, Skeptiker- und Antifa-Bewegung Friedensforscher, meucheln investigative Journalisten, homöopathische Ärzte und Heilpraktiker (inklusive Angabe ihrer Adressen im Netz, sodass jeder, der meint, dass er diesen fortschrittsfeindlichen Subjekten mal einen Besuch abstatten sollte, auch weiß, wo er mit der S-Bahn hinfahren muss, wenn er Dampf ablassen und damit gleichzeitig ein gutes Werk tun und der Wissenschaft einen Dienst erweisen möchte). Sie feiern frenetisch, wenn eine konzertierte Mobbingaktion wieder einmal erfolgreich war und es ihnen gelungen ist, einen Friedensforscher von einer Universität zu verdrängen, einer alternativmedizinischen Reha-Klinik die Fördermittel zu sabotieren oder die Lehre eines Gemeinwohlökonomen aus den Schulbüchern zu streichen, da die Bildungsministerin ihrer Argumentation gefolgt ist, dass eine solche Gemeinwohl-Lehre definitiv „unwissenschaftlich“ sei – in fortschrittlichen neoliberalen Zeiten wie unseren, in der „jeder Mensch des anderen Menschen Wolf“ zu werden droht (Hobbes): Ja, wirklich, wer braucht da schon Gemeinwohl?

In einem solchen Klima des Hasses und der Häme auf Andersdenkende ist es dann auch nichts Ungewöhnliches mehr, wenn etwa Ken Jebsen, der Betreiber der alternativen Nachrichtenplattform KenFM, mitten in Berlin auf offener Straße in bester Gegend von Schlägern attackiert wird. Auch dass ihm beim Verlassen seiner Wohnung zu Attacken mit abgebrochenen Bierflaschen aufgelauert wird, die er samt seiner Familie und Tochter bisher nur durch Glück unbeschadet überstanden hat (siehe Interview mit Rubikon/Youtube), sowie Aufrufe auf Youtube zum Mord an seiner Tochter – im Jahre 2018 scheinbar Business as usual.

Autoimmune Allergie als Vorbote von Dostojewskijs Pest

Überhaupt kann man beobachten, dass das, was in den 60er und 70er Jahren noch möglich war: Ideale formulieren, Begeisterung für humanistische Ziele wecken, soziale Einrichtungen, Menschrechts- und Umweltschutzorganisationen begründen, heute kaum noch denkbar oder zumindest unendlich erschwert ist. Hingegen schießen Wettcafes, Flatratebordelle und sonstige Pissbuden allerortens wie die Pilze aus dem Asphaltboden. Beobachtet man den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, dann kann man zusehen, wie sinnvolle und notwendige alternative Denkansätze  und Reformbemühungen auf wirtschaftlichem, finanztechnischem, sozialem, pädagogischem oder gesundheitlichem Gebiet oder gar philosophisch-humanistische Gedanken umgehend im Keim erstickt werden. Kaum wagt sich jemand aus der Deckung und versucht, ein paar couragierte Gedanken zu formulieren und dem politischen Tagesgeschehen etwas entgegenzusetzen, da er den unfassbaren Niedergang, die Selbstzerfleischung des Landes und die Verödung der Menschen nicht mehr tatenlos mitansehen kann: Sofort setzt ein vehementes Hauen, Kratzen und Beißen ein, sodass derjenige gar nicht mehr weiß wie ihm geschieht: „Bäääh, weg damit ….!!“, plärrt und unkt es dann aus allen Löchern, aus denen dann neunmalkluge sieche Gestalten ihre Schreihälse herausrecken, die sich der Intelligenzia 4.0 / der bored students violence / dem Club der sklerotisierten Flachbildschirmlemuren / den Transhumanisten / den Smartphoneonanisten / den Teletubbies / Sheldon Coopers Cumpels / der Antifa / Rattifa oder den ganz besonders hellen „Brights“(sic!)/GWUPs/Skeptikern zugehörig fühlen und die vor allem eines mitbringen: einen unbändigen Hass gegenüber allen Menschen mit einem anderen Weltbild als sie selbst es haben. Wild zum streng wissenschaftlichen „Fortschritt“ und zur Ausmerzung allen Geistes entschlossen, merken die beim Gastmahl der Geistlosen sitzenden Ritter von Shledon Coopers Tafelrunde gar nicht, wie sie in Wirklichkeit Dantes Eishölle den Weg bereiten.

Die in Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest vorhergesagte Krankheit, sie droht also gerade mit voller Wucht um sich zu greifen und sich zur Pandemie auszuweiten. Wenn wir diesem Wahn nicht rechtzeitig den Stecker ziehen, dann könnte er uns womöglich schon demnächst alle dahinraffen.

Ein altes Problem …

Eigentlich wollte ich mit diesen Worten nur zu einem lesenswerten Essay von Götz Eisenberg einleiten, in welchem der Gefängnispsychologe anlässlich des Dutschke-Gedenktages zu ergründen versucht, warum mutige Aufklärer sogar von den Bürgern, denen sie helfen wollen, dermaßen gehasst werden.

Das Problem, das Götz Eisenberg dabei beleuchtet, ist eigentlich ein altbekanntes: Platon hat darüber in seinem Höhlengleichnis bereits berichtet (siehe dazu auch Eifelphilosoph). Vielleicht wäre es also heute im 21. Jahrhundert, an der Schwelle zum dritten Jahrtausend an der Zeit, diesen stupiden Mechanismus, mit dem wir uns um unsere wertvollsten Köpfe und auch uns selbst stetig dem Grand Canyon näher bringen, endlich einmal zu knacken. Denn allzuviel Zeit bleibt uns womöglich nicht mehr: Die „Doomsday Clock“ wurde soeben auf zwei Minuten vor Mitternacht, d.h. der symbolischen Apokalypse vorgestellt (siehe Spiegel).

Wie bereits in meinem letzten Kommentar muss ich wieder eine Warnung  anbringen: Das Lesen von Götz Eisenbergs Essay kann melancholisch machen, vor allem wenn der Autor den Esprit und die Ideale der damaligen Studentengeneration mit unserer Situation heute vergleicht (was uns aber gleichzeitig anspornen kann, diesen Elan – diesmal nicht als Gruppe, sondern individuell – wiederzugewinnen, denn er ist in Wirklichkeit nicht weg, er ist nur zugeschottert und man muss ihn freischaufeln:)

„… Die Erinnerung daran, dass eine menschliche Welt möglich ist, soll getilgt werden. Ein großes Vergessen soll sich breitmachen und jede Alternative schon im Ansatz erstickt werden. Ein Blick auf den Zustand der jüngeren Generation zeigt, dass dieses Vorhaben bereits weit vorangekommen ist. Das gilt leider auch für das Gros der heutigen Studierenden. Sie unterwerfen sich den Anforderungen einer zur Lernfabrik verkommenen Universität und lassen sich widerspruchs- und widerstandslos zu „Kopflangern“ (Brecht) des digitalisierten Kapitals herrichten. Sie begeben sich auf ein Reise-nach-Jerusalem-Spiel um gutbezahlte Jobs und verfahren nach dem altgriechischen Motto: „Glück ist, wenn der Pfeil (der Arbeitslosigkeit) den Nebenmann trifft“. Konkurrenz und Ellenbogeneinsatz statt Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Sie pfeifen sich leistungssteigende Medikamente rein, vergöttern Markt und Effizienz, rennen wie Somnambule hinter ihren Smartphones her und trinken auf dem Weg zur Uni einen Coffee to Go. Statt sich in den Kampf zu stürzen, jagen sie Pokémons und tanzen nach der digitalen Pfeife. Insgeheim ahnen oder wissen sie, dass sie keine Perspektiven haben. Das macht sie latent wütend und gereizt. Deswegen besaufen sie sich regelmäßig und trinken oder kiffen sich weg aus einer frustrierenden Realität. Dass sie diese ändern könnten, ist ein Gedanke, der ihnen fremd ist. Von Revolution ist bloß noch die Rede, wenn es um eine neue Geschäftsidee oder die Gründung eines Start-up-Unternehmens geht. Ihr Traum, den sie leben wollen – wie ein gängiger Werbeslogan heißt – ist ganz von dieser Welt: reich sein, Karriere machen und dabei Spaß haben.

(…)

Warum will Bachmann [Anm.: der Attentäter, der auf Dutschke geschossen hat] unbedingt jemanden erschießen, der sich zeitlebens für die Erniedrigten und Beleidigten, also für Leute wie ihn, eingesetzt hat? Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen, muss man die kritische Sozialpsychologie zu Rate ziehen. Das von seinen Erziehern gezüchtigte und gequälte Kind ist dennoch auf deren Wohlwollen und Zuwendung angewiesen. Es muss seine Peiniger lieben, und diese sadomasochistische Verfilzung von Quälerei und Liebe bleibt oft ein Leben lang wirksam. Die Erziehung zu Gehorsam und Unterwerfung unter Autoritäten mündet in eine „Identifikation mit dem Angreifer“, die einen Menschentyp hervorbringt, der verbissen seine eigene Knechtschaft verteidigt. Die in einem „erbärmlichen geistigen und seelischen Zustand“ gehaltenen Menschen, schrieb der junge Max Horkheimer in seinem Buch „Dämmerung“, „sind die Affen ihrer Gefängniswärter, beten die Symbole ihres Gefängnisses an und sind bereit, nicht etwa diese ihre Wärter zu überfallen, sondern den in Stücke zu reißen, der sie von ihnen befreien will“. Diesem, wenn man so will, perversen Mechanismus fielen immer wieder Revolutionäre zum Opfer – von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Kurt Eisner, Gustav Landauer bis Rudi Dutschke.“

(ganzer Artikel: siehe Nachdenkseiten)


Foto:Rosa-Maria Rinkl/CC BY-SA 3.0/Wikimedia 

Netzfrauen am Scheiterhaufen – Über den Frevel des ‚Alarmismus‘ und seine unbarmherzige Ausrottung


Bild: PD

Immer öfter höre ich von „ganz normalen“ Menschen, die ich sehr schätze – Büroangestellten, Friseurinnen, Handwerkern -, dass sie neuerdings keine Nachrichten mehr lesen. Der Grund dafür sei, dass sie es schlichtweg nicht mehr ertragen, was derzeit in der Welt so abläuft und ihnen das Gelesene Angst mache.

Obwohl ich es zutiefst dramatisch finde, dass Menschen gerade jetzt, wo es auf jeden einzelnen wachen Kopf ankommt, geneigt sind, einfach abzuschalten, so kann ich es doch nachvollziehen. Auch ich merke im Umgang mit Nachrichten einen deutlichen Unterschied zu früher: Begegnete ich beim Sichten des Nachrichtenpotpourris noch vor wenigen Jahren noch ein bis zwei abgründigen Tendenzen pro Woche, von denen ich meinte, dass man diese unbedingt im Auge behalten sollte, da sie sonst gewaltig ins Auge gehen könnten, so geht es mir heute mit fast jeder einzelnen Nachrichtenmeldung so. Man könnte meinen, der nackte Wahnsinn wurde mittlerweile zur Normalität erklärt und lacht uns von allen Seiten an. Nicht nur Umweltzerstörung und Artensterben schreiten in rasendem Tempo voran, auch unsere mühsam über die Jahrhunderte errungenen Grundrechte werden quasi über Nacht abgeholzt (siehe „Die Maasmännchen haben übernommen“), die Chefkonstrukteure des CIA-/NSA-Überwachungsnetzwerks warnen in einem offenen Brief: „Wir errichten gerade schlüsselfertige Tyranneien!“

So nebenbei legen unsere Großmächte wieder die atomare Karte auf den Tisch. Mit bisher unbekannter Leichtfertigkeit wird über die Möglichkeit eines atomaren Erstschlags diskutiert (siehe dazu einen Kommentar des ehemaligen Welt-Journalisten Dirk C. Fleck: „Wenn die Fetzen fliegen“). Michail Gorbatschow warnt, dass wir die nächsten Jahre nicht überleben werden, wenn wir die NATO-Konfrontation an der Grenze zu  Russland nicht entschärfen. Unsere DIN-ISO zertifizierten und transatlantisch vernetzten Leitmedien haben damit kein Problem, sondern plädieren für noch mehr Konfrontation und „Abschreckung“. Eifrig kritisiert werden von besagten Leitmedien hingegen Friedensaktivisten, „Sozialromantiker“ und „Querfrontler“.

Während wir also am Rande des Abgrunds tanzen und gerade wieder in den alljährlichen Oktoberfesttaumel einmünden, ist vor allem eines verpönt: Personen, die Alarmismus verbreiten wie z.B. die Netzfrauen, die mit Ende Juli nun aufgegeben und ihre beliebte Facebook-Seite mit über 200.000 Abonnenten eingestellt haben (siehe auch epochtimes). Ja, wirklich … „Alarmismus“, das ist heute in der Tat das neue Hexentum – wenn wir ihn nicht rechtzeitig verbrennen, wie soll man sich als fortschrittlicher Bürger dann angesichts der derzeitigen globalen Situation noch abends in Ruhe vorm Flachbildschirm sein Bier schmecken lassen?

Dass sich unser bisheriges Träumen mittlerweile ins Alptraumhafte gesteigert hat und unsere schon etwas ergrauten Young Leaders die schwarzen Tore geöffnet haben, durch die wir Wohlstandsbürger schon morgen alles verlieren können, tut der Sehnsucht nach wohligem Eingebettetsein in Zuckerwatte keinen Abbruch. Anstatt auf die Realität hinzusehen und zum Not-Wendigen der griechischen Stoiker aufzuwachen, blasen wir lieber zur fröhlichen Hexenjagd – wobei der Historiker Daniele Ganser ja bereits festgestellt hat, wer im Mittelalter als Hexe gegolten hat: jede Frau, die zuviel Wissen besaß – und damit der herrschenden, patriarchalen Meinung gefährlich war.

Auch den Netzfrauen ist ihr umfangreiches Wissen nun zum Verhängnis geworden. Sie hatten ein weltweites Netz aus Freunden, investigativen Journalisten und Aktivisten aufgebaut, deckten Umweltskandale auf, beleuchteten die Geschäfte von Chemie- und Pharmalobbies  und waren Menschrechtsverletzungen ebenso auf der Spur wie Tierquälereien. Ihr Motto: „Was eine nicht schafft, schaffen viele“. Höchste Zeit also, gegen solch umtriebige Frauen der Spezies ‚mutter courage‘ etwas zu unternehmen, sonst macht ihr Beispiel womöglich Furore und die Zivilgesellschaft schafft etwas, was der Einzelne nicht schafft. Die Schergen, die die Drecksarbeit erledigen und die Frauen auf den medialen Scheiterhaufen befördern, waren wie gewohnt schnell zur Hand. Nicht nur die Welt steuerte einen vernichtenden Artikel bei, in dem die Netzfrauen als „alarmistisches Hetzportal“ und als „Hetzfrauen“ denunziert werden (besonders verwerflich hierbei der Vorwurf: ihr unablässiges Hetzen „gegen die Pharmaindustrie und andere große Konzerne, allen voran Monsanto“). Ausschlaggebend für das Aufgeben der Netzfrauen waren aber wieder einmal die üblichen Verdächtigen: Die erbarmungslosen Großinquisitoren samt ihrem Rudel an Hobbydenunzianten aus dem Dunstkreis der Skeptiker-/Psiram-Bewegung, die den Netzfrauen das Leben insbesondere im letzten Jahr so zur Hölle gemacht haben, sodass die z.T. schon älteren Damen fortwährend mit Abmahnungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen, Hohn- und Drohschreiben, persönlichen Angriffen und Anwaltsschreiben beschäftigt waren.

