Guttenberg

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Wie Angela Merkel Deutschland im Auftrag der CIA ruinierte

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Mittwoch, 1.4.2015. Eifel. Ich möchte Ihnen heute eine Geschichte erzählen. Ein Märchen, sozusagen. Es geht um die beliebteste Frau in Deutschland: Angela Merkel. Jedenfalls ist sie immer dann die beliebteste Frau in Deutschland, wenn das Staatsfernsehen mal wieder die Umfragen fälschte (siehe Handelsblatt). Ja – das war normal geworden im neuen Deutschland, im neuen Reich, im Land der wiedervereinigten Erben des Nationalsozialismus. Niemand regtet sich groß drüber auf, keine Köpfe rollten: man fühlte sich wie in der DDR. Wer die Schweigespirale kennt – also jene Neigung der Menschen, sich der Mehrheitsmeinung anzuschließen – weiß. wie man mit Fernsehen ein Volk manipulieren kann: einfach behaupten „Angela Merkel ist die beliebteste Frau in Deutschland“ … und am Tag danach wagt niemand mehr diesem Satz zu widersprechen. Weil das auch Frau Merkel weiß, ließ sie jetzt Experten für Verhaltensforschung und Manipulation in ihr Amt kommen, die ihr helfen sollen, die Menschen noch besser zu erziehen (siehe Welt).

Das gabe es auch in der DDR: die Erziehung des Volkes zu etwas größerem, besseren, edlerem – zum sozialistischen Menschen. Er war halt mangelhaft, der Mensch an sich, da musste noch dran gearbeitet werden.

Wie konnte es so weit kommen?

Nun – es war einmal eine einfache, unbekannte, nicht besonders hübsche FDJ-Sekretärin, die von ihren Mitschülern als eher unauffällig aber fleissig beschrieben wurde. Sie legte eine Bilderbuchkarriere hin, änderte ihren Geburtsnamen Kasner durch Heirat mit einem Herrn Merkel (die Ehe wurde schon 1982 wieder geschieden) und studierte Physik … was darauf hindeutet, dass die Frau, die das System nie in Frage stellte, sich sehr erfolgreich in Marxismus/Leninismus eingearbeitet hatte und dies erfolgreich vertrat – so meint jedenfalls die Familie meiner Ex-Frau, die nicht studieren durfte, weil sie in der Opposition waren. Dafür durften sie in den Knast – was auch ein Erlebnis war. Später reichte diese Frau auch ihre Doktorarbeit ein – zusammen mit einem vollmundigem Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus, wie es für jeden Doktoranden in der DDR Pflicht war (siehe Promotionsordnung der DDR im documentenarchiv).

Die Weihen der Macht erhielt Angela Merkel während der Verhandlungen zur Wiedervereinigung, der später wegen Untreue, Betrug und Steuerhinterziehung verurteilte bankrotte Günther Krause (auch ein bewiesen treuer Marxist mit Doktortitel) war auf sie aufmerksam geworden, bzw. sein Kontaktmann zur CIA  hatte ihn auf die Frau aufmerksam gemacht, die man schon während ihrer Deutschlandreisen im Jahre 1986 angesprochen hatte – so wie man alle DDR-Reisenden ansprach, die irgendwann mal nützlich werden könnten.

Zum damaligen Zeitpunkt (also 1986) war die Wiedervereinigung Deutschlands in den anglo-amerikanischen Kreisen schon beschlossene Sache, wie mein verstorbener Schwager während eines langen, gemeinsamen Zugfahrt von einem britischen Diplomaten erfuhr, Zeit also, nach Führungspersonal für die kommenden Entwicklungen zu suchen. Gesucht wurde eine blasse, konturlose Persönlichkeit aus dem Osten, die im wieder erstarkenden Deutschland verhindern sollte, dass professionelle „Wessis“ das Ruder in die Hand nahmen und Deutschlands Macht international zu politischem Gewicht verhalfen: eine Horrorvorstellung für die Hardliner im Weißen Haus. Sicher: die Wiedervereinigung brauchte man zum Aufbrechen des gesamten Ostblocks, die Kosten für die Operation würden die Westdeutschen bis in alle Ewigkeit zu tragen haben, weshalb sie als Konkurrenz auf dem Weltmarkt schwächeln würden – das war also unverzichtbar. Doch ein starkes, selbstbewusstes Deutschland war das letzte, was die US-Außenpolitik brauchen konnte. Zudem herrschte der Kommunist in Deutschland – so jedenfalls sah man damals die grüne Bewegung, die vom Ausstieg aus der Nato faselte, Partei wurde und später möglicherweise Mehrheiten im Parlament erhalten könnte: Kommunismus genug für einen McCarthy-gestälten US-Politiker.

Die wollten sogar die Atomkraft abschaffen – inklusive der US-Mittelstreckenraketen … wenn das mal nicht ein direkter Terrorakt gegen US-Interessen war, dann weiß ich auch nicht.

Es gab viele geeignete Kandidaten, viele wurden angesprochen, viele zeigten sich erfreut über kleine Geschenke. Das war damals so wie heute, wo US-Netzwerke über die Atlantik-Brücke (und diverse ähnliche Vereine, die wir jetzt hier mal nicht alle erläutern wollen) bzw. über die Jugendorganisation dieser Brücke sich us-freundlichen Nachwuchs in Deutschland heranziehen – auf einen werden wir noch zu sprechen kommen. Na – nun jetzt mal keine Aufregung: die Merkel-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung arbeitet zum Beispiel in der Ukraine nach ähnlichem Muster, so sollte Klitschko Präsident werden … jener Klitschko, der nun den Ausbruch des Dritten Weltkrieges fürchtet (siehe t-online): er muss es wissen, er steckt mitten drin.

Ist die Saat erstmal gesät, braucht man nur noch abzuwarten, bis sich die Kandidaten mit entsprechender moralischer Grundgesinnung irgendwo zufällig (oder absichtlich inszeniert, das funktioniert auch) wieder treffen, dann reicht ein kleines Treffen an der Frittenbude neben dem Hotel, wo ein unbedeutender Name fällt, der im Anschluss viel Bedeutung erlangt – schon wird Weltgeschichte ins Rollen gebracht und eine Angela Merkel kommt zu Ehren, von denen sie nie geträumt hätte .. und es geschehen Wunder, die später niemand in Frage stellt.

Oder ist es etwa kein Wunder, dass die mächtige West-CDU personell so ausgeblutet zu sein scheint, dass sie – die immerhin 60 Millionen potentielle Wähler ansprechen könnten – auf die Führung von Partei und Land zugunsten einer ausgebildeten Marxistin verzichten, die gerade mal 17 Millionen Stück Stimmvieh hinter sich hat?

Was folgte, war dann auch absehbar: der gezielte Umbau der demokratischen Bundesrepublik Deutschland in eine Kopie der US-Gesellschaft mit einer im Hintergrund dirigierenden Oberschicht von Ultra-Superreichen (die sich hier bislang gut verstecken konnten: siehe Süddeutsche), die via „Nudging“ durch TV, Print und Lobbyismus die Massen formiert … bzw. deformiert, so dass eine Wiederholung der Demonstrationen und der Demokratiebewegungen der siebziger und achtziger Jahre in Deutschland undenkbar würde … und ja auch ist, wie man sieht.

Konsequent wird aktuell auf alles der „Nazi“-Sticker geklebt, was nur im Ansatz wieder an die alten Zeiten erinnert: Großdemos, Friedensmachnwachen – das Volk ist so verblödet, dass es dem durchschnittlichen US-Bürger inzwischen Konkurrenz machen kann, ja, man begegnet heutzutage Leuten mit Abitur (Abendschule) die weder Gandhi noch Kennedy kennen, dafür aber den Psychotherapeuten ihrer Lieblingsrockband … jedenfalls durfte ich solchen Menschen begegnen. Wo zwei oder drei im Namen der Demokratie zusammenkommen, wittert man gleich die Neugründung der SA – und verhindert so jeden demokratischen Dialog, der auch in der DDR verpönt war.

Wir haben auch neben den manipulierten Wahlen im TV auch beständig neue Präsentationen von manipulierten Arbeitslosenzahlen, mit denen sich die Regierung ihre Arbeit selbst schön redet: niemand stört sich mehr an dem offensichtlich immer gleichen Theater.

Nach zehn Jahren Merkel ist Deutschland das unbeliebteste Land in Europa, ihre Politik hat zu einer nie dagewesenen Verarmung weiter Teile der bundesdeutschen Gesellschaft geführt, führte mächtige Wirtschaftslenker zur privaten Geburtstagsfeier ins Kanzleramt, wo wohl als Geschenk die goldenen Schlüssel zur Stadt … zum Staat … in aller Verschwiegenheit übergeben wurden. Die Bezahlung für Arbeit wurde auf Eis gelegt, gezielt wurde die Sozialgesetzgebung als Marktfaktor missbraucht, um Arbeit zu entwerten und somit Löhne stagnieren zu lassen zugunsten einer sich finanziell immer weiter aufblähenden Oberschicht, in der man viel Geld für Lobbyismus zusammenlegen kann, damit die Entwicklung auch ja so weiter geht. Ja – Lobbyismus baucht Superreichtum, die Bächerinnung von Krefeld könnte sich keinen Lobbyisten in Berlin leisten, die kosten 100 000 Euro im Jahr – nur mal das Gehalt betrachtet. „Nudging“ ist teuer – und das bezahlt der kleine Mann gefälligst selbst.

Doch nicht nur das – unter dem Stichwort „Eikonal“ konnte man erfahren, dass die bundesdeutsche Bevölkerung (bzw. ihre gesamten Daten, ihre Kommunikation, ihr Leben) vollständig zum beliebig verfügbaren Eigentum der US-Regierung wurde (siehe Süddeutsche)

NSA und BND arbeiteten in der „Operation Eikonal“ jahrelang zusammen, um Internetdaten und Telefonverkehr in Frankfurt abzufangen. Dass dabei Daten von Bundesbürgern rechtswidrig in die USA gelangten, nahm die Bundesregierung in Kauf. Abgesegnet hat die Sache ein Mann, der auch heute Minister ist.

Sogar das Handy der Kanzlerin wurde abgehört – aber so respektlos darf man in den USA halt mit Angestellten umgehen, die sich ja auch selber gar  nicht groß darüber aufregen, sondern weiter ihren Job erledigen: die Eliminierung der westdeutschen Zivilgesellschaft zur Förderung der US-Wirtschaft, zur Sicherung und Ausweitung des US-Vorgartens in Europa.

Nach zehn Jahren Merkel steht Deutschland in Europa sehr isoliert da, ein bewusstes und gezieltes Totalversagen der Politik und Diplomatie brachte Deutschland an den Rand eines neuen Krieges, während das eigene Volk verblödet dahinvegetiert und nur noch darauf wartet, von Günter Jauch mit einer Million beschenkt zu werden, um auch endlich am echten, richtigen, wahren Leben der Reichen teilhaben zu können: das ist US-Monetenkult in Reinkultur.

Doch ist kam noch schlimmer – nicht nur der solidarische Zusammenhalt der demokratischen westdeutschen Kultur (in US-Sprech: KOMMUNISMUS) sollte zermschmettert werden, auch die Kampfkraft ihrer Armeen sollte auf in Minimum rechtgestutzt werden:

„Ein geheimes Pentagon-Manifest von 1992, das, nachdem es der New York Times zugespielt und von ihr am 8.März 1992 auszugsweise veröffentlicht worden war, unter dem Titel „Richtlinien zur Verteidigungspolitik“ (Defence Planning Guide; DGP) bekannt wurde, so berichtete Armstrong weiter, wiederholte die Empfehlung an die US-Regierung, jede feindliche Macht daran zu hindern, Regionen zu beherrschen, deren Ressourcen es ihr ermöglichen könnten, den Status einer Großmacht zu erlangen. Des Weiteren wurde hier der Regierung dringend geraten, ihren Verbündeten den Ausbau von Militärmacht mit der Begründung auszureden, es seien doch im Bedarfsfall genügend amerikanische Truppen zur Stelle, um ihre Interessen zu schützen“. (aus: Schwarzbuch USA, Peter Scowen, DTV 2004, Seite 169-170)

Dieses Manifest hatte weitreichende Folgen für das deutsche Heer.

Verfügte es 1990 noch über sechs Panzerdivisionen, vier Panzergrenadierdivisionen, eine Luftlandedivision und eine Gebirgsjägerdivision mit 340000 Mann (siehe Bruce Quarrie, Das große Buch der deutschen Heere im 20. Jahrhundert, Podzun-Pallas-Verlag 1990, engl. Originalausgabe 1989, Seite 308 – 311) – zuzüglich zweier Panzerdivisionen und vier motorisierten Schützendivisionen aus der DDR mit 190000 Mann (siehe: Taschenbuch der Landstreitkräfte, Die Armeen der Warschauer-Pakt-Staaten, Hrsg. Friedrich Wiener, J.F. Lehmanns Verlag München 1974, Seite 25) so ist sie aktuell deutlich geschrumpft (siehe bundeswehr.de):

Die Landstreitkräfte der Bundeswehr verfügen künftig über drei Großverbände auf Divisionsebene. Derzeit sind es fünf. Die Anzahl der Brigaden sinkt von elf auf acht. Aus dem Heeresamt in Köln werden neue Fachkommandos gebildet. Das Kommando Heer wird in Strausberg bei Berlin aufgestellt. Derzeit hat das Heer eine Stärke von circa 80.000 Soldaten.

Offenbar war die US-Regierung im „ausreden“ sehr erfolgreich – doch dürfen wir uns darüber heute keine Gedanken mehr machen, streng nach Befehl des US-Präsidenten George W. Bush ist die Formulierung von Theorien über politische Einflüsse in Geschichte und Politik streng verboten, gelten „Verschwörungstheoretiker“ als geisteskranke Staatsfeinde, während der investigative Journalismus zugunsten von Talk-Shows und Tanz- und Singwettbewerben nahezu völlig verschwunden ist: auch ein Erfolg der Ära Merkel, einer Ära, die der Linken geschickt alle Argumente aus den Händen nahm, in dem sie verwirklichte, was diese sich immer erträumten: eine Frau als Bundeskanzlerin, ein Ausländer als Wirtschaftsminister, ein Behinderter als Finanzminister, ein Homosexueller als Außenminister – das Kabinett hätte auch von den Grünen sein können.

Zudem erlaubte sich 2010 der Zögling der Atlantikbrücke, Baron von Guttenberg (wie Günter Krause auch ein Hallodri mit gefälschtem Doktortitel), die Bundeswehr zusammen zu streichen und aus ihr eine Freiwilligenarmee zu machen – ein alter Traum linker Aktivisten, der jedoch unbeabsichtigte Nebenwirkungen hatte: flächendeckend wurden Kommandostrukturen geschaffen, die den Einsatz der Bundeswehr gegen die eigene Bevölkerung möglich machen – zum Beispiel zur Niederschlagung von Streiks (siehe Heise), ein Einsatz, der mit „Freiwilligen“ besser gelingt als mit Wehrpflichtigen. Den Umbau des Heeres leitete übrigens der gleiche Mensch, der auch das Kommando über die Arbeitslosenheere übernahm: Oberst Weise.

Und mit dieser Schrumpfarmee im Rücken mischte sich Frau Merkel dann in die inneren Angelegenheiten der Ukraine ein, entsandte Soldaten zur Spionage, was zu einer überraschend auftauchenden militärischen Eskalation in Europa führte, die man im Prinzip für immer und ewig als gebannt erachtet hatte … weil man das geheime Pentagon-Papier nicht wahr haben wollte, sondern lieber dem Herrn Jauch beim Millionen vergaukeln zuschauen wollte.

„Mission accomplished“ – kann man dazu nur sagen … um auch mal einen US-Präsidenten zu zitieren.

2015 ist die gute, alte Bundesrepublik Deutschland nur noch ein verlogener Vasallenstaat, dessen Jung-Juristen nach Folter und Todesstrafe nach US-Vorbild gieren (siehe Jurablogs), der innerhalb der europäischen Gemeinschaft komplett isoliert ist und für die größte Wirtschaftskatastrophe nach dem Ende es Zweiten Weltkrieges verantwortlich gemacht wird und somit … „nie wieder die europäische Region beherrschen kann, um Großmachtstatus zu erlangen und Ressourcen in Anspruch zu nehmen“.

Und nicht mehr lange, dann werden die verbliebenen deutschen Truppen als Speerspitze einer europäischen Armee im Kampf gegen Russland verheizt (siehe Spiegel):

Der Bundeswehr soll vorübergehend eine Schlüsselrolle beim Schutz der ost-und mitteleuropäischen Nato-Partner zukommen, die sich von Russland bedroht fühlen.

Und damit … endet auch schon die Geschichte.

Das Märchen.

Ich hoffe, sie hat Ihnen gefallen.

Natürlich … ist sie nur ein Märchen.

Ja – heute ist der 1.April … und ich wollte endlich mal selber einen Aprilscherz machen.

Natürlich gibt es gar keinen US-Geheimdienst namens CIA, natürlich werden keine deutschen Telefone vom NSA in Zusammenarbeit mit deutschen Geheimdiensten abgehört, natürlich respektieren die USA die staatliche Souveränität ihrer Verbündeten und würden sich niemals in innenpolitische Angelegenheiten einmischen, weshalb es ja auch keine Atlantik-Brücke oder ähnliche deutsch-amerikanische Lobbyorganisationen gibt.

Angela Merkel wurde deutsche Bundeskanzlerin, weil achtzig Millionen deutsche Bürger begeistert sind von ihrer wirtschaftlichen, politischen und sozialen Kompetenz, ihrem eleganten Auftritt und ihrer verblüffenden Ehrlichkeit. War sie es nicht, die uns endlich darüber aufklärte, dass nach der Wahl nicht alles so eintreten müsse wie vor der Wahl versprochen? Ist sie nicht wirklich die beliebteste Frau in Deutschland, die uns die Augen geöffnet hat? Ja – Deutschland geht es gut dank Frau Merkel, viel besser als Somalia, Namibia oder den Fidschi-Inseln. Auch den Deutschen geht es gut: sie verbringen immer mehr Zeit vor dem Fernseher, haben alle irgend eine Art von Beschäftigung, ja: nur 40 Prozent der arbeitenden Deutschen klagen über ständig steigenden Druck und fühlen sich überfordert (siehe Spiegel) anstatt dankbar zu sein, dass sie nicht zu der wachsenden Masse an Armen gehören, die letztlich von Oberst Weise diszipliniert werden, der mit seinem Überwachungsdienst bis in Bad und Schlafzimmer jener vordringt, die dem Druck nicht mehr gewachsen sind.

Ja – dank Frau Merkel ist Deutschland ein Ponyhof geworden, ein Volk voller kleiner, zierlicher Mini-Pferde, die jede Frohnarbeit dankbar hinnehmen und jedem Befehl des Pferdeführers blind folgen und dabei vor allem eins wollen: niedlich aussehen, um der Kanzlerin zu gefallen.

 

 

Wie die große transatlantische Freihandelszone den europäischen Mittelstand vernichtet

Freitag, 15.2.2013. Eifel. Wahnsinn, oder? Freuen Sie sich auch so, das sie dabei sein dürfen? Wobei? Nun - bei diesen historischen Zeiten. Wirklich Wahnsinn. Und man ist live dabei - live und in Farbe. Erstmal der Papstrücktritt am Rosenmontag: das war schon der  Hammer. Der letzte Papstrücktritt geschah, weil der Papst kein Latein konnte - ein verständlicher Grund. Der jetzige geschah, weil die Papst wie all die vielen anderen vor ihm schlichtweg zu alt war. Weil es galt, zu beweisen, das Gott nicht existiert, nichts Heiliges in dieser Welt existieren darf und menschliches Denken vor Nichts mehr halt macht, musste ein Papst es wagen mit der Tradition der heiligen Männer zu brechen und zu beweisen, das Papst sein ein ganz normaler Verwaltungsjob ist. Kein Wunder, das der nachher alle Gläubigen dazu aufrief, für ihn zu beten - so als ob er in schlimmster Not und ärgster Bedrohung wäre. Ist er vielleicht auch: immerhin hat er das kräftigste (und ehedem bewußt als solches geschafffenes) transzendentale Element einer Weltreligion vernichtet - und der Religion an sich damit den Todesstoß versetzt. Nun - ich bin kein Katholik, was soll mich das groß stören, wenn alle Welt jubelt. Ich nehme es zur Kenntnis wie die Tatsache, das nur zwei/drei Tage später eine weitere historische Sensation verkündet wurde, wegen der auch alle in Riesenjubel ausbrechen: die EU/US-Freihandelszone steht vor der Tür. Das bedeutet nichts weiter als die Vernichtung des europäischen Mittelstandes - aber auch das stört die Presse nicht, wenn sie ihre Triumphfanfaren auspackt, mit der sie alles bejubelt, was "Entscheider" hinter den Kulissen so alles aushecken.

Freitag, 15.2.2013. Eifel. Wahnsinn, oder? Freuen Sie sich auch so, das sie dabei sein dürfen? Wobei? Nun – bei diesen historischen Zeiten. Wirklich Wahnsinn. Und man ist live dabei – live und in Farbe. Erstmal der Papstrücktritt am Rosenmontag: das war schon der  Hammer. Der letzte Papstrücktritt geschah, weil der Papst kein Latein konnte – ein verständlicher Grund. Der jetzige geschah, weil die Papst wie all die vielen anderen vor ihm schlichtweg zu alt war. Weil es galt, zu beweisen, das Gott nicht existiert, nichts Heiliges in dieser Welt existieren darf und menschliches Denken vor Nichts mehr halt macht, musste ein Papst es wagen mit der Tradition der heiligen Männer zu brechen und zu beweisen, das Papst sein ein ganz normaler Verwaltungsjob ist. Kein Wunder, das der nachher alle Gläubigen dazu aufrief, für ihn zu beten – so als ob er in schlimmster Not und ärgster Bedrohung wäre. Ist er vielleicht auch: immerhin hat er das kräftigste (und ehedem bewußt als solches geschafffenes) transzendentale Element einer Weltreligion vernichtet – und der Religion an sich damit den Todesstoß versetzt. Nun – ich bin kein Katholik, was soll mich das groß stören, wenn alle Welt jubelt. Ich nehme es zur Kenntnis wie die Tatsache, das nur zwei/drei Tage später eine weitere historische Sensation verkündet wurde, wegen der auch alle in Riesenjubel ausbrechen: die EU/US-Freihandelszone steht vor der Tür. Das bedeutet nichts weiter als die Vernichtung des europäischen Mittelstandes – aber auch das stört die Presse nicht, wenn sie ihre Triumphfanfaren auspackt, mit der sie alles bejubelt, was „Entscheider“ hinter den Kulissen so alles aushecken.

Doch kommen wir erstmal zu den Freihandelszonen. Was die bringen, erfahren wir durch den Bundesanzeiger, der sich der Frage stellt, wie Freihandelsabkommen das US-Wachstum ankurbeln:

Denn FTA werden die folgenden Wirkungen zugeschrieben:

  • Erstens erhalten Unternehmen Zugang zu fremden Märkten und Konsumenten erhalten Zugang zu einer größeren Auswahl von Waren zu tendenziell niedrigeren Preisen, während ausländische Direktinvestitionen zunehmen (growing market access and investment).
  • Zweitens führen Billigimporte aus dem Ausland in den Importsektoren zu kurzfristig niedrigeren Löhnen im Inland aber auch zu einer Straffung und Modernisierung der Inlandsproduktion und zu Innovationen, die langfristig Inlandsjobs sichern.

Das hört sich ja gut an: alles wird billiger, moderner, straffer. Der österreichische Kurier bejubelt schon jetzt 50000 neue Arbeitsplätze, die Österreich mit Sicherheit durch die neue Freihandelszone erhalten wird, die deutsche Kanzlerin Merkel bedankt sich bei Obama, das er „von sich aus“ dieses Thema angebracht hatte (so als ob wir alle einfach schon lange sehnsüchtig darauf gewartet hätten, uns aber nie trauen würden, das mal zur Sprache zu bringen), Vertreter der deutschen Industrie jubeln schon über neue Milliardenumsätze (siehe Spiegel): es scheint, als würden Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen – dabei können wir eher damit rechnen, das diese christlichen Feiertage nach dem endgültigen Zusammenbruch der Weltreligionen ebenfalls dem neuen Gott „Markt“ geopfert werden.

Die Zeitschrift „Capital“ sieht geradezu schon eine „Wirtschaftsnato“ am Horizont aufziehen – mit deutlichen Vorteilen für den Verbraucher:

Sie können Produkte billiger einkaufen, verspricht beispielsweise der Verband der Automobilindustrie (VDA) – beispielsweise Autos. Auch andere Branchen können mit einer Kostensenkung rechnen. Ob sie den Vorteil an ihre Kunden weitergeben oder den eigenen Gewinn damit steigern, bleibt ihnen überlassen.

Oha – ein kleiner Nachteil. Ein winzigkleiner Haken, den kaum jemand bemerkt: es könnte ja sein, das die hauptsächlich caritativ orientierten Konzerne den finanziellen Vorteil einfach für sich selbst behalten, anstatt  ihn weiter zu geben. Zumindest die Staaten bekommen schon mal weniger:

Die Zölle zwischen den USA und den EU sind bereits niedrig. Sie liegen im Schnitt zwischen fünf und sieben Prozent, gibt der deutsche Außenhandelsverband BGA an. Da jedoch jährlich Waren im Wert von mehr als 500 Mrd. Euro über den Atlantik hin- und herbewegt werden, kann die Wirtschaft Milliarden sparen. Ein Beispiel: Europäische Chemieunternehmen haben 2010 für Exporte in die Vereinigten Staaten fast 700 Mio. Euro in die US-Staatskasse gezahlt. Umgekehrt führten die USA gut 1 Mrd. Euro nach Brüssel ab.

Die Wirtschaft kann Milliarden sparen – und der Verbraucher? Nun – auf den Verbraucher kommen möglicherweise ganz neue Risiken zu, siehe Süddeutsche:

Das Problem sind dabei nicht die restlichen Zölle von drei Prozent des Handelsvolumens, sondern die „Handelsschranken hinter der Grenze“, wie dies Experten formulieren. Dabei geht es um Industriestandards, Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften, Umweltnormen und das Verhältnis von Staat und Unternehmen: Haben deutsche Bauunternehmen die gleichen Chancen, einen Auftrag der Stadt Chicago zu bekommen, wie die amerikanische Konkurrenz? Wird das Urheberrecht in den USA genauso geschützt wie in der EU? Dürfen amerikanische Farmer ihre Produkte ungehindert in Europa verkaufen? Jede Liberalisierung greift tief in die nationale oder europäische Souveränität ein. Das löst Angst aus.

Haben deutsche Bauunternehmen die gleiche Chance auf Aufträge?

Natürlich nicht.

Ein Wunder, das diese Frage überhaupt gestellt, wird, denn die Antwort kennen wir schon seit einigen Monaten, siehe Handelsblatt:

Auch die Wirtschaft der USA profitiert von der Entwicklung. Denn die gesteigerte Produktion drückt die Energiepreise. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens NUS Consulting zahlen industrielle Großverbraucher in den USA zwei Drittel weniger für Gas als in Deutschland, beim Strom liegt die Ersparnis bei 40 Prozent.

