Gesundheit

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Stiftung Corona Untersuchungsausschuss – Sitzung 71: Wann, wenn nicht jetzt? + Pathologen-Pressekonferenz

Pathologie-Konferenz „Todesursache nach COVID-19-Impfung“ und undeklarierte Bestandteile der COVID-19-Impfstoffe vom 20-SEP-2021

Prof. Dr. Arne Burkhardt, Pathologe
Dr. Walter Lang, Pathologe
Prof. Dr. Werner Bergholz

Weitere Informationen:
https://pathologie-konferenz.de

Zusammenfassung von Viviane Fischer

Sitzung 71: Wann, wenn nicht jetzt?



Session 71: If Not Now, When?

Einzelschicksale:

Prof. Werner Bergholz

Im Gespräch mit Prof. Werner Bergholz (Professor für Elektrotechnik)



Funktioniert diese Justiz noch?

Dr. Reiner Fuellmich geht der Frage nach „Funktioniert diese Justiz noch?“

RA Wilfried Schmitz

Im Gespräch mit Wilfried Schmitz (Rechtsanwalt)

Colin Meier

Im Gespräch mit Colin Meier (Sozialwissenschaftler und freier Journalist)

Dr. Wolfgang Wodarg

Im Gespräch mit Dr. Wolfgang Wodarg (Internist, Pneumologe, Sozialmediziner)

Matthew Ehret

Im Gespräch mit Matthew Ehret (Journalist, Historiker, Gründer des Canadian Patriot Review)

Le Impf*ng

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Noch einmal – es geht nicht um Gesundheit

Den vollständigen Tagesdosis-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier:
https://kenfm.de/noch-einmal-es-geht-nicht-um-gesundheit-von-bernhard-loyen/

Pfizer und Moderna erhöhen pünktlich zur Booster-Saison die Einkaufspreise. Kennen sie das Millionenspiel?

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Nachdem das weltweit wütende Corona-Virus in seiner ersten vermeintlich aggressiven Phase im letzten Jahr in Deutschland noch mit gewürfelten Formeln gebändigt werden konnte, AHA + A + GGG, gilt mit der Freigabe durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Impfung als alleinige Sicherheit für den Fortbestand der Menschen in unserem Land.

Notfallzulassungen hin, Mangelwirkung her. Egal, was Zahlen und laufende Studien aussagen, wenn sie dann überhaupt einer breiteren Bevölkerungsschicht über Medien zu Gesicht und Gehör gelangen, das Wundermittel muss weiter unter das Volk gebracht, also in die Oberarme injiziert werden.

Die Langzeitwirkungen aufgrund der kurzen Existenz weiterhin vollkommen unbekannt. Die unmittelbaren Kurzzeitwirkungen so bescheiden, dass von Seiten der Wissenschaft und der Politik Booster- also Auffrischungsimpfungen schon einmal medial ins Spiel gebracht werden. Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

Corona-Impfstoffe: Der „Papa-Talk“ zur Kinderimpfung

Kritische Talk-Runde zur COVID-19-Kinderimpfung und den aktuellen Problemfeldern der neuen Impfstoffe mit Prof. Andreas Sönnichsen, Prof. Christian Schubert, Dr. Roman Braun und Clemens Arvay. Alle vier sind Väter sowie öffentliche Kritiker der experimentell zugelassenen, genbasierten Impfstoffe gegen SARS-CoV-2. Moderation: Doris Peczar.

„Wenn man sich die gängigen Medien anschaut, die auch in der Ärzteschaft gelesen werden, dann ist das ja alles voll mit Propaganda, da sind keine wirklich sachlichen Informationen und die kritischen Informationen werden ausgeblendet beziehungsweise gebasht.“ (aus dem Talk)

Respekt Gesprächsrunde mit Prof. Peter Weish und dem Biologen Clemens Arvay

Der bekannte Biologe Dipl.Ing Clemens Arvay im Gespräch mit seinem ehemaligen Mentor an der Universität für Bodenkultur in Wien, Univ.Prof. Dr. Peter Weish über die Gesundheitsökologie, Lobbyismus durch Pharma- und Agroindustrie, SARS CoV-2 und warum die Zivilgesellschaft gefordert ist beim Umgang mit dieser Gesundheitsbedrohung, die nur eine von vielen ist.

Herman & Popp: Was hat die Maske mit unserer Seele zu tun?

Panik, Sorgen, Angstzustände: In Zeiten der Pandemie wird unser Immunsystem vielfach geschwächt. Vor allem das Maskentragen führt zu erhöhtem CO2-Anteil im Körper. Nur die wenigsten Menschen wissen, dass wir durch bestimmte Ernährung Einfluss auf unseren Seelenzustand und die körperliche Gesundheit nehmen können.

Wichtig vor allem: Unser Blut spielt für ein glückliches, gesundes Leben die entscheidende Rolle. Eva Herman und Andreas Popp über eines der spannendsten Themen des Lebens.

HERMAN & POPP: PODCAST VOM 25.01.2021

+++ Nach Bidens Amtsantritt: Kriege flammen auf, Grenzen geöffnet +++

+++ Beobachter: Biden-Wähler enttäuscht: Immer mehr Meldungen auf Twitter +++

+++ Hunter Bidens Laptop: Warum interviewt Fox News jetzt Reparatur-Werkstatt-Inhaber? +++

+++ Ankündigung: Wird die Hunter-Biden Festplatte komplett veröffentlicht? +++

+++ Proteste in Russland: USA veröffentlichten Ort und Zeit dafür +++

+++ Russland: USA mischen sich in unsere Angelegenheiten +++

+++ Virtuelles WEF-Treffen: Merkel und von der Leyen halten Reden +++

+++ Europa tobt: Massive Lockdown-Proteste in Dänemark, Belgien, Frankreich, Niederlande … +++

+++ Forscher: Harter Lockdown brachte „kaum positiven Effekt“ +++

+++ Lieferkettenausfall: Obst und Gemüse aus Spanien wird knapp +++

+++ Knappe Gemüsevorräte: Iglo und Bonduelle haben Lieferprobleme +++

+++ Wie wir jetzt gesund durchs Chaos kommen +++

https://t.me/EvaHermanOffiziell/41106

Gesundheit und andere Leiden

„ENTEIGNUNG DER GESUNDHEIT“ – PUNKT.PRERADOVIC MIT DR. GERD REUTHER

Wer entscheidet über unsere Gesundheit? Momentan nicht wir, sondern Politiker und Virologen. Ein umstrittener positiver Test kann uns für krank erklären, obwohl wir uns gesund fühlen. Eine Impfung kann uns Privilegien bringen, keine Impfung stigmatisiert uns als tickende Zeitbomben. „Enteignung der Gesundheit“ nennt es der Arzt und Medizinaufklärer Dr. Gerd Reuther. Schon in seinem Bestseller „Der betrogene Patient“ kritisiert Reuther das heutige Medizingeschäft als reine Profitmaschine. Und das gelte auch für die Corona-Krise, so der studierte Radiologe. Ein Gespräch über Big Pharma, Sinn und Unsinn von Lockdowns, FFP2-Masken und die irrige Vorstellung, daß Virusinfektionen immer von anderen Menschen übertragen werden.

