geschichte

This tag is associated with 18 posts

Chinas Abstieg

Um Chinas gegenwärtigen Weg zur Weltmacht zu begreifen, müssen wir uns mit der chinesischen Geschichte befassen. Keineswegs ist es bloße Rhetorik, wenn Präsident Xi Jinping immer wieder auf die lange Tradition seines Landes verweist, denn vor dem 19. Jahrhundert war China tatsächlich ein Weltreich und genau daran will man nun anknüpfen, und damit auch alte Wunden endlich heilen können. Denn Chinas Aufstieg ist nur durch den Abstieg zu verstehen, bei dem die Briten eine entscheidende, unrühmliche Rolle gespielt haben: China war Ende des 18. Jahrhunderts #Exportweltmeister, die Welt gierte geradezu nach Porzellan, Seide und Tee, hingegen importieren wollten die Chinesen von europäischen Nationen nichts. Interessiert war die Quing-Dynastie nur an Silber. Die Briten begannen deshalb im 19. Jahrhundert heimlich eine Ware nach China zu importieren, von der die Chinesen süchtig werden sollten: Opium. Es folgten bald darauf zwei #Opiumkriege, mit katastrophalen Verlusten für China. Der Abstieg war besiegelt – und noch lange nicht beendet. In der Mitte des 20. Jahrhunderts war die Wirtschaftsleistung drastisch gesunken, da plante #Mao den sogenannten Großen Sprung nach vorn, der jedoch Millionen Menschenleben kosten sollte. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ erklären Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt den wirtschaftlichen Abstieg des einstigen Weltreichs.

Die wahre Querfront

Ein Standpunkt von Michael Ewert.

Der Vorwurf einer Querfront ist allgegenwärtig. Ebenso häufig wird er zurückgewiesen. Zu Recht? Das ist die Frage, denn bei näherem Hinsehen kann man zu dem Ergebnis kommen: Ja, wir haben eine Querfront, und sie ist tatsächlich eine Gefahr für die Demokratie. Sie zu bekämpfen bedarf es all unserer Anstrengung. Allerdings sind es andere Kräfte als die sonst in diesem Zusammenhang genannten, die eine Front gegen unsere Grundrechte bilden. Wer dem Missbrauch des Begriffs „Querfront“ entgegentreten will, muss sich erst einmal dessen historische Ursprünge anschauen.

Als erstes sollten wir klarstellen, worüber wir reden. Historisch gesehen verweist die aktuelle Diskussion auf Überlegungen des Reichskanzlers General Kurt von Schleicher aus dem Jahr 1932, mangels Unterstützung im Parlament ein Spektrum gesellschaftlicher Gruppierungen zu bündeln. Ausgangspunkt war nicht die Idee eines Bündnisses von ganz links bis ganz rechts, sondern die realistische Einschätzung von Etiketten, denen in der Praxis keine Bedeutung zukam.

Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben.

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.“ – Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835)

Wer gewinnt, hat Recht. So die verkürzte Formel der bekannten Redewendung „Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben.“ Doch wer sind eigentlich diese Sieger? Sind es jene, die offiziell in den Geschichtsbüchern stehen? Oder sind es diejenigen, die heute noch über verschiedene Staaten bestimmen, Sanktionen verhängen und die Welt unter sich aufteilen?

Laut Schulbuch ist bekannt: Der zweite Weltkrieg begann mit dem Angriffskrieg gegen Polen. Er endete mit der Befreiung durch die Alliierten und vor allem durch die Invasion der amerikanischen Streitkräfte.

 

Laut Schulbuch ist bekannt: Der zweite Weltkrieg begann mit dem Angriffskrieg gegen Polen. Er endete mit der Befreiung durch die Alliierten und vor allem durch die Invasion der amerikanischen Streitkräfte.

Diese sehr verkürzte Zusammenfassung ist jedoch nicht die vollständige Wahrheit. Denn dank der Öffnung diverser Archive und der Recherche vieler Historiker, stellen sich neue Fragen. Die Fragen nach Hitlers ausländischen Geldquellen und nach den Gründen für das doch „sehr späte“ Eintreten der Vereinigten Staaten in den Krieg sind Fakten, die auf den Tisch gehören.

Am Tisch der 22. Ausgabe von „Positionen – Politik verstehen“ sitzen mit Alexander Sosnowski, Wolfgang Effenberger, Thorsten Schulte und Hermann Ploppa vom Journalisten bis zum Politologen wissenschaftlich forschende Menschen am Tisch, die zum Thema kein Blatt vor den Mund nehmen.

Die Wahrheit ist vor allem bei historischen Zäsuren eine Frage der Perspektive. Öffnen wir uns den unterschiedlichen Ansichten, den Interpretationen der neu gefundenen Fakten und lassen wir es zu, dass unser gefestigtes Weltbild von Zeit zu Zeit etwas wackeln darf. Es ist nicht immer alles richtig, was ins Narrativ der Siegermächte passt – vor allem aber ist es nicht falsch, neue Erkenntnisse und Zusammenhänge ernst zu nehmen.

Probieren wir gemeinsam doch mal ganz was Neues: Lernen wir aus der Geschichte!

Im Studio diskutieren:

– Wolfgang Effenberger (Politologe und Sachbuchautor)
– Prof. Dr. Alexander Sosnowski (Journalist und Experte im Bereich der Sicherheitspolitik)
– Thorsten Schulte (Buchautor und “Der Silberjunge”)
– Hermann Ploppa (Politikwissenschaftler und Publizist)

Die Sendung wurde am 17.01.2020 in Berlin aufgenommen.

Inhaltsübersicht:

0:02:08 Alexander Sosnowski über Versailles

0:02:39 Hermann Ploppa über “neue” Feindbilder

0:05:41 Thorsten Schulte – 120 Jahre Lügen und Täuschung

0:12:14 Wolfgang Effenberger – Politologe und Sachbuchautor

0:17:51 Machterhalt und Kriegsprovokationen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

0:22:15 Deutschlands Alleinschuld am 1. Weltkrieg und solide geplante Kriege

0:34:15 Eine andere Wahrheit aus russischer Perspektive

0:45:20 Eine Zeitungsanzeige für den Frieden

0:54:00 Die NATO – ein Defensivbündnis?

0:58:59 Rüstungsausgaben und Migrationspolitik

1:10:56 Rapallo – der Versuch, ohne Krieg auszukommen

1:27:32 Hitler, ein nützlicher Idiot gegen Russland?

1:38:44 Wie Medien historische Ereignisse darstellen

1:48:25 Simulierte Demokratie

2:05:12 Die Zukunft auf dem eurasischen Kontinent

2:14:39 Machtinteressen, das aktuelle Geldsystem

2:25:05 Das Recht auf private Geldschöpfung

2:32:56 Stetes Ziel: russisches Territorium einnehmen

2:41:43 Den “Griff nach Eurasien” abwehren

2:48:10 Mit selbstbestimmten Bürgern einen möglichen neuen Krieg abwenden

3:01:15 Ein Appell an aktive Bürger

Wie funktioniert die Luxusindustrie?

Die Ungleichheit wächst – das ist nicht für alle eine Horrormeldung. Vor allem die Luxusindustrie kann sich freuen, dass es immer mehr Superreiche gibt, die kaum noch wissen, wie sie ihr Geld ausgeben können. Deshalb erleben #Luxuskonzerne wie Kering oder LVMH aus Frankreich seit mehr als einem Jahrzehnt einen enormen #Boom, der selbst in der aktuellen Krise höchsten einen kleinen Dämpfer bekommen könnte.
Welche Strategien verfolgt der Luxussektor, was macht ihn so erfolgreich? Wie schafft man Kaufanreize bei Menschen, die eigentlich alles haben? Wenn es um Konsumkritik von rechts oder links geht, hört man häufig, die Konsumindustrie vereinheitliche die Welt, überall breiten sich die Filialen von Konzernen aus, ein Produkt gleiche dem anderen etc.
Doch stimmt das wirklich? Die Luxusartikel, haben die Soziologen Luc Boltanski und Arnaud Esquerre in ihrer opulenten Studie „Bereicherungsökonomie“ nachgewiesen, setzen auf Differenz, dabei wird noch etwas anderes ausgebeutet als Arbeitskraft und Ressourcen: nämlich die Vergangenheit.

Das Drama von Dresden

13. Februar 1945. Dresden, eine der schönsten Städte der Welt, sieht hilflos ihrer völligen Zerstörung ins Auge. Eine Nacht und einen Tag lang wirft die britische Royal Air Force zahllose Bomben ab und verursacht ein Flammeninferno, das die gesamte Stadt in Schutt und Asche legt. Mindestens 25.000 Menschen sterben. Für diese Dokumentation sind Überlebende zusammengekommen, die sich über ihre Erinnerungen an den Angriff austauschen. (Quelle: ZDF-History)

Dieses bewegende Zeitdokument spricht für sich. Wir sollten Millionen von Kerzen anzünden, dass so was nie mehr geschieht.

