Freiheit

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Ein Lob der Arbeitslosigkeit

Ein Lob der Arbeitslosigkeit

Montag, 4.11.2013. Eifel. Wieder Montag. Ist ihnen schon mal aufgefallen, worin die Hauptkritik arbeitender Menschen an Arbeitslosen besteht? Noch nicht? Mir schon – gestern. „Die haben alle einen Flachbildschirm!“. Cool, oder? Mir persönlich würden andere Kritikpunkte einfallen, die meinen Neid entfachen. Die haben endlos Zeit, Bücher zu lesen. Die können ausschlafen, lange Wanderungen in der Woche unternehmen, haben Zeit für Yoga, Mediation, Kontemplation und vor allem: ganz viel Gelegenheit, selbst langwierige und komplizierte Gedankenstrukturen zu entfalten, ohne das Kunden oder Chefs diese mit dämlichsten Einwürfen stören. Die können sich selbst finden – oder Gott -, sich in einem Tempo fortbilden, das kein Arbeitnehmer mithalten kann und sich in Themenbereiche so tief einarbeiten, wie es sonst nur Akademikern im Elfenbeinturm möglich ist. Sie können die ganze Welt des Internet mit Worten füllen und so am politischen Meinungsbildungsprozess aktiv teilhaben.

Von der Arbeitsfron befreit zu sein, kann einen enormen Gewinn für die ganze Gesellschaft darstellen – weshalb wir Politiker und Akademiker, Geistliche und Beamte, Polizisten und Soldaten, Journalisten und Ärzte, Richter und Rechtsanwälte von der Arbeit freigestellt haben (doch, das ist so. Die könnten doch ihre Berufe alle auch in der Freizeit ausführen, nachdem sie im Straßenbau, im Bergbau oder an der Ladentheke geknechtet haben): unsere ganze Kultur schätzt den enormen Mehrwert, den man aus arbeitsfreier Zeit generieren  kann.  Doch was kommt an Kritik?

„Die sitzen den ganzen Tag vor dem Fernseher – dem FLACHBILDFERNSEHER!“.

Mehr scheint der deutsche Arbeitnehmer nicht mehr vom Leben zu verlangen: ein Flachbildfernseher im Haus ist sein größter Genuss, sein Lebenssinn, Flachhirnprogramme zu konsumieren, sein Lebensinhalt – weshalb er den wahren Reichtum, der in Arbeitslosigkeit liegen kann, gar nicht schätzt … noch sieht.

Nur Arbeitslose haben noch die Chance, sich einen sicheren Weg durch die Nachrichtenflut zu bahnen und ihre Mitmenschen vor unangenehmen Entwicklungen zu warnen, die schnell verloren gehen. Schauen wir allein heute das Handesblatt an. Wussten Sie zum Beispiel, dass Wasser, Sport und Schlaf ungesund sein können – obwohl man uns oft genug das Gegenteil gepredigt hat (siehe Handelsblatt)? War ihnen klar, dass das ganze Gesundheitsgefummel, diese Vitamingeschichten, das Joggen, die Aquakur, die Gymnastik und die Superultramatratze alles Mumpitz sind bei dem, was wir unseren Körpern antun (siehe Handelsblatt):

In unserem Blut fließt Plastik

Durch die Luft, über die Haut und vor allem über die Nahrung nehmen die Menschen mehr Plastik denn je auf. Studien deuten drauf hin, dass Krebserkrankungen, Fettleibigkeit und Unfruchtbarkeit darauf zurückzuführen sind.

Jeder Busenblitzer von Lady Gaga erregt unsere höchste Aufmerksamkeit … während wir uns langsam in Bisphenolzombies verwandeln. Irre, oder?

Dafür zahlen wir einen hohen Preis – wie jetzt in Berlin (siehe Handelsblatt):

Berlin hat einer von Bürgern kontrollierten Stromversorgung eine Absage erteilt. Der Volksentscheid des Berliner Energietisches scheiterte am Sonntag knapp an zu wenig Ja-Stimmen, wie Landesabstimmungsleiterin Petra Michaelis-Merzbach am Abend mitteilte. Mit dem Volksentscheid sollten ein vom Land unabhängiges Stadtwerk gegründet und das Stromnetz zurückgekauft werden. Am Ende fehlten 0,9 Prozent der notwendigen Stimmen. 

Mit genügend Arbeitslosen wäre das nicht passiert. Die hätten sich genügend informieren können, die wären in der Lage gewesen, die Tragweite der Entscheidung zu begreifen: ohne Energie keine Souveränität, ohne Souveränität keine Demokratie. Das wäre ein wichtiger Schritt gewesen – nun hat die große Koalition ihren ersten Sieg davon getragen: die große Koalition oder die „Kein-Bock-Wohlstandsblasenlandsmannschaft“, die meint, wenn ihr persönlicher Lieblingsserienheld seinen Traumjob in der angesagten Werbeangentur bekommt, kann es mit der Welt doch gar nicht so schlimm aussehen.

Mit dieser Ansicht haben diese Menschen ja sogar Recht: solange das „sprechende Bild“ Serienschmarn am laufenden Band wiederholt, sollte man nicht meinen, dass irgendetwas Wichtiges vor der Tür passiert.

Das passiert aber trotzdem – und damit das seine Wahlentscheidung nicht beeinflusst, sieht man zu 99% inhaltslose Füllmasse im TV, die man nur mit Alkohol ertragen kann – was man aber auch weiß, denn die Arbeitslosen sitzen ja immer mit dem Bier in der Hand vor dem Fernseher … so klagt jedenfalls die deutsche Mobbingpresse – so, als hätte man eine andere Wahl. Schon mal Privatfunk nüchtern gesehen? Erinnert an LSD-Trips: alles bunt, nackt, durcheinander und völlig sinnfrei. Darum hängen die Leute auch davor und kommen nie wieder weg: sie können einfach nicht glauben, was sie dort sehen.

Und der größte Neidfaktor des normal arbeitenden Menschen aus dem bildungsfernen Sektor ist eben die Tatsache, dass die Arbeitslosen eventuell ja den ganzen Tag diesen geistigen Müll in sich aufsaugen dürfen, während man selber nur vier Stunden davon abbekommt.

Wie tief ist dieses Land eigentlich gesunken?

Gar nicht, will man dem Handelsblatt weiter folgen. Es scheint im Gegenteil wieder zu groß zu werden:

Seit über drei Jahren wird in den Krisenländern der Eurozone gegen das Spardiktat demonstriert. Die Proteste richten sich gegen eine (Austeritäts-)Politik, die nicht nur als falsch, sondern auch als fremdbestimmt wahrgenommen wird. Die Demonstranten vermuten, dass die wichtigen Entscheidungen nicht in Athen oder Lissabon, sondern allenfalls noch in Brüssel, vor allem aber in Berlin getroffen werden.

Die Lage wird ernst für die Flachbildschirmfantrupp, die sich der Tatsache stellen muss, dass Busenblitzer keine Probleme lösen. Da werden sogar wieder große, böse Bilder gezeichnet:

Sie transportieren die Botschaft, dass die Deutschen heute mit ökonomischen Mitteln nachholen, was ihnen damals militärisch nicht gelungen ist: die Dominanz über Europa zu erringen. Solche Vorwürfe werden nicht nur auf der Straße geäußert. Auch der ungarische Ministerpräsident Orban sprach im letzten Mai davon, dass Deutschland „schon einmal“ Panzer in sein Land geschickt habe.

Das Vierte Reich wird nicht nur im Inneren wahr genommen. Solche Töne sind sehr bedenklich – erst Recht, wenn man bedenkt, dass wir nur noch am Tropf des Exportes hängen und uns einen schlechten Ruf im Ausland gar nicht mehr leisten können.

Den haben wir aber schon weg – auch in den USA (siehe Handelsblatt):

US-Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman schaltet sich in die Debatte um den deutschen Exportüberschuss ein – und verteidigt die Kritik daran. Deutschland schade dem Wachstum der Weltwirtschaft.

Deutschland erobert nicht nur Europa, es schadet der ganzen Welt. Eine solch´ schlechte Presse hatten wir das letzte mal 1942. Auch die Staatsverschuldung war damals ähnlich hoch.

Der Bericht platzte mitten die erhitzte Diskussion um die Bespitzelung der Bundeskanzlerin und vieler anderer Spitzenpolitiker weltweit durch den US-Geheimdienst. Entsprechend scharf war die Reaktion aus dem politischen Berlin auf den Bericht. Der Überschuss sei Ausdruck der hohen Nachfrage nach deutschen Qualitätsprodukten.

Nun – die Nachfrage nach deutschen Qualitätsprodukten ist unter anderem deshalb so hoch, weil Deutschland Niedriglohnland geworden ist – und weil der Euro deutsche Produkte sehr billig gemacht hat. Allerdings dürfte die Reaktion der Bundeskanzlerin nicht nur deshalb so scharf (und falsch) ausgefallen sein, Krugman spricht ein anderes, viel peinlicheres Thema an:

Seine Exportstärke und die damit verbundenen exzessiven Leistungsbilanzüberschüsse führten zu deflationären Tendenzen im Euroraum und weltweit. Deutschland müsse das heimische Wachstum stärken und die Exportabhängigkeit verringern.

Über das heimische Wachstum haben wir schon berichtet: außer den Preisen steigt in diesem Lande nichts mehr, die Binnenkonjunktur liegt seit Jahrzehnten am Boden. Deutschland geht es prächtig – aber immer weniger gehören dazu. Richtig fett werden hier nur wenige – die wenigen aber kann man nur noch zu Tagungen rollen.

Die antideutschen Sprüche im Ausland gelten dem ganzen Land – dabei ist es nur eine kleine Clique, die für die Misere verantwortlich ist. Der Deutsche an sich begrüßt weder den Sozialabbau, noch die Kriegseinsätze im Ausland, er erfreut sich nicht an seinen Billiglöhnen oder den Luxuspreisen für Nahrungsmittel, Benzin oder Medikamente, noch jauchzt er vor Glück über die neue Autobahnmaut, mit der er seine lange von Steuergeldern abbezahlten Straßen noch einmal bezahlen kann (siehe Handelsblatt). Eben so wenig dürfte er glücklich darüber sein, in einer Bananenrepublik zu leben, in der sogar die alt-ehrwürdige Debeka zur Beamtenbestechung neigt, um sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu sichern (siehe Handelsblatt).

Der „Leistungsträger“ sonnt sich im Ritterschlag der Lumpenelite, während das Ansehen seiner Heimat ebensolche Tiefstände erreicht wie der Wohlstand seiner Mitmenschen. Sympathie fühlt er nur noch mit der Macht – der Supermacht, siehe Handelsblatt:

In der Beliebtheitsrangliste Europas rangiert Amerika derzeit ganz weit hinten, irgendwo zwischen weißem Hai und Kettensägenmassaker. Monstergleich werden die USA verteufelt, und man traut ihnen alles zu: vom Abhören des Kanzlerhandys bis zum Ruinieren des Weltklimas, vom Big-Data-Krakengriff bis zum wahllosen Drohnenkrieg.

Ein seltsamer rhetorischer Trick, auf den hier zurückgegriffen wird: wir trauen den Amerikanern nicht alles zu – wir wundern uns nur darüber, was sie sich alles trauen. Sie ruinieren das Weltklima, hören das Handy der Kanzlerin ab, führen einen gigantischen Datenkrieg gegen die zivilisierte Welt und terrorisieren schwächere mit einem schrankenlosen Drohnenkrieg.

Doch hinter den großen Klagen über die Verteufelung der USA in Deutschland steckt eine ganz böse, bittere Erkenntnis über unsere Wirtschaft, eine Erkenntnis, die uns überhaupt nicht in den Kram passen sollte:

Die Klage über die neue Macht Amerikas ist darum in Wahrheit die Selbstanklage der eigenen Ohnmacht. In der gesamten modernen Digitalindustrie haben wir gegenüber Amerika einfach jämmerlich verloren. Wir stehen da wie die Wilden vor Kolumbus und bestaunen die digitalen Glasperlenspiele mit großen und nun eben meckernden Mündern.

Das Ergebnis der Arbeit der deutschen Lumpenelite? Wir können nur noch durch Korruption, Ausbeutung, Währungstricks und Zwangsabgaben mithalten, in Wahrheit hat unsere Wirtschaft (die deutsche und die europäische) den Schuss nicht gehört.

Umso bedrohlicher das dunkle Bild, das aus dem Ausland heraufzieht: der eingebildete Riese ist in Wirklichkeit ein kleiner, aufgeblasener Zwerg, der im 21. Jahrhundert keine Leistungen mehr erbringt, die zukunftsfähig sind – aber er führt sich auf wie Julius Cäsar in Gallien.

Die USA können sich Diskussionen darüber leisten, ob man lieber die Malaria bekämpfen oder das Internet weltweit ausbauen soll (siehe Handelsblatt, Bill Gates im Disput mit Mark Zuckerberg), während Deutschland in der neuen Bildzeitung darüber nachdenkt (falls man das überhaupt denken nennen kann), wer die neue Kommissarin im Tatort gewesen sein kann.

So ruht der Deutsche im Dämmerschlaf – und nur der Herr Snowden rettet seine Haut. Ohne ihn wäre das Freihandelsabkommen mit den USA wohl nicht in Gefahr, jetzt erst wird ein Stop der Verhandlungen gefordert (siehe Spiegel). Für die deutschen Bauern die letzte Hoffnung – gegen den hochsubventionierten US-Agrarmarkt hätten sie keine Chance. Aber auch die anderen dürften – jenseits der vielversprechenden Zahlen – ziemlich drum dreinschauen, wenn sie merken würden, wie der neue Supermarkt in ihr Leben eingreift. Die Mexikaner können ein Lied davon singen, siehe Quetzal-Leipzig.

Was für die Firmen wirtschaftlich sinnvoll ist, hat für die ArbeitnehmerInnen deutliche Schattenseiten. Zwar gibt es hier die im Rest des Landes rar gesäten Arbeitsplätze, aber die Beschäftigungsbedingungen sind oft schlecht. Wochenarbeitszeiten von 60 Stunden sind keine Seltenheit. Sicherheits- und Gesundheitsstandards sind niedrig, und die Bildung von Gewerkschaften wird unterbunden oder findet gar nicht erst statt.

Kommt die Freihandelszone, konkurrieren wir mit diesen Mexikanern. Siemens lässt da jetzt schon produzieren … und die ganze Welt wird jubeln, wenn es den Deutschen dann so richtig hart trifft.

Wer aber hat noch Zeit und Muße solche Entwicklungen zu beobachten, die Informationen zu sondieren, abzugleichen und ein Bildungsniveau aufzubauen, dass geeignet ist, die vielen Facetten der Fakten aufzuzeigen? Wer schafft es überhaupt noch, täglich genügend Zeit aufzubringen, um sich „auf dem Laufenden zu halten“?

Keiner, der Arbeit und Familie hat.

Anstatt auf Arbeitslose zu schimpfen, weil die unter Umständen auch einen Flachbildfernseher haben (wenn auch sonst nichts – wirklich gar nichts) täten wir gut daran, etwas mehr Arbeitslosigkeit für uns selbst zu fordern. Es gibt momentan eine ganze Reihe wichtiger politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen, um die wir uns dringender kümmern müssen als um die Reflexionen der Talkshows der letzten Woche, um den Büroalltag mit Pseudomeinungen füllen zu können.

Der ganz große Rahmen zeigt sogar, dass es ziemlich finster für den deutschen Arbeitnehmer und RTL-Fan aussieht, weil die deutsche Wirtschaft in der Tat so gut wir gar nichts Nützliches mehr produziert, während die US-Wirtschaft aktiv Zukunft in großem Stil gestaltet.

Was machen wir aber mit diesem kostbaren Faktor Arbeitslosigkeit? Nutzen wir ihn produktiv?

Nein – wir wählen die altdeutsche Lösung: Druck, Zwang, Essensentzug. Anstatt Utopien zu entwerfen, machen unsere Arbeitslosen Bewerbungstraining … und einen entwürdigenden, demotivierenden Niedriglohnsektor samt schwacher Gewerkschaften überhaupt erst möglich.

Und das einzige, was dem deutschen Vollmalocher dazu noch einfällt, ist:

„Wenn die auch noch alle einen Flachbildschirm bekommen, dann drehe ich durch!“ – was aber seine Enkel nicht davor beschützen wird, dass sie in Zukunft ihr (äußerst karges) Brot damit verdienen werden, für Vietnamesen, Nigerianer und Bolivianer Hemden zu nähen.

 

 

 

 

 

 

Wie SPON modernen Faschismus züchtet

Mittwoch, 10.7.2013. Eifel. Hätte man mir früher gesagt, dass ich einmal zu einem eifrigen Verteidiger der katholischen Kirche werde, so  hätte ich demjenigen wohl einen Aufenthalt in der Psychiatrie empfohlen. Ich war als Kind katholisch, habe mich äußerst gründlich mit der Religion auseinandergesetzt, sie als Verrat am Christentum, als Verrat an der Menschheit und Feind der Wissenschaft erkannt, außerdem war sie verlogen, hinterhältig, ein äußerst hässlicher, imperialer Machtapparat mit einem entsprechendem absolutistischem Erscheinungsbild und passenden politischen Strukturen dazu. Zudem wählte sie "Gottes Stellvertreter auf Erden" - was wohl die größte Blasphemie darstellte, die innerhalb des christlichen Wertegebäudes erdacht werden kann: sie schreiben Gott vor, wer für ihn auf Erden Regeln setzen darf. Wer so mit seinen eigenen Heilligkeiten umgeht, kann nur ein Schwindler sein.

Mittwoch, 10.7.2013. Eifel. Hätte man mir früher gesagt, dass ich einmal zu einem eifrigen Verteidiger der katholischen Kirche werde, so  hätte ich demjenigen wohl einen Aufenthalt in der Psychiatrie empfohlen. Ich war als Kind katholisch, habe mich äußerst gründlich mit der Religion auseinandergesetzt, sie als Verrat am Christentum, als Verrat an der Menschheit und Feind der Wissenschaft erkannt, außerdem war sie verlogen, hinterhältig, ein äußerst hässlicher, imperialer Machtapparat mit einem entsprechendem absolutistischem Erscheinungsbild und passenden politischen Strukturen dazu. Zudem wählte sie „Gottes Stellvertreter auf Erden“ – was wohl die größte Blasphemie darstellte, die innerhalb des christlichen Wertegebäudes erdacht werden kann: sie schreiben Gott vor, wer für ihn auf Erden Regeln setzen darf. Wer so mit seinen eigenen Heilligkeiten umgeht, kann nur ein Schwindler sein.

Allerdings muss ich sagen, dass ich trotzdem gelegentlich Partei für diese Halunken ergreife – nicht nur, weil ich mit Eugen Drewermann oder Anselm von Grün zwei Menschen kennen gelernt habe, denen ich ihren „religiösen Wahn“ als ernste Weltanschauung abnehme, sondern weil die katholische Kirche schon in den fünfziger Jahren jene Veränderungen im Menschen festgestellt hat, jene Experimente an der menschlichen Seele, die uns heute unsere kapitalistischen Krisen beschert: dafür gebührt ihr hohe gesellschaftliche Achtung, unsere Intellektuellen haben die Folgen dieser Entwicklung erst 63 Jahre später bemerkt – siehe Frank Schirrmachers Buch EGO. Wir haben gepennt – und die Kirche hat sich auch keine große Mühe gegeben, uns vor der Entwicklung zu warnen, zu sehr war sie mit anderen Dingen beschäftigt: zum Beispiel mit der Sorge um ihr eigenes Überleben im Zeitalter des Antichristen.

Ja – selbst das äußert die Kirche nicht allzu deutlich, dabei ist der Kampf gegen Teufel und Dämonen ihr ureigenstes Metier:

„Erstaunlich ist, dass das Alte Testament dem Teufel wenig Platz einräumt, während die antiken orientalischen Religionen eine ausgesprochen malerische und höchstentwickelte Dämonenlehre vorweisen konnten. Vielleicht hatten die Verfasser des Alten Testamentes die Sorge, den Monotheismus abzuschwächen oder den offiziellen hebräischen Kult zu verletzen oder überhaupt das Problem des Bösen zu verfälschen. 

Das Neue Testament ist da ausführlicher. Man begegnet hier öfter den Begriffen „Dämonen“, „Geister“, „böse Geister“, „unreine Geister“, „das Böse“, „der Versucher“. 

Für den heiligen Johannes ist die Passion Jesu ein einziger Kampf gegen den Teufel; in der Apostelgeschichte heißt es, dass die Predigt der Apostel den Kampf zwischen dem Reich Gottes und dem Reich des Teufels fortführt“

(aus: Albino Luciani, Ihr ergebener Albino Luciani, Verlag Neue Stadt München 1978, Seite 191)

Sofort höre ich Widerspruch und Aufruhr in deutschen Landen, man meint, das Mittelalter kehrt zurück. Es wäre schön, wenn das so wäre, denn das Mittelalter kannte keine industrielle Massenvernichtung wie den Holocaust, die Atombombe, die automobile Gesellschaft, das Plastik oder die medikamentenverseuchte Nahrung … um nur ein paar häßliche Erscheinungsformen der ach´ so tollen modernen Gesellschaft zu zitieren, in der zudem immer weniger Menschen einen akzeptablen Platz finden.

Wir sind aber gar nicht so weit weg von diesen Gedanken wie wir meinen würden – wir haben nur eine andere Perspektive. Wo der altgläubige Mensch Dämonen wirken sah, sehen wir psychische Krankheiten walten (die uns oft genauso hilflos vor gruseligen Phänomenen stehen lassen wie unsere Vorfahren) – oder der „Zeitgeist“ schlägt mal wieder grausam aus und fordert die physische Vernichtung eine unsere Minderheiten.

Der Unterschied liegt lediglich in einem kleinen Detail: wir modernen Menschen schieben uns selbst die Schuld zu, während die Mehrheitskultur der Menschheit sich manipulierende Geister erdachte, deren bösen Einflüsterungen man erliegt – wenn man zum Beispiel wieder besseren Wissens minderwertige Schrottpapiere an Pensionsfonds verkauft, seine Nachbarin vergewaltigt oder Waffen in Krisengebiete liefert. Der Unterschied zum altgläubigen Menschen? Für ihn ist der Mensch ursprünglich gut, für uns ist der Mensch abgrundtief schlecht.

Ja – in Deutschland werden mehr Frauen vergewaltigt als in Indien (siehe The Intelligence), offensichtlich zeigt unsere Weltbild keine großartig heilsame Wirkung auf die menschliche Seele und das menschliche Miteinander – eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Definiert man den Menschen als böses Tier, lässt er sich halt leichter erschießen, wenn man genug von ihm hat. Auch mit Vergewaltigungen hat man dann keine großen Probleme mehr – „der Mann ist halt so und die Frau (auch nur ein Tier) braucht das“.

Wir, die „aufgeklärten, guten Menschen“ können ganz gut mit der Tatsache leben, dass unser Reichtum (selbst der relative Reichtum der Hartz IV-Empfänger- nimmt man den Weltmaßstab als Vergleich) auf Kosten des Lebens, der Freiheit und der Gesundheit des Restes der Welt geht, dass unsere Lebensweise mehr Ressourcen verbraucht, als selbst zwei Planeten hätten, dass unsere Waffen in aller Welt Menschen töten  – wie auch unsere Wirtschaftsordnung.

Manche können mit diesen Fakten nicht so gut leben und möchten gerne etwas dagegen tun – dasselbe, was schon seit Jahrtausenden dagegen unternommen wird: man versucht, die bösen Geister zu verjagen, die den Menschen zu so irrationalem und schädigendem Verhalten verleiten, wie es bei uns im Geschäftsleben, an der Börse, in der Sozialpolitik oder der Außenpolitik inzwischen die Regel geworden ist. Auch unsere Aufklärung ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Exorzismus gewesen: wir haben allerlei krumme, krude, „abergläubische“ böse Gedanken aus dem gedanklichen Inventar der Menschen verjagt, Gedanken, die – für sich betrachtet – gut und gerne als „Geister“ durchgehen könnten – was sollten sie auch sonst sein?

Einer jener Heiler des Geistes kam jetzt nach Polen, versammelte 58000 europäische Bürger um sich und verjagte mit ihnen gemeinsam böse Geister – oder „schlechte Laune“ wie wir dies in anderen sprachlichen und gedanklichen Mustern ausdrücken würden, siehe Spiegel:

Er weckt Assoziationen ans Mittelalter, doch in Polen zieht er die Massen an: der aus Uganda stammende Teufelsaustreiber Bashobora. Rund 58.000 Gläubige folgten seinem Ruf ins Warschauer Nationalstadion. Zum Service gehörten auch Sprechstunden von Hilfs-Exorzisten.

Niemand echauffiert sich groß, wenn es um andere Gute-Laune-Veranstaltungen geht: Heavy-Metal-Konzerte mit satanisch orientierten Bands und radikal menschenverachtenden Texten. Um nichts anderes geht es hier: um ein „Konzert“. Aber die Reaktion der Spiegelleser erinnert dann wirklich an das finstere Mittelalter – an die Hexenjäger, die am liebsten den ideellen selbst erwählten Gegner mit Haut und Haaren dem reinigendem Feuer ausliefern würden:

Dennis89, seines Zeichens wohl ausgebildeter Facharzt für Psychiatrie liefert hierzu eine Diagnose, die andere Menschen 1:1 auf Heavy-Metal-Konzerte übertragen würden:

Ein Haufen Geisteskranker. Ohne Hirn und Verstand. 

