Goldman-Sachs

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Europa 2011: die „unsichtbare Hand“ des Marktes wird sichtbar – als Klaue eines Schweinehundes namens Goldman-Sachs

Freitag, 21. Oktober 2011. Eifel. Die Welt freut sich über einen toten Diktator. Gestern meldete der Spiegel noch den Angriff von Nato-Truppen auf den Gaddafi-Konvoi, heute sind schon Flugzeuge daraus geworden, obwohl wir doch wissen, das Bodentruppen die "Aufständischen" auf der Jagd nach Gaddafi unterstützen wollten. Aber - wir wollen noch nicht zu offen von der neuen Welt reden, die sich gerade um uns entfaltet. 

In dieser neuen Welt bekommen die bankrotten Griechen für einen Appel und ein Ei 400 modernste US-Panzer geschenkt (gebraucht, aber die Typen sind gerade weltweit im Einsatz) sowie bis zu vier nagelneue französische "Tarnkappenschiffe" - das Neueste vom Neuesten, für die letztlich dann der deutsche Steuerzahler aufkommen darf. Was sollen die Griechen mit diesen Waffen - ausser vielleicht, den Krieg mit der Türkei suchen? Den pflegt man schon lange:

Freitag, 21. Oktober 2011. Eifel. Die Welt freut sich über einen toten Diktator. Gestern meldete der Spiegel noch den Angriff von Nato-Truppen auf den Gaddafi-Konvoi, heute sind schon Flugzeuge daraus geworden, obwohl wir doch wissen, das Bodentruppen die „Aufständischen“ auf der Jagd nach Gaddafi unterstützen wollten. Aber – wir wollen noch nicht zu offen von der neuen Welt reden, die sich gerade um uns entfaltet.

In dieser neuen Welt bekommen die bankrotten Griechen für einen Appel und ein Ei 400 modernste US-Panzer geschenkt (gebraucht, aber die Typen sind gerade weltweit im Einsatz) sowie bis zu vier nagelneue französische „Tarnkappenschiffe“ – das Neueste vom Neuesten, für die letztlich dann der deutsche Steuerzahler aufkommen darf. Was sollen die Griechen mit diesen Waffen – ausser vielleicht … den Krieg mit der Türkei suchen? Den pflegt man schon lange:

Seit Jahrzehnten sind beide Länder in einen kostspieligen Rüstungswettlauf verstrickt, der vor allem dem viel kleineren Griechenland immer neue Schulden aufbürdet. Mit dem 1999 begonnenen Dialog verband man in Athen vor allem die Hoffnung, das ruinöse Wettrüsten beenden zu können. Aus demselben Grund unterstützt Griechenland auch die EU-Kandidatur Ankaras. Eine in Europa integrierte Türkei werde ein friedlicher Nachbar sein, so das Kalkül.

Man konnte an „entscheidender Stelle“ (Politik, Banken, Rüstungsfirmen) also schon lange sehen, das Griechenland unter dem türkischen Druck zusammenbrechen wird. Seltsamerweise – jedenfalls seltsamerweise für die Bürger, die den Leitmedien bedingungslose Treue geschworen haben – wird dieser Totrüstungsaspekt in den Debatten über die Verschuldungsgründe Griechenlands nie genannt – stattdessen versucht man noch, weiter zu verkaufen.

Aktuell greifen türkische Truppen den Irak an – mit Bodentruppen. Als der Irak mit Bodentruppen Kuweit angriff, gab es Weltkrieg – also Krieg mit der Welt. Natürlich will die Türkei im Irak nur Kurden töten – das scheint erlaubt und unbedenklich. Vielleicht sind die alle arbeitslos?

Portugal spart sich gerade kaputt, die Süddeutsche berichtet von „dramatischen Einbrüchen in der Wirtschaft“, laut Welt hält die Troika Griechenland für komplett erledigt – trotzdem gibt es nochmal Geld, weil man mit der Pleite warten will, bis der Rettungsschirm funktioniert und die Privatbanken aus der Haftung komplett entlassen sind.

Und dann entdecken wir in Griechenland weitere Merkwürdigkeiten, die an jene Merkwürdigkeiten erinnern, die im Hintergrund politischer Entwicklungen oft zu beobachten sind … der ominöse „schwarze Block“ schlägt zu. So berichtet der Spiegel:

Dabei ähneln diese rituellen Scheingefechte zwischen Autonomen und Beamten auf erstaunliche Art und Weise manchen Aspekten der griechischen Krisenbewältigung: Sie sind plan- und ziellos, ineffektiv und werden begleitet von großen Worten, denen nur selten Taten folgen. So schwadronieren die Vermummten gerne davon, einen Volksaufstand herbeiführen und die Regierung davonjagen zu wollen. Doch kaum kommen die zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen Ordnungshüter angetrabt,nehmen die Möchtegernrevoluzzer Reißaus.