Sommerloch – Zeit über vergangene Zeiten zu berichten Teil 2 Juristen

Vorwort: Sendung Panorama 26.07.2012

Thema:Nazi-Mord: Justiz wacht nach 68 Jahren auf von Robert Bongen & Ralf Hoogestraat

Quelle Anfang: ARD Sendung Panorama

„Geh mal eben pissen!, sollen sie zu ihm gesagt haben – um ihn dann auf freiem Feld hinterrücks zu erschießen. Der Fall der Tötung des festgenommenen holländischen Widerstandskämpfers Aldert Klaas Dijkema ist bis heute nicht aufgeklärt. Zwei Mitglieder des Sicherheitsdienstes (SD) sollen ihn im September 1944 in einer Nacht- und Nebel-Aktion im niederländischen Appingedam umgebracht haben. Nach dem Krieg wurden sie von einem holländischen Sondergerichtshof wegen Mordes an Dijkema verurteilt. Einer von ihnen jedoch in Abwesenheit: Siert B. war bereits untergetaucht. Jahrzehntelang lebte er unbehelligt im sauerländischen Breckerfeld. Mitte der siebziger Jahre wurde er dort entdeckt. Die Staatsanwaltschaft Dortmund, die sich schwerpunktmäßig mit NS-Verbrechen befasst, nahm Ermittlungen gegen ihn auf – um sie dann im Fall Dijkema bald schon wieder einzustellen, „unter Verneinung mordqualifizierender Merkmale“……

„Kein Einzelfall: Jahrzehntelang bewertete die deutsche Justiz Erschießungen von Widerstandskämpfern wie im Fall „Dijkema“ nicht als Mord, also als Tötung aus Heimtücke, sondern maximal als Totschlag – und Totschlag verjährt. Die Folge: Viele Täter wurden nicht mehr zur Rechenschaft gezogen…..“ (Vorwort Ende, Quelle: ARD Sendung Panorama)

Ja man mag es kaum glauben, Nazi-Mörder leben noch heute „unbehelligt in Deutschland offenbar mit Wissen der Justiz.“ Wie war das doch damals? Am Ende des zweiten Weltkrieges versprach die Regierung, dass ALLE Kriegsverbrecher zur Verantwortung gezogen würden.

Doch nichts von all den Ankündigungen und Versprechen ist Wirklichkeit geworden. Eigentlich nur logisch, denn welche Richter sollten denn Recht sprechen und für Gerechtigkeit im Namen des Volkes urteilen.

Es könnte wohl daran gelegen haben! Freispruch in Eigener Sache!

Einen Gruß an den Verfassungsschutz !

Sommerloch – Zeit über vergangene Zeiten zu berichten Teil 1 Journalisten

Kaum ist es Sommer, da setzen sich die Deutschen ins Auto, ins Flugzeug oder in die Bahn.

Das Motto, bloß weg aus Deutschland, weg von den schlechten Aussichten und Nachrichten, welche uns Tag täglich über die Medien vermittelt werden. Ja, nur weg aus Deutschland, ist die Devise, jedenfalls für die, welche sich das noch leisten können. Hartz IV Empfänger dürfen ja bekanntlich nicht einfach mal so verreisen, selbst wenn sie es wollten und könnten.

Denn Hartz IV Empfänger müssen bei den Armutsbehörden um Erlaubnis fragen und sich abmelden, dank der Agenda 2010. Und damit den Daheimgebliebenen nicht so Langweilig wird, haben sich die Fernsehmedien, wie jedes Jahr, ihre Programme ausgerichtet. Die bekommen doch so wie so nicht mit, dass man nur Wiederholungen sendet, denn die Unterschicht ist eh schon am „Morgen volltrunken, wie tausend Russen“. Und für die Daheimgebliebenen, welche sich keinen Urlaub leisten können, obwohl sie Vollzeit arbeiten gehen und nicht am Morgen bereits volltrunken sind, also die gehobene Unterschicht, die können sich zum Beispiel Dokumentationen über den 11.September, den Untergang der DDR, oder den Untergang des Dritten Reiches, wie jeden Sommer ansehen.

Besonders Dokumentationen über Nazis ist heute aktueller den je. Da wird berichtet, was für Arschlöcher sie waren (und heute noch sind). Vor allem wird aber immer wieder hinterfragt, wie konnte es nur dazu kommen, wer hat sich schuldig gemacht, wer trägt Verantwortung. Gut wäre es aber mal zu hinterfragen, welche Rolle die Medien im Dritten Reich gespielt haben und vor allem, nach dessen Untergang. Hier der Versuch einer (nicht vollständigen) Antwort. Leider sind solche Dokumentationen eher selten zu sehen, oder vielleicht nicht erwünscht.

Die Geschichte der Atomenergie in Deutschland

Das ist auch nicht zu fassen. Beim weiterklicken in der Zeit gefunden:

Deutschlands Stromkonzerne wollten ursprünglich gar keine Atomenergie. Doch die Politik drängte – und zahlte alles

Der damalige Energieberater des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes (RWE) in Essen, Otto Löbl, beschreibt 1960 die Skepsis der Branche: »Alles war hoffnungsfroh gestimmt, das Atomzeitalter war angebrochen, die Zukunft hatte begonnen. Nur eine Gruppe machte Vorbehalte. Es waren dies die großen Stromversorgungsunternehmen, darunter das größte von ihnen, das RWE. Sie wollten an das goldene Zeitalter nicht recht glauben.« RWE-Vorstandsmitglied Heinrich Schöller nimmt sich sogar die Freiheit, bei einer Besprechung im Wirtschaftsministerium die Beseitigung des Atommülls zu problematisieren. Seine Mahnung aus dem Jahr 1957 erweist sich heute als visionär. Schöller glaubt, die Entsorgung der radioaktiven Abfälle könnte am Ende so kostspielig sein wie die gesamte atomare Stromerzeugung.

Weiterlesen…

aCAMPada – Alex 11 … Widerstand gegen den geplanten Rentnergenozid – und den drohenden Weltuntergang

Es ist in diesen Zeiten leicht, Gruselgeschichten zu schreiben, die wirklich Angst machen. Während man früher Monster, Geister und Dämonen herbeizitieren musste, reicht heute ein Blick in die Pläne der Regierenden - wie hier in der Presseerklärung der Hartz IV-Plattform vom 5. Oktober 2011 (für die ich leider keinen Link habe - ihr müsst mir hier mal vertrauen, das ich das nicht selbst gebaut habe

Es ist in diesen Zeiten leicht, Gruselgeschichten zu schreiben, die wirklich Angst machen. Während man früher Monster, Geister und Dämonen herbeizitieren musste, reicht heute ein Blick in die Pläne der Regierenden – wie hier in der Presseerklärung der Hartz IV-Plattform vom 5. Oktober 2011 (für die ich leider keinen Link habe – ihr müsst mir hier mal vertrauen, das ich das nicht selbst gebaut habe):

Jetzt kamen die Elder Statesmen auf den Plan. Im Namen beider stellte 

Henzler eine „Systemveränderung“ des Sozialstaates vor. Wenn so einer
das – in seinen Kreisen eher geschmähte – Wort „Systemveränderung“ in
den Mund nimmt, spätestens dann sollte man genau hinhören, um nicht
später sagen zu müssen, man habe nichts gewusst. Auch dem McKinsey-Mann
schwebt ein Drei-Säulen-Modell vor. Das erinnert fatal daran, dass seine
Unternehmensberatung maßgeblich an dem Hartz IV-Modell mit
Sanktions-Druck auf Existenzverlust beteiligt war, ebenso dem System der
„Tafeln“ – und vermutlich auch an dem Diskriminierungs-Vorhaben für
Kinder armer Eltern, genannt Bildungspaket. Henzlers angebliche Rettung
des Sozialstaats besteht aus:

1.Sozialem Pflichtjahr zwischen 16 und 21 Jahren.
2.Anhebung des Renteneintrittsalters.
3.Zeitkonto anlegen, auf dem zwischen 60 und 75 Jahren mittels
„ehrenamtlicher“ Arbeit was für die Pflege angespart werden kann. Ist
das Konto aufgebraucht – ist Sense!

Ruhe-Stand war gestern: In Muttis Euro-Banken-Rettungs-Land wird malocht
bis dass der Tod uns scheidet.

Über die systemverändernde Arbeit von Unternehmensberatungen wird selten geschrieben – wie generell über alle Themen, die wirklich machtrelevant sind. Wir dürfen über das Sexleben unserer Politiker reden, über das Parlamentstheater der Systembüttel (womit ich hier ausdrücklich … nicht den Menschen meine, sondern die ressourcenvertilgende Rolle, die er im System einnimmt), wo ausgeklüngelt wird, wer mit welchen Argumenten und welchen Methoden in welchen Koalitionen die nächsten Kürzungen an Lebensqualität zugunsten der Bankenrendite vornehmen wird oder darüber, welcher Fussballverein den besten Trainer hat, aber wer in diesem Land reale Macht auf welche Art und Weise ausübt – das ist tabu. Erst recht wird nicht darüber gesprochen oder geschrieben, das „wir“ bis ins hohe Alter hinein arbeiten müssen um einen Gegenwert für die leistungslosen Einkommen von Investmentbankern, Politikern, Konzernvorständen und Unternehmensberatern zu erwirtschaften.

Als jemand, der in diesem Millieu zu Hause war, kann ich euch versichern: „Tagungen“ und „Meetings“ sind KEINE ARBEIT, in warmen und trockenen, zur Not klimatisierten Räumen auf weichen Polstern sitzend Kaffee zu trinken, Kekse zu essen, Vorträgen zu lauschen und diplomatisch zu plaudern ist eher erholsam als anstregend. Man behauptet aber gerne, das das sehr schwer wäre und locker 10000 – 1000000 Euro im Monat wert ist – es gibt halt immer irgendwo Menschen mit viel Phantasie und enormer krimineller Energie.

Die Konsequenzen aus der Gier für die, die wirklich arbeiten sind klar – und äußerst grausam: während andere zufrieden Kekse kauen, malochen sie sich zu Tode. Für Berufspolitiker kaum vorstellbar: sie halten die Kaffeekränzchen, die sie für Arbeit halten, locker bis 90 durch. Das sollte doch für LKW-Fahrer, Altenpfleger und Baurabeiter auch möglich sein – immerhin ist deren Job nur halb so anstrengend wie ihr eigener … aus ihrer Sicht.

Wir marschieren offenen Auges in einen Rentnergenozid, an den nur die nicht glauben, die das DRITTE REICH völlig aus ihrem Gedächtnis gestrichen haben oder es für einen einmaligen UNFALL in der Geschichte halten, der sich nie wiederholen kann – anstatt für die vernünftige, rationale und deshalb alternativlose Abwicklung eines Gedankengutes, das im Kern asozial und deshalb kriminell ist. Faschismus ist keine Meinung und kein Unfall, sondern ein rationales, bewußt begangenes Verbrechen, das sich jederzeit und überall wiederholen kann – und unter gewissen gesellschaftlichen Prämissen alternativlos ist.

Widerstand gegen dieses System, das sich langsam aber sicher wieder alternativlos ausbreitet, formiert sich weltweit. Es ist eine technische Errungenschaft, die der Masse Macht gibt: das Internet. Früher waren es Schusswaffen, die es jedem Bürger möglich machten, die technische Überlegenheit der gepanzerten Ritter auszugleichen, dann kam der Buchdruck, der es möglich machte, Gedanken zu vervielfältigen – und nun ist es ein fast zufällig entstandenes Netzwerk, das Bewußtseinsbildung, Meinungsaustausch und Information weltweit auf ein kulturell nie dagewesenes Niveau hebt.

Wo man früher mit schwarzen, roten und bunten Fahnen auf den Straßen gestanden hatte, kann man heute auf einem virtuellen Platz stehen und ganz neue Formen des Miteinanders erleben, eines Miteinanders, das in der Aktion „aCAMPada Berlin“ (aktuell „Alex 11“ genannt) einen bemerkenswerten Kumulationspunkt findet. Wer nun wirklich ein Interesse hat, der Systemveränderung entgegen zu wirken, dem sei der Weg nach Berlin gewiesen. Nirgends sonst macht es soviel Sinn, den Protest auf auf die Straße zu tragen – und selten findet man soviel Weisheit in einer Bewegung, die keine anderen Antworten hat als den Wunsch, sich gemeinsam eine neue Zukunft zu erträumen, weil die alte Welt, das alte System direkt wieder alternativlos in die Massenvernichtung führen wird.

Was leider viel zu viele Bürger noch nicht verstehen: in dem alten System gibt es viel Geld für Bankenrettung (aktuell macht die Kanzlerin ihre Börse ja wieder ganz weit auf), es gibt Geld für Staatsdiener (damit die noch eine Weile ruhig bleiben, bis sie merken, das sie so unkündbar sind wie griechische Beamte) und noch viel mehr Geld für Banken, das die dann via „Beraterverträge“ an die Unternehmensberatungen ausschütten, die seit zwanzig Jahren unser System hemmungslos umbauen … aber es gibt immer weniger Geld für Bürger. Schon jetzt lebt JEDER FÜNFTE RENTNER unter dem Sozialhilfeniveau … und bei Frauen sieht es noch düsterer aus, siehe N-TV. Diese Bewegung in die Zukunft verlängert – mit den Plänen der Unternehmensberater im Hinterkopf – finden wir uns wieder in Organisationsformen, die die Massenvernichtung von Menschen aus Kostengründen (gestützt durch den ideologischen Unterbau der „Parasitenvernichtung“, der in unserem Land ja aktuell schon gepflegt wird) nicht nur denkbar sondern sogar wahrscheinlich werden lassen.

Hier ist es eine große Leistung, sich erstmal hinzusetzen und zu sagen: Nein, da gehe ich nicht mit – auch wenn der Weg alternativlos ist und viele Systembüttel daran gut verdienen und die Botschaft der Alternativlosigkeit gerne weitertragen. Wege zu finden aus einem alternativlosen Kurs eines Millionenvolkes ist schwer – und scheint im ersten Moment unmöglich. „Grüne“ und „Linke“ sind wie „SPD“ und (ja, die waren mal Bürgerrechtspartei:) „FDP“ gnadenlos daran gescheitert, sogar Kirchen haben da grandios versagt (auch wenn ich momentan die Hoffnung hege, das Katholiken verstanden haben, das jetzt die Zeit der Entscheidung gekommen ist, wo sie sehen, das sie entweder das übergewichtige weltvernichtende System weiter füttern … ober aber ihre Religion einfach mal ernst nehmen).

Das das System alternativlos ist, weil wir alle Teil von ihm geworden sind, ist die erste wichtige Erkenntnis der Bewegung von Alex11:

Freie Meinungsbildung müssen wir neu erlernen, weil wir alle massiv geprägt sind vom spalterischen Konkurrenzverhalten unserer Gesellschaft.

Es zeugt davon, das man sich der historischen Herausforderung bewusst stellt – und deshalb Zukunft hat, weil man eine neue Kultur lebt, radikale Lösungen anstrebt, die sich nicht in lauten Worten und harten Taten gegen „den Staat“ erschöpfen sondern in der viel härteren (aber auch beglückenderen) Arbeit des Aufbaus einer neuen Kultur.

Das ist – nicht mehr oder weniger als ein großer historischer/kulturhistorischer Schritt, der selber für die Menschheit als solche noch „viel alternativloser“ ist als die alternativlose Rettung der Pleitebanken.

Es liegt viel Weisheit in der Erkenntnis, das die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts völlig urdemokratischer Natur sein wird, das nirgendwo neue Führer aufstehen werden, die das Volk in eine goldene Zukunft führen werden (obwohl das ja so schön bequem wäre – und eine tolle Show fürs TV), sondern das man gemeinsam an einer neuen Kultur arbeiten muss, weil die alte Kultur, das alte System ein sterbendes, kannibalistisches System ist, das mehrere Erden bräuchte, um seine Gier zu befriedigen.

Da wir nur eine haben, ist das Ende jetzt schon vorprogrammiert … und vor dem Ende, dem totalen Kollaps aller sozialen, politischen und natürlichen Systeme wird das System noch einige unglaubliche Gräuel produzieren, die wir am Beispiel des DRITTEN REICHES schon mal detalliert studieren können – wenn wir wollen. Das VIERTE REICH wird dann aber nochmal die Grausamkeiten potenzieren.

Insofern ist aCAMPada Berlin – bis jetzt – ein kulturhistorischer Impuls, der jenem gleichkommt, der durch Jesus Christus (oder Gautama Buddha – neben vielen vielen anderen) vor 200o Jahren gesetzt wurde – ohne, das wir da jetzt neue Töchter und Söhne Gottes beschwören wollen. Hier besteht die Chance, das eine Bewegung wächst, die in der Tat die ausweglose Alternativlosigkeit des sich selbst vernichtenden Altsystems durchbrechen kann, weil sie in der Lage ist, all jene abgespaltenen Elemente, die bislang gegeneinander kämpfen, zusammenzufügen.

Das die Polizei vor Ort ihre Arbeit macht, sollte niemanden beunruhigen – einerseits machen sie einen sinnvollen Job in einer Gemeinschaft, andererseits hat das kannibalistische Altsystem für sie bald auch kein Geld mehr, wie der Spiegel berichtet:

Benzin ist rationiert, Außenstellen werden geschlossen – bei der Bundespolizei regiert der Sparhammer. Ein bitterböser Brief eines Beamten zeigt, wie dramatisch die Situation ist: Im Ernstfall solle man ein Auto ausschneiden und aufstellen, im Kreis herumlaufen und „Tatütata“ rufen.

Ich möchte gerne energisch dafür plädieren, die Bewegung von aCAMPada Berlin/Alex 11 sehr ernst zu nehmen – und die einmalige Chance zu sehen, die sich dort bietet. Wer noch Zweifel hat, das es sich lohnt, einfach mal NEIN zu sagen, der mache sich klar, das ab 2030 das „sozialverträgliche Frühableben“ der „Parasiten“ alternativloser Standard sein wird – und ab 2100 die Erde nur noch ein zubetonierter Staubklumpen im All – allerdings mir enormen virtuellen Werten an Euro, Dollar und Renminbi auf den dysfunktionalen Festplatten der Systemrechner.