Auf einer Vielzahl an Skeptiker-Blogs wurden die Netzfrauen persönlich bloßgestellt und mit z.T. satirisch verunstalteten Fotos an den Pranger gestellt. D. Schreier, die Gründerin der Netzfrauen, wurde für den Satire-Preis „Die lockere Schraube“ nominiert (siehe dielockereschraube.de), einer weiteren Plattform zur Bekämpfung „unwissenschaftlicher“ Meinungen, deren Betreiber sich laut eigenem Bekunden der Skeptiker-Bewegung zugehörig fühlen (siehe auch „Das Goldene Brett vorm Kopf – Über GWUP-Pastafaris, die neue Aluhut-Inquisition und neoliberale Arschlöcher wie mich“).

Aus dem Abschiedsschreiben der Netzfrauen:

„Liebe Fans, Follower, liebe Leserinnen und Leser.
Wir haben Sie informiert, dass wir seit letztem Jahr extrem von einer Gruppe tyrannisiert werden. Man droht, uns finanziell zu schaden, wie man auf unserer Webseite nachlesen kann.
Allein schon, dass wir Sie informiert haben, reichte wieder mal aus, uns mit Abmahnungen zu drohen. Uns war nicht bekannt, dass es eine Straftat ist, etwas zu hinterfragen und dann auch noch zu veröffentlichen.
(…)
Es ist uns aber zu mühselig, unsere Zeit mit Anwälten zu verbringen, oder immer wieder erklären zu müssen, woher wir Quellen, Bildmaterial u. s. w. haben, wenn doch alles in unseren Artikeln steht.

Als wir 2013 gebeten wurden, weiter zu schreiben, haben wir es getan … Doch jetzt ist Schluss. Wir wollten eine bessere Welt für unsere Kinder und Enkelkinder, aber jetzt sind auch diese in Gefahr, denn wie heißt es in der Drohung auf unserer Webseite, dass man auch vor denen nicht halt machen wird.

Wir haben unser Haushaltsgeld in die Netzfrauen gesteckt, waren sparsam, um uns das leisten zu können. Aber dass unsere Männer arbeiten, damit wir das Geld zum Anwalt bringen können, sehen wir nicht mehr ein. …  Wir haben unser Leben lang schwer arbeiten müssen, Lisa und Ulla sind schon auf Rente und Doros Mann kommt jetzt auf Rente und da haben wir uns ein anderes Leben gewünscht und nicht diese Quälerei und Tyrannei, die wir zurzeit erleben müssen. Wir hätten gerne noch weitergemacht, aber so nicht.

Wir bedanken uns für Ihre mentale Unterstützung und werden jetzt die Zeit, die wir sonst für Recherchen aufgebracht haben, bei Anwälten verbringen müssen.“

Unmittelbar nach dieser Kapitulationserklärung knallen im GWUP-Hauptquartier die Korken, das Aufgeben der unwissenschaftlichen Netzfrauen wird gefeiert (verfasst von GWUP-Pressesprecher Bernd Harder am 31. Juli 2017 auf blog.gwup.net):

>> Aus für die “Netzfrauen”?
Noch können wir es nicht recht glauben (ähnliche Ankündigungen hat es schon x-mal gegeben) – jedenfalls haben die “Netzfrauen” soeben ihren Rückzug vom Geschäft mit der Empörung verkündet …<<

Der langjährige GWUP-Vorstand Bernd Harder, der seine alternativlose akademische Brillanz unter anderem mit Vorträgen wie „Gibt es eine alternative Mathematik? Oder eine alternative Geographie? Nein!“ unter Beweis stellt, kann nun aufatmen. Die alternativen Ansätze, die unsere alternativlose Zeit genauso braucht wie ein Loch im Eimer, lösen sich gerade der Reihe nach auf und machen bewährter Monokultur nach System Monsanto Platz, dessen Totalherbizid „Glyphosat“ man laut Bekundungen auf GWUP-Plattformen ja relativ unbekümmert trinken kann. GWUP-Mitglied und Gentechnik-Freak Martin Moder teilt uns etwa auf seinem Blog  „GENau“ mit, dass „wir die mühsame Debatte um die Sicherheit des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat endlich beenden können“, da eine wissenschaftliche Studie „eindeutig gezeigt hat, dass Glyphosat Krebszellen gezielt abtötet …  Normale Körperzellen kommen damit gut zurecht“ (Quelle: scienceblogs.de).

Na, das sind doch schon mal ganz andere Töne als dieser mühsame Alarmismus von Netzfrauen & Co., die jeden Tag mit neuen Hiobsbotschaften und Gesundheitsgefahren aufgewartet haben. Dass die streng wissenschaftlichen Herren von der GWUP mit ihrer Meinung zu Glyphosat zwar nicht mehr ganz up to date sind und von seriösen Wissenschaftlern mit Kopfschütteln bedacht werden, braucht uns nicht zu bekümmern. Was ist es doch für uns Laien, die wir abends müde von der Arbeit heimkommen und vorm Flachbildschirm relaxen wollen, für eine Erleichterung, von akademisch akkreditierten Experten zu erfahren, dass Glyphosat gar kein gefährliches Gift, sondern ein überaus nützlicher Wirkstoff ist. Angesichts solch geballter akademischer Expertise verblassen die Videoaufnahmen, die man zum Thema Glyphosat auf Youtube  reihenweise finden kann, wo Landwirte berichten, dass ihre Tiere seit dem Verfüttern von Glyphosat-hältigem Futter mit grässlichen Missbildungen, offenen Köpfen etc. zur Welt kommen – sonnenklar: solche Aufnahmen können nur Fake News sein.

Zum Glück geht’s diesen Fake News nun aber endgültig an den Kragen. Die medialen Geschütze und bunkerbrechenden Debunking-Marschflugkörper wurden bereits in Stellung gebracht, digitale Agenten mit der Doppelnull-Lizenz zum medialen Töten unterwandern indes bereits die dem Fortschritt feindliche Querfront. Aber nicht nur schmuddelige Hobbydenunzianten und gelangweilte Nerds befördern politisch unkorrekte Personen und Meinungen umgehend auf den digitalen Scheiterhaufen, en gros ausgemistet wird nun auch mit ganz hochoffziellem Mandat im Dienste ihrer Majestät. „Correctiv“ nennt sich das Zensurbüro, das auf Facebook unter Ausschluss des Rechtsweges unbotmäßige Meinungen und ganze Profile löschen darf  (zu den Hintergründen von „Correctiv“ siehe auch eine Bestandsaufnahme von Paul Schreyer: man erfährt unter anderem, dass das mit höchsten Kreisen aus Politik, Wirtschaft und Medien außergewöhnlich gut vernetzte Büro unter anderem von der Brost-Stiftung, der Deutschen Bank, George Soros‘ Open Society Foundations sowie von ZDF, RTL und Google finanziert wird.) Seit Anfang 2017 sind die GWUP-/Ruhrbarone rund um David Schraven, Sebastian Bartoschek (der die Netzfrau D. Schreyer auf seinem GWUP-Blog mittels genüsslicher verbaler Lanzenstiche zuletzt in die Verzweiflung getrieben hat), Stefan Laurin, & Co. als „correctiv.ruhr“ Teil des Zensurbüros „Correctiv“ und dürfen dort alles löschen, was nicht der naturwissenschaftlichen Rationalität entspricht bzw. Fake ist.

Die messerscharfen Gedankenpolizisten der GWUP-/Skeptiker-/Brights-Bewegung haben ihren Fuß somit nicht nur in der global meistgenutzten Wissensenzyklopädie Wikipedia stehen (wie in Markus Fiedlers sehenswertem Film „Zensur“ aufgedeckt), sondern besitzen nun auch im global meistgenutzten sozialen Netzwerk Facebook die Deutungshoheit.  Die von allem Geist befreite, „rein säkulare Welt“, die die GWUP-/Skeptikerbewegung mit aller Kraft anstrebt, befindet sich nun erstmals in der Menschheitsgeschichte in unmittelbarer Reichweite. Das technokratische Paradies und die digitale Endlösung der menschlichen Unvollkommenheit sind also nahe …

Gerade erhalte ich die Nachricht, dass auch die Pax Terra Musica gemeinnützige GmbH, die mit ihrer jüngsten Veranstaltung eine Möglichkeit zur Vernetzung und Neuformierung der Friedensbewegung bieten wollte, Insolvenz anmelden müssen, da dem Festival nach  massiver Diffamierung durch Blogger aus dem Psiram-Umfeld die Besucher fernblieben (hier das Statement des zu Tränen gerührten Organisators und Mitbegründers der „Humanistischen Friedenspartei“ Malte Klingauf). Auf der anderen Seite höre ich bereits das schallende Hohnlachen in den GWUP-Büros, wo man jetzt einen weiteren Erfolg feiern und sich auf die Schultern klopfen kann.

Ja, lachen wir nur, solange wir noch können. Bald wird sich das Lachen sogar noch zum Wiehern steigern – die alljährlichen GWUP-Schmähpreisverleihungen „Das goldene Brett vorm Kopf“ und der „Goldene Aluhut“ nahen wieder, eifrige Schergen schlichten bereits das Scheitholz, ölen die Streckbank und holen die Beißzangen aus dem Keller.

Lassen wir die Horrorclowns also ruhig feiern. So sehr sie jetzt noch feiern, schenkelklopfen und prustend lachen – ihre eigenen Kinder und Enkel werden sie ob der säkularen Welt, in der sie leben werden müssen, allerdings einmal verfluchen (siehe Steve Cutts Cartoon „Man“).

 


Update 20.09.2017: Habe soeben auch etwas sehr Erfreuliches erfahren: In einem jüngsten Statement (siehe Youtube) berichtet Malte Klingauf von einem vorweihnachtlichen Wunder: Ein unerwarteter Spender hat die gesamten Schulden der Pax Terra beglichen und damit das Insolvenzverfahren abgewendet. Dass es auch Menschen gibt, die der systematischen Sabotage der Zivilgesellschaft und der Friedensbewegung nicht tatenlos zusehen, gibt Hoffnung.

 

Pig Business Monkey Events, Global Playboys und bezaubernde Jeannies – Auf dem Weg zur digitalen Transformation und zum Final Handshake

Bild: Parkwaechter 2017

In einer Studie stellte der US-Unternehmensberater Jeremy Rifkin 150 führenden Managern der  internationalen Konzerne die Frage, ob die Welt, die sie gerade selbst durch ihre Arbeit mitgestalten, für ihre Enkel lebenswert sein werde. Die Frage wurde 150 mal  – also ausnahmslos – schlichtweg verneint.

Gleichwohl hüten sich die Leistungsträger, dieses Bekenntnis in der Öffentlichkeit abzugeben – wäre ja auch schlecht fürs Geschäft und hätte wohl das umgehende Abserviertwerden der eigenen Person von der Showbühne zur Folge. Dabei ist das Glänzen im Scheinwerferlicht der Science-Avantgarde ja etwas ungemein Ekstatisches – dazu unten aber gleich mehr.

Wenn jedenfalls sogar die Vertreter des führenden Establishments innerlich nicht mehr an die Sinnhaftigkeit ihres eigenen Tuns glauben, dann darf sich auch der gemeine Bürger fragen: wohin führt dann eigentlich unsere Reise? Der Astrophysiker Prof. Harald Lesch macht uns darüber keine Illusionen: „Wir sind alle Astronauten auf dem Raumschiff Erde. Wenn wir weiter so Gas geben, dann fahren wir das Ding vor die Wand“ und fügt hinzu, dass wir mit dem naiven Glauben an neue Technologien gerade dabei sind, den letzten Rest dieses Planeten „zu verfahren, zu verbrennen, zu verleben …“ (siehe YouTube).

Man mag Analysen wie die von Lesch und anderen schon kaum noch lesen, die Zeugnis abgeben über ein nie dagewesenes Artensterben, Vergiftung unserer Ökosysteme, unglaubliche Verelendung von Menschen, eine weitgehend sinnentleerte und erschöpfte Gesellschaft … Hingegen auf den Leinwänden der Konzerne … – läuft ein ganz anderer Film. Denn ungeachtet aller Realität haben die von Lesch als „Mammonesen“ bezeichneten Ökonomen aktuell eine neue Schallplatte aufgelegt. Mit den Schlagwörtern „Industrie 4.0“ und „digitale Transformation der Gesellschaft“ wittern sie in ihren bluetoothverzahnten Mausoleen wieder Frischluft und sehen ein neues Ziel am Horizont, für das es sich zu kämpfen lohnt: Die totale Durchtechnisierung von Mensch und Lebensumwelt, deren Umwandlung zu einer hocheffizienten  Technikmaschinerie, mit der der Mensch verschmelzen soll, um schon zu irdischen Lebzeiten in jenem Paradies anzukommen, das uns die Religionen der Menschheit erst im Jenseits anbieten können.

Mit ganzem Herz und bedingungsloser Hingabe sprechen perfekt manierliche Damen, die  noch vor wenigen Jahren  in einer (inzwischen digital gewordenen) Barbiepuppen-Kinderstube den Wert des Glanzes der Oberfläche internalisieren durften und nun mit großen Spielzeugen und gewaltigen Technologien hantieren dürfen, ihr Credo:  „I’m so exited to bring digital transformation to life here…“ (siehe z.B. eine jüngste Microsoft-Technologiekonferenz im u.a. Video).

Über ihren Chef Ken schwärmt sie: „There ist so much energy around him…” und setzt hinzu: “It is so contagious!“ (“Das ist so ansteckend!“) – Der männliche Part der frisch gebackenen Head-of-Marketing-Lady, er heißt eigentlich nicht Ken, sondern Neil, ergänzt nonchalant und breit grinsend auf die Frage, wie es ihm inmitten des futuristischen Gewimmels als General Manager für Microsoft Health Worldwide so gehe:

„I’m havin fun – I’m busyiiii !

