Gerechtigkeit

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Der Asozialstaat – Deutschland 2011

Deutschland ist ein soziales Land. So habe ich das in der Schule gelernt - und so lernen es meine Kinder heute auch noch. Ich habe extra mal bei "Planet Schule" nachgeschaut: 

Um das Wohlergehen aller zu sichern, hat ein demokratischer Staat wie der Bundesrepublik Deutschland den Anspruch hinzu, die materielle Not der Bürger zu lindern und soziale Gerechtigkeit anzustreben. Wir sprechen von Deutschland als einem Sozialstaat – einem Zusammenschluss von freien Bürgern mit dem Zwecke des gemeinsamen Wohlstandes in sozialer Gerechtigkeit. Alle Bürger sollen im Stande sein, aktiv an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen teilzuhaben.

Deutschland ist ein soziales Land. So habe ich das in der Schule gelernt – und so lernen es meine Kinder heute auch noch. Ich habe extra mal bei „Planet Schule“ nachgeschaut:

Um das Wohlergehen aller zu sichern, hat ein demokratischer Staat wie der Bundesrepublik Deutschland den Anspruch hinzu, die materielle Not der Bürger zu lindern und soziale Gerechtigkeit anzustreben. Wir sprechen von Deutschland als einem Sozialstaat – einem Zusammenschluss von freien Bürgern mit dem Zwecke des gemeinsamen Wohlstandes in sozialer Gerechtigkeit. Alle Bürger sollen im Stande sein, aktiv an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen teilzuhaben.

Und was macht der Sozialstaat sonst noch so?

Der Sozialstaat setzt sich zum Ziel, menschenwürdige Lebensverhältnisse sicherzustellen, Armut zu bekämpfen, in Notlagen zu helfen, Chancengleichheit zu schaffen, ein Einkommen im Alter zu sichern, das Risiko bei Arbeitslosigkeit zu minimieren sowie bei Krankheit, Pflege und bei der Kindererziehung finanziell zu unterstützen. Da die Durchsetzung dieser Garantien Geld kostet, wird ein erheblicher Teil der Steuereinnahmen für die soziale Sicherung verwendet. Die Bürger eines Sozialstaates sind Teile einer Solidargemeinschaft, die im Ernstfall füreinander einstehen. Der Staat übernimmt die Organisation der sozialen Absicherung.

Das hört sich schön an, oder? „Teile einer Solidargemeinschaft, die im Ernstfall füreinander einstehen“. Und so etwas erzählen die unseren Kindern ohne rot zu werden. In der Zeit schrieb ein Historiker 2005 folgende Zeilen:

Heute vergeht kaum noch ein Tag, an dem keine Hiobsbotschaft aus Berlin das verstörte, zwischen Zorn und Resignation schwankende Publikum erreicht. Es scheint, als sei man entschlossen, den langen Weg, der in der Bismarck-Zeit begann, mit Mutwillen zu verlassen. Statt den Sozialstaat weiterzuentwickeln, zielt man auf dessen »Rückbau«, an die Stelle gesicherter Rechte soll private Fürsorge treten. Ein Blick zurück auf die Anfänge, aber auch die Kämpfe der Weimarer Zeit zeigt, was dabei auf dem Spiel steht: der soziale, der innere Frieden des Landes.

Wie am Ende der Weimarer Republik bauen wir den Sozialstaat wieder zurück. Das ist sehr mutig – der letzte Versuch in dieser Richtung hat zum Krieg geführt. Offenbar ist man sich heute sicher, den Kampf zu gewinnen. Oder man ist so degeneriert, das man „nicht an den Krieg glaubt“, weil schon die Eltern nicht mehr wussten, was das eigentlich ist.

Verlassen wir die Märchenstunde der Schule, in der schon lange nicht mehr fürs Leben gelernt wird. Wenden wir uns der Realität der Berliner Republik Deutschland zu, die Rechtsnachfolgerin der alten Bundesrepublik Deutschland geworden ist, jenem alten, verlorenen Paradies, in dem selbst ein Helmut Kohl die Lobbyisten von Banken und Konzernen noch zum Teufel jagte, während sie heutzutage bei jedem Gesetz und jeder politischen Entscheidung ihre fünftausend Finger im Spiel haben.

Bleiben wir für heute erstmal bei den Arbeitslosen, jenen Sozialfällen, die im Zuge der Globalisierung auf der Strecke geblieben sind. Im Rahmen des Konzeptes des Fördern und Forderns wurden sie mit sehr knappen finanziellen Mittel ausgestattet, was sie dazu befähigen sollte, die Folgen der Globalisierung ohne Hilfe von Staat und Wirtschaft ganz allein zu tragen. Das führt zu einem menschenunwürdigen Leben, wie inzwischen sogar BA-Vorstände zugeben.

Wenn ich jetzt als normaler reicher Bürger (von denen wir ja einige haben) sage: NEIN, DAS WILL ICH NICHT! so kann ich das tun, was der Unternehmensberater und Managementtrainer Anthony Robbins  empfiehlt: ich kann was verschenken. Ganz persönlich und anonym an Menschen, die ich gar nicht kenne. Ich schleiche mich also nachts in ein Hartz IV Ghetto uns stecke Briefumschläge mit je 2000 Euro in Briefkästen von jungen Müttern mit kleinen Kindern, weil ich ihre materielle Not lindern will. Immerhin: gerade den Kindern geht es besonders schlecht.

Ich gehe dann erstmal beruhigt von dannen mit dem guten Gefühl, mit meinem Reichtum endlich mal was richtig Gutes getan zu haben. Anders als andere Reiche, die sich vom Sozialstaat schon mal persönlich verabschiedet haben, weil sie ihn gerade mal nicht brauchen (außer natürlich bei Bankenkrisen, wo ihr persönliches Risikoinvestment in Gefahr gerät,  verloren zu gehen) und ihr Geld lieber im Ausland verstecken, habe ich einen direkten persönlichen Beitrag geleistet.

Doch was geschieht?

Kaum erfährt der Staat von der Tat, greift er sich das Geld ab! Obwohl hier nachweislich Armut herrscht, die ich persönlich lindern wollte, nimmt der Staat – die Berliner Republik Deutschland – den Armen MEIN GELD wieder weg und steckt es sich in die eigene Tasche. Das war „Einkommen“, das dürfen Arme nicht haben, sonst wären sie ja auch nicht mehr arm. Das nennt man auch „berlinern“, wird bald als neues Verb im Duden stehen.

Ich wäre gewillt, die gleiche Aktion nochmal mit 5000 Euro zu fahren (man stelle sich einfach mal die glücklichen Gesichter vor), doch ich weiß wie das ausgeht: das Geld landet in Berlin. Was lernen wir in der Schule?

Wir sind ein: Zusammenschluss von freien Bürgern mit dem Zwecke des gemeinsamen Wohlstandes in sozialer Gerechtigkeit.

Wir sind aber keine freien Bürger mehr. Selbst ich als reicher Bürger habe meine Grenzen. Ich darf per Gesetz keine notmindernden Massnahmen ergreifen, der Staat WILL ARMUT mit ALLER MACHT DES GESETZES!

Und keinen störts.

Nun bin ich selbst arm geworden ob meiner Versuche, Armut mit Geld zu bekämpfen, während der Staat von meinem Geld Banken rettet. Aber es gibt einen kleinen Sonnenschein in meinem Leben: eine der alleinerziehenden Mütter hat mein Herz berührt. Bin ich auch arm, so habe ich doch die Liebe meines Lebens gefunden.

DOCH HALT!

Auch hier regiert die Berliner Republik!

Gestehe ich nämlich öffentlich und frei – wie es ganz normal ist – meine Liebe zu dieser Frau ein und möchte mit ihr eine Familie gründen, so kommt der Staat erstmal mit einer Rechnung. Beziehungen mit Hartz-Abhängigen führen zur Verpflichtung, dem Staat die Pflicht der Versorgung der beteiligten Personen abzunehmen. Eine Beziehung zu mir führt bei der Mutter zur kompletten Streichung der Bezüge, sie wird zu einer „Bedarfsgemeinschaft“ mit mir zwangsverpflichtet.

Der Staat verkauft mir sozusagen die junge Mutter.

Ich schaue in mein Leiharbeitergehaltssäckel und sehe: ich kann mir keine junge Mutter mit Kind leisten. Ich kann gerade mal für mich selbst aufkommen.

Also: Finger weg von der Mutter! Die gehört dem Staat und der verkauft sie nur an Leute, die sich auch eine eigene Hartz-Frau leisten können!

Noch schlimmer ist es, wenn die Mutter ein behindertes Kind hat, das eine ärztlich attestierte Sonderernährung braucht: die kriegen nämlich Kinder in Deutschland nicht. Diesen „Mehraufwand für Sonderernährung“ bekommen in Deutschland (wie schon 1933 – 1945) nur ARBEITSFÄHIGE Menschen. Durch das Verbot der Kinderarbeit (das auch immer mehr gelockert wird) fallen arbeitsunfähige Kinder aus dem Raster heraus.

Schade für die, denn die verrecken dann.

Oma darf ja auch nicht helfen, siehe meinen Versuch, die Armut in Deutschland persönlich zu lindern.

Für mich selbst sieht es auch schlecht aus. Meine Versuche, durch Arbeit wieder auf die Beine zu kommen, bringen kaum noch Geld. Dabei sollte Arbeit Geld bringen, „beschäftigen“ kann ich mich auch mit anderen Tätigkeiten. Aber Arbeit und Geld sind zwei Begriffe, die immer weniger miteinander zu tun haben, so will es die Berliner Republik, siehe le-bohemien

Schon längst sind aber nicht mehr nur noch ungelernte Hilfsarbeiter in der Reinigungsbranche oder im Bereich der Produktion von der Schlechterstellung durch Leiharbeitsverträge betroffen. Nur noch rund 45 Prozent der Leiharbeiter lassen sich zu dieser Gruppe zusammenfassen. Weitere 45 Prozent setzen sich aus Facharbeitern wie Schlossern, Elektrikern oder Mechanikern zusammen.

Auch in den Bereich der hochqualifizierten Arbeitskräfte hat die Leiharbeit bereits Einzug erhalten: 10 Prozent der Leiharbeitskräfte – also rund 100.000 Menschen – sind trotz akademischer Ausbildung als Leiharbeiter tätig.6 Oft geschieht dies noch in beiderseitigem Einverständnis, etwa wenn Ingeneure sich nicht fest an einen Arbeitsplatz binden und zunächst verschiedene Arbeitgeber kennen lernen wollen.

Ich selbst muss sogar fürchten, obdachlos zu werden, weil die Berliner Republik den Arbeitsmarkt für Billigkräfte aus dem Ausland öffnet, die den preiswerten Wohnraum komplett vernichten, siehe News.immobilo

Als Folge der seit 1. Mai geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit, nach der Arbeitnehmer aus acht mittel- und osteuropäischen Staaten in Deutschland Jobs annehmen können, rechnet der Mieterbund mit steigenden Mieten in Ballungsräumen. Besonders im Bereich der Kleinraumwohnungen werden deutliche Mietsteigerungen erwartet.

Überhaupt sehen meine Chancen schlecht aus – für mich und für Millionen andere Deutsche auch, selbst im Aufschwung geht es mir dreckig, siehe Neues Deutschland:

Vor allem aber explodiert die Zahl der 400-Euro-Jobs, die 2010 auf 7,3 Millionen gestiegen ist. Immer mehr reguläre Stellen werden in solche Jobs zerlegt, die Bezahlung liegt oft nur bei der Hälfte des Tariflohns. Und fast zwei Drittel dieser Minijobber sind Frauen. Nach ökonomischen Gesetzmäßigkeiten müsste eine selbsttragende Konjunktur den allgemeinen Preis der Arbeitskraft erhöhen. Dass im Gegenteil die Entwertung fortschreitet, ist ein Indiz für die mangelnde Substanz des Aufschwungs.

Ich werde wohl nie mehr in der Lage sein, meinen Mitmenschen aus eigener Kraft aus ihrer Not zu helfen. Und der Finanzwirtschafter sagt mir, das es insgesamt für Deutschland kaum noch Hoffnung gibt:

Der private Konsum macht rund 60 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung aus und ist damit die wichtigste Stütze für die Konjunktur. Volkswirte erhoffen sich von der Erholung am Arbeitsmarkt positive Impulse für den privaten Konsum. Maßgeblich ist aber die gesamte Lohnsumme und nicht die amtliche Arbeitslosenstatistik. Es ist durchaus möglich, dass die Prognosen die Auswirkung einer Zunahme der Beschäftigung überschätzen. Schließlich verlief die Lohnentwicklung in den vergangenen 10 Jahren sehr schwach. Wer heute aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Stelle antritt, verfügt nicht mehr zwingend über ein hohes verfügbares Einkommen.

Was lernt man noch in der Schule?

Wir sind ein Zusammenschluss von freien Bürgern mit dem Zwecke des gemeinsamen Wohlstandes in sozialer Gerechtigkeit.

Offensichtlich ist das eine Lüge.

Wir sind ein Haufen unorganisierter Globalisierungsopfer, die sich von einer Bande skrupelloser Wirtschaftskriegsgewinnler das eigene Land stehlen ließen und jetzt auf die Formen der menschlichen Resteverwertung warten, die man sich in Berlin wieder ausdenkt. Die Aussichten sind insgesamt düster, siehe Süddeutsche Zeitung:

Fordern ja, fördern nein: Der Bund hat die Mittel für die Qualifizierung von Hartz-IV-Beziehern drastisch gekürzt. Arbeitsagentur und Wissenschaftler schlagen Alarm: Hunderttausende müssten auf eine Jobperspektive verzichten.

Wir sind aktuell nur noch Schafe auf der Schlachtbank.

Das ist die Berliner Republik Deutschland: ein Asozialstaat, ein Zusammenschluss von unfreien Bürgern zum Zwecke der persönlichen Bereicherung und Förderung der sozialen Ungerechtigkeit. Man hetzt alle Bürger gegeneinander und fördert nur noch die, die in diesem Chaos kräftig abkassieren … und natürlich ihren Tribut entrichten, siehe Spiegel:

Ludwig-Holger Pfahls, Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium, soll nach SPIEGEL-Informationen für seine Hilfe bei Rüstungsdeals viel mehr Geld bekommen haben als bisher bekannt. Der Lobbyist Karlheinz Schreiber soll ihm insgesamt 3,8 Millionen Mark überwiesen haben.

Und der soziale Friede? Ist für die Armen schon lange fort, aber auch für die staatlich geförderten Subjekte wird es unruhiger, siehe TAZ:

Zu zwei Anschlägen auf Autos in der Nacht zu Montag hat sich eine anonyme Gruppe in einer Bekennermail an die taz bekannt. Opfer sind Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD) und die Immobilienverwaltung Landschulze. Grund sei die Wohnungsnot in Hamburg sowie die „Verhöhnung der Notlage der Wohnungssuchenden“ durch die Senatorin.

Weiter heißt es in der Mail: „Darum haben wir Steine und Farbe auf das Haus und das Auto von Senatorin Blankau (… ) geworfen. Vor der Villa der Grundstücksverwaltung Landschulze in Marienthal sind zwei Fahrzeuge des Familienclans angezündet worden.

Darum greifen die Asozialen dieses Landes soviel ab wie sie können: damit sie am Ende der Entwicklung, dem unvermeidlichen Bankrott der Berliner Republik Deutschland ihre Domizil auf Barbados beziehen können. Sowas kostet halt.

 

 

 

 

 

1. Mai – Tag der Arbeitslosenverachtung

Tag der Arbeit - das wird heute wieder einmal gefeiert. Dabei ist Arbeit ein aussterbendes Wort. Was heutzutage alles als "Arbeit" bezeichnet wird ist in den meisten Fällen nur noch Beschäftigung. Lehrer zum Beispiel - den Job haben früher kriegsversehrte Soldaten gemacht. Gut, das war pädagogisch nicht so ansprechend und erzog Kinder nicht gerade zu Vorzeigebürgern ... aber wenn ich mich heute zu umschaue, sind die Resultate kostenintensiver Hochleistungspädagogik auch nicht besser. Oder Ärzte - früher zogen die als Wanderfriseure durch die Gegend, die nebenbei auch mal ein gebrochenes Bein schienen konnten. Heute sind sie - im niedergelassenen Bereich - Millionäre auf Kosten der Beitragszahler, während die richtig Kranken im Krankenhaus nur noch Mangelbetreuung erfahren und froh sein können, wenn ein Medizinstudent mal Zeit für sie hat.

