Globalisierung

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Griechenland … und Hartz IV. Methoden und Diktate von Diktatoren.

2004 beschloss die Sozialdemokratische Regierung unter Kanzler Schröder den Abbau des Sozialstaates. Der Volksmund nennt das Ergebnis Hartz IV, benannt nach einem verantwortungslosen Kriminellen, der Prostitution auf Firmenkosten gefördert hatte.  Seine Idee war im Prinzip nicht verkehrt, ging nur völlig an der Realität vorbei. Im Prinzip sollten Mechanismen der Personalführung in Konzernen auf Arbeitslose übertragen werden - was dort erfolgreich war, sollte doch den Aufschwung in Deutschland bringen können. Allerdings machen auch die modernsten Instrumente den Alten nicht wieder jung, den Kranken nicht gesund, den Behinderten nicht wieder heil - und jene mit einem IQ von 80, die jetzt nicht gerade in der Politik unterkommen konnten, werden dadurch auch nicht schlauer noch fitter für den Arbeitsmarkt.

2004 beschloss die Sozialdemokratische Regierung unter Kanzler Schröder den Abbau des Sozialstaates. Der Volksmund nennt das Ergebnis Hartz IV, benannt nach einem verantwortungslosen Kriminellen, der Prostitution auf Firmenkosten gefördert hatte.  Seine Idee war im Prinzip nicht verkehrt, ging nur völlig an der Realität vorbei. Im Prinzip sollten Mechanismen der Personalführung in Konzernen auf Arbeitslose übertragen werden – was dort erfolgreich war, sollte doch den Aufschwung in Deutschland bringen können. Allerdings machen auch die modernsten Instrumente den Alten nicht wieder jung, den Kranken nicht gesund, den Behinderten nicht wieder heil – und jene mit einem IQ von 80, die jetzt nicht gerade in der Politik unterkommen konnten, werden dadurch auch nicht schlauer noch fitter für den Arbeitsmarkt.

Kein Wunder also, das diese Maßnahme ein Flop war. Menschen mit höherem IQ fällt es leicht zu sehen, das man per Gesetz nicht mehr Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft schafft. Der Staat hatte zuvor 1,2 Millionen Arbeitsplätze abgebaut, die Leistungsansprüche an Mitarbeiter steigen jährlich: es war abzusehen, das die Zahl jener, die nicht mehr mitrennen können, steigen wird.

Allerdings hatte man ja auch ein gutes Argument. Anfang 2004 lagen die Staatsschulden bei 1335422422422 Euro, im Oktober waren es 1,41 Billionen. Das war viel Geld, es musste einfach jeder einsehen, das das so nicht weitergeht.

Man mußte sparen.

Im sechsten Jahr nach Einführung von Hartz vier liegt die Staatsverschuldung bei 2,025 Billionen Euro. 241 Milliarden davon sind auf die Bankenkrise zurückzuführen. Blieben 1,78 Billionen übrig. Ein Anstieg der Staatsverschuldung von 374 Milliarden im Zeitraum der kostensenkenden Hartz-Reform ist – grob gerechnet – ein Anstieg von 28 % OHNE Bankenkrise.  Zum Vergleich: der ganze Bundeshaushalt beträgt 283 Milliarden Euro.

Man kann also nicht unbedingt davon reden, das es sich hier um ein Erfolgsmodell handelt, zumal die direkten Kosten nur bei 25 Milliarden Euro liegen – plus 3,5 Milliarden Miete und – nicht zu vergessen – aktuell 4,4 Milliarden Verwaltungskosten. Der Staat sollte gerettet werden, allerdings sparte man an der falschen Stelle. Weil das so schön war, macht man das jetzt in Griechenland nochmal, obwohl man in Deutschland die Erfahrung gemacht hat, das der Abbau des Sozialstaates die explodierenden Kosten nicht in den Griff bekommt.

Die Kosten für Arbeitslose entsprechen – im ungünstigsten Falle – dem Schaden, der dem Gesundheitssystem durch Betrug, Korruption und falsche Abrechungen entsteht. Im Prinzip also … ein Kleckerbetrag, erst recht, wenn man bedenkt, das der Kranke an sich sowieso ein Ausnahmefall sein sollte.

Von 245 Milliarden Euro Kosten im Jahre 2006 und 263 Milliarden im Jahre 2008 stiegen die Ausgaben für das „Gesundheitswesen“ (bzw. die Krankheitsrendite) auf 279 Milliarden im Jahre 2009 , wobei für jährlich für 15- 20 Milliarden Euro Medikamente unbenutzt in den Müll schmeißen.  Dafür landen wir in der WHO-Rangordnung der Gesundheitssysteme auf Platz 25 – hinter Malta, Andorra und Singnapur, Österreich kommt auf Platz 9.  Wir bezahlen einen Mercedes – und fahren Volkswagen.

Und das ist nur das Gesundheitssystem – an anderen Stellen bezahlen wir nicht weniger.

Man sieht also: es ging nicht unbedingt ums Sparen, als die Hartz-Reformen beschlossen wurden. An anderer Stelle wird Geld weiterhin in großem Maße zum Fenster hinausgeworfen – und das ist auch erwünscht.

Nun haben wir den ersten Fall, das das Prinzip Hartz auf ein ganzes europäisches Land übertragen wird: fördern und fordern – so geht es jetzt Griechenland.

Die Griechen fühlen sich völlig überfahren. Kein Wunder: normalerweise geht man davon aus, das der Staat auch Geld für die Stellen hat, die er anbietet. Das bekam er ja auch: geschenkt von den Banken, die wußten, das das Olivenland die Schulden niemals zurückzahlen kann. Das war … Absicht.

Diese Entwicklung kommt nun nicht von ungefähr. Sie wurde zu Beginn dieses Jahrtausends detalliert beschrieben:

Dieser Krieg findet statt auf der Höhe einer globalen Wirtschaftskrise, die gekennzeichnet ist vom Niedergang staatlicher Institutionen, von wachsender Arbeitslosigkeit, dem Zusammenbruch des Lebensstandards in allen großen Weltregionen einschließlich Westeuropas und Nordamerikas und dem Ausbruch von Hungersnöten in weiten Teilen der Welt. Diese Krise ist weit gravierender als jene der 30er Jahre.

