Frieden

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Teile um zu? Leben!

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Bild:pixabyay.CC0

Daniele Ganser richtig spricht:
der Krieg ist oft eine geplante Geschicht
zuerst wird ein Land, eine Region geteilt
dann wird die Führung abgewertet, wie es scheint

und dann beginnt bald das Töten
das wird organisiert, ohne zu erröten
dann tobt der Krieg
oft ohne Sieg

Auch Gerald Hüther liebt nicht die Revolution
viele glauben ihm das durchaus schon
er sprach, bei der Revolution wird das eine Herrschafts-Tier
durch das andere ersetzt, wir kennen das bei Europas Nachbarn hier

Machiavelli sprach um zu herrschen, musst Du teilen
damit Deine Untertanen langfristig an Konflikten feilen
warum kannst Du Dich nicht selber zähmen?
Wer andere unterdrückt, der soll sich schämen

Hat man Dir zum Geburtstag eine Torte geschenkt
wer teilt nicht gerne, wenn er gut nachdenkt
denn wer isst die Torte ganz allein,
der wird darnach nicht glücklich sein?

Doch Gier
ist heute eine Zier?
Nicht nur hier
Bist Du ein Tier?

Das nicht bezähmen kann seine Triebe?
Teilen an Stelle von Gier bringt doch nur Liebe?
Es möchte der Westen nicht mit dem Osten teilen
da kann sich bald ein schrecklicher Krieg ereilen

Es teilt der Norden nicht mit dem Süden
Verständnis und Wärme kann man üben
Der Reiche teilt nicht mit dem Armen
Fort die Bettler, an Stelle sich ihrer zu erbarmen

Denn Gier schafft Neid
und dann ist der Konflikt nicht weit
und der bring manchmal großes Leid
dieses Teilen brächte große Freud

Brauchst Du unbedingt großen Ruhm
hast nicht genug in Dir, Du hast noch viel zu tun
Du brauchst nicht beherrschen Länder, Flüsse und Meere
Finde im Inneren Dein Selbst, Deine Ehre

wenn Du willst, dann pfleg
Deinen inneren Weg
finde den Inneren Frieden
Dein eigenes Dunkel besiegen

Siehst Du nur Deiner Wahrheit Sicht?

Die andere Seite des Berges siehst Du nicht?
bist Du Diener, Deiner eigenen Emotion?
Dann hat Dich das Dunkel schon

Gerecht zu teilen ist schön
jeder darf dann gestärkt über die Schwelle gehen
Frieden und Freiheit verbinden
heißt seinen inneren Weg zu finden

Willst Du Frieden erringen,
dann darfst Du im Kleinen beginnen
hast Du selbst im Inneren Ruhe geschaffen
kannst Du dann auch ruhiger schlafen

Ein Friedenspunkt sich mit dem anderen verbindet
und das Land sich bald im Frieden befindet
dann kann man zum Nachbarland gehen
und auf dem Kontinent nach Frieden sehen

Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen

8. Mai 1945. Als schlussendlich die Waffen schwiegen, nach elendigen langen sechs Jahren, gab es dieses eine Land unter seinem damaligen Namen Sowjetunion, in dem das Wort „Vernichtungskrieg“ seiner Bedeutung grausam gerecht wurde.

Unfassbare 27 Millionen Menschen dieses großen schönen Landes verloren ihr Leben. Es wird annähernd unmöglich sein, in der gegenwärtigen Zeit Bürger, Familien des heutigen Russlands und seiner benachbarten Republiken zu finden, in denen es keine Opfer des Zeitraumes 1941 (dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht) bis 1945 (dem Kriegsende in der damaligen Reichshauptstadt Berlin) zu gedenken gilt.

Die gemeinsamen Werte verbinden

Poroschenko

Bild: Poroschenko von einer goldenen Toilette gekrönt

Photomontage: aus wikimedia.org/wikipedia/commons/ Von Koch /MSC Bild aus der Münchner Sicherheitskonferenz und pixabay.com/CCO

Die gemeinsamen Werte verbinden!

Onkel Donald, den wir sehr verehren
kann sich gegen die Rüstungslobby nicht mehr wehren
ein Atomkrieg kann sich durchaus lohnen,
wenn wir in uncle Sams Bunkern wohnen

Nach so einem atomaren Schlag
man aus den Bunkern nicht herausgehen mag
die Erde ist dunkel und finster und kahl
die Strahlung exorbitant hoch und fatal

darum man sich auf die gemeinsamen Werte besinnt
und in den Bunkern weiter spinnt
das schöne Gold die Eliten vereint
drum ein Atomkrieg sich lohnt wie es scheint

drunten in den Katakomben
ist man sicher vor Atombomben
dann pokert und spielt man mit Derivat-Gekritzel
Seifenblasen ,Kartenhäusern und Papierschnitzel

Auch kann man auf die kaputte Erde CDS abschließen
die kann man dann aber leider nicht mehr genießen
denn ohne Sonne wird man krank
in den Bunkern gibt es bald Leichengestank!

Die Demonstranten 2014 am Kiewer Maidan
fingen gegen Unrecht, Korruption zu demonstrieren an
die Aktion war von Soros geplant und unterstützt
deshalb ist Janukowitsch abgeblitzt

die Demonstranten waren gegen die goldenen Toiletten
der Oligarchen, und deren Wirtschaftsketten
Schon Zbigniew Brzezinski schrieb das Drehbuch dazu
die ganze Welt schaute den Demonstranten zu

Und jetzt, wo Poroschenko auch seine goldene Toilette bekam
da fing der kalte Krieg zwischen Ost und West erst recht an
Gründe zur Rüstung gibt es gar viel
Wirtschaften, das ist das große Ziel

Frieden einen ökonomischen Schaden schafft
drum wird die Spannung bis zum Zerreißen gestrafft
schon Stalin hatte das Fundament dazu geschaffen
herrsche durch Teilen, sonst wird man Dich strafen

Im Baltikum wurden von Stalin Balten deportiert
und Russen wurden, ohne deren wissen, dorthin transportiert
die haben dort bis jetzt keine Rechte, was zu Spannungen führt
deshalb stehen dort West-Bündnis Truppen, bis Putin pariert

Im Osten der Ukraine Stalin dasselbe befahl
Jetzt kämpfen dort Menschen mit Toten ohne Zahl
Die Krim wollte 1994 von Kiew die Unabhängigkeit
sagst Du`s bist Du ein Rußland-Versteher und nicht recht gescheit

Auch sollen alle Uncle Sams Untertan sein
willst Du das nicht, dann bist Du nicht fein
Nur Onkel Donald hat bis jetzt keinen Krieg begonnen
alle Hoffnungen darauf sind bisher zerronnen

Drum sind Onkel Donald, die Medien abhold
nur wenn er poltert, dann wird ihm Respekt gezollt
Vor allem vor der Wahl
wird die Polemik eine Qual

Will Onkel Donald nicht kriminelle Banker hinter Gitter bringen
die wollen ihn zum Rücktritt zwingen
Onkel Donald ist ganz sicher ein Heiliger nicht
sondern nur, ein nicht so böser Wicht

Willst Du Frieden erringen,
dann darfst Du im Kleinen beginnen
hast Du selbst im Inneren Ruhe geschaffen
kannst Du dann auch ruhiger schlafen

Ein Friedenspunkt sich mit dem anderen verbindet
und das Land sich bald im Frieden befindet
dann kann man zum Nachbarland gehen
und auf dem Kontinent nach Frieden sehen

und eh Du es gedacht
ist der Frieden geschafft
weder Suggestion
noch Manipulation

können das so schnell ändern
auch in vielen andern Ländern
die Werte der normalen Menschen sehr ähnlich sind
ob Schwarz ob Weiß ob alt oder Kind

Auch wenn Religionen manchmal anders sind
Gemeinsame Fundamente gibt es, die verbind!
Achte, dass Du den anderen verstehst
bevor Du mit ihm auseinander gehst

Glaube den Medien nicht so viel
Auch dort ist Ökonomie das Ziel
Krankheit und Krieg bringen die Ökonomie in Gang
Inserate, der Wirtschaft, die sind groß und lang

drum findest die Wahrheit dort drinnen oft nicht
suche die Wahrheit bei Dir, beim Gegenüber im Licht
die Wärme das Licht, das sei Dein Bericht
blicke dem Nächsten direkt ins Gesicht

Findest Du dort den göttlichen Keim
dann kann zwischen Euch Frieden sein!

Quellen:

https://deutsch.rt.com/gesellschaft/47774-krim-geschichte-drei-jahre-referendum/ https://derstandard.at/1218534157053/Hintergrund-Proteste-zum-Jahrestag-der-Annexion-Hawaiis

https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Republik_Krim

https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-korruption-1.4082169

http://transcripts.cnn.com/TRANSCRIPTS/1405/25/fzgps.01.html

https://www.deutschlandfunk.de/zbigniew-brzezinski-rueckblick-in-die-konflikte-der-zukunft.1310.de.html?dram:article_id=327297

https://finanzmarktwelt.de/ukraine-gelenkt-durch-george-soros-hacker-veroeffentlichen-emails-12991/

https://www.sueddeutsche.de/politik/panama-papers-wie-der-ukrainische-praesident-mitten-im-krieg-eine-briefkastenfirma-gruenden-liess-1.2932954

https://swprs.org/die-propaganda-matrix/

https://www.youtube.com/watch?v=Std9-9oFufE
https://public.tableau.com/profile/nerothehero#!/vizhome/PedoArrests/PedoArrests

https://www.epochtimes.de/debatte/das-blatt-hat-sich-gewendet-ein-voellig-neues-rauschen-ueber-trump-im-us-blaetterwald-kann-endlich-beginnen-a2674407.html

https://www.nachrichtenspiegel.de/2018/09/24/cds-die-groesste-gefahr-im-globalen-finanzsystem/

Erosion des Rechtsstaats und achselzuckende Preisgabe des Weltfriedens (ein Armutszeugnis)

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In einer jüngsten Mitteilung des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestags will der Ausschussdienst die Veröffentlichung der Petition zum sofortigen Ende aller – völkerrechtlich illegalen – Bundeswehreinsätze in Afghanistan nicht zulassen. Hierzu eine aktuelle Replik:

Ihre Pet-Nr. 3-19-05-056-010386, Sicherheits- und Verteidigungspolitik (Einsatz der Bundeswehr im Ausland); Ihr Schreiben vom 30.8.2018, hier eingegangen am 8.9.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

da der Gegenstand der Petition gegen die Bundeswehreinsätze in Afghanistan so ernst ist, wäre ich nie auf die Idee gekommen, in diesem Kontext einmal – wenn auch nur flüchtig – erheitert werden zu können.

Weil alle wissenschaftlichen Beweise dafür sprechen, dass die Ereignisse zu 9/11 von bis heute unbekannten Mitgliedern der US-amerikanischen Militär- und Geheimdienstkreise inszeniert wurden, um damit alle schon längst vorher geplanten militärischen Aggressionen gegen bestimmte Zielstaaten endlich in die Tat umsetzen zu können, muss es jeden redlichen Zeitgenossen beschämen, wenn sich die bundesdeutsche Politik in Afghanistan auch noch an diesen Völkerrechtsbrüchen beteiligt.

Was dort in Afghanistan so alles „in Namen des Völkerrechts“ geschehen kann, hat die Welt durch die Zahl der Opfer der sog. „Kunduz-Affäre“ des Oberst Klein erfahren.

Dass die Bundesrepublik dem aggressiven Treiben der „Supermacht“ USA aus eigener Kraft nichts entgegen setzen kann, ist das Eine. Dass sich Mitglieder des Bundestags aber auch noch aktiv an solchen Völkerrechtsbrüchen beteiligen, ist etwas ganz Anderes. Solche Völkerrechtsbrüche sind weder vom GG noch vom Völkerrecht gedeckt, schon gar nicht dann, wenn sie schlicht auf einer großen Lüge basieren.

Aber siehe da: Auch wenn Menschlichkeit und Anstand, Völker- und Verfassungsrecht allem Anschein nach bei vielen Abgeordneten zuweilen keine mehr Hemmungen mehr auslösen, so möchte man sich dort aber doch auf keinen Fall über die hochheiligen „Richtlinien für die Behandlung von öffentlichen Petitionen“ hinwegsetzen.

Ihre Bezugnahme auf Nr. 3 lit. h) Ihrer vorgenannten Richtlinien ist schlicht absurd und geradezu lächerlich. Das Interview mit dem US-amerikanischen Völkerrechtler Boyle ist auf  Spiegel-Online veröffentlicht und für jedermann zugänglich. Und Sie wollen ernsthaft behaupten, dass es in die Persönlichkeitsrechte von Boyle eingreifen soll, wenn sein Name nicht geschwärzt wird?

Ich kann Herrn Dr. Daniele Ganser ja mal gerne fragen, ob er es als „Eingriff“ in sein „Persönlichkeitsrecht“ empfindet, wenn ich ihn namentlich nenne, weil ich sein – wichtiges – Buch über die illegalen Kriege der NATO nicht unerwähnt lassen möchte. Wenn ich Sie richtig verstehe, dann hätte ich besser – anonymisiert – von einem „Schweizer Friedensforscher“ gesprochen, der da irgend so ein Buch über die Kriege der NATO geschrieben hat.

Die in der Petition vorhandenen Links zu Webseiten könnten Sie – was gegenüber der Nichtveröffentlichung der Petition ein milderes Mittel wäre – auch getrost streichen, da alleine schon das Buch „Der mysteriöse Einsturz von World Trade Center 7“ von David Ray Griffin genügend wissenschaftlich fundierte Beweise hält, um das offizielle Narrativ zu den Hintergründen und Abläufen am 11.9.2001 nachdrücklich zu widerlegen.

Der Inhalt der Petition wird durch Sie so schockierendes in Bezug nehmen von Youtube-Videos in keiner Hinsicht geschwächt.

Diese konkrete Richtlinie ist aber auch gerade deshalb schlicht ein Witz, weil ich im Umgang mit Behörden und insbesondere auch mit Gerichten noch nie erlebt habe, dass die Bezugnahme auf einen Weblink auch nur gerügt worden ist. Wir leben in modernen Zeiten, und es gibt keinen einzigen nachvollziehbaren Grund, eine Petition schon deshalb zu sperren, weil es beweiskräftige Darstellungen z.B. in einem Youtube-Video gibt, die mehr aussagen als deren Beschreibung. Auch wenn man Bilder manipulieren kann, so sagen offensichtlich nicht manipulierte Bilder oft mehr aus als ganze Bücher.

Und dann monieren Sie – offensichtlich von dem Ziel geleitet, den Text dieser Petition auf keinen Umständen veröffentlichen und zur öffentlichen Diskussion stellen zu müssen – auch noch, dass die an Sie übermittelte Liste mit den Namen der Unterstützer keine „eigenhändige“ Unterschrift enthält?

Werden so alle Petitionen von Ihnen geblockt, bei denen über OpenPetition um Unterstützung geworben wurde?

In Ihren vorgenannten Richtlinien heißt es unter Ziff. 1 eindeutig (Zitat):

„1. Öffentliche Petitionen können von jedermann einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen unter Verwendung des hierfür vorgesehenen elektronischen Formulars an den Petitionsausschuss eingereicht werden….“.

Von einer eigenhändigen Unterschrift ist dort nirgendwo die Rede.

Und selbst wenn für jeden einzelnen Unterstützer eine eigenhändige Unterschrift gefordert würde, so hätte ich dieses Erfordernis schon durch meine eigene Unterschrift auf der Petitionsschrift erfüllt, die Ihnen auf dem Postwege übermittelt worden ist.

Ich habe alle Unterstützer meiner Petition bereits per Mail darum gebeten, Ihnen zu schreiben und zu bestätigen, dass sie meine Petition unterstützen. Bei dieser Gelegenheit kann dann ja auch jeder seine Stellungnahme dazu abgeben, was er davon hält, wie Sie mit einer Petition zu einer so wichtigen gesellschaftspolitischen Frage umgehen.

Bei den Betreibern des Portals von OpenPetition habe ich heute angefragt, ob sie jemals mit einem solchem Vorhalt konfrontiert worden sind.

Aber die in Ihrer Antwort vom 30.8.2018 implizit zum Ausdruck kommende absurde Paradoxie ist von solcher Qualität, dass ich – obwohl die Bundeswehreinsätze in Afghanistan nun wirklich kein Spaß sind – kurz herzhaft lachen musste.

Verfassungsrecht- und Völkerrecht, Menschlichkeit und Respekt vor dem Leben und Friedenswunsch der Menschen anderer Völker interessieren die Politiker, die für die Bundeswehreinsätze in Afghanistan gestimmt haben, allem Anschein nach nicht mehr.

Aber ein Weblink in einer Petition, und dann auch noch die namentliche Nennung eines Völkerrechtlers wie Boyle oder von Buchautoren wie Dr. Daniele Ganser oder von David Ray Griffin, solche (angeblichen) Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte von Buchautoren und Juristen, das geht dem Bundestag dann doch zu weit.

Wenn Sie die Beteiligung an völkerrechtswidrigen Kriegen und alle damit verbundenen „möglichen“ Eingriffe in Leben und Gesundheit von Menschen rechtfertigen, aber zugleich den angeblichen Eingriff in „Persönlichkeitsrechte“ eines Petenten kritisieren, dann kann ich über solche Doppelstandards nur noch staunen.

Für mich entsprechen solche Doppelstandards dem sarkastischen Humor von Rechtsnihilisten, die sich selbst offenbar alles generös verzeihen können, aber die Kritik an ihrem Verhalten selbst mit den lächerlichsten Formalien und Vorhaltungen abblocken möchten.

Ein guter Freund sagte mir, dass ich mir den Aufwand für solche Petitionen doch sparen könne. Angesichts der längst vorhandenen politischen Realitäten könne doch kein Mensch mehr noch irgendein Unrecht aufhalten oder verhindern. Das Einzige, was der Mensch in diesen Zeiten noch tun könne, wäre, dass er als Mensch auf dem Pfad der Rechtschaffenheit bleibt. Wie Recht mein Freund doch hat.

Ein Dialog macht überhaupt nur Sinn, wenn der Andere überhaupt ein Interesse an einem Dialog hat. Wenn das Interesse des Anderen offensichtlich nur noch darin besteht, ein in keiner Hinsicht vom Volk demokratisch legitimiertes „Programm“ durchzuziehen, (auch) in diesem Kontext alle unbequemen Wahrheiten auszublenden und jede berechtigte Kritik mit pauschalen Verweisen auf längst widerlegte (Teil-)Unwahrheiten und unhaltbare juristische Interpretationen des Völkerrechts abzublocken, dann ist jedes Bemühen um Dialog pure Zeitverschwendung.

Dann kann der Mensch offenbar nur noch darauf hoffen, dass es eine höhere Gerechtigkeit gibt, der sich letztlich kein Mensch entziehen kann. Das ist keine Resignation an der Welt, sondern ein absolutes Vertrauen in eine Gerechtigkeit, die die Zukunft für alle Menschen bereit hält.

Ich fasse noch einmal ganz grundsätzlich zusammen:

Wenn der Bundestag solche Bundeswehreinsätze wie die damals in Serbien oder nachfolgend in Afghanistan und Syrien beschlossen hat, dann hat er zu seiner Rechtfertigung stets in wesentlicher Hinsicht auch Sachverhalte bemüht, die sich schließlich als falsch, oder zutreffender: eindeutige Lüge, herausgestellt haben.

Der Angriff auf Serbien in 1999 „begann mit einer Lüge“, was im Jahre 2001 sogar noch über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vermittelt werden konnte, Die Doku über den NATO-Einsatz in Jugoslawien mit dem Titel „Es begann mit einer Lüge“, die jedermann auf Youtube abrufen kann, wird sicherlich auch jedem Bundestagsabgeordneten bekannt sein.

Eine solche Aufklärungsarbeit durch ein Format des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erscheint unter den aktuellen Verhältnissen schon undenkbar.

Der Einsatz der Bundeswehr in Syrien basiert auf der Lüge, dass man militärisch in einem fremden Land intervenieren kann, das in keiner Weise für die Entstehung und Ausbreitung des IS verantwortlich war und ist und in jeder Hinsicht von Anfang an fest entschlossen und – spätestens seit der Unterstützung durch die russische Föderation – auch in der Lage war, den IS zu bekämpfen und zu besiegen.

Im Web finden sich unzählige Quellen dazu, welche Mächte bzw. Staaten ganz offensichtlich ein Interesse an der Unterstützung des IS gehaben haben und auch – zumindest teilweise nachweislich – eine solche Unterstützung in allen denkbaren Formen (durch Geld, Waffenlieferungen, Rückzugsräume, Ausbilder etc.) geleistet haben. Wenn das schon jeder Bürger problemlos recherchieren kann, dann erst Recht eine so gigantische Behörde wie der BND, der über ein weitaus besseres Netzwerk verfügten dürfte als jede Nachrichtenagentur (bloß unterstellt, es gäbe eine Nachrichtenagenturen, die unabhängig von Nachrichtendiensten agieren können).

Und wie verhält es sich nun mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan?

Der Angriff auf Afghanistan basiert auf der offensichtlich gewordenen Lüge, dass die für die Anschläge von 9/11 verantwortlichen Terroristen von Afghanistan aus operiert haben sollen und die Regierung dieses Landes diesen Terroristen in ihrem Land einen „sicheren Hafen“ bereit gestellt haben soll.

Schon der Inhalt des Buchs von David Ray Griffin „Der mysteriöse Einsturz von World Trade Center 7: Warum der offizielle Abschlussbericht zum 11. September unwissenschaftlich und falsch ist“ reicht – wie gesagt – vollkommen aus, um den definitiven, wissenschaftlich fundierten Beweis dafür zu erbringen, dass die drei Türme, die am 11.9.2001 zerstört wurden, nur auf Grund einer kontrollierten Sprengung auf diese Art und Weise, insbesondere in dieser Geschwindigkeit (des zumindest phasenweise „freien Falls“), vollständig in sich zusammengestürzt sein können. Vor 9/11 ist noch nie ein Hochhaus, das in Stahlskelettbauweise errichtet worden ist, auf Grund eines bloß lokalen Feuers bzw. einer bloß partiellen Zerstörung vollständig in sich zusammengestürzt. Am 11.9.2001 war das aber gleich bei drei Hochhäusern der Fall, wobei WTC 7 nicht einmal von einem Flugzeug getroffen worden ist.

