Frankreich

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Russlands Für-immer-Präsident, Randale in Frankreich und der 5G-Ausbau

Wir präsentieren: Eine Corona-freie Sendung … na ja fast.
Verfassungsänderung in Russland: Die Medien berichten vor allem darüber, dass Putin nun bis 2036 durchregieren kann. Doch die Annullierung seiner Präsidentschaft ist nur ein Aspekt der umfassenden Verfassungsänderung: Nationales Recht steht in Russland ab sofort immer über internationalem Recht. In vielerlei Hinsicht stellt die Änderung daher die Weichen für eine Abkehr vom Westen: Sie betont die Souveränität der russischen Grenzen, des kulturellen Erbes und der religiösen Werte. Margarita Bityutski sprach mit dem Russland-Experten Alexander Rahr, der den Zeitpunkt für die umfassende Neuausrichtung für optimal hält.

In Frankreich gibt es heftige Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und Polizei. Hierzulange bekam man davon wohl nur deshalb so wenig mit, weil unschöne Bilder aus unserem Nachbarland nicht gerne gesehen werden. Denn schlechte Bilder aus Frankreich bedeuten stets auch: schlechte Bilder aus der EU. Jasmin Kosubek hat die Lage zusammengefasst.

Über 5G, so scheint es, hat der Bürger nichts zu bestimmen. Der Ausbau ist bereits beschlossen, fünf Milliarden werden dafür von der Bundesregierung bereitgestellt. Während Befürworter der neuen Technologie die Notwendigkeit einer neuen digitalen Infrastruktur betonen, weisen Anti-5G-Aktivisten auf die Gefahren hin: Hochfrequentierte, intensive, permanente Strahlung. Nina Sang sprach mit Dr. Hecht, dem 96-jährigen Weltraummediziner, über diese Entwicklung.
Seit das NetzDG 2017 in Kraft trat, sind Social-Media-Plattformen verpflichtet, rechtswidrige Inhalte zu löschen. Seit Juni ist beschlossen, dass das NetzDG zusätzlich verschärft wird. Doch durch Algorithmen, Shadow-Banning und dem Verweis auf „Gemeinschaftsstandards“ wird auch unabhängig davon fleißig gelöscht und gesperrt. Erleben wir eine Gesinnungszensur? Der Medienkritiker Holger Kreymeier sieht viele dieser Entwicklungen zwar kritisch, die Meinungsfreiheit im Kern aber nicht gefährdet.

QUELLEN:
Beitrag zu Frankreich:
Quelle 1: Trailer „Project X“ (2012)
Quelle 2: France24, 23. Juni 2020
Quelle 3: YouTube // LeHuffPost
Quelle 4: Twitter // Charles Baudry

Beitrag zu 5G:
Quelle 1. YouTube//Huawei
Quelle 2. YouTube//Digital Trends
Quelle 3. YouTube//Global News
Quelle 4. YouTube//ABC 10 News
Quelle 5. YouTube//Telekom
Quelle 6. YouTube//Deutsche Welle
Quelle 7. YouTube//Vodafone
Quelle 8. YouTube//Welt

Kleine Denunziation

Martin Sonneborn

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Rass

Die Vernichtung der Bundesrepublik Deutschland durch Angela Merkel – und der Einstieg in den nächsten Weltkrieg

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Samstag, 23.3.2019. Eifel. Schwierige Zeiten, in denen wir leben. Auch für mich: Zeitnot plagt mich an allen Enden. Für umfangreiche Gedanken ist kaum noch Zeit – und um sie zu studieren noch weniger. Führe ich jetzt aus, was der Titel andeutet, mache ich mich gleich moralisch schuldig, denn ich verspreche Ihnen: es wird Angst machen. Angst ist eigentlich eine sinnvolle und logische Reaktion auf eine Bedrohung – egal ob eingebildet oder real – sie stellt dem Körper für eine gewisse Zeit Ressourcen für Kampf oder Flucht zur Verfügung. Ohne Angst wäre pure Ignoranz die Folge – eine für jegliche Lebensbewältigung untaugliche Lebensphilosophie.

Trotzdem – ist jemand, der Gefahren an die Wand malt nicht mehr gern gesehen in diesem Land.

Bisher waren Sie, lieber Leser, auch immer gewohnt, dass ich meine Aussagen, Analysen, Einschätzungen und Meinungen mit harten Fakten belege – sofern man den Rückgriff auf überall zulässige Informationen des Mainstream in der Zeit nach Relotius überhaupt noch als Fakten bezeichnen kann. Das wird aktuell nicht mehr möglich sein. Die DSGVO hat uns als kleinem Nachdenkmagazin schon die Kommentare verhagelt: wir wären leicht angreifbar – und haben allen Grund das zu fürchten, denn wir wurden auch schon angegriffen, auch von namhaften Akteuren.

Nun droht auch noch Artikel 13 mit Eigentumsrechten – und da ist es unsicher, wohin die Reise geht. Professionelle Journalisten haben mir schon lange geraten, niemals Zitate zu verwenden – doch als ausgebildeter Geisteswissenschaftler habe ich gelernt, so zu arbeiten: wie sonst sollte ich meine Einschätzungen belegen, wenn nicht durch mit viel Mühe gefundenen Zitaten?
Aber es ist halt auch im Gespräch, schon ein einzelnes Wort mit dem Urheberrecht zu belegen … da wird´s dann schwer. Während ich immer noch unter einem – inzwischen sehr undichten – Pseudonym schreibe, ist es seit vielen Jahren üblich, dass jede noch so kleine Nachricht mit dem Konterfei oder wenigstens dem Namen des Journalisten verknüpft wird, der diese Nachricht umformuliert hat: eine Vorbereitung auf eine Neufassung des Eigentumsrechts, in dem Sprache und Gedanken generell auch Eigentum einiger weniger sein können.
Möglicherweise liegt dieser Trend darin begründet, dass nur noch wenige der Sache wegen agieren, umso mehr aber des Geldes wegen. War es früher einem Musikanten eine Ehre, wenn seine Lieder quer durch das Land gesungen wurden, so gieren heute eine Heerschar Anwälte gleich darauf, die Sänger wegen Urheberrecht zu verklagen … als wäre nicht Musik und gute Laune in jedermanns Interesse.

Wozu wird das führen?

Das kann sich jetzt jeder mal selber denken. Vielleicht sollte man sich schnell noch wichtigste Worte rechtlich sichern, die man zu Einkaufen braucht, bevor auch hier Rechte wirksam werden und man mit selbst gemalten Bildern kommunizieren muss, weil Sprache komplett vermarktet wird.

Sie werden also damit leben müssen, dass ich die Quellen, auf die ich mich beziehe, hier nicht mehr nennen werde. Ich kann Ihnen nur versprechen: es gibt sie.
Sie werden auch leicht zu finden sein: doch diese Arbeit kann ich Ihnen nicht abnehmen. Muss ich auch nicht, ich schreibe ohne finanzielle Interessen als Privatmann, kann meine Meinung noch frei äußern und bin nicht verpflichtet, formell perfekte geisteswissenschaftliche Arbeiten abzuliefern.

Stört zwar mein Empfinden bezüglich der Seriösität von Texten – aber damit werde ich leben müssen, bis klar ist, welche Folgen der Artikel 13 wirklich für die Graswurzelschreiber aus dem Volk hat.

Nun zum Thema.

Wer mich kennt und hier schon länger liest, wird bemerkt haben, dass meine Kritik an Angela Merkel bislang nur sehr verhalten erklang – wenn überhaupt.

Den „Merkel-muss-weg“-Hype habe ich immer für völlig idiotisch gehalten und auch mal dagegen argumentiert. Darum mag es verwundern, dass ich eine so harte Überschrift wähle, denn: eigentlich ist Angela Merkel die Kanzlerin des Nichts, der Beliebigkeit und der Belanglosigkeit. Brand war Kanzler der Versöhnung, Schmidt der harte Macher gegen die RAF, Kohl der Kanzler der Einheit, Schröder der Vernichter des Sozialstaates und Merkel die Verkörperung der Bedeutungslosigkeit – so scheint es jedenfalls.

Andererseits war sie die erste Kanzlerin, die offen sagte, dass Wahlversprechen nicht ernst genommen werden dürfen und dass es kein Recht auf Demokratie für Ewigkeit gibt. Und davor war sie die erste Oppositionsführerin, die jemals einer Regierung offen in den Rücken gefallen ist, als Schröder die Teilnahme am Irakkrieg verweigerte: da fuhr sich ganz schnell in die USA und machte eine ganz andere Außenpolitik, schwor, sie würde treu an der Seite der USA stehen, wenn sie erstmal Kanzlerin ist: und schwupps, siehe da: sie war dann auch die nächste Kanzlerin.
Ordnet man die Fakten so, bröckelt des Bild der fluffigen Merkel schnell.