Dieser Artikel stammt aus dem Jahre 2002.

Das Buch ist aktueller denn je – was erschrecken sollte. Die Methoden sind immer die Gleichen: man vergibt überaus großzügig Kredite, um im Anschluss daran dirigierend auf die Politik des Landes Einfluss zu nehmen.

„Die enorme Zunahme der Staatsverschuldung hat der Finanzwirtschaft und den Banken politische Druckmittel an die Hand gegeben, mit denen sie die Wirtschafts- und Sozialpolitik auch der hoch entwickelten Länder diktieren können“ (aus Global Brutal, 1. Auflage 4/2002, Seite 303-304).

Das haben wir in Deutschland am eigenen Leib erlebt. Es ging in Wirklichkeit nie um den Abbau der Staatsverschuldung noch um irgendeine Kostenersparnis. Es ging nur darum, das Diktat der Finanzmärkte zu erfüllen. Darum steigt die Staatsverschuldung weiterhin massiv an und auch die Kosten im Gesundheitswesen, die nicht dem Patienten sondern dem Finanzmarkt zugute kommen.

Was abgebaut wurde, waren … Bürgerrechte.

Seit nunmehr mindestens zehn Jahren das gleiche Prinzip – weltweit. Indien, Brasilien, Ruanda, Somalia, Deutschland, Äthiopien, Großbritannien, USA, Russland, Jugoslawien – wohin man auch schaut, wird die Demokratie abgebaut und das Diktat des Kapitals umgesetzt. Dort wo vorher wenig davon war, entgleitet die Situation schnell in Völkermord, dort, wo man mehr Demokratie gewagt hat, gibt es erstmal Hartz IV – danach schaut man weiter.

Wie eine Krankheit befällt der Sozialraub die Welt, Länder, die – wie Deutschland – widerstandsfähiger sind, erhalten noch Minimalstandards auf niedrigstem Niveau, sind Länder schwächer, will man Leichen auf den Straßen sehen: „harter Sparkurs“ sagt doch mit schönen Worten nichts anderes, als das man Menschen wieder vor lauter Hunger an Bäumen nagen und Ratten essen sehen möchte.

Da kommt Freude auf.

Welche Pläne die Diktatoren mit uns haben, bleibt verborgen. Wir sehen ihr Wirken – tagtäglich. Wir können es seit mindestens zehn Jahren studieren: in aller Öffentlichkeit.

Wer die Diktatoren sind … bleibt ebenfalls verborgen. Sie bleiben anonym. Es ist zu erwarten, das viele von ihnen hochgradig kriminell und psychopathisch veranlagt sind.

Was offen ist sind ihre Methoden, die wir gerade anhand des Schicksals der ältesten europäischen Demokratie wieder im Detail studieren dürfen. Und das alles ist mitlerweile ziemlich bekannt:

Jim Garrison, der mit Michail Gorbatschow das State of the World Forum gründete, merkte an:[1]

„Jeder, der weiß, wie die Weltbank oder der internationale Währungsfond arbeiten, könnte bestätigen, dass das, was John Perkins in seinem Buch beschreibt, grundsätzlich stimmt. Es gibt einen Grund, warum unsere Entwicklungshilfe und der ganze Einsatz von Weltbank und Währungsfonds die Lage verschlimmert und nicht verbessert: Alles ist so konstruiert, nicht den Ärmsten zu helfen, sondern diese Länder einfach zu benutzen, um westliche Unternehmen weiter zu bereichern. So läuft der Hase.“

Jetzt läuft der Hase gerade durch Griechenland. Sollen wir wetten, wann er wieder bei uns ankommt, nachdem er Portugal, Irland, Island, Italien und Großbritannien durchquert hat?

Schon jetzt ist abzusehen, das auch uns irgendwann irgendjemand eine Rechnung präsentieren wird. Wofür wir zwischenzeitlich Schulden machen – Bankenrettung, Ärztehonorare, Medikamente, Rüstung, Straßenbau, Regierungsgebäude, Diäten – ist eigentlich egal. Da dürfen wir mit Geld spielen, wie die Griechen mit Geld spielen durften, da darf man sich innerhalb des Landes eine Lobby von Sozialraubgewinnern aufbauen, die einen im Krisenfall an der Regierung hält.

Die generelle Marschrichtung jedoch …. wird seit Jahrzehnten beibehalten.

Armut und Diktatur für alle.

Wer da noch an Zufall glaubt … ist  sehr gläubig. Abergläubig, sozusagen.

 

 

 

 


 

 

Die Wirtschaft frisst unsere Kinder, unser Leben, unsere Zukunft – und alle klatschen?

Gelegentlich erzähle ich mal was über mich selbst. Eigentlich tut das nichts zu Sache. Manchmal lasse ich gerne durchblicken, das ich in den teuersten Hotels Deutschlands übernachtet habe - und dort sehr aufmerksam die Gäste beobachtete. Ich schreibe über Lumpenelite nicht aus der Sicht eines zwanzigjährigen Studenten, sondern als jemand, der schon mit Milliardären gespeist hat - wenn auch eher hinten am Tisch. Ich bin sehr dankbar dafür, das das Schicksal mir solche Einblicke gewehrt hat, denn so ... kann ich die Vermutung aussprechen, das es auch auf höchster Ebene "Verschwörungen" gibt, weil ich sie durchgängig auf allen anderen Ebenen beobachten konnte.