Die europäischen Wirtschaften sind absolut nicht konkurrenzfähig zur amerikanischen Wirtschaft, die den europäischen Markt dank „Fracking“ mit Billigprodukten jeder Art überschwemmen kann. Wäre ich Obama (oder die US-Konzernwirtschaft), dann käme ich auch genau jetzt auf die Idee, nach einer großen europäischen Freihandelszone zu rufen, die es mir erlaubt, meinen Wettbewerbsvorteil ungehindert auszuspielen und die lästige europäische Konkurrenz an die Wand zu drücken.

Wir brauchen über die Folgen einer Freihandelszone auch nicht spekulieren – Erfahrungen aus diesem Bereich liegen doch schon längst vor, siehe Öko-Fair:

Die mittelamerikanischen Regierungen schlossen zahlreiche Freihandelsabkommen, mit denen sie die Wirtschaft ankurbeln wollten. Solche Abkommen beinhalten ein Ungleichgewicht: Wenn zwei sehr verschieden starke Partner den schrankenlosen Handel miteinander vereinbaren, hat der stärkere und konkurrenzfähigere Partner gewöhnlich mehr davon als der schwächere. In einem ärmeren Land zerstört die „freie Fahrt“ für Güter jene Teile der einheimischen Wirtschaft, deren Produkte mehr kosten als die ausländischen Importe. So werden Kleinbauern Opfer des Freihandels, weil sie mit extrem subventionierten Farmbetrieben in zum Beispiel den USA nicht mithalten können. 

Das wäre dann das Ende der europäischen Agrarproduktion. Wahrscheinlich auch das Ende der deutschen Autoindustrie.

Natürlich haben wir einen unschlagbaren Vorteil: wir sind Niedriglohnland. Dank geballtem Einsatz von Gewerkschaften, SPD und Grünen ist es gelungen, aus Deutschland ein Dritte-Welt-Land zu machen: die Reallöhne in Deutschland sind seit dem Jahre 2000 nicht mehr gestiegen (siehe u.a. Süddeutsche). Ein großer Anreiz also für ausländische Investoren, ihre Hemden in Deutschland nähen zu lassen … und nebenbei ihre Vorstellungen von Sozialstaat zu exportieren: Hartz IV für  sechs Monate, danach gibt es nur noch Lebensmittelgutscheine, mit denen man genmanipulierte Produkte kaufen kann.

Ebenso bekommen die USA einen Zugriff auf die von den europäischen Staaten gut ausgebildeten Fachkräfte, die in den USA deutlich mehr verdienen können – man schaue sich einfach mal die Durschnittseinkommen nach Kaufkraftparität an, 2009 lag zum Beispiel (siehe Weltbank) Deutschland mit einem Durchschnittseinkommen von 38700 internationalen Dollar deutlich unter den 47020 Dollar, die für die USA angegeben werden.

Doch schauen wir uns einfach mal ein anderes Beispiel an: die Freihandelszone EU und Mexiko. Ja, die gibt es – seit 2000. Und hat das arme Mexiko davon profitiert?

Hören wir dazu mal den mexikanischen Soziologen Alberto Arroyo Picard, hier bei den Lateinamerikanachrichten:

Was ich bislang sagen kann ist, dass die Exporte von Mexiko nach Europa nicht zugenommen haben, umgekehrt aber die Importe von europäischen Gütern nach Mexiko sehr wohl gestiegen sind. Das Handelsbilanzdefizit von Mexiko hat sich vergrößert, es gibt also bislang nichts Positives zu berichten. 

Wegen der Rezession in den USA hätte man erwarten können, dass die Exporte von Mexiko nach Europa ansteigen. Das war aber nicht der Fall.

Auch bezüglich der nordamerikanischen Freihandelszone  NAFTA gibt es für Mexiko nichts Positives zu berichten:

Ziel des NAFTA sollte das Wachstum der mexikanische Wirtschaft sein und zwar vor allem durch den Export von Manufakturgütern und über die Zunahme von ausländischen Investitionen. Tatsächlich exportiert Mexiko auch mehr, vor allem in die USA. Es hat auch viele ausländische Investitionen gegeben. Aber das erwartete Wirtschaftswachstum ist nicht eingetreten. Es sind auch keine neuen Arbeitsplätze geschaffen worden, eher im Gegenteil.

Warum eher das Gegenteil? Eigentlich logisch – aus der Sicht der Finanzindustrie:

Es geht in diesen Verträgen weniger um Handel als um Investitionen. Im Abkommen mit Europa spielt vor allem der Finanzsektor eine große Rolle. Insbesondere spanisches Kapital hat sich in die nationalen Banken eingekauft, mit der Konsequenz, dass es überhaupt keinen mexikanischen Finanzsektor mehr gibt. Alle Banken haben eine mehrheitlich ausländische Beteiligung, außer einer einzigen ganz kleinen und unbedeutenden Bank. Ähnliche Effekte gibt es auch in anderen Sektoren, wie dem Kommunikationssektor. Das Problem ist, dass die Investoren keine neuen Betriebe schaffen, sondern dass sie bereits bestehende aufkaufen und entnationalisieren.

Letztendlich produziert man nicht billiger und mehr, um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen, sondern man zieht lieber risikolose Gewinne aus der Vernichtung der entsprechenden Volkswirtschaft: freie Bahn den Heuschrecken.

Der gesamte europäische Wirtschaftsraum wird zur Ausschlachtung freigegeben, Firmen, die schon heute dank Niedriglohnsektor profitabel arbeiten, um die Transportkosten der Waren in die USA auszugleichen, arbeiten dann in Zukunft auch noch für ausschließlich us-amerikanische Eigentümer, damit die Profite auch dort landen, wo sie hingehören. Damit dies auch sicher gelingt, brauchen wir natürlich einen weiteren Abbau an sozialen Rechten, für den man dank des großen transatlantischen Traums genügend Argumente hat.

Die EU-Abgeordnete Erika Mann hat 2006 etwas über die Freihandelszone der EU mit Mexiko geschrieben, das man wohl auf die neue transatlantische Freihandelszone übertragen kann:

Doch die Direktinvestitionen europäischer und deutscher Unternehmen wurden erheblich gesteigert. So haben sich deutsche Exporte nach Mexiko von 3,1 Mrd. (1994) auf 6,2 Mrd. US$ (2003) verdoppelt.

Zudem kommt Mexiko seit dem Freihandelsabkommen geopolitisch eine doppelte Brückenfunktion zu – zwischen der Europäischen Union und den USA auf der einen sowie Lateinamerika auf der anderen Seite. Mexiko erhält durch eine größere Diversifizierung seiner politisch-wirtschaftlichen Beziehungen weitere Spielräume gegenüber dem großen Nachbarn USA und wird wirtschaftlich unabhängiger gegenüber Rezessionen in den USA. Die Europäische Union kann andererseits das Abkommen nutzen, dem US-Einfluss etwas entgegenzusetzen und für einen breiteren Eingang europäischer Produkte in die Länder Latein- und Nordamerikas zu sorgen.

Nicht das mit 15000 Euro Durchschnittseinkommen „billige“ Mexiko hatte mehr exportiert, sondern die mächtigen europäischen Konzerne haben sich einen neuen Markt erobert – mit entsprechenden Verlusten mexikanischer Produzenten. Und was macht dann dementsprechend die neue Freihandelszone zwischen den USA und der EU?

Sie wird für einen „breiteren Eingang amerikanischer Produkte in den Ländern Europas sorgen“.

Hören wir zu den Folgen dieser Abkommen nochmal den mexikanischen Soziologen:

Die Kritik bezieht sich auf das Modell des Freihandels selbst. Es ist keine punktuelle Kritik, sondern sie richtet sich gegen die gesamte Stoßrichtung dieser Verträge. Der Protest wächst in Lateinamerika weil die Verträge eine Politik in Gesetzesform gießen, die es in unseren Ländern schon sehr viel länger gibt. In Mexiko konkret seit zwanzig, in Chile zum Beispiel schon seit dreißig Jahren. 
Der Kern dieser Kritik ist, dass den großen Konzernen sehr weit gehende, so genannte Suprarechte eingeräumt und sie zudem noch mit den Instrumenten versehen werden, um diese Rechte effizient durchzusetzen. Währenddessen werden die Menschenrechte, insbesondere die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte, den Wirkungskräften des Marktes unterworfen und es gibt keine Möglichkeiten diese einzufordern.

Freihandelsbakommen als Freibriefe für Konzernstrategen?

Noch schlimmer – sie sind auch ein Todesstoß für die Demokratie:

Im Diskurs werden Freihandel und Demokratie sehr stark vermischt. Aber tatsächlich ist es so, dass in vielen Ländern die wichtigsten Entscheidungen für die Bürger trotz repräsentativer Demokratie überhaupt nicht mehr von den Repräsentationsinstanzen getroffen werden. Stattdessen sind die Entscheidungen auf die internationale Ebene ausgelagert, wo die Bürger unserer Länder eben überhaupt nicht mitbestimmen können. Daher würde ich eher davon sprechen, dass der Freihandel stark antidemokratische Tendenzen birgt, also zu weniger Demokratie führt.

In einem 2012 erschienen Buch von Danielle Holzinger wird die EU (nach einem Zitat von Hubert Zimmermann) noch als imperialistische Macht im Wettlauf mit konkurrierenden Wirtschaftszentren wie den USA angesehen.

Diese Konkurrenz wird nun an die Wand gespielt und somit ausgeschaltet.

Das gibt Obama ja auch offen zu. In seiner Rede an an amerikanischen Mittelstand beschreibt er die Ziele der transatlantischen Freihandelszone ganz offen, siehe Frankfurter Rundschau:

Helfen solle der Wirtschaft auch eine umfassende „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ mit der Europäischen Union. „Denn Handel, der frei und fair über den Atlantik verläuft, unterstützt Millionen gut bezahlter amerikanischer Arbeitsplätze“, sagte der US-Präsident.

Die US-Mittelschicht soll ganz offen auf Kosten der europäischen (und deutschen) Mittelschicht gerettet werden – und dafür bedankt sich Kanzlerin Merkel ebenso offen.

Wachstumchancen für die deutsche Wirtschaft? Nun – nach Angaben der Frankfurter Rundschau äußerst gering:

Sogar der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, beziffert die Wachstumspotenziale als äußerst gering. Die deutschen Exporte, so der Experte, könnten durch ein solches Abkommen um ein Viertel-Prozentpunkt wachsen. Ein Viertel-Prozent Exportwachstum? Das geht im statistischen Rauschen unter und entspricht nach einer Faustformel einem Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,05 Prozent.

Trotzdem jubelt die deutsche politische Kaste samt Medien in höchsten Tönen.

Man fragt sich – für wen arbeiten die eigentlich?

Auch die Frage lässt sich leicht beantworten, immerhin sitzt gleich neben der Privatwohnung von Angela Merkel in Berlin ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, US-Interessen in Deutschland durchzusetzen, siehe Wikipedia:

Die Atlantik-Brücke e. V. wurde 1952 als private, überparteiliche und gemeinnützige Organisation mit dem Ziel gegründet, eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen der Siegermacht USA und der westdeutschen Bundesrepublik zu schlagen. Zu ihren Mitgliedern zählen heute über 500 führende Persönlichkeiten aus dem Bank- und Finanzwesen, der Wirtschaft, Politik, den Medien und der Wissenschaft.

Die Mitglieder haben auch ein klares Ziel:

„Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ Arend Oetker, damaliger Vorstandsvorsitzender der Atlantik-Brücke in der Berliner Zeitung vom 17. April 2002. 

Einer der bekannten Atlantiker hat auch gleich praktisch demonstriert, wem seine Loyalität gehört:

Guttenberg geriet stark in die Kritik, weil er mit der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs zur Zwangsverwaltung maroder Banken die britische Wirtschaftsgroßkanzlei Linklaters beauftragt hatte, welche enge Geschäftsbeziehungen zu internationalen Großbanken, insbesondere Goldman Sachs, unterhält.

Zudem wurde der eigene Entwurf aus dem Bundeswirtschafts- bzw. Justizministerium ignoriert. Die weitgehende Übernahme des Linklaters-Entwurfs in das Gesetzgebungsverfahren wurde von heftiger Kritik begleitet.

Nun – der Fall Guttenberg wurde zu den Akten gelegt, der Transatlantiker selber kehrte Heim ins Reich – in die USA. Das schmälert aber nicht die Marktmacht der Transatlantiker, die gerade den größten Coup ihrer Geschichte durchführen und mit einem Schlag die lästige europäische Konkurrenz vernichten. Ein paar Namen von Transatlantikern? HIer, alles bei Wikipedia nachzulesen.

Angela Merkel (CDU), Helmut Schmidt (SPD), Sigmar Gabriel (SPD), Thomas de  Maziére (CDU), Alexander Dibelius (Goldman-Sachs Deutschland), Cem Özdemir (Grüne), die Freidemokraten Westerwelle, Lindner, Döring und Koch-Mehrin, Josef Ackermann (Vorstand Bundesverband der deutschen Banken), Josef Joffe (Hrsg. DIE ZEIT), Jürgen Großmann (RWE, Aufsichtsrat Deutsche Bahn, MTU, Volkswagen AG), Kai Dickmann (BILD), Roland Berger (HARTZ IV), Matthias Döpfner (SPRINGER AG), Jens Weidmann (BUNDESBANK), Arend Oettker (Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG, , Mitglied Trilaterale Kommission, Präsident DGAP, INSM, Präsidium Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Vizepräsident BDI, American Jewish Committee) – um nur ein paar zu nennen.

Aber es reicht, um zu merken, woher die Jubelchöre ihre Stimmen beziehen.

Das wir hier den historischen Schritt zur Preisgabe der letzten Reste der sozialen Errungenschaften der europäischen Sozialgemeinschaften machen, bleibt deshalb erstmal unerwähnt. Aber, mal Hand aufs Herz: soviel ist ja auch wirklich nicht mehr abzubauen, oder? Und das die Bezugsdauer von Hartz IV wie in den USA auf 26 Wochen beschränkt gehört, wird sicher auch in Deutschland eine Mehrheit finden – jedenfalls bei den Atlantikern, der geheimen Filiale der US-Superklasse in Deutschland.

Wahrlich historische Zeiten. Wie dankbar müssen wir eigentlich sein, die Geburt des Neuen amerikanischen Jahrhunderts so hautnah miterleben zu dürfen und sie sogar durch unsere Ersparnisse unterstützen zu können? In breiter Front erleben wir, wie die Widersacher dieses Jahrhunderts einer nach dem anderen fallen – Irak, Afghanistan, Lybien, das Papsttum (das mit seinem Widerstand gegen Bevölkerungskontrolle in Entwicklungsländern amerikanische Geostrategen nahezu in den Wahnsinn getrieben hatte) und jetzt auch noch der deutsche Mittelstand, der seit dreizehn Jahren auf Wohlstand verzichtet, um sich der neuen Weltordnung als würdig zu erweisen.

Eintausend Milliarden Dollar will die FED in diesem Jahr neu drucken (siehe Wiwo, das in diesem Zusammenhang von einem Währungskrieg der Industrienationen spicht) – und diese an sich wertlosen Dollar werden sich durch die Freihandelszone problemlos in echte Werte verwandeln lassen.

Aber das ist ja der Vorteil einer FTA: ausländische Direktinvestitionen werden zu nehmen.

Und Deutschland bekommt mexikanische Verhältnisse – nur wesentlich schneller, als man bisher hätte annehmen können.

 

 

 

 

Wie Hartz IV und der Sozialstaat das Land ruinieren

Wie Hartz IV und der Sozialstaat das Land ruinieren

Samstag, 10. November 2012.  Heute habe ich erfahren, wie einen die Geschichte einholen kann. 1684 Artikel habe ich bei Blog.de geschrieben. Nachdem aber nun dort schon mal Pauschallöschungen ganzer Blogs vorgenommen worden sind (und der Verdacht aufkam, das das kein Zufall war), dachte ich mir: sicherer ist es, ein eigenes kleines Örtchen zu schaffen, das vor Fremdlöschungen sicher ist. Hier habe ich jetzt nur noch 700 Artikel geschrieben – die aber eine Länge haben, das sie auch als „Artikel“ gelten können. Die Länge ergibt sich oft einfach aus der Komplexität der Themen. „Hartz IV“ zum Beispiel. Man kann sich darüber aufregen, das es da ist, zu wenig ist und zu lästig. Das geht schnell und kostet keine Kraft. Oder man weist nach, das Hartz IV beweist, das die Economic Hit Man in Deutschland aktiv sind (hier heißen sie u.a. McKinsey) und dadurch das erste Mal unseren Alltag erreicht haben – von der viel wichtigeren Deregulierung haben die meisten von uns gar nicht gemerkt, dabei kostet sie ein vielfaches mehr als Sozialhilfe. Im Juli 2009 habe ich noch darüber gespottet, das wir 1,5 Billionen Euro Schulden haben – da waren einige Hilfen schon mitgerechnet.  Aktuell sind wir bei 2,057 Billionen – aber kein Aufschrei geht durch das Land. Warum nicht? Nun – auch die Presse wurde diszipliniert.  Niemand fragt mehr, wofür für denn die zusätzlichen 500 Milliarden in drei Jahren ausgegeben haben. Auch weist keiner darauf hin, die ständig neuen Schuldenrekorde unter Schwarz-Gelb aufgelaufen sind – den „Wirtschaftsparteien“.  Dabei wäre die Antwort so einfach: die Sozialhilfe ist es, die uns wirtschaftlich erwürgt.

Das wird nun jeden wundern: die Sozialhilfe? Jene paar mickrigen Mäuse für Arbeitslose? Nein, natürlich nicht – wir haben nur verlernt, zu sehen, was einen Sozialstaat ausmacht. Wir helfen ja nicht nur in Not geratenen Menschen – wir helfen auch in Not geratenen Konzernen. Im Jahre 2010 schrieb der Spiegel über ein Redordhoch an Subventionen: 165 Milliarden Euro stecken wir in unsere marode Wirtschaft. 2011 klärte der Westen über ein weiteres pikantes Detail auf:

Die Bundesrepublik hat im abgelaufenen Jahr Subventionen in Höhe von 164 Milliarden Euro gezahlt. Das ist Rekord. Alleine 58 Milliarden Euro an Beihilfen bekamen Unternehmen. Das sind 14 Milliarden mehr, als der Bund 2010 Schulden machte.

58 Milliarden für Unternehmen – viel mehr, als der gesamte Hartz IV-Bereich kostet, der uns ja angeblich so belastet. Man muss sich das mal vorstellen: die Rekordmeldungen unserer Unternehmen bezahlen wir mit … mehr Schulden. Das liest man so nie in den Medien. Natürlich bekommt auch der Gesundheitssektor sehr viel Geld: die Gewinne der Pharmabranche und ständig Arzthonorare sind mit den normalen Beiträgen kaum noch zu bezahlen, da muss der Steuerzahler doppelt ´ran.

Mit Marktwirtschaft hat das alles allerdings nicht mehr viel zu tun, „der Markt“ läuft nur noch, wenn wir ihn massig mit Steuergeldern unterstützen. Das ist auch Sozialstaat. Das kann auch ganz in Ordnung sein – aber wir müssen es auch so nennen und vor allem entscheiden, ob wir nicht lieber mehr Geld in Arbeitslose (und damit in den Binnenkonsum) stecken, was wieder Arbeitsplätze schafft, anstatt in marode Unternehmen, die nur Arbeitsplätze abbauen. Würden wir die 165 Milliarden Subventionen den Arbeitslosen geben, dann wären menschenwürdige Regelsätze möglich, die grassierende Kinderarmut wäre vorbei und wir hätten endlich keinen Fachkräftemangel mehr.

Was wir aber tun: wir ruinieren uns selber. Das hat auch mit Hartz IV zu tun – so leid es mir tut, dieses nervende Thema wieder auf den Tisch zu bringen.

2,5 Millionen Kinder bekommen Dank Hartz IV eine saumäßig schlechte Ausbildung. 2,5 Millionen Erwachsene werden aus diesem Grund in Zukunft kaum noch große Gewinne erwirtschaften können – womit sich die Bundesagentur für Arbeit eine sichere Perspektive für die Zukunft erarbeitet hat – für sich und für die 100 000 Mitarbeiter. Durch die vorgenommene Stigmatisierung der Hartz-IV-Abhängigen wird ihre Chance auf einen echten Vollzeitarbeitsplatz auf Null zurückgedreht, damit sich an dem Status des Hartz-Systems auch ja nichts ändert. Nötigenfalls kann man ja seine Erfolgsstatistiken auch dadurch schönen, das man Arbeitslose ohne ärztliches Gutachten für geistig behindert erklärt und sie dann den Behindertenwerkstätten zur Verfügung stellt, wo andere Kostenträger für sie aufkommen müssen, siehe Wikipedia:

Das ARD-Fernsehmagazin Monitor kritisierte in der Sendung vom 13. August 2009, dass eine steigende Anzahl von Arbeitssuchenden nach einem schriftlichen Testverfahren als „dauerhaft geistig behindert“eingestuft würde, um dann an eine Werkstatt für behinderte Menschen vermittelt zu werden. Sie fallen somit aus der Arbeitslosenstatistik, zudem wird die Bundesagentur finanziell entlastet. Eine fachärztliche Untersuchung zur Feststellung der geistigen Behinderung findet nicht statt. Die Zahl der jährlich auf Behindertenwerkstätten verwiesenen Arbeitssuchenden stieg von 22.678 im Jahr 2004 auf 27.350 im Jahr 2008

Diese leistungsfeindliche, kinderfeindliche und menschenfeindliche Praxis fordert aber in Zukunft einen hohen Preis von uns, den wir schon jetzt erkennen können, siehe Welt:

Deutschlands Bedeutung in der Weltwirtschaft wird in den kommenden 50 Jahren rapide sinken. Kein anderes Land auf der Welt wird so stark Marktanteile verlieren wie der einstige Exportweltmeister.

Indonesien, Mexiko, Russland und selbst Großbritannien werden bis 2060 an Deutschland vorbeigezogen sein. Der Grund: Die Forscher prognostizieren der hiesigen Wirtschaft aufgrund der alternden Bevölkerung ein jährliches Wachstum von nur 1,1 Prozent. Andere Industrienationen wie die USA, Frankreich oder eben auch Großbritannien wachsen dank höherer Geburtenraten deutlich kräftiger.

Währenddessen sind in Deutschland Kinder das Armutsrisiko Nr. 1 – sogar bei einem Einkommen von 3500 Euro im Monat erweisen sich Kinder als Kostenfaktor, der kaum noch zu bewältigen ist (siehe Welt aus dem Jahre 2005).  Wenn man dann heute hört, das 50 % der Jugendlichen zwischen 14 und 29 Schlafstörungen haben (ebenfalls Welt) dann wundert das nicht mehr – die haben schlichtweg keine Zukunft mehr in einem Land, das alsbald Albanien um sein Niveau beneiden wird, trotzdem müssen sie noch so tun, als ob alles Bestens wäre und hochmotiviert (und vor allem ohne Lohn für ihre Leistung) in eine chancenlose Zukunft wandern.

Diese Zukunft soll nach Ansicht einiger Wissenschaftler jetzt künstlich weiter verdüstert werden  (wobei wir mal erwähnen wollen, das der ganze Universitätsbetrieb auch „Sozialstaat“ ist und nicht selbstverständlich vom Himmel gefallen ist), siehe Spiegel:

Der Wissenschaftsrat bemängelt nach SPIEGEL-Informationen die Tendenz zu immer besseren Prüfungsnoten an deutschen Hochschulen. In der „großen Mehrheit der Fächer“ werde die „Notenskala kaum ausgeschöpft“, konstatiert das wichtigste Beratergremium im Wissenschaftssystem.

Neben diesem Aufruf zur Zwangsnote 5 und 6 aus Gründen statistischer Ausgewogenheit (der zusätzlich mehr Arbeitslose produziert) veröffentlicht der Spiegel ebenfalls ein neues Idealbild, das unser Arbeisumfeld in den nächsten Jahren nachhaltig prägen wird: der Berserker wird zu jenem Urtypus, dem einzig ein Anrecht auf freizügigen Zugang zu Lebensberechtigungsscheinen (sprich: Geldscheinen) gestattet wird:

Alle reden vom Burnout. Diese Berserker nicht. Top-Manager wie Martin Sorrell kennen weder Feierabend noch Ferien, sie ackern ohne Ende und pfeifen auf „Work-Life-Balance“. Eine Expedition ins Reich der Extremarbeiter offenbart: Sie sind oft glücklich im Stress und kerngesund.

Da werden neue Maßstäbe gesetzt, was einst als krank galt wird verherrlicht – auch wenn die „Väter“ ihre Kinder die ganze Woche nicht sehen und Berserker eigentlich eher für ihre Zerstörungswut bekannt sind: es lebe der neue Menschentyp, der zeigt, wie man den Untergang des Landes überstehen kann um anschließend „glücklich wie ein Guttenberg“ in den USA seinen Ruhestand genießen zu können. „Glücklich wie ein Guttenberg“? Ja, ich schätze, das wird mal ein geflügeltes Wort werden, er uns seine Familie sind dort so glücklich, das an eine Rückkehr nach Deutschland gar nicht mehr zu denken ist (siehe Welt). Nach Informationen unserer Redaktion ist der Mann übrigens auch arbeitslos – da kann man mal sehen, was aus Arbeitslosen alles werden kann, wenn man ihnen nur genug Geld gibt, doch dazu ist unser Sozialstaat offensichtlich zu blöde, er steckt das Geld lieber in Konzerne, deren Chefs sich selbst und das ganze Land samt Umwelt vernichten, anstatt in Arbeitslose, die mit ihren Reden in den USA ganze Hallen füllen können.

Dabei haben diese Arbeitslosen wichtige Dinge zu sagen:

Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, so die erste Botschaft Guttenbergs. Die zweite folgt eng verknüpft und besteht kurz gefasst darin, dass er insbesondere in Europa den wenigsten der politischen Akteure zutraut, diese zu meistern. Guttenberg merkt dazu beispielsweise sarkastisch an, dass diese nach dem Prinzip handelten „sich alle Optionen offenzuhalten, dies aber mit Entschiedenheit zu vertreten“. Namen erwähnt der Ex-Minister dabei in seinem Vortrag nicht.

Nun – diese Namen brauchen wir auch nicht von ihm zu hören, wir hören sie ja sonst schon den ganzen Tag, sie und ihre Reden.

Der Gauck, unser Bundespräsident, hat da jetzt in der Welt etwas Interessantes gesagt:

Die Bundesregierung habe diese Haltung „zum Glück auch denjenigen signalisiert, die hierzulande der Auffassung sind, das alles sei zu teuer und wir Deutsche ruinierten uns. Nein, wir ruinieren uns überhaupt nicht. Jedenfalls nicht, wenn wir Griechenland im Euro halten.“

Merkt man die kleine Wendung? Wir ruinieren uns nicht durch die Rettung Griechenlands … sondern durch etwas anderes. Das wir uns ruinieren, ist wohl allen klar  – aber eben nicht durch die lächerlich kleinen Spenden an Griechenland. 1,65 Billionen Euro Subventionen in zehn Jahren für eine Wirtschaft, die außer beim Kassieren keine besonders bemerkenswerten Leistungen erbringt sind da schon eher ein Grund zur Sorge.