Wer die mit zwingender wissenschaftlicher Logik dargelegten Erkenntnisse, die von tausenden Architekten und Ingenieuren mitgetragen werden, bestreitet, ist m.E. entweder ein Dummkopf, weil er sich nicht informiert hat, oder ein Lügner, eben weil er sich informiert hat und es in Wahrheit besser weiß.

Der Bundesregierung müsste somit auf Grund seines Auslandsnachrichtendienstes noch sehr viel besser informiert sein als jeder Bürger dieses Landes, der auf Grund seiner täglichen Pflichten zudem nur begrenzte Zeit aufbringen kann, um sich der Verschaffung von Hintergrundinformationen über Ereignisse in aller Welt zu widmen.

Und wollen Sie den Menschen in diesem Land erzählen, dass Mitglieder des Bundestages keinen Zugang zu den Analysen des BND und auch keinen Zugang zum Internet haben und somit weit weniger wissen als jeder Bürger, der sich im Internet ab und zu mal auf die Suche nach Hintergrundinformationen begibt?

Ihre Reaktion lässt jedenfalls nicht erkennen, dass sie sich wirklich ernsthaft – und das heißt im Detail – mit meiner Kritik an den Beschlüssen des Deutschen Bundestags zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan auseinandersetzen möchten.

Ich bin jedenfalls gespannt, was Ihre „inhaltliche Prüfung“ meiner Petition ergeben wird.

Juristisch und „politisch“ wird – so mein Eindruck – offenbar nichts mehr aufgearbeitet, wenn sich politische Eliten – auf Grund welcher Interessen auch immer – über das Recht und sogar das Verfassungs- und Völkerrecht mit Sachverhaltsverzerrungen und Wortklaubereien hinwegsetzen und sich hinter willkürlichen „Auslegungen“ des Völker- und Verfassungsrechtsrechts verstecken, die allem Anschein nach nur noch der juristischen Scheinrechtfertigung längst beschlossener Pläne dienen.

Von daher bestehe ich weiterhin darauf, dass Sie sich angemessen mit der Petition befassen und diese Petition – und diesen Nachtrag – auch auf den dafür vorgesehenen Foren des Bundestags veröffentlichen.

Aber wie auch immer sie sich entscheiden werden:

Sie stehen in der Verantwortung, Ihre Entscheidungen sind für Ihre eigen Zukunft mindestens so bedeutsam wie sie es für die Menschen sind, die unter den Folgen Ihrer Entscheidungen – und Ihrer Unterlassungen – in aller Welt zu leiden haben.

Ich selbst möchte mich fortan an die Empfehlung des bereits oben erwähnten guten Freundes halten, der mir geraten hat, mein Leben künftig nur noch Dingen zu widmen, die ich beeinflussen kann. Was ich nicht beeinflussen kann, das möchte ich fortan höheren – und damit meine ich göttlichen: – Mächten überlassen.

Aber ich hoffe, dass kein Mensch mehr irgendeine „Auszeichnung“ oder sonstige „Ehrung“ von einem Abgeordneten des Deutschen Bundestages annehmen wird, der für die hier kritisierten Entscheidungen mitverantwortlich ist.

Solange solche Zustände herrschen, werde ich mich an keiner Bundestagswahl mehr beteiligen.

 

Hochachtungsvoll

Wilfried Schmitz

Rechtsanwalt


Bild: Pixabay/CC0

 

Der Küsserkönig, oder die Mattscheibe

Der Küsserkönig, oder die Mattscheibe


Bild (CC0 /pixabay): Der Küsserkönig und der Geheime Dienst? Oder: Fangen wir bei Adam und Eva an: Es war natürlich Eva, die daran schuld war, dass der Adam den Apfel gegessen hat? Er war nicht fähig, zu widerstehen? Im Hintergrund der Apfelbaum?

Wer rast durch die Nacht, die Welt und den Wind
Es ist dies der Küsserkönig, er ist fast blind
die Augengläser stammen vom CFR
der ist über uns alle der Herr

Die Geheimen Dienste geben ihm die Ohren,
deshalb ist Europa und die Welt verloren.
Die geheimen Dienste wurden von den Bankern auserkoren
Ronald Bernard berichtet ständig darüber, doch sind wir Toren

Der Steuermann Europas hat weder Ohren noch Sicht
was das Ende von Europa doch ist?
Er steuert direkt zu auf die Klippe,
was der Untergang wäre von uns und seiner Sippe

Doch was tut die Mannschaft dagegen?
Wollen wir doch wohl noch gerne leben?
Die Mannschaft schaut fern
denn das tut sie gern!

Die Mannschaft sieht nicht des Schiffes Gefahr
sie sieht nicht den Wahnsinn eines Kriegs mit dem Zar
drum wollen Assange, Snowden und Ronald Bernard sie rechtzeitig wecken
damit sie die Gefahr für sich und die Welt entdecken

Denn Schlafen ist oft gesund
schläfst Du nur, dann wirst du kugelrund
und dann treiben es die Trolle mit Dir sehr bunt
deshalb tun wir Euch das alles kund

Man bräuchte nur zu den Verantwortlichen gehen:
Sagen „Augen auf“ dann würden sie sehen
doch Vorsicht: Das Gehirn der Herren, das ist im Ruhestand
die Berater sind ihr Geist, deshalb ist alles am Sand

Die Berater die sind dem CFR willfährig
ja sind ihm geradezu hörig
die drei Affen sind ja immer still
das bringt uns alles nicht sehr viel!

Die Verantwortlichen machen erst dann den Mund auf
wenn sie in Pension, davor geht alles drauf
darauf können wir nicht warten
es soll nicht alles entarten

Zuerst teilen sie zwischen Antifa und Profa
dann herrschen sie über alle! Ja!
und wer zitiert
z.B epochtimes, der verliert

denn epochtimes liest die AFD
weißt Du es nicht? Dann, oh je!
Auch wenn der, der zitiert, nur ganz selten dort liest,
es die wohlmeinenden Leser verdrießt?

Ich hasse den Faschismus!
Ich meide den Katechismus!

Dann teilen sie ein die Guten und die Bösen
die Bösen müssen wir durch einen Krieg erlösen

Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau
und wenn wir schauen, ganz genau
dann Mensch dann trau,
ja trau es Dir zu,
wir sind keine Kuh!

Wenn auch die geheimen Dienste, die Kritiker, als Verschwörungstheoretiker sehen
wenige Prozente der Menschen, versuchen zur Wahrheit zu gehen,
die Kritiker macht man durch einen Stempel ganz still,
damit können die gierigen Herrscher erreichen ihr Ziel!

Wir können unsere Sicht verbreiten
auch wenn andere darüber streiten!
Wir können zwischen uns Frieden bereiten
auch wir können Menschen leiten!

Wo sind die großen Proteste?
Wo sind große Friedensfeste?
Wo Ukrainer, Russen und wir
bauen auf, Frieden hier!?

Der Küsserkönig erreicht Brüssel mit Müh und Not
In seinen Armen Europa war tot?
Das hörte eine Kröte
von Wolfgang Göthe

Kennt Ihr denn  das Volk der Dichter nicht
sind wir denn ferngesteuert von Uncle Sam, dem Wicht?
Oder sind wir doch frei?
Damit dem so sei,

lassen wir doch nochmals Ronald Bernard sprechen,
der will sich nämlich gar nicht rächen:
https://www.youtube.com/watch?v=q4MjaMFWkNg
Er wurde, bevor er  jetzt zu uns spricht, schwer gefoltert
trotzdem ist er nicht gestolpert

Durch ihn spricht der wahre König
davon versteht der Küsserkönig wenig

Willst Du das Gute, dann musst Du auch das Böse sehen
Du wirst durch dieses Tal durchgehen
Doch kannst Du dich kräftigen in Gedanken,
die auch jetzt in der Kriegsgefahr nicht wanken!

Frei nach Göthe: Willst Du Freiheit erringen,
Du kannst sie nicht erzwingen
doch kannst Du sie täglich neu erzeugen,
Du wirst Dich dem Bösen nicht Beugen!

Du bist die Zukunft, nicht der Wicht
der oben abgebildet ist!
Du hast die Kraft,
die Frieden schafft!


 

Quellen:
https://swprs.org/die-propaganda-matrix/

diepresse.com

https://www.youtube.com/watch?v=ablI1v9PXpI

https://www.youtube.com/watch?v=Std9-9oFufE

http://science.orf.at/stories/2903393/

Frieden und Wille.

Digital StillCameraDienstag, 25.11.2014. Eifel. Schon seit einigen Tagen geht mir durch den Kopf, dass ich gerne etwas über den Frieden schreiben würde. Ja – kitschig, oder? Der Hintergrund ist einfach: mehr und mehr Menschen, deren Sensitivität ich schätze, warnen vor einem Krieg im nächsten Jahr – und ich selber sehe nüchtern und sachlich die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und den Oligarchien der Nato als sehr hoch – fast unaufhaltsam – an, jedenfalls momentan. Ich weiß: viele Menschen verdrängen das – aber durch Optimismus und gute Laune ist noch kein Panzer, keine Kugel und keine Bombe aufgehalten worden … das wissen nur die meisten in Europa lebenden Menschen nicht, weil sie den zur Beurteilung notwendigen Wissens- und Erlebnishorizont nicht haben.

Ja – unsere Methoden zur Problembewältigung scheinen wie aus einem Märchen zu sein: die Kriege der Welt bewältigen wir mit unserer Fernbedienung – ein Klick und sie sind weg; die Kriege in unserem Leben mit Alkohol – ein Schluck und sie sind weg.

Wie immer, wenn ich um ein Wort kreise, schaue ich in meinen alten Weggefährten: das philosophische Wörterbuch aus dem Jahre 1961: ein sicherer Wegweiser durch die Welt des Geistes – doch was muss ich sehen?

Weder Krieg noch Frieden waren den Begründern des Wörterbuches auch nur einen Eintrag wert. Krieg und Frieden finden offensichtlich im Kontinuum der Philosophie keinen Platz – wie auch: für Plato war der Militärdienst noch unverzichtbar, Pazifismus undenkbar und schier unverantwortlich, man dachte bei der Verteidigung Athens schlichtweg noch nicht mal an die Möglichkeit friedlicher Bewältigung der Konflikte mit dem Angreifer.

Gut – früher, da gab es halt auch Könige. Ein Heer war ein unmenschliches Ding, große Massen an Menschen, die ihren Willen abgegeben hatten, die einem einzigen Herrscher zu Willen waren: war der schlecht gelaunt oder krank, konnte der Heerwurm schnell wie ein Lindwurm ganze Landstriche verwüsten … und mit den selbst willenlosen Bütteln der Monarchie lies sich schlecht diskutieren: hatten sie erstmal ihre Befehle, wurden sie zu unaufhaltsamen Mordmaschinen.

Aus diesem Grund hatten wir mal „Demokratie“ erfunden, damit jeder Mensch seinen eigenen Willen hat und solche Exzesse nicht mehr vorkommen, „Frieden“ sollte dem ganz automatisch auf dem Fuße folgen: ja, versprochen war sogar ewiger Friede.

Wir haben sogar Kriege geführt, um diesen ewigen Frieden zu erhalten: Bürgerkriege in Frankreich und den britischen Kolonien, europäische Kriege gegen die Revolutionstruppen Napoleons (ja – das war nicht nur ein kleiner verrückte Spinner sondern auch der Erfinder des bürgerlichen Gesetzbuches, der die Werte der Revolution für ewig bewahren wollte: wir zehren heute noch von dieser Tat), einen Weltkrieg als „Krieg, der alle Kriege beenden sollte – und im Anschluß daran nochmal ein Krieg, der alle Kriege beenden sollte.

Fast schien es so, als hätte man Recht gehabt: jedenfalls erlebte Europa die größte Friedensphase seiner Geschichte. Klar – es gab noch kleinere Weltkriege (ja – in Korea und Vietnam kämpften nicht nur Amerikaner), aber in Europa war scheinbar Ruhe … bis jetzt.

Scheinbar?

Ja, schauen wir genauer hin … wird unser Leben weniger friedlich. Ein Blick nach Wikipedia kann da sehr helfen:

Frieden (älterer Nominativ Friede, von althochdeutsch fridu „Schonung“, Freundschaft“) ist allgemein definiert als ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe, als die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung und besonders von Krieg. Frieden ist das Ergebnis der Tugend der „Friedfertigkeit“ und damit verbundener Friedensbemühungen.

Ja – haben wir fast vergessen, oder? „Friedliche Abendstimmung“ oder „friedlicher Sonnenuntergang“ ist aus unserem Sprachgebrauch verschwunden, ersetzt durch Feierabendstreß und Handyterror. „Heilsame Zustände der Stille und Ruhe“ sind in unserem Alltag Vergangenheit – womöglich auch ein Grund dafür, dass wir immer kranker und unzufriedener werden. „Stille“ – jener Zustand, der die Gedanken anzieht – ist selten geworden in unserem Jahrtausend. Wo immer wir gehen, wo immer wir stehen begleiten uns Geräusche, Musik – früher ein seltener und stets willkommener Genuss, der vielen Menschen ein gutes Auskommen bescheren konnte – ist alltäglicher Lebensbegleiter geworden, verscheucht Stille und Gedanken wo immer sie sich zu manifestieren suchen; gleichfalls ist auch die mit der Stille verbundene Ruhe verschwunden.

Doch nicht nur Musik vertreibt den Klang des Friedens – vor allem sind es tausendfache Geräusche der Maschinenkultur, die hart gesottene Keltenkrieger in den Wahnsinn treiben würden: die Kakophonie der modernen Städte käme ihm als Geräuschkulisse finsterter Abgründe vor, in denen teuflischste Unholde unheilige Feste feiern.

Vielleicht hätten die sogar Recht, aus dem Millionen Jahre alten Reich der Stille sind wir hinausgetreten ins Reich des verletztenden Lärms – und finden das ganz normal.

Lauschen wir noch weiter Wikipedia:

In der Sprache deutschsprachiger Juristen ist von Frieden auch im Zusammenhang mit innenpolitischen Auseinandersetzungen (Straftatbestand des Landfriedensbruchs), mit dem Arbeitsleben (Störung des Betriebsfriedens als Kategorie des Betriebsverfassungsgesetzes) und mit dem Schutz des Privateigentums (Straftatbestand des Hausfriedensbruchs) die Rede. Zur Kennzeichnung von Grundstücken, die gegen Hausfriedensbrüche geschützt werden sollen, werden diese oft eingefriedet.

In der Sprache der Psychologie und der Theologie gibt es den Begriff Seelenfrieden (vgl. den englischen Begriff „peace of mind“ oder „inner peace“[1]); diesen sollen Lebende anstreben und Verstorbene auf dem Friedhof bzw. im Jenseits finden.

Klug, oder? Ja – wir sind in mancherlei Hinsicht weiter als die alten Griechen, deren Demokratieverständnis uns auf die Barrikaden rufen würde. Wir sind auch zurecht weiter, weil wir dem Krieg selbst den Krieg erklärt hatten, weil wir gezielt danach suchten, was das Menschenschlachten zwischen Völkern möglich machte, die durch Handel und friedlichem Miteinander viel mehr Wohlstand erreichen konnten als durch Massenverstümmelungen mit oft tödlichem Ausgang (die auch ein Napoleon fürchterlich fand).

„Seelenfrieden“ – wie fern sind wir eigentlich von diesem Begriff? Unendlich weit weg. Menschen, die ihn finden – mehr zufällig als bewusst gewollt – schätzen ihn (seit Jahrtausenden – und zwar weltweit)als das wertvollste Gut auf Erden, doch den meisten anderen hat man schon längst abgewöhnt, an den Begriff „Seele“ überhaupt zu denken: wer in seiner Seele tiefen Frieden trägt, hat keine Bedürfnisse mehr, die die Wirtschaft befriedigen müsste.

Das darf nicht sein, wir haben extra Bedürfnispyramiden entwickelt, die sich endlos steigern lassen und den Menschen beständig weiter vom Frieden mit seiner Seele entfernen.

Wir friedlich aber kann ein Mensch sein, wie „friedfertig“, wenn er von tausenden unkontrollierbarer Bedürfnisse geplagt wird, von denen die allermeisten völlig überflüssig sind? Die Antwort ist einfach: gar nicht.

Ist aber der Mensch nicht friedfertig, ist die Gemeinde, das Volk, das Land nicht friedfertig: wie sollte da Frieden in unsere Leben kommen?

Schonung und Freundschaft sind in der deutschen Sprache die Wurzeln für das Wort Frieden, dort, wo Frieden herrscht begegnen sich die Menschen in Schonung (voller Respekt und Achtsamkeit) und Freundschaft (voller Vertrauen und Hilfsbereitschaft), dort, wo aber der Frieden nicht in den Seelen herrscht, mangelt es im alltäglichen Umgang an Respekt, Verachtung und Ignoranz werden Normalzustand, Misstrauen und Missgunst verbreiten sich, der Mensch wird zum „Ork„.

Trifft das zu?

Ist unser Alltag voller Respektlosigkeit, Verachtung, Ignoranz, Misstrauen und Missgunst? Ich denke da nur an die Agenda 2010, die ein ganz neues Kapitel des gesellschaftlichen Miteinanders geprägt hat und ganze Generationen zu Orks erzieht. Ich denke an die Deregulation der Finanzmärkte, die gutgläubige („friedliche“) Menschen den Haien der Finanzindustrie vorgeworfen haben, an gutgläubige „Riesterer“, die man den Versicherungsvertretern opferte oder an die vielen bankrotten Menschen, die den Anlageberatern der Banken ihre Lehman-Papiere abgekauft haben – oder an die vielen Menschen, die nagelneue Autos mit integrierten Mängeln, Lasagne mit Pferdefleische, Babyfläschchen mit Weichmachern, tödliche Medikamente oder schlichtweg verpestete Luft serviert bekommen … um nur ein paar Alltagserscheinungen zu nennen.

Unser Alltag – ist voller Krieg, der uns die Seelenruhe stiehlt, der uns Ruhe und Frieden nimmt.

Das zu erkennen ist schon ein Wert an sich – denn da wissen wir, wo wir ansetzen können, die Kriegsgeilheit zur Ruhe zu bringen, die aufgeregten Gemüter zu besänftigen.

Landfrieden, Betriebsfrieden, Hausfrieden, Schulfrieden – wir finden zahllose Bereiche, in denen der Krieg zunimmt.

Dient es etwa dem Landfrieden, wenn jetzt der Solibeitrag für den Aufbau Ost zu einem Solibeitrag für den Aufbau West verwendet wird – oder sät das nur wieder weiteres Misstrauen und Missgunst?

Dient es etwa dem Betriebsfrieden, wenn immer mehr ordentliche Arbeiter und Angestellte zu Leiharbeitern werden, die zum halben Lohn ohne Urlaub und Weihnachtsgeld arbeiten müssen?

Dient es etwa dem Hausfrieden, wenn die EU via Dekret bestimmt, dass ich die Glühbirne doch hochgiftigen Sondermüll ersetzen muss, der Staat eine Behörde schafft, die bei Arbeitslosen per Hausbesuch kontrolliert, ob sie sich auch der verordneten Armut hinreichend fügen oder ausländische befreundete Geheimdienste all´ meine Kommunikation überwachen läßt?

Dient es dem Schulfrieden, wenn man die Ausbildung im Interesse jener Wirtschaft immer weiter verkümmern läßt, deren Subventionen die Mittel für genügend Lehrer und dringend benötigte Sanierungen auffressen?

„Frieden“ – ist die Abwesenheit von Störung und Beunruhigung, zur Schaffung und Wahrung von Frieden in allen Bereichen bezahlen wir Millionen von Menschen in Regierung und Verwaltung mit Steuergeldern – doch was tun die?

Sie bringen immer mehr Krieg ins Land, was keiner mehr merkt, weil „Frieden“ eine Untugend geworden ist, ein Makel, wie „Mitleid“ (ein Zustand der Schonung und Freundschaft beinhaltet) ein Wert, dem mit Verachtung begegnet wird.

Das war schon immer so, sagen Sie jetzt?

Machen Sie sich da mal nichts vor. Wir hätten mit dieser Moral die Eiszeit nicht überstanden weder Stämme noch Städte gegründet, keine Staaten geschaffen – ja, wie unsere Gesellschaft mehr und mehr an allen Fronten beweist, ist unsere Gegenkultur schlichtweg noch nicht einmal wirtschaftlich überlebensfähig, obwohl „Wirtschaft“ das zentrale Element der Kulturform „Kapitalismus“ ist.

Wo sind wir da nur hingekommen?

Denken nur ein wenig über Frieden nach – und schon befinden wir uns in einer völlig kriegerischen Gesellschaft, in der es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es auch wieder zu militärischen Auseinandersetzungen mit anderen Ländern kommt.

Oh – da bin ich zu wenig akurat: es kam ja schon zu militärischen Auseinandersetzungen mit Jugoslawien und Afghanistan – das Prinzip wird schon gelebt. Nur scheint jetzt die Lust größer geworden zu sein, man will das Fleisch des russischen Bären schmecken – wie schon zweimal letztes Jahrhundert.

Eine schlimme Nachricht, könnte sie doch die nukleare Verwüstung ganz Europas nach sich ziehen – wobei ich fürchte, dass die Nato davon ausgeht, dass Russland und die USA auf die atomare Option verzichten, wie das Dritte Reich auf den Gaskrieg verzichtet hatte (trotz prall gefüllter Lager). Leider haben die USA schon einmal gezeigt, dass sie von der nuklaren Option gerne Gebrauch machen – auch und gerade gegen die Zivilbevölkerung.

Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht: wir wissen jetzt, was wir konkret dagegen tun können.

Kontrollieren wir jene Menschen, die wir mit hohen Diäten aus Steuermitteln für die Wahrung des Friedens in allen Bereichen bezahlen, kontrollieren wir, ob sie auch in allen Bereichen die Tugend der Friedfertigkeit leben und vorleben, denn jene Tugend ist die Wurzel der Friedens selbst. Hat der Mensch nicht den Willen und die Absicht, friedfertig zu sein, wird Europa letztendlich nur aufgrund dieser Einstellung zum Leichenhaufen.

Ach ja … der „Wille“.

Den haben wir auch schon vergessen? Durch den Willen werden Plan und Absicht zur Tat – dass wusste man früher … heute zieht die Formulierung dieser einfachen Beschreibung menschlicher Schaffenskraft schon den Verdacht nach sich, man würde wieder eine leichte Verschwörungstheorie formulieren … dabei ist die Erkenntnis im Prinzip erschreckend einfach: ALLE Erscheinungen innerhalb der menschlichen und von Menschen gestalteten Welt werden durch ENTSCHEIDUNGEN manifestiert – da wirkt kein Wunder, kein Geist, kein Gott (nein – auch nicht seine Form als „Zufall“), und diese Entscheidungen werden von Willen und Absicht gesteuert, wobei der Wille die Durchsetzungskraft beschreibt – und die Absicht das Ziel.

Verhungert also ein Arbeitsloser in seiner kalten Schimmelbude, erfriert ein Obdachloser bei Minustemperaturen, stirbt ein Arbeitnehmer an Erschöpfung – so ist das das Ergebnis menschlichen Willens: immer und überall. Verblödet ein Volk infolge der Überflutung mit geistigem Sondermüll, der in allen Sendeformat Missgunst, Verachtung, Respektlosigkeit, Ignoranz und Misstrauen als lebensnotwendigen Normzustand predigt, so ist das kein Zufall, sondern das konkrete Ergebnis von Entscheidungen FÜR Sendeformate, die diese Botschaften enthalten.

Das will nur keiner mehr hören, weil es mit Verantwortung zu tun hat und nach Taten schreit.

Friede kommt durch friedfertige Menschen in die Welt, die friedfertig (fertig zum Frieden) sind, weil sie es so wollen.

Es ist der Wille, durch den wir frei von Bedürfnissen werden – darum ist die Schwächung menschlichen Willens vorrangiges Ziel der Konsumgesellschaft – und so entziehen sie der Friedfertigkeit ein wichtiges Element.

Wissen Sie, was mein philosophisches Wörterbuch zu dem Willen sagt?

„Der Wille kann sich nur auf (subjektiv) Wertvolles richten (das Böse zu wollen vermag nur der „Satan“)“ (zitiert aus Philosophisches Wörterbuch, 20. Auflage, Alfred Kröner Verlag Stuttgart 1978, Seite 731).

Ja – so war man 1961 noch drauf – dort erschien die Erstausgabe dieses Wörterbuches. Zu der Zeit konnten sich die meisten Menschen noch an die Gräuel des Krieges erinnern und wussten, dass der Wille allein zwar immer das Gute will – aber nur das, das der Einzelne als gut empfindet. Mag er keinen Juden – so kann das auch fürchterliche Folgen haben.

Gut zu sein – reicht nicht für Frieden. Gut sind alle. Ja – ich denke da besonders an die Grünen.

Für Frieden – muss man friedfertig sein: und das ist eine einfache Sache der Entscheidung, des Willens und der Absicht.

Und wenn jetzt Krieg kommt – der große, heiße, die endgültige Erfüllung all der kleinen Kriegsgelüste in Land, Haus, Schule, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – so wissen wir, dass er Aufgrund von Entscheidungen und Absichten (die den Tätern wie immer gut erscheinen) kommen wird … und wir können daraus die Lehre ziehen, demnächst Menschen einfach zur Friedfertigkeit anzuleiten, anstatt ihre natürliche Ruhe und Stille zu stören.

Wir können damit aber gerne schon Morgen beginnen …

 

 

 

 

 

 

 

„Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!“ – Gedanken zum Weltkrieg und seinen geistigen Ursachen

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 19.9.2014. Eifel. Das ein Krieg in der Gesellschaft läuft, ist Ihnen klar, oder? Nein, ich meine nicht den Krieg links gegen rechts, der eigentlich nur unserer Unterhaltung und Ablenkung dient. „Linke“ und „Rechte“ wurden durch kalte Soziopathen ersetzt, Wahlkämpfe drehen sich in erster Linie nur um die eine Frage: wer steht beim Krieg gegen „die da unten“ vorne an der Front, wer darf in der Etappe ausruhen. Ja – ich ziele erstmal auf den Krieg „Reich“ gegen „Arm“ ab, wobei es hier nur um einen begrenzten Reichtum gilt: den Reichtum an Geld. Freude, Liebe, Glück, Freiheit, Seelenruhe werden in diese Gleichung nicht mit aufgenommen, was schade ist: am Ende des Reichtums erleben sich reiche Wesen als arme Socken.

Noch nie gehört? Noch keinen Milliardär gesprochen? Ach – ich bitte Sie: wir leben in der Zeit der größten Tratsch- und Klatschblase der Menschheitsgeschichte, dem Internet. Da liegen arme Milliardäre an jeder Ecke herum. Hören wir dazu Dennis Gastmann, der ein ethnologisches Werk über die Superreichen geschrieben hat und weiß, wonach sie sich sehnen (siehe Karriere.de):

Nach Liebe und einem offenen Ohr. Das klingt kitschig, aber einige meiner Interviews mit Vermögenden verliefen wie Therapiesitzungen. Ich versuchte, den Menschen zuzuhören und vertraute ihnen Intimes aus meinem Leben an. Dafür bekam ich auch etwas zurück.

Nicht nur das – es gibt sogar eine Krankheit, die durch Geld verursacht wird, dass „Sudden Wealth Syndrom“:

Schnelles Geld kann angeblich zu Depressionen, Schuldgefühlen und Paranoia führen. Die Betroffenen fürchten, alles wieder zu verspielen, und fühlen sich verfolgt: von Freunden, von ihrer Familie, von der ganzen Welt. Ihr halbes Leben haben sie sich gewünscht, mehr Zeit mit Frau und Kindern zu verbringen, doch jetzt isolieren sie sich und alles ist viel schlimmer als zuvor.

Wer kein schnelles Geld bekommt, sondern Erbe von altem Geld ist, wird von diesem gefressen, sein Leben wird geraubt. Superyachten, Hotelketten, Konzernwelten – das kann man alles haben, wenn man sich fügt. Einfügt, sozusagen. Sich aufgibt, seine Hoffnungen, Träume und Wünsche im Keller der Supervilla vergräbt, um als Funktionselement des Kapitals zu leben.

Ich weiß, ich gehe jetzt ein Risiko ein: nachdem „Versteher“ auch ein Schimpfwort geworden ist (siehe „Putinversteher“, „Frauenversteher“, „Moslemversteher“), werde ich wohl bald als „Reichenversteher“ auf den Scheiterhaufen der Armen landen, aber das ist Berufsrisiko: der Philosoph soll nun mal Arzt der Seele sein – und die Seele von Reichen ist da nicht weniger Wert als die Seele von Armen. Zudem ist „verstehen“ die hohe Kunst der Philosohie, ihr eigentlicher Lebenszweck, ja, sogar die ganze Geisteswissenschaft dreht sich nur um ein Ziel: den Menschen zu verstehen bevor er den Planeten völlig vernichtet.

Ja, kümmern Sie sich doch einfach mal um die Dimensionen der Hermeneutik, die sich anschickte, auf wunderbare Weise Frieden in die Welt zu bringen, in dem man den Feind verstand, bevor man ihn erschoss: eine Grundlage für jeden Diskussion. Kurz nachdem Dilthey diesen Prozess angestoßen hatte, fing man den ersten Weltkrieg an – drei Jahre nach Diltheys Tod. Was hätten wir für eine große, friedliche, kooperative Zivilistion werden können, wenn wir auf Dilthey anstatt auf den Kaiser gehört hätten. Wir hätten heute Hermeneutiker in die Ukraine geschickt, die die Genese des Konfliktes analysieren und konkrete, friedliche Lösungen anbieten können, die für beide Seiten einen Gewinn darstellen! Übrigens ist diese Art der Problembewältigung die Grundlage jeder Marktwirtschaft und des gesamten Handels, der so über Jahrtausende den Reichtum der Welt gemehrt hat: durch fairen Tausch und faire Geschäfte.

Haben Sie schon mal so über Handel nachgedacht? Nein? Schauen Sie mal in Ihren Kühlschrank: was sie dort sehen, ist das Ergebnis einer Philosophie, das Ergebnis von angewandter Hermeneutik – nur versteht das heute kaum noch einer. Da liegen Kiwis aus Neuseeland, Butter aus Irland, Joghurt aus Griechenland und ein Steak aus Argentinien, weil Menschen über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg MITEINANDER gearbeitet haben, sie haben ihre gegenseitigen Bedürfnisse VERSTANDEN und Geschäfte ausgehandelt, die für beide Seiten einen Gewinn darstellen.

Schon erstaunlich, welche Dimensionen Philosophie erreichen kann, wenn man sie praktisch anwendet, oder? Nur leider lernen wir das nicht mehr in den Schulen und Universitäten, wir lernen nichts über die produktive, friedensstiftende Kraft des Verstehens und die daraus stringend folgenden Segnungen des Handels – dafür lernen wir die Geschichte als lückenlose Abfolge von Schlachten und Gemetzeln kennen, die im historischen Alltag der Menschen einen erstaunlich geringen Stellenwert haben … wenn man genau hinschauen würde: die Phasen des Friedens waren immer größer als die Phasen des Krieges – sie interessieren nur nicht so.

Nun – versprochen war ja, dass wir uns um den Krieg kümmern wollten, der um uns herum tobt … und manch einer wird sich wundern, welch´ lange Vorrede den Gedanken vorausgeht – und wohin uns diese Vorrede geführt hat. Der Krieg, um den es mir geht, ist viel heißer als die Kriege, die sonst unseren Alltag beherrschen, er wird jeden Tag geführt – und hat schreckliche, tödliche, vernichtende Folgen … und fängt mit einem einzigen, harmlosen Satz an:

WENN JEDER AN SICH DENKT, IST AN ALLE GEDACHT.

Sicher schon mal gehört, den Satz? Ein Freund hatte mich gestern gebeten, mal ein paar Worte dazu zu verlieren.

Im Juli stand er mal im Stern, es gab eine Bertelsmannstudie, die die große Solidargemeinschaft im Westen Deutschlands lobte … und ein wenig abfällig auf den „Ossi“ blickte, der sich so wenig nach „westlichen Standards“ richten wollte. Holger Witzel studierte diese Studie genau – und kam  zu erstaunlichen Erkenntnissen:

„Vertrauen“ war auch in „gesellschaftliche und politische Institutionen“ gefragt – mit anderen Worten: Um die führende Rolle des Kapitals und seiner Parteien. Es mag skurril wirken, aber 61 Prozent der Hamburger empfinden die „Verteilung der Güter in der Gesellschaft“ trotzdem „als gerecht“. In Sachsen-Anhalt nur 22 Prozent – aber schließlich wurde ihr Volkseigentum ja nicht mal unter allen Westdeutschen gerecht verteilt.

Spannend auch parallele Beobachtungen dazu:

Insgesamt scheint sich der im Westen bei der „Gemeinwohlorientierung“ eher am Wohl der Gemeinen zu orientieren. Wie anders soll man erklären, dass ausgerechnet Hamburg mit 14 vorsätzlichen Körperverletzungen pro 1000 Strafmündigen und Jahr – gegenüber vier in Sachsen – am Ende Bundes-Sieger im Zusammenhalten wurde?

Unangenehme Wahrheiten gibt es auch dazu:

In der DDR hieß das: „Arbeite mit, plane mit, regiere mit!“ Arbeiten dürfen manche Ostler zwar noch – geplant und regiert wird aber auch bei ihnen von Westdeutschen. Und ja, die halten zusammen.

Die DDR scheint von Demokratie und ihrem alten Ziel „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ noch viel Respekt gehabt zu haben.

Und – Hoppla: wir sind schon mitten drin im Krieg … im Krieg der Systeme um den Inhalt unserer Köpfe. Der Krieg tobt jeden Tag – und vor allem mit Hilfe platter Sprüche. Er wurde gezielt geplant – von Militärs und Wissenschaftlern – um einen Homo Oeconomicus zu züchten, das nützliche Subjekt des Kapitalismus, einen Homunkulus, der die gesamte westliche Hemisphäre bevölkert. Gerade deshalb ist der Blick auf Deutschland interessant: hier traf er nämlich mit dem zur Solidarität verpflichteten Menschen aus den „Neuen Bundesländern“ zusammen und entlarvte sich als unangenehmer Zeitgenosse:

Der homo eoconomicus ist ein Soziopath – so Lynn A. Stout, „Juristen an der Cornell-Universität, Expertin für Corporate Governance und Finanzmarktregulierung“ (siehe Frank Schirrmacher, Ego, Karl Blessing Verlag 2013, Seite 29).

Die Ursache es Ost-West-Konfliktes: der Homo Sapiens trifft auf den Psychopathen und wird vernichtet wie dereinst der Neandertaler.

Erschreckend, oder?

Ein Satz, den jeder schon einmal gehört hat – und ein Satz, den viele schon oft ausgesprochen haben, ohne darüber nachzudenken, entpuppt sich schon bei oberflächlicher Betrachtung als Propagandainstrument eines (abgeschlossenen) Krieges von Wirtschaftssystemen … und ist noch sehr viel mehr.

Wissen Sie, was Sie in dem Moment tun, wenn Sie diesen Satz öffentlich aussprechen, wenn Sie – meist im Rahmen sozialer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Problembewältigung – Menschen mit der Erkenntnis konfrontieren, dass an alle gedacht ist, wenn nur jeder an sich selbst denken würde?

Sie töten den homo sapiens in sich – im Namen eines Kunstgeschöpfes von Militär und Wissenschaft (jedenfalls ist das die Quintessenz der Überlegungen des Frank Schirrmacher im oben erwähnten Buch „Ego“).

Sie führen Krieg gegen sich selbst – und im Weiteren gegen ihre Art, gegen ihre Gesellschaft, gegen ihre Wirtschaft und gegen den ganzen Planeten … ein Krieg, der wesentlich folgenreicher ist als der Krieg arm gegen reich, der nur eine kleine Ausprägung des Krieges zur Ausrottung des Homo Sapiens ist.

Schauen Sie sich die Geschichte der Menschheit an: erfolgreich waren wir da, wo wir zusammengearbeitet haben. „Wo jeder an den anderen denkt, ist nichts mehr unmöglich“ – war die Devise bei der Jagd auf den Höhlenbären, bei der Gründung von Stämmen, Städten und Staaten. Erst das Zusammenlegen der Kräfte es Einzelnen, die Verbindung einzelner zu einem größeren Ganzen, das mehr ist als die Summe seiner Teile hat den Menschen (den „nackten Affen“) zum Herrscher des Planeten gemacht. So haben wir die Tiefen der Ozeane erreicht, haben die Lüfte erobert, sind zu den Sternen geflogen und haben die Grundfesten der Schöpfung erschüttert.

Sicher, wir haben die Wissenschaftler, die ebenfalls einen Feldzug gegen den Homo Sapiens führen – mit Argumenten, die an Stumpfsinn nicht zu übertreffen sind (siehe Focus):

Aus evolutionsbiologischer Sicht ist Egoismus das Grundprinzip schlechthin. „Wer egoistisch ist, kann sich besser durchsetzen“, erklärt der Evolutionsbiologe Josef Reichholf, Abteilungsleiter der Zoologischen Staatssammlung und Professor an beiden Münchner Universitäten: „Das egoistische Grundprinzip gilt für jedes Lebewesen, egal ob Bakterium, Baum oder Mensch.“

Stumpfsinn? Nun ja – ich bleibe streng bei der Biologie, schaue nur als Hermeneutiker und Philosoph. Wir kennen in der Biologie die Erscheinungsformen des Satzes „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht“, Erscheinungsformen des Egoismus. Sie sind uns allen bekannt und töten jährlich Millionen von Menschen, manche meinen, es nimmt sogar ständig zu.

Wir nennen es Krebs.

Ja – so ist es, wenn biologische Einheiten machen was sie wollen, nur an sich denken und nicht an ihre Umgebung. Ja, diese „entarteten“, „soziopathischen“ Zellen setzen sich besser durch. sie „verwirklichen sich selbst“ – mit verheerenden Folgen, wenn zum Beispiel eine Zelle im Gehirn beschließt, dass sie ab heute lieber Magensäure produzieren möchte und ihre Umgebung verdaut.

Erschreckend, wenn man es so sieht, oder?

Krebs als Konsequenz der Realisation des homo oeconomicus – passt irgendwie zu Themen wie Finanzkrise, Steuerhinterziehung, Steuerverschwendung, Missmanagment, Betrug, Kriminalität, Diktatur, Terror und Weltkrieg.

Ja – all das wird aus diesem einzigen Satz geboren: „Wenn jeder an sich selbst denkt, wird an alle gedacht„.

Denken Sie bitte daran, wenn Sie ihn das nächste Mal aufsagen, um sich aus ihrer Verantwortung als Mensch zu stehlen. Ja – nichts anderes wollen sie doch, seien wir doch mal ehrlich: ihrer eigenen Bequemlichkeit huldigen, dem „Inneren Schweinehund“ einen eigenen Altar bauen und ihm ganztätig huldigen.

Ich merke nun: Sie sind empört – und immer noch vom Gegenteil überzeugt. Immerhin funktioniert der Satz doch! Außerdem verdienen tausende von „Business-Trainern“ ihr Geld damit (siehe zum Beispiel den Artikel über „Positiven Egoismus“ … eine Art gutmütiger Krebs, der im Hirn trotzdem tödlich sein kann … bei Evidero oder die esoterische Version mit einem extrem hinkenden weil einfach nur aufgrund der Einengung der Perspektive funktionierendem Bergsteigerbeispiel bei Leben-ohne-Limit).

Doch wofür bezahlen Sie diese Leute wirklich? Was machen die konkret?

Sie bezahlen sie dafür, dass sie klatschen, wenn Sie Ihren Kult um ihren „inneren Schweinehund“ zelebrieren, ihn anbeten, huldigen, verehren … anstatt ihn einfach zu verjagen.

Natürlich funktioniert der Satz. Nur auf sich selbst bezogen funktioniert jede Krebszellen hervorragend – nur die langfristige Überlebenschance des Körpers sinkt, je mehr Zellen sich aus dem Verbund ausgliedern und eigene Wege gehen.

Hätten Sie jetzt nicht gedacht, dass Sie durch Sprücheklopfen direkt persönlich Schuld sind an der Staatsverschuldung, oder?

Der Egoist ist seit Jahrtausenden die Krebszelle der Gemeinschaft, vernichtet Familien, Stämme, Dörfer, Städte, Länder und ganze Imperien. Das ist der Krieg, von dem ich sprach, und er findet genau jetzt statt: in ihrem Kopf. Tausend Stimmen fordern dort die Vorherrschaft über Werte … und ich hoffe, ich bin jetzt eine davon, die Ihnen klar macht, worum es geht: um einen Menschen zu verstehen, muss man nicht nur NUR an ihn denken, sondern sogar GENAU WIE ER … und das eigene Ego völlig ablegen.

Die Alternative dazu ist der „Krieg aller gegen alle“, der einen nützlichen Nebeneffekt hat: er fordert eine straffe Führung, wie Hobbes nahelegte, sogar durch einen allmächtigen König.

Wer könnte wohl daran ein Interesse haben … und wollen Sie sich wirklich daran beteiligen???

 

 

 

 

FUSSBALL!!!! … und Herrschaft. Die Mentawai und ihr Kreisel.

FUSSBALL!!!! ... und Herrschaft. Die Mentawai und ihr Kreisel.

Sonntag, 15.6.2014. Eifel. Ich weiß nicht, ob sie es mitbekommen haben: wir haben gerade Fussball. Wenn man genau hinsieht, bemerkt man es auch im Alltag: da hängen Fähnchen aus den Autos, Radkappen in Nationalfarben sind der letzte Hit, die Bundesregierung greift die Lebensversicherung an und der Bundespräsident erklärt der Welt den Krieg. Ach – die letzten beiden Informationen gehören nicht zusammen? Und die haben sie auch gar nicht mitbekommen?

Nun – sehen Sie: das ist der Sinn des Fussballhypes, darum stecken interessierte Kreise aus Wirtschaft und Politik Milliarden in diesen Zirkus. War schon im alten Rom so: die verweichlichten, dekadenten Bürger schauten sich im Zirkus an, wie Löwen Christen auffraßen, während am Horizont 80000 Hunnen durchs Land zogen – mit durchaus unfreundlichen Absichten. Als die Tore dann nachgaben und die Stadt verwüstet wurde, waren dann alle entsetzt. Zu spät entsetzt.

Schauen wir uns mal die Lebensversicherungen an – da melden die deutschen Mittelstandsnachrichten:

Die Lage bei den großen Versicherern ist offenbar kritisch: Die Bundesregierung hat am frühen Mittwochmorgen im Schnellverfahren Maßnahmen beschlossen, die einen Crash bei den Lebensversicherungen verhindern sollen. Die Kunden müssen sich auf gravierende Verluste einstellen.

Es ist mir übrigens egal, ob jemand diesen Webauftritt für „neurechts“ hält oder nicht: wenn mein Nachbar angerannt kommt und mich auf mein brennendes Haus aufmerksam macht, lasse ich mir auch nicht zuerst sein Parteibuch zeigen.

In den Momenten, wo der Deutsche Grillzange und Bierflasche in der Hand hat und gebannt auf den Bildschirm schaut, kann man ihm ganz gemütlich das Geld aus der Hosentasche ziehen. Merken die aber erst, wenn die Rechnung der Lebensversicherung kommt … bzw. wenn eine dicke NULL am Auszahlungsbescheid steht. Oder vielleicht doch ein Minus.

Natürlich kann man in diesen Momenten noch viel mehr machen: zum Beispiel die deutsche Bundeswehr zu einem Instrument jener machen, die die Menschenrechte verbreiten wollen – vor allem aber das Menschenrecht auf hemmungslosem Konsum.