Religionsfreiheit ist – neben Redefreiheit, Versammlungsfreiheit und Pressefreiheit eine der zentralen Säulen der Freiheit (hier mal als Poster bei Zazzle für Zuhause).

Menschen, die drei dieser Freiheiten an Anspruch nehmen als „Geisteskrank“ zu bezeichnen, ist tiefster faschistischer Unglaube.

UnitedEurop meint:

Herr, lass Hirn regnen! Wir lästern über archaische Stammeskulturen in Afghanistan und mokieren uns über mittelalterliche Islamvorstellung und dann kommt so jemand ins Herz Europas und die Leute jubeln …

Und wie gerne würde man „so jemand“ in die Schranken weisen – am besten in ein Lager, wo man ihm seine Faxen austreibt, nicht wahr?

Heinz4444 macht es sich ebenso einfach:

tiefste Mittelalter inmitten der EU. Einfach nur gruselig, dieser religöse Wahnsinn.

Nun – Urteile ohne Kenntnis der Materie zu fällen war schon immer das Kernmetier des faschistoiden Typus – und den kulturell Andersartigen als geisteskrank zu bezeichnen war schon immer der Beginn groß angelegter Säuberungen.

ghandiforever bringt es auf den Punkt:

58 000 irre, denen der Mann aus Uganda den Teufel austreiben will.

Die gehören doch wohl alle hinter Gitter, oder? Zumindestens in die Psychiatrie. Immerhin machen sie dem Deutschen Angst, zum Beispiel Nr. 42:

Bei solchen Veranstaltungen in Europa kriegt man echt Angst! Was zur Hölle treibt Menschen im 21sten Jahrhundert in die Händer solcher Scharlatane? Der Kerl stopft sich bestimmt dick fett die Taschen, weil es genug Spinner gibt, die ihm seine Märchen glauben und auch noch bezahlen.

Ja, da kriegt man auch Angst, wenn man sieht, wie „aufgeklärte“ Spiegelleser den Gebrauch von drei der vier freiheitlichen Grundrechte anprangern und lediglich betrügerische Geschäftemacherei in einer Aufführung erkennen können, die sich graduell kaum von einem „Ich-hasse-alles-und-jeden-vor-allem-meine-Mama“-Konzert der örtlichen Heavy-Metall-Abteilung unterscheidet.

Anderen macht nicht der Prediger Angst, sondern seine Fans, siehe Mischamai:

Nicht die Prediger machen mir Angst,sondern tausende von hirnlosen Menschen die sich von solchen Scharlatanen das Geld aus der Tasche ziehen lassen uns später auf die Menschheit losgelassen werden mit Botschaften welche nicht einmal für den Mülleimer nutzen.

Wir müssen uns schützen vor den  Hirnlosen! Sicher ist den aufgeklärten Mitmenschen bewusst, dass hirnlose Menschen als tot gelten – da wird gleich die berechtigte Massenexekution vorbereitet, ohne dass man strafrechtlich dafür belangt werden kann: Tote kann man nicht ermorden. Ohne Hirn wäre ihre Hinrichtung höchstens Leichenschändung.

Natürlich fehlt auch nicht die Forderung nach politischer Entmündigung der „Kranken“, hierfür sorgt der Stäffelesrutscher:

Und dürfen die alle bei Wahlen teilnehmen? Erbarmung!

Ich habe mir die Kommentar durchgelesen. Was mir Angst machte?

Kaum einer sah sich genötigt, die offene Ablehnung der Spiegelleser gegen elementare Grundwerte einer Demokratie anzuprangern. Man fragt sich sogar: warum gab es den Artikel überhaupt? Völlig irre Dinge gehören zu einer Demokratie dazu, Millionen von Deutschen nehmen begeistert daran teil, ohne dass der Spiegel daran Anstoß nimmt, siehe Leser mundi:

Wenn 22 Männer um ein Lederball kämpfen und ein Guru, speziell gekleidet, die Kampfmittel beurteilt, schauen in manchen Ländern sogar 100.000 Menschen zu. Hinzu kommt noch die Radio- und Fernsehübertragung.

Das erwachsene Menschen völlig außer sich geraten, sich, ihr Haus und ihr Auto mit Devotionalien „ihres“ Vereins schmücken, sich gegenseitig tierisch aufs Maul hauen und bei dem Verlust des Spiels schlimmer aus dem Häuschen sind als nach Veröffentlichung der Vergewaltigungsquoten in Deutschland (die eigentlich nur Frauen betrifft und deshalb weitflächig ingnoriert wird – „böse“ Tiere sind halt so), wird kommentarlos hingenommen … oder sogar durch regelmäßige Berichterstattung unterstützt.

Das andere Erwachsene Menschen sich bei seelischen Nöten Beistand vom alten Dorfschamanen holen, weil die moderne Medizin ihr Leiden zwar in andere Worte fassen aber auch nicht heilen kann, ist jedoch einen kleinen Kreuzzug wert?

Freie Religionsaussübung ist wie freie Presse, die Freiheit der Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit und absoluter, unantastbarer Grundwert menschlicher Freiheit.

Wenn sich hundert Anhänger des GROßEN KÜRBIS in Bielefeld am Kürbisfeld sammeln, um ihrem Erlöser zu huldigen, so hat keinerlei Kritik statt zu finden – darum machen wir „Demokratie“. Es ist noch nicht mal statthaft, diesen Menschen die Existenzgrundlage zu entziehen, in dem man unbewiesenermaßen behauptet, es gäbe so etwas wie einen GROßEN KÜRBIS nicht!

DIE DÜRFEN GLAUBEN WAS SIE WOLLEN!

Streng wissenschaftlich gesehen ist die Aussage „es gibt keinen Gott“ Humbug – dass weiß jeder, der sich mit den Dimensionen von Wahrheits- und Erkenntnistheorien beschäftigt hat oder einfache Aussagelogik versteht, streng nach Ockham würde die Einführung eines „Gottes“ sogar notwendig sein, um Aussagekomplexe über Wahrheit zu verkürzen – doch so weit wollen wir gar nicht gehen.

Hier geht es um Politik und nicht um Wissenschaft. Es geht um das Auftreten neuer Formen des Faschismus, diesmal ausgehend von sich pseudoaufklärerisch gebärdenden Elementen, die durch herkömmliche Faschismustheorien nicht beschreibbar sind, sich aber ganz einfach herleiten lassen:

die vier Säulen der Freiheit, die Grundsätze der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte, sind direkt aus der Auseinandersetzung mit dem Faschismus entstanden und als sein Gegenpol verstanden worden.

Insofern kann man gerechterweise jede Bewegung faschistisch nennen, die es sich zur Aufgabe macht, diese Rechte für alle oder für Teile der Gesellschaft zu negieren – und die Ausübung der Religionsfreiheit (so drollig deren Ausübung auch im Einzelnen aussehen mag) ist ein gottverdammtes Grundrecht all´ unsere Nachbarn.

Und wem das nicht passt, der sollte sich gleich schon mal eine Hakenkreuzarmbinde kaufen – da wäre er dann in guter Gesellschaft.

Was ist das nächste Thema, das angepackt wird, wenn man mit der Religionsfreiheit fertig ist?

Wirtschaftstheorien müssen dann genauso widerspruchslos geschluckt werden wie Parteiprogramme, Sozialpolitik oder die Wiedereinführung der Sklaverei.

Die Begründung wird immer die gleiche sein – wir haben uns daran gewöhnt: alles andere als das was die Obrigkeit als Wahrheit definiert ist mittelalterlich, geistig krank, beängstigend und gehört ausgemerzt.

Darum findet der Kampf um unsere Freiheit unter anderem an den Grenzen des katholischen Glaubens statt – ob es uns passt oder nicht. Das ist auch völlig unabhängig von den unzähligen Verfehlungen der Kirche. Der oben zitierte Albino Luciani könnte ein Lied davon singen: als 33-Tage-Papst mit ungeklärter Todesursache wurde er eine kleine Berühmtheit, die Gerüchte über seine Ermordung kommen nicht zum Verstummen (siehe z.B. Spiegel): er wollte den Saustall halt aufräumen, wie es sein aktueller Nachfolger versucht.

Aber genauso wie wir selbst die Rechte von Mördern schützen müssen, um unsere eigenen zu sichern, müssen wir die Kirchen und Religionen vor ihren Verfolgern retten: es ist und bleibt eine der höchsten Werte der Menschheit, sich ungestraft jeglicher gedanklichen Spinnerei hingeben zu dürfen, die einem gerade in den Kram passt.

Zu den erlaubten Spinnereien – das sei der Vollständigkeit halber gesagt – gehört auch der Atheismus. Auch er gehört zu den schützenswerten Nischenreligionen, deren Existenz Beweis für die Lebendigkeit der Demokratie ist – solange er nicht die Auslöschung der Andersdenkenden oder die Auslöschung ihres Denkens fordert. Nationalsozialismus ist deshalb – trotz unserer freiheitlichen Kultur – in Deutschland zurecht verboten.

PS: die Schreibfehler in den Zitaten sind nicht vom Autor. Mir gehören nur die anderen.

 

 

 

Politisch korrektes Mitläufertum

Jede undemokratische Zentralregierung benötigt politisch korrekte Mitläufer, die das System unterstützen. Das neosozialistische Bürger- und Spießertum sieht sich selbst nicht als Täter, dennoch hilft es der Erhaltung eines abartigen Machtsystems.

Es werden Keulen geschwungen

Ein Artikel von JennyGER

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KenFM über Errorismus

Wann gilt ein Gewaltverbrechen als Terroranschlag?

Seit dem 11. September 2001 immer dann, wenn dem möglichen Täter nachgewiesen werden kann, dass er den Koran kennt. Oder wenn er Leute kennt, die den Koran kennen. Oder wenn er einen Bart trägt. Oder, seit Boston, wenn er keinen Bart trägt.

Deutschland 2013: ein totalitärer Staat. Und alle wissen es – schon lange.

Dienstag, 26.2.2013. Eifel. Gestern erfuhr ich durch Zufall von Mißständen in meiner Wahlheimat. Ich darf aber nicht über sie berichten. Wie überall in Deutschland macht sich auch hier die Angst breit, was "DIE" alles noch tun könnten. Einmal geht es um eine arbeitslose alleinerziehende Mutter, der man etwas ganz besonderes nahegelegt hat: sie solle doch mit Hinsicht auf ihre Wettbewerbsfähigkeit ihre beiden kleinen Kinder in Pflegefamilien abgeben uns selber erstmal ihre Wohnung kündigen - ihre Zukunft würde sich schon (ganz magisch) ganz von allein neu formieren. Wer das empfohlen hat, bleibt geheim - aber das ist auch erstmal egal. Schon allein die Tatsache, das Menschen wieder so denken - das absolute Primat der eigenen Vermarktbarkeit vor Vernunft, Mutterschaft und Kinderliebe - lässt einen erschauern, weil es einen Ausblick gibt auf die Tiefe der Degeneration deutschen Denkens. Die nächste Horrorstory kommt aus einem Kindergarten ganz in der Nähe. Dort hat die schwarze Pädagogik Einzug gefeiert, ohne dass sich die Öffentlichkeit zu wehren weiß. Die Kinder müssen morgens absolut still am Frühstückstisch sitzen, wer das Kinn auf seinem Arm abstützt, dem wird der Arm mit Gewalt auf den Tisch geknallt. Weint ein Kind, weil es sich nicht von der Mutter trennen kann, so stellt sich die Leiterin davor, äfft es nach und macht es vor der ganzen Gruppe lächerlich. Macht es dann immer noch Zicken, kann den Mund nicht halten oder macht sonst keinen devoten Eindruck - gibt es eben kein Frühstück. Deutschland 2013 - der Horror erreicht die letzten heilen Winkel des Landes und schreitet weiter fort. Wohin? Das kann man bei der FDP erfahren - doch davon später.

Dienstag, 26.2.2013. Eifel. Gestern erfuhr ich durch Zufall von Mißständen in meiner Wahlheimat. Ich darf aber nicht über sie berichten. Wie überall in Deutschland macht sich auch hier die Angst breit, was „DIE“ alles noch tun könnten. Einmal geht es um eine arbeitslose alleinerziehende Mutter, der man etwas ganz besonderes nahegelegt hat: sie solle doch mit Hinsicht auf ihre Wettbewerbsfähigkeit ihre beiden kleinen Kinder in Pflegefamilien abgeben uns selber erstmal ihre Wohnung kündigen – ihre Zukunft würde sich schon (ganz magisch) ganz von allein neu formieren. Wer das empfohlen hat, bleibt geheim – aber das ist auch erstmal egal. Schon allein die Tatsache, das Menschen wieder so denken – das absolute Primat der eigenen Vermarktbarkeit vor Vernunft, Mutterschaft und Kinderliebe – lässt einen erschauern, weil es einen Ausblick gibt auf die Tiefe der Degeneration deutschen Denkens. Die nächste Horrorstory kommt aus einem Kindergarten ganz in der Nähe. Dort hat die schwarze Pädagogik Einzug gefeiert, ohne dass sich die Öffentlichkeit zu wehren weiß. Die Kinder müssen morgens absolut still am Frühstückstisch sitzen, wer das Kinn auf seinem Arm abstützt, dem wird der Arm mit Gewalt auf den Tisch geknallt. Weint ein Kind, weil es sich nicht von der Mutter trennen kann, so stellt sich die Leiterin davor, äfft es nach und macht es vor der ganzen Gruppe lächerlich. Macht es dann immer noch Zicken, kann den Mund nicht halten oder macht sonst keinen devoten Eindruck – gibt es eben kein Frühstück. Deutschland 2013 – der Horror erreicht die letzten heilen Winkel des Landes und schreitet weiter fort. Wohin? Das kann man bei der FDP erfahren – doch davon später.

Angesichts einer Talkshow zu dem Buch „Ego“ von Frank Schirrmacher berichtet die Autorin  Julia Friedrich über ihre Erfahrungen, siehe Spiegel:

Wie es in dieser neuen, nur noch von Konkurrenz und Effizienz und Vorteilsstreben geprägten Welt konkret zugeht, darüber wusste die junge Autorin Julia Friedrich zu berichten. Sie sprach von einem „Wettrüsten“ auf dem Bildungsmarkt, das bereits bei Kleinkindern einsetze, über das Fehlen aller Moral in den Kreisen etlicher Mitwirkender im großen Spiel, die sie bei den Recherchen für ihr Buch „Ideale“ getroffen hat. Da gab es diese jungen, klugen, netten Männer auf den Cayman Islands mit ihren dubiosen Geschäften, die sie nach solchen Dingen wie Verantwortung und Gewissen befragt hat. Anschließend habe sie „den Club der leeren Augen“ vor sich gehabt.

Dieser Club der leeren Augen wird auch in der ansonsten eher rückständigen und unmodernen Eifel herangezüchtet. Auch hier hat das Wettrüsten auf dem Bildungsmarkt unglaubliche Auswüchse erreicht, die auch mich als Vater und Philosophen vor unlösbare Probleme stellen: die optimale Anpassung an das System (eigentlich Aufgabe eines Vaters) kollidiert frontal mit der Tatsache, das sie nur unter völliger Vernichtung vieler wertvoller Charakterzüge (Nächstenliebe, Toleranz, Mitleid, Selbstverwirklichung, Empfindungsfähigkeit, Verantwortungsgefühl, Gemeinschaftssinn – um nur einige zu nennen) möglich ist. Der Vater verliert in diesem Spiel immer, weil die Reduktion von Empfindungsfähigkeit in breiter Front eine signifikante Abnahme der Lebensqualität bedeutet und deshalb für liebende Eltern unmöglich zu tolerieren ist – es sei denn, man fühlt sich wohl dabei, einen „Robota“ in die Welt gesetzt zu haben – slawisch für „Frondienst“ und „Zwangsarbeiter“.

In dieser Talkshow kam aber noch jemand anders zu Wort – die FDP, die sich an die positiven Seiten ihrer liberalen Tradition erinnert:

Fast wie ein Linker klang derweil der Altliberale Gerhart Baum, der die zunehmende Unbarmherzigkeit und Kälte beklagte und befand: „Die Fixierung auf die Märkte hat uns in die Katastrophe geführt.“ Schirrmachers Buch sei ein „Augenöffner“ für den Blick auf das neue Zeitalter, das ihn fasziniere, aber auch erschrecke. Es drohe angesichts der nicht nur kommerziellen, sondern auch staatlichen Datensammlungen ein „Weltpolizeistaat“.

Ein „Augenöffner“, der auf den vielen politischen Blogs in diesem Land schon längst Alltag ist. Der Marsch in einen globalen Polizeitstaat unter US-Führung ist unaufhaltsam – seit dem 11.9.2001. Nicht umsonst ist vielen dieser „Zufall“ zu zufällig, zumal schon ganz offen der Wunsch nach einem  neuen „Pearl Harbour“ geäußert wurde.

So etwas kann in einer ganz  normalen deutschen Talkshow inzwischen geäußert werden. Da wir aber hier inzwischen mehr so dieses Sozialarbeiterkuschelfeeling etabliert haben („gut, das wir mal drüber geredet haben„) erschöpft sich der Widerstand gegen diese Entwicklung in Worthülsen. Dabei steht der Untergang der gesamten abendländischen Tradition auf dem Spiel, unser aller Wohlstand und erst recht der Frieden. Wir hätten allen Grund, gleich morgen zum Generalstreik aufzubrechen. Das tun wir aber nicht. Streik für die Demokratie? Undenkbar. Für mehr Geld – immer. Aber für eine gerechtere Welt? Da bleiben wohl nur die Arbeitslosen als letzte Hoffnung – und die sind in Deutschland in breiter Front entrechtet worden, damit die ihre Freizeit nicht in politische Arbeit investieren.

Hören wir doch einfach mal den DGB-Chef Sommer zur globalen politischen Lage – hier in einem Interview im Stern vom 21.8.2004 zum Thema Hartz IV:

Was einige noch nicht kapiert haben, ist, dass es eine informelle, eine ganz große Koalition in Deutschland gibt.

Diese ganz große Koalition reicht von FDP, SPD über die Union und die Grünen zur PDS, wenn sie in Regierungen sitzt. Und sie reicht vor allem weit in die Medien hinein.

Ja, es herrscht eine bemerkenswerte Einfallslosigkeit, ein verblüffender Gleichklang. Es gibt doch in den großen deutschen Blättern kaum noch einen Wirtschaftskommentator, der über Umverteilung, einen modernen Keynesianismus schreibt und ernsthaft über Alternativen nachdenkt. Die neue Heilslehre heißt unisono Neoliberalismus – und niemand wagt, sie infrage zu stellen! Stattdessen wird rituell die Entfesselung des Marktes verlangt, und die Rettung aus der Krise heißt: Sozialabbau. Den Arbeitgebern ist es mit Initiativen wie der „Neuen Sozialen Marktwirtschaft“gelungen, den Sozialstaatsgedanken systematisch zu stigmatisieren.

In der Tat: zwei Monate nach dem Interview veröffentlichte der Stern einen Artikel von Arno Luik, den ich für den bedeutendsten Artikel in Deutschland halte, der damals geschrieben wurde – in der Einführung hat sich der Chefredakteur auch für den Artikel entschuldigt. Immerhin können die Jungs vom Stern aber jetzt sagen: wir haben es gesagt, hier noch lesbar bei Tacheles:

Verteidigen also die CDU/
SPD/CSU/FDP/Grünen-Politiker ihre
Reformphilosophie deshalb so vehement, weil sie wissen, dass sie einen
Putsch von ganz oben machen? Einen
Putsch? Ja, die Agenda 2010 und Hartz
IV sind Chiffren für den konzertierten
Angriff von ganz oben auf den Sozialstaat. Sie nennen es „Umbau“ – doch die
Wortwahl kaschiert nur den qualitativen
Sprung in ein anderes Gemeinwesen.
Die Berliner Republik steht für den Abschied von der Solidargemeinschaft.
Und nichts wird von den grundgesetzlich festgeschriebenen Idealen bleiben –
außer auf dem Papier und gelegentlich
noch in schönen Reden.
Und so herrscht nun eine fast hysterische Zerstörungslust. Strukturen, die
über Jahrzehnte mühsam aufgebaut
wurden, werden demontiert, sämtliche
sozialen Sicherungen werden abgebaut;
nahezu alles, was politische Bewegungen in mehr als 100 Jahren
(Kündigungsschutz, Ausbildungs- und
Mitbestimmungsgesetze usw.) für die
Staatsbürger erkämpft haben, wird nun
verteufelt.

Ein Putsch von oben – ganz offen durchgeführt. Der DGB weiß es, Journalisten wissen es – aber die gesamte Gesellschaft schweigt, weil man weiß, das „DIE“ sehr mächtig sind. Übermächtig. Darüber kann auch offen gesprochen werden, wie zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung, in der viele Stimmen die Radikalisierung des öffentlichen Rundfunks fordern:

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss vom Einfluss der politischen Parteien befreit werden. In seinen Gremien sollten Vertreter gesellschaftlicher Gruppen sitzen, keine Regierungsmitglieder oder Abgeordneten. Nur so ist sichergestellt, dass Kritik an Politikern, Parteien und politischen Entscheidungen möglich ist. Dann würden keine Landtagsabgeordneten mehr „Vorschläge“ zu Programminhalten unterbreiten, und es würden nicht mehr die immerselben Abgeordneten in den Talkshows sitzen. Dann wäre es auch nicht mehr möglich, dass Verträge politisch unliebsamer Journalisten nicht verlängert werden, wie es dem ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender erging.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss nicht nur staatsfrei sein, damit er nicht zum Propagandainstrument verkommen kann, sondern er muss auch dem Parteienproporz entzogen werden, weil nur dann die Freiheit der Meinungsäußerung geschützt ist.

Das meint Professor Joachim Wieland. Darf ich aus diesen Forderungen eine Beschreibung des „Ist-Zustandes“ ableiten? Das würde ungefähr so lauten:

Öffentliche Medien in Deutschland werden von einer kleinen Gruppe von Parteifunktionären vollständig kontrolliert, Widerstand gegen die Kontrolle wird durch Entzug des Arbeitsplatzes bestraft, Fernsehen ist zum Propagandainstrument verkommen.

Das merken Journalisten, Gewerkschafter und Professoren, aber das Ergebnis dieser Erkenntnis ist gleich Null, weil in Deutschland schon längst ein System totaler Kontrolle aufgebaut wurde. Die meisten Deutschen haben (von McKinsey und Konsorten ausgebildete) „Unternehmer“ und ihre Büttel als Vorgesetzte – und wer das nicht hat, bekommt vom Staat einen Fallmanager gestellt. So ist sichergestellt, das man jeden, der aus der Reihe tanzt, wirtschaftlich sanktionieren kann – bis hin zu Obdachlosigkeit und zum Tod durch Hunger und Kälte.

Immer mehr Menschen stolpern zielgerichtet in die Hartz-Falle, in der man ihnen nebenbei einige zentrale Menschenrechte aberkennt, ohne das die Medien ihre Wächterfunktion wahrnehmen. Wie auch – Propagandainstrumente haben keine Wächterfunktion mehr … mal abgesehen von gelegentlichen Feigenblätter, die dazu dienen, die Rundfunkgebühren und die eigene Existenz zu legitimieren. Deutschland wird zum Dritte-Welt-Land umgebaut, siehe Spiegel:

Weil ihr Arbeitslosengeld zum Leben allein nicht ausreicht, sind inzwischen etwa ein Zehntel der kurzzeitig Erwerbslosen einem Zeitungsbericht zufolge zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. So gab es im Oktober bundesweit 83.118 Menschen, die zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld I auch noch Hartz IV beziehen mussten. Ein Jahr zuvor lag diese Zahl bei nur 73.178 – ein Anstieg um 14 Prozent, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung auf aktuelle Zahlen derBundesagentur für Arbeit (BA).

Die Bundesanstalt für Arbeit zahlt währenddessen Spitzengehälter, baut luxuriöse Verwaltungspaläste und erwirtschaftet aus dem Einsparen von Versicherungsleistungen Gewinne für die Bundesregierung, mit denen die dann erfolglose Neureiche subventionieren kann.

Wer sich nun fragt, ob das ganze Gesamtbild nicht fatal an eine Verschwörung erinnert, wird schnell merken, das der Propagandafunk gerade diese Frage mit einem großen Tabu belegt hat – ganz einfach, weil hinter der Entwicklung ein gezielter und gewollter Putsch steht, der umso länger und erfolgreicher durchgeführt wird, je weniger sich die Bürger darüber bewußt werden.

Wir sind uns auch der Folgen dieses Putsches deutlich bewusst: es geht nicht nur um Hartz IV. Die gesamte deutsche Ökonomie ist Ziel des Angriffs, siehe Klartext:

Der ausufernde Niedriglohnsektor verändert auch den Einzelhandel. Minderwertige und billige Produkte, weder nachhaltig noch nach Prinzipien menschenwürdiger Arbeit produziert, werden von immer mehr Discountern angeboten. Deutsche Unternehmen mit hochwertigen und dadurch teuren Produkten geraten so unter Druck. Werden Niedriglohnpolitik und Ramschökonomie die neuen Exportschlager „Made in Germany“?