Viel eher ruinieren wir uns auch durch unser Führungspersonal – jedenfalls, wenn wir der „großen politischen Hoffnung“ Guttenberg folgen. Einer ist ja jetzt ganz groß am Ruinieren – und offenbart uns dabei Abgründe, von denen wir immer wußten, das es sie gibt, die wir aber nie wahrhaben wollten: Peer Steinbrück, ein Mann, der Kanzler können will.

Wir kommen auch hier wieder zurück auf das Problem Sozialstaat … aber dazu muss man etwas weiter ausholen, um das zu verstehen.

Die Stadtwerke Bochum, das sei zuvor gesagt, sind ein kerngesundes Unternehmen, siehe Handelsblatt:

Schaut man auf die Stadtwerke alleine, sind die Zahlen aber solide. Das kommunale Unternehmen hat in den vergangenen Jahren durchgängig Gewinne gemacht und die auch an die Stadt ausgeschüttet. Im Geschäftsjahr 2011 machte das Unternehmen bei einem Umsatz von 488 Millionen Euro einen Gewinn von 29,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von rund sechs Prozent, das heißt mit 100 Euro Umsatz erwirtschafteten die Stadtwerke Bochum sechs Euro Gewinn.

Nur kann man eigentlich nicht auf die Stadtwerke allein schauen. Auch hier zeigt sich das Problem, das dieses Land schon lange hat: wir gönnen uns keinen Blick mehr für das Ganze, wir schauen auf Papas Lohnzettel und sehen: der verdient gut. Das da noch viele Menschen dranhängen, die man Familie nennt, blenden wir aus. Genauso blenden wir aus das Bochum hoch verschuldet ist – und die Stadtwerke als kommunales Unternehmen teil der Familie.

4,5 Millionen erlaubt sich dieser Familienteil als „Sponsoring“ weiterzugeben – unter anderem an Steinbrück und Gauck. Gedacht ist das Geld wirklich für die Kommune vor Ort. Da kann man sich jetzt drehen und winden wie man will, ein Artikel der WAZ aus dem Jahre 2010 hätte auch die Herren Steinbrück und Gauck darüber aufklären können, wozu sie das Geld eigentlich erhalten:

Normalerweise muss ein Gastgeber fünfstellige Eurobeträge blättern, um Promis dieser Klasse zu buchen. Aber die Stadtwerke regeln das anders, wie Schönberg sagt. Die Protagonisten bekämen persönlich keinen Cent: „Sie verzichten auf ihr Honorar zugunsten einer Stiftung, die ihnen nahesteht.“ So habe Uli Hoeneß das Geld für eine Kinderkrebsklinik gespendet und Peter Maffay sein Honorar einer Israel-Stiftung zukommen lassen.

Man kann dort auch nachlesen, wo das Geld hinkommt:

Es gibt über 30 Nutznießer, aus „Sport, Kultur, Sozio und Sonstiges“. Mal profitieren Einzelne wie der Ex-IG Metall-Chef und Künstler Ludger Hinse, von dessen Galeristin die Stadtwerke noch zu alter Währung ein Hinse-Werk für 35.000 Mark erstanden hatte. Aber meist sind es Vereine. Im Sport u.a. der VfL Bochum, Teutonia Riemke, der Billard Club DBC Bochum, der Bochumer Minigolf Club, der Schwimmverein Blau-Weiß Bochum, der Universitäts-Sport-Club, der TV und der SG Wattenscheid.

Auch die Theater- und Musikszene vom Schauspielhaus über Thürmer bis zu Theater Total, Bosy, Comödie und Steiger-Award geht nicht leer aus. Ebenso wie Tierpark, Wattenscheider Tafel und das Milchhäuschen im Stadtpark.

Da steht nichts davon, das man die Kohle privat einsacken kann – aber was will so ein Veranstalter schon tun, wenn der Steinbrück mit seinen Anwälten kommt?

Nun – auch das ist unser Sozialstaat: Millionenbeträge der Kommunen werden für Hobbys von Gewerschaftsführern ausgegeben, für Leibesübungen und Spaßveranstaltungen … und ein winziger Teil geht sogar dorthin zurück, wo er hingehört: zu den Armen.

Allerdings sollten die Tafeln nicht dazu gehören, sie sind, wie früher schon mal erwähnt, ein Produkt von McKinsey, das hilft, die Abfälle großer Konzerne zu entsorgen – hierzu wird der Arme als „Müllvertilgungsmaschine“ eingesetzt – mit großen Gewinnen für die spendenden Konzerne. Auch das ist „Sozialstaat“ – und auch deshalb brauchen wir die Armen: die Unternehmen wüßten sonst gar nicht, wohin mit ihrem Müll.

An diesem Spendenverständnis sehen wir aber auch, wo es bei unserem „Sozialstaat“ hakt: die Steinbrücks und Gaucks verstehen sich selbst automatisch als „Bedürftige“, etwas anderes kommt ihnen gar nicht in den Sinn – und so sieht es mit dem Rest der politischen, wirtschaftlichen und medizinischen Kaste in Deutschland (die trotz beständig sich verschlechternder Qualität beim Einkommen ständig neue Spitzeneinkommen erhalten) aus. Sie alle halten sich für bedürftig – und die wirklich Bedürftigen verhungern angesichts des Ansturmes der wahren Asozialen auf deutsche Kassen.

Bezahlen können wir das nicht mehr – kontrollieren aber auch nicht, das sehen wir an der ständig wachsenden Staatsverschuldung, die man angesichts von einer Million „Sanktionen“ den zudem dank Zwangspsychiatrisierung und Zwangsverrentung ständig weniger werdenden Hartz-IV-Empfängern wohl nicht anlasten kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Apokalypse 2012: für den Euro ganz sicher! Für Europa auch. Vielleicht … auch für den Rest der Menschheit

Donnerstag, 1.12.2011. Eifel. Apokalyptiker haben ja gerade richtig goldene Zeiten. Wäre ich einer, ich würde ja nur jeden Tag predigen: Das Ende der Welt ist nah! Beweise fände ich genug: Wetter, Politik, Wirtschaft, Moral - alles wird immer absonderlicher, Beispiele findet man jeden Tag in solcher Menge, das es sich kaum noch lohnt, darüber zu schreiben. Denkt sich niemand etwas daran, wie es um die geistige Verfassung eines Landes bestellt sein muss, in der die Begriffe "Gutmensch" oder "Sozialromantiker" Schimpfworte sind? Ist man schon so verblödet, das man nicht merkt, das eine solches Faktum darauf hindeutet, das der asoziale Verbrechertypus zur Norm geworden ist, während der anständige Normalbürger Freiwild für ihn geworden? Doch - einer hat´s gemerkt, heute in der Welt:

Donnerstag, 1.12.2011. Eifel. Apokalyptiker haben ja gerade richtig goldene Zeiten. Wäre ich einer, ich würde ja nur jeden Tag predigen: Das Ende der Welt ist nah! Beweise fände ich genug: Wetter, Politik, Wirtschaft, Moral – alles wird immer absonderlicher, Beispiele findet man jeden Tag in solcher Menge, das es sich kaum noch lohnt, darüber zu schreiben. Denkt sich niemand etwas daran, wie es um die geistige Verfassung eines Landes bestellt sein muss, in der die Begriffe „Gutmensch“ oder „Sozialromantiker“ Schimpfworte sind? Ist man schon so verblödet, das man nicht merkt, das eine solches Faktum darauf hindeutet, das der asoziale Verbrechertypus zur Norm geworden ist, während der anständige Normalbürger Freiwild für ihn geworden? Doch – einer hat´s gemerkt, heute in der Welt:

Es gibt mehr Verbrecher als Ideologen. Und wenn ein Verbrecher keine Ideologie vorfindet, mit der er seine Taten rechtfertigen kann, sucht er sich irgendeine neue. Man kann dafür die Religion benutzen oder den Nationalismus. Aber die Gewalt, die gefährliche Gewalt, existiert in jedem Fall. Theorien wie die Fukuyamas verführen uns dazu, die Feinde für so klein zu halten, dass wir nicht mehr mit ihnen rechnen müssen.

Ich denke genauso. In der NS-Zeit schienen die Straßen so sicher zu sein, weil die Verbrecher Uniform trugen und ihre Taten nicht als „Verbrechen“ registriert wurden. Oder nehmen wir als Beispiel die Sowjetunion (die ich jetzt nicht mit dem NS-Staat gleichsetzen möchte): kaum waren die Uniformen weg, explodierte das Verbrechen, weil es öffentlich registriert wurde.

Wir befinden uns in einer Zeit, die Deutschland im Jahre 1911 gleicht. Niemand hätte damals gedacht, das es jemals nochmal zu einem Krieg in Europa kommen würde. Er war politisch undenkbar, weil (zumindest noch in der öffentlichen Meinung) alle mit allen verbündet waren, er war militärisch nicht mehr führbar, weil die Kombination von Maschinengewehr und Stacheldraht nur ein endloses Gemetzel aber keine Sieg mehr zuließ und er war wirtschaftlich vollkommener Unsinn: dem Volk ging es gut wie nie, die Sozialgesetzgebung des Kaisers trug mehr Früchte als der Sozialabbau der SPD 2005, Technik und Wissenschaft boomten – warum sollte man sich … erst recht nach so vielen Jahrzehnten des friedlichen Zusammenlebens … in einen europäischen Krieg stürzen, bei dem alle nur verlieren konnten?

Die Antwort ist die Gleiche wie damals: wir glauben nicht mehr daran, das es Verbrecher gibt:

Die westliche Welt leidet an einer Krankheit, die aus dem Glauben kommt, an das Ende der Geschichte gelangt zu sein. Wenn man sich aber am Ende der Geschichte wähnt, hat man keinen wirklichen Feind, existiert kein wirkliches Risiko mehr. Diese rosarote Brille ist gefährlich. Das gilt nicht nur für die Politik, sondern auch für die Finanzwirtschaft.

Das Ende der Geschichte scheint nur das Ende der Ideologie zu sein – die Verbrecher aber arbeiten weiter.

Und darum werden wir wohl oder übel unsere Apokalypse bekommen, die diesmal umfassender sein wird als 1914 – 1918. Nehmen wir das gestrige Drama um den Einsatz der Zentralbanken, die Unsummen an Geld für die Banken gegeben haben, damit die es für viel Geld weitergeben. Das Notprogramm gegen die Krise half exakt einen Tag lang:

Die Euphorie über die weltweite Rettungsaktion der wichtigsten Notenbanken ist schon nach einem Tag wieder verpufft. Die Europäische Zentralbank will nach eigener Aussage nicht auf Dauer zur Krisenlösung einspringen. Und das Misstrauen der Banken untereinander wächst.

Der Grund für die Rettungsaktion ist einfach: unsere US-Freunde haben uns schon jetzt abgeschrieben – obwohl wir das so deutlich nie sagen dürfen:

Das Vertrauen der Banken untereinander ist radikal gesunken. Einige europäische Institute kommen deshalb nur noch schwer an Dollar-Mittel, andere erhalten von US-Banken gar kein Geld mehr.

Das Misstrauen gegen den Euro erreicht auch den kleinen Mann auf der Straße, der jetzt gerade fleissig versucht, die Ramschwährung irgendwie an den Mann zu bringen. 

 

Der Spiegel sagt deutlich, wie es um Europa steht:

Die Chance auf eine bezahlbare Euro-Rettung ist vertan – und schuld ist die Bundeskanzlerin. Angela Merkel wird uns alle ruinieren, weil sie mit ihrem Zaudern die Krise verschärft. Jetzt hat sie nur noch zwei politische Optionen: Bankrott oder Ruin.

Bankrott oder Ruin dürften für uns alle die Folgen sein. Da der Ölmarkt immer noch fest in der Hand des Dollar ist, wir aber bald keine Dollar mehr bekommen, heißt das für uns: wir sind bald am Ende angekommen – nicht am Ende DER Geschichte, aber am Ende unserer Geschichte.

Man kann es – in vornehme Worte ausgedrückt – auch in den Studien der Deutschen Bank finden:

Wer wissen will, wie Banker über das Verhalten der Politiker in der Euro-Krise denken, der wird in einem Papier der Deutschen Bank fündig. Der von einem Forschungsteam erstellte Report „Focus Europe – 2012: Eine tiefere Rezession“ beginnt mit den Worten: „Das Versagen der EU-Regierungen, eine Lösung für die Schuldenkrise zu finden, bedeutet, dass die Abwärtsrisiken sich materialisieren.“

Kein Wunder also, das die Medien noch gegen die Krise anschreiben, damit die Wirtschaft noch schnell ihre Ramschwaren los wird. Ganz nebenbei erfährt man, das sie europäische Politik dies wohl schon längst weiß und die weiße Fahne schwenkt:

Die Mitglieder der Euro-Zone begraben die Hoffnung, die Staatsschuldenkrise auf dem Kontinent aus eigener Kraft lösen zu können. Die europäischen Finanzminister sprachen sich bei einem Treffen in Brüssel für Hilfe von außen aus. EU-Währungskommissar Olli Rehn brachte eine stärkere Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ins Spiel.

Damit wird ganz Europa Finanzkolonie jener Verbrecher, die die Wirtschaftskrise überhaupt ausgelöst haben. Man kann sich vorstellen, was die mit uns vorhaben. Das Denken großer Konzerne und Unternehmen wird zusehends die Gesellschaft bestimmen. Wie das Verhalten jener Machtgruppierungen im Rahmen der Klimakatastrophe zeigt, haben die aber eher eine kannibalistische Ethik:

Die Klimakonferenz wird scheitern. Die einzigen, die die Erderwärmung jetzt noch aufhalten können, sind deren Hauptverursacher: die Unternehmen. Doch ernsthafter Klimaschutz wird weh tun. 

„Ist doch egal, wie es Milliarden Menschen in zehn Jahren gehen wird, Hauptsache, das meine Aktien heute steigen!“

Das wird – allein bei ungebremsten Bauwahn der Bauindustrie – zu einem Planeten führen, der verstaubt, vertrocknet und zubetoniert ist aber enorme virtuelle Reichtümer angesammelt hat. Gut, Leben ist da nicht mehr möglich, aber wer will denn bei diesen Traumrenditen noch Gedanken an Nebensächlichkeiten verschwenden?

Aber niemand will sich vorstellen, das es wirklich Menschen gibt, die so denken. Das diese Menschen sich zusammenschließen und Maßnahmen ergreifen, um ihre Interessen skrupellos durchzusetzen und dabei das veraltete Modell des Nationalstaates Schritt für Schritt über Bord werfen zugunsten einer weltweiten Herrschaft des Verbrechens.

Dabei gibt es eine einfache Begründung dafür, das ganz viele Menschen an der Vernichtung des Euros, Europas und der Menschen hier mitarbeiten: es wird höllisch gut bezahlt, siehe Handelsblatt:

Den Briten geht es schlecht, wenn sie nicht gerade bei einer Bank arbeiten. Inflation fünf Prozent, die Löhne stagnieren und die Arbeitslosigkeit war zuletzt vor bald zwanzig Jahren so hoch. Nur im Londoner Finanzviertel steigen die Grundeinommen – um satte zwölf Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Rund 96.000 Euro brutto verdienen Finanzexperten im Schnitt während die Briten landesweit gerade mal 20.000 Euro erwirtschaften.

Noch besser geht es Bankern in Top-Positionen: Ihre Gehälter klettern um ganze 21 Prozent auf rund 272.000 Euro und UK-Banker in der Konzernleitung bringen es laut einer Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value sogar auf 5,78 Millionen Euro. 

Arbeitet man am Aufbau und Erhalt der Volkswirtschaften des Landes, so bekommt man 20000 Euro, arbeitet man an seiner Ausplünderung, bekommt man fünf mal soviel – plus die Aussicht auf satte Steigerungen, von denen der Rest der Menschheit nur träumen kann.

Noch Fragen?

Verbrechen lohnt sich wieder. Dort, wo der Gutmensch und der Sozialromantiker sagen würde: „Mensch, den Griechen geht es schlecht, wir wollen an derem Elend nicht noch verdienen und senken mal die Zinsen“, da legt der Sozialfaschist nochmal richtig drauf und versetzt dem Land den finanziellen „Bordsteinkick“.

Und da wundert man sich über mordende Neonazis im Land? Das wird doch international vorgelebt!

Wenn wir dann nächstes Jahr 30 – 40 Euro für den Liter Benzin bezahlen, 50 Euro für die Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt oder 100 Euro für ein Pfund Kaffee (bei gleichbleibendem Einkommen, versteht sich), dann werden auch die letzten Dödel merken, das Verbrecher keine Gnade kennen… und wie das Ende des alten Europa aussehen wird.

Vielleicht erlaubt man uns noch eine Weile, US-Kolonie zu sein – mit neuen alten Führern, frisch aus den USA importiert, siehe Welt:

So bewegt die jüngste Vergangenheit Guttenbergs war, so wild sind bei „Anne Will“ Spekulationen über seine Zukunft: Gründet er gar eine rechtspopulistische Vereinigung?

Oder aber man investiert noch ein bischen mehr Geld in die niedlichen, bastelfreudigen und völlig skrupellosen Naturwissenschaften, die gerade mal wieder auf ihre Art und Weise an der Apokalypse arbeiten:

Wissenschaftler haben den gefährlichen Vogelgrippe-Erreger so verändert, dass er ebenso ansteckend ist wie Schnupfen.

Die Frage, warum die so etwas machen?

Und wenn ein Verbrecher keine Ideologie vorfindet, mit der er seine Taten rechtfertigen kann, sucht er sich irgendeine neue.

Und sei es auch nur die „Wissenschaft“.

Also: Apokalypse wird es geben. Es ist nur die Frage, wer das Rennen macht: Politik, Wirtschaft, Klima oder Unmoral?

Wetten, die Banken wetten auch darauf – und verdienen daran?

 

Der BLOGGER … und die politische Welt Deutschlands im Jahre 2011

20.11.2011. Eifel. Schaut man in hinaus in die Welt der Medien, glaubt man seinen Augen nicht mehr. Die Welt listet ein Minimum von 182 rechtsradikalen Morden seit 1990 auf - und alle tun so, als sei dies vom Himmel gefallen. Vom Verfassungsschutz weiß man nur, das er dem Treiben tatenlos zusieht - oder schon längst von rechtsradikalen Elementen unterwandert ist wie die Bundeswehr. Und was taten die Medien in den letzten 21 Jahren? Wo war das wache Auge der Intelligenz dieses Landes, in dem Arbeitslose, köperlich und geistig Behinderte, Ausländer, Obdachlose, Linke, Juden, Polizisten und Rechtsanwälte wieder systematisch ermordet werden? Wo war das Wächteramt der Gesellschaft, als durch Hartz IV staatlich verordnete Armut erneut "unwertes Leben" schuf, weil der Minister Wolfgang Clement in diesem Zusammenhang von "Parasiten" schwadronierte und ein Thilo Sarrazin zum Superstar wurde, weil er wirtschaftliche Gewalt gegen Beamte, Arbeitslose und Ausländer befürwortete?

20.11.2011. Eifel. Schaut man in hinaus in die Welt der Medien, glaubt man seinen Augen nicht mehr. Die Welt listet ein Minimum von 182 rechtsradikalen Morden seit 1990 auf – und alle tun so, als sei dies vom Himmel gefallen. Vom Verfassungsschutz weiß man nur, das er dem Treiben tatenlos zusieht – oder schon längst von rechtsradikalen Elementen unterwandert ist wie die Bundeswehr. Und was taten die Medien in den letzten 21 Jahren? Wo war das wache Auge der Intelligenz dieses Landes, in dem Arbeitslose, köperlich und geistig Behinderte, Ausländer, Obdachlose, Linke, Juden, Polizisten und Rechtsanwälte wieder systematisch ermordet werden können? Wo war das Wächteramt der Gesellschaft, als durch Hartz IV staatlich verordnete Armut erneut „unwertes Leben“ schuf, weil der Minister Wolfgang Clement in diesem Zusammenhang von „Parasiten“ schwadronierte und ein Thilo Sarrazin zum Superstar wurde, weil er wirtschaftliche Gewalt gegen Beamte, Arbeitslose und Ausländer befürwortete?

Nun – die Chefredakteure waren vielleicht einmal zu oft bei einem Treffen im Kanzleramt gewesen:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten. Wie viel Geld bereits in die Banken gepumpt wurde, wie viele Milliarden Bürgschaftszusagen vergeben wurden (und wie viele Hartz-IV-Monats“löhne“ das sind), das steht auch nicht in der Zeitung. 

Sie haben sich nicht nur daran gehalten: sie haben sich selbst sogar noch einen Preis dafür verliehen:

Die Bild-Zeitung übrigens bekam sogar einen Preis dafür, dass sie so „verantwortungsvoll“ berichtet habe. Einen Preis, der von Journalisten verliehen wurde. 

Die Frage, „Wozu noch Journalismus“ stellt sich eigentlich nicht, die Antwort ist klar: damit jene, die immer mehr Geld haben jenen, die immer weniger haben (und reihenweise vom Neonaziterror „totgeklatscht“ werden) zeigen können, das alles wunderbar in Ordnung ist.

Ist es aber nicht.

Es ist kein politischer Terror, der momentan das Land durchzieht, sondern asozialer Terror – auf allen Ebenen. Es sind keine politischen Strukturen, sondern Zusammenrottungen von geistig kranken Asozialen, die nur ein Ziel haben: ihre Mordlust,  ihren Spaß an Menschenjagden, ihre pervesen Phantasien hemmungslos ausleben zu dürfen. Ihnen das Mäntelchen einer politischen Bewegung umzuhängen, wäre zuviel des Guten – es sind nur Psychopathen, die dringend in Behandlung gehören.

Sie sind das Äuquivalent zum Investmentbanker, der seine Opfer ebenfalls völlig zerschlagen am Boden liegen sieht und ebenfalls nur aus purer Lust am Reichtum Besitz vernichtet … inzwischen sind es schon ganze Volkswirtschaften, die den „Bordsteinkick“ bekommen, damit er sich – in Seide gehüllt und die Füße in feinstem Leder verborgen – den nächsten Opfern zuwenden kann.

Zufällig … verhindern ihre Taten gerade das, was nötig wäre: eine Besinnung auf die deutsche Wirtschaftsgemeinschaft, mit der es sehr im Argen liegt, damit US-Investoren Traumrenditen einfahren können. Wie will man aber hier Widerstand organisieren, wenn hinter dem Wort „deutsch“ gleich dumpfnudelig blöckende Glatzköpfe mit Hakenkreuzfahnen auftauchen … oder gezielt finanziert und vorbeigeschickt werden. Irgendwer … füttert die ja auch durch – außer dem Verfassungsschutz, meine ich.

Dabei ist es gerade Hartz IV, das uns im Osten  die Widergeburt tödlichen Naziterrors beschert hat: gerade dieses asoziale Gesetz erlaubten Rechtsradikalen, sich als Hüter der sozialen Ordnung hervorzuheben in dem sie den Opfern bei der Bewältigung der Antragsflut halfen – und ihnen ein Gemeinschaftsgefühl gaben, das in diesem Land selten geworden ist.

Ich hätte – ehrlich gesagt – mit nichts anderem gerechnet. Dort, wo die Demokratie anfängt, Menschenrechte einzuschränken um einen Niedriglohnsektor zu schaffen, mit dessen Hilfe viele skrupellose Ausbeuter zu (durch Hartz IV indirekt subventionierten) Millionären werden, die dann genug Geld übrig haben, „ihren“ Abgeordneten mal in die Oper einzuladen und ihm die Hilfe von zehn Lobbyisten zur Seite zu stellen, die ihn anleiten, auch ja die „richtigen“ Entscheidungen zu treffen, hat Demokratie ihre Legitimität als System verloren, wodurch eine Marktlücke für Systemanbieter entsteht.

Und wo ist da die Presse? Wo erhebt sich das Wort für Millionen von Bürgern, die ein Recht auf Information haben, ein Recht auf Meinung und die Möglichkeit der politischen Entscheidungsfindung?

Nun – dort, wo Meinungsfindung nichts kostet. Dort, wo man jenseits des Nutzviehentertainments, der Renditepropaganda und des staatlichen Beruhigungsfunks sich noch einfach eigenen Gedanken machen darf, wo sich jenseits aller Kontrolle durch das Establishment eine neue Kultur des menschlichen Miteinanders entfaltet, eine neue Kultur der Kreativität, des Engagements und der gemeinsamen Verantwortlichkeit.

Insofern freut es mich, die Geburt eines neuen Mediums ankündigen zu dürfen: „Der BLOGGER“ macht sich auf den Weg in den Zeitungskiosk. Gerade zum richtigen Zeitpunkt, möchte man meinen, den wir in Europa haben inzwischen überhaupt keine Ahnung mehr davon, was um uns herum vor sich geht: siehe Handelsblatt:

 Die Gesprächsrunde, in der Guttenberg als Experte auftritt, beginnt mit Untergangsszenarien. Ein Einspielfilmchen zeigt die „Occupy Wall Street“-Bewegung und wie sich der Zorn in bürgerkriegsähnlichen Protesten entlädt. Die Moderatorin spricht vom Ende des amerikanischen Empires, vom verlorenen Jahrzehnt und vom Aus für den Westen. Zwar sind all diese Einlassungen in Fragen gekleidet, doch was bleibt ist: Alarmierender kann die Weltlage kaum sein.

Was erfahren wir eigentlich von diesen alarmierenden Zuständen? Wissen Sie das, als Bürger, das das Ende des Westens droht, das wir ein verlorenes Jahrzehnt vor uns haben, wissen Sie, welche Folgen der Todeskampf des amerikanischen Empires für ihren Arbeitsplatz, ihre Währung, ihren Kleingarten und ihr Fernsehprogramm haben wird?

Wir hier … dürfen doch noch nicht einmal darüber reden, das es so etwas wie ein „amerikanisches Empire“ gibt, wir dürfen uns nur wundern, das unser Plagiator über sein Ende fabulieren darf. Hören wir ihm noch mal zu … dem Mann, dem die Massen noch vor kurzem so zugejubelt hatten, weil sie überhaupt nicht wussten, wer der vorbeigegelt kam:

Schlimm steht es um die Eurozone, sagt Guttenberg, aber es kann noch schlimmer kommen. Warum? „Die Deutschen haben keine Ahnung davon, wie der Euro, wie Europäische Union funktioniert“, sagt der 39-Jährige. Zu tun habe das mit der Unfähigkeit der politischen Führung in Deutschland, den Menschen zu erklären, was derzeit auf dem Spiel steht. „Es gibt keinerlei intellektuellen Ansatz darüber, wie die Europäische Union in der Zukunft aussehen soll“, klagt der CSU-Politiker. „Wir stolpern konzeptionslos von einer Krise zur nächsten“.