Im Video bekennt ein Fachwissenschaftler mit würdevollem Ernst und ganz ohne Scham, worum es sich für ihn dreht: „To get recognition by Microsoft is very, very exiting.“ Auch alle anderen Akteure drücken ihr bedingungsloses Bekenntnis zu Technik und zur digitalen Transformation unserer 4.0 Gesellschaft aus, gegen welche die „Stahler 80“-Zahnpastawerbung ziemlich blass aussieht (Erklärung für Post-Millenials: Strahler 80 war eine bekannte Zahnpasta der 80erJahre. Den mit dieser Pasta geputzen, gebleckten weißen Zähnen ist man in den Jahren vor der Milleniumswende in fast keinem Fernseh-Werbeblock entkommen).

Am Ende des Meetings gibt Microsoft-Abteilungsleiter Ken seinen Appell aus: „Just keep doing it: creating more and more benefit for our customers!“ – woraufhin sein Expertenheer frenetisch ausflippt. Ken hat also die Losung des alten Microsoft CEOs Steve Ballmer geflissentlich internalisiert, wo letzterer mit seinem Monkey Rap schon seinerzeit die Microsoft-Belegschaft in Redmont mantrenartig eingeschworen und zum monotonen Mitklatschen gebracht hat: „Developers, developers, developers … -Developpp !!!“

Dass damals noch gewisse Fragmente des Faktors Mensch mit im Spiel waren, sieht man an dem vielfach kritisierten Achselschweiß, den der Microsoft-Guru während seines fulminanten Auftritts in Massen absondert. So ein unappetitliches Transpirieren wird heute durch porenverschließende Hitech-Sprays mit Aluminiums-Nanopartikeln sicher verhindert und ein CEO kann sogar in Ausnahmezuständen bis kurz vorm Umfallen (so wie der kollabierende BMW-CEO auf der IAA-Messe) vollkommen souverän wirken.

Während globalisierungskritische Menschen mit philosophischer Ader angesichts des umwälzenden derzeitigen Weltgeschehens eher verstört bis hin zu schockiert sind, nach Atem ringen und kaum Worte finden, um das zu formulieren, was gerade wie ein großer Tsunami auf uns zukommt, so haben die wissenschaftlichen Experten, die im Epizentrum des kommenden Tsunamis stehen, nicht das geringste Problem mit dem astreinen Wahn-Sinn, sondern demonstrieren mit all ihrer zu Gebote stehenden Emotion und Überzeugungskraft, wie großartig und paradiesisch die von ihnen vorangetriebene neue Welt sein wird. Mit Wucht, bullig, humorvoll und ohne den geringsten Zweifel an ihrem Tun bringen die Silicon Valley CEOs  ihre Mission und ihr Commitment stringent auf den Punkt. In einem der Microsoft-Vorträge erklärt etwa ein junger Gentechnik- Wissenschaftler dem anwesenden Publikum auf charmante Weise die Kunst der Genmanipulation im menschlichen und tierischen Körpern: Eingängig dargestellt mit lustigen Powerpoint-Cartoons, auf denen man sieht, wie eine Schere einfach mal ein bisschen Schnipp in den von der Naturweisheit über Jahrmillionen der Evolution angelegten Gensequenzketten des Menschen macht … höchste Zeit, dass führende Wissenschaftler eines  globalen Technologieführer-Konzerns der Natur endlich mal auf die Sprünge helfen und ein paar Dinge zurechtrücken … das Paradies naht also… – so wie uns das auch der GWUP-Nerd und „Science Slam Champion“ Martin Moder auf seinem ProGentechnik-Blog GENau unermüdlich klarmachen möchte, sofern er nicht gerade damit beschäftigt ist, rückständigen Menschen den GWUP-Schmähpreis „Das Goldene Brett vorm Kopf“ zu verleihen oder alternative Denker zu diffamieren.

Aber wer immer noch Zweifel daran hat, dass man es in der Welt der Konzerne in himmlische Sphären bis oberhalb der Seraphim und Cherubim schaffen kann, der möge sich kurz nur einen der Höhepunkte der vorgenannten Technologiekonferenz angucken: eine Rede der IBM Chefin Ginni Rometty:

Beim diesem Videolink wollte ich nur auf die perfekte farbliche Komposition zwischen dem Galakleid der IBM-Grandin und dem Bühnenhintergrund hinweisen. Direkt hinter ihr ein Sonnensymbol, wie man es sonst nur von Gravuren in den Säulenhallen und Altaren der alten Pharaonen kannte. Niemand braucht sich die – im Grunde tödlich langweilige – einstündige Rede der bezaubernden Ginni anhören, deren Inhalt im Grunde auf nur drei Buchstaben beruht: I, B und M, genauer gesagt „I and IBM“ bzw. wie die beiden Einrichtungen wechselweise ihre Großartigkeit steigern. Sie sagt damit im Grunde nur auf eine etwas manierlichere Art genau das Gleiche, was Microsoft-Chef Steve Ballmer schon seinerzeit vor versammelter Arbeitsbienen-Mannschaft in seinem legendären Pig Rider-Ausraster bis zum Jupiter hinaufgebrüllt und damit die gesamte Götterwelt erschüttert hat: „I – LOVE – THIS – COMPANY – YEEEEAH …!“

Der Auftritt Ballmers in Strahler 80-Manier, untermalt mit plattem Happysound der 80er Jahre, erscheint heute vergleichsweise dilettantisch.  Obwohl im Kern immer noch dasselbe, legen auf Industrie 4.0 gebürstete CEOs heutigen Zuschnitts eine ganz andere Performance hin. Während man bei Steve Ballmer im obigen Video die brachial nach oben sprudelnden mammonitischen Urgewalten noch relativ unverblümt zu Gesicht bekommt, so haben die smarten Konzernlenker von heute die alte menschliche Eigenheit, dass „der Mund übersprudelt, wovon das Herz voll ist“, längst abtrainiert und sich stattdessen ein bis in die letzte Mundwinkelfalte in perfektem Understatement geschultes Mimikspiel zugelegt, bei dem George Clooney in die Schule gehen könnte.

Wer sich von diesem Mimikspiel bzw. vom Glanz der Oberfläche täuschen lässt, der übersieht, dass selbige Urgewalten, wie sie bei Steve Ballmer kurzfristig einmal zum Vulkanausbruch bzw. ans Tageslicht gekommen sind, immer noch exakt die gleichen sind, wie sie heute die Konzernrealität beseelen bzw. entseelen. Besagte Urgewalten befinden sich heute eben in einem Kernreaktor im Keller bzw. im Bauch des Menschen, wo die radioaktive Strahlung der Kernbrennstäbe das im menschlichen Organismus zirkulierende Wasser bzw. Blut bis zur Weißglut erhitzt und damit die mächtigen Turbinenräder des Kommerzgenerators antreibt. Solcherart als „Schnelle Brüter“ auf zwei Beinen durch die Gegend stolzierenden Kraftwerken sieht man es äußerlich nicht an, welche Urgewalten sie innerlich antreiben. Bluetoothbestöpselt und in feinen grauen Zwirn von Hugo Boss gehüllt, die Visage glatt rasiert und mit Versace-Lotion geölt, fädeln die Global Playboys bei Tag und bei Nacht unermüdlich Deals und Golden Handshakes ein, vernetzen Länder oder melken Cash Cows. Normalsterblichen ist es da ebenso wie jungen Damen aus der Provinz schier unbeschreiblich, dass es Global Playboys, – pardon, Global Players natürlich – gibt, die in unserer Zeit der allgemeinen Erschöpfung und des Burnouts entgegen allem Mainstream „so much energy around them“ haben, dass es einen direkt elektrisiert und man fast andächtig in die Knie gehen muss.

Wer bremst, verliert, ist jedenfalls das fraglose Motto der auf Digitalisierung und „Industrie 4.0“ getrimmten Schnellen Brüter bzw. Global Players. Wer im Rennen auf dem Highway Richtung Grand Canyon gewinnt, darf schließlich zu den ersten gehören, die am Grunde des Grand Canyon ihr zerbröseltes Smartphone wieder aufsammeln und die Champagnerkorken knallen lassen werden (siehe Illustration von Steve Cutts: The Final Handshake).

Zurück aber zu IBMs Ginni. Im Konzern aufstrebende Nachwuchskräfte werden angesichts eines solch strahlenden Auftritts  der bezaubernden Ginni wohl zweifellos attestieren, dass ihre CEO-Frontfrau „eine Wucht ist“  oder darüber schwärmen, dass „so much energy around her“ ist. Laut Forbes Magazine rangiert Ginni auf Rang 15 der Liste der mächtigsten Frauen der Welt. Wie man sieht, gibt es also in der über 7 Milliarden Seelen zählenden Menschheit scheinbar auch noch ein paar andere Bienenköniginnen – was der Beweis ist, dass an der sonnenbeschienenen Spitze der Pyramide nicht nur ein(e), sondern durchaus mehrere Leistungsträger(innen) Platz haben.  In ihrer o.a. Rede drückt Ginni in nähmaschinenartig wiederholenden Rückstichschleifen aus, wie großartig sie es eben findet, es bei IBM bis ganz nach oben geschafft zu haben, sodass am Ende der Rede hoffentlich auch diejenigen, die es nicht bis dorthin nach oben schaffen, sondern IBMs massivem Abbau der immer überflüssiger werdenden Humanressourcen zum Opfer fallen (was im vorigen Jahr ca. 26 Prozent der Belegschaft und damit mehr als 100.000 Mitarbeiter betraf), verstehen, dass ihr Versagen nur daher rührt, dass sie eben nicht ganz so großartige Strahlefrauen, sondern im Hamsterrad nur Minderleister sind – so wie jene heimgekehrte Wiener Betriebswirtin, die ihren vermeintlichen Traumjob in der Apple-Konzernzentrale in Irland mit dem Leben in einer Hühnerbatterie vergleicht und das hochglanzpolierte Arbeitsumfeld  als „furchtbar beklemmend und trostlos“ und sich dort „hilflos und entmenschlicht“ erlebt hat (Quelle: Interview in ZIB24 vom 20.03.2017, siehe auch welt.de).

Die implizite Botschaft der Business-Shows an die nachwachsende Generation der Human Resources lautet also: Legt euch mehr ins Zeug, trainiert euch mehr Barbie-Faktor an, übt vorm Badezimmerspiegel bessere emotionale Business-Statements, sammelt mehr Praktika-Erfahrung in den Kaderschmieden der Konzerne, macht Nachtschichten vor den Flachbildschirmen, lasst euch notfalls einen Chip ins Hirn einbauen, der euch mit ein paar Quadcore-Prozessoren und smarten Algorithmen auf die Sprünge hilft, gebt Einfach Alles für das Große Ziel, … dann dürft auch ihr zumindest ein paar Lenze lang bei der CyberNerd-Party zur digitalen Transformation unserer Gesellschaft mit dabei sein. Und wer besonders emsig in der Tretmühle des Kommerz läuft, der bekommt vielleicht sogar ein Ticket ins Elysium.

Durch GWUP-Edutainment restlos in die Zweidimensionalität des nihilistischen Szientismus plattgehämmert  und zu fortschritts- und frackinggläubigen Teletubbie-Nerds erzogen, dürfen junge fleißige Arbeitsdrohnen auch heute wieder die Blütejahre ihres Lebens dafür opfern, um einer Pharaonin zu dienen, die gewaltige Pyramiden und Obelisken mit vergoldeter Spitze errichten ließ. Wobei die 30 Meter hohen und ca. 300 Tonnen schweren Obelisken, welche die Pharaonin Hatschepsut um ca. 1400 v. Chr. von einem Heer an tausenden fleißigen Ameisen aus den Granitsteinbrüchen von Assuan meißeln ließ, gegen die heute in Arbeit befindlichen 4.0-Obelisken vergleichsweise blass aussehen. Denn die 4.0-Obelisken werden über die gesamte Erdatmosphäre bis durchs Ozonloch hinaufragen und drahtlos mit allen Dingen vernetzt sein („Internet of things“). Und während die goldenen Spitzen der Hatschepsut-Obelisken nur tagsüber im Sonnenlicht weit ins Land strahlten, um die Arbeiter zu ihrer großen gemeinsamen Aufgabe zu motivieren, so werden die digitalen 4.0-Obelisken sogar in der Nacht auf unsere Köpfe einstrahlen.

Ach ja, ich vergaß Ginnis Gehalt zu erwähnen: im letzten Jahr waren das samt Boni 5,2 Millionen Dollar (Quelle: silicon.de), dh. die Dame bekommt pro Tag ein Salär von über fünfzehntausend Dollar. – Nur ein Klacks im Vergleich zu einer ganzen Milliarde, wie sie z.B. der Blackstone-CEO Stephen Schwarzman für ein Jahr Arbeit einstreift (Quelle: welt.de), ich weiß. Aber bei einer solchen Tagesgage würde, glaube ich, sogar manche graue Hartz 4-Maus augenblicklich zur hochglanzpolierten Strahlefrau mutieren, um vor versammeltem Publikum glückshormonüberschwappend einen auf „Strahler 80“ zu machen. Pardon, wir haben ja upgedatet – „Strahler 4.0“ natürlich. Ich bin einfach noch von gestern.

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Nachsatz:
In Assuan/Ägypten kann man heute noch den größten Obelisken besichtigen, an dem Menschen jemals gearbeitet haben – er wiegt über tausend Tonnen und ist 42 m lang (siehe Foto). Der gigantomanische Hinkelstein hat es allerdings nie aus der Horizontalen in die Vertikale geschafft. Nachdem er schon von allen Seiten frei gehauen war, bekam er plötzlich einen Riss und war somit unbrauchbar. Aller Schweiß, Blut und Tränen, die für das Opus Magnum aufgewendet wurden, waren auf einmal für die Katz‘.

 

 

 

 

Fukushima – strahlender Geburtstag. Die Rückkehr der Ungeheuer und ihrer Menschenopfer

Freitag, 10.3.2017. Eifel. Wir müssen heute mal reden. Über die Welt, in der wir leben. Über die Lügen, die uns umgeben. Über Star Trek. Über Frankenstein … und den Untergang der Menschheit durch eine neue düstere Religion, die hinter den Kulissen wirkt und das Ende der Welt in Gang setzen möchte. Reden wir aber erstmal über etwas anderes.

Morgen ist ja ein ganz besonderer Tag. Fukushima hat Geburtstag. Sie können sich noch daran erinnern? Hoffentlich, viele werden es schon vergessen haben, der Alltag ist ja vollgepackt mit Informationen, hundertmal mehr als ein Gehirn bearbeiten kann. Ist ja auch enorm wichtig, zu wissen, was welcher Politiker gestern in Paderborn gesagt hat, welche Prinzessin ihren Sohn nach langer Zeit wieder sieht oder wer welche Ergebnisse bei Leibesübungen in Schnee und Eis erzielt hat: davon hängen ja direkt ihre persönlichen Entscheidungen im Alltag ab, das bestimmt ja direkt ihre wirtschaftlichen Planungen für die nächsten fünf Jahre. Scherz beiseite: anders als Unternehmen können sie von der Welt, dem Staat, dem Universum natürlich keine Planungssicherheit fordern, noch schließt jemand mit Ihnen entsprechende Verträge, um Ihnen diese Sicherheit zu gewährleisten, weil: Sie sind diese Sicherheit! Jedenfalls für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Zahlmeister halt.