Tag der Arbeit – das wird heute wieder einmal gefeiert. Dabei ist Arbeit ein aussterbendes Wort. Was heutzutage alles als „Arbeit“ bezeichnet wird ist in den meisten Fällen nur noch Beschäftigung. Lehrer zum Beispiel – den Job haben früher kriegsversehrte Soldaten gemacht. Gut, das war pädagogisch nicht so ansprechend und erzog Kinder nicht gerade zu Vorzeigebürgern … aber wenn ich mich heute zu umschaue, sind die Resultate kostenintensiver Hochleistungspädagogik auch nicht besser. Oder Ärzte – früher zogen die als Wanderfriseure durch die Gegend, die nebenbei auch mal ein gebrochenes Bein schienen konnten. Heute sind sie – im niedergelassenen Bereich – Millionäre auf Kosten der Beitragszahler, während die richtig Kranken im Krankenhaus nur noch Mangelbetreuung erfahren und froh sein können, wenn ein Medizinstudent mal Zeit für sie hat.

Oder das ganze Heer der Bürobrüller … all das ist doch keine Arbeit. Die haben es den ganzen Tag warm und trocken und wenn nichts schiefgeht gehen sie kerngesund in Rente, die sie dann bis ins hohe Alter genießen können, während der Bauarbeiter schon längst verblichen ist.

Arbeit machen heute die Maschinen. Ein uralter Menschheitstraum ist wahr geworden. Über viele Jahrhunderte haben wir an diesem Zustand gearbeitet, haben unsere Wälder gefällt, unsere Landschaften umgestaltet, unsere ganze Selbstversorgerlebensweise geopfert, um diesen Traum für unsere Kinder gestalten zu können.

Jetzt, heute, am 1.Mai 2011 ist der Traum wahr geworden. Maschinen produzieren mehr Nahrungsmittel, Kleidung, Autos, Häuser und Luxusgüter aller Art als wir jemals konsumieren könnten. Wir liegen den ganzen Tag auf der faulen Haut, lassen den lieben Gott einen guten Mann sein und genießen das Leben während unsere Maschinen dafür sorgen, das auch andere Länder in den Genuss dieses Warenparadieses kommen, damit die Welt eine friedliche Welt wird, in der Krieg, Hunger und Krankheit für immer ausgerottet sind.

Nein, das tun wir selbstverständlich nicht.

Der Traum ist zu einem Alptraum geworden.

Warum es so ist … darüber gibt es viele Theorien. Manche davon – wie die Marxistische – sind sehr umfangreich und detailliert, halfen jedoch auch nicht, das Problem zu lösen.  Andere wie die christliche sind soweit degeneriert, das sie kaum noch wieder zu erkennen sind, dabei enthalten sie Theorien, die die seltsame Entwicklungen der politischen Wirklichkeit erklären könnten.  Der 1. Mai war auch in ausserchristlichen europäischen Kulturen der Tag, an dem man mit dem Maifeuer die bösen Geister verjagte. Ich weiß: so denken wir nicht mehr. Urchristen haben noch so gedacht, aber spätere Denker haben die Dämonen aus dem Denken verbannt.

Der Klassiker: Verdrängung … könnte man böse und ketzerisch sagen. Aber die Feuer machen wir trotzdem noch an.

Oder man hält es mit Schopenhauer und wird fatalistisch: alle Versuche, das Leid zu eleminieren führen nur dazu, das es seine Gestalt ändert. Damit käme man den neoliberalen Geistern dieses Landes sehr entgegen, die den Rest der Sozialleistungen ebenfalls streichen wollen: hilft ja alles nichts, das Elend bleibt ja doch.

Das ist auch das, was die Menschen erleben … jene, die unten die ständig wachsende Basis der gesellschaftlichen Pyramide bilden. Anstatt im Paradies finden sie sich in einer menschengemachten Hölle wieder. Hölle? Übertrieben, weil die nicht auch noch angezündet werden? Die Bedeutung von  Freiheit und Menschenwürde waren vor zweihundert Jahren noch bekannt … „Lieber tot als versklavt“ ist ein alter Wahlspruch aus meiner Familie.  Da wir den Tod zusammen mit den Dämonen verdrängt haben haben wir zur Sklaverei heutzutage überhaupt keine Alternative mehr, können Unfreiheit und menschenunwürdiges Dasein nur noch passiv erdulden … und das in einer winzigen Zelle in einer preisgünstigen Betonburg, umgeben von Verachtung, Lärm und hässlicher Verstädterung.

Für mich persönlich wäre das Hölle genug – die Lärmhölle galt mal neben der Feuerhölle als eigene Höllenform … aber auch das haben wir erfolgreich verdrängt.

Die Hölle wird per Gesetz verordnet … und die Täter wussten auch genau, was sie taten, siehe Spiegel:

Bisher fiel BA-Vorstand Heinrich Alt eher durch Forderungen an Hartz-IV-Empfänger auf. Doch nun gibt er offen zu, dass sie mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Den Hartz-IV-Regelsatz hält er für zu niedrig. Auf Dauer könnten nur Lebenskünstler von den 364 Euro leben, sagte Heinrich Alt, einer der drei Vorstände der Bundesagentur für Arbeit, dem „Tagesspiegel“. Der Betrag sei nur zur Überbrückung vertretbar – auf lange Sicht sei er menschenunwürdig.

Das ist eine putzige Einstellung … „auf lange Sicht menschenunwürdig“. Ist doch für Langzeitarbeitslose gedacht gewesen, oder? Also wusste man doch, war geschieht, wenn man willkürlich ein paar Millionen Menschen im eigenen Land künstlich von den Überflußströmen der Maschinenwaren abkapselt. Und das es ist doch auch, was besonders weht tut: die Verachtung, die Erniedrigung, die Entwürdigung von Millionen ehedem als Steuerzahlern und Wählern hoch geschätzten Mitbürgern. Das ist eine Form von Folter … weshalb man Hartz IV als die Hölle bezeichnen kann. Nur böse Geister können sich so etwas ausdenken. Einfach nur Armut wäre zu ertragen, Mönche und andere Asketen finden so jeden Tag ihr Glück – aber die unverdiente öffentliche Erniedrigung eröffnet eine ganz neue, zusätzliche Dimension des Leids, die absichtlich zugefügt wird – von der Regierung.  Von jenen Menschen, die wir eigentlich dafür bezahlen, das sie uns vor solchen Verbrechen schützen. Rational kriege ich das nicht mehr auf die Reihe, dazu müsste mein Kopf zu viele Verdrehungen als normal akzeptieren.

Das aus diesen Kreisen so ein verabscheuungswürdiger Verrat begangen wurde, der inzwischen sogar Vorstände der BA zur Vernunft ruft, wird mitlerweile sogar von den Gewerkschaften anerkannt, siehe DGB-Chef Sommer in der Welt:

„Wissen Sie, was diese sogenannte Hartz-IV-Reform in unserer Gesellschaft wirklich erreicht hat? Dass der Wert und die Würde von Arbeit mit Füßen getreten werden kann“, poltert er.

Arbeit ist ja auch wertlos geworden. Maschinen haben da einen großen Anteil daran. Wir könnten alle reich sein, fern von Hunger, Krieg und Krankheit leben … wenn es nicht Menschen gäbe (Menschen dämonischen Geistes, könnte man sagen, Klone von Hitler, Goebbels, Heydrich, Himmler, Mengele) die bewusst und absichtlich Leid über ihre Mitmenschen bringen wollen. In normalen sozialen Strukturen würde man solche Psychopathen zum Teufel jagen, weil sie den Zusammenhalt der Gemeinschaft gefährden. Wir haben aber keine normalen Strukturen. Die Bürobrüller bekommen riesige Bonuszahlungen für die Vernichtung von Arbeit und Arbeitslosen, wer Erniedrigung und Entwürdigung in der Welt verbreitet, darf sich zum Herren über Leben und Tod aufspielen.

Kam diese Entwicklung zufällig?

Natürlich nicht. Es steckte Plan und Absicht dahinter. Kann jeder öffentlich lesen … das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun, siehe Wikipedia:

Verstärkt seit dem Ende der 1990er-Jahre entstand in Deutschland eine große Zahl von Initiativen, die sich für als notwendig angesehene marktwirtschaftliche Reformen, für internationale Wettbewerbsfähigkeit und gegen von ihnen so bezeichneten „Reformstau“ einsetzen. Viele dieser Gruppen verstehen sich selbst als Basisbewegungen, Kritiker sehen in ihnen Lobby-Organisationen der Wirtschaft, die sich als Bürgerbewegung tarnen, und verweisen als Beleg auf ihre Finanzierung. Sie nutzen beispielsweise große Anzeigen in Tageszeitungen, auch den Rundfunk, um für ihre (politischen) Ziele zu werben und so in ihrem Sinn Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen.

Ganz gezielt und bewußt wurde finanzieller Reichtum dazu benutzt, die politische Meinung in Deutschland zu manipulieren. Mit Erfolg. Selbst heute noch füttert man die Bürger mit Lügengeschichten, um zu verhindern, das sie die politischen Wirklichkeiten wahrnehmen, siehe Goldreporter:

Nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Dies gilt einmal mehr für die Berichterstattung der Mainstream-Presse über die Erfolge der Arbeitslosenvermittlung in Deutschland. So war Anfang April in der Bild-Zeitung über 1 Million Hartz-IV-Empfänger zu lesen, die von der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2010 angeblich in Jobs untergebracht wurden. Das Magazin Report Mainz deckte den Medienschwindel auf, an dem die Agentur selbst offensichtlich nicht ganz schuldlos war.

Aktuell gehen die Lügenkampagnen weiter: die OECD halbiert einfach mal grundlos die Kinderarmut in Deutschland, siehe gegen Hartz:

Die „Sensation“: Innerhalb von drei Jahren konnte die Kinderarmutsrate in der Bundesrepublik von 16,3 Prozent auf 8,3 Prozent nahezu halbiert werden. (eine Art „Traum von Hartz“) Und das bei einem leichten Anstieg der mittleren OECD-Kinderarmutsrate von 12,4 Prozent auf 12,7 Prozent.

Da haben viele schlaue Mathematiker so krumm gerechnet, das alle Kinder in Deutschland auf einmal Millionäre sind. Jedenfalls: fast. Wo keine Armut ist, braucht man sich halt auch keine Kritik an der Verteilung des Reichtums anzuhören. Die Menschen sind entweder reich oder …. böse. So einfach ist die Welt der Lobbyisten, die die Wirren der Zeit der Wiedervereinigung zur Vernichtung der Bonner Republik genutzt haben.

Das Ziel der Bewegung ist mir nicht ganz klar – weil ich nicht an Dämonen glaube. Wäre ich einer jener „Altgläubigen“, die gestern freudig über Maifeuer gesprungen sind, dann hätte ich es leichter, dann wüßte ich von Menschen, die den Einflüsterungen der bösen Geister erlegen sind und Tod und Verderben unter ihre Mitmenschen säen wollen….erst ganz sacht und leise, dann immer mehr bis der Tag der Endlösung, der endgültigen Vernichtung aller arbeitslosen Schmarotzer und Parasiten gekommen ist und die Gaskammern wieder gefüllt werden.

Konkret betrachtet … sind wir allerdings fast alle arbeitslos. Die harte körperliche Arbeit nehmen uns die Maschinen ab – sogar im Strassenbau und der Landwirtschaft. Nur kriegen manche Arbeitslose Millionenboni, während andere sich von Essensresten der Tafeln ernähren müssen.

Darum sollten wir keinen Tag der Arbeit mehr feiern.

Wir sollten den Tag der Arbeitslosenverachtung feiern.

Jenen Tag, an dem wir uns dagegen wehren, das Arbeitslose in Parlamenten, Firmenverwaltungen und Redaktionsbüros über Arbeitslose in Privatwohnungen hemmungslose herziehen dürfen. Das die einen als „gut“ gelten, weil sie per Gesetz und Vertrag mit viel Geld ausgestattet werden, während die anderen als „schlecht“ gelten, weil Gesetz und Vertrag ihnen weniger Geld zusprechen ist ein Zustand, der mit Arbeit und Leistung wenig aber mit willkürlicher Verteilung und krimineller Energie viel zu tun hat.

Darum kann ein Thilo Sarrazin ein Buch schreiben, weil seine „Arbeit“ als Bundesbankvorstand schon am Dienstag beendet war. Da bleibt dann genug Zeit für Ausländerfeindlichkeit und Arbeitslosenschelte.

 

 

 

1. Mai: Tag des Grundeinkommens

1. Mai: Tag des Grundeinkommens

Arbeit ist auch nicht mehr, was sie mal war. Dasselbe gilt für den Tag der Arbeit. Es haftet ihm etwas Gestriges an, etwas Antiquiertes. Und die alljährlich ritualisierten 1. Mai-Kundgebungen sind in der Regel eher Folklore denn wahrhaftige Kampftage der ArbeiterInnenbewegung. Warum also nicht stattdessen am 1. Mai den Tag des Grundeinkommens ausrufen? – Ein Pamphlet.

Die Tradition, den 1. Mai als Tag der Arbeit zu feiern, geht auf die turbulenten Ereignisse auf dem Haymarket in Chicago zurück. Dort hielt August Spies, Chefredakteur und Herausgeber der Chicagoer Arbeiter-Zeitung, am Abend des 1. Mai 1886 auf einer Arbeiterversammlung eine programmatische Rede. Es kam daraufhin in Chicago zu mehrtägigen Streiks und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, die bald so weit eskalierten, dass es zu Toten auf beiden Seiten kam. Zwar wurden acht Organisatoren der Kundgebungen zum Tode verurteilt und fünf von ihnen, darunter auch August Spies, tatsächlich auch hingerichtet. Trotzdem – oder gerade deswegen – gelten die Haymarket-Vorkommnisse als Geburtsstunde des breiten Klassenbewusstseins der ArbeiterInnen.

Zeitgenössischer Schnitt der Tumulte auf dem Haymarket – die Geburtsstunde des Klassebewusstseins der Arbeiter (Bild: gemeinfrei).

Sozialdarwinismus statt Klassenkampf
Doch das ist Geschichte. Die ArbeiterInnenbewegung gibt es nicht mehr – weil es die ArbeiterInnen nicht mehr gibt. Nicht dass zwischen den Sozialpartnern heute die absolute Gerechtigkeit ausgebrochen wäre. Im Gegenteil. Doch die Ungerechtigkeit lässt sich nicht mehr am Begriff Arbeiter festmachen. Oder kennen Sie persönlich noch einen der seltenen Spezies der (Industrie-)Arbeiter, wie sie früher ganze Regionen bevölkerten und wie man sie damals, so stelle ich mir vor, von weitem als solche erkannte, an ihrer Kleidung, ihrem Gang, ihrem Gebaren.

Auch die Aufteilung in Klassen funktioniert nicht mehr so richtig, jedenfalls nicht entlang der herkömmlichen Klassengrenzen. Oder fühlen Sie sich eindeutig einer bestimmten Klasse zugehörig? Wenn ja, welcher? Womöglich ist heute jeder Mensch eine Klasse für sich. Und der Klassenkampf ist zu einem Kampf jeder gegen jeden mutiert: Sozialdarwinismus statt Klassenkampf. Das würde auch erklären, weshalb heute die Solidarität einen so schweren Stand hat. Die soziale Frage findet jedenfalls im Klassenkampf keine gültige Antwort mehr.

Ironische Darstellung der Klassengesellschaft aus dem Jahr 1911 (Bild: gemeinfrei).

Folklore statt Kampftag
Vieles ist in der Gegenwart uneindeutiger, zersplitterter. Man spricht nicht mehr von Arbeitern, sondern von Angestellten. Und wer ist heute noch in einer Gewerkschaft? Auch Industrie gibt es bei uns kaum mehr. Wir sind eine Dienstleistungsgesellschaft. Und wenn Dienstleister auf die Strasse gehen, dann gibt es allenfalls eine Art folkloristischer Umzug, bunt zwar, aber bestimmt keinen Kampftag – zumindest bis auf weiteres. Nicht nur die Industrie wurde ausgelagert, auch die allerhimmelschreiendste Ungerechtigkeit zog mit ihr fort – zumindest bis auf weiteres …

Weil mit dem Klassenkampf kein Staat mehr zu machen ist, bin ich für die Abschaffung der Nostalgieveranstaltung „Tag der Arbeit“. Vielmehr wünschte ich mir neue, zukunftgerichtete Konzepte, die von der Gegenwart ausgehen, nicht von der Vergangenheit. Und da kommt das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel, gerade in Bezug auf die Arbeit. Denn das bedingungslose Grundeinkommen hebelt den fatalen Mechanismus aus, der Lohnarbeit letztlich zu einer Art Sklavenarbeit macht. Es schenkt dem Menschen einen Freiraum, indem seine Existenz wirtschaftlich gesichert ist. Das befreit ihn unmittelbar aus der Sklaverei der Lohnarbeit und geht weit darüber hinaus, was sich die Gewerkschaften unter Verbesserungen der Arbeitsbedingungen vorstellen. (Siehe dazu auch: Ketzerische Fragen zum Begriff der Arbeit.) Vielleicht zählen die Gewerkschaften deshalb zu den erbittertsten Gegnern eines bedingungslosen Grundeinkommens …

Tag des Grundeinkommens statt Tag der Arbeit
Denn das Konzept der (Lohn-)Arbeit selbst ist am Wanken. Seit Jahrhunderten wirkt der Mensch auf ihre Abschaffung hin. Wo immer möglich sollen Maschinen sie ersetzen. Doch was man sich einst als Segen vorstellte – die Befreiung von schwerer, mühsamer, stupider Arbeit –, ist heute zum Fluch geworden. Die Menschen werden einmal mehr über ihre Existenznot zu sklavenähnlicher Arbeit gezwungen. Sicher: Der Kampf um Mindestlöhne und besseren Kündigungsschutz – zum Beispiel – kann hier die grösste Not lindern. Doch der Einsatz für ein bedingungsloses Grundeinkommen schafft ganz neue Voraussetzungen und lässt die Not – zumindest die wirtschaftliche – geradezu ins Leere laufen.

Deshalb sollten wir am 1. Mai den Tag des Grundeinkommens begehen.

Walter Bs Textereien
http://walbei.wordpress.com/

Der kommende Aufstand – Gedanken zu Deutschland 2011

Vor zwei Jahren habe ich angefangen, Gedanken im Internet zu veröffentlichen. Zuvor hatte ich den politischen Bereich des Lebens zum Wohle meines Seelenheils ausgeblendet. Mir war nach einem ruhigen, beschaulichen Leben, das der Liebe zur Weisheit gewidmet war – und nicht er Erlangung von Ruhm, Ehre oder Macht, die jeder für sich und alle zusammen erst recht der menschlichen Seele nicht gut tun … nach meiner Erfahrung. Ich war nun nicht immer so weltabgewandt. Zuvor habe ich das Gesundheitsbudget im Auftrag der Pharmaindustrie vergrößert – da landen Philosophen heutzutage, wenn sie essen wollen. Ich habe in den teuersten Hotels in Deutschland gewohnt, teuerste Fernreisen mitgemacht und in kleiner Runde schwerreiche Menschen persönlich kennengelernt, Menschen, für die Ackermann ein kleiner Knilch ist. Man kann nicht sagen, das ich mich dort mit Ruhm bekleckert habe, aber ich habe Impressionen von „oben“ bekommen, Einblicke in Funktionen von US-Konzernen (die ich auch vor Ort besuchen konnte) und in die Mentalität von „Funktionseliten“.  Das war mir persönlich wichtig, um ein umfassendes Bild vom Menschen und der Welt entwerfen zu können.

Nun sind zwei Jahre ins Land gegangen, wo ich aufgrund ständig politischer werdender Artikel gezwungen war, einen konkreteren Blick in die Welt zu werfen, einen Blick, der zunehmend Beunruhigendes an den Tag bringt. Meine Überzeugung, das sich die Welt schon automatisch in Richtung Vernunft entwickeln wird und letztendlich in eine Welt des „ewigen Friedens“ verwandelt, schrumpft täglich und die bewußte, absichtliche Erzeugung von Leid und Qual per Gesetz durch gewählte Volksvertreter befremdet mich mehr als ich in Worte fassen kann. Vor kurzem zitierte ich eine Religionswissenschaftlerin, die in einem Nebenaspekt ihrer Untersuchung über „Satanismus in Deutschland“ zu der Erkenntnis kam, das Satanismus nicht mehr so schlimm sei, weil die Werte satanischer Sekten mitlerweile auf breite Bevölkerungsschichten übergehen. Ich war verwundert über die Banalität der Erkenntnis, die eigentlich alle Alarmglocken zum Klingen bringen sollten, denn: im Kern ist der Mythos „Satan“ der Mythos von einem absoluten Menschenfeind. Werden seine Werte gesellschaftlicher Standard, dann bekommen wir … die Hölle auf Erden in einer Form, das ein Konzentrationslager ein Urlaubsort dagegen wäre.

Jeder Mensch, der nur ansatzweise Kenntnis von der Bedeutung und Wirkung ethischer und moralischer Normen auf die Entwicklung gesellschaftlicher Prozesse hat, müsste Zeter und Mordio schreien angesichts dieser Entwicklung – und es ist kein Wunder, das mehr und mehr Menschen über Aufstände nachdenken, Aufstände wie jene, die gerade Nordafrika umgestalten.

Ich denke auch: wenn die breite Masse der Bevölkerung (die sowieso schon angenervt ist – inklusive weiter Teile der „Funktionselite“, die nur noch deshalb funktionieren, weil sie sich auf Kosten anderer bequem die Taschen füllen können, um sich dann auf ihrer Segelyacht unbeobachtet schöne drogenumnebelte Träume von einer fernen, besseren Welt erlauben zu dürfen) wissen würde, wohin die Reise geht, dann wäre die Reise schnell zuende. Weder Christen noch Atheisten, weder Arme noch Reiche, weder kluge noch dumme, weder Faschisten noch Kommunisten, weder Demokraten noch Monarchisten wollen so eine Welt wie die, auf die wir zusteuern – und ganz normale Wähler wie ich wollen das sowieso nicht.

Nun kommt immer häufiger der Wunsch nach Aufruhr, nach Aufstand und wird auch in unseren Kommentaren öfter geäußert – manchmal so heftig und brutal, das wir es nicht veröffentlichen. Ich bin kein Freund von Aufruhr und Aufstand – so etwas stört die Kontemplation und die Besinnlichkeit und bringt die Mahlzeiten durcheinander. Aber als Schachspieler kann ich mich der Faszination der strategischen Planung nicht entziehen und möchte deshalb den kommenden Aufrührern einige Gedanken mit auf dem Weg geben.

Wer immer einen Aufruhr plant, braucht eine Analyse der Versorgungssituation, sonst verhungern seine Aufrührer auf dem Marktplatz. Unsere angeblich ach-so-freie Gesellschaft ist gekennzeichnet durch eine große (staatliche geförderte) Zersplitterung und Vereinzelung (weshalb auch getrennte Hartz IV-abhängige pro Monat 120 Euro mehr bekommen als normale „Hartz-Mütter“, hier hat der Gesetzgeber eine gezielte „Trennungsprämie“ vorgesehen, wie gestern erwähnt ist die gesamte Familienpolitik seit 2000 ähnlich ausgerichtet) sowie durch eine absolute Abhängigkeit der Gesamtbevölkerung von externen Dienstleistern, die Wasser, Nahrung und Energie in Händen halten. Selten waren Menschen so einsam wie heutzutage, so abhängig und hilflos. Sicherheitshalber (man weiß ja: „even the worsest case“ ist das erfolgreichste Managementprinzip, das der Bankenwelt durch umsichtige und fehlerfreie Planung Riesengewinne auf Staatskosten beschert hat) sollte man davon ausgehen, das diese Entwicklung seit dem Ende der 90´er Jahre gezielt gestartet wurde – vielleicht fürchtet man sich bei der Planung dann zwar vor einem blossen Verschwörungsgespenst, aber man erspart sich auf jeden Fall ein „böses Erwachen“.

Widerstand und Aufruhr lassen sich nur schlecht mit Formen der Legalität vereinbaren. Irgendwo wird es schon ein Gesetz geben, gegen das man versehentlich verstößt – und im Handumdrehen sind neue geschaffen, die die bisherigen erlaubten Lücken von Rebellion schließen. Was der Rebell aber braucht, ist Legitimität, nicht Legalität. Es ist entscheidend wichtig, das er „besser“ ist, das er Visionen von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in sich trägt und sein Leben nach dem Prinzip der Nächstenliebe ausrichtet, was umso wichtiger ist, als die Gesellschaft momentan einen ganz gegensätzlichen Kurs ansteuert. Wem sich nun unbewusst Bilder eines elitären „Seelenadels“ vor Augen entfalten, der liegt richtig – was die Effizienz der Bewegung und ihre Nachhaltigkeit angeht. Im Prinzip wird man im Laufe der Entwicklung nicht um eine Konsequenz herumkommen, der sich auch demokratische Indianerstämme beugen mußten: der Kriegshäuptling muß her (und zwar viele davon). Allerdings sollte man dieses Bild eher mit einem Gandhi als mit einem Che Guevarra auskleiden.

Die Werte sind bequemerweise schon da: die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte hat ihr eine politische Form gegeben. Der Alltag scheint jedoch zu zeigen, das die Formulierung allein nicht reicht – einfach mal die Hartz-abhängigen fragen, wieviel Menschenrecht bei ihnen aktuell gerade ankommt, nach neuesten Meldungen müssen die sich jetzt auch als Tagelöhner verdingen, weil man sie sonst per Gesetz dem Hunger ausliefert … Prinzipien, bei denen es einem eiskalt den Rücken herunter laufen sollte, weil der Geruch der „Vernichtung unwerten Lebens“ wieder im Raum steht.

Im erweiterten Gegenzug würde ich empfehlen, der satanischen Gesellschaft ein größeres, positives Gesamtbild entgegen zu stellen, ein Gesamtbild, das aber völlig unabhängig sein sollte von klerikaler oder weltanschaulicher Kleinkariertheit und sich nicht darum kümmert, welcher Gott „den Größten“ hat (aber gleichzeitig offen ist für die Akzeptanz der einzelnen „Gottesbilder“), sondern gezielt die Arbeitshypothese formuliert, das es ein höchstes gutes Gefühl gibt, das wir empfinden können („können“,  nicht „müssen“) einen höchsten Gedanken gibt, den wir denken können („Gott“ ist dafür als Begriff schon viel zu klein) und das dieser höchste Gedanke moralische Forderungen stellt, die (wieder mal „even the worsest case“) nach unserem Ableben honoriert oder … sanktioniert werden. Dies ist der natürliche (und im Sinne der praktischen Vernunft) vernünftigste Gegenpol einer wertmäßig  ins „satanische“ abdriftetenden Gesellschaft.

Die Diskussion, ob es „Gott“ nun wirklich „gibt“ oder nicht, kann man sich völlig ersparen, schon die Begrifflichkeit in dieser Fragestellung ist eine Katastrophe. Letztlich brauchen wir nur eine Arbeitshypothese, die der aktuellen entgegenläuft, in der Investmenbanker sich für die „Herrscher des Universums“ halten … was auch eine Form von Religion ist, der man folgt, wenn man ihr nicht bewusst etwas entgegenhält und ihr sich nicht bewusst verweigert.  Neben der Aufklärung über das Bedrohungspotential der aktuellen politischen Entwicklung brauchte eine demokratische Erneuerungsbewegung auch einen minimalen Grundkonsens, der es erlaubt, das Verbindende in allen Menschen zu sehen und sich nicht – wie aktuell – darin zu vertiefen, was jetzt gerade bei dem anderen nicht hundert Prozent der eigenen Meinung entspricht.

Von Hitler über Pol Pot bis Stalin und Bush schätzten alle Übelmenschen ein gutes Essen, eine warmes Nachtlager, menschliche Geselligkeit und … zumindest den Namen nach … sogar ein Streben nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – nur die Definition der Begriffe sowie die Methoden, die zum Einsatz kamen, waren recht kontraproduktiv.

Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind allgemeinverbindliche Werte, Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit sind normale humane Standardwerte, ohne die wir die Konfrontation mit Höhlenbären und Säbelzahntiger sowie die Unwetter der Eiszeit nicht überlebt hätten.

Das hat nun Konsequenzen bezüglich der Methoden, die bei einem Aufstand zur Wahrung der Legitimität zu berücksichtigen sind. Wer gleich morgen losrennen möchte um Barrikaden zu errichten und Banker, Politiker oder Unternehmensberater zu erschiessen, lebt im falschen Jahrtausend – oder der falschen Weltgegend. Das weiß auch die Nato, die deshalb den Begriff  „flexibel response“ entwickelt hat. Da man aber nun nicht die Potentiale der Natoarsenale hat (noch aus ethischen Gründen darauf zurückgreifen dürfte) , muss man andere Wege suchen – die schon längst entwickelt worden sind. Es gibt Strategien des gewaltlosen Widerstandes (die aber auf Seiten der Widerständler zu den gleichen Todesfällen führen können für „normale“ Kriege), die sehr überzeugend sind und im Prinzip die Armeen des Warschauer Paktes gewaltlos aus Europa vertreiben sollten – eine ungleich schwerere Herausforderung als die Änderung  gesellschaftlicher Leitprinzipien.

„Flexibel response“ bedeutet im Prinzip, das man den Grad der Heftigkeit der Auseinandersetzung vom Gegner bestimmen läßt – und sich in einer Situation weiß, in der man sich der materiellen Überlegenheit des Gegenübers bewusst ist. Für gewaltfreie Widerständler bedeutet dies, das man dem Feind die Beute möglichst „ungeniessbar“ werden läßt – bei möglichst geringem Verlust an Menschen oder Material. Im Extremfall (das wäre dann die zivile „Atombombe“) – auf Deutschland heruntergebrochen – würde das die komplette Blockierung von Schienen, Autobahnen und Landstraßen bedeuten, solange, bis hier keine Rendite mehr eingefahren werden kann, die Blockierung von Seehäfen und Flughäfen, Golfplätzen und anderen Orten, an denen man als Wirtschaftsräuber seine Beute genießen kann.

Das könnte funktionieren – selbst in einem der Kernländer der „satanischen Revolution“, die gerade die bürgerliche Welt zu vernichten trachtet um nach der Weltherrschaft zu greifen. Hierzu bedarf es zu allererst der Aufklärung, der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache, der Besinnung auf gemeinsame (bürgerliche) Werte – genauso wie vor 1789. Das der Schuh drückt,  merken alle – von ganz oben bis ganz unten – nur wo genau der Stein sitzt, ist diesmal etwas schwieriger zu definieren als damals.

Aber wir wollen ja auch einen Aufstand des Miteinanders, nicht neue Variationen des Gegeneinanders, weshalb man auf die Definition von Feindbildern weitläufig verzichten kann.

Wer Aufstand will, sollte allerdings wissen, das er bereit sein muß, sein eigenes Leben für das Ziel zu geben – alles andere  ist Humbug. Je mehr Planung, Absicht und Bewußtheit hinter der Errichtung einer „satanischen Weltordnung“ steht (die sich aber auch genauso gut einfach aus Dummheit entwickeln kann), umso mehr Menschen werden sterben bei dem Versuch, sie aufzuhalten.

Andererseits … war es in unserer christlich-abendländischen Gesellschaftsordnung noch nie so leicht, große Gedanken real bei der Arbeit zu beobachten – und gerade wir Deutschen haben wir durch das Dritte Reich eine besondere Chance erhalten: wir durften live eine Gesellschaft erleben, in der „satanische“ Werte einen ersten Versuch auf Alltagstauglichkeit  starteten.

Das Ergebnis ist bekannt – und sollte normale Wähler nicht zur Nachahmung reizen.

So gesehen kann – wer will – die momentane historische Herausforderung mit größten Gedanken füllen: auf der Ebene der ethischen Leitprinzipien bewegen wir uns auf das Armageddon zu, auf die Apokalypse, auf den großen Kampf zwischen den fiesesten, übelsten Gedanken, die wir denken können („ich fresse den Rest der Menschheit auf um den größten Bauch der Weltgeschichte zu bekommen„) und den höchsten Gedanken, die wir leben können (die selbstlose Aufopferung für seine Mitmenschen), es ist eine Auseinandersetzung mit einer letzten, großen historischen Dimension, die letztlich über das Überleben der ganzen Menschheit entscheiden wird, wer will, mag hier die große Auseinandersetzung zwischen „gut“ und „böse“ sehen, eine Auseinandersetzung, die geeignet ist, die edelsten Züge der Menschheit hervorzurufen … oder ihre niedersten.

Wer nun als Normalbürger noch Motivation braucht, um Stellung zu beziehen, dem sei mal ein Besuch in einem Pflegeheim mit renditefreundlichen Personalschlüssel empfohlen. Eine Gesellschaft mit „satanischen“ Leitprinzipien hat keinen Platz für Alte, Kranke, Schwache … ja noch nicht mal für Kinder. Sie hat letztendlich … überhaupt keinen Platz für Menschen.

Insofern ist es nun die Aufforderung an die normalen Wähler, sich zu entscheiden: für die Prinzipien des Hasses oder die Prinzipien der Liebe, für den Gott der Vernichtung oder für den der Schöpfung, für den Geist des Gegeneinanders oder den Geist des Miteinanders, für asozial oder sozial, für inhuman oder human, für Sozialdarwinismus oder Menschenrechte.

Ich kann diese Entscheidung auch mit anderen Bildern ausmalen – und bleibe im christlichen Abendland bei christlichen Bildern (in Japan würde ich sie ganz anders malen), die ich Wikipedia entleihe:

Das Neue Jerusalem (auch „himmlisches Jerusalem“ genannt) entspringt einer Vision aus dem neutestamentlichen Buch der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, wonach am Ende der Apokalypse eine neue Stadt, ein neues Jerusalem entstehen wird. Dies geschieht, nachdem der alte Himmel und die alte Erde vergangen sind.

So beschreibt Offb 21,1–2 EU, dass bei der Apokalypse, dem letzten Gericht und dem Endkampf zwischen Gott und dem Teufel, letzten Endes Gott als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wird. Daraufhin werden die Erde und der Himmel erneuert und eine Stadt wird aus dem Himmel herabfahren: das neue Jerusalem.

Noch besser als ein blosses „gegen“ wäre mir eine Entwicklung „für“ etwas. Und wir selbst, wir ganz normalen Menschen, könnten problemlos ein himmlisches Jerusalem bauen, die Errichtung einer Stadt mit einer Ausdehnung von 2200 Kilometern wäre uns auch ohne göttliche Hilfe technisch möglich … und in einem blühenden Garten umgeben von seinen Lieben zu sterben scheint mir ein erstrebenswerteres Ziel zu sein als im Pflegeheim bei lebendigem Leibe zu verrotten.

Und in sofern – ist es die Entscheidung zwischen der Errichtung der Hölle auf Erden ganz nach Dantes Prinzipien, einem Ort, wo dem Hungernden die köstlichsten Speisen vor Augen geführt werden, die er aber nie erhalten wird (in etwa vergleichbar mit dem Besuch eines Hartz-abhängigen Kindes in einem Supermarkt, wo angesichts verlockendster Waren das beständige „NEIN“ des Elternhauses eine unüberwindbare Grenze setzt und tagtägliche Qual schafft) und der Schaffung eines neuen Paradieses, in dem die Menschheit wieder zu alten Prinzipien des Miteinanders zwecks Steigerung der Lebensqualität zurückkehrt.

Es ist im Prinzip – nur unsere Wahl, die den Verlauf der Geschichte entscheidet. Und eigentlich … ist die Wahl alternativlos. Die Hölle hat letztendlich keinen Platz für Menschen, im Sinne der Renditemaximierung sind wir Kosten auf zwei Beinen, die es gegen Null zu fahren gilt. Was das praktisch heißt, haben wir in Deutschland schon mal erlebt.

Persönlich ist es die Entscheidung, auf welches Leben man kurz vor seinem Tode zurückblicken möchte: das von Adolf Eichmann oder das von Albert Schweitzer.

Und … um noch mal ein Wort an die Eichmänner unter uns zu verlieren: man sollte schon ganz ganz sicher sein, das die weltweit in allen Religionskreisen und unterschiedlichesten Kulturen vorhandenen Vorstellungen von der Existenz von Bewußtheit nach dem Tode völliger Nonsens ist, denn … den Eichmännern unter uns soll es dort (völlig jenseits christlicher Auferstehungshoffnungen) ziemlich übel ergehen. Sollte man sich irren mit seinem materialistischen Egoismus … würde man sehr lange einen hohen Preis bezahlen. Extrem lange.

Ich persönlich glaube, das Mythen wie „Der Herr der Ringe“ gerade deshalb eine so hohe Resonanz im Gemüte der Menschen entfalten, weil sie instinktiv wissen, das es große Entscheidungen gibt, die gerade getroffen werden müssen – womöglich endgültige Entscheidungen, Entscheidungen darüber, ob der Mensch in Zukunft ein unantastbares Geschöpft „Gottes“ ist, ausgestattet mit unveräußerlichen Rechten … oder einfach nur ein Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt, ob wir als „Elben“ oder „Orks“ enden wollen.

Diese Entscheidung ist die erste, die man fällen muß. Ganz persönlich und ganz alleine.

Und dann können die weiteren Schritte folgen – die Aufklärung, die Sammlung und die Transformation.

Am Ende mag wirklich eine „goldene Stadt“ entstehen, eine Zivilisation, die in den Mythen der Menschheit als „Goldenes Zeitalter“ weiterleben wird, aber diesmal als ein „Goldenes Zeitalter“, das nicht enden wird und nur noch als Schatten durch die Märchen der Menschheit geistert.

Am Anfang wird – wie so oft – das Wort stehen müssen.

Das geht dann aber auch ganz ohne Gott.

Und mal ehrlich – ganz ehrlich – wenn man sich wirklich vor das deutsche Volk stellen und sie fragen würde, ob sie die totale satanische Gesellschaft wollen: würden sie nochmal alle laut „JA!“ brüllen wie als Antwort auf Goebbel´s Frage nach dem totalen Krieg?

Ich denke, nach den Erfahrungen, die in diesem Land vorhanden sind, ist es eigentlich ein recht ideales Land, um Träume von „einem neuen Himmel und einer neuen Erde“ zu gebären und sie in die Tat umzusetzen.

Wir hätten auch ganz schnell keine Arbeitslosen mehr, denn zu tun und zu schaffen wäre genug. Das Leben ist momentan kein Ponyhof, aber wir könnten es einfach mal umbauen: dann wäre es einer.  Das ist zwar viel Arbeit, aber dann würde ja endlich gelten, das sich Leistung wieder lohnt – und das wollen ja sogar die Neoliberalen.

Also: fangen wir an.

Entscheiden wir uns. Ich bin mir sicher, das man weltweit eine Mehrheit für das Überleben der Menschheit in Wohlstand, Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit erhalten wird.

Der Rest ist banale Organisation von alltäglichen Arbeitsabläufen.

 

 

 

 

 

 

Niedriglohnland Deutschland im Armutsaufwind – und die Rettung der Welt

Deutschland ist ja wieder wer. Hier arbeiten alle: Kranke, Behinderte, Mütter, Kinder, ja, sogar unsere Alten schuften bis zum Umfallen (was sehr schonend für die Rentenkassen ist) während die kommunistischen Chinesen mit sechzig in den Ruhestand gehen. Noch niemals haben sie so viele Menschen wie zuvor so sehr abgerackert – sagt die Zeit:

Während sich in vielen Ländern Europas Krisensymptome mehren, sorgt der Aufschwung in Deutschland weiter für Rekordzahlen. Insgesamt hatten 2010 insgesamt 40,37 Millionen Männer und Frauen einen Job – 197.000 oder 0,5 Prozent mehr als 2009, teilte das Statistische Bundesamt mit. Gleichzeitig sank die Zahl der Erwerbslosen im Jahresdurchschnitt um 297.000 Personen auf 2,93 Millionen – ein Rückgang um 9,2 Prozent.

Das ist eine Meldung, wie man sie in den Chefetagen von Politik und Wirtschaft (na, ist ja mitlerweile eigentlich dasselbe, bei dem dauernden Wechsel hin- und her) total gerne hört. Dumm ist nur, das zeitgleich der Bertelsmannkonzern – ansonsten ja nicht gerade der Anwalt des kleinen Mannes – eine Studie veröffentlicht, die die Schattenseiten der Arbeitswut laut FAZ deutlich aufzeigt:

Die Bertelsmann-Stiftung hat einen Gerechtigkeitsindex entworfen und 31 Länder an ihm gemessen. Deutschland liegt bei dem Vergleich lediglich im Mittelfeld – und hat demnach Nachholbedarf bei der Vermeidung von Armut.

Da gibt es auch interessante Details:

Die größten Defizite habe Deutschland beim Zugang zu Bildung und Arbeit sowie der Vermeidung von Armut. Es könne nicht dem Gerechtigkeitsanspruch einer der reichsten Industrienationen genügen, dass jedes neunte Kind in armen Verhältnissen aufwachse, Bildungschancen stark von sozialer Herkunft abhingen und viele Menschen, insbesondere Geringqualifizierte, dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen seien, heißt es in der Studie. Zum Vergleich: In Dänemark seien weniger als 3 Prozent der Kinder arm.

Konkret heißt das:

In Deutschland sind danach 9,3 Prozent der Menschen arm, 1995 waren es nur 7,1 Prozent.

Und wir würden noch schlechter dastehen, wenn die Ergebnisse der Studie nicht unseren schwulen Außenminister, unsere Kanzlerin und die Politiker mit Migrationshintergrund berücksichtigen würden:

In Deutschland habe die Ungleichverteilung der Einkommen in den vergangenen zwei Dekaden stark zugenommen, hohe Standards herrschten aber bei der Vermeidung von Diskriminierung.

Kurzfassung: die deutsche Wirtschaftsordnung ist eine Ungerechtigkeitsmaschine, in der aber  immer mehr Stellen besetzt werden – so viele, das wir bald weitere Billigarbeiter aus dem Ausland brauchen. Niedriglohnland im Aufschwung.

Da sollte man vielleicht nochmal auf die Statistik zurückkommen, hier die ILO:

Während die Arbeitnehmerverdienste in den Vereinigten Staaten von 2000 bis 2009 inflationsbereinigt um moderate 2,2 Prozent stiegen, fielen sie in Japan um 1,8 Prozent und gingen in Deutschland um insgesamt 4,5 Prozent zurück. Nominal stiegen die durchschnittlichen Monatsverdienste in Deutschland in diesem Zeitraum zwar um +10,2 Prozent, was jedoch unter der Steigerung der Verbraucherpreise von +15,4 Prozent im gleichen Zeitraum lag, so dass den Arbeitnehmern unter dem Strich ein Minus bleibt.  Deutlich positiver war die Entwicklung in nordeuropäischen Ländern wie Finnland (inflationsbereinigtes Wachstum: +22,0 Prozent) und Schweden (+14,4 Prozent), aber auch in der Republik Korea (+18,3 Prozent), Australien (+15,5 Prozent), Großbritannien (+14,0 Prozent), Neuseeland (+13,4 Prozent) und Singapur (+11,2 Prozent). Länder in Asien und Osteuropa wiesen teilweise noch deutlich höhere Reallohnsteigerungen auf.10Neben den moderaten Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre sind die Ausweitung des Niedriglohn-Sektors und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen11 – wie Zeitarbeit und 400-Euro-Jobs – wesentliche Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands. So liegen die Stundenverdienste atypisch Beschäftigter nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund ein Drittel unter denen von Normalarbeitnehmern.

Hinzu kommt eine geringere Wochenarbeitszeit, so dass die Monatsverdienste atypisch Beschäftigter deutlich unter denen von Normalarbeitnehmern liegen. Der höhere Anteil von atypisch Beschäftigten führt dazu, dass die durchschnittlichen Monatsverdienste aller Arbeitnehmer im Jahr 2009 mit 2.154 Euro brutto im Monat deutlich unter dem Niveau der 1990er Jahre lagen (zu Preisen von 2005; siehe Abbildung 2). Zahlen für die ersten drei Quartale des Jahres 2010 zeigen, dass sich der Trend der Vorjahre verstetigt hat und die Bruttomonatsverdienste abermals auf nunmehr 2.113 Euro gefallen sind (nicht saisonbereinigt). Die rückläufige Lohn- und Gehaltsentwicklung ist damit die Kehrseite des erfreulichen Beschäftigungssaldos Deutschlands.

Man sollte die Regierung und die Medien verpflichten, bei jeder Jubelmeldung über die sensationellen Beschäftigungszahlen in Deutschland immer hinzuzufügen, das die Arbeiter in Deutschland für ihre Arbeit immer weniger Geld kriegen, weil wir hier auf dem besten Wege sind, wieder in der nationalsozialistischen Arbeitsschlacht oder den Gratisarbeitsidealen des real existierenden Sozialismus zu versinken – beides Modelle, die Großkonzernen sehr gefallen. Volle Arbeitsleistung für halben Lohn bringt Superrenditen, da freut sich die Börse und der Sohnemann kriegt endlich den neuesten Porsche.

Und Lohnerhöhungen wegen Aufschwung …. braucht man gar nicht dran zu denken, die hat man laut Welt nämlich schon bekommen:

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, sieht nur einen „geringen Spielraum“ für Lohnerhöhungen.

Snower sagte, die Arbeitnehmer seien bereits am Wirtschaftsaufschwung beteiligt, „da die Arbeitslosigkeit gesunken und die Beschäftigungssicherheit gestiegen ist“. Eine Beteiligung in Form höherer Löhne sei nur dann angemessen, wenn sie „den längerfristigen Marktverhältnissen entspricht oder mit einer Risikoteilung verbunden ist“.

Kurzum: Arbeitnehmer sollen noch mehr als bisher für Firmenpleiten haften, wenn Manager den Laden mal wieder in den Sand gesetzt haben.

Wo sind eigentlich die Wutbürger, wenn man sie mal braucht? Für Bäume im Schloßpark zetteln sie die Revolution an, gegen Atommüll setzen sie ihr Leben aufs Spiel, aber für den Erhalt der sozialen Marktwirtschaft gegen die Etablierung des Reichsarbeitsdienst kriegt sie keiner auf die Straße. Gut zu sehen, das es noch Menschen gibt, die nicht aufhören sich über die Rettung der Welt Gedanken zu machen: zum Beispiel hier in der FAZ:

Trauen Sie endlich Ihrem Gefühl, dass um Sie herum ein großes Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilität, aber das Stück ist eine Farce: Immerfort treten dicke Männer auf und brüllen „Wachstum!“, Spekulanten spielen Länderdomino, und dauernd tänzeln Nummerngirls mit Katastrophenbildern über die Bühne. Das Publikum ist genervt und wütend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung sitzen. Aber: Wann wird das wohl kommen?

Langsam aber sicher erreicht die Erkenntnis, das auch ein Absturz die Illusion enormen Tempos erzeugen kann, weite Teile der Bevölkerung, auch wenn die Kanzlerin laut tönt: wir flogen noch nie so schnell wie heute und die Arbeitsministerin flötet: ich gehe davon aus, das wir alle gut ankommen.

Vielen Dank dem Leser AIDIL für den Hinweis auf die Tipps zu Rettung der Welt … sie sollten ebenfalls jeden Tag in jedem Nachrichtenmagazin erscheinen.

Aber vielleicht ist das deutsche Paradies wirklich ein Arbeitslager – alle haben Arbeit, aber die kostet nix. Und die Bundeswehr macht schon mal vor, wie man zukünftig Mitarbeiter motiviert – hier laut Welt:

„Eine Bohnermaschine (eine mobile Maschine mit einer großen elektrisch betriebenen Borstenscheibe) wurde in Betrieb gesetzt und dem Rekruten an den nackten Hintern gehalten, bis dass dieser rot war.“

Beim Spiel „Jukebox“ werde ein Soldat in seinen Spind eingeschlossen und darin dann umgestoßen, während er bestimmte Lieder singen müsse.

Möglicherweise …  ist der Deutsche an sich doch ein seltsames Wesen mit einem merkwürdigen Sinn für Humor.

Die „Mitte“ ist ein Arschloch und betet für den neuen Holocaust

Es gibt Artikel … die verbreiten nur noch Angst. Nein, nicht jene, in denen Merkel droht, sie würde jetzt anfangen zu regieren (obwohl das auch beunruhigen kann), sondern jene, die schon in sich den Hauch von Holocaust tragen. Einen von jenen gibt es heute bei Spiegel-Online:

Wieder einmal ist da ein Experte der sagt, was denn die Mitte so denkt. Ich finde das immer Klasse, das jemand mir sagt, wie ich zu denken habe – mir oder meinen Nachbarn. Ich dachte immer:  Mitte, die kenne ich. Wohne ja auch mittendrin. Aber die Experten machen mir klar, das die Mitte irgendwo ganz anders ist – und sie ist bösartig.

Aber während die Nachfrage nach Solidarität zugenommen habe, seien die tragenden Bedingungen solidarischer Zusammenschlüsse und Aktionen zuletzt erheblich erodiert – abgeschmolzen „wie Gletscher in den Zeiten globaler Erwärmung“, so der Politologe Herfried Münkler von der Berliner Humboldt-Universität.

So sagt da ein Experte. So hat die Mitte zu sein. Ein weiterer legt was obendrauf:

„Den Leuten gehen die Messer in den Taschen auf“, so Soziologe Heinz Bude, „wenn jemand Geld oder Ehre einsteckt, ohne etwas dafür getan zu haben.“

Scheint, als müßte man beständig mit bewaffneten Attacken rechnen. Nun – die Amokläufer der letzten Zeit kamen ja nicht gerade aus der Unterschicht … und eine Rechtsanwältin ist wohl deutliche Mitte.

Es ist nicht lange her, da waren Vorwürfe gegen „arbeitsscheues Gesindel“ wohlfeil, die dem Steuerzahler auf der Tasche lägen.

Nun, das stimmte für die Presse, aber vor Ort habe ich nie etwas davon vernommen – und durch eine weitreichende und kontaktfreudige Familie kann ich mich der „Mitte“ nicht verschließen. Hass auf Banken, Abscheu vor der SPD, Belustigung über Westerwelle – das sind erkennbare Trends. Aber Hass auf Arbeitslose? So blöd ist da keiner. Wer nicht Beamter ist, weiß, das er selbst im Alter da landen kann. Das geht schneller als einem lieb ist. Aber auch Beamte müssen nicht herzlos sein,  ebensowenig wie Ärzte.

Der letzte Experte, der Autor des Artikels selbst, legt dann noch etwas drauf, obwohl er der Mitte

Bezeichnend ist sicher auch, dass sich die soziale Mitte bildungs- und schulpolitisch keineswegs für das Modell erweiterter Chancen auch für Kinder des „sozialen Unten“ ins Zeug legt. Dabei zählen viele Mittezugehörige selbst zu Gewinnern der ersten Bildungsreform in den sechziger und siebziger Jahren. Doch gerade weil sie seinerzeit den Aufstieg von unten in die Mitte geschafft haben, gerade darum besitzen sie nun – ganz wie schon in früheren Jahrzehnten die etablierten Mittel- und Oberschichten – kein Interesse an weiteren Emanzipationsschüben von unten, da das für sie zusätzliche Konkurrenz, auch die Entwertung der eigenen, mühselig erworbenen Bildungsabschlüsse und Statusposition bedeuten würde. Soziologen bezeichnen einen solchen Vorgang als „soziale Schließung“.

Generell gilt: In der gegenwärtigen Druck- wie Konkurrenzsituation grenzen sich die verschiedenen Elternmilieus schroff voneinander ab, verhindern, dass ihre Kinder mit dem Nachwuchs der jeweils unter ihnen verorteten Schichten in Kontakt geraten. Das klassische Bildungsbürgertum achtet neuerdings mehr als in den vergangenen drei Jahrzehnten darauf, dass ihre Sprösslinge nicht mit den „Parvenüs“ aus dem Mittelstand ihre Freizeit verbringen. Und die kleinbürgerliche Mitte unterbindet entschlossen Begegnungen mit Familien aus der „Underclass“. Denn dort wittert sie kulturelle Verwahrlosung, haltlosen Konsumismus, Unheil stiftende Disziplinlosigkeiten.

Man weiß nicht, ob es die Träume und Wunschvorstellungen des Autors sind, die dort durchdringen. Meinen Erfahrungen entspricht es nicht … aber wenn er recht hat, bedeutet das das Ende der demokratischen Gesellschaft. Das muß im Anfang für den Einzelnen nicht schlimm sein. Viele haben im Dritten Reich mit konfisziertem Judenvermögen ein gutes Geschäft gemacht, viele schielen heute schon nach Israel, ob man nicht dort mit der Eliminierung des Staates ebenfalls ein gutes Geschäft machen könnte.

Ich denke, viele zwangsversteigerte Immobilien von Langzeitarbeitslosen haben heute auch schon neue glückliche Besitzer, anderen etwas wegzunehmen ist immer der sicherste Weg, es ohne Arbeit zu etwas zu bringen. Natürlich gibt es immer Kriegsgewinnler – es gibt auch immer Arschlöcher, aber eine ganze Schicht, ja sogar ein ganzes Volk als Volk von Arschlöchern zu bezeichnen … geht das nicht ein wenig zu weit?

Die zwei Drittel-Gesellschaft ist ja schon lange ein Traum der Funktionsoberkaste dieser Gesellschaft in Politik, Bildung und Wirtschaft. Einfach ein Drittel des Volkes auf Hartz IV setzen und sich von dem Rest fein die Taschen füllen lassen: der Traum eines jeden Chefredakteurs. Man klebt auf das letzte Drittel das Schild: „Faule dreckige Schweine“ und hofft, das jemand das Messer aus der Tasche holt und die Schweine endlich absticht. Dann hat man wieder eine gute Story, einen neuen Helden und Leben in der Bude.

Es würde auch funktionieren – je mehr Maschinen das Land bevölkern, umso weniger Menschen werden gebraucht. Da kann man ruhig mal ein paar Millionen aussondern, das stört nicht sonderlich.  Inzwischen jedoch … ist „die Mitte“ kleiner geworden. Sie schrumpft. Sollte sie so blöd sein, nicht zu merken, das ihre Rente gerade zur Finanzierung der HRE ausgegeben wird? 1400 Millionen … ist das eine zu große Zahl, als das es ein Mittehirn begreifen könnte?

Die Mitte merkt, wenn Straßen nicht repariert werden, Schulgebäude verfallen, der Onkel mit 45 wegen Krankheit entlassen wird. Die Mitte weiß, was es für ein Leben ist, sich vor dem Alter fürchten zu müssen … nicht vor der Rente, sondern vor den Jahren jenseits der 40, wenn jede Kündigung das berufliche Ende bedeutet.

Die Mitte weiß, das es mal den Beruf der „Hausfrau“ gab, jener Mittelpunkt einer jeden Familie, der haushalten und die Kinder erziehen konnte (und auch männlich sein durfte), weil ein einziges Gehalt ausreichte, die Familie zu ernähren. Die Mitte weiß sehr gut, das heute alle anschaffen gehen müssen, um über die Runden zu kommen – und ihre Eltern wissen noch, das das nicht immer so war.

Sicher, es gibt Erscheinungen, die geben einem zu denken – wie hier das Ossischießen, über das das Handelsblatt berichtet:

Ein Computerspiel zur innerdeutschen Grenze sorgt für Aufregung: Opferverbände laufen Sturm, weil Spieler in die Rolle eines DDR-Grenzsoldaten schlüpfen können, um auf Flüchtlinge zu schießen.

Auch Berichte des Westen scheinen nicht geeignet, die asoziale Tendenz im Lande zu widerlegen:

Die Bereitschaft der Deutschen zur umfassenden Betreuung ihrer pflegebedürftige Angehörigen geht deutlich zurück. Dies ergab eine neue Studie. Demnach würde jeder fünfte Bundesbürger ein Familienmitglied rund um die Uhr pflegen. Noch vor fünf Jahren wollten doppelt so viele die Rundum-Pflege übernehmen.

In Zeiten  knapper Kassen und drohender Staatspleiten kriegen natürlich gerade diejenigen Panik, die noch nicht genug für die Bahamas haben aber zuviel als das es in den Rucksack paßt. Hartz-Abhängige haben da nichts mehr zu verlieren, aber Universitätsprofessoren und sonstige vom Staat bezahlte Unselbständige schon. Darum wäre es für die schön, wenn der Deutsche so wäre wie sie ihn predigen: ein asoziales Arschloch das für den neuen Holocaust betet, der das letztes Drittel der Gesellschaft entsorgt.

Doch so blöd ist der Deutsche nicht – und wenn doch, dann werden chinesische Funktionäre und russische Mafia den maroden Rest übernehmen. Machen die indirekt ja jetzt schon.

Was mich nur zögern läßt, die Meinung des Professors in Bausch und Bogen zu verdammen ist … wir hatten das hier in Deutschland schon mal. Manche halten das Nazitum für eine spezielle deutsche Eigenschaft, die immer dann zum Tragen kommt, wenn keiner guckt. Der „Jude“ ist wieder Feindbild – nun als „Zionist“ in „Israel“ fein verpackt, aber mit dem gleichen Endziel der Auslöschung des Staates und seiner jüdischen Bewohner – natürlich nur zum Wohle der Palästinenser, nach denen ohne ein jüdisches Israel kein Hahn krähen würde.

Wenn dem aber so ist, wie der Professor sagt, dann brauche ich mich für meine harsche Wortwahl nicht zu entschuldigen: dann ist die Mitte ein Arschloch und betet für den neuen Holocaust. Dann müssen zur Beruhigung des deutschen Michel wieder ein paar Millionen vergast werden, denn im feinen, reinen, perfekten neuen Sauberenergiedeutschland ist kein Platz für unwertes Leben.

Dann möchte ich aber an dieser Stelle schon mal vorsorglich dafür plädieren, das dieses Volk nach dem nächsten Zusammenbruch komplett aufgeteilt wird – wie es nach dem Zeiten Weltkrieg schon mal angedacht war. Die scheinen dann wirklich … seltsam zu sein.

Ich halte jedoch den Deutschen weder für so blöd noch für so herzlos. Es ist seine Rente und die Zukunft seiner Kinder, die dort gerade verbraten wird. Es ist das nachvollziehbare Machtkalkül einer gewissenlose Funktionselite, die gezielt ein asoziales Bild vom Deutschen verbreitet – in der Hoffnung, das der Mittedeutsche ihre Fleischtöpfe mit seinem Leben verteidigt.

Der Mittedeutsche weiß jedoch eins:  er ist eine aussterbende Art. Von zehn schafft es noch einer nach oben, der Rest … hat ARGE Zukunftsprobleme. Und seine Kinder erst recht – für die kommt die ARGE gleich nach dem Praktikum.


Sorge Dich nicht, lebe! Bohemian Grove und die Religion der Banker

Diesen Satz haben viele von Ihnen sicherlich schon oft gehört: „Sorge Dich nicht, lebe!“ Überall laufen mitlerweile die Apostel des grundlosen Dauergrinsens herum und versuchen einem, ihre Philosophie zu verkaufen. Was sie dabei nicht erwähnen … diese Philosophie ist tödlich – für die eigenen Kinder, für den Nachbarn, für den notleidenden Fremden … und letztlich sogar für sich selbst.

Was ebenfalls wenige wissen: diese Philosophie wird bewußt und gezielt gefördert – aus politischen Gründen, denn ein größeres Geschenk kann man den Feinden der offenen Gesellschaft gar nicht machen, als mit diesem Gift das Denken zu benebeln.

Aber schauen wir erstmal, worum es geht, Amazon erklärt uns das gern:

Inhalt: Die Botschaften, die Carnegie seinen Lesern vermittelt, sind – wie er im Text immer wieder betont – den meisten Menschen in der Theorie bereits bekannt: »Sorgen machen krank« und »Der Erfolg ist in dir« lauten zwei seiner zentralen Thesen. Das Wissen um diese Erkenntnisse allein könne aber nicht zu einem erfüllteren Leben führen. Der Autor verweist daher immer wieder auf die Notwendigkeit der praktischen Umsetzung dieser Lebensweisheiten im Alltag. Anhand von anschaulichen Fallbeispielen, die er mit Anekdoten aus seinem Leben spickt, und in einfachen Worten zeigt Carnegie seinen Lesern den Weg zu einem zufriedeneren Leben.
Struktur: Carnegie gliedert sein Buch systematisch in mehrere Teile, die dem Leser Schritt für Schritt den Weg zu mehr Lebensqualität erklären. Nach kurzer Einführung, in der er seine Beweggründe darlegt und eigene Erlebnisse beschreibt, beginnt er in – mittlerweile – klassischer Ratgebermanier damit, dass er zunächst Grundbegriffe klärt, dann das Problem und seine Entstehung analysiert und schließlich seine praktische Methode zur Problembewältigung vorstellt. Im Anhang lässt er ehemalige Schüler zu Wort kommen, die von ihrer erfolgreichen Angstbewältigung berichten.
Wirkung: In Deutschland steht die inzwischen schon klassische amerikanische Anleitung zu mehr Erfolg im Leben seit über 1000 Wochen ununterbrochen auf der Bestsellerliste. Sorge dich nicht – lebe! wurde in 17 Sprachen übersetzt und allein in Deutschland 2,8 Millionen Mal verkauft. Carnegies Bücher werden weltweit in 38 Sprachen vertrieben, in mehr als 70 Staaten praktizieren Niederlassungen sein Trainingskonzept. J. D.

Und weiter:

In diesem Buch behandelt Carnegie das wohl drückendste Problem des heutigen Menschen: Sorge – Angst – Aufregung. Es ist ein fesselndes, leicht zu lesendes und in hohem Grade anregendes Handbuch zur Bewältigung unserer vielen Sorgen. In ihm legt der Autor die Grundsätze nieder, dank deren Befolgung der Leser sein Leben reicher und glücklicher zu gestalten vermag. Auch der Gesundheit sind diese Grundsätze dienlich, denn zahllose Menschen ohne organische Schäden „sorgen sich krank“. Zwar wissen die meisten, daß anhaltende Sorgen unsere Kraft verringern und das logische Denken beeinträchtigen; sie glauben aber nicht, daß man etwas dagegen tun kann. In diesem Buch beweist jedoch Carnegie auf Grund seiner erprobten und bewährten Technik, daß man etwas tun kann.Treffend wurde sein Wirken in einem Artikel charakterisiert, der nach seinem Tod in einer Washingtoner Zeitung erschien: „Carnegie wußte, was er tat, und er tat es mit erstaunlichem Erfolg. In seinen Büchern und Kursen hilft er Menschen, Hemmungen abzubauen und – wie es einer seiner Besteller ausdrückt – Freunde zu gewinnen. Millionen sind von seiner Philosophie des gesunden Menschenverstandes beeinflußt worden, die sich als wertvolle Hilfe zu Glück und Erfolg erweist.

Was einem nicht erklärt wird: Sorgen, Angst und Aufregung sind notwendige und natürliche Bestandteile des Lebens. Die Philosophie des „Sorge Dich nicht, lebe“ wird man in keinem Bauernhaus finden, denn Sorglosigkeit hat hier sofort Konsequenzen – dabei ist die Gestalt, die im Sommer mit der Weinflasche über das Feld tanzt und eben genau laut singend jene Philosophie der Sorgenfreiheit verbreitet, altbekannt…. als jener, den man nach der Schneeschmelze tot im Wald wiederfindet – verhungert, erfroren, endgültig sorgenfrei.

Darum mußte die Menschheit warten, bis es Wohlstand im Überfluß gab, bis die Arbeits- und Lebenszusammenhänge soweit entfremdet waren, das die Menschen hilf- und haltlos in der Gegend herumstanden, erst dann konnte man das Gift der asozialen Egozentrik und des lebenslangen Genießertums ohne Reue und Verantwortung in die Welt setzen – die Konsequenzen trug jemand anderes  irgendwo am Ende der Wertschöpfungskette.

Jedem Rentner, jedem Arbeiter, Angestellten und jedem Manager, jedem der auch nur einen Euroschein in die Hand nimmt, müßte man eigentlich sagen: Es klebt Blut an Eurem Geld. Das Blut von Kindern in Afrika, von Frauen in Asien und Mittelamerika, das Blut von Indianern, deren Gold bis heute noch die Sicherheit für unser Geld darstellt, das Blut von Kindern in Europa, die mit ihrer Arbeitskraft die Industrie aufgebaut haben, das Blut der Trümmerfrauen, die ihr mit einer Minirente abgespeist habt.

So etwas hört man nicht gerne, das ist mir klar. Doch wenn man es nicht hört und begreift … wie sollte sich jemals was dran ändern. Am Ende der 25%-Rendite steht irgendwo ein blutiges Kind, eine geschändete Frau, ein verhungerter Mensch.  Gott faxt dem Ackermann das Geld nicht zu.  Aber noch bevor man sich Gedanken über die Zusammenhänge machen darf,  kommt schon der erste vorbei und jubelt: „Sorge Dich nicht, lebe!“.

Dabei geht es gar nicht um Schuldverteilung. Wir alle – sind hereingelegt worden wie die Rinder, denen man Tiermehl untergejubelt hat.  Rinder essen Gras, kein Fleisch – aber man hat sie hereingelegt. Heraus kam: Rinderwahnsinn.

Welche Form von Wahnsinn uns befallen wird, weil man uns Kinderblut in die Wertschöpfungskette gemischt hat, weiß ich noch nicht genau, aber ich bin mir sicher, das die Mehrheit der Menschen in unserer Zivilisation das ablehnen würde, wenn sie zuvor davon gewußt hätten. Haben sie aber nicht – und fühlen sich schuldig, wenn sie davon hören. Nun sind wir aber schon längst keine souveränen Menschen mehr – und das ist die Quelle unserer Sorgen.  Der Bauer (der jeden Carnegie noch vom Land gejagt hätte, weil dieser Urvater aller Unternehmensberater nur jene Probleme lösen hilft, die man ohne ihn gar nicht hätte – jedenfalls als Bauer) wußte noch genau, warum er was tat. Er sah den Wert seiner Arbeit … und seine Arbeit machte noch wirklich frei (ein Satz der später zu einer teuflischen Fratze wurde). Je mehr er arbeitete, umso höher waren die Reserven und umso weniger brauchte er sich Sorgen machen.

Wir jedoch leben in einer anderen Situation. Wir „modernen Menschen“ haben alle – auch die Hartz-IV-Abhängigen – eher den Status von Höflingen. Wer von uns weiß denn noch, wie er sich notfalls vom Wald ernähren kann, bis sich die erste Ernte einstellt? Wer weiß, mit welchem Holz man schnell Feuer machen kann, um überhaupt erstmal die Nächte zu überleben? Wer weiß überhaupt noch, was Wald ist? In Deutschland … haben wir keinen mehr. Kleine Fleckchen noch, aber generell haben wir biologisch toten Nutzwald, der rund um unsere Agrarsteppen herumsteht. Obwohl wir viele Grüne in verantwortungsvoller Position haben, verarmt die Natur auch in Deutschland immer mehr … und je mehr sie verarmt, umso größer wird unsere Abhängigkeiten von der Versorgungsmaschinerie, die in Welt außerhalb der höfischen Demokratien über Leichen geht um unsere Preise niedrig zu halten.

Es stellt sich die Frage, ob wir uns überhaupt noch wehren könnten angesichts dieser erschreckenden Abhängigkeit. Nur die Gnade und die Großzügigkeit der Herrschenden bewahren uns doch noch vor dem Hungertod, kriegen wir keine Arbeit mehr (was schon geschehen kann, wenn wir nur gerechten Lohn fordern) … dann merken wir, wie unendlich hilflos und almosenabhängig wir sind. Ein erbärmlicher Zustand – erst Recht am Hofe des Königs der Welt, wo sich der Reichtum der Erde seit Jahrhunderten ballt bzw. zusammengerafft wird (und von dieser Diebesbeute gibt man uns ein wenig ab. Das nennt man dann: Verteilungsgerechtigkeit).

Aber wenn wir uns dessen bewußt werden, dann wissen wir, woher die Sorgen, Ängste und die Aufregung kommt – die Natur hat uns nämlich nicht umsonst mit diesen Gefühlen ausgestattet. Sie haben wichtige Funktionen, die uns zur Wachheit, Vorsicht und gezielter Lebensplanung anhalten.  Wenn wir also Sorgen und Ängste haben … DANN STIMMT WAS NICHT. So einfach ist das. Brüllt der Löwe in der Nacht, ist´s mit dem Leben bald vorbei, wenn ich mir keine Sorgen mache. Teile ich mir meine Ressourcen nicht ein, droht der Hunger vor der nächsten Ernte. Höflinge natürlich … können sich eine andere Philosophie erlauben:

Positives Denken (nicht zu verwechseln mit „Positiver Psychologie“) geht von der Annahme aus: „Wer Erfolg erwartet, der bekommt Erfolg. Wer Misserfolg erwartet, der bekommt Misserfolg“. Ziel des positiven Denkens ist, durch Autosuggestionen das Bewusstsein und Unterbewusstsein zu beeinflussen. Durch die sog. „self-fulfilling prophecy“, die „sich selbst erfüllenden Prophezeihung“, soll positives Denken auch zu positiven Effekten führen. Ausgegangen wird von der Vorstellung, der Mensch sei programmierbar und es gebe für alle Menschen die eine „richtige Programmierung“.

Vertreter des Positiven Denkens und damit verwandter Themen sind u.a. Dale Carnegie, Joseph Murphy, Erhard Freitag, Oscar Schellbach, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale, Anthony Robbins, Brian Tracy, Tom Peters, Vera F. Birkenbihl oder auch Jürgen Höller.

Martin Seligman schreibt dazu in seinem Buch „Der Glücks-Faktor“: „Positives Denken besteht oft darin, sich Dinge einzureden wie «Jeden Tag, in jeder Weise, geht es mir besser und besser» und das auch – ohne jeden Beweis oder trotz dagegensprechender Beweise – zu glauben. Wenn Sie an solche Sprüche wirklich glauben können – bravo! Der Punkt geht an Sie. Vielen gebildeten und in kritischem Denken geschulten Menschen gelingt diese Art der Selbstüberhöhung jedoch nicht.“

Quelle: Glücksarchiv

Der politisch gewünschte Effekt jener krebsartig wuchernden Philosophie ist phantastisch: die Leute sitzen nur noch in ihren Wohnungen und denken sich die Welt schön. Ist ja auch viel einfacher, ohne Verantwortung durchs Leben zu gehen. Doch hier … kommt der Moment, wo das Kinderblut schuldig macht. „Bewußt nicht wissen wollen“ …. ist unverantwortlich. Es ist gemütlich, bequem und hilft bei der ausgelassenen Lebensfreude, ist aber einfach … verantwortunglos.

Und dieser Verantwortungslosigkeit haben wir vieles zu verdanken. Nicht umsonst ist Dale Carnegie Liebling von Handel, Banken und Industrie:

Carnegie ist in Deutschland hauptsächlich als Autor der Bestseller „Sorge dich nicht – lebe” und „Wie man Freunde gewinnt” bekannt. Er gilt aber auch als Begründer der weltweit größten Seminarorganisation für Kommunikations- und Führungstrainings, die heute in aktualisierter Form regelmäßig in 70 Ländern der Welt abgehalten werden.

ManagerSeminare machte sich im letzten Sommer auf in die Provinz, um über einen der etwa 120 jährlich in Deutschland stattfindenden Carnegie-Kurse zu berichten. Unsere Wahl fiel auf Osnabrück, der drittgrößten Stadt Niedersachsens. Dort sind Carnegie-Kurse seit genau 20 Jahren eine feste Einrichtung. Von Anfang an dabei: der Dale Carnegie-Lizenznehmer Hajo Sommerfeld (51) aus Stuhr bei Bremen, der in abwechselnder Kooperation mit der IHK, der Handelskammer oder dem Einzelhandelsverband Carnegie-Kurse durchführt. Seine Teilnehmer gewinnt Sommerfeld über Empfehlungen und Zeitungsanzeigen. Der Dauererfolg der Bücher Carnegies sorgt zusätzlich für Interessenten. Viele Osnabrücker Unternehmen, bei denen Sommerfeld auch interne Workshops zum Thema Qualitätsmanagement durchführt, schicken ihren Führungsnachwuchs „zu Carnegie”, so daß im halbjährlichen Rhythmus immer wieder neue Kurse stattfinden können.

Quelle: Managerseminare.de

Die Kunst, Freunde zu gewinnen, ist für Höflinge in der Tat überlebenswichtig … aber wie weit entfernt ist diese Ethik von derjenigen meiner bäuerlichen Vorfahren: Lewer dod üs slav:  Lieber tot als Sklave sein.

Die Ethik des „Sorge Dich nicht, lebe“ führt auch direkt in die Wirtschaftskrise unserer Zeit: das Leben auf Pump, vor allen in den Quellenländern dieser Philosophie sehr beliebt.  „Iß´ alles heute auf, der morgige Tag sorgt für sich selbst“…. das haben die dann auch gemacht. Heute kaufen, morgen bezahlen … übermorgen pleite.

Aber egal:  Sorge dich nicht, lebe.

Der Vorläufer aller großen Bücher über Positives Denken ist das Werk von Dale Carnegie: Sorge dich nicht, lebe! Viele weitere Autoren folgten: Dr. Joseph Murphy, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale und viele weitere.

Die simple Botschaft war stets: Wer Erfolg erwartet, der bekommt ihn. Wer Unglück erwartet, bekommt es auch. Modernere Bücher folgen ergänzend dem Wunsch, immer noch mehr zu nehmen und noch mehr zu genießen. „Nimm Dir doch einfach mehr vom Leben“ …

Quelle: Methode.de

„Nimm Dir doch einfach mehr vom Leben…“ Familien mit einer langen Wegelagerertradition wissen diesen Satz zu schätzen. Andere wissen, das Gott vor den Erfolg die Arbeit gesetzt hat (die uns nun auch noch von den Maschinen weggenommen wurde).

Und diese Philosophie wird – wen wundert es noch – weltweit mit steigendem Nachdruck verbreitet:

Dale Carnegie setzt auf praxisnahe Methoden und Prozesse. Wir entwickeln Programme, die unseren Teilnehmern umsetzbares Wissen, Fähigkeiten und Methoden vermitteln – und einen messbaren Mehrwert bringen, für Sie und Ihr Unternehmen. Dale Carnegie Training ist weltweit führend, Menschen wirklich weiterzuentwickeln und das Beste aus ihnen herauszuholen. Wir verbinden bewährte Lösungen mit den Herausforderungen des modernen Berufslebens – für Ihren Erfolg!

Quelle: dalecarnegie.de

Dort werden jene Geschäftsleute geschult, die lernen, nur auf den Erfolg zu schauen und nicht auf den Preis, den man selbst und erst recht andere dafür zahlen müssen – aber zahlen muß immer jemand.

Da die Methode aus den USA kommt, muß man sich nicht wundern, das auch der liebe Gott seinen festen Platz in ihr hat.

Man sollte denken, das Fernsehprogramm heutzutage wäre schon grausig genug und an Volksverblödung nicht mehr zu toppen. Doch die Kirchen belehren uns eines Besseren und so soll demnächst „Bibel-TV“ auf die Menschheit losgelassen werden. Wie Deutschlands größtes Volksverdummungsorgan meldet, soll heute der Vertrag zur Gründung der Betreibergesellschaft unterschrieben werden. Ab dem Herbst soll es losgehen, 24 Stunden am Tag. Laut Planung soll der Zuschauer mit Bibelversen und Jesus-Filmen beglückt werden. Die dreckigen Finger im Spiel haben – wer sonst? – natürlich die Kirchen, christliche Organisationen und ein Verleger, Norman Rentrop, der die Anteilsmehrheit halten wird.

Rentrops VNR Verlag für die deutsche Wirschaft, trat bisher mit erlesenen Veröffentlichungen wie Besser Leben – Neue Strategien für Ihren persönlichen Erfolg und Das Robbins Power Prinzip in Erscheinung. Dale Carnegie, bekanntgeworden unter anderem durch sein Machwerk Sorge Dich nicht – Lebe läßt grüßen. Im selben Stil geht’s weiter bei Benefit, hier verspricht die Verlagswerbung mehr Gesundheit, ein erfolgreicheres Arbeiten, neue Freunde, den Zustand der Glückseligkeit und die am besten gehüteten Geheimnisse rund um die Kohle. Weiter gibt der Verlag Ratgeber zum Umgang mit abhängig Beschäftigten und dessen Heuern und Feuern heraus. Die obligatorischen Börsentraktate runden den schlechten Eindruck ab. Der Weg des Psalmenfunks an die Börse dürfe dann auch nicht mehr weit sein. Mögen dann die Aktien noch tiefer in den Keller rutschen.

Quelle: Humanist.de

Der Rückgriff auf Religion ist in diesem Zusammenhang geschickt – und notwendig. Letztlich braucht es eine „höhere Macht“ als Garant für den Erfolg der Methode.

So kann es auch nicht wundern, das Bankgeschäfte Gottesdienst werden:

Im Interview outet sich Blankfein als Erfüllungsgehilfe einer höheren Macht: „Wir helfen den Unternehmen zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu bekommen. Unternehmen, die wachsen, schaffen Wohlstand. Und das wiederum ermöglicht es den Menschen, Jobs zu haben, die noch mehr Wachstum und noch mehr Wohlstand schaffen.“ Banken, so seine Schlussfolgerung, haben einen gesellschaftlichen Zweck und verrichten „Gottes Werk“.

Quelle: diePresse

Und gerade im Rückgriff auf die Religion zeigt sich, das „Sorge Dich nicht, lebe“ nur funktioniert, wenn man weite Teile der Realität auch der religiösen Systeme ausblendet:

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Während die Carnegies dieser Welt ihren Willen aufzwingen wollen – womit wir schließen wollen, das ihr Herr ein anderer ist als der, der offiziell genannt wird:

Matthäus 4,8–11:
Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.

…. für Christus gab es noch eine ganze Welt, für die kleinen Kinder Gottes … einen Parkplatz, eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung, einen neuen Job?

Mir scheint, wenn die Legionen Carnegies den Kopf aus dem Sand nehmen würden, würden sie sehen müssen, das sie im religiösen Kontext eindeutig das Werk Satans tun. Da bleibt der Kopf lieber unten und man überläßt die Entscheidungen im Leben über Wirtschaftsordnungen, gerechte Sozialsysteme, Asylpolitik, demokratische Grundordnungen und anderen unwichtigen Kram lieber den Experten, während man sich selber … den schönen Dingen des Lebens zuwendet.

Politisch, ethisch, religiös eine Philosophie im Abseits. Eine Philosophie für verantwortungslose Egozentriker.  Eine Philosophie, mit der man guten Gewissens Schrottimmobilien verkaufen und Blutgeld sammeln  kann … was ja auch der Beweis dafür ist, wie gut sie funktioniert.

Wenn sie aber letztlich nur mithilfe eines Gottes funktionier und dieser Gott im Urteil der Religion derselben Menschen Satan ist … darf man dann die positiven Denker als Satansanbeter bezeichnen?

In ihrem eigenen Kontext: ja. Und nach welchem anderen sollte man sie sonst beurteilen außer nach ihrem eigenen?

Wunderts da noch, das die erfolgreichsten Männer der Welt im Bohemian Grove Rituale feiern, die an Kinderopfer erinnern … ein Ritual, das sie „Begräbnis der Sorge“ nennen?

Mich nicht.

Nach einem alten Sprichwort stinkt der Fisch immer vom Kopfe her.


Sarrazin – die Elite kauft sich ein neues Volk

Wer ist eigentlich dieser Sarrazin … diese Frage stellt sich in Wirklichkeit keiner. Jeder kennt diesen neurotischen Stänkerer doch schon seit Jahren, seitdem die Presse seine Sprüche auch noch in die letzten Ecken der Republik transportiert hat. Als Dank für seine Sprüche ist er doch Bundesbanker geworden – so dachte ich jedenfalls. Wie sonst sollte ein kleiner beschäftigungsloser aber gut verdienender Finanzsenator aus dem chronischem Pleiteländchen Berlin so einen Posten bekommen?

Schaut man heute aber in die Presselandschaft, so dröhnt es überall aus allen Ecken: Sarrazin. Wie schlimm doch der Mann sein. Eigentlich ein widerliches Geschrei – war doch schon alles vorher bekannt. Wenn er über sieben Millionen Harzt-IV-Abhängige herzieht, über Alte, Kranke, Frauen und Kinder, dann ist das ok. Da hat kein Hahn nach gekräht. Wenn er durch die Bank Ausländer verunglimpft, hat es keinen interessiert.  Jetzt schreibt der ein Buch, von dem ich annahm, es würde auch keinen interessieren – aber nach dem Medienhype der darum gemacht wird, werden es wohl alle lesen. Gut für Sarrazin, da hat der bald genug zusammen um auch auszuwandern.

Spiegel-online sieht geradezu einen großen apokalyptischen Endkampf, in dem nur der Spiegel selber noch rettend eingreifen kann:

Denn die Diskutanten hat er in zwei Lager gespalten: in eine parteiübergreifende Entrüstungsfraktion, der sich Personen im öffentlichen Raum nur schwer entziehen können; und in den halböffentlichen Foren-und-Blogger-Stammtisch, der Sarrazin mehrheitlich Beifall zollt. Der Sache dienen beide Fraktionen nicht.

Ich wußte gar nicht, das Blogger Sarrazin mehrheitlich Beifall zollen – aber 1000 neue Blogs sind ja schnell neu angemeldet, 1000 neue Blogger lassen sich schnell einkaufen um die Zahlen zu korrigieren.  Nebenbei erfährt man wie „sozial“ dieses Land eigentlich international geworden ist:

Die Grenzen sind so gut wie dicht. Die Verschärfung des Asylrechts hat dazu geführt, dass auf diesem Weg praktisch niemand mehr nach Deutschland kommt. 2008 wurden noch ganze 233 Personen als Asylberechtigte anerkannt.

Die Menschen, die es am Meisten verdient hätten, die Menschen, die es am Dringensten bräuchten, lassen wir vor der Tür stehen. So asozial geben wir uns gerne. Auch im Inland, wie Spiegel-Online weiter berichtet:

Der Arbeitsmarkt löst einen zweiten Reflex aus, der sich auf die Kurzformel reduzieren lässt: Solange auch nur ein Arbeitsloser im Land herumläuft, brauchen wir keine Unterstützung aus anderen Ländern. Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesarbeitsagentur, erklärt uns immer wieder, wir müssten die stillen Reserven mobilisieren, unsere eigenen Leute besser qualifizieren. Nun ist es gewiss eine gute Idee, erst einmal die Hausaufgaben zu machen, bevor man Hilfe von außen ruft. Doch offenbar verpufft der Effekt der milliardenschweren Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsförderung, in denen nach Schätzungen bis zu eine Million nicht vermittelbare Personen geparkt sind. Die Stellen für Fachkräfte jedenfalls bleiben trotzdem offen.

Man könnte ja an dieser Stelle mal einhaken und fragen, warum da so ist.  Unter anderem hatte man die Rentengesetze geändert, wer früher wegen Krankheit als Frührentner in die Dauerarmut geschickt wurde, ist heute bei der ARGE aber deshalb noch nicht gesund. Dort muß er dann aber erstmal den Gabelstaplerfahrerschein machen … was sonst sollte man mit denen auch anfangen. Und der Sachbearbeiter selbst – oft befristet angestellt – muß selber Leistung zeigen.

Die Folterer lassen wir gerne rein, wie das Beispiel Ruanda gezeigt hat, die Opfer jedoch: sollen draußen bleiben. Die Familien der Türken auch. Was wir wollen sind: gut ausgebildete, alleinstehende junge Leute, die für ganz wenig Geld Arbeitsplätze in Deutschland besetzen. Regierung, Medien und Politik gieren danach.

Warum eigentlich?

Nun … zwischen Volk und Regierung besteht ja mitlerweile ein deutlicher Unterschied – und Gegensatz. Wir passen einfach nicht mehr zueinander. Zum Beispiel bei Thema Gerechtigkeit:

28 % der Bevölkerung über 16 Jahren halten die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland für gerecht, 56 % halten sie für ungerecht.  Fragt man aber „Mandatsträger“ so sieht die Welt gleich ganz anders aus: 60 % halten die Verteilung von Besitz und Einkommen  in Deutschland für gerecht, nur 28 % halten sie für ungerecht.

Quelle: Bertelsmannstiftung

Mit solchen Mandatsträgern wird man die Verhältnisse auch nur schwer ändern.  Volk und Politiker passen einfach nicht mehr zueinander. Bei Afghanistan ergibt sich ein ähnliches Bild. Was ist zu tun? Regierung ändern? Gott bewahre. Man macht es einfach wie Helmut Kohl mit den Russlanddeutschen: man holt einfach neue Bürger ins Land, während man die alten mit ärmlicher  Gabelstaplerfahrerscheinzukunft vergrault, kauft man sich einfach neue, zur Not auch mit Begrüßungsgeld.  (Nebenbei bemerkt: gibt es eigentlich auch „Verabschiedungsgeld“? Ich meine, wenn mal einer gehen möchte, der hier nur noch kostet: kann der sich ausbezahlen lassen um sich in der Karibik eine neue Existenz aufbauen zu können? Ich glaube – eher schickt die Arge denen zu diesen künstlichen Kaufläden wie in Hamburg, da kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Arbeitslosen sind beschäftigt und die Trainer haben einen Job.  So kann man Arbeitslosigkeit auch reduzieren)

Und schon haben wir eine Hypothese, die uns diese seltsame Front erklärt, die der Spiegel beschreibt: die Machthaber in diesem Land haben beschlossen sich nach US-amerikanischem Vorbild einfach ein neues Volk ins Land zu holen, das alte kann hingehen wo der Pfeffer wächst. Wen die dann wählen werden, hat man bei den Russlanddeutschen gesehen: auf jeden Fall jemand aus den Reihen derjenigen, die für den Afghanistaneinsatz sind und die Verhältnisse in Deutschland für völlig in Ordnung halten, weil sie so super dran profitieren.

Keine Frage darüber, warum wir eigentlich Auswanderungsland sind und deshalb Einwanderungsland werden müssen, keine Reflexion über die Entwicklung, die dazu geführt hat und erst recht kein Nachdenken darüber, wie man eigentlich das eigene Land für die eigenen Bürger attraktiver gestalten könnte, sondern einfach die Feststellung: da gibt es keine Alternative. Wie üblich.

Die Debatte um die Einwanderungspolitik ist ein Trauerspiel, weil sie am Kern des Problems vorbeizielt. Wir sind längst ein Auswanderungsland. Um das schleichende Ausbluten der Bundesrepublik zu verhindern, müssen wir neue Wege gehen.

Quelle: Managermagazin

Welche Wege das für uns Deutschen in unserer Heimat sind, ist klar: wir sind Auswanderungsland. Wir sind über, zu teuer, wir müssen ´raus. Im Ausland sind wir allerdings mitlerweile so uninteressant geworden, das wir Ausländer bezahlen müssen, wenn sie zu uns kommen. Eigentlich könnte man doch allen diese ganze Reiserei ersparen, oder?

Aber das geht nicht, denn wenn die Leute zur Ruhe kommen, dann merken sie vielleicht, das die „Elite“ dieses Landes mit dem viel-zu-vielen Geld anfängt, das sie sich jeden Monat abgreifen: sie geben es den Spekulanten, damit der Hunger in der Welt vermehrt wird:

Es ist ein Riesengeschäft für Spekulanten – und eine Katastrophe für die Ärmsten. Anleger stürzen sich wegen schwächelnder Aktien auf Agrarrohstoffe. Bei schlechten Nachrichten explodieren die Preise für Weizen oder Mais, für Entwicklungsländer sind sie kaum noch zu bezahlen.

Quelle: Spiegel-online

Unsere Elite geht bei der Jagd nach leistungslosem Einkommen durch krumme Kapitalgeschäfte buchstäblich über Leichen. Kein Wunder, das sie aus den Bewohnern des Landes gerne einen Wanderzirkus macht. Kein Wunder auch, das man soviel über Sarrazin redet, wo doch andere Nachrichten wichtiger sind … aber leider untergehen:

Teureres Öl und Gas haben die Einfuhrpreise im Juli so stark in die Höhe getrieben wie seit fast zehn Jahren nicht. Verglichen mit dem Vorjahr kosteten Importe 9,9 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Quelle: Welt

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Juli so stark gestiegen wie seit 19 Monaten nicht mehr. Die Produzenten von Energie, Lebensmitteln und anderen gewerblichen Erzeugnissen hoben ihre Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 3,7 Prozent an, teilte das Statistische Bundesamt mit. „Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember 2008“, sagte eine Statistikerin.

Quelle: Welt

Und während die „Welt“ hier noch mit Inflationsängsten spielt, meldet sie gleichzeitig:

Trotz explodierender Erzeugerpreise geht an den Märkten bereits die Angst vor Deflation um. Die Zinsen fallen auf Rekordtiefs.

Quelle: Welt

So sind halt unsere Experten: sie haben immer zwei gegensätzliche Meinungen parat, solange sie gut dafür bezahlt werden.  Die Energiepreise sind, wenn ich mich recht erinnere, aber auch aufgrund von Spekulationsgeschäften so hoch. Bei unseren Horrorsteueranteil dabei können wir uns darüber aber kaum noch beschweren.

Aber zum beschweren haben wir ja jetzt Sarrazin, der ist diesen Sommer zum Abschuß freigegeben, vielleicht auch, um davon abzulenken, das das Wetter auch immer verrückter wird:

Der August hat Deutschland so viel Regen beschert wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Im bundesweiten Durchschnitt fielen in diesem Monat 157 Liter Regen pro Quadratmeter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Dies ist mehr als doppelt so viel wie das langjährige Mittel von 77 Litern im August. Der 2010er August lag von der Regenmenge auch deutlich über dem bisherigen Rekordjahr 1960, damals waren 134 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Quelle: Yahoo

Ob man das inzwischen auch manipulieren kann, um uns aus unserem Land zu vertreiben?

Dominik Brunner, Peter Hahne und die Bestialität von Gutmenschen

Nein, was waren wir froh in jenen Tagen. Deutschland hatte wieder einen Held und eine Heldengeschichte. Ein klassisches Drama … Stoff, wie es einem Homer oder einem Shakespeare kaum besser hätte einfallen können, doch diesmal: alles ganz real.

Da haben wir erstmal die Opfer: vier unschuldige Kinder (vielleicht sogar blauäugig und mit blonden Locken, wer kann das schon wissen). Unschuldig sind sie auf der Reise n der S-Bahn, ich nehme mal an, auf dem Weg zu ihrer Großmutter.  Doch da naht schon der Wolf: drei Jugendliche (zum Bedauern des neofaschistischen Arbeitskreises „Wer ersetzt uns nun die Juden in Deutschland?“ OHNE Migrationshintergrund) mit finsteren Absichten. Wir hatten ja in den Medien gelernt: Jugendliche haben heutzutage meistens finstere Absichten. Sie sind oft fürchterlich böse, es sei denn, sie laufen Amok, dann ist es ein unverständliches Versehen über das nicht weiter nachgedacht wird.

Die Bösen brauchen wir, sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Dramas.  Kein richtiger Krimi, kein Western, kein Kriegsfilm, ja noch nicht einmal ein Familiendrama a´ la Lindenstraße würde ohne den Bösen auskommen, denn nur im Kampf gegen die richtig Bösen können die Guten so richtig gut werden, man darf sich sogar die Freiheit herausnehmen und sagen: um so böser der Böse, umso besser ist der Gute. Hätte Harry Potter nur Ärger mit dem Hausmeister seiner Schule, dann wäre alles halb so wild, müßte Frodo Beutlin nur die Kartoffeln des Nachbarn stehlen … niemand würde ihn kennen, wären die Siedler im Wilden Westen nur einfach so ohne Indianer unterwegs und ihr Problem würde darin bestehen, das sich zwei Frauen um Kochrezepte streiten, so hätte das Eintreffen der US-Kavallerie keine so große Wirkung.

Jetzt: Auftritt des Helden: Dominik Brunner. Ein Leistungsträger, wie ihn die Medien nicht besser hätten stricken können:

Dominik Brunner entstammte einer Unternehmerfamilie. Er wuchs als Einzelkind in Ergoldsbach auf. Sein Vater Oscar Brunner stand ab Anfang der 1960er Jahre in leitender Position beim Dachziegelhersteller Erlus AG. Nach dem Abitur in Landshut studierte Brunner Rechtswissenschaften an der Universität München und arbeitete nach dem Examen bei Kanzleien in San Francisco und Paris.[2] Anschließend folgte er beruflich seinem Vater bei der Erlus AG. 1994 stieg er in die Unternehmensleitung auf und war dort für die Bereiche Finanzen, Organisation, Personal, Recht und Beschaffung zuständig.

(Quelle: Wikipedia)

Und natürlich verdient er sein Geld ordentlich wie andere Leistungsträger auch:

http://www.erlus.de/adhoc/

Im Kartellverfahren gegen führende Dachziegelhersteller hat die Erlus AG am 22. Dezember 2008 einen Bußgeldbescheid des Bundeskartellamtes über 10,2 Mio. EUR erhalten.

Der Erlus AG wird zur Last gelegt, sich vorsätzlich an zwei selbständigen Vereinbarungen zwischen Unternehmen beteiligt zu haben, welche den Handel zwischen Mitgliedsstaaten zu beeinträchtigen geeignet gewesen sein sollen und eine Beschränkung des Wettbewerbs innerhalb des gemeinsamen Marktes bezweckt oder bewirkt haben sollen.

Darüber hinaus hatte der Herr Brunner noch mehr Sorgen. Hören wir ihm selbst zu:

http://erlus-server.de/userfiles/allgemein/pdf/Jahresabschluss_2008.pdf

Als Frühindikator für die wirtschaftliche Gesamtentwicklung bekam die Bauindustrie das

nachlassende Wachstum frühzeitig zu spüren. Die Baugenehmigungs- und

Fertigstellungszahlen von Ein- und Zweifamilienhäusern haben sich im Vergleich zum

Vorjahr nochmals reduziert und sanken damit auf den niedrigsten Stand seit der

Wiedervereinigung. So wurden zum Beispiel im Jahr 1993 etwa viermal so viele Wohnungen

genehmigt als 2008.

Und weiter:

Die anhaltend hohe Verunsicherung über den Verlauf des Geschäftsjahres 2009 lässt heuteeine seriöse Prognose für die Geschäftsentwicklung nicht zu. Diese Unsicherheit zeigen

auch die fast täglich revidierten Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute.

Aufgrund der prognostizierten Kaufkraftverluste rechnen wir derzeit nicht mit einer Erholung

der für uns relevanten Märkte.

Es ging ihm also nicht ganz so gut, dem Herrn Brunner. Erstmal durch Preisabsprachen so richtig erfolgreich geworden, dann kamen Kartellamt und Wirtschaftskrise und brachten all das ergaunerte Vermögen in Gefahr. Ergaunert? Klar:

http://www.ddh.de/ddh_newsarchiv.html

Preisabsprachen. Sechs marktbeherrschende Produzenten von Tondachziegeln haben im Juli 2006 eine Preiserhöhung wegen angeblicher „Energiekosten“ vereinbart.

Das ist die Aushebelung der Marktwirtschaft, Verschwörung zum Schaden des Verbrauchers und der Allgemeinheit. Vor solchen Bösen schützt uns nur noch das Kartellamt – gelegentlich. Man kann das sogar „verfassungsfeindlich“ nennen – denn unsere Verfassung sieht Marktwirtschaft vor, Monopolwirtschaft wollen wir nicht …sie läßt sich mit Demokratie nicht vereinbaren: das interessiert aber einen echten Leistungsträger nicht.

Dieser Leistungsträger ist nun unser Held.

Am 12. September 2009 wurden vier 13- bis 15-jährige Kinder von zwei 17- und einem 18-Jährigen[3] am S-Bahnhof Donnersbergerbrücke und in einem S-Bahn-Zug der Linie S7 bedroht. Sie verlangten 15 Euro, ansonsten würden sie Gewalt anwenden. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, schlug einer der Jugendlichen einem Kind ins Gesicht. Brunner schritt ein und alarmierte die Polizei, worauf einer der 17-Jährigen den Zug verließ. Brunner stieg zusammen mit den Kindern am S-Bahnhof Solln aus.

(Quelle: Wikipedia)

Soweit, so gut. Das Drama war abgeschlossen … doch nahm nun einen noch viel häßlicheren Verlauf, nach dessen Ende der Held tot war.

Das Magazin „Focus“ schildert die Tat eindrücklich nach den Erzählungen eines dreizehnjährigen Mädchens.

http://www.focus.de/panorama/vermischtes/s-bahn-mord-13-jaehrige-zeugin-spricht-ueber-die-tat_aid_437322.html

Nebenbei erfährt man hier, das es noch eine weitere Heldin gab:

Daraufhin habe Brunner die beiden Jugendlichen aufgefordert, die Kinder in Ruhe zu lassen, auch eine Frau habe Zivilcourage gezeigt.

Diese Frau wurde jedoch vom Nebel der Geschichte verschlungen. Vielleicht paßte sie nicht so richtig ins Drama, war arbeitslos, hatte Migrationshintergrund: wer kann das schon wissen.

Der Held jedoch … ist am Ende tot. Das Drama wurdeTragödie. Er bekam Orden, er bekam sogar eine Stiftung. Den Heldentod gestorben im Kampf gegen das Böse.

Doch nun … wird es richtig häßlich. Deutschland hatte den Fall eigentlich schon zu den Akten gelegt, man brauchte jetzt nur noch auf die Hinrichtung der Täter zu warten, alles andere war abgearbeitet. Doch dann … der erste Haken. Der Held war an den Folgen eines Herzanfalles gestorben, nicht untypisch für Menschen seines Alters und seines Standes. Der klassische A-Streß-Typ. Die fallen mit fünfzig einfach schon mal so um….auch ohne Schlägerei.

Und dann wird es noch haariger: aus dem Retter wird … ein Angreifer.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,707593,00.html

Als Dominik Brunner tot war, pries man ihn öffentlich und allseits. Er habe sich vorbildlich verhalten, alles richtig gemacht. Die Wahrheit sieht vermutlich anders aus: Der Manager beschützte zwar vier Kinder vor S-Bahn-Rowdys – doch er begann offenbar auch die Schlägerei, die ihn das Leben kostete.

Endlich hat der Gutmensch mal jemanden, auf den er richtig eindreschen kann, immerhin ist der ja bewiesenermaßen Böse – anders kann ich mir diese Aktion nicht mehr erklären. Hören wir den Zeugen selbst:

„Für mich war er der Angreifer“, beschreibt der Zeuge die Situation. Dann habe Brunner gerufen: „Das klären wir jetzt mit der Polizei.“

Nach dem Faustschlag – „getroffen hat er sehr gut“ – sei laut diskutiert worden zwischen Brunner und den Angeklagten. „Klang Herr Brunner ängstlich?“, will eine der beisitzenden Richterinnen wissen.

„Nee, ängstlich klang das nicht. Eher nach einer lauten Mitteilung.“

„Und wie war die Situation nach dem Schlag?“, fragt die Staatsanwaltschaft.

„Die Angeklagten waren völlig überrascht – wie ich auch. Für mich war Herr Brunner der Angreifer. Und wenn der Aggressor sagt, er holt die Polizei, dann war das für mich okay“, antwortet der Zeuge.

Noch einmal die Staatsanwaltschaft: „Haben die beiden Jugendlichen etwas gemacht?“

Wieder verneint der Lokführer.

Dominik Brunner, Held der Republik, erteilt dem Prekariat eine Lektion. Das wollten doch viele der edlen Gutmenschen schon immer mal tun. Tagaus tagein hört man von den Asozialen, die auf anderer Leute Kosten leben, den Sozialschmarotzern, die das Geld einfach so vom Staat bekommen, anstatt es dem Bürger durch Preisabsprachen aus der Tasche zu ziehen. Da war es doch einfach mal an der Zeit, dem Prekariat mal anständig aufs Maul zu hauen.

Und was tut die Staatsanwaltschaft in einem solchen Fall? Erstmal den Zeugen einschüchtern:

„Hat man überprüft, ob arbeitsrechtliche Konsequenzen bei Ihnen zu ziehen seien?“, fragt eine der Staatsanwältinnen etwas spitz.

Das Drama ist in Gefahr, die Tragödie droht entzaubert zu werden: das darf nicht sein. Wie hatte damals noch die FAZ gejubelt ob dieser Geschichte:

http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E163DC2265DF544FAAEE53BD01C42116C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Dominik F. Brunner hat sein Leben hingegeben, um vier Kinder in der Münchner S-Bahn vor jungen Gewalttätern zu schützen. Er steht dafür, wozu der Mensch mit seinen hellsten Eigenschaften in der Lage ist – zu selbstloser Fürsorge und zu großem Mut. Sein Tod ist ein Fanal für Deutschland.

Das ist heute, am 21.7.2010, schon mal alles großer Mumpitz und ich will gar nicht wissen, wie viele Gutmenschen damals losgezogen sind um die S-Bahnhöfe jetzt endgültig vom Prekariat zu befreien….wenn der GUTE ein OPFER und einen BÖSEN hat, dann ist er ja nicht mehr zu bremsen. Wir gut, das wir in Deutschland Gesetz und Ordnung haben, um diese Form der Selbstjustiz (die für uns BÖSE ist) zu bremsen.

Die Täter? Es ist nur einer. Und aus seiner Sicht sieht alles fürchterlich anders aus:

http://www.br-online.de/aktuell/toedlicher-ueberfall-am-s-bahnhof-DID1253088646036/dominik-brunner-solln-prozess-ID1279093944530.xml

Am S-Bahnhof Solln sei er von Brunner plötzlich angegriffen und ins Gesicht geschlagen worden. „Der ältere Mann tänzelte mit erhobenen Fäusten vor uns“, sagte S. Er selbst habe einen Fausthieb ins Gesicht bekommen. „Der Schlag war echt heftig und tat voll weh. Ich weiß nur noch, wie ich richtig wütend wurde. Ich bin dann wohl auf den Mann zugegangen und habe auf ihn eingeschlagen.“ An den genauen Tathergang könne er sich nicht mehr erinnern: „Ich muss voll einen Blackout gehabt haben.“ Den Tod von Brunner habe er jedoch auf keinen Fall gewollt.

Schwer zu sagen, was da wirklich los war. Hat der Täter Recht … und danach sieht es momentan aus … dann gehört Dominik Brunner auf die Anklagebank. Körperverletzung. Und er Täter ist kein Mörder noch ein Totschläger, sondern hat aus Notwehr heraus gehandelt.

Interessiert es jemanden, was wirklich war? Nein, dafür ist die Geschichte zu schön….und wir lieben doch solche Geschichten.

Es wäre ja auch  zu peinlich, wenn der Prekariatsdisziplinator im schlechten Licht dasteht. Er hat ein Bundesverdientskreuz, einen bayrischen Verdientsorden und kriegt – laut Wikipedia – sogar ein Denkmal.

Ergoldsbach, die niederbayrische Heimatgemeinde von Brunner, will ihm ein Denkmal setzen. Das 2,20 Meter große Denkmal soll einen Mann darstellen, der sich schützend vor einen Jungen stellt. Laut den Plänen wird der Bronzeguss vor einem Neubau mit dem Namen Dominik-Brunner-Haus aufgestellt. Darin werde ein Schülerhort und ein Kindergarten untergebracht. Aufgestellt wird das Denkmal am 18. September 2010.[21]   

http://www.dominik-brunner-stiftung.de/userfiles/hahne.pdf 

Ich will selbstverständlich dem Gericht nicht vorgreifen. Doch mich empört, dass dies alles

plötzlich wesentlich sein soll und Brunners Bild in der Öffentlichkeit verändern kann.

Mir persönlich ist es schlichtweg egal, ob es Mord oder Totschlag war.

Mit dieser Frage sollen sich Juristen auseinandersetzen, das ist deren Aufgabe.

Wer am 12. September 2009 auf dem S-Bahnsteig in München-Solln zuerst geschlagen hat, und

ob Brunner vorsätzlich ermordet, nach einem Handgemenge zusammengeschlagen worden ist,

oder ein im medizinischen Sinne schwaches Herz hatte, ändert für mich nichts an der Tatsache,

dass dieser Dominik Brunner das einzige Opfer ist.

Er wollte helfen und hat dafür sein Leben eingesetzt, das ist die Tat eines Helden, die kein

Gericht der Welt wegurteilen kann.

Die Schläger haben seinen Tod in Kauf genommen, er wurde erschlagen, als er am Boden lag.

Alle anderen schauten zu oder gingen weiter – das ist der Skandal.

Wenn jetzt auch noch vor Gericht um Mord oder Totschlag gefeilscht wird und Argumente

gesammelt werden, wie die Täter möglichst milde wegkommen, widerspricht das meinem

Rechtsempfinden.

Es darf nicht sein, dass es bald überhaupt keine Zivilcourage mehr gibt, weil im

Nachhinein Täter zu Opfern gemacht werden.

Wenn es denn ein Denkmal gibt und Orden gab, dann ist natürlich völlig egal, was das Gericht letztendlich sagt. Dem Gutmenschen ist immer egal, was die Gerichte sagen, er WEIß einfach genau, was wahr und alles andere stört nur, bringt seinen einfachen Geist durcheinander.  Mord, Totschlag … oder Notwehr … egal. Täter dürfen nicht zu Opfern gemacht werden, aber wenn – wie im vorliegenden Fall – Opfer zu Tätern gemacht werden (denn das passierte dann durch die Medien mit den „Opfern“ Brunners) dann ist das in Ordnung.

Unsere Gesellschaft gibt ein weiteres Stück ihrer Identität preis, wenn Helden posthum zu

Deppen gemacht werden.

Gleiches gilt, wenn wirtschaftskriminelle Deppen zu Helden gemacht werden. Und ich kriege ein ganz mulmiges Gefühl, wenn ich dem Peter Hahne weiter lausche, wenn er von einem „unwürdigen Gerichtsschauspiel“ spricht. Gerichte sind niemals unwürdig und wer dies behauptet, will eine andere Republik. Eine ganz andere Republik, in der wieder einmal die Bestialität der Gutmenschen fürchterlich wütet – wie bei den Hexenverbrennungen, der Judenhatz oder allen anderen Formen der Lynchjustiz.

Was man mit den Orden machen soll, weiß ich nicht. Aber für das Denkmal hätte ich schon eine Verwendung.

Nennt das Kind „Bürger“ und den Mann „Kartellamt“, dann paßt das wieder.

Wie gut, das wir noch in einer Demokratie leben, wo Kartellamt und Gerichte über Fairnis und Gerechtigkeit wachen … und wie schlimm, wie viele Menschen mitlerweile eine ganz andere Republik haben wollen.

 

 

 

 

 

 

Hätte Brunner wie alle anderen weggeschaut, würde er noch leben, und es gäbe dieses

 

 

 

 

Deutschlands Trauerspiel – Arbeit, Aufschwung, Lügenmärchen … Pudel und Rindviecher

Jetzt sind sie ja weg, die Fahnen. Von einem Tag auf den anderen. Erst war noch alles voll, dann auf einmal mit einem Schlag: alles weg.  Kein Nationalstolz mehr? Oder schlug Merkels Sparpaket auch dort zu? Nun – ich hatte keine Zeit für Fußball. 14-Stunden-Arbeitstage hinterlassen ihre Spuren. Nun, ich arbeit gerne viel, weil es Sinn macht und es auch schön zu sehen ist, was man in wenig Zeit alles schaffen kann, wenn man die Arbeitsabläufe gut organisiert. 

Vielleicht hatte Deutschland ja verloren … oder aber die Fahnenschwenker haben gemerkt, das es insgesamt ein Trauerspiel ist.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/automobil/0,2828,705453,00.html

Die Pkw-Zulassungen sind auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung gefallen. Besonders stark ist das Minus bei Kleinwagen. Trotzdem wachsen die deutschen Hersteller wieder, allerdings vor allem im Ausland.

Eine seltsame Entwicklung.  Man kann ja über die Deutschen sagen was man will, aber AUTOS sind denen doch schon immer wichtiger als KINDER gewesen. Was ist da los? Nun, das Manager Magazin hilft uns da nicht weiter. Aber vielleicht der STERN:

http://www.stern.de/news2/aktuell/mehr-hartz-iv-aufstocker-trotz-aufschwung-1581226.html

Trotz des Aufschwungs sind immer mehr sozialversichert Beschäftigte zusätzlich auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ist die Zahl der sogenannten Aufstocker in den neuen Bundesländern von 3,3 Prozent im Juni 2005 auf 5,1 Prozent im September 2009 gestiegen. Im Westen hat sich deren Anzahl im gleichen Zeitraum von 1,1 Prozent auf zwei Prozent fast verdoppelt. Damit bestätigte der DGB einen Bericht der „Leipziger Volkszeitung“.

Na, da haben wir doch mal eine Information die uns ein wenig erklären kann, was hier los ist. Sicher, wenn es für Arbeitskraft kein Geld mehr gibt, dann werden auch keine Autos gekauft. Wir sind schlicht und einfach pleite … und das war es dann auch mit den Neuwagen. Pleite? Nein, das kann ja gar nicht sein. Die Nachrichten brummen ja nur so vor Sensationsmeldungen über den deutschen Aufschwung.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,705479,00.html

Es wäre ein entscheidender Schritt aus der Krise: Die deutsche Wirtschaft könnte in diesem Jahr nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) weit stärker zulegen als angenommen. „Wir haben in diesem Jahr die reale Chance, dass es zwei Prozent Wachstum werden“, sagte Schäuble am Donnerstagabend in Berlin.

Offenbar betrifft dieses „wir“ aber nicht jedermann. Deutschland entwickelt sich ja zu einer Art Pflegestation für Kapitalpudel, für die das „Restvolk“ zu Nutztieren mutiert, die alle vier jahre die Farbe ihrer Melker bestimmen darf und den Rest der Zeit ständig neuen Abreiforgien ausgesetzt ist.

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Weniger-Netto-vom-Brutto-fuer-Arbeitnehmer_aid_879207.html

 Durch die schwarz-gelbe Regierung steigt nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler für Millionen Arbeitnehmer die Steuer- und Abgabenlast. Statt mehr Netto vom Brutto gebe es für alle Singles und Kinderlosen weniger. Dies sei das Ergebnis nach den Entscheidungen zur Gesundheitsreform, errechnete der Steuerzahlerbund. Zudem wirft der „Wirtschaftsweise“ Wolfgang Wiegard der Bundesregierung in der Steuerpolitik „Vertuschung“ vor.

Nun, an Vertuschung sind wir ja gewöhnt. Darum gibt es Nachrichtenspiegel-online ja überhaupt. Wäre ja sonst nicht notwenig, wenn man morgens einfach noch wie früher mal der Tageszeitung trauen darf. Es sind allerdings nicht alle Deutschen von den Zahlungen betroffen.  Zahlen darf wie üblich das deutsche Rindvieh, der Mittelschichtler. Zahlen dürfen auch jene, die infolge der verschiedenen Rationalisierungsorgien, die zwecks ständig steigenden Maximierungsphantasien von Kapitalerträgen veranstaltet wurden schon im Arbeitskräftesondermülldepot der ARGEn liegen.

Wer jedoch etwas mehr Geld hat, der ist für Politik  der kleine weiße Kuschelpudel:

Der positive Effekt auf die Steuerlast bringe umso mehr, je höher das Einkommen und damit der Steuertarif sei. Das erkläre, warum ein Single mit 150.000 Euro Jahresgehalt besser dastehe, als einer mit 40.000 Euro – wenn auch nur geringfügig.

Die paar Leute, die so ein Jahresgehalt haben, reichen aber nicht aus um die Binnennachfrage nach PKW zu befriedigen. Somit kann man sagen: es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Produktion aus Rationalisierungsgründen ins Ausland verlegt wird – neben Lohnkosten spart das auch enorme Frachtkosten … und gibt vielleicht noch Subventionen aus der EU.

Diese Pudel werden im Gegensatz zu den deutschen Mittelschichtrindviechern auch noch fein mit Geld gepudert, Mutti Merkels kleiner Liebling zu sein, zahlt sich halt aus:

http://reporter.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,1000046,00.html?dr=1

 Hohes Vermögen und niedrige Steuern – Wie Millionäre in Deutschland geschont werden.

Nun, diese Strategie haben ja schon die letzte Regierungen gefahren. Irgendwer hatte ihnen gesteckt, das eine finanzielle Schonung der Pudel die Rindviecher glücklich machen würde. Irgendwer? Nun – die führenden Ökonomen der Welt. Nur leider – haben die sich vollkommen geirrt.

http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/realitaetstest-der-oekonomie-weniger-staat-mehr-krise;2615226

Die Studien von Reichlin und Stulz liefern empirische Belege für das Argument, dass die Mehrheit der Ökonomen zuvor die Selbstheilungskraft und Stabilität freier Märkte überschätzt hat. Eine Reihe von Volkswirten, darunter auch mehrere Ökonomie-Nobelpreisträger, ist ebenfalls überzeugt: „Der Glaube an den Markt und die Verachtung für Regierungen haben in unserer Disziplin oft die Fakten übertrumpft“, sagt zum Beispiel Paul Krugman.

Die Religion der „unsichtbaren Hand des Marktes“ hat halt fürcherlich versagt. Konsequenzen? Keine. Die Prediger und Priester dieser Religion sitzen weiter in ihren sicheren Tempeln und kassieren immer noch – gegen jede wirtschaftliche Vernunft – Millionen über Millionen … und dürfen davon noch viel mehr behalten als der Hartz IV-Aufstocker.

http://www.epochtimes.de/articles/2010/07/08/595738.html

Sieben Millionen Euro hat ein DAX-30-Unternehmen 2009 im Durchschnitt einer Studie zufolge an seine früheren Vorstandsmitglieder als Altersversorgung gezahlt. Dies entspreche im Schnitt noch immer der Hälfte der Bezüge der aktiven Vorstände, heißt es in einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Einmal Pudel – immer Pudel. Vier Jahre arbeiten, dann als Millionär den Rest des Lebens segeln gehen …. das ist die Philosophie der „Leistungselite“, von denen kaum einer einen 14-Stunden-Arbeitstag hat. Können die sich gar nicht leisten – sie müssen sich um Steuerflucht und Renditemaximierung kümmern. Realwirtschaft … ist denen doch egal. Hauptsache man hat theoretisch die Versorgungsansprüche eines Halbgottes von der Bank garantiert bekommen – den Rest zahlen die Rindviecher.  Noch nichteinmal zur Abschaffung der widerlichen Kaninchenmast konnte sich die Regierung durchsetzen:

http://www.presseportal.de/pm/17477/1644973/vier_pfoten_stiftung_fuer_tierschutz

Merkel und Westerwelle sagen ja zur Kaninchenfolter
Agrarausschuss des Bundestages gegen Verbesserungen in der katastrophalen Kaninchenmast

Und wenn die niedlichen Kaninchen schon nicht mehr geschont werden, dann sollten sich die Rindviecher der deutschen Mittelschicht erst recht keine Hoffnung mehr machen.

Also … ich weiß, warum die Fahnen weg sind. Habe da keine weiteren Fragen mehr.

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