Im zweiten Gespräch mit… Ricardo Leppe / Ernährung

Ricardo ist nicht nur Zauberer, sondern ein ausgesprochener Fachmann wenn es um das einfache und effiziente Lernen geht, sowie die Ernährung. Du bist was Du isst, ist nicht nur ein Phrase, sondern eine gültige Weisheit. In unserem zweiten Gespräch, geht es genau um darum. Was ist gut für uns und unsere Körper und was sollten wir meiden…

DESWEGEN gehen wir auf die Straße!

[sic!] #14

Bodo Schiffmann – Ist Corona tödlich oder die Gen-Impfung? – Ungeschnitten 07

Wenn Sie weitere aktualisierte Informationen über Covid 19 wollen, so bringt diese Seite viele wichtige Informationen: https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/

Wenn wir uns auf ein Virus konzentrieren, ohne auf den Menschen zu schauen, dann werden wir krank. Wenn wir uns auf uns und unsere Natur positiv konzentrieren, dann können wir gesund werden. Sonne, Bewegung und Zuwendung konzentrieren, helfen uns gesund zu werden: https://www.scinexx.de/news/medizin/wie-einsamkeit-die-immunabwehr-schwaecht/

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/81733/Angst-wirkt-sich-auf-das-Immunsystem-aus

https://www.spektrum.de/news/wie-fieber-der-koerperabwehr-hilft/1619048

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/74268/Radfahrer-pendeln-gesuender-Niedrigeres-Krebs-und-Sterberisiko-in-Studie

https://www.spektrum.de/news/wie-sonnenlicht-das-immunsystem-aktiviert/1433289

Da das Immunsystem durch die Digitalisierung, mit deutlich weniger Bewegung, weniger Sonne und viel Blaulicht der Gesundheit, auch durch die damit verbundene Strahlung schadet, so sind schöne direkte Begegnung der Menschen, an der Sonne, im Wald in gegenseitiger Anerkennung eine gute Möglichkeit gesund zu werden.

Wir können unsere Gedanken in die Richtung lenken, in die wir wollen. Wenn wir Gedanken aufbauen, deren Realisierung der Welt Menschheit und uns hilft, dann können wir damit eine gute Wirkung, sozusagen eine bessere Immunantwort aufbauen.

 

 

Linken-Politiker Hunko fordert Geld für Gesundheit statt NATO

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko hat im RT-Interview die Infragestellung des NATO-Zwei-Prozent-Ziels durch die Bundesverteidigungsministerin kritisch kommentiert. Kramp-Karrenbauer halte grundsätzlich an der Steigerung der Rüstungsausgaben fest. Statt noch höherer Rüstungsausgaben müsse aber angesichts der Corona-Krise und derer sozialer und wirtschaftlicher Folgen etwa für die Gesundheit mehr Geld bereitgestellt werden.

Neue Vorwürfe gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange

Dieses Video zeigt die letzten beiden Updates zum Fall Julian Assange vom 27. Juni 2020 und vom 3. Juli 2020, die ursprünglich auf Englisch veröffentlicht wurden, in der deutschen Übersetzung. Die jüngsten Vorkommnisse, darunter die Ersatzanklage der US-Regierung, Assanges Geburtstag sowie sein gesundheitlicher Zustand werden thematisiert.

Warum das Militärbudget der USA die Pandemie beschleunigt

Sorry, wurde wohl zensiert…

Das Strahlenproletariat – verkohlt,verschrödert,vermerkelt und nun verstrahlt

Ob die Regierung hier auch eine Steuer einführt wie zum Beispiel die geplante Zucker- und Fettsteuer oder gar ein Verbot wie das Rauchverbot. Oder gibt es mittlerweile medizinische Hinweise, dass Radioaktivität gesundheitsfördernd ist? Denn die EU hat immerhin die radioaktiven Grenzwerte bei Lebensmittel von 600 Bq/Kilogramm auf 12.500 Bq/Kilogramm angehoben – also fast um das 20-Fache.

Armut in Deutschland: Unfreiheit, Ungleichheit, Unbrüderlichkeit – ein Unland.

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Mittwoch, 24.9.2014. Eifel. Über Armut in Deutschland zu sprechen ist gar nicht so leicht. Klar, alle denken erstmal an Geld – als wäre allein Geld der Maßstab allen Lebens. Schauen Sie sich doch mal die Schwerbehinderten in Deutschland an: schon fast zehn Prozent aller Deutschen haben einen Schwerbehindertenausweis (siehe Spiegel): ich denke, viele von ihnen würden all´ ihr Geld opfern, um wieder gesund zu sein. Genau genommen ist Gesundheit insgesamt ein großes Problem in Deutschland: Ärzte und Industrie werden für Erkrankungen bezahlt: ein Arzt, der nichts findet, ist bald ein armer Arzt. Und ein Mensch, der solange zum Arzt geht, bis der was findet, ist ein armer Mensch – und davon gibt es sehr viele.

Oder denken wir an die zentralen Werte der französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Wie frei sind Sie eigentlich? Nein – die Frage lautet nicht, wie frei sie sich nach vier Stunden TV-Konsum fühlen (da dürfte das Gefühl positiv ausfallen: immerhin gaukelt man Ihnen hier eine allmächtige Beobachterposition vor, wie man sie früher bei Göttern annahm – oder eine Berichtsposition, wie sie Könige erlebten), sondern wie frei Sie wirklich sind? Frei, um zum Beispiel eine Glühbirne zu verwenden? Ja – die sind schon verboten (angeblich ist Sigmar Gabriel dafür verantwortlich – siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten), an anderen Verboten wird gerade gebastelt (siehe FAZ):

In diesen Wochen trifft die Europäische Kommission eine Vorentscheidung, welche Geräte und Produkte sie zwischen 2015 und 2017 regulieren will. Die Liste der Vorschläge reicht von Fitnessgeräten, Akkuschraubern und Föhn über Rasenmäher, Smartphones und Videoprojektoren bis hin zu Aufzügen, Gewächshäusern und Verstärkern.

Sie wissen, wo das enden wird? In einer Ökodiktatur. Die will ich auch gar nicht anprangern: wir Wohlstandsbürger sind in unserer Vernichtungswut gegenüber unserer Umwelt ansonsten doch gar nicht mehr bremsen: auf Warnungen der Wissenschaftler reagieren wir mit dem Kauf eines überdimensionierten Geländewagens, der pro Kilometer soviel verbracht wie vier Kleinwagen – bei gleichem Effekt: den Transport unserer Wohlstandshintern zum „Aldi“. Und die Warnungen der Wissenschaftler werden immer deutlicher (siehe Sciblogs):

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte.

Gut, dass wir das Leben nur noch über den Bildschirm erleben: so bleibt uns das Gefühl, wir könnten die Apokalypse durch Betätigung der Fernbedienung von unserer Wohnung fern halten.

Aber wir waren bei der Freiheit. Anders als ehedem angedacht ist Freiheit heute ein Gut, dass man sich leisten können muss – finanziell gesehen. Sind Sie chronisch unterfinanziert wie zum Beispiel Thomas Meese von der Universität Hamburg, dann müssen Sie sich staatlich verordneter Zwangsarbeit beugen – auch als hochqualifizierter Wissenschaftler (siehe gegen-Hartz). Kein Wunder, dass der Deutsche lieber seine Wohnung nicht verläßt und nicht mehr auf Demonstrationen zu sehen ist … ein Tatbestand, der deutlicher als alles Andere zeigt, wie „frei“ er sich wirklich fühlt.

