Frankreich

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Nachrichten am Mittwoch

Die Jungs von der Wallstreet haben den Hals immer noch nicht voll:

Dreieinhalb Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise raffen die Verantwortlichen für den Zusammenbruch immer noch Milliarden Dollar an sich. Gleichzeitig profitieren sie von Rettungsprogrammen der Regierung und können sich einer de facto Amnestie für ihre Verbrechen erfreuen.

Die vierzig bestverdienenden Hedge Fond Manager sackten letztes Jahr zusammen über dreizehn Milliarden Dollar ein, wobei die zehn Meistverdienenden im Durchschnitt jeder mehr als 200 Millionen erhielten. Das ergibt sich aus einem Bericht im Forbes Magazin der vergangenen Woche.

Impressionen aus dem französischen Wahlkampf:

Schneller noch und lauter als Präsident Sarkozy – und das will bekanntlich etwas heissen – empörte sich die Welt des französischen Fussballs über den Vorschlag Hollandes. Da ging ein regelrechtes Aufheulen durch die Reihen von Frankreichs hoch bezahlten Kickern, selbstsicheren Vereinsbossen, angestaubten Verbandsfunktionären und dubiosen Managern und Spielervermittlern. Frankreichs Fussball werde in die 2. Liga absteigen, die Profivereine würden das nicht überleben, es sei das Ende des französischen Spitzensports schlechthin , dröhnte es von allen Seiten.

Dabei brachten die meisten Ballzauberer , wie üblich , auch bei dieser Gelegenheit kaum ein vernünftiges Wort über die Lippen, schauten mit hohlem Blick und den Stöpseln im Ohr nur verständnislos – Patriotismus, Solidarität in Krisenzeiten, was geht mich das an, wovon redet dieser Herr Hollande , dieser Holländer da eigentlich , ja wer ist er ? Ein Franck Ribery verdient im Monat 883.000 Euro – na und ? Wagt es etwa wirklich ein Politiker der Republik, sich mit König Fussball anzulegen?

Demnächst werden wohl auch die Fußballer mit ihren Euros auch nicht mehr so viel anfangen können:

Seit Hitlers Ermächtigungsgesetz wurde keine antidemokratische Unternehmung so kaltblütig durchgesetzt wie jetzt Merkels ESM-Plan, der die vollständige gegenseitige Schuldenübernahme aller Euro-Staaten und damit auch das Eintreten der stärkeren Staaten in Europa, wie z.B. Deutschland, für alle Bankschulden aller europäischen Banken bedeutet. Das wird als „alternativlos“ bezeichnet. Die Banken übernehmen nun auch offiziell diktatorisch die Regierungsgewalt in Europa!

Über Solidarität und Gewerkschaften:

Die Arbeitnehmer im Öffentlichen Dienst verlangen 6,5% mehr Lohn. Die Arbeitgeber hüllen sich in schweigen.
Wie berichtet wird, kommen sehr viele der Arbeitnehmer des Öffentlichen Dienstes mit ihrem Geld nicht mehr über die Runden. Nicht, weil sie im Champagner baden und Belugakaviar mampfen, nein, weil sie seit vielen Jahren schon Lohnverzicht üben mussten. Übrigens nicht als einzige in dieser versumpften Republik.
Was macht Ver.di ist hier die Frage. Gibt die Gewerkschaft wieder klein bei? Oder übt sie sich endlich mal damit, wirklicher Interessenvertreter der Arbeitnehmer zu sein?
Das Ziel der Arbeitgeber ist klar. Sie schweigen. Sie wollen, dass die Bevölkerung sich über die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes aufregt. Sie wollen den heiligen Volkszorn über die so dicken und fetten Angestellten des Öffentliche Dienstes, die den ganzen Tag nichts machen, sondern nur auf ihren Bürostühlchen schlafen, heraufbeschwören. Und ich denke, sie werden es auch schaffen.

Was mir sonst noch fehlt ist ein Haushaltsgerät, daß die Geldscheine desinfiziert. Wäre bestimmt eine Geschäftsidee:

Die ewige Leier von der Hygiene hat einen neuen Höhepunkt erreicht, oder sollte ich besser sagen Tiefpunkt? SAGROTAN No-Touch! Unsere lieben zerbrechlichen Kinderlein können ENDLICH, ohne den grausigen und bakterienverseuchten Seifenspender anzufassen, eine desinfizierende Seife verwenden! Liebe Eltern, kaufen Sie unbedingt dieses Produkt. Ihre Kinder werden an Pest und Cholera leiden, wenn Sie es nicht tun, und zwar wöchentlich – zwei mal!

Aber wenigstens bleibt die Nato in Afghanistan um die Drogenversorgung sicherzustellen:

„Wenn die Afghanen einen solchen Wunsch aussprechen, bleiben wir hier über 2014 hinaus“, sagte Allen während eines Besuchs in der südlichen Provinz Helmand nach Angaben afghanischer Medien.

Ein Artikel von Wladimir Putin über die russische Aussenpolitik:

Ich denke nach wie vor, dass die Sicherheit aller Länder der Welt unteilbar und hypertrophe Gewaltanwendung unzulässig ist und dass die grundlegenden Völkerrechtsnormen von allen strikt befolgt werden sollten. Eine Vernachlässigung dieser Prinzipien führt zu einer Destabilisierung der internationalen Beziehungen.
Durch eben dieses Prisma betrachten wir einige Aspekte des Verhaltens der USA und der Nato, die der heutigen Entwicklungslogik widersprechen und sich auf Stereotype aus dem Blockdenken stützen. Alle verstehen, was ich damit meine: die Nato-Erweiterung, die die Errichtung von neuen Objekten der Militärinfrastruktur einschließt, und die von den USA inspirierten Pläne der Allianz zur Aufstellung der europäischen Raketenabwehr.

Bloß nicht zu Dritt vor dem Reichstag posieren:

Drei Jungs Anfang 20 mit Reiseführern und Ringelschals. Bis dahin ein ganz normaler Touristenbesuch. Für die drei endet er mit einem Strafverfahren. Ort ihres Unheils ist der Platz der Republik: Vor dem Reichstagsgebäude fotografieren die Freunde einander.

Ui, Obama hat keine Lust auf Krieg?

Es war das siebte Zusammentreffen von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu mit US-Präsident Barack Obama, das für Montag mit großer Spannung erwartet wurde. In Washington sollte die Entscheidung darüber fallen, ob es zu einem Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm kommt.

Doch von Erfolg gekrönt scheint die Begegnung für Netanjahu nicht gewesen zu sein. War es doch sein erklärtes Ziel, den USA damit zu drohen, Iran im Alleingang anzugreifen, falls sie nicht zu einem gemeinsamen Militärschlag bereit seien.

Hielten die Arier sich nicht vor vielen Jahren für das auserwählte Volk oder werfe ich da was durcheinander?

Die Meinungsforscher lassen die Katze aus dem Sack. Um einen Slogan von 1990 zu umschreiben –Israel ist nicht das, was man dachte. Nicht was die Welt dachte, nicht was die Israelis selbst glauben zu denken. Israels Gesellschaft ist nicht säkular, sie ist nicht liberal und ist nicht aufgeklärt. Wäre es ihr erlaubt, frei zu antworten, ist es zweifelhaft, ob 80 Prozent der Iraner sagen würden, dass sie an Gott glauben; es ist zweifelhaft, dass es noch eine andere freie Nation auf dem Planeten gibt – außer den US-Amerikanern, die dieselben Ergebnisse liefern würde. Aber sicher gibt es keine andere Nation auf dem Planeten, die sich so sicher in ihrer arroganten Sicherheit ist: Dass sie aus allen anderen Völker auserwählt und über alle anderen erhoben wurde.

Möglicherweise ein Eigentor:

“Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren,
sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet
ein Entgelt an die Verlage zahlen“.

Das bietet reichlich Raum für Spekulationen, zumal die Schwammigkeit dieser Formulierung nicht einmal ahnen lässt, was später Gesetzestext werden soll. Es sei denn, dies soll ernsthaft die Vorlage dazu sein. Was, so ist die zentrale Frage, bedeutet das “wie” in dem Text und was “gewerblich”? Dies ist bereits von vielen Kritikern erläutert worden. Sind etwa Seiten “gewerblich”, die ab und an Werbung beinhalten? Solche, die Zählpixel der VG Wort enthalten? Die mit einem flattr-Button? Diejenigen von Freiberuflern? Das müsste geklärt werden, es sei denn es handelt sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Juristen.

Und diejenigen, die nichts von dieser Zwangsabgabe haben, werden schon mal auf neue Aufgaben vorbereitet:

„Heute wenden wir uns mit einer ungewöhnlichen Bitte an Sie“, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das über das elektronische schwarze Brett des Unternehmens verbreitet wurde. „Wir bitten Sie, auf freiwilliger Basis und zeitlich befristet im Notfall als Zusteller einzuspringen.“ Und das höchstens einmal pro Jahr und dann längstens für zwei Wochen.

Und die haben was davon:

Der Medienkonzern Axel Springer („Bild“, „Die Welt“) profitiert weiter von einem stark wachsenden Geschäft im Internet und im Ausland.

In beiden Sparten legte das im MDAX notierte Unternehmen 2011 nach eigenen Angaben deutlich zu. Mit den Zeitungen und Zeitschriften im Inland setzte Springer vor allem wegen rückläufiger Werbeeinnahmen weniger um – und auch der operative Gewinn sank in diesen Geschäftsfeldern. Allerdings sind beide Segmente nach wie vor hoch profitabel

Ehrendenkmal für Wulff gefordert:

Wie erst jetzt bekannt wurde, soll Christian Wulff nach seinem Rücktritt vom Bundespräsidentenamt nicht nur einen Ehrensold, ein eigenes Büro, Mitarbeiter, ein Fahrzeug mit Chauffeur und ein viertes Lied beim Zapfenstreich erhalten. Wulff besteht außerdem darauf, dass ihm zu Ehren eine gigantische Pyramide im Zentrum Berlins errichtet wird.

Wulffs Anwalt bestätigte diese Nachricht gegenüber dem Postillon: „Was dem ägyptischen Pharao etwa zur Zeit des Alten Reichs zugestanden hat, steht selbstverständlich auch Christian Wulff zu – unabhängig davon, dass er nur anderthalb Jahre im Amt war“, heißt es in einem Schreiben der Kanzlei.

Was nicht sein kann, daß nicht sein darf (auch wenn beides das Grauen™ ist):

Trotz des leichten Vorsprungs sagte Forsa-Chef Manfred Güllner, es gäbe keine Sehnsucht nach einer rot-grünen Regierung: „Die meisten Bürger sehen das nicht als Alternative. Wenn sich die SPD wie zuletzt bei der Gauck-Nominierung zu sehr mit den Grünen verbündet, werden eher letztere stabilisiert.“ Viele Deutsche würden sich angesichts der großen Probleme des Landes eher eine Große Koalition wünschen.

Ein Interview mit einem ehemaligen Pharmamanager:

Das, was heutzutage Medizin genannt wird, ist einzig und alleine ein Business, das mit Menschlichkeit und dem Hippokratischen Eid nichts mehr zu tun hat. Und diese Art von Business ist wie eine Krankheit, die von den USA aus alle anderen Länder der Welt angesteckt hat. Sie missbrauchen Frauen, Kinder und arme Menschen als Versuchskaninchen, einzig und alleine zu einem Zweck: Profit. Viele tausend Menschen sterben täglich an den Nebenwirkungen der Medikamente.

Wofür wir die Pharmaunternehmen brauchen:

Smajdor sagt [über die künstliche Gebärmutter, Rb], nur so würde es die wahre Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau geben, denn weder Männer noch Frauen würden dann durch das Kinderkriegen in ihrem Leben eingeschränkt und die Last der Fortpflanzung der menschlichen Spezies würde nicht mehr auf ihnen liegen. Sie sagt weiter, in einer wirklichen liberalen Gesellschaft darf die Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes nicht mehr toleriert werden.

Bewegte Bilder:

Für alle Schadenfreudigen (besonders nett bei 1:55 – das war bestimmt Absicht):

FNORD

Nachrichten vom Wochenende

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff:

im folgenden eine Liste der Banker Ruecktritte…

Ein paar Videos zum Erfolg der Nato in Lybien:

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nichts mit dem Islam zu tun hat. Diese sogenannten Rebellen sind eine wilde Horde von Verrückten, mit den sich die USA ins Bett legte, um den Anschein eines angeblichen Volksaufstandes zu erzeugen, Gaddafi zu stürzen und so an die Ressourcen Libyens zu gelangen.