Fukushima. Da erinnere ich mich doch an die Physikerin Frau Dr. Angela Merkel, die immer meinte: Atomkraft ist sicher. Ja, stimmt: so lange bis sie kaputt geht. Das vergisst man immer zu erwähnen.

Atomkraft – da habe ich schon als junger Mann gegen demonstriert. Völliger Wahnsinn, im Prinzip: für ein bischen Strom füllen wir diesen Planeten mit hochkontaminierten Material auf. Wir können Atommüll schlichtweg nicht entsorgen, nur verbuddeln. Absolut verantwortungslos, so was. So etwas würden Sie als Privatmann nie genehmigt bekommen. Sie würden ja noch nicht mal ein AKW im Garten genehmigt bekommen, weil die Kinder Ihrer Nachbarn dann ein höheres Leukämierisiko hätten. Ja – das glauben Sie jetzt nicht, ist aber Fakt, dazu gibt es Studien (siehe contraatom). Selbst wenn ein AKW sicher ist, bringt es Kinder um. So etwas hätte es früher nicht gegeben: wenn einer Kinder umbringt, dann wird er aus dem Dorf gejagt und im Fluss versenkt (es sei denn: es ist die Regierung). Wissen wir doch von dieser Frankensteingeschichte. Kennen Sie Frankenstein? Ein junger Wissenschaftler – skrupellos, respektlos, geistlose … wie unsere ganze Technoelite halt – hatte einen Menschen aus Leichenteilen gebaut und ihn zum Leben erweckt. Der machte nur Ärger – unter anderem tötete er ein kleines Kind – und wurde dafür von den Dorfbewohnern gejagt. Ist nur eine Geschichte, klar. Zuerst veröffentlicht … 1818. Schon damals gab es Menschen, die dem Typus „Wissenschaftler“ enorm misstraut haben … lange, bevor er sich selbst überhaupt definiert und erfunden hatte.

Sie kennen doch diese Geschichte, oder? Im Rahmen der Aufklärung hatte die Menschheit wieder mal einen großen Schritt versucht: die Befreiung von den alten Göttern, die wir – das behaupte ich jetzt einfach mal – als zivilisierte Bürger eines Rechtsstaates durch die Bank als „Ungeheuer“ definieren würden, vor allem dann, wenn sie strafend durchs Land zogen oder die Seele nach dem Verlassen des Körpers in eine Untergrundhölle ziehen wollten. Jahrundertelang hatten die Sprößlinge des Adels – der damals das Personal für „Kirche“ stellte, was gerne mal vergessen wird – den Menschen mit ihren Göttern Angst gemacht, sogar den alten Gott der Juden und Christen – den liebenden Gott, den Gott, er Ursprung und Quelle von „Leben“ selbst war, dass sich dank seiner Wucht in Materie festsetzen konnte – so deformiert, dass er nur noch als gruselige Spukgestalt wahrgenommen werden konnte, mit deren Hilfe man aber ungeheure Summen als Kirchensteuer einnehmen konnte – oder als Schenkungen bzw. Erbschaften erhielt, himmlisches Schutzgeld sozusagen, mit deren Hilfe die armen Menschen hofften, sich von den irrealen Monstern der Kirche freikaufen zu können. Schlimme Zeiten damals.

Die Gegenbewegung formte sich – mit Darwin als Erlösergestalt – knapp fünfzig Jahre nach dem Roman „Frankenstein“ und nannte sich „Die Wissenschaft“ – wobei natürlich die Geisteswissenschaften von den geistlosen Mechanikern der Finsternis bald ausgeschlossen wurde. Wer für Menschlichkeit, Humanismus, Menschenrechte ist, wer sich mit den Fehlern des Menschen selbst beschäftigt und dabei die schwere Arbeit übernimmt, diese Fehler zu verstehen – in sicherer Gewissheit, selbst zu diesen fehlerhaften Wesen zu gehören und somit nie sauber arbeiten zu können – war den neuen Priestern im Wege, die die Unfehlbarkeit für sich reklamierten. Ja – mit „der Naturwissenschaft“ enstand eine neue Religion – manche nennen sie Scientismus, manche nennen sie Physikalismus, andere Formen sind der Biologismus: kurzum – alles reduktionistische Formen, die behaupten, dank ihrem Wesen würde die Welt genesen. Sie hätten Nitzsche lesen sollen, der uns nahelegte, zu bedenken, dass wenn wir zu lange in einen Abgrund schauen, irgendwann etwas aus dem Abgrund zu uns zurückschaut – oder, anders gesagt: dass man demjenigen, was man bekämpft, im Laufe der Zeit immer ähnlicher wird. So haben wir jetzt eine Kopie der katholischen Kirche in der Gesellschaft, die sich „Die Wissenschaft“ nennt, die Inquisitoren beschäftigt, die zumindest Existenzen virtuell verbrennen wollen (ich denke da an diese unsägliche GWUP-Sekte, die den „reinen Glauben“ mit sehr unreinen und unwissenschaftlichen Methoden verteidigt, Methoden, die an die Hexenjagden des Mittelalters erinnert – obwohl es eigentlich die beginnende Neuzeit war, als dieser bestialische Wahn sich Bahn brach und Ärzten sowie Rechtsanwälten ganz neue Möglichkeiten gab) … eine Wissenschaft aber, die es wirklich geschafft hat. die früher nur in der Fantasie vorhandenen Ungeheuer in vieler Art und Weise zu materialisieren.

Haben Sie noch nicht mitbekommen? Ach, hören Sie auf. Denken Sie sich mal, Sie wären einfacher Bauer im Mittelalter, ein rationaler, vernünftiger Mensch, der auf einmal Mäusen mit Menschenohren begegnet (siehe Welt): dieser Bauer wüßte sofort, dass da Kräfte am Werk sind, die das innere Gefüge unsere lebensnotwendigen Umwelt durcheinander bringen. Ab 1818 hätte er den Begriff „Frankenstein“ zur Verfügung, um zu beschreiben, wie man die menschlichen Ungeheuer nennen sollte, die dort unterwegs sind. Oder denken Sie an das Mischwesen Menschschwein, an dem gerade gearbeitet wird (siehe Focus). Noch irrer sind jene Wissenschaftler, die den Vogelgrippevirus ansteckend wie Schnupfen gemacht haben (siehe Spiegel): die setzen das Leben von hunderten von Millionen Menschen leichtfertig aufs Spiel. In China wurden durch Kreuzung von Vogelgrippe und Schweinegrippe sage und schreibe 127 neue Virustypen geschaffen (siehe Zeit) – und die Worte eines führenden Virologen sprechen diesbezüglich für sich (siehe Zeit):

„Wir haben die kaum infektiösen Vogelgrippeviren genetisch so verändert, dass sie über die Atemwege – also zum Beispiel beim Niesen oder Husten – übertragen werden.“

Was der Menschheit sicher einen großen Nutzen bringt, keine Frage.  Noch brisanter ist aber eigentlich, dass die gar nicht wissen, was die da tun:

„Es ist uns zwar gelungen, das Vogelgrippe-Virus ansteckend zu machen. Wir haben ihm mit den Mutationen die Fähigkeit verliehen, von Tier zu Tier zu wandern. Doch wir wissen immer noch nicht genau, warum es das plötzlich konnte.“

Erinnert Sie das an was? Ja – da sind wir wieder bei der Atomkraft. Der alte Satz „Macht Euch die Erde untertan“ erlangt eine ganz neue, düstere Qualität. Einst gerichtet an das gläubige Volk Israel, das unter „herrschen“ die Übernahme von Schöpfungsverantwortung verstand, wird dieser Satz nun von der neuen Religion aufgenommen als Freibrief für entsetzlichste Experimente. Auch bei der Atomkraft wusste man nicht so genau, womit man es da eigentlich zu tun hatte … habe sogar gehört, dass man sich nicht sicher war, ob die Zündung der ersten Bombe nicht sogar zu einem Atombrand geführt hätte, der den ganzen Planeten in eine glühende Aschewüste verwandelt hätte. Die Bombe wurde trotzdem gezündet – im Namen der Wissenschaft.

Natürlich predigen die Hohepriester des Scientismus was anderes: die Befreiung von der Last der Arbeit, den Aufstieg der Menschheit in ein technisches Paradies, „Star Trek“ leuchtet am Horizont als Symbol für eine ganz neue, galaktische Zivilisation … die allerdings kulturell einen riesigen Rückschritt bedeutet. Da fliegt eine auserlesene Herrenrasse durchs Weltall, die an Bord ihrer Schiffe Absolutismus praktiziert: die absolute Herrschaft von Jean-Luc Picard, dem Papst der Enterprise. Der Rest – jene die nicht auf den besonderen Akademien der Sternenflotte geschult und in ein absolutistisches Herrschaftssystem gepresst wurde – taucht in den Sagen und Mythen dieser modernen Märchen kaum auf – und wenn, dann als dumme, unterbelichtete Wesen, deren höchste Qualität ist, dass sie dem militärischen Kommando im Wege stehen. Das ist das politische Verständnis von Herrschaft dieser neuen Religion: ein Techno-Papst an der Spitze, der Rest absolut hierarchisch gegliedert. So fühlt sich der Wissenschaftler wohl – und weiß auch genau, warum es ihm bei seiner Arbeit geht: um Geld. Lauschen wir noch mal dem Virologen:

„Sie müssen sich auch bewusst machen, was das Moratorium für meine Arbeitsgruppe bedeutet hat: Wir haben mit acht Mann an den Viren geforscht. Dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen, haben wir das Labor dicht gemacht. Meine Mitarbeiter mussten sich eine andere Arbeit suchen.“

Schlimm, oder? Dem können Sie doch sicher nachfühlen. Was bedeutet schon die Neuerschaffung tödlichster Krankheiten im Vergleich dazu, dass acht „Wissenschaftler“ ihre Arbeit verlieren? Das diese Wissenschaft im Rahmen der Automatisierungstechnik Millionen von Menschen arbeitslos gemacht hat, interessiert niemanden in diesen Kreisen. Dr. Frankenstein ist ein Herrenmensch erster Güte, der sich durch nichts davon abhalten läßt, im Namen „der Wissenschaft“ größte Übel in die Welt zu setzen. Aber wo finden sie noch Geisteswissenschaftler, die sich trauen, diesen unheiligen Kult anzuprangern?

Ja, sicher. Fukushima war ein Unfall. Ausgelöst durch einen Tsunami – also jenen Teil der Natur, den wir noch nicht untertan gemacht haben. Man hätte auch drüber nachdenken können, dass es ziemlich doof ist, AKW´s auf einem Planeten zu errichten, auf dem es sowas wie Erdbeben noch gibt. Man hätte auch gleich auf die Idee kommen können, so etwas wie Atombomben gar nicht erst zu erfinden – immerhin ist deren Strahlung so tödlich, dass sie womöglich mehr für alle Lungenkrebsarten (und auch Hautkrebs) verantwortlich ist als das Rauchen (siehe Nachrichtenspiegel) – eine Vermutung, die durch harte Fakten untermauert werden kann, aber nie an die Öffentlichkeit kommen würde, weil die Entschädigungszahlungen nach US-Recht die ganze Industrie samt Staat in den Bankrott treiben würde.

Wissen Sie, auf welchem ethischen Niveau die Väter der Atombomben und ihre vielen tausend Nachfolger befinden? Auf dem Niveau eines Irren, der immer wieder Handgranaten in den Kindergarten legt, in der Hoffnung, dass die spielenden Kinder nicht den Sicherheitsring abziehen und die Granate zur Explosion bringen. Sehr klug und weise sowas, oder?

Glauben Sie nun nicht, dass Fukushima ein Einzelfall ist. Erstmal … dürfen die ganzen Katastrophen ja sowieso nicht an die Öffentlichkeit gelangen, weil sie ja den geregelten Gang der Dinge in Gefahr bringen, jenen  Gang, der darin besteht, dass die Produzenten von Atomkraftwerken (und auch ihre Wissenschaftler) an diesen Geräten hervorragend verdienen – und mir diesen Geldern können sie Poliker und Parteien sponsern und unglaubliche Lügen verbreiten – hier allein finden sie die  absurden Lügen der Atomlobby, die mit viel Geld die eh schon informativ überforderten Mitbürger überfluten. Die Macht der atomaren Ungeheuer in unserer Gesellschaft konnten erst vor kurzem einige Aktivisten aus Aachen erleben, die in Belgien gegen das marode Kraftwerk Tihange demonstrieren wollten und dabei brutal von der Polizei angegriffen wurden (siehe Aachener Nachrichten). Wissen Sie eigentlich, wieviel Geld uns die Atomkraft bislang gekostet hat? 204 Milliarden Euro (siehe Greenpeace) zahlen wir bislang für diese teuerste Form der Energiegewinnung, wobei die geschätzten 100 Milliarden Euro für den Abbruch der strahlenden Altmeiler noch gar nicht mitgerechnet worden sind … und wir auch noch gar nicht wissen, wo wir den strahlenden Bauwerksmüll in Zukunft lagern wollen. Wenn Sie Pech haben … was aktuell angesichts der drohenden Insolvenz der ausgegliederten Betreibergesellschaften so aussieht (siehe Heise), dann kommen da noch mehr Kosten auf sie zu … während führende Kernenergieunternehmen offen damit prahlen, dass sie sogar die Führungskräfte der ehedem Anti-Atom-Grünen gekauft haben (siehe RWE-Chef Großmann über Joschka Fischer im Stern).

Wir brauchen auch gar nicht so sehr nach Fukushima zu schauen. Oder nach Russland (Tschernobyl). Oder den USA (Three Mile Island). Wir haben auch in Deutschland solche Ungeheuer, die fast weltweit von sich Reden gemacht haben (siehe solarify):

„Wenn die Sache nicht zu ernst wäre, könnte man auf den Kalauer kommen: Gottseidank sind nur die Kosten und nicht die Meiler explodiert (obwohl es in Rheinsberg am 24.11.1989 beinahe zu einer partiellen Kernschmelze gekommen wäre)“

Ja – wir hätten … ganz ohne Tsunami … fast unsere eigenes Fukushima gehabt – nahe Berlin. Weiß kaum einer, oder? Noch besser: möglicherweise hatten wir auch unser eigenes Fukushima – es kam zu einer partiellen Kernschmelze – man redet nur nicht drüber (siehe atomkraftwerke.plag). Da wären dann weite Teile Norddeutschlands nicht mehr bewohnbar, auch für Dänemark und Schweden hätte es düster ausgesehen.