Nun, wen er mit diesem „wir“ meint, hätte ich gerne mal erläutert gehabt, das es im Lande der Dichter und Denker inzwischen einen eklatanten Mangel an selbigen gibt, dafür aber einen Überhang an überbezahlten Selbstdarstellern, hirnlosen Entertainern und humorlosen Zotenklopfern und Schmierenkomödianten ist tagtäglich zu beobachten. Wer die warum bezahlt und für sie Werbung macht, wird ja auch nicht weiter erläutert.

Es ist doch aber auch nicht nur die Unfähigkeit der Politiker. Nach sechzig Jahren Parteipolitik schraubt sich bei uns regelmässig der profillose Karrierist nach oben, die kernigen Idealisten werden schon frühzeitig aussortiert, weil sie sich weigern, auf dem Presseball mit der politischen Gegnerin zu tanzen. Es geht doch auch um ein völliges Versagen der politischen und wirtschaftlichen Medien, die vor lauter Rücksichtnahme auf Parteiproporz, Anzeigenkunden und persönlichen Neigungen des Ressortleiters nur noch abschreiben, was ihnen andere als Meinungen gestatten oder vorlegen.

In diesen Zeiten kann man gar nicht genug Öffentlichkeit schaffen, gar nicht genug Engagement und Initiative zeigen, weil es nicht mehr um die läppischen Geplänkel zwischen „rechts“ und „links“ geht, sondern um eine Auseinandersetzung, die letztlich das Schicksal der gesamten westlichen Welt betreffen wird. Asoziale mit Naziparolen sind da nur eine kleine Randerscheinung, sie wachsen dort gut, wo Asoziale mit perversen Boniträumen und „Parasiten“hetzerei die Grundfesten der zivilen Gesellschaft zerrütten und manche noch nicht einmal davor zurückschrecken, ihre Doktorarbeit bei anderen abzuschreiben.

Ich weiß nicht, ob man uns wirklich nochmal mitteilen wird, was „für uns in Europa wirklich auf dem Spiel“ steht oder ob wir das einfach eines Tages wieder erleben werden, wenn (wie auch immer) Uniformierte wieder in aller Öffentlichkeit jedermann foltern dürfen (nicht nur die Arbeitslosen, mit deren Entmenschlichung die momentane Asozialenwelle gestartet wurde) und alle nachher wieder in den Trümmern sitzen und darüber jammern, „das sie von all dem nichts gewußt haben“. Vielleicht weht auch einfach irgendwann alternativlos die US-Flagge ganz offen über dem Bundesstag, der dann unter (dann offener) Notverwaltung von Goldman-Sachs steht  – oder die Flagge Chinas, weil die uns einfach mit unserem eigenen Geld aufgekauft haben, das unsere „cleveren Unternehmer“ ihnen in Unmengen in den Hals gesteckt hatten.

Ich weiß aber, das ich mich schon als Unterstützer für „den Blogger“ gemeldet habe.

Dies wird mein fünfhundertdreissigster Artikel für unser kleines Bloggermagazin – trotz meiner Vielschreiberei haben wir nicht die Manpower, noch mehr Meinungsbildung zu gestalten. Viele haben in Kommentaren zu den Artikeln zu Handlungen aufgerufen, zeigten sich unzufrieden damit, nur Worte machen zu können, unzufrieden mit ihrer eigenen Ohnmacht und den Zuständen im Land.

Hier kann ein Schritt gemacht werden, eine – nicht nur politische – Wende mit zu gestalten:

„Der Blogger“ – Das monatliche Printmagazin von Bloggern, das die Qualität der deutschen Blogosphäre in einem Druckwerk bündelt.

Wer unabhängigen Journalismus mitten aus der Gesellschaft – der nicht unter der Fuchtel eines großen Verlagshauses steht – unterstützen möchte, der unterstützt den Blogger. 
Für mehr Pressefreiheit und damit mehr Demokratie!

„Der Blogger“ wird ein Printmagazin, in dem Blogger als freie Autoren tätig werden und exklusiv neue Artikel zu verschiedensten Themen verfassen, die dann exklusiv print, und erst später online zu lesen sein werden.

Ich habe angeboten, mitzuschreiben.

Ohne Honorar.

Bin doch kein „Politiker“.

„Der Blogger“ braucht aber noch mehr Unterstützung: 15000 Euro sollten als Startkapital bereitliegen, um neben Hintergrund und Freitag eine Alternative zu den „staatstragenden“ Medien zu schaffen, weil deren „tragende“ Funktion inzwischen so aussieht, das sie helfen, Volksvermögen fort zu tragen.

Eine Chance für viele stille Menschen, sich mal zu engagieren. Geht schon ab sechs Euro … und dafür bekommt man die Zeitung noch umsonst ins Haus geschickt.

 

 

 

Wer die Welt regiert: Netzwerke der Macht

Wissen Sie, wer die Welt regiert? Mal ganz im Ernst? Interessiert es Sie überhaupt? Nein? Nun - sollte es aber. Es hat böse Konsequenzen für Ihr Wohlbefinden, wenn Sie dem Regenten im Wege herumstehen. Viele Firmen haben das gemerkt - und erst recht ihre Mitarbeiter. Wie jetzt - Sie wollen wissen, was Obama, Merkel und Sarkozy mit Ihrem Wohlbefinden zu tun haben? Nun ... gar nichts. Ich weiß auch nicht, warum Sie die Namen dieser Politentertainer ins Spiel bringen - ich wollte wissen, ob Sie wissen wollen, wer die Welt regiert, nicht, ob sie die aktuellen Regierungsbüttel alle beim Namen nennen können. Ich wollte wissen, ob Sie wissen wollen, wer die Macht hat. Was MACHT ist, hab Max Weber mal gesagt - hier bei Wikipedia:

Wissen Sie, wer die Welt regiert? Mal ganz im Ernst? Interessiert es Sie überhaupt? Nein? Nun – sollte es aber. Es hat böse Konsequenzen für Ihr Wohlbefinden, wenn Sie dem Regenten im Wege herumstehen. Viele Firmen haben das gemerkt – und erst recht ihre Mitarbeiter. Wie jetzt – Sie wollen wissen, was Obama, Merkel und Sarkozy mit Ihrem Wohlbefinden zu tun haben? Nun … gar nichts. Ich weiß auch nicht, warum Sie die Namen dieser Politentertainer ins Spiel bringen – ich wollte wissen, ob Sie wissen wollen, wer die Welt regiert, nicht, ob sie die aktuellen Regierungsbüttel alle beim Namen nennen können. Ich wollte wissen, ob Sie wissen wollen, wer die Macht hat. Was MACHT ist, hab Max Weber mal gesagt – hier bei Wikipedia:

„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“

Sehen Sie – das meinte ich. Den eigenen Willen durchsetzen zu können, egal, wie asozial, gemein oder teuer das werden würde: das ich Macht. Und wer diese Macht hat, der regiert die Welt. So einfach ist das. Gehöre ich zur Superklasse und kann nebenbei locker mal zwei drei Zeitungen und eine Fernsehstation kaufen, dann habe ich Macht. Habe ich einen gut bezahlten Angestelltenposten in einer Firma, bin ich völlig machtlos, wenn mein Chef mich nicht mal ausnahmsweise machen läßt, was ich will.

Gut – wir kommen jetzt in den Bereich des „Verbotenen Wissens“. Das ist bei uns wie im Mittelalter: das die Erde eine Kugel ist, ist eine Erkenntnis, die sich auch bei uns nur noch so lange hält, bis die Superklasse beschlossen hat, das sie eine Scheibe ist – auf jeden Fall ist das Wissen von und Gespräche über diese „Superklasse“ ein absolutes Tabu wie im Mittelalter die Kugelform der Erde. Es gibt sie nicht, wir dürfen nicht über sie reden, sie nehmen keinen Einfluß auf Wirtschaft und Politik, steuern nicht mit Billionen von Dollar die sozialen Umweltbedingungen unseres Planeten, verdienen nicht an jedem noch so kleinen Krieg Unsummen und fördern auch nicht weltweit den Abbau von Sozialstaaten, um ihr Vermögen noch weiter zu mehren: all solch ein Gerede wäre … „Verschwörungstheorie“ und ist damit tabu für uns kleine Angestelltenwürstchen und die Hirtenhunde in den Medien sorgen schon dafür, das das auch so bleibt.

Aktuell ist mal wieder eine kleine Information durch den Mediendschungel gesickert, die wir niemals hätten erhalten dürfen. Machmal geschieht so etwas, vor allem wenn es aus einer Ecke kommt, die noch nicht als „Verschwörungstheoretiker“ gebranntmarkt wurde … wie die Welt:

Das in einem ersten Aufsatz („The Network of Global Corporate Control“) präsentierte Ergebnis der Zürcher Forscher: Von 43.060 Konzernen dominieren 1318 Firmen vier Fünftel der am Umsatz gemessenen Weltwirtschaft: mit ihrem eigenem Umsatz und über von ihnen gehaltene Aktienpakete an durchschnittlich 20 anderen Großkonzernen. Die Elite der Elite besteht aus 147 Firmen, die nicht nur über ihr eigenes Schicksal entscheiden, sondern über rund 40 Prozent der Weltwirtschaft. 

1318 Firmen dominieren 80% der Weltwirtschaft, nur 147 bestimmen das Schicksal von 40% … Tendenz steigend. Und die Elite der Elite hat auch Namen … von großen Geldhäusern:

Die weitergehende Frage, wie verbundene Großkonzerne sich durch Abstimmungen, Personalentscheidungen und Geschäfte konkret kontrollieren, könnte ein ganzes Heer von Forschern beschäftigen. Fest steht, dass die Macht der Finanzkonzerne – im Kontrollranking weit über ihren Umsatz und volkswirtschaftliche Leistung hinaus vertreten – ungebrochen ist. Dies liegt vor allem auch an ihrer in der Rangliste nicht erfassten Verflechtung mit der Politik.

So etwas … nennt man MACHT. Ausführlich gibt es die Studie hier. Diese Macht wird gerade genutzt, um … sie noch weiter zu vergrößern. Das machen Imperien ja immer. Aktuell geht es um unser deutsches Geld – und das des restlichen Europas, also … genau genommen um das, wo sie noch nicht die Finger drauf haben. Wie das gemacht wird, schreibt Hans Olaf Henkel – wer den Mann kennt, weiß, das dies kein linksradikaler Verschwörungstheoretiker ist – im Handelsblatt:

Dass dadurch die Wahrscheinlichkeit, die vom Bundestag genehmigten 211 Milliarden ganz zu verlieren, auch entsprechend „gehebelt“ wird, haben diese von Banken und Industrie bezahlten „Wirtschaftswissenschaftler“ verschwiegen.

Wussten Sie das eigentlich? Also, das man Wissenschaftler kaufen kann wie Autos oder Brötchen? Gut, der Prozess ist etwas komplizierter, das geht über ein System von Erstaufträgen, Advisory Boards, Studien und … Folgeaufträgen, meisten für Vorträge, die sonst niemanden interessieren würde, aber das klappt ganz gut – ich habe das auch ab und zu gemacht, ich spreche da aus Erfahrung.

So kann man die Meinung kaufen – und verbreiten – die einem genehm ist. Und so wurde der ganze „Staatsverschuldungsbeutezug“ gerade organisiert und mit medialer Orchestrierung in die Tat umgesetzt … allerdings dürfen wir auch darüber nicht reden.

Sicher, das Risiko beim Euroschirm ist völlig unkalkulierbar, wie heute im Handelsblatt beschrieben. Kalkulierbar scheint nur eins zu sein: die Botschaft, die bei den Banken ankommt, siehe FAZ:

In der Finanzkrise haben die Banken Hilfe von den Zentralbanken bekommen, die ihnen Geld geliehen haben. Die Banken merkten: Wir bekommen Geld, dann können wir auch Risiken eingehen.

Nochmal zurück zu den Firmennetzwerken, die Hebel der Macht hinter den Euroheblern, die gerade unsere ganze Volkswirtschaft aus den Angeln heben wollen:

„Effektiv kann ein Prozent der Unternehmen 40 Prozent des gesamten Netzwerkes kontrollieren“, erklärt Glattfelder. Die meisten der Unternehmen sind Finanzinstitute. 

Finanzinstitute, die jetzt direkt oder indirekt mehr von unserem Geld bekommen. Das ist doch die einzige Wahl, die wir momentan haben: geben wir es ihnen direkt oder indirekt. Niemand denkt daran, diese Machtballung sofort zu verstaatlichen – wie es sich für eine Demokratie gehören würde. Auf einmal wären auch alle Probleme weg, jeder könnte seine Schulden bezahlen, man bekäme wieder ein ordentliches Gehalt, die öffentliche Kassen würden überfliessen vor Überschüssen – das Paradies wäre nah.

Die Superklasse hinter den Elitefirmen sieht das aber anders – und hat auch andere Ziele.

Wir wissen auch wo sie wohnen – bzw. ihr Hauptquartier haben, siehe Manager Magazin:

„Die erfolgreichsten, schlauesten, ehrgeizigsten jungen Männer haben in den vergangenen sechs Jahren das Investmentbanking verlassen und widmen sich nun Hedgefonds. Greenwich ist für die Herren des Universums das Zentrum der Hedgefondswelt und hat die Wall Street abgelöst.“

In diesem Hauptquartier sitzen auch Deutsche – was den engagierten Verschwörungstheoretikern wegen dem Namen „Rockefeller“ enormen Auftrieb geben dürfte:

Seit 25 Jahren ein Bürger dieser Stadt ist auch der frühere Bertelsmann-Vorstand Michael Dornemann, heute Verwaltungs- und Aufsichtsrat unter anderem bei Take Two Interactive, einem milliardenschweren Computerspielehersteller aus New York.

Mit Frau Inka und den beiden Kindern (10 und 13 Jahre alt) bewohnt der Deutsche ein 8000 Quadratmeter großes Anwesen an der Lake Avenue, das einst aus dem Grundbesitz der Rockefellers herausgelöst worden war.

Klar, die Rockefellers verkaufen ihren Besitz gerne mal einfach so, oder? Kein Zufall … das man an diesem Ort auf viele bekannte Namen stößt:

Prominente aus Wirtschaft und Sport, Mode, Unterhaltung und Politik beleben die Siedlung: Leute wie Justin Timberlake, Diana Ross und Tommy Hilfiger oder der Regisseur Ron Howard. Der einstige Citigroup-Chef Sandy Weill und der IBM-Veteran Lou Gerstner sind hier sesshaft und auch Richard Fuld, der Untergangskapitän von Lehman Brothers. Ganz in der Nähe hat sich auch der frühere Doktor und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit Frau Stephanie und den Töchtern Anna und Mathilde niedergelassen.

Zugegen in der Nachbarschaft, comme il faut, sind Cécilia Ciganer-Albéniz, die Geschiedene des französischen Präsidenten Sarkozy, und der Deutsche Fred Langhammer, der einst bei Estée Lauder gewaltet und geschaltet hat.

Hier kann man ganz bequem beim Dinner die neuen Eckwerte für die Weltwirtschaft besprechen, ohne das es der Öffentlichkeit groß auffällt. Jetzt ahnt man vielleicht auch, warum Superstar Guttenberg gerade dort hingezogen ist: er tauscht die Scheinmacht des Ministers gegen die Realmacht des Netzwerkers.

Was dort beim Dinner besprochen wird?

Nun – vielleicht, das die Eurozone schon längst kollabiert ist und das es nun Zeit wird, Methoden zu präsentieren, nach denen man sich die Sachwerte der EU an den Nagel reissen kann.

Wer übrigens jetzt noch wissen will, wie diese Elite der Elite ihre Mitarbeiter rekrutiert, der sollte sich an diesen Herrn wenden – vielleicht braucht man ja gerade einen Job:

Der Weg in die Chefsessel der Wirtschaft führt über die Notizbücher der Top-Personalberater. Heiner Thorborg hat schon so manchen Dax-Vorstand platziert. Welche Manager sein Interesse wecken und was Karrieren befeuert.

Was das nun für Sie bedeutet, geschätzter Leser?

Nun … wenn Sie nicht dazugehören, werden ihnen diese Menschen ihre Sachwerte wegnehmen. Ganz einfach. Für uns ist Obdachlosigkeit angesagt – die Vermieterbranche redet da schon jetzt ganz deutlich, siehe Yahoo:

Dazu zählt auch eine äußerst sorgfältige Auswahl der Mieter. Sinkt die Finanzkraft des Staates, so steigt die Zahl der Mieter, die ihre Mieten nicht mehr zahlen können. Auf den Staat darf der Vermieter in diesem Fall nicht zählen. Denn seine oberste Priorität wird sein, die Bürger vor Obdachlosigkeit zu bewahren. Im Zweifelsfall wird er also die Rechte des Mieters weiter stärken und die Rechte des Vermieters weiter beschränken.

Auch das sogenannte Mietnomadentum dürfte in seiner Bedeutung weiter steigen. Mindern kann man die Gefahr durch die Vermietung hochwertiger Immobilien an Unternehmen, die diese wiederum ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Insbesondere eignen sich dafür internationale Großkonzerne mit ausländischen Mitarbeitern. Diese sogenannten Expatriates kommen üblicherweise für zwei bis drei Jahre nach Deutschland und bekommen von ihrer Firma ein Budget für Unterkunft zur Verfügung gestellt. Sie sind in aller Regel daher nicht besonders preisempfindlich, solange die angebotene Immobilie ihren Vorstellungen entspricht und in ihr Budget passt.

Da warnt jetzt die Branche schon vor Mietern, die nicht zur Konzernallianz gehören.

Noch fragen dazu, wer die Macht hat, wie und wo sie ausgeübt wird und was das für Folgen für unseren Alltag haben wird?

Sie werden es merken, wenn Sie nach der Zwangsversteigerung Ihrer Immobilie zwecks Finanzierung der Kanal- und Straßenkosten (von den „Rettungsschirmen“ mal ganz abgesehen) vor Ort wieder nach einer Mietwohnung suchen müssen … und nicht für einen der Elitekonzerne arbeiten.

 

Wieso hat es sich Guttenberg eigentlich so schwer gemacht?

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Wieso macht sich ein vielbeschäftigter Mann wir der Herr zu Guttenberg eigentlich die Arbeit, über 400 Seiten zu schreiben (ok, zum großen Teil abzuschreiben) beziehungsweise (aus rechtlichen Gründen: „möglicherweise“) diese in Auftrag zu geben und dann auch noch zu unterschreiben?

Im Internet finden wir doch längst automatische Textgeneratoren, die solche Dinge viel schneller, kostengünstiger und professioneller erledigen.

Zum Beispiel den SCIgen des Massachusetts Institute of Technology. Einfach den eigenen Namen eingeben und klick… schon ist die wissenschaftliche Arbeit fertig.

So liebe Leser, nun könnt auch ihr tolle Texte zum Beispiel ausdrucken und wie zufällig auf dem Schreibtisch rumliegen lassen, um zum Beispiel die schöne Sekretärin von nebenan zu beeindrucken. Oder den Namen eines ungeliebten Kollegen, um ihn später als Plgiator zu Denunzieren.

Egal, ihr macht das schon.

Hier ist „meine Arbeit“:

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Decoupling Expert Systems from E-Commerce in the World Wide Web

Regenbogenbieger

 

Abstract

The complexity theory method to Internet QoS [1] is defined not only by the analysis of suffix trees, but also by the intuitive need for cache coherence. Given the current status of peer-to-peer methodologies, cryptographers urgently desire the understanding of SMPs, which embodies the natural principles of e-voting technology. Our focus in this work is not on whether hash tables and the Internet can synchronize to overcome this obstacle, but rather on exploring a novel algorithm for the study of wide-area networks (Ese).

Table of Contents

1) Introduction
2) Methodology
3) Implementation
4) Performance Results

  • 4.1) Hardware and Software Configuration
  • 4.2) Experiments and Results

5) Related Work

  • 5.1) Mobile Algorithms
  • 5.2) Metamorphic Information

6) Conclusion

1 Introduction

The implications of semantic methodologies have been far-reaching and pervasive. A theoretical challenge in robotics is the development of expert systems. Next, a typical quandary in algorithms is the development of decentralized models. To what extent can Smalltalk be explored to solve this grand challenge?
Here, we validate not only that access points and the memory bus are usually incompatible, but that the same is true for lambda calculus. On the other hand, IPv4 might not be the panacea that experts expected. Existing highly-available and stable algorithms use write-back caches to cache the confusing unification of erasure coding and e-business. Urgently enough, two properties make this solution distinct: our method explores low-energy information, and also our methodology may be able to be deployed to synthesize linear-time archetypes. This follows from the simulation of 128 bit architectures. This combination of properties has not yet been simulated in existing work.
Unfortunately, this approach is fraught with difficulty, largely due to Smalltalk [2]. Nevertheless, this approach is always adamantly opposed. Two properties make this approach perfect: Ese can be synthesized to provide pervasive technology, and also Ese allows the synthesis of agents. Despite the fact that prior solutions to this riddle are outdated, none have taken the game-theoretic solution we propose in this position paper. We view operating systems as following a cycle of four phases: construction, deployment, management, and evaluation.
Our contributions are as follows. We discover how Web services can be applied to the deployment of Byzantine fault tolerance [3]. We demonstrate not only that expert systems and e-business are mostly incompatible, but that the same is true for replication. We use multimodal epistemologies to disconfirm that the acclaimed constant-time algorithm for the simulation of active networks by Wilson et al. [4] runs in W(n2) time.
The rest of this paper is organized as follows. Primarily, we motivate the need for superpages. Further, we confirm the development of link-level acknowledgements. Finally, we conclude.

2 Methodology

Ese does not require such an extensive storage to run correctly, but it doesn’t hurt. Rather than requesting the producer-consumer problem, Ese chooses to analyze atomic configurations. This seems to hold in most cases. Furthermore, we consider a methodology consisting of n compilers. This is a typical property of our algorithm. Next, our methodology does not require such a confirmed emulation to run correctly, but it doesn’t hurt. This seems to hold in most cases. Thusly, the methodology that our system uses is solidly grounded in reality [5].

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Figure 1: Our method’s interactive allowance.
Suppose that there exists multimodal technology such that we can easily study e-commerce. Furthermore, we consider an algorithm consisting of n massive multiplayer online role-playing games. This seems to hold in most cases. Furthermore, we consider an algorithm consisting of n Markov models. This seems to hold in most cases. Therefore, the model that our framework uses holds for most cases.

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Figure 2: An analysis of the World Wide Web.
Despite the results by Sally Floyd, we can disprove that 8 bit architectures can be made introspective, extensible, and low-energy. We believe that each component of our heuristic is Turing complete, independent of all other components. Similarly, we consider a methodology consisting of n digital-to-analog converters. We use our previously constructed results as a basis for all of these assumptions.

3 Implementation

Though many skeptics said it couldn’t be done (most notably Zhou), we propose a fully-working version of our method. Ese requires root access in order to analyze von Neumann machines. On a similar note, Ese requires root access in order to provide randomized algorithms. The hacked operating system contains about 67 semi-colons of Prolog. Information theorists have complete control over the client-side library, which of course is necessary so that the Internet and journaling file systems can collude to accomplish this aim. Our aim here is to set the record straight.

4 Performance Results

As we will soon see, the goals of this section are manifold. Our overall evaluation seeks to prove three hypotheses: (1) that latency stayed constant across successive generations of PDP 11s; (2) that power is an outmoded way to measure popularity of extreme programming; and finally (3) that the Motorola bag telephone of yesteryear actually exhibits better work factor than today’s hardware. Our work in this regard is a novel contribution, in and of itself.

4.1 Hardware and Software Configuration

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Figure 3: These results were obtained by Williams [6]; we reproduce them here for clarity. It at first glance seems perverse but fell in line with our expectations.
Many hardware modifications were mandated to measure our system. We instrumented an emulation on our 100-node overlay network to prove the mutually mobile behavior of extremely wired symmetries. First, we added more 200MHz Athlon 64s to the NSA’s Planetlab testbed. Second, we added 3GB/s of Wi-Fi throughput to our network. We quadrupled the time since 2001 of DARPA’s system. Lastly, we removed a 2-petabyte USB key from our secure cluster to disprove I. Daubechies’s visualization of access points in 1999.

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Figure 4: The median sampling rate of Ese, as a function of instruction rate. While such a hypothesis might seem unexpected, it is buffetted by existing work in the field.
Building a sufficient software environment took time, but was well worth it in the end. Our experiments soon proved that making autonomous our fuzzy compilers was more effective than refactoring them, as previous work suggested. We added support for Ese as a runtime applet. Further, all of these techniques are of interesting historical significance; John McCarthy and I. Kumar investigated a related configuration in 1953.

4.2 Experiments and Results

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Figure 5: The average signal-to-noise ratio of Ese, as a function of energy [7].

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Figure 6: The expected complexity of Ese, compared with the other applications.
Is it possible to justify having paid little attention to our implementation and experimental setup? It is. We ran four novel experiments: (1) we ran 32 trials with a simulated instant messenger workload, and compared results to our earlier deployment; (2) we measured hard disk throughput as a function of flash-memory throughput on an UNIVAC; (3) we measured floppy disk space as a function of hard disk throughput on an Apple Newton; and (4) we asked (and answered) what would happen if lazily lazily mutually exclusive massive multiplayer online role-playing games were used instead of red-black trees. We discarded the results of some earlier experiments, notably when we measured hard disk throughput as a function of optical drive throughput on a LISP machine.
We first analyze experiments (1) and (3) enumerated above. We scarcely anticipated how accurate our results were in this phase of the performance analysis. On a similar note, the many discontinuities in the graphs point to weakened seek time introduced with our hardware upgrades. This follows from the deployment of RPCs. Third, the many discontinuities in the graphs point to amplified 10th-percentile power introduced with our hardware upgrades. Such a claim might seem perverse but has ample historical precedence.
Shown in Figure 6, experiments (1) and (4) enumerated above call attention to our heuristic’s mean power [8]. The key to Figure 5 is closing the feedback loop; Figure 5 shows how Ese’s effective hard disk speed does not converge otherwise [1]. Note that semaphores have less jagged complexity curves than do distributed checksums. Further, Gaussian electromagnetic disturbances in our network caused unstable experimental results.
Lastly, we discuss experiments (1) and (3) enumerated above. These effective instruction rate observations contrast to those seen in earlier work [4], such as Z. White’s seminal treatise on Markov models and observed effective optical drive space. Next, the data in Figure 4, in particular, proves that four years of hard work were wasted on this project [9]. Note that Figure 6 shows the 10th-percentile and not average pipelined power. This follows from the development of model checking.

5 Related Work

In this section, we consider alternative algorithms as well as previous work. A recent unpublished undergraduate dissertation explored a similar idea for the synthesis of the lookaside buffer. The only other noteworthy work in this area suffers from unfair assumptions about systems [10] [11]. These heuristics typically require that the World Wide Web can be made autonomous, perfect, and peer-to-peer [12], and we disconfirmed in our research that this, indeed, is the case.