Die wachsende Armutszone spaltet auch den deutschen Einzelhandel. Die Gutverdiener können sich hochwertige Güter und Bio-Produkte leisten. Doch die Abgehängten sind meist auf Ein-Euro-Shops und Discounter für Textilien und Lebensmittel angewiesen. Allmählich entsteht ein Markt für minderwertige und billige Produkte, eine Ramschökonomie, die weder nachhaltig noch mit Prinzipien menschenwürdiger Arbeit zu vereinbaren ist. Die Ramschökonomie fordert auch die deutschen Unternehmen mit ihren hochwertigen, technologieintensiven, aber teuren Produkten heraus. Denn Innovationen, komplexe und nachhaltige Produkte werden immer weniger rentabel, wenn die Nachfrage schleichend schwindet.

Das bedeutet aber auch schlichtweg des Ende der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Eigentlich historische Zeiten – Arbeiter, Unternehmer, Arbeitslose, ja sogar die Kirche murren über die Zustände, siehe Bischoff Zollitsch bei Wikipedia:

Auf Distanz ging er im gleichen Interview zur CDU, sie habe sich „stärker neoliberalen Thesen angenähert“ und stehe dabei „in der Gefahr, die soziale Marktwirtschaft oder das Soziale nicht mehr genügend im Blick zu haben.“ Die Nähe zwischen CDU und katholischer Kirche sei „deshalb geringer geworden“ und andere Parteien wie SPD und Grüne nähmen „Dinge, die uns wichtig sind, stärker auf als früher“.

Wer so die historische Allianz zwischen Kirche und Kapital in Deutschland in Frage stellt, muss sich nicht wundern, wenn er auf einmal als Kinderschänder öffentlich an den Pranger gestellt wird, während andere Kinderschänder ungestraft davonkommen.

Dabei ist das eins der Elemente, das „DIE“ zusammenhält: das Versprechen, das in der Neuen Weltordnung alle Gelüste der Reichen sofort und ohne jegliche moralische Bremse erfüllt werden. Der BBC-Skandal um den Kinderschänder Jimmy Savile (siehe FAZ) fördert schon wieder Netzwerke von Kinderschändern zutage, Popstars, Komödianten und Publizisten geraten zunehmend ins Visier der Ermittler – und man kann schon jetzt vermuten, das die Ermittlungen wie im Fall der portugiesischen oder belgischen Kinderschänder ganz schnell ein Ende finden … obwohl es hinreichend Anzeichen für eine internationale Pädophilenkaste im Bereich der Mächtigen gibt, die systematischen Missbrauch betreiben.

Vielleicht auch ein Grund dafür, das man Frauen empfiehlt, ihre Kinder in „Pflege“ zu geben, damit sie besser arbeiten können.

Ich wäre ja geneigt, das Gerede um groß angelegte Verschwörungen in den Bereich hysterischer Reaktionen auf Krisen zu verbannen, gäbe es nicht mehr als hinreichende Beobachtungen zu ganz konkreten, öffentlich weit bekannten „Steuerungsinstrumenten“ : Atlantikbrücke , Bilderbergertreffen oder die trilaterale Kommission, die nur in erstklassigen (aber inzwischen leider eingestellten) Politkblogs der Öffentlichkeit präsentiert wird, siehe TheIntelligence:

Noch seltener als die Bilderberg-Gruppe findet die Trilaterale Kommission in der Öffentlichkeit Erwähnung, obwohl sie durch Namen wie Rockefeller, Kissinger, Sutherland oder auch Klaus-Dieter Frankenberger von der FAZ glänzt. Wer findet sich noch in der Liste der ständigen Mitglieder? Lucas Papademos, der neue Chef der Regierung Griechenlands. Und wer führt den Vorsitz? Mario Monti, der nach Berlusconis Rücktritt nun mit der Bildung einer neuen Regierung in Italien betraut wurde. Die Trilaterale Kommission ist eine private Vereinigung, in der sich eben „zufällig“ 300 weltweit überaus einflussreiche Menschen zusammen finden. Wer würde sich dafür schon interessieren?

Nebenbei gibt es aber auch noch eine Flut von informellen Netzwerken, die Deutschland nach und nach zersetzen.

Und wo finden wir aktuell die Putschisten wieder?

Einerseits in der Befürwortung der großen transatlantischen Freihandelszone, die den mit niedrigen Energiekosten bevorteilten US-Unternehmen freien Zugang zu den europäischen Märkten garantiert.

Andererseits in der Wahlberichterstattung über die Wahl in Italien. Der Wähler hatte dort die Nase voll – und wählte interessante Alternativen, siehe Spiegel:

Sie wettern gegen Wasserprivatisierung, wollen die enormen Diäten der Abgeordneten halbieren und das Volk über einen Euro-Austritt abstimmen lassen. Aber vor allem wollen sie die „korrupten Politiker“ überwachen.

Hinter der Bewegung steht ein TV-Star, der die Macht der Politik in den Medien deutlich zu spüren bekam, siehe Wikipedia:

Der Gründer der Bewegung Beppe Grillo zählte in den 1980er Jahren zu den bekanntesten TV-Entertainern Italiens. Seine Auftritte hatten mitunter politische Züge bis hin zur Satire, wobei er italienische Politiker direkt angriff. Auf deren Betreiben erhielt Grillo ein faktisches Auftrittsverbot im italienischen Fernsehen.

Außerdem verspricht die Bewegung Geld für alle, ebenfalls Spiegel:

Grillo lobte 1000 Euro im Monat als Grundeinkommen für jeden Italiener aus. Doch vor allem wollen sie „korrupte Politiker“ kontrollieren. Sie sind gegen das System, gegen die Massenmedien, gegen die Feinde, die überall lauern. Der Zorn der Straße sitzt nun im Parlament.

Und wie reagiert der deutsche Propagandafunk? Nun – wie die Süddeutsche:

Nun regieren wieder der Populismus, das Geschrei und die Lüge. Fast schon muss man dankbar sein, dass die längst überfällige Wahlrechtsreform nicht umgesetzt wurde. Sie hätte vielleicht die Kräfteverhältnisse auch im Abgeordnetenhaus zugunsten der Populisten Grillo und Berlusconi verschoben.

„Populismus“ – ein Synonym für Demokratie, die in Deutschland selbst immer verpönter wird. Immer, wenn das Volk anders wählt, als die Bundesregierung wünscht (siehe FAZ) droht die „große Instabilität“ (siehe Manager-Magazin), das ganze italienische Wahlsystem wird als „Schweinerei“ bezeichnet (siehe Spiegel). Italien wählt das Chaos (siehe Handelsblatt) und der DAX (eigentlich nur interessant für einige wenige Großanleger) bestraft auch das deutsche Land durch Talfahrt (ebenfalls: Handelsblatt).

Die Putschisten sitzen in Deutschlands Medien immer noch fest im Sattel und üben über den wirtschaftlichen Hebel totalitäre Macht aus.

In Italien gelang es einem Komiker, mithilfe von Blogs eine starke gesellschaftliche Kraft zu etablieren, die vor allem eins zum Ausdruck bringt: den absoluten Willen, den Putsch, der in Deutschland die Demokratie und den Sozialstaatsgedanken ausgelöscht hat, in Italien zum Stehen zu bringen.

Wäre das in Deutschland auch nur denkbar?

Eher nicht. Uns ist die Rolle des neoliberalen Musterländles  zugeteilt worden – und wieder soll „am deutschen Wesen die Welt genesen“. Zumindest die europäische Welt.

Am Ende steht ein verharzter Kontinent, beherrscht durch ein paar vernetzte Lakaien des Superkapitals, die via Medienmacht jede gesellschaftliche Bewegung im Keim ersticken – wie es ein Johannes Ponader beim Millionär Günter Jauch erleben durfte.

Wollen wir das wirklich?

Nein.

Aber wir finden keine Format der bürgerlichen Gegenwehr.

Uns fehlen dazu die Komiker.

 

 

 

 

KenFM über: EU will Medikamentenversuche an Menschen erleichtern

Das Thema Medikamentenversuche am Menschen wird nur am Rande behandelt. Der Rest ist einigermaßen gruselig. Aber leider wahr:

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Arbeit macht nicht frei – Arbeit macht arm und krank….und tot. Über Sklaverei in Deutschland.

Freitag, 22.2.2013. Eifel. Vor ein paar Monaten hatte ich mal einen mutigen Artikel geschrieben: Arbeit ist Scheiße hies er und war trotz der deftigen Überschrift in feinem Ton gehalten. Es kam, wie es zu erwarten war - ich wurde gescholten. Ein denkwürdiger Moment. Eine "Universaldiletantin" trat auf und kritisierte die Majestätsbeleidigung:

Traurig
Das Erwachsenen gut gebildeten Menschen nix besseres einfällt, als sich in die soziale Hängematte zu legen. Das ist schön einfach, das kostet keine Mühe. Mal abgesehen davon, das solche Artikel anderen Arbeitslosen, das Leben zur Hölle machen.

Freitag, 22.2.2013. Eifel. Vor ein paar Monaten hatte ich mal einen mutigen Artikel geschrieben: Arbeit ist Scheiße hies er und war trotz der deftigen Überschrift in feinem Ton gehalten. Es kam, wie es zu erwarten war – ich wurde gescholten. Ein denkwürdiger Moment. Eine „Universaldilettantin“ trat auf und kritisierte die Majestätsbeleidigung:

Traurig
Das Erwachsenen gut gebildeten Menschen nix besseres einfällt, als sich in die soziale Hängematte zu legen. Das ist schön einfach, das kostet keine Mühe. Mal abgesehen davon, das solche Artikel anderen Arbeitslosen, das Leben zur Hölle machen.

Die Schreibfehler in dem Zitat habe ich korrigiert, Kommafehler nicht. Offenbar hatte die Dilettantin auch den Artikel nicht gelesen – aber das stört ja manche nicht dabei, ihre Meinung abzugeben. Ich für meinen Teil fand es auf jeden Fall einmal wichtig, darauf hinzuweisen, warum ARBEIT eigentlich BEZAHLT gehört – der Zusammenhang ist nämlich immer mehr Menschen unklar, die für Ein-Euro-Jobs oder im Rahmen von Praktika faktisch umsonst arbeiten.

Gut: zu ein Euro-Jobs zwingt einen die Staatsgewalt unter Androhung von Obdachlosigkeit, Hunger- und Kältetod. Wird in Deutschland selten besprochen, das halten wir wie die Sache mit den Juden: wir vergasen sie, aber wir reden nicht darüber – und wissen auch von nichts.

Der Spiegel weist aktuell auf eine Studie hin, die die unglaublich lebensverlängernde Wirkung der Nichtraucherei belegt: neun Jahre länger kann man dann leben. Einer der Kommentatoren zu dem Artikel (Nr. 8: Sozial_Distortion) weist auf die Nebenwirkung der lebensverlängernden Maßnahme hin, die die Mehrheit der Deutschen im Alter erwartet:

Neun Jahre, oder sogar noch länger mit mickriger Rente in einer kalten Bude gerade mal so überleben, oder in einem Altenheim für maximales Geld bei minimaler Versorgung wund gelegen dahinvegetieren. Was für schöne Aussichten für das Gros der zukünftigen „ich habe immer gesund gelebt“ – Rentner.

Noch eine Realität, über die wir nicht sprechen, obwohl sie alle ereilen wird. Eigentlich arbeiten wir wie die Blöden, um der Altersarmut zu entkommen – jener Altersarmut, die für die meisten von uns jetzt schon sicher ist – in Folge der Turbulenzen, die sich durch die von unseren Politikern auf breiter Front bejubelte Freihandelszone mit den USA ergeben werden, werden es noch deutlich mehr werden. Es war schon immer ein Ziel der Menschen, sich durch Arbeit in jungen Jahren einen gewissen Wohlstand zu erarbeiten, damit man im Alter nicht mehr so rackern muss. Früher ging das auch noch – selbst zu Zeiten der Industrialisierung.

Auto, Haus, Urlaubsreisen – all das konnte sich der kleine Mann leisten, weshalb er so begeistert vom Kapitalismus war … auch dann, wenn er im real existierenden Sozialismus lebte.  Oder erst recht dann. Heute ist das anders: seit dreizehn Jahren hat es real keine Lohnerhöhungen mehr gegeben – nur ein paar Plazebos zur Beruhigung der Nerven zwischendurch, die gab es, siehe Badische Zeitung:

Die Beschäftigten in Deutschland verdienen also nach Abzug der Inflationsrate heute weniger als vor dreizehn Jahren, sogar weniger als vor 20 Jahren. Denn schon 1992 lagen die Löhne – immer nach Abzug der Preissteigerung – höher als heute.

Der Lebensstandard sinkt unaufhörlich … dabei rackern wir uns ordentlich ab, siehe Bayrischer Rundfunk:

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich in der Arbeitswelt der Menschen drastische Veränderungen ergeben. Früher war es üblich, von der Ausbildung bis zum Ruhestand beim selben Arbeitgeber sein Auskommen zu verdienen. Außerdem ist die Arbeitsmenge kontinuierlich angewachsen, denn die Aufgaben, die der einzelne zu bewältigen hat, werden mehr, während sich der dafür zur Verfügung stehende Zeitraum verkürzt. Für ein hohes Maß an permanenter Anspannung sorgt heute bei vielen schon allein die Angst um den Job. 

Selbst wenn wir krank sind, gehen wir arbeiten – und jeder kennt den Grund dafür:

Die niedrige Zahl der Fehlzeiten im deutschen Arbeitsleben ist auch Ausdruck einer ständig wachsenden Angst um den Job. Diese führt in vielen Fällen dazu, dass man auch dann im Büro erscheint, wenn man gesundheitlich nicht dazu in der Lage wäre.

Wir gehen arbeiten, weil wir Angst haben. Das muss man sich mal genau überlegen: wir gehen nicht mehr arbeiten, weil wir unseren Lebensstandard verbessern wollen (was bei den Löhnen sowieso ein schlechter Witz wäre), wir gehen nicht mehr arbeiten, um unsere Zukunft abzusichern (die sowieso schon verloren ist), wir gehen arbeiten, weil wir Angst haben.

Wie Sklaven, die sind ähnlich motiviert.

Sklaven dürfen sich auch nicht über die Unerträglichkeit ihrer Situation unterhalten. Besser sie loben die Verhältnisse über den grünen Klee, damit die Meister auch hochzufrieden mit ihnen sind – das war schon im alten Rom so. Und bloß nicht darüber beschweren, das Sklaverei eigentlich verboten gehört – das führt dazu, das den vielen Sklaven, die noch auf dem Marktplatz des Jobcenters herumlungern, „das Leben zur Hölle gemacht wird“.

Darüber, das auch den arbeitenden Menschen das Leben zur Hölle gemacht wird, wird ebenfalls nicht geredet. Demokratie endet am Werkstor – immer öfter. Stört uns das? Und hinter den Mauern der Arbeitgeber macht Arbeit wieder nur noch krank – und mal wieder nicht frei, wie versprochen, siehe Handelsblatt:

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat eine umfangreiche Untersuchung zur Arbeitsbelastung und ihren Auswirkungen vorgelegt. 17.000 Befragungen geben ein umfangreiches Bild. Für 43 Prozent der deutschen Arbeitnehmer hat der Stress bei der Arbeit demnach in den vergangenen zwei Jahren zugenommen.

Noch ein paar Daten zur „Arbeit“? Bitte schön:

Die Mittagspause ist bei vielen schon lange nicht mehr die Regel: Jeder Vierte (26 Prozent) gibt an die Pause ausfallen zu lassen.

Wozu muss man auch Essen, wenn man ARBEIT hat?

Jeder zweite Arbeitnehmer hat Rückenprobleme, jeder dritte klagt über Kopfschmerzen, jeder vierte hat Schlafstörungen, jeder fünfte fühlt sich körperlich oder emotional erschöpft. Als arbeitgeberfreundliches Magazin unterlegt das Handelsblatt die Ergebnisse mit entsprechend manipulativen humorvollen Bildern, so dass gleich klar wird: wir wollen das nicht ernst nehmen.

Dabei sind die Zusammenhänge bekannt. Schon vor neun Jahren warnte die Welt vor den Folgen der „Arbeitsverdichtung“ und erwähnt nebenbei, das in Japan jedes Jahr ZEHNTAUSEND TOTE in Folge dieser Überlastung zu beklagen sind. In Deutschland werden solche Studien erst gar nicht durchgeführt: unser Arbeitsethos darf nicht leiden, unsere heilige Kuh nicht angerührt werden  – auch dann nicht, wenn sie Leben vernichtet.

Das Arbeitsverdichtung keine natürliche Ursache ist, sondern gezielt von Unternehmensberatern im Sinne des Share Holder Value in die Welt getragen wurde, wird dabei gerne übersehen.

Ja – auf einmal sind wir in der Welt des großen Geldes, die es sich erlaubt hat, durch gut verdienende Unternehmensberater erfolgreich in die Arbeitswelt hinein zu regieren. Nicht mehr die Qualität der Produkte ist Sinn des unternehmerischen Handelns, sondern nur noch der Gewinn der Investoren. Die sehen natürlich außerordentlich ungern, das Arbeiter Pausen machen, krank sind oder bezahlt werden – und die Politik hilft ihnen in großem Umfang dabei, ihre Interessen durchzusetzen.

Moment aber: wird denn gar nicht mehr bezahlt?

Natürlich nicht. Es gibt noch ein paar Dinge mit denen man Geld machen kann. Auto fahren, zum Beispiel. Je schneller man fährt, je mehr man sich und andere gefährdet und die Umwelt sinnlos ruiniert, umso mehr Geld bekommt man: Schumacher – 25 Millionen, Vettel – 18 Millionen, Rosberg – 14 Millionen – jedes Jahr. Fußball spielen wird auch reich belohnt: Lahm – 9 Millionen, Schweinsteiger – 9 Millionen, Neuer – 8 Millionen, Ballack – 7,5 Millionen (siehe wofam.de).

Wo kommt das Geld her?

Nun – letztlich von uns, die wir für Arbeit nichts mehr bekommen. Die leben ein Leben in Saus und Braus, während wir uns krank malochen und unser Lebensende hungernd und frierend im Dunkeln verbringen.

Cool, oder?

Für das, was ein Schuhmacher für ein Jahr Auto fahren bekommt, müsste ein Durschnittsverdiener in Deutschland über SIEBENHUNDERT JAHRE arbeiten. Warum werden wir eigentlich nicht alle Rennfahrer? Ach ja, ich vergaß: für Normalbürger gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Besser noch wird es, wenn wir uns der Quelle des Geldwesens zuwenden: den Banken. Dort kann man sogar 80 Millionen Euro verdienen – siehe Spiegel:

Der Franzose Christian Bittar soll laut „Stern“ für das Jahr 2008 Bonuszahlungen in Höhe von 80 Millionen Euro genehmigt bekommen haben.

Brisant ist der hohe Bonus vor allem wegen Bittars mutmaßlicher Verwicklung in den Skandal um manipulierte Referenzzinssätze wie den Libor oder den Euribor.

Bittar konnte so viel verdienen, weil sein Arbeitsvertrag ihm einen prozentualen Anteil an den Gewinnen versprach, die er für die Bank erwirtschaftete – und zwar unbegrenzt, ohne Deckelung. 2008 machte er offenbar das Geschäft seines Lebens. Damals hatte er darauf gesetzt, dass sich die Differenz zwischen den Referenzzinssätzen verschiedener Laufzeiten vergrößern würde. Die Wette ging auf. Im Gesamtjahr verdiente die Bank mit den Zins-Geschäften laut „Wall Street Journal“ damals rund 500 Millionen Euro.

Mit Wetten auf manipulierte Referenzzinssätze kann man offenbar gut verdienen. 2285 Jahre müsste der deutsche Durchschnittsarbeiter dafür arbeiten – das ist selbst mit großzügig nach hinten verlegtem Renteneintrittsalter nicht mehr zu schaffen.

Besser kann das nur noch George Soros. Der hat jetzt gegen den Yen gewettet und eine Milliarde Dollar verdient – völlig ohne Risiko, siehe Nachrichten-t-online:

Soros‘ Firma und andere Hedge-Fonds-Manager gingen beim Yen short, das heißt, sie verkauften die Währung, ohne sie zu besitzen, in der Hoffnung, sich günstiger mit der Währung eindecken zu können, wenn das entsprechende Options-Papier fällig wird. Diese Strategie schien zumindest seit November 2012 einigermaßen risikoarm gewesen zu sein, denn Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe hatte bereits vor seiner Wahl im Dezember seine Abwertungsstrategie propagiert.

Wieviel Jahre unser deutscher Arbeitnehmer sich im Büro dafür krank schuften muss, möchte ich gar nicht mehr ausrechnen. Toll ist: man kann inzwischen eine Milliarde Dollar machen, ohne die Ware, mit der man handelt, überhaupt zu besitzen! Und das finden alle völlig ok. Andererseits führt die Arbeitsverdichtung zwecks Deckung dieser Traumgewinne zur effektiven Vernichtung menschlicher Gesundheit, menschlichen Wohlstandes und konkret sogar zur Vernichtung von Menschenleben – das stört niemanden.

Es gibt wenige Stimmen aus der Wirtschaft, die dazu passende Kommentare abgeben, wie hier der Unctad Chefökonom Flaßbeck in Capital:

Die Hoffnung, durch Finanzanlagen schnell reich zu werden, muss zerstört werden. Denn sie führt immer wieder zu neuen Krisen, die unendlich teuer sind. Die Menschen müssen irgendwann wieder begreifen, dass man durch Finanzanlagen nicht automatisch reich wird. Man muss arbeiten. Es gab einmal eine Zeit, in der für junge, intelligente Leute klar war: Über etwas Praktisches, Wirkliches oder Technisches kann man reich werden. Aber nicht über Finanz­anlagen.

„Man muss arbeiten“ – das ist dem Chefökonom klar. Anderen ist klar, das es auch reicht, wenn andere für einen arbeiten: dann kann man selbst Einkommen in Höhe einer zweitausendjährigen Arbeitsleistung erzielen, ohne dafür auch nur einen Finger krumm zu machen.

Römische Imperatoren haben das genauso gesehen – und Rom geschah das gleiche, was uns droht, der komplette Untergang:

Obwohl Volkswirte schlechte Anleger sind, denn sie schauen viel zu weit voraus. Wenn man das System einmal halbwegs verstanden hat, dann weiß man: Es muss irgendwann crashen. Ein Banker würde mir wahrscheinlich zu Aktien raten, aber ich glaube, der nächste Crash kommt bald.

Und wer darf dann wieder die Zeche zahlen? Wissen wir doch genau.

Es gab einmal eine Zeit, in der für junge, intelligente Leute klar war: Über etwas Praktisches, Wirkliches oder Technisches kann man reich werden.

Was Flaßbeck damit sagen will: diese Zeit ist vorbei. Heute demonstrieren Leistungsträger jeden Tag in aller Öffentlichkeit auf allen Kanälen, das man mit Arbeit nicht reich wird, sondern arm – und krank. Reich wird man, wenn man zur Unterhaltung der Reichen Fussball spielt, Auto fährt, wie Günter Jauch den dummen Bürger vorführt, Zinssätze manipuliert oder mit Währungen handelt, die man gar nicht besitzt.

Das kann man als normaler Mensch gar nicht mehr verstehen – wir kommen ja auch ins Gefängnis, wenn wir Autos verkaufen, die wir nicht haben.

Man stelle sich nur mal vor, wie das Leben eines Michael Schuhmacher verlaufen wäre, wenn der Arbeiten gegangen wäre? Oder das von Christian Bittar – oder George Soros? Die hätten noch viele Jahrtausende Arbeit vor sich, um das zu verdienen, was sie jetzt bekommen haben.

Und da kann man doch sehen, das erwachsenen, gut gebildeten Menschen doch noch etwas anderes einfällt, als sich in die soziale Hängematte zu legen: durch Lug und Trug Milliarden machen, die allen anderen dann in der Tasche fehlen.

Wie bitte – soviel Geld ist das gar nicht?

Das sind über ZWEI BILLIONEN EURO – allein für Deutschland. Das ist das Vermögen der stetig wachsenden Millionärskaste in Deutschland (und es entspricht vollumfänglich der deutschen Staatsverschuldung) – und da ist garantiert keiner dabei, der es durch den klassischen sozialversicherungspflichtigen Job zu Reichtum gebracht hat – ausgenommen vielleicht ein paar von denen, die auf Kosten der Arbeitslosenversicherung  leben, siehe Focus:

An der Spitze will Weise handverlesene Leute sehen, die Erfahrungen im Ausland und in der Wirtschaft haben. Insgesamt 20 Millionen Euro zahlt die BA ihren außertariflich vergüteten Leistungsträgern („AT-Beschäftigte“) pro Jahr – von ihnen gibt es 240. Spitzenverdiener unter ihnen ist mit gut 200 000 Euro im Jahr der Herr über das weit verzweigte Datennetz der Behörde, Klaus Vitt, ein Profi mit jahrelanger Telekom-Erfahrung.