Es wird in Deutschland schwerer sein den Widerstand zu organisieren als anderswo, weil wir hier an der Vernichtung der europäischen Sozialsysteme erstmal gut verdienen – und somit eine hohe Dichte an Systembütteln haben. Zudem sind wir die ausführende Zentralmacht des Bankenclans in Europa, weshalb man hier mit besonders viel Gegenwind zu rechnen hat.

Andererseits – tun wir ja nur und gerade unsere Pflicht, siehe Wikipedia:

Das in Art. 20 Abs. 4 GG gewährte Recht zum Widerstand ist Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und gilt als grundrechtsgleiches Recht.[1] Dieses Recht – 1968 im Zuge der Notstands-Gesetzgebung eingefügt – lautet in seinem Verfassungstext:

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Voraussetzung ist, dass ein staatliches Organ oder auch ein Privater es unternimmt, die in Art. 20 Abs. 1 bis 3 GG verankerte verfassungsrechtliche Ordnung zu beseitigen, soweit diese Ordnung gemäß Art. 79Abs. 3 GG unabänderlich ist.[2] Nach dieser Bestimmung ist eine Änderung des GG, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Art. 1 und Art. 20 GG niedergelegten Grundsätze berührt werden, unzulässig. Dazu gehören die Grundelemente der freiheitlichen demokratischen Grundordnung wie insbesondere der Katalog der Menschen- und Grundrechte (vor allem der Menschenwürde und damit eng verbunden die persönlichen Freiheitsrechte sowie das Gleichheitsprinzip), das Rechtsstaatsprinzip, das Demokratieprinzip, die Volkssouveränität, dieGewaltenteilung, die Verfassungs- und Gesetzesbindung von LegislativeExekutive und Judikative, das Republikprinzip und das Sozialstaatsprinzip

Das Urteil darüber, in wie weit die „Verhartzung“ arbeitsloser Mitbürger, die gezielte Vernichtung ihrer Lebensgrundlage und Zukunft, ihre Entrechtung und Sanktionierung bis hin zum möglichen (und auch schon mal eingetretenen) Hungertod die Menschenwürde und die damit verbundenen persönlichen Freiheitsrechte und das Gleichheitsprinzip verletzen, möchte ich den Betroffenen lieber selber überlassen. Ich denke – es wird eindeutig sein.

Bevor wir uns aber wieder alle gegenseitig erschiessen, sollten wir den historischen Kulturimpuls des Miteinanders aufnehmen.

Wäre doch mal eine sinnvolle Alternative in einer sonst so alternativlosen Welt, oder?

Erst recht, wenn man gewahr wird, das man eigentlich und im Prinzip – nicht nur gegen die Massenvernichtung „unwerten Lebens“ auftritt, sondern gegen den drohenden alternativlosen Weltuntergang selbst … der durch den Widerstand eine gesunde, kreative, lebensbejahende Alternative bekommt, an dessen praktischer Ausgestaltung jenseits aller planbaren Utopien diesmal jeder selbst mitarbeiten darf – und muss, auch wenn es sehr unbequem wird.

 

 

 

 

 

 

UND DIE GESCHICHTE WIEDERHOLT SICH DOCH

Kaum ein Tag, wo nicht in den letzten Wochen, Geschichtsaufarbeitung in den Medien betrieben wird. Doch wenn man sich die Mühe macht, nicht nur den Mauerbau und den Fall der Mauer Aufmerksamkeit zu schenken, dann wird man feststellen, dass sich die Geschichte in Deutschland und in der der Welt wiederholt. Die Gier der Mächtigen nach Macht und immer mehr Geld und die sich daraus zwangsläufig ergebenen Probleme.

Hier ein Versuch der Darstellung geschichtlicher Übereinstimmungen vor 1945 bis 2011.

Die Orion Verschwörung

„More than fifty years of misinformation and manipulation in the shadow of the media have divided and impoverished public opinion, so as to control it all the better.

This film is neither a work of fiction, nor a documentary.

Forget the words „esoteric“ or „fantastic“, here we’re speaking about REALITY…“



 

Die Geschichte der USA und des Terrorismus

Volker Pispers gibt Geschichtsunterricht. Mit englischen Untertiteln.

„Last part of Volker Pispers‘ program „Bis neulich“ (2004), dealing with American foreign policy, 9/11 and the war on terror in general.“

 

 

Archimedes, die Römer und die Gegenwart

In der Antike hatten die Menschen bereits das Problem, mangels Vorstellungsvermögen den technischen Stand der Zeit zu erfassen. Wie damals, so ist es auch heute!


Mit Dank an:

Conrebbi

A is for Atom

aisforatom

„As a background to the ongoing crisis at the Fukushima Daiichi nuclear plant I am putting up a film I made a while ago called A is for Atom. It was part of a series about politics and science called Pandora’s Box.

The film shows that from very early on – as early as 1964 – US government officials knew that there were serious potential dangers with the design of the type of reactor that was used to build the Fukushima Daiichi plant. But that their warnings were repeatedly ignored.

The film tells the story of the rise of nuclear power in America, Britain and the Soviet Union. It shows how the way the technologies were developed was shaped by the political and business forces of the time. And how that led directly to inherent dangers in the design of the containment of many of the early plants.“

Wer ein wenig Ausländisch spricht (die Sprache unserer Herren), der sollte sich den Film unbedingt anschauen. Leider lassen sich Filme von der BBC Webseite nicht einbetten, daher Bild anklicken und den Film unten auf der Seite selber starten. 1 Stunde Zeit mitbringen.

 

Soldaten

Sodaten

Sodaten

© Jotha

Der Imperiale Virus und die Evolution Europas- Dawkins, MEMe und Dinosaurier

Die Evolution Europas, so bezeichnet der Autor dieser Website selbst das Kartenwerk.

Evolution ist natürlich auch ein Steckenpferd eines Gärtners und Landschaftsökologen, Hobbyphilosophen und eines Fans des Lebens.

DIE EVOLUTION EUROPAS:

http://www.euratlas.net/history/europe/de_index.html

Evolution ist auch nichts was sich nur in materiell-geistigem Flachland vollzieht- Grüße an KEN WILBER!

Dank des Biologen RICHARD DAWKINS wissen wir längst (wenn wir es denn wissen wollen), dass es auch eine Evolution von Überlebensstrategien und so genannten MEMen gibt.

Aufgegriffen wurde das MEM auch von COWEN und BECK in SPIRAL DYNAMICS.

Und ein MEMPLEX ist nichts anderes als ein IDEENGEBILDE, eine IDEOLOGIE- wie zum Beispiel die aktuelle NEOLIBERALE, NEOIMPERIALE IDEOLOGIE.

Dabei ist ein MEM lediglich ein anderer Begriff für „gelebte IDEE“.

Dawkins hat auch herausgefunden, dass manche MEMe im Laufe der Zeit auch wieder verschwinden, da sie nicht die nötigen Strategien für eine Zukunft bieten.

Manche Ideen und Ideologien sind eben einfach Mist!

Vorsicht lieber Leser!

Natürlich sind Überlebensstrategien, MEMe und Ideen an einen Organismus gebunden der sie denkt und ausführt.

Dabei ist es enorm wichtig daran zu erinnern, dass auf dieser Erde schon einiges verschwunden ist!

Man nehme nur die großen Landechsen, die Dinosaurier und man sollte auch bedenken, dass wir Homos-Menschen auch noch einen Gehirnteil besitzen der sich REPTILIENGEHIRN nennt!

Ich weiß- wieder ein sehr „kryptischer“ Text, aber ich gehe davon aus, dass er von Menschen gelesen wird, die auch ihren komplexen Neokortex und das limbische System ab und an nutzen.

Ansonsten- Grüß mir den T-REX Dude! 😉

Grüße aus dem Wald!
http://derschnitterderdenwaldliebt.blog.de/

Innerdeutsche Kontroversen – Zum 20. Juli

(Auszug aus der akademischen Arbeit “Folgen der unterschiedlichen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der DDR und der alten Bundesrepublik: am Beispiel Gedenkstättenpolitik” von André Tautenhahn)

 

Der konservative Widerstand

Im Westen ging es vorrangig um die Aufnahme des konservativen Widerstands in einen freiheitlich patriotischen Grunddiskurs, hinter dem sich die Deutschen stellen konnten und der das Bild eines anderen Deutschlands widerzuspiegeln vermochte. Der Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR wurde deshalb als willkommenes Ereignis begangen – sogar als späterer Bruder des 20. Juli 1944 tituliert.[1] Beide Ereignisse ließen sich so auf der Grundlage des Widerstandes gegen eine totalitäre Diktatur instrumentalisieren und verbinden.