5.1 Mobile Algorithms

Our approach is related to research into the visualization of expert systems, Bayesian technology, and omniscient configurations. I. Suzuki explored several linear-time solutions [13], and reported that they have great inability to effect the analysis of gigabit switches. We had our method in mind before Brown published the recent acclaimed work on SMPs [11]. Further, the original method to this challenge by Sasaki et al. was considered key; nevertheless, such a hypothesis did not completely answer this grand challenge. A litany of existing work supports our use of RPCs. In the end, note that we allow Scheme to investigate perfect epistemologies without the refinement of journaling file systems; therefore, Ese is recursively enumerable [14,15].

5.2 Metamorphic Information

A number of existing algorithms have enabled the Ethernet, either for the evaluation of architecture or for the development of Boolean logic [16,2]. The choice of superblocks in [17] differs from ours in that we analyze only significant models in Ese. On a similar note, D. Brown et al. [18,19,20,21] and Taylor et al. explored the first known instance of the exploration of thin clients. On a similar note, Williams et al. [22,23] originally articulated the need for empathic communication [24]. Our method to wearable modalities differs from that of Martinez [25] as well [26].

6 Conclusion

To overcome this riddle for robots, we presented an analysis of voice-over-IP [27]. Similarly, we concentrated our efforts on validating that 802.11 mesh networks and evolutionary programming are entirely incompatible. Along these same lines, our model for synthesizing compact models is predictably good. In the end, we proved that e-business and the World Wide Web can cooperate to realize this intent.

References

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Q. E. Takahashi, „The influence of Bayesian technology on cyberinformatics,“ Journal of Probabilistic Information, vol. 96, pp. 1-14, June 2001.
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E. Schroedinger, „Deconstructing lambda calculus,“ Journal of Automated Reasoning, vol. 26, pp. 76-99, June 1998.
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C. Papadimitriou, F. Wilson, M. F. Kaashoek, and B. Nehru, „The relationship between write-back caches and journaling file systems using YuckyGlance,“ in Proceedings of SIGCOMM, July 2000.
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Die Bewegungsstiftung, soziale Innovation und Operation 100

Über Sinn und Unsinn sozialer Bewegungen kann man viel diskutieren. Aus den letzten („Grüne“ und „Linke“) haben wir vor allem eins gelernt: niemals dürfen diese Bewegungen politische Partei werden, denn dann wenden sie sich sofort gegen ihre Wähler und gehorchen dem System (wobei man bei den „Linken“ erst nochmal abwarten muß, bis die Gewerkschaftsseilschaften die Machtübernahme in der Partei abgeschlossen haben, erste Annäherungen an das System – siehe „Grundeinkommen“ – hat es aber schon gegeben).

Das System ist einfach: Wer Geld hat, hat Macht. Kauft Experten, Presse, Politiker, Meinungen und Sympathien.

Der Bundestag winkt dann das als Gesetz gestaltetes Ergebnis  mit viel Kommentar durch. Das führt zu Erscheinungen, die einen „von Guttenberg“ sympathisch erscheinen lassen, wie der konservative Publizist Arnulf Baring in der Welt aufführt:

Obwohl oft anderes behauptet wird, haben wir in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik großes Glück mit unserem politischen Personal gehabt. Das lag an den Geläuterten, die schon in Weimar aktiv waren wie Adenauer, Heuss oder Schumacher. Dazu kamen Vertreter der Kriegsgeneration, zum Beispiel Helmut Schmidt, Erich Mende und Walter Scheel.

Weil diese Führungsschicht in den drei ernst zu nehmenden Parteien so überzeugend war, viel besser als in Weimar, haben die Parteien geglaubt, dass talentiertes Führungspersonal von selbst nachwächst. Tut es aber nicht! Bei den Parteien muss man heute Erstarrung, Leisetreterei und Meinungsarmut beklagen. Deshalb werden Ausnahmeerscheinungen wie Guttenberg so gefeiert.

Und weiter:

Unsere Parteiendemokratie erstarrt, weil es in allen Lagern an eindrucksvollem Führungspersonal fehlt. Die Deutschen wünschen sich aber eine Führungsfigur, die ihnen sagt, was wir jetzt unwiderruflich tun müssen und tun können.

Man hat die Nase voll von dem System – so könnte man das auch nennen. Ich selbst bedauere den Verlust der großen Gestalten der Politik ebenfalls, ihnen konnte man zumindest in der Hinsicht vertrauen, das sie nebenbei nochmal ans Volk denken und Lehren aus dem DRITTEN REICH gezogen haben. Hat ja auch geklappt, die ersten Schritte zum VIERTEN REICH mit der AGENDA 2010 hat die Generation mit der „Gnade der späten Geburt“ in die Wege geleitet. In den sechziger, siebziger und achtziger Jahren wäre das undenkbar gewesen, die Weisheit der Überlebenden hätte diesen Weg verhindert. Jetzt fehlen die Erfahrungen, blasse Juristen und Lehrer bevölkern die Parlamente (manche sogar mit falschem Doktortitel) und regieren das Volk mit ihren Phantasievorstellungen in den finanziellen Ruin.

Kein Wunder, das das Volk … sehr humorvoll auf den Verlust eines menschlichen Politikers reagiert, ebenfalls aus der Welt:

„Monarchie – jetzt oder nie!“; „Wir sind Dein Volk“; „Guttenberg muss Kaiser werden!“; „KT – Schwert und Schild der BRD“; „Wer hat Gutti verraten – Christdemokraten“; „Guttenberg – Von Gott gesandt für unser Land“; „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns den Gutti klaut!“; „Militärputsch jetzt!“, „Für die Freiheit, für das Leben muss es Plagiate geben“.

Wie man hört, hatte er sogar „die Haare schön“.

Vor sieben Jahren hatte ich das Vergnügen an einer sozialen Bewegung teilzuhaben. Fast wäre ich sogar mit meinem Kumpel Jörg (Architekt) in den Vorstand gegangen … aber linksradikale Kräfte hatten uns „Juppis“ so zugesetzt, das wir den Laden dann lieber dicht gemacht haben. Umsonst arbeiten und dafür noch angemault werden, nur weil man sich auch in Anzug und Krawatte bewegen kann, ist halt nicht so motivierend. Reste davon gibt es noch hier:

Wir wollen ein Netz von kleinen Lebensgemeinschaften in Aachen aufbauen und suchen dafür Häuser mit 5-7 Wohnungen, die wir mieten können. Unser Ziel ist es, in die Konzepte des Städtebaus hineinzukommen. Zukünftige Häuser sollen nach unserem Konzept geplant werden, wo Jung und Alt, Singles und Familien, Arm und Reich, Deutsche und Ausländer zusammen wohnen können.
Dieses Modell soll ansteckend wirken und als bereichernde Lebensform Kreise ziehen.
So wollen wir eine deutschlandweite Bewegung gründen, da wir glauben, dass immer mehr Menschen eine solche Lebensform suchen!

Mittelfristig wollen wir mit der „All in One“- Idee expandieren, sowohl in Größe als auch in räumlicher Ausbreitung.
In 5 – 10 Jahren soll in Aachen ein großes Modellprojekt „All in One – Lebensform der Zukunft“ entstehen. Ein Haus das zukünftig Maßstäbe für den Städtebau setzen wird. Es soll ca. 20 Wohneinheiten beinhalten, eine gemeinsame Lebensform für die oben genannten Menschen, sowie ein Café und Treffpunkt, Künstlerateliers und ein soziales Kompetenzzentrum bieten.

Es gab zum Schluß einhundertzwanzig Menschen aus dem Aachener Raum, die daran teilnehmen wollten – und einen Investor, der dafür sein Mietshaus stiften wollte. Da es aber im Verein – wie auch in jeder Firma – Menschen gibt, die sich lieber selbst ins Rampenlicht stellen anstatt etwas bewegen wollen, ebenso wie Menschen, die nach dem Prinzip Schlaraffenland leben und darauf warten, das ihnen gebratene Tauben in den Mund fliegen sowie einige junge Herren mit sehr rüpelhaftem Benehmen den jungen alleinerziehenden Damen gegenüber scheiterte das Projekt, das auch gut betuchte Bürger angezogen hatte.

Es wäre ansonsten ein voller Erfolg geworden.

Was man übersieht ist, das man im Bereich der sozialen Bewegungen nicht allein dasteht – und das reiche Menschen nicht nur Agenten des Teufels sind, wie man zum Beispiel anhand der Bewegungsstiftung sehen kann:

Die Idee der Bewegungsstiftung entwickelten Menschen, die selbst viele Jahre in sozialen Bewegungen aktiv waren. Immer wieder mussten sie erleben, wie stark der Erfolg politischer Aktionen von der Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel abhängt. Als Mitglieder der »Generation der Erben« wollten sie deshalb Teile ihres Vermögens einsetzen, um soziale Bewegungen zu fördern und gesellschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten. Am 2. März 2002 wurde die Bewegungsstiftung von neun StifterInnen in Berlin gegründet. Über die Jahre sind mittlerweile über 90 weitere StifterInnen hinzugekommen.

„Immer wieder mußten sie erleben, wie stark der Erfolg politischer Aktionen von der Höhe der zur Verfügung stehenden Mittel abhängt“.

Den Satz greife ich nochmal extra heraus, weil … er eigentlich alle Erfolgsbedingungen enthält.

Geld.

Geld ist Macht.

Will man also in Deutschland im 21. Jahrhundert irgendetwas bewegen, verändern, erneuern, erhalten so braucht man: GELD. Das ist peinlich, unangenehm, unbequem und äußerst häßlich, aber außerhalb der Tradition religiöser Orden mit entsprechender Disziplin, entsprechende Motivation und entsprechendem Gemeinschaftsgeist wird es schwierig sein, soziale Bewegungen ohne größere Finanzmittel in Bewegung zu setzen und zum Erfolg zu führen, Mittel, die bei der Friedens- und AntiAkw-Szene einfach privat flossen.

Nun hat man mir die Frage gestellt, ob ich die karnevalistische Operation 100 ernst meine.

Was für eine Frage … so wird in Deutschland Politik gemacht. Schon vergessen, warum Hotels einen so niedrigen Mehrwertsteuersatz bekommen haben und warum Banken so locker durch die Krise gehen? Die haben ganz einfach Leute vor Ort in Berlin, die dort mitmischen und das ganze Instrumentarium der Meinungsbildung auffahren: Studien, Vorträge, persönliches Gespräch beim Abendessen und … Dinge, über die man öffentlich nicht reden darf.

Natürlich meine ich es ernst, das es funktionieren würde, wie jede andere generalstabsmäßig geplante Meinungsbildungskampagne auch. So setzen Pharmaindustrien ihre Theorien durch, so vermarkten sie ihre Medikamente: sie verkaufen Ideen. Und wenn eine soziale Bewegung ein konkretes meßbares Ziel verfolgt, dann ist sie gut beraten, sich den Strategien anzupassen, die dem Umfeld entsprechen. Das Umfeld ist … ein auslaufendes Demokratiemodell im Übergang zu einer Diktatur gesichts- und charakterloser Funktionseliten. Will man Erfolg, muß man das sehen und sich entsprechend verhalten. Wenn ich einen Tiger im Dschungel jagen will, kann ich Angel, Eispickel und Schmetterlingsnetz ebenso zu Hause lassen wie die Badehose und den Walkman. Ich muß mich halt anpassen – oder sollte die Jagd gleich sein lassen.

Das praktische Prinzip ist ebenfalls einfach. Man braucht einen Geschäftsleiter, eine Leiter Marketing, eine wissenschaftlichen Leiter (mit drei bis vier Mitarbeitern), zwölf Regionaldirektoren, von denen jeder neun „Botschafter des sozialen Friedens“ zusammenhält, die wiederum jeden Tag nur eins machen: die Idee unters Volk bringen: Interviews mit Lokalzeitungen, Leserbriefe, Blogbeiträge, Briefe an die Abgeordneten, Auftritte auf Parteiversammlungen, bei lokalen Geschäften und Handwerkern … und was einem noch so einfällt. Überall gibt es nur EIN Thema: Operation 100 – und die Vorteile, die die Gesellschaft und jeder Einzelne davon hat, solange, bis das Thema vom Land aus nach Berlin getragen wird, wo das Kernteam schon bereit steht um den Ball ins Parlament zu tragen … weil man eingetragener Lobbyist mit Maßanzug ist und schon längst dreissig Abgeordnete verschiedenster Parteien für sich gewonnen hat.

So eine Bewegung ist erfolgversprechender als eine Partei, weil eine Partei intern viel Reibungsverlust hat und zusätzlich eine ganze Palette von Werten mit sich herumschleppen muß, die zwar wichtig aber für das konkrete Ziel uneffektiv sind. So … minimiert man Wählerstimmen.

Man merkt: das Ganze ist eine Firma. Das kann manche stören, aber: im Urwald sind Stöckelschuhe nun mal fehl am Platze. Wenn ich im momentan Umfeld etwas erreichen will, dann brauche ich … einen entsprechenden Auftritt. Da muß eine Entscheidung fallen: was will ich – Erfolg haben und Millionen Menschen aus der Armut retten … oder einfach eine coole Figur abgeben und bis zwölf im Bett liegen. Das muß jeder für sich selbst entscheiden.

Für die Gesellschaft ist die Firma besser. Am Ende des Prozesses löst sie sich auf, während eine Partei weiter finanziert werden muss und auch danach trachten wird, zu überleben. „Operation 100“ löst sich dann auf bzw. geht – mitsamt den Erfahrungen, den Verbindung, den Kontakten, dem dann äußerst professionellen Personal über in OPERATION 1000 – dem ultimativen Befreiungsschlag der Mehrheit des deutschen Volkes, auf die dann die Operation 10000 folgt, die … Utopia errichtet für jene, die es in Deutschland trotz Grundeinkommen nicht mehr aushalten.

Nun meinte mein Freund (ich hoffe, ich darf ihn so bezeichnen) Regenbogenbieger natürlich noch was anderes mit seiner Frage, ob ich das ernst meinte.

Die Frage, ob WIR das wirklich machen wollen.

Meine Position dazu ist klar: NEIN. Ich leide unter gesundheitlichen Einschränkungen, bin alleinerziehend unter erschwerten Bedingungen, arbeite freiberuflich und – wie es aussieht – bald noch viel mehr. Sollte sich keiner beschweren – Öl wird teuer, ich muss das halt auch bezahlen. Ich arbeite von morgens 6 bis abends 21.30 – wo um alles in der Welt sollte ich noch Ressourcen für so ein Projekt freimachen? Alle zwei Wochen habe ich ein Wochenende frei … das ich dann auch für mich und die Wäsche brauche.

Und dann kommen die anderen Aspekte dazu, Argumente, denen man sich nicht entziehen kann. Obwohl für viele noch anonym, bin ich mit bald 2000 Artikeln im Netz eine präsente öffentliche Person, die ein gewisses Vertrauen geniessen könnte  – jedenfalls kann man bei mir wissen, woran man ist. Ein angestellter Geschäftsleiter wäre erstmal … ein Risiko.

Ich habe Erfahrungen in Personalführung, Ausbildung, Rekrutierung, Marketing – und könnte schnell und sicher gezielt weitere Kontakte aufbauen, wenn ich … mobiler wäre.  Das ist jetzt kein Antrag auf ein neues Auto … sondern ein Antrag auf einen neuen Rücken.

Wäre ich bei dem Aachener Gemeinschaftsprojekt früher aktiv geworden, gäbe es das jetzt. Man hätte nur einen einzigen professionellen Menschen gebraucht, der morgens früh aufsteht und eine Unterschrift leistet. So etwas scheint aber im Rahmen eines Vereins nur schwer möglich zu sein.

Andererseits bin ich auch jemand, der privat gerne weit über den Tellerrand hinausschaut und dort Ungeheuer findet, wie zum Beispiel in der Welt:

Crash-Prophet Roland Leuschel hat die Abstürze 1987 und 2008 vorhergesehen. Nun warnt der frühere Banker wieder vor einem großen Absturz.

Wir sind sowieso gehalten uns zu bewegen und uns nicht mehr auf die trügerischen Sicherheitssysteme der alten Bonner Republik zu verlassen. Die Hartz-Abhängigen zahlen einen hohen Preis dafür, das sie früher mal viel in die Arbeitslosenversicherungen einbezahlt und viel für ihre Kinder angespart haben.

Ich könnte mir also vorstellen, so etwas professioneller zu machen, weil es mich immer noch ärgert, das All-in-one-soziale Innovation gescheitert ist, kurz bevor es fertig war.

Ich hätte aber einige notwendige Bedingungen.

Geld nehmen wir NUR von Hartz-IV-Abhängigen. Ich will keine Verpflichtungen gegenüber irgendwem. (Möglicherweise bin ich hier zu pingelig).

Eingestellt werden NUR Hartz IV-Abhängige. Ich will nicht noch eine Bewegung enden sehen, weil Politprofis auf den Zug aufspringen. Ein Abhängiger zu sein, muß ein Ehrentitel bleiben. (Das ist weniger diskutabel).

Es gibt nur EIN Ziel: Regelsatzerhöhung im Sinne des Bundesverfassungsgerichtsurteils in Höhe von 100 Euro.  Frieden und Frösche brauchen dann andere Bewegungen.

Das ganze soll den Charakter einer Arbeiterlotterie des 19. Jahrhunderts beibehalten, wo viele einzahlten, damit andere aus dem Elend entkommen konnten. Diesmal entkommen sie … um die Türen für alle zu öffnen.

Was schiefgehen kann?

Nun – es kann sein, das die neoliberale Presse mit ihrem Bild der versoffenen Faulenzer recht hat. Dann … passiert nichts. Das Geld, das wir bis zum Zeitpunkt des Scheiterns erhalten haben wird – nach Abzug der Kosten – an die Einzahler zurückgeschickt. Wie es aussieht, haben wir zum jetzigen Zeitpunkt schon einen Treuhänder, der aufpasst, das der Bieger und ich nicht mit der Kasse auf die Malediven ziehen.

Was wir jetzt mal konkret machen?

Wir machen das, was Firmen immer tun: wir starten eine Testphase. Regenbogenbieger bastelt was, wo wir dann unser Kernteam versammeln können. Wir lassen die Testphase bis September 2011 laufen. Bis dahin brauchen wir kein Geld – nur ehrenamtliche Mitarbeiter, die natürlich als Erste in Lohn und Brot übernommen werden, wenn … Geld da ist.

Ist die Resonanz zu gering … prima. Würde mich auch freuen. Ich habe viel Privatleben und viele Verpflichtungen gegenüber Menschen.

Ist die Resonanz überwältigend … auch prima. Dann sorgen wir dafür, das wir eine feste Lobby in Berlin bekommen und in diesem Land ein neuer Wind weht.

http://www.operation100.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Guttenbergaffäre, das Sozialbudget, die Arbeitslosen, China und die USA

Hätte man das nicht sehen müssen? Den Aufstieg Chinas? Da gab es doch zur Jahrtausendwende ganz viele Überlegungen zum „Kampf der Kulturen“, dem kommenden, großen, vielleicht endgültig letzten Akt der Weltgeschichte, bevor die Menschheit dann bei Game- und Talkshows, gesättigt mit radioaktivem Biogemüse, Pestizidkartoffeln und antibiotikaverseuchtem Gammelfleich dem verlöschen der Sonne entgegendämmert. China wurde da überhaupt nicht erwähnt. Die hatten arm, rückständig und primitiv zu sein, eine sterbende, kommunistische Kultur, so eine Art Sondermüll der Weltgeschichte.

2011 greift der Sondermüll überraschenderweise zur Weltherrschaft. Es offenbart sich, das die Weltmacht Nr. 1, die USA, trotz aller Anstrengungen der letzten Jahre bankrott ist, innerlich aufgefressen von kapitalistischer Gier und … finanziell ziemlich in der Hand des Klassenfeindes. „Wohlstand“ wird wohl etwas sein, was 2050 nur noch das kommunistische China garantieren kann, das nun laut Spiegel Schritte unternimmt, die Weltherrschaft nicht nur wirtschaftlich an sich zu reissen:

China will mit aller Macht auch militärisch zur modernen Großmacht werden – und erhöht seine Verteidigungsausgaben nun wieder massiv. Um satte zwölf Prozent wächst der Etat, Japan reagiert nervös. Und die USA sind sicher: Die Zahlen, die Peking offiziell nennt, sind nur die halbe Wahrheit.

Nach Einschätzung der US-Regierung liegen die tatsächlichen Militärausgaben Chinas zwei- bis dreimal höher als offiziell angegeben. Viele Aufwendungen sind demnach in anderen Haushaltsposten enthalten.

Währenddessen geht den USA das Geld für ihre Lehrer und deren Rente aus, was jetzt die ersten häßlichen Konsequenzen nach sich zog, gefunden bei wsws:

Das Haushaltsparprogramm würde nicht nur zukünftige kollektive Tarifverhandlungen praktisch beenden, sondern es stellt auch existierende Tarifverträge zwischen den Kommunalregierungen und den Angestellten an öffentlichen Schulen im ganzen Land in Frage.

Am Freitag kündigte der Staatsanwalt von Milwaukee City, Grant Langley, an, ein Rechtsgutachten darüber erstellen zu lassen, ob der Staat bei der Stadt angestellte Arbeitnehmer zwingen könne, entsprechend der Gesetzesvorlage Zugeständnisse bei ihren Renten zu machen. In ihren aktuell gültigen Verträgen sind die Rentenbeiträge für viele Arbeiter Teil ihrer Entlohnung.

Das Haushaltsreparaturgesetz beinhaltet eine Reduzierung der staatlichen Hilfen für die kommunalen Schulen um 976 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren. Walker behauptet, dass – wenn die Tarifautonomie für die meisten Themen abgeschafft würde – die kommunalen Schulbezirke in der Lage sein werden, die eingesparten Subventionen durch Einschnitte bei den Gehältern, im Gesundheitswesen und bei den Aufwendungen für die Altersversorgung ihrer Angestellten wieder hereinzuholen.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb man inzwischen die Menschenrechte innerhalb des Landes mit Füssen tritt: eine sterbende Kultur schlägt wild um sich – und foltert laut Amnesty international jene, die mithelfen wollten, die Lügengespinste aufzudecken:

Seine Haftbedingungen „verletzen die Verpflichtungen der USA, Häftlinge menschlich zu behandeln“, sagt Susan Lee, Direktorin des Amerika-Programms im Internationalen Sekretariat von Amnesty International in London.

Für Manning – von dem keine Gewalttätigkeit bekannt ist und dem sein offizieller Militärpsychiater bescheinigt, keinen besonderen Schutz vor Selbstverletzung zu brauchen – gilt die höchste Sicherheitsstufe. Er bekommt weder Polster noch Decken, unterliegt Schlafbeschränkungen und wird alle fünf Minuten von einem Wächter angesprochen. Vergangene Woche wurden dem 23-Jährigen wegen angeblicher Suizidgefahr auch die Kleidung bis auf die Unterwäsche und seine Brille abgenommen.

Schlafentzug ist eine schreckliche Form von Folter. So kann man selbst stabilste Gehirne in Gemüse verwandeln, das letztlich alles gesteht, um nur die Augen zulassen zu dürfen.

Wer jetzt denkt: „Gut, das das alles weit weg ist und uns nicht interessieren braucht“ und sich klammheimlich freut, weil wir in China ja gute Geschäfte machen, der irrt.

Weil die amerikanischen Machteliten nicht blöde sind, tun sie das, was in Deutschland auch jeder kleine Handwerker machen muss, um zu überleben: sie versuchen, Einfluss zu gewinnen. Während der Handwerker in die CDU eintritt, beim Schützenverein und Karneval mitmarschiert um Aufträge zu erhalten, sind die Veranstaltungen auf internationaler Ebene in etwas anderem Rahmen vorhanden, wie Zeitgeist-online informiert:

Die Academies, Councils, Foundation und Panels tun alle recht unabhängig und independent, jedoch ist es mit dieser Unabhängigkeit voneinander gerade soweit her, wie bei King und Kong und Ping und Pong. Das ungenierte, sorgfältige Heranzüchten von deutschen „Führern“ und „Meinungsmachern“ im Sinne US-amerikanischer neoliberaler und neokonservativer Interessen wäre an sich völlig unproblematisch, wenn es denn von den Medien transparent gemacht und in der Öffentlichkeit diskutiert würde.Dieser Vorgang wird jedoch entscheidend erschwert dadurch, dass zukünftige Medien-„Führer“ und Journalisten ja ebenfalls die Trainingsprogramme durchlaufen, und finanzkräftige Kooperationspartner wie die Bucerius-Stiftung (ZEIT-Herausgeber) sorgen dafür, dass das in Deutschland auch so bleibt.

Dieser Auszug aus dem Guttenberg-Dossier sollte nicht weiter stören, wir sind hier weit entfernt von sogenannten „Verschwörungstheorien“. Wir bewegen uns hier auf dem Niveau eines Familienunternehmers, der den Fortbestand seines Unternehmens nach seinem Tode organisiert und für entsprechenden Nachwuchs sorgt: ein altbekanntes Vorgehen, bei dem manchmal die eigenen Kinder das Nachsehen haben, weil sie ausser Sportwagen fahren und Geld ausgeben nichts gelernt haben.

Auch im Ausland braucht man – für die Tochterunternehmen – manchmal vertrauensvolle Verbündete, Angestellte, auf die man sich verlassen kann.

Guttenberg kommt also neben seiner Herkunft aus altem, deutschen Adel noch aus einem anderen „Zuchtstall“, der ihn viel nachhaltiger geprägt hat, so steht zu fürchten. Wie zu lesen war, entspringt er einem sorgfältigen jahrelangen US-amerikanischen politischen Zöglingsprogramm für deutsche (und europäische) Eliten („Young Leaders“) und ist mittlerweile erfolgreich in einer „Leading Position“ implemetiert worden. Für Deutschland heißt es nach Merkel nun ein weiteres Mal: „Mission accomplished“.

Auch nur ein ganz normaler Vorgang. Darum schickt der Handwerker seine Ehefrau zum Ortsverein der „Landfrauen“, um im Gespräch zu bleiben und Aufträge zu ergattern. Oder er stellt eine der führenden Landfrauen für sein Büro ein, um … ihren Einfluss zu nutzen. Ist er noch schlauer, kauft er schon Geschenke für die Tochter des zukünftigen Bürgermeisters, damit die, wenn sie größer ist und bei ihm im Büro arbeitet, Papa dazu animiert, die Gemeindeaufträge ihrem Sponsor zu geben: „Eine Hand wäscht die andere“.  Die Scheibe Wurst oder das Gratisbrötchen für meine Kinder beim Metzger oder Bäcker haben das gleiche Prinzip im Auge, man sollte also nicht so tun, als würde man es nicht kennen und wäre über solche Praktiken erstaunt.

Nun hatte man viel investiert in diesen Guttenberg – Zeit und Geld – und ihn mit höchsten US-Kontakten ausgestattet, da fällt der auf einmal über eine kleine dumme Doktorarbeit. Als hätte er den Titel überhaupt noch nötig gehabt.

Doch nun: Fort ist der Lord, vom Thron der Baron.