Es war ein Zufall, der den GAU in Greifswald verhinderte – wie auch ein Zufall die Explosion der Brennstäbe in Fukushima verhinderte (siehe SZ). Tolle „Wissenschaft“, oder? Ohne „Zufall“ hätten wir eine schlimmere Verstrahlung als bei Tschernobyl zu befürchten gehabt. Wieviel Tote hat eigentlich Tschernobyl bislang gefordert? Nun – die Experten streiten sich: wer will es schon mit den Atomgöttern aufnehmen? Manche reden von 1,44 Millionen (siehe Deutschlandfunk), ich kann Ihnen aber jetzt schon sagen, dass wir die wahre Zahl nie erfahren werden. Wieviel unsere modernen Ungeheuer, die am Rande unserer Wahrnehmung lauern, wirklich an Menschenopfern fordern, wird wohl des bestgehüteste Geheimnis „der Wissenschaft“ bleiben, die ja gerne weiter viel Geld möchte. In Belarus nahe Tschernobyl waren schon 1990 30 mal so viele Kinder an Schilddrüsenkrebs erkankt wie im Landesdurchschnitt (siehe Umweltinstitut), von den 800 000 Menschen, die den Müll der „Wissenschaft“ persönlich wegräumen durften, sind bislang 25 000 verstorben (siehe Spiegel). Hundertausende sind erkrankt (siehe Hamburger Morgenpost). Ob die wohl alle überleben werden?

Sie werden überrascht sein, dass korrekte Daten zu diesen Katastrophen nirgendwo zu finden sind: die Opfer der neuen künstlichen Ungeheuer sind nicht zu hinterfragen, der Moloch „Wissenschaft“ bekommt sie in ungezählter Menge zum Fraß vorgeworfen. Die japanische Regierung will aktuell die Schutzzone über Fukushima wieder aufheben und die evakuierten Bewohner zurückführen (siehe Greenpeace): Schwamm drüber und weitermachen. Und damit weiter geopfert werden kann, kommen nun auch die ersten Nachrichten, dass Fukushima ja gar nicht so schlimm war – und die Folgen von Radioaktivität weit überschätzt werden (siehe Zeit).

Da kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch zum morgigen Geburtstag, liebes Fukushima! Dank Dir wissen wir jetzt, dass explodierende Atomkraftwerke keinerlei Schaden anrichten – außer bei 51 US-Matrosen auf dem Flugzeugträger Ronald Reagan, die zur Hilfe eilten (siehe Krone). Wir wissen, dass wir in den sicheren Händen einer mit gigantischen Summen ausgestatter Kaste von Wissenschaftlern sind, die dem Ruf von Dr. Frankenstein in großem Umfang gerecht werden.

Und wissen Sie, was Ihnen noch übrigbleibt … in der Auseinandersetzung mit diesem Moloch? Als einzige Waffe gegen diese Mächte und Gewalten?

Das gute alte „Beten“. Ja – damit wollte man dereinst den „Zufall“ für sich gewinnen.

Und nur der Zufall hat uns vor den Auswirkungen des seltsamen Kultes „Wissenschaft“ geschützt.

Bislang.

Beten wir, dass er uns weiter gewogen bleibt … bevor das nächste AKW explodiert oder zufällig in Supervirus aus dem Labor entfleucht.

 

„Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ – Wenn der russische Bär eine Anakonda am Hals und der Hund die Hausaufgaben gefressen hat.

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Wikimedia/ CC BY 2.0 / U.S. Fish and Wildlife Service Northeast Region  

Drei Jahre nachdem der letzte amerikanische Panzer aus Europa zurück in die USA gebracht wurde, verfrachtet die vierte US-Infanteriedivision aktuell eine ganze Panzerbrigade nach Europa, um an der Grenze des atomar bestückten russischen Bären für „Abschreckung“ zu sorgen. Durch ein Rotieren der US Panzerbrigade zwischen Polen und fünf weiteren Oststaaten wird die Nato-Russland-Akte aus 1997 umgangen, wonach die NATO an Russlands Grenzen nicht „dauerhaft“ größere Einheiten stationieren darf.

Wer sich wundert, warum Friedensnobelpreisträger Obama in den letzten Wochen seiner Amtszeit versucht, die Ost-West Beziehungen vollends zum Eskalieren zu bringen, der kennt die triftigen Hintergründe nicht. Laut NSA-Berichten hat sich nämlich das namenlose Grauen erhoben: „Russische Hacker“ mit „Verbindungen zu russischen Diensten oder dem Kreml“ hätten diverse Hacks ausgeheckt und betrieben gezielte Informations- bzw. Desinformationskampagnen. Für diese Anschuldigungen existieren zwar keine Beweise, aber immerhin „starke Indizien“.

Obwohl die vorgeblichen Indizien in einem Memorandum hochrangiger ehemaliger US-Geheimdienstveteranen, darunter der ehem. technische NSA-Direktor William Binney, nach eingehender Analyse als haltlos bezeichnet werden (siehe Memorandum „Allegations of Hacking Election Are Baseless“), so kolportieren die Leitmedien unserer garantiert fakenewsfreien und DIN-ISO-zertifizierten Wahrheitspresse die besagten Indizien als wenn sie erwiesene Tatsachen wären (siehe dazu auch Telepolis: „Russische Hacker sind das neue Der-Hund-hat-meine-Hausaufgaben-gefressen“).

Auch der designierte Präsident Trump lässt in einem Tweet von letzter Woche durchblicken, was er von den US Geheimdienstinformationen hält:

>>The „Intelligence“ briefing on so-called „Russian hacking“ was delayed until Friday, perhaps more time needed to build a case. Very strange! << (@realDonaldTrump 3. Jan.2017)

Studiert man den drei Tage nach Trumps Tweet veröffentlichten Report der  US Geheimdienste über die angeblichen russischen Hackeraktivitäten (siehe Originaldokument auf dni.gov), dann findet man auf S.23 des PDF Dokuments eine hahnebücherne Erklärung von dem, was die US Dienste unter „niedriger, mittlerer und hoher“ Wahrscheinlichkeit bzw. Informationsqellengüte verstehen. Sogar das höchste Qualitätsniveau  „High Confidence“ erfährt von den US Diensten selbst eine drastische Relativierung:

„High confidence in a judgment does not imply that the assessment is a fact or a certainty; such judgments might be wrong.“
( „Hohe Sicherheitswahrscheinlichkeit bei einer Beurteilung bedeutet nicht, dass die Einschätzung eine Tatsache oder eine Gewissheit ist; solche Beurteilungen könnten falsch sein.“)

Angesichts solcher Statements ist man an eine Szene aus John le Carrés Kalte-Kriegs Epos „Das Russland Haus“ erinnert, in der ein von Roy Scheider verkörperter US Agentenchef nach dem Durchackern ellenlanger Expertenberichte über den Wahrheitsgehalt geheimer  Informationen eines russischen Dissidenten zum Fazit kommt: „Für Expertenberichte ist wirklich kein WC tief genug!“

Trotz der dünnen Suppe an Indizien schicken die USA nun eine Armada an Kriegsgerät direkt vor die Tore Russlands. Dass sich die zunehmende Dichte an Kriegsgerät und Manövern entlang der russischen Staatsgrenze – sei es durch menschliches oder technisches Versagen – schnell zu einem realen Konflikt entwickeln könnte, wird achselzuckend in Kauf genommen. Überhaupt gibt man sich auf westlicher Seite offensiv. Bereits die Namensgebung der an der russischen Grenze stattfindenden NATO-Manöver weckt beim russischen Bären historische Traumen und Urängste. Eines der größten jüngsten NATO-Manöver an der russischen Grenze vor dem aktuellen „Atlantic Resolve“ hieß etwa „Anaconda“, wurde also nach der weltgrößten Würgeschlange benannt, die sich hier sprichwörtlich um den russischen Bären legt. Inwieweit der atomar bestückte Bär angesichts dieser sich vor ihm aufbäumenden Würgeschlange die Nerven bewahren wird, steht noch nicht fest.

In einem Spiegel-Interview sagt Kreml-Berater Sergej Karaganow jedenfalls klipp und klar, was eine Eskalation im momentanen NATO-Säbelrasseln für Deutschland bedeutete: Es würde ins offene Messer laufen. Russland wäre nämlich nicht bereit, sich auf eigenem Territorium in Scharmützel verwickeln zu lassen, sondern würde uns in solchem Falle einfach per Knopfdruck verdampfen (siehe Spiegel):

„Russland wird nie wieder auf seinem eigenen Territorium kämpfen (…) Im Falle einer Krise werden genau diese Waffen vernichtet (…) Wenn die NATO eine Aggression beginnt – gegen eine Atommacht wie uns -, wird sie bestraft werden.“

Das „Gerede“, dass Russland das Baltikum angreifen wolle, bezeichnet Karaganow als „idiotisch“. Nachdenklich stimmt beim Lesen des Interviews insbesondere, dass Russland die Hoffnung auf eine Kooperation mit Mitteleuropa und insbesondere mit Deutschland anscheinend bereits aufgegeben hat. Laut Karaganow werde Europa für die nächsten Jahrzehnte „kein Modell mehr für Russland“ sein. Selbst wenn es also zu keinem „heißen“ Konflikt kommt, vor dem Militärexperten derzeit warnen, so ist durch das willfährige Befolgen transatlantischer Lobbypolitik für Europa also bereits ein womöglich irreparabler Erfrierungsschaden eingetreten. Das von Denkpanzer-Generälen wie STRATFOR-Chef George Friedman mittlerweile ganz unverhohlen als strategisches Hauptanliegen der US Außenpolitik seit 1871 bezeichnete Ziel scheint somit realiter erreicht: Eine Freundschaft zwischen Europa und Russland – also das Entstehen einer Kultur- und Wirtschaftsmacht, im Vergleich zu welcher die USA wie ein gefracktes, dekadentes Popcornfeld erscheinen würde – zu verhindern (Quelle: Chicago Council on Global Affairs / siehe Kurzfassung via Youtube). – Nein, das ist keine Verschwörungstheorie eines psychopathischen Spinners, sondern die Aussage eines der einflussreichsten US Strategen und Politikwissenschaftlers, der nicht nur Kommandeure der US-Streitkräfte eigenhändig ausgebildet hat, sondern dessen Thinktank-Organisation laut New York Times weltweit über 4.000 Unternehmen, Personen und Regierungen berät, darunter das US-Außenministerium, Monsanto, Microsoft, Lockheed Martin und die Bank of America.

Obwohl unsere DIN-ISO-zertifizierten Qualitätsmedien ansonsten jede Verdauungsstörung jedes C-Promis eifrig protokollieren, sehen sie bei solchen transatlantischen Bekenntnissen betreten zur Seite. Willy Wimmer war meines Wissens der einzige, der sie öffentlich diskutiert hat. Ansonsten kursierten die Ausführungen Friedmans nur in den alternativen Medien. Und die sind ja ab heuer – Fake News.

Da die zynischen US Globalstrategien, von denen Friedman in Wirklichkeit nur ein mickriger Exponent ist,  weder in der Presse noch im deutschen oder europäischen Parlament thematisiert wurden, finden auf europäischem Boden nun gespenstische Szenen statt, bei denen sich Willy Brandt im Grab umdrehen würde: Eine blecherne Anakonda aus 900 Waggons mit insgesamt 14 Kilometern Länge, beladen mit schwerem US-Kriegsgerät, schlängelt sich von der Nordseeküste Bremerhavens quer durch Deutschland Richtung russischer Grenze.

Die Anakonda wird eskortiert von dienstbeflissenem deutschen Militärpersonal. Einem im obigen Video gezeigten Logistik-General glänzen während des Interviews stolz die Augen, dass er mit dem in „seiner Schule“ ausgebildeten deutschen Mannen mithelfen darf, den Zünder in das große Pulverfass, auf dem wir alle sitzen, einzubauen. Das im Berliner Grundsatzprogramm der SPD vom 20. Dezember 1989 von Willy Brandt formulierte Ziel, die  NATO als Relikt des Kalten Krieges aufzulösen und diese durch eine europäische Friedensordnung abzulösen („Von deutschem Boden muss Frieden ausgehen“) scheint vergessen.

Bei Betrachtung der Szenen und Interviews im obigen Video kommen einem unweigerlich wieder die dem ehem. US-Außenminister Henry Kissinger zugeschriebenen Worte in den Sinn: „Militärpersonal ist blödes, dummes Vieh, das man als Bauernopfer in der Außenpolitik benutzt.“

Persönlich drängt sich mir noch das grafische Werk Francisco de Goyas mit Titel „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ auf (auf die darin ersichtlichen Fledermäuse komme ich unten gleich noch zurück).

Goya -„Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ (PD)

In unserer streng wissenschaftlich vergletscherten Welt ist die Doppelblindstudie der unisono herrschende Maßstab. Da darf es niemanden wundern, wenn auch unsere führenden Politiker und Journalisten derzeit im Doppelblindmodus unterwegs sind. Während man über (angebliche) russische Meinungsmache hellauf empört ist und in dieser Grund genug sieht, nebst Einrichtung eines Orwell’schen Wahrheitsministeriums auf halsbrecherischen Konfrontationskurs mit einer benachbarten Atommacht zu gehen, so ignoriert man geflissentlich, was Snowden uns in Form unzweifelhafter Dokumente erwiesen hat:

Dass die US Geheimdienste im globalen Maßstab die öffentliche Meinung manipulieren und Regierungen sabotieren. Wie wir schon berichteten (siehe „Sex, Lügen und Videos“) betreibt die englischsprachige „Five Eyes“-Allianz eine Cyberabteilung mit Namen JTRIG / Joint Threat Research Intelligence Group, deren Trainingsprogramm sich – sic !– „The Art of Deception“ (Die Kunst des Hintergehens/Betrügens) nennt. Laut eigenem Bekunden auf der von Snowden geleakten Präsentationsfolie hat sich die JTRIG den folgenden 4 „D’s“ verschrieben (Quelle: The Intercept):

The 4 D’s:  Deny / Disrupt / Degrade / Deceive

(Verleumden / Spalten / Erniedrigen / Irreführen)

Das Handlungsportfolio der JTRIG umfasst Kampagnen zu Verleumdung, Rufmord und Sabotage geschäftlicher Beziehungen, sexuelle Kompromittierung ebenso wie detaillierte Strategien zur Meinungssteuerung und Manipulation von Internetforen und Social Media (Glenn Greenwald: “…these agencies are attempting to control, infiltrate, manipulate, and warp online discourse”). Ein eigenes Strategiepapier  der JTRIG, deren Logo eine schwarze Spinne ziert, ist dem Thema „Things that pull a group apart“ (Wie man eine Gruppe spalten kann) gewidmet.