Jedenfalls nahmen sie Reißaus bis zur jetzigen großen Demonstration. Aktuell verhalten sie sich anders:

Bei den Protesten gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung kam es am Donnerstag erneut zu Krawallen. Zehntausende Griechen protestierten überwiegend friedlich auf dem Platz vor dem Parlament, bis rund 500 Randalierer die Demonstration angriffen: Die zum Teil vermummten Randalierer warfen mehrere Brandsätze in Flaschen auf die Teilnehmer und lösten eine Panik aus.

Die Polizei setzte daraufhin massiv Tränengas ein, um die Menschenmenge aufzulösen. Tausende Menschen flohen in Panik von dem Platz.

Keiner wundert sich? Da greifen „Autonome“ Demonstranten an, worauf hin die Polizei die Demonstranten mit Tränengas beschießt? Das passt zusammen – wie die Meldung, das die Nato nach dem Tod Gaddafis sofort die Kampfhandlungen eingestellt hat, weil der inoffizielle Auftrag erledigt war – so jedenfalls hörte es sich gestern auf WDR 5 an, als man extra nochmal den „offiziellen Auftrag“ betonte: Zivilisten vor Gaddafis Soldaten zu schützen.

Völlig unberührt davon geht allerdings die wirtschaftliche Ausplünderung der Pleitestaaten weiter – einerseits offiziell durch beständige Erhöhung der Zinsen (was in etwa so sinnvoll ist, als wenn man einem Arbeiter mit Bandscheibenvorfall immer schwerere Lasten tragen läßt, sich dann aber wundert, das er ständig wieder zusammenbricht, weshalb man die Lasten … die Zinsen … nochmal erhöht), andererseits durch komplette Transferierung des zuvor privatisierten Kapitals:

Während Europa den Schuldenstaat vor der Pleite rettet, verdichten sich die Anzeichen, dass die hellenische Oberschicht die Steuerzahler der Geberländer und auch die eigene Regierung an der Nase herumführt. So haben reiche Griechen nach Einschätzung von Experten offenbar 200 Milliarden Euro Schwarzgeld in die Schweiz geschafft.

Währenddessen droht die Politik ganz unverhohlen mit Renten- und Lohnstopp, also wieder einmal ganz klassisch mit dem Hungertod, weil es gerade nicht „in“ ist, direkt auf das Volk zu schiessen. Wir haben Hartz IV anstelle des G III.

Wer nun meint, das geht nur in Griechenland, der irrt sich gewaltig. Das geht auch in Deutschland, aber in dieser Form berichten die Leitmedien nicht darüber. Immer mehr Selbständige landen in Deutschland in der Grundsicherung (sprich Hartz IV), deren verfassungsrechtliche Überprüfung gerade von den Grünen verhindert wird – wäre ja auch schlecht, wenn man merken würde, das die Grundsicherung in Deutschland nicht der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte entspricht und wir uns auch ganz offiziell davon verabschieden müssten ein Land zu sein, das diese Werte schätzt und respektiert.  Das wäre ja so, als wenn wir zugeben würden, das die Nato nur unterwegs war um Gaddafi zu ermorden. Dann könnten wir auch gleich selbst auf die Demonstranten schießen, und müssten keine Autonomen dafür bezahlen, Randale zu machen.

Währenddessen treiben uns Wirtschaft und Politik in die Privatinsolvenz. Die Wirtschaft durch immer mehr Kartelle, die uns das Geld aus der Tasche ziehen (unter anderem durch Zinsmanipulationen), die Politik durch nebelhafte „Hebelwirkungen“ von „Rettungsschirmen“, die auch das Parlament nicht mehr versteht. Weltweit sinken die Unternehmenssteuersätze, das den Manipulatoren in Politik und Wirtschaft genug Geld für „Meinungsbildung“ (und vermummte „Autonome“?) auf Kosten des Steuerzahlers gibt, während die Verbraucherstimmung folgerichtig europaweit sinkt. Die merken nur, das alles immer teurer wird, man ständig mehr und härter arbeiten muss um immer weniger davon zu haben – Jahr für Jahr. Nur Politikern geht es da anders. Da verdienen einige immer mehr, wie on-zine berichtet:

Es ist kaum zu glauben, dass Abgeordnete sich um das Wohl des Volkes kümmern und nebenbei Bücher schreiben, bis zu 50 Vorträge in der ganzen Republik halten und in Aufsichtsräten von Dax-Konzernen sitzen. Einer, der es in den vergangenen Jahren richtig bunt trieb, ist Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. 2010 hat er mindestens 670.000 Euro nebenbei verdient. Er gab allein 40-mal an, Einnahmen der Stufe 3, also mindestens 7000 Euro, erhalten zu haben, zweimal der Stufe 2 und dreimal der Stufe 1. Neben Geldern für Vorträgen befinden sich darunter auch die Honorare für sein gut verkauftes Buch Unterm Strich.