Das stört. Eine unübersehbare Heerschar von Getreuen marschiert auf und fordert die Rückkehr des schwarzen Barons, der wenigstens offen sagt, das unsere Arbeitslosen in Zukunft freiwillig mit der Waffe in der Hand US-Interessen gegen China verteidigen sollen … bzw. „unsere Wirtschaftsinteressen im Ausland verteidigen“.  So schreibt der Spiegel:

Doktorwürde erschummelt? Glaubwürdigkeit passé? Was soll’s! Die Pro-Guttenberg-Welle rollt und rollt. Im Internet fordern Hunderttausende sein Comeback, am Wochenende wollen die Fans des CSU-Politikers auf die Straßen gehen. Der Hype nimmt bizarre Formen an.

Das ist schon sonderbar.

Das deutsche Volk wird ausgeplündert bis zum geht nicht mehr, immer weniger haben überhaupt noch ordentliche Arbeit, siehe Der Westen:

Etwa 55 Prozent der deutschen Erwerbstätigen arbeiten noch auf Stellen, die früher als „normal“ galten – unbefristet, sozialversichert, Vollzeit und staatlich nicht alimentiert. Die übrigen 45 Prozent der Beschäftigten haben Arbeitsplätze, die irgendwie flexibel und modern sind. Dazu gehören beispielsweise Teilzeitjobs, befristete Stellen, Zeit- und Leiharbeit sowie geringfügig bezahlte Tätigkeiten.

Früher war der Anteil der Normalarbeitsverhältnisse höher. Vor 15 Jahren betrug er rund 66 Prozent. Seitdem hat der Anteil der normalen Arbeitsplätze um ungefähr elf Prozentpunkte abgenommen.

Das Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit zu finanzieren, wird immer geringer, dafür plant die Regierung weiter eine deutliche Erhöhung der Kosten zu Gunsten der Reichen, wie die Welt berichtet:

Rösler hatte in einem Interview mit der „Ärztezeitung“ angekündigt, dass die Zahnärzte aus der Reform der Gebührenordnung ein Honorarplus von sechs Prozent erwarten könnten.

Den Zahnarzt wird es freuen, er hat mehr Geld, das sein Anlageberater in Aktien investieren kann. So fließt das Sozialbudget auf direktem Wege an die Börse, die trotz Wirtschaftskrise brummt. Wirklich brauchen würde der Zahnarzt das Geld nicht, glaubt man Gehalt-und-Besoldung:

Aus dem jüngsten Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) lassen sich Umsatzsteigerungen um durchschnittlich vier Prozent pro Jahr errechnen. Nach Abzug der Kosten lagen die Einkommen (West) 2007 bei knapp 100 000 Euro. Das waren rund 8000 Euro mehr als 2006. So schlecht ist das nicht, zumal zu diesen Einkommen aus dem Geschäft mit der GKV auch noch die Honorare der Privatpatienten addiert werden müssen.

All diese Entwicklungen treiben das Volk nicht auf die Straße. All diese ungerechte und beschämende Umverteilung von unten nach oben, der anstands- und hemmungslose Griff in die Sozialkassen auf Kosten der Ärmsten, bequem ausgeführt durch Politiker, die mit plötzlichen Traumkarrieren in der Wirtschaft rechnen können, bringt das Volk nicht auf die Palme … aber wenn ein Freund der US-Wirtschaft vom Pöstchen geschubst wird, läuft es Amok?

Vielleicht … weil er sich so wohltuend von anderen Absahnern unterschied, weil die Hoffnung aufkeimte, man hätte – ausnahmsweise – mal nicht einen Politiker, der nur an seine eigene Brieftasche denkt, was er laut Spiegel auch weiterhin zu beweisen gedenkt:

Auch nach seinem Rücktritt ist Karl-Theodor zu Guttenberg auf große Gesten bedacht. Laut „Bild“ will der Ex-Minister seine noch ausstehenden Bezüge an Hinterbliebene getöteter Bundeswehrsoldaten spenden.

Das wäre eine schöne Geschichte. Der Adel schenkt dem Volk einen Führer, einen „guten König“, den Traum aller Witwen und Waisen, jener, die nun um ihre Zähne fürchten müssen. Nachdem das Geschenk des Kaisers – die Rente mit 65 – nun von Sozialdemokraten durch Einführung der Rente mit 67 in Gefahr geraten war, war es auch dringend an der Zeit, hier etwas zu unternehmen, um die hartz-gefährdeten Schichten der Bevölkerung (mitlerweile mindestens 45 % der arbeitenden Bevölkerung, wie man sehen konnte) vor der Gier der bösen Linken zu retten.

Andererseits … spricht manches dafür, das finanziell gut ausgestattete Kreise mit weitreichenden Einflüssen beim Landfrauenverband, bei den Kinderherzen und den Medien ihr Investment in Gefahr sehen und es mit aller Gewalt retten wollen, so jedenfalls resümiert der Medienstratege:

Die Medien gaukeln ihren Lesern eine Sympathiewelle für Guttenberg vor. Sie wird legitimiert durch angeblich 400.000 Menschen, die angeblich für seine Rückkehr sind. Das ist fahrlässig und gefährlich. Es bestehen erhebliche Zweifel an der Seriösität der Seite. Wir kennen nicht mal die Person, die hinter der Aktion steckt. Viel zu dünn, um zu titeln: “310.000 wollen Guttenberg zurück”.

So wenig wie die öffentlichen Medien uns vor der realen Macht Chinas gewarnt haben, sowenig nehmen sie die Macht der USA in Deutschland inklusive aller Netzwerke, Seilschaften und Verbindlichkeiten wahr. Und deshalb stehen wir verwundert vor solchen merkwürdigen Erscheinungen, das die Entthronung eines entlarvten Betrügers die Massen mobilisiert, während die Ausplünderung des Landes, der tägliche Verlust an Lebensqualität und der Verkauf unserer Zukunft kaum einen hinter den Sessel hervorlocken können – offiziell jedenfalls.

 


 

 

Guttenberg, der Sozialismus für Reiche und die Bomben auf den Rosenmontagszug

Heute beginnt ja der Karneval mit seinen heftigeren Erscheinungen, ein fürchterlich wildes Fest, zu dem der carrus navalis wie schon seit Jahrhunderten durchs Land gezogen wird. Anders als zu früheren Zeiten werden jedoch links und rechts des Weges keine ausschweifenden Feste zu Ehren der Göttin Nerthus gefeiert, nein, man bedäuft sich einfach nur. Es ist auch nicht mehr das Fest des Aufstandes gegen die Mächtigen, es ist eher das Fest, an dem die Mächtigen feiern, das es keine andere Form von Aufstand mehr gibt als das die Leute einmal im Jahr besoffen auf den Bürgersteig pinkeln.

Heute beginnt ja der Karneval mit seinen heftigeren Erscheinungen, ein fürchterlich wildes Fest, zu dem der carrus navalis wie schon seit Jahrhunderten durchs Land gezogen wird. Anders als zu früheren Zeiten werden jedoch links und rechts des Weges keine ausschweifenden Feste zu Ehren der Göttin Nerthus gefeiert, nein, man besäuft sich einfach nur. Es ist auch nicht mehr das Fest des Aufstandes gegen die Mächtigen, es ist eher das Fest, an dem die Mächtigen feiern, das es keine andere Form von Aufstand mehr gibt als das die Leute einmal im Jahr besoffen auf den Bürgersteig pinkeln.

Dabei gäbe es schon Grund genug, sich aufzuregen, zum Beispiel über die Regierung. Der Guttenberg zum Beispiel hat ja seinen Rücktritt mit Bedacht gewählt. Wäre er nur einen Tag früher zurückgetreten, wäre ihm laut „Der Westen“ einiges entgangen:

Wäre Karl-Theodor zu Guttenberg nur einen Tag früher zurückgetreten, wären ihm 14.000 Euro durch die Lappen gegangen. Weil er Bundestags-Abgeordneter war, bekommt er eine Pension von 1822 Euro monatlich.

So wird man Millionär – einfach keine Gelegenheit außer Acht lassen, seine wahren Charakter noch einmal in aller Öffentlichkeit zu demonstrieren und seinen Ruf vollkommen zu ruinieren: aber was soll´s, ist ja sowieso nur das Deppenvolk, das sich daran stört.

Stören sollte sich das Deppenvolk auch an der Bewältigung der Bankenkrise durch derartige Elitepolitiker. Hier ist sogar der Focus empört – ein Blatt, bei dem man ja sonst kaum Artikel zwischen den Anzeigen findet, sieht in Zukunft wenig Grund zum Schunkeln:

Banken, die zu groß sind, um sie pleite gehen zu lassen, waren der Grund für milliardenschwere Rettungsaktionen in der Finanzkrise. Von solchen Instituten gibt es heute mehr als je zuvor. Die Regulierung hinkt hinterher.

Das riecht nach noch viel größeren Rettungspaketen und nach dem ganz großen Wurf der Lumpenelite. Da kann man doch noch mal richtig auf Kosten der Allgemeinheit absahnen und – wenn es gut geht – seine bisherigen Kontostände einfach nochmal verdoppeln – zum Beispiel, in dem man in Strafanstalten investiert. Soll in Zukunft ein Riesengeschäft werden, wenn man dem Tagesanzeiger glauben darf:

Sträflinge als Rendite-Objekte – Mit sogenannten Social Bonds können Investoren in Sozialprojekte investieren. Es lockt eine Rendite von mehr als 13 Prozent. Auch US-Präsident Barack Obama hat Witterung aufgenommen.

Eine Rendite von 13 Prozent … das verspricht ein gutes Geschäft zu werden. Da muß man schon dafür sorgen, das genug „Rohstoff“ für die Gefängnisse nicht ausgeht.

Wie man das schafft?

Durch den üblichen Sozialismus, der inzwischen  sogar ganz offen in den USA gelebt wird, jenem Land, dem Guttenberg so verbunden ist und das für uns alle Vorbild war. So berichtet Uweness:

Eigentlich sollte es dabei um das 3,3 Billionen US-Dollar schwere Rettungspaket als Anleihen und Bürgschaften für die Banken und die Wirtschaft gehen, doch unversehens geriet die Rede zu einer Generalabrechnung mit einem System, dessen Klassencharakter sich in den vergangenen 40 Jahren massiv verstärkte, was etwa in der Vermögensverteilung seinen deutlichsten Niederschlag findet und von Bernie Sanders angeprangert wurde, so etwa auch als Kurzbotschaft via Twitter: „It appears that we are very much a country in which we practice socialism for the rich and rugged capitalism for everyone else“ Sanders kritisierte den Krieg der Finanzelite gegen die Mittelklasse, etwa in Gestalt ihrer massiven Kampagnen gegen die Gesundheitsreform Obamas, die unter diesem Druck nur halbherzig ausfallen konnte und nun gar ganz revidiert werden soll. Auf Grund des direkten Zugriffs der Wall Street auf die Politik kommt Sanders zu dem Schluss, dass die viel zitierten Bananenrepubliken heutzutage nicht in Lateinamerika angesiedelt seien, sondern gerade auch im Norden des Kontinents.

Jetzt verstehe ich die Welt der Reichen ein wenig besser: das sind alles Sozialisten. Darum schimpfen die auch immer so über Sozialisten und Sozialromantiker: die wissen genau, das sie selbst welche sind – und wissen deshalb auch, wo das endet: eine kleine Gruppe von Räubern will dem Rest des Volkes ans Geld. Und weil sie von Allen nehmen, ist das dann sozial.

Darum verkaufen die ihr Land ja jetzt auch an die Kommunisten, die dereinst noch zum Reich des Bösen gehörten – lese ich jedenfalls im Spiegel:

Die USA haben bei China weitaus mehr Schulden als bislang angenommen. Die Volksrepublik halte US-Anleihen im Wert von 1,16 Billionen Dollar, gab das US-Finanzministerium am Montag (Ortszeit) bekannt. Das ist gut ein Drittel mehr als noch Mitte Februar veranschlagt.

Kein Wunder, das sich niemand darüber aufregt, das die Chinesen den USA ganz offen den Krieg erklären … den Wirtschaftskrieg erstmal – so würde ich jedenfalls die Ankündigung im Spiegel verstehen:

Die chinesische Notenbank überrascht mit einer spektakulären Ankündigung: Firmen der angehenden Supermacht können ihren kompletten Außenhandel künftig in Yuan abwickeln statt in Dollar. Peking rüttelt an Amerikas Anspruch, die Leitwährung zu stellen – mit gravierenden Folgen für die USA.

Da steht jemanden bald das Wasser bis zum Hals. Kein Wunder, das sich Obama für Social Bonds interessiert – er denkt einfach mal an seine persönliche Zukunft … und daran, was seine Wirtschaftspolitik aus seinem Land machen wird.

Während dort kräftig abgesahnt wird, lädt man bei uns den Müll ab. So berichtet Panorama:

Exxon: US-Konzern vergiftet Grundwasser in Norddeutschland

Uns als Bürger stört das nicht, gerade heute nicht. Es ist einer dieser Tage, wo man uns erlaubt, auf den Bürgersteig zu pinkeln. Dabei wollen wir nicht gestört werden, weshalb uns auch unsere explodierenden Atomkraftwerke egal sind, über die gestern DiePresse berichtete:

Ein altes bayerisches Atomkraftwerk sorgt in Österreich für Aufregung. Eigentlich hätte Isar1 heuer stillgelegt werden sollen. Aber nachdem Deutschland die AKW-Laufzeiten verlängert hat, wird dort noch mindestens acht Jahre lang Strom produziert. Der Reaktor gilt als veraltet. Schon vor Jahren hatte die österreichische Bundesregierung eine Studie über sein Risiko in Auftrag gegeben. Seit Juni 2010 ist sie fertig.

Was drinnen steht, darf die Öffentlichkeit aber nicht erfahren.
Was sollte auch die Öffentlichkeit damit anfangen? Sind doch sowieso nur freilaufende Freilandurinierer, die in ihrem Suffkopp kaum verstehen, was um sie herum vor sich geht – das Geschäft „Geld gegen Gift“ geht an ihrem geistigen Horizont zum Wohle der kapitalsozialistischen Internationale völlig vorbei, weshalb sie auch kaum merken, das die USA ihre schmutzigen Kriege gerade nach Deutschland tragen. Erst werden mal wieder ein paar verdächtige Kinder beim Holzsammeln zerfetzt – siehe Tagesschau:
Neun Kinder sollen beim Holzsammeln in der afganischen Provinz Kunar bei einem NATO-Luftangriff erschossen worden sein. So stellt es der Polizeichef der Region dar. Die ISAF-Truppen erklärten, der Einsatz am Dienstag sei eine Reaktion auf einen Raketenangriff von Islamisten gewesen.

Dann kommen die „Islamisten“ nach hier und erschiessen die ISAF-Truppen, siehe hr:

Am Frankfurter Flughafen sind am Mittwoch zwei US-Soldaten erschossen worden, zwei weitere wurden schwer verletzt.

Als Antwort darauf wird die US-Luftwaffe wahrscheinlich den Rosenmontagszug in Köln bombadieren … jedenfalls, wenn sie mit der gleichen Logik vorgehen wie schon so oft in Afghanistan.

Insofern ist es wahrscheinlich schon gefährlich, die „stille Revolution“ wahrzunehmen, über die Muslim-Market berichtet:

Der Autor dieser Zeilen gehört sicherlich zu den Letzten, die an eine baldige Befreiung Deutschlands vom US-zionistischen Imperialismus glaubt. Aber möglicherweise gibt es doch ein höheres Vernunftpotential, als es nach Außen wirken mag bzw. von der Hofberichterstattung wiedergegeben wird, wobei zunehmend die Frage aufgeworfen kann, für welchen “Hof“ eigentlich jene Berichterstattung arbeitet. Möglicherweise ist der sogenannte Wutbürger gar nicht geprägt von “Wut“ sondern von Vernunft und sucht eine vernünftige Lösung für Deutschland und die Zukunft dieses Landes. Möglicherweise … und Hoffnungslosigkeit ist die größte Sünde im Islam. Und alle Hoffnung ist auf Gott ausgerichtet.

Und das macht Islamisten so gefährlich: die haben noch Hoffnung, die reden von Vernunft statt Wut und bringen damit den ganzen neuen Sozialismus in Gefahr, während wir beten müssen, das weder Gift, noch Atom, weder Banken noch Politiker uns zur Strecke bringen.

Also … was mich angeht: ich verstehe, warum man das nur noch besoffen oder religiös ertragen kann.

 

Merkel wirft Opposition, Medien & Internetgemeinde Scheinheiligkeit & Verlogenheit vor…

…und Sie hat recht:

Ja, Guttenberg hat betrogen, sich einen Doktortitel erschlichen. Und somit, gemessen an Seinen eigenen Ansprüchen, kläglich versagt.

Doch auch die Kritiker versagen kläglich, gemessen an ihren eigenen Ansprüchen, denn mit Guttenberg ist der Morast der Unmoral auf der Regierungsbank ja noch lange nicht trocken gelegt.

Oder wie war das mit Finanzminister Schäuble und den 100 TSD D-Mark, die er vom Waffenhändler als illegale Parteispende erhielt. Ein Köfferchen dessen Erhalt er doch glatt vergessen hatte.

Wie war das mit Dirk Niebel, der großmäulig forderte, etwas so unsinniges wie das Entwicklungshilfeministerium endlich abzuschaffen. Dirk Niebel ist heute Entwicklungshlfeminister.

Wie ist das mit Philip Rösler, dem Quotenmigranten, der versprach, im Falle einer gescheiterten Gesundheitsreform zurückzutreten. Der mutmaßliche US-Informant ist immer noch Gesundheitsminister.

Wie ist das mit Guido Westerwelle, dem Freund nahöstlicher Diktatoren..?

Und wo ist gleich nochmal die Moral bei der Kanzlerin, die sich seit Jahrn weigert, Ihre STASI-Akte prüfen zu lassen und nach der Wahl da steht und blafft, das man nach der Wahl nicht an dem gemessen werden dürfe, was man vor der Wahl gesagt hat.

Gegen diese scheinheilige Verlogenheit sollte weiterhin zu Felde gezogen werden.

Guttenberg – und die kleine deutsche Revolution

Nun ist er fort – für eine Weile. Karl-Theodor zu Guttenberg hat das Handtuch geschmissen, Deutschland ist bewegt. Bewegt in zwei Richtungen: die einen feiern, die anderen trauern. Was mich persönlich anekelt, ist die Häme, die in vielen Kommentaren unverholen auftritt, der Neid der viel-zu-vielen, wie Nietzsche sie genannt hat, Menschen, die eigentlich überhaupt nichts dagegen hätten, wenn sie selbst in der Haut das Barons stecken würden (reich, charmant, gutaussehen, gut verheiratet – einfach eine bessere Art von Mensch) aber es auf den Tod nicht ausstehen können, das es der Baron ist, der den Baron gibt – und nicht sie.

Es ist eine Kultur der Neider … und jene Kultur ist gerade da beheimatet, wo der „Leistungsträger“ haust, nicht dort, wo man versuchen muss, mit fünf Euro Regelsatzerhöhung fünfzig Euro Kostensteigerungen für Strom, Heizung und Lebensmittel zu bewältigen. Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, fehlt einem die Zeit, sich groß um andere zu kümmern. Ein großes Bedrohungspotential für den durchschnittlichen Parteifunktionär erhob sich da, ein Adel, der dem Volk gefiel.

Das Manager-Magazin fängt etwas von dem ein, was die Menschen an dem Baron mochten.

Die Geschichte hatte von Anfang an etwas Märchenhaftes. Von seiner Burg in den fränkischen Wäldern steigt ein Baron in die Niederungen der deutschen Politik herab. Alles an Karl-Theodor zu Guttenberg ist anders. Sein Vermögen macht ihn unabhängig. Er redet gewandt wie kaum ein zweiter im Parlament. Er sieht gut aus, hört AC/DC und hat seine Frau auf der Love Parade kennen gelernt.

Seine Umgangsformen sind perfekt. Seine Worte haben nicht dieses Boshafte, das bei anderen Politikern immer wieder mitschwingt. Das Parteiengezänk scheint ihm zuwider. Seine Popularität verdankt er keiner radikalen Meinung. Seine Ausstrahlung, seine Glaubwürdigkeit wecken Hoffnung in allen Lagern: Der macht das nicht für sich oder eine Klientel. Der macht das wirklich für uns alle. Deshalb vertrauen wir uns ihm an.

Deutlicher dann man die Ausnahme kaum beschreiben: er machte den Eindruck, er macht Politik für alle – nicht nur für sich selbst. Das überzeugte „in allen Lagern“.

Die Opel-Staatsbeihilfen hat er abgelehnt – das war was für uns alle. Das Afghanistan-Desaster endlich mal „Krieg“ genannt – und das als „Rechter“. Wie wohltuend unterschied er sich von Guido Westerwelle, der noch als Aussenminister auf Arbeitslosenjagd geht oder von Angela Merkel, von der man wohl nur aus den zukünftige Geschichtsbüchern erfahren wird, für welche Politik sie eigentlich steht. Sein Strahlen bekam erst Gewalt und hob ihn über den Durchschnitt durch den kriecherischen Niedergang demokratischer Kultur, die aus „Alternativlosigkeit“ ein politisches Konzept gemacht hat – von rechts bis links. Zwischen den ganzen Parteikarrieristen fiel er auf durch den Verdacht, er wäre die große Ausnahme im Bundestag, er wäre wirklich ein Mensch, der es aus eigener Kraft zu etwas gebracht hat und nicht von der Partei als Platzhalter zum Wohle aller Absahner eingesetzt wurde.

Was in dem Moment auffällt: die „Gang“ der „Absahner“, die Deutschland zum Zwecke der eigenen Bereicherung Hartz IV bei gleichzeitiger Bankenderegulierung verordnet hatte, ist bei den sogenannten „Konservativen“ nicht minder anzutreffen als bei SPD und Grünen. So liest man in der Welt:

Ausgerechnet er, der bürgerliche Werte so perfekt zu verkörpern schien, hat gegen sie verstoßen. Es wird der Union in Zukunft noch schwerer als bisher fallen, als Hort traditioneller Tugenden zu gelten. Eben sah es noch so aus, als verklinge allmählich das lange eingeübte Lied von der Bigotterie, Doppelmoral und mangelnden Glaubwürdigkeit der Bürgerlichen und Konservativen.

So werden wir uns also wieder an dieses Lied gewöhnen müssen. Haben wir aber doch schon längst: es macht doch überhaupt keinen Spaß mehr, sich über die Gaunereien der Schwarzen und Gelben zu empören – landesweit sind die doch als verbrecherische antichristliche Vereinigung schon längst akzeptiert, mit Skandalen über rechte Mauscheleien zur gegenseitigen Bereicherung überrascht man doch keinen CDU-Wähler mehr … von denen es auch immer weniger gibt.

Die Affäre Guttenberg erlaubt so einen tiefen Einblick in die ansonsten vernebelte politische Wirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland. Es war etwas sehr Denkwürdiges geschehen: ein adeliger Multimillionär wurde „einer von uns“ – jedenfalls in der Meinung weiter Teile der Bevölkerung.

Umso größer die Enttäuschung, das auch er – der es von Vermögen und Herkunft eigentlich nicht nötig gehabt hätte – ebenfalls zur „Gang“ der „Absahner“ gehörte. Für einen Moment schien es, als ob es wirklich noch Menschen geben könnte, die für das Volk leben können, anstatt von ihm, Regenten, die sich als erste Diener des Staates begreifen und nicht nur als Erste beim Plündern der Staatskasse.

Und – seltsamerweise – klingen gerade in der sonst konservativen Welt auch revolutionäre Töne an:

Die internetgestützte bürgerliche Volkssouveränität hat Guttenberg und Merkel daran gehindert, fünfe gerade sein zu lassen. Und das ist auch gut so.

Nun stoße ich mich gerade an dem Gebrauch des Begriffes „bürgerlich“, der weiter oben noch als Hort konservativer Tugenden beschrieben wurde, besser gesagt: ich störe mich an dem Versuch der Vereinnahmung dieses Begriffes für eine bestimmte Minderheit. „Bürger“ … ist hier jeder. Die „Bürgerlichen“ sind wir alle, auch die Obdachlosen oder die DKP. „Bürgerlichkeit“ in dem Sinne Konservativer leben können allerdings nur Reiche, Obdachlose können schlecht zum Tee einladen, Linke schmecken häufig das Kinderblut im Kaffee.

„Internetgestützte bürgerliche Volkssouveränität“ erinnert an revolutionäre Sprüche: „Wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still„, hieß es dazu früher mal – und in der Tat haben wir es hier mit einer kleinen deutschen Revolution zu tun, die auch zeigt, das sich die Machtverhältnisse langsam verschieben, wie auch das Handelsblatt bemerkt:

Jenseits allen Spotts hat die Affäre gezeigt, wie stark das Internet im Zusammenspiel mit den klassischen Medien die Politik beeinflussen kann – wenn das Thema die Nutzer nur genügend interessiert.

Nun – das Ganze hat nicht die Dramatik der arabischen Revolten – hier wurde weniger ein Potentat abgesägt, sondern mehr eine potentielle Lichtgestalt, die als solche auch für weite Kreise der berufsmäßigen Staatskassenplünderer gefährlich werden konnte, weil er so schrecklich beliebt und unabhängig schien. Was wäre, wenn der beim Plündern nicht mitmachen möchte?

Jetzt können sich wieder alle ruhig zurücklehnen: die Gefahr ist gebannt – und hatte real auch nie bestanden.

So langsam verlagert sich die politische Macht von der Wahlurne zum Bildschirm und eine technische Spielerei wird zu einem Feld lebendiger Demokratie – möglicherweise zu unserem Marktplatz, auf dem wir uns versammeln, um Deutschlands Bürgern wieder eine Zukunft geben zu können – jenseits von Parteienfilz und Konzerndiktat.

Vielleicht … war es aber auch nur die Rache der Neider.

 

Guttenberg Rücktritt: WETTBEWERB! Neues Wort gesucht!

Neulich erhielten wir eine liebe Mail von einem geschätzten Blogfreund. Er hatte ein Problem: er suchte ein Wort. Offenbar war in der Wirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland ein Phänomen aufgetaucht, das mit herkömmlichen Worten nicht mehr zu beschreiben wahr.

Hallo ihr Lieben,

bedingt durch zeitliche Umstände, habe ich mich seit geraumer Zeit aufs Texte Konsumieren beschränkt – und leider schaffe ich das nicht einmal vollumfänglich.

Ich überlege immer schon, wie ein Verb kreiert werden könnte, welches Lügen, Blenden, Betrügen bezeichnet, als Wortstamm den Namen unseres Verteidigungsministers führt und durch stete Benutzung in den deutschen Wortschatz übergeht.

Ein Wort, welches jeden gleich wissen lässt, was für ein Blenderverein unsere geliebte CDU ist.

Ähnlich wie googeln für suchen.

Ich halte es für machbar.

Mit Eurer –inzwischen- Plattform, habt ihr ja eventuell einen guten Ausgangspunkt, das Wort hinreichend zu verbreiten und vielleicht sogar es zu finden.

Eventuell einen Wettbewerb ausloben?

Loben wir.