(Faksimile des nicht gemeinfreien JTRIG-Logos)

Mit anderen Worten: Die JTRIG arbeitet an nichts weniger als an einer Totalsabotage von Demokratie, Rechtsstaat und Zivilgesellschaft. Für unsere DIN-ISO-zertifizierten Qualitätsjournalisten aber wie gesagt – uninteressant. Zum Kampf gegen russische Phantome und Pseudogefahren zu trommeln, deren Existenz noch gar nicht gesichert ist – da entwickeln selbst die zahnlosesten Schreibtischtiger wieder vehementen Kampfgeist und sind bereit, unsere Kinder an die Front zu schicken.

Auch dass die US-Geheimdienste sich selbst damit gebrüstet haben, die Wahlergebnisse in Russland manipuliert und Jelzin zum Sieg verholfen zu haben (siehe das im oben verlinkten Hund-frisst-Hausaufgaben-Artikel abgebildete Time-Cover von 1996), empört nicht. Britische und US-Geheimdienste sind doch die Guten und die Russen die Bösen – das weiß doch in unserer mit James Bond aufgewachsenen Generation jedes Kind.

***

Nachsatz:

Um nicht im unfruchtbaren Hickhack politischer Schubladen von Ost-West, NATO-Russland usw. hängen zu bleiben, ist es günstig, ab und zu einmal die Vogelperspektive einzunehmen. Dabei kann man sich fragen, was denn erwachsene Menschen überhaupt dazu treibt, aus hahnebüchernen Gründen solch unnütze, halsbrecherische Konflikte und sogar einen nuklearen Holocaust zu riskieren. 

Wir schauen aber vor dem nackten Wahnsinn nicht umsonst weg und zelebrieren lieber Goyas Schlaf der Vernunft. Die Antwort auf diese Frage ist für unsere Gesellschaft nämlich noch viel unangenehmer als der Blick in giftspinnennetzverwobene JTRIG-Keller und in die Gesichter amoralischer Transatlantiker wie George Friedman. Denn die schlichte und ergreifende Ursache aller Konflikte ist: Die meisten Menschen haben heute keinen echten Inhalt und keine echte Beziehung (zu Mitmensch, Natur und sich selbst).

Wobei Beziehung nur dort gedeihen kann, wo Menschen einen Inhalt haben. Beziehungslosigkeit und Konflikte entstehen also immer dann, wenn Inhaltslosigkeit herrscht. Und solche Inhaltslosigkeit herrscht heute auf praktisch allen Lebensgebieten. Viktor Frankl nennt unsere Zeit daher eine Epoche der Sinnkrise und des existenziellen Vakuums. In einer sehr lesenswerten Analyse (siehe Nachdenkseiten) kommt auch der Philosoph Matthias Burchardt zum Schluss, dass unsere derzeitige, ökonomisch-technokratische Ausrichtung im Grunde „zutiefst nihilistisch und deshalb unfähig ist, eine Sinnfigur hervorzubringen“. Sie mache uns zu „Insassen einer apolitischen, technokratisch-ökonomistischen Untertanenfabrik und Sachzwangdiktatur“ und würde letztlich in nichts anderem enden als in einem barbarischen „Kampf Jeder gegen Jeden“.

Auch das, was uns in Schule, Uni und Werbung als Inhalte und erstrebenswerte Ziele beigebracht wird (z.B. Industrie 4.0., freier Wettbewerb und hedonistische Spaß- und Renditemaximierung) sind in Wirklichkeit gar keine Inhalte, sondern nur hohle Phrasen – die letztlich auch den Menschen, der sich ihnen verschreibt, als hohle, ausgebrannte Hülle zurücklassen werden. Ein wirklicher, tragfähiger Inhalt ist es also nicht bereits, wenn ich als Ziel habe, mir/den Meinigen ein schmuckes Eigenheim und einen stattlichen SUV zu erarbeiten, sondern hat immer etwas mit Gemeinwohl zu tun, weist immer über die kleinliche egoistische Sphäre hinaus – was so nebenbei erwähnt auch die Bedingung echten Glücks bzw. echter menschlicher Befriedigung ist (das vermutlich bestgehütete Geheimnis der Welt). Gerade durch diese Außen- bzw. Gemeinwohlorientierung stärkt sich die individuelle Persönlichkeit, während sie sich immer mehr schwächt und schließlich im Burnout zurückbleibt, wenn sie sich nur um kleinliche egoistische Belange und den eigenen Wohlschand kümmert.

Man muss also echte, humane Inhalte und durch Kommerzinteressen künstlich erzeugte Pseudo-Inhalte klar voneinander unterscheiden. Erstere haben die Kraft, Menschen zu verbinden und sogar in abgründigen Konfliktsituationen wieder eine erbauende Aufwärtsrichtung herbeizuführen (siehe z.B. Martin Luther King mit dem Inhalt von Gleichheit und Gerechtigkeit oder Gandhi mit dem Inhalt von Friedfertigkeit und Freiheit). Wenn wir es also schaffen, wieder echte, substanzielle Inhalte zu formulieren, dann steht uns eine durchaus konstruktive Zukunft offen, die derzeitigen schwarzen Rauchschwaden könnten sich schnell wieder verflüchtigen. Dass ich Anfang dieses Jahres von der Gründung einer „Humanistischen Friedenspartei“ erfahren habe, mag da Hoffnung geben (siehe Interview  Daniele Ganser und Paula P’Cay).

Während echte Inhalte eine große verbindende Kraft besitzen, wirken Pseudo-Inhalte definitiv spaltend, lassen die soziale Schere immer weiter auseinanderklaffen und drohen unsere Gesellschaft zu zerreißen. Nicht umsonst bezeichnete Pier Paolo Pasolini den geistlosen Konsumismus unserer heutigen Zeit als „größten Faschismus“.  Solange man in einem echten, humanen Inhalt gegründet ist und ihn authentisch ausdrücken kann, besteht keine Gefahr. Ohne Inhalt jedoch, also mit einem Vakuum im Inneren, schwankt der Mensch fortwährend zwischen den Extremen von irrationaler Selbstüberschätzung auf der einen Seite und Selbstaufgabe auf der anderen. Und wenn es im eigenen Inneren nicht mehr stimmt, dann beginnt der Krieg nach außen. Man projiziert in der Folge sein eigenes Defizit bzw. seine Beziehungsunfähigkeit auf x-beliebige Feindbilder und Sündenböcke. Mit besonderer Aggressivität wird dann sogar auf diejenigen Personen, Bürgerbewegungen oder Lebensgebiete losgeschlagen, bei denen noch Reste von echtem, humanem Inhalt vorhanden sind. Man will diese am liebsten wie mit einer großen Walze niederwalzen, da Personen, die sich einem nihilistischen, verlogenen Lebensstil bar jeder Nachhaltigkeit und Verantwortung verschrieben haben, es nicht ertragen, wenn andere Personen es wagen, öffentlich einen wahren, ethischen oder moralischen Inhalt zu formulieren. Deshalb auch die Dampfwalzen-Kampagnen gegen Friedensaktivisten, alternative Denker und alternative Medien. Aus Sicht der Nihilisten sind sie „Verschwörungstheoretiker“ und verbreiten „Fake News“ und „pseudowissenschaftliches Geschwurbel“. So wie etwa Christian Felber, der Vordenker der Gemeinwohl-Ökonomie, der vor Kurzem vom Chef der GWUP/GfK/Skeptikerbewegung DrDr. Ulrich Berger samt einem Tross an über 100 weiteren akademisch akkreditierten „Wissenschaftlern“ attackiert wurde (siehe Bericht von Norbert Häring). Die „Wissenschaftler“ (siehe dazu auch ein Essay von Noam Chomsky: „Die Wachhunde der Machtelite“) haben schließlich durchgesetzt, dass das Thema Gemeinwohlökonomie aus einem Schulbuch und damit aus dem Bewusstsein unserer nachfolgenden Generation wieder gestrichen wird. – Hinreichender Grund für die Streichung: „Unwissenschaftlichkeit“ und mangelnde Reputation bzw. Publikation Felbers in der wissenschaftlichen Fachwelt. So einfach ist heute also die Sabotage alternativer Denkansätze : die Bezeichnung als „Pseudowissenschaft“ – dem Lieblingswort des GWUP-Doppelnullagenten DrDr. Ulrich Berger – reicht heute zur Ausgrenzung unliebsamer Personen genauso aus wie zu Zeiten des Mittelalters der bloße Vorwurf, „Ketzer“ oder „Hexe“ zu sein.  Wobei, wie Daniele Ganser im obigen Interview feststellt, als Hexen im Mittelalter bereits alle Frauen verbrannt wurden, die zuviel Wissen besaßen, während ja das Patriarchat und die Großinquisitoren den alleinigen Anspruch auf Wissen und somit auf die Macht für sich proklamierten.

Was wie eine gewaltige Signatur – ähnlich wie die in Goyas Schlaf-der-Vernunft-Radierung ersichtliche schwarze Fledermauswolke – für 2017 und auch für die kommenden Jahre am Himmel steht, ist die Ambition, alle Abweichler und alternativen Denker aus dem öffentlichen Dialog auszugrenzen bzw. unschädlich zu machen. Um der restlosen Verwertung unserer Umwelt- und Humanressourcen den Weg zu ebnen, ist es notwendig, Geist und Seele endgültig aus dem Menschen auszutreiben und eine rein szientistische Weltsicht zu etablieren.

Die Heckenschützen zur Sabotage ganzheitlicher alternativer Denkansätze stammen hierbei nicht nur aus den Reihen amoralischer Geheimdienstbrigaden wie der JTRIG, sondern kommen in immer größerer Anzahl aus den Reihen der Zivilgesellschaft selbst. Hierbei erfüllen z.B. diejenigen Studenten, Journalisten und ehrenamtlichen Hassblogger, die sich der GWUP/Skeptikerbewegung anschließen und für eine „säkulare Welt“ kämpfen (zur Schwarmintelligenz der sich gerade epidemisch in den Medien ausbreitenden Skeptikerbewegung und ihren Horrorclown-Veranstaltungen siehe Nachrichtenspiegel: „Liebe, Tod und Gwup“ sowie „Über GWUP-Pastafaris, die neue Aluhut-Inquisition und neoliberale Arschlöcher wie mich“), heute diejenige Rolle, die man im Kalten Krieg der 80er Jahre als „nützliche Idioten“ bezeichnet hat (=diejenige Zeit, in der der US Thinktank- und Atheisten-Verband „Thinktanks Committee for Skeptical Inquiry / CSI“ auch die GWUP/Skeptikerbewegung nach Europa verpflanzt hat) – wobei wir uns ja laut Michail Gorbatschow heute wieder im Kalten Krieg befinden. Wenn Daniele Ganser im vorhin erwähnten Interview davon spricht, dass wir heute „voll im Informationskrieg angekommen“ sind, dann meint er vermutlich dasselbe.

– Wobei wesentlich ist, dass der neue Kalte Krieg zunächst die Eroberung unserer Köpfe und Herzen zum Ziel hat (Zitat aus der Presseaussendung des englischen Militärs / siehe Spiegel: „Großbritanniens Armee baut eine neue Brigade auf. Die 1500 Soldaten, die ab April im südenglischen Hermitage stationiert sind, sollen nicht schießen, sondern twittern. Die Aufgabe der 77. Brigade sei die Kriegsführung im Informationszeitalter … Künftig soll die Social-Media-Brigade dabei helfen, „die Herzen und Köpfe der Menschen zu gewinnen“, wie es in der Militärsprache heißt.“)

Ein großer Fehler wäre es zu glauben, dass der derzeit laufende Kalte Krieg nur den Russen gilt. Nein, er gilt uns allen und unsere Köpfe und Herzen sind selbst das Kampffeld. Und dieser Kampf wird auch nicht auf politischem oder militärischem Gebiet entschieden, die auf diesen äußeren Gebieten stattfindenden Ereignisse sind ja bereits nur die letzte Konsequenz von den Siegen und Niederlagen bzw. Manipulationen, die in unseren individuellen Köpfen und Herzen stattgefunden haben. Hingegen wird der Kampf um unsere Zukunft auf ideologischer bzw. weltanschaulicher Ebene entschieden werden. Und auf dieser Ebene fliegen uns bereits Bomben und Granaten um die Ohren, es wird verbissen gelogen, verdreht, geheuchelt,  diffamiert und die Wahrheit ebenso wie die Würde anderer Menschen gemordet.

Zwei Optionen stehen uns heute also offen (siehe dazu das brillante Essay des Eifelphilosophen: „Liebe, Tod und Gwup“). Wir wollen weiter Goyas Schlaf der Vernunft schlafen und  uns an GWUP-Horrorclowns amüsieren, die uns in Wirklichkeit gar nicht unterhalten, sondern uns bloß mit ihrer technokratisch-nihilischen Weltsicht des Szientismus indoktrinieren und Geist und Seele endgültig aus dem Menschen austreiben wollen? – Wunderbar, dann wird der nackte Wahnsinn weiterhin triumphieren und von Sieg zu Sieg schreiten. Der seiner Würde beraubte Mensch wird dann der restlosen ökonomischen Verwertung unterworfen sein und in einer Welt sein Dasein fristen müssen, in der jeder Mensch des anderen Menschen Wolf sein wird wie von Thomas Hobbes postuliert.

Wenn wir uns hingegen aufraffen und uns Geist und Seele nicht nehmen lassen sondern in dieser von Viktor Frankl als „noetische und spezifisch-humane Dimension des Menschseins“ neue Wertmaßstäbe finden, dann wird der Wahnsinn dahinschmelzen wie ein Schneemann im Frühling.  An welchen Inhalten unser Geist und unsere Seele Feuer fangen, ist individuell verschieden und kann niemals vorgeschrieben werden. Beim einen ist es vielleicht Rilke, beim anderen Schopenhauer, Goethe oder Hermann Hesse. Tatsache ist jedoch, dass wir als Europäer mit unseren Dichtern und Denkern einen großen geistig-seelischen Schatz besitzen, noch vor Kurzem hat man uns deswegen als ‚Volk der Dichter und Denker‘ bezeichnet. Dieser geisteswissenschaftliche Schatz, auf dem wir in Mitteleuropa sitzen, besitzt genügend Zündkraft und Potential, um eine nach humanistischen Gesichtspunkten orientierte  Gesellschaft zu schaffen, die auch anderen Ländern und Kontinenten impulsgebend unter die Arme greifen und zu einem nachhaltigen Aufbau verhelfen kann. Dann wird man uns im Ausland nicht mehr hassen, sondern uns dankbar sein. Eine neue Ära der Verständigung und der Kooperation könnte einsetzen, in der nicht mehr der Mensch der Wirtschaft dient so wie derzeit, sondern in der die Wirtschaft dem Menschen dient – Gemeinwohl-Ökonomie eben. Man stelle sich vor, was wir allein mit 600 Milliarden Dollar, die jährlich vom Pentagon für nutzlose und halsbrecherische Anakonda-Aktionen verpufft werden, in der Welt an fruchtbaren Projekten realisieren könnten, sobald wir aus Goyas Schlaf aufwachen und wieder zur Vernunft  erwachen. Wir könnten die ganze Welt zum Blühen bringen, alle Slums revitalisieren, Elend beseitigen und uns sogar ein freies Grundeinkommen einräumen.