Hören wir dazu unseren Bundespräsidenten, der – auf für sein Amt ganz unübliche Weise – auf einmal politische Richtlinienkompetenz demonstriert, wie sie im Prinzip nur der Bundeskanzlerin zusteht. Hören wir mal, wie der Spiegel seine Worte wiedergibt:

Der Bundespräsident äußerte Verständnis dafür, dass es früher eine „gut begründete Zurückhaltung der Deutschen“ gegeben habe. Doch das heutige Deutschland stehe im Unterschied zum „Dominanzgebaren“ früherer Jahrhunderte als verlässliche Demokratie für die Menschenrechte. „Und in diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen.“

Würde er das mit den Menschenrechten ernst meinen: er könnte im eigenen Land anfangen. Hausarrest und Reiseverbot für Hartz-IV-Abhängige, tödliche Sanktionen bei Befehlsverweigerung inklusive: da geht es den Menschenrechten schon ganz schön an den Kragen – von den Kündigungen von Sachbearbeitern bei der Ausübung ihres Grundrechtes auf Meinungsfreiheit ganz zu schweigen.

Warum nun der als „Grußonkel“ bekannte Ostdeutsche zum Angriffskrieg gegen alle bläst, die „Massenvernichtungswaffen“ besitzen (jedenfalls ist das immer die Losung vor dem Zuschlagen: „Der Feind hat Massenvernichtungswaffen!!!“ – ob die auch real vorhanden sind, ist da zweitrangig. Hier gilt jede „Verschwörungstheorie“ als Wahrheit, die einen Militärschlag legitimiert), bleibt unverständlich.

Ich war übrigens nochmal extra beim Bundespräsidialamt und habe nachgeschaut: sehe nicht, dass er die Kompetenz oder den Auftrag hat, die Richtlinien für Militäreinsätze der Zukunft öffentlich im Ausland vorzugeben. Also: was macht der eigentlich da? Und wer zum Teufel setzt unserer ostdeutschen Regierungsspitze solche Flausen ins Ohr? Merkel und Gauck bringen in der Tat einen merkwürdigen Wind in die einst so gemütliche Bonner Republik, deren enorme Friedenskompetenz einst viele sehr geschätzt haben.

Doch das sind nur die Nebenwirkungen von Fussball. Er hat auch noch eine ganz wichtige, Bewusstsein programmierende Hauptwirkung. Ja: er manipuliert politisches, gesellschaftliches und wirtschaftliches Bewusstsein auf einer viel tieferen Ebene – und Millionen lassen das täglich bzw. wöchentlich mit sich machen.

Ist noch nie aufgefallen?

Gut, gehen wir ins Detail.

ZWEINUNDZWANZIG Spieler … und EIN Ball. Wir wären reich genug, jedem einen Ball zu geben – aber dann findet kein KAMPF statt. Wissen Sie, was da zelebriert wird? Kapitalismus pur. Zweiundzwanzig Menschen wird ein Ball gegeben, damit sie sich wie eine hungrige Meute drum streiten: künstliche Verknappung zwecks Schaffung von Wut, Frustration, Hass, Erniedrigung, Demütigung und verzweifeltem Kampf ums Überleben. Gleiches erzielt man, wenn man einen Brotlaib in eine Kerkergrube schmeißt, deren Bewohner schon zwanzig Tage hungerten. Oder wenn man den Löwen nur einen einzigen Christen vorwerfen würde.

Das ist aber nur menschlich, sagen Sie?

Völliger Quatsch. Diese Art von Sport ist sogar extrem unmenschlich, sollte im Prinzip wegen fortlaufender Anstiftung zur Asozialität verboten werden – ich denke aber: sollten die Menschen erstmal merken, was sie da wirklich auf dem Sportplatz tun, würden sie sich fruchtbareren Tätigkeiten hingeben. Schauen wir uns mal an, wie Urvölker mit „Sport“ umgehen, hier die indonesischen Mentawai bei ihrem Lieblingsspiel, dem „Kreisel werfen“:

Aber im tatsächlichen Spielvollzug beobachteten wir nie ein solches Zählen. … Offenbar kommt es auch nicht auf den Sieger oder Verlierer an, weder beim Einzelwurf noch gar bei einer etwaigen Endwertung. Eine Verbissenheit des Leistens ist nie zu spüren, auch wenn Halbwüchsige oder Männer kreiseln. Statt dessen wird nach jedem Wurf laut gelacht, bevor man den weggesprungenen „toten“ Kreisel nachläuft und ihm im Gelände sucht. Wetten werden nicht abgeschlossen und niemand wird als Endsieger herausgestellt.

Dieses Sportverständnis – beruhend auf Begriffen wie Heiterkeit, Leichtigkeit, Gemeinschaftlichkeit und Frieden spiegelt sich auch im Alltag wieder, in der Gesellschaft und ihren Gesetzen.

Sie sind Teil einer Kultur, in der es nicht auf Leistungen, Endergebnisse und Titel ankommt, nach denen Männer und Frauen streben könnten. Häuptlinge und Sportherrschaft fehlen. … Die Geschichten kennen nicht nur keine Könige, Häuptlinge oder Helden, sondern auch keine Götter, die die Menschen lenken oder Macht ausüben. Eher berichten sie von der Niederhaltung der Herausragenden. (Aus: Der gläserne Zaun, Syndikat 1983, Aufsatz von Henning Eichberg, Seite 158).

Kein Sport – keine Herrschaft. Irre, oder?

Auch im Alltag wirkt sich das Kreiselspiel aus. Treffen zwei Kreisel aufeinander (wie zwei Menschen mit unterschiedlichen Ansichten), wird einer hinausgeschleudert. Theoretisch gibt es Sieger und Verlierer. Während aber hier in Deutschland der Verlierer Hartz IV bekommt oder unter Gelächter in der Kreisliga verschwindet, geht man dort anders mit Problemen um.

Die Reaktion des erzürnten Mannes ist das Weggehen, genauer: die Kultivierung der Beleidigung, die ihn zum Weggehen treibt. Es kommt nicht zum Zusammenprall – und schon gar nicht zum Konflikt um die streitbare Sache. (Der gläserne Zaun, a.a.O., Seite 160).

Die ganze Kultur dreht sich um die Prinzipien dieses Kreiselspiels, denn was macht die Gemeinschaft mit dem Beleidigten, mit jenem Menschen, der seinen Zorn, seine Wut, seinen Hass nicht an anderen ausläßt sondern ihn heldenhaft selbst bewältigt? Es kommt immer jemand hinterher, der ihn zurückholt – so wie der geschlagene Kreisel zurückgeholt wird.

Kein Zusammenprall – kein Krieg. So wie wir in hundertausend Fussballspielen auf allen Ebenen die Lektion von Mangel durch künstliche Verknappung der Ressourcen und bis zum Äußersten gehenden Kampf verinnerlichen und durchleben, die uns dazu anhalten, Könige, Helden und Götter zu produzieren, um den Kampf zu effektivieren, haben die Mentawaier andere Werte – und ein anderes Sozialverhalten:

Der Mentawaier muss darauf achten, die Seele nicht zu verstören, etwas durch Hetzen oder Anschreien. Durch gute Speise und Trank kann man sie bei Laune halten. Besonders aber schätzt die Seele die körperliche Schönheit: das lange Haar der Männer, die spitz gefeilten Zähne und die prachtvolle Tätowierung des ganzen Körpers mit Ornamenten und Tiergestalten. (Der gläserne Zaun: a.a.O. Seite 163)

Können wir uns vorstellen, dass wir selbst mal so gelebt haben … bevor Rom uns den Zirkus brachte? Können wir uns überhaupt noch vorstellen, wie das ist, in einer Kultur ohne „Hetzen und Anschreien“ zu leben …. wo doch „Druck“ gerade unsere beliebtestes Mittel ist, Arbeitslose auf nicht vorhandene Arbeitsplätze zu jagen?

Können wir uns jetzt vorstellen, wie tiefgreifend „Fussball“ unsere Vorstellung von „Kultur“ beeinflusst? Zweiundzwanzig Köter balgen sich um eine tote Ratte. Wer sie in seine Ecke bringt, überlebt. „Hunger-Games“ – ganz real: und Millionen ergötzen sich daran, lassen währenddessen nebenbei ihre Seele deformieren und ihre Gesellschaft in einen römischen Zirkus verwandeln, der jetzt mal wieder laut nach Weltkriegen ruft – Russland und China müssen ausgelöscht werden, unsere Menschenrechte (genauer gesagt: Konsumzwänge) müssen überall gelten.

Ja – so wurden auch die Mentawai zerstört:

Verstärkt wird der Angriff gegen die Identität der Mentawai in jüngster Zeit durch das Eindringen der multinationalen Holzkonzerne, durch den Tourismus und durch die Konsumgüterwerbung über Fernsehapparate und malaiische Händler. (Der gläserne Zaun, a.a.O. Seite 155)

Erinnert das irgendwie an den Mann mit Grillzange und Bierflasche, der gerade die Botschaft aufsaugt: NUR EINER KOMMT DURCH?

Native Planet beschreibt die Kultur der Mentawai in einer Art, dass man neidisch werden kann:

Mentawai society was once near perfect: no war, no crime, no thieves and no adultery. Everyone shared in the generous bounty of the tropical rainforest and all clan members were treated equally—including women and children.

Also auf deutsch in etwa:

Mentawai-Gesellschaft war einst fast perfekt: kein Krieg, keine Kriminalität, keine Diebe und kein Ehebruch. Jeder erhielt seinen Anteil an der Fülle der Güter des tropischen Regenwalds und alle Clan-Mitglieder wurden gleich behandelt, darunter Frauen und Kinder.

Und was haben wir dagegen zu setzen?

Einen Sport, eine Gesellschaft, eine Kultur, die man nur besoffen ertragen kann … und die einen Krieg nach dem anderen produziert: TROTZ Demokratie und Menschenrechten.

Sollen wir jetzt alle Mentawai werden? Nein. Aber ganz wichtig ist, zu erkennen, dass der Mensch nicht „an sich“ so ist, wie er uns aufgrund von „Fussball“ erscheinen möchte. Der Mensch muss dort schlecht sein, wo Soziopathen nach „Herrschaft“ schreien … die nur gerechtfertigt ist, wenn der Mensch an sich böse ist und im Zaum gehalten werden muss … so wie auch ein Krieg nur gerechtfertigt ist, wenn er gegen böse Menschen geführt wird, die die „Menschenrechte“ missachten und „Massenvernichtungswaffen“ haben.

„Der Mensch“ kann aber auch ganz anders. Und wenn er anders lebt … dann hat er plötzlich Frieden – jenen Frieden, der alle an den Reichtümern der Industriegesellschaft teilhaben läßt … und „Regierungen“ mit Rekorddiäten und Luxusleben völlig überflüssig macht.

Gibt´s jedoch für 22 Menschen nur ein Brötchen – dann kann die Show beginnen.

Krieg folgt dann später, wenn die Verlierer zu den Waffen greifen.

Montagsdemonstrationsrap

Tja, ich bin immer noch kein Fan dieser Musik, aber der junge Mann hat da ein paar bedenkenswerte Ideen:

Bewegt und mit Hintergrundbildern ist er leider nur bei Yahoo zu sehen. Aber leider lassen die kein Einbetten zu. Wäre dann hier: https://de.screen.yahoo.com/blumio-rap-da-news-episode-095437029.html

Mit Dank an Karin Mast für den Tip.

Das Böse

Das Böse


Sonntag, 5.4.2014. Eifel. Sonntag sind immer gern gesehene Zeiten, um sich jenseits des Alltagshorrors besinnlichen Themen zu widmen, die eher aufbauen denn informieren sollen. Wem selbst nichts einfällt, geht halt in die Kirche und setzt sich mit dem dortigen Angebot auseinander – oder bleibt im Bett und verzichtet ganz auf die Besinnlichkeit. Wir brauchen sie ja auch nicht mehr – wir haben das Rundumsorglospaket des Kapitalismus frei Haus geliefert bekommen. Wer braucht schon Besinnung, wenn er konsumieren kann?

Na ja – Sonntags fällt der Konsum schwerer. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, was oft dazu führt, dass die ihrem Lebenssinn beraubten Konsumdrohnen sich selbst, ihrer Freizeit und der Sinnlosigkeit ihrer Existenz hilflos ausgeliefert sind und sehnsüchtig auf die Zeit warten, wo der Chef, die Regierung, die Wissenschaft, die Werbung und das Kaufhaus dem Leben wieder Sinn und Richtung geben. Vielleicht sollten wir den heutigen Sonntag – allein aus Gründen der Langeweile – mal wieder Themen widmen, die der Kapitalismus gerne verdrängt, übersieht, ignoriert und außen vor läßt. Ja? Sollen wir? Ich bin mal mutig und schlage … DAS BÖSE als Thema vor.

Ja – die Hälfte der Leser wendet sich jetzt ab. „Den Teufel gibt es nicht“ – so murmeln sie im Abgang.

Aber moment? Vom Teufel sprach ich gar nicht! „Teufel“ …. der geht zurück auf den vorchristlichen Pan, dessen Lüsternheit ihn der Kirche so verdächtig gemacht hat, dass sie ihn „verteufelt“ hatten. Pan selbst jedoch … ist Gestalt gewordene Natur – und nicht das personifizierte Böse. Ich merke, es wird kompliziert. Zeit, Hilfe zu suchen.

Kennen Sie Johannes Baptista Scaramelli? Jesuit, gestorben 1752. Er entwarf dereinst „Regeln zur Unterscheidung der Geister“. Wird heute noch von Mönchen gerne gelesen, die sich ihr privates Glück nicht durch wirre Gedanken stören lassen wollen. Sein Werk stellt inzwischen ein Standardwerk für geistiges Personal da, für Menschen, die sich bewusst vom Bösen abwenden wollen … an das wir nicht glauben wollen: was ja auch ein Weg ist, damit umzugehen.

Ich lese gerne mal extreme Texte aus ferner Vergangenheit, um einen alternativen Blick auf unsere Kultur zu erhalten – für diesen Zweck ist Scaramelli gut geeignet, allein, wenn ich mir schon die erste Regel anschaue:

Das erste Kennzeichen der Einwirkung des bösen Geistes auf unseren Willen sind Unruhe, Verwirrung und Trübsinn. All dies steht im direkten Gegensatz zum Frieden, den Gott verleiht. Und in der Tat: wenn der Teufel uns offen versucht, so erregt er in uns Gefühle des Hasses, des Unwillens, des Zorns und des Neides; alles trübe und unruhige Leidenschaften; oder er ruft auch in der Seele Begierden nach sinnlichen Ergötzungen, Reichtümern und Ehren hervor, welche mit ihrem blendenden Schein anlocken, aber, wenn man sie nicht hat, uns quälen und wenn man sie erlangt, uns auf tausenderlei Art beunruhigen.

(aus: Scaramelli, Regeln zur Unterscheidung der Geister, FE-Medienverlag 2011, Seite 21 – 22).

Bleiben wir bei diesen „ersten Kennzeichen“. Wir wollen ja keine Jesuiten werden, noch Scaramelli in die bundesdeutsche Verfassung schreiben. Ich möchte nur zu einem Gedankenexperiment einladen – weil Sonntag ist.

Stellen Sie sich mal vor, unsere Kultur würde ihre ganze Kraft in den Kampf gegen böse Geister stellen – nur für einen Moment.

Unruhe – wegen drohender Arbeitslosigkeit zwecks Kosteneinsparungen (aktuell: Airbus Group, 800 Stellen trotz Wachstums der Aktie im 157 % in drei Jahren, siehe ManagerMagazin)? Verwirrung – wegen polizeilichen Zwangsräumungen ohne richterlichen Beschluss (ganz aktuell: siehe TAZ)? Trübsinn – wegen „Sonntag“ (siehe Sybille Berg im Spiegel)?

Gehört abgeschafft. Sind Auswirkungen der Einflüsterungen böser Geister.

Merken Sie, wie elegant und zivilisiert diese Lösung ist? Nicht der Manager ist böse, nicht der übergriffliche Polizist, der den demokratischen Grundsatz der Gewaltenteilung ignoriert, nicht die Konsumdrohne, die an der Sinnlosigkeit der eigenen Existenz verzweifelt, sondern … „böse Geister“.

Das ist uraltes Denken. Vorchristlich. Vorreligiös, könnte man sagen. „Das Böse“ besteht aus Einflüsterungen böser Geister … nicht etwa aus einem Schaden an der Seele des Menschen – oder aus grundsätzlichen Fehlprogrammierungen der Psyche.

Stellen Sie sich vor, wir würden aktiv – mit der ganzen manipulierenden Gewalt der Werbewirtschaft – die Wirkungen böser Geister anprangern und so den Menschen die Möglichkeit geben, sie zu erkennen, sich ihrem Einfluss zu entziehen! Wie sähe unsere Welt aus … ohne Hass, ohne Neid, ohne Unwillen, ohne Zorn?

Keine Unruhe.

Keine Verwirrung.

Kein Trübsinn.

Was also hält uns eigentlich davon ab, mit aller Kraft gegen „das Böse“ vorzugehen und für eine Gesellschaft zu werben, in der es Ruhe gibt, Klarheit und Glück? Geprägt von Werten der Liebe, der Toleranz, der Sympathie und der Gelassenheit?

Grund genug hätten wir dafür – denn hier, mitten im aufgeklärten Europa des 21. Jahrhundert – wütet das Böse ungehindert in großem Stil, siehe Spiegel:

Es sind erschreckende Einblicke in die Lebenswirklichkeit von Frauen in Europa. Jede dritte Befragte einer EU-weiten Umfrage wurde schon einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt, jede 20. Frau berichtete von Vergewaltigung.

Nun – wir haben den Glauben an „böse Geister“, „das Böse“ und vor allem „den Teufel“ abgeschafft. Einen Feind, den man nicht sehen will, kann man nicht bekämpfen. Kämpfen wollen wir aber trotzdem – und hier sind wir dann … anders als die alten Kulturen, deren Weisheit Scaramelli nur für den katholischen Raum aufbereitet hat … völlig abgedreht, völlig unmenschlich geworden.

Schlimmer noch als die katholische Kirche, die aus einer fruchtbaren Naturgottheit ein personifiziertes Böse gemacht haben, haben wir das Böse auf die Erde geholt und aus MENSCHEN das personifizierte Böse gemacht … das wir dann mit aller Gewalt bekämpfen. Juden. Armenier. Indianer. Kurden. Hexen. Arbeitslose. Zigeuner. Frauen. Männer. Aktuell sind die Russen dran – und der Islam. Oder der Unternehmer und die Jobcentermitarbeiterin.

Die Ergebnisse lassen sich sehen: die aufgeklärten, rationalen, vernünftigen und den Idealen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verpflichteten Demokratien führen genauso brutale Massenvernichtungskriege wie die Horden der Tyrannen: ein Fest für böse Geister.

Deren Botschaft wird ja auch von den Medien in breiter Front ausgestrahlt und immer wiederholt, die ganze Werbewirtschaft erweist sich als fünfte Kolonne böser Geister und ruft gezielt Begierden hervor nach Kaffee und Urlaubsfahrten, Lottogewinnen oder Jauchs Millionen, „Wetten Das“ – Ehrungen oder „DSDS“-Sangesprämien.

Wenn es gilt, die Botschaft böser Geister zu verbreiten, stehen auf einmal alle Medien stramm. So erziehen sie das Volk zum Hass auf die, die böse sind, zum Neid auf die, die reich sind (entweder reich an Geld oder reich an Zeit), zum Zorn auf die, die sich nicht dem Reich der bösen Geister anschließen und zum Unwillen, etwas gegen diesen „Mainstrem“ zu unternehmen.

Das Ergebnis? Ein depressives, unglückliches, gewalttätiges Volk.

Was wäre wohl … wenn die Medien die Botschaft guter Geister verbreiten würden? Nur mal so aus Spaß angedacht?

Wenn wir – fern von jeder Art von Religion oder Katholizismus – die Botschaften eines Epikur über ein glückliches Leben zur Grundlage unserer Werbebotschaften machen würden, wo nicht der Genuss des Kaffees höchstes Ziel des Lebens ist … sondern die Befreiung von der Gier nach Kaffee?

Nach Scaramelli wäre das Ergebnis des Einflusses guter Geister „Liebe, Freude und Friede“ (a.a.O., Seite 14) – Epikur verspricht das Gleiche, wenn man Herr über seine Begierden wird – anstatt täglich neue zu entfachen und diesen ständig nachzulaufen.

Wie wäre es … wenn wir nicht nur das Reden über das Böse, den Teufel und die Dämonen ausrotten würden, sondern die Auswirkungen des Bösen in der menschlichen Gesellschaft angehen würden?

Nun – die „Liebe“ erklären wir zur „Sozialromantik“ und somit zu einem Ausdruck krankhaften Schwachsinns.

Die „Freude“ wird als „Schadensfreude“ gefeiert – alle gieren danach, die Demütigungen des „Dschungelcamp“ zu konsumieren.

Und der „Friede“ – gehört ebenfalls in den Bereich der Sozialromantik, Massenmord an Zivilisten wird alternativlos zu „Kollateralschaden“ erklärt, den man im Kampf gegen „DEN Bösen“ hinnehmen muss.

So etwas geschieht, wenn man den Kampf gegen „das Böse“ zum Kampf gegen „den Bösen“ macht.

Letzerer ist aber bequemer, denn der Kampf gegen „das Böse“, gegen die Einflüsterungen böser Geister, findet in einem selber statt. Hier kann man keine gedungenen Mörder ausschicken, die mit Drohnen, Bomben oder Gift dem „Teufel“ den Garaus machen und so das Gewissen beruhigen. Funktioniert ja auch nicht: das Böse bleibt – trotz aller Kollateralschäden. Es verschwindet nicht, wenn man alle „Bösen“ dieser Welt ausrottet – zumal die „edlen Retter“ den „bösen Tyrannen“, die sie so heldenhaft bekämpfen, immer ähnlicher werden … was sehr zu unserer Verwirrung in politischen und moralischen Fragen beiträgt.