Für den Westen Deutschlands war die Identifikation mit dem Widerstand während des Nationalsozialismus ein Akt der Kompensation in Bezug auf die Last, die von der Kollektivschuldthese ausging. Hierbei wird aber ausschließlich von den Widerstandskämpfern des 20. Juli gesprochen, der Gruppe um den Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Diese hatten versucht an besagtem Datum 1944 Hitler durch ein Attentat zu töten und die Macht in Deutschland zu übernehmen. Die Verschwörer taten das aber nicht, weil sie den Nationalsozialismus per se ablehnten, sondern die Realität einer in die militärische Katastrophe mündenden Kriegsführung erkannten. Des Weiteren fürchteten sie nach dem Staatsstreich innere Unruhen und Aufstände seitens der vielen unter Zwang verpflichteten Fremdarbeiter. Stauffenberg selber wurde erst spät zum Gegner Hitlers. Nach den anfänglichen Kriegserfolgen hatte er durchaus Sympathie für den Diktator übrig. Das änderte sich erst mit dem Überfall auf die Sowjetunion und der dort praktizierten verbrecherischen Kriegsführung. Der staatliche Umsturzversuch mit dem Namen Operation Walküre sollte aber nicht dazu führen, die parlamentarische Demokratie wieder zu errichten. Das lehnten die aus konservativen Kreisen des Bürgertums, Adels und Militärs stammenden Verschwörer kategorisch ab.

Das Attentat im Führerhauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen misslang. Daraufhin scheiterten auch die Verschwörung und die Operation Walküre, durch die der Staatsstreich an den Schaltstellen der Macht umgesetzt werden sollte. Noch in der Nacht zum 21. Juli 1944 wurden Stauffenberg und weitere Offiziere auf dem Hof des Berliner Bendlerblocks standrechtlich erschossen.

Der Widerstand war ein politisch motivierter bzw. „eine späte Reaktion auf die sich verschlechternde Lage im „Dritten Reich“.“[2] Das sah man in der jungen Bundesrepublik allerdings anders, und den Widerständlern vom 20. Juli schrieb man eine große geschichtliche Bedeutung zu, obwohl sie in der Bevölkerung lange Zeit als Verräter angesehen wurden. „Was diese Menschen wollten, war die Freiheit und die rechtliche und soziale Ordnung des Lebens. Sie haben es nicht erreicht: aber sie haben die Ehre des deutschen Volkes vor der Welt für immer gerettet.“[3]

Der Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime war jahrzehntelang Gegenstand innerdeutscher Kontroversen. Dabei war weniger die Tatsache der Beseitigung Hitlers durch seine Gegner von herausragender Bedeutung, „sondern mehr der sekundäre Zweck ihres Tuns, ihre programmatischen Vorstellungen für die politischen Verhältnisse im Deutschland nach Hitler.“[4]

Für den Westen Deutschlands war das insofern wichtig, da in der Bevölkerung offensichtlich die Meinung vorherrschte, dass der Nationalsozialismus an sich auch gute Seiten hatte. Wenn man den zahlreichen Umfragen und statistischen Erhebungen der Zeit folgt, werden die fortexistierenden Identifikationen durchaus deutlich. Das Umfrageinstitut Allensbach hatte gezielt versucht, die Stimmung in der Bevölkerung festzuhalten. Die empirischen Erhebungen, die in der Frühphase der Republik getätigt wurden, zeigen, dass die Befindlichkeiten der Bevölkerung gegenüber dem neuen Staat eher skeptischer Natur waren. So hielt sich der Zuspruch zur Gründung eines Weststaates 1949 in Grenzen. Laut Allensbach sprachen sich dafür 51% der Befragten aus.[5] 40% der Befragten war die neue Verfassung gleichgültig, während 33% teilweise ihr Interesse daran bekundeten. Bei der Frage der Machtverteilung votierten 41% für die Position eines starken Präsidenten an der Spitze des Staates, während 23% der Befragten ein eher stärkeres Parlament bevorzugten. Weitere Detailfragen scheinen die These von einem Kontinuitätsfaktor zu untermauern. Eine der bekanntesten Fragen ist die, über das Befinden der Deutschen in den zurückliegenden Perioden der eigenen Geschichte. So benannten 1951 80% der Befragten den Zeitraum der Besatzung von 1945 – 1948 als jenen, in dem es dem Land am schlechtesten ging. Umgekehrt antworteten 45%, dass es in der Kaiserzeit am besten um Deutschland stand; 40% hielten gar das Dritte Reich vor Beginn des Zweiten Weltkrieges für die angenehmere Zeit, während nur 7% die erste deutsche Republik in den Jahren zwischen 1920 und 1933 als positiv empfanden. Ähnlich verhielt es sich bei der Frage zur Staatsform, bei der sich 32% der Befragten 1951 für eine Monarchie mit einem König oder Kaiser an der Spitze aussprachen, wohingegen 36% dies ablehnten. Als größter deutscher Leistungsträger wurde Bismarck mit 35% gewählt, Adolf Hitler kam gar mit 10% der Stimmen auf Platz 3, während der aktuelle Bundeskanzler Konrad Adenauer mit 3% abgeschlagen auf einem der hinteren Ränge rangierte.

Den Eindruck eines zögerlichen Trends, sich vom Nationalsozialismus kritisch zu distanzieren, unterstrichen die Ergebnisse weiterer Umfragen, die bei jüngeren Generationen durchgeführt wurden (Jahrgänge 1929 – 1938). Zwar erklärten 1953 71% aller Befragten, dass man die jetzige Staatsform gegen Angriffe verbal verteidigen würde, 37% aber fänden eine autokratischere Regierungsform angemessener. Demokratie und Pluralismus wurden scheinbar erst langsam als positive Errungenschaften anerkannt, Mitte der 1950er Jahre war man dann davon überzeugt, dass das nationalsozialistische Regime, nicht aber das deutsche Volk, Schuld an der verheerenden Kriegskatastrophe tragen würde.

Form der Wahrnehmungsabwehr

Wenn man aus diesen Ergebnissen bloße ideologische Kontinuität erkennen würde, macht man es sich zu einfach, da die Vorstellung eines Schlussstriches unter die Vergangenheit dem gegenüberstünde. Vielmehr weisen sie darauf hin, dass das Geschehene psychisch noch nicht bewältigt worden ist. Denn der Schlussstrich-Gestus setzt die Bereitschaft zu einem bewussten Vergessen voraus, das der Abwehr von Erinnerungen dient.[6] Und hier liegt im Grunde ein Anknüpfungspunkt, an dem sich die Frage nach den Verhältnissen stellen lässt. Denn mit dem Zusammenbruch des Hitler-Reiches, in dem der kollektive Narzissmus durch die Überhöhung nationaler Eitelkeit gesteigert wurde, musste am Ende auch die kollektive Identifikation zerbrechen. Nach Freud hätte diese Erschütterung zur Panik der Masse führen müssen, was aber nicht geschah.[7] Das bedeutet zum einen, dass die Massenpsychologie bezogen auf die Bedingungen des Nationalsozialismus ihre Grenze erfährt. Zum anderen auch, dass der kollektive Narzissmus fortbesteht und „darauf lauert, repariert zu werden.“[8]

Theodor W. Adorno formuliert die These, dass der Faschismus eben kein psychologisches Problem darstellt, da die Grundlage der Erklärung auf der Ideologie des Faschismus selbst basiert. Der Faschismus beschreibt konkret ein psychologisches Feld, das zum Zwecke wirtschaftlicher und politischer Interessen unterstützt und initialisiert wird. Und diese Interessen entstehen aus ganz unpsychologischen Motiven heraus. D.h., dass spontane Triebe und Instinkte nicht maßgeblich für die Entstehung der faschistischen Masse sind, sondern durch bewussten Gebrauch der Psychologie in ein System der Beherrschung umgewandelt werden. Ziel der Nationalsozialisten war demnach nicht die bloße Agitation bzw. Verführung der Massen, sondern die Kontrolle der Institutionen zu erlangen, mit denen sich auch die Herrschaft über die Massen steuern ließ.[9]

Über die gesamte Dauer der Weimarer Republik ist es den Nationalsozialisten nicht gelungen, eine mehrheitsfähige Masse hinter sich zu versammeln. Im Gegenteil, bei der Wahl zum 7. Reichstag am 6. November 1932 verlor die NSDAP rund zwei Millionen Stimmen gegenüber dem Urnengang vom Juli des gleichen Jahres.[10] Hitler benötigte daher die Institutionen der Republik sowie das Einverständnis, der für die Republik stehenden und handelnden Personen, um sich an die Spitze des politischen Apparates zu stellen und später auch die Kontrolle über den Staat zu übernehmen. Erst die bewusste Ernennung Hitlers zum Reichskanzler unter der Strategie der Einrahmungspolitik von Papens und später das Ermächtigungsgesetz, durch dass sich die Legislative selbst ausschaltete, ist es möglich geworden, diese Kontrolle über die staatlichen Institutionen unter dem Schein der Legalität zu erhalten.