Merken Sie, wie man bereits Frischluft wittern und tiefer durchatmen kann, wenn man sich solche Möglichkeiten nur einmal gedanklich vorstellt?

Die neoliberale Wirtschaftsdirektive bzw. das  transatlantische Frackingprinzip („Put in poison, get out money“), wonach der Gewinn des einen immer auf Kosten einer Beschneidung bzw. Ausbeutung eines anderen beruht – im Grund genommen also das harsche kolonialistische Selbstverständnis – hätte dann allerdings keinen Bestand mehr und würde jede Legitimation verlieren. Genau hierin liegt auch der eigentliche Grund, warum die neoliberal-transatlantischen Apologeten, von denen der vorhin erwähnte George Friedman in Wirklichkeit nur ein kleiner, trauriger Exponent ist, seit über 100 Jahren unglaubliche Energie, Lobbyingmilliarden und militärische Winkelzüge dazu einsetzen, um Europas Potential unter dem Deckel zu halten (von George Friedmann als quälende „Deutsche Frage“ bezeichnet, die die US Thinktank-Strategen in der Geschichte am meisten beunruhigte). Dabei ist es in Wirklichkeit weniger der deutsche Erfindergeist, der von den Strategen des Grand Canyon an Deutschland  gefürchtet wird, sondern vielmehr der vorgenannte Kulturschatz, die Denkungsart von Goethe & Co., die den atlantischen Denkpanzergenerälen zutiefst unheimlich ist wie einer Fledermaus die Sonne. Denn die Fledermaus weiß, dass sie nur in der Dämmerung erfolgreich sein kann, in dieser fühlt sie sich wohl und sie besitzt auch einige hochentwickelte Echolotorgane, um sich in dunkler Umgebung perfekt zurechtzufinden und die waghalsigsten Jagdmanöver zu fliegen. Womöglich nicht ganz ohne Grund wurde daher im Land of the Free ausgerechnet der Batman zur Ikone erhoben, der schon die kleinen Kinder nacheifern.

Obwohl kritische Wachheit heute mit Gold aufzuwiegen ist, erscheint es gleichzeitig wichtig, sich im kommenden Jahr nicht zu sehr vom eskalierenden Wahnsinn aus der Ruhe bringen zu lassen, sondern die Möglichkeiten zum Erarbeiten kreativer humaner Inhalte zu nutzen.

Solange unsere Politiker (siehe: „Was wir heute brauchen wie ein Loch im Knie: „Bodenständige“ Politiker im Maulwurfspelz und AFX-Parteien“) nicht gewillt sind, die Maßstäbe menschlichen Daseins neu zu denken, sondern stattdessen die vermeintlich alternativlose Flucht nach vorne antreten, obwohl dort der gähnende Abgrund des technokratischen Grand Canyons wartet,  stehen die Karten für unsere Zukunft natürlich schlecht. Insbesondere steht es schlecht um unser Schicksal, wenn wir uns politisch und ideologisch ausgerechnet mit derjenigen Weltmacht vereinigen, die sich ganz der Technokratisierung verschrieben und sich menschlich-moralischer Kategorien weitgehend entledigt hat, obwohl die marktradikale („neoliberale“) Wirtschaftsweise selbst nach Überzeugung ihrer eigenen Apologeten dem Untergang geweiht ist. Wir haben natürlich heute die freie Wahl, uns diesem Weg hinab in den Grand Canyon anzuschließen, weil er zunächst müheloser erscheint, während der Aufstieg zu einer menschengerechten, sinnerfüllten Denk- und Lebensweise ungleich mühsamer ist. Um ersterem Weg zu folgen, brauchen wir uns nur vom Rückenwind treiben zu lassen. Wenn wir letzteren Weg wählen, werden wir uns hingegen wie ein Bergsteiger mühsam Griff für Griff und Schritt für Schritt durch vergletscherte Felsregionen arbeiten müssen, bevor wir endlich durch die Wolken zum Sonnenlicht durchstoßen. Da ist es natürlich, dass viele Bürger lieber die politische Option „betreutes Dahindämmern“ (Peter Sloterdijk) und damit den Abwärtsgang wählen, anstatt die Bergtour in Angriff zu nehmen.

Allerdings ist die Bequemlichkeit an der schicksalsträchtigen Wegscheide, an der wir uns heute befinden, ein fataler Ratgeber. Denn wenn wir uns aus dem Würgegriff der Anakonda nicht rechtzeitig befreien, dann werden sich Berge von Leichen auftürmen, und zwar nicht nur in Syrien, Irak und Afghanistan. Für viele heute noch schier unvorstellbar, aber das alljährliche Oktoberfest wird dann abgesagt sein, ebenso wie für Dieter Bohlens DSDS-Show Sendeschluss sein wird und auch unsere Fußballesterer mangels grünem Rasen daheim bleiben werden. Denn der vermeintlich bequeme Schlaf der Vernunft wird Ungeheuer gebären wie in Goyas oben abgebildeten Gemälde.

Aber wir wollen das Neue Jahr nicht gleich mit apokalyptischen Visionen beginnen. Noch ist nicht aller Tage Abend. Ein sinnvolles, inhalts- und beziehungsreiches Leben ist immer möglich. Und der beste Augenblick, um damit zu beginnen, ist immer jetzt. Zum Abschluss daher ein ermutigender Ausspruch Viktor Frankls:

„Jeder Mensch besitzt seinen „Willen zum Sinn“, wie ich ihn nenne, das heißt, das dem Menschen zutiefst innewohnende Bedürfnis, in seinem Leben oder vielleicht besser gesagt in jeder einzelnen Lebenssituation einen Sinn zu finden – und hinzugehen und ihn zu erfüllen.“

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern des Nachrichtenspiegel für 2017, dass sie trotz aller Spannungen einige profunde Schritte in Richtung der Ergründung dieses Sinns – der immer ein individueller und gleichzeitig auf die Mitmenschen ausgerichteter ist – beschreiten können. Dann wirkt jeder einzelne von uns deeskalierend und friedensstiftend, der Hund kann nicht mehr unsere Hausaufgaben auffressen und die Anakonda muss zurück ins Körbchen.

 

 

Liebe, Tod und Gwup

Freitag, 9. Dezember. Eifel. Heute, lieber Leser, muss ich Ihnen viel zumuten. Nein – es geht nicht anders: manchmal müssen wir uns einen Moment Zeit nehmen, eine kleine Auszeit aus dem Hamsterrad, um von den kleinen Themen dieser Welt (Krieg, Ausbeutung, Ungerechtigkeit, Ökozid, atomarer Holocaust, Hungersnöte – um nur einige zu nennen) auf die großen Themen dieser Welt zu blicken, Themen, die das ganze politische Leben steuern und Ihnen persönlich im eigenen Leben enge Grenzen setzen, Sie deprimieren, hoffnungslos und kraftlos machen und manchmal sogar – ob eines Anflugs massiver Sinnlosigkeit – in den Suizid treiben, Themen, die letztlich dafür verantwortlich sind, dass Sie sich gegen massives Unrecht gar nicht mehr angemessen zur Wehr setzen können – ja sogar noch nicht mal gegen ihre schlechte Bezahlung, ihre unbezahlten Überstunden oder gegen die Arroganz ihres Chefs vorgehen können und sich weit zurückziehen in ihre kleine Privathöhle, in der sie allein oder in nerviger Zweisamkeit vor sich hinvegetieren, bis das endgültige Ende kommt.

Ich muss heute einmal einen weiten Bogen spannen und sie einführen in die höchsten Künste der Wissenschaft – auch wenn sie gerade mal einen Hauptschulabschluss geschafft haben: Sie können ohne diesen Bogen kein mündiger, demokratischer Bürger werden – oder auch nur ein glückliches, liebevolles, lebendiges Wesen, das jedem Unbill von Außen gelassen trotzen kann … wie es Eigenschaft und Vorrecht allen Lebendigen ist.

Fangen wir an mit einer ganz zentralen Frage: was ist Wahrheit? Nein, die müssen Sie jetzt nicht selbst beantworten, dafür gibt es ja die Philosophie, die Königin der Wissenschaften – die hat das schon lange für Sie erledigt, damit Sie weiter vernünftigen, sinnvollen Arbeiten nachgehen können: Häuser bauen, Brot backen, Wasser schöpfen, Obst sammeln. Die Antworten sind auch seit knapp 2500 Jahren dieselben, einen Fortschritt hat es seitdem nicht gegeben.

Wir haben nur zwei Möglichkeiten, Wahrheiten zu gestalten (ja, wichtige Nebenerkenntnis: wir erschaffen die selbst, die liegen nicht draußen irgendwo herum und warten nur darauf, gefunden zu werden); die eine Möglichkeit ist: wir nehmen nur das als wahr an, was unsere Sinne uns mitteilen. Das ist soweit ganz ok – wenn man im Hinterkopf behält, dass unsere Sinne beschränkt sind und nicht zur Wahrheitsfindung gedacht: sie sollen uns nur dazu befähigen, unseren Körper ungeschadet durch die Natur zu führen, dafür wurden sie entwickelt. Biologische Wesen haben wohl mehr davon, als uns klar ist: manche können Wärmesignaturen ausmachen, andere feinste Geruchsspuren nachfolgen, andere orientieren sich an Magnetfeldern, haben einen „Magnetsinn“, der ein völlig anderes Weltbild hervorrufen würde, als jenes, das wir uns als Menschen basteln.

Die andere Möglichkeit ist ebenso einfach wie bestechend: wir erkennen nur das als „wahr“ an, was unserer Vernunft als wahr erscheint, ganz einfach deshalb, weil wir wissen, wie beschränkt unsere Sinne sind, wie trügerisch und leicht anfällig für Fieberphantasien.

Die erste Methode zur Wahrheitsfindung nennt man Empirismus, die zweite Rationalismus. Merken Sie sich diese Begriffe bitte – sie ersparen Ihnen ein ganzes Philosophiestudium.

Und jetzt kommt das Problem: der Empirismus in reinster Form akzeptiert alle ungewöhnlichen Beobachtungen als wahr. Geister, Ufos, Marienerscheinungen: wenn es  genug Menschen gibt (also: zwei bis drei), die diese Wahrheiten beobachtet haben, gelten sie uneingeschränkt als wahr. Ja, uneingeschränkt, denn: wenn wir erstmal anfangen, unsere sinnlichen Wahrnehmungen zu hinterfragen, landen wir ganz schnell in seltsamen Gefilden der Beliebigkeit, die Wahrheitssuche und Wissenschaft unmöglich machen. Für den Empirismus sind Geister (um mal nur ein Beispiel zu nennen) normaler Bestandteil der wissenschaftlichen Welt; Sie müssen sich also nicht als „verrückt“ beschimpfen lassen, wenn Sie – wie der berühmte Psychologe Carl Gustav Jung – mal Erfahrungen hatten, die mit dem gerade offiziell gewünschten Weltbild nicht mehr vereinbar sind: sie hatten nur das Pech, mit Wahrheiten konfrontiert zu werden, die selten sind – aber trotzdem „wirklich“ (allein schon deshalb, weil sie auf Sie „gewirkt“ haben).

Der Rationalismus – als Skeptizismus verstanden – kann mit diesen Wahrheiten nichts anfangen. Zu sehr leidet er unter den Scharlatanen, hat gesehen, was „fromme“ Geisterseher anrichten konnten, wie sie nach Macht über Menschen gierten und hat deshalb den Verstand als oberste Autorität an Stelle der Sinne gesetzt, um allen Unfug auszumerzen. Die Sinne liefern nur groben Unfug, der mühsam sortiert werden muss und durch das Gehirn zusätzlich verfälscht wird, zudem leiden wir darunter, dass unser Verstand nur eine begrenzte Anzahl von Kategorien überhaupt erfassen kann (Farbe, Form, Zahl – und nur einige zu nennen), so dass Welt hinter der sinnlichen Wahrnehmung für uns  immer ein unerklärliches Geheimnis bleibt, das wir nie ergründen können. Auch das ist ein – sehr bescheidener, aber funktionierender – Ansatz zur Wahrheitsfindung – und doch führt er uns zu einer Wahrheit, mit der wir uns schwer tun: der Verstand lebt nicht ohne Gott, er kann sich das Universum ohne Gott nicht vorstellen, darauf laufen alle „Gottesbeweise“ hin. Gottesbeweise? Ich stelle Ihnen mal einen vor. Alle Bewegung im bekannten Universum wird von einer anderen Bewegung angestoßen (ja, einfach mal selber ausprobieren – das stimmt schon), ganz am Anfang müssen wir uns deshalb ein Wunder vorstellen: ein Etwas, dass sich rein aus eigenem Willen heraus von selbst bewegen kann, also über dem natürlichen Kreislauf abhängiger Bewegungen steht: so was nennen wir dann „Gott“.

Wir haben also die Wahl zwischen einer Welt voller Geister – und einer Welt voller Götter. Beide sind wahr – soweit wir das beurteilen können. Beides sind wissenschaftlich korrekte Wahrheiten, die allen relevanten Bedingungen von Wissenschaft entsprechen. Und Sie wundern sich jetzt, warum wir trotzdem Menschen in die Klappsmühle stecken, die Geister und Götter in ihr Weltbild integrieren.

Das hat – immer und überall – rein politische Gründe. Hier geht es um Macht und Herrschaft und um das Instrument „Inquisition“, um „angeordnete Wahrheiten“, die die Wahrheiten der Sinne oder des Verstandes dominieren sollen, um Ihren Geist in ein Gefängnis zu sperren: dem besten Gefängnis das es gibt, weil Sie es selbst bewachen. Ja – Inquisition: hier im düstersten Wortsinne – es geht um Folter, Hexenverbrennungen, Waterboarding und alle anderen Instrumente des Grauens, die psychopathische Menschen sich ausdenken können, um andere zu quälen – und man kann sie mit gutem Recht als „krank“ bezeichnen, weil gesunde Menschen an solchen Abscheulichkeiten gar keinen Spaß entwickeln – dafür aber eine zauberhafte Fähigkeit besitzen, die ebenfalls der Wahrheitsfindung dient: die Liebe.