Gelegentlich erzähle ich mal was über mich selbst. Eigentlich tut das nichts zu Sache. Manchmal lasse ich gerne durchblicken, das ich in den teuersten Hotels Deutschlands übernachtet habe – und dort sehr aufmerksam die Gäste beobachtete. Ich schreibe über Lumpenelite nicht aus der Sicht eines zwanzigjährigen Studenten, sondern als jemand, der schon mit Milliardären gespeist hat – wenn auch eher hinten am Tisch. Ich bin sehr dankbar dafür, das das Schicksal mir solche Einblicke gewehrt hat, denn so … kann ich die Vermutung aussprechen, das es auch auf höchster Ebene „Verschwörungen“ gibt, weil ich sie durchgängig auf allen anderen Ebenen beobachten konnte – man nennt sie nur nicht so. Die gängige Bezeichnung ist … „Strategie“.

Der Druck ist schlimmer geworden seit der Betonung von „Share Holder Value“. Das war wohl der Auslöser. Auf einmal arbeiteten alle nicht mehr für die Firma, den Job, den Kunden … sondern nur noch für die Rendite des Kapitals, die gar keine Grenze mehr kannte.  Ich hatte diese Entwicklung begrüsst – in der Hoffnung, das sie viele Degenerationserscheinungen innerhalb der Firmen eleminieren und zu mehr Demokratie im Betrieb führen würde. Damit hatte ich in gewisser Weise recht, die Macht der Provinzfürsten innerhalb der Firma wurde deutlich geringer, aber gleichzeitig ging ein Ruck durch Deutschland (und die Welt), der die Situation zusätzlich verschlimmerte.

Der Leistungsdruck wurde erhöht, die Produktqualität spielte keine Rolle mehr, wer die Leistung nicht mehr brachte, wurde gefeuert – auch fristlos während der Krankschreibung. Ich habe Freunde verloren, die dem Druck nicht standhielten und sich umbrachten.

So etwas hinterlässt seine Spuren.

Nun bin ich ja auch noch Vater – von sieben Kindern aus zwei „Beziehungen“, wie man so schön sagt. Das bringt mich regelmäßig in die Situation, Rat erteilen zu dürfen: welche Schule soll nach der vierten Klasse besucht werden?

In der Zeit lese ich aktuell einen Artikel über einen Vater, der seiner Tochter einen Brief schreibt, einen Brief, den ich unterschreiben könnte. Er beschreibt detalliert, wie die Entwicklung der Konzentration auf  „Share Holder Value“ im Leben unserer Kinder ankommt und ihre Kindheit vernichtet. Bekannt ist das schon länger. Als ich Abitur gemacht habe, war ich politisch in mehreren Bürgerinitiativen aktiv, war Redakteur einer Stadtzeitschrift, Mitglied einer ausserschulischen Philosophie-AG sowie einer abenteuerlichen Selbsterfahrungsgruppe, machte Musik, wanderte viel und schaffte neben dem Abitur auch noch das Fachabitur für Wirtschaft.  Zusätzlich hatte ich  Nebenjobs um Geld zu verdienen, war im Krankenhaus tätig, habe als Wachmann und Holzfäller gearbeitet. Ich schätze mal, einige weitere Aktivitäten habe ich schlichtweg vergessen.

Sehe ich mir die Jugend heutzutage an, so wird auch mir Angst und Bange. Schule, Handy, Fernsehen. Das war es dann. Sie fangen schon mit 12 an einem Job hinterher zu rennen, der sie einfach nur auffressen wird – doch das sagt man ihnen nicht. Ich könnte es ihnen sagen. Ich weiß, was eine Arbeitswoche mit 120 Stunden mit einem Menschen anrichten kann. Klar, man kann stolz darauf sein, das man so etwas gebacken bekommt – so blöd ist man ja noch, wenn man jung ist. Wird ja auch gut bezahlt -und ist allemal besser als Arbeitslosigkeit. Führt auch direkt in Scheidung, Alkoholismus oder Herzinfarkt – aber auch das wird billigend in Kauf genommen.

„Vernichtung durch Arbeit“ wird inzwischen tagtäglich praktiziert … ist aber ein grosses Tabu in unserer Gesellschaft. Allenfalls als „Burn out“ wird es mal verniedlicht wahrgenommen.

Soll ich mal an dieses Tabu rühren? Mal richtig schockieren?

Schreibt keine tollen Artikel über das Lob der Langeweile, seid mal richtig mutig und schickt eure Kinder auf die Hauptschule. Unsere Hauptschule vor Ort hat inzwischen keine fünfte Klasse mehr … zu wenig Anmeldungen. Schenkt euren Kindern doch mal was ganz besonders Wertvolles: ZEIT.

Wetten, das traut sich keiner? Hört ihr jetzt schon die laute Stimme in eurem Kopf, die auch tausend Argumente liefert, warum so etwas undenkbar ist?

Sie werden täglich geliefert: die Kluft zwischen guten und schlechten Jobs wächst, der Arbeitsmarkt ergötzt sich an seinem Billigwahn. Die Wirtschaft hat sich von der Gesellschaft verabschiedet: wenn es ihr gut geht, geht es der Gesellschaft noch lange nicht gut. Wir Erwachsene wissen, das wir doppelt rennen müssen, um die Arbeit zu schaffen – und das für Löhne, die real um 50 % gesunken sind. Was wir wissen – uns aber nicht eingestehen wollen – ist, das wir uns von unserer gemütlichen Demokratie verabschiedet haben. Das hatte man Helmut Schmidt in Davos gesagt: von nun an herrscht das Diktat der Finanzmärkte. Ich hatte mich damals gefragt, ob sich das ein Staat wohl gefallen lassen wird. Nun habe ich die Antwort: ja, wenn man sein Personal dafür mit Pöstchen und die Parteien mit Spenden schmiert.

Letztlich wird man sagen: unser Reichtum hat unsere Demokratie zu Fall gebracht. Auf einmal hatten kleine Grüppchen Geld genug über, sich Politiker kaufen zu können.  Für die Zukunft sollte man dort eine Grenze einbauen: niemand sollte so reich werden dürfen, das er politische Strömungen kaufen kann.