Die Psychologie der Massen wurde in den Händen Hitlers zu einem bewussten Instrument eines Beherrschungssystems. Dadurch beraubte man sie gleichzeitig ihrer Existenz, und Freud bildete mit seinem Werk quasi den Abschluss der Psychologie. Mit der faschistischen Masse bekommt die Inszenierung größere Bedeutung. Die psychologischen Prozesse bilden nicht mehr den Kern der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Menschen nehmen an dem Theater teil und erreichen auch hier eine Befriedigung ihrer Triebbedürfnisse. Adorno spricht in diesem Zusammenhang von einer ferngesteuerten Regression, die jederzeit erkannt und zerstört werden kann.[11]

Als Folge dieses Prozesses setzt eine Form der Wahrnehmungsabwehr ein, die Adorno als einen Mangel an Affekt gegenüber dem Ernstesten beschreibt.[12]

„Verblendung setzt sich hinweg über das schreiende Missverhältnis zwischen höchst fiktiver Schuld und höchst realer Strafe. Zuweilen werden die Sieger zu Urhebern dessen gemacht, was die Besiegten taten, als sie selber noch obenauf waren, und für die Untaten des Hitler sollen diejenigen verantwortlich sein, die duldeten, dass er die Macht ergriff, und nicht jene, die ihm zujubelten.“[13]

Die unmittelbare Vergangenheit wird verharmlost und unter dem Begriff des Schuldkomplexes als etwas Krankhaftes interpretiert, das weniger mit Schuld denn mit seelischer Belastung zu tun habe. Damit aber, würde die Erinnerung an das Verbrechen zu einer Einbildung zurückgestuft, die schlussendlich zu einem Gegenstand von Therapie werden kann. „Es gehört zum psychologischen Missbrauch der Psychoanalyse, unter der auf therapeutische Zwecke gemünzten Devise »Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten« das nationalsozialistische Verbrechen zu bearbeiten, als ob das Individuum allein Auschwitz als Teil seiner Lebensgeschichte fassen könnte.“[14] Diesem Ausdruck von Ohnmacht dem Geschehenen gegenüber, der die Gefahr des Verlusts des Gedächtnisses in sich birgt, hält Adorno den neuen kategorischen Imperativ entgegen, „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe.“[15]

Die von Adorno beschriebene Affektsperre und der später von Hannah Arendt formulierte Gefühlsmangel als das „auffälligste äußere Symptom“[16] der Weigerung sich der nationalsozialistischen Vergangenheit zu stellen, findet sich bei den führenden Personen des neuen bundesrepublikanischen Staatsapparates wieder. Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit erfuhr dadurch als Zeichen der Wahrnehmungsabwehr auch gesellschaftlich eine Blockierung.[17]

Folgen des Widerstandsdiskurses

In diesem Zusammenhang wurde die in Westdeutschland der Fünfziger Jahre aufkommende Huldigung des nationalsozialistischen Widerstands um die Verschwörer vom 20. Juli kritisiert und „nur als Randbemerkung zur Geschichte des Nazismus verstanden, weil dieser für den Verlauf des Holocaust keinerlei Relevanz hatte.“[18]

Dies galt für den Westen wie auch den Osten Deutschlands, da beide Systeme den Rückhalt in der Geschichte des deutschen Widerstandes suchten. In der DDR war es aber nicht die Verschwörung vom 20. Juli. Sie wurde nicht als ein Befreiungsversuch von der Tyrannei des Hitler-Regimes interpretiert, sondern dem Wesen nach als eine Fortführung des imperialistischen, antikommunistischen Kurses verstanden.[19] Aber auch die Westalliierten stießen sich an der Gruppe um Stauffenberg, da die Aktion zu spät, erfolglos und von Offizieren durchgeführt wurde, die maßgeblich am Aufstieg des Nationalsozialismus mitgewirkt hatten.[20] In der Bundesrepublik aber sorgte die Auseinandersetzung mit dem Widerstand gegen Hitler für die Schaffung eines neuen Politikfeldes, das sich in Form der Geschichtspolitik auf jeweils gegenwartsbestimmte Deutungen verstieg.[21] Dies wiederum fand Eingang in die Gestaltung erster Gedenkstätten auf westdeutschen Boden, die sich mit dem Thema des Widerstandes auseinandersetzten. Unter dem Begriff „Frieden und Freiheit“ wurde die Bedeutung des Widerstandes z.B. im Bendlerblock demonstriert. Dabei sollte aber auch eine Form geistiger Verwandtschaft zum 17. Juni 1953 dokumentiert werden.[22]

Jedoch mussten die Verschwörer vom 20. Juli 1944 vom Stigma des Verrats erst befreit werden, da in der deutschen Öffentlichkeit der Widerspruch zwischen Führereid und Treuebruch als Landesverrat verstanden wurde. Die neonazistische Sozialistische Reichspartei unter ihrem damaligen zweiten Vorsitzenden Otto Ernst Remer hatte öffentlich die Verschwörer vom 20. Juli als vom Ausland bezahlte Landesverräter bezeichnet. Dies nutzte der Braunschweiger Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zu einer Anklage wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Dabei ging es Bauer aber weniger um die Person Remer, als um die Chance, dass NS-Regime auch juristisch als Unrechtsstaat zu charakterisieren.[23]

In Bezug auf die Fragen nach Wiedergutmachung rückte der Widerstand in eine besondere Perspektive. Da auch diejenigen, die gegen das NS-Regime Widerstand leisteten, aus politischen, religiösen oder moralischen Gründen, einen Anspruch auf Entschädigung zugesprochen bekamen. Dabei war das Bundesentschädigungsgesetz von 1953 aber einschränkend gegenüber Opfern aus den Reihen des kommunistischen Widerstands.

In der Öffentlichkeit war der kommunistische Widerstand anfänglich kein großes Thema. Eher wurde unter dem Eindruck des 17. Juni 1953 versucht, „die polarisierenden Effekte zu überspielen und diesen Gedenktag für die innere Aussöhnung und Integration zu nutzen.“[24] Insofern zählten aus westdeutscher Sicht Personen und Gruppen aus allen sozialen Schichten zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Mit zunehmender zeitlicher Distanz zum Ende der nationalsozialistischen Diktatur wuchs auch die öffentliche Erinnerung an den Widerstand, obwohl in der Bevölkerung noch immer der Vorwurf des Landesverrats mitschwang. Vor allem in der neu gegründeten Bundeswehr fanden die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 ihre Würdigung, trotz der sich damit verschärfenden Widersprüchlichkeit innerhalb der militärischen Tradition. Viele Kasernen tragen noch heute die Namen von Mitgliedern der Gruppe um Stauffenberg und dokumentieren somit den politischen Willen, trotz des Bruchs mit der Befehlsgewalt, das gescheiterte Attentat nicht als Betriebsunfall anzusehen, sondern als Bestandteil deutscher Militärgeschichte. Damit wurde ein ambivalentes Bild in der Öffentlichkeit vertreten. Auf der einen Seite wurden die Soldatenopfer geehrt, die im Zuge ihrer Pflichtausübung in der Wehrmacht ihr Leben ließen und zum anderen fanden Gedenkfeiern statt, die den Versuch der Beseitigung der militärischen Führung im Dritten Reich würdigten.[25]

Diese Widersprüchlichkeit zwischen Widerstand einerseits und Gehorsam andererseits führte in der politischen Auseinandersetzung dazu, dass man sich darum stritt, ob das deutsche Volk den Willen zu einer freiheitlichen Demokratie allein aus sich heraus hätte aufbringen können. Gustav Heinemann betonte als Bundespräsident die Tatsache, dass die Ursachen des Nationalsozialismus sehr viel tiefgründiger seien, als es einfache Erklärungsansätze wie Massenarbeitslosigkeit oder Belastungen durch den Versailler Vertrag darstellten. In seiner Rede zum 25. Jahrestag des gescheiterten Hitlerattentats beschönigte der Bundespräsident daher nichts. Der Hitler-Mythos hätte nach dem Zusammenbruch weiter bestanden. „Geblieben wäre eine wütende Anklage, dass die Attentäter uns um den Sieg und um die Herrlichkeit des Großdeutschen Reiches gebracht hätten. [26] Für Heinemann bot auch die eigene persönliche Lebensgeschichte Anlass zu einem selbstkritischen Bekenntnis. „Mich lässt die Frage nicht los, warum ich im Dritten Reich nicht mehr widerstanden habe“[27]

Ganz anders aber das Auftreten des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger, der in seiner Funktion als amtierender Bundesratspräsident 1974 anlässlich des Gedenktages die gesellschaftliche Isolation der Verschwörer ablehnte. Vielmehr stellte er fest, dass das deutsche Volk sehr wohl gegen das Hitler-Regime gewesen sei. Damit wurde die historische Rolle des gescheiterten Attentats Bestandteil kontroverser Geschichtsdebatten, die im Schatten des Politischen stehen.[28]

„Der Historiker selbst, obwohl er sich mit dem Thema wissenschaftlich befasst, übt relativ wenig Einfluss auf den Verlauf der Diskussion aus, weniger als Politiker, Medien oder Lehrer, solange er nicht selbst Teil der politischen Diskussion geworden ist, wie z.B. Ernst Nolte.“[29]