Fünf Jahre gut von den Versicherungsgeldern der Arbeiter gelebt – schon hat man seine erste Million. Weise selbst muss laut Gehaltsreport nur vier Jahre für seine erste Million arbeiten. Dafür werden dann Arbeitslosen die Leistungen gekürzt, für die sie vorher fleißig und großzügig in den Versicherungstopf einbezahlt haben, aus dem Frank Weise so großzügig schöpft und damit mehr verdient als die deutsche Bundeskanzlerin (siehe Wiwo), während seine Versicherungsnehmer aus lauter Not in Scharen in eine unsichere Selbstständigkeit abwandern: die Zahl der Solounternehmer ist in den letzten Jahren um 40 % gestiegen, siehe Spiegel, ein Drittel von ihnen lebt im Niedriglohnbereich – mit entsprechenden Rentenaussichten.

Jetzt verstehen wir aber, warum die Arbeitszwangbehörde ihren Bütteln so gute Löhne zahlt (aufgrund derer die Arbeitslosen so wenig Geld haben): die Botschaft, das Arbeitsverweigerung mit Hunger, Kälte und Obdachlosigkeit bestraft wird, muss mit Nachdruck unters Volk gebracht werden – denn das Volk weiß schon längst, das Arbeit arm und krank macht.

Nur ein paar Dilettanten glauben noch daran, das Arbeit frei macht – aber das war 1933-1945 auch schon ein falsches Versprechen.

Was wir tun müssen, ergibt sich natürlich aus der Sachlage: das Geld muss aus den Händen der Betrüger, Abzocker, Spesenritter, Behördengreifer und Spaßapostel wieder in die Hände jener, die echte Arbeit machen: eine Verdoppelung der Gehälter bei radikaler Kürzung der Arbeitszeit scheint angemessen – dann haben wir auch kein Problem mehr mit der Arbeitslosigkeit oder den „faulen Säcken“ in den sozialen Hängematten: wenn sich Arbeit wieder lohnt, wird man sich wundern, wie schnell die angeblich „Faulen“ auf einmal werden können.

Geld ist genug da. Zur Not können wir ja auch Yen verkaufen, die wir nicht haben – wir als Staat haben deutlich mehr Investmentkapital als George Soros, der nur mit seinem Familienvermögen von 15 Milliarden spekuliert.  Dann könnten wir vielleicht alle den alten Menschheitstraum der griechischen Philosophie leben, siehe Spiegel:

Für die griechischen Philosophen sind die Aufgaben, für die der Mensch „gemacht“ ist: Kontemplation, Wissenschaft, Politik. Oder anders: Nachdenken und philosophische Abhandlungen veröffentlichen. Der freie Mann besitzt große Ländereien, auf denen Tagelöhner und Sklaven die Arbeit verrichten.

Und wir haben heute Maschinen, die diese Arbeit verrichten. Nur deren Gewinn … wird anders verteilt. Schade auch, denn sonst könnte heute … jeder ein FREIER MANN sein – nicht nur die mit einem Mindestbarvermögen von einer Million Euro.

 

 

 

Arbeit ist Scheiße.

Arbeit ist Scheiße.

Mittwoch, 26.9.2012. Eifel. Die Verwendung von Kraftausdrücken in der deutschen Sprache ist weitgehend unerwünscht.  Sie widersprechen der natürlichen Vornehmheit des deutschen Menschen, der sich zivilisiert dünkt und dies gerne auch nach außen durch ein kontrolliertes Verhalten kundtut. Immerhin will man ja nicht mit den Plebs, dem Mob oder dem Pöbel gleichgestellt werden.  Letztere bilden die Mehrheit des Volkes. Oh – ich vergaß: der Mensch beginnt in Deutschland erst ab 1.000.000 Euro Barvermögen. Alles darunter ist „sozial schwach“. Es ist natürlich kein korrekter Gebrauch der deutschen Sprache, Menschen, die nur wenig Geld haben, gleich als sozial schwach zu bezeichnen. Sie können ja trotzdem liebevoll mit ihren Kindern umgehen, respektvoll ihre Eltern im Alter pflegen, einen hohen Grad an Hilfsbereitschaft innerhalb ihres sozialen Umfeldes bilden und ein angesehenes Mitglied der Gemeinde sein, wie es so schön heißt. Sie haben halt nur wenig Geld, so, wie es sich für gute Christen, die ins Himmelreich kommen wollen, halt geziemt. Gerade eine christliche Gesellschaft sollte der Armut deshalb einen gewissen Respekt zollen, kann sie doch Ausdruck sein für einen Ausbund an hohen Werten, die vielleicht sogar bewusst auf den Mammon verzichten.  Umso verstörender ist es, wenn eine sich zum Christentum bekennende Nation die zudem als Volk der Dichter und Denker galt im Gebrauch ihrer Worte so unschicklich ist – andererseits aber das gemeine Kraftwort, das ja bekanntermaßen auch den Emotionen Ausdruck verleihen soll,  so gering achten.  Wenden wir uns aber nun dem zentralen Thema zu, dem wir dieses Kraftwort gewidmet haben: der Arbeit.

Um Arbeit ranken sich viele Mythen und Legenden – die christliche Wertegemeinschaft hat sie sogar als Fluch verstanden. Ist halt nicht angenehm, bei Wind und Wetter den ganzen Tag auf dem Feld zu stehen, um die Ernte einzubringen. Nicht angenehm, aber notwendig. Und immerhin: man ist den ganzen Tag an der freien Luft, verbringt ganz viel Zeit mit seinen Kindern, seinen Freunden, seiner Frau, seiner Familie, Zeit, die die Arbeit doch sehr erträglich machen. Ausserdem hat man das Ziel der Arbeit ganz klar vor Augen: Nahrungsmittel gewinnen, die einem helfen, den Winter zu überstehen.  Gut, essen umsonst frei Haus wäre wahrscheinlich angenehmer, ist aber leider gerade nicht im Angebot. Diese Form von Arbeit ist heute für viele schon ein Traum – ein Traum vom guten Leben, denn was uns blüht, war noch um vieles schlimmer als der biblische Fluch.

Im 18. Jahrhundert begann eine Bewegung, die heute den gesamten Planeten in ihrer Gewalt hat: der Mensch emanzipierte sich von der Kirche, wurde sich seiner eigenen Kraft bewusst und fing an, Maschinen zu erschaffen. Die ersten waren noch primitiv, einfach und kamen ohne menschliche Hilfe überhaupt nicht aus. Darum brauchten Fabriken und Banken den Menschen. Viele Werber zogen übers Land, um die ständig unzufriedene Jugend in die Städte zu locken: dort gab es nackte Frauen, scharfen Schnaps, Essen im Überfluss, keine Regeln und keine nervigen Eltern … man musste nur eins werden mit der Maschine, jene Teile durch Fleisch ersetzen, die noch nicht Metall sein konnten. Natürlich hatten die Werber gelogen – zwar boten die Städte Unterhaltung im Übermaß, aber es gab dort auch Preise, die sich nur jene leisten konnten, die uneingeschränkten Zugriff auf das Geld hatten: Banker und Fabrikanten.

Der Rest der Geschichte ist bekannt. Die Maschinen wurden immer perfekter, der Mensch wurde immer überflüssiger.  Manche merkten das früh – die Weberaufstände bezeugen den ersten Widerstand gegen die Maschinen – oder den ersten Widerstand gegen die Folgen der Globalisierung. Später wurden sogar Revolutionen daraus – da die aber eher Kirchen niederrissen als Maschinen, änderte das an der Zerrüttung der menschlichen Gemeinschaft wenig. Gut – Arbeit wurde auf einmal Wert geschätzt, die übliche Einstellung der wirklich sozial Schwachen, das Arbeit Menschen schmutzig mache und ihrer nicht würdig sei, war schon bald veraltet: Arbeit wurde im dritten Reich sogar „geadelt“ – ein Begriff, der jenen Menschen eine besondere Bedeutung verleihen soll, die an sich nichts Besonderes aufweisen können: die ganze europäische Adelsklasse lebte gut von dem Schwindel. Bis ins späte zwanzigste Jahrhundert hinein hielt sich auch noch die Überzeugung, das man für Arbeit auch eine gewissen Entlohnung in Form von Geld bekam, die es auch jenen Menschen, die die ganzen Waren produzierten, erlaubte, ein wenig von der kunterbunten Warenwelt für sich zu behalten. Diese Überzeugung änderte sich jedoch im 21. Jahrhundert vollständig, die Maschinen waren inzwischen so perfekt, das man nur noch einen Bruchteil der Menschheit für die edle Arbeit hatte … und wie war diese Arbeit zu etwas völlig entmenschlichtem verkommen.

„Arbeit ist Scheiße“ – war die Überzeugung der ganzen zivilisierten Menschheit querbeet. Jeder wusste, das es für den Menschen als biologisches Wesen nicht natürlich ist, weit vor Sonnenaufgang aufzustehen, sich täglich einem mechanisch anmutenden Prozess (duschen, ankleiden, frühstücken, Zähne putzen, Bahn – oder Auto fahren) zu unterwerfen, der wider all seiner natürlichen Lebensgewohnheiten war. Im Anschluss an diesen Prozess war Käfighaltung vorgesehen: ein ständig wachsender Teil der Bevölkerung verbrachte einen Großteil des Tages in klimatisierten Räumen, abgeschottet vom natürlichen Licht, gehalten wie Legehennen und auch ausgestattet mit einer ähnlich geringen Bewegungsfreiheit. Selbst das übliche „arrangieren“ mit den Umständen gelang dank McKinsey nicht mehr: harmlos klingende „Zielvereinbarungen“ forderten gegen jede Vernunft eine jährliche Leistungssteigerung um 10 %. Jedem geistig klar denkenden Menschen ist klar, das so etwas bedeutet, das man in zehn Jahren für das gleiche Geld die doppelte Arbeit leisten musste – bei gleicher Arbeitszeit, was auch bedeuten kann, das momentan alle nur mit halber Kraft arbeiten.  Jedem geistig klar denkendem Menschen ist auch klar, das das nicht zu schaffen ist, das er irgendwann an dem mehr und mehr und mehr an Arbeit zerbrechen muss. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf einen weiteren Aspekt des Arbeitsalltages, den Umgang mit den Kollegen. Anders als früher, auf dem Feld, wo man den ganzen Tag im Kreise seiner Lieben verbringen durfte, war man jetzt nur mit Fremden zusammen – Fremden, die Feinde waren, darauf hofften, das der Nebenmann früher als man selbst ins Gras biss, weil das die eigene Zugehörigkeit zur Firma noch verlängerte.

Das führte zu eigenartigen Erscheinungen im Selektionsprozess, der selbst schon durch das firmeninterne Rating und Ranking unterträglich genug war: nun wurden auch Kleidung, Frisur, Körpergeruch und Maniküre beurteilt, was oft genug dazu führt, das Menschen miteinander im Bett landeten, die sich eigentlich „gar nicht riechen konnten“, das aber unter den Parfümwolken nicht erfahrbar war. Geld für das eigenen Leben, für das, was man wirklich für sich selbst brauchte, gab es immer weniger: man musste ja „den Anforderungen genügen“.

Zudem war natürlich allen klar, das Arbeit ein völliger Scheiß war: jeder, der nur ein bisschen Grips im Kopf hatte, investierte den um ihr zu entkommen. Ganz größenwahnsinnige Konstrukte wurden erschaffen, um sich mit Hilfe magisch anmutender mathematischer Formeln einen Reichtum auszurechnen, der einen selbst von der Arbeit befreite und die drei nächsten Generationen gleich mit. Nebenbei bemerkt war dieser Trend auch die Ursache für den Begriff „sozial schwach“ – denn jene Bewegung, die nichts anderes im Sinn hatte, als sich mit Hilfe vieler Tricks und Kniffe (meist: „Zinsen“ genannt – oder „Markt“) selbst unendlich auf Kosten anderer bereichern wollte, war in der Tat an der menschlichen Gemeinschaft überhaupt nicht mehr interessiert und galt zurecht als sozial schwach – clever, wie sie waren, haben sie dann den Begriff dann lieber schnell anderen umgehängt, bevor alle merkten, was gerade geschah.

Natürlich erzeugt ein solcher Zustand ein breites Unbehagen in der Bevölkerung, die Welt klärt aktuell darüber auf:

70 Prozent stimmten dabei sogar der Aussage zu: „Deutschland geht immer mehr den Bach runter.“

Sie kennen die Ursache für dieses Gefühl auch ganz gut:

Mehr als 60 Prozent befürchten, dass Deutschland zur Zwei-Klassen-Gesellschaft wird. Gleichzeitig fordern zwei Drittel, dem „allgemeinen Werteverfall“ den Kampf anzusagen.

Nun – dafür ist es wohl nun zu spät.  Durch die klaglose Akzeptanz eines jeden Arbeitsplatzes – sei er auch noch so gesundheitsgefährdend, nervtötend, lebenszeitraubend, langweilig oder völlig sinnentleert tun wir uns selbst Gewalt an – eine Gewalt, die man mit keinem Geld der Welt aufwiegen könnte – und erst recht nicht mit den aktuellen Mickerlöhnen. Wir vergewaltigen uns selbst, jeden Tag und mehrmals am Tag, um nur jenen heiligen Arbeitsplatz auszufüllen, der letztlich unsere Gesundheit ruiniert, unser Seele deformiert und unsere Psyche drangsaliert. Vergewaltigungsopfer sind aber keine guten Widerständler … sie ziehen sich abends schwer verletzt in ihre Wohnhöhle zurück und lassen sich von den immer dreister die Wirklichkeit verzerrenden Medien eine Welt vorgauckeln, die schon für ihre Eltern nicht mehr real war.  Noch schlimmer ist aber: wir nehmen den Vergewaltiger jeden Tag mit. Wir sind es ja selbst.

Dabei sehen wir wirklich, das Deutschland jeden Tag weiter den Bach heruntergeht. Nicht nur Deutschland – auch die Welt. Ein Blick in Auswüchse der westlichen Lebensgemeinschaft macht das deutlich: in Griechenland fordert die Troika jetzt „Massenentlassungen aus Prinzip“, 50 000 sollen es erstmal sein, die zusehen sollen, wie sie ohne Geld in einer Welt überleben, in der Geld=Essen ist (siehe Heise), da Griechenland aber ständig neuen Geldbedarf meldet (siehe Focus), dürften es bald mehr werden. Zunehmen dürfte auch der Abbau aller gesellschaftlichen Dienste – in Griechenland macht jetzt eine ganze Stadt zu (siehe deutsche Mittelstandsnachrichten), in den USA haben die ersten Städte kein Geld mehr für die Polizei (siehe deutsche Wirtschaftsnachrichten), dafür übertreffen die Selbstmorde dort jetzt die Anzahl der Verkehrstoten (siehe Gegenfrage).

Eine Zeit der Hochkonjunktur für Sozialrevolutionäre, möchte man meinen – aber nicht innerhalb eines Volkes von Vergewaltigern. Hierzu müssen erstmal Grundlagen geschaffen werden – und eine der wichtigsten Grundlagen ist die Erkenntnis, das Arbeit Scheiße ist (für dieses Kraftwort möchte ich mich gern sofort bei sensibleren Lesern entschuldigen, aber es ist hier einfach mal jenseits jeglicher guter Erziehung notwendig, Klartext zu reden).

Arbeit ist Scheiße. Das muss oberste Parole werden. Nicht arbeiten an sich – sondern DIE ARBEIT, die uns heute als solche verkauft wird, denn arbeiten: das tun wir jeden Tag. Spülen, kochen, Wäsche waschen, Betten machen, Eltern pflegen, Kinder erziehen, dem Nachbarn helfen, im Verein aktiv werden – sowas erledigen wir alle nebenbei: ohne Zeitdruck, ohne Leistungsdruck, ohne Anpassungsdruck und ohne Kündigungsdruck, oft sogar mit guter Laune weil begleitet von guter Musik, freundlichen Menschen und strahlendem Sonnenschein.

Arbeit ist Scheiße. Sie ist gesundheitsgefährdend, verhindert den gezielten Aufbau von Vermögen, das man aus Überschüssen der eigenen Arbeitskraft aufbaut (Überschüssen, mit denen andere gerade Kapital aufbauen), zerreißt die Familien, zerstört die ganze Sozialstruktur der menschlichen Gemeinschaft, was letztlich zur Erodierung des gesamten demokratischen Gemeinwesens führt – und zu enormen Kosten im sozialen Bereich.

Um das  zu erkennen, muss man das aber einfach mal mutig formulieren: Arbeit ist Scheiße.

Durch ARBEIT dringt der FEIND ins LEBEN – darum mal ein Hoch auf jene Menschen, die freiwillig in Hartz IV gehen, um dem Feind zu entfliehen. Einen davon habe ich jetzt kennengelernt – und ich möchte ihn nur kurz anonym zitieren (anonym, damit er nicht verfolgt wird wegen seiner Lebensphilosophie – ich denke, dieser Schritt ist in Deutschland 2012 notwendig):

Ich war z.B. freiwillig H4. Das war mir alle male lieber als mich unter Idioten in idiotische Strukturen einzuordnen, da kannst nicht genug Geld bekommen um den Lebensverlust nur andeutend auszugleichen …

Es waren mal schöne Zeiten als Politiker und Gewerkschafter solche Wahrheiten offen aussprechen konnten – lang ist´s her.

Und ein Hoch auf jene Menschen, die die Arbeit fliehen, um arbeiten zu gehen: zwei kann man da gerade auf ihrer mühsamen Reise durch Mexiko begleiten, zwei deutsche Frauen Mitte vierzig (also jenes Alter, wo das Verfallsdatum für den Arbeitssklavenmarkt schon weit überschritten wurde), die einfach ihre Sachen gepackt haben und nach Mexiko gezogen sind: Güeras in Mexiko lautet der Blog, in dem sie regelmäßig über ihre Abenteuer berichten … jedenfalls so lange der Computer nicht geklaut wird. Aktuell sind sie – soweit der Redaktion bekannt ist – in Peru und arbeiten dort: pflanzen für eine bessere, nachhaltigere, gerechtere Welt – Plan Verde genannt. Ich habe mal gefragt, warum sie das gemacht haben. Die Antwort fand ich … beeindruckend:

Wir möchten andere Formen des Zusammenlebens leben, wo nicht ständig nur das „Gesetz des Stärkeren“ regiert. 

Weiß eigentlich noch einer, das diese Form des Zusammenlebens unsere ureigenste menschliche Form ist? Deshalb haben wir Stadt und Staat gegründet, um dem Recht des Stärkeren zu entkommen – und jetzt dulden wir es mitten unter uns, nur weil es durch Arbeitszwang bzw. Geld ausgeübt wird?

Natürlich können nicht alle auswandern – für viele wird das jedoch die einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in sozialer Verantwortung sein, die sie in ihrem Leben noch kriegen können, denn in Deutschland – das sehen ja auch die Meisten so – geht es beständig bergab.  Wir könnten uns aber auch einfach erstmal hinsetzen, und die Wurzel des Übels beim Namen nennen:

Arbeit ist Scheiße!

PS: Die Frauen auf der Flucht vor dem Gesetz des Stärkeren kann man im Übrigen untersützen: sie haben viel gearbeitet, um in einem eigens eingerichteten Shop eine Vielzahl von Produkten anzubieten, die ihren besonderen Reiz dadurch bekommen, das sie Teil eines Abenteuers sind. Ist doch bald Weihnachten – da sucht man doch immer etwas ganz besonderes.

Mir fehlt noch das T-Shirt mit dem Aufdruck Arbeit ist Scheiße – aber man kann ja nicht alles haben. Bei dem Wort Arbeit hätte ich gerne das Arbeitsamts-A, damit auch alle wissen, was gemeint ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rettet Duck Home im Namen der Zukunft vor den Asozialen

Samstag, 26.5.2012. Eifel. Das Wetter ist schön. Ich hätte besseres zu tun, als zu schreiben. Ich bekomme kein Geld dafür. Will ich auch gar nicht. Ich besitze kein Geld - und will auch gar nicht wieder damit anfangen. Geld verdirbt einfach den Charakter - auch den von Politikern, Managern und Richtern. Und Charakter ist das einzige, was in dieser Welt wirklich mir gehört und was mich - möglicherweise - in einer nächsten Welt begleiten wird. Wer möchte schon mit einer so verdorbenen Ware ewig weiterwandern? Und obwohl ich heute lieber in der Sonne liegen würde (und einen kleinen Berg von Alltagsarbeit vor mir habe) ruft es mich doch zu den Tasten. Der Grund? Wieder verschwindet ein Blog von der Landschaft. Diesmal kenne ich ihn ein wenig - ab und zu, wenn Zeit übrig war, habe ich dort mal geblättert. Jetzt droht er zu verschwinden .... wie schon die geliebte Bundesregierung.

Samstag, 26.5.2012. Eifel. Das Wetter ist schön. Ich hätte besseres zu tun, als zu schreiben. Ich bekomme kein Geld dafür. Will ich auch gar nicht. Ich besitze kein Geld – und will auch gar nicht wieder damit anfangen. Geld verdirbt einfach den Charakter – auch den von Politikern, Managern und Richtern. Und Charakter ist das einzige, was in dieser Welt wirklich mir gehört und was mich – möglicherweise – in einer nächsten Welt begleiten wird. Wer möchte schon mit einer so verdorbenen Ware ewig weiterwandern? Und obwohl ich heute lieber in der Sonne liegen würde (und einen kleinen Berg von Alltagsarbeit vor mir habe) ruft es mich doch zu den Tasten. Der Grund? Wieder verschwindet ein Blog von der Landschaft. Diesmal kenne ich ihn ein wenig – ab und zu, wenn Zeit übrig war, habe ich dort mal geblättert. Jetzt droht er zu verschwinden …. wie schon die geliebte Bundesregierung.

Ich gebe zu, ich habe mich nie mit diesem Abmahnwahn beschäftigt, noch verstehe ich recht, wie das funktionieren soll. In meiner Welt glaube ich noch an Recht und Gerechtigkeit. Ich hätte selbst fast mal Jura studiert – um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Ich habe sehr viele Prozesse in meinem Leben führen müssen – und immer hat vor Gericht die Gerechtigkeit gesiegt. Ich sehe auch, das das Bundesverfassungsgericht ein mächtiges und verlässliches  Bollwerk gegen die Machenschaften jener sozial schwacher Indiviuden ist, die Deutschland in ein marktkonformes Arbeitslager verwandeln wollen. Sozial schwach? Ja, entgegen des Medial verbreiteten Sprachgebrauches sind jene Personen als „sozial schwach“ anzusehen, die nicht für eine Gemeinschaft leben, sondern nur VON ihr.  Richtern, Rechtsanwälten und Politikern sollte das wie auch den Soldaten und Polizisten dieses  Landes bewußt sein: sie leben ALLE von Staatsknete, viele davon sogar sehr fürstlich.

Bei so einem kostbarem Geschenk sollte es ein leichtes sein, ein soziales Leben FÜR die Gemeinschaft zu leben – und nicht ein egozentrisches Räuberleben, das nur danach trachtet, möglichst viel für sich auf Kosten der anderen zu ergattern … was wir wohl eindeutig zurecht asozial nennen dürfen.

Weniger asozial scheinen mir jene Menschen zu sein, die von Hartz IV leben. Sie können auch nicht mehr das für die Gemeinschaft tun, was sie eigentlich wollen … und meistens sind es Alter, Krankheit, Kinder oder eine sehr ungünstige persönliche Entwicklung, die es ihnen nicht mehr erlaubt, Gnade vor den Augen der Personalherren zu finden.  Sie können nichts dafür, das Richter, Polizisten und Politiker eine Welt geschaffen haben, in der überall ein Preisschild draufklebt (Luft mal ausgenommen – Wasser kostet teilweise schon sehr viel).  Soziale Menschen erkennen das und statten selbstverständlich ohne großes Murren ihre Mitmenschen mit dem nötigen Kapital aus – so wie früher der König den Menschen Land zuteilte, damit sie essen anbauen konnten.

„Ohne Essen stirbt der Mensch“ – ist den sozialen Charakteren dieses Landes bekannt.

Den Asozialen ist es egal.

Nun sitzen viele Menschen genau wie ich vor dem Bildschirm und bringen ihre Gedanken zu Papier … oder zu dem, was im Internet das Papier erstetzt.  Das ist auch nur gut so. Das Internet stellt eine kulturelle Revolution dar, die das Potential hat, unsere  Kultur so zu erhöhen, verfeinern und ihre Leistungsfähigkeit enorm zu steigern wie es dereinst der Buchdruck getan hat. Gerechte, demokratisch und sozial gesinnte Menschen sollten das begrüßen, hier wurde der Menschheit ein Geschenk zuteil, deren Segnungen viele noch nicht mal im Ansatz begreifen.

Immanuel Kant hätte es sehr begrüßt: hier ist das Werkzeug, mit dem der ewige Friede auf Erden geschaffen werden kann – so wie der Buchdruck die Aufklärung in die Welt brachte.

Nun – leider gibt es nicht nur Menschen, die Frieden begrüßen. Die Geschichte lehrt uns, das es reichlich Individuen gibt, die Krieg vorziehen – sofern sie weit hinten sind und sich durch die Leichenberge die Taschen füllen können. Es gibt auch gefüllte Taschen, die sich Sorgen machen, das die sozialen Kräfte dieser Welt merken, auf welch´ kriminelle Art und Weise die Taschen gefüllt worden sind. Ja, „die Märkte“ speisen sich hauptsächlich aus kriminellen Geldern – und investieren deshalb soviel in Politik und Medien, weil sie Angst haben, erwischt zu werden. Es wäre nicht schön, wenn die Bürger erfahren würden, das es Vermögen  aus Drogengeschäften und Menschenhandel sind, für deren Vervielfältigung wir unsere Staatsverschuldung vervielfältigen.