Wir Erwachsene haben den Terror der Ökonomie und die Diktatur des Profits am eigenen Leibe erlebt, erleben ihn tagtäglich neu – auch wenn viele Jobs noch sicher sind, so ist doch das Bewusstsein da, das Hartz IV auf jeden warten kann … ausser auf Beamte. Wir sind gebildet und wissen, das Global Brutal auch für uns jeden Tag Realität werden kann: wir konkurrieren mit Billiglohnländern.

Warum stellen wir uns eigentlich nie die Frage, warum das so ist?

Die Antwort darauf ist einfach: weil die Wirtschaft das Volk verraten hat. Die Wirtschaft? Nein, einige skrupellose Charaktere, die uns verkauft haben. Sie lassen in Asien produzieren. Wir als Bürger würden nicht wollen, das dort Kinder unsere Billigwaren produzieren. Wir würden – wenn wir es wüssten – lieber darauf verzichten. Verantwortungsvolle Individuuen hätten auch als Unternehmer gesagt: nein, da produziere ich nicht. Wovon sollen meine Angestellten denn dann leben, wenn ich das mache? Wer zahlt dann ihre Sozialversicherungsbeiträge, ihre Steuern und Abgaben – und wer soll meine Waren dann noch kaufen?

Früher hätten wir noch den Mut gehabt, nach der Notwehrenteignung zur Rettung der Volkswirtschaft zu rufen, heute wissen wir doch alle, das es zu spät ist … und lassen zu, das die Wirtschaft unsere Kinder frisst, das das Renditedenken ihnen die Kindheit raubt.

Täter sind wir da selber, auch wenn wir nach der bösen Politik schielen. Ich nehme mich da nicht aus – auch wir sitzen bis 19.00 Uhr an den Hausaufgaben anstatt mutig auf psychologische Studien und amtliche Richtlinien zu verweisen, die besagen, das da zuviel Stoff auf zu wenig Zeit trifft.

Jeder Elternabend zeigt, das alle dieselben Erfahrungen machen – und dieselben Konsequenzen daraus ziehen: dann müssen die Kinder eben doppelt so schnell rennen. Gute Lehrstellen sind halt rar. Da muß man halt durch.

Ich erlebe dann auch gerade das Ende der Entwicklung.

Ein Freund von mir hat aus der Philosophie heraus den Weg in die Altenpflege gefunden. Früher waren zehn Mitarbeiter auf der Station, mitlerweile sind es noch zwei.  „Grundpflege“ ist das Maximum, was erreicht werden kann. Details dazu möchte ich den empfindsamen Gemütern ersparen, erwähnt sei, das dort alte Menschen zwecks Säuberung mit Wasserschläuchen abgespritzt werden, was man von der Straße aus sehen kann. So bleibt das Haus wirtschaftlich in Ordnung, auch wenn die Selbstmorde zunehmen.

Angesichts dieser Erfahrungen kann ich es niemanden vorwerfen, das er so schnell rennt wie er kann, um dieser Situation im Alter zu entkommen.

Hoffnung auf Änderung?

Könnte von der Jugend kommen. Revolutionen sind ihr Vorrecht, ihre Aufgabe, ihre Pflicht. Aber wir sorgen jeden Tag selbst dafür, das die paar Kinder, die wir noch haben, perfektes Personal für die Volkswirtschaftsvernichtungsmaschine wird, charakterlose Menschen, die kein Problem damit haben werden, die Volkswirtschaft weiter auszuplündern.

Die Art von Revolution die die machen werden, könnte nicht in unserem Sinne sein. Kann man es ihnen verdenken, das sie sich irgendwann mal für die gestohlene Kindheit rächen werden? Fordern wir von ihnen nicht, besonders kreativ zu werden, um den Berg an alten Menschen, den wir ihnen hinterlassen, bewältigen zu können?

Woher sollte eigentlich die Hoffnung kommen, das diese auf Leistung getrimmten Egokämpfer auf einmal Werte wie Nächstenliebe, Fürsorge, Menschlichkeit entwickeln?

Wieviel davon haben sie dann in ihrer eigenen Kindheit erfahren dürfen?

 

 

 

 

 

Die Zivilgesellschaft als dritte globale Kraft

Seit dem Scheitern der WTO-Konferenz des Jahres 1999 in Seattle ist deutlich, dass die Zivilgesellschaft eine globale Kraft geworden ist, die von den Mächtigen in Wirtschaft und Politik nicht mehr ignoriert werden kann. Die Bedeutung dieser dritten, korrigierenden Macht kann kaum überbewertet werden. Eine Würdigung.

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Tödlicher Welthandel, vergiftete Kinder und der Milleniumsgipfel

Man ist ja wieder entsetzt. Man? Ja, die Welt. Also – die wichtige Welt. Nicht die unwichtigen Nichtsnutze in den Ländern der Steuerzahler oder Hungerkinder, sondern die wirklich wichtigen Menschen dieser Welt. Die haben sich ja jetzt in New York getroffen und sich wieder einmal gewundert, warum alle gegen den Hunger sind aber trotzdem nichts passiert. Ist ja auch komisch, oder? Zudem 50% der Hungernden selbst Nahrungsmittel anbauen, sie aber nicht essen dürfen – aber nicht das führte zum Entsetzen, sondern die Rede eines ungeliebten Politikers.

Er warf dem Westen „unglaubliche Verbrechen“ vor. Über Jahrhunderte seien andere Länder besetzt, ihre Völker unterdrückt und ermordet und Millionen Menschen versklavt worden.

„Weite Teile der Welt haben unter der westlichen Dominanz gelitten“, so Ahmadinedschad. Zugleich pries er seine Toleranz. Er hielt einen Koran und eine Bibel hoch und sagte: „Ich habe vor beiden dieser heiligen Bücher Respekt.“

Quelle: Spiegel-online

Ich schätze mal … das sehen viele so wie er. Auch die Zweifel an den Verschwörungstheorien zum 11.9.2001, wonach ein Ausweis aus der Feuerhölle der Türme direkt vor die Füsse der Bundesagenten flatterte und ihnen so den Täter präsentierte, der vom pakistanischen Geheimdienst Geld für Prostituierte und Alkohol bekommen hatte, während der Chef des Geheimdienstes in New  York weilte, um die Show auch ja nicht zu verpassen, teilen ja viele andere. Und wenn er die Toten des 11.9.2001 mit denen des Irakkrieges vergleicht, so kann man ihm kaum Vorwürfe machen: beides waren verbrecherische Akte – und zumindest beim letzten hat die Bush-Regierung drastische Lügen in der Weltöffentlichkeit verbreitet – was sollte uns also Glauben machen, das ihre Verschwörungstheorie zu „nine-eleven“ richtig sein sollte.

