G 20

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Die unerträgliche Trägheit der Deutschen: G 20 in Hamburg

Freitag, 7.7.2017. Eifel. Es ist mal wieder Zeit, kurz etwas in eigener Sache zu schreiben. Rufen Sie mal den „Nachrichtenspiegel“ auf, das nichtkommerzielle Nachdenkmagazin, das am 4.7.2010 startete. Ja – wir sind jetzt sieben Jahre alt geworden, haben die Kleinkindphase hinter uns. Vor 2015 waren es zehn Millionen Leser, heute sind es: 18.536.882 Zuschauer seit dem 09.12.2011 12:00. Gut – die kommen nicht alle täglich vorbei, es verteilt sich auf eine lange Zeit: aber es scheint mir schon erstaunlich zu sein, wie viele Menschen man als Privatmann erreichen kann, auch mit langen, komplizierten Texten, die ihre Quellen hauptsächlich aus dem Mainstream beziehen. Ja – ist ja oft kritisiert worden: ich lese Mainstream. Ich bin ja auch kein Verfechter des Wortes „Lügenpresse“, ja manchmal scheint mir halt „Lückenpresse“ zu hart, ich würde eher von „Willkürpresse“ reden, die reale Informationen mit massiver sprachlicher Gewalt in irreale Schemata presst – mein Job ist es da nur, sie in anderen Schemata abzubilden, kleine Geschichten darüber zu schreiben, aus welcher Sicht man das noch sehen könnte, um sich umfassend eine Meinung bilden zu können. „Even the worst case“ war die Devise, als ich damals anfing zu schreiben – für jemanden aus dem Management ganz normal, für die Politik in Berlin: eine fremdartige Perspektive, dort herrschte eher Pippi Langstrumpf – man machte sich die Welt, wie es einem gefällt.

Kurz nach unserem fünften Geburtstag erhielt ich einen offenen Brief von dem Herrn Parkwächter – ich hatte wohl den Eindruck erweckt, als wäre ich hoffnungslos und würde bald das Schreiben einstellen; er wollte mir ins Gewissen reden, warum das gar nicht geht. Ich gestehe, er hatte Recht – und immer wenn mich der Gedanke beschleicht, dass ich vielleicht doch lieber Fernsehen schauen oder Bier trinkend am Strand liegen sollte, dann weiß ich, dass ich dort in seinen Worten die Gründe finde, nochmal ein paar Worte zu machen – und zwar heute auf Wunsch eines Menschen, der die Welt nicht mehr versteht.

Gehen wir dazu erstmal in die jüngere Vergangenheit. Können Sie sich noch an das Jahr 1987 erinnern? Ich zitiere da mal was aus dieser Zeit (siehe Spiegel):

„Die Belagerung begann mitten in der Nacht. Lange vor Beginn der Frühschicht rückten Trupps mit Hunderten von Stahlarbeitern in die Stadt aus. Sie riegelten Bundesstraßen ab und sperrten eine Autobahnauffahrt. Knapp 16 Stunden lang blockierten die Männer eine dreispurige Rheinbrücke.“

Faszinierend, oder? Obwohl ich auch zu den Menschen gehörte, denen die Staus an jenem Tage zu schaffen machten, war meine Laune gut: solange sowas noch auf deutschen Straßen geschah, war die Demokratie sicher. Wenn wirklich was schief lief in der Bürokratie, konnte man sicher sein: die Jungs vom Stahlwerk machen die Autobahnen dicht:

„Der Duisburger Stadtteil Rheinhausen war vorigen Mittwoch fast abgeriegelt. Hinter Straßensperren und heißen Kokskörben hatten sich Tausende von Stahlarbeitern in Stellung gebracht. Arbeiter drohten, dicke Stahlbrammen auf die Autobahn zu werfen oder die A 2 zu besetzen. Selbst NRW-Ministerpräsident Johannes Rau konnte nur auf Schleichwegen in die Stahlfestung gelangen.“

Ja. Es kam keine Polizei, sondern der Ministerpräsident. Persönlich – um mit den Jungs zu reden. Die Jungs zeigten auch deutlich, dass der Spaß vorbei war, sie wurden sehr persönlich und zeigten Konsequenzen auf:

„In Rheinhausen verbrannten Arbeiter eine Stoffpuppe. Sie trug den Namen des für den geplanten Abbau verantwortlichen Chefmanagers Gerhard Cromme. Ein Demonstrant trug ein Pappschild vor dem Bauch: „Wenn Krupp-Rheinhausen stirbt, dann stirbt auch Cromme“.“

Und das Volk? War auf ihrer Seite:

„Der ganze Stadtteil, geprägt von Krupp und verschweißt mit Stahl, macht mobil. Rund 12000 Duisburger Schüler bauten sich vorigen Donnerstag neben einem Galgen auf und forderten „Zukunft für die Kinder von Rheinhausen“.“

Sie hatten verstanden, welche taktischen Schritte sie zu unternehmen hatten, um ihre strategischen Ziele zu erreichen: ist die Autobahn dicht, geht nichts mehr in den Städten. 18 Jahre später verriet die SPD zusammen mit den Grünen mal wieder ihre ganze Wählerschaft, zersägte den Sozialstaat, brach der Arbeitnehmerschaft das Rückgrat, führte stolz den besten Niedriglohnsektor Europas ein – also: Sklavenarbeit für Millionen – und nichts rührte sich. Man konnte sich wundern: wenn schon ein paar hundert Stahlarbeiter erfolgreich Straßen blockieren konnten, wenn ein paar tausend Stahlarbeiter einen ganzen Stadteil erobern konnte – was konnten da Millionen ausrichten? Nun: eine ganz neue Republik schaffen, eine Republik, die aktiv auf die Herausforderungen der Gegenwart zum Schutze der Eigentümer des Landes (der Bürger – also: uns alle) reagiert und nicht nur Arbeitslose als Sündenböcke an die Wand stellt, die auf einmal ganz allein für die Folgen der irren und willkürlichen Globalisierungsorgien verantwortlich gemacht wurden – als Faulpelze, Parasiten und Schmarotzer, nicht in der Lage, sich durch positiv Denken einen echten Arbeitsplatz herbeizuphantasieren.

Was war geschehen in den Jahren?