Herr Vetter aufgebracht:

Womöglich wird man bald Post von Christian Wulffs Anwalt erhalten, wenn man mit Blick auf den heutigen Tag in Großburgwedel das Wort Hausdurchsuchung in den Mund nimmt. Denn offenbar versuchen alle Seiten geradezu krampfhaft, das Unvermeidliche nicht mit einer richterlich angeordneten Zwangsmaßnahme zu verbinden. Trotzdem passierte heute nachmittag etwas: Freundliche Ermittler besuchten ohne Durchsuchungsbeschluss die Wulffs zu Hause und erhielten nach Medienberichten freiwillig Dokumente, Computer und Festplatten ausgehändigt.

 Karl Weiss fragt sich, ob Ron Paul ein Linker ist:

 Bereits seit geraumer Zeit fällt auf, wie die US-Medien einen grossen Bogen um Ron Paul machen, einer der vier verbliebenen Kandidaten der republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahlen Ende des Jahres. Auch in Deutschland wird Ron Paul eher ein wenig von oben herab behandelt. Tatsache ist, er ist bisher noch nicht abgeschlagen im Rennen der vier verbliebenen Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei der USA. Und besonders beeindruckend ist, wie viel jugendliche Amerikaner sich für die Kampagne Ron Pauls zur Verfügung stellen, der mit 76 Jahren natürlich nicht der automatische Kandidat der Jugend ist.

 Man mischt sich in den Wahlkampf in Frankreich ein:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und wichtige EU-Partner haben vereinbart, den französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande während des Wahlkampfes nicht zu empfangen. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Spiegel hervor. Der vertraulichen Absprache zwischen Merkel, Italiens Regierungschef Mario Monti und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy habe sich auch der britische Premier David Cameron angeschlossen, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Mit Kommentar von Herrn Mowitz:

Dennoch ist diese Aktion, unter Führung der ehemaligen Propagandasekretärin aus der untergegangenen DDR, Angela Kasner, heute Merkel, ohne Gegenstück im Nachkriegs-Europa. War man doch bisher immer bemüht so zu tun als seien Wahlen ausschließlich die inneren Angelegenheiten eines Landes sowie seines wählenden Volkes, in die sich das Ausland nicht einzumischen hat. Seit Übernahme der Staaten durch die Banken, nimmt man demokratische Gepflogenheiten sehr viel lockerer und kaum noch zur Kenntnis. In diesem Fall ist der Grund, dass Hollande, falls er gewählt wird, den gerade beschlossenen europäischen Fiskalpakt umverhandeln will. Sogar Großbritannien, obwohl es nicht den europäischen Fiskalpakt unterschrieben hat und auch nicht der Euro-Zone angehört, aber immer im Auftrag der City und US-Wall-Street als Brandstifter unterwegs ist, ließ seinen Premier David Cameron an diesen Affront gegen einen sozialistischen Demokraten gerne teilnehmen.

Hier konnte man sich nicht einmischen, daher ist das Ergebnis unbefriedigend:

Die Wahlbeteiligung im Iran lag laut der iranischen Nachrichtenagentur FARS gestern bei 66 Prozent die von der tendenziösen deutschen Politrukanstalt für Nachrichtenfälschung mit „bei mehr als 60 Prozent“ vermeldet wurde. Schnell schob man noch nach, dass die von der iranischen Regierung angestrebte starke Wahlbeteiligung, wohl doch nicht so toll gewesen sein konnte wie erhofft.

Und auch die Russen haben jemanden gewählt, der mißfällt:

Das Ergebnis ist keine Überraschung, Putins Sieg mit einem Wert, der sich bis zum Montagmorgen noch auf gut 63 Prozent steigerte, war die unspektakulärste und wahrscheinlichste Variante. Weit genug von einem Ergebnis unter 50 Prozent entfernt, das eine Stichwahl nötig gemacht hätte – das wäre eine Sensation gewesen und hätte Putin schmerzhaft geschwächt. Und auch weit genug von den 71 Prozent, die Putin noch bei den Präsidentschaftswahlen im März 2004 erhielt, zu den Hochzeiten seiner Popularität. Das hätte niemand geglaubt.

Ein Bericht über Sitzung der “Coalition of top tech & media companies to make [the] internet [a] better place for our kids“.

Mitglieder sind unter anderem solch ausschließlich am Wohlergehen der Allgemeinheit interessierte Unternehmen wie die Datenfresser und Privatsphärevernichter Facebook und Google. Nebst erklärten Gegnern von Netzneutralität wie der Deutschen Telekom und dem willfährigen Internetzensurgehilfen Vodafone befinden sich noch weitere Provider mit an Bord. Abgerundet wird diese illustre Runde durch die Teilnahme des Blackberry-Herstellers RIM, der bekanntlich repressiven Regierungen zwecks Ausspähung Zugriff auf die Gesprächs- und Datenleitungen seiner Kunden gewährt. Darüber hinaus sitzt mit Microsoft der weltweit schärfste Verfechter von OpenSource (Achtung, Ironie!) mit am Beratungstisch. Und um das Bild perfekt zu machen, darf Apple nicht fehlen. Apple ist ein Unternehmen, welches es für angemessen hält, seinen Kunden den Zugriff auf aus Apples Sicht “anstößige” Inhalte zu verbieten. Wenn es also eine Handvoll Unternehmen gibt, denen man vertrauensvoll Zensur- und Filtertechnologie an die Hand geben kann, dann sicherlich Unternehmen wie die zuvor genannten.
Ich habe mir die nun veröffentlichte Sitzung angehört und für die interessierte Öffentlichkeit meine persönlichen Highlights jeweils mit Zeitmarke herausgearbeitet.

Kunstgriffe, wie ich Gegner platt rede ohne selbst wirklich was zu sagen …

Oder so ähnlich kann ich mir vorstellen, was Politiker von Klein auf Lernen, um sich nach oben zu bekommen und wenn oben angekommen, auch oben zu verbleiben. Und bei wem sie in die Schule gegangen sein könnten? Schopenhauer hatte (vermutlich um 1830) einen Sack voll solcher Regeln zusammengetragen (Quelle), und wenn wir alle diese kennen, sollte ihre Wirkung verpuffen, oder?

So kenne ich das:

Eristische Dialektik (zu altgriechischeristiké téchne) ist der Name eines um 1830 entstandenen Manuskripts von Arthur Schopenhauer, in dem er als Eristik oder Eristische Dialektik eine Kunstlehre beschreibt, um in einem Disput „per fas et nefas“ (lat.; mit erlaubten und unerlaubten Mitteln) als derjenige zu erscheinen, der sich im Recht befindet. Zu diesem Zweck gibt er 38 rhetorischeStrategeme an, die also nicht der Wahrheitsfindung dienen, sondern dem Erfolg in einem Streitgespräch durch bestimmte argumentative Formen. Diesen Zweck haben auch klassische Sophismen. Einige davon werden von Schopenhauer ebenfalls aufgeführt. Er erwähnt das Manuskript 1851 in Parerga und Paralipomena. Dort distanziert er sich aber von diesem polemischen Ansatz.

Wem gehört eigentlich RTL?

Falls Sie schon immer mal wissen wollten, wem RTL „gehört”, empfehlen wir die Lektüre der jüngsten Pressemitteilung der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Dort wird nämlich deutlich, wie bestechend simpel die Zusammenhänge sind…

Und wer noch mehr lesen mag, schaut hier vorbei...

Bewegte Bilder:

Milch ist evtl. doch nicht so Gesund:

Ein Kälbchen, das die Milch seiner Mutter in pasteurisierter Version bekommt, stirbt nach allerspätestens einem halben Jahr, gelegentlich bereits innerhalb von drei Wochen.

 

Der übernächste Bundespräsident über Medien und Manipulation:

(Videos gefunden bei http://www.politaia.org

Nachrichten am Dienstag

bombe

Eigentlich funktioniert das hier nur deshalb, weil ich endlich ein Programm gefunden habe, daß mir stabil Videoclips rendert während ich was anderes machen und so die Wartezeit verbringen kann, bis es fertig ist. Egal, fangen wir an:

Das  mit der E-Mail Überwachung hat sich ja hoffentlich bereits rumgesprochen. Hier gibts zusätzlich noch ein paar nette Cartoons:

In lediglich 213 Fällen will man „tatsächlich verwertbare Hinweise“ gefunden haben.
Was „verwertbare Hinweise“ bedeuten soll, wird allerdings nicht erläutert.
Vielleicht soll das bedeuten, dass zwar in 37.292.862 Fällen das grundgesetzlich garantierte Postgeheimnis missachtet wurde, aber ganze 213 Mal das Wort „Bombe“ vorgekommen ist.
Das wäre immerhin eine Trefferquote von gigantischen 0,00005 %, die diesen immensen Aufwand rechtfertigen soll.

Mowitz schimpft ein bisserl über die Propagandamärchen, die man uns täglich auftischt:

Keine konzereigene Journaille, kein staatlicher Politruksender in der BRD, der nicht die Lügengeschichte der USA und Israels, der Iran bastele an einer Atombombe ungeprüft und unrecherchiert weitergegeben hat. Der kritische und investigative Journalismus ist schon lange tot, wenn es ihn denn je gegeben hat. Die gemeinsame Hurerei mit der politischen und wirtschaftlichen Macht, die er eigentlich kontrollieren soll, ist die Normalität, nicht die Ausnahme.

Schon mal von „Qualia“ oder vom „Intentionalitätsproblem gehört? Wenn nicht, dann ml hier klicken um zu lesen, wie sich eine Fledermaus fühlt:

Nachdem wir hier fleißig den Begriff Bewusstsein benutzen und wir inzwischen erkannt haben, dass Jeder seine eigene Wahrheit aufgrund seiner Erfahrungen hat, wollte ich doch mal genauer nachschauen, was es denn mit dem Bewusstsein auf sich hat. Und da blieb mir glatt die Spucke weg, denn unsere ach so guten Wissenschaften können sich genau unser Bewusstsein nicht erklären, sprich es gibt noch die beiden offenen Probleme namens Qualia und Intentionalisierung. Also müssen wir uns gar nicht wundern, wenn auch heute noch viele Menschen das für wahr halten, was in so manchem heiligen Buch geschrieben steht? Oder in so manchem Geschichtsbuch von Besiegten?

Markus Gaertner hat eine gute Idee, wie man das Grundgesetz vereinfachen kann (hoffentlich liest das jetzt keiner der Lobbyisten):

Die Wall Street wehrt sich mit Zähnen und Klauen gegen die drohende (oder doch nicht ?) Begrenzung für spekulative Geschäfte auf Öl. Das berichtet heute CNN Money.

Das 2010 verabschiedete Finanz-Reformpaket Dodd-Frank fordert Limits für die Volumina, mit denen auf Bewegungen der Ölnotierungen spekuliert werden kann.

Ich kanns ja eigentlich nicht mehr hören. Leider ist das genau die Masche, mit der wir zum Ignorieren wichtiger Dinge gebracht werden sollen, damit die „Herren“ machen können was sie wollen:

Unter bürgerkriegsähnlichen Umständen wurde im griechischen Parlament das letzte Belastungspaket durchgeboxt und dadurch der Weg für weitere „Hilfskredite“ frei gemacht. Das bereits schwer überschuldete Griechenland erhält weitere Kredite – ein Vorgang, der in vielen nationalen Rechtssystemen als Insolvenzverschleppung unter Strafe steht. Ökonomisch ist die Sachlage klar: ein Verhältnis Schulden zu BIP wie in Griechenland ist nicht abtragbar. Als Argentinien 2001 die Zahlungen einstellte, war dieser Wert fast Maastricht-konform, 63 Prozent. Als IWF-Mitarbeiter im Juli 2001 eine Schuldenreduktion von 15 bis 40 Prozent als notwendig ansahen, lag er bei gut 50 Prozent. Selbst aus Bankkreisen wurde schon im Februar 2010 die Halbierung der griechischen Schulden vorgeschlagen. Dennoch erfolgte ein voller Bail-out, und die EU verschlimmert die Katastrophe, an deren Entstehen sie durch Tolerieren des griechischen Statistikbetrugs bei Euroeintritt maßgeblich beteiligt war, zu Lasten der Griechen und der eigenen Steuerzahler weiter. Während EU-Bürokraten und offenbar überforderte Politiker vom Schlamassel profitieren, zahlt die Bevölkerung Griechenlands und der „Retterstaaten“ die Zeche.

Wenn alle Frauen so wären, wär die Menschheit schon vor Jahrhunderten ausgestorben:

Die Verschwisterung von CDU und Alice Schwarzer ist hingegen noch ziemlich neu. Sie hatte sich schon zu Beginn der Woche abgezeichnet. Alice Schwarzer, 69, und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), 34, haben nämlich ihren Streit beigelegt. Seither sind sie an Friedfertigkeit kaum zu toppen. Die Feministin hat der Jüngeren, die sie einst bissig kritisiert hatte, nun sogar in ihrem Blog bescheinigt: „Die ist ja echt souverän.“ Anlass der neuen Zuneigung: Schröder hatte für Schwarzers Feminismus-Archiv 150 000 Euro locker gemacht. Um genau diese Summe hatte die SPD-geführte Landesregierung in NRW ihre Förderung gekürzt.

Von Benjamin Fulford hatten wir hier bisher noch gar nichts. Wer fantasievolle Räuberpistolen vom Kampf der „White Dragon Society“ gegen die momentan (noch) Herrschenden lesen will , klickt hier. Wer weiß, vielleicht ist das gar nicht so weit an den Haaren herbeigezogen wie es auf den ersten Blick klingt.

Wie angekündigt, beschleunigt sich der Kollaps der teufelsanbetenden Finanzmafia. Am 24. Februar wurde der US-Finanzminister Timothy Geithner von der New Yorker Polizei für ein Verhör festgenommen; nachdem er über viele Kriminelle aus der Finanzszene ausgesagt hatte, wurde er auf freien Fuss gesetzt, wie Quellen aus der Polizei von New York bestätigen. “In den meisten Fällen müssen wir die Leute abwatschen, um sie zum Reden zu bringen; in diesem Fall mussten wir ihn abwatschen, damit er zum Reden aufhörte,” scherzte einer der Informanten. Geithner wurder zwar entlassen, wird aber dauernd von einem bewaffneten Beamten überwacht, damit er nicht das Land verläßt. Der ehemalige italienische Premierminister Berlusconi erwies sich ebenfalls als sehr gesprächig, berichten Quellen aus Europa. Berlusconi wurde auf freien Fuss gesetzt. In der Zwischenzeit gab es sehr produktive Gespräche zwischen Vertretern der White Dragon Society und Beamten der südkoreanischen Regierung, welche letzte Woche in Seoul stattfanden.

Und wer glaubt, daß wäre nicht zu toppen, hat noch nie das Polskaweb gelesen:

Während in der vergangenen Wochen auch deutsche Medien wieder einmal den angeblichen Sohn Adolf Hitlers, den Franzosen Jean-Marie Loret, aus ihren Schubladen der Halbwahrheiten kramten um einmal mehr Kasse zu machen, haben Polskaweb Journalisten längst das Mythos um den „einzigen“ Nachkommen des Massenmörders aufgeklärt. Und die hierbei herausgekommene einzige Wahrheit ist noch sensationeller als alle Lügen der Vergangenheit, denn der echte Hitler Junior starb erst im Jahre 2005, nachdem er es geschafft hatte das finanzielle Erbe seines Vaters im Sinne der Familie zu multiplizieren.

Alzheimer oder Realitätsverlust?

Helmut Kohl schaltet sich in den Streit um weitere Finanzhilfen für Griechenland ein: Das Ziel eines geeinten Europa dürfe nicht in Frage gestellt werden, warnt der 81-Jährige in einem Zeitungsbeitrag. Die Opposition wittert nach dem Verfehlen der Kanzlermehrheit bereits das Ende von Schwarz-Gelb.

Das ist so dämlich, daß kein weiterer Kommentar nötig ist:

Die schwächelnde Konjunktur hat die Konsum-Stimmung der Deutschen auch im Februar nicht trüben können. Aus einer Studie des Marktforschungsinstitutes GfK geht hervor, dass die Verbraucher den Händlern weiterhin viel Umsatz bescheren. Der Konsumklima-Index stieg demnach von 5,7 im Januar auf 5,9 Punkte im Februar. Für März rechnen die Marktforscher mit einem weiteren leichten Plus auf 6,0 Punkte. Grundlage für die Daten ist eine regelmäßige Umfrage unter 2.000 Verbrauchern.

Und das ist eine richtig gute Idee:

Der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande will im Falle eines Wahlsieges in Frankreich einen Spitzensteuersatz von 75 Prozent einführen. Dieser solle für Einkommen von über eine Million Euro im Jahr gelten, sagte Hollande im Fernsehsender TV1. Er zielt damit auf die hohen Einkommen französischer Spitzenmanager.

Wann wird die Gema endlich abgeschafft? Hier versuchen Dieter Bohlens Geldeintreiber Tantiemen von der Besitzerin eines China-Restaurants zu ergaunern, die, nach eigener Aussage, nur chinesische Musik spielt, die nicht dem Urheberschutz unterliegt und die Gema kann wohl nicht das Gegenteil beweisen)

Neubauer (Artikel lesen, dann wisst ihr wer das ist. Rb.) reagierte auf diese Klage mit der Zusendung von Kopien der tatsächlich gespielten chinesischen CDs und DVDs. Die zuständige Sachbearbeiterin bei der GEMA lehnte die Prüfung, ob für einen der darauf enthaltenen Titel Rechte wahrgenommen werden, allerdings mit der Begründung ab, sie könne kein „Chinesisch“. Der Anwalt der GEMA verrechtlichte diese Weigerung zum Argument, es sei „nicht zumutbar“, Komponisten und Texter abzugleichen, deren Namen nicht in lateinischer Schrift geliefert werden.

Das Amtsgericht Frankfurt am Main zeigt sich in einem Hinweisbeschluss vom 20.02.2012 (Az. 32 C 36/12(18)) allerdings nicht dieser Auffassung und fordert die GEMA dazu auf, konkret zu „erläutern, weswegen ihr eine Zuordnung nicht gelingt“. Die Feststellung, dass es den GEMA-Mitarbeitern an Mandarin-Kentnissen mangelt, reicht dem Gericht zufolge hierfür nicht, denn „man muss eine Sprache nicht verstehen, um Titel zuordnen zu können“. Als erstes sei hierfür die Frage zu klären, ob die GEMA überhaupt Rechte für Komponisten und Texter aus der Volksrepublik China wahrnimmt.

Damit sich die Jungs vom Verfassungsschutz nicht Langweilen, hier ein Hinweis auf eine Bombe (mit Dank an das Prollblog):

 

Noch ein Hinweis, daß es bei ACTA nicht nur um Raubmordkopien geht:

Die ACTA-Bestimmungen betreffen auch die Rechte der Pharma-Industrie und das Verfahren der Medikamentenherstellung. 32 Millionen Menschen sind an Aids erkrankt, die meissten davon in der Dritten Welt, in den Entwicklungs- und Schwellenländern, insbesondere in Afrika.

Die Behandelbarkeit von AIDS und HIV hängt in diesen Ländern sehr stark von den preisgünstigeren, meisst in Indien hergestellten Medikamenten ab, sogenannten Generika. Aber mit einem Gesetz wie ACTA reicht bereits der Verdacht der Patentinhaber auf Rechtsverletzung, um die Produktion dieser preisgünstigeren Präparate zum Stoppen zu bringen.

Christopher Hitchens vs. Religion. Sorry, leider nur in Ausländisch verfügbar.

Und die unsichtbaren Ufos mag ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Nicht vergessen, am 4. Juli ist #kaufnix-tag. Komisch, vor ein paar Tagen war da jede Menge, wo sind die Tweets hin?

Fnord

Bretagne

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Bretagne© Jotha

Mont St. Michel

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Mont St. Michel

© Jotha

Toutes Directions

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Toutes Directions

© Jotha

Deutschland – Land der Schande

Bei Spiegel-online gibt es gerade ein interessantes Phänomen: man wundert sich über Deutschland:

Es macht keinen Spaß, diese Feststellung zu treffen: In Frankreich wurde ein Buch der Hoffnung zum Bestseller. In Deutschland ein Buch der Niedertracht. Wie kommt es, dass die deutsche Empörung etwas Böses hat und die französische etwas Befreiendes? Wie kommt es, dass die Franzosen Stéphane Hessel haben und wir Thilo Sarrazin?

Diese Frage haben sich im Prinzip schon viele gestellt. Sie ist schon älter. Wieso haben die Franzosen 1789 und die Deutschen 1933? Wieso wird man in Deutschland schon als Linker und Menschenrechtsfreund schief angesehen, wenn man nur der Meinung ist, das den Holocaustüberlebenden aus deutschen Landen keine antijüdischen und antiisraelischen Sprüche hinterhergeworfen werden sollten?

Die Frage an sich ist in Deutschland allerdings schon gefährlich. Ganz schnell wird man Antideutsch … und das ist auch laut Innenministerium NRW gefährlich:

Innerhalb des linksextremistischen Spektrums hat sich mit den „Antideutschen“ eine Strömung etabliert, die mit den traditionellen linken Grundüberzeugungen bricht. Ausgangspunkt der antideutschen Ideologie ist die uneingeschränkte Solidarität mit dem jüdischen Volk und dem israelischen Staat. Ihre Vertreter werfen der „deutschen Volksgemeinschaft“ und der übrigen Linken vor, offen oder latent antiamerikanisch und vor allem antisemitisch zu sein. Da von den Antideutschen „der Kampf Israels in der Tradition des Aufstands im Warschauer Ghetto“ und der jüdische Staat als Bollwerk gegen den „Islamfaschismus“ gesehen wird, befürworten sie alle Maßnahmen bis hin zum Krieg, die den Bestand des jüdischen Staates und den Schutz seiner jüdischen Bewohner sichern sollen.

Selbstverständlich sollte man nicht zum Krieg greifen, um den Bestand des jüdischen Staates und des jüdischen Volkes zu sichern. Krieg ist ja was Schlechtes, den kann man verlieren. Aber Juden ausrotten ginge ja auch ohne Krieg … wenn die endlich aufhören würden, sich zu wehren. „Antideutsch“ wird man ganz schnell, wenn man dem latenten Antisemitismus der Deutschen nicht folgen möchte … und der ist gewaltig, wie man einer bei der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichten Studie entnehmen kann:

Ein Merkmal indiziert die Wirksamkeit des transformierten Antisemitismus in besonderer Weise: Nur 11% aller Befragten der GMF-Umfrage des Jahres 2004 stimmten keiner der Facetten des transformierten Antisemitismus zu.

Besonders hoch ist die Zustimmung zur NS-vergleichenden Israelkritik: 68.4% der Befragten stimmten in 2004 der Aussage eher oder sogar voll und ganz zu, dass Israel einen „Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ führt, und 51, 2% der Befragten meinten: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reichen mit den Juden gemacht haben.“ 90% derjenigen, die eine Kritik an Israel äußern, die zwar hart ist, aber ohne antisemitische Untertöne auskommt, stimmen auch mindestens einer Facette des Antisemitismus zu.

Wir haben in diesem Land nur noch 11% Bürger, die es schaffen, sich komplett den Facetten des transfomierten, an die neuen Bedingungen angepaßten Antisemitismus zu entziehen … die anderen würden letztlich die Vernichtungslager wieder begrüßen, und sei es auch nur, um Rache zu nehmen für die Verbrechen an den Palästinensern (die man selbst im eigenen Land als „Ausländer“ natürlich danach vergasen würde).

Antisemitismus ist nun nicht nur für Juden tödlich … er legt sich auch wie ein Pesthauch auf alle anderen gesellschaftlichen Bereiche:

Empirisch lässt sich nachweisen, dass Personen, die antisemitischen Aussagen zustimmen, auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit dazu neigen, Muslime, Frauen, homosexuelle, behinderte und obdachlose Menschen, sowie Zuwanderer und ganz generell Neu-Hinzugekommene (im Vergleich zu Etablierten) abzuwerten.

Ich möchte noch den starken begründeten Verdacht hinzufügen, das auch „Arbeitslose“ bzw. „Hartzis“ in diese Abwertungen mit einbezogen werden müßten – aber zum Zeitpunkt der Studie war diese neue Jagdkategorie noch nicht geschaffen worden.

Stéphane  Hessel wird bei Spiegel-Online wie folgt zitiert:

„diese Gesellschaft der rechtlosen Ausländer, der Abschiebungen und des Generalverdachts gegenüber den Einwanderern, (…) diese Gesellschaft, in der die Renten unsicher werden, der Sozialstaat abgebaut wird und die Medien in den Händen der Reichen liegen, alles Sachen, die wir niemals akzeptiert hätten, wenn wir die wahren Erben der Résistance wären“.

So etwas regt in Deutschland nur wenige auf.  Der klägliche „heiße Herbst“ der Gewerkschaften, der in der Hoffnung auf mehr Lohn für jene endete, die noch Arbeit haben, zeigt, woher in diesem Land der Wind weht.

Die Märkische Allgemeine beschreibt Hessel wie folgt:

Stéphane Hessel studierte unter anderem bei Jean-Paul Sartre, schloss sich im Zweiten Weltkrieg Charles de Gaulles Widerstandsbewegung an, wurde 1944 von der Gestapo verhaftet, ins KZ Buchenwald deportiert, gefoltert und überlebte nur mit viel Glück. Nach 1945 wurde er Diplomat bei den UN und Botschafter Frankreichs in mehreren Ländern.

Hessel ist der einzige noch lebende Verfasser der allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1948 und hat den Einsatz für Minderheiten zu seinem Lebensthema gemacht. Zuletzt griff er Frankreichs Präsidenten Sarkozy für seine Roma-Politik an. Diese ruhelose Empörung, die ihn antreibt, erhofft er sich auch von seinen Mitbürgern.

Ein Motiv zur Empörung sei wertvoll, schreibt er: „Wenn man sich über etwas empören kann, wie das bei mir mit dem Nationalsozialismus der Fall war, wird man stark und engagiert.“ Heute allerdings seien die Feindbilder nicht mehr so eindeutig. Hessel klagt die „Diktatur der internationalen Finanzmärkte“ an, die den Frieden und die Demokratie bedrohen und die sozialen Errungenschaften auffressen. Er beanstandet Krieg und Gewalt, die Kluft zwischen Reichen und Armen, die Zerstörung des Planeten. Hessels Kritik an Israels „Kriegsverbrechen“ gegen die Palästinenser haben ihm eine Klage und den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht.

Man kann vermuten, das er weiß, wovon er spricht.  Und ich schätze mal, das seine Kritik an den Kriegsverbrechen der Israelis wesentlich differenzierter ist, als die pauschalisierenden Propagandasprüche, die aus deutschem (auch „linkem“) Munde durchs Land hallen, und die auch zu erwarten wären, wenn ein Israeli auch nur falsch parkt.

Die Antwort auf die Frage des Spiegel-Autors Jakob Augstein ist einfach:

Dieses Land wird zum Land der Schande – schon wieder.

Deutschland hatte eine historische Chance. Kapitalismus und Kommunismus in einem Land vereint – aus den Erfahrungen hätte man einen „dritten Weg“ finden können, der diesmal nicht in nationalistischer Massenmörderei endet. Deutschland hätte die Chance gehabt, der demokratische Leutturm der Welt zu werden und so seine historisch Erblast für immer abzulegen.

Stattdessen … fangen wir wieder von vorne an. Transformiert natürlich – aus „Jude“ wird modern „Zionist“, aus „rassisch Minderwertigen“ werden „Bürger mit Migrationshintergrund“ – bei den Arbeitslosen neigt man aber mehr zur Beibehaltung des „Asozialen“, der sich schon in die DDR hinüberretten konnte, so als gäbe es das Problem der Arbeitsplatzvernichtung durch Maschinen nicht – und als könnte man aus der Arbeitsleistung der Maschinen unter keinen Umständen einen kulturellen Gewinn ziehen sondern wäre per göttlichem Dekret dazu verdammt, sie komplett in die Kassen der Reichen fließen zu lassen.

Wäre es nicht schön gewesen, wenn wir etwas anderes werden würden als wieder der uniformierte Abschaum der Menschheit, der nichts anderes im Sinn hat als tagtäglich nach „minderwertigem Leben“ zu suchen, das er drangsalieren kann? Aber was finde ich in den Medien? Entwicklungen, bei denen einem nur noch schlecht werden kann – hier in Der Westen:

Gehört das Militär in die Schule? Für Friedensaktivisten und einige Vertreter der politischen Linken ist diese Vorstellung unerträglich, für die Kindernothilfe gar ein „Verstoß gegen die Prinzipien der Kinderrechtskonvention“. Gestern stritten Freunde und Gegner der Bundeswehr im Landtag über den Kooperationsvertrag des Schulministeriums mit den Streitkräften. Den gibt es seit 2008; er war Vorlage für ähnliche Verträge in Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg.

Eine Ansicht einte gestern übrigens geladene Experten und Abgeordnete: Der Politikunterricht werde seit Jahren in NRW immer schlechter, er sei ein Stiefkind im Schulbetrieb. Schüler wüssten viel zu wenig über Politik.

Die Landesschülervertretung, die seit Jahren gegen den Kooperationsvertrag mit der Bundeswehr kämpft, war erst gar nicht eingeladen worden.

Dann sollten wir unseren Frauen auch sagen, das auf sie schlechte Zeiten zukommen. Es wird wieder Trümmer wegzuräumen geben. Zwischen uns und China ist kein unüberbrückbares Meer. Noch ein Schmankerl aus Karlsruhe, gefunden bei KA-News?

Der Bundeswehrwerbetruck macht Station in Karlsruhe und wirbt mit dem Slogan „Spaß und Action“. Damit soll insbesondere Schülern die Bundeswehr schmackhaft gemacht werden.

Wie der Spaß aussehen kann, beschreibt der Mein Parteibuch Zweitblog:

Press TV berichtete am heutigen Donnerstag unter Berufung auf Iran Newspaper on Network, dass amerikanische Besatzungssoldaten in der westafghanischen Provinz Farah Mädchen und Frauen in eine US-Basis verschleppt und dort mehrfach vergewaltigt haben. Eines der Mädchen starb einem medizinischen Bericht zufolge an Genitalverletzungen, die durch die Vergewaltigung hervorgerufen wurden.

Na, da können wir doch auch alte Wehrmachtstraditionen wieder aufleben lassen, nach Abu Ghuraib ist doch klar, das wir uns von dem Bürger in Uniform schon lange verabschiedet haben.

Für das Land, das sicher dereinst zurecht das Land der Dichter und Denker nannte, ist das eine absolute Schande. Darüber sollte man sich wenigstens nochmal empören dürfen, bevor wir unsere „Bündnisverpflichtungen“ in Korea, Pakistan, Russland, Iran und letztlich China wahrnehmen werden, um der „unsichtbaren Hand des Marktes“ die Weltherrschaft im Namen der Kapitalrendite  zu verschaffen.

410 worte über franzosen, deutsche und recht und pflicht

pferd

wie ich bereits vor einigen tagen beichtete, wohne ich ja inzwischen auf dem land. hier ist es friedlich. hier ist es ruhig.

pferddas highlight des heutigen tages war neben der fahrt zum aldi(nord)-supermarkt ein ausgerissenes pferd, das kurzfristig auf der wiese neben der barockkirche am anderen bachufer graste, bevor es wieder eingefangen wurde.

etliche balken, die das haus das ich (mit-)bewohne stützten, stammen wohl von bäumen, die gefällt wurden… so um die zeit als christoph columbus amerika entdeckte – wobei wir davon ausgehen, das die sandsteinfundamente des haupthauses noch älter sind… aber – wer weiß das schon. im 30jährigen krieg… ist das stadtarchiv abgebrannt (worden!).

protestanderswo in europa brennt es auch gerade. z.b. in frankreich. dort brennen die barrikaden, geschäfte werden geplündert. alles rowdys – kolportiert die presse. anlass der „krawalle“ ist die anhebung des rentenalters von 60 auf … 62 jahre. aha.

das wiederum setzt bei mir eine gedankenkette in gang, die ich gerne noch aufschreiben möchte, bevor ich ins bett gehe. anhebung des rentenalters auf 62 jahre. das waren dann ja schon mal fünf jahre weniger, als es bei uns war – wir… gehen ja jetzt auf 67 jahre. und einschulung mit 5. damit wir unserem hochwohllöblichen lande… so insgesamt 4 jahre mehr als bisher… steuernzahlend zuarbeiten dürfen. oder schneller ausrücken können. nach afghanistan zum beispiel. um dort… die bundesrepublik zu verteidigen.

kindheit2 jahre weniger kindheit für unsere kinder, 2 jahre länger arbeiten. was machen wir deutschen? nichts! weil: das hat ja unsere regierung beschlossen. die baut auch bahnhöfe die wir nicht wollen und lässt altersschwache atomkraftwerke am netz, die wir eigentlich abschalten wollten.

was machen die franzosen? sie fackeln lyon ab, legen das land lahm, indem sie flughäfen und raffinerien bestreiken! ich will jetzt weder das abfackeln von lyon noch das lahmlegen des landes gutheißen – schließlich ist bei uns in deutschland der generalstreik… rechtswidrig, und das in frankreich sind ja alles rowdys und ein richtiger generalstreik ist das ja auch nicht.

naja. intressant ist und bleibt in diesem falle – und ja, ihr dämlichen kackbraunen, kuhschlachtenden hundef****r, der linke psychopath bemüht mal wieder das grundgesetz – der art. 20, satz 4…. gegen jeden, der es unternimmt diese ordnung zu beseitigen, haben alle deutschen das recht zum widerstand…blabla heißt es da. und ich denke, da genau liegt das

feuerproblem: wir haben das recht zum widerstand. aber nicht die pflicht.

und da kommt der moment, an dem ich mich zurücklehne und überlege, was die franzosen wohl so machen würden, wenn mit denen so umgesprungen würde wie mit uns…???

in diesem sinne

grübelnder gruß vom

proll-mitglied


Ruanda, Deutschland, der Holocaust und die Wurzeln des Terrors in der Welt

Es gibt Bücher und Themen, die sind tödlich:

Dieses Buch ist Sian Cansfield gewidmet. Sian war meine Schattenautorin, hat aber die Drucklegung nicht mehr erlebt. Als sich die Arbeit am Entwurf dem Ende näherte, bemerkte ich, dass sie müde wurde, das der oft schwer erträgliche Inhalt des Buches und die Arbeitslast ihr den Humor raubten und ihre Objektivität untergruben. Ich gab ihr ein langes Wochenende frei, um sich zu erholen, zu schlafen, gut zu essen und aufzutanken, wie ich es oft bei Offizieren und Soldaten mit ähnlichen Symptomen getan hatte. Am folgenden Morgen teilte man mir mit, das sie Selbstmord begangen hatte.

(Aus: Dellaire, Handschlag mit dem Teufel Seite 18.19)

Wie das, fragt man sich. Was geht da vor sich? Was kann einem Menschen so zusetzen, das er ob der Behandlung eines Themas den Glauben an sich selbst verliert?

Nun … vielleicht die Erkenntnis, das man in einem Lügenkokon ungeahnten Ausmasse gefangen ist:

Während ich dies schreibe, höre ich Samuel Barbers Adagio für Streicher – für mich der reinste musikalische Ausdruck des Leids, der Verstümmelung, der Vergewaltigung und des Mordes an 800000 Ruandern. Dieses Drama konnte sich nur mit Hilfe der Mitliedsnationen des bloß scheinbar unparteiischen Weltgremiums namens UNO vollziehen. Geführt von den USA, Frankreich und Großbritannien unterstützte und ermutigte die UNO letztlich den Völkermord in Ruanda.

(Dellaire, a.a.O.Seite 483)

Oder die Erkenntnis, das wir – historisch gesehen – einen neuen Höhepunkt der Massenvernichtung erreicht haben … nicht als zufälligen kleinen Stammeskrieg,  sondern als bewußt von langer Hand geplanter Aktion, ohne das allerdings ein normal denkender Mensch eine Chance hätte, dahinterzusteigen, warum das initiiert worden ist.  Wir begnügen uns mit den Informationen der Medien und verbuchen das als „Stammesfehde“.

Alles andere interessiert uns nicht, denn nach unserem Nachrichtenverständnis ist Ruanda „durch“.

Eine These von Melvern ist, dass die westlichen Großmächte – Frankreich, USA, Großbritannien – Bescheid wussten über das, was sich in Ruanda anbahnte, und es hätten verhindern können.

Sie hatte vertrauliche Unterlagen über die Beratungen im UN-Sicherheitsrat während des Genozids erhalten, ging damit zum Guardian, Großbritanniens führender linker Tageszeitung, und erfuhr, Ruanda sei „schon durch“.

Quelle: Taz

Und Sie, lieber Leser? Was wissen Sie über Ruanda? Nichts, nehme ich an. Genau wie ich. Wir leben in einer künstlichen Wohlstandsblase, die die Medien rund um uns herum errichtet haben, dabei wohnen die neuen Himmler, Eichmanns und Mengeles gleich nebenan:

Er soll in den neunziger Jahren an der Ermordung von Mitgliedern der Tutsi-Minderheit beteiligt gewesen sein: Ein 53-jähriger Ruander ist wegen des Verdachts auf Völkermord im Raum Frankfurt am Main festgenommen worden.

Quelle: Spiegel-online

Wir sind wohl so eine Art Argentinien für Hutu-Nazis:

Ihre Einheiten sollen im Kongo Hunderte Zivilisten getötet, unzählige Frauen vergewaltigt und Dörfer geplündert haben: Die Polizei in Baden-Württemberg hat zwei Ruander festgenommen. Noch von Deutschland aus sollen die Milizführer Massaker in Afrika befohlen haben.

Bei der FDLR handelt es sich laut Bundesanwaltschaft um eine paramilitärische Organisation, die am Bürgerkrieg in den an Ruanda angrenzenden Landesteilen der Demokratischen Republik Kongos beteiligt ist. Milizionäre der FDLR sollen von Januar 2008 bis Juli 2009 mehrere hundert Zivilisten getötet und unzählige Frauen vergewaltigt haben. Dörfer wurden geplündert und niedergebrannt, die Bewohner vertrieben und Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert. Die FDLR wollte damit die kongolesische Zivilbevölkerung zwingen, ihre Kämpfer zu versorgen und ihnen Schutz vor feindlichen Milizen zu gewähren. Bereits 1994 waren viele Mitglieder der Vereinigung am Völkermord an rund 800.000 Tutsi und gemäßigten Hutus in Ruanda beteiligt.

Quelle: Spiegel-online

Es sind die gleichen Killer, die  erst heute wieder auf sich aufmerksam gemacht haben:

Der Ort des Verbrechens ist nicht weit von einem Stützpunkt der Vereinten Nationen im Kongo: Rebellen sollen bei einem Überfall auf die Stadt Luvungi fast 200 Frauen vergewaltigt haben. Angaben der Hilfsorganisation International Medical Corps (IMC) zufolge sind die Frauen in nahezu jedem Fall von zwei bis sechs bewaffneten Männern vergewaltigt worden – oftmals vor den Augen ihrer Kinder und Ehemänner.

Quelle: Spiegel-online

Man mag sich immer noch denken: was geht das mich an?

Ich sage: viel.

Offiziell sind wir Deutschen ja momentan immer noch Spitzenreiter, was Holocaust angeht, dabei haben uns die Hutu locker überholt.  Die haben schneller und brutaler mehr Prozent der Bevölkerung eleminiert, als wie es geschafft haben.  Allerdings keine Juden sondern Tutsis.

Wie wird man übrigens Tutsi? Eine interessante Frage, auf die es eine spannende Antwort gibt:

1931 wurde von den Belgiern der regierende König abgesetzt, da er sich den Kolonialisten als zu widerspenstig herausstellte. Ersetzt wurde er durch seinen Sohn Mutare III Rudahingwa, der sich bedeutend kooperationswilliger zeigte und sich sogar taufen liess. Danach wurde der Ausgangspunkt der eigentlichen Spaltung des ruandischen Volkes eine Volkszählung durch die belgischen Kolonialmächte in den Jahren 1934/35. Die Vorgehensweise ist erstaunlich und dient ganz offensichtlich nur dem Zweck, die Menschen gegeneinander auszuspielen:

»Da sie über kein objektives Kriterium verfügten, um die Zugehörigkeit zu den verschiedenen Volksgruppen zu bestimmen, welche seit Jahrhunderten dieselbe Sprache, dieselbe Kultur und Geschichte miteinander teilten, gingen die Kolonialisten dazu über, die ruandischen Bürger in verschiedene Völker einzuteilen, je nach der Anzahl ihrer Rinder.

Die ruandische Gesellschaft wurde unterteilt in das „Volk der Tutsi“ – das waren alle erwachsenen Männer (und deren Familien), die mehr als zehn Rinder besaßen. Die erwachsenen Männer, die weniger als zehn Rinder besaßen, wurden dem „Volk der Hutu“ zugeschlagen und zum „Volk der Twa“ gehörig wurden die erwachsenen Männer, die keine Rinder besaßen, eingestuft. … So kam es oft vor, dass drei erwachsene Söhne einer Familie, die nicht die gleiche Anzahl von Rindern besaßen, unterschiedlichen Ethnien zugeteilt wurden.«

Quelle: Linke Zeitung

Je mehr Rinder, desto Tutsi.  Keine Rinder … ziemlich Hutu. Vielrinderneger wurden dann von den Belgiern als Aufseher über Wenigrinderneger bestellt – und schon gab es das Märchen von den Hutu und den Tutsi. Die gleiche Unterteilung haben wir gerade in Deutschland: Leistungsträger und Sozialschmarotzer.

Aber auch sonst gibt es Parallelen zwischen Ruanda und Deutschland – mal vom Holocausten abgesehen.

Die wirtschaftliche Geschichte Ruandas ist schnell erzählt, die gleicht vielen afrikanischen Ländern.  Kolonie gewesen, Monokulturen gepflanzt, unabhängig geworden, Preisverfall der Monokultur …. Elend in ungeahntem Ausmaß. Weil wir so billigen Kaffee haben, müssen die bei der Arbeit hungern. Und die gleichen Kräfte, die auch uns gerne hungernd bei der Arbeit sehen würden, griffen auch dort an: der IWF und die WELTBANK.  Sie gingen erstmal dran, ihre üblichen  Reformen durchzudrücken, bevor es Kredite gab, was dazu führte, das das Durchschnittseinkommen von üppigen 360 Dollar im Jahr auf 140 Dollar im Jahr sank.  Die Methoden kennen wir: Lohnsenkungen, Erhöhungen der Arbeitszeit, Privatisierung von Staatsvermögen (Bahn, Post, Telekom), Verschlankung öffentlicher Aufgaben wie Bildung und Gesundheit sowie Privatisierung der Kosten, Abbau des Sozialstaates und des öffentlichen Dienstes… das alles machen wir in Deutschland ebenfalls gerade durch.

Unter detallierter Aufsicht der Weltbank wurden dann eine Million Macheten in das Land für acht Millionen Einwohnern gebracht … als „zivile Waren“ deklariert

Quelle: Michel Chossudovsky, Global Brutal, 2001, 1.Auflage 2002 Seite 131-132

Damit die Macheten aber richtig arbeiten konnten, brauchten sie einen sicheren Rahmen: die Armee, die dafür sorgt, das keiner den Ort des Gemetzels verlassen kann:

Die ruandische Armee, die überwiegend von Franzosen ausgerüstet sowie ausgebildet wird, explodiert Anfang der 90er Jahre: von 5200 Soldaten am 1. Oktober 1990 über 15 000 (Mitte 1991) erreicht sie eine Mannstärke von 50.000 zur Jahresmitte 1992. Bereits im Frühjahr 1992, so ist dem belgischen Untersuchungsbericht zu entnehmen, existierte – nach der Formulierung in einer Depesche des belgischen Botschafters in Kigali – «ein geheimer Generalstab, der mit der Vernichtung der Tutsi in Ruanda beauftragt war». Die Internationale Vereinigung der Menschenrechtsgruppen FIDH spricht Anfang 1993 in einem Dokument von «Todesschwadronen» und «Vorläufern eines Genozids»; ein am 11. August 1993 publizierter UN-Bericht übernimmt diese Angaben.

Quelle: AG Friedensforschung

Somit haben wir Waffen und Wahnsinn genug in diesem Land, nun noch einen Hassprediger eingesetzt, und die Sache wird rund:

Zu den zahlreichen ungeklärten Merkwürdigkeiten gehört, dass der als rechtsextrem Hutu-freundlich eingestufte Radiosender RTML, der bei der Anstiftung zum Völkermord 1994 eine wichtige Rolle spielte, einen Italo-Belgier als Propagandisten einsetzte.

Quelle: die zwölf Apostel

Und hier sind auch deutsche Steuergelder aktiv geworden:

Konfliktverschärfend wirkte die Komplizenschaft der deutschen CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung mit den Mördern und ihrem Hetz-Radio RTLM.

Quelle: ngo-online

Man sieht, wie haben einiges damit zu tun. Jedoch das Schlimmste dünkt mir: das gebrochene Versprechen.

1994 wurden in Ruanda 1 Million Menschen in einem schnelleren Tempo als während des Holocausts massakriert. Die dazu benutzten Waffen waren Gewehre, Macheten und mit Nägeln besetzte Knüppel. Professor Michael Barnett war als Mitarbeiter der Clinton-Administration einer der ersten, der die geheimen telegraphischen Meldungen mit den Beschreibungen dieser schrecklichen Ereignisse zu lesen bekam. [ … ]

Die Konfrontation mit diesen schrecklichen Ereignissen begann für Professor Barnett 1993, als er nach New York kam, um als politischer Berater der US-Mission in der Uno zu arbeiten. Zu seinem Dossier gehörte auch das zentralafrikanische Land Ruanda. Neun Monate später, als die Massaker begannen, vertrat er, wie die meisten Leute damals, die Meinung, die Uno solle nicht eingreifen. Damit war aber das Versprechen, dass nach dem Nazi-Holocaust abgegeben worden war, gebrochen.

Am 9. Dezember 1948 wurde in der Uno die Konvention gegen den Völkermord verabschiedet, in welcher festgehalten wurde, dass nie mehr zugelassen werden dürfe, dass ethnische oder religiöse Gruppen ausgemerzt werden. Nie mehr dürfe es Todeslager geben, wie sie Thomas Burgenthal als damals 10jähriger Bub in Auschwitz während 4 Jahren kennenlernen musste. Heute ist Thomas Burgenthal ein bekannter international tätiger Anwalt und als Mitglied des Uno-Komitees für Menschenrechte einer der grössten Spezialisten für Fragen des Völkermords.

«Ruanda ist das deutlichste Beispiel eines Völkermords seit dem Zweiten Weltkrieg. Was dabei so furchtbar ist, ist dass beim Nazi-Holocaust niemand etwas dagegen unternahm und im Fall von Ruanda genau das gleiche wieder geschah.»

So wurde das vor 50 Jahren abgegebene Versprechen gebrochen. Heute fragen sich einige der an diesen verhängnisvollen Entscheidungen Beteiligten, wie es möglich war, dass sie diesem Völkermord zuschauen konnten. [ … ]

Nun … wer kann sich in aller Ruhe einen Brand anschauen, in dem Frauen und Kinder elendig umkommen? Der Brandstifter.  Darum wiegelt man auch jene ab, die den Rauch schon rochen:

Am 10. Januar 1994 erfährt ein hoher Verantwortlicher der Unamir in einem geheimen nächtlichen Treffen von einem Führer dieser Miliz, dass der wirkliche Auftrag dieser Hutu-Truppen die Vernichtung der Tutsi-Bevölkerung ist.

Oberst Luc Marchal, damals führender Offizier in der Unamir, hält fest: «Das Ziel war jedem klar: töten, töten und nochmals töten.»

Noch in der gleichen Nacht senden die militärischen Verantwortlichen ihren Vorgesetzten in New York eine dringende Nachricht. In dieser verschlüsselten telegraphischen Meldung wird die Warnung ihres Informanten detailliert wiedergegeben:

«Er hat den Befehl erhalten, alle Tutsi von Kigali aufzulisten, und er ist der Meinung, dass dies Vorbereitungen sind, um sie zu vernichten. Er teilte uns unter anderem mit, dass 16 Männer in 20 Minuten bis zu 1000 Tutsi umbringen könnten.» [ … ]

Da sie diese Pläne schnell durchkreuzen wollten, teilten die Uno-Kommandanten vor Ort ihren New Yorker Vorgesetzten mit, dass sie die Milizen entwaffnen wollten. Die Antwort war ein Schock: Die New Yorker Vorgesetzten waren dagegen. [ … ]

Quelle: Zeit-Fragen

Es wäre ja auch schön blöd gewesen, wenn man einen so wunderbar durchgeplanten und langjährig vorbereiteten Völkermord einfach so durch ein paar UN-Soldaten vor Ort verhindert hätte. Immerhin hatte man diese Truppen von vornherein schon extra ziemlich klein gehalten:

Die UN-Truppen, die französische Kräfte ersetzten, waren auf Betreiben der amerikanischen UN-Botschafterin Madeleine Albright sehr schwach,

Quelle: Die zwölf Apostel

Und die gleichen Leute, die die UNO-Mission klein hielten, sorgten auch dafür, das es nachher auch keine Aufklärung über die Geschehnisse gab:

Den Völkermord in Ruanda haben zu 100% die Vereinigten Staaten von Amerika zu verantworten!? Das sagte nicht ein ausgegrenzter politischer Führer wie Robert Mugabe oder Fidel Castro. Das sind auch nicht die Worte eines nostalgischen afrikanischen Aktivisten, der den Fall der Sowjetunion betrauert. Der ehemalige Generalsekretär der UNO Boutros Boutros-Ghali sagte das im Juli 1998 und wiederholte es mir gegenüber im November 2002. Leute im Weißen Haus beliebten Boutros-Ghali Booboo Ghali oder Frenchie  zu nennen, vor und während seiner Entlassung aus der UNO, betrieben von Madeleine Albright, der damaligen UNO-Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika, die gegen seine Wiederwahl am 19. November 1996 ihr Veto einlegte.

Seine Analyse widerspricht allen Klischees und gängigen Auffassungen betreffend die Katastrophe in Ruanda, die sich weit über die Grenzen dieses kleinen afrikanischen Landes hinaus ausgewirkt hat. Die Geschichte von Ruanda ist dermaßen durchsetzt mit Klischees und Vorurteilen, dass ein moderner Flaubertianer daran gehen müsste, ein neues Wörterbuch herauszugeben.

Quelle: Taylor-Report

Was man jetzt noch brauchte, war eine Initialzündung … einen offiziellen Akt, mit dem das Schlachten beginnen konnte.  Hierfür sind Söldner immer gern gesehen:

»Der Bericht der CIA vom 10. August 1994, zitiert von der Zeitschrift „Nouvelle Afrique Asie“, erklärt dieses Ereignis folgendermaßen: „Extremistische Hutu vom ‚Netz Null‘ haben das Flugzeug des Präsidenten abgeschossen. Das Flugzeug wurde von europäischen Söldnern, die im Dienste der extremistischen Hutu-Milizen waren, abgeschossen. Der Flugschreiber der Flugzeugs wurde zehn Minuten nach dem Absturz in der Nähe des Militärstützpunktes Kanombe von französischen Soldaten sichergestellt.“ … Oberst Bernard Cuissac, Militärattaché an der französischen Botschaft, hat dies offiziell bekanntgegeben, bevor er nach Intervention seiner Vorgesetzten aus Paris alles zurücknahm.« [Der Spiegel, Nr. 26, 1994]

»Knapp eine Stunde später [nach dem Abschuß] beginnt die Ausrottung nach Listen, die von den Computern der belgisch-bürokratischen Einwohnermeldeämter ausgedruckt werden. Diese Listen mit Namen von Tutsi und demokratischen Hutus werden bis zum letzten Familienmitglied eisern abgearbeitet.« [Lexikon der Völkermorde]

Quelle: Linke Zeitung

Anderen Berichten zufolge hat das CIA die Maschine abgeschossen – oder auch Truppen des Rebellenführers und jetzigen Präsidenten Kagame. Letztendlich spielt das keine Rolle.

Kagame ist kein unbeschriebenes Blatt, die Effizienz seiner Truppen, die der UN-General Dallaire so bewundert, resultierte aus gezieltem Training durch amerikanische Green Berets.

Paul Kagame war einer der Führer der Exil-Tutsi in Uganda. Er arbeitete im ugandischen Geheimdienst unter Museveni und war als besonders brutaler Folterer bekannt (siehe Interview David Barouski mit Jean-Christophe Nizeyimana, zmag.org). Kagame ist ein indirekter Nachfahre der Tutsi-Königsdynastie, die ihre Minderheitenherrschaft bei der Unabhängigkeit Ruandas 1962 abgeben musste. Diese Gruppe von Exil-Tutsi aus Uganda hatte sich damals geschworen, ihre verlorene Macht zurückzuerobern. Von Uganda führte Kagame 1990 bis 1994 einen Zermürbungskrieg gegen die Regierung von Ruanda, um mit ständigen Angriffen das Land zu destabilisieren.

Der Flugschreiber der abgeschossenen Maschine ist bei der UNO in New York bis heute unter Verschluss. Erst Ende 2006 hat der französische Ermittlungsrichter Jean-Louis Bruguière, der seit Jahren auf Betreiben der Angehörigen der drei getöteten französischen Piloten ermittelt, eine Anklage gegen neun enge Mitarbeitern von Kagame in Arusha eingereicht und eine Anklage gegen Präsident Kagame bei der UNO eingefordert. Der neue französische Außenminister Bernard Kouchner und die von ihm mit gegründete Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ haben zusammen mit anderen prominenten NGOs vor dem Völkermord von 1994 und seither in der Vertuschung eine Rolle gespielt, die noch zu erforschen bleibt.

Quelle: Zwölf Apostel

Die „guten“ Ärzte ohne Grenzen, der „gute“ Kagame, die „bösen“ Hutu, die „armen“ Tutsi, die „bösen“ Franzosen … ganz so einfach scheint das alles nicht.

Der Leiter der Todesschwadronen war Protais Zigiranyirazo, der Schwager des Staatspräsidenten. Dieser „Monsieur Z“ setzte sich vor Ausbruch des Völkermords nach Paris ins Exil ab – ebenso wie 30 bis 40 Verantwortliche, die mit französischen Militärmaschinen außer Landes gebracht wurden. Darunter auch Ferdinand Nahimana, der im „Radio der tausend Hügel“ die Propaganda gegen die Tutsi geleitet hatte.

Quelle: Koinae

Kein Wunder, also, das die von Deutschland aus dann fröhlich weiter Morde befehlen konnten. Dafür wurde ja von höchster Stelle aus Sorge getragen.

Was man wirklich will, das tut man. So einfach machte sich Schopenhauer das Urteilen über menschliche Motive.

Urteilen wir so über die UNO bzw. über jene Gewalten, die hinter der Bühne die Fäden ziehen, so muß man sagen: Was die wollen ist … was ganz anderes als das, was die uns verkaufen wollen. Die wollten Blut sehen, Blut, Qual und Folter.  Aber mit der Zuweisung von Verantwortlichkeiten, mit Aufklärung tut man sich da schwer.

Es ist wie mit dem Terrornetzwerk Al Qaida – man kennt einzelne Namen, man weiß, das sie Moslems sind, man kennt Länder, in denen sie Basen haben …. aber man kriegt sie nicht zu fassen.

Was wir aber lernen können aus dem Holocaust Ruanda (nicht aus der Tradödie … da gibt es keine Tragödie, das war ein geplanter Massenmord)ist: es gibt in der Weltpolitik (wie in Ruanda auch – siehe Bericht von Romeo Dallaire) eine „dritte Kraft“ , die mal in der UNO wirkt, mal in den USA, in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und die in erster Linie … Spaß an Menschenmassenvertilgung hat.

Über das Wirken jener Kraft in Jugoslawien berichtete einst ein spanischer Journalist, über den es vor Jahren einen Bericht im ZDF gab. Er meinte, der Konflikt auf dem Balkan sei künstlich herbeigeführt worden.  Söldner hätten die Massaker im Auftrag von Waffenhändlern begonnen, der Rest sei wie von selbst gekommen.  Der Journalist verschwand spurlos.

Wir kennen einige Namen dieser „Dritten Kraft“, wissen, das sie Basen in den USA haben, in England, Frankreich und wir spüren ihre harte Hand auch in Deutschland: Arbeitsplatzabbau, Demokratieabbau, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Sozialstaatsabbau, Privatisierung (sprich: verschleudern) von Staatseigentum, Monopolisierung der Medienmacht, Etablierung der zivil-militärischen Zusammenarbeit und vieles mehr.

Wir wissen auch, das wir nur hinter vorgehaltener Hand über sie reden dürfen, denn es droht ganz schnell das soziale Aus durch den Bannruf: „Verschwörungstheorie!“, der funktioniert ähnlich wie früher „Hexe“ oder „Jude“, ist nur noch nicht so tödlich.

Und deshalb wissen wir in Deutschland auch sehr gut, warum wir nichts getan haben:

Zurück in Wisconsin, fragt sich Prof. Barnett, wie es kam, dass die ganze Welt ihre Verantwortung angesichts dieses Völkermords in den Wind schlug. Es gehört zu seinen Grundüberzeugungen, dass das Böse triumphiert, wenn die redlichen Menschen passiv bleiben. Was er nicht verstehen kann: Dass er selbst dazu gehörte. Prof. Barnett: «Ich verstehe nicht, wie ich und andere uns so ruhig verhalten konnten, so teilnahmslos angesichts eines Völkermords. Vor unseren Augen ereignete sich ein Völkermord, und wir taten, wie wenn nichts wäre. Das ist und bleibt eine Schande.»

Quelle: Zeit-Fragen

Ich verstehe es gut. Die Menschen sind halt nicht so blöd wie der Professor. Sie wissen, das wir … eher das Jahr 1939 haben als das Jahr 1932, wo man noch was hätte verhindern können. Die Menschen spüren das Wirken der dritten Kraft am eigenen Leib.

Ein Beweis?

Gehen Sie mal Morgen zu Ihrem Chef und sagen: „Du, Dieter, ich brauche jetzt mal vier Wochen extra frei, dieser ganze Filz in Ruanda, ich blicke da nicht durch – ich muß mich da mal gründlich einarbeiten, damit das in unserem Land nicht auch passiert“.  Studieren sie dann mal genau die Folgen ihrer Bitte und achten sie dann anschließend auf die Argumentation des Fallmanagers – und Sie wissen genau, das sie schon längst nicht mehr frei genug sind, auch nur einen Handschlag gegen den Terror zu unternehmen.

Es ist wie in Ruanda … als es klar war, was abläuft, war es schon viel zu spät. Und vorher wollte es keiner wahr haben.

Hartnäckig verschwiegen wird seit 13 Jahren, dass ein Netzwerk von Politikern, Journalisten und Leuten aus Nichtregierungsorganisationen u.a. aus westlich-demokratischen Ländern in die Geschehnisse um den millionenfachen Völkermord in Zentralafrika verwickelt ist.

Quelle: Linke Zeitung

Vielleicht ein Ausblick auf eine Zeitungsmeldung aus dem Jahre 2030?

Hartnäckig verschwiegen wird seit 13 Jahren, dass ein Netzwerk von Politikern, Journalisten und Leuten aus Nichtregierungsorganisationen u.a. aus westlich-demokratischen Ländern in die Geschehnisse um den millionenfachen Völkermord an Rentnern und Arbeitslosen verwickelt ist.

Schon irgendwie verständlich, das man sich das Leben nimmt, wenn man langsam versteht, was abläuft:

Polmans krassestes Beispiel: Die Lager von Goma in Zaire 1994. Die westlichen Fernsehzuschauer glaubten, dort seien die Opfer des Völkermordes von Ruanda hingeflohen. Tatsächlich waren es aber die Täter. Die Hutu-Milizen, die den Völkermord begangen hatten, und jetzt selber vor der Rache nehmenden Tutsi-Armee ausgewichen waren.

Polman berichtet: „Tatsächlich hat die internationale Gemeinschaft die Mörder durchgefüttert. Und schlimmer noch, ihnen ermöglicht den Krieg fortzusetzen.“ Die Hutu-Milizen hatten in den Lagern das Kommando und erpressten Gelder von den westlichen Helfern. Als die französische Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“ sich verweigerte und Goma verließ, wurde sie sofort von zehn anderen NGOs ersetzt.

Quelle: Die Mitleidsindustrie, Aspekte, ZDF


Ruanda: Holocaust, deutsche Militärberater, die Kirche, die Franzosen und die unbekannten Weltkriege

Ich weiß nicht, ob sich noch jemand an Auschwitz erinnern kann? … ist eine Frage, die man wohl niemals wird stellen müssen. Auschwitz ist allgegenwärtig – und das ist auch gut so.  Die skrupellose industrielle Massenvernichtung einer (oder mehrerer, wenn man die Roma mitzählt, gegen die Frankreich gerade wieder vorgeht) Volksgruppen schien eine neue Qualität der inneren Gewalt zu sein so wie die Atombombe eine neue Qualität der äußeren Gewalt war.  So stolz wir auf unsere Technik, unseren Fortschritt und unsere Zivilisation waren,  so mußten wir doch erkennen, das wir ethisch entweder gar keine Fortschritte gemacht hatten oder sogar dabei waren, Rückschritte zu machen.

Dazu gab es ein deutliches „nie wieder“ der ganzen Volksgemeinschaft, denn wenn wir das nicht in den Griff bekommen, wird die Welt letztlich in einem nuklearen Feuerbrand untergehen.  So wurde also Auschwitz und das dritte Reich von vorne bis hinten durchgekaut … der Umgang mancher Medien mit Hartz IV-Abhängigen in den letzten Jahren gibt allerdings zu denken,  ob wirklich viel verstanden worden ist.

Wir beschäftigen uns ja nicht mit Auschwitz, weil uns langweilig ist, sondern weil wir unter allen Umständen die Lager wieder verhindern wollen, die Lager … und den Völkermord.

Was die Lager angeht, kriegen wir das halbwegs in den Griff, was aber den Völkermord angeht, so haben wir schrecklich versagt. Würde ich fragen, ob sich noch jemand an Ruanda erinnern kann, dann … würde ich wahrscheinlich Schweigen hören oder irgendetwas über Stammeskriege.

Ruanda hat den Nachteil, das da Neger wohnen. Das interessiert schon mal keinen und der latente Rassismus führt dazu, das wir die sowieso für affenähnliche Untermenschen halten, deren Schicksal uns nichts angeht.  Zur Beruhigung unseres Gewissens … schicken wir den Niebel mit etwas Geld dahin, ca. 88 Cent für jeden der acht Millionen Einwohner … und das war es dann auch.

Rede ich dann von deutschen Militärberatern, die 1993/1994 vor Ort in Ruanda waren, so werden wahrscheinlich alle so verdutzt gucken wie ich. Kann doch gar nicht sein, so etwas gibt es doch nicht? Davon müssten wir doch wissen? Stimmt vollkommen, tun wir aber nicht.