Man sieht eigentlich klar, wie das System funktioniert:

Wer von anderen, besonders Wirtschaftsunternehmen, bezahlt wird, setzt sich auch für deren Interessen ein. 

Wenn man jetzt noch wüßte, was deren Interessen sind? Nun – in Lybien war es der Zugriff auf das Öl, das Wasser und die Ausschaltung der Bankenkonkurrenz. Man erfährt über Libyen in Deutschland erschreckend wenig – und das Meiste scheint gelogen, wenn ich ef trauen darf:

Gaddafi ist mitnichten seit 42 Jahren von Beruf „libyscher Diktator“. Er hat 1977! alle offiziellen Funktionen aufgegeben. Seine infoffiziellen Funktionen lassen sich auf die stammesorientierte Kultur in Libyen zurückführen. Seit Mitte der 90er Jahre ist er übrigens im ständigen Zwist mit der libyschen Regierung, und die Antikorruptionsbehörde ist von den libyschen Volksversammlungen auf sein Betreiben hin gegründet worden. Interessanterweise war diese Behörde eines der ersten Bombenziele der Nato, was natürlich nichts mit den gesammelten Daten über einige der Mitglieder der jetzigen „Rebellenregierung“ zu tun hat.

In dem Artikel erfährt man einiges Wundersames über die jetzt vernichtete libysche Demokratie, die Libyen zu einem Land mit höchstem Wohlstand gemacht hat, einem Land das nun derharten Hand der Scharia unterworfen wird. Das die Nato hier genau jene Strömung untersützt, die sie in Afghanistan angeblich bekämpft, wundert nur jene, die davon wissen, die anderen nehmen die neue starke Hand im Land gelassen hin, siehe Focus:

Gaddafis Gegner sollen Dutzende ausländische Söldner im Eilverfahren abgeurteilt und erschossen haben. Amnesty International ist alarmiert. Das neue Rechtssystem im Land gründen die Aufständischen auf Basis der Scharia. 

Was wir hier sehen, ist nichts mehr und nichts weniger als die „unsichtbare Hand des Marktes“, die unser Wohlergehen nach neoliberaler Lesart seit Jahrzehnten bestimmt, nur … langsam wir sie sichtbar. Langsam erkennt man, das es keine Spielereien sind, das diese Hand weltweit Menschen meuchelt, wenn ihr Geld in Gefahr ist – und das sie noch viel mehr Geld wollen.

Bohemian-Grove-Gast Helmut Schmidt sagt es deutlich – siehe Handelsblatt:

Schmidt erinnerte daran, wie nach 1945 mit Hilfe des Marshallplans Deutschland und Europa wieder aufgebaut worden seien. Nun gebe es keine Ausreden, sondern „die Pflicht zur Solidarität“ innerhalb der Euro-Zone.

Eine Solidarität, die das Geld des „kleinen Mannes“ in Unmengen in die Kassen großer Konzerne spült, aus denen sich eine geschlossene Gesellschaft von Managern und Politikern hemmungslos bedienen darf, die ihre aussereuropäische Konkurrenz schon mal gerne mit Waffengewalt ausschalten.

Selbst der sicherlich nicht als „linksextrem“ zu outende Olaf Henkel bekommt langsam Bedenken, wieder Handelsblatt:

Wann merken Merkel und Schäuble eigentlich, dass wir weniger für Griechenland oder für den Euro als für die französischen Banken bürgen? Ich bin wahrlich kein Anhänger von Verschwörungstheorien, aber mir wird langsam klar, dass die im Internet kursierenden Gerüchte, Mitterand hätte im Zusammenhang mit der Aufgabe der D-Mark von einem „Versailler Vertrag mit friedlichen Mitteln“ gesprochen, stimmen könnten. 