Weniger Entsetzen hat folgende Meldung aus der Zeit verursacht:

Hunderte Kinder sterben an Bleivergiftung

In Nigeria sind zahlreiche Kinder in Kontakt mit Bleierz-Staub gekommen und an Vergiftungen gestorben. Sie hatten als Kinderarbeiter in Goldminen gearbeitet.

In Nigeria wird vielfach Gold in geringen Mengen aus Bleierz gewonnen. Dafür wird das Bleierz zerstoßen und getrocknet. Der auf diese Weise entstehende Staub enthält große Mengen an Blei.

Hören wir dazu nochmal die kleine Zeitung aus Österreich:

In Nigeria wird vielfach Gold in geringen Mengen aus Bleierz gewonnen. Dafür wird das Bleierz zerstoßen und getrocknet. Der entstehende Staub enthält große Mengen an Blei.

Vielleicht fallen jemand die verdächtigen Ähnlichkeiten in den Formulierungen auf – mir würde es hinreichend erklären, warum man den Medien zunehmend mißtraut. Es erklärt auch, warum sich niemand über die Kinderarbeit entsetzt hat: die gab es gar nicht:

Die Region Zamfara im Norden von Nigeria trauert um 160 Kinder. Zunächst wurden sie krank, konnten nicht mehr alleine stehen, nicht mehr hören, nicht mehr sehen. Dann starben sie. Die Ärzte vermuteten Malaria. Aber erst nach 160 Todesopfern und Hunderten Erkrankten enthüllten Bluttests den wahren Auslöser: Blei, das die Dorfbewohner auf der Suche nach Gold mit in ihre Häuser gebracht hatten.

Die meisten Opfer sind Kinder. Sie haben in kontaminierten Hütten oder auf verseuchten Dorfplätzen gespielt. Die Konzentration in ihrem Blut war teilweise so hoch, dass die Messgeräte ihre Werte nicht mehr anzeigen konnten. Ihr Schicksal war der stark gestiegene Goldpreis, der die Suche nach Gold in der Region nahe der Grenze zum Niger erst attraktiv machte.

Quelle: TT.Com

Wie wir sehen, waren nur die Eltern mit Blei verseucht – und in den Mienen tätig. Und da soll man den Nachrichten der „seriösen Presse“ noch trauen?

Was es aber gibt, ist die Wirtschaftskrise – obwohl wir hier in der Eifel gerade zwölf nagelneue Niederlassungen von Konzernen haben. Aber die haben ja Geld, die verdienen gut an der Wertschöpfung, die das Gold von seinem Weg aus Nigeria bis zur Deutschen Börse erfährt.

Aber nicht nur Gold geht diesen Weg der wunderbaren Wertvermehrung. Das geht auch mir Nahrungsmitteln:

Es ist absolut klar, dass dieses industrialisierte, globalisierte System die Wurzel für den Welthunger ist. Eine Milliarde Menschen ist hungrig auf unserem Planten, wovon die Hälfte selbst Lebensmittel herstellt. Wie kommt es nun, dass sie nicht ihre eigenen Lebensmittel essen? Sie produzieren sie mit kostspieligen Methoden und externen Mitteln, sodass sie alles verkaufen müssen, um die dafür erforderlichen Kredite zurückzahlen zu können. Sie bauen Reis an, den sie selbst nicht essen. Der zweite Punkt sind die Monokulturen und das genetisch veränderte Saatgut.

Die großen Monokulturen führen in Wirklichkeit zu einer Verarmung der Ernährung. Statt der 8500 Kulturpflanzen, die wir als Menschen gewohnt waren zu essen, leben wir jetzt mit acht Standardsorten. Je stärker man aber die Biodiversität in der Region verringert, um so geringer ist der Nährwert der Nahrung. Ohne die einst üblichen Grünpflanzen auf den Äckern der Bauern leiden Frauen am Land an Anämie und Kinder an Vitamin-C-Mangel. Ohne Hülsenfrüchte mangelt es an Proteinen. Und ohne Ölfrüchte in der Ernährung ist man nicht fähig, die Nahrung richtig aufzunehmen. Wenn der globale Nahrungsmittelhandel von nur fünf großen Agrokonzernen kontrolliert wird, welche die Regeln der World Trade Organization bestimmen und noch dazu 400 Milliarden Dollar Fördermittel von den reichen Staaten kassieren, können sie auch alles, was teuer produziert wurde, billig am Weltmarkt verkaufen. Mit diesen Dumpingpreisen rauben sie in Entwicklungsländern den lokalen Kommunen ihre Lebensgrundlage. Dieses komplexe System produziert Hunger und verstärkt gleichzeitig den Klimawandel.

So Vandana Shiva bei Profil.at

400 Milliarden Dollar Fördermittel – wie geht das denn?

Ganz einfach. Man kauft sich Politiker als Lobbyisten. Die verdienen sehr gut daran:

Wenn viele ehemalige EU-Kommissare noch Jahre nach ihrem Ausscheiden in den wärmsten Tönen von ihrer Zeit in Brüssel schwärmen, dann dürfte das weniger mit den dortigen Wetterverhältnissen zu tun haben als vielmehr mit dem Blick auf ihr Konto. Denn die EU-Kommission lässt ihre Altkommissare nicht darben. 17 im Frühjahr ausgeschiedene Mitglieder des Brüsseler Kollegiums streichen bis zu 11.000 Euro monatlich ein, und das, obwohl sie längst neue höchst profitable Jobs als Lobbyisten haben oder als Abgeordnete ins Europäische Parlament gewechselt sind.