„Die Franzosen, die Belgier und auch die Deutschen hatten Dutzende von Militärberatern auf allen Kommandoebenen der Armee und der Gendarmerie und unterhielten Ausbildungseinrichtungen in Ruanda“, erwähnt Genereal Reméo Dellaire in seinem Bericht „Handschlag mit dem Teufel“ (Verlag 2001, 2003, Seite 152).

Was die dort taten und warum es so viele waren … der kanadische General der UNO wird es nie erfahren.

So wenig wir über die deutschen Militärberater wissen, so wenig wissen wir auch über den Holocaust in Ruanda, der den Holocaust in Deutschland an Geschwindigkeit,  Grausamkeit und Gründlichkeit übertraf und deshalb eigentlich an erster Stelle Untersuchungs- und Unterrichtsgegenstand jeglicher gewaltpräventiven Maßnahme sein muß.

Stattdessen … Schweigen wir.

Die Belastungen im bilateralen Verhältnis im Zuge der Verhaftung der ruandischen Protokollchefin in Frankfurt Anfang November 2008 aufgrund eines von den französischen Justizbehörden ausgestellten Europäischen Haftbefehls konnten dank der gemeinsamen deutsch-ruandischen Erklärung vom 19. Januar 2009 und der Wiederbesetzung der Botschafterposten überwunden werden. Die zeitweise Eintrübung des bilateralen Verhältnisses hat nichts an dem grundsätzlich positiven Bild Deutschlands in Ruanda geändert und auch das traditionell enge und gute beiderseitige Verhältnis nicht nachhaltig negativ tangiert. Deutschland gilt als ein Partner ohne eigennützige wirtschaftliche oder politische Interessen. Die rasche deutsche Hilfe nach dem Genozid und Bürgerkrieg 1994 wird von den Ruandern gewürdigt.

Im Großraum Kigalis gab es seit dem 19.02.2010 mehrere Anschläge mit Handgranaten, die auch Todesopfer forderten.

Meint das Auswärtige Amt.

Wären da Palästinenser oder Israelis beteiligt: es gäbe wieder großes Geschrei.  Handgranaten richten schlimme Dinge an.  Aber: sind ja nur Neger.

Wir nörgeln gerne mal schulmeisterlich an denen herum:

Aber hinter dieser scheinbar überwältigenden Zustimmung verbirgt sich ein eiserner Griff. Kritische Zeitungen wurden eingestellt, Oppositionelle mit Anklagen wegen »Terrorismus«, »Leugnung des Völkermords« und »Verbreitung genozidaler Ideologie« an der Registrierung für die Wahlen gehindert. Andere wurden umgebracht.

Und kriegen dafür eine Abfuhr vom Staatschef, die uns nicht gefällt:

Paul Kagame selbst spricht dem Ausland schlicht jedes Recht ab, am politischen System Ruandas Kritik zu üben. Eine Weltgemeinschaft, die sehenden Auges einen Völkermord zugelassen habe, habe niemanden über Demokratie zu belehren.
Quelle: Die Zeit
Da schlagen wir mal schnell zurück … und schon ist Kagame, ohne dessen Rebellen der Völkermord noch viel mehr Opfer gefordert hätte, ein Unmensch:
Ruandas Präsident Kagame bringt kritische Stimmen im Land zum Schweigen: Eine Oppositionspolitikerin steht unter Hausarrest, zwei Mordfälle bringen die Regierung in Erklärungsnot. In Kagames Partei wächst die Unzufriedenheit über dessen autoritären Stil.
Quelle: FAZ
Gräbt man tiefer … findet man wie üblich mehr Dreck.  Dreck scheint inzwischen der Urgrund der Weltpolitik zu sein, die sich – seltsamer- und unerklärlicherweise – in einer immer häßlichere Richtung entwickelt:
Wir sahen uns nicht einer neuen Weltordnung gegenüber, wie George Bush zwei Jahre zuvor verkündet hatte, sondern einer Weltordnung, in der die Vernichtung menschlichen Lebens zu Friedenszeiten ein nie gekanntes Ausmaß erreicht hatte.
So beschreibt General Dellaire die politische Wirklichkeit des Jahres 1994 … vor dem Massaker, vor Irak und Afghanistan (a.a.O. Seite 92).
Wir können uns heute nur noch weiter wundern, wie die Welt, die in den siebziger Jahren neben ein paar verschwindenden Militärdiktaturen und ein paar Umweltproblemchen nur noch den kalten Krieg als Problem hatte, sich nach dem Ende des kalten Krieges in ein Schlachthaus verwandelt, vor dem uns als Bundesbürger (sofern wir nicht zum kreis der anonymen Militärberater gehören) nur noch das Fernsehen mit seiner rosaroten Dauerbrille schützt.
Dabei erleben wir die Verfinsterung der politischen Wirklichkeit am eigenen Leibe, nicht umsonst wollen 88 % der Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung oder lehnen in ähnlichen Prozentzahlen den Kriegseinsatz ihrer Kinder in Afghanistan ab.  Es ist der Import des Elends der Dritten Welt, mit deren Lohnkosten wir auf einmal konkurrieren sollen, ohne das vor Ort die Preise gesenkt werden.  Diesen Spagat halten auch wir nicht lange aus.
Was Dellaire – obwohl er als wichtiger Mann mit Einfluß vor Ort war – wohl nicht mitbekommen hat, war: in Ruanda mischten auch andere mit.
Der Holocaust war von langer Hand vorbereitet und geplant, es gab sogar Prämieren.
Und die Franzosen mischten selber mit:
Französische Soldaten waren direkt am Völkermord in Ruanda beteiligt, bei dem zwischen April und Juli 1994 über 800.000 Menschen getötet wurden. Dies geht aus einem Bericht über „die Verwicklung des französischen Staates in den Völkermord in Ruanda 1994“ hervor, den eine unabhängige Untersuchungskommission am Dienstag nachmittag in Ruandas Hauptstadt Kigali vorlegte.

Der Bericht, der bereits im November 2007 fertiggestellt worden war, soll nun als Grundlage für mögliche juristische Schritte gegen Frankreich dienen, sagte die ruandische Regierung. 33 Politiker und Militärs aus Frankreich werden namentlich als Verantwortliche genannt

Nach dem Mordanschlag auf Präsident Habyarimana am 6. April 1994 sammelten sich die führenden Hutu-Extremisten in der französischen Botschaft in Ruandas Hauptstadt Kigali, wo sie die für den Genozid verantwortliche neue „Übergangsregierung“ bildeten. Französisches Militär, zur Evakuierung weißer Ausländer nach Kigali entsandt, verweigerte verfolgten Tutsi Hilfe, und französische Waffenlieferungen an die Täter gingen während der organisierten Massaker weiter, während Frankreich im UN-Sicherheitsrat Bestrebungen blockierte, die Massaker als „Völkermord“ zu bezeichnen und damit ein Eingreifen zu erzwingen.

Ende Juni schließlich, als das Völkermordregime vor der militärischen Niederlage gegen die RPF stand, besetzten französische Truppen den Westen Ruandas, offiziell um dem Morden ein Ende zu setzen, tatsächlich aber um zu versuchen, die Eroberung ganz Ruandas durch die RPF zu verhindern. In beispielloser Detailliertheit führt der Untersuchungsbericht aus, wie die Soldaten der französischen Eingreiftruppe „Turquoise“ mit den Hutu-Mordmilizen zusammenarbeiteten, statt sie zu entwaffnen. Sie gingen mit ihnen gemeinsam auf Patrouille, sie lieferten ihnen gefangene Tutsi aus, sie ließen sich von den Milizen mit Tutsi-Mädchen beliefern, die sie dann vergewaltigten.

In einzelnen Fällen sollen französische Soldaten selbst Morde an verfolgten Tutsi begangen oder Leichen auf ihren Wagen transportiert haben. Am Kivu-See, der die Grenze zu Zaire bildet, erklärten sie den Milizen, wie man Leichen so ins Wasser wirft, dass sie nicht sichtbar an der Oberfläche treiben. In der Südprovinz Gikongoro verhafteten französische Soldaten überlebende Tutsi und warfen sie gefesselt aus Hubschraubern im Tiefflug über dem geschützten Nyungwe-Regenwald ab.

Quelle: Taz

Auch die katholische Kirche war dabei.

Die unabhängige Menschenrechtsorganisation „African Rights“ (London) legte bereits im Frühjahr 1998 Fakten über den Völkermord von 1994 vor: „Es gibt zwingende Beweise dafür, dass eine Reihe von Bischöfen, Priestern, Nonnen und Mönchen den Völkermord geduldet haben oder aktiv daran beteiligt waren“ (gl, 15.5.1998).

Konkret nennt African Rights z. B. Pater Rutihunza, der ein Massaker an behinderten Tutsi-Kindern und ihren Betreuern organisiert hat. Oder Pater Seromba, der Soldaten dafür bezahlt hat, dass sie 2000 Tutsis mit Raupenfahrzeugen in einer katholischen Kirche zermalmten. Der Pater, der die Tutsis zuvor in die Kirche lockte, wurde mittlerweile zum Tode verurteilt. Auch Erzbischof Ntihinuyurwa und Bischof Misago werden in dem Bericht als Kriegsverbrecher genannt.

Der Vatikan deckt bislang Angeklagte und ließ einige von ihnen nach Italien, Frankreich, Belgien sowie andere afrikanische Länder evakuieren. Papst Johannes Paul II. hat sich nur einmal öffentlich in den Konflikt eingeschaltet: Er bat um Gnade für 22 wegen Massakers und Völkermord an Tutsis zu Tode verurteilte römisch-katholische Hutus.

Quelle: Das weiße Pferd

Dabei war ihre Macht nicht gering:

Die katholische Kirche, der 70% der Ruander angehören, hätte als einzige die Autorität gehabt, das Blutbad zu stoppen. Doch »die meisten ihrer Priester und Nonnen hatten 1994 bei dem Blutbad teilnahmslos zugesehen oder gar den Mördern geholfen.« (Spiegel 1/2000)

»Die ruandischen Bischöfe sagten, noch nachdem das Schlachten längst begonnen hatte, der Hutu-Regierung ihre Zusammenarbeit zu und forderten die Bevölkerung auf, deren Anordnungen zu befolgen …« Zwei Jahre nach dem Genozid plage eine Gruppe ruandischer Priester das Gewissen. »Doch die Teilnehmer des Diskussionskreises wurden strafversetzt; den Initiatoren drohte der Vatikan gar mit dem Kirchenausschluss.«

Quelle: Kirchenopfer

Doch wie gehen wir damit um? Mit der üblichen Methode: intellektuell erstmal alles in Frage stellen und dann warten, bis neue Schlagzeilen den Holocaust samt Schuldigen verdrängen, denn wir haben  ja noch einen deutschen Holocaust, der abzuarbeiten ist.

Der Politikwissenschaftler Alan J. Kuperman stellte zentrale Annahmen dieser Kritik an der Weltgemeinschaft in Frage. Er betont, frühzeitig habe es keine eindeutigen Beweise für einen Völkermord in Ruanda gegeben.

Quelle: wapedia

Er hätte vielleicht einfach mal in Österreich Zeitung lesen sollen:

Schon 1990 warnten europäische Botschafter: „Die rasante Verschlechterung der Beziehungen zwischen den zwei Ethnien birgt ein enormes Risiko schrecklicher Konsequenzen für Ruanda und die ganze Region.“ Zwei Jahre später schrieb der belgische Botschafter ganz unverblümt vom Plan eines extremistischen Hutu-Zirkels, „die Tutsi auszulöschen und so das ethnische Problem auf ihre Weise zu lösen“. Eine CIA-Analyse warnte im Jänner 1994 vor Massakern mit 500.000 Toten.

Aber Experten meinen halt auch nur das, wofür sie bezahlt werden.  Bezahlt worden ist auch der Rebellenführer Kagame, der den Holocaust beendete, um danach an einem uns völlig unbekannten Weltkrieg teilzunehmen.

1998 eskalierte der Konflikt zu einem gewaltigen Kampf um Kongos Rohstoffreichtum und die Vormacht in der Region, dem sogenannten „afrikanischen Weltkrieg“. 5,4 Millionen Menschen starben. Bis zu neun Staaten waren beteiligt – allen voran Ruanda, das mit verbündeten Warlords die Rohstofflagerstätten im Ostkongo ausbeutete. Hilfe für seine schlagkräftige Armee erhielt Präsident Kagame aus den USA.

Quelle: diePresse

Während General Dallaire noch verzweifelte, weil Ruanda so unwichtig war, das kein Land sich für Ruanda-Hilfe interessierte, waren die Großmächte schon längst aktiv:

Deshalb auch erklärte man damals in Paris, es gelte, die Sphäre der „Francophonie“ (also des postkolonialen französischen Sprachraums) gegen den Verlust eines Mitgliedslands – bedroht von einer „anglophonen und marxistischen“ Guerilla – zu verteidigen. Daher unterstützte man offen die ruandischen Streitkräfte (FAR), rüstete diese auf und stellte ihnen französische Militärberater zur Verfügung. Die französische Armeepräsenz in Ruanda wuchs von 5.200 Mann, vor dem Ausbruch der Rebellion der RPF im Oktober 1990, auf alsbald über 50.000 Mann (zur Jahresmitte 1992). Theoretisch sollten französische Militärs die Soldaten der ruandischen Streitkräfte (FAR) nur beispielsweise in den Gebrauch der Artillerie einweisen. Real aber feuerten sie oftmals selbst die Schüsse ab, wie auch aktuell nochmals ausdrücklich in ‚Le Monde‘ (vom 22. 11. 2006, Seite 5) bekräftigt wird. An derselben Stelle wird hinzugefügt : „Von höchster Geheimhaltung umgeben, schickt Frankreich die Helikopter, die die erste Offensive der RPF stoppen.“

Zudem nimmt das kleine Ruanda den Platz einer «Gebirgsfestung“ ein, von der aus größere Teile des damaligen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) beherrschbar schienen. Diese strategische Position Ruandas spielte übrigens tatsächlich in späteren Jahren, ab 1996/97, bei den aufflammenden Kriegen in Zaire/Kongo eine sehr wichtige Rolle. Kurz : Ruanda war eine wichtige Schachfigur auf dem Brett sowohl der französischen, als auch der US-amerikanischen Afrikapolitik.  (Die deutsche Außenpolitik und Außenwirtschaftspolitik segelte dabei eher im Windschatten dieser beiden Mächte, vor allem der USA, um in ihrem Gefolge Marktanteile zu gewinnen.)

Quelle: Hagalil

Darum durfte der Holocaust auch nicht verhindert werden, obwohl man es leicht gekonnt hätte:

Im Januar 1994 wurde der kanadische Befehlsleiter Roméo Dallaire über illegale Waffenlager und die Erstellung von Tutsi-Todeslisten informiert. Sein Vorhaben, jene Lager auszuheben, wurde ihm durch Kofi Annan, damals Unter-Generalsekretär der UNO und verantwortlich für friedenserhaltende Einsätze, untersagt. Rückblickend auf seine zahllosen Warnungen vertritt Dallaire heute noch die Überzeugung: Mit 5000 Blauhelmen und einem robusten Mandat hätte der Völkermord verhindert werden können.

Quelle: ecz

Wir (also, die westliche Welt, allen voran die USA) brauchen aber die Gebirgsfestung Ruanda für unsere Handys:

In der Demokratischen Republik Kongo schuften nach wie vor Kinder und Jugendliche in von Rebellen kontrollierten Minen, um Coltan zu gewinnen. Der Rohstoff für die Mobilfunk-Industrie wird auf illegalen Wegen in die Industriestaaten exportiert und ist für die Hersteller von Mobiltelefonen unentbehrlich. Für die ZDF-Reportage „Kongos verfluchter Schatz – Das schmutzige Geschäft mit dem Coltan„, die am 20. August um 00.00 Uhr gesendet wird, hat sich der Journalist Patrick Forestier in das Gebiet der Minen und der Rebellen gewagt.

Quelle: epo

Von all dem hat der UN-General nichts gewußt. Jeder Internetnutzer kann sich besser informieren als der kommandierende UN-General vor Ort … was ein erschreckendes Bild auf die Informationskultur der UN wirft.

Und ebenso erschreckend ist das Bild, das der Ruanda-Holocaust von der politischen Wirklichkeit unserer Umwelt hinterläßt.

Trotz (oder gerade wegen) der Informationsfluten, die tagaus tagein über uns hereinbrechen, wissen wir eigentlich nichts. Gar nichts.

Und wie ich manchmal mit Grausen feststelle:  wir wollen auch gar nichts wissen.  Der sensible deutsche Intellektuelle (gerne auch mal fahrradfahrender kunstliebender Vegetarier und in Meditationskünsten bewandert)  wendet seinen Blick gerne auch mal ab, weil es ihm  zu grausam erscheint, was dort geschieht.  Oder er arbeitet kräftig daran mit, wie jene Radiomoderatoren Ruandas, die zum Holocaust aufgerufen hatten.

Es bringt nichts, sich jetzt bei zugehörigen Wählerklientel anzubiedern, um sie hinterher an der Macht wieder vor den Kopf stoßen zu müssen. Die Rente mit 67 ist hart, aber richtig, und nach Lage der Dinge werden wir auf eine Rente mit 70 zusteuern. Das muss man den Leuten, auch und gerade den eigenen, schonend beibringen – und ihnen nicht nach dem Mund schwätzen.

Quelle: Spiegel-online

So der „preisgekrönte“ Spiegel-Journalist Christoph Schwennicke.

Und wenn ich jetzt sage: das ist der erste Schritt zum Genozid an Alten (wegen der „Lage der Dinge“ und anderen Sachzwängen) … hört mir dann jemand zu? Prüft das jemand nach? Will das jemand wissen?

„Menschen sind Kosten auf zwei Beinen“.

Der Rest ist nur die Abwicklung der Konsequenzen des Leitsatzes.  Und in Ruanda haben wir schon mal … geübt.  Ausschwitz war eindeutig noch zu teuer, scheint mir.

Es etabliert sich eine neue Weltordnung,   in der die Vernichtung menschlichen Lebens zu Friedenszeiten ein nie gekanntes Ausmaß erreicht.

Und alle schauen weg….oder machen mit wie in Ruanda.  Hauptsache, das Handy kann auch Video und Internet und man selbst lebt alterslos und ewig.

Brief an die Franzosen: Revolution?!??!?

Liebe Franzosen,

heute möchte ich mich mit einer außerordentlichen Anfrage an Euch wenden. Ihr seid ja bekannt dafür, das ihr schon auf die Barrikaden geht wenn die Post nicht pünktlich kommt oder der Rotwein teurer wird.

Ihr wart es auch, die der ganzen Welt ruck zuck ein nachhaltiges neues Gesicht gegeben habt, als ihr Adel und Kirche zum Teufel jagtet. Jetzt, über zweihundert Jahre später, könnte ich mir vorstellen, das eine Fortsetzung von Revolution Teil 1 ganz gut ankommen würde. Nicht nur bei Euch, auch bei Euren Nachbarn.

Bei uns zum Beispiel.

Sicherlich wollt ihr wissen, ob es denn jetzt überhaupt Zeit für eine neue Revolution ist. Immerhin: der Adel macht gerade … jedenfalls bei uns … eine unglückliche aber gute Figur als Retter der Steuern des kleinen Mannes (der muß aber sicher dafür extra nachsitzen, dieser besondere Adelige), die Kirchen werden von Monat zu Monat leerer – was will man mehr.

Nun … mir dünkt … das ist nicht ganz so richtig. Auf den ersten Blick habt ihr sicher recht, aber wenn man einen zweiten riskiert, könnte manches doch anders aussehen, als man gedacht hat.

Kommen wir erstmal zur Religion. Heutzutage ist die natürlich nicht mehr diesselbe wir zu euren Zeiten.
Heute verehren wir zwar immer noch Götter und Götzen, aber die heißen heute anders. Die kleineren heißen
Rendite, Arbeitsplätze und Konkurrenzfähigkeit, in ihrem Namen wurden viele Menschen ins soziale Abseits
geschickt. Wir haben aber auch einen großen Gott. Anders als der alte greift dieser große, unsichtbare, weise Gott sogar manchmal selbst ein, wie hier:

http://www.handelsblatt.com/politik/wissenswert/kann-die-unsichtbare-hand-banker-disziplinieren;2294570

Eine neue Studie stützt ihre Position und liefert Argumente für eine Idee, die durch die Finanzkrise diskreditiert erschien: dass die „unsichtbare Hand des Marktes“ Banken, Hedge-Fonds und andere Akteure auf dem Finanzmarkt mitunter besser zähmen kann als der Staat.

Wie ihr seht, hofft man sogar drauf, das der Gott „Markt“ sogar seine eigenen Priester selber züchtigt, sozusagen eine freiwillige Selbstverpflichtung. Tempel davon gibt es übrigens zu Hauf, also nur keine Sorge, das da jemand zu kurz kommen würde.

Dann jetzt zum Adel. Der spielt bei uns hauptsächlich in bunten Blättern noch eine Rolle, selten verläuft sich mal ein Graf oder ein Freiherr in die Politik. Dafür haben wir einen Geldadel. Die haben keine Titel, keinen Anstand, keine Geschichte, kein Benehmen … die haben nur eins: Geld. Und sie sehen auch anders aus als früher, hier zum Beispiel mal der Adel von RWE:

http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-626861-7.html

Der von Metro:

http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-626861-3.html

Oder der von Siemens:

http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-626861-4.html

Ihr seht, die sehen anders aus als früher … aber gleichen sich doch irgendwo alle. Das praktische an diesem Adel ist, das er gleichzeitig auch die Priesterkaste stellt, man hat also sozusagen zwei zu einem Preis: wenn das kein Angebot ist …

Unterdrückung des Volkes? Haben wir auch. Die Idee mit dem Bürger ist völlig in die Hose gegangen. Auch eure Idee, die Uhren zu zerschlagen, weil der Terror der Uhr noch schlimmer werden wird als der des Adels.

Ihr habt allerdings Recht behalten: der Terror der Uhr ist schlimmer. Betrifft jeden überall. Hier in Deutschland probieren wir gerade ein ganz neues Unterdrückungssystem, das nennt sich Hartz IV nach einem verurteilten Verbrecher (ja, heute wie damals ekeln die sich vor nix, kann ich euch sagen), verpflichtet die betroffenen Bürger zu Zwangsarbeit, Hausarrest und vollkommene Offenlegung ihrer Privatsphäre, nachdem ihr Hab und Gut veräußert worden ist. Und manche stehen dicht davor, ihnen das Essen zu streichen, weil sie für die Götzen der neuen Religion keinen Nutzen mehr haben.

Wir machen das momentan in Deutschland mal vor, das wird es aber bald sicher in ganz Europa im Angebot geben: auch bei Euch.

Momentan haben die alle noch zu essen, aber deshalb frage ich ja auch jetzt schon mal nach, bevor die ersten Hungertoten anfallen, denn Hartz IV und ähnliches wird nach offizieller Einschätzung bald sehr sehr viele beschäftigen:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,628215,00.html

Die Krise auf den Arbeitsmärkten könnte nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) noch bis zu acht Jahre dauern. ILO-Generaldirektor Juan Somavia sagte in Genf, Politiker in aller Welt hätten sich bislang nicht genügend um die menschlichen und sozialen Folgen dieser Entwicklung gekümmert. Somavia erläuterte, dass bis zum Jahr 2015 rund 300 Millionen neue Arbeitsplätze gebraucht würden, nur um alle bis dahin zusätzlich zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte zu versorgen. „Die Welt steht einer Arbeits- und Sozialkrise von sechs bis acht Jahren Dauer gegenüber“, sagte Somavia bei der Eröffnung der jährlichen Konferenz der UN-Arbeitsagentur.

Unserer Herrscher sind übrigens genauso pleite wie eure früher waren, und ebenso lieben sie es, rauschende Feste zu feiern, unsere Regierenden kümmern sich genauso wenig um das Volk wie sich eure Regierenden damals um Euch geschehrt haben, und wir Preußen sind immer noch genauso unbeliebt wie damals.

Nur gibt es jetzt mehr von uns. Aber das spielt momentan keine Rolle, weil wir … sehr gemütlich geworden sind. Aber darum schreibe ich ja an Euch, ihr wohnt ja ganz in der Nähe, und wenn ihr zufälligerweise mal wieder Lust hättet auf so eine kleine lustige Revolution, dann käme uns das hier sehr gelegen. So in der Art Revolution Teil 2: Jetzt reichts wirklich.
Na, wie wär´s?

Sind wir im Geschäft?

Wie, immer noch nicht? Ok, dann rede ich mal Klartext. Ihr wißt, was in diesem Land mit den Rauchern passiert? Das gibt es bald überall, auch bei euch. Aber jetzt kommt der Hammer: die gehen euch an den Pernod und an den Rotwein:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/news/darmkrebs-hauptgefahr-alkohol_aid_404390.html

Noch ein wenig mehr, dann: wird das auch verboten. Rauchen geht nicht, Sex geht nicht und saufen bald auch nicht mehr. Und das wollt ihr Euch gefallen lassen? Die „Grande Nation“?

Ok, laßt Euch das mal gut durch den Kopf gehen. Ich meld´ mich dann noch mal….

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