Mit diesen asozialen Gewalten legt man sich an, wenn man so einen kleinen Blog wie Duckhome betreibt, der eine beeindruckende soziale Leistung darstellt. Sozial? Natürlich – weil kostenlos für alle.  Das ist heute normal so. Das gehört zur neuen Zeit – Zeitungen gibt es ja auch kostenlos – in solchen Mengen, das viele sich deren Anlieferungen schon verbieten. Gut, es gibt Werbung bei Duckhome (sogar für Rezepte von Kartoffelsalat) – aber das gibt es bei allen anderen Medien auch. Blogs haben eben ihre Betriebskosten – auch wenn die geringer sind als die Kosten für ein Totholzmedium.

Nun droht einem sozialen Projekt wie Duckhome das Ende.  Sie sollen dort Urheberrechte verletzt haben.

„Urheberrechte“ ist ein schwieriges Thema.  Eine Perspektive habe ich schon mal eingenommen … via Urheberrecht dominieren Konzerne die Entwicklung von Kunst und Kultur.  Die andere Perspektive habe ich auch schon kennenlernen müssen: da kopiert einer meine Artikel, um sie als seine eigenen auszugeben.

Das hinterlässt einen fiesen Geschmack. Zwar ist „Eifelphilosoph“ ja extra anonym und schreibt nicht zwecks Förderung eines neuen Personenkultes, aber man fühlt sich als Mensch doch irgendwie zurückgesetzt, weil der sozial übliche Respekt vor der Persönlichkeit des Mitmenschen vollkommen fehlt – sogar bei den „Hells Angels“ gibt´s für so was  tierisch mit der groben Kelle. Respekt vor dem Mitmenschen ist halt eine wichtige Charaktereigenschaft, deren Fehlen immer in Kriegen endet – letztendlich.

Andererseits … man produziert  ja dafür, das es gelesen, gesehen oder mitgesungen wird – und hier wird es erst recht schwierig, sich gegen Kopien zur Wehr zu setzen … oder auch nur im Ansatz dagegen zu sein.

Was wäre, wenn jemand ein Copyright auf „Demokratie“ für sich verlangt  – die Griechen dürften da an erster Stelle stehen. Sie predigen diese Staatsform zur Abwehr von Krieg und Ungerechtigkeit schon seit dreitausend Jahren. Angesichts der Verbreitung und Akzeptanz von „Demokratie“ dürften die Griechen an Lizenzgebühren reich werden. Gleich danach kämen die Indianer dran, die die Aufklärung nachhaltig zu ihren „Verfassungen“ inspiriert haben.

Noch krummer wird es, wenn Nachrichtenagenturen ein Copyright auf Wirklichkeit einrichten: die Privatisierung von Information gleicht dem Ruf nach der Privatisierung von Regenwasser – aber wir wissen, das selbst dieser Ruf schon ertönte. Doch obwohl solche Forderungen a priori asozial und sogar gemeingefährlich sind, scheinen sie sich langsam durchzusetzen. Ich sehe schon eine Gesellschaft vor mir, in der die Informationen aus der „Tagesschau“ nur noch hinter vorgehaltener Hand besprochen werden dürfen, weil ansonsten gleich zehn Anwälte auf der Matte stehen, die Gebühren für den Gebrauch der Information „In Hanau explodiert ein Atomkraftwerk“ wollen.

Darum ist die Rettung von Duckhome nicht nur ein Gebot der Solidarität von freien Autoren und ihren Lesern. Es ist ein Akt der Rettung unserer aller Zukunft, der Rettung einer neuen Kultur des Friedens, Wissens und Schaffens – genau jener Kultur, die uns als „Wissenschaft“ die Wunder der modernen Zivilisation beschert haben. Die haben wir nur der Tatsache zu verdanken, das viele Menschen ihr Wissen respektvoll untereinander geteilt haben. Hätten sie es für sich behalten, würden wir bis heute das Rad nicht kennen und noch in Höhlen leben.

Es scheint nur ein kleines Drama zu sein, was sich hier abspielt, irgendwas mir geldgierigen Menschen gegen Idealisten.

In Wirklichkeit aber ist es ein Detail im Kampf der Kulturen, ein Analog zu den Hexenverbrennungen und Judenverfolgungen – und so wird die Rettung von Duck Home zu einer unaufschiebbaren Pflicht unserer ganzen demokratischen, sozialen Kultur – und jener neuen Kultur des ewigen Friedens, die sich schon jetzt am Horizont abzeichnet.  Ich finde, dessen sollte man sich bewusst sein.

Folgen wir den Autoren von Duck Home, ist schlichtweg die ganze moderne Informationskultur in Gefahr – und jedes (auch im Sinne einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung gebrauchtes) Zitat eine Straftat.

Eigentlich aber … dürfen wir darüber schon jetzt nicht mehr reden … denn auch diese Informationen könnten schon jemandem gehören. Vielleicht kauft sich bald einer das Copyright für die deutsche Sprache … dann sind wir endlich alle still und stumm.

Und vielleicht werden bald alle freien Blogs beschlagnahmt. Dann werden restlos alle merken, wie dringend wir sie schon längst brauchten, um die Ausgewogenheit der Berichterstattung gewährleisten zu können und Meinungsbildung im Sinne des Grundgesetzes zu ermöglichen.

Dann wird es aber zu spät sein.

Wenn wir dann aber endlich eine Gesellschaft haben, die sich in keiner Art und Weise mehr mit Information beschäftigen darf, können die ewig neuen Milliarden zur Rettung der Rendite kriminellen Kapitals dank ESM endlich hemmungslos fließen.

 

 

 

 

 

 

1. Mai 2012, Tag der Arbeit: ein Hohn – wir feiern eine Leiche … oder den Triumph Adolf Hitlers

1. Mai 2012, Tag der Arbeit: ein Hohn - wir feiern eine Leiche ... oder den Triumph Adolf Hitlers

1.Mai.2012. Tag der Arbeit. Eifel. Für bäuerliche  Gegenden ein Tag wie jeder andere – nur, das mehr Touristenautos hinter den Treckern hängen und wie die Blöden hupen. Bauern müssen jeden Tag arbeiten – das Vieh macht keine Pause. Maschinen machen heutzutage auch keine Pause mehr: im Namen der Rendite müssen sie rund um die Uhr laufen. Das ist eigentlich gut, nehmen sie uns doch die Arbeit ab – aber Maschinen werden an diesem Tag nicht gefeiert, noch gibt es einen Tag der Maschinen. Dabei hätten sie es verdient – vielleicht sogar an diesem Tag. Als die Maschinen noch die Hilfe vieler Menschen brauchten, um den unendlichen Güterstrom zu produzieren, den wir aktuell „Leben“ nennen, riefen diese Menschen am 1.Mai 1886 zum Generalstreik auf, weil sie nicht so lange durchhielten wie die Maschinen und nur noch acht Stunden am Tag arbeiten wollten – und auch für deutlich mehr Geld.  Die Polizei griff ein, es gab zwei dutzend Tote und mehrere hundert Verletzte – siehe Haymarket Affair. In Gedenken an diesen Tag erklärten die Nazis 1933 den 1. Mai zum nationalen Feiertag –  zum Tag der nationalen Arbeit. In der Tat kommt den Nazis bei der Bewertung der Arbeit ein besonderer Faktor zu, ein Faktor, um den wir uns heute mal kümmern sollten: Arbeit wurde zum politischen Instrument. Darum wurden direkt nach der Einführung des Feiertages die Gewerkschaften abgeschafft.

Von den Nazis kommt der Begriff: „Arbeit adelt“. Was sich erstmal nach großem Respekt vor der körperlichen Arbeit anhört, ist aber in erster Linie die Einführung der Arbeit als Selbstzweck und das bindende Versprechen, das die Arbeitserleichterungen, die die Maschinen ins Leben hätten bringen können, erstmal nicht das normale Volk erreichen: das soll weiterhin schuften bis zum Umfallen. Warum auch nicht, wenn man dadurch adelig wird.

Diesem Adelsmythos hängen wir bis heute hinterher, er verfolgt uns bis in den Alltag. Einfach mal in Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg oder München auf den Marktplatz stellen mit einem großen Transparent um den Hals: „ICH BIN ARBEITSLOS“. An den Reaktionen der Mitmenschen kann man sehen, das die nationalsozialistische Umerziehung noch bis heute in den Gliedern steckt. So viel Unfug kann man erreichen, wenn man nur gründlich genug ist und die Todesstrafe in eine materialistische Gesellschaft implementiert. Niemand denkt mehr daran, das Arbeit eigentlich ein biblischer Fluch in einer gefallenen Welt ist, alle denken daran, wie supertoll adelig sie doch durch die Schufterei werden – dabei ist Arbeit ein sich etwas geworden, das in Wirklichkeit nur noch für Idioten vorgesehen ist.

Für Idioten?

Schauen wir doch mal hin – wer verdient denn mit Arbeit heute noch richtig Geld … bzw. wo muss man heute eigentlich für sein (weniges!) Geld noch richtig schwer arbeiten?

Maurer, Straßenbauer, Altenpfleger, Bauern, Krankenschwestern, Handwerker generell – das sind Berufe, in denen im physikalischen Sinne noch Arbeit geleistet wird – jene Arbeit, nach der einem die Knochen weh tun, die den Körper langfristig ruinieren die aber dafür physikalisch messbar ist. Auch hier sind  viele Maschinen im Einsatz – aber der Mensch ist noch nicht völlig ersetzbar. Vergleicht man dazu Unternehmensberater, Investmentberater oder Rechtsanwalt, so verdient man unglaublich viel mehr … messbare Arbeit wird jedoch kaum geleistet. Sich vor Gericht vertreten, sein Unternehmen effektiv strukturieren und die Gewinne vor Entwertung zu sichern, das hat der Industrielle früher selbst getan, heute leben davon tausende sehr sehr gut – obwohl sie keine messbare Arbeit leisten.

Wer wird noch reich?

Fussballer, Models, Schauspieler. Superreich sogar. Der Spiel- Spaß- und Sportbereich ist zum Reichtumsgaranten geworden. Nicht dank Arbeit, sondern dank der Maschinen. Die produzieren inzwischen sein hundert Jahren, Tag und Nacht, ohne Unterlass – und die Maschinengesellschaft hätte die Arbeit komplett entwerten und ihr ihren Stachle nehmen können, wenn nicht … die SPD (in dieser Hinsicht die reale Nachfolgepartei der NSDAP) weiterhin Arbeit heilig sprechen würde und Arbeitslosigkeit unter  Strafe – ja sogar unter Todesstrafe gestellt hätte.

Das ist doch das, was man an Hartz IV nicht mag: die Aussicht, von einem sadistisch veranlagten Fallmanager mittels fortschreitender Sanktionen zu Tode gequält zu werden, einem tödlichen System ausgeliefert zu werden, während man gerade wo man alt, krank und schwächlich geworden ist arbeitslos wurde weil der neue Unternehmensberater gerade mit Hilfe der Rechtsanwälte noch mehr Arbeitsplätze abgebaut hat, damit der Investmentmanager mit dem so eingesparten Lohn an der Börse einen schnellen Gewinn einfahren kann.

Nun, das System arbeitet noch nicht mit der möglichen letalen Konsequenz, die seine Erbauer im Sinn hatten: „Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ (Leitspruch von SPD und NSDAP-Führungskräften) heißt letztlich: tötet die Freien.

Die Freien?

Ja – jetzt wird es aber sehr heikel.

Schauen wir uns doch mal unseren „Arbeitsalltag“ an. Immerhin haben wir noch so etwas, auch wenn man es modern richtigerweise eher „Beschäftigung“ nennt. Was sind wir dort? Kleine Rädchen im Getriebe der Maschine. Morgens um sechs klingelt der Wecker, sechs Uhr fünfzig fährt der Bus, um acht beginnt die Arbeit, genauer gesagt, die „Beschäftigung“, die meistens darin besteht, Blätter umher zu schicken, Mails zu beantworten und Telefonate zu führen. Dort wartet dann … DER CHEF. Das der ein Ekel sein muss, erfährt man in vielen „Spiegel“-Artikeln zu diesem Thema. Abends dann noch schnell einkaufen, flugs ein paar Fertigmahlzeiten einwerfen und schon ist man bereit für die weitergehende Beschäftigung der Informationsaufnahme – der man sich nicht entziehen kann, will man am nächsten Tag auf der „Arbeit“ noch mithalten.

Wer nun arbeitslos ist, ist frei von diesen Zwängen. Kein Wunder, das man die verhungern lassen will – möglicherweise gefällt denen das frei sein noch, nachher wird es noch ansteckend: das muss unter allen Umständen vermieden werden.

Schon sind wir wieder bei den Nazis, deren dunkle Gedanken immer noch über dem deutschen Volk hängen. Auch die wollten das deutsche Volk den ganzen Tag beschäftigen (wobei die Frauen dem Führer beständig Kinder für den Endsieg zu schenken hatten, das war deren Programm). Sie führten den Fernseher ein, das Radio, den Volkswagen, die Autobahn … na, wird´s schon mulmig?

Die haben gewusst, was sie taten. Und ihre Erben haben das erfolgreiche System einfach mal übernommen, aber mit anderen Farben angestrichen.

Arbeit als Fluch, weil uns  der Teufel aus dem Paradies gelockt hat? Das merken viele, jeden Tag – aber sagen dürfen sie es nicht mehr, denn jenseits der „Beschäftigung“ lauert 2012 Entwürdigung und Hungertod … mit freundlichen Grüßen der Sozialdemokratie in Deutschland.

Millionen von deutschen Arbeitnehmen reden sich ein, sie würden als freie Bürger in einer Demokratie leben, während sie die meiste Zeit ihres Lebens nur machen, was der Chef oder der Fernseher ihnen sagt – wobei der Chef viel mehr Lebenszeit frisst als der Fernseher.

Wir fühlen uns aber immer noch adelig, wenn wir arbeiten – Hitlers Arm reicht halt weiter als unsere Schulbildung uns erzählen möchte.

Unternehmensberater werden reich, weil sie Arbeitsmöglichkeiten in Massen vernichten, aber uns erzählt man, das Arbeit gut ist.

Investmentbanker werben mit der Freiheit von Arbeit für Kapitaleigner, die „ihr Geld für sich arbeiten lassen sollen“, aber uns erzählt man, das Arbeit gut ist.

Rechtsanwälte sorgen dafür, das Unternehmensberater und Investmentbanker mit jedem fiesen Trick durchkommen, aber uns erzählt man, das Arbeit gut ist.

Wie viele SPD-Politiker sind eigentlich nach ihrer Zeit im Parlament zurück auf den Bau, an die Werkbank oder auf die Pflegestation gegangen? Gibt es da einen?

„Arbeit“ ist 2012 weitgehend eine Leiche. Sie wurde von Maschinen überrollt und hat den Zusammenstoß nicht überlebt. Der Begriff aber wird weiterhin als Waffe und Disziplinierungsinstrument im Sinne Hitlers gegen das Volk eingesetzt, sogar weit über seinen ursprünglichen Sinn hinaus, denn heutzutage können auch (bzw. gerade!) mehrfache Mütter vom sozialdemokratischen Hungertod ereilt werden, obwohl sie dem Land viele Kinder schenken: die SPD ist da härter als Hitler.

Im Lande der Maschinen ist Kinder kriegen asozial. Diese Botschaft haben wir vom Fernseher eingetrichtert bekommen und folgen ihr.

Und die Parteien?

Während sie die Menschen mit einem toten Arbeitsbegriff zum Dauerlauf treiben (einem Dauerlauf, der zeitintensiver ist als das, was die Aufständischen vom Haymarket zur Revolte animierte), sammeln sie sich um die Maschinen und ihren Reichtum. Keiner, der mal aufsteht und anstatt „Arbeit“ mit den Begriffen „Freiheit“, „Gleichheit“, „Brüderlichkeit“ oder gar „Glück“ hausieren geht.

Wir sollten diesen Tag „Tag der Maschinen“ nennen – sie machen unsere Arbeit.

Oder wir nennen ihn „Hitlers Triumphtag“ und feiern so den Triumph seines Gesellschaftsentwurfes, eines Gesellschaftsentwurfes, in dem jeder Deutsche ein Radio hat, damit man ihm sagen kann, was er tun soll, jeder Deutsche eine Fernseher hat, damit er sieht, was ihm blüht, wenn er nicht tut, was man ihm sagt und ein Auto auf der Autobahn, damit er die Illusion von Freiheit hat, eines Gesellschaftsentwurfes, in dem jeder Deutsche einen Chef hat und jeder Chef von einem Unternehmensberater gesagt bekommt, was er zu tun und wann er wie viele aktuell zu entlassen hat, um von seinen Chefs oder „Anlegern“ weiterhin Geld zu bekommen.

Oder … wir nutzen den Tag mal in seinem ursprünglichen Sinne und denken darüber nach, wie wir uns von dem Fluch „Arbeit“ entgültig befreien können. Da die Arbeit von Maschinen gemacht wird, ist das doch sicher machbar. Zum Beispiel könnten wir heute alle mal im „Spiegel“ die Geschichte vom „roten Utopia“ lesen, das in Spanien Wirklichkeit geworden ist:

„Alle wichtigen Entscheidungen treffen wir in Vollversammlungen“, sagt der Bürgermeister. „Die Menschen legen selbst fest, wie viel Steuern sie zahlen wollen oder wofür unsere Überschüsse ausgegeben werden.“ Die Landarbeiter von Marinaleda erhalten für sechs Stunden Arbeit pro Tag 47 Euro. Was darüber hinaus erwirtschaftet wird, kommt dem Gemeinwohl zugute. So ist es möglich, dass das knapp 3000 Einwohner zählende Dorf über mehrere Sportanlagen, einen großen Park und zahlreiche kleinere, gepflegte Grünflächen verfügt.

„Die Menschen hier brauchen nicht viel Geld,“ sagt Bürgermeister Sánchez Gordillo. „Anderswo wird unter der Last von Hypotheken und Krediten gestöhnt, hier zahlen wir für das Baumaterial unserer Häuser der Gemeinde 70 Jahre lang 15 Euro im Monat ab, dann gehören sie uns.“

Mal ehrlich: hätten wir unser eigenes Haus, einen Garten dabei, der uns ernährt, nette Nachbarn, mit denen man lustig feiern kann: was würde uns eigentlich die Bankenkrise, der Euroterror oder Afghanistan noch kümmern?

Tagtäglich könnten wir erleben, das man gut ohne „Arbeit“ (im Sinne von „Beschäftigung“) leben kann: Essen wächst nämlich ursprünglich ganz von allein. Das sich jemand das Essen nehmen und sagen kann: „das kriegst Du jetzt aber nur, wenn Du mir Dein Leben verkaufst“ ist ein Prinzip, gegen das wir 1789 Revolution gemacht haben …. und im Laufe der Geschichte noch viel öfter.

Früher durfte sich der Adel alles Essen nehmen, heute tritt die SPD (oder generell: „die Partei“) an seine Stelle – mit Hitlers adeligem Arbeitsbegriff im Hintergrund.

Und schon versteht man, warum Menschen, die Freiheit lieben, was gegen Linke haben können – die nehmen einem ganz schnell das Essen weg, um einen zur Arbeit zu zwingen – jene Arbeit, die eigentlich durch Maschinen eleminiert wurde. Eine besonders grausame Form der Folter.

Aber gerade das wollten wir ja eigentlich nicht mehr, oder?

 

 

 

 

Deutschland am Abgrund: „Egal, wen sie erschiessen, ich bin immer auf ihrer Seite“ – soziale Massaker voraus!

Montag, 16.4.2012. Eifel. Millionen schlecht gelaunter Deutscher haben heute ihren ersten Arbeitstag - als Schüler, als Lehrer, als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber - wobei letztere ganz deutlich von dem arbeitgeberfreundlichen Klima der Kohl/Schröder/Merkel-Dynastie profitieren und deshalb vielleicht besser durch den Tag kommen. Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland, der arbeitslos wird, fällt sofort durch das soziale Netz und landet bei Hartz IV: dem von Medien und Politik definierten "Abschaum der Gesellschaft", mit dem man dem Mittelstand von unten Druck machen will, damit er denen oben besser dient.

Montag, 16.4.2012. Eifel. Millionen schlecht gelaunter Deutscher haben heute ihren ersten Arbeitstag – als Schüler, als Lehrer, als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – wobei letztere ganz deutlich von dem arbeitgeberfreundlichen Klima der Kohl/Schröder/Merkel-Dynastie profitieren und deshalb vielleicht besser durch den Tag kommen. Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland, der arbeitslos wird, fällt sofort durch das soziale Netz und landet bei Hartz IV: dem von Medien und Politik definierten „Abschaum der Gesellschaft“, mit dem man dem Mittelstand von unten Druck machen will, damit er denen oben besser dient.

Eigentlich die ideale Gelegenheit um sich mal hinzusetzen und zu überlegen, ob denn das alles nicht auch anders ginge, sich zu fragen, ob das denn eigentlich alles noch in Ordnung ist, wie es läuft. Schon heute Morgen hat jeder Deutsche wieder einmal gemerkt, das die Spritpreise in der Tat dreimal so schnell wie die Inflation steigen – nachdem die Politik flächendeckend auf Individualverkehr gesetzt hat (mit ordentlichen Subventionen, die ein vielfaches des Hartz IV-Etats ausmachen) sind nun alle abhängig von ihrer Benzinkutsche und zahlen sich dumm und dämlich. Das sich eine solche Strategie auszahlt, merkt man auch am Gehalt der Manager, siehe Spiegel:

Rex Tillerson, der Chef von ExxonMobil, bekommt für das Jahr 2011 insgesamt 34,9 Millionen Dollar und damit 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu dem US-Konzern gehören in Deutschland die Esso-Tankstellen. Tillersons Kollege John Watson von Chevron erhält 24,7 Millionen Dollar und damit sogar 52 Prozent mehr als 2010.

Beide Manager konnten mit ihren Konzernen dank der hohen Preise im vergangenen Jahr gigantische Gewinne einfahren. 

So etwas kann man inzwischen in Deutschland offen schreiben, ohne einen Aufstand zu riskieren. Hartz IV hat halt wie gewünscht funktioniert, da gibt es dann beim großen Abkassieren überhaupt kein Halten mehr. Gehaltssteigerungen von 52 % – würde eine Gewerkschaft das fordern, gäbe es sofort Geschrei vom Ende der zivilisierten Welt, wie wir sie kennen. Wer aber Millionen Menschen das Einkommen durch ungerechtfertigte überhöhte Preise kürzt, erlebt, das solche Wunder möglich sind.

Natürlich hört die neoliberale Offensive in der Gesellschaft nicht auf – eine Offensive, die eigentlich der „Putsch der Asozialen“ genannt werden sollte, der Putsch jenes politischen Bündnisses zwischen Parteien und Konzernen, die gemerkt haben, das man viel besser VON dem Bürger als FÜR den Bürger leben kann.  Das der dann jeden Montag Morgen schlechte Laune hat, nimmt man billigend in Kauf, immerhin hat man die Macht, dafür zu sorgen, das der überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommt. Konkrete Pläne zur Neugestaltung der Arbeitswelt liegen jetzt auf dem Tisch – sogar die Schreiber der eigentlich als wirtschaftsfreundlich und konservativen Werten verpflichteten Welt bekommen Angst, wenn sie darüber schreiben:

„Work Hard, Play Hard“ zeigt, wie das letzte bisschen Leistung aus Arbeitskräften herausgepresst werden soll. Und zwar mit einer Art Gehirnwäsche. Willkommen in der neuen Arbeitswelt. Am besten wird man „Work Hard, Play Hard“ wohl als Horrorfilm bezeichnen.

Die Ressource Mensch muss optimiert werden„, heißt es da, der Mensch selbst an sich ist nicht mehr gut genug. Früher wollte Adolf Hitler den Herrenmenschen züchten, das ging ordentlich schief – heute wollen Konzerne den Leistungsmenschen züchten (eine neue Form des Herrenmenschen, wenn man den Sprüchen der Politiker glauben darf) – unter vollem Beifall der „Society“, siehe Welt:

„Egal, wen sie rausschmeißen, ich bin immer auf ihrer Seite“.

In dem Artikel spricht der Multimillionär Harald Schmidt über den durchschnittlichen Bahnfahrer, seine Mitbürger, denen er seine Millionen verdankt:

„85 Prozent unserer Landsleute sind zu doof zum Bahnfahren.“ 

„Die Bedrohung für mich im Alltag ist nicht die Atombombe, sondern eine allein reisende Mutter mit einem Rucksack hinten und einem Rucksack vorne“, sagte Schmidt.

Ein Mann, der offen sagt, was die Leistungselite dieses Landes über den Rest der Bürger denkt,  jener Bürger, die es nicht schaffen, mit doofen Sprüchen oder Anlagebetrug, Preistreiberei oder Leiharbeit Millionäre zu werden, jener Elite, die sich darauf spezialisiert hat, VON dem Bürger zu leben wie die Made im Speck und ihn währenddessen noch wegen seiner Blödheit zu verspotten. Die Zeiten, wo allein reisende Mütter Hilfe von Mitreisenden bekamen, sind vorbei – inzwischen sind Sie für den Leistungsträger eine Gefahr, die – zum Erschrecken aller vernunftbegabten Leser des Artikels – schlimmer ist als die Atombombe. Liegt vielleicht daran, das man die sozial denkenden Mitmenschen schon ´rausgeschmissen hat, damit die asozialen in der ersten Klasse in Ruhe die Börsenkurse studieren können.

Natürlich braucht dieses Klima auch eine entsprechende Politik, die den Umbau der Gesellschaft in eine „marktkonforme Demokratie“ – sprich: Bananenrepublik – produktiv begleitet und jeglichen gesellschaftlichen Widerstand ausschaltet. Getreu dem Motto „Wer zahlt, befielt!“ will der parteispendendurstige Hartz-Block im Parlament (CDU/SPD/FDP) das Rederecht von Parlamentariern einschränken, also eine Art Meinungs-Hartz-IV für Abgeordnete einführen.  Hintergrund ist die neue Geldquelle, die man alternativ zur Ölpreistreiberei entdeckt hat: der nahezu wöchentlich wachsende europäische Rettungsschirm, der demnächst für die Pleitebanken in Spanien zahlen muss: nie wieder soll vom deutschen Abgeordnetenhaus Widerspruch gegen die neue Supergeldquelle ausgehen, von der auch viele Entertainer leben, die ansonsten in Vereinshallen elendig verwurstet werden würden.

Welch´ ein Unterschied zu jenen Zeiten, als von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen sollte – Krieg, der aktuell mitten in Deutschland tödlich für Schauspieler werden kann, weil sie von Soldaten auf offener Straße erschossen werden. Es hat schon seinen Sinn, das die Leistungs- bzw. Lumpenelite dieses Landes die Privatisierung der Bundeswehr vorantrieb und dadurch ein neues Disziplinierungsinstrument für das Volk schuf: jetzt müssen sogar Jungschauspieler um ihr Leben fürchten, die in Komödien mitspielen, die in etwa „den Unterhaltungswert einer Magenspiegelung haben„.

Vielleicht hört man dann demnächst von den Entertainmentkaspern der Lumpenelite den lustigen Satz:

„Egal auf wen Sie schießen, ich bin immer auf Ihrer Seite“.

Gut, das viele schon freiwillig gehen – jedenfalls dort, wo der Rettungsschirm richtig eingeschlagen hat, siehe Spiegel:

Seit Beginn der europäischen Wirtschaftskrise steigen in den betroffenen Ländern die Selbstmordraten. Häufig wird der Freitod öffentlich inszeniert, um auf die schlechte Lage aufmerksam zu machen. Experten sehen die harte Sparpolitik als Ursache für die Verzweiflung vieler Menschen.

Nachrichten, die den italienischen Steuerzahlerbund schon offen von einem „sozialen Massaker“ sprechen lassen. Vielleicht will sich die Bundeswehr einfach schon jetzt mal dran beteiligen, bevor die alle von selbst abtreten?

Oder man will einfach offen demonstrieren, wer jetzt wirklich die Macht im Lande hat.

„Asoziale Lumpen aller Länder vereinigt euch“ war als geheime Losung des Weltbundes der neoliberalen Plünderelite ausgegeben worden. Hätten wir damals genau hingehört, bräuchten wir heute nicht mit schlechter Laune in die Arbeitswoche starten … und erst recht müssten wir dabei nicht dauernd freundlich lächeln und permanent glücklich winken.

Aber das ist allemal besser als Hartz IV, Selbstmord oder erschossen zu werden, oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir können uns den Mittelstand nicht mehr leisten – und den Rest des Volkes erst recht nicht: drei Jahre Eifelphilosoph

Montag, 20.2.2012. Eifel. Gestern habe ich ein Datum verpasst: meinen Bloggerjahrestag. Sozusagen mein Geburtstag in der virtuellen Welt. Ich bin nun kein Karnevalsnarr - und selbst, wenn ich einer wäre, hätte ich in unserem kleinen Tal keine Möglichkeit, mich unter den Augen der Öffentlichkeit völlig gehen zu lassen, mich in die Vorgärten der Nachbarn zu erbrechen oder an ihre Haustüren zu urinieren. Hier wohnt halt sonst keiner - und Füchse, Rehe, Wildschweine, Milane (meine liebsten Nachbarn) interessieren sich nicht für solche Narreteien. So kam es, das ich an einem Karnevalstag einen Blog anfing - einen persönlichen Eifelphilosophblog. An und für sich lässt mir mein Alltag für solch einen eitlen Unsinn keine Zeit, aber zu Karneval dachte ich: sei doch auch mal ein Narr. Drei Jahre ist das jetzt her - die Anzahl der Artikel geht in die Tausende - da steht mitlerweile schon ein dickes Buch im Internet. Fragt man sich jetzt, warum man das macht - in einem an sich schon übervollen Tag noch ein wenig Wörter unterzubringen - so ist die Antwort einfach: die Bude brennt, jemand sollte die Feuerwehr holen. Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich mich gezwungen sah, mich wegen der Artikel sorgfältiger mit den Nachrichten auseinander zu setzen. Schauen wir uns doch heute mal die Brände im Detail an:

Montag, 20.2.2012. Eifel. Gestern habe ich ein Datum verpasst: meinen Bloggerjahrestag. Sozusagen mein Geburtstag in der virtuellen Welt. Ich bin nun kein Karnevalsnarr – und selbst, wenn ich einer wäre, hätte ich in unserem kleinen Tal keine Möglichkeit, mich unter den Augen der Öffentlichkeit völlig gehen zu lassen, mich in die Vorgärten der Nachbarn zu erbrechen oder an ihre Haustüren zu urinieren. Hier wohnt halt sonst keiner – und Füchse, Rehe, Wildschweine, Milane (meine liebsten Nachbarn) interessieren sich nicht für solche Narreteien. So kam es, das ich an einem Karnevalstag einen Blog anfing – einen persönlichen Eifelphilosophblog. An und für sich lässt mir mein Alltag für solch einen eitlen Unsinn keine Zeit, aber zu Karneval dachte ich: sei doch auch mal ein Narr. Drei Jahre ist das jetzt her – die Anzahl der Artikel geht in die Tausende – da steht mitlerweile schon ein dickes Buch im Internet. Fragt man sich jetzt, warum man das macht – in einem an sich schon übervollen Tag noch ein wenig Wörter unterzubringen – so ist die Antwort einfach: die Bude brennt, jemand sollte die Feuerwehr holen. Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich mich gezwungen sah, mich wegen der Artikel sorgfältiger mit den Nachrichten auseinander zu setzen. Schauen wir uns doch heute mal die Brände im Detail an:

da merken wir zum Beispiel, das wir uns den Mittelstand nicht mehr leisten können. Wie anders soll ich die Tatsache beschreiben, das die Deutsche Mittelstandsbank IKB ihre Verluste vervielfacht hat, siehe Handelsblatt:

Ausgerechnet am Rosenmontag, an dem im Rheinland Ausnahmezustand herrscht, hat die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ihre Neunmonatszahlen präsentiert. Ihr Verlust hat sich fast verdreifacht.

Toll, wie die leben können, oder? Wenn ich als Familienvater meine Verluste vom Vorjahr verdreifache, dann bin ich schon seit sechs Monaten verhungert. Toll ist auch die Begründung für die Verluste: von „hohen Abschreibungen“ ist da die Rede. Dahinter verbirgt sich – vermute ich jetzt mal – eine Vielzahl von Unternehmen, die wegen der Kreditklemme in den Konkurs gegangen sind. Darüber redet die Presse aber nicht mehr. Das kann man auch ganz öffentlich nachlesen – nur: an Stelle eines Sturmes der Entrüstung herrscht hier Schweigen. Die wichtigste Information der letzten vier Jahre findet man in einem Artikel von Jakob Augstein – einem Artikel, den ich schon oft zitiert habe und noch öfter zitieren werde:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten. Wie viel Geld bereits in die Banken gepumpt wurde, wie viele Milliarden Bürgschaftszusagen vergeben wurden (und wie viele Hartz-IV-Monats“löhne“ das sind), das steht auch nicht in der Zeitung. Die Süddeutsche (vom 15. 1.) beispielsweise versteckt die Mitteilung, dass die Hypo Real Estate zum vierten Mal in vier Monaten Milliarden Bargeld und Bürgschaften braucht, unter der Überschrift „Wenn Steinbrück an die Tür klopft“.“

Während der Journalist – die angeblich „vierte Macht“ im Staate – sowieso schon den ganzen Tag aufpassen muss, das er nicht auf irgendwelche Minen tritt (Anzeigenkunden, Parteivertreter, Chefredakteure, Eigentümer, neidische Kollegen und „feindliche“ Anwälte) und insofern nur noch eine gründlich vorgereinigte Berichterstattung den Kunden Bürger erreicht, haben wir inzwischen Verhältnisse, in denen die Kanzlerin des Deutschen Reiches ihre Direktiven direkt an die zuständigen Chefredakteure durchreicht – ohne das gleich tausend Zeitungen aufschreien, das die Demokratie damit ihr Ende gefunden hat – und dies der Todestag der deutschen Medien war, die in Folge nur noch Hofberichterstattung machen – etwas, wovon „Der Spiegel“ schon seit zwanzig Jahren gut lebt.

Von diesen Leuten werden wir nicht erfahren, das „wir“ uns – neben den Arbeitslosen und den Griechen – auch bald den Mittelstand nicht mehr leisten können. Es ist ja dieser Scheiss-Mittelstand, der seine verdammten Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Ja, da muss man mal auf die Fäkalsprache ausweichen, da muss man mal ganz deutlich werden: diesen Scheiss-Mittelstand, den wollen wir nicht mehr. Deutschland braucht Menschen, die von den Zinsen ihres Kapitals leben können. Die können sich den ganzen tollen Freizeitzirkus auch leisten, die haben Zeit, sich die tollen Talk-Shows anzuschauen, die können mit unwirtschaftlichen und ökologisch kriminellen SUV´s drei Parkplätze auf einmal belegen, die haben Zeit, allen möglichen Ramsch zu kaufen, den sich die Konzerne ausgedacht haben … der langweilige Mittelstand jedoch, diese erbärmlichen Kretins, die blöd glotzend auf Bootsmessen ihre stinkenden Billigfüsse auf die noblen Hölzer edelster Yachten abtreten, die auf Autoshows bierrülpsend ihre Sozialneidkommentare abgeben und ansonsten die schönsten Traumziele der Welt mit ihrer Anwesenheit belästigen: die brauchen wir nicht, die wollen wir nicht und die können wir uns auch nicht mehr leisten.

Was wir brauchen, sind Menschen, die sich den schönen Dingen unserer Kultur widmen, erfolgreiche, wohlriechende Menschen von edler Gestalt und makellosem Äusserem, die auch genug Geld haben, sich mit den Kunstprodukten der Medienwelt zu umgeben – siehe Krone:

Das Geschäft mit Leasing-Promis boomt. Bezahlte Gäste sorgen für Glanz und Glamour bei Bällen, Partys undBoutiquen-Eröffnungen…

Der britische „Daily Star“ veröffentlichte kürzlich eine Liste von angeblichen Tarifen und taxierte Brigitte Nielsen auf unglaubliche 190.000 Euro (ohne Rabatt). Paris Hilton wird mit 100.000 Euro pro Abend ausgepreist. Rund 30.000 kosten Borderline-Celebrities wie Kim Kardashian oder Katie Price.

Was nun ein „Borderline-Celebritie“ ist, weiß ich nicht, das bleibt das Geheimnis des Autors des Artikels, den ich nur zitierte, um zu zeigen, welche Menschen in Deutschland „In“ sind, welche von der Presse hofiert werden: das sind die, die sich „Promis“ leasen können. Was nun „Promis“ eigentlich sind? Nun, das sind jene Menschen, deren Gesichter für viel Geld in die Medien gebracht werden, damit sie nachher für viel Geld verkauft werden können.

Während hier das Geld sinnvoll weitergereicht wird und die „Schönen“ an die „Reichen“ bindet, verschleudert der Mittelstand sein erbärmlich knappes Geld für etwas ebenfalls völlig erbärmliches: zum Zwecke der Fortpflanzung seiner eigenen Erbärmlichkeit, die selbst dadurch unsterblich wird: 120 000 Euro gibt er nach Angaben der Welt für seinen Nachwuchs aus: dafür hätte er sich fast einen Abend mit Paris Hilton und Katie Price ZUSAMMEN leisten können. Für die Pflege seiner Brut ist genug Geld da – aber nicht für die Begleichung der Forderungen der IKB-Bank, oder? Wie unverantwortlich ist das denn?

Dabei muss man mal ganz klar sehen, das der Mittelstand – die Ärzte, Handwerker, Unternehmer, Lehrer, Beamte, Verkäufer, Bauern, Wissenschaftler und was es da sonst noch an Gesochse gibt – allein nicht ausreicht, um ein Land überleben zu lassen. Schauen wir uns doch mal Griechenland an – nur als Beispiel. Hier hat der „Starökonom“ (diesen Titel vergibt der „Spiegel“ im Auftrag neoliberaler Verbände) Hans-Werner-Sinn ein wahres Wort gesprochen, als er die Folgen eines denkbaren Ausschlusses der Griechen aus der Eurozone skizziert hat:

Die reichen Griechen, die zig, wenn nicht hunderte von Milliarden Euro in der Schweiz deponiert haben, fänden es angesichts der gesunkenen Immobilienpreise und Löhne wieder interessant, in ihrem eigenen Land in Arbeitsplätze zu investieren.

Das sind halt die echten Menschen, die richtigen Menschen, Menschen, die selbstständig aus der Kraft ihrer eigenen Zinseinkünfte leben können und nicht von Transferleistungen von Krankenkassen, Kunden oder Arbeitgebern abhängig sind wie der ganze widerwärtige Mittelstand (samt reicher bundesdeutscher Ärzteschaft), der nichts anderes kann als vom Geld anderer zu leben und dann noch großartig von Demokratie faselt. Gut, das der Schäuble diesem Gerede jetzt ein Ende gesetzt hat – auch wenn das wieder keiner bemerkt. So findet sich im Spiegel:

Schäuble sagte, es bedürfe nun einmal schmerzlicher Prozesse, um Griechenlands Probleme zu beseitigen. Das sei einer der Gründe, warum die Umsetzung „nicht immer so umfassend und schnell und überzeugend“ klappe wie gewünscht. „So etwas nagt dann auch an der Glaubwürdigkeit.“ Doch die sei das wichtigste Gut gegenüber den europäischen Partnern, den Märkten, potentiellen Investoren und dem eigenen Volk.

Zugleich wies der Finanzminister den Vorwurf der Einmischung in innere griechische Angelegenheiten zurück. Die Staaten der Euro-Zone und die Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) brauchten „eine hinreichende Gewähr dafür, dass das Vereinbarte unabhängig vom Ausgang von Wahlen eingehalten wird“.

Na – toll formuliert, oder? Dieser Mann ist sein Geld wert … bzw. sein Pöstchen, das er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt erhalten wird. Schröder, Fischer und Clement haben das ja vorgemacht. Wir können uns den Mittelstand auch politisch nicht mehr leisten – wo kommen wir dann dahin, wenn diese Kretins auf einmal anfangen, jene Schulden nicht mehr zu bezahlen, die Banken und Politiker ihnen aufgedrückt haben?

Das würde nur die echten, guten, richtigen Menschen davon abhalten, in ihrem Land zu verbleiben – das ging ja gar nicht. Man sieht ja am Beispiel Griechenlands, was geschieht, wenn die gehen: das Land ist pleite!!!

Das kann uns in Deutschland genau so schnell gehen, wenn wir diesen mistigen Mittelstand weiter mit durchfüttern. Politische Reformen stehen auch hier an: Wahlrecht (aktiv und passiv) sollte nur noch jenen zustehen, die ihren Lebensunterhalt allein aus Zinseinkünften bestreiten können – die haben ja auch Zeit dafür und sind von anderen Geldgebern unabhängig. Sie sind die wahren freien Menschen unserer Gesellschaft – und auch nur ihnen sollte es gestattet sein, ihre Meinung offen und öffentlich zu äußern. Es wäre gut, hier Lizenzen zu vergeben, die ebenso Sinn machen wie hochpreisige Gebärlizenzen, die in den USA schon angedacht sind.

Wir können uns dieses ganze Mittelstandsgesochse einfach nicht mehr leisten, ihre erbärmlichen Ansprüche, ihr Geld mit primitiver Arbeit verdienen zu wollen – ein Anspruch, der zeigt, das man es hier wirklich und in der Tat mit einer besonders minderwertigen und mittellosen Kaste zu tun hat, ja, mit einer kulturgeschichtlich und historisch ganz anderen Art von Mensch, der sich einfach überlebt hat.

Wir können es uns auch politisch nicht mehr mit diesem Ballast abgeben, der meint, zu jeder Entscheidung der Regierung seinen unqualifizierten Senf hinzugeben zu müssen. Das ganze Land kann sich diesen Pöbel nicht mehr erlauben, der mit seinen billigen Autos die Bahnen des Führers verstopft, mit seinen Abgasen die Innenstädte vergast und mit seinen großen gelben Mülltonnen die Straßen hässlich macht.

Wir brauche einfach ein Gewähr dafür, das das Vereinbarte unabhängig von Wahlen beibehalten wird – hier und überall in der Welt: niemals wieder dürfen wir es zulassen, das die Arbeitsbienen den Zinskönigen das Leben schwer machen.

So jedenfalls … ist das Credo der neuen Aristokratie. Sie bildet sich vor unser aller Augen … aber die Presse verschweigt, wie mächtig sie sind. Sie sind in aller Munde, aber keiner redet wirklich über sie. Sie sitzen an allen Tischen, ihre Berater sind in allen Gremien, aber trotzdem liest man immer seltener kritische Kommentare zu dieser grandiosen Rückentwicklung in Zeiten des Feudalismus und der Leibeigenschaft.

Eigentlich ist es ein großer Flächenbrand, der durch das Land tobt, ein Flächenbrand, den man tagtäglich überall beobachten kann. Es wäre Zeit für Löschflugzeuge. Da die Medien den Brand jedoch als grandioses Feuerwerk verkaufen und auch noch Beifall klatschen, bleiben die notwendigen Gegenmaßnahmen aus – sonst kämen wir ja einfach auch auf die Idee, das Problem „Griechenland“ den Kreditausfallversicherungen der Privatwirtschaft zu überlassen: wenn die so blöde sind, den Pleitegriechen Geld zu leihen, dann sollen die auch dafür zahlen.

Ich denke: so lange der Brand tobt, werde ich meinen kleinen Eimer Löschwasser Tag für Tag zur Verfügung stellen – mehr ist mir mit meinen begrenzten Mitteln nicht möglich.

Wenigstens eins möchte ich diesmal bewirken: das nachher niemand mehr sagen kann:

WIR HABEN VON ALL DEM NICHTS GEWUSST!

Darum möchte ich heute auch meinen persönlichen Jahrestagsartikel mit einem Zitat des neuen Präsidenten der Bankenrepublik Deutschland aus dem Handelsblatt beenden:

Der Traum von einer Welt, in der man sich der „Bindung“ der Geldmärkte entledigen könne, sei eine “romantische Vorstellung”, sagte Gauck bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung „Die Zeit“ im vergangenen Oktober. Die Protestbewegung „Occupy Wall Street“ und ihre deutschen Pendants würden rasch verebben, sagte er voraus. Und er macht klar, dass er auch die Freiheit der Banken verteidigen will: “Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.”

Einen Präsidenten, der die Freiheit der Banken verteidigt: so etwas haben wir wirklich dringend gebraucht.  Die Zinskönige brauchen auch Schutz vor dem Pöbel – so muss das sein.

Den Mittelstand jedoch – können wir uns nicht mehr leisten: deshalb kommt unser Führungspersonal bald geschlossen aus der DDR: die hatten nie eine Chance zu merken, das hier Demokratie gezielt abgebaut wird – für die stellen selbst die Reste noch einen Gewinn dar.

 

 

Grundeinkommen – ein Kulturimpuls

 

„Ein Einkommen ist wie Luft unter den Flügeln!“ so beginnt der Film. Sollte das für jeden bedingungslos sein? Kann es das geben: ein wirtschaftliches Bürgerrecht?

2 Stunden, um darüber nachzudenken:

 

 

via:

Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen e.V. (BbG)

 

Deutschland in Geiselhaft, Euro tot, Demokratie vom Aussterben bedroht, RFID-Chip kommt

Es gibt eine Reihe von ziemlich wichtigen Themen in diesem Jahr. Die Einführung der Funkchipkarte durch die Sparkassen zum Beispiel. Ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Menschen im Produktions- und Erwerbsprozess. Wie haben schon viele derartige Schritte hinter uns, die wir kritik- und widerstandlos hingenommen haben. Seit Mitte der sieziger Jahre gibt es die Warnungen davor, das die Automatisierung der Massenproduktion die Arbeit verschwinden lassen wird - und sieh da: die Arbeit verschwand. Als Nebenwirkung der automatischen Produktion entstanden Müllberge und Moden. Immer öfter müssen Produkte immer schneller ausgetauscht werden, denn: die Maschinen produzieren ohne Unterlass.

Es gibt eine Reihe von ziemlich wichtigen Themen in diesem Jahr. Die Einführung der Funkchipkarte durch die Sparkassen zum Beispiel. Ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Menschen im Produktions- und Erwerbsprozess. Wie haben schon viele derartige Schritte hinter uns, die wir kritik- und widerstandlos hingenommen haben. Seit Mitte der sieziger Jahre gibt es die Warnungen davor, das die Automatisierung der Massenproduktion die Arbeit verschwinden lassen wird – und siehe da: die Arbeit verschwand. Als Nebenwirkung der automatischen Produktion entstanden Müllberge und Moden. Immer öfter müssen Produkte immer schneller ausgetauscht werden, denn: die Maschinen produzieren ohne Unterlass.

Das alles ist hinlänglich bekannt, es hätte zu einem Paradies werden können. Stattdessen basteln wir an unserer eigenen Hölle. Vierzig Jahre später dürfen wir wohl mal eine Resümee ziehen. Die Verantwortung für die von den Maschinen verschuldete Massenarbeitlosigkeit haben wir den Arbeitslosen, ihren Familienangehörigen und vor allem ihren Kindern aufgedrückt. Wie Schweine auf dem Hof jagen wir sie durch die leeren Arbeitsmärkte, damit sie sich von den letzten Resten das Arbeitsmahls ernähren. Viele andere werden „beschäftigt“: als Manager, Verwaltungsangestellte, Versicherungsmakler, Investmentbanker, Anlageberater. Ganz viele Menschen verdienen sich eine goldene Nase durch die Mitarbeit an den Verteilungskämpfen des von den Maschinen erarbeiteten Reichtums.

Unser Alltag ist der Alltag von gejagtem Wild geworden. Von unserer „Beschäftigung“ rasen wir ins Geschäft, wo wir mitlerweile selbst alles einpacken müssen, das Fließband gibt uns eine Akkordgeschwindigkeit vor, die wir nicht lange durchhalten würden, müssten wir sie öfter machen, dann schnell nach Hause, die Kinder wollen versorgt werden. Wünsche nach „Entschleunigung“ nehmen wir nur mit bitterer Miene war: wir sind auf der Flucht vor der Armut, die die Verteilungskämpfer absichtlich erzeugt haben.

Die Chipkarte der Sparkasse ist jedoch nur ein Schritt von vielen, der darauf hindeutet, das man uns auf der Alltagsflucht auf Schritt und Tritt beobachten möchte. So hat man uns unter Kontrolle. Wir finden die RFID-Chips schon in Reisepässen, Personalausweisen, Büchern, Nummernschildern, Tieren und Menschen, obwohl ihre Entsorgung problematisch ist und sie dazu neigen, empfindliche medizinische Geräte in Krankenhäusern zu stören.

Wie in den siebziger Jahren erkennen wir die Gefahren für die Gesellschaft, die von dieser neuen Technik ausgehen, die – natürlich – auch mal wieder Arbeitsplätze kosten wird.

Das ist uns aber mitlerweile egal.

Die Gründe für diesen Gleichmut kann man ganz offen der konservativen Tagespresse entnehmen. Man muss dazu nicht auf versteckte verschwörungstheoretische Seiten schleichen, wo man zwischen Reptiloiden, Nazi-Ufos und Lichtnahrung auch Warnungen vor einer zunehmenden Verfinsterung der Welt erhält. Die Wahrheit über unsere Demokratie, über den Euro und über Deutschland liegt ganz offen zu Tage, jeder weiß es: es ist kein Geheimnis.  So formuliert heute die Welt:

Ratingagenturen nehmen Griechenland in Geiselhaft

Hintergrund: über die Beurteilung der „Bonität“ haben die Ratingagenturen Dominanz über die Zinsentwicklung. Ist das Rating mies, steigen die Zinsen: das Geld fließt aus der Volkswirtschaft in die Kassen der  internationalen Banken, die sich trotz Krise seit Jahrzehnten schön reich gerechnet haben und sich jetzt noch reicher rechnen können. Seltsamerweise prüfen die Ratingagenturen die Bonität nie so genau, wenn der Kreditzirkus beginnt. In der Phase der „Anfütterung“ eines Staates ist man mit dem Rating immer sehr großzügig, selbst bei Ländern, bei denen einem jetzt – ganz überraschend – auffällt, das sie ausser Oliven nichts zu bieten haben.

Nehmen wir mal eine andere Schlagzeile.