Wo sind wir da nur gelandet?

Nur ein paar besinnliche Gedanken über ein nahezu ausgestorbenen Begriff, ein wenig Hilfe dazu von einem asketischen Wanderprediger – und schon haben wir eine Antwort auf die Frage, wieso eigentlich die „westliche Wertegemeinschaft“ „Lebensraum im Osten“ sucht, wieso die deutsche Verteidigungsministerin von einer neuen Ostfront und einer Neuauflage des Afrikakorps träumt.

Würden wir Scaramelli fragen – ihm wäre das völlig klar. Die bösen Geister sind außer Rand und Band, sie haben die Herrschaft über die Erde übernommen, dirigieren uns in unserem Leben inzwischen in jedem kleinsten Detail und verwandeln die Erde in ein Jammertal. Das natürliche Immunsystem der menschlichen Gesellschaft versagt im Kampf gegen diese „Viren“ vollkommen – trotz Aufklärung, Demokratie und Erklärung der allgemeinen Menschenrechte.

Der Grund ist einfach: die Bedrohung wird nicht mehr als solche erkannt: Grundlage für das Versagen eines jeden Immunsystems. „Das Böse“ gibt es nicht – das ist jedem klar. Über so etwas redet man auch nicht.

Das wir aber „den Bösen“ aufhalten müssen – auch mit aller Gewalt ohne Rücksicht auf die Folgen: das erleben wir gerade am Beispiel Putin, der gerade in den Medien den Arbeitslosen als Urbild des Bösen ersetzt. Ist wie eine Autoimmunerkrankung, die sich gegen die eigenen Zellen richtet, anstatt gegen die Viren, die diese Zellen besetzen wollen.

Das geht auch politisch immer weiter, Sie akzeptieren das, ohne zu merken, was geschieht: schon längst sind Sie als Bürger selbst zum „Bösen“ geworden, Sie zahlen sogar Steuern dafür, dass Sie sich selbst bekämpfen lassen dürfen. Völlig ohne jeden Protest akzeptieren wir, dass „Riot-Control“ (also: Aufstandsbekämpfung) zu unserem Alltag gehört und bei jeder Demonstration zum Einsatz kommt – wie aktuell bei der Demonstration gegen die Sparpolitik (Scaramelli würde hier vielleicht von der gewollten Herrschaft des Hungers reden, eines ziemlich großen bösen Dämons, ja, sogar einer der apokalyptischen Reiter) in Brüssel, die von vielen Medien ignoriert wurde (siehe Russia Today).

Wie wäre es, wenn wir – nur mal zum Spaß angedacht – uns mit Scaramelli in jene Situation begeben würden und mit Polizisten und Demonstranten über böse Geister reden, die ihneneinflüstern, das Böse im jeweils anderen Menschen zu sehen …. anstatt in dem ihn bedrängenden Geistern? Wenn wir gegen den Hass, den Zorn, den Neid und den Unwillen selbst vorgehen würden anstatt jene Menschen zu schlagen (oder töten), die wir für unsere Gefühle ursächlich verantwortlich machen?

Die Welt wäre sofort friedlicher.

Ist aber schlecht fürs Geschäft.

Na ja – es ist halt Sonntag. Da darf man so etwas denken. Geschäfte haben zu.

Morgen ist wieder Montag, da haben die Geschäfte wieder auf und helfen uns, jene Begierden zu stillen, die wir ohne Werbung gar nicht hätten. Morgen können wir wieder in der sicheren Gewissheit leben, dass Boshaftigkeit alternativlos zum menschlichen Verhalten dazugehört … obwohl schon ein Blick in die Geschichte reichen würde, um zu erkennen, dass es gar nicht so alternativlos ist.

Man findet sogar Menschen, die gezielt gegen das Böse vorgehen wollen – etwas, das unserer Kultur einfach nur als krank bewertet, während wie Aufstandbekämpfung, Kollateralschäden oder politisch gewollten Hunger als völlig normal und gut akzeptieren und völlig vergessen haben, dass auch uns Meinungsfreiheit, der Schutz der Zivilbevölkerung und die sozialen Menschenrechte viel Wert sein sollten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Armageddon am Sonntag: der Weltkrieg der Seelenlosen

Armageddon am Sonntag: der Weltkrieg der Seelenlosen

Sonntag. 16.3.2014. Eifel. Schöner Sonntag, oder? Man kann ausschlafen, in Ruhe frühstücken, bevor eine Zeitspanne unsäglicher Langeweile beginnt – jedenfalls für vielen, wenn wir Sybille Berg folgen wollen, die sich im Spiegel ausführlich über die Nöte der Wohlstandsbarbaren am Sonntag ausgelassen hat. Wäre früher undenkbar gewesen: man war heilfroh, dass die Kirche Adel und Wirtschaft den Sonntag als Feiertag abgetrotzt hatte: endlich ein Tag ohne Arbeit!

Warum wir ihn heute nicht mehr so genießen können? Nun – das ist einfach zu beantworten: wir arbeiten gar nicht mehr. Jedenfalls erledigen wir keine Arbeiten mehr, wie wir seit Anbeginn der Menschheit erledigt hatten: wir kultivierten Umweld, sorgten uns um das Gemeinwesen, schufen im Sinne eines ewigen Friedens Gerechtigkeit – so gut es uns möglich war und planten weise und langfristig unsere Zukunft.

Heute leben wir anders: die Quartalszahlen der Konzerne bestimmen unser Wohlbefinden, täglich mahnt die Börse und ruft zur Pflege des Kapitalismus auf, stündlich berichten Nachrichten über den großen Erfolgszug des Kapitalismus gegen eine böse, dumme, hinterhältige und gemeine Umwelt, die überall … von Ägypten über Syrien bis zur Ukraine … Scharfschützen auf dem Dach hat.

Wissen Sie, was der große General Douglas Mac Arthur am 2.9.1945 gesagt hat?

„Wir hatten unsere letzte Chance. Wenn wir kein besseres oder gerechteres System schaffen können, wie das Armageddon vor unserer Tür stehen“.

Nun – die Chance haben wir verpasst. Gründlich. Geht nur ein wenig fehl, stehen wir – trotz „Demokratie“ und aller angeblichen Bemühungen um „Frieden“ – wieder vor einem Weltenbrand … dem mutmaßlich letzten der Menschheitsgeschichte. Sicher, es wäre sehr unvernünftig, einen Krieg mit Russland vom Zaun zu brechen, wenn China sich Russland anschließt … aber wo regiert im Reich der Politik und Wirtschaft, im Reich von Macht und Gier, schon Vernunft?

Während sich andere blasiert über ihre unglaublichen Leiden am Sonntag echauffieren, geht das Armageddon Tag für Tag weiter. Wir werden nur nicht beständig darüber informiert – das könnte die Geschäfte stören.

In den letzten vierundzwanzig Stunden sind auf unserem Planeten 80000 Hektar Regenwald zerstört worden. Volle 13000 Tonnen giftiger Chemikalien wurden in unsere Umwelt entlassen. Mehr als 45 000 Menschen sind verhungert, davon 38000 Kinder. Und mehr als 130 Pflanzen- oder Tierarten sind durch menschliches Handeln ausgelöscht worden. (Ein Artensterben von diesen Ausmaßen fand zuletzt beim Untergang der Dinosaurier statt).

(Aus: Thom Hartmann, Unser ausgebrannter Planet, Riemann Verlag, 2000, Seite 23 – dort findet sich auch des Zitat des erfolgreichen Pazifikkriegers).

Ein ganz normaler Sonntag.

Nun, das Buch ist ja alt. Sicher haben Politik und Wirtschaft seitdem viel getan, denkt man sich: dafür werden die ja auch fürstlich bezahlt. Außerdem ist das ja auch alles weit weg – wir haben in Deutschland keinen Regenwald.

Nun – schauen wir einfach mal nach. Direkt vor Ort: Umweltbericht der Landesregierung NRW von 2013 … direkt vor meiner Tür:

Das Artensterben schreitet auch in NRW voran. Nach dem jüngsten Umweltbericht der Landesregierung ist die Zahl der ausgestorbenen oder verschollenen Arten in Nordrhein-Westfalen so hoch wie nie und liegt inzwischen bei über neun Prozent. 1979 waren es bereits fünf Prozent. Insgesamt sind nach der jüngsten Roten Liste etwa 45 Prozent der beobachteten Arten gefährdet, vom Aussterben bedroht oder ausgestorben.

Wer Zahlen mag: das ist ein Anstieg der Vernichtungsquote von 900 % in nur 35 Jahren.

Geht aber nicht nur um Tiere. Es geht auch um Wasser:

In NRW verschwinden täglich rund zehn Hektar Natur durch Bebauung. Der Trend zum Flächenverbrauch ist zwar rückläufig, trotzdem ist der Verlust von Freiflächen zu Gunsten von Siedlungs- und Verkehrsflächen weiterhin zu hoch.

Klar, das wissen wir schon lange. Sofortiger weltweiter Baustopp wäre angesagt – erst recht dort, wo noch wertvolle Ackerfläche liegt … oder wertvolles Grundwasser.

Die Fließgewässer in Nordrhein-Westfalen sind zum Großteil weiterhin nicht in einem ökologisch guten Zustand. Demnach verfügen lediglich acht Prozent der untersuchten 13.750 Gewässerkilometer in NRW über ein intaktes Ökosystem. 92 Prozent sind in einem mäßigen bis schlechten ökologischen Zustand.

Beim Grundwasser gibt es auch keine Entwarnung.

Nach der aktuellen Bestandsanalyse sind rund 40 Prozent der Grundwasserkörper in NRW wegen hoher Nitratbelastungen derzeit nicht in einem guten chemischen Zustand. Seit 1990 gibt es keine nennenswerten Verbesserungen.

Klar, es gibt auch Erfolgsmeldungen – aber die stehen in keinem Vergleich zum laufenden Armageddon. Nur 8 Prozent der Fließgewässer sind noch intakt.

Eigentlich müßte das Volk Amok laufen: es ist dem Untergang geweiht.

Was gab es gestern in der Tagesschau? Sandstürme in Deutschland:

Sandstürme haben am Sonnabend in Mecklenburg-Vorpommern örtlich den Verkehr behindert. Nach der langen Trockenheit trugen starke Windböen infolge eines Wetterumschwungs an mehreren Stellen im Land Boden und Sand von den ausgedörrten Äckern und Feldern auf die Fahrbahnen.

So fängt es an. Stürme fegen die hauchdünne fruchtbare Oberfläche fort – dann folgt die Wüste. Mitten in Deutschland.

Die Frage ist: warum ist das so? Darüber wird viel diskutiert.

Eigentlich ist jede Diskusstion überflüssig – auch wenn das jetzt den normalen Akademikern zuwider ist: es wäre Zeit, Taten folgen zu lassen. Dafür bezahlen wir ja Regierungen – eigentlich.

In Wirklichkeit bezahlen wir die für nichts. Man sollte eine Institution schaffen, die „Eingliederungsvereinbarungen“ für Regierungen schafft: bekommt ihr Hungertote, Kriegsgefahr und Umweltapokalypse nicht in einem Jahr in den Griff, werden die Diäten und Alimente gekürzt. Pro Jahr um 30%. Oder pro Quartal? Bei Arbeitslosen soll diese Methode wahre Wunder wirken, sagt die Regierung.

Die Ursache der Misere?

Ghandi hat da mal einen Tip gegeben: Die Natur hat genug, um uns alle zu ernähren, aber nicht genug, um die Gier weniger zu stillen. (Jugendrotkreuz.at).

Ja – Gier. Gier nach MEHR, IMMER MEHR UND NOCHMAL: MEHR.

Die Philosophie des weißen Mannes … nicht, wie oft von weißen Umweltschützern so gern erwähnt, die Gier des Menschen an sich. Überhaupt: wir reden nicht gerne über diese Täter. Wer ist schon gegen Sklaverei, wenn er zu den Haltern gehört. Die Tatsache, dass unsere Armen nicht nackt und hungernd auf der Straße liegen, hat nur damit zu tun, dass wir unsere Preise auf dem Rücken farbiger Untermenschen (momentan: hauptsächlich gelbe) niedrig halten. T-Shirt, Jeans, Turnschuhe – sogar unnötiger Nippes wird mit viel Arbeitsaufwand zu ganz ganz wenig Geld weit weg von hier gefertigt. Toller Trick: so machen wir unsere Armen auch zu Tätern, auf die wir immer wieder fein mit dem Finger zeigen können: „Huch, seht mal: die kaufen bei Kik. Nein, was für Unterdrücker!“.

Die Kritiker selbst sieht man häufiger auf der Kö in Düsseldorf.

Schön blöd, oder?

Das ist Absicht, meint jedenfalls Peter Scholl-Latour, ein Mensch, der in den Folterkellern der Gestapo die Abgründe menschlichen Seins erleben durfte, siehe Heise:

Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.

Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. Ähnliches fand und findet ja bezüglich Syrien und anderen Krisenherden statt.

Nur – gerade diese Massenverblödung schützt uns vor dem kollektiven Amoklauf, der folgen würde, wenn wir merken würden, dass unser Schiff mit rasender Geschwindigkeit sinkt.

Die Kultur des weißen Mannes ist eine Kultur der Gier – vom Milliardär bis zu Hartz IV: überall hört man das gleiche Geschrei nach MEHR, IMMER MEHR UND NOCHMAL MEHR.

Wir verhalten uns wie kranke Psychpathen, die im Rausche der Völlerei im Oktober den Kornspeicher leerfressen, der sie über den Winter bringen sollte – und währenddessen lassen wir uns dazu verführen, ein absurdes Spiel „Gut“ gegen „Böse“ zu spielen, so als ob gerade wir die weiße Weste hätten. Dafür reicht ein Blick in den Spiegel von heute: Krim – alles Mafiosi (Spiegel), Venezuela – alles Mörder (Spiegel), Paris, London, Peking – tödlich verseucht (Spiegel) … nur der Deutsche, der ist weise und gut und hat den vollen Durchblick (ebenfalls: Spiegel):

Das umstrittene Referendum auf der Krim findet offenbar regen Zulauf, viele der 1,5 Millionen Wahlberechtigten sollen bereits abgestimmt haben. Außenminister Steinmeier spricht in einem Zeitungsinterview von einer „brandgefährlichen Lage“.

In der Tat: eine gefährliche Lage. Die Hälfte der Wahlberechtigten hatte ihre Stimme schon im ersten Drittel des Tages abgegeben: sowiel Demokratie ist für Sozialdemokraten wirklich brandgefährlich. Hier ist dringend ein Anschluß an die Massenverblödung der EU erforderlich, damit auch deren Sonntage unerträglich öde werden.

Lauschen wir nochmal Sybille Berg, die uns ausführlich über ihren Sonntag berichtet hatte:

Wo bist du am Sonntag, wenn die Welt um dich mit sich beschäftigt ist, die Geräte schlafen, keiner dich treibt, dich braucht und du allein bist. Mit dir. Etwas Unbekanntem.

 

So läufst du herum, sprichst mit dem Gestühl, alle schweigen, keiner mag dich. Und du denkst an damals, als du zum ersten Mal erkanntest, dass du keine Seele hast.

Ja – das ist es doch! Das erkärt alles!

Der weiße Mann hat keine Seele mehr.

Darum wirkt Verblödungsfunk so gut – und darum ändert sich auch nichts am laufenden Armageddon. Im Gegenteil: die Seelenlosen, die schon Pflanzen, Wasser, Tier und Luft vernichten, wollen genau das! Wenn kein Leben in ihnen ist – dann soll es auch nirgendwo anders sein.

Und wenn ihr eigenes Land voller Morde, Mafia und Seuchen ist, dann darf es den anderen auch nicht besser gehen.

Wir hatten unsere letzte Chance.

Jetzt haben wir Armageddon – übrigens auch symbolisch, wie der Papst selbst kürzlich erfahren musste, siehe Süddeutsche vom 27.1.2014:

Als Papst Franziskus zwei weiße Tauben aus dem Fenster des Apostolischen Palastes fliegen ließ, war das als Zeichen des Friedens gedacht. Doch die Tiere kamen nur wenige Meter weit, bevor sie von zwei anderen Vögeln heftig attackiert wurden.

Der Frieden komme dieses Jahr nur ein paar Meter weit.

Einen Monat später … wäre fast Weltkrieg gewesen.

Aber den brauchen wir eigentlich nicht mehr, der läuft auch schon so – seit vielen Jahren: der Weltkrieg der Seelelosen gegen alles Lebendige.

Wird der jetzt auch noch zum heißen Krieg um die Krim oder die Ukraine, dann bekommt der seelenlose weiße Mann nur mal wieder eine Portion seiner eigenen Medizin zu spüren, die jetzt gerade die Welt verzehrt.

 

 

Die Linkspartei geht auf Kriegskurs

Mit Dank an die World Socialist Web Site für diesen Artikel:

 

plakat_unvernunft_

Von Johannes Stern 
18. Oktober 2013

Die Linkspartei ist dabei, sich offen für Auslandseinsätze der Bundeswehr und eine aktivere Rolle des deutschen Imperialismus einzusetzen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die herrschende Elite Deutschlands über eine aggressivere Außenpolitik diskutiert, um ihre wirtschaftlichen und strategischen Interessen international zu verteidigen.

In einer Aufsatzsammlung unter dem Titel „Linke Außenpolitik: Reformperspektiven,“ die jüngst beim Think Tank WeltTrends erschien, plädieren führende Außenpolitiker der Linkspartei offen für deutsche Militäreinsätze, die Verteidigung imperialistischer Bündnisse und Verträge, eine enge transatlantische Kooperation mit den USA und eine größere internationale Rolle Deutschlands.

Bisher hatte die Linkspartei als einzige Bundestagspartei Auslandseinsätze der Bundeswehr offiziell abgelehnt, die Außenpolitik der USA kritisiert und sich in ihrem Programm sogar für die Auflösung der NATO ausgesprochen. Damit soll nun offiziell Schluss sein. Nach den Bundestagswahlen ist die Linkspartei dabei, auch in außenpolitischen Fragen politischen Ballast abzuwerfen. Sie signalisiert der herrschenden Elite damit, dass sie zukünftig gewillt ist, auch in der Außenpolitik „Verantwortung“ zu übernehmen – entweder als Teil einer zukünftigen Regierungskoalition oder als loyale Oppositionspartei.

In einem Beitrag mit dem Titel „Die Linke und Militäreinsätze“ wirbt der verteidigungspolitische Sprecher der Linkspartei, Paul Schäfer, der gleichzeitig Obmann der Linksfraktion im Verteidigungsausschuss des Bundestags ist, offen für die Unterstützung von Militäreinsätzen. Schäfer fordert, dass die Linkspartei „möglichst präzise und besonders restriktive Kriterien“ entwickeln müsse, „um unsere Haltung zu solchen Militärmissionen festzulegen“.

Gleichzeitig stellt Schäfer klar, dass der Zustimmung seiner Partei zu zukünftigen Kriegseinsätzen in Wirklichkeit kaum Grenzen gesetzt sind. „Nicht a priori abzulehnen“ wären Einsätze, „die von den Vereinten Nationen legitimiert und auch geführt werden, mit denen ein […] Friedensabkommen durchgesetzt werden soll, [und] die zur Implementierung von Vereinbarungen, die die legitimen Anliegen der bis dato Unterdrückten bzw. Entrechteten widerspiegeln, führen.“

Des Weiteren seien Militäreinsätze zu unterstützen, „die von ‘zivilgesellschaftlichen’ Akteuren wie Menschenrechtsgruppen, humanitären Hilfsorganisationen, Gewerkschaften innerhalb eines Landes und international ausdrücklich befürwortet werden.“

Mit anderen Worten: die Linkspartei ist bereit, allen Einsätzen der Bundeswehr in den letzten zwei Jahrzehnten im Nachhinein ihren Segen zu geben und kommende mitzutragen. Tatsächlich gibt es keinen einzigen Einsatz der Bundeswehr, weder den im Kosovo noch den in Afghanistan, der nicht unter eines der von Schäfer genannten Kriterien fallen würde. Das würde vor allem auch für einen Krieg gegen Syrien gelten, wo die von der Linkspartei unterstützten Oppositionsgruppen seit langem einen Militärschlag fordern.

Wie die Vertreter der anderen Bundestagsparteien ist Schäfer bemüht, seine Unterstützung für eine brutale imperialistische Kriegspolitik mit zynischer Menschenrechtspropaganda zu rechtfertigen. Er fragt: „Stößt nicht eine Verabsolutierung des Einmischungsverbots moralisch und juristisch an eine Grenze, wenn es um Genozid bzw. Massenmord geht?“, und fordert: „Wir können als Linke denjenigen, die sich in ausweglosen Situationen ihren Unterdrückern und Verfolgern gegenüberstehen, nicht die Solidarität verweigern.“

Schäfer ist sich natürlich bewusst darüber, dass hinter den von ihm propagierten „humanitären“ Militäreinsätzen in Wirklichkeit handfeste wirtschaftliche und geostrategische imperialistische Interessen stehen. Er schreibt: „Die Rückkehr Afrikas auf die Bühne der Weltpolitik, die nicht zu übersehenden begehrlichen Blicke der USA, aber auch Frankreichs, Deutschlands und Chinas, auf den vergessenen Kontinent, hat zu tun mit der Entdeckung neuer Rohstoffvorkommen (Öl, Öl, Öl).“

Und genau aus diesem Grund unterstützt sie Schäfer! Er schreibt: „Wer jedoch meint, damit das Thema internationale Militäreinsätze erledigt zu haben, springt entschieden zu kurz. Könnte es nicht sein, dass solche Einsätze durchaus von bestimmten Interessen der Kapitalverwertung und politischen Einflusserweiterung geleitet sind und dennoch zur Versorgung und Rückkehr von Flüchtlingen, und zur Rettung Hunderttausender Menschenleben und zur Deeskalation von Gewalt beitragen?“

Das ist die zynische Sprache eines ehemaligen Stalinisten, der nun dafür eintritt, die Interessen des deutschen Imperialismus auch mit militärischen Mitteln zu verteidigen. Schäfer war von 1970 bis 1988 Mitglied der DKP.