Quelle: kleineZeitung.at

Wer so priviligiert ausgestattet wird, der bekommt einen ganz sanften Blick für die Probleme dieser Welt – es sind ja nicht mehr seine. Nochmal Vandana Shiva dazu:

Wir benötigen einen Paradigmenwechsel im Denken, einen Wandel im Wirtschaftssystem, besonders in der Art, wie wir produzieren und konsumieren, sowie einen politischen Wandel bei der Entscheidungsfindung. Die vom System Privilegierten haben aber kein Interesse an Änderungen. Deshalb müssen sich jene, die die Kosten und Risiken tragen, erheben, um neue Paradigmen zu schaffen.

Bleibt also mal wieder alles an den Arbeitslosen hängen? Tragen die nicht schon genug an den Kosten der Globalisierung? An der Stigmatisierung als Untermenschen? Riskieren die nicht schon täglich ihr Leben alleine dadurch, das ein Fehler im Antrag ihnen die Lebensgrundlage entziehen könnte – jederzeit, jeden Tag?

Nun – es scheint so. Wir haben unsere eigene Armenkaste in Deutschland. Aber … sie sind eigentlich noch sehr reich. Zwar täglich von Vernichtung bedroht – aber gleich morgen könnte der Konzern kommen und das Himmelreich der materiellen Überversorgung öffnet sich. Darum bleibt man lieber ruhig. Aus dem gleichen Grund bleiben andere in der Kirche.

Und mit Konzernen möchte man sich sowieso nicht anlegen:

Getroffen haben sollen sich der Chef von Blackwater und der Sicherheitschef von Monsanto vor zwei Jahren in Zürich. Seit diesem Treffen übernimmt das Profikiller-Unternehmen die Drecksarbeit für das Gift-Unternehmen. Dafür traten Blackwater Leute Aktivistengruppen bei und berichteten Monsanto über Blogs und Webseiten.

Quelle: Seite3.ch.

Die Jungs von Blackwater sind geübt im Erschiessen von Zivilisten. Das durften sie im Irak ausprobieren – unter Aufsicht der US-Armee.

Weite Teile der Welt haben unter der westlichen Dominanz gelitten? Weite Teile leiden unter der westlichen Dominanz – und die wird täglich schlimmer. Und es wundert mich nicht, das man „denen“ alles zutraut – sogar die Ermordung der eigenen Bevölkerung. Da gäbe es nichts, was einen noch ernsthaft entsetzen könnte, denke ich.

Doch – eins gäbe es da noch. Eine kleine Meldung am Rande.

Während vor allem soziale Leistungen im Rahmen des Sparpaketes gekürzt oder gestrichen werden, will die Regierung mehr für Eigenwerbung ausgeben. Allein das Bundesarbeitsministerium plant zusätzliche Marketing- Ausgaben von rund 13,2 Millionen Euro Millionen Euro. Das sind 3,8 Millionen Euro mehr, als noch im Vorjahr.

Quelle: Gegen-Hartz

Entsetzen weil … ein durch und durch rational aufgebautes Gesellschaftssystem es schafft, völligen Wahnsinn zu produzieren. Immer mal wieder.

Aber vielleicht ist es auch kein Wahnsinn und der wahnsinnige Iraner hat einfach recht: unter konspirativen Gesichtspunkten bleibt in der Tat vieles im rationalen Bereich.


„Ohne eine Revolution sind die Amerikaner nur noch Geschichte.“ Und unser Urlaub auch.

Obiges Zitat stammt nicht von Che Guevarra, nicht von Osama bin Laden oder Fidel Castro, es stammt von:

Paul Craig Roberts, ehemaliger Redakteur des Wall Street Journal und unter Ronald Reagan Staatsekretär im US-Finanzministerium, kommentierte diese Entwicklung am Dienstag so: »Das Wohlergehen der USA und das seiner 300 Millionen Einwohner kann solange nicht wiederhergestellt werden, solange die Neokonservativen, die Wall Street, die Konzerne und ihre servilen Lakaien im Kongreß und im Weißen Haus, nicht besiegt sind. Ohne eine Revolution sind die Amerikaner nur noch Geschichte.«

Ein deutliches Wort … das auch mit Zahlen belegbar ist:

Laut Financial Times vom 30. Juli ist seit 1973 das reale (inflationsbereinigte) Einkommen von 90 Prozent aller US-amerikanischen Familien nur um zehn Prozent gestiegen. Für viele ist der »amerikanische Traum« zum Alptraum geworden. Mehr als der Hälfte geht es heute sogar schlechter als vor 37 Jahren. Die Arbeiterklasse wurde an den Produktivitätszuwächsen nicht mehr beteiligt. Dagegen profitierten die Spitzen der Einkommenshierarchie gewaltig: In derselben Periode verdreifachte sich das reale Einkommen von einem Prozent der Bevölkerung, und das des reichsten Zehntelprozents verzehnfachte sich. Während 1973 ein Konzernchef etwa das 26fache des Durchschnittseinkommens mit nach Hause nahm, kassiert er heute mehr als das 300fache.

Quelle: jungewelt

Die offene Forderung einer Revolution zur Rettung der amerikanischen Nation, der amerikanischen Kultur von einem Wall-Street-Mann sollte einem zu denken geben und in Deutschland auf jeder Zeitung auf Seite 1 stehen,  direkt neben den Aufschwunglegenden.

Denen geht es sehr schlecht, den Amerikanern, und wenn es nach dem Willen der Atlantikbrücke  geht, dann werden diese Verhältnisse auch uns erreichen. Jedenfalls arbeiten wir schon kräftig daran:

So haben etwa die Realeinkommen des obersten Zehntels in den letzten zehn Jahren um 17 Prozent zugenommen – beim ärmsten Zehntel dagegen um zehn Prozent abgenommen. Aber ob Reichtum beim siebten oder erst beim zehnten Zehntel beginnt, das ist nicht eindeutig.

Die zentrale Frage dahinter ist: Wie viel Ungleichheit wollen wir? Mein Eindruck ist, das die amtierende Regierung beschlossen hat, das aktuelle Maß an Ungleichheit reicht nicht aus, sondern sie möchte offenbar durch noch mehr Ungleichheit Leistungs anreize setzen.

Bestes Beispiel ist die letzte Kindergelderhöhung: Hartz-IV-Empfänger bekommen nichts, die Mittelschicht bekommt 20 Euro mehr, und die Bestverdiener erzielen über den Steuerfreibetrag ein sogar noch höheres Plus. Irrwitz.

Quelle: derFreitag

Schaut man sich die Verfilzungen zwischen bundesrepublikanischer Führungselite und US-Kapital-elite an, so kann es nicht verwundern, das auch hier Trends gefördert werden, die revolutionsfördernd sind. Jetzt will man uns sogar den Urlaub streichen:

Deutsche Arbeitnehmer sollen nach dem Willen des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft künftig zwei Wochen Urlaub weniger pro Jahr machen. Sechs Wochen seien zuviel, vier Wochen reichten völlig aus, sagte Vorstandsvorsitzende Ursula Frerichs der „Bild“-Zeitung. Frerichs begründete die Forderung damit, dass Deutschland bei den Urlaubstagen weltweit an der Spitze läge und die Beschäftigten im Verhältnis zu anderen Ländern immer noch doppelt so viele freie Tage hätten. Zudem könnte eine Urlaubskürzung die aktuelle positive konjunkturelle Entwicklung unterstützen.

Quelle: Yahoo

Die Frau war erst kürzlich durch ihre Forderung nach Deopflicht für Deutschland aufgefallen:

Deutschland schwitzt – sie ist dagegen: Ursula Frerichs, Präsidentin des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft, will eine Deopflicht für alle Arbeitnehmer.

Quelle: Focus

Der UMW ist ein Lobbyverband, gegründet 1990:  Endlich war es dann soweit: am 30.Mai 1990 wurde mit der Unterschrift von 33 Unternehmerinnen und Unternehmern abends nach langer, konstruktiver Arbeit um 23.15 Uhr der Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft aus der Taufe gehoben. Nicht zu vergessen wo: bei der trigon-Beratungsgesellschaft im Herzen der Koblenzer Altstadt.

Die Trigon-Beratungsgesellschaft gibt es heute noch, sie ihr Aufgabenfeld nun auf Arbeitslosentraining erweitert.  Eigentlich ist die UMW nicht angetreten, um Deoabsatz zu fördern oder Arbeitnehmer noch weiter auszupressen, ihre Ziele sind andere:

Wir unterstützen Sie

•      beim Knüpfen und Pflegen von Geschäftskontakten im In – und Ausland

•      bei Verhandlungen mit Kreditinstituten und Banken

•      im Informationsmanagement

•      bei Kontakten zu lokalen und überregionalen Behörden

Unser Ziel ist es, die Interessen der Selbstständigen und mittelständischen Unternehmen aus Handel, Handwerk, Gewerbe und den freien Berufen in allen Bereichen zu vertreten.


Durch praxisbezogene Informationen und Hilfeleistungen fördern wir die wirtschaftlichen Belange und die Zusammenarbeit der Mitglieder untereinander.

Quelle: UMW

Wie es kommt, das ihre Vorstandsvorsitzende regelmäßig mit kecken Vorschlägen an die Öffentlichkeit kommt, entzieht sich etwas dem Verständnis … aber so kann man auch auf sich aufmerksam machen. Und es ist ein gutes Beispiel für einen Kampf, der schon verloren scheint, trotz der augenscheinlichen Notwendigkeit einer Revolution auch schon verloren ist:

Das Internet-Zentralorgan „Wired“ erklärt das offene Netz für tot – und definiert Kapitalismus als eine Art Naturgesetz, das jede Infrastruktur unweigerlich in eine Matrix zwängt. Doch frisst die Wirtschaft wirklich das Web?

Die Verfechter des Kapitalismus kämpfen um etwas. Um die Kontrolle über das World Wide Web. Um die Hierarchisierung der Angebote und Informationen, darum, dass ihre eigenen Produkte denen der Konkurrenz preislich oder qualitativ überlegen sind. Um Macht über die Aufmerksamkeit des Individuums. Sie kämpfen darum, dass wir uns zurücklehnen, Antworten erhalten, Neues empfohlen bekommen. Darum, dass wir konsumieren. Das Symbol des Kapitalismus sind die Apps, Millionen Mini-Programme, mit denen wir uns – bequem, aber teils gegen Geld – in geschlossene, genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Mini-Räume teleportieren.

Der Fernseher wird in Adornos Überlegungen zum Machtzentrum eines alles durchdringenden Mediendispositivs. Aus seinem Monitor heraus reicht uns die Kulturindustrie ihre Produkte mit dem Löffel, eingeteilt in kleine, wohlgeformte Portionen, die so leicht verdaulich sind, dass wir sie kritiklos herunterschlucken und uns der Kontrolle der Kulturindustrie gern unterwerfen.

Diese Entwicklung soll nun auch das Internet erreichen.

„All das war unvermeidlich“, schreibt Anderson. Denn die Kräfte des Kapitalismus wirkten von zwei Seiten auf das Internet ein: Unternehmen wünschten sich Unfreiheit und Hierarchisierung. Und der Konsument selbst sei nur allzu gern bereit, seine persönliche Freiheit der Bequemlichkeit zu opfern.