Ja, jetzt denken Sie: jetzt redet der wieder über Sex. Nein, das tue ich nicht, das überlasse ich gerne Wilhelm Reich, dessen Bücher von der Inquisition verbrannt wurden. Ich rede über Arthur Schopenhauer, jenen Denker, der – in meinen Augen – bis heute viel zu wenig geschätzt wird, obwohl er Wunder verbrachte … bei der Betrachtung seines Hundes. Pudel, glaube ich.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sehen, wie ein Hund (nicht Ihr Hund – der ist schon längst ein verlängerter Teil von Ihnen, das gilt nicht!) vor Ihren Augen mit kochendem Wasser überschüttet wird (über die Menschen, die so etwas tun, reden wir später noch). Stellen Sie sich das bitte bildlich vor (oder suchen bei Facebook ein entsprechendes Video, braucht auch kein kochendes Wasser zu sein, da gibt es alle Arten von Abscheulichkeiten) und achten Sie genau darauf, was diese Beobachtung mit Ihnen anstellt, achten Sie auf die Gefühle, die dort hochkommen. Verharren Sie ruhig einen Moment und schauen Sie sie sich an, bitte ruhig und unaufgeregt, denn Sie haben gerade ein Wunder erlebt: in dem Moment, wo Sie das Leid des Tieres wahr nehmen, haben Sie in sich eine Empfindung, die genau dem entspricht, was das Tier empfindet: sie teilen eine Wahrheit, werden in dem Moment „gleichgeschaltet“ mit der inneren Welt des Tieres. Hier tritt die Welt des Empirismus und des Rationalismus in eine größere Welt: in die Welt der Liebe, die eine höhere Kategorie der Wahrheit darstellt und eine wunderbare Botschaft in sich trägt: das Liebe die Schranke zwischen uns und der Welt überwinden kann … und zu „Mitleid“ führt.

Denken Sie ruhig nach: das Leid des Tieres ist nur „in ihm“, unsere Sinne nehmen nur nüchterne Fakten wahr, unser Verstand nur ein „Reiz-Reaktions-Schema“, unsere liebende Seele jedoch: Schmerz und Leid, worauf sie angemessen reagiert: mit Mitleid … und konkreten Taten gegen die Täter.

Was ist nun Liebe? Die höchste Form von Verständnis. Ältere Kulturen als wir sprachen deshalb vom Geschlechtsakt als Akt des „Erkennens“. Die kannten auch noch keine Pornofilme, die in erster Linie unsere Anschauung abstumpfen lassen und unser Gefühl der Liebe vergewaltigen und entwürdigen – ja, soviel tut man sich selber an beim Konsum entsprechender Machwerke.

Liebe kann dazu führen, dass man sein eigenes Leben für das geliebte Objekt gibt: dass kann eine Frau sein, ein Kind, eine Idee, eine Landschaft, ein Tier (wie bei dem Düsterdenke Nietzsche) oder ein Baum – um nur ein paar Objekte für Liebe zu nennen, die durch „Sex“ nicht erreichbar sind. Die Welt der Liebe – von der gelebtes Mitleid nur ein Ausdruck ist – offenbart uns eine um vieles reichere, liebenswertere, lebendigere Welt, vor allem eine Welt, der wir aufs Innerste verbunden sind, wo wir den „Großen Geist“ bis ins tiefste innerste unseres Seins erfahren können und zu die beglückendsten Erfahrungen sammeln, zu denen Menschen überhaupt in der Lage sind: darum nennt man ja „Religion“ zurecht „Opium fürs Volk“ … was aber nur der kritisiert, der Volk als Kanonenfutter zur Durchsetzung eigener Revolutionen braucht und sie deshalb möglichst hungrig und unglücklich halten möchte.

Sie merken: wir kommen zum nächsten Thema – dem Tod. Ja – da kommen wir nicht drum herum, wir waren ja gerade schon da, bei Menschen, die mutig ihr Leben riskieren, um die Objekte ihrer Liebe zu schützen … oder das mitempfundene Leid anderer Wesen (bei Steinen funktioniert das nicht, einfach mal ausprobieren) zu lindern, ja, sogar Revolutionen anzetteln, weil der Liebe selbst Leid zugefügt, das Mitleid mit Füßen getreten wird. Ja – nur „Hunger“ reicht dazu nicht aus: oder werden Sie zornig und wütend, wenn der lange Winter Ihre Ernte vernichtet? Demonstrationen gegen schlechtes Wetter sind mir momentan nicht bekannt, gegen lieblose, deshalb grausame Menschen sind sie im Handumdrehen organisiert.

Tod – ist eine endgültige Wahrheit, womöglich die einzige, die wir haben. Es gibt viele Definitionen zu ihm – empirische oder rationale – doch zu einem letzten Verständnis kommen wir nicht, wir wissen nur eins: er kommt für alle und jeden. Die Reichen fürchten ihn, ist der doch das endgültige absolute Ende ihres Reichtums, die Armen jedoch: begrüßen ihn, ist er doch das letztlich endgültige Ende ihres vielfältigen Leidens, viele der Armen (vor allem jene, die arm an Liebe sind) suchen ihn direkt auf, setzen ihr Ende souverän selbst – souverän und nutzlos, da der Suizid das Leid der Angehörigen deutlich vermehrt, sogar bis ins Unerträgliche steigern kann … wie bei den Eltern des 16-jährigen Mädchens, das sich kürzlich in meinem Umfeld erhängte.

Was ist nun der Tod? Hören wir eine Stimme aus der Wissenschaft (siehe livenet)

„Ganz genau wisse man nicht, was die Bewusstheit ist, berichtet die britische «Sun». Der Physiker Sir Roger Penrose erklärt, dass es sich dabei um ein Informationspaket handelt, das in einem Quant oder auf subatomischem Level gespeichert ist. Der britische Wissenschaftler geht davon aus, dass die Menschen Seelen haben, die nicht mit dem Körper sterben.

Nun sagt Sir Roger von der Oxford Universität, er habe Hinweise gefunden, dass diese Informationen, die in Mikrotubuli in den menschlichen Zellen gelagert sind, den Körper verlasse, wenn dieser stirbt.“

Das ist nur eine von vielen Theorien über die absolute Wahrheit „Tod“. Sie entspricht dem Empirismus (d.h. den in die hunderttausende gehenden Beobachtungen zum Thema „Nahtoderfahrungen“) und dem Rationalismus (der den Menschen letztendlich – wegen der „Vernunft“ als „Kind Gottes“ begreift, dessen göttlicher … „selbst bewegender“ … Funke natürlich nie vergehen kann), wir dürfen diese Theorie deshalb als „wahr“ erachten.

Aber – huch – wo sind wir denn jetzt hier gelandet?

In der Politik.

Und im Herzen der Finsternis: der mittelalterlichen Inquisition, die Wahrheit nicht durch Empirie oder Rationalismus suchte, sondern sie mit Feuer und Folter erzwang. Wir sind direkt bei jenen hochpolitischen Erscheinungen wie „Gwup“ oder „Psiram“ oder „Esowatch“, Inqusitoren einer kleinen beschränkten Sekte, die vor allem einen Meister hat: die Gier nach unendlicher Macht. Ja – sie sind hochpolitisch … aber mangels geisteswissenschaftlicher Bildung wohl ohne Hilfe von Wikipedia nicht in der Lage, den Begriff „Politik“ von sich aus zu definieren.

Der Mensch, der durch ein sehr eingeengtes, durch ein stringent „katholisches“ Weltbild mit absoluter Vernichtung bedroht werden kann, ist leicht zu dirigieren und neigt auch weniger zum Widerstand, darum ist es Aufgabe der „Inquisition“, alles zu bekämpfen, was dem modernen „Katholizismus“ bedrohlich werden kann – hierzu gehört ein mit großer verbaler Gewalt vorgetragenes enges Weltbild (das zwar mit physikalischen Schlagworten argumentiert, aber noch nicht mal im Ansatz die logische Begrenztheit dieser Schlagworte verstanden hat: nur weil wir den Begriff „Magnetfeld“ haben, heißt das nicht, das wir verstehen, was das ist – noch formt dieser Begriff eine Wahrheit: wir haben auch die Begriffe „Troll“, „Odin“ oder „Sumpfhexe“ – verlangen aber von diesen Worten nicht, dass sie aus sich heraus Wahrheiten abbilden, die für alle Menschen gleich gültig sind).

Was ebenso dazu gehört: methodische Schlampigkeit, die nach Belieben zwischen Empirismus und Rationalismus hin- und her springt: Geister ablehnt, weil sie irrational sind, Gott ablehnt, weil er nicht beobachtbar ist. Mit diesern Methodik kann ich die Nichtexistenz der Farbe „Rot“ „beweisen“: alle, die Rot sehen, sind entweder einem Sinnesirrtum unterlegen – oder aber neigen zu einer Geistesschwäche, die ihnen den Glauben an die Existenz von „Rot“ vorgaukelt … jenen, die nicht zu übermenschlich sind wie wir, die wir ja wissen, dass es „Rot“ nicht gibt und deshalb mit guten Recht alle „Rotgläubigen“ verfolgen dürfen.

Ich will auch gar keine detallierte Auseinandersetzung mit den Gwupies starten – dazu fehlt es denen an erkenntnistheoretischem Niveau, sie bewegen sich da eher in den engen Grenzen einer Sekte (und damit im Reich des willkürlichen „Glaubens“ – was ja „Aussteiger“ dieser Kampforganisation schon beschrieben haben (siehe Zeit), außerdem wird das mein geschätzter Kollege Parkwächter schon in angemessener Schärfe erledigen- ich will hier keine Themen klauen.

Mir liegen mehr die Opfer am Herzen, die in den Käfigen moderner Inquisition harren.

Wir haben dazu jetzt einen Grundkurs Erkenntnistheorie absolviert: jener wissenschaftlichen Disziplin, die beschreibt, dass wir uns „Wahrheiten“ mit unseren beschränkten biologischen Möglichkeiten nur annähern können, sie aber nie völlig zu erfassen vermögen.

Wir stehen da jetzt ziemlich blöde da – so ganz ohne Wahrheit.

Dafür haben wir allerdings in der Philosophie auch eine Perspektive, die seit Jahrtausenden oft auch zerredet wird: den „Utiliarismus“ … bzw. den Aspekt der „Nützlichkeit“. Ich mache es einfach: da wir keine absoluten Wahrheiten formulieren können, sollten wir uns jene frei wählen können, die uns – also der Menschheit insgesamt – am Nützlichsten ist. Wir müssen hier konsequent die ganze Menschheit als Wahrheitsschaffer ins Auge fassen – nicht einzelne Sekten wie den Materialismus, den Faschismus oder den Kapitalismus … um mal drei dunkle, inquisitorisch arbeitende Sekten zu nennen.

Was ist also nützlicher? Die Annahme der Existenz einer ewigen Seele, die all´ ihre Erfahrungen in ein unbekanntes Land mit sich nimmt … oder aber die Botschaft von Materialismus, Faschismus und Kapitalismus, dass Sie eigentlich nur ein Haufen geistloser Dreck sind, der – außer einem Nutzen für die Arbeitsfaulheit der aristokratischen Gauleiterkaste – keine Existenzberechtigung hat und nach Belieben ausgelöscht werden darf?

Merken Sie nun, welche revolutionären Dimensionen der Begriff „freie Wahl“ wirklich hat? Und welche – im düstersten Sinne katholische bzw. diabolische – Dimension wir bei den lustigen Kasperlen von Gwup beobachten können, die durch ihre unsozialen (besser gesagt: schmutzigen politischen) Methoden der politischen Auseinandersetzung billigend in Kauf nehmen, dass Menschen sich vor lauter Verzweiflung in den Tod stürzen – Methoden, die eben weit von dem entfernt sind, was wir als „Liebe“ kennen und als verständnisgenerierendes Moment schätzen und eher im Gegenteil – im Hass – verortbar sind, wo man viele Menschen findet, die in ihrem Leben nie Liebe erfahren durften. Nun – es heißt nicht umsonst seit Jahrtausenden: „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“.

Wenn Sie es wollen: ja, dann lebt Ihre Seele ewig und führt sie in ein Universum der Liebe. Und – in der Tat sieht es so aus (würde jetzt zu weit führen) – dass der Besitz einer liebevollen Seele den Übergang in andere Seinsformate („Leben“ würde ich das erstmal nicht nennen) deutlich erleichtert – und vielleicht (momentan noch reine Spekulation auf geringer Datenbasis) sogar Bedingung ist, dass die Existenzberechtigung dieser Seele verlängert wird. Auch diese Wahrheit können Sie bis zum Beweis des Gegenteils ganz wissenschaftlich fundiert für sich in Anspruch nehmen: irren Sie, werden Sie keine Sekunde Zeit haben, sich zu ärgern. Aber das Leben vorher – wird intensiver, gelassener, angstfreier … und vielleicht sogar revolutionärer.

Sie dürfen natürlich auch in dem engen Gwup-Käfig bleiben, einer Welt ohne Liebe, Wunder, Zauber und Ewigkeit: auch das ist Ihre freie Wahl: aber eben auch ihre eigene Verantwortung: wenn Sie gerne ein Haufen toter, lieb- und lebloser Dreck sind – nur zu. Das dürfen Sie!

Allerdings möchte ich Sie gleich vorwarnen: Sie sind dann auch weit entfernt von dem, was Menschen Glück nennen – und wahrscheinlich anfällig für Masochismus und Sadismus. In diesen beschränkten Räumen können Sie auch eine – schmerzhafte – Unterform von Glück erfahren: für einen kurzen Moment eine gewisse Entlastung erfahren, die als solche schon etwas fröhlicher macht: so als würde ein Verdurstender einen Schluck Urin zu sich nehmen dürfen.

Ihre Kokurrenz hingegen … schwimmt in klaren Gebirgsseen.

Auf ewig … getrübt nur durch einen kurzen, winzig kleinen Moment irdischer Existenz. Ich wüßte wohl, was ich da wählen würde.

Dass die dunklen Kulte mit ihren dunklen Matschgöttern momentan viel Macht haben, sollte uns nicht irritieren: es gehört zur Welt dazu, dass das Wetter manchmal schlecht ist und Eiswinde uns herausfordern. Diese Kulte stören jene nicht, die empirisch mit Geistern tanzen … oder rational mit Göttern singen.

Nur jene, die sich ihren Geist von den schmutzigen, unwissenschaftlichen Kultisten besudeln lassen: jenen verhagelt die Dunkelheit das Gemüt, macht sie zu passivem Wahl- und Konsumvieh … das so viele brauchen, um ihrer Gier frönen zu können. Jene sollten aber wissen dürfen …. dass es auch anders geht … und dass es einen guten Grund gibt, weshalb sich hochpolitische Menschen wie John Perkins (Bekenntnisse eines Economic hit man) den schamanischen Traditionen als Gegenmacht zum Imperialismus zuwandten. Sein Handeln – ist hier hochgradig konsequent, anders kann man den dunklen Kulten kaum entkommen, kaum effektives „Refraiming“ betreiben.

Aber genug der Worte: beginnen wir mit dem Denken – und das ist jetzt IHR Job.

 

 

 

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