Terroristen nehmen Arbeitgeberpräsident in Geiselhaft

Der gleiche Satz, gleiche Straftat, andere Täter. Ist auch wirklich geschehen.

Und wie haben wir reagiert?

Wir schauten, aus welcher politischen Ecke diese Terrorköpfe stammten und erließen einen Extremistenerlass, um alle potentiellen Unterstützer der Geiselnehmer aus dem Staatsdienst zu entfernen. Jeder, der nur entfernt „links“ war, verlor seinen Job. Es ging immerhin um Geiselname, da wollte man nicht zimperlich sein, immerhin war die Geisel ein netter Mensch gewesen, so meint jedenfalls sein Nachfolger Dieter Hundt:

Hanns Martin Schleyer war ein vehementer Verfechter des Prinzips „Freiheit in Verantwortung“. Für ihn gehörte zur wirtschaftlichen Freiheit zwingend auch die soziale Verantwortung des Unternehmers. Er war eben nicht der Verfechter eines schranken- und zügellosen Kapitalismus, zu dem ihn seine Mörder stempeln wollten. Hanns Martin Schleyer stritt hart für seine Überzeugungen, aber nie unfair – und stets mit dem Respekt vor der Meinung und der Freiheit des Anderen. Er war immer bereit, im Interesse der Menschen und der Sache den Kompromiss zu suchen.

So starb mit Hanns Martin Schleyer auch jener Unternehmertypus aus, der sich seiner sozialen Verantwortung bewußt war. Welch´ schrecklicher Zufall. Aus solchen Zufällen wurde später das „RAF-Phantom“, das zumindest die späteren Täter nur noch als ausführende Organe der Geheimdienste ansah, ein Verdacht, den wir angesichts der seltsam unlogischen Opferauswahl der Terroristen im Auge behalten sollten.

Nun haben wir erneut eine Geiselnahme in Europa, diesmal ist es ein ganzes Land. Das hatten wir auch schon mal, auch das ist nicht neu. Polen, Tschechien, Österreich, Dänemark wurden dereinst wie viele andere Länder auch als Geiseln genommen, ihre Vermögen (bis heute ohne Entschädigung) nach Deutschland überführt, ihre Menschen versklavt und in die deutsche Industrie gepresst.

Die Folgen?

Die Demokratien haben den Tätern ebenfalls den Krieg erklärt. Es wurde ein blutiger Weltkrieg daraus.

Was aber geschieht bei der griechischen Geiselnahme?

Identifizieren wir wieder mal die Ideologie der Täter und steuern mit einem neuen Extremistenerlass dagegen, schmeißen erstmal alle Terrorsympathisanten aus öffentlichen Ämtern heraus, um im Anschluss daran den Tätern selbst – nachdem wir ihnen die Unterstützerbasis entzogen haben – den Krieg zu erklären?

Nein.

Wir bezahlen, erhöhen unseren Garantieanteil um 81 Milliarden Euro, obwohl zum Beispiel an der Börse keiner mehr an einer Lösung des griechischen Problem glaubt, Ökonomen vor einem chaotischen Zerfallsprozess der Eurozone warnen und die Bundesbank eine Dauerpleitegefahr sieht.

Wieso dieser plötzliche Sinneswandel in der Politik? Wieso machen die Politiker ihren Job nicht mehr? Griechenland ist in Geiselhaft – und Natomitglied. Das ist doch ein Beistandspakt, oder? Hunderte von Millionen Europäern leiden … wegen einer Handvoll Ratingagenturen? Gegen Wehrmacht und RAF ist man mit aller Entschlossenheit vorgegangen, hat systematisch alle Sympathisanten trocken gelegt und die verbleibenden aktiven Elemente dann nach und nach ausgeschaltet, gegen die Geiselnahme durch Ratingagenturen soll man da machtlos sein?

Wenn man da wirklich machtlos ist … dann ist auch Deutschland in Geiselhaft.  Sieht man ja auch daran, das wir bezahlen.

Dann ist aber auch der Euro tot, denn er ist dem undurchschaubaren Urteil von Menschen ausgeliefert, die keiner kennt noch jemand kontrollieren kann – aber alle hören auf sie, selbst wenn sie Riesenmegakredite auf Oliven über viele Jahre hinweg befürwortet haben.

Und unsere Demokratie … ist dann akut vom Aussterben bedroht. Wir werden „Ratingagenturkolonie Westeuropa“.

Versteht man nun, warum manche Menschen auf diese RFID-Technology so panisch reagieren? Es besteht der dringende Tatverdacht, das die Geiselnehmer ihren Besitz mit Brandzeichen versehen wollen.  Ich würde diesen Tatverdacht angesichts der täglich demonstrierten Hilflosigkeit der Politik auch nicht so einfach als unbegründet ansehen.

Sicherheitshalter sollte man da mitlerweile mit dem Schlimmsten rechnen – das vermag einem in Zukunft unangenehme Überraschungen ersparen.

Wenn Ich 3 Minuten Redezeit in den Massenmedien hätte

Nachdem ich auf http://www.infokrieger.blog.de/ den grosssartigen Text „wenn ich 3 Minuten Redezeit in den Massenmedien hätte…“ gelesen habe, fand ich die Idee so gut, das ich meinen neusten Text auch gern in der Form verfassen wollte:

Guten Tag meine lieben Freundinnen und Freunde
Es ist Zeit aufzustehen und etwas zu tun. Wie lange wollen wir uns noch gefallen lassen, das von unseren gewählten Volksvertretern über unsere Köpfe hinweg Dinge beschlossen werden, die weder mit dem gesunden Menschenverstand, noch mit dem Gerechtigkeitsempfinden eines Großteils der Bevölkerung etwas zu tun haben? Unsere Bundesregierung ist von uns gewählt und von uns finanziert worden, um UNSERE Interessen zu vertreten und in unserem Namen Entscheidungen zu treffen, aber was „da Oben“ entschieden wird, könnte Ich weder mit meinem Gewissen vereinbaren, noch werden auch nur im Mindesten meine Interessen berücksichtigt. Stattdessen wird Politik für einen kleine Klientel Spitzenverdiener und gewissenloser Gewinnmaximierer gemacht, wären das Volk immer weiter ausgeplündert und in immer neue Kriege gezwungen wird.
Ich frage Euch, wer will denn nach Afghanistan und „Deutschland am Hindukusch verteidigen?“
Wer will denn die Unternehmensgewinne maximieren und die Megakonzerne entlasten, damit Sie hinterher doch keine Arbeitsplätze schaffen?
Wer will denn das die Bundesbahn privatisiert und für ein Butterbrot verschleudert wird?
Wer will denn offene Grenzen und eine „Liberalisierung der Märkte und einen freien Welthandel“ damit wir sämtlichen Sperrmüll von sonst wo kaufen können und im Gegenzug hier ein Laden nach dem Anderen zu macht, weil es ja in Deutschland noch nicht wieder möglich ist für 1,50 Euro Stundenlohn im Accord zu produzieren, wobei wir ja mit den 1-Euro-Jobs auf dem besten Wege dazu sind mit Bangladesh und Indien konkurrieren zu können.
Wer will denn immer schärfere Überwachungsgesetze und erzählt uns von einer Terrorgefahr, die es überhaupt nicht gibt?
Wer will uns denn mit Chips ausrüsten, die wir bisher nur bei unseren Hunden eingesetzt haben? Es muss uns allen klar werden, das die ganzen Sicherheitsgesetze einzig und allein dafür sind, uns noch weiter am Gängelband zu führen.
Wer will denn, das Familien schon in 3. Generation Sozialhilfe oder Hartz4 beziehen, weil die Kinder keine Chance auf Bildung und Ausbildung haben? Stattdessen sagt unser Bundespräsident, wir müssen uns um die Eliten in Deutschland kümmern, ich sage das ist völliger Unsinn, die Eliten kommen ganz alleine klar, wir müssen uns um die Schwächsten in der Gesellschaft kümmern nichts Anderes Herr Köhler.
Wer braucht ausländische Fachkräfte in Deutschland und will dafür die Gesetze lockern? Ich sage, das dass einzig und allein dem nutzt, der eine möglichst kritiklose Bevölkerung will, denn entwurzelte Leute die zwar fachlich auf der Höhe sind, aber in einem fremden Land die Sprache nicht richtig sprechen, werden auch nicht für Ihre Rechte demonstrieren. Bildet verdammt noch mal unsere Kinder vernünftig aus und bringt unsere Schulen in Ordnung, dann haben wir Fachkräfte ohne Ende und eine mündige, aufgeweckte Bevölkerung dazu ,nur das ist nicht im Sinne der Bundesregierung.

Es läuft einiges falsch in Deutschland und vielleicht wird es wirklich langsam Zeit, das wir mal wieder richtig auf die Strasse gehen und wenn es gar nicht geht, dann müssen wir unsere Regierung halt zum Teufel jagen, Ihr brauch uns, aber wir brauchen Euch nicht zwingend liebe Politiker, denn wie die mutigen Leute in der ehemaligen DDR schon 1989 richtig bemerkt haben:
WIR SIND DAS VOLK !!!

Der kommende Aufstand – Gedanken zu Deutschland 2011

Vor zwei Jahren habe ich angefangen, Gedanken im Internet zu veröffentlichen. Zuvor hatte ich den politischen Bereich des Lebens zum Wohle meines Seelenheils ausgeblendet. Mir war nach einem ruhigen, beschaulichen Leben, das der Liebe zur Weisheit gewidmet war – und nicht er Erlangung von Ruhm, Ehre oder Macht, die jeder für sich und alle zusammen erst recht der menschlichen Seele nicht gut tun … nach meiner Erfahrung. Ich war nun nicht immer so weltabgewandt. Zuvor habe ich das Gesundheitsbudget im Auftrag der Pharmaindustrie vergrößert – da landen Philosophen heutzutage, wenn sie essen wollen. Ich habe in den teuersten Hotels in Deutschland gewohnt, teuerste Fernreisen mitgemacht und in kleiner Runde schwerreiche Menschen persönlich kennengelernt, Menschen, für die Ackermann ein kleiner Knilch ist. Man kann nicht sagen, das ich mich dort mit Ruhm bekleckert habe, aber ich habe Impressionen von „oben“ bekommen, Einblicke in Funktionen von US-Konzernen (die ich auch vor Ort besuchen konnte) und in die Mentalität von „Funktionseliten“.  Das war mir persönlich wichtig, um ein umfassendes Bild vom Menschen und der Welt entwerfen zu können.

Nun sind zwei Jahre ins Land gegangen, wo ich aufgrund ständig politischer werdender Artikel gezwungen war, einen konkreteren Blick in die Welt zu werfen, einen Blick, der zunehmend Beunruhigendes an den Tag bringt. Meine Überzeugung, das sich die Welt schon automatisch in Richtung Vernunft entwickeln wird und letztendlich in eine Welt des „ewigen Friedens“ verwandelt, schrumpft täglich und die bewußte, absichtliche Erzeugung von Leid und Qual per Gesetz durch gewählte Volksvertreter befremdet mich mehr als ich in Worte fassen kann. Vor kurzem zitierte ich eine Religionswissenschaftlerin, die in einem Nebenaspekt ihrer Untersuchung über „Satanismus in Deutschland“ zu der Erkenntnis kam, das Satanismus nicht mehr so schlimm sei, weil die Werte satanischer Sekten mitlerweile auf breite Bevölkerungsschichten übergehen. Ich war verwundert über die Banalität der Erkenntnis, die eigentlich alle Alarmglocken zum Klingen bringen sollten, denn: im Kern ist der Mythos „Satan“ der Mythos von einem absoluten Menschenfeind. Werden seine Werte gesellschaftlicher Standard, dann bekommen wir … die Hölle auf Erden in einer Form, das ein Konzentrationslager ein Urlaubsort dagegen wäre.

Jeder Mensch, der nur ansatzweise Kenntnis von der Bedeutung und Wirkung ethischer und moralischer Normen auf die Entwicklung gesellschaftlicher Prozesse hat, müsste Zeter und Mordio schreien angesichts dieser Entwicklung – und es ist kein Wunder, das mehr und mehr Menschen über Aufstände nachdenken, Aufstände wie jene, die gerade Nordafrika umgestalten.

Ich denke auch: wenn die breite Masse der Bevölkerung (die sowieso schon angenervt ist – inklusive weiter Teile der „Funktionselite“, die nur noch deshalb funktionieren, weil sie sich auf Kosten anderer bequem die Taschen füllen können, um sich dann auf ihrer Segelyacht unbeobachtet schöne drogenumnebelte Träume von einer fernen, besseren Welt erlauben zu dürfen) wissen würde, wohin die Reise geht, dann wäre die Reise schnell zuende. Weder Christen noch Atheisten, weder Arme noch Reiche, weder kluge noch dumme, weder Faschisten noch Kommunisten, weder Demokraten noch Monarchisten wollen so eine Welt wie die, auf die wir zusteuern – und ganz normale Wähler wie ich wollen das sowieso nicht.

Nun kommt immer häufiger der Wunsch nach Aufruhr, nach Aufstand und wird auch in unseren Kommentaren öfter geäußert – manchmal so heftig und brutal, das wir es nicht veröffentlichen. Ich bin kein Freund von Aufruhr und Aufstand – so etwas stört die Kontemplation und die Besinnlichkeit und bringt die Mahlzeiten durcheinander. Aber als Schachspieler kann ich mich der Faszination der strategischen Planung nicht entziehen und möchte deshalb den kommenden Aufrührern einige Gedanken mit auf dem Weg geben.

Wer immer einen Aufruhr plant, braucht eine Analyse der Versorgungssituation, sonst verhungern seine Aufrührer auf dem Marktplatz. Unsere angeblich ach-so-freie Gesellschaft ist gekennzeichnet durch eine große (staatliche geförderte) Zersplitterung und Vereinzelung (weshalb auch getrennte Hartz IV-abhängige pro Monat 120 Euro mehr bekommen als normale „Hartz-Mütter“, hier hat der Gesetzgeber eine gezielte „Trennungsprämie“ vorgesehen, wie gestern erwähnt ist die gesamte Familienpolitik seit 2000 ähnlich ausgerichtet) sowie durch eine absolute Abhängigkeit der Gesamtbevölkerung von externen Dienstleistern, die Wasser, Nahrung und Energie in Händen halten. Selten waren Menschen so einsam wie heutzutage, so abhängig und hilflos. Sicherheitshalber (man weiß ja: „even the worsest case“ ist das erfolgreichste Managementprinzip, das der Bankenwelt durch umsichtige und fehlerfreie Planung Riesengewinne auf Staatskosten beschert hat) sollte man davon ausgehen, das diese Entwicklung seit dem Ende der 90´er Jahre gezielt gestartet wurde – vielleicht fürchtet man sich bei der Planung dann zwar vor einem blossen Verschwörungsgespenst, aber man erspart sich auf jeden Fall ein „böses Erwachen“.

Widerstand und Aufruhr lassen sich nur schlecht mit Formen der Legalität vereinbaren. Irgendwo wird es schon ein Gesetz geben, gegen das man versehentlich verstößt – und im Handumdrehen sind neue geschaffen, die die bisherigen erlaubten Lücken von Rebellion schließen. Was der Rebell aber braucht, ist Legitimität, nicht Legalität. Es ist entscheidend wichtig, das er „besser“ ist, das er Visionen von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in sich trägt und sein Leben nach dem Prinzip der Nächstenliebe ausrichtet, was umso wichtiger ist, als die Gesellschaft momentan einen ganz gegensätzlichen Kurs ansteuert. Wem sich nun unbewusst Bilder eines elitären „Seelenadels“ vor Augen entfalten, der liegt richtig – was die Effizienz der Bewegung und ihre Nachhaltigkeit angeht. Im Prinzip wird man im Laufe der Entwicklung nicht um eine Konsequenz herumkommen, der sich auch demokratische Indianerstämme beugen mußten: der Kriegshäuptling muß her (und zwar viele davon). Allerdings sollte man dieses Bild eher mit einem Gandhi als mit einem Che Guevarra auskleiden.

Die Werte sind bequemerweise schon da: die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte hat ihr eine politische Form gegeben. Der Alltag scheint jedoch zu zeigen, das die Formulierung allein nicht reicht – einfach mal die Hartz-abhängigen fragen, wieviel Menschenrecht bei ihnen aktuell gerade ankommt, nach neuesten Meldungen müssen die sich jetzt auch als Tagelöhner verdingen, weil man sie sonst per Gesetz dem Hunger ausliefert … Prinzipien, bei denen es einem eiskalt den Rücken herunter laufen sollte, weil der Geruch der „Vernichtung unwerten Lebens“ wieder im Raum steht.

Im erweiterten Gegenzug würde ich empfehlen, der satanischen Gesellschaft ein größeres, positives Gesamtbild entgegen zu stellen, ein Gesamtbild, das aber völlig unabhängig sein sollte von klerikaler oder weltanschaulicher Kleinkariertheit und sich nicht darum kümmert, welcher Gott „den Größten“ hat (aber gleichzeitig offen ist für die Akzeptanz der einzelnen „Gottesbilder“), sondern gezielt die Arbeitshypothese formuliert, das es ein höchstes gutes Gefühl gibt, das wir empfinden können („können“,  nicht „müssen“) einen höchsten Gedanken gibt, den wir denken können („Gott“ ist dafür als Begriff schon viel zu klein) und das dieser höchste Gedanke moralische Forderungen stellt, die (wieder mal „even the worsest case“) nach unserem Ableben honoriert oder … sanktioniert werden. Dies ist der natürliche (und im Sinne der praktischen Vernunft) vernünftigste Gegenpol einer wertmäßig  ins „satanische“ abdriftetenden Gesellschaft.

Die Diskussion, ob es „Gott“ nun wirklich „gibt“ oder nicht, kann man sich völlig ersparen, schon die Begrifflichkeit in dieser Fragestellung ist eine Katastrophe. Letztlich brauchen wir nur eine Arbeitshypothese, die der aktuellen entgegenläuft, in der Investmenbanker sich für die „Herrscher des Universums“ halten … was auch eine Form von Religion ist, der man folgt, wenn man ihr nicht bewusst etwas entgegenhält und ihr sich nicht bewusst verweigert.  Neben der Aufklärung über das Bedrohungspotential der aktuellen politischen Entwicklung brauchte eine demokratische Erneuerungsbewegung auch einen minimalen Grundkonsens, der es erlaubt, das Verbindende in allen Menschen zu sehen und sich nicht – wie aktuell – darin zu vertiefen, was jetzt gerade bei dem anderen nicht hundert Prozent der eigenen Meinung entspricht.

Von Hitler über Pol Pot bis Stalin und Bush schätzten alle Übelmenschen ein gutes Essen, eine warmes Nachtlager, menschliche Geselligkeit und … zumindest den Namen nach … sogar ein Streben nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – nur die Definition der Begriffe sowie die Methoden, die zum Einsatz kamen, waren recht kontraproduktiv.

Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind allgemeinverbindliche Werte, Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit sind normale humane Standardwerte, ohne die wir die Konfrontation mit Höhlenbären und Säbelzahntiger sowie die Unwetter der Eiszeit nicht überlebt hätten.

Das hat nun Konsequenzen bezüglich der Methoden, die bei einem Aufstand zur Wahrung der Legitimität zu berücksichtigen sind. Wer gleich morgen losrennen möchte um Barrikaden zu errichten und Banker, Politiker oder Unternehmensberater zu erschiessen, lebt im falschen Jahrtausend – oder der falschen Weltgegend. Das weiß auch die Nato, die deshalb den Begriff  „flexibel response“ entwickelt hat. Da man aber nun nicht die Potentiale der Natoarsenale hat (noch aus ethischen Gründen darauf zurückgreifen dürfte) , muss man andere Wege suchen – die schon längst entwickelt worden sind. Es gibt Strategien des gewaltlosen Widerstandes (die aber auf Seiten der Widerständler zu den gleichen Todesfällen führen können für „normale“ Kriege), die sehr überzeugend sind und im Prinzip die Armeen des Warschauer Paktes gewaltlos aus Europa vertreiben sollten – eine ungleich schwerere Herausforderung als die Änderung  gesellschaftlicher Leitprinzipien.

„Flexibel response“ bedeutet im Prinzip, das man den Grad der Heftigkeit der Auseinandersetzung vom Gegner bestimmen läßt – und sich in einer Situation weiß, in der man sich der materiellen Überlegenheit des Gegenübers bewusst ist. Für gewaltfreie Widerständler bedeutet dies, das man dem Feind die Beute möglichst „ungeniessbar“ werden läßt – bei möglichst geringem Verlust an Menschen oder Material. Im Extremfall (das wäre dann die zivile „Atombombe“) – auf Deutschland heruntergebrochen – würde das die komplette Blockierung von Schienen, Autobahnen und Landstraßen bedeuten, solange, bis hier keine Rendite mehr eingefahren werden kann, die Blockierung von Seehäfen und Flughäfen, Golfplätzen und anderen Orten, an denen man als Wirtschaftsräuber seine Beute genießen kann.

Das könnte funktionieren – selbst in einem der Kernländer der „satanischen Revolution“, die gerade die bürgerliche Welt zu vernichten trachtet um nach der Weltherrschaft zu greifen. Hierzu bedarf es zu allererst der Aufklärung, der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache, der Besinnung auf gemeinsame (bürgerliche) Werte – genauso wie vor 1789. Das der Schuh drückt,  merken alle – von ganz oben bis ganz unten – nur wo genau der Stein sitzt, ist diesmal etwas schwieriger zu definieren als damals.

Aber wir wollen ja auch einen Aufstand des Miteinanders, nicht neue Variationen des Gegeneinanders, weshalb man auf die Definition von Feindbildern weitläufig verzichten kann.

Wer Aufstand will, sollte allerdings wissen, das er bereit sein muß, sein eigenes Leben für das Ziel zu geben – alles andere  ist Humbug. Je mehr Planung, Absicht und Bewußtheit hinter der Errichtung einer „satanischen Weltordnung“ steht (die sich aber auch genauso gut einfach aus Dummheit entwickeln kann), umso mehr Menschen werden sterben bei dem Versuch, sie aufzuhalten.

Andererseits … war es in unserer christlich-abendländischen Gesellschaftsordnung noch nie so leicht, große Gedanken real bei der Arbeit zu beobachten – und gerade wir Deutschen haben wir durch das Dritte Reich eine besondere Chance erhalten: wir durften live eine Gesellschaft erleben, in der „satanische“ Werte einen ersten Versuch auf Alltagstauglichkeit  starteten.

Das Ergebnis ist bekannt – und sollte normale Wähler nicht zur Nachahmung reizen.

So gesehen kann – wer will – die momentane historische Herausforderung mit größten Gedanken füllen: auf der Ebene der ethischen Leitprinzipien bewegen wir uns auf das Armageddon zu, auf die Apokalypse, auf den großen Kampf zwischen den fiesesten, übelsten Gedanken, die wir denken können („ich fresse den Rest der Menschheit auf um den größten Bauch der Weltgeschichte zu bekommen„) und den höchsten Gedanken, die wir leben können (die selbstlose Aufopferung für seine Mitmenschen), es ist eine Auseinandersetzung mit einer letzten, großen historischen Dimension, die letztlich über das Überleben der ganzen Menschheit entscheiden wird, wer will, mag hier die große Auseinandersetzung zwischen „gut“ und „böse“ sehen, eine Auseinandersetzung, die geeignet ist, die edelsten Züge der Menschheit hervorzurufen … oder ihre niedersten.

Wer nun als Normalbürger noch Motivation braucht, um Stellung zu beziehen, dem sei mal ein Besuch in einem Pflegeheim mit renditefreundlichen Personalschlüssel empfohlen. Eine Gesellschaft mit „satanischen“ Leitprinzipien hat keinen Platz für Alte, Kranke, Schwache … ja noch nicht mal für Kinder. Sie hat letztendlich … überhaupt keinen Platz für Menschen.

Insofern ist es nun die Aufforderung an die normalen Wähler, sich zu entscheiden: für die Prinzipien des Hasses oder die Prinzipien der Liebe, für den Gott der Vernichtung oder für den der Schöpfung, für den Geist des Gegeneinanders oder den Geist des Miteinanders, für asozial oder sozial, für inhuman oder human, für Sozialdarwinismus oder Menschenrechte.

Ich kann diese Entscheidung auch mit anderen Bildern ausmalen – und bleibe im christlichen Abendland bei christlichen Bildern (in Japan würde ich sie ganz anders malen), die ich Wikipedia entleihe:

Das Neue Jerusalem (auch „himmlisches Jerusalem“ genannt) entspringt einer Vision aus dem neutestamentlichen Buch der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, wonach am Ende der Apokalypse eine neue Stadt, ein neues Jerusalem entstehen wird. Dies geschieht, nachdem der alte Himmel und die alte Erde vergangen sind.

So beschreibt Offb 21,1–2 EU, dass bei der Apokalypse, dem letzten Gericht und dem Endkampf zwischen Gott und dem Teufel, letzten Endes Gott als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wird. Daraufhin werden die Erde und der Himmel erneuert und eine Stadt wird aus dem Himmel herabfahren: das neue Jerusalem.