Nach und nach wurde das bei dem öffentlichen Umgang mit dem Widerstand immer deutlicher. Im Westen kam zu der Frage, ob die Deutschen mehrheitlich gegen das oder ohnmächtig für das Hitler-Regime gewesen seien, die Verurteilung des kommunistischen Widerstands im Dritten Reich. Der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner verzichtete nach massiver Kritik an seiner kommunistischen Rolle im nationalsozialistischen Deutschland auf eine Teilnahme an der Gedenkfeier zum 35. Jahrestag des Hitler-Attentats 1978. In der politischen Debatte wurde der kommunistische Widerstand im Dritten Reich als Programm einer anderen totalitären Diktatur verstanden und verurteilt. Das führte vor allem dazu, dass sich der politische Streit um die Würdigung des 20. Juli 1944 verschärfte. Waren es doch jene Politiker aus der CDU, die sich im Falle Wehner auf das heftigste zu Wort meldeten, bei der Filbinger Relativierungsrede es aber vorzogen, zu schweigen. [30]

In der Analyse wird erkennbar, dass der Nationalsozialismus und der Widerstand als geschlossenes System verstanden wurden, aus dem heraus, sich die eigene Identität abbilden ließ. Letztlich ging es um die politische und moralische Frage,

„wer der eigentliche Erbe des Nationalsozialismus war: DDR und Bundesrepublik warfen sich gegenseitig vor, die NS-Diktatur fortzuführen – für die DDR lebte der Faschismus in der Bundesrepublik fort, für die Bundesrepublik herrschte der Totalitarismus in der DDR weiter.“[31]

Dabei verlor der Widerstandskomplex an Schärfe. Sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik. Der jüdische Widerstand fiel auf beiden Seiten lange Zeit unter den Tisch oder wurde als Sonderthema unter der Rubrik Juden bearbeitet. Damit wurden die Juden wieder zu Objekten gemacht, die sich in dem politischen Diskurs des Kalten Krieges als Gegenstand zweckorientierter Argumentation wieder fanden. Ihnen wurde auf Seiten der DDR erst in den späten achtziger Jahren eine verstärkte Aufmerksamkeit zu Teil, da die Ost-Berliner Staatsführung auf eine höhere Akzeptanz in der westlichen Welt, insbesondere den USA, abzielte. Bis dahin galten die Juden in der DDR als Opfergruppe zweiten Ranges bzw. als Menschen jüdischen Glaubens, deren Leidensgeschichte nicht zum Antifaschismuskonzept der DDR passte.[32]

Dieses Konzept basierte nun auf dem Selbstbild der DDR, der einzige der beiden deutschen Staaten gewesen zu sein, der die richtigen Konsequenzen aus der nationalsozialistischen Katastrophe gezogen hat. „Daher lehnte sie (die DDR, Anm. d. Verf.) auch jegliche Haftungspflichten für die Vergangenheit ab.“[33] Der Antifaschismus galt als einzige unangreifbare Existenzberechtigung der DDR. Die führende Elite gehörte zu den verfolgten Kommunisten in der Weimarer Republik, und sie galten ebenso als politische Gegner des NS-Regimes. Diese Erfahrung projizierten sie auf die neue Gesellschaft der DDR. Das hatte zur Folge, dass diese Art der Verordnung es den Menschen in der DDR ermöglichte, „geschwind auf die Seite des «anderen» Deutschland überzutreten. Diese Bekenntnisideologie bedeutete somit für viele ein attraktives Angebot: Sie entlastete und sprach von individueller Schuld und Verantwortung für den Nationalsozialismus frei.“[34]

Da aber nur wenige Deutsche wirklich Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten, konnte der von oben verordnete Antifaschismusmantel individuell kaum passen. Die DDR musste deshalb einen anderen Weg der Vermittlung gehen, um im kollektiven Gedächtnis der neuen DDR-Bürger überhaupt einen Zugang zu finden. Dies geschah durch Rituale, Denkmäler, Literatur und bildende Künste.[35] Der antifaschistische Widerstandsgedanke musste demnach auch in den Stätten des NS-Terrors wieder gefunden werden können. Das hatte zur Folge, dass innerhalb dieser Gedenkorte der antifaschistische Widerstand im Sinne eines staatsbegründeten Geschichtsbildes vor den eigentlichen historischen Zusammenhang trat. Die sich daraus entwickelnde „doppelte Vergangenheit“ wurde vor allem in der Erinnerungskultur des seit 1990 vereinten Deutschland zu einem umstrittenen Gegenstand. „Hier (in den Gedenkstätten, Anm. d. Verf.) bündelten sich Streitfragen, die sich aus der widersprüchlichen Geschichte und Funktion der Gedenkstätten ergaben;“[36]

Den Kommunisten fiel es nicht schwer, ihre eigene Leidensgeschichte in den Lagern des NS-Terrors offen zu thematisieren. Gehörten sie doch zu der Gruppe der Gefangenen, die über die längsten Lagererfahrungen im Nationalsozialismus verfügten.[37] Das wiederum hatte aber auch zur Folge, dass, wie oben bereits erwähnt, eine Wirklichkeitsverzerrung im Hinblick auf den wesentlichen Inhalt des Nationalsozialismus einsetzte.

„Die meisten deutschen Kommunisten in den Lagern waren infolge der fehlenden Verbindung mit der Außenweltwirklichkeit auf dem Stand ihres politisch-taktischen Denkens der Zeit vor 1933 stehen geblieben. Sie hatten ihre vom positivistischen Bürgertum ererbten Anschauungen des vergangenen Jahrhunderts, ihre überkommenen Maximen, die sie für Glaubenssätze der früheren Moskauer Generallinien-Anweisungen hielten, und ihr so genanntes dialektisches Schema, das ihnen erlaubte, die eigenen jeweiligen Ansichten und wechselnden Meinungen für das unmittelbare Ergebnis der vermeintlichen Erfordernisse der Wirklichkeit auszugeben.“[38]

Die Lagerstruktur selber und das System der Lager im Gefüge der SS-Wirtschaft wurden auf diese Weise vereinfacht dargestellt. Unter den Bedingungen der DDR konnte somit eine ganz andere Perspektive gegenüber diesen Erinnerungsorten eingenommen werden, die sich darin äußerte, eine Primärstruktur nach innen gerichteter nationalsozialistischer Herrschaftsverhältnisse mit dem Ziel, die Juden zu vernichten, auszublenden.


[1] vgl. die Rede „Das Volk stand hinter ihnen“ des Vorsitzenden des Kuratoriums der „Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944“ Emil Henk am 19. Juli 1953, gehalten im Ehrenhof des Bendlerblocks, in: Gedenkstätte Deutscher Widerstand Dr. Johannes Tuchel & Ute Stiepani, M.A (Hrsg.), Der 20. Juli 1944 – Erinnerungen an einen historischen Tag – Reden und Gedenkfeiern, abrufbar unter http://www.20-juli-44.de/index1.html (auch als Dokument 1 im Anhang)

[2] Moshe Zimmermann: Die Erinnerung an Nationalsozialismus und Widerstand im Spannungsfeld deutscher Zweistaatlichkeit, in: Jürgen Danyel (Hrsg.), Die geteilte Vergangenheit – Zum Umgang mit Nationalsozialismus und Widerstand in beiden deutschen Staaten. Berlin 1995, S.133

[3] zitiert aus der Rede „Das Volk stand hinter ihnen“ des Vorsitzenden des Kuratoriums der „Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944“ Emil Henk am 19. Juli 1953, gehalten im Ehrenhof des Bendlerblocks, in: Gedenkstätte Deutscher Widerstand Dr. Johannes Tuchel & Ute Stiepani, M.A (Hrsg.), Der 20. Juli 1944 – Erinnerungen an einen historischen Tag – Reden und Gedenkfeiern, abrufbar unter http://www.20-juli-44.de/index1.html (auch als Dokument 1 im Anhang)

[4] Peter Reichel: Politik mit der Erinnerung – Gedächtnisorte im Streit um die nationalsozialistische Vergangenheit, Wien 1995, S.296 f.

[5] sämtliche empirische Daten sind zit. nach Arthur Heinrich: 3:2 für Deutschland. Die Gründung der Bundesrepublik im Wankdorf-Stadion zu Bern. Göttingen 2004

[6] Theodor W. Adorno: Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit, in: Rolf Tiedemann (Hrsg.), Gesammelte Schriften, Band 10.2, Frankfurt a.M. 1986, vgl. S.558 f.

[7] In seinem Text Massenpsychologie und Ich-Analyse beschreibt Sigmund Freud unter dem Punkt V. Zwei künstliche Massen: Kirche und Heer den Verlust des Führers als Fanal für die Masse selbst: „Der Verlust des Führers in irgendeinem Sinne, das Irrewerden an ihm, bringt die Panik bei gleich bleibender Gefahr zum Ausbruch; mit der Bindung am den Führer schwinden – in der Regel – auch die gegenseitigen Bindungen der Massenindividuen. Die Masse zerstiebt wie ein Bologneser Fläschchen, dem man die Spitze abgebrochen hat.“ in: Sigmund Freud: Massenpsychologie und Ich-Analyse – Die Zukunft einer Illusion, Frankfurt a.M. 1993, S.60 f.

