Gantenbrink

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Die Große Pyramide – der Krimi geht weiter!

khufu

Hunderttausende von professionellen und Hobbyisten weltweit hielten Anfang der neunziger Jahre gespannt den Atem an: ein bis dato recht unbekannter Ingenieur aus München, Rudolf Gantenbrink, hatte etwas wahrhaft verrücktes vollbracht. In der Großen Pyramide von Gizeh, die von Pharao Cheops, wies neben den zwei bekannten noch zwei unbekannte, sehr rätselhafte „Luftschächte“ von einer Sargkammer bis fast zur Oberfläche auf. Nichts hatte bisher dazu getaugt, die Schächte genauer zu inspizieren; auch die längsten Stangen, mit denen man in sie hineingetastet hatte, waren entweder zu kurz oder sie verhakten sich – die Schächte waren mit einem Durchmesser von weniger als 20 Zentimetern einfach zu klein und dazu wiesen sie sehr steil nach oben.

Gantenbrink, der sich damals bereits selbst „Archäotechniker“ nannte, hatte jedenfalls einen Roboter konstruiert und ließ diesen einen der Schächte hinaufkriechen. Professionelle Ägyptologen hatten in der Annahme, diese Schächte hätten in der Bauphase der Belüftung der inneren Kammern gedient, kurzerhand  „Luftschächte“ genannt, andere witterten in ihnen spirituell notwendige „Seelenschächte“, durch die die Seele des bestatteten Pharao aus der Sargkammer in den Himmel aufsteigen konnte. Beweise hatte niemand.

1992 erreichte der Gantenbrink’sche Roboter mit dem Namen „Upuaut“ (Übers.: „Der, der die Wege öffnet“) das Ende des Schachtes und stieß auf eine Kalksteinplatte. Der Verdacht, dass der Schacht blind im Gestein endet, war hinweggefegt: die verschließende Kalksteinplatte wies Kupfergriffe auf und war also beweglich montiert, nicht fest gemauert. Zudem waren auf den letzten Metern des Schachtes höchstaufwendig polierte Kalksteinplatten höchster Güte verarbeitet worden und kein rauher, funktionaler und hässlicher Sandstein – das war der sicherste Hinweis für die Annahme, hinter der Platte befände sich rituell / kulturell / spirituell wichtiges bzw. wertvolles.

Im Jahre 2002 erlaubte die Ägyptische Altertümerverwaltung eine zweite Roboterexpedition unter Verwendung eines Bohrers. Die Kalksteinplatte sollte mit einem Loch einer kleinen Lampe nebst einer Kamera Zugang zu dem erlauben, was auch immer hinter dieser Platte liegen sollte. Das Ergebnis war ebenso verunsichernd wie erschütternd: nichts. Ganz offensichtlich befindet sich hinter der ersten Kalksteinplatte zumindest noch eine zweite, jedenfalls zeigt das hergestellte Bild eine weitere Steinoberfläche und nicht einen Raum oder ein weiteres Gangsystem, wie bereits vermutet worden war.

Möglicherweise gibt es hier Mini-„Porticulli“, wie man die sonst gigantischen und aus Granit gefertigten Vorlegesteine nannte, mit welchen Gräber verschlossen worden waren und die über Seilsysteme bei Schließung des Grabes vor die Tür der Sargkammer praktiziert worden sind. Oft gleich mehrere hintereinander.

Sicher ist aber zweifellos, dass die Verschlussplatten in den Gängen etwas ganz Bedeutsames und/oder Wertvolles verstecken; es kann sich um gigantische Reichtümer drehen oder um die originalen Baupläne der Pyramide selbst. Vielleicht liegen dahinter auch die echten Gangsysteme mit der echten Grabkammer, denn für die, die man als solche bezeichnet, ist keine Grablegung bewiesen. Der als „Sargkammer“ bezeichnete Raum ist dazu vollkommen schmucklos, ohne alle Inschriften und, gemessen an der Größe und -Komplexität des gesamten Bauwerks, viel zu leicht erreichbar.

Die englische Maschinenbau-Universität aus dem englischen Leeds schickt sich jedenfalls an, die zweite Platte mit einem neuen Roboter wiederum zu durchbohren und Energie genug aufzubringen, das Rätsel auf jeden Fall zu knacken. Es liegt eine unbekannte Anzahl von möglichen Überraschungen vor ihnen, die Baumeister vom Nil waren geniale Experten – und sie hatten Humor. Wer weiß, was sie für uns vorbereitet haben! Einen Zettel vielleicht, auf dem man einen Baumeister mit herausgestreckter Zunge sieht? Die echte Sargkammer? Ein Fallensystem? Eine Kiste mit Bauplänen? Tonnenweise Gold?

Das einzige jedenfalls, was uns der Pharao von sich selbst bisher hat entdecken lassen, finden wir in der nur wenige Zentimeter großen Elfenbeinstatuette. Sie zeigt ihn als König sitzend.

Mehr existiert nicht vom Erbauer des größten Bauwerks in der Geschichte der Menschheit. Und hätte man nicht durch bloßen Zufall den von Arbeitern lässig hingeschmierten Namen des Königs auf Granitsteinen innerhalb der Pyramide selbst, dann wäre sogar noch fraglich, ob dieses steinerne Fanal überhaupt ihm zuzurechnen wäre.

Ende des Jahres werden wir von den Engländern aus Leeds mehr über den Pharao und sein Grab erfahren!

© 2010 Echsenwut.

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