Die Linkspartei begnügt sich nicht damit, bestehenden Bundeswehreinsätzen im Nachhinein ihren Segen zu erteilen, sondern fordert explizit ein aggressiveres Auftreten des deutschen Imperialismus. Sie stimmt damit in den Chor der gesamten herrschenden Elite ein, die nach Jahrzehnten der Zurückhaltung fordert, dass Deutschland international wieder eine viel stärkere Rolle spielen müsse.

In einem Beitrag unter dem Titel „Reformen zur Stärkung der UNO sind notwendig und sichtbar“ erklären die Linkspartei-Außenpolitiker Paul Schäfer, André Brie, Stefan Liebich, Ernst Krabatsch und Gerry Woop, dass Deutschland „den erneuten nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat für zwei Jahre“ dafür nutzen solle, seinen „Einfluss“ geltend zu machen. Die Linkspartei wolle dabei auch als Oppositionspartei im Bundestag „einen Beitrag leisten“ und mit „eigenen Impulsen dazu den Diskussionsprozess“ befördern, „vor allem mit Blick auf die besondere Verantwortung und Einflussmöglichkeit der Bundesrepublik Deutschland“.

Zu den erklärten Zielen gehören „die Bekämpfung des Terrorismus“ und „Sanktionen als Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII der UN-Charta“.

Die Linkspartei macht damit deutlich, dass sie bereit ist, die Interessen des deutschen Imperialismus auch in einem engen außenpolitischen und militärischen Bündnis mit den USA zu verteidigen. Die neokolonialen Kriege gegen den Irak und Afghanistan wurden unter dem Deckmantel des „Kampfs gegen den Terror“ geführt; dem NATO Bombardement Libyens vor zwei Jahren ging eine Resolution nach Kapitel VII der UN-Charta voraus.

In einem weiteren Beitrag unter der Überschrift „Linke zwischen Antiamerikanismus und Bündnisfrage“ argumentiert Gabriele Kickut, die stellvertretende Direktorin des Zentrums für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit der linksparteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung, der US-Imperialismus könne eine „progressive“ Rolle spielen. Laut Kickut müsse man die US-Außenpolitik als „imperialen Liberalismus“ verstehen, und davon ausgehen, „dass liberale politische Ziele auch unter Einsatz militärischer Gewaltmittel oder durch den Aufbau hegemonialer Strukturen verfolgt werden“.

Kickut fordert, dass diesem Ansatz „bei der Konzeption transatlantischer Aspekte linker Außenpolitik mehr Beachtung geschenkt“ wird. Sie betont, dass „die globalen Herausforderungen der heutigen Zeit […] nur in Kooperation mit und nicht in Konfrontation gegen die USA lösbar“ seien. Gerade „linke Politik“ komme „auch in Zukunft nicht an den USA vorbei“.

Schließlich erklärt André Brie das ganze offizielle Programm der Linkspartei zur Makulatur. Im Aufsatz „Weltgesellschaft oder Globalisierung“ schreibt er, der Grundsatz „Pacta sunt servanda“ (Verträge sind einzuhalten) müsse die Grundlage jeder „linken“ Außenpolitik sein. Das Prinzip sei „nicht nur für das gesellschaftliche öffentliche und private Vertragsrecht eine geradezu zivilisatorische Notwendigkeit, sondern gleichermaßen auch für die internationalen Beziehungen, Organisationen, zwischenstaatliche Vereinbarungen und das Völkerrecht insgesamt.“

Die Nato, die die Linkspartei angeblich abschaffen will, und das mit ihr verbundene Geflecht von internationalen Verträgen gelten damit als unantastbar.

Die Unterstützung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, die Aufrechterhaltung der engen außenpolitischen Beziehungen zu den USA und die Verteidigung von bestehenden Bündnissen wie der NATO gelten als Voraussetzung für eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene. Mit ihren neuen „Reformperspektiven“ zur Außenpolitik macht die Linkspartei deutlich, dass sie sich ernsthaft darauf vorbereitet. Bereits im Wahlkampf war die zentrale politische Forderung der Linkspartei eine Regierungskoalition aus SPD und Grünen. Gregor Gysi, der Spitzenkandidat der Linkspartei, hatte sich Anfang August als Außenminister ins Spiel gebracht.

Die Tatsache, dass Gysi das Vorwort zum Band verfasst hat, zeigt, dass der neue außenpolitische Kurs von der gesamten Partei mitgetragen wird. Gysi wurde erst in der letzten Woche in seinem Amt als Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Bundestag bestätigt.

Im Wahlkampf hat die Linkspartei versucht, ihre Kriegspolitik zu verstecken und behauptet, sie lehne Auslandseinsätze der Bundeswehr und Krieg ab. Einige Arbeiter und Jugendliche haben sie gewählt, weil sie ihrer tief wurzelnden Ablehnung gegen Krieg und Militarismus Ausdruck verleihen wollten.

Nun gilt es, die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Broschüre „Linke Außenpolitik“ lässt keinen Zweifel mehr, dass die Linkspartei – ähnlich wie die Grünen vor 15 Jahren – dabei ist, sich in eine offene Kriegspartei zu verwandeln. Sie wird eine entscheidende Rolle bei der Rückkehr des deutschen Imperialismus auf die Weltbühne spielen.

Bedingungsloses Grundeinkommen als Rettung vor dem Staatsinfarkt

Bedingungsloses Grundeinkommen als Rettung vor dem Staatsinfarkt

Wer wie ich in den siebziger Jahren groß geworden ist, der weiß, wie motivierend es sein kann in einer Gesellschaft zu leben, die sich in einer Aufbruchphase befindet. Es war die Zeit, in der man anfing, die letzten lebenden Nazis aus den Ämtern zu vertreiben, in der viele Menschen alternative Lebensentwürfe ausprobierten, in der man Vertrauen fassen konnte in das „Modell Deutschland“ mit seiner niedlichen kleinen Hauptstadt am Rhein. Es war eine Zeit, in der Zuhälter beim Sozialamt die Raten für ihren Porsche bezahlt bekamen – was erstmal entsetzte, aber beim näheren Hinschauen konsequent fair und sozial war: niemand sollte durch Arbeitslosigkeit seinen gesellschaftlichen Status verlieren.  Für so ein Land hat man dann gerne 120 Stunden die Woche gearbeitet – und auch gerne Steuern gezahlt.

Jedenfalls habe ich das getan.

Damals konnte man noch Kants Schrift „Zum Ewigen Frieden“ lesen und glauben, man erlebt, wie sie – nachdem sie schon in die UN-Charta eingeflossen ist – Realität wird und der Welt den ewigen Frieden schenkt. Ein Blick nach Wikipedia zeigt, wo das Problem liegt

Erster Abschnitt: Die sechs Präliminarartikel

  1. „Es soll kein Friedensschluss für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemacht worden.“
  2. „Es soll kein für sich bestehender Staat (klein oder groß, das gilt hier gleichviel) von einem anderen Staate durch Erbung, Tausch, Kauf oder Schenkung erworben werden können.“
  3. „Stehende Heere (miles perpetuus) sollen mit der Zeit ganz aufhören.“
  4. „Es sollen keine Staatsschulden in Beziehung auf äußere Staatshändel gemacht werden.“
  5. „Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen.“
  6. „Es soll sich kein Staat im Kriege mit einem andern solche Feindseligkeiten erlauben, welche das wechselseitige Zutrauen im künftigen Frieden unmöglich machen müssen: als da sind, Anstellung der Meuchelmörder (percussores), Giftmischer (venefici), Brechung der Kapitulation, Anstiftung des Verrats (perduellio) in dem bekriegten Staat etc.
Die Stichworte „Libyen“, „Irak“, „Israel“, „Afghanistan“, „Grenada“, „DDR“ zeigen, das man sich nicht daran zu halten gedenkt – und so die Chance auf Frieden verwirkt. Ein aktuelles Beispiel, über das meiner Meinung nach viel zu wenig geredet wird? Schauen wir kurz nach Libyen und hören uns eine Gegenmeinung an:

Man erfährt, dass die NATO-Luftangriffe auf Libyen brutal und gnadenlos fortgesetzt werden. Gemeldet werden seit Beginn der Aggression ca. 20 000 Luftwaffenkampfeinsätze. In Tripolis wurde am 29. Juli 2011 die Antennen der TV-Sender bei Luftangriffen durch Zerstörung von drei Satelliten weitgehend lahm gelegt.

Ziel der NATO ist, dass die Welt nicht mehr die Meinung aus Tripolis erfahren soll. Auch in den etablierten Medien des Westens darf kaum mehr über Libyen berichtet werden. Eine der täglichen Meldungen aus Tripolis ist z. B. die Mitteilung vom 9. August 2011, die auch über die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass verbreitet wurde, dass in einem Dorf nahe der Stadt Slitan bei NATO-Luftangriffen 85 friedliche Einwohner, darunter 33 Kinder ermordet wurden !! 
Kant dreht sich über soviel Dummheit und Unvernunft aktuell im Grabe herum – aber es sollten halt auch keine Staatsschulden in bezug auf äußere Staatshändel gemacht werden.  Wer sich Geld leiht, um Krieg zu führen (wie aktuell die USA bei den Chinesen) wird über kurz oder lang eine hohen Preis dafür bezahlen müssen. Wie es kam, das der fein ausgedachte Weg zum Frieden so abrupt verlassen wurde?
Nun – das System kollabiert und schlägt deshalb wild um sich. Es ist wie mit Tieren auf der Jagd: die angeschossenen, die den sicheren Tod vor Augen haben, sind die gefährlichsten. Sie sind unberechenbar wir Staaten, die vor dem Bankrott stehen. Noch werden wir mit lustigen Nachrichten bei Laune gehalten, das Manager-Magazin erteilt uns heute ein Lektion in „positiven Nachrichten“: da erfahren wir, das die Zahl der Beschäftigten weiter steigt und wollen gerade jubeln, bis wir erfahren, das die deutsche Wirtschaft kaum noch wächst….was bedeutet, das wir bald große Probleme bekommen werden:
 „Die deutschen Banken könnten mit den gleichen Problemen kämpfen wie die französischen Institute“, sagte Eichengreen jüngst im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“. „Wenn das Wachstum in Deutschland schwächer wird, könnten diese Probleme sehr schnell für alle sichtbar werden.“
Welches System kollabiert da eigentlich? Die bürgerliche Zivilgesellschaft?
Nein. Nur ein Teil von ihr. Zur bürgerlichen Zivilgesellschaft gehören alle Menschen, weshalb sie den „Arbeiter- und Bauernstaat“ auch höflich die Tür weisen musste: die Definition des Menschen nur als Arbeitstier für die Parteioberen macht uns so wenig froh wie die Definition des Menschen nur als Arbeitstier für die Kapitalbesitzer. Die ersteren sind nun schon gegangen und von der Bühne der Politik verschwunden, die letzteren jedoch befinden sich gerade in einem Sterbeprozess, auf den der Tagesanzeiger in der Schweiz hinweist:
In einem Video-Interview mit dem «Wall Street Journal» analysiert der Star-Ökonom Nouriel Roubini den Zustand der westlichen Industriestaaten. Wegen einer massiven Umverteilung des Wohlstandes zugunsten der Superreichen sei die Nachfrage in den westlichen Industriestaaten zusammengebrochen. Der Einbruch sei so dramatisch, dass wir Glück gehabt hätten, nicht bereits jetzt in eine Depression abgerutscht zu sein, sagt Roubini und prophezeit im besten Fall lange Jahre einer schmerzhaften Stagnation.
Schön, wenn man so etwas auch in einer Nato-Zeitung lesen könnte, doch die Nato spielt gerade den militärischen Arm des Kapitalismus und schlägt besonders wild um sich – auch gegen Frauen und Kinder.  Da muss man Rücksicht darauf nehmen, das die Journalisten in Natoländern über Natomassaker nicht so ausführlich berichten: man will ja nicht seinen Arbeitsplatz oder seine Karriere gefährden.
All dies ist keine Frage der Ideologie mehr und es geht auch nicht um Fairness oder Moral. Wer das System retten will, muss jetzt handeln. «Die Märkte funktionieren nicht mehr», sagt Roubini. «Der Kapitalismus ist im Begriff, sich selbst zu zerstören.»
Es ist darob wichtig, zu erkennen, das dieser Zerstörungsprozess sich nicht nur in ein paar Zahlen auf Bildschirmen äußert, sondern als Zerstörung bürgerlicher Moral und Ethik in den Krawallen in London wie auch in den Bomben auf Lybien: ein sterbendes System bekommt Panik. Die einen plündern Läden, wer mehr kann, plündert Märkte oder Länder.
Vereinfacht gesagt sieht die Lage der westlichen Industriestaaten derzeit wie folgt aus: Konzerne und Superreiche haben in den letzten Jahrzehnten ungeheure Vermögen angehäuft und profitieren heute von tieferen Löhnen, billigem Geld und sinkenden Steuern. Der Mittelstand hingegen blutet aus: Die Löhne sinken, die Wohnkosten und die Steuerbelastung steigen. Das Resultat ist eine einbrechende Nachfrage, die im Begriff ist, in eine Verelendungsspirale zu münden. Dieses Phänomen ist Ökonomen bestens bekannt, sei es als «Liquiditätsfalle» oder als «Balance Sheet Recession».
Das sind klar Worte. Die Verelendungsspirale erleben gerade wir Deutschen sehr bewußt, manche sehen sogar einen Zusammenhang mit hohen Selbstmordraten in östlichen Bundesländern, die Arbeitszufriedenheit nimmt bundesweit rapide ab:
Auch der internationale Vergleich ist erschreckend: Das IAQ verweist auf die Ergebnisse der European Social Survey, einer Analyse der Jobzufriedenheit in 22 europäischen Ländern. Hier rangiert Deutschland auf Platz 18 – abgeschlagen hinter den anderen west- und nordeuropäischen Staaten. Hinter den deutschen landen nur noch die Arbeitnehmer der Slowakei, der Ukraine, Bulgariens und Russlands. Am zufriedensten am Arbeitsplatz sind laut der Studie Dänen, Schweizer und Finnen.
Dabei zählen Menschen mit Arbeitsplätzchen (Arbeitsplatz mag ich diese Leihteilzeitbeschäftigungen wirklich nicht mehr nennen) noch zu den Gewinnern in diesem Land.
Die Lösung für dieses Problem ist nach Roubini einfach:
Der Weg aus der Liquiditätsfalle sieht anders aus: Kurzfristig muss mit sinnvollen Investitionsprogrammen in Infrastruktur und Bildung Nachfrage geschaffen werden, um Massenarbeitslosigkeit und Deflation zu verhindern. Gleichzeitig muss der Lohnzerfall der Mittelschicht gestoppt werden. Um zu verhindern, dass die Staatsschulden ausser Kontrolle geraten, muss die massive Umverteilung zugunsten der neuen Oligarchie wieder rückgängig gemacht werden. Das geht nur – wie es auch Buffett fordert – mit einer Erhöhung der Steuern für Superreiche.
Das dürfte dann … das Ende sein, denn die Superreichen werden ihr ergaunertes Vermögen nicht freiwillig abgeben. Oder … man findet andere Lösungen:
Seit jeher beschäftigen sich Philosophen mit der Frage, ob jeder einen Anteil an der Erde haben solle. Eine Lösung wäre das Grundeinkommen. In der Schweiz wird darüber vielleicht bald abgestimmt. Auch der frühere Spitzenbanker Klaus Wellershoff ist dafür und sagt: „Der Gedanke ist bestechend einfach“
So etwas … kommt dann auch aus der Schweiz. In Deutschland ginge das nicht … schon wegen der Gewerkschaft:
Krämer ist ein brummiger Gewerkschafter aus dem Bundesvorstand von Verdi und arbeitet in Berlin. In Berlin wird das Altpapier nicht versorgt, und auch sonst ist hier vieles anders als auf dem Zürichberg. Krämer kann gar nicht alle Argumente gegen das Grundeinkommen aufzählen, so viele sind es. Es würde den Wert der Arbeit mindern, die Löhne kaputt machen, Leute würden entlassen, da alle ja abgesichert seien. Das BGE sei „Aufstocken für alle“, sagt Krämer. Die Gewerkschaften haben es nicht so mit Utopien.
Also werden wir das System gewaltsam kollabieren lassen, damit bis zum Schluß alle ein Arbeitsplätzchen haben, auf dem sie beständig unzufriedener dahinvegetieren? Und das wirkt nicht irgendwie … krank?
Eine Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen brauchen wir gar nicht mehr führen: es geht nicht mehr ohne. Das bedingungslose Grundeinkommen ist alternativlos: wenn man die zivile Bürgergesellschaft des 20. Jahrhunderts mit all ihren Errungenschaften im 21. Jahrhundert erhalten will. Wir werden ein neues Wirtschaftssystem brauchen – aber das wird sich automatisch aus diesem Grundeinkommen entwickeln.  Es werden sich damit auch neue gesellschaftliche und politische Systeme entwickeln, die Zivilgesellschaft wird von der Wirtschaft unabhängiger, möglicherweise wird die Produktion von Luxusgütern zurückgehen – aber das wird sowieso nicht zu verhindern sein, wenn das System gewaltsam kollabiert.
Die alles entscheidende Frage beim BGE, wie es auch kurz genannt ist, ob es auch finanzierbar ist.
Die Antwort darauf ist ein – alternativloses – ja!
Wir finanzieren gerade schon das Überleben von 80 Millionen Bundesbürgern. Schon gemerkt? Das klappt ja … schon seit sechzig Jahren. Da kommen erstmal keinerlei neue Kosten auf uns zu. Nur die Verteilung muss neu organisiert werden, unproduktive oder schädliche finanzelle Überversorgungen (mit denen letztlich unter anderem gegen den Euro gewettet wird) müssen abgebaut werden zugunsten der Rettung der Wirtschaftsgemeinschaft. Auf Subventionen für unrentable Unternehmen werden wir wohl verzichten müssen – und auf einen unausgeglichenen Haushalt wegen Rettung der Banken vor den Folgen ihres eigenen Fehlverhaltens ebenfalls.
Wir werden uns jeden einzelnen Posten der Haushalte anschauen müssen … auch wenn es für Politiker, Manager und Gewerkschafter unangenehm wird und manche wohl versorgte Baufirma schließen muss, weil ihr Überleben nur durch nicht finanzierbare Staatsaufträge gesichert werden kann.
Bahnhofsneubau oder Bürgerglück: dazwischen gibt es keinen Mittelweg.
Das ähnelt der Therapie beim Herzinfarkt: auch dort gibt es überversorgte Areale, die viel zu viel Blut bekommen, während andere … absterben. Daran stirbt letztlich aber der ganze Mensch, obwohl es den überversorgten Zellen ganz Klasse geht. Darum schafft man mit Operationen oder Medikamenten einen Ausgleich … und pumpt nicht immer mehr Kunstblut in den Menschen hinein oder versucht die minder versorgten Zellen per Befehl (nichts anderes ist Hartz IV) zu besserer Leistung trotz Blutmangel anzuregen.
Darum brauchen wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen als Rettung vor dem Staatsinfarkt – oder wir erleben das Ende des „freien Westens“ im Kampf der Armee gegen Plünderer.
Noch haben wir die Wahl: machen wir einen mutigen, historisch beispielhaften vernünftigen Schritt zum ewigen Frieden – oder lassen wir die Welt in Chaos und Anarchie versinken?

Das Ende der Arbeit? Brennende Manager, Hunger und steuerfreie Millionäre.

Wie gerne würde ich was Schönes schreiben – etwas, das zum Wetter passt. Früher habe ich so Menschen motiviert: Geschichten von der Goldenen Zukunft erzählt, einer Zukunft, in der der Mensch die Möglichkeit hat, sein volles kreatives Potential zu entfalten, weil der „Fluch Arbeit“ durch Maschinen von ihm genommen wurde und so Gelegenheit genug war, das Reich des Ewigen Friedens auf Erden zu etablieren.

Nun – für manche scheint es dieses Reich zu geben, in der SZ lese ich heute von ihnen:

Was für ein Leben: viel Geld verdienen, eine Villa am See besitzen – und die Gewissheit haben, dass das Finanzamt nur selten vorbeikommt. Nach Ansicht der Grünen reduzieren viele Bundesländer absichtlich die Zahl der Steuerprüfungen.

Irgendwie sind manche auf der Reise in die Goldene Zukunft falsch abgebogen. Am Ende der Arbeit wartete nicht das Paradies auf uns, sondern die ARGE, eine Institution, die Armut per Gesetz verordnet und sich der hohen Kunst verschrieben hat, zehn reale Arbeitslose mit einem einzigen (oft auch noch fiktiven) Arbeitsplatz zu beschäftigen. Was dabei herauskommt, kann jeder daheim selbst herausfinden: einfach mal zehn Tomaten in eine Tasse quetschen, in die eigentlich nur eine einzige hineinpassen würde.  Ein Tipp: mit Vernunft hat das Ergebnis nur noch wenig zu tun.

Gegen Hartz informiert vorab aber schon mal, welche Pläne noch so angedacht sind, um das Problem der verschwundenen Arbeit zu  lösen:

So wird ersichtlich, dass Union und FDP langfristig das System der Absicherung und Integration von Arbeitslosen umorganisieren wollen, weg von einem Leistungsanspruch, hin zu mehr Subventionen für Arbeitgeber, dem Ersatz von Pflichtleistungen, auf die Arbeitslose einen Rechtsanspruch haben, in Ermessensleistungen und hin zu einer entlohnungsfreien Arbeitspflicht in der freien Wirtschaft für Arbeitslosengeld II Bezieher (ALG II).

Entlohungsfreie Arbeitspflicht … schönes Synonym für Sklavenarbeit. So errichtet man Imperien – einfach mal Babylonier, Römer oder Mongolen fragen, die haben damit schon Erfahrungen gesammelt.

Nun reagieren Arbeitslose auf diesen Prozess der Integration von zehn Personen auf einen Bürostuhl im Prinzip wie Tomaten: sie gehen kaputt – oft, aber nicht immer. Unsere weichen Westtomaten neigen da besonders schnell zum zerplatzen, die Inder sind da laut Welt schon ganz anders drauf:

Sie waren sauer über anstehende Entlassungen: Mehrere Stahlarbeiter haben einen Manager ihres Konzerns mit Benzin übergossen und verbrannt.