Da ist schon ein knallharter Mensch, der völlig rücksichtslos agiert.

Aber sie hat ja den Atomausstieg möglich gemacht, was Linke immer wollten. Das war doch gut, oder? Das muss einfach gut gewesen sein!

Der Atomausstieg hat den Stromkonzernen Milliarden eingebracht, weil er völlig an den Gesetzen vorbei erfolgte. Zudem dürfen wir jetzt die verstrahlen Altmeiler entsorgen und haben das Problem mit dem Atommüll. Eine Bundeskanzlerin, die Gesetze ignoriert? Der Deutsche würde ausrasten: wenn das die Merkel gewusst hätte! Und nun kommt das unschlagbare Elektroauto, in breiter Front forciert durch die Regierung – und auch die liebe Greta (die aktuelle Umweltheilige des Establishment) deutet freudig auf die Reaktoren als Heilsbringer in der Apokalypse … so dass die Atomkonzerne nun doppelt jubeln dürfen: erst Prämien für Gesetzesbruch, jetzt auch noch Folgeaufträge für viele neue Reaktoren – wie wunderbar.

Aber sie hat doch die Bundeswehr aufgelöst, daraus eine Freiwilligenarmee gemacht – wie es Linke immer wollten? Das war doch jetzt wirklich gut, oder?

90000 Soldaten waren inzwischen in Afghanistan, sie erhalten unterschiedliche Medaillien dafür, die sie klassifizieren. Schon vor vielen Jahren schrieben Autoren des „Stern“ über ein unheimliches Afghanistan-Netzwerk in den Streitkräften … schon eine  schauerliche Vorstellung, dass dieses Netzwerk nun aus 90000 Mann rekrutieren kann. Schlimmer jedoch sind derzeit andere Netzwerke, die aus unseren „Elite-Kämpfern“ hervorgegangen sind. Informieren Sie sich mal über Uniter und die Person mit dem Decknamen „Hannibal“: hier wächst gerade eine rechtsradikale Privatarmee in Deutschland heran, die weltweit auch autoritären Herrschern ihre mörderischen Dienste anbietet. Aus der Bundeswehr wurde eine Brutgrube für demokratiefeindliches Personal, dass schon Listen über linke Politiker und linke Denker führte, die im Falle der Krise hingerichtet werden sollen.

Aber sie hat die Grenzen für die Verfolgten dieser Erde geöffnet, das macht sie nun wirklich endgültig zu unsere heiligen Mutti!

Nun – auch dies geschah (da gibt es umfangreichen Arbeiten drüber) gegen geltendes Recht. Ohne jegliche gesellschaftliche Diskussion wurde aus einem der dicht bevölkertsten Länder der Erde per Order der Kanzlerin ein Einwanderungsland gemacht – obwohl wir gerade nun nicht mit so viel Land gesegnet sind. Und das Ergebnis der Aktion? Ein gewaltiger Rechtsruck in diesem Land. Und jeder, der dagegen Stellung bezieht, wird von hilfswilligen Sozis zum Nazi erklärt und aufs Übelste diffamiert. Ein gewaltiger Sieg für die Gegner der offenen Gesellschaft.
Doch was geschah wirklich in jenem Monaten des Jahres 2015? War es ein großer humanistischer Akt – den man ja nur sehr begrüßen kann?

Es war eine der unverantwortlichsten Entscheidungen, die in diesem Land getroffen wurde, angeregt durch Bilder von ertrunkenen Flüchtlingen im Mittelmeer. Psychoanalatiker haben mir das deutlich erklärt: die willkürliche Öffnung der Grenzen haben viele Menschen bis ins Mark getroffen, gerade jene, die sich sehr mit der Bundesrepublik Deutschland identifizieren, die den Schutzcharakter von Grenzen brauchen und für die die Landesgrenze wir ihre eigene Haut ist. Die Frau, die gerne das einfallslose Muttchen spielt, hat hier einen weiteren genialen Schachzug ausgeführt, der auf den ersten Blick – wie die anderen auch – gut aussah und sich gut verkaufen lies, aber letztlich viele Menschen mit dem Gefühl völliger Schutzlosigkeit zurück lies … und die Akzeptanz des so wichtigen Asylrechts so sehr verringerte wie noch nie zuvor in diesem Land. Zudem verrohte und verblödete die politische Kultur durch diese irre Tat vollkommen: jene „Generation Doof“, die Jahre zuvor von Journalisten ausgemacht wurde, fand in der hirnlosen Debatte Nahrung genug, sich flächendeckend zu etablieren.

Wie mit den Flüchtlingen dann wirklich umgegangen wird, erlebe ich in unserem Dorf jeden Tag: sie wohnen gegenüber. 20 Personen auf 100m2, Männer, Frauen, Kinder, Christen, Muslime – alles durcheinander. Eine Schwarzafrikanerin mit neugeborenem Kind weigerte sich radikal, das mutige Sozialexperiment zu betreten – so radikal, dass die Polizei kommen musste. Sie hat es geschafft, der Situation zu entfliehen.

Das alles aber hat mich immer noch nicht gegen Angela Merkel positioniert: wer kann schon ernsthaft Zorn gegenüber netten kleinen Muttis hegen?

Aber sie verfolgt ihren Kurs ja immer weiter, und der Kurs ist seit 2014 stabil.

Damals hatte sie – noch in England weilend – der Ukraine Hilfe gegen Russland zugesagt, im Anschluss daran fand man ja auch – völkerrechtswidrig – Bundeswehrsoldaten auf Erkundung in der Ukraine. Haben wahrscheinlich schon wieder alle vergessen. Seitdem wird in Deutschland mit eiserner Faust durchregiert: Putin und Russland sind wieder der Feind – wie seit hundert Jahren schon (also: Russland. Putin ist neu, ansonsten bleibt alles beim Alten).  Aber Merkel macht noch mehr als massiv die Destabilisierung der europäischen Friedensordnung zu betreiben, die uns 74 Jahre lang vor europäischen Kriegen schützte.

Blicken wir dazu mal nach Mali – auch nach Aussagen der dort tätigen Bundeswehr einst eine Vorzeigedemokratie – nein, DIE Vorzeigedemokratie in Afrika. Wir jedoch unterstützen dort nicht die Demokratische Regierung, sondern den Militärputsch, der diese Regierung beseitigte – bzw. das Chaos, das nach dem Putsch übrig blieb. Für die Blauhelme der UN war Mali eine der verlustreichsten Einsätze ihrer Geschichte, was Mutti nicht stört, kaum wahrgenommen von der Öffentlichkeit haben wir jetzt 1000 Mann dort, die … da was genau machen?

Frankreich im Kampf um Bodenschätze zu unterstützen. Um Uran, genauer gesagt: damit unsere neuen AKW´s zur Förderung unserer Elektroautos auch genug Saft haben, stehlen wir den Bewohnern Malis ihre Bodenschätze. Viele Malier sind deshalb auch sauer auf uns und sprechen von „Kolonialismus“.

Nebenbei erfüllen wir dort noch ganz andere Aufgaben, bzw. das machen jene Söldner, die dafür bezahlt werden: die Flüchtlingsströme werden mit Waffengewalt aufgehalten. Böse Geschichte, würde ich gerne zitieren, aber Sie wissen ja: Artikel 13 droht. Ich hatte das aber früher schon mal zitiert – und warte noch auf den gesellschaftlichen Aufschrei, der leider ausbleibt. Wir reden da nicht drüber, dafür haben wir ja das Wort für Schwarzafrikaner aus dem Sprachschatz gestrichen und verboten, sogar Bücher wurden wieder vernichtet – wieder im Namen des absolut „Guten“.

Endgültig offenbar wird der Kurs der Angela Merkel jedoch erst dieser Tage, wo sie ihr größtes Projekt offenbart: den Flugzeugträger. Der letzte, der so ein massiv umweltschädliches Projekt verfolgte, war Adolf Hitler. Er war auch der letzte, der deutsche Soldaten nach Afrika und Asien schickte – und auch der letzte, der Todeslisten von Linken anlegen lies. Wir sehen: geschichtlich bewegen wir uns mit großen Schritten zurück.

Offen reden US-Militärs vom unausweichlichen Krieg mit China, Frankreich und England verlegen ihre Flugzeugträger schon mal in den Pazifik – und der deutsch-französische Träger wird ihnen folgen. Keine Sorge – der kommt nicht zu spät: ein Krieg mit China wird lange dauern, anders als im 19. Jahrhundert oder im Zweiten Weltkrieg ist dieses Land nun ebenfalls hochgerüstet und kann nicht mehr wehrlos ausgeplündert werden. Ein Traum für die Rüstungsindustrie: der nächste dreißigjährige Krieg, der neben dem ewigen Krieg gegen den Terror die Kassen klingeln lässt als wäre man Atomstromkonzern.

Alle Anleger jubeln jetzt schon.

Ein Flugzeugträger macht nur Sinn, wenn man die Meere beherrscht – er ist nämlich sehr verletzlich (weshalb Hitler seinen nie fertig gestellt hat, der liegt heute immer noch halb fertig auf dem Grund der Ostsee). Sein Nutzen? Man kann Flugzeuge dort einsetzen, wo sie sonst nie hinkämen: weit außerhalb des eigenen Territoriums. So ein Schiff ist eine Kriegserklärung an alle Länder außerhalb Europas, eine schwimmende Drohung, seine kolonialen Interessen mit Waffengewalt durchsetzen zu können. Diese absolute Angriffswaffe konnte auch nur gebaut werden, weil man die Strafbarkeit der Vorbereitung eines Angriffskrieges ersatzlos aus dem Strafgesetzbuch gestrichen hat – welch´ Zufall.

Damit ist die alte, friedliche Bundesrepublik endgültig gestorben. Es spricht ja auch in der Ära Merkel niemand mehr von der „Bundesrepublik Deutschland“ – sie ist gestrichen worden wie viele andere Wörter auch. Wir sind jetzt nur noch „Deutschland“ – wie 1914 oder 1939. Und wie damals rüsten wir gewaltig auf. Kritisieren zwar Trump auf breiter Front – aber wenn er befiehlt, das wir mehr für Rüstung ausgeben müssen, denn setzen wir das sofort um!

Irrer geht´s kaum.

Vernichtet wurde die erste funktionierende Demokratie auf deutschem Boden. Leidenschaftlich streitende Politiker mit Charakter und bewegter Lebensgeschichte wurden flächendeckend durch Parteiklone ersetzt, die nie mit dem realen Leben in Kontakt kamen und in sich eine eigenständige Kaste bilden – von ganz rechts bis ganz links (ja – auch Frau Kipping gehört jetzt zur gehobenen Gesellschaft des Bundespresseball, wo „die“ sich feiern). Eine Kaste, die in der Ära Merkel mit gewaltig gestiegenen Bezügen belohnt wurde. Auch Linke.

Es scheint wie ein Traum, dass es mal ein Deutschland gab, wo sich die Jugend aufmachte, die Welt zu verändern: ihr Frieden zu schenken, Freiheit von alten Zwängen, Glück und Geborgenheit für jedermann zu erschaffen, eine Welt, in der Politiker mit aller Macht um den richtigen Kurs rangen – und so über Jahrzehnte eine stabile Demokratie schufen, die einzigartig in der deutschen Geschichte war. Ein Deutschland, das reumütig war – und seine Armee als Bürger in Uniform verstand, die niemals mehr einen Fuß auf fremden Boden setzen sollten. Ein Land, dass sich weltweit für Frieden aussprach, vermitteln konnte und trotz aller Macht sehr bescheiden auftrat.

Dieses Land ist nun vernichtet.

Wir schließen nun enge Freundschaftsverträge mit einem Frankreich, dass sich in kurzer Zeit in eine Bestie verwandelt hat, die Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt: schon tausende wurden von der Polizei verkrüppelt, weil sie langsam merken, dass Goldman-Sachs ihnen seinen Agenten als Präsidenten vorgesetzt hat – und die Polizei macht fröhlich mit. Dieses Wochenende warten wir furchtsam darauf, was wohl die Sonderheinheiten der Armee mit den Demonstranten anstellen werden.

Und mit diesem Frankreich, in dem die Demokraten von der Polizei verstümmelt werden, Hände, Augen und Füße mit extra dazu gebauten Spezialwaffen ab- oder ausgeschossen bekommen, haben wir nun einen ganz engen Freundschaftspakt, der uns noch enger zusammen führen soll – anstatt dass wir uns für den Erhalt der Demokratie und der körperlichen Unversehrtheit von Demonstranten einsetzen.

Wie gut, dass hier niemand mehr demonstriert – außer die Schüler, die engagiert für die Wiedereinführung der Atomkraft demonstrieren, ohne das groß zu merken.

Das Merkeldeutschland ist ein anderes Land geworden, als die Bundesrepublik war. Es ist dunkler, brutaler, seine Obdachlosenzahlen steigen – wie auch die Zahlen der Kriegsgewinnler in Form von Millionären. Es plustert sich auf als Klimaapostel und Retter der Klimawelt, hat aber die höchste Dichte von Irrsinnsautos (SUV) in Europa – Tendenz steigend. Und nebenbei plant es den Bau von Flugzeugträgern, die nun wirklich nicht klimaneutral sind. Aber dafür gibt es jetzt eine neue hochrangige Arbeitsgruppe, die Ihnen vorschreiben wird, wie sie durch eigene Einsparungen den Dreck des Trägers wieder aufwiegen können: Deutschland ist wieder im totalen Krieg, jeder hat seinen Beitrag zu leisten.

Die Geschichte wird Angela Merkel genau so ansehen: als Zerstörerin der ersten deutschen Demokratie – und als die Kanzlerin, die Deutschland auf Kriegskurs gebracht hat. Und nach dem Sieg über China wird es den neuen Krieg geben: das mächtige deutsch-französische Konglomerat wird im Sinne der Doktrin der transatlantischen Seemächte keinen Bestand haben dürfen: sie beeinflussen den Zugriff der Seemächte auf den eurasischen Kontinent … müssen also fort.

Da ist für die nächsten hundert Jahre also für Unterhaltung gesorgt.

Bonjour, tristesse – Egalité, Liberté, Néo-libéralisme …

Eifel upside down (Foto: Luc Viatour / CC BY-SA 3.0 )

Der neue französische Präsident heißt also Emmanuel Macron. Nicht nur EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bekundete auf Twitter, wie „glücklich“ er darüber sei. Auch die Physikerin Angela Merkel wird aufatmen, dass ihr Gesellschaftsmodell der marktkonformen Demokratie nun auch jenseits des Rheins Rezeption finden wird, nachdem ihr der links-progressive Spitzenkandidat Jean-Luc Mélenchon vor Kurzem ausrichten ließ, was er von ihrer Vorgabe für Frankreich hält: „Maul zu, Frau Merkel. Frankreich ist frei“ (siehe Twitter).

Die von Mélenchon in den Raum gestellte Freiheit, dem marktkonformen Modell zu widersagen, ist nun ausgeträumt. Wer sich die brisanten Programmpunkte durchliest, die der von der Zeit als „französischer Bernie Sanders“ bezeichnete Mélenchon umsetzen wollte, der bekommt eine Ahnung darüber, welch schlaflose Nächte die Vorstellung einer möglichen Präsidentschaft Mélenchons in führenden Wirtschafts- und Militärmachtzentralen bereitet haben muss. Nicht nur vom Austritt Frankreichs aus allen Freihandelsabkommen, sondern auch aus der NATO war in diesem Programm die Rede. Auch eine Erhöhung des Mindestlohns und der Sozialleistungen sowie eine Reduktion der Arbeitszeit auf 4 Wochentage, Rente mit 60 und ein Veto-Recht für Betriebsräte bei Entlassungen waren angekündigt. Der kalte Angstschweiß muss insbesondere bei Spitzenverdienern ausgebrochen sein: Mélenchon kündigte an, Einkommen mit 33.000 Euro pro Monat zu deckeln und darüberhinausgehende Beträge mit 100% zu besteuern. Auch den außer Rand und Band geratenen Geheimdiensten wollte Mélenchon die Kompetenzen stutzen.

Mélenchon hatte durchaus Chancen, die Wahl für sich zu entscheiden und dieses Programm, bei dem einem durchschnittsdeutschen Tagesschau-/Spiegelbildbürger der Mund offen bleibt, auch in die Realität umzusetzen. Die Reden des Mannes, der 2008 aus der sozialistischen Partei ausgetreten war, weil diese zu sehr „an die Wirtschaft angepasst“ sei, begeisterten eine ganze Generation. Bei den jungen Menschen Frankreichs rangierte er laut Meinungsumfragen mit über 30% klar an erster Stelle.

Zum Glück ist aber innerhalb kürzester Zeit wie aus dem Nichts ein wundersamer Wirbelwind aus dem Erdboden erstanden und hat dem Sozialromantiker Mélenchon rechtzeitig den Wind aus den Segeln genommen: Die Scheinwerfer schwenkten auf den smarten Ex-Banker Emmanuel Macron, dessen Biografie sich wie ein Disney-Märchen liest. Obwohl er nicht einmal Wirtschaft, sondern Philosophie studiert hatte, stieg er bereits als 30-jähriger Jungspund und innerhalb von nur zwei Jahren in der Bank des Rothschild-Imperiums in schwindelerregende Höhen bis zum „Partner“, also zur höchsten Hierarchiestufe auf. In der Financial Times charakterisiert ein Banker seinen ehemaligen Kollegen Macron mit den kryptischen Worten: „Er wusste nichts, aber er verstand alles“ (Quelle: Spiegel). Erst vor einem Jahr wurde eine eigens für Macron gegründete Organisation namens „En Marche“ (übersetzt: „Vorwärts, marsch!“) aus dem Erdboden gestampft, deren Wahlkampfbudget fast doppelt so groß war wie das der anderen Kandidaten. Die Aufforderung des Sozialisten Benoit Hamon, seine Finanzquellen offenzulegen, wies Macron als „demagogisch“ zurück und hüllte sich über seine stillen Förderer in Schweigen.

Obwohl der Ex-Banker ein knallhartes neoliberales Programm in Talon hat, wird er in unseren DIN-ISO zertifizierten Qualitätsmedien (siehe „Die Götterdämmerung der Lügenpresse“) aus unerfindlichen Gründen stets als „Mitte-Links“-Kandidat bezeichnet. Dabei hat Macron bei einer Rede in Vendée bereits Klartext gesprochen: „Ich diene als Minister einer linken Regierung der Republik, aber die Ehrlichkeit zwingt mich zu sagen: Ich bin kein Sozialist“ (Quelle: Spiegel).

Anstelle von altbackenem Sozialismus wie sein Gegner Mélenchon lockt Macron junge Wähler indes mit etwas ganz anderem: Seiner Ansicht nach brauche Frankreich „mehr junge Franzosen, die Lust haben, Milliardäre zu werden“ (Quelle: Spiegel). Offensichtlich konnte er damit genügend jungen Franzosen den Mund wässrig machen. Denn obwohl viele Franzosen seine Reden als inhaltsleer bezeichnen, konnte der Ex-Banker laut Spiegel vor allem jene Wähler überzeugen, die „als dynamisch und mobil gelten: die Intellektuellen, die Bewohner der Großstädte, die Vertreter der jungen, digitalen Generation – urban, links und im sozialen Aufzug bereits auf dem Weg nach oben“.

Dass ihn der amtierende Präsident Hollande als bloßes „Medienobjekt“ bezeichnete und der ehemalige Premierminister Juppé als „politischen Titelbetrüger“, schadete seinem fulminanten Aufstieg nicht. In einem perfekt in Szene gesetzten medialen Auftritt und mit voller Schützenhilfe der Leitmedien, die seinen Konkurrenten Mélenchon als gefährlichen Querfrontler und Kommunisten diffamierten, konnte Macron schließlich auch das Rennen machen. Es war knapp, im ersten Wahlgang rangierte Mélenchon nur 2% bzw. 4%  hinter den Erstplatzierten Macron und Le Pen. Nach dem erwarteten Sieg über Le Pen in der gestrigen Stichwahl wird Macron nun mit 39 Jahren als jüngster Mann in die Geschichte eingehen, der jemals das französische Präsidentenamt bekleidet hat. Da soll noch jemand behaupten, in unserer Zeit gäbe es keine Zeichen und Wunder mehr.

Da es laut herrschender akademischer Lehre heute keine Wunder sondern nur noch nackte Notwendigkeit gibt, habe ich ein bisschen am glänzenden Lack gekratzt bzw. in die Tiefe recherchiert – und siehe da: Der von Jens Berger als „Posterboy“ bezeichnete Macron ist wirklich ein Backstreet Boy der ganz besonderen Art. Was man in der deutschen Qualitätspresse vergeblich sucht und worüber sich auch die französischen Leitmedien ausschweigen, erfährt man zumindest in einer französischen Modezeitschrift (siehe Grazia.fr) und auf einem Blog der als liste divers (weder rechts noch links) eingestuften, NATO-kritischen Partei UPR (siehe upr.fr):  Dass Emmanuel Macron in der gleichen Art wie Thomas de Maizière, Karl-Theodor zu Guttenberg  und Cem Özdemir von einer US Thinktank-/Lobbyorganisation gezielt als „Young Leader“ für eine zukünftige Funktion als Europapolitiker aufgebaut wurde. Die Organisation nennt sich „French American Foundation“ (siehe deren Homepage frenchamerican.org) und scheint das französische Äquivalent zur in Deutschland institutionalisierten Atlantik-Brücke zu sein – wobei der Übergang zwischen deutschen young leaders und französischen young leaders ebenfalls bereits nahtlos überbrückt scheint: Es existiert eine eigene Lobbyorganisation namens „German-French Young Leaders“ (siehe deren Website gfyl.eu mit dem bezeichnenden Untertitel „old friends, new leaders“), die sich nach eigenen Angaben „dynamischen jungen Multiplikatoren mit außergewöhnlichen Profilen“ widmet und die es zur Aufgabe hat, „hochmotivierte und begabte Nachwuchsführungskräfte aus beiden Ländern zusammenzubringen und zu fördern“.

(Quelle: upr.fr, 08.05.2017)

Ganz im Sinne dieser Lobbyorganisationen ist nun alles eitel Wonne. Während Melenchon in der Merkelschen Austeritätspolitik ein Krebsübel und die Ursache für zunehmende soziale Verelendung inmitten eines mörderischen Wettbewerbs ohne Sinn und Ziel in ganz Europa sieht, so hat Macron angekündigt, seine Politik ganz im Einvernehmen mit Merkel auszurichten und kündigt seinen Landsleuten bereits „Hartz-Reformen à la française“ an (Zitat aus Spiegel). In diesem Sinne wird Macrons erste offizielle Auslandsreise als Präsdent auch gleich nach Deutschland zu Angela Merkel gehen (siehe Zeit). Auch auf ein französisches Gegengewicht zu der sinnlosen und mittlerweile brandgefährlichen Russland-Konfrontation, wie sie von den in Deutschland amtierenden Young Leaders  der Atlantik-Brücke  vorangetrieben wird, wird man vermutlich vergeblich hoffen (weitere Intimissima zu dieser elitären Bruderschaft siehe free21).

Wie dem auch sei, in Frankreich werden sich die Dinge nun rasant ändern: War der marktradikale Zerberus im Land der Liebe bisher an einer zwar langen, aber eben doch noch an der Leine, so wird er nun vollends enfesselt und darf einen historisch einmaligen Aktionsradius entfalten. Bedrohten Arten wird es nun sogar in bisherigen Naturschutzgebieten und Biotopen an den Pelz gehen. Zerberus hat unbändigen Appetit und will Beute einfahren. In der in Kürze eröffneten Jagdsaison wird sich der neoliberale 4.0-Retriever durch die noch verbliebene Restpopulation an Feldhasen, Rehen und Kaninchen metzeln und den Leberpastetenfabriken Tonnen an feinsten Innereien apportieren – zu unschlagbaren Okkasionspreisen und mit Groß- bzw. Freihandelsrabatt natürlich. Die Aktienmärkte feiern die mit der Wahl Macrons in Aussicht gestellte Eröffnung der Jagdsaison bereits mit einem Kursfeuerwerk (siehe FAZ).

Unter denjenigen jungen Franzosen, die es als nicht realistisch ansehen, „Milliardäre zu werden“ (Macron), herrscht indes Katzenjammer. Viele haben Macron nur gewählt, um Le Pen zu verhindern, so wie schon 2002 die Losung der Linken lautete: „Nase zuhalten und Chirac wählen!“ Die darauf folgende Ernüchterung ist dem südfranzösischen Kanalarbeiter Fabién Léondre noch in guter Erinnerung: „2002 habe ich wie alle Linken Chirac gewählt, um Le Pen zu verhindern. Und anschließend hat er sich einen Dreck um uns geschert.“ Warum Macron in so kurzer Zeit so viel Erfolg hat, kann sich Léondre nicht erklären. „Keine Ahnung. Die Menschen sind verwirrt.“ (siehe Zeit) „Ich bin tieftraurig, dass seine humanen Ideen nicht gewonnen haben. Diesmal hätte es klappen können, eine ganz neue Vision zu entwerfen von einer Gesellschaft der Gleichen. Stattdessen soll ich nun einen ehemaligen Banker – Macron – wählen.“

Bemerkenswert ist, dass neben einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von 65% sich mehr als 10% der Wahlberechtigten (=über 4 Millionen Franzosen) in die Wahllokale aufmachten, um dort mit einem leeren oder durchgestrichenen Wahlzettel ihrem Protest gegen die Alternativlosigkeit der Kandidaten Ausdruck zu verleihen. Sogar ein Korrespondent der Zeit berichtet: „In Paris, so scheint es, trifft man sowieso nur unglückliche Macron-Wähler und Nichtwähler.“ 

Repräsentativ für viele andere Menschen Frankreichs schildert etwa die 28jährige Französin Ariane in der Zeit ihren Eindruck von Macron: „Macron ist nur Marketing: Er hat einen guten Slogan und ist jung. Um die jungen Menschen in Frankreich kümmert er sich aber überhaupt nicht. Er ist nicht sozial, sondern extrem liberal. Die Medien stellen ihn als den neuen Wind in Frankreich dar, aber das wäre nur Mélenchon gewesen.“ Die Wirtschaftsstudentin Lotfi ergänzt, dass der Auftritt Macrons ihr zwar „zu amerikanisch“ sei und nicht zu Frankreich passe, sie ihn aber zähneknirschend trotzdem wählen werde, um Le Pen zu verhindern.

Der 23jährige Landsmann Benjamin beschreibt seine Gefühle seit dem ersten Wahlgang: „Am Wahlabend war ich im Hauptquartier der France-Insoumise-Bewegung in Paris. Zuerst hatten wir noch gehofft, dass die ersten Auszählungen nur vorläufig sind und sich noch etwas daran ändern würde. Aber langsam wurde klar, dass es nur Macron und Le Pen in die Stichwahl geschafft hatten. Seitdem geht es mir schrecklich.“

Auch die Lehrerin Maude Solivérès hätte sich für die Stichwahl einen Kandidaten mit Ideen für eine wirklich neue Gesellschaft gewünscht. „Wir wollen friedlichere, umweltbewusste Kinder – aber die Schulen sind dafür gemacht, um sie zu konkurrierenden Leistungsträgern zu formen.“ (Quelle: Zeit)

Eine marokkanische Migrantin, die dieses Jahr zum ersten Mal wahlberechtigt ist, berichtet am Wahlabend, dass sie mehr Angst vor Macron als vor Le Pen habe und deshalb womöglich der als ausländerfeindlich geltenden Le Pen ihre Stimme geben werde (Quelle: Zeit). Die Reporterin frägt nach, was sein werde, falls Le Pen ihre Drohungen gegen Muslime wahrmache und Moscheen schließe. An der Antwort der zweifachen Mutter merkt man, dass ihr der Abschied aus ihrer soeben erst erworbenen neuen Heimat im neoliberal verkleisterten Europa nicht sonderlich schwerfallen würde: „Dann gehe ich wieder nach Marokko zurück, und mein Mann, ein Franzose, kommt dann mit. Wir werden dort ein entspanntes Leben haben, nicht so stressig wie hier.“ 

 

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passend dazu siehe auch: „Die Schnauze voll von Europa – ein afrikanischer Migrant lieber wieder barfuß am Nil“

+ Filmtip: „Obdachlos trotz Job – Überleben in Paris“ (in ARTE-Mediathek noch verfügbar bis 18.5.2017)

 

Deutschland marschiert in den Krieg. Keiner merkts. Keinen interessierts.

Digital StillCamera

Samstag, 15.10.2016. Eifel. Guten Morgen, lieber Bürger! Ja momentan hören Sie etwas weniger von mir, ich bin halt „beschäftigt“ – wie man so schön sagt, was schade ist, denn die Dramen überschlagen sich. Jetzt muss ich mich sogar am Wochenende hinsetzen und noch mal nachfragen, ob Sie verstanden haben, dass wir im Krieg sind? Ja – ich weiß: seit 2014 schreibe ich über die wachsende Kriegsgefahr, teils mit sehr drastischen Worten – in der Hoffnung, das Dornröschenland wieder auf die Straße zu treiben. Sicher, Sie haben es da nicht leicht: die Marketingabteilungen der Armeen leisten ganze Arbeit – man spricht nicht mehr so über den Krieg wie früher, er heißt jetzt „bewaffneter Konflikt“ und wird vor allem immer nur aus guten „humanitären“ Gründen geführt. Seitdem sind sogar die deutschen Grünen mit Feuer und Flamme dabei, „gut sein“ gefällt denen sowieso, humanitär möchten sie auch sein und Molotowcocktails haben sie schon immer gerne geworfen: das brutzelt so schön, wenn es auf Fleisch trifft. Menschenfleisch, wohlgemerkt, der Grüne ist ansonsten vegan, um beim „gut sein“ noch eine Schippe drauf zu legen. Manchmal spricht man auch von einer „begrenzten Aktion“, von „Befriedung“, vom „Schutz der Bevölkerung“ – die Anzahl der Täuschkörper ist inzwischen riesig.

Diesmal jedoch wurde es offiziell im Fernsehen verkündet: Deutschland ist bald im Krieg – mit absoluter Sicherheit. Es waren keine kleinen Blogger, die in jenen Ecken wühlte, wo die Nachrichten auf dem Müll liegen, die Regierung und Opposition niemals hören möchten, sondern das Flaggschiff der deutschen Nachrichtenkultur (siehe Tagesschau):

„Das Bundeskabinett hat die deutsche Beteiligung an AWACS-Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak beschlossen. Wenn auch der Bundestag zustimmt, kann die Mission in wenigen Wochen beginnen. Militärisch ergibt sie Sinn, aber die NATO wird damit offiziell Kriegspartei.“

Sie haben wahrscheinlich überhaupt keine Ahnung, was da in Syrien passiert, oder? Sie haben ja noch nicht mal eine Ahnung davon, was in Deutschland passiert – doch dazu später mehr. Ihnen ist klar, dass Sie zur Nato gehören, oder? Und Ihnen ist klar, dass sich Ihr Land im Krieg befinden wird, wenn die Nato sich im Krieg befindet? Es ist Ihnen klar, dass gerade etwas ganz entscheidendes passiert – oder? Ich zitiere nochmal die Tagesschau – die haben Ihnen das ganz deutlich erklärt:

„Doch um militärische Fragen geht es bei dem, was das Bundeskabinett heute beschlossen hat, nur am Rande. Es ist vor allem politisch ein gewichtiger Schritt. Denn mit der AWACS-Mission wird die NATO ganz offiziell zur Konfliktpartei in Syrien und dem Irak. Bislang flog dort neben Russland nur eine Koalition der Willigen unter Führung Washingtons Angriffe. Mit dem AWACS-Einsatz ist nun die gesamte Allianz dabei.“

Ja – es geht nur um ein paar Aufklärungsflugzeuge, in denen viele Deutsche sitzen. Große Passagiermaschinen mit dicken Tellern auf dem Rücken, in denen massig Radar steckt. Die erkennen feindliche Maschinen auf riesige Entfernungen und können sie von anderen abschießen lassen: es besteht also keine Gefahr für „unsere“ Jungs. Darum geht es aber gar nicht: es geht darum, dass die Nato dann „Kriegspartei“ wird – ohne das jedoch irgendjemand das tolle Verteidigungsbündnis angegriffen hätte. Ein reiner Willkürakt, ein Angriffskrieg. Gegen wen? Wissen Sie wahrscheinlich auch nicht, ist auch nicht ganz so einfach, dass zu verstehen.

Mit erstaunlicher Offenheit klärt uns die ARD auch darüber auf, was hinter diesem Akt steht:

„Denn dort – gewissermaßen vor der Haustür der Allianz – agiert nun Russland mit beachtlicher militärischer Macht. Das sieht man vor allem in Washington mit Sorge. Auch deshalb haben sich die Vereinigten Staaten für den Einsatz der NATO-Aufklärer stark gemacht. Benötigt wurden die eigentlich nicht. Die Amerikaner haben fast doppelt so viele eigene AWACS-Maschinen wie die NATO, doch für ihr Kräftemessen mit Moskau wollen sie die Allianz an ihrer Seite wissen. Gut möglich, dass die USA auch aus diesem Grund Druck auf Ankara gemacht haben.

Nochmal: zum mitschreiben: „für ihr Kräftemessen mit Moskau wollen sie die Allianz an ihrer Seite wissen„.

Wir geben deutsche Steuergelder für eine unnnötige Aktion aus, die unser Land in einen Krieg mit Syrien bringt. Und anschließend mit Russland. Auf Befehl der USA.

Wissen Sie eigentlich noch, worum es da geht in Syrien? Ich war mal bei der deutschen Bundesregierung, dort liegen die Antworten ja offen herum, Antworten auf jene Fragen, die man noch stellen darf, ohne Verschwörungstheoretiker geschimpft zu werden. Warum sind wir also in Syrien? (siehe Bundesregierung.de):

Deutschland unterstützt Frankreich, den Irak und die internationale Allianz in ihrem Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS). Der Einsatz soll die Fähigkeit des IS zerstören, aus dieser Region heraus weltweite Terror-Angriffe zu steuern. Und der IS darf nicht länger die Möglichkeit haben, die Bevölkerung in Syrien und im Irak zu töten, zu foltern und zu versklaven. Ziel muss es sein, dass die Menschen in dieser Region wieder eine Perspektive haben.

Nun – wir kämpfen also gar nicht gegen Russland oder Syrien, sondern gegen den IS? Der hat gar keine Flugzeuge. Militärisch gesehen ist das eine Räuberbande: also Aufgabe der syrischen Polizei, sie zur Strecke zu bringen. Spannend auch die Landkarten, die den IS als riesige Bedrohung darstellen: hauptsächlich herrschen die über lebensfeindliche Wüste…und wären theoretisch den Luftschlägen der Regierung hilflos ausgeliefert.

Es ist natürlich nicht nur der IS, der dort tötet, foltert und versklavt. Töten und foltern ist dort Hobby aller Milizen – außer vielleicht der kurdischen, weshalb die dann vom Natoland Türkei bombadiert werden – aber ich will Sie jetzt nicht überfordern. Bleiben wir einfach mal in Syrien und überlegen, wie es dort zu diesen Feierlichkeiten kam („Krieg“ sagt man ja nicht mehr, da muss auch ich mir Synonyme ausdenken). Die Information dazu kann man ganz offen der sogenannten „Lügenpresse“ entnehmen (hier mal: die FAZ):

Die Vereinigten Staaten bildeten eine Allianz mit Israel und Saudi-Arabien, um das Assad-Regimes zu stürzen. Von Wikileaks wurden kürzlich geheime Unterlagen aus dem Jahr 2006 veröffentlicht, wonach die Vereinigten Staaten aufgrund einer Schwachstellenanalyse des Assad-Regimes Strategien zum Umsturz in Syrien entwickelte. Der amerikanische Investigativjournalist Seymour Hersh hat 2007 die Allianz zwischen den drei Staaten zum Sturz der syrischen Machthaber aufgedeckt und nachgewiesen, dass hier Terrorkämpfer für einen Machtwechsel in Syrien ausgebildet wurden.

Ja – so war das geplant – und so wurde das auch durchgeführt. Und wir erfahren gleichzeitig auch, warum Lügenmedien zurecht Lügenmedien genannt werden – welchen Wert diese von Lügenmedien stammende Aussagen allerdings hat, ist bei dieser Ausgangslage natürlich fraglich:

Die Destabilisierung der Herrschaft von Assad ist in dem Augenblick zum Tragen gekommen, als die ersten syrischen Proteste einsetzten. Während westliche Medien nur von dem brutalen Vorgehen des Regimes gegen friedliche Demonstranten berichteten, sind inzwischen etliche Terroranschläge auf die Sicherheitskräfte belegt worden, bei denen Dutzende von Soldaten des Regimes getötet wurden.

Ja – wie von vielen aufrechten Demokraten vermutet, werden wir nicht immer über alle Facetten der Wirklichkeit informiert, sondern nur über die, die der Regierung (bzw. den USA) nützlich sind. Alle anderen Fakten sind „Verschwörungstheorie“, die erst sehr viel später Wirklichkeit werden dürfen – oft Jahre später.

Man stelle sich mal vor, die Medien hätten von Anfang an von Bombenangriffen auf unschuldige Soldaten durch die CIA berichtet: wir hätten eine neue „raus aus der Nato“-Bewegung. Diese Art der Informationssteuerung durch regierungstreue Journalisten kennt man auch in anderen totalitären Staaten – wie Syrien. Ja – sicher ist Syrien ein totalitärer Staat – der zehntausende Menschen auf dem Gewissen hat. Aber wir haben auch eine Waffe gegen diese Staaten entwickelt, aus unseren eigenen Erfahrungen mit pychopathischen Regimen, deren „Rechtsnachfolger“ wir ja als Bundesrepublik unbedingt werden wollten: wir gewähren Asyl, wie auch uns Asyl gewährt worden ist, nehmen den Zorn der Despoten billigend in Kauf, in dem wir ihren Gegnern Obdach gewähren … jedenfalls momentan noch. Von den Medien vervielfältigte Bilder zu immensen Massen von Flüchtlingen, die – zumindestens visuell – Deutschland „überfluteten“, haben zu einer Stimmung geführt, die … gewaltige Einschränkungen im Asylrecht befürchten lassen, dass die Regierung im Handumdrehen aus dem Asylrecht ein „Einwanderungsrecht“ gemacht hat – in einem der dicht bevölkertsten Länder der Welt – hat diesen Trend noch verstärkt. Ohne diese Lügen wären Pegida und AfD heute gar kein Thema.

Ach ja – Pegida und AfD. Um Ihnen klar zu machen, was hier passiert, mal eine Gedankenspiel. Stellen Sie sich mal vor, Nordkorea, China und der Iran hätten für sich beschlossen, „Merkel muss weg“. Einfach mal so. Sie hätten viel Geld in die Hand genommen und Führungskader ausgebildet, die die Pegida-Jugend an der Waffe ausbildet und einige Bundeswehreinrichtungen in die Luft jagen … dutzende Tote inklusive. Die Waffen dazu hätte man in Kroatien gekauft, dort, wo auch Saudi-Arabien die Waffen für „seine“ islamistischen „Rebellen“ in Syrien kauft – mit Hilfe der CIA (siehe Spiegel). Was hätten wir hier für eine Aufregung! Gut – China, Nordkorea und der Iran scheinen hinreichend rechtstreu und moralisch so weit hochstehend zu sein, dass die bislang auf solche Ideen gar nicht gekommen sind.

Saudi-Arabien jedoch – da laufen die Uhren anders. In den USA sowieso.

Wissen Sie, was die Tagesschau über Saudi-Arabien weiß? Hören Sie mal genau zu (siehe Tagesschau):

Seit Jahrzehnten predigen die mächtigen Religionsgelehrten des Königreichs einen aggressiven, antiwestlichen Islam. 15 der 19 Attentäter des 11. September 2001 waren saudische Staatsbürger. Der Untersuchungsbericht des US-Kongresses zu 09/11 deckte auf, dass einige von ihnen sogar Geld von saudischen Staatsbediensteten erhalten hatten. Der Export des religiösen Extremismus ist seit Langem saudisches Programm, auch in Deutschland. 2003 enthüllte Panorama, dass in der König-Fahd-Akademie, einer saudischen Schule in Bonn, muslimische Eltern aufgerufen wurden, ihre Kinder auf den Dschihad, den „Heiligen Krieg“, vorzubereiten. „Das haben wir damals nicht gewusst“, bekennt der frühere Staatssekretär im Auswärtigen Amt Jürgen Chrobog. „Es gab noch keine Gefahr der Destabilisierung durch den Djihad oder Ähnliches“, beschreibt der ehemalige deutsche Spitzendiplomat die damalige Haltung zu Saudi-Arabien im Panorama-Interview.

Ja – die haben nicht nur in Syrien zum“heiligen Krieg“ ausgerufen – den wollen die auch in Deutschland sehen. Sie köpfen Regimegegner wie die IS, sie steinigen Frauen wie die IS – und sie versklaven Menschen wie die IS. Ja – die versklaven sogar Menschen in Deutschland – wir achten nur nicht so sehr darauf (siehe Tagesspiegel). Wir können nur nichts dagegen tun, weil sonst die diplomatische Immunität der Saudis in Gefahr wäre. Auch Deutsche werden versklavt – in Katar, dem weiteren Verbündeten der USA im Kampf gegen Syrien (siehe Focus).

Saudi-Arabien, Katar und die USA sind unsere Kampfgenossen in der Schlacht um Syrien, in die wir jetzt eintreten … mit einer kleinen Entscheidung über unnötige Awacs. Nun – wir sind ja sowieso schon dabei – als Deutsche. Eine Fregatte zum Schutz eines französischen Flugzeugträgers (gegen den IS, der weder Schiffe noch Flugzeuge hat) und moderne Recce-Tornados zur Aufklärung – die angesichts der vielen „Kollateralschäden“ aber wohl völlig versagen. Warum sind wir eigentlich schon da – ohne, dass das groß diskutiert wurde? Immerhin – wir würden ja auch blöd gucken, wenn syrische Kampfjets Bielefeld fotografieren würden – was eine enorme Verletzung unsere nationalen Souveränität darstellen würden. Ich frage noch mal die Bundesregierung:

„Rechtsgrundlage für die Entsendung ist das Recht auf kollektive Selbstverteidigung in Artikel 51 der UN-Charta. Zudem hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen alle Nationen dazu aufgerufen, die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung des sogenannten IS in Syrien zu ergreifen (Resolution 2249 vom 20. November 2015).

In dieser Resolution heißt es unter anderem: Die Nationen werden aufgefordert, „sofern es ihnen möglich ist, sich dem Kampf gegen den IS anzuschließen und ihre Anstrengungen zur Verhinderung von weiteren Angriffen der Gruppe zu verdoppeln.“ Die Staaten werden zudem dazu aufgerufen, „in den vom IS kontrollierten Gebieten im Irak und in Syrien mit allen Mitteln in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht, der UN-Charta und den Menschenrechten tätig zu werden, um Terrorakten zuvorzukommen, diese zu unterbinden sowie die Rückzugsräume zu zerstören.“

Deutschland unterstützt Frankreich auch im Rahmen der Beistandspflicht unter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Diese Pflicht steht in Artikel 42 (7) des EU-Vertrags. Die Entsendung erfolgt im Rahmen und nach den Regeln eines „Systems gegenseitiger kollektiver Sicherheit“ nach Artikel 24 (2) des Grundgesetzes.“

Kollektive Selbstverteidigung? Hat Syrien Frankreich angegriffen? Behalten Sie bitte in Erinnerung, dass die Tagesschau (siehe oben) Sie über den Kriegseintritt der Nato informiert hat. Kriege … sind Auseinandersetzungen zwischen Staaten – und als solcher hat dieser Krieg ja auch begonnen: Israel, Saudi-Arabien und die USA gegen Syrien. Methode: Destabilisierung durch Banditengruppen, Terroranschläge gegen das syrische Militär, fortlaufende Bewaffnung von staatsfeindlichen Banden … bitte um Entschuldigung, ich kann die moderne Sprache noch nicht ganz, habe den Kopf noch zu sehr voller Staats- und Menschenrechte. Den EU-Artikel können Sie mal selbst nachlesen (siehe dejure.org) … mich verwirrt es zu sehr, weil ich kein Jurist bin und mir keine Meldung vorliegt, dass syrische Streitkräfte französischen Boden betreten haben – ich habe nur Meldungen über islamistische Bombenleger vorliegen, deren antiwestliches Zentrum im menschenrechtsfeindlichen Saudi-Arabien liegt … das wir aber dann nicht bombadieren.

Kommandiert eigentlich Frankreich dann unsere Streitkräfte – wenn die doch nur im Rahmen der Beistandspflicht der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eingesetzt sind?

Nein. Wird Sie jetzt nicht wundern, wenn Sie die Botschaften zwischen den Zeilen lesen können … immerhin arbeiten auch bei der „Lügenpresse“ – neben eiskalten Karrieristen mit festen Blick auf fette Pöstchen – ganz aufrechte Demokraten. Ich frage mal die Bundesregierung, wer unsere EU-Streitkräfte kommandiert:

„Ganz oben steht das US-amerikanische Hauptquartier CENTCOM in Tampa (Florida), das die gesamte Operation der internationalen Koalition koordiniert.

Darunter gibt es das Hauptquartier der Koalition in Kuwait, das auch die Marine-Einsätze steuert.

Die Luftwaffenbasis in Al Udeid (Katar) koordiniert die Luftstreitkräfte. Von dort aus werden die Aufträge an die Tornados erteilt. In diesen Stab sind auch deutsche Soldaten integriert.“

Unsere Soldaten werden von Kuweit und Katar aus kommandiert. Über allem thronen die USA. Ich frage lieber nicht weiter – sonst heißt es nachher wieder, ich sei ein rechter Verschwörungsnazi. Ich zitiere lieber noch ein wenig Günther Meyer, den Leiter des Zentrums zur Forschung der arabischen Welt  (siehe FAZ):

„Es handelt sich hier vorrangig um nationale Interessen und strategische Zielsetzungen. Dabei werden Menschenrechte und Forderungen nach Demokratie nur vorgeschoben, um die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen. Bei keinem der politischen Akteure, weder Russland noch den Vereinigten Staaten noch Großbritannien und Frankreich, geht es primär um humanitäre Ziele. Gerade von den Vereinigten Staaten wissen wir, dass Menschenrechtsverletzungen vorwiegend bei den politischen Gegnern, dagegen kaum bei befreundeten Staaten angeprangert oder gar geahndet werden. Solange es diese doppelten Standards in der westlichen Außenpolitik gibt, kann man den angeblichen humanitären Interessen keinen Glauben schenken.“

Deshalb laufen ja die Grausamkeiten wie Folter und Zwangsheirat junger Mädchen zur Belustigung der Kämpfer (wir würden diese Mädchen „Sexsklavinnen“ nennen) einfach weiter – trotz Klage der UN (siehe UNorg). Warum wir nicht einfach die vielen jungen Mädchen aus Syrien und dem Irak aufnehmen, anstatt die jungen Männer – ich will da gar nicht nachfragen, da hängen zu viele Tabus dran.

Es geht um Krieg mit Russland (siehe oben). Und dem Iran. Und … wohl auch China, wenn ich mir die fortlaufende Eskalation in Asien anschaue. Darüber wurde ja schon oft gesprochen – nur interessiert das hier keinen. Warum auch?  Die Armee Russlands ist so klein, die würden Deutschland wohl nie erreichen. Panzerschlachten in Polen und der Ukraine – gibt coole Sondersendungen im Fernsehen. In HD. Superbilder. Auch live – das gibt Superquoten. Ob in einem denkbaren Krieg mit Russland die Nuklearkarte gezogen wird, ist fraglich: selbst Massenmörder Hitler ist davor zurückgeschreckt, Gas gegen London einzusetzen – obwohl die Lager voll waren. Der nächste große Krieg wird in den Ländern des Warschauer Paktes ausgetragen, in den Wüsten Arabiens und den Inselwelten des Pazifik – der deutsche Michel kann sich entspannt zurücklehnen … weil er das weiß. Klar, einige seiner Kinder werden im russischen Matsch verrecken, in der Wüste verdursten, im Pazifik von Haien gefressen werden – aber wenn das alles vorbei ist, geht es der Wirtschaft wieder richtig gut: da locken Billionenaufträge zum Wiederaufbau – so die eiskalte Kalkulation des fetten Bildungsbürgers.

Hier jedoch … muss ich mal meine Stimme erheben.

Krieg – ist teuer. Dutzendmal so teuer wie „Sozialstaat“. Krieg frisst Geld wie ein unersättlicher Moloch – mehr, als der Staat jemals hat. Darum greift er dann auf Ihr Geld zu: ob Ihnen das passt oder nicht. Das macht er heute schon. Ein kleines Beispiel aus Norddeutschland zeigt, was ich meine (siehe NDR): da kostet die Beihilfe zur Straßensanierung jedem Häuslebauer bis zu 140 000 Euro – wer sein Haus schon abbezahlt hat, darf es nochmal tun. Wenn die Nato jetzt bald im Krieg ist – wie die Tagesschau meldet – können Sie sich schon mal für Ihr Häuschen einen Multiplikator der Summe ausdenken: 1,2; 1,5; 1,8; … oder 3 – 5. „Zwangshypothek“ nennt sich dass dann, ein beliebtes Mittel zur Kriegsfinanzierung. Wie Sie sehen, laufen schon jetzt enorme Summen auf, um unsere maroden Straßen zu finanzieren – Sie werden Augen machen, was erstmal alles möglich ist, wenn Kriegsrecht herrscht – was im Kriegsfalle ja der juristische Normalzustand ist.

Sie sehen: es gibt doch noch einen Grund auf die Straße zu gehen. Wohl den einzigen, den Sie akzeptieren werden: der Krieg wird Ihnen all´ Ihre Ersparnisse klauen … und Ihnen sogar ihr Häuschen kosten, dass die Bank dann einzieht, wenn Sie die Horrorraten monatlich nicht mehr begleichen können. Alles schon mal dagewesen. Für die, die an den Hebeln der Macht sitzen, wird dieser Krieg – mal wieder – einen Riesengewinn bringen. Ja – „wir“ werden ihn aller Wahrscheinlichkeit nach gewinnen (weshalb Ihnen das ganze Drama ja bis jetzt egal ist) … aber SIE werden ihn bezahlen – und deshalb mit Sicherheit verlieren.

Darüber sollten Sie mal schnell nachdenken, bevor der Bundestag der Kabinettentscheidung zustimmt – was er wegen dem „Fraktionszwang“ der „freien und ungebundenen“ Abgeordneten zweifellos tun wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Behörden melden unidentifizierte Flugobjekte über mindestens 9 französischen Atomkraftwerken

Eine etwas verwirrende Meldung. Über neun französischen Atomkraftwerken sind verschiedene Flugobjekte aufgetaucht. Und dies sogar mehrmals. Geht hier etwas Seltsames vor oder ist das eine Aktion von Aktivisten oder Modellfliegern. Von Gesetz her ist das Überfliegen von Atomkraftwerken verboten. Irgendwas oder irgendwer scheint das nicht zu kümmern.

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Die Behörden haben einen eleganten Weg gefunden, nicht erklärbare Flugerscheinungen mit Drohnen ab zu tun. Bei der stetig steigenden Zahl von Hobby-Piloten, die eine Vielzahl von ungemeldeten Flugbewegungen durchführen, liegt diese Erklärung Nahe. Nur, wenn jemand unwissentlich eine Straftat begeht, wie das Überfliegen von AKW’s, dann ist es seltsam, wieso das gleich bei mehreren Atommeilern der Fall war. Da deutet auf eine geplante Aktion hin. Wenn neun „Drohnen“ über verschiedenen Reaktoren mehr oder weniger gleichzeitig schweben, dann verfolgt irgendjemand ein Ziel und ist sich seines Handelns bewusst. Das ist kein unwissentlicher Ausrutscher auf dem gesetzlichen Glatteis. Da steckt mehr dahinter.

Wer könnte einen Nutzen daraus ziehen? Die Flugobjekte waren zu klein, um einen Anschlag zu verüben. Aber sie konnten genaue Bilder von oben machen. Der Aufwand ist aber fragwürdig, weil man Fotos im Internet findet. Also, wieso riskieren verschiedene Modell-Piloten eine Strafe für Informationen, die sie zu Hause gemütlich im Netz gefunden hätten? Klingt irgendwie unlogisch. Das macht kein normal denkender Mensch, vor allem nicht mehrere gleichzeitig. Diese Erklärung fallt meines Erachtens schon einmal weg.

Dann hätten wir das Militär. Zur Zeit laufen überall auf der Welt Militärübungen und das Volk wird mit Sicherheit nicht genau über die Aktivitäten informiert. Vielleicht sind das Sicherheitskontrollen um zu schauen, wie die Betreiber, Medien und die Bürger reagieren, wenn plötzlich Flugobjekte über AKW’s auftauchen. Na dann kann das Militär beruhigt sein. Es interessiert praktisch niemand. Das heisst die internationale Presse schweigt sich darüber aus. In einschlägigen Foren und Webnachrichten fand man eine Spalte darüber. Aber sonst alles „pas problem“. Die Franzosen sind wirklich cool drauf. Da stellt sich einzig die Frage, warum das Militär so eine Aktion startet. Macht irgendwie auch keinen Sinn.

Oder war es ein Flugtraining für einen Terroranschlag. Das würde Sinn machen. Wenn ein Anschlag mit entsprechend präparierten Drohnen auf mehrere Atomkraftwerke gleichzeitig verübt werden würde, bräche vermutlich Panik aus. Egal ob wirklich was passiert oder nicht. Das Militär stände mit heruntergelassenen Hosen da und die Betreiber reagieren hysterisch. Ein Anschlag in nächster Zeit wäre eine Möglichkeit und die Drohnenflüge ein Training. Wer der Urheber dieser Flüge ist, liess sich nicht ermitteln oder ob es verschiedene Personen unabhängig voneinander waren. Welcher „Feind“ es gewesen sein könnte ist eigentlich egal, denn wenn nur einer von diesen atomaren Kochtöpfen in die Luft fliegt, heisst es gute Nacht Europa.

Wenn Europa unbewohnbar werden würde, der Westwind verteilt den atomaren Todesstaub über den Rest des Kontinents bis hin nach Russland, Nahen Osten und Teile von Afrika, dann hätten wir wirklich ein Problem. Hunderte Millionen auf der Flucht. Die grösste Völkerwanderung der Menschheitsgeschichte. Der einzige Nutzniesser, der hier seine Finger im Spiel haben könnte, wären wieder einmal die Amerikaner. Aber bei all den Gräueltaten, welche die USA fabrizierten und immer noch produzieren, so einen teuflischen Plan übersteigt sogar ihre zerstörerischen Fantasien. Zudem kämen die verstrahlten Partikel irgendwann bei ihnen an und sie haben schon genug Probleme mit dem ganzen radioaktiven, angeschwemmten, Fukushima-Müll und der dadurch verstrahlten Westküste. Es wäre selbstmörderisch, zusätzliche Radioaktivität freizusetzen. Daher liegt es Nahe, dass die Amerikaner dieses Mal nichts damit zu tun haben. Oder doch?

Die plausiblen Erklärungen für die Flugerscheinungen werden langsam dünn. Bleibt nur noch die Erklärung mit exotischem Hintergrund. Die vermehrten Beobachtungen von unidentifizierten Flugobjekten rund um den Globus könnten ein Hinweis sein, dass sich bei den „Besuchern“ was tut. Die Flugobjekte in Frankreich ähneln anderen Erscheinungen wie zum Beispiel den Lichtern von Hessdalen. Oder den leuchtenden Kugeln über Kornkreisen. Spiegelnde Oberflächen könnten eine Erklärung für die französischen Objekte sein. Aber die fragile Stabilität in der Luft von Drohnen hätte eher ein arrhythmisches Flimmern verursacht, nicht ein Pulsieren.

Erklärungen wären einige vorhanden, aber jede hat ihren Haken. Es bleibt abzuwarten, ob man von offizieller Stelle etwas erfährt oder ob diese Erscheinungen sich einreihen zu den ungelösten Rätseln dieser Welt.

Deutsche Soldaten Arm in Arm mit Massenmördern, Vergewaltigern und potentiellen Völkermördern: Perspektiven aus Mali

Deutsche Soldaten Arm in Arm mit Massenmördern, Vergewaltigern und potentiellen Völkermördern: Perspektiven aus Mali

Montag, 18.2.2013. Eifel. Es gibt ja erstaunlich viele Bücher darüber, wie sehr in den Medien gelogen und betrogen wird. Alle haben eins gemeinsam: sie verändern nichts. Ebenso erstaunlich ist, wie oft die großen, klassischen deutschen „Leit“medien vor Verschwörungstheorien warnen. Das ist mir erst kürzlich aufgefallen, als es um den russischen Meteoriten ging. Ganz dicht auf die Berichterstattung über den Meteoriten folgte im Spiegel eine Warnung vor Verschwörungstheorien, wobei auffiel, das diese „Verschwörungstheorien“ sich aus ganz normalen Zeitungsberichten vor Ort speisten, die einfach andere Beobachtungen gemacht hatten als die deutschen Leitmedien gerne hätten. Geht es dabei schon um eine große Weltverschwörung? Nein. In erster Linie geht es um das Geschäft: der Journalist kämpft um die Deutungshoheit der Wirklichkeit. Damit verdient er sein Geld – um Auftrag von Partei und Verlag. Wenn also dann einfach mal so ein kleiner Blogger daherkommt und die Trümmer des letzten Anschlages anders sortiert – plausibler, nüchterner, logischer – dann verliert der gut bezahlte Journalist seine Deutungshoheit und … seine Führungsmacht. Die brauchen „interessierte Kreise“ aber, weil ja Krieg geführt werden soll – wie zum Beispiel in Mali.

Was in der Berichterstattung über Mali selten auftaucht (ich habe jedenfalls noch nicht davon gelesen), ist der Kampf den sich Frankreich und die USