Gesellschaftsordnung

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Warum Konzerne keine Verschwörungen brauchen

Manch einer mag lächeln, wenn ich so über die unheimlichsten und schädlichsten Konstrukte der Moderne lästere….die Konzerne.

Nun, früher hätte ich auch gelächelt, weil: das sind ja nur Unternehmen. Bis ich verstanden habe, was das für Unternehmen sind.

Konzerne sind per Gesetz zur Kapitalmaximierung verpflichtet … zu sonst nichts.

Sie sind Personen … mit einem psychopathischen Persönlichkeitsprofil … und dürfen als solche vor Gericht klagen.

Aufgrund steigender Macht durch Zusammenschlüsse und feindliche Übernahmen haben viele von ihnen inzwischen Staaten (auch europäische Staaten) an Finanzmacht überrundet.

Doch Menschenrechte, Fürsorgepflichten, Umweltschutz sind alles Themen, die Konzerne nicht interessieren.

Sie müssen Rendite erwirtschaften, das ist ihr Lebenssinn. Dem müssen sich – auch per Gesetz – im Sinne des Schutzes der Geldanleger – alle Mitarbeiter des Konzerns verpflichten … auch wenn sie an sich nette Menschen sind.

Wenn demokratische Werte, menschliche Werte, soziale Werte mit den Interessen des Konzerns kollidieren,
verlieren sie … immer und überall.

Im Sinne der Renditemaximierung sind Datenschutz, Kündigungsschutz, Arbeitsplatzsicherheit Werte, die sich unterordnen müssen……darum sind für Konzerne auch prinzipiell diktatorische Strukturen viel interessanter – und auch der netteste Konzernherr wird sich dem Trend nicht entziehen können, denn jedes Quartal wird auch er nur nach einem beurteilt: nach dem Ertrag. Stimmt der, wird er reich, stimmt der nicht, wird er arbeitslos….war für Angestellte jeder Stufe in seiner Firma ebenfalls gilt.

Das ist ein vollkommener Selbstläufer, ein nicht zu regulierender Automatismus.

Menschen, die Konzerndenken übernommen haben, sehen klar, das Menschen nur Kosten auf zwei Beinen sind und die Demokratie der Hemmschuh der Kapitalmaximierung.

Darum produzieren sie lieber in Sonderwirtschaftszonen – in denen sie selbst nie würden arbeiten wollen.

Es ist eine Mechanik, die dort wirkt, die aus einem Konzern mitlerweile grundsätzlich ein schädliches
Konstrukt macht … und darum kann es keine Hoffnung auf Besserung geben, solange diese Konstrukte erhalten bleiben. Sie funktionieren wie Uhrwerke um ihren obersten Wert zu erfüllen.

Volkswirtschaftlich sind sie eher schädlich, aber ihr Einfluß auf Politik, Medien und Wirtschaft ist wesentlich größer als der des „Mittelstandes“ … und ihre Methoden sind per se skrupelloseer.

Implementiert man „Konzerne“ in eine gesunde Volkswirtschaft, werden sie wie Krebsgeschwüre wachsen, ganz automatisch immer mehr Geld mit immer weniger Menschen (weil die ja nur Kosten auf zwei Beinen sind) machen, dabei alle Konkurrenz schlucken … oder fusionieren, um gemeinschaftlich noch effektiver zu werden, d.H. noch mehr Gewinn mit noch weniger Menschen.

Die Folgen sind Arbeitsplatzverlust, schwindende Staatseinnahmen und ein fortschreitender Übergriff auf politische, juristische und mediale Machteliten zum Zwecke der Gewinnmaximierung.

Das volkswirtschaftliche Gleichgewicht gerät aus den Fugen, der Staat selbst wird immer mehr zur Marionette … außer den wenigen ganz großen Staaten, die gerade mal noch etwas mehr Wirtschaftskraft haben als ein einzelner Konzern.

Diese Mechanik funktioniert auch ganz ohne Verschwörungen, da braucht man keine Preisabsprachen … weil automatisch alle Konzerne bei anstehenden Entscheidungen in die gleiche Richtung marschieren – wo es die meiste Rendite gibt.

Und die gibt es in chinsesischen oder mittelamerikanischen Sonderwirtschaftszonen, die machen das T-Shirt billiger und die Volkswirtschaften in den Industrieländern überflüssiger … was dann dort in Arbeitslosigkeit ausartet.

Die Agenda 2010, die Globalisierung … alles Produkte von Konzerninteressen, Ergebnisse des aboluten Renditemaximierungsgebotes.

Fast schon eine Aufgabe für ein Philosophieseminar … der Obersatz und seine notwendigen logischen Ableitungen, seine Konsequenzen für Wirtschaft, Politik, Medien, Gesellschaftsordnung.

Konzern und Demokratie, Konzern und Sozialstaat müssen irgendwann zwangsläufig aneinandergeraten.

Das aber wird kein lauter Knall, keine Konzernbrigaden werden sich Gefechte mit Regierungstruppen vor der Hauptstadt liefern.

Das läuft leise. Konzentration der Medienmacht ist ein Schritt dazu. Lobbyismus ein anderer. Korruption – auch ganz öffentlich durch Pöstchenverteilung in Aufsichtsräten ein weiter.

Und das ganz tolle dabei ist: es gibt in diesem Prozeß gar keine „Bösen“, denn alle tun nur ihren Job…und tun ihren „Freunden“ manchmal einen „Gefallen“ – war an sich ja auch nichts Böses ist.

Er funktioniert ganz ohne oberböse Illuminaten aufgrund der gesetzlich verankerten Mechanik des Konstruktes „Konzern“….der auch nur tut, wozu er geschaffen ist.

Deshalb sollte man sich nicht wundern, das Banken momentan nichts dazuzulernen scheinen. Alle kleinen Konzernameisen und alle großen Konzernameisen müssen per Gesetz und Arbeitsvertrag in die gleiche Richtung marschieren.

Und das Ergebnis ist: 25 & Rendite … um jeden Preis.

Somit wird die Krise nur zu einer größeren Konzentration von Marktmacht in noch weniger Konzernen führen … auch nichts Gesundes für eine Marktwirtschaft.

Und für eine Volkswirtschaft erst recht nicht.

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