Noch besser als ein blosses „gegen“ wäre mir eine Entwicklung „für“ etwas. Und wir selbst, wir ganz normalen Menschen, könnten problemlos ein himmlisches Jerusalem bauen, die Errichtung einer Stadt mit einer Ausdehnung von 2200 Kilometern wäre uns auch ohne göttliche Hilfe technisch möglich … und in einem blühenden Garten umgeben von seinen Lieben zu sterben scheint mir ein erstrebenswerteres Ziel zu sein als im Pflegeheim bei lebendigem Leibe zu verrotten.

Und in sofern – ist es die Entscheidung zwischen der Errichtung der Hölle auf Erden ganz nach Dantes Prinzipien, einem Ort, wo dem Hungernden die köstlichsten Speisen vor Augen geführt werden, die er aber nie erhalten wird (in etwa vergleichbar mit dem Besuch eines Hartz-abhängigen Kindes in einem Supermarkt, wo angesichts verlockendster Waren das beständige „NEIN“ des Elternhauses eine unüberwindbare Grenze setzt und tagtägliche Qual schafft) und der Schaffung eines neuen Paradieses, in dem die Menschheit wieder zu alten Prinzipien des Miteinanders zwecks Steigerung der Lebensqualität zurückkehrt.

Es ist im Prinzip – nur unsere Wahl, die den Verlauf der Geschichte entscheidet. Und eigentlich … ist die Wahl alternativlos. Die Hölle hat letztendlich keinen Platz für Menschen, im Sinne der Renditemaximierung sind wir Kosten auf zwei Beinen, die es gegen Null zu fahren gilt. Was das praktisch heißt, haben wir in Deutschland schon mal erlebt.

Persönlich ist es die Entscheidung, auf welches Leben man kurz vor seinem Tode zurückblicken möchte: das von Adolf Eichmann oder das von Albert Schweitzer.

Und … um noch mal ein Wort an die Eichmänner unter uns zu verlieren: man sollte schon ganz ganz sicher sein, das die weltweit in allen Religionskreisen und unterschiedlichesten Kulturen vorhandenen Vorstellungen von der Existenz von Bewußtheit nach dem Tode völliger Nonsens ist, denn … den Eichmännern unter uns soll es dort (völlig jenseits christlicher Auferstehungshoffnungen) ziemlich übel ergehen. Sollte man sich irren mit seinem materialistischen Egoismus … würde man sehr lange einen hohen Preis bezahlen. Extrem lange.

Ich persönlich glaube, das Mythen wie „Der Herr der Ringe“ gerade deshalb eine so hohe Resonanz im Gemüte der Menschen entfalten, weil sie instinktiv wissen, das es große Entscheidungen gibt, die gerade getroffen werden müssen – womöglich endgültige Entscheidungen, Entscheidungen darüber, ob der Mensch in Zukunft ein unantastbares Geschöpft „Gottes“ ist, ausgestattet mit unveräußerlichen Rechten … oder einfach nur ein Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt, ob wir als „Elben“ oder „Orks“ enden wollen.

Diese Entscheidung ist die erste, die man fällen muß. Ganz persönlich und ganz alleine.

Und dann können die weiteren Schritte folgen – die Aufklärung, die Sammlung und die Transformation.

Am Ende mag wirklich eine „goldene Stadt“ entstehen, eine Zivilisation, die in den Mythen der Menschheit als „Goldenes Zeitalter“ weiterleben wird, aber diesmal als ein „Goldenes Zeitalter“, das nicht enden wird und nur noch als Schatten durch die Märchen der Menschheit geistert.

Am Anfang wird – wie so oft – das Wort stehen müssen.

Das geht dann aber auch ganz ohne Gott.

Und mal ehrlich – ganz ehrlich – wenn man sich wirklich vor das deutsche Volk stellen und sie fragen würde, ob sie die totale satanische Gesellschaft wollen: würden sie nochmal alle laut „JA!“ brüllen wie als Antwort auf Goebbel´s Frage nach dem totalen Krieg?

Ich denke, nach den Erfahrungen, die in diesem Land vorhanden sind, ist es eigentlich ein recht ideales Land, um Träume von „einem neuen Himmel und einer neuen Erde“ zu gebären und sie in die Tat umzusetzen.

Wir hätten auch ganz schnell keine Arbeitslosen mehr, denn zu tun und zu schaffen wäre genug. Das Leben ist momentan kein Ponyhof, aber wir könnten es einfach mal umbauen: dann wäre es einer.  Das ist zwar viel Arbeit, aber dann würde ja endlich gelten, das sich Leistung wieder lohnt – und das wollen ja sogar die Neoliberalen.

Also: fangen wir an.

Entscheiden wir uns. Ich bin mir sicher, das man weltweit eine Mehrheit für das Überleben der Menschheit in Wohlstand, Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit erhalten wird.

Der Rest ist banale Organisation von alltäglichen Arbeitsabläufen.

 

 

 

 

 

 

Estoy Harta – Ich habe es satt!

Hallo. Guten Tag.

Mein Name ist Perla. Nun, ich möchte nur sagen, dass… Die Wahrheit ist, ich weiß nicht wo ich damit beginnen soll. Ich denke, dass etwas schief läuft. Die Wahrheit ist, dass ich es satt habe. Es satt habe, mit all dem Wahnsinn um mich herum. Den Schlaglöchern in allen Straßen. Der ganzen Umweltverschmutzung.

Das ich kein fließendes Wasser in meinem Haus habe und dass die Aussichten immer so düster sind. Mit dem Alltagsleben, nicht arbeiten zu können, was mir gefällt. Mit den geringen Löhnen und den immer steigenden Preisen. Mit ansehen zu müssen, dass anstatt sinnvoll investiert wird, ein großer Teil der Ausgaben der Polizei und den Streitkräften zugute kommen. Die Führung soll lieber in Ausbildung investieren, verdammt! In gute Lehrer, um Fachkräfte, Forscher und Wissenschaftler auszubilden. Ich habe es satt, immer in der U-Bahn befummelt zu werden. Ich habe den schrecklichen Bus-Service satt, den Männlichkeitswahn und die Gewalt, den Rassismus und die Diskriminierung, die Unsicherheit und die Ignoranz, die Wirtschaftskrise, die politische Krise, die Epidemien.

Ich bin entnervt von der schlechten Regierung, von deren Blindheit und deren Mangel an Einsatz. Von der schlechten schulischen Ausbildung. Von den Wohnungen unter Gesundheit. Von dem elenden Leben in Parallelgesellschaften und den Bedingungen, in denen Randgruppen leben müssen!

Von dem ständigen Missbrauch durch Behörden, von den pädophilen Kirschen unter korrupten Polizei, den Betrug der Wahlen! Und davon, dass Straffreiheit im einen Land die Norm ist!

ICH HABE DIE BÜROKRATIE SATT!

DEN RECHTEN FLÜGEL, DEN LINKEN FLÜGEL!

DEN MENSCHENHANDEL, DAS TÖTEN, DAS MILITÄR!

DASS MIR DIE MEDIEN VORSCHREIBEN, WIE ICH DENKEN SOLL, WAS ICH ESSEN SOLL!

WIE ICH LEBEN SOLL, WIE ICH FÜHLEN SOLL!

ICH HABE ES SATT, IN SO EINEM BESCHISSENEN LAND ZU LEBEN!

ICH HABE ES SATT, MEINE AUGEN ZU VERSCHLIESSEN DEN KOPF EINZUZIEHEN UND DEN MUND ZU HALTEN!

Der Tod der Freiheit ist der Sieg des Porsche

Neulich fand ich einen Satz in der „Welt“:

„Und alle, die gläubig waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem, wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.“

Der Satz stammt aus der Apostelgeschichte. Der Sohn vom Chef hatte das angeordnet, Markus 10.21, siehe Bibeltext:

Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlet dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich.

Man findet in der Welt auch ein Zitat von Klaus Ernst, momentan Vorsitzender der LINKEN:

Klaus Ernst wird für seinen Lebensstil oft kritisiert. Doch der Linken-Vorsitzende steht dazu: „Es macht mir Spaß, Porsche zu fahren.“ Zur innerparteilichen Kritik an seiner Führungsrolle sagte er: „Wissen Sie, was mir Angst macht? Diese Hundertprozentigen, die festlegen, wie ein Linker zu sein hat: Er kommt mit dreckigen Fingernägeln zehn Minuten zu spät ins Theater, wo er nichts versteht.“

Nur drei Zitate, und schon versteht man, warum Religion Opium fürs Volk sein muß: die meinen das ernst, diese religiösen Spinner in ihren Klöstern und Kibbuzim, die wenden sich ab von der Welt des Mammons (der ja selbst in manchen Denkschulen der Teufel persönlich ist) und konzentrieren sich aufs Leben – das ist mit Linken nicht zu machen:

„Ein Entbehrungssozialismus ist mit mir nicht zu machen.“ – so Klaus Ernst weiter im Interview. Jetzt weiß man auch, warum die – wie gestern berichtet – Hartz IV-Abhängige aus Führungspositionen drängeln. Mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln kommen die Hartzis nie zur Party auf der Almhütte des Vorsitzenden.

Man könnte diese ganze Geschichte nun als Anekdote am Rande fallen lassen, wenn sie nicht im Rahmen der Kommunismusdebatte die ganze Welt berühren würde.  Kommen wir nochmal zum ersten Artikel der Welt zurück:

In der „Deutschen Ideologie“ beschreibt Marx hingegen den Kommunismus wie das Leben eines heutigen Bahnvorstands, für den „die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe“

Der Marxist (wir wollen ihn mal mangels Alternativen so nennen) will Vorstand werden – und verspricht allen, die ihm folgen, das sie ebenfalls Vorstand werden, während andere („die Gesellschaft“) für ihren Unterhalt sorgt. Nehme ich das ernst, so muß ich sagen: wir leben überraschenderweise in einer marxistischen Gesellschaft, das Proletariat trägt „Hugo Boss“, kriegt fette Boni und diktiert der Welt seine Bedingungen.

Der Autor der Welt macht es sich sehr einfach:

Nichts ist also blöder als die übliche Marx-Apologie, er habe eine gute Idee gehabt, die leider in der Wirklichkeit nicht funktioniere. Marx hatte gar keine Idee vom Kommunismus. Er war stolz darauf, den Genossen die utopischen Flausen ausgetrieben zu haben. Dass der Kommunismus als Alternative zur Leistungs- und Eigentumsgesellschaft jederzeit – im Kloster, im Kibbuz oder in der Kommune – machbar ist, interessierte ihn so wenig wie Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch, die über „Wege zum Kommunismus“ sinniert, ohne daran zu denken, einen dieser Wege selbst auszuprobieren.

Die „utopischen Flausen“ des Kommunismus kann man privat leben, das ist keine Frage. Wenn man die Gesellschaft verändern will, dann muß man anders leben. Die Managerelite macht das vor. Tagtäglich machen sie in Film und Funk Werbung für ihren Lebensstil, machen ihre „Marken“ zum Maßstab von Gut und Böse.  Schlecht angezogen mit dreckigen Fingernägeln ins Theater – undenkbar für einen echten Managertyp. Man will ja „in  sein“, man will „dabei sein“, man will attraktiv sein und ernst genommen werden von den wirklich wichtigen Menschen – jenen mit Geld, mit soviel Geld, das sie sich ganze Regierungen kaufen können. Bei ihnen könnte man ja mit all seinen Bedürfnissen bequem unterschlüpfen und sich vielleicht noch ein paar neue erlauben … Oper, Golf oder Kunst sammeln soll ja auch schön sein.

Und hier kommen wir so langsam zum Kern des Problems: der politischen Alternativlosigkeit. Was wir wählen können, ist: wer von unserem Geld lebt. Gegen die Tatsache, das wir einen riesigen Alltagsterrorapparat zur Politmanagerrundumversorgung mitfinanzieren müssen, der uns langsam aber sicher in den Bankrott treibt, steht alternativlos im Raum. Über die Folgen informiert uns (schon wieder) die Welt:

Im fünften Jahr in Folge haben sich 2010 politische und bürgerliche Freiheiten weltweit verringert. Die Zahl der Demokratien sank von 116 auf 115. Im Jahr 2005 gab es noch 123. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht 2011 von Freedom House, einer unabhängigen US-Forschungseinrichtung, der „Welt Online“ vorliegt.

Ein weiterer Artikel sieht die Freiheit selbst in Gefahr:

Als vor 20 Jahren der Kommunismus zu den blutgetränkten Akten der Geschichte gelegt wurde, ging die Hoffnung um, die Freiheit stehe vor ihrem unwiderruflichen Durchbruch. Das war ein schöner, ein verständlicher Traum, aber eben ein Traum. Gerade das Ende der Blockkonfrontation mit dem Zwang zum atomaren Patt setzte neue Kräfte der Unfreiheit, des Nationalismus, der partikularen Interessen frei und gab dem islamistischen Fundamentalismus den Ausdehnungsraum, den er zuvor nicht hatte. Nach 1989 wurde die Welt schon bald ein gefährlicherer Ort.

Die „Kräfte der Unfreiheit“, die dort freigesetzt worden sind, sind klar benennbar, allerdings verschweigt der Autor die treibende Hauptkraft. Das wissen wir doch aus der Physik: wenn zwei Kräfte gegeneinander im Gleichgewicht sind und man eine dann wegnimmt, dann … entfaltet sich die andere hemmungslos.  Einfach mal stark gegen eine Tür drücken die dann unvermutet geöffnet wird – dann sieht man, was ich meine. Was wir momentan erleben, ist der Siegeszug der Gegenkraft gegen den real existierenden Sozialismus … und diese Gegenkraft braucht jetzt auch ihr demokratisches Kleidchen nicht mehr: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst (auch so eine philosophische Grundlage für Kommunismus) ist Megaout, die „In-Bewegung“ hat Porsche fahren macht Spaß auf ihren Fahnen stehen.

Man darf nicht in alte, sprachliche Muster verfallen und die Gegenkraft einfach nur „Kapitalismus“ nennen, das würde meines Erachtens nach zu kurz greifen. Es ist ganz präzise die Geburt einer neuen Gesellschaftsordnung: die Beherrschung der Welt, der Gesellschaft, der Politik durch die Macht der Konzerne, die in ihrer Gesamtheit eine so tiefe Durchdringung von menschlichen Werten, Überzeugungen und Verhaltensweisen anstrebt, die ansonsten nur im NS-Staat zu beobachten war.

Wie man wohnt, wie man sich einrichtet, was man anzieht, was man denkt, wie man liebt, Kinder erzieht, Zähne putzt, Fußnägel lackiert oder kocht: das Imperium hat mitlerweile Vorschriften für alles und jeden sowie viele  Sendeformate, in denen jene vorgeführt werden, die noch außerhalb der Konzerngesetze leben. Insofern ist das gesellschaftliche Experiment „NS-Staat“ Vorbild für eine optimale Konzerngesellschaft. Konzernphilosophien und Machtstrukturen in der Welt sind nie demokratisch – und das einzige, was sie noch aufhalten könnte, sind Gesetze. Bei Porschefahrern kann man sich drauf verlassen, das sie am System nichts ändern – kein System, kein Porsche, das ist nunmal die unangenehme Wahrheit. Porsche fallen nicht vom Himmel. Apropo Himmel:

Noch mal was Revolutionäres? Hier, Bibel-online.net:

Kein Knecht kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott samt dem Mammon dienen. (Matthäus 6.24)

Entbehrungssozialismus ist Opium fürs Volk. Wieder was dazugelernt. Wie aber jetzt die CDU und die Kirche mit dem kommunistischen Hintergrund ihres Gottessohnes klar kommen, weiß ich nicht. Ich kann mir nur vorstellen, das die es mit ihrem Christentum so ernst nehmen wie der Marxist mit dem Kommunismus.  „Porsche fahren macht Spaß“ – darauf können sich aber beide Seiten problemlos einigen.



Das Leben ist kein Wunschkonzert … aber kriminell, korrupt und spießig.

Bei der Beleuchtung der Banker haben doch viele plötzlich gesagt: Was ist denn los in unserem Land? Ist denn überall Korruption und Gier? Alle Institutionen verlieren an Respekt, auch die Polizei. Die Angriffe auf Beamte häufen sich. Deswegen ist ja das Gesetz verschärft worden. Den Polizisten als Respektsperson gibt es nicht mehr. Es wäre aber ganz schön, wenn es den noch geben würde, denn auf irgendwas will man sich ja verlassen können im Staat.

So Götz George alias Schimanski in der Welt.  Der altbekannte Fernsehkommissar auch Duisburg setzt als Mensch noch einen drauf:

Aber mein Eindruck ist schon: Es wird immer krimineller, korrupter und spießiger.

Die Welt ist ja nicht gerade als linkes Kampfblatt bekannt – weshalb ich annehme, das Götz George hier mal einen Eindruck formuliert, den breite Bevölkerungsschichten teilen können … wahrscheinlich hat man sogar eine Mehrheit. Wir sind gewohnt, die Welt in „rechts“ und „links“ aufzuteilen, sind gewohnt, das Parteien ganz schnell „Positionen besetzen“, um aktuelle Trends nicht zu verpassen. So hat man uns in Zeiten des kalten Krieges erzogen – so denkt man rechts, so denkt man links … und im Laufe der Jahrzehnte sind die Denkbahnen hier detalliert feingeschliffen worden. Die militärischen Blöcke gibt es nicht mehr, ihre Militärberater werden aktuell laut Spiegel auf dem Müll entsorgt:

Grausiger Fund im Bundesstaat Delaware: Ein führender Militärexperte der US-Regierung ist tot auf einer Müllkippe entdeckt worden. Der 66-jährige John Wheeler war lange Jahre Berater im Pentagon – die Polizei geht von einem Mord aus.

Wer wissen will, was denn den Fund so mysteriös macht, kann sich im Examiner detallierter informieren, obwohl die auch nicht mehr wissen.

Wir denken weiter in rechts/links Schemata, während die Welt sich schon längst ändert. Deshalb kriegen wir auch keine politischen Mehrheiten für Veränderungen, denn die neuen Fronten verlaufen nicht mehr zwischen rechts und links – sie verlaufen zwischen oben und unten.  Während wir noch brav im rechts/links-Marschtritt verharren und uns jeweils von der Opposition die Erlösung von den Sünden der Regierung erwarten, sitzen die Menschen, die Spitzenpolitiker, die Promis alle in einem Boot – zusammen mit Schauspielern, Militärexperten und Wirtschaftsmagnaten.  Welche Partei (oder welches Schicksal) sie in dieses Boot gebracht hat, ist dabei letztendlich egal.

Schauen wir uns doch mal die letzten Jahre an. Was hat uns die Arbeitnehmerpartei gebracht? Die Enteignung der Arbeitslosen und die Beschneidung ihrer Menschenrechte durch Hartz IV.  Hätte man das 1970 voraussgesagt, hätte man für den Rest des Lebens Einzelhaft in der Psychatrie bekommen. Und was brachte die Wirtschaftslenkerallianz von CDU/CSU/FDP? Mehr Netto vom Brutto – für die Konzernkassen, aus denen alle „Promis“ reichlich nehmen dürfen.

Gestern hatten wir hier auch das erste Mal einen Kommentator aus jener „obigen“ Fraktion der Gesellschaft hier, das uns das Motto für „unten“ geliefert hat:

DAS LEBEN IST KEIN WUNSCHKONZERT.

Das sage man mal … Marc Zuckerberg, laut FAZ jemand, der gerade dabei ist, die Welt nach seinen Vorstellungen neu zu ordnen:

Mehr als 500 Millionen Mitglieder folgen Mark Zuckerbergs Vision einer neuen „sozialen Norm“: Der Gründer des sozialen Netzwerks Facebook will die zwischenmenschliche Kommunikation revolutionieren. Dabei tritt er in die Fußstapfen von Bill Gates.

Mark Zuckerberg ist gerade 26 Jahre alt, aber der Gründer des sozialen Netzwerks Facebook prescht in atemberaubendem Tempo in die erste Liga der Superreichen vor: Auf der jüngsten „Forbes“-Liste der reichsten Amerikaner wurde sein Vermögen, das sich vor allem auf seinen Anteil an Facebook gründet, auf 6,9 Milliarden Dollar geschätzt. Die Zeitschrift legte dabei einen Wert von 23 Milliarden Dollar für das Unternehmen zugrunde. Jetzt hat Facebook gerade eine weitere Finanzierungsrunde mit der amerikanischen Bank Goldman Sachs und der russischen Internetholding Mail.ru hinter sich gebracht und ist dabei mit 50 Milliarden Dollar bewertet worden.

Mit fünfhundert Millionen Menschen und dem Kapital von Goldman-Sachs und Mail.ru wird das Leben ganz schnell zum Wunschkonzert. Der Militärberater hat ebenfalls jahrelang Wunschkonzert gespielt – für Reagen und die beiden Bushs (weshalb der Mord an ihm so hohe Wellen schlägt).

Immer wieder fallen mir diese unsinnigen, dumpfen Parolen auf, die gedanken- und sinnlos durch die Welt geschmissen werden. Hält man uns für so blöde, das wir nicht merken, das diese Sprüche keinen Sinn machen?

Schlimmer noch … hält man uns für so blöde, das wir nicht merken, das Sprüche dieser Art uns auf eine Zukunft vorbereiten sollen, wo Grundelemente der menschlichen Freiheit nicht mehr für jedermann gelten? Wird im Geschichtsunterricht nicht mehr vermittelt, das wir gerade DEMOKRATIE geschaffen haben (bzw. in Deutschland geschenkt bekamen) damit wir das Leben in ein Wunschkonzert verwandeln können … und zwar in eins für ALLE, nicht nur für Militärberater, Pornostars,  Kapitallieblinge und gewiefte Politikclowns?

Dort, wo das Leben kein Wunschkonzert mehr ist, wird es krimineller, korrupter, spießiger. Das merkt auch Götz George – weil er in seinem Alter auch weiß, das es früher mal anders war. Seit einiger Zeit ändert sich da etwas, weil OBEN nicht mehr möchte, das UNTEN mitreden kann. Für UNTEN gibt es die Parole „DAS LEBEN IST KEIN WUNSCHKONZERT“, für OBEN gilt ein ganz anderer Satz, wie uns anhand der Person von Mark Zuckerberg gerade vorexerziert wird – einer Person, über die nur berichtet wird, weil er ein Newcomer ist. Über die anderen Menschen, die die Welt wieder strikt feudal nach ihren Vorstellungen gestalten, wird nur sehr selten berichtet, weil nur wenige Journalisten ihren Job riskieren möchten.

Die Parolen für „OBEN“ habe ich mal … bei Rafa.at geliehen:

Apologie des Teufels

Johann Benjamin Erhard, Schüler von Immanuel Kant, stellte 1795 die „Apologie des Teufels“ auf, die konsequent böse sein soll.

  1. Sei niemals wahrheitsliebend und scheine es niemals zu sein. Denn wenn du wahrheitsliebend bist, können die anderen auf dich rechnen; du dienst ihnen, aber sie dienen nicht dir.
  2. Erkenne kein Eigentum an, sondern versichere, dass das Eigentum heilig und unantastbar ist und allen gehört. Wenn du Alles ohne jede Anfechtung als dein Eigentum besitzen kannst, dann hängt alles von dir ab.
  3. Sieh die Moral der anderen als Schwäche an und bediene dich ihrer für deine Zwecke.
  4. Stachle jeden zur Sünde an, während du die Moral als Notwendigkeit proklamierst.
  5. Liebe niemanden.
  6. Mache jeden unglücklich, der von dir nicht abhängig sein will.
  7. Sei konsequent bis zum letzten und bereue nie etwas. Was du einmal beschlossen hast, tu auf jeden Fall, komme was kommen mag.

Kann sein, das die auch noch andere Parolen haben. Aber die paßten gerade gut zu Schimanskis Beobachtung einer Welt, die immer krimineller, korrupter und spießiger wird.

Es ist doch schön zu sehen, das man bei der notwendigen Auseinandersetzung mit einem tyrannischen OBEN, das eine Welt ohne Wahl, Freude und der Möglichkeit zu einem selbstbestimmten Leben in sozialer Verantwortung diktieren will auf die Mithilfe aller Weltreligionen zählen kann – und auf die Hilfe aller echter Atheisten, da der Satz „Das Leben ist kein Wunschkonzert“ dem Willen Satans als verlogene Herrschaftsbotschaft für UNTEN entspricht. Gleichfalls kann man auf die Sympathie aller Demokraten, aller rechtschaffenden konservativen Bürger, aller aufrechten linken Idealisten hoffen.

Eigentlich ist es nur eine kleine, kriminelle, korrupte, spießige Minderheit, die ihre Militärberater nach Gebrauch auf den Müll schmeißt.

Für die anderen kann das Leben ohne Weiteres ein Wunschkonzert sein – wir müssen nur aufhören, unser Heil in der Enteignung von Arbeitslosen zu suchen – die haben nämlich nichts, was sich zu enteignen lohnt. Aber die kriminelle, korrupte, spießige Minderheit „OBEN“ hat in den letzten Jahrzehnten auf unsere Kosten soviel angehäuft, das sie gar nicht mehr wissen, wohin damit.  Holen wir uns das … dann haben wir wieder unser Wunschkonzert – und wenn wir nicht in eine Zukunft steuern wollen, die man mit gutem Recht moralisch und ethisch korrekt als „satanisch“ bezeichnen kann, haben wir gar keine andere Wahl, als so zu handeln.

Wenn jene Enteigneten dann moralisch kommen, dürfen wir ihnen allerdings zurecht entgegnen: Das Leben ist kein Wunschkonzert.

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