Gesucht wird also ein Verb. Ein Tu-Wort, so sagte man früher. Ein Wort, das eine Tätigkeit beschreibt, die gleichzeitig die Tätigkeiten des Lügens, des Betrügens und des Blendens führt. Und – aus Gründen, die nicht näher erläutert werden – soll das Verb in Beziehung zu unserem momentanen Ex-Verteidigungsminister stehen und dessen Namen berücksichtigen.

Endlich mal wieder eine kreative Herausforderung, endlich mal wieder etwas, das bereichert.

Also … machen wir einen Wettbewerb daraus.

Selbstverständlich mache ich gleich mal mit. Mein Verb? Gutteln.

Ich guttel, er guttelt, er/sie/es guttelt, wir gutteln, ihr guttelt, sie gutteln. Wer jetzt aber meint, man sollte auch gleich andere Bezeichnungen passend umfomulieren, der geht zu weit: Deutscher Gutteltag, Gutteltagsabgeordneter, Guttelrepublik Deutschland, Guttelkanzler, Guttelwehr … sind doch Begriffe, die einen Niedergang der alten Bonner Republik zu einem Feudalsumpf beschreiben würden, was ja wohl so … viel zu weit geht, oder?

Also: viel Spaß beim kreativen Gestalten.

Vielleicht kann mir dann auch einer bei Gelegenheit den Begriff „merkeln“ erklären – der geht mir schon wochenlang durch den Kopf. Und irgendwie finde ich, das der Westerwelle auch ganz schön herumguttelt. Wäre so mein erster Eindruck. Obwohl er an sich eher die Westerwelle macht, was ja auch schon ein fester Begriff ist.

 

 

 

 

 

 


 

Causa Guttenberg

Ein offener Brief von Doktoranden an die Bundeskanzlerin

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

als Doktorandinnen und Doktoranden verfolgen wir die gegenwärtige Diskussion um die Plagiatsvorwürfe gegen den Bundesminister der Verteidigung, Herrn Karl-Theodor zu Guttenberg, mit großer Erschütterung und noch größerem Unverständnis. Wir haben den Eindruck, dass Sie mit aller Macht versuchen, einen Minister zu halten, der trotz massiver Gegenbeweise immer noch die Behauptung aufrecht erhält, er habe in seiner Doktorarbeit nicht bewusst getäuscht.

Mit dieser Vorgehensweise beschädigen die Bundesregierung und die Abgeordneten der Koalition nicht nur sich selbst, sondern viel mehr. […]

———————————————–

Diese Initiative begann mit der gemeinschaftlichen Erstellungen eines Offenen Briefes durch einige Doktorandinnen und Doktoranden, der am 24. Februar 2011 veröffentlicht wurde.
Der immense Rücklauf hat uns überwältigt. Dass wir uns hier zunächst nur an Wissenschaftler gewendet haben, war kein elitärer Dünkel. Wir haben bloß ehrlich gesagt nicht mit so einer Reaktion gerechnet. Danke!

Obwohl ich persönlich der Meinung bin, daß gerade solche Skandale mithelfen, auch den nicht sonderlich politisch interessierten Menschen mit gesundem Menschenverstand (gibts die eigentlich?) zu zeigen, wes geistes Kind die Damen und Herren an der Regierung (bzw. an der Macht – um mal einen abgedroscheneren Terminus zu verwenden) sind. Also lasst den Herrn der Pomade noch ein wenig dilettieren, die von ihm verursachte Zerstörung des Vertrauens in die Politik (und in den Status ders Doktortitelträger) kann auf Dauer nur nützen.
Und nein, die Angst mancher Pofilneurotiker, daß ihr Doktor nun weniger wert wäre, interessiert mich eigentlich überhaupt nicht. Wenn ich einen haben wollte, hätt ich schon längst einen schönen  „Dr. Metaphysik“ gegen ein paar Blätter unverständliches Zeug und 300 $ bei einer obskuren Uni in Amerikanien getauscht.

Wer aber den offenen Brief trotzdem unterschreiben mag, wendet sich vertrauensvoll an die:

Causa Guttenberg

Guttenberg besucht Dinge

Sehr schöne Foto-Show aus dem Leben des Superministers:

Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg besucht Dinge

Mein Lieblingsbild ist:
„Karl-Theodor zu Guttenberg besucht Magmafilm„. Noch vor dem Besuch des Urologen.

Und Eures?

 

via FEFE

Das Guttenberg-Plagiat und seine Folgen…

…einmal detailiert aufbereitet (*) :

Gaddafiuttenberg klammert sich an seine bröckelnde Macht
Der Diktator Kriegsminister ist da, doch die Kontrolle über sein Land scheint er längst verloren zu haben. Während Libyen die Plagiatsaffaire immer stärker außer Kontrolle gerät, zeigt sich Muammar al Gaddafi Guttenberg in einem wirren Kurzauftritt im Fernsehen. Er will an seiner Macht festhalten.

22. Februar 2011

Die libysche Führung Der gegelte Sunnyboy der schwarz-gelben reGIERung verliert zunehmend die Kontrolle über die Lage in ihrem im Land. Aus Protest gegen die Gewalt der Sicherheitskräfte gegen Regierungsgegner distanzierten sich am Montagabend weitere Diplomaten von dem Regime. Soldaten weigerten sich, weiter auf Demonstranten zu schießen. Der libysche Diktator Muammar el Gaddafi mühevolle Kleinarbeit des GuttenPlagWiki machte der entdoktorisierte Kriegsminister in einem wirren Fernsehauftritt deutlich, dass er freiwillig die Macht nicht abgeben werde.

Die Lage in dem für die von ausinländischen Medien abgeschotteten (1) nordafrikanischen Land berufliche Niete ohne Nadelstreifen (2) spitzt sich weiter zu. Ungeachtet der Versuche von regimetreuen Sicherheitskräften (3) und Söldnern (4), die Proteste blutig niederzuschlagen, weiteten diese sich weiter aus. (5) Mehrere Städte überparteiliche an der Objektivität der Wissenschaft und deren Ehre Interessierte vor allem im Osten Internet des nordafrikanischen europäischen Landes sollen inzwischen unter Kontrolle der RegierungsPlagiatsgegner stehen. In der zweitgrößten Stadt Bengasi Universität Bayreuth sollen ganze Militäreinheiten desertiert sein außerdem der Plagiatsvorwurf an den falschen Doktor ausgibig geprüft werden, wie die in Paris ansässige Internationale Menschenrechtsföderation Universitätsleitung (6) berichtet. Unterschiedlichen Angaben zufolge wurden seit Beginn der Proteste Plagiatsforschung vor weniger als einer Woche bis zu 400 Menschen getötet rund 73 % der Doktorarbeit als Plagiat enttarnt.

Das Ende des Regimes fränkischen Barons scheint nah

Berichte des arabischen Fernsehsenders El Dschasira der Medien, wonach die Luftwaffe Demonstranten in Tripolis und Bengasi Zivilisten in Kunduz angegriffen habe, wies Gaddafis Sohn Seif el Islam Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, genannt Xerox (7), allerdings auch schon zurück. Die Streitkräfte hätten Munitionslager gestohlene Tanklaster bombardiert, die weit außerhalb bewohnter Stadtgebiete lägen, aber keine Städte Zivilisten, wurde er vom StaatsfFernsehen zitiert. Aus Protest gegen die Gewalt Opel zu retten, kündigten mehrere Mitarbeiter der libyschen UN-Vertretung in New York Gaddafi die Gefolgschaft Gutti ja seinerzeit auch schon mal den Rücktritt an. In einer Erklärung riefen verharmloste der Kriegsminister nun in Kelkheim vor CDU-Publikum erneut die gegen Ihn gerichteten Plagiatsvvorwürfe sie die libysche Armee auf, den Revolutionsführer und sein Regime zu entmachten. Nach Auffassung des stellvertretenden UN-Botschafters Ibrahim Dabbaschi Spiegel-Online ist das Ende des Machthabers nur noch eine „Frage von Tagen“.

Dabbaschi und seine Kollegen Jürgen Kaube von FAZ-Net forderten indirekt, Gaddafi Guttenzwerg wegen der von ihm zu verantwortenden Verbrechen zusammengeglaubten „Doktorarbeit“ vor den Internationalen Strafgerichtshof von allen Ämtern zu bringen entbinden. Sie Erwarfen ihm unter anderem ?Völkermord? „aufwendige und liebevoll hergestellte Täuschung“ (8) an seinem eigenen Volk vor. Zuvor hatte bereits der einflussreiche katarische Theologe Scheich Jussef El Kardawi der Bremer Staatsrechts-Professor Andreas Fischer-Lescano das Plagiat des die libysche Armee zur Ermordung ihres Oberbefehlshabers aufgefordertdeckt.

Nach hartnäckigen Gerüchten, Gaddafi Super-Gutti habe das Land bereits verlassen und sich nach Venezuela Afghanistan abgesetzt, brach der 68 39-Jährige sein tagelanges Schweigen und meldete sich Fernsehen selbst zur Wort: 22 Sekunden lang. Er wolle damit zeigen, dass er sich noch in Tripolis befinde und nicht in Venezuela möglicherweise kleine Fehler geleeistet habe, mehr aber auch nicht, sagte er in einer ?Live? Aufzeichnung-Übertragung aus seiner Residenz, bevor er in einen Wagen stieg, um nach eigenen Angaben ?die Jugend auf dem Grünen Platz? die Angelegenheit in kohlscher Manier auszusitzen zu besuchen.

Internationale Proteste

Im Ausland nimmt die Empörung über die zügellose Gewalt Dreistigkeit gegen die Demonstranten Wahrheit und Doktorenehre weiter zu. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte für Dienstagmorgen (Ortszeit) eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats Das SchweizMagazin äußerte sich kritsich zur Lage in Libyen ’schlaaaaaaaaaaaaaaaaaaaand (9) angekündigt. Er habe selbst vierzig Minuten lang am Telefon mit Gaddafi gesprochen, sagte Ban in Los Angeles. Dabei habe er den Machthaber aufgefordert, die Gewalt zu beenden sowie die Rechte der Demonstranten zu respektieren. Auch die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton forderte die libysche Führung auf, das ?nicht hinnehmbare Blutvergießen? sofort zu beenden.

Fast alle EU-Staaten raten ihren Bürgern inzwischen von Reisen nach Libyen ab zu Doktortiteln aus Bayreuth. Mehr und mehr Länder planen zudem die Evakuierung generelle Nichtanerkennung aller Doktortitel von Staatsbürgern aus dem nordafrikanischen L ’schlaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaand. Ausländische Unternehmen ziehen stellen bereits die Doktorwürden ihres teutschen Personals aus Libyen Bayern in Frage ab. (Quelle)

(1)

Während die Hauptstadtjournalisten auf den Verteidigungsminister warteten, verlas Guttenberg seine Erklärung zu den Plagiatsvorwürfen nur vor „ausgewählten Journalisten“. (…) Einen ähnlichen Eklat hat es in der über 60-jährigen Geschichte der Bundespressekonferenz noch nicht gegeben. Aus lauter Ärger über das Verhalten von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verließen mehrere Dutzend Hauptstadtkorrespondenten am Freitag unter Protest die Regierungspressekonferenz. Zurück blieben die verdutzten Sprecher von Kanzleramt und Ministerien. (Quelle)

(2)

vgl. diesen target=“_blank“>ZAPP-Bericht

(3)

Horst Seehofer, einer der letzten großen Ironiker der deutschen Politik, verkneift sich an diesem Montag jede noch so kleine Doppeldeutigkeit. „Ich habe ihm gesagt: ‚Du hast meine volle Unterstützung‘. Das gilt und bleibt auch so„, beteuert Seehofer. Das sei keine Pro-Forma-Erklärung: „Wir stehen. Und wir bleiben. Gehen Sie davon aus.“ Und noch einmal, damit es jeder kapiert: „Der Karl-Theodor hat die Unterstützung seiner politischen Familie.“ Dann zieht er das entscheidende Wort in die Länge. „Und zwar un-ein-ge-schränkt.“ (…) Ist ein Rücktritt auszuschließen? „Ja, da habe ich keinen Zweifel„, sagt Seehofer. Um dann noch hinterher zu schieben: „Wenn Sie etwas anderes wissen, dann sagen Sie es.“ Die Sorge bleibt. (Quelle)

(4)

Erstellt wurde die Facebook-Seite mit dem Titel „Gegen die Jagd auf Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg“ vom Mainzer Medienunternehmer Tobias Huch. Er sei zwar FDP-Mitglied, finde aber, dass Guttenberg als Verteidigungsminister einen „guten Job“ mache, sagte der 29-Jährige der Nachrichtenagentur dapd. Mit der Seite habe er seinen eigenen Unmut über die Berichterstattung der Medien und die Attacken aus der Opposition auf den Minister ausdrücken wollen. (Quelle)

(5)

Die SPD kündigte an, es werde eine Aktuelle Stunde im Bundestag zu der Affäre geben. Der SPD-Vorsitzende Gabriel verglich das Verhalten Guttenbergs indessen mit dem des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi. Es könne nicht sein, dass ein Medienstar Sonderrechte genieße, sagte Gabriel. Nach bisherigem Stand des Textvergleichs zwischen Guttenbergs Dissertation und ihren Quellen sind auf siebzig Prozent aller ihrer Seiten ein oder mehrere Plagiate zu finden.(Quelle)

(6)

siehe die Stellungnahme zur heutigen Berichterstattung über Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit der Dissertation von Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg durch Dekan Professor Dr. Markus Möstl

(7)

Karl Theodor Xerox Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Xerox, Name eines großen Kopiererherstellers und im Englischen auch als Verb für eben jene Tätigkeit gebräuchlich, wurde in einem Anfall von humorvollem Vandalismus in den Wikipedia-Eintrag eingefügt. Spiegel Online berichtet darüber heute genussvoll, in der History des Artikels über den Minister findet sich die Änderung jedoch nicht mehr. (Quelle)

(8)

Inzwischen ist bekannt, dass Proben auf jeder zweiten Seite eine hohe Erfolgschance hatten. Die Internetplattform „Guttenplag“ dokumentiert, dass auf 270 von 393 Textseiten unausgewiesene Quellen benutzt wurden. Wer sich Belege dafür anschauen will, kann es auch auf http://gut.greasingwheels.org/ tun. Die längste Lesestrecke, auf der sich bislang kein Plagiat fand, sind die Seiten 39 bis 44, wohingegen beispielsweise zwischen Seite 303 und 359 überhaupt nur drei Seiten ohne Plagiat sind. Das Vorgehen desjenigen, der diese Arbeit geschrieben hat, ist beispiellos in seiner Dreistigkeit. Sie setzt mit einem Plagiat aus einem Zeitungsessay ein, verwendet schon in der zweiten Fußnote Formulierungen aus der „Fischer Länderkunde Nordamerika“, schreibt aus Informationsbroschüren für politische Bildung ab und aus Lesebüchern der Politischen Philosophie, übersetzt amerikanische Aufsätze ohne Quellenangabe, grast durch „graue Literatur“ – also Manuskripte vor ihrer Drucklegung – und Vorträge im Internet und bedient sich aus Hausarbeiten von Studenten. Selbst in Abschnitten mit reiner Sachinformation fand der Autor dafür keine eigenen Worte, sondern lieh sich die Formulierungen aus Seminarreferaten unter hausarbeiten.de aus, um sie als die seinen auszugeben. So etwas ist kein „Fehler“.Denn wie strategisch dabei zu Werk gegangen wurde, zeigen Passagen, in denen aus einem Text erst ausgiebig abgeschrieben wird, um ihn anschließend für etwas anderes als die plagiierten Sätze zu zitieren. Oder, besonders frech: Man schreibt, ohne es zu sagen, einen ganzen Absatz aus einem Aufsatz ab, etwa dem von Michael Stolleis über „Europa nach Nizza“ und setzt ans Ende die Fußnote: „Ebenso Michael Stolleis, ,Europa nach Nizza‘“. Ja, genau: Stolleis sagt dasselbe wie Stolleis. Der Ausdruck „mühevollste Kleinarbeit“, den der Minister in seiner Erklärung zu dem Umständen seiner Promotion bemühte, passt. Eine so aufwendige und liebevoll hergestellte Täuschung findet man in der jüngeren deutschen Universitätsgeschichte nicht so leicht. Wer hier am Werk war, wusste, was er tat, und dass es nicht gestattet ist. (Quelle)

(9)

Auffallend ist nach wie vor sein Realitätsverlust und der Eindruck vollends die Kontrolle verloren zu haben. Erneut behauptete er, er hätte diese Dissertation selbst geschrieben und höchstens „an der einen oder anderen Stelle“ einen Fehler gemacht zu haben“. Die Flucht nach vorn ist misslungen und von und zu Guttenberg, der noch vor ein paar Tagen behauptete die Vorwürfe seien „absurd“, strauchelt wie ein schwer angeschlagener Boxer durch die Affäre die noch lange nicht beendet ist.Der Applaus, der ihm von den in Kelkheim versammelten CDU Mitgliedern gezollt wurde, muss für viele Deutsche erschreckend sein. Der Beifall zeigte wie weit der moralische Verfall der Partei bereits vorangeschritten ist. Lügen, Betrug, Unehrlichkeit, Unaufrichtigkeit und der augenscheinliche Hang zu Personen, die es mit dem Gesetz nicht so genau nehmen, scheinen bei CDU/CSU eine Heimat gefunden zu haben. (Quelle)

(*) Der Autor gibt vorsichtshalber die noch nicht vorhandene Doktorwürde respektvoll zurück, da nicht auszuschließen ist, das es zu bedauerlichen Fehlern und Mißverständnissen gekommen ist, soweit es den obigen Artikel betrifft

Guttenberg, die Grünen und der ganze Rest: „Wir haben es satt!“ – eine Wutbürgerinitiative

Wir sind als Bürger ja glücklich. Wir leben in einer Demokratie. Wenn wir was ändern wollen, dann können wir das auch. Zum Beispiel bei der Atomkraft: wir haben Bürgerinitiativen gegründet, eine Partei formiert, Wahlen gewonnen: und schon war alles klar mit der Atomkraft. Zwar stehen immer noch Atomkraftwerke herum, verstrahlen unsere Kinder und produzieren giftigen Müll, aber man hat uns versichert, das sei jetzt alles anders als früher.

Oder die Friedensbewegung: als wir anfingen, war Deutschland ein kleines Land, dessen Soldaten höchstens mal zum Üben nach Kanada kamen, aber sonst war klar: von diesem Land wird nie wieder ein Krieg ausgehen. Damals haben wir „Frieden schaffen ohne Waffen“ skandiert, um die Pershings loszuwerden und eine friedliche Welt zu schaffen. Wir haben Bürgerinitiativen gegründet, eine Partei formiert, Wahlen gewonnen: von Pershings redet heute mein Mensch mehr, und damit das auch so bleibt, sind deutsche Soldaten in Afghanistan einmarschiert.

Oder die Umweltbewegung. Auch da haben wir kräftig zugelangt: Bürgerinitiative gegründet, eine Partei formiert, Wahlen gewonnen und haben dreissig Jahre später ein Rekordartensterben.

Wir haben wirklich richtig was bewegt.  Oder – wir hätten was bewegen können, wenn wir nicht die Grünen gewählt hätten, deren Superstar Joschka Fischer sich erst unlängst Helmut Kohl zurückgewünscht hat. Die Grünen … waren nämlich eine Mogelpackung, wie Jutta Ditfurth jetzt im Spiegel schreibt:

Jutta Ditfurth: Am Beispiel der Grünen lässt sich das neokonservative Rollback in diesem Land sehr gut zeigen – das ist das Thema des Buches. Ich habe mir angesehen, wie die Grünen ihre Wähler einbinden, obwohl sie oft das Gegenteil von dem tun, was sie sagen: Bei der Atomkraft, in Kriegs- und in sozialen Fragen. Die Grünen sind Meister in der Kunst des Verrats.

Den Verdacht hatte ich irgendwie auch schon. Immerhin habe ich das Desaster live an der Basis mitbekommen.

Nein, sie wollen nur genauso viel Protest, wie sie brauchen, um in die Regierung zu kommen. Sie haben 2004 im Bundestag und im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn für Stuttgart 21 gestimmt, das verschweigen sie gern. Sie könnten eine Volksabstimmung für Stuttgart fordern, immerhin handelt es sich ja um den Stuttgarter Bahnhof. Stattdessen wollen sie ein Plebiszit für ganz Baden-Württemberg. Damit wird der Tiefbahnhof kommen, weil viele Kleinstädter im Umland scharf auf den unterirdischen Bahnhof sind.

Tarnen, tricksen, täuschen … der Durchschnittsgrüne entwickelt systematisch jene asozialen Qualitäten, die man Arbeitslosen gerne vorwirft. Kein Wunder, das Politiker ein solches Bild von ihren Mitmenschen haben … sie können sich anderes Sozialverhalten wahrscheinlich gar nicht vorstellen – und jetzt weiß man auch, warum – wie die Welt heute berichtet:

Die drei IZA-Wissenschaftler Andreas Peichl, Nico Pestel und Sebastian Siegloch haben das Einkommen der 599 Bundestagsabgeordneten (MdB) inklusive ihrer Nebeneinkünfte mit dem Verdienst von Führungskräften wie Beamten, Selbstständigen mit Führungsverantwortung, Meistern oder Managern verglichen. Die Forscher förderten ein erstaunliches Ergebnis zutage: Demnach verdiente ein Bundestagsabgeordneter im Jahr 2006 inklusive Nebeneinkommen rund 106.000 Euro brutto im Schnitt – und damit 30.000 Euro mehr als Führungspersönlichkeiten in anderen Berufen.

Na, da ist doch jetzt klar, wohin der Hase läuft, oder? In diesem hochverschuldeten Land, das keine fünf Euro für Arbeitslose übrig hat und deren Kinder verrotten läßt, greifen die Verwaltungsangestellten und Volksvertreter mit großen Händen zu. Bei solchen Summen ist es auch wirklich egal, mit welchem Thema man die Wahl gewinnt, Hauptsache man ist Sieger.  Umwelt, Frieden, Gerechtigkeit … alles egal, Hauptsache die eigene Kasse stimmt.

Sowas kann schon mal wütend machen … so wütend, das man zur Gegenwehr greift, wie unser Selbstverteidigungsminister gerade merkt, denn hier geschah laut Spiegel etwas Wunderbares:

Im Web bei GuttenPlag Wiki läuft die Prüfung dagegen schon auf Hochtouren. Nur zwei Tage dauerte es, bis die Aktivisten eine beeindruckende Zwischenbilanz vorlegen konnten: Auf 247 von 407 Seiten habe man Plagiate gefunden, teilten sie am Samstag mit.

Das Tempo, mit dem die Web-Gemeinschaft vorgeht, ist erstaunlich. Erst am 17. Februar hatte PlagDoc die Aktion ins Leben gerufenMit der kostenlosen Online-Office-Software GoogleDocs legte er ein Dokument an, in dem Freiwillige Plagiat-Fundstellen zusammentragen sollten. Frühmorgens um 4.30 Uhr rief er via Twitter zur Mitarbeit auf – und musste schon nach nicht einmal sechs Stunden die Segel streichen.

Ganz ohne Gründung einer Bürgerinitiative oder Formierung einer Partei schießen die einfach den Lieblingspolitiker der deutschen Medien ab. Dabei hat der doch – wenn der Verdacht sich erhärten sollte nichts anderes gemacht als viele andere auch: von der Leistung anderer leben. Deshalb heißt diese Kaste ja auch „Leistungsträger“, obwohl „Leistungsräuber“ ihre Leistung noch präziser beschreiben wurde, weil sie ja nicht nur die Lebensarbeitsleistung ihrer Mitbürger tragen … sie tragen sie auch fort aufs eigene Konto.

Auch so was kann schon mal schlechte Laune machen.

Was Guttenberg und die Grünen auszeichnet, sind ausgezeichnete Kontakte in die USA – nochmal Jutta Dittfurth:

Özdemir war 2002 nach der Bonusmeilen-Affäre und dem Skandal um einen Privatkredit, den er von dem PR-Berater Hunzinger bekommen hatte, eine Zeitlang aus der deutschen Öffentlichkeit verschwunden. Er war in den USA, gefördert vom German Marshall Fund, und hat eine Art Zusatzausbildung gemacht. Danach folgte der steile politische Aufstieg – und plötzlich sitzt er in allen möglichen Gremien, die immer etwas damit zu tun haben, wie sich Europa und Deutschland zu den USA verhalten.

Einen ähnlich steilen Aufstieg hatte auch der Nicht-mehr-Doktor … und manche vermuten, das es sich bei ihm nur um einen weiteren Agenten der Konzernherren der USA handelt, wie bei Zeitgeist-online ausgeführt wird:

Die finanziell hochpotenten Kreise, die den CFR unterhalten, haben eine klare Vorstellung davon, wie die Welt nach ihrem Wunsch und Willen modelliert werden soll. Diese Vorstellungen überschneiden sich streckenweise mit neoliberalen, neokonservativen oder US-amerikanischen geostrategischen Interessen, kommen aber nie 100%ig mit diesen zur Deckung, denn es handelt sich um Interessen „sui generis.“ Die Aufnahme in dieses Einflussgremium steht folglich nicht jedem politisch Interessierten offen, sondern erfolgt nach eigenen Regeln.

Der CFR unterhält ein von David Rockefeller bezahltes Denkfabrikprogramm, dass sich in drei Zentren unterteilt: Das Center für Präventivaktionen, das Greenberg Center für geoökonomische Studien und das Zentrum für universale Erziehung.

Da stoßen wir genau in jene Bereiche hinein, die seit über sechzig Jahren Weltpolitik  manipulieren, oft erwischt worden sind … aber immer weiter wurschteln konnten – und vielleicht jetzt auch im arabischen Raum für eine umfassende Neustrukturierung sorgen.

Nur in Deutschland ist die ehemalige Besatzungsmacht USA überhaupt nicht aktiv an der Gestaltung der Politik beteiligt, weshalb wir ja auch überhaupt keine Ideen von denen übernehmen. Wir sind Freunde, und deshalb kommen in den USA geschulte deutsche Politiker auch immer wie selbstverständlich in die wichtigsten deutschen Gremien – und wer richtig gute nützliche Konzernpolitik macht, wird nach einem kurzen Gastauftritt in der Politik auch noch zusätzlich mit Vorstandspöstchen überschüttet.

Auch so etwas kann richtig wütend machen.

Manche sind sogar so wütend, das sie die Nase voll haben von dem politischen Alltagsbrei und eine Bürgerintiative gründen – eine Wutbürgerinitiative:

„WIR HABEN ES SATT!“

Die ist noch ganz neu. Noch sind es wenige. Der Auftritt ist technisch nicht so brilliant … aber der (leider nicht kopierbare) Text drückt das Lebensgefühl der überwältigenden Mehrheit des Volkes wenn nicht sogar der ganzen Menschheit aus: WIR HABEN ES SATT!

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Ich weiß, das viele Menschen Angst haben – auch davor, das der Fallmanager des Jobcenters ihnen das Essen fortnehmen kann, wenn ihm die politischen Aktivitäten nicht gefallen.  Angst davor, sich öffentlich zu äußern, weil der Arbeitgeber sonst mit Kündigung reagieren könnte. Angst davor, das all jene schlimmen Gerüchte im Netz wahr sein könnten und das Politiker wirklich zu einer Funktionärskaste degeneriert sind, die brutal und gnadenlos nach dem Volksvermögen greifen, das der Einsatz der Bundeswehr im Inneren schon längst geplant … und bald auch notwendig … sein könnte.

Vielleicht aber gibt es noch Hoffnung, denn … in Wirklichkeit sind es nur wenige Menschen, die von dem System profitieren. Nur die, die auf Barbados sichere Häuser unterhalten und diese jederzeit ohne öffentliche Verkehrsmittel erreichen können, haben genug beiseite geräumt, um sich nach dem völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch der Eurozone aus dem Staub machen zu können. Alle anderen haben ein gesundes Eigeninteresse, die Ausplünderung der Volkswirtschaft zugunsten von Boni, Gehältern und Bezügen zu verhindern … das gilt auch für sehr viele Reiche, die ihr Geld in dieser Wirtschaft stecken haben.

Jenseits der rechts/links-Kommödien, die uns täglich von den Medien als ewige Seifenoper vorgeführt werden gibt es eine große Mehrheit von Normalbürgern, die einfach wollen, das Politik und Wirtschaft ihren Job machen: Wohlstand für alle ohne Schulden schaffen! Das ging doch auch mal jahrzehntelang ganz gut – ist also keine wirklichkeitsfremde Utopie. Das ging sogar Jahrtausende lang gut, denn im Prinzip ist jede Kultur von den Normalbürgern aufgebaut worden, bevor sie von der Funktionärselite mit dem Wunsch nach leistungslosem Einkommen in Millionenhöhe zugrundegerichtet wurde.

Normalbürger brauchen keine Titel, keine Ländereien, kein Schloß mit dreissig Zimmern. Ein Heim, eine Arbeit, Freunde, Familie …. das reicht doch schon. Wir brauchen keine Ländereien zur Pferdezucht, keinen Privatstrand, keinen eigenen Jet … ja, wenn der Nahverkehr funktioniert, brauchen wir noch nicht mal ein Auto.

Wir wären ökologisch außerordentlich bescheiden, wenn man uns nur lassen würde. Wir würden gerne wieder der Politik vertrauen, das sie ihren Job macht, für den wir sie außerordentlich gut bezahlen. Wir würden gerne auch der Wirtschaft Land und Infrastruktur sowie Arbeitsleistung zur Verfügung stellen, so das wir alle zusammen unser kleines eigenes Paradies aufbauen können – so, wie es ja auch eigentlich das Ziel demokratischer Gesellschaften sein sollte.

Aber von dem, was tagaus tagein hier präsentiert wird, haben wir die Schnauze gestrichen voll, oder, vornehm ausgedrückt:

WIR HABEN ES SATT!

Und darum gibt es jetzt eine Wutbürgerinitiative. Wenn daraus eine Wutbürgerpartei wird, dann wüßte man wieder, wem man sein Vertrauen schenken kann.

Wir haben es satt! … das hatte sich dereinst auch ein Luther gedacht und sich auf den Weg gemacht. Seine ersten Schritte waren auch noch keine Weltreligion.


Koreakrieg 2.0, Weltkrieg 3.1 und unbequeme Wahrheiten über deutsche Soldaten in China

Es ist jetzt über fünzig Jahre her, da hatten wir eigentlich schon den dritten Weltkrieg. Nach dem Sieg über Nationalismus und Nationalsozialismus führten Kapitalismus und Kommunismus Krieg in Korea. Der Krieg breitete sich zwar nicht weltweit aus, dafür war aber die Welt beteiligt. Auf der einen Seite: China, Russland und Nordkorea, auf der anderen Seite Südkorea und die UN.

Der Krieg dauert bis heute an, es gibt im Prinzip – wie auch bei den Feinden des zweiten Weltkrieges – nur einen Waffenstillstand. Wird der Waffenstillstand durch Waffengewalt gebrochen, kann man also zu Recht wieder davon sprechen, das Krieg ist.

Die vor kurzem versenkte Fregatte war noch mit Mühe und Not als Unfall, als Irrtum oder als einzelgängerischer Akt eines verwirrten U-Boot-Kapitäns durchgegangen. Zu groß wäre der Schaden für die Börse, wenn man sich der Wahrheit stellen würde, das dort unten wieder ein Krieg ausbricht. Dabei waren Kriege für die Wirtschaft der USA immer ein großer Gewinn, ja, man kann sagen: dieses Land ist durch seine Kriege überhaupt erst zur Weltmacht geworden. Ist ja auch eine Eroberernation, da liegt das kriegerische Element schon im Blut.

Kein Wunder also, das Obama laut Tagesschau gleich an die Seite seiner Verbündeten eilt:

US-Präsident Obama ist empört über den nordkoreanischen Artilleriebeschuss der Insel Yeonpyeong. Er will den Konflikt aber offenbar nicht anheizen und beordert vorerst keine weiteren Truppen in die Region. Doch er sicherte Südkorea vollen Rückhalt zu.

Nun – er hat ja auch keine Truppen mehr.  So oft, wie erwähnt wurde, das die USA neben Afghanistan und Irak keinen weiteren Einsatz mehr aushalten, dürfte das auch in Nordkorea angekommen sein. Man schießt ja auch nicht umsonst auf Spaß auf ein anderes Land, mit dem man sich noch im Krieg befindet.

Die FAZ blickt deshalb voller Hoffnung nach Peking – was man von Deutschland aus ja immer gerne tut.

Die militärische Provokation Nordkoreas könnte Ergebnis ungeklärter Machtverhältnisse im kommunistischen Regime sein. Die Führung scheint in deutlich kriegerischerer Stimmung zu sein als in der jüngeren Vergangenheit. Die Lösung für den Konflikt liegt in Peking.

Da schlägt die ZEIT schon ganz andere Töne an

Es ist die wohl gefährlichste Krisensituation seit dem Ende des Koreakrieges 1953: Nordkorea hat mindestens 200 Granaten auf die grenznahe südkoreanische Insel Yeonpyeong im Gelben Meer gefeuert. Zwei südkoreanische Soldaten starben, mehrere wurden verletzt, zahlreiche Häuser gerieten in Brand. Unmittelbarer Auslöser für den nordkoreanischen Beschuss dürfte ein Manöver Südkoreas vor der Westküste gewesen sein. Dabei seien laut einem südkoreanischen Militärvertreter Dutzende Geschosse getestet worden, diese hätte man jedoch in Richtung Westen und nicht in Richtung Norden abgefeuert. Pjöngjang soll mehrere Protestnoten gegen die Übung der Kriegsmarine an Seoul geschickt haben.

Das südkoreanische Manöver begann am Montag, nur drei Kilometer von der Seegrenze zum Norden entfernt. Diese sogenannte Northern Limit Lineist umstritten zwischen den beiden Staaten, die offiziell immer noch im Kriegszustand sind. Sie wurde nach dem Ende des Koreakrieges 1953 von den UN festgelegt, da es keinen Friedensvertrag gab. Allerdings hat Nordkorea die Grenze nie akzeptiert. Mit dem Beschuss Yeonpyeongs erhofft sich das Regime möglicherweise, seine Position für spätere Verhandlungen um einen Friedensvertrag zu stärken.

Ein paar hundert Granaten abzuschießen dient nicht immer dem Frieden, denke ich. Man hat normalerweise was anderes im Sinn, wenn man Granaten auf ein verfeindetes Land schießt.

Natürlich denkt man: keiner wird doch so blöde sein, einen Krieg zu wollen – mitten in der Wirtschaftskrise. Nun – der Nutzen für die USA liegt klar auf der Hand: das gibt wieder Aufschwung. Und die USA sind seit einigen Jahren eine Nation, die schon mal gerne grundlos in andere Länder einmarschiert, einfach … weil manes kann und weil gewisse wahlkampffinanzierende Kreise sich eine goldene Nase daran verdienen können.

Zudem wird China frech. Das deutsche Bild vom freundlich konsumierenden, ewig lächelnden Chinesen ist da etwas einseitig. China hat als Nation eine lange, imperiale Tradition. China ist eine der ältesten Kulturnationen der Menschheit … eigentlich DIE älteste Kulturnation der Menschheit. Aus der Sicht vieler chinesischer Gelehrter sind wir … schlichtweg Barbaren. Wir waren früher Barbaren, wir sind heute Barbaren und werden es immer bleiben.  Allein schon, wie wir Akupunktur betreiben … einfach barbarisch.

Selbst wenn die kommunistische Partei Chinas ihr kommunistisches Sendungsbewußtsein verkauft haben sollte (wovon ich persönlich erstmal nicht ausgehen würde), so hat man es immer noch mit einem gestiegenem Nationalbewußtsein zu tun … und einer Nation, die (hier bei OpenPr) auf sanfte Weise sehr aggressiv ist:

Nun, wo China in großem Umfang seine Staudämme baut und Wasserkraftwerke betreibt und seine Autorität geltend macht, wird dies, so Solomon, größere Auswirkungen auf das jahreszeitlich bedingte Wasservolumen, die Wasserqualität und das Ökosystem der Flüsse weiter abwärts haben, und damit auf die Nahrungsmittelsicherheit, die Energiegewinnung und die politische Stabilität ihrer Anrainerstaaten.

Insbesondere beobachtet Indien mit großem Argwohn, wie China riesige Staudämme am Brahmaputra (2) baut, und ist – all den gegenteiligen Behauptungen und Beschwichtigungen Pekings zum Trotz (3) – sehr besorgt, daß China Wasser aus diesem Fluß ableiten könnte, um sein gigantisches Nord-Süd-Wasser-Umleitungsprojekt zu speisen.

Welch´ Zufall, das man sich das tibetische Hochland früh genug gesichert hat, in dem man diese Projekte jetzt durchführen kann. Da hat man den Satz, das zukünftige Kriege um Wasser geführt werden,  sehr ernst genommen. Es geht aber noch nicht um Wasser. Es geht erstmal noch und wieder  (AG Friedensforschung) ums Öl … und Saddam Hussein könnte ein Lied davon singen, was geschieht, wenn man zwischen die Amerikaner und ihr Öl gerät – wenn er denn noch singen könnte.

In seiner Konferenzrede bezeichnete der US-amerikanische Verteidigungsminister das Südchinesische Meer als »Gebiet wachsender Besorgnis«. Seine Regierung sei gegen »Aktionen, die die Freiheit der Schiffahrt behindern«. Außerdem widersetze sie sich »jedem Versuch, auf Unternehmen der USA oder irgendeiner anderen Nation, die legitime wirtschaftliche Aktivitäten betreiben, Druck auszuüben«. Gates spielte damit auf ein Problem an, das im Juli 2009 zu Spannungen zwischen Washington und Peking geführt hatte. Die chinesische Regierung hatte damals US-Firmen verwarnt, die in einem gleichermaßen von China wie Vietnam beanspruchten Seegebiet mit vietnamesischer Genehmigung Ölbohrungen durchführen wollten. Der »Druck« bestand lediglich in der Ankündigung, daß diese Unternehmen bei Fortsetzung ihrer Tätigkeit mit Nachteilen auf dem chinesischen Markt rechnen müßten. Der US-Regierung, die selbst in großem Maßstab mit Sanktionen gegen ausländische Firmen agiert, scheint diese Reaktion bis heute unerträglich.

Sowas geht in der bundesdeutschen Öffentlichkeit schnell unter – weil es ja auch die schöne deutsche Handelswelt gefährden könnte. Dabei ist die Situation aus der Sicht der Chinesen sehr ernst … und ist sicher seit dem Irak-Krieg, der zeigte, das die USA mitlerweile auch aggressiv militärisch agieren, nicht beruhigender geworden, siehe AG Friedensforschung:

Die New York Times nahm die Ereignisse am 23.April zum Anlaß für einen großangelegten Alarmruf unter dem Titel »Die chinesische Seemacht dehnt sich auf von den USA beherrschte Gewässer aus«. Zwar enthält dieser Artikel mittendrin auch die sachlich schwer zu bestreitende Feststellung: »Die Ausdehnung auf den Meeren wird China in naher Zukunft nicht zu einem ernsthaften Konkurrenten der amerikanischen Seeherrschaft machen. Es gibt wenig Anzeichen, daß China aggressive Absichten gegen die USA oder andere Staaten hat.« Ansonsten war der Artikel aber eher auf das Produzieren von Aufgeregtheit angelegt.

In diesem Zusammenhang wurde Robert F. Willard, der Chef der US-Marine im Pazifik, zitiert. Der Admiral hatte während eines Ausschuß-Hearings im Abgeordnetenhaus am 23. März die Entwicklung der chinesischen Streitkräfte als »ganz schön dramatisch« bezeichnet. Insbesondere hatte Willard den für das US-Denken bezeichnenden Vorwurf erhoben, China entwickle militärische Kapazitäten, die offenbar darauf gerichtet seien, »die Handlungsfreiheit der USA in der Region in Frage zu stellen«. Das Militär der Vereinigten Staaten spricht von »anti-access and area denial strategies«, also von Strategien, deren Ziel es sei, den US-Streitkräften den »Zugang« zu bestimmten Gebieten – wohlgemerkt in unmittelbarer Nähe des chinesischen Festlands – streitig zu machen. Das gilt aus vorherrschender amerikanischer Sicht als unzulässig und nicht hinnehmbar.

Der Anspruch der US-Marine, ständig und überall jederzeit landen zu können wie es ihnen gefällt, ist für die USA selbstverständlich. Selbstverständlich wird damit auch den Chinesen das Recht abgesprochen, ihre Küsten verteidigen zu dürfen – was schon ziemlich nerven kann, wenn man Chinese ist. Denkt man aber noch weiter, wird es richtig windig:

Indessen haben die herrschenden Kreise der USA auf Chinas »Kernfragen« niemals viel Rücksicht genommen. Sie beliefern Taiwan massiv mit Waffen und unterhalten regelmäßige gute Beziehungen zu den tibetischen Separatisten. Auch die explizite Drohung von US-Präsident Barack Obama vor einigen Wochen, Atomwaffen gegen Nordkorea, also in unmittelbarer Nähe des chinesischen Festlands, einzusetzen, demonstriert den völligen Mangel an Respekt gegenüber China. Trotzdem hat die chinesische Regierung gegen diese Äußerung nicht einmal protestiert.

Auch zu den Raketenabwehrplänen der USA hält Peking sich mit Kritik zurück, obwohl diese für China weitaus gefährlicher sind als für Rußland. Denn da die chinesischen Streitkräfte nur über sehr wenige Raketen verfügen, die Atomsprengköpfe bis in die USA tragen könnten – vermutlich deutlich weniger als 100 –, droht eine funktionierende amerikanische Raketenabwehr, Chinas ohnehin nur geringe nukleare Zweitschlagskapazität mehr oder weniger vollständig auszuschalten. Das könnten die USA als Einladung zu einem massiven Atomangriff gegen das chinesische Festland verstehen. China hat als einzige der Atommächte von Anfang an unmißverständlich erklärt, daß es niemals und unter keinen Umständen als erste Nuklearwaffen einsetzen wird.

Selbst wenn man an ein friedliches Krämerseelenchina glaubt, wird es langsam klar, das es manchen chinesischen Politiker das Gefühl beschleichen kann, das einem das Wasser bis zum Hals steht, erst recht, wenn man mal weiter in die US-Politik schaut:

Trotz der chinesischen Zurückhaltung verstärken sich in den USA einflußreiche Stimmen, die für einen aggressiven Konfrontationskurs plädieren. Im Kongreß könnte sich dafür wahrscheinlich eine bequeme Mehrheit finden lassen. Jeder feindselige Antrag gegen China wird dort von mindestens 95 Prozent der Abgeordneten und Senatoren beider großen Parteien durchgewinkt. An der Spitze der propagandistischen Scharfmacherei stehen schon seit Jahren Politiker wie der demokratische Senator Charles Schumer und die republikanische Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen, die zugleich auch führende Vertreter der Pro-Israel-Lobby sind.

Dieser Artikel (ursprünglich von Knut Mellenthin in der jungen Welt veröffentlicht) stammt vom Mai 2010. Am 7.November meldete unter anderem der Standard, das die USA in Zusammenarbeit mit ihren Verbündeten vor Ort ihre Militärpräsenz in Asien ausbauen wollen.

Die Berliner Zeitung zeigt vielleicht deutlicher, wie es in Peking gerade aussieht … und warum die vielleicht gar nicht so friedlich gestimmt sind, wie BMW und DaimlerBenz es gerne hätten:

Viel deutlicher hätte Washington nicht machen können, dass die Terrorismusbekämpfung in Asien eng mit einem anderen strategischen Interesse verknüpft ist – der Einkreisung Chinas. Seit dem Tag der Attentate in den USA am 11. September 2002 glückte den USA ein Unterfangen, das als schier unmöglich galt: die Etablierung von Militärbasen beziehungsweise Militärberatergruppen von Zentralasien über Afghanistan bis hin nach Indonesien und die Philippinen. Im Osten Asiens setzt sich der Bogen um China mit den schon im Kalten Krieg geschaffenen US-Basen im Pazifik, in Südkorea und Japan fort.

Und je besser man sich mit Russland versteht umso enger wird der Ring um China.

„Die Lösung für den Konflikt liegt in Peking“, sagt die FAZ. Vielleicht teilt man aber angesichts der geostrategischen Offensive der USA nicht die Friedenssehnsucht der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sondern bekommt schlichtweg gerade Panik, was erst geschieht, wenn der Raketenschutzschirm steht …. und die USA ihre Wirtschaftsinteressen (dann wohl – dank Guttenberg – mit deutscher Hilfe) in China und Asien mit ganz anderen Mitteln durchsetzen können.

Aus der chinesischen Perspektive ist es vielleicht ganz nützlich, mal wieder den kleinen nordkoreanischen Kampfhund von der Leine zu lassen. Dann können sich amerikanische und chinesische Truppen wieder direkt bekämpfen, ohne das sich der verdeckte Krieg der USA gegen China in einen offenen Krieg verwandelt.  Ach – und wie schön, das da ja eigentlich auch noch offiziell Krieg ist, da muß man nicht noch umständlich diplomatische Noten austauschen.

Für Deutschland wäre natürlich die Wahrheit angenehmer, das man es  mit Wahnsinnigen in Korea zu tun hat – wie es auch die Welt formuliert:

Die irrlichternde Führung um Diktator Kim Jong-il zeigt schon lange keine rationalen Züge mehr.

Dabei … was haben die schon zu verlieren? Was kann ein hungerndes Volk mit Atombomben schon groß in einem Krieg gegen ein reiches Volk ohne Atombomben verlieren? Und welches Interesse sollte China schon groß an einer unbegrenzten Ausweitung der US-amerikanischen Militärbasen haben?

Seltsam übrigens, das die Installierung chinesischer Militärbasen in Südamerika nicht so groß ins Gewicht fällt … die gibt es einfach nicht.  Aber einen immer unangenehmeren Wirtschaftskonkurrenten der USA auf den Weltmärkten. Aber das die USA zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen Militär einsetzen, ist in einem demokratischen Rechtsstaat undenkbar, an so etwas denkt nur ein Adeliger wie zum Beispiel der Herr Guttenberg. Ups … moment … sie haben ja schon zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen Militär eingesetzt. Was heißt denn das jetzt eigentlich für die Qualität der Demokratie in den USA … und die Qualität jener Demokratie, die Guttenberg für Deutschland will?

Ich schreibe mal lieber nicht weiter, sonst bin ich noch wegen „Wehrkraftzersetzung“ dran. Und ich sage auch nichts mehr zu dem Thema „Barbaren“.

Guttenbergs Träume vom Weltreich der Bundeswehrmacht

Der Adel zeichnet sich ja hauptsächlich dadurch aus, das „Hauptberuf Sohn“ dort über Generationen als gesellschaftlich akzeptables Modell gefeiert wurde und wird.  Geht man allerdings die zum Teil jahrhundertealte Kette der Söhne zurück, was findet man dort? Einen üblen Lumpen.  Am Anfang eines jeden großen Vermögens steht ein übler Lump – besonders dort, wo noch Titel getragen werden.

Es mag sein, das die Vorstellung vom Paradies gerade aus den Zeiten resultierte, als es noch keinen Adel gab, das er gerade die Schlange repräsentiert – allerdings eine Schlange, die mit Feuer und Schwert ins Paradies eingefallen ist um sich selbst die Äpfel zu klauen.

Was macht einen Adeligen zum Adeligen? Er rottet erstmal eine Bande von Habenichtsen und Tunichtguten zusammen, von Menschen, die anstatt ihre Arbeit zu tun lieber vom leistungslosen Einkommen träumen und dafür auch über Leichen gehen. Dann zieht man los und fällt über ein Gebiet her, das man sich mit Gewalt untertan macht: man erschlägt die wehrfähigen Männer, schwängert die Frauen und brennt auch erstmal die Ernte nieder, damit die Leute die nächsten Monate erstmal doppelt so schnell rennen müssen um ihre überlebenden Kinder über den Winter zu bringen.

Schließlich – wenn man so lange genug herumgewütet  hat – läßt man sich von seinen neuen Arbeitssklaven eine feste Burg bauen, von der man dann aus täglich die Peitsche über die eroberten Gebiete schwingt und sie solange vergrößert, bis … ja bis … man auf einen anderen König und sein Terrorreich stößt. Dann gibt es entweder Krieg oder man besitzt eine hübsche Tochter, die man zum Zwecke des Bündnisses erfolgreich vermarkten kann.

Geht man dann weiter in der Zeit, verfolgte die Linie der Söhne von Söhnen von Söhnen von Söhnen, so findet man irgendwann einen deutschen Verteidigungsminister, der vorher Wirtschaftsminister war, der auch wieder den Traum vom Weltreich träumt, zum Beispiel in der „Zeit„:

Es gelte in gewissen Kreisen immer noch als „überaus verwegen“, den Zusammenhang zwischen Sicherheitspolitik und Wirtschaftsinteressen herzustellen, monierte der CSU-Politiker auf einer Konferenz in Berlin. Dies habe auch Köhler zu spüren bekommen, der für den Verweis auf diesen Kontext „fürchterlich geprügelt“ worden sei.

Der Minister sprach sich dafür aus, in der Sicherheitspolitik „offen und ohne Verklemmung“ auf wirtschaftliche Interessen einzugehen. Denn dieser Zusammenhang sei im Grunde etwas Selbstverständliches.

Jedenfalls ist es für einen Adeligen etwas Selbstverständliches, in andere Ländereien mit Waffengewalt einzudringen und sich zu bereichern. Das ist ein Geschäft, das man versteht, das man schon seit Jahrhunderten erfolgreich ausgeübt hat.

Das sind jene Momente, in denen man sich wünscht, die Revolutionäre hätten alle Adeligen in Europa mit Stumpf und Stil ausgerottet, denn diese Form von vererbbarer Räuberei gehört nicht in zivilisierte Landschaften. Nun geht es leider nicht mehr – der Adelige genießt den Schutz des bürgerlichen Gesetzes, genau jenes Gesetzes, das uns vor seiner Räuberei schützen sollte.  Aber müssen wir den wirklich auch noch die Großmachtsphantsasien des Räuberadels unterstützen?

„Offen und ohne Verklemmung“ würde ich gerne fordern, das man alle „von und zus“ aus Gründen gesellschaftlicher Notwehr an die Wand stellt und ihre Besitztümer schleift, diesmal BEVOR sie die Welt wieder mit Krieg überziehen. Da ich aber ein demokratischer Bürger aus einem demokratischen Rechtsstaat bin, bin ich gewillt, auch die Niederungen des Adels im Lande zu ertragen und aus gutem Grund von solchen Forderungen Abstand zu nehmen … allerdings käme mir eine Erbschaftssteuer von 99,99% in den Sinn, die mit den Sohnemannberufen in diesem Lande endgültig Schluß macht – und damit hoffentlich auch mit ihren perversen Phantasien.  Wir sind die Kreise, in denen es als verwegen gilt, mit Waffengewalt andere Länder und ihre Bürger zu bedrohen, wir sind es auch, die verstehen, das unsere Handelswege nicht umsonst angegriffen werden – unsere Konzerne sind weltweit nicht gerade als barmherzige Samariter unterwegs.

Es „gilt in gewissen Kreisen immer noch als überaus verwegen“, die Ausrottung des Adels zu fordern, weil er im Grunde eine terroristische Vereinigung ist, die sich von den Taliban nur durch ihre Finanzkraft unterscheiden – und durch die Tatsache, das er sich hinter dem bürgerlichen Gesetzbuch versteckt und von dort aus seine Pläne im Verborgenen strickt … oder wie soll ich mir erklären, warum die hauptsächlich immer noch untereinander heiraten? Ist Inzucht jetzt neuerdings „in“?

Unser Guttenberg, obenauf auf dem Schützenpanzer, wie er stolz wieder durch die Ukraine brettert und in guter alter Kolonialherrenmanier (jener weltweiten Ausbreitung des feudalistischen Gedankens) Kanonenboote in aller Herren Länder schickt gehört eindeutig auf den Müll der Geschichte. Soll man ihn enteignen, weil seine Gedankenbrut eine Gefahr für die freiheitliche demokratische Gesellschaftsordnung (und vor allem für das Leben unserer Nachbarn) darstellen und Eigentum immer mit Verantwortung und der Fähigkeit zur Verantwortung einhergehen sollte.

Noch so viel Haargel kann nicht darüber hinwegtäuschen, das hier jemand zu den Wurzeln gesellschaftlicher Barbarei zurückgekehrt ist – was der Wirtschaft natürlich gefällt, wie man ebenfalls in der Zeit lesen kann:

Zu den neuen Aufgaben der Bundeswehr gehöre auch die Wahrung der wirtschaftlichen Interessen, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, dem Nachrichtenmagazin Focus. Für den Exportvizeweltmeister Deutschland „wäre es eine Katastrophe, wenn die Handelswege, insbesondere nach Südostasien dauerhaft eingeschränkt oder bedroht wären“, sagte Driftmann. „Die dürfen wir nicht Piraten überlassen.“

Stimmt, die Handelswege sollten wir selbst bedrohen.

Wenn wir Politik weiterhin und wieder mal dem Adel und den Pfeffersäcken überlassen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn irgendwann chinesisch-indisch-brasilianische Truppen vor Berlin stehen … oder welche Koalitionen sich da auch immer bilden werden, um die deutschen Weltherrschaftsphantasien wieder einmal in die Schranken zu weisen.

Es wird wohl Zeit, das die Waffe der Enteignung zum tagtäglichen Gebrauch kommt, bevor gewisse Knilche mit Wirtschafts- und Politikmacht wieder Unsinn anrichten.

Adel verpflichtet,  Eigentum verpflichtet – und wem das zuviel ist, ja … dem kann geholfen werden. Wer mit Macht und Verantwortung nicht umgehen kann, kann immer noch einen Posten am Empfang eines Landhotels besetzen … was ja jetzt auch keine schlimme Art und Weise ist, sein Leben zu verbringen. Da stimmt dann auch die Frisur.

Aber als Verteidigungsminister dürfte der doch jetzt genauso untragbar sein wie der Bundespräsident, der für ähnliche Äußerungen seinen Hut nehmen durfte.

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