[8] Adorno: Theodor W. Adorno: Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit, in: Rolf Tiedemann (Hrsg.), Gesammelte Schriften, Band 10.2, Frankfurt a.M. 1986, S.564

[9] Theodor W. Adorno: Die Freudsche Theorie und die Struktur der faschistischen Propaganda, in: Psyche – Z Psychoanal 24 (1970): S.486 – 509

[10] Die Ergebnisse zu den Reichstagswahlen während der Weimarer Republik finden sich in den Jahrbüchern Statistik des Deutschen Reiches des Statistischen Reichsamtes, hier in: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reiches, Band 434. Die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli 1932 und am 6. November 1932 und am 5. März 1933 (Sechste bis achte Wahlperiode), Berlin 1935

[11] Adorno: Anm.8, ebd.

[12] ebd., vgl. S.555 ff.

[13] ebd., S.557

[14] Detlev Claussen: Grenzen der Aufklärung – Die gesellschaftliche Genese des modernen Antisemitismus, Frankfurt a.M. 2005, S.37

[15] Theodor W. Adorno: Negative Dialektik, in: Rolf Tiedemann (Hrsg.), Gesammelte Schriften, Band 6, Frankfurt a.M. 1986, S.358

[16] Hannah Arendt: Besuch in Deutschland, in: dies: Zur Zeit. Politische Essays, Berlin 1986, S.44

[17] siehe dazu auch Joachim Perels: Die Zerstörung von Erinnerung als Herrschaftstechnik – Adornos Analysen zur Blockierung der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, in: Helmut König, Michael Kohlstruck u. Andreas Wöll (Hrsg.), Vergangenheitsbewältigung am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, o.O. 1998, vgl. S.58 ff.

[18] Moshe Zimmermann: Die Erinnerung an Nationalsozialismus und Widerstand im Spannungsfeld deutscher Zweistaatlichkeit, in: Jürgen Danyel (Hrsg.), Die geteilte Vergangenheit – Zum Umgang mit Nationalsozialismus und Widerstand in beiden deutschen Staaten. Berlin 1995, S.133

[19] Peter Reichel: Politik mit der Erinnerung – Gedächtnisorte im Streit um die nationalsozialistische Vergangenheit, Wien 1995, S.298

[20] ebd., vgl. S.298 f.

[21] ebd., Der Begriff der Geschichtspolitik wird in Abgrenzung zur Erinnerungskultur von den Politologen Claus Leggewie und Erik Meyer in ihrem Buch „Ein Ort, an dem man gerne geht“ behandelt. Damit wird das bis dahin vernachlässigte Feld der Wirkung politischer Entscheidungsprozesse auf Gedächtnisstrukturen und Erinnerungsleistungen eingehender untersucht.

[22] ebd.

[23] ebd., vgl. S.299

[24] ebd., S.300

[25] ebd., vgl. S.302

[26] zitiert nach Reichel: Anm.19, S.302 & 303

[27] ebd., S.303

[28] Zimmermann: Anm.18, vgl. S.135

[29] ebd.

[30] Reichel: Anm.19, vgl. S.304 f.

[31] Zimmermann: Anm.18, S.135

[32] Vincent von Wroblewsky beschreibt in seinem Buch zwischen Thora und Trabant die staatlich vorgegebene Perspektive auf die Juden. Auch seine Interviewpartner bestätigen den Eindruck einer Tabuisierung des Wortes Jude einerseits und die Gleichmacherei mit anderen Opfergruppen andererseits. Der Autor zitiert sich selbst als er auf einer internationalen Tagung das Wort zum Thema „40 Jahre Juden in der DDR“ ergriff: „Ich habe versucht zu erklären, warum nach dem Krieg die politische Führung im Osten Deutschlands zunächst durch ihren Kampf gegen den Nazismus legitimiert war. Diese Legitimation verlor sie aber zunehmend dadurch, dass keine Demokratisierung der Verhältnisse stattfand, sondern die Trennung zwischen Erziehern und Erzogenen sich verfestigte. Die Tatsache, dass in der obersten Spitze viele aus der älteren Generation ehemalige Antifaschisten waren, wurde auf den gesamten Staat und seine Geschichte ausgedehnt, und das führte dazu, dass in der DDR weder eine wirkliche Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit und erst recht nicht der Verbrechen gegen die Juden stattfand.“ in, ders: Anm.30, S.209

[33] Edgar Wolfrum: Die beiden Deutschland, in: Volkhard Knigge und Norbert Frei (Hrsg.), Verbrechen erinnern – Die Auseinandersetzung mit Holocaust und Völkermord, München 2002, S.142

[34] ebd., S.143

[35] ebd.

[36] Hasko Zimmer: Der Buchenwald-Konflikt – Zum Streit um Geschichte und Erinnerung im Kontext der deutschen Vereinigung, Münster 1999, S.36

[37] Eugen Kogon: Der SS-Staat – Das System der deutschen Konzentrationslager, München 1974, vgl. S.330

[38] ebd.

Die vergessene Templer-Kirche von Almsdorf…

Die vergessene Templer-Kirche in Almsdorf

…habe ich im vergangenenNovember besucht, obwohl ich eigentlich auf der Suche nach der bekannten Templer-Kapelle von Mücheln (Wettin) war.

Die vergessene Templer-Kirche in Almsdorf

Die vergessene Templer-Kirche in Almsdorf

Almsdorf ist ein Ortsteil des anderen sachsen-anhaltinischen Mücheln, insofern sei das Mißverständnis nachzusehen ;)

„Vergessene Templerkirche“ deshalb, weil es zwar unzweifelhafte Anzeichen für eine Beteiligung des einst ältesten christlichen Mönchsritterordens gibt, der Orden selbst aber vor Ort und auch im Net keinerlei Erwähnung im Zusammenhang mit Almsdorf findet.

Aber ganz ähnlich ist es ja mit dem Naumburger Dom auch.

Vergessen aber auch, weil von der Kirche leider nur noch die Grundmauern und die beiden Türme stehen und das Grundstück sich in Privatbesitz befindet, auf welchem der Zutritt verboten ist.

Dabei würden sich hier Ausgrabungen sicherlich als lohnend erweisen, denn in Gras & Boden sind deutliche Spuren zu erkennen, die auf eine weitaus größere Anlage schließen lassen.

Den wenigsten ist bekannt, das die Templer auch in Deutschland recht aktiv waren, wenngleich nicht so sehr, wie bspw. in Frankreich oder England, was auch daran gelegen hat, das hierzulande bereits zwei andere Orden vertreten waren, namentlich die damaligen Hospitaliter (heutzutage besser als evangelische Johanniter und katholische Malteser bekannt) und der Deutsche Orden, auch Deutschherren- oder Deutschritterorden genannt.

Beide waren ja nach dem Vorbild der Templer gestaltet und naturgemäß lag hier eine deutliche Rivalität in der Luft.

Die Kirchenruine in Almsdorf mit charakteristischen Doppelturm, welche auf das alte Marktrecht hinweisen, besitzt zwei interessante Steintafeln, die erste über die Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, die zweite über eine (Almosen) Stiftung 1377 in Majuskeln und das „Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler“ von 1914 verrät uns noch:

spätromantischer breitrechteckiger Wehrturm mit gekuppelten Fenstern und 2 schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen.

Auch diese Beschreibung paßt zu dem üblichen Bild einer „Templerkirche“:

Es gibt drei verschiedene Arten von Templerkirchen. Zum einen sind da, die so genannte Zentralbauten, die in ihrer Grundform entweder rund oder polygonal sind.

Das zweite Beispiel einer Templerkirche ist die einschiffige Kirche mit halber Überkupplung. Als Kirchenschiff bezeichnet man den Teil zwischen dem Eingang und dem Hauptaltar. Eine einschiffige Kirche hat hier nur einen Raum. Es gibt des weiteren die dreischiffige Kirche. Bei einer dreischiffigen Kirche sind zur rechten und linken des Mittelschiffes, was wieder dem Raum zwischen Eingang und Altar entspricht, jeweils ein weiterer Raum über einen Großteil der Länge des Mittelschiffs vorhanden. Die Templerkirchen haben also einen Raum auf rechteckiger Grundfläche und ein Teil des Daches ist überkuppelt.

Die dritte, schlichteste und weit verbreitetste Form der Templerkirche ist die einschiffige Kirche mit einem Tonnengewölbe. Wieder gibt es in der Kirche nur einen Raum und das Dach ist gebogen. Ein Tonnengewölbe ist ein Halbkreis, der anstelle eines flachen oder spitzen Daches das Gebäude abschließt. Das Tonnengewölbe stammt aus der romanischen Zeit und ist der Grundstein für die Spitzbögen der Gotik. Ein Tonnengewölbe wird nicht durch Säulen oder Pfeiler gestützt.  (Quelle)

Möglicherweise kann dem Interessierten das Buch „Die Templer in Mitteldeutschland“ Gunther Lehmann und Christian Patzner mehr verraten.

Die letzten 100 Artikel