Quelle: Spiegel-Online

Geben wir Anderson Recht, dann war es das nicht nur mit den USA sondern auch mit der BRD … auf jeden Fall aber war es das für unseren Urlaub, den gegen das Argument „Aufschwung“ ist kein Kraut gewachsen.  Alles muß sich diesem großen, einzigartigen, alternativlosen Ziel unterordnen, der Leistungskampf der deutschen Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung ist vom deutschen Arbeitnehmer in großer Opferbereitschaft vorbehaltlos zu unterstützen:

Seit 1937 wurde im Rahmen des am 29. August 1936 von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) ins Leben gerufenen Leistungskampfs der deutschen Betriebe die Auszeichnung „nationalsozialistischer Musterbetrieb“ verliehen. Den Beschäftigten wurde mit dem Leistungskampf soziale Gerechtigkeit propagiert und damit gleichzeitig für die DAF geworben. Durchgeführt wurde der Wettkampf vom „Amt für soziale Selbstverantwortung“ der DAF. Die Ehrungen durch Adolf Hitler fanden jährlich am 1. Mai, dem „Tag der nationalen Arbeit“, statt. Ein Jahr lang führten die prämierten Betriebe daraufhin die Goldene Fahne der DAF. Die Beschäftigten nahmen die damit verbundenen sozialen Verbesserungen zwar gern an, die Teilnahme an den Leistungskämpfen bedeutete aber oft nur verstärkte Arbeitshetze und nunmehr erhöhten Druck von der Unternehmensleitung und der DAF.

Quelle: DHM

»Brot und Arbeit« hatte Hitler versprochen. Das Geld dafür gab der Staat – ganz wie es die Theorie des englischen Ökonomen John Maynard Keynes vorsah. Zwischen 1933 und 1938 verdreifachten sich die Staatsausgaben auf fast ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts.

Quelle: Zeit

Wir scheinen 2010 wieder die gleichen Antworten auf Weltkrisen zu haben wie schon 1933. Wir arbeiten einfach immer mehr und hoffen, das dann alles gut gehen wird. Wir sind brav und fleissig, oder?

Ansonsten … haben die „hierarchischen Kräfte“, die Kräfte der „Unfreiheit“ gewonnen.  Mal wieder. Weil … wir uns zurücklehnen und uns füttern lassen. Wir könnten alles Wissen, doch dafür müßten wir selbst suchen gehen, das gehört nicht zu den Häppchen, die uns der Fernseher zugesteht. Es geht nicht nur um unseren Urlaub, es geht auch … um unser Essen:

Das Streben vieler Länder nach Nahrungsmittelsicherheit ist der wichtigste Grund für das Interesse an australischem Boden. Beobachter sprechen von einem globalen Trend zum „Land Grabbing“ – dem Horten von Agrarland. Denn qualitativ hochwertige Landflächen werden nicht zuletzt als Folge des Klimawandels weltweit immer rarer. Bisher konzentrierten Firmen und Regierungen – allen voran China – ihre Suche nach produktivem Boden vor allem auf afrikanische Länder. Doch zunehmend finden sie auch im traditionellen Agrarland Australien Alternativen.

Quelle Handelsblatt

Nun, wir haben noch keinen Hitler und wie haben auch noch keine NSDAP. Brauchen wir auch nicht. Wir haben Bilderberger, Atlantik-Brücke, Parteien und Gewerkschaften als hierarchische unterwanderte Massenorganisationen, die jeden Widerstand kanalisieren und in bequeme Bahnen lenken, die ihrererseits Unfreiheit als Dogma auf ihre Fahnen geschrieben haben – auch innerparteilich.  Der Nationalstaat wird in der globalisierten Welt auch keine Rolle mehr spielen. Er ist für den Kapitalismus nicht mehr nützlich, da sind sich alle Kapitalisten und Kommunisten einig, Menschen, die merken, das China doch eigentlich alles richtig macht – politisch gesehen. Und wirtschaftlich holen die ja jetzt auch auf.

Wir … lehnen uns zurück. 9 von 10 Deutschen wollen diesen Wahnsinn nicht mehr … aber sie werden es hinnehmen, das ihr Urlaub gestrichen wird, weil das „Heute-Journal“ uns erklärt, warum Dieter Bohlen immer noch da ist, wo er ist, welcher Promi wie Geburtstag feiert und welcher Politiker sich wo prima profiliert hat, während „Land-Grabbing“ für die meisten ein vollkommen unbekannter Begriff ist.

Im Alter werden wir es merken, was das Land-Grabbing bedeutet: dann kostet das Brot fünfzig Euro.

Kriege … brauchen wir in Europa nicht zu befürchten, denke ich.  Noch sind die Ländereien hier als Wohnzone interessant, auf unseren Autobahnen kann man seinen Maserati so richtig schön ausfahren. Aber langfristig … werden wir Geschichte sein wie die USA.  Die neuen Feudalherren etablieren sich nicht mit Burg und Rüstung, sie etablieren sich mit elektronisch gesicherter Villa und gepanzerter Limousine … und Zugriff auf das Essen.

Eins jedoch ist ihnen gleich, wie immer: die Behauptung, ihnen „gehöre das Land“.  Und sie lassen sich immer neue juristische Kniffe einfallen, um diesen Diebstahl zu legitimieren.

Ach ja, und wie immer … geht der Aufschwung an denen, die arbeiten, spurlos vorbei. Ist ja auch seit Jahrtausenden so:

Arbeitsvertragsfragen und Tarifverhandlungen wurden vielmehr von den im April 1933 ernannten „Treuhändern der Arbeit“ festgesetzt, die direkt dem Reichsarbeitsministerium unterstanden. Da Lohnerhöhungen aus Kostengründen vermieden werden sollten, stieg das durchschnittliche Realeinkommen eines Industriearbeiters kaum und lag bis 1939 deutlich unter dem Niveau von 1928.

Quelle: dhm

Mit Konzentrationslagern ist  wieder zu rechnen. Unwertes Leben muß von der Straße.  Und noch ein wenig mehr … dann werden wir verstehen, das wir im Rahmen der großen Globalisierungsschlachten uns nicht nur keinen Urlaub mehr leisten können, sondern das auch die Rente unbezahlbar ist. Dann werden wir ganz viel unwertes Leben haben, dessen Beseitigung aber große Verdienstchancen eröffnet.

Jedenfalls … wenn alles so weitergeht wie bisher.

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