So kann es auch gehen – Kampf um den Arbeitsplatz mal ganz anders.  Sollte sich das Einbürgern, würden Tarifverhandlungen in Zukunft wohl andere Ergebnisse zeitigen, aber man könnte dann wohl nicht mehr darauf verzichten, Millionäre zu besteuern. Ob dieses Modell des Arbeitskampfes sich durchsetzt, wird die Zukunft zeigen – erkennbar ist aber jetzt schon, das am Ende der Arbeit nicht das Paradies auf uns wartet – sondern seltsamerweise der Hunger. In den USA hat man da laut „Querschüsse“ schon Erfahrungen gesammelt:

Laut den Daten des US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture) stieg die Zahl der Food Stamps Bezieher im Dezember 2010, bereits den 26. Monat in Folge, auf 44,082 Millionen an, nach 43,595 Millionen im Vormonat und nach 38,978 Millionen im Vorjahresmonat.

Das riecht verdächtig nach Hunger, kann aber nicht sein, weil es den in den USA nicht mehr gibt. Den haben die USA aber so elegant aus dem Weg geräumt wie die Deutschen ihre Arbeitslosenzahlen, siehe Wikipedia:

Im Jahre 2006 geriet das Ministerium in die Schlagzeilen, weil es in seinem neuesten jährlichen Bericht über die Nahrungsmittelversorgung der US-Bevölkerung den Begriff Hunger entfernte und durch dieeuphemistische Bezeichnung „sehr niedrige Nahrungssicherheit“ (very low food security) ersetzte. Dem Bericht zufolge gehören 12 % der US-Amerikaner, also über 35 Millionen Menschen, zu der durch sehr niedrige Nahrungssicherheit gefährdeten Gruppe.

Super! Einer von acht Amerikanern hungerte schon 2006. Man darf nicht daran denken, was wäre, wenn es heute auch noch Hunger in den USA gäbe, die Zahlen würden wohl sehr unheimlich werden. Wie gut, das die Definitionskünstler unter den wohlversorgten Regierungsbeamten immer erfolgreicher das Sandmändchen für die Bevölkerung spielen, während der Hunger laut Manager Magazin immer weiter vorrückt:

Eskalierende Preise treiben tausende Inder durch die Straßen, in China warnt Premier Wen Jiabao vor Unruhen: Ein Inflations-Tsunami droht das boomende Asien zu überfluten, das Deutschland wie ein Hafenschlepper aus der Rezession ziehen half. Jetzt fürchten Ökonomen Schockwellen bis nach Deutschland.

Auf diese Schockwellen bereiten sich wohl die asozialen Raffgeier und Gierschlünde der Gesellschaft vor – zusammen mit den Verantwortlichen in Regierung und Opposition, alle nach dem Motto: nach mir die Sintflut! Nur so scheint man die steigende Abwesenheit praktischer Vernunft  in Regierungs- und Wirtschaftsgeschäften erklären zu können.

Das haben wir also davon gehabt, das wir uns vor 150 Jahren (eine unglaublich kurze Zeit, wenn man recht bedenkt) mit ein paar glitzernden Perlen von unseren Äckern haben fortlocken lassen. Im Prinzip geht es uns da wie den Indianern, die auch die gleichen Perlen hereingefallen sind. So verlockend, so sicher, geborgen und golden schien die Zukunft in den industrialisierten Städten zu sein, doch am Ende war das alles nur ein Trugschluß und auf Sand gebaut. Am Ende der ganzen Zivilisationsentwicklung zeigt sich, das wir immer noch dem gleichen Urteil unterliegen, dem schon unsere Urväter gehorchen mußten: ohne Arbeit droht der Hunger – nur ist er diesmal künstlich erzeugt, politisch gewollt – oder durch bloße Dummheit in die Welt gekommen.

Diesmal aber haben wir nicht mehr die Kraft, ihn im Notfall zu verbannen. Sollte die Welt uns wirklich mal übel gesonnen sein, so kann dieses Land nur noch einen winzigen Bruchteil seiner Bevölkerung ernähren, die man bei „Freies Wort“ nachlesen kann:

Die regionale Selbstversorgung liegt in Deutschland nur noch bei alarmierenden 10%, in Havanna, Kuba, sind es 70%.

Wer würde also richtig ernste Krisen überleben? Jene Krisen, die unserer Bundeswehr den Ölhahn abdrehen könnten?

Über mangelnden Revolutionswillen in diesem Land sollte man sich anhand dieser Zahlen nicht mehr wundern – hier steht der Hunger schon vor der Tür, obwohl der Tisch noch prall gefüllt scheint. Bricht nur einmal die Lieferkette zusammen – wegen Ölmangel, Krieg, Seuchengefahr … dann haben wir auch kein Problem mehr mit der Arbeitslosigkeit, sondern nur noch eins mit der Leichenentsorgung.

Da müssen die Millionäre und Parteifunktionäre dann aber mal selbst Hand anlegen und zum ersten Mal in ihrem Leben richtig arbeiten. Vielleicht tröstet das ja den einen oder anderen jener Mitbürger, die in ihrem Leben immer nur eins kannten: zuviel Arbeit für zuwenig Geld.

 



 

 

 

 

Der kommende Aufstand – Gedanken zu Deutschland 2011

Vor zwei Jahren habe ich angefangen, Gedanken im Internet zu veröffentlichen. Zuvor hatte ich den politischen Bereich des Lebens zum Wohle meines Seelenheils ausgeblendet. Mir war nach einem ruhigen, beschaulichen Leben, das der Liebe zur Weisheit gewidmet war – und nicht er Erlangung von Ruhm, Ehre oder Macht, die jeder für sich und alle zusammen erst recht der menschlichen Seele nicht gut tun … nach meiner Erfahrung. Ich war nun nicht immer so weltabgewandt. Zuvor habe ich das Gesundheitsbudget im Auftrag der Pharmaindustrie vergrößert – da landen Philosophen heutzutage, wenn sie essen wollen. Ich habe in den teuersten Hotels in Deutschland gewohnt, teuerste Fernreisen mitgemacht und in kleiner Runde schwerreiche Menschen persönlich kennengelernt, Menschen, für die Ackermann ein kleiner Knilch ist. Man kann nicht sagen, das ich mich dort mit Ruhm bekleckert habe, aber ich habe Impressionen von „oben“ bekommen, Einblicke in Funktionen von US-Konzernen (die ich auch vor Ort besuchen konnte) und in die Mentalität von „Funktionseliten“.  Das war mir persönlich wichtig, um ein umfassendes Bild vom Menschen und der Welt entwerfen zu können.

Nun sind zwei Jahre ins Land gegangen, wo ich aufgrund ständig politischer werdender Artikel gezwungen war, einen konkreteren Blick in die Welt zu werfen, einen Blick, der zunehmend Beunruhigendes an den Tag bringt. Meine Überzeugung, das sich die Welt schon automatisch in Richtung Vernunft entwickeln wird und letztendlich in eine Welt des „ewigen Friedens“ verwandelt, schrumpft täglich und die bewußte, absichtliche Erzeugung von Leid und Qual per Gesetz durch gewählte Volksvertreter befremdet mich mehr als ich in Worte fassen kann. Vor kurzem zitierte ich eine Religionswissenschaftlerin, die in einem Nebenaspekt ihrer Untersuchung über „Satanismus in Deutschland“ zu der Erkenntnis kam, das Satanismus nicht mehr so schlimm sei, weil die Werte satanischer Sekten mitlerweile auf breite Bevölkerungsschichten übergehen. Ich war verwundert über die Banalität der Erkenntnis, die eigentlich alle Alarmglocken zum Klingen bringen sollten, denn: im Kern ist der Mythos „Satan“ der Mythos von einem absoluten Menschenfeind. Werden seine Werte gesellschaftlicher Standard, dann bekommen wir … die Hölle auf Erden in einer Form, das ein Konzentrationslager ein Urlaubsort dagegen wäre.

Jeder Mensch, der nur ansatzweise Kenntnis von der Bedeutung und Wirkung ethischer und moralischer Normen auf die Entwicklung gesellschaftlicher Prozesse hat, müsste Zeter und Mordio schreien angesichts dieser Entwicklung – und es ist kein Wunder, das mehr und mehr Menschen über Aufstände nachdenken, Aufstände wie jene, die gerade Nordafrika umgestalten.

Ich denke auch: wenn die breite Masse der Bevölkerung (die sowieso schon angenervt ist – inklusive weiter Teile der „Funktionselite“, die nur noch deshalb funktionieren, weil sie sich auf Kosten anderer bequem die Taschen füllen können, um sich dann auf ihrer Segelyacht unbeobachtet schöne drogenumnebelte Träume von einer fernen, besseren Welt erlauben zu dürfen) wissen würde, wohin die Reise geht, dann wäre die Reise schnell zuende. Weder Christen noch Atheisten, weder Arme noch Reiche, weder kluge noch dumme, weder Faschisten noch Kommunisten, weder Demokraten noch Monarchisten wollen so eine Welt wie die, auf die wir zusteuern – und ganz normale Wähler wie ich wollen das sowieso nicht.

Nun kommt immer häufiger der Wunsch nach Aufruhr, nach Aufstand und wird auch in unseren Kommentaren öfter geäußert – manchmal so heftig und brutal, das wir es nicht veröffentlichen. Ich bin kein Freund von Aufruhr und Aufstand – so etwas stört die Kontemplation und die Besinnlichkeit und bringt die Mahlzeiten durcheinander. Aber als Schachspieler kann ich mich der Faszination der strategischen Planung nicht entziehen und möchte deshalb den kommenden Aufrührern einige Gedanken mit auf dem Weg geben.

Wer immer einen Aufruhr plant, braucht eine Analyse der Versorgungssituation, sonst verhungern seine Aufrührer auf dem Marktplatz. Unsere angeblich ach-so-freie Gesellschaft ist gekennzeichnet durch eine große (staatliche geförderte) Zersplitterung und Vereinzelung (weshalb auch getrennte Hartz IV-abhängige pro Monat 120 Euro mehr bekommen als normale „Hartz-Mütter“, hier hat der Gesetzgeber eine gezielte „Trennungsprämie“ vorgesehen, wie gestern erwähnt ist die gesamte Familienpolitik seit 2000 ähnlich ausgerichtet) sowie durch eine absolute Abhängigkeit der Gesamtbevölkerung von externen Dienstleistern, die Wasser, Nahrung und Energie in Händen halten. Selten waren Menschen so einsam wie heutzutage, so abhängig und hilflos. Sicherheitshalber (man weiß ja: „even the worsest case“ ist das erfolgreichste Managementprinzip, das der Bankenwelt durch umsichtige und fehlerfreie Planung Riesengewinne auf Staatskosten beschert hat) sollte man davon ausgehen, das diese Entwicklung seit dem Ende der 90´er Jahre gezielt gestartet wurde – vielleicht fürchtet man sich bei der Planung dann zwar vor einem blossen Verschwörungsgespenst, aber man erspart sich auf jeden Fall ein „böses Erwachen“.

Widerstand und Aufruhr lassen sich nur schlecht mit Formen der Legalität vereinbaren. Irgendwo wird es schon ein Gesetz geben, gegen das man versehentlich verstößt – und im Handumdrehen sind neue geschaffen, die die bisherigen erlaubten Lücken von Rebellion schließen. Was der Rebell aber braucht, ist Legitimität, nicht Legalität. Es ist entscheidend wichtig, das er „besser“ ist, das er Visionen von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in sich trägt und sein Leben nach dem Prinzip der Nächstenliebe ausrichtet, was umso wichtiger ist, als die Gesellschaft momentan einen ganz gegensätzlichen Kurs ansteuert. Wem sich nun unbewusst Bilder eines elitären „Seelenadels“ vor Augen entfalten, der liegt richtig – was die Effizienz der Bewegung und ihre Nachhaltigkeit angeht. Im Prinzip wird man im Laufe der Entwicklung nicht um eine Konsequenz herumkommen, der sich auch demokratische Indianerstämme beugen mußten: der Kriegshäuptling muß her (und zwar viele davon). Allerdings sollte man dieses Bild eher mit einem Gandhi als mit einem Che Guevarra auskleiden.

Die Werte sind bequemerweise schon da: die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte hat ihr eine politische Form gegeben. Der Alltag scheint jedoch zu zeigen, das die Formulierung allein nicht reicht – einfach mal die Hartz-abhängigen fragen, wieviel Menschenrecht bei ihnen aktuell gerade ankommt, nach neuesten Meldungen müssen die sich jetzt auch als Tagelöhner verdingen, weil man sie sonst per Gesetz dem Hunger ausliefert … Prinzipien, bei denen es einem eiskalt den Rücken herunter laufen sollte, weil der Geruch der „Vernichtung unwerten Lebens“ wieder im Raum steht.

Im erweiterten Gegenzug würde ich empfehlen, der satanischen Gesellschaft ein größeres, positives Gesamtbild entgegen zu stellen, ein Gesamtbild, das aber völlig unabhängig sein sollte von klerikaler oder weltanschaulicher Kleinkariertheit und sich nicht darum kümmert, welcher Gott „den Größten“ hat (aber gleichzeitig offen ist für die Akzeptanz der einzelnen „Gottesbilder“), sondern gezielt die Arbeitshypothese formuliert, das es ein höchstes gutes Gefühl gibt, das wir empfinden können („können“,  nicht „müssen“) einen höchsten Gedanken gibt, den wir denken können („Gott“ ist dafür als Begriff schon viel zu klein) und das dieser höchste Gedanke moralische Forderungen stellt, die (wieder mal „even the worsest case“) nach unserem Ableben honoriert oder … sanktioniert werden. Dies ist der natürliche (und im Sinne der praktischen Vernunft) vernünftigste Gegenpol einer wertmäßig  ins „satanische“ abdriftetenden Gesellschaft.

Die Diskussion, ob es „Gott“ nun wirklich „gibt“ oder nicht, kann man sich völlig ersparen, schon die Begrifflichkeit in dieser Fragestellung ist eine Katastrophe. Letztlich brauchen wir nur eine Arbeitshypothese, die der aktuellen entgegenläuft, in der Investmenbanker sich für die „Herrscher des Universums“ halten … was auch eine Form von Religion ist, der man folgt, wenn man ihr nicht bewusst etwas entgegenhält und ihr sich nicht bewusst verweigert.  Neben der Aufklärung über das Bedrohungspotential der aktuellen politischen Entwicklung brauchte eine demokratische Erneuerungsbewegung auch einen minimalen Grundkonsens, der es erlaubt, das Verbindende in allen Menschen zu sehen und sich nicht – wie aktuell – darin zu vertiefen, was jetzt gerade bei dem anderen nicht hundert Prozent der eigenen Meinung entspricht.

Von Hitler über Pol Pot bis Stalin und Bush schätzten alle Übelmenschen ein gutes Essen, eine warmes Nachtlager, menschliche Geselligkeit und … zumindest den Namen nach … sogar ein Streben nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – nur die Definition der Begriffe sowie die Methoden, die zum Einsatz kamen, waren recht kontraproduktiv.

Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind allgemeinverbindliche Werte, Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit sind normale humane Standardwerte, ohne die wir die Konfrontation mit Höhlenbären und Säbelzahntiger sowie die Unwetter der Eiszeit nicht überlebt hätten.

Das hat nun Konsequenzen bezüglich der Methoden, die bei einem Aufstand zur Wahrung der Legitimität zu berücksichtigen sind. Wer gleich morgen losrennen möchte um Barrikaden zu errichten und Banker, Politiker oder Unternehmensberater zu erschiessen, lebt im falschen Jahrtausend – oder der falschen Weltgegend. Das weiß auch die Nato, die deshalb den Begriff  „flexibel response“ entwickelt hat. Da man aber nun nicht die Potentiale der Natoarsenale hat (noch aus ethischen Gründen darauf zurückgreifen dürfte) , muss man andere Wege suchen – die schon längst entwickelt worden sind. Es gibt Strategien des gewaltlosen Widerstandes (die aber auf Seiten der Widerständler zu den gleichen Todesfällen führen können für „normale“ Kriege), die sehr überzeugend sind und im Prinzip die Armeen des Warschauer Paktes gewaltlos aus Europa vertreiben sollten – eine ungleich schwerere Herausforderung als die Änderung  gesellschaftlicher Leitprinzipien.

„Flexibel response“ bedeutet im Prinzip, das man den Grad der Heftigkeit der Auseinandersetzung vom Gegner bestimmen läßt – und sich in einer Situation weiß, in der man sich der materiellen Überlegenheit des Gegenübers bewusst ist. Für gewaltfreie Widerständler bedeutet dies, das man dem Feind die Beute möglichst „ungeniessbar“ werden läßt – bei möglichst geringem Verlust an Menschen oder Material. Im Extremfall (das wäre dann die zivile „Atombombe“) – auf Deutschland heruntergebrochen – würde das die komplette Blockierung von Schienen, Autobahnen und Landstraßen bedeuten, solange, bis hier keine Rendite mehr eingefahren werden kann, die Blockierung von Seehäfen und Flughäfen, Golfplätzen und anderen Orten, an denen man als Wirtschaftsräuber seine Beute genießen kann.

Das könnte funktionieren – selbst in einem der Kernländer der „satanischen Revolution“, die gerade die bürgerliche Welt zu vernichten trachtet um nach der Weltherrschaft zu greifen. Hierzu bedarf es zu allererst der Aufklärung, der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache, der Besinnung auf gemeinsame (bürgerliche) Werte – genauso wie vor 1789. Das der Schuh drückt,  merken alle – von ganz oben bis ganz unten – nur wo genau der Stein sitzt, ist diesmal etwas schwieriger zu definieren als damals.

Aber wir wollen ja auch einen Aufstand des Miteinanders, nicht neue Variationen des Gegeneinanders, weshalb man auf die Definition von Feindbildern weitläufig verzichten kann.

Wer Aufstand will, sollte allerdings wissen, das er bereit sein muß, sein eigenes Leben für das Ziel zu geben – alles andere  ist Humbug. Je mehr Planung, Absicht und Bewußtheit hinter der Errichtung einer „satanischen Weltordnung“ steht (die sich aber auch genauso gut einfach aus Dummheit entwickeln kann), umso mehr Menschen werden sterben bei dem Versuch, sie aufzuhalten.

Andererseits … war es in unserer christlich-abendländischen Gesellschaftsordnung noch nie so leicht, große Gedanken real bei der Arbeit zu beobachten – und gerade wir Deutschen haben wir durch das Dritte Reich eine besondere Chance erhalten: wir durften live eine Gesellschaft erleben, in der „satanische“ Werte einen ersten Versuch auf Alltagstauglichkeit  starteten.

Das Ergebnis ist bekannt – und sollte normale Wähler nicht zur Nachahmung reizen.

So gesehen kann – wer will – die momentane historische Herausforderung mit größten Gedanken füllen: auf der Ebene der ethischen Leitprinzipien bewegen wir uns auf das Armageddon zu, auf die Apokalypse, auf den großen Kampf zwischen den fiesesten, übelsten Gedanken, die wir denken können („ich fresse den Rest der Menschheit auf um den größten Bauch der Weltgeschichte zu bekommen„) und den höchsten Gedanken, die wir leben können (die selbstlose Aufopferung für seine Mitmenschen), es ist eine Auseinandersetzung mit einer letzten, großen historischen Dimension, die letztlich über das Überleben der ganzen Menschheit entscheiden wird, wer will, mag hier die große Auseinandersetzung zwischen „gut“ und „böse“ sehen, eine Auseinandersetzung, die geeignet ist, die edelsten Züge der Menschheit hervorzurufen … oder ihre niedersten.

Wer nun als Normalbürger noch Motivation braucht, um Stellung zu beziehen, dem sei mal ein Besuch in einem Pflegeheim mit renditefreundlichen Personalschlüssel empfohlen. Eine Gesellschaft mit „satanischen“ Leitprinzipien hat keinen Platz für Alte, Kranke, Schwache … ja noch nicht mal für Kinder. Sie hat letztendlich … überhaupt keinen Platz für Menschen.

Insofern ist es nun die Aufforderung an die normalen Wähler, sich zu entscheiden: für die Prinzipien des Hasses oder die Prinzipien der Liebe, für den Gott der Vernichtung oder für den der Schöpfung, für den Geist des Gegeneinanders oder den Geist des Miteinanders, für asozial oder sozial, für inhuman oder human, für Sozialdarwinismus oder Menschenrechte.

Ich kann diese Entscheidung auch mit anderen Bildern ausmalen – und bleibe im christlichen Abendland bei christlichen Bildern (in Japan würde ich sie ganz anders malen), die ich Wikipedia entleihe:

Das Neue Jerusalem (auch „himmlisches Jerusalem“ genannt) entspringt einer Vision aus dem neutestamentlichen Buch der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, wonach am Ende der Apokalypse eine neue Stadt, ein neues Jerusalem entstehen wird. Dies geschieht, nachdem der alte Himmel und die alte Erde vergangen sind.

So beschreibt Offb 21,1–2 EU, dass bei der Apokalypse, dem letzten Gericht und dem Endkampf zwischen Gott und dem Teufel, letzten Endes Gott als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wird. Daraufhin werden die Erde und der Himmel erneuert und eine Stadt wird aus dem Himmel herabfahren: das neue Jerusalem.

Noch besser als ein blosses „gegen“ wäre mir eine Entwicklung „für“ etwas. Und wir selbst, wir ganz normalen Menschen, könnten problemlos ein himmlisches Jerusalem bauen, die Errichtung einer Stadt mit einer Ausdehnung von 2200 Kilometern wäre uns auch ohne göttliche Hilfe technisch möglich … und in einem blühenden Garten umgeben von seinen Lieben zu sterben scheint mir ein erstrebenswerteres Ziel zu sein als im Pflegeheim bei lebendigem Leibe zu verrotten.

Und in sofern – ist es die Entscheidung zwischen der Errichtung der Hölle auf Erden ganz nach Dantes Prinzipien, einem Ort, wo dem Hungernden die köstlichsten Speisen vor Augen geführt werden, die er aber nie erhalten wird (in etwa vergleichbar mit dem Besuch eines Hartz-abhängigen Kindes in einem Supermarkt, wo angesichts verlockendster Waren das beständige „NEIN“ des Elternhauses eine unüberwindbare Grenze setzt und tagtägliche Qual schafft) und der Schaffung eines neuen Paradieses, in dem die Menschheit wieder zu alten Prinzipien des Miteinanders zwecks Steigerung der Lebensqualität zurückkehrt.

Es ist im Prinzip – nur unsere Wahl, die den Verlauf der Geschichte entscheidet. Und eigentlich … ist die Wahl alternativlos. Die Hölle hat letztendlich keinen Platz für Menschen, im Sinne der Renditemaximierung sind wir Kosten auf zwei Beinen, die es gegen Null zu fahren gilt. Was das praktisch heißt, haben wir in Deutschland schon mal erlebt.

Persönlich ist es die Entscheidung, auf welches Leben man kurz vor seinem Tode zurückblicken möchte: das von Adolf Eichmann oder das von Albert Schweitzer.

Und … um noch mal ein Wort an die Eichmänner unter uns zu verlieren: man sollte schon ganz ganz sicher sein, das die weltweit in allen Religionskreisen und unterschiedlichesten Kulturen vorhandenen Vorstellungen von der Existenz von Bewußtheit nach dem Tode völliger Nonsens ist, denn … den Eichmännern unter uns soll es dort (völlig jenseits christlicher Auferstehungshoffnungen) ziemlich übel ergehen. Sollte man sich irren mit seinem materialistischen Egoismus … würde man sehr lange einen hohen Preis bezahlen. Extrem lange.

Ich persönlich glaube, das Mythen wie „Der Herr der Ringe“ gerade deshalb eine so hohe Resonanz im Gemüte der Menschen entfalten, weil sie instinktiv wissen, das es große Entscheidungen gibt, die gerade getroffen werden müssen – womöglich endgültige Entscheidungen, Entscheidungen darüber, ob der Mensch in Zukunft ein unantastbares Geschöpft „Gottes“ ist, ausgestattet mit unveräußerlichen Rechten … oder einfach nur ein Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt, ob wir als „Elben“ oder „Orks“ enden wollen.

Diese Entscheidung ist die erste, die man fällen muß. Ganz persönlich und ganz alleine.

Und dann können die weiteren Schritte folgen – die Aufklärung, die Sammlung und die Transformation.

Am Ende mag wirklich eine „goldene Stadt“ entstehen, eine Zivilisation, die in den Mythen der Menschheit als „Goldenes Zeitalter“ weiterleben wird, aber diesmal als ein „Goldenes Zeitalter“, das nicht enden wird und nur noch als Schatten durch die Märchen der Menschheit geistert.

Am Anfang wird – wie so oft – das Wort stehen müssen.

Das geht dann aber auch ganz ohne Gott.

Und mal ehrlich – ganz ehrlich – wenn man sich wirklich vor das deutsche Volk stellen und sie fragen würde, ob sie die totale satanische Gesellschaft wollen: würden sie nochmal alle laut „JA!“ brüllen wie als Antwort auf Goebbel´s Frage nach dem totalen Krieg?

Ich denke, nach den Erfahrungen, die in diesem Land vorhanden sind, ist es eigentlich ein recht ideales Land, um Träume von „einem neuen Himmel und einer neuen Erde“ zu gebären und sie in die Tat umzusetzen.

Wir hätten auch ganz schnell keine Arbeitslosen mehr, denn zu tun und zu schaffen wäre genug. Das Leben ist momentan kein Ponyhof, aber wir könnten es einfach mal umbauen: dann wäre es einer.  Das ist zwar viel Arbeit, aber dann würde ja endlich gelten, das sich Leistung wieder lohnt – und das wollen ja sogar die Neoliberalen.

Also: fangen wir an.

Entscheiden wir uns. Ich bin mir sicher, das man weltweit eine Mehrheit für das Überleben der Menschheit in Wohlstand, Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit erhalten wird.

Der Rest ist banale Organisation von alltäglichen Arbeitsabläufen.

 

 

 

 

 

 

Peace

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Peace

© Jotha

Krieg und Frieden … in Deutschland. Über Ärzte, Tote und Beute

Über Krieg und Frieden haben sich Menschen viel Gedanken gemacht – und obwohl der Krieg schonmal als „Vater aller Dinge“ verherrlicht wurde, finden die meisten Menschen dieses Planteten Krieg doof – erst recht die, die gerade einen haben. Wir haben ja jetzt auch auf einmal gemerkt, das Krieg ist. Ganz plötzlich. Gott sei Dank haben wir jetzt einen Adeligen als Verteidigungsminister, sonst hätten wir das ja nie gemerkt, aber die kennen sich ja aus mit der Kriegführerei, haben ja jahrtausendelang nichts anderes gemacht.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8466567/Guttenberg-Afghanistan-Einsatz-wurde-verharmlost.html

 Die Politik, die Gesellschaft – zu lange hätten sie die Augen vor den Realitäten im Einsatzgebiet verschlossen, zu lange wurde nicht von „Krieg“ in Afghanistan gesprochen.

Was ist das eigentlich: Krieg? Es wird immer oft davon geredet, doch wissen die wenigsten, was das wirklich ist. Der letzte echte Krieg in diesem Land ist 65 Jahre her, nur noch Rentner haben ihn erlebt – und auch die waren damals noch jung.  Mahner werden meinen: Krieg hat was mit Ballerspielen zu tun. Weit gefehlt … es sei denn, auch ein Jäger würde Krieg gegen Kaninchen führen. Die Jagd …  macht auch Frauen Freude. Ich kenne begeisterte Jägerinnen, die ihr Geld als Ärztin verdienen und nebenbei in der Praxis Yogakurse anbieten.

Wir sollten also Jagd und Krieg trennen … obwohl es bei beiden Formen der Auseinandersetzung um „haben“ geht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg

Das Wort „Krieg“ bedeutet ursprünglich „Hartnäckigkeit“, „Anstrengung“, „Streit“.[2] Das Verb „kriegen“ heißt einerseits „Krieg führen“, andererseits „bekommen, erhalten“: Dies kann Herkunft und Charakter dieser kollektiven Gewaltanwendung anzeigen. Auch wo andere Kriegsanlässe im Vordergrund stehen, fehlt selten ein ökonomischer Hintergrund.

Ich denke, mit etwas Anstrengung kann man aus diesem „selten“ auch ein „nie“ machen, denn ich vermute mal, das man auch hinter jedem Genozid handfeste wirtschaftliche Interessen finden kann – außer bei denen natürlich, wo der Grad der geistigen Zerrüttung die Freude am Krieg führen bestimmt. Und ein Staat … ist ursprünglich immer auf Raub gegründet. „Das Land ist meins!“ – steht am Anfang jeder Staatsgründung. Gäbe es in Afghanistan keine Rohstoffe, würde keine Sau dort die saudi-arabischen Terroristen des 11.9.2001 bekämpfen wollen.  Immerhin ist Krieg eine Investition, man benötigt Kredite und die Geldgeber wollen Sicherheiten – selbst wenn das Land noch einen König hat. Das konnte man schon von den Fuggern lernen.

Krieg ist einfach. Waffe nehmen, abdrücken: Schluß mit lustig. Oder man hungert den Feind aus, das geht auch, da stirbt er dann von alleine und man muß sich nicht auch noch die Hände schmutzig machen.

Frieden hingegen – ist schwerer:

http://de.wikipedia.org/wiki/Frieden

In der wissenschaftlichen Diskussion unterscheidet man zwischen dem oben genannten engen Friedensbegriff, der die Abwesenheit von Konflikten beinhaltet, und einem weiter gefassten Friedensbegriff. Letzterer umfasst neben dem Fehlen kriegerischer Gewalt, bei Johan Galtung direkte Gewalt genannt, auch das Fehlen kultureller und struktureller Gewalt. Nach dieser Definition bedeutet Frieden also zusätzlich das Fehlen einer „auf Gewalt basierenden Kultur“, sowie das Fehlen repressiver oder ausbeuterischer Strukturen. Ein struktureller Frieden wäre die konkrete Utopie eines sozialen Zusammenlebens in Harmonie und ohne Statuskämpfe und „Reibungsverluste“. Frieden wird hier positiv definiert als „die Fähigkeit […], Konflikte mit Empathie (= der Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellung und Mentalität anderer Menschen einzufühlen), mit Gewaltlosigkeit und mit Kreativität oder spielerisch zu klären und zu lösen.“ Dies erfordert neben kommunikativer Friedensarbeit das Erkennen der Bedeutung von „Rechtskommunikation“ und eine intensivere Beschäftigung mit den Ursachen streitlegenden Verhaltens, das mit „Machtkommunikation“ Streiteskalationen provoziert und begünstigt.

Ich denke, wir sollten diesen weiter gefaßten Friedensbegriff nehmen, damit nicht wieder irgendein Adelshampel uns nachher vorwirft, wir hätten da wieder was aus Überforderung verharmlost – diesmal wollen wir alles richtig machen, denn: möglicherweise haben wir ja auch Krieg im eigenen Land.  Wo es Verteilungskämpfe gibt, sollte es doch vorher einen Krieg gegeben haben, der die Beute auf die Seite der Verteiler gebracht hat.

Verteilungskämpfe haben wir auf jeden Fall beim Krieg um das Sozialbudget und der tobt immer weiter. Die Bastion der Arbeitslosenversicherung wurde schon erfolgreich geplündert – mit gravierenden Folgen für Staatstreue und Demokratieempfinden der Bürger – die Rentenversicherung ist noch zu mächtig aber das klar definierte Fernziel, die Gesundheit jedoch ist als zweitgrößter Posten des Sozialbudgets ist in greifbarer Nähe, also toben die Verteilungskämpfe erstmal dort:

http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,706513,00.html

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr etwas mehr Gewinne verbucht als erwartet. Der Überschuss lag rund 300 Millionen Euro höher als zunächst geschätzt und betrug 1,4 Milliarden Euro.

Die Krankenkassen haben Gewinne erwirtschaftet, weshalb wir jetzt alle noch mehr bezahlen müssen.  Ist ungefähr so, als wenn der Ober nochmal mit der Rechnung kommt, nachdem wir bezahlt haben.  Und weil wir alle so unermeßlich blöde sind, merken wir das nicht einmal und zahlen in Zukunft gerne noch mehr. Auch Kopfpauschalen. An Fuß- Bauch- und Handpauschalen wird ebenfalls gearbeitet, Ärzte sind da erfinderisch. Wenn´s um Geld geht, operieren die auch schon gerne mal ohne Zulassung, Hauptsache, man kann es abrechnen:

http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/aerztepfusch-in-drk-kliniken/

Jahrelang sollen Ärzte an DRK-Kliniken Patienten operiert haben, obwohl sie dafür nicht ausgebildet waren.

Toll, oder? Na ja, Löcher in Menschen machen kann jeder. Dann ein bischen rumrühren in den Innereien, wieder zunähen und man ist den Malediven und dem Ferarri schon wieder ein Stück nähergekommen.  Ärztepfusch geschieht nur selten? Leider nicht:

http://www.netdoktor.de/Magazin/Die-fehlbaren-Goetter-in-Weis-10481.html

Schwächen eingestehen? Diese Eigenschaft ist unter Ärzten nicht gerade weit verbreitet. Mediziner gehen mit ihren Missgeschicken jedoch freimütiger um als gedacht. In einer aktuellen Umfrage gaben von 985 Ärzten rund 95 Prozent ärztliche Pannen zu

95% … aber für diese Leistung möchte man natürlich gut bezahlt werden. Manche Menschen möchten gut dafür bezahlt werden, das sie sich morgens erfolgreich die Socken anziehen.  Des Menschen  Wunsch ist halt sein Himmelreich.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/medizin-mehr-tote-durch-aerztepfusch-als-im-strassenverkehr-1.603145

Demnach zählt das Risiko, an Kunst- und Behandlungsfehlern im Krankenhaus zu sterben zu den zehn häufigsten Todesarten – noch vor Aids und Brustkrebs. Rothmund forderte seine Zunft auf, eine „Politik des Schweigens“ zu beenden und Konsequenzen zu ziehen.

Mehr Todesfälle durch Ärztepfusch als durch den Straßenverkehr … aber unsere Streitkräfte operieren in Afghanistan. Dieser Artikel ist etwas älter … geändert hat sich seit dem nichts, außer das einige hundertausend Menschen durch den medizinischen Komplex umgebracht oder verstümmelt worden sind – zum einen, weil es Geld bringt und zum anderen, weil man immer irgendwo ein perverses Genie findet, das Frauen gerne die Brüste abschneidet. Da hat schon so mancher die Abweisungen durch hübsche Mädchen in der Schulzeit bitter gerächt. Ärzte sind nämlich auch nur Männer – in Wirklichkeit.

Und wem jetzt noch nicht schlecht ist, der findet hier auch noch mehr:

http://www.aerztepfusch-linkliste.de/

Trotz dieser Leistungsbilanz hört die Gilde der Brustabschneider zu den gierigsten im Lande. Gerade noch ordentliche Zuwächse gehabt, stehen sie jetzt schon wieder auf der Straße:

http://www.welt.de/wirtschaft/article8472147/Hausaerzte-wollen-aus-Protest-Praxen-schliessen.html

Patienten müssen sich auf geschlossene Praxen vorbereiten. Die Hausärzte wollen einem Bericht zufolge gegen die Gesundheitsreform streiken.

1. Halbjahr 2008: 89.839
1. Halbjahr 2009: 92.720
Veränderung: 3,2 Prozent

Da kann man nur sagen: stimmt. Das ist wenig. Da hat ja ein Pharmareferent mehr. Viele von denen kommen übrigens als Zeitsoldaten von der Bundeswehr, es gibt auch Pharmafirmen, die stellen grundsätzlich keine religiösen Menschen ein oder auch keien Wehrdienstverweigerer. Der Dienst an der Pille fordert den ganzen Mann, da kann man keine Zimperlieschen gebrauchen. Immerhin geht es um Leben und Tod … und man braucht Leute, die die gewieften Mediziner in die Tasche stecken können. Immerhin soll der Arzt verschreiben, was die Firma will und nicht, was Kassen oder Patienten Nutzen bringen würde. Und es bedarf schon außerordentlicher Überzeugungskünste um solchen Giftmüll noch an den Mann zu bringen:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/avandia-vermarktung-wichtiger-erfolg-fuer-glaxo-am-gruenen-tisch;2618751

Der britische Pharmakonzern Glaxo Smithkline hat bei seinem umstrittenen Diabetes-Mittels Avandia einen wichtigen Teilerfolg errungen: Trotz möglicher Herzrisiken sprach sich ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde FDA nach zweitägigen Beratungen mehrheitlich für eine weitere Vermarktung des umstrittenen Medikaments aus.

Ich kenne mich ein wenig aus mit Thiazolidindionen, alldieweil ich Glaxomitarbeiter zu dem Thema Ende der neunziger Jahre ausgebildet habe. Schon damals stand fest: das Zeug bringt Leute um. Deshalb waren alle froh, das es nicht kam. Jetzt … ist es da, wird bleiben und noch mehr Leute umbringen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,679261,00.html

Das Diabetes-Medikament Avandia ist offenbar schwer gesundheitsschädlich. Das berichtet die Online-Ausgabe der „New York Times“ („NYT“) unter Berufung auf einen internen Regierungsbericht. Dem vertraulichen Dokument zufolge könne das Medikament der Firma GlaxoSmithKline tödliche Herzkrankheiten auslösen. Allein im dritten Quartal 2009 habe das Mittel mit dem Wirkstoff Rosiglitazon 304 Tode verursacht.

Aber immerhin steht das dann im Beipackzettel. Und zwar so, das das keiner verstehen kann. Dann sind alle abgesichert.  Ich denke, solche Streifzüge durch die Welt der Medizin sind mal wichtig, damit man andere Meldungen erfolgreich verarbeiten kann:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,706575,00.html

Patienten sollen künftig einen Teil ihrer Arztrechnung aus der eigenen Tasche bezahlen – und so eher auf teure Behandlungen verzichten. Dies fordert eine Beraterkommission der Bundesregierung.

Das wird letztendlich viele Leben retten. Weil man nicht mehr hingeht. Aber was wir ja jetzt gelernt haben: Frieden – ist anders.

Nochmal, damit es nicht untergeht? Hier:

Nach dieser Definition bedeutet Frieden also zusätzlich das Fehlen einer „auf Gewalt basierenden Kultur“, sowie das Fehlen repressiver oder ausbeuterischer Strukturen.

Wir schießen momentan nicht in Deutschland. Aber wir sterben trotzdem – und Pharmafirmen, Apotheken und Ärzteschaft streiten sich wie ein hungriges Rudel Hyänen um die Beute….und die ist dieses mal sechsmal so hoch wie die Beute, die man durch die Enteignung der Arbeitslosen erziehlt hat. Mit Hilfe dieser Beute hat die BA immerhin einige hoch bezahlte Stellen für persönliche Freunde besetzen können.

Frieden … nochmal … Frieden ist anders. Ganz anders. Aber er macht nicht so viele Leute krank wie Krieg – und an Gesundheit kann man überhaupt nichst verdienen.

Und weil es gerade so paßt, noch ein paar Zitate:

http://www.miprox.de/Sonstiges/Arzneimittel-Tollhaus-Deutschland.htm

Deutsche Chirurgen amputieren bei Zuckerkranken viel zu häufig: In unseren Kliniken werden pro Jahr fast 30 000 Amputationen vorgenommen. „Das sind viel mehr als in anderen europäischen Staaten wie Frankreich, den Niederlanden, Italien und den skandinavischen Ländern“, sagte Hans Henning Wetz von der Universität Münster. „Es könnten 8000 bis 10 000 weniger sein.“ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Deutschland schon vor Jahren in einer Deklaration aufgefordert, die Amputationen bei Zuckerkranken zu halbieren.

Derzeit werden auf Grund von jährlich vier Millionen „grauen Mammographien“ 100 000 Frauen operiert, die nicht operiert werden müssten, wenn stattdessen mit der Qualität der europäischen Nachbarländer wie zum Beispiel der Niederlande gescreent würde, heißt es in einem Gutachten des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen. Von den jährlich 100 000 operierten Frauen sterben im Schnitt 4000.

Kein Wunder, dass auch die Zahl der durch Arzneimittel geschädigten Patienten ohne direkte Todesfolge ungeheuer groß ist. So kam Professor Wehling an seinem Mannheimer Institut zu einem nicht weniger skandalösen Resultat: Mehr als zwei Millionen ältere Menschen über 60 Jahre müssen jährlich nur deshalb in Kliniken eingewiesen werden, weil sie von niedergelassenen Ärzten unsachgemäß mit Medikamenten behandelt werden.

Nach Prof. Dr. Peter Schönhöfer, Pharmakologe und seit vielen Jahren Mitherausgeber des unabhängigen Arznei-Telegramms in Berlin, steht zweifelsfrei fest: „Das allgemeine Handlungsprinzip im deutschen Gesundheitswesen ist Betrug.“ Mit einer im medizinischen Fachschrifttum seltenen Deutlichkeit hat sich auch die altehrwürdige Münchner Medizinische Wochenschrift in die gesundheitspolitische Diskussion eingemischt. Unter der Überschrift „Weiße Kittel und schmutzige Hände“ nahm das angesehene Ärzteblatt den Medizinbetrieb als „Unrechtssystem“ ins Visier und zitierte den Leiter der Sonderkommission „Abrechnungsbetrug“ beim Bundeskriminalamt, Raimund Schmidt, mit einer vernichtenden Feststellung: „Die kriminellen Strukturen im Gesundheitswesen sind nur noch vergleichbar mit der ‚organisierten Kriminalität‘.“

Darum möchte ich hier deutlich sagen: Wir befinden uns im Krieg. Es wird gestorben, verstümmelt, vergiftet, betrogen … nur geschossen wird nicht. Wurde aber im Mittelalter auch nicht – und aus der Sicht des Opfers ist mir relativ egal mit welcher Absicht ich umgebracht werden. Afghanistan ist ein Witz gegen das, was einem blühen kann, wenn man zum Arzt geht:

Angesichts der von ihm geschätzten 30 000 Arzneimitteltoten pro Jahr sei nun vor allem die Politik zu raschem Handeln aufgefordert; denn die durch diese Todesfälle verursachten Folgekosten allein beziffert Frölich auf mehr als 30 Milliarden Euro pro Jahr. Noch bizarrer sind die Untersuchungsergebnisse seines Kollegen Wehling, der jüngst in dem angesehenen Fachjournal Deutsche Medizinische Wochenschrift die Vermutung anstellte, dass von den 500 000 Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wahrscheinlich 100 000 verhindert werden könnten, wenn die Patienten nicht die falschen Arzneimittel bekämen.

Das ist nicht nur Krieg, das ist ein Vernichtungskrieg – auch wenn die Weißkittelkrieger noch so freundlich lächeln. Das konnten die Mongolen auch.

Das Wissenschaftliche Institut der Allgemeinen Ortskrankenkassen hat errechnet, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung im gleichen Maße sinke wie die Arztdichte in Ballungsräumen zunehme. Der renommierte Medizinpublizist Dr. med. Hans Halter ist auf Grund eigener Nachforschungen zu ähnlich alarmierenden Ergebnissen gelangt: „Bürger, die in einem Gebiet mit vielen Ärzten und reichlich Krankenhäusern wohnen, verwandeln sich rascher in Patienten, werden häufiger operiert, nehmen mehr nebenwirkungsreiche Medikamente und sterben, gemessen am statistischen Durchschnitt, früher.“

Aber anders als in Afghanistan nennen wir dies jetzt auch mal ganz deutlich: Krieg. Damit nicht der nächste Adelige uns in Zukunft wieder sagen kann, wir hätten da etwas verharmlost. Doch dafür wissen wir jetzt auch, warum das alles so teuer ist.

Kriege kosten Geld.

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