Brüderlichkeit? Wie sieht es damit aus? Da fällt mir gerade der Löschzug Rapen aus Oer-Erkenschwick ein (siehe: Der Westen):

Denn bei der Feuerwehr brannte es. Auslöser war ein Aufnahmeritual vom 15. September 2007. An jenem Nachmittag war eine 20-jährige Anwärterin an einen Baum gefesselt worden. Ein im Löschzug Rapen nicht unübliches Verfahren.

Ein seltsamer Geist bricht sich dort Bahn. Nicht nur bei deutschen Feuerwehren, auch bei der Polizei (siehe Der Westen):

Hakenkreuze, rechte Parolen, offener Rassismus – monatelang ist eine Polizeianwärterin (23) mit Migrationshintergrund von Studienkollegen in einem Kurs an der Fachhochschule „XXXXXXXX“* (siehe unten) gemobbt und erniedrigt worden.

Wissen Sie, was daran wirklich rassistisch ist? Was zudem niemandem auffällt? Das man darauf hinweist, dass die Polizeianwärterin einen Migrationshintergrund hat. Vielleicht hieß sie Schimanski (wie ein bekannter „Tatort“-Kommissar aus dem TV) und der Ururgroßvater kam aus Polen?

Zwei Ausnahmebeispiele? Nein, zwei Ausprägungen einer verrrohenden Gesellschaft, für die es jetzt fundamentalere Daten gibt (siehe WDR):

Häusliche Gewalt nimmt nach Angaben der Ärztekammern in NRW immer weiter zu. Die Zahl der Strafanzeigen deswegen habe sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre von 16.000 auf 27.000 Fälle pro Jahr erhöht.

Damit daraus keine Gesellschaftskritik wird, wird die Aussage umgehend relativiert mit dem Hinweis darauf, dass Ärzte sensibler auf des Thema reagieren, wodurch mehr Fälle bekannt werden. So einen Humbug liest man selten: Ärzte haben Schweigepflicht – sie dürfen überhaupt keine Straftaten anzeigen. Wir werden also mit der Tatsache leben müssen, dass das Leben in der trauten Ehegemeinschaft rauer wird – sogar dort.

Probleme mit der Brüderlichkeit hat man auch im Geschäftsleben – nach der Finanzkrise sollte das eigentlich jedermann bewusst geworden sein. Trotzdem stößt man immer noch auf erstaunliche Dokumente, die das Geschäftsgebahren der Bankenwelt gut dokumentieren – wie hier zum Beispiel bei den Sparkassen: (siehe Spiegel)

„Man versucht, indem man sich ins Gehirn hineinschleimt, Vertrauen zu finden und den Verbraucher in einer Weise zu beeinflussen, die nicht in seinem Interesse ist.“ – so das Urteil der Verbraucherschützer über die Klassifikationsraster der Sparkassen. Das gilt aber im Kapitalismus für alle Branchen … und führt uns zum nächsten Thema: der Gleichheit.

Darüber traue ich mich gar nicht mehr zu reden – darüber ist schon genug gesagt worden. Es gibt wieder eine Elite, die enscheidet – und ein Prekariat, das folgen muss … bei Zwangsarbeit, Glühbirnenverbot und offenem Rassismus. Das gilt weltweit so, da hat Deutschland kein Alleinstellungsmerkmal (siehe Oxfam):

Die wachsende soziale Ungleichheit untergräbt demokratische Prozesse, sowohl in Industrie- als auch in  Schwellen- und Entwicklungsländern. Das ist das Ergebnis eines Berichtes zur Einkommens- und Vermögensungleichheit, den Oxfam heute kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht. In „Working for the Few“ warnt die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation davor, dass wohlhabende Eliten weltweit die Politik zu ihren Gunsten beeinflussen und wirtschaftliche Spielregeln in ihrem Sinne manipulieren.

Heute besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des Weltvermögens. Die 85 reichsten Menschen besitzen ebenso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen.

Das ist der Trend, der auch in Deutschland vorherrscht. Den beschreibt der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR Egon Krenz aus einer interessanten Perspektive (siehe Junge Welt):

Herbert Wehner, der vom Kommunisten zum Sozialdemokraten mutierte, hatte mich schon 1973, damals Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag, gewarnt: »Wer einmal Kommunist war, den verfolgt die bürgerliche Gesellschaft bis zu seinem Lebensende.« Ich hätte also durchaus wissen können, was nicht nur mich erwartet, sollte die Bundesrepublik einmal Zugriff auf die DDR bekommen. Der Gedanke, daß dies jemals geschehen könnte, lag mir damals fern. Nun rächt sich die neue Macht mit all ihren Institutionen dafür, daß sie über 40 Jahre keinen Zugriff auf den deutschen Osten hatte. Und sie sendet damit das Signal: Sie will nie wieder eine Alternative zur kapitalistischen Gesellschaft zulassen.

Kommunistenverfolgung in einer freien Demokratie? Sind wir etwa auch arm an politischer Freiheit, arm an wissenschaftlicher Wahrheitsfindung, arm an Prozessen zur Meinungsbildung? Hören wir Herrn Krenz:

Das offizielle bundesdeutsche Geschichtsbild über die DDR steht doch fest: »Zweite deutsche Diktatur«, »Unrechtsstaat«, »Mauer« und »Stasi«. Wer diese Klischees nicht bedient, hat keine Chance auf eine sachliche Diskussion.

In der Tat: die Chance, aus den Erfahrungen des sozialistischen Deutschlandes etwas über mögliche Alternativen zum momentan versagenden Kapitalismus zu lernen, wurde vollkommen zugunsten einer blindwütigen Siegerorgie vertan. Die „neue Macht mit all ihren Institutionen“, die bei Oxfam erwähnte „wohlhabende Elite“ rechnet sich auch aktuell den Kapitalismus schön (siehe Spiegel):

Es ist das höchste Wachstum seit zehn Jahren: Das Vermögen privater Haushalte ist 2013 weltweit auf 118 Billionen Euro gestiegen. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor und 27 Prozent mehr als 2007.

Solche Meldungen gehen eher durch die Systemzensur als die Meinungen des Herrn Krenz. Schauen wir hier ruhig mal genauer hin: immerhin ist der Spiegel das bedeutendste „kritische“ Medium der Bundesrepublik, die Bibel der staatstragenden Kräfte, das Sturmgeschütz der Demokratie:

Fast eine halbe Milliarde Menschen ist demnach in den vergangenen 13 Jahren in die globale Vermögensmittelklasse aufgestiegen. Zwischen 2012 und 2013 waren es 60 Millionen. Zur Mittelklasse zählt in der Allianz-Definition, wer ein Vermögen zwischen 5300 und 31.800 Euro besitzt. Im vergangenen Jahr waren das laut Allianz weltweit 912 Millionen Menschen.

Ja, Sie lesen richtig: mit einem Vermögen von 5300 Euro gehören Sie zur Mittelklasse dieser Welt – sagt die Allianzversicherung, einer der großen Träger des bundesdeutschen Systems. Ach – jetzt sind wir doch beim Geld gelandet … dabei ist diese Debatte dem Lande der Dichter und Denker doch so unangemessen. Aber – was soll´s.

Ja – jeder Deutsche Hartz IV-Abhängige, der noch Schonvermögen von 5300 Euro in Händen hält, gehört schon zu Mittelklasse. So definiert, steigt die Mittelklasse weltweit an, allein schon deshalb, weil Geld wie irre gedruckt wird und an der Börse mit diesem gehaltlosem Geld irrsinnige Gewinne möglich sind. Lesen wir die vom Spiegel zitierte Studie aber nochmal genauer:

Allerdings setzt sich ein Teil der neuen Mittelschicht auch aus Absteigern zusammen. Denn die Zahl der wohlhabenden Menschen ist geschrumpft. Die meisten Absteiger aus der Oberschicht gab es in den USA, Japan, Frankreich und Italien. Seit der Jahrtausendwende sind laut der Studie 65 Millionen Menschen aus der sogenannten Vermögensoberklasse herausgefallen.

„Wohlhabend“ .. das waren mal die mit einem Vermögen von über 31800 Euro. Ein teures Auto, geerbter Schmuck, ein kleines Häuschen – schon gehören sie zur Oberschicht. Schon eine kleine bezahlte Eigentumswohnung macht aus Ihnen den Bill Gates von Oer-Erkenschwick – wenn es nach den Träumen der Allianz geht. Wir hielten das früher mal für untere Mittelschicht – und  schauen wir aus den Augen der alten BRD-Bewohner, dann merken wir, dass uns unser Alltag nicht täuscht: immer mehr Menschen fallen aus dieser Mittelschicht heraus, wandern in die Armut. Genau genommen werden immer weniger Menschen immer reicher und immer mehr Menschen immer ärmer – aber das versucht die „neue Macht mit all´ ihren Institutionen“ zu vertuschen wo immer es geht.

Aber kümmern wir uns jetzt mal um die Armen, geben der Armut ein Gesicht. Der NDR hat dies getan (siehe NDR):

Tanja ist eine von vielen Frauen in Deutschland, die alleinerziehend sind und deshalb keinen Vollzeitjob machen können. Dadurch, dass sie in Teilzeit in einem Café arbeitet, verdient sie nicht genug, um ihren Lebensunterhalt für sich und ihr Kind zu sichern. Trotz eines Stundenlohns von 8,50 Euro kommt sie gerade mal auf 870 Euro.

Kein Hartzer – sondern eine reiche, arbeitende Frau. Zum Überleben mit 320 Euro im Monat (abzüglich der Fixkosten) ausgestattet – für zwei Personen. Macht 160 Euro pro Person, 5,30 Euro am Tag. Eine Schachtel Zigaretten ist teuerer – um mal einen Vergleichsmaßstab zu setzen. Ich will aber auch noch einen anderen Maßstab nehmen: Afrika, jener Kontinent, auf dem die Menschen mit einem Dollar pro Tag auskommen müssen (siehe Johannes Rau in der Zeit). Das gilt als „wirklich arm“ – dagegen ist unser Tanja richtig reich.

Vergleichen wir aber mal die Bruttoinlandsprodukte der Kontinente (ja, da sind wir großzügig – die Griechen, Spanier und Portugiesen kommen sogar mit in die Rechnung – siehe Politik-kompakt). Europa hat demnach ein Bruttoinlandsprodukt von 17580 Milliarden, Afrika von 1960 Milliarden. Europa ist neunmal reicher als Afrika … aber Tanja hat nur fünfmal Geld mehr als ein afrikanischer Armer. Manche deutsche Rentner haben genau so viel wie ein Afrikaner (siehe RTL). Würden wir die BIP´s Deutschlands mit … sagen wir mal: dem Sudan vergleichen, wird es noch doller: Deutschland hatte 2013 ein BIP von 3 600 Milliarden Euro (Platz 4 im Ranking der Nationen), der Sudan 70 Milliarden (Platz 68 von immerhin 188 Ländern). Während der arme Sudanese mit einem Dollar auskommen muss, muss die reiche Tanja in einem Land das über FÜNZIGMAL REICHER als der Sudan ist, mit fünf Euro auskommen – also 6, 5 Dollar. Verglichen mit Uganda, dem Senegal oder dem Kongo ist der Sudan aber noch reich, die drei Länder haben weniger als die Hälfte des BIP des armen Sudan (siehe Wikipedia).

Merken Sie jetzt langsam, wie arm die arbeitende Tanja eigentlich wirklich ist … wenn man ihren Anteil am BIP des Landes als Maßstab zugrunde legt? Würde man ihr Einkommen gemessen am BIP auf Sudan-Niveau umlegen, würden aus den 6,50 Dollar 10 Cent werden. Da sind Leute mit fast einem Dollar pro Tag deutlich reicher.

Das sind Dimensionen der Armut, die wir täglich fühlen – aber kaum mit Zahlen anschaulich machen. Während die Armut in Afrika teils einfach auf lange Dürreperioden zurückzuführen ist, ist sie in Deutschland der Wille der Elite und des von ihr kontrollierten Staates, die – wie überall sonst auch – „die Politik zu ihren Gunsten beeinflusst und die wirtschaftlichen Spielregeln in ihrem Sinne manipuliert“.

Übrigens erwirtschaftet Tanja in diesem Jahr vorraussichtlich 40000 Euro, so jedenfalls ihr Anteil am BIP (siehe Wikipedia), zusammen mit ihrem Kind kommt sie auf 80 000 Euro. Davon erhält sie 10000 Euro und hat am Ende 3840 Euro übrig, von denen sie ein Jahr lang das Überleben ihrer Kleinstfamilie finanzieren muss.

Keine Freiheit. Keine Brüderlichkeit. Keine Gleichheit.

Keine Gerechtigkeit. Kein Mitleid. Keine Nächstenliebe.

Und das tolle ist: verglichen mit dem armen Sudanesen sind wir sogar arm am wichtigsten Gut menschlichen Lebens: der Zeit, siehe Sybille Berg im Spiegel über den modernen Menschen:

Lasst mich endlich, endlich in Ruhe, möchte er schreien, der gehetzte Mensch, der zu nichts mehr kommt. Der immer am Anschlag ist. Weil die Zeit wegrennt, weil der Terminplan voll ist mit der Arbeit, die immer mehr wird, besonders bei denen, die sind wie ich, bei Freiberuflern, Selbstständigen. Eltern, Menschen mit kranken Eltern, kranken Kindern oder depressiven Partnern, mit Verwandten, die Prozesse haben, nicht zu reden von den Prozessen, die man selber führt. Der gehetzte Mensch muss immer mehr arbeiten, irgendwie ist da Inflation, und keiner hat es gesagt, alles wird teurer.

Deutschland: ein armes Land. Ein sehr armes Land.

Ein Unland.


 

 

* Offensichtlich ist die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein Westfahlen Gelsenkirchen, Standort Köln, gemeint. Im Originalartikel ist dies nicht ersichtlich.

Siehe den oben genannten Link und
http://www.rp-online.de/nrw/panorama/nazi-skandal-erschuettert-polizei-in-aachen-mobbing-und-fremdenfeindlichkeit-aid-1.4517648

 

Ein Lob der Arbeitslosigkeit

Ein Lob der Arbeitslosigkeit

Montag, 4.11.2013. Eifel. Wieder Montag. Ist ihnen schon mal aufgefallen, worin die Hauptkritik arbeitender Menschen an Arbeitslosen besteht? Noch nicht? Mir schon – gestern. „Die haben alle einen Flachbildschirm!“. Cool, oder? Mir persönlich würden andere Kritikpunkte einfallen, die meinen Neid entfachen. Die haben endlos Zeit, Bücher zu lesen. Die können ausschlafen, lange Wanderungen in der Woche unternehmen, haben Zeit für Yoga, Mediation, Kontemplation und vor allem: ganz viel Gelegenheit, selbst langwierige und komplizierte Gedankenstrukturen zu entfalten, ohne das Kunden oder Chefs diese mit dämlichsten Einwürfen stören. Die können sich selbst finden – oder Gott -, sich in einem Tempo fortbilden, das kein Arbeitnehmer mithalten kann und sich in Themenbereiche so tief einarbeiten, wie es sonst nur Akademikern im Elfenbeinturm möglich ist. Sie können die ganze Welt des Internet mit Worten füllen und so am politischen Meinungsbildungsprozess aktiv teilhaben.

Von der Arbeitsfron befreit zu sein, kann einen enormen Gewinn für die ganze Gesellschaft darstellen – weshalb wir Politiker und Akademiker, Geistliche und Beamte, Polizisten und Soldaten, Journalisten und Ärzte, Richter und Rechtsanwälte von der Arbeit freigestellt haben (doch, das ist so. Die könnten doch ihre Berufe alle auch in der Freizeit ausführen, nachdem sie im Straßenbau, im Bergbau oder an der Ladentheke geknechtet haben): unsere ganze Kultur schätzt den enormen Mehrwert, den man aus arbeitsfreier Zeit generieren  kann.  Doch was kommt an Kritik?

„Die sitzen den ganzen Tag vor dem Fernseher – dem FLACHBILDFERNSEHER!“.

Mehr scheint der deutsche Arbeitnehmer nicht mehr vom Leben zu verlangen: ein Flachbildfernseher im Haus ist sein größter Genuss, sein Lebenssinn, Flachhirnprogramme zu konsumieren, sein Lebensinhalt – weshalb er den wahren Reichtum, der in Arbeitslosigkeit liegen kann, gar nicht schätzt … noch sieht.

Nur Arbeitslose haben noch die Chance, sich einen sicheren Weg durch die Nachrichtenflut zu bahnen und ihre Mitmenschen vor unangenehmen Entwicklungen zu warnen, die schnell verloren gehen. Schauen wir allein heute das Handesblatt an. Wussten Sie zum Beispiel, dass Wasser, Sport und Schlaf ungesund sein können – obwohl man uns oft genug das Gegenteil gepredigt hat (siehe Handelsblatt)? War ihnen klar, dass das ganze Gesundheitsgefummel, diese Vitamingeschichten, das Joggen, die Aquakur, die Gymnastik und die Superultramatratze alles Mumpitz sind bei dem, was wir unseren Körpern antun (siehe Handelsblatt):

In unserem Blut fließt Plastik

Durch die Luft, über die Haut und vor allem über die Nahrung nehmen die Menschen mehr Plastik denn je auf. Studien deuten drauf hin, dass Krebserkrankungen, Fettleibigkeit und Unfruchtbarkeit darauf zurückzuführen sind.

Jeder Busenblitzer von Lady Gaga erregt unsere höchste Aufmerksamkeit … während wir uns langsam in Bisphenolzombies verwandeln. Irre, oder?

Dafür zahlen wir einen hohen Preis – wie jetzt in Berlin (siehe Handelsblatt):

Berlin hat einer von Bürgern kontrollierten Stromversorgung eine Absage erteilt. Der Volksentscheid des Berliner Energietisches scheiterte am Sonntag knapp an zu wenig Ja-Stimmen, wie Landesabstimmungsleiterin Petra Michaelis-Merzbach am Abend mitteilte. Mit dem Volksentscheid sollten ein vom Land unabhängiges Stadtwerk gegründet und das Stromnetz zurückgekauft werden. Am Ende fehlten 0,9 Prozent der notwendigen Stimmen. 

Mit genügend Arbeitslosen wäre das nicht passiert. Die hätten sich genügend informieren können, die wären in der Lage gewesen, die Tragweite der Entscheidung zu begreifen: ohne Energie keine Souveränität, ohne Souveränität keine Demokratie. Das wäre ein wichtiger Schritt gewesen – nun hat die große Koalition ihren ersten Sieg davon getragen: die große Koalition oder die „Kein-Bock-Wohlstandsblasenlandsmannschaft“, die meint, wenn ihr persönlicher Lieblingsserienheld seinen Traumjob in der angesagten Werbeangentur bekommt, kann es mit der Welt doch gar nicht so schlimm aussehen.

Mit dieser Ansicht haben diese Menschen ja sogar Recht: solange das „sprechende Bild“ Serienschmarn am laufenden Band wiederholt, sollte man nicht meinen, dass irgendetwas Wichtiges vor der Tür passiert.

Das passiert aber trotzdem – und damit das seine Wahlentscheidung nicht beeinflusst, sieht man zu 99% inhaltslose Füllmasse im TV, die man nur mit Alkohol ertragen kann – was man aber auch weiß, denn die Arbeitslosen sitzen ja immer mit dem Bier in der Hand vor dem Fernseher … so klagt jedenfalls die deutsche Mobbingpresse – so, als hätte man eine andere Wahl. Schon mal Privatfunk nüchtern gesehen? Erinnert an LSD-Trips: alles bunt, nackt, durcheinander und völlig sinnfrei. Darum hängen die Leute auch davor und kommen nie wieder weg: sie können einfach nicht glauben, was sie dort sehen.

Und der größte Neidfaktor des normal arbeitenden Menschen aus dem bildungsfernen Sektor ist eben die Tatsache, dass die Arbeitslosen eventuell ja den ganzen Tag diesen geistigen Müll in sich aufsaugen dürfen, während man selber nur vier Stunden davon abbekommt.

Wie tief ist dieses Land eigentlich gesunken?

Gar nicht, will man dem Handelsblatt weiter folgen. Es scheint im Gegenteil wieder zu groß zu werden:

Seit über drei Jahren wird in den Krisenländern der Eurozone gegen das Spardiktat demonstriert. Die Proteste richten sich gegen eine (Austeritäts-)Politik, die nicht nur als falsch, sondern auch als fremdbestimmt wahrgenommen wird. Die Demonstranten vermuten, dass die wichtigen Entscheidungen nicht in Athen oder Lissabon, sondern allenfalls noch in Brüssel, vor allem aber in Berlin getroffen werden.

Die Lage wird ernst für die Flachbildschirmfantrupp, die sich der Tatsache stellen muss, dass Busenblitzer keine Probleme lösen. Da werden sogar wieder große, böse Bilder gezeichnet:

Sie transportieren die Botschaft, dass die Deutschen heute mit ökonomischen Mitteln nachholen, was ihnen damals militärisch nicht gelungen ist: die Dominanz über Europa zu erringen. Solche Vorwürfe werden nicht nur auf der Straße geäußert. Auch der ungarische Ministerpräsident Orban sprach im letzten Mai davon, dass Deutschland „schon einmal“ Panzer in sein Land geschickt habe.

Das Vierte Reich wird nicht nur im Inneren wahr genommen. Solche Töne sind sehr bedenklich – erst Recht, wenn man bedenkt, dass wir nur noch am Tropf des Exportes hängen und uns einen schlechten Ruf im Ausland gar nicht mehr leisten können.

Den haben wir aber schon weg – auch in den USA (siehe Handelsblatt):

US-Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman schaltet sich in die Debatte um den deutschen Exportüberschuss ein – und verteidigt die Kritik daran. Deutschland schade dem Wachstum der Weltwirtschaft.

Deutschland erobert nicht nur Europa, es schadet der ganzen Welt. Eine solch´ schlechte Presse hatten wir das letzte mal 1942. Auch die Staatsverschuldung war damals ähnlich hoch.

Der Bericht platzte mitten die erhitzte Diskussion um die Bespitzelung der Bundeskanzlerin und vieler anderer Spitzenpolitiker weltweit durch den US-Geheimdienst. Entsprechend scharf war die Reaktion aus dem politischen Berlin auf den Bericht. Der Überschuss sei Ausdruck der hohen Nachfrage nach deutschen Qualitätsprodukten.

Nun – die Nachfrage nach deutschen Qualitätsprodukten ist unter anderem deshalb so hoch, weil Deutschland Niedriglohnland geworden ist – und weil der Euro deutsche Produkte sehr billig gemacht hat. Allerdings dürfte die Reaktion der Bundeskanzlerin nicht nur deshalb so scharf (und falsch) ausgefallen sein, Krugman spricht ein anderes, viel peinlicheres Thema an:

Seine Exportstärke und die damit verbundenen exzessiven Leistungsbilanzüberschüsse führten zu deflationären Tendenzen im Euroraum und weltweit. Deutschland müsse das heimische Wachstum stärken und die Exportabhängigkeit verringern.

Über das heimische Wachstum haben wir schon berichtet: außer den Preisen steigt in diesem Lande nichts mehr, die Binnenkonjunktur liegt seit Jahrzehnten am Boden. Deutschland geht es prächtig – aber immer weniger gehören dazu. Richtig fett werden hier nur wenige – die wenigen aber kann man nur noch zu Tagungen rollen.

Die antideutschen Sprüche im Ausland gelten dem ganzen Land – dabei ist es nur eine kleine Clique, die für die Misere verantwortlich ist. Der Deutsche an sich begrüßt weder den Sozialabbau, noch die Kriegseinsätze im Ausland, er erfreut sich nicht an seinen Billiglöhnen oder den Luxuspreisen für Nahrungsmittel, Benzin oder Medikamente, noch jauchzt er vor Glück über die neue Autobahnmaut, mit der er seine lange von Steuergeldern abbezahlten Straßen noch einmal bezahlen kann (siehe Handelsblatt). Eben so wenig dürfte er glücklich darüber sein, in einer Bananenrepublik zu leben, in der sogar die alt-ehrwürdige Debeka zur Beamtenbestechung neigt, um sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu sichern (siehe Handelsblatt).

Der „Leistungsträger“ sonnt sich im Ritterschlag der Lumpenelite, während das Ansehen seiner Heimat ebensolche Tiefstände erreicht wie der Wohlstand seiner Mitmenschen. Sympathie fühlt er nur noch mit der Macht – der Supermacht, siehe Handelsblatt:

In der Beliebtheitsrangliste Europas rangiert Amerika derzeit ganz weit hinten, irgendwo zwischen weißem Hai und Kettensägenmassaker. Monstergleich werden die USA verteufelt, und man traut ihnen alles zu: vom Abhören des Kanzlerhandys bis zum Ruinieren des Weltklimas, vom Big-Data-Krakengriff bis zum wahllosen Drohnenkrieg.

Ein seltsamer rhetorischer Trick, auf den hier zurückgegriffen wird: wir trauen den Amerikanern nicht alles zu – wir wundern uns nur darüber, was sie sich alles trauen. Sie ruinieren das Weltklima, hören das Handy der Kanzlerin ab, führen einen gigantischen Datenkrieg gegen die zivilisierte Welt und terrorisieren schwächere mit einem schrankenlosen Drohnenkrieg.

Doch hinter den großen Klagen über die Verteufelung der USA in Deutschland steckt eine ganz böse, bittere Erkenntnis über unsere Wirtschaft, eine Erkenntnis, die uns überhaupt nicht in den Kram passen sollte:

Die Klage über die neue Macht Amerikas ist darum in Wahrheit die Selbstanklage der eigenen Ohnmacht. In der gesamten modernen Digitalindustrie haben wir gegenüber Amerika einfach jämmerlich verloren. Wir stehen da wie die Wilden vor Kolumbus und bestaunen die digitalen Glasperlenspiele mit großen und nun eben meckernden Mündern.

Das Ergebnis der Arbeit der deutschen Lumpenelite? Wir können nur noch durch Korruption, Ausbeutung, Währungstricks und Zwangsabgaben mithalten, in Wahrheit hat unsere Wirtschaft (die deutsche und die europäische) den Schuss nicht gehört.

Umso bedrohlicher das dunkle Bild, das aus dem Ausland heraufzieht: der eingebildete Riese ist in Wirklichkeit ein kleiner, aufgeblasener Zwerg, der im 21. Jahrhundert keine Leistungen mehr erbringt, die zukunftsfähig sind – aber er führt sich auf wie Julius Cäsar in Gallien.

Die USA können sich Diskussionen darüber leisten, ob man lieber die Malaria bekämpfen oder das Internet weltweit ausbauen soll (siehe Handelsblatt, Bill Gates im Disput mit Mark Zuckerberg), während Deutschland in der neuen Bildzeitung darüber nachdenkt (falls man das überhaupt denken nennen kann), wer die neue Kommissarin im Tatort gewesen sein kann.

So ruht der Deutsche im Dämmerschlaf – und nur der Herr Snowden rettet seine Haut. Ohne ihn wäre das Freihandelsabkommen mit den USA wohl nicht in Gefahr, jetzt erst wird ein Stop der Verhandlungen gefordert (siehe Spiegel). Für die deutschen Bauern die letzte Hoffnung – gegen den hochsubventionierten US-Agrarmarkt hätten sie keine Chance. Aber auch die anderen dürften – jenseits der vielversprechenden Zahlen – ziemlich drum dreinschauen, wenn sie merken würden, wie der neue Supermarkt in ihr Leben eingreift. Die Mexikaner können ein Lied davon singen, siehe Quetzal-Leipzig.

Was für die Firmen wirtschaftlich sinnvoll ist, hat für die ArbeitnehmerInnen deutliche Schattenseiten. Zwar gibt es hier die im Rest des Landes rar gesäten Arbeitsplätze, aber die Beschäftigungsbedingungen sind oft schlecht. Wochenarbeitszeiten von 60 Stunden sind keine Seltenheit. Sicherheits- und Gesundheitsstandards sind niedrig, und die Bildung von Gewerkschaften wird unterbunden oder findet gar nicht erst statt.

Kommt die Freihandelszone, konkurrieren wir mit diesen Mexikanern. Siemens lässt da jetzt schon produzieren … und die ganze Welt wird jubeln, wenn es den Deutschen dann so richtig hart trifft.

Wer aber hat noch Zeit und Muße solche Entwicklungen zu beobachten, die Informationen zu sondieren, abzugleichen und ein Bildungsniveau aufzubauen, dass geeignet ist, die vielen Facetten der Fakten aufzuzeigen? Wer schafft es überhaupt noch, täglich genügend Zeit aufzubringen, um sich „auf dem Laufenden zu halten“?

Keiner, der Arbeit und Familie hat.

Anstatt auf Arbeitslose zu schimpfen, weil die unter Umständen auch einen Flachbildfernseher haben (wenn auch sonst nichts – wirklich gar nichts) täten wir gut daran, etwas mehr Arbeitslosigkeit für uns selbst zu fordern. Es gibt momentan eine ganze Reihe wichtiger politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen, um die wir uns dringender kümmern müssen als um die Reflexionen der Talkshows der letzten Woche, um den Büroalltag mit Pseudomeinungen füllen zu können.

Der ganz große Rahmen zeigt sogar, dass es ziemlich finster für den deutschen Arbeitnehmer und RTL-Fan aussieht, weil die deutsche Wirtschaft in der Tat so gut wir gar nichts Nützliches mehr produziert, während die US-Wirtschaft aktiv Zukunft in großem Stil gestaltet.

Was machen wir aber mit diesem kostbaren Faktor Arbeitslosigkeit? Nutzen wir ihn produktiv?

Nein – wir wählen die altdeutsche Lösung: Druck, Zwang, Essensentzug. Anstatt Utopien zu entwerfen, machen unsere Arbeitslosen Bewerbungstraining … und einen entwürdigenden, demotivierenden Niedriglohnsektor samt schwacher Gewerkschaften überhaupt erst möglich.

Und das einzige, was dem deutschen Vollmalocher dazu noch einfällt, ist:

„Wenn die auch noch alle einen Flachbildschirm bekommen, dann drehe ich durch!“ – was aber seine Enkel nicht davor beschützen wird, dass sie in Zukunft ihr (äußerst karges) Brot damit verdienen werden, für Vietnamesen, Nigerianer und Bolivianer Hemden zu nähen.

 

 

 

 

 

 

Genozid an den Armen in Deutschland: die Treibjagd wird eröffnet.

Genozid an den Armen in Deutschland: die Treibjagd wird eröffnet.

Donnerstag, 10. Oktober 2013. Eifel. Gestern habe ich noch einmal den „Großen Diktator“ gesehen – mit Charlie Chaplin in der Hauptrolle. Die Uraufführung war 1940, die USA waren noch nicht im Krieg. Es können einem viele Gedanken durch den Kopf gehen, wenn man den Film sieht. Zum einen denke ich an das damals kriegsmüde US-Volk (wann haben sie diese einfachen, hilfsbereiten, freiheitsliebenden Menschen eigentlich so geändert?), das hier gegen Deutschland in Stellung gebracht wird (zurecht, das wissen wir – aber hat das damals einer angeordnet, solche Filme zu drehen?), zum anderen denke ich daran, das meines Wissens nach das Wissen über Konzentrationslager bei den Alliierten gar nicht vorhanden war – aber vielleicht erinnere ich mich da falsch oder wir haben schon wieder eine neue politische Wahrheit, die meine Schulbildung übersteigt. Ich würde dieser Zeit in Deutschland gerne mehr Aufmerksamkeit widmen, sie hat historische Dimensionen höchsten Ausmaßes: wie gerade das Volk der Dichter und Denker nach dem Zeitalter der Aufklärung in eine solche Barbarei verfallen konnte, bleibt ein Rätsel.

Lösen wir dieses Rätsel nicht, werden wir die Zeit wiederholen müssen. Leider tun wir das schon.

Ich bin kein großer Fan von Star Trek, kann mich aber an eine verbotene Folge erinnern, die ich dann doch irgendwann mal gesehen habe: Mr. Spock preist dort die Leistungen des Führers, der innerhalb kurzer Zeit die Wirtschaftsleistung des Volkes auf Höchstniveau gebracht hat. Wie gesagt: in Deutschland war dieser Film verboten … was nicht heißt, dass die deutsche Wirtschaftselite, die ihre Beute aus der Plünderung jüdischen Eigentums und ihre gesellschaftliche Position erfolgreich in die Bundesrepublik überführen konnten und dort die Weichen für die politische Entwicklung der nächsten Jahrzehnte stellte nicht aus den Tatsachen, die dieser Film beschreibt, gelernt hat.

Seit 2005 jedenfalls gibt es in Deutschland wieder Gesetze, die zum Arbeitsdienst verpflichten: wer aus Gründen der Ehre oder der Vernunft nicht bereit ist, zu erbärmlichsten Bedingungen seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen (oft auch ganz umsonst) wird von den Sozialbehörden sanktioniert und kann zusehen, wie er in einem Land, in dem jeder Apfelbaum irgendjemandem gehört, noch überleben kann.

So drastisch hatte sich nur Hitler in den Arbeitsmarkt eingemischt, so hat er „die Arbeitslosen von den Straßen geholt“ – er brauchte sie für den Krieg. Mich erreichen Berichte, dass auch heute wieder Menschen nach diesem Hitler rufen – kleine Bürger, die um ihre Rente fürchten, weil die „Faulen“ nicht arbeiten gehen. Man nimmt gerne billigend in Kauf, dass dann wieder – wie Charlie Chaplin als Hitler in seinem Film forderte – alle Arbeitslosen erschossen werden, weil der Führer keine Arbeitslosen mag. Welchen Krieg nun die deutsche Industrie im Auge hat, weiß ich noch nicht.

Die „erfolgreiche“ Arbeitsmarktpolitik des Führers brachte auch eine gigantische Staatsverschuldung mit sich – darüber wird weniger geredet, obwohl sich auch unsere Staatsverschuldung jener der Kriegszeit angleicht: bald sind wir auf dem Niveau von 1942 – und haben kein jüdisches Eigentum, mit dem wir das bezahlen könnten.  Darum werden bei uns halt die Arbeitslosen ausgeplündert: allein fünf Millionen Erwachsene, die nach teilweise jahrzehntelanger Beitragszahlung noch ein Jahr Zeit haben, ihre Arbeit in einem gesättigten Markt zu verkaufen – dann greift der Staat ihr Eigentum an. Dort geht das – bei den Krisengewinnlern in der upper class scheint das unmöglich zu sein. Nun – die haben das System ja hinter unserem Rücken so gestaltet, dass der Geldfluß in großem Maße von unten nach oben geht: nur so bekommen wir unseren Feudalstaat wieder, der ach so bequem ist für die Elite der Lumpen in diesem Land.

Alles noch nicht so schlimm in Deutschland?

Das denken viele. Viele fallen auf die Jubelparolen der Regierung herein, die sich kaum noch von den Lügen unterscheiden, die ein Herr Goebbels unter das Volk gebracht hat. Ein Teamführer der von einem Oberst geleiteten Bundesagentur für Arbeit hat sich kürzlich beim Bundesrechnungshof gemeldet, siehe Spiegel:

Aber die Prüfer zitieren eine E-Mail von ihm. Eine Mail, die seine ganze Not offenbart. Und noch mehr: einen Skandal. Eine Betrugsmentalität, die sich anscheinend durch die ganze Bundesagentur für Arbeit zieht. Und noch viel mehr: Die Mail entlarvt ein System, das der Rechnungshof in diesem Bericht nun als krank beschreibt, geradezu irre, mindestens aber irregeleitet.

Ein krankes und irres System. Wetten, dass sich keiner Gedanken darüber macht, wie man es stoppen kann? Der Oberst hat sein System sogar gut durchorganisiert, wie eine Drückerkolonne funktioniert es mit Druck für die Frontleute und Prämien für den Chef, siehe BZ:

Pikant: Während bei Hartz-IV-Empfängern der Regelsatz (382 Euro) auch bei kleinsten Verstößen knallhart gestrichen wird, kassieren die Jobcenter-Bosse bis zu 4000 Euro Prämie. Herz oder Bonus?

Herz oder Bonus? Keine Frage: das System der Arbeitslosenvernichtung zieht bundesweit den Bonus vor. Am Ende dieses Systems stehen die Totalsanktionierten, die Eigentum, Geld und Wohnung verloren haben. Manche von ihnen nehmen sich das Leben, andere verhungern, wieder andere drehen durch und ermorden das Fußvolk der Arbeitslosenvernichtungsmaschine. Ein zu hartes Wort: Arbeitslosenvernichtungsmaschine?

Ja – wir leben in einer Diktatur der weichen Worte: das haben die Machthaber aus dem Dritten Reich gelernt. Man meidet die Öffentlichkeit und spricht sanft – aber schwingt immer noch den gleichen Knüppel. Es geht darum, die Arbeitslosen aus dem Bewusstsein der Bevölkerung zu entfernen, sie – eigentlich unschuldige Opfer der Globalisierung – werden zu Tätern stigmatisiert, an deren Eigentum man sich allerdings eine goldene Nase verdienen kann, wenn man bei der Zwangsversteigerung des gepflegten Häuschens nur früh genug auf der Matte steht. So hatte sich die Wirtschaft schon in den dreißiger Jahren saniert, als noch die Rasse über Leben und Tod entschied – und nicht Alter, Krankheit, Intelligenz oder Bildungsgrad.

Ja – für die Alten, die Kranken und die Dummen haben wir keinen Platz mehr im Land. Dabei gibt es sie immer noch: jene Kinder, die schon mit der Hauptschule überfordert sind. Über sie wird nicht gesprochen, weil sie unerwünscht sind, sie stören die saubere Statistik, für deren Bereinigung die Teamleiter der Jobcenter dicke Prämien kassieren, während ihre Opfer in den Gassen erfrieren.

Harte Worte, oder? Ungewohnt in diesem Land. Hier spricht man sanft – das ist eindeutig anders als früher …. aber jeder weiß auch so, was gemeint ist.

Das war früher auch so: jeder wusste, was mit den Juden (und den vielen anderen Mitmenschen) geschah – aber keiner sprach darüber. Man hatte zuviel Angst, selbst ins Visier zu geraten – genau wie heute.

Die Angst hat man auch zurecht: der Krieg der Reichen gegen die Armen läuft bundesweit weiter. Bis zu 25000 Jobs werden demnächst in der Autozulieferindustrie wegfallen bzw. ins Ausland verlagert werden, weil die großen Automobilkonzerne beständig den Druck erhöhen (siehe Manager Magazin).  Wieder einmal 25 000 Leute, die von heute auf morgen zu „faulen, asozialen Parasiten“ werden, denen man am Liebsten nichts mehr zu essen geben würde, weil sie nicht arbeiten (sinngemäß: Müntefering, SPD). Die zahlen dann auch nichts mehr in die Steuerkasse ein (was Politiker am meisten stört, denn immerhin möchte man sich aus dieser Kasse großzügig bedienen), was dazu führt, dass die Verschuldung der öffentlichen Hand immer weiter zunimmt – manche Bundesländer geben schon 33% ihrer Einnahmen für die Zinslast aus (während einer Minizinsphase! – siehe Manager Magazin), mit deutlichen Folgen für die Beschäftigen im öffentlichen Dienst: dort sind mitlerweile 2,2 Million Arbeitsplätzen seit 1991 weggefallen (siehe destasis).

Will aber mal der normale Verbraucher Vorteile aus den aktuellen Verhältnissen ziehen, merkt er schnell: für ihn ist das nicht gedacht. Die massenhafte Kündigung von gut verzinsten Bausparverträgen in Deutschland ist rechtens, Leben ohne Arbeit durch Zinseinkünfte ist dem neuen Adel vorbehalten (siehe Manager Magazin).

Dafür setzt man neue Hunde auf die Armen an: das Grundrechteforum meldet eine still vorgenommene Privatisierung des Gerichtsvollzieherwesens: aus den Beamten sind Kopfgeldjäger geworden, die sich ihren Lebensunterhalt durch Beute verdienen müssen – jenseits der Vorgaben des Grundgesetzes, an dessen diesbezüglicher Änderung gearbeitet wird.

Die Treibjagd auf Arme wird eröffnet.

Der Erfolg dieser Politik läßt auch nicht lange auch sich warten: sie ist tödlich – im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur Selbstmord, Hunger- und Kältetod fordern ihren Preis, die Armut selbst ist tödlich. Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer weiter, Arme sterben inzwischen fünf Jahre früher als Reiche,  siehe Spiegel.

Spiegel (und auch die Welt … die zitiere ich aber nicht mehr, weil sie Geld für ihre Nachrichten nehmen wollen: dafür besorge ich ihnen doch keine Leser!) bemühen sich auch, die Schuld bei den Armen zu suchen: ihr Bildungsgrad ist es, der ihnen das Leben kostet.

Weniger dem System verpflichtete Intellektuelle kennen da andere Ursachen, siehe Handelsblatt:

Heizkosten steigen 2013 um bis zu 18 Prozent

Da kann man sonst noch so schlau sein: irgendwann kann man die Rechnungen nicht mehr bezahlen, man muss am Essen oder an der Wärme sparen – beides schadet der Gesundheit, für die wir 300 Milliarden Euro im Jahr ausgeben – unter anderem, um die Folge von Mangelernährung und angegriffener Gesundheit wegen Kälte und Schimmel in der Wohnung zu beheben. Absurd, oder?

Aber der Genozid an den Armen (da diese Zustände in einem der reichsten Länder der Erde herrschen, nehme ich an, dass sie mit Absicht so gestaltet werden und nenne sie deshalb beim Namen: Genozid) ist wichtig für die Disziplinierung der Massen – das wussten schon Hitler und Chaplin.

Hitlers alter Verbündeter Ungarn (Natomitglied seit 1999, EU-Mitglied seit 2004, zählt laut Human Development Index zu den hoch entwickelten Staaten) gibt hier auch schon mal den Takt für die Zukunft vor: unlängst beschloss das Parlament Gesetze gegen Odachlose – Obdachlosigkeit wird Straftat (siehe Handelsblatt).

Bin gespannt, ob wir das im Rahmen der Angleichung der EU-Gesetzgebung einfach auch mal heimlich übernehmen. Immerhin steigen auch hier die Zahlen der Obdachlosen ständig an (siehe Tagesspiegel), neue Gesetze erleichtern Räumungsklagen, damit es noch mehr davon gibt (siehe DasErste):

Räumungsklagen, die sich früher bisweilen über Jahre hingezogen haben, sollen in Zukunft schneller über die Bühne gehen. Zumindest wenn es nach dem Gesetzgeber geht. Die Gerichte sind aufgerufen, zukünftig Räumungsklagen vorrangig zu bearbeiten und zu terminieren. Um derartige Verfahren zu beschleunigen können dabei die Fristen für Stellungnahmen und Ladungen entsprechend abgekürzt werden.

Wenn das Jobcenter dann Sanktionen verhängt, kann man die früheren Arbeitnehmer schneller auf die Straße jagen, wo Hunger und Kältetod auf sie warten.

Schade, dass Chaplin Tod ist. Wäre interessant zu sehen, wie sein heutiger Film über die Berliner Republik lauten würde.

 

 

 

 

 

 

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