Nun – manche sagen, es seien die Arbeiter, denen  durch Hartz IV der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Ich habe dazu mal in privatem Kreise eine Umfrage gestartet, bekam dazu unter anderem diese Antwort:

„Lieber Reiner, wie du weißt, habe ich 6,5 Jahre als Gründer und Vorsitzender einer Unternehmerbewegung viele Vorträge gehalten. Darüber was sich in diesem unserem Lande ändern muss. Ganz ohne linke Gesinnung. Während und danach sagten die meisten, genau so isses. Kaum war eine Nacht vergangen, stiegen sie in ihr Hamsterrad und machten weiter wie zuvor. Dabei könnten wir sovieles tun. Wir müssten nicht nach den Parteien und Verbänden rufen. Wir müssten nur lernen ungehorsam zu sein. Ungehorsam gegen den Konsum, gegen die Behörden, gegen die Parteien, gegen Zwangsgebühren, gegen Banken und, und , und…..“

Das – sagt ein Unternehmer. Sogar der Chef einer Unternehmerbewegung. Der Chef von Unternehmern, die wissen, das wir wirtschaftlich mit Vollgas an die Wand fahren – um hier Panik zu kriegen, braucht man auch gar keine „linke Gesinnung“, volkswirtschaftlich geschulter Sachverstand reicht völlig aus – oder die Erkenntnis, dass Deutschland wieder von einer kleinen Elite regiert wird (siehe Welt), die uns erlaubt, alle vier Jahre einen von zwei Kanditaten ihrer Wahl zu wählen. Hören wir nochmal eine andere Stimme dazu – eine weitere Perspektive aus dem Freundeskreis:

„Für die Passivität gibt es zahlreiche Gründe:
die allgemeine Verblödung und Angst, aufzufallen und bestraft zu werden, sind wohl die wichtigsten. Sie sind ein Ergebnis der autoritären bis totalitären Prägungen unserer Geschichte, in der mindestens seit dem Mittelalter die schamlose Ausbeutung und Versklavung der Bevölkerungsmehrheit mit äusserster Brutalität durchgesetzt wurde. Wer sich dagegen auflehnte, hing schnell am nächsten Galgen, wurde bei den Bauernaufständen niedergemetzelt oder im KZ vergast. Die braven Vollstrecker hingegen wurden befördert und grosszügig beschenkt. Ihre Nachfahren leben oft heute noch von diesen geerbten Reichtümern.
Nur wenige Jahrzehnte lang, nach dem letzten verloren Krieg, musste der deutsche Michel auf Druck der Siegermächte und wohl auch infolge der Kriegsmüdigkeit nach den Elensdsjahren mal kleinere und demokratische Brötchen backen: die allgemeinen Menschenrechte sollten plötzlich in Deutschland Staats- und Erziehungsziel sein. Sie wurden in den 60er und 70er Jahren propagiert, aber nach dem Zusammenbruch des Kommunismus schnell wieder in die Mottenkiste verstaut, weil sie „die da oben“ beim „Durchregieren“ zu sehr stören. Daher breiten sich wieder die Urinstinkte des Obrigkeitsstaates aus, spätesten seit dem mit H4 wieder ein wirksames Folterinstrument bereitgestellt wurde. Unterwürfigkeit und Anpassung sind also in Deutschland fast kontinuierlich durchgesetzte Erziehungsziele und wurden, besonders von den weniger gebildeten Schichten, internalisiert. Sie müssten in einem aufwendigen Lernprozess erstmal wieder abgebaut werden, bevor eine wirksame Emanzipation einsetzen könnte.“

Ja – vielleicht ist das was spezifisch deutsches? Duckmäusertum, Biedermeierphantasien, Anpassungsfanatismus? Ich habe kürzlich Unterlagen sichten dürfen, die Schüler beschrieben, die vor echten Unternehmern Bewerbungsgespräche simulierten, hier konnte man ankreuzen: „Kleidung: angepasst – nicht angepasst“. Zu meinen Schulzeiten hätte das einen Aufstand gegeben – heute wird dieser Übergriff in die intimsten Bereiche des Menschen klaglos hingenommen, ja, noch nicht mal verstanden, was das für ein Übergriff ist.

Gut – wir haben ja noch Demonstrationen wie beim G-20-Gipfel in Hamburg, wo jetzt schon hunderte Menschen verletzt sind (siehe Spiegel) und die Staatsgewalt auch bewusst auf Journalisten einprügelt (siehe Neues Deutschland) – aber es sind ja auch sehr wenig Demonstranten, die dort aufmarschiert sind – und eine bemerkenswerte Unterstützung durch die Bevölkerung erhalten. Ist es wieder da, das neue, vierte Reich, das ganz Europa unter seine Macht zwingt? Ist es vielleicht genau das, was Arbeitnehmer und Unternehmer in ihrer Apathie eint: die gnadenlose Furcht vor dem unbarmherzigen Staat, der jederzeit hemmungslos zuschlagen kann?

Es waren nur 6000 Arbeitsplätze, die damals in Duisburg auf dem Spiel standen und eine Revolte auslöste, die schnell hätte blutig werden können. Sind nämlich harte Jungs, diese Stahlarbeiter. Hart wie Kruppstahl, sozusagen. Sie wollten auch nicht „demonstrieren“ (was nur Sinn macht, wenn die Obrigkeit dieses Ritual als Zeichen akzeptiert), sondern … richtig dicken Stunk machen. Gnadenlos, umbarmherzig, hemmungslos – die symbolische Verbrennung eines Menschen ist keine Kleinigkeit … und wenn man ihren Worten traut, war das nicht nur ein Zeichen, sondern ein Versprechen. Es war keine Demonstration – es war eine Barrikade, die eine deutliche Linie in den Sand zieht und sagt: bis hierher und nicht weiter. Es ging auch um viel: das Überleben einer Stadt … die heute enorme soziale Probleme hat. Und es gab erstaunlich viel Solidarität (siehe sozialismus.info).

Heute geht es um viel mehr: aber die Meldung, dass US-Investoren den Abbau von 20000 Arbeitsplätzen bei der Deutschen Post fordern (ein erstaunlicher Eingriff in die „inneren Angelegenheiten eines Landes“) findet man nur noch am Rande (siehe junge Welt), niemand käme auf die Idee, den Frankfurter Flughafen dafür zu blockieren. Ja – stellen Sie sich doch einfach mal vor, es wären eine Million Demonstranten (so viele wie früher mal auf den Ostermärschen), die in Hamburg gegen den irrsinnigen G-20 Gipfel (im Grunde eine reine Privatveranstaltung auf Kosten der Steuerzahler, die nur die Interessen der „Investoren“ vertritt) angehen – und sie hätten den Flughafen blockiert, damit die ganze Invasion der Funktionselite überhaupt nicht ins Land gelangen kann? Mit 19000 Polizisten kann man sehr gut auf ein paar hundert Demonstranten einprügeln (siehe Zeit), da ist noch kein großes persönliches Risiko zu erwarten – muss man jedoch Barrikaden stürmen, die von einer Übermacht gehalten werden … fällt einem vielleicht ein, das hinter den Barrikaden die Steuerzahler stehen, denen man sein eigenes Gehalt zu verdanken hat … und dass man in erster Linie zum Schutze dieser Steuerzahler im Dienst ist und nicht zum Schutze ausländischer Potentaten. Selbst im Flaggschiff der deutschen Nachrichtenfront wird offen diskutiert, dass die Polizei nur Prügelknabe für die Politik ist (siehe Tagesschau) … einer Politik, die sich ganz offen das Verhandeln mit dem Bürger abgewöhnt hat und lieber offen den Knüppel regieren läßt.

Aber: wo bleiben die Millionen … deren Arbeitsplätze durch die „Industrie 4.0“ in unglaublicher Menge (man spricht für Deutschland von 18 Millionen) abgebaut werden? Die Millionen, die erwarten dürfen, dass das aktuelle Pilotprojekt – Gratisarbeit durch Arbeitslose für Behörden und Unternehmen (siehe taz) … also: konsequente Rückkehr zur Sklavenhaltergesellschaft … bald für sie alle Standard werden wird?

Was ist der Grund dafür, dass ein ganzes Land in ohnmächtige Apathie verfällt?

Ich habe da an ungewöhnlichem Orte eine Erklärung gefunden, mitten im ehemaligen „Sturmgeschütz der Demokratie“ (heute eher: die Haubitze des Konformismus) – von einem ehemaligen Manager und Karrierecoach (siehe Spiegel):

„Wir lesen dieselben Bestseller, pfeifen dieselben Hits, nutzen dieselbe Suchmaschine, tummeln uns im selben sozialen Netzwerk und schmieden die gleichen Karrierepläne. Und natürlich sehen wir im Fernsehen dieselbe Werbung, die Millionen Menschen individuelles Glück verspricht, sofern diese – aufgepasst! – alle das gleiche Duschgel, die gleiche Versicherung oder die gleiche Schlaftablette kaufen. Da weiß man, was man hat: ein Reihenleben im Reihenhaus.

Und doch weigert sich das Glück, bei uns einzuziehen. Denn tief innen fragen sich viele: „Was hat dieses Leben eigentlich mit mir zu tun?“ Immer mehr Menschen fühlen sich im falschen Film. Vier von zehn Deutschen geben an, die Qualität ihres Lebens nehme ab. Hinter hektischer Aktivität, hinter lächelnden Gesichtern, hinter makellosen Fassaden gähnt ein Abgrund aus Sinnlosigkeit. Die Depression ist zur Volkskrankheit geworden, Menschen verlieren ihr Leben durch Anpassung.“

Ja – deshalb hatte ich 2015 den Begriff „Zombiefizierung der Gesellschaft“ gewählt, auf den mein Kollege Parkwächter dann geantwortet hatte. „Menschen verlieren ihr Leben durch Anpassung“ … und wandeln nur noch als lebende Tote durch ihr sinnloses Leben. Ja – schauen Sie mal in den Spiegel: dann sehen Sie einen. Und Sie können heute schon sicher sein, dass Sie das, was Sie ihr „Leben“ nennen, zum Zeitpunkt ihres Todes (der Sie mit absoluter Sicherheit ereilen wird … selbst, wenn Sie derzeit ganz feste nicht daran glauben) am meisten bereuen werden (siehe Tagesanzeiger).

Und die Quelle dieser Pest?

Nun – was der Karrierecoach erkannt hat, findet man –  mit anderen Worten – auch bei Jean Ziegler (siehe Junge Welt):

„Die neoliberale Wahnidee will uns eintrichtern, dass sich der Markt selbst reguliert, dass er Naturkräften folgt und der Mensch nichts anders tun kann, als sich diesen Marktkräften zu unterwerfen. Dadurch wird der Mensch seiner historischen Subjektivität und Singularität beraubt. Er verhält sich nur noch so, wie ihm die Warengesellschaft das diktiert.“

Schwieriger formuliert, gleiche Botschaft: die absolute Vernichtung des „Ich“ durch … Werbung, jenem Motor der Informationsindustrie, ohne den sie keinen Tag überleben könnte, einem Motor, der von den „raffiniertesten Manipulatoren“ (siehe Zeit) betrieben wird, einer Manipulation, die den Reichen so wichtig ist, dass sie per EU-Richtlinie in Zukunft noch viel mehr Raum einnehmen darf  (siehe Handelsblatt).

Vier Stunden am Tag schauen sie fern – davon sind 1,3 Stunden raffinierteste Werbung, der Sie sich auch in Printmedien wie Stern, Spiegel, Focus nicht entziehen können – die sind ja inzwischen reine Werbeblätter mit kleinem Raum für das – meiner Meinung nach sinn- und zweckfreie – „aneinanderfügen scheinbar relevanter Fakten“ (so ein ARD-Mann über die Tagesschau, dem Leitmedium der Deutschen – siehe Spiegel). Die Kernbotschaft? „Deutschland geht es gut – und das ist ein Grund zur Freude“ … und Sie können daran teilnehmen, wenn Sie sich für ein Reihenleben im Reihenhaus entscheiden und alles so ausführen, wie es Ihnen die Warenwirtschaft und ihre Unterhaltungsclowns diktieren. Die sind sogar so gut, dass sie den Deutschen einreden, dass man – trotz perfektestem Straßensystem der Welt – einen geländetauglichen radikal umweltschädlichen Protzwagen (SUV) braucht, um sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können … wer das schafft, kann auch Eskimos Kühlschränke verkaufen.

Was manipuliert wird? Alles. Gezielt ausgerichtet auf Ihr Unterbewusstsein. Ich persönlich schaue schon allein deshalb keine Werbung mehr, weil die in wenigen Sekunden so massive Angriffe auf meine Lebensziele, mein Selbstwertgefühl und die Sinnhaftigkeit meiner Existenz ausführen (mit Bildern geht das deutlich schneller, hierzu später mal mehr) und ich – wirklich – Stunden brauche, um die so implementierten „Werte“ aufzufinden und zu eliminieren, dass ich schlichtweg kapitulieren musste: die sind mir einfach über – und ich denke, das gilt für jedermann.

Und so … fehlt einfach die Kraft, das Selbstbewusstsein, das Solidaritätsgefühl (das ja immens abgenommen hat in den letzten Jahren – siehe Heitmeyerstudie bei Boell.de) weil die Werbewirtschaft elementarste Bereiche unseres Selbstseins zertrümmert – Tag für Tag. Und weil wir es auch – weitgehend umbewusst – zertrümmern lassen.

Daneben … fiel mir aber letztens noch ein ganz andere Aspekt auf, den ich so kaum in der Literatur fand: die, die vor dem Fernseher sitzen, werden behandelt, als seien sie die Könige der Welt. Boten bringen ihnen Nachrichten aus aller Welt, bekannte Stars singen nur für Sie und erniedrigen sich zur Unterhaltung des Königs im Dschungelcamp, wichtige Menschen diskutieren im TV nur für sie, Kanzlerin und Präsident berichten direkt an sie – so wurden früher nur Könige behandelt. Vielleicht – wenn man es nicht hinterfragt – fühlt man sich dann sogar auch so, wenn man auf dem Sofa sitzt: wie der kleine Herr der Welt. Eine tödliche Illusion, die zerbricht, sobald der Ausbeutungsplatz abgeschafft wurde (ja – von Arbeitsplatz rede ich da gar nicht mehr, ich habe verstanden und erlebt, welchen Zweck „Führen mit Zielen“ im Arbeitsleben hat).

Warum sollte der Herr der virtuellen Welt – der jederzeit zwischen hunderten Programmen wählen kann – überhaupt Autobahnen blockieren?

„Deutschland geht es gut – und das ist ein Grund zur Freude“: wir haben direkt die Kanzlerin, die dieses Gefühl wohl am besten aufgegriffen hat.

Sie zweifeln?

Gut, ich mache Ihnen einen Vorschlag. Vielleicht nur … ein Gedankenexperiment. Setzen Sie sich in Zug und Auto und fahren Sie nach Hamburg, bevor die Potentaten ankommen. Ein paar Millionen von Ihnen reichen völlig – die Stadt wird aus allen Nähten platzen, es ist noch nicht mal eine Demonstration … aber an G 20 wäre nicht mehr zu denken. Ist das plausibel für Sie? Machen Sie es jetzt … oder schauen Sie genau in sich hinein, welche Widerstände in Ihnen auftauchen, beobachten Sie genau, was die Stimmen der Werbewirtschaft in Ihnen sagt. Wäre der erste Schritt, sie zu identifizieren – und abzuschalten, damit Sie ihr eigenes Leben wiederbekommen.

Warum Sie nach Hamburg fahren sollten?

Schauen Sie mal an, was dort ausgeheckt wird (siehe Spiegel):

„In Wahrheit verfolgten die G20 jedoch eine „neoliberale“ Agenda, die aus Deregulierung, Privatisierung, rigider Haushaltsführung und Öffnung für ausländische Investoren bestehe. Es fehle der Bezug zur massiven Arbeitslosigkeit, schlechter Infrastruktur und Strategien, wie man gezielt afrikanische Unternehmen stützen kann. Das wichtige Thema Bildung blende der Plan ganz aus.“

Da geht es um Afrika – aber diese „neoliberale Agenda“ ist halt der kleinste gemeinsame Nenner der G 7 … die damit die G 20 infizieren und dominieren wollen. Für die Ärmsten der Armen haben die gar keinen Platz mehr – weder hier noch in Afrika.

Kommen Sie ins Handeln, bevor … auch Sie zu den Ärmsten der Armen gehören.

Und glauben Sie mir: Sie werden mir am Ende Ihres Lebens dankbar sein, weil Sie … dann letzen Endes doch noch mal ein eigenes Leben hatten.

Oder irre ich da?

 

 

 

G 20 – der Gipfel … der Unverschämtheit

Freitag, 30.6.2017. Eifel.  Na, Sie Bürger? Da haben wir ja bald eine Riesenparty vor uns! Wer? Na – Sie und ich! Nun – jedenfalls dürfen wir die Party bezahlen. G 20 Gipfel, heißt das. Da treffen sich die 20 Regierungschefs von 20 willkürlich ausgewählten Nationen, die völlig unbekannte Menschen für wahnsinnig wichtig halten bei uns in Hamburg. Das wird uns was kosten. Die Taz berichtet darüber. Taz? Das ist so ein „linkes Schmierenblatt“, das man normalerweise gar nicht mehr lesen darf, weil man dann sofort linksextrem ist. Auf jeden Fall ist dies ein Blatt, das uns mal erlaubt, einen Blick auf die Rechnung zu werfen (siehe taz):

„Für den G-20-Gipfel in Hamburg fallen bei den Bundesbehörden 32 Millionen Euro für die Sicherheit an. Das hat die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag geantwortet, die am Sonntag bekannt wurde. Demnach rechnet das Innenministerium mit Ausgaben von 20,8 Millionen Euro für die Bundespolizei sowie 9,6 Millionen für Kräfte des Bundeskriminalamtes und 1,6 Millionen für das Technische Hilfswerk. Das Auswärtige Amt hat soll weitere knapp 49 Millionen Euro für die Organisation der Veranstaltungen in Hamburg veranschlagt haben.“

Eine ganz schöne Summe, oder? Da ist jeder Deutsche mit einem Euro dabei. Und weil die Taz so links ist – und damit schon gleich superverdächtig – haben die auch noch gleich eine kleine Majestätsbeleidigung mit eingebaut, in dem sie der Bundesregierung gleich ein wenig Lügerei unterstellt:

„Die Linkspartei hatte das bereits im Frühjahr kritisiert und darauf hingewiesen, dass etwa der G-20-Gipfel in Toronto 2010 fast eine Milliarde Euro gekostet hat, im Vorfeld aber mit 179 Millionen veranschlagt wurde.“

Das kennen wir ja von unseren Regenten: da werden Projekte geplant für die Kosten von vier Mettbrötchen – und am Ende darf man einen Lamborghini bezahlen. Ist halt nicht deren Geld, das die ausgeben, sondern unser Geld.

Nun – selbst wenn es eine Milliarde kostet – nicht weiter schlimm, wir habens ja: da wir zuvor Arbeitslosen, die am Existenzminimum dahinvegetieren, von dem existentiellen Minimun nochmal 2 Milliarden geklaut haben (siehe Neues Deutschland – auch so ein linkes Schmierenblatt), hätten wir nach dem Gipfel sogar noch eine Milliarde Euro Gewinn! Na – wenn das mal keine betriebswirtschaftliche Meisterleistung ist.

Wenn nicht Sie und ich – wer kommt denn dann da?

Nun – es gibt eine offizielle Homepage zu dem Gipfel, die uns informiert (siehe Hamburg):

„Die Gruppe der 20 (G20) ist ein informelles Forum der führenden Industrie- und Schwellenländer. Sie steht für knapp zwei Drittel der Weltbevölkerung, gut vier Fünftel der Weltwirtschaftsleistung und drei Viertel des Welthandels.“

Ein informelles Forum. Übersetzt: eine sinn- und zweckfreie Laberrunde nach dem Motto: „Schön, dass wir mal drüber geredet haben“. Sind offiziell natürlich wichtige Themen: Klima, Frauen, Energie – das Übliche halt. Angela Merkel wohnt da im Hotel Atlantik Kempinski für 200 Euro die Nacht, „Darüber, wo die Staatsgäste während des Gipfels übernachten werden, hüllen sich die Hoteliers in Schweigen.“ (siehe Spiegel).

So ein Kempinskizimmer kostet schon mal 200 Euro die Nacht: knapp das Hundertfache von dem, was die Kinder von Arbeitslosen am Tag für ihre Ernährung haben. Oder die Hälfte von dem, was Witwen heutzutage für den Monat haben – ich kenne da ein paar persönlich, und angesichts der drastisch steigenden Altersarmut (siehe Spiegel) werden auch Sie bald ein paar persönlich kennenlernen. Ich hätte ja informelle Gäste zum zwanglosen Geplauder unter diesen Umständen anders untergebracht. Mal ehrlich: was würden Sie von einer Mutter halten, die im Kempinski übernachtet, während ihre Kinder in Mülltonnen nach Essen suchen und auf der Straße schlafen müssen? Gut – wir zählen keine Odachlosen (siehe Zeit), das haben wir zumindest aus der Arbeitslosenproblematik gelernt: fangen wir erstmal an, die zu zählen, nimmt das alles kein Ende mehr, man braucht eine ganze Behörde von 100000 Mitarbeitern, um die Zahlen wöchentlich klein zu rechnen – das brauchen wir nicht zweimal.

Trotzdem hätte ich eine Idee, gleich hier: vom Schlafzimmer aus sehe ich im Winter am Horizont im Westen oft die Lichter unserer Jugendherberge, die im Mehrbettzimmer ein Bett für 18 Euro anbieten (siehe DJH), man käme bei 20 Teilnehmern mit dem doppelten der Merkelmiete für alle Teilnehmer aus – ist ja immerhin informell, das Treffen. Wasserbecken wie die Alster haben wir auch – nur größer, Schiffe ebenfalls, dafür viel mehr unberührte Natur – und geheime Stellen zum nackt baden, die man an der Alster weniger findet.

Wie bitte? Nein, ich scherze nicht. Stellen Sie sich mal vor, die träfen sich ohne Presserummel in unserer Jugendherberge, würden da bei Lagerfeuer, Bier und Gesang eine Woche Zeit verbringen, mal entspannt über die Weltlage reden … und über die eigenen Abhängigkeiten als Spitzenpolitiker – von Konzernen, Wahlkampfspendern, Parteien, Medienmogulen, der ganzen Plutonomie, die die Banken so erfreut: ich denke … wenn der Stellvertreter nicht dauernd zuhört … kann man ganz andere Gesprächsergebnisse erwarten. Nun – so supergeheime Treffen sind natürlich immer ein Problem, haben zurecht den Geruch von Verschwörungen …. aber die haben wir ja sowieso: Bilderbergtagungen, Elitenetzwerke, Bohemian Grove-Treffen der Uperclass – nur: unser wäre billiger.

Klar – auch beim G 20 Gipfel werden Trump und Putin zum ersten Mal persönliche Gespräche führen (siehe Spiegel) … weil Ihnen noch niemand gesagt hat, das wir eine geraume Zeit schon Telefone in den Regierungssitzen haben, die persönliche Gespräche ganz unkompliziert und vor allem: preiswert machen.

Scherz beiseite – es geht doch bei der Art der Ausrichtung des Gipfels um etwas ganz anderes: darum, dem Bürger zu zeigen, wer Herr ist – und wer ein Garnichts. Wissen Sie, wann ich zum erstenmal von dem G-20-Gipfel gehört habe? Durch den Bau der Gefangenensammelstelle, die „Maßstäbe setzen soll“ (siehe Welt).

Das ist das erste, voran die gedacht haben: einen Knast bauen. Für unbotmäßige Bürger. Man scheint zu wissen, wie die eigene Politik jenseits von Parolen wie „Deutschland geht es gut und das ist ein Grund zur Freude“ wirklich ankommt.

Die Kliniken bereiten sich derzeit auf ein Blutbad vor (siehe Spiegel) – oder jedenfalls auf eine große Menge Verletzter, fürchtet man doch den „Schwarzen Block“ – jene Leute, die nie da sind, wenn man sie braucht, aber immer zur Stelle, um friedlichen Demonstrationen den Anschein von Aufstand, Terror und krimineller Gewalt zu geben. Könnte ja auch sein, dass dieser „Schwarze Block“ gar nicht mehr kommt, wenn er kein Geld mehr für den „Kampf gegen Rechts“ bekommt (da sind die gleichen Gestalten auf einmal Helden des Abendlandes, wenn sie Friedensdemos stören, die von den Mächtigen im Land spontan und willkürlich als „rechts“ angesehen wurden). Wie man nebenbei im Newsblog bei Spiegel-online erfährt, haben die griechischen Autonohmen gar kein Geld, um zur Demo zu kommen (siehe Spiegel), dabei hätten sie Grund genug: die Herren der Welt (unter ihnen vor allem Madam Merkel) haben gerade dafür gesorgt, dass ihre Wasser- und Gaswerke privatisiert werden – mit den Stimmen von Linken und Rechtspopulisten (siehe Spiegel).

Ja- ein EU-Staat nach dem anderen wird gerade auf US-Niveau gepresst – und ich kann Ihnen auch sagen, was das heißt:

„So enthüllen die von der UNICEF 1997 veröffentlichten „sozialen Basisindikatoren“, dass die Vereinigten Staaten zum Beispiel in Hinsicht auf die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren von allen Industrienationen am schlechtesten abschneiden und neben Kuba rangieren – einem verarmten Land, das seit vierzig Jahren den Angriffen der nachbarlichen Supermacht ausgeliefert ist. Auch andere Basisindikatoren wie Hunger oder Kinderarmut lassen die USA in einem höchst ungünstigen Licht erscheinen“ (siehe Noam Chomsky, Profit over People, War against People, Piper, Taschenbuchausgabe, 2. Auflage 2006, Seite 138).

Trump hätte allen Grund, hier in die Jugendherberge zu ziehen und von dem Rest seinen Kindern was zu Essen zu kaufen. Doch der dramatische Auftritt hat natürlich auch einen Sinn, der ganze G-20 Gipfel einen interessanten Nebeneffekt, eine Botschaft geradezu für Hamburg und die ganze Welt:

„Das sind weitere Vorzeichen für den weltweiten „dramatischen Übergang von einem pluralistischen und partizipatorischen Ideal der Politik zu einem autoritären und technokratischen Ideal““ (Chomsky, ebenda).

Sie wissen, was das heißt, oder?

Nun: es gibt wieder ein unfehlbares „Oben“ und ein fehlerhaftes, unnützes, gefräßiges „Unten“ – zu letzterem gehören wir beiden.

Oder kurz gesagt: die Pharaonen sind zurück.

Und weil die Pharaonen wissen, dass sie Pharaonen sind, keine von freien Bürgern gewählten Volksvertreter sondern von Parteispenden abhängige Finanzmarionetten, die um ihr Leben fürchten müssen, weil man ihnen auf die Schliche gekommen ist, können wir die Idee mit unserer Jugendherberge vergessen. Deshalb kommen sie auch mit 10000 Mann in die Stadt – eine kleine Armee, die Hamburg in den Ausnahmezustand versetzen wird (siehe NDR) und besetzen alle Luxushotels – jene Ort, die sich immer weniger Bürger leisten können.

Zudem werden auch Sicherheitszonen eingerichtet, Zonen, die Anwohner (also: ganz normale CDU-Wähler) nur nach gründlicher Leibesvisitation betreten dürfen, ebenso gibt es Demontrationsverbote in einem sage und schreibe achtunddreißig Quadratkilometer großem Gebiet (siehe Spiegel) – wer Spaß hat, kann ja mal ausrechnen, wie Grundrechte wie vieler Menschen hier außer Kraft gesetzt werden … nicht für einen Katastrophenfall, sondern für ein „informelles Treffen“.

Doch damit nicht genug: während der deutsche Bundesbürger zunehmend weiter entwaffnet wird, werden die Gäste hochgerüstet aufmarschieren (siehe Spiegel):

„Mehrere Staaten haben eine Waffenerlaubnis für ihr Sicherheitspersonal beim G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg beantragt. Darunter die USA, Großbritannien, Mexiko, Südafrika, Vietnam und die Niederlande.“

Weitere Anträge werden noch erwartet – in einem der friedlichsten Länder der Welt.

Doch damit nicht genug: auch die eigene Polizei demonstriert, wie gut sie gegen das eigene Volk gerüstet ist (siehe Manager Magazin):

„“Survivor 1“ heißt der Panzer, den die Hamburger Polizei rechtzeitig zum G20-Gipfel beschafft hat. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat zusammen mit dem österreichischen Fahrzeugbauer Achleitner MAN-Geländelastwagen aufgerüstet. Angeblich ist es das einzige Polizeifahrzeug, das auch Kalaschnikow-Beschuss standhält. Auch auf Atom-, Bio- oder Chemiewaffen ist der „Survivor“ mit Detektoren und Notbelüftung eingestellt.“

Kaum zu glauben, oder? Ein Fahrzeug für postnukleare Bandenkriege – einsatzbereit im friedlichen Hamburg. Es gibt noch mehr zu sehen:

„Schon die neuen Uniformen mit kugelsicheren Helmen lassen vergessen, dass Hamburgs Innensenator Andy Grote für ein „Festival der Demokratie“ warb. Der G20-Gipfel macht Hamburg eher zur Bühne für eine Leistungsschau der Sicherheitstechnik.“

Festival der Demokratie?

„Wie schon zum OSZE-Außenministertreffen im Dezember, sind auch wieder Scharfschützen postiert, um die Staats- und Regierungschefs zu bewachen. SPIEGEL ONLINE zufolge wird das Scharfschützengewehr PSG1 eingesetzt, das auf 300 Meter Entfernung 50 Schuss in einen 80-mm-Kreis treffen könne.“

Scharfschützen? Wie auf dem Maidan? War das nicht kürzlich noch „böse“, Scharfschützen auf friedliche Demonstranten anzusetzen? Ach – ich vergaß: im guten Reich der guten Menschen sind die Bösen ja immer die anderen. War in der Ukraine zwar auch so, aber nicht, wenn man von Deutschland aus ´rüberschaut. Jedenfalls nicht zu jeder Zeit.

Sie können sich das andere Material auch mal anschauen – nur das Personal, das diese Horrorwaffen bedient, sollten Sie nicht so genau in Augenschein nehmen (siehe Spiegel):

„Wie dem SPIEGEL aus Polizeikreisen bestätigt wurde, sollen Beamte im Camp öffentlich Geschlechtsverkehr gehabt haben. Außerdem habe es Partylärm und Sachbeschädigungen gegeben. Beamte sollen an einen Zaun uriniert haben.“

Ein Benehmen, wie man es beim „Schwarzen Block“ erwarten würde. Aber von der Uniformität her unterscheiden sich die beiden dunklen Parteien ja auch gar nicht, wieso sollte da das Sozialverhalten anders sein?

Gut, dass man die jetzt fortgeschickt hat: ich sähe solche Leute ungern am Scharfschützengewehr – wer weiß, auf was für Ideen die im Suff sonst noch so kommen.

Nun – einen Probelauf gab es ja schon: eine Demo gegen diesen Demonstrantenknast, 300 Leute waren dabei. Friedliche Leute. Ja – und sie sprachen auch Worte, die erklären, warum man so gegen diese Demonstranten ist (siehe Zeit):

„Darüberhinaus rief der Sprecher der „Libertären Harburgs“ die Demonstranten zur Solidarität auf: „Gemeinsam für eine bessere Welt. Wir lassen uns nicht spalten“, rief er der Menge zu. „Wir wollen eine Welt, in der Ressourcen schonend genutzt und gerecht verteilt werden“, sagte er unter Applaus der Demonstrationsteilnehmer.“

Gerechtere Verteilung der Ressourcen? Darauf kann es nur eine Antwort geben: den Survivor! Oder das „Beast“ – das Auto des US-Präsidenten mit dem Verbrauch von 29 Litern auf 100 Kilometer. Das Beast wird – wie man hört (Bildzeitung verlinke ich nicht) auch durch Hamburg fahren, so wie es schon Obama durch Berlin geleitet hat.

Erinnern Sie sich noch an die Vorzeichen für den „dramatischen Übergang von einem pluralistischen und partizipatorischen Ideal der Politik zu einem autoritären und technokratischen Ideal“? Jetzt kann ich es ja verraten: Chomsky schrieb die Warnungen Ende der neunziger Jahre. 2017 werden sie in Hamburg Realität.

Und wer trifft sich da wirklich? Das Dienstpersonal der wahren Götter der neuen Welt. Ein UN-Kommissar illustriert das sehr schön (siehe junge Welt, auch so ein linkes … ach, lassen wir das):

„Wenn Vertreter der Deutschen Bank oder von Siemens im Bundeskanzleramt anrufen und sich über die deutsche Position im UN-Menschenrechtsrat in puncto Geierfonds beschweren – ich schreibe darüber im ersten Kapitel meines neuen Buches –, dann knickt Angela Merkel ein. Ich nehme Deutschland als Beispiel, weil es sich um die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt handelt und Frau Merkel demokratisch gewählt wurde. Dennoch wird die Bundeskanzlerin komplett von der Finanzoligarchie dominiert, wenn es um die neoliberale Wahnidee des total unregulierten Marktes geht.“

Im unreguliertem Markt herrscht … die totale Willkür. „Tu was Du willst, soll sein das ganze Gesetz“ (Aleister Crowley, der Antichrist, das Tier666 und wie der sich noch so alles genannt hat). Guter Satz für Leute, die alles Geld der Welt haben – schlecht für die, die für diese Geldberge ausgebeutet wurden.

Und so treffen sich dort die 20 mächtigsten Politiker der Welt, um … zu schauen, wie sie das Diktat der Märkte noch besser in ihren Ländern umsetzen können, ohne sofort erschossen zu werden. Das letzteres aber inzwischen denkbar geworden ist und für sehr wahrscheinlich gehalten wird, zeigen die Sicherheitsmaßnahmen in Hamburg.

Was wird da nochmal besprochen? (siehe nochmal Hamburg):

Deutschland wird den Austausch in den etablierten Themenbereichen fortführen: Mit Blick auf die Lage der Weltwirtschaft soll der Schwerpunkt auf der Umsetzung von Strukturreformen und von stabilitätsorientierten makroökonomischen Politiken mit einem besonderen Fokus auf die Widerstandsfähigkeit einzelner Volkswirtschaften liegen. Darüber hinaus wird die Kooperation zu internationalen Finanz- und Steuerfragen, Beschäftigung sowie Handel und Investitionen fortgeführt. Ziel ist, Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Volkswirtschaften zu fördern.

„Reformen“. Muss ich wirklich noch erläutern, was das bedeutet?

Letztlich: die wachsende Konzentration von Geldmitteln auf immer weniger Menschen, die damit viele Politiker kaufen können, in dem sie ihre Wahlkämpfe finanzieren und von denen dann erwarten, bei massivem Fehlverhalten großzügig gerettet zu werden – siehe Bankenrettung.

Bankenrettung?

Ja (siehe Hamburg):

„Die G20 ist entstanden als zentrales Forum für die internationale Zusammenarbeit in Finanz- und Wirtschaftsfragen. Der erste G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs fand auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise im November 2008 in Washington statt.“

Und zu dieser Krise habe ich noch ein paar Zahlen (siehe Zeit, Dezember 2016):

„So versiebenfachte sich das Volumen aller unter Banken gehandelten Derivate – der beste Näherungswert für den Gesamtmarkt – zwischen 2001 und 2008 auf fast 700 Billionen Dollar. Auf dem Niveau blieb es dann jahrelang, bevor die Zahl zu fallen begann, bis auf 493 Billionen Dollar Ende 2015.“

Diese Tauschgeschäfte von Risiken der Banken unter sich haben 200 Billionen Dollar vernichtet – und die nächste Krise scheint „unausweichlich“ (siehe Focus). Klar – die Summe aller Waren und Dienstleistungen dieser Welt wird durch diese Schummelgeschäfte um ein vielfaches übertroffen – man braucht kein Abitur, um zu verstehen, dass dieser Irrsinn nicht aufrecht zu halten ist … es sei denn, man erklärt jene, die mehr Vernunft und Gerechtigkeit in der Wirtschaft wollen zu Terroristen – und macht die Arbeitslosen für alle Krisen persönlich verantwortlich, solange, bis alle daran glauben. Darum schreit ja auch kaum einer auf, wenn nun erste Projekte Arbeitslose – ganz nach Pharaonenart – als Zwangsarbeiter gratis Staat und Firmen zur Verfügung gestellt werden sollen (siehe Taz).

Andere – die angeblich für bundesweite Brandanschläge auf Bahnstrecken verantwortlich sind – sprechen eine deutlichere Sprache zu Sinn und Zweck des Gipfels (siehe Taz):

„Dem Treffen der führenden Regierungschefs gehe es um „Stabilität der Weltwirtschaft“ und die „Erschließung neuer Verwertungsmöglichkeiten, neuer Märkte, neuer Arbeitskräfte“.“

Oder:

wie können „die da oben“ mehr aus uns beiden hier unten herausholen, ohne später noch für Rente, Krankenhausbehandlung oder die Beerdigung aufkommen zu müssen.

Und auch darum … ist das unsere große Party.

PS: ach ja. Die „Libertären Harburg“. Habe mal geschaut, was das für Terroristen sind, das da mehr Polizei als Demonstranten zu sehen waren. Die sind wirklich brandgefährlich … für ein gewalt- und herrschaftsfreie Welt (siehe libertaere.de)

Die Libertären H-Burg sind eine von anarchistischen und anderen fortschrittlichen Ideen beeinflusste Gruppe in Hamburg, die sich auf verschiedenartige Art und Weise für eine gewalt- und herrschaftsfreie Gesellschaft aller Menschen engagiert. Eine Gesellschaft, die sich als Teil des Ökosystems Erde begreift, und in der die Menschen inmitten ihrer Mitkreaturen die hohen Ideale von Freiheit, Liebe und Vernunft so weit als möglich verwirklichen. Neben der Aufklärung über die Menschen und andere Lebewesen verachtenden Strukturen des kapitalistischen und nationalstaatlichen Systems und seiner vielfältigen, oft subtilen, Unterdrückungsmechanismen, beteiligen wir uns an Aktivitäten, die das Ziel haben, emanzipatorische Strukturen und Freiräume zu erlangen, zu pflegen,  zu verteidigen und auszubauen.

Also … für mich hört sich das so an, als sollte man die auch zu dem Gipfel einladen. Immerhin zahlen wir den ja auch. So ein Gipfel kann doch im Sinne des demokratischen Dialogs gut mal eine fundierte Gegenposition gebrauchen, oder? Das war doch immerhin mal Demokratie: gemeinsam den richtigen Weg finden – und nicht autoritär den falschen Weg mit Waffengewalt durchboxen.

(„Die Ideale von Freiheit, Liebe und Vernunft verwirklichen“ … wo kann man die eigentlich wählen?)

 

 

 

 

Töten ist geil! Über Hartz IV und andere Mordversuche …

Warum lese ich eigentlich noch Nachrichten? Ich kann mir die Frage im ersten Moment beantworten: weil ich nicht unvorbereitet in die Zukunft marschieren möchte. Ich bin da ziemlich deutsch, was heißt: das spontane Hineinleben in den Alltag, das die Konsumindustrie so gerne als Verhaltensstandard eines gelungenen Lebens propagiert, will mir nicht so recht schmecken. Ich liebe es, frei und selbstbestimmt über mein Leben entscheiden zu können und wenn meine Mitmenschen meinen: wir machen wieder DRITTES REICH in DEUTSCHLAND dann hätte ich gerne die Möglichkeit, das Land frühzeitig zu verlassen.

Warum lese ich eigentlich noch Nachrichten? Ich kann mir die Frage im ersten Moment beantworten: weil ich nicht unvorbereitet in die Zukunft marschieren möchte. Ich bin da ziemlich deutsch, was heißt: das spontane Hineinleben in den Alltag, das die Konsumindustrie so gerne als Verhaltensstandard eines gelungenen Lebens propagiert, will mir nicht so recht schmecken. Ich liebe es, frei und selbstbestimmt über mein Leben entscheiden zu können und wenn meine Mitmenschen meinen: wir machen wieder DRITTES REICH in DEUTSCHLAND dann hätte ich gerne die Möglichkeit, das Land frühzeitig zu verlassen. So was will organisiert sein.  Das Gleiche gilt für Kriege. Wenn hier wieder alle Lust auf Krieg mit Russland bekommen, möchte ich gerne eine – wenn auch minimale – Chance haben, dem zu entgehen. Um solche Gefahren abschätzen zu können und nicht im kindlichen Glauben verharren zu müssen („ich glaube nicht an den Krieg, ich glaube an den Aufschwung“), beobachte ich die Nachrichtenwelt um mich herum – und erschrecke mich.

Zum Beispiel bei diesen Nachrichten über den erneuten Tod von Osama bin Laden. Der ist ja jetzt schon wieder erschossen worden. Letztens starb er noch durch Bomben oder Nierenversagen, jetzt soll er aber endgültig erledigt worden sein – weil er Widerstand gegen seine Verhaftung geleistet hat.

Heute heißt es: er war unbewaffnet.

Wahrscheinlich hat er versucht zu beißen.

Voller Stolz auf die Errungenschaften der Technik wird berichtet, wie Obama beim Tod von Osama quasi live dabei war. Trotzdem sind die Nachrichten über dieses Ereignis … widersprüchlich. Man darf sie nicht ernst nehmen. Entweder lebt man in Vertrauen auf die menschenfreundlichen Absichten von Politik und Wirtschaft einfach konsequent in den Tag hinein, oder aber … man ist gezwungen, sich seine eigenen Gedanken zu machen – zum Beispiel über diese Schlagzeile im Stern:

Tötung von Briten durch Polizei bei G-20-Protest rechtswidrig

Im ersten Moment fragt man sich: wäre das Töten von Portugiesen und Spaniern rechtmässig? Zumindest das Töten von Muslimen scheint ja gerade schon völlig korrekt zu sein – siehe Libyen, Afghanistan, Irak, Pakistan, Jemen und wo sonst noch alles Drohnen mit Raketen morden.

Der Fall wird aber noch spannender:

Eine Jury urteilte am Dienstag, dass der Polizist „übermäßige und unangemessene“ Gewalt anwandte, als er den Zeitungsverkäufer mit einem Schlagstock schlug und zu Boden warf. Der 47-Jährige Ian Tomlinson, der versucht hatte, durch die Reihen von tausenden Demonstranten zu kommen, starb wenige Minuten später.

Das wird immer schlimmer, oder? Da erschlägt ein Polizist einen Bürger … und man muss erst noch untersuchen, ob das in Ordnung war oder nicht. Den Rest muss man sich denken. Wäre es in Ordnung gewesen, wenn man einen Demonstranten erschlagen hätte, der vielleicht sogar Grieche gewesen wäre?

Mit der Frage bleibt man allein – und das beunruhigt, denn die Proteste gegen den G-20 Gipfel berühren das soziale Herz des Landes – es geht ja nicht mehr und nicht weniger um die Frage, wieviel Volk sich die außer Rand und Band geratene Wirtschaft noch leisten möchte. Es geht um die Frage des Bestandes unserer demokratischen Grundordnung, die sich nicht nur in der Frage erschöpft, wer jetzt wen straflos umbringen darf. Es geht um die Art und Weise, wie Regierung und Volk miteinander umgehen … hier und im Ausland. Im Ausland töten wir immer hemmungsloser … und im Inland wird es auch täglich enger, wenn der Regelsatz gestrichen wird.

Töten ist geil, könnte man sagen.

Diese Entwicklung kommt nicht zufällig, auch wenn uns das die Menschen verkaufen wollen, die auch gerne möchten, das wir einfach so in den Tag hineinleben wie Italiener, Portugiesen oder Griechen. Gut – die haben auch wärmer als wir, die müssen nicht schauen, wie sie über den Winter kommen. Wir schon. Deshalb sind wir Deutschen anders drauf als die, planen wir vorausschauend und sollten auch eigentlich keine zwei Billionen Euro Staatsschulden haben. Haben wir aber, weil … Politik zunehmend über Hinterzimmer läuft, siehe European Circle:

Die Regierung Merkel hat in jüngster Zeit immer häufiger Entscheidungen in Hinterzimmern unter Hinzunahme von Wirtschaftsvertretern getroffen und eine offene Diskussion im Parlament zunächst vermieden. So kam auch der Atomdeal zustande, der die Grundlage für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke bildet.

Der „Atomdeal“ brachte für viele Menschen viel Geld, für andere Menschen vielleicht den Tod. Letzteres werden wir nie erfahren, aber über den Gewinn des Atomdeals informiert uns Greenpeace:

Im Falle eines vorzeitigen Atomausstieges würden den EnergiekonzernenRWE, Eon, EnBW und Vattenfall enorme Gewinne verloren gehen. Dies zeigen Berechnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Bei dem von Greenpeace geforderten Ausstieg aus der Atomkraft bis 2015 würden die Konzerne rund 75 Milliarden Euro gegenüber der beschlossenen Laufzeitverlängerung verlieren.

75 Milliarden Euro … da geht es jetzt sicher gerade richtig rund in den Hinterzimmern der großen Medien, den Rotarier- und Lionsclubs, den Golfclubs und Elitewandervereinen sowie auf diversen Opern- und Pressebällen. Dort fummeln Lobbyisten an jenen herum, die an den Hebeln der Macht sitzen. Das Atomkraft Menschenleben kosten kann, interessiert jene nicht, die auf Barbados wohnen. Die anderen rennen wie verrückt, um auch noch rechtzeitig dorthin zu kommen.

Natürlich könnte das Volk aufmucken. Immerhin – bei der Aufführung von „Töten ist geil“ sterben in der Regel unschuldige Menschen. Damit das Volk in Ruhe die Veränderung der Grundkonstanten des menschlichen Zusammenlebens hinnimmt, wurde ihm erstmal die wirtschaftliche Basis entzogen – ganz absichtlich und bewusst, siehe Nachdenkseiten:

Die von den Monetaristen geprägte Geld- und Zinspolitik war begleitet von einer massiven Agitation gegen Konjunkturprogramme und aktive Beschäftigungspolitik. Diese Agitation begann schon zu Zeiten der Regierung Schmidt gegen Ende der siebziger Jahre. Sie war massiv, und ihre Massivität ist nicht verständlich, wenn man das Motiv, die Erzeugung einer Reservearmee von Arbeitslosen, nicht beachtet.

Die bewusste Erzeugung von Arbeitslosenheeren (die man im Anschluss daran in Deutschland durch Hartz IV noch für ihre Arbeitslosigkeit bestrafte und zusätzlich mit dem Tode bedrohte, sollten sie ihren Zustand nicht aus eigener Kraft beenden können) ist vergleichbar mit der Vergiftung des Dorfbrunnens oder dem Verbrennen der Ente vor Wintereinbruch.

Man kann sich denken, wie man früher mit solchen Tätern umgegangen ist. Verbrennen bei lebendigem Leib, Rädern, Pfählen, Häuten … die waren da sehr erfinderisch. Die kannten auch noch die Folgen, die solche Taten nach sich zogen. Die fanden Töten gar nicht geil, und Arme, Kranke, Behinderte, Kinder und den ganzen Rest des Dorfes einem qualvollen Hungertod auszuliefern, war kein Kavaliersdelikt.

Heute schon.

Heute ist Töten geil wie Geiz.

Darum machen wir uns auch keine Gedanken mehr über Nachrichten wie diese in der FAZ:

Die Lobbyisten versprechen zwar 30.000 neue Arbeitsplätze in der Elektromobilität. Zunächst verlangen sie aber Subventionen für Forschung und Entwicklung von 100.000 Euro je Stelle. Volkswagen, Daimler und BMW sind mit ihren gut gefüllten Kassen stark genug, Innovationen selbst zu finanzieren.

Die kriegen das Geld auch, da bin ich ganz sicher – und nicht aus den gigantischen Gewinnen der Energiewirtschaft.  Wozu gibt es immerhin die gute deutsche Hinterzimmerpolitik. 3000 Millionen Euro für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Da muss an anderer Stelle viel gespart werden – zum Beispiel bei den Arbeitslosen. Man nimmt ja gerne von den Schwächsten nach dem Motto: „Töten ist geil„.

Die Forderung nach Verschonung von Witwen und Waisen ist uns sehr fremd geworden. Wir schalten das System einfach mal von heute auf morgen um, beschlagnahmen die Versicherungsgelder und verkünden, das von heute an jeder selbst für sich verantwortlich ist. Das ist in etwas so, als wenn das Dorf einen Brunnen gebaut hat, in den dann irgendein Idiot aus purer Lust zur Zerstörung eine tote Kuh hineinwirft. Gut, wir kuppeln noch die Gewinnabschöpfung durch den Verkauf des zuvor abgeschöpften Brunnenwassers hinzu – aber im Prinzip ist es das Gleiche: wir vernichten die Lebensgrundlage der Menschen zum Zwecke der persönlichen Bereicherung – oder einfach nur, weil wir es können.

Darum ist die Agenda 2010 mit Hartz 1-4 auch keine Kleinigkeit. Es ist ein tödlicher Angriff auf den Souverän des Landes: den Bürger. Wenn der nicht pariert, wird ihm die Versorgung mit Nahrung, Heizung und Wasser gestrichen – und keiner macht sich Gedanken, welches abartige, degenerierte Prinzip hinter den schönen Worten „fördern und fordern“ verborgen ist.

„Töten ist geil“ … ansonsten würde die Motivation nicht funktionieren. Der Delinquent muss schon glauben, das sein Sachbearbeiter es ernst meint.

Darum ist es auch wichtig, regelmässig mal einen Bin Laden oder einen Demonstranten zu töten.

„Die da draussen“ müssen kapieren, das man es jetzt ernst meint.

Manche töten gerne direkt mit Knüppeln und Pistolen, andere weiden sich lieber an der Qual von Menschen, die mitten im Überfluss an Hunger, Durst oder Obdachlosigkeit und Kälte leiden.

Das Prinzip jedoch … ist dasselbe.

Warum lese ich darüber eigentlich nichts mehr in den Nachrichten? Wäre doch ein Riesenthema …

 

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