Ob nun Rechts, Links oder Mitte: man sieht, das die Basis der Zivilgesellschaft von jenen Kräften, die die Bewegungen der „unsichtbaren Hand des Marktes“ dirigieren, zunehmen zerrüttet wird. Die Rechten sehen eher die nationalen Aspekte, die Linken eher die internationalen, was beiden gleich ist: sie sehen das Ende des deutschen Bürgertums, das Ende der Ära der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte als verbindliche Werte des menschlichen Miteinanders (die auch für Arbeitslose, Diktatoren, fahrendes Volk, Kranke, Behinderte und anderweitig unangepasste Menschen gelten sollten) und das Ende des Mittelstandes.

Das System hinter der „unsichtbaren Hand“ ist unheilbar krank, weshalb es nun wild um sich schlägt und weniger elegant dirigiert. Wer lesen kann, kennt sogar Namen und Köpfe, kennt das Hirn hinter der Hand – wie hier Mister DAX in einem Handelsblatt-Interview:

Ein selbsternannter Börsenexperte hat kürzlich in einem Interview mit der BBC für einen Eklat gesorgt. Er sagte, die Welt werde beherrscht von Goldman Sachs. Stimmen Sie zu?

Ich habe das auch gesehen – er hat doch recht. Der Einfluss von Goldman Sachs ist kaum zu unterschätzen. Schauen Sie sich nur an, wie viele Banker in den letzten Jahren in verantwortliche Positionen in der Politik gekommen sind – und welche Lobbypolitik sie dort betreiben. Als Finanzminister hat Hank Paulson seinem früheren Arbeitgeber Goldman Sachs während sehr wohlwollend bedient, etwa im Zusammenhang mit der Rettung von AIG.

Da haben wir im Folgenden auch gleich eine verwertbare Aussage zur moralischen Kompetenz der leitenden Intelligenz hinter der „unsichtbaren Hand“:

Es gibt einen anständigen, ehrlichen Teil der Finanzwelt. Für den spreche ich. Nur leider bestimmen die Schweinehunde, wo es an den Märkten langgeht.

Da haben wir das Europa 2011 – und verstehen auf einmal ganz gut, was Waffenlieferungen an ein bankrottes Griechenland mit arabischen Revolten zu tun haben, weshalb die Konkurrenz von Goldman-Sachs mit Waffengewalt aus dem Amt getrieben werden muss und unsere Medien uns – nach rein konservatier Medientheorie – die Welt solange als Scheibe verkaufen, bis selbst der letzte Dummkopf gemerkt hat, das die Kugel nun einem anderen gehört – für den wir alle arbeiten dürfen.

Alles ergibt ein logisches stimmiges Bild, wenn man davon ausgeht, das die „unsichtbare Hand“ nicht von einem schwachsinnigen Kaninchen sondern von intelligenten Menschen gesteuert wird … und diese Menschen „Schweinehunde“ sind.

Aber damit stoßen wir an ein Tabu, dem selbst ein Olaf Henkel angstvoll Tribut zollt: es gibt keine Verschwörungen, nirgendwo und nirgends. Es gibt keine Kartelle, keine politische Einflussnahme aus Finanzkreisen, keine geheimen Absprachen zwischen Parteien und Geheimdiensten, die Erde ist eine Scheibe und der Mond aus grünem Käse.

Der „Übergangsrat“, der in Libyen die Verwaltung des Volkes für Goldman-Sachs übernimmt, bis die gewählten Politiker wieder direkt bestochen werden können, will die Hinrichtung des verletzten Gaddafis nicht näher untersuchen. Wer die moralische Qualität dieser „Rebellen“ in Augenschein nimmt, wundert sich nicht mehr, siehe the Intelligence:

Die letzten zwei Monate hatte Mahdi Nazemroaya in Libyen verbracht. Was er dort erleben musste, was er mit eigenen Augen gesehen hatte, stimmt absolut nicht mit den Berichten in den Medien überein. Unzählige Angriffe durch die NATO machten das Leben der Zivilbevölkerung zur Hölle. Die Rebellen ermorden Kinder, vergewaltigen Frauen, schneiden ihnen die Brüste ab. 

Jetzt können wir uns auch zusammenreimen, was Dank Nato-Bomben aus Gaddafis weiblicher Leibgarde geworden ist – und wir wissen, das das Schicksal von Griechenland und Portugal auch Deutschland ereilen wird, wenn wir die Zinsen der aufgehebelten Rettungsschirme nicht mehr bedienen können.

Und bis Libyen Hartz IV bekommt, regiert das G III als ausführendes Organ der Klaue eines Schweinehundes.

So einfach – kann internationale Politik sein.

Und so dunkel der kurze Ausblick auf Europa 2012. Ob sich dann wohl libysche „Rebellen“ als „schwarzer Block“ in London, Berlin und Paris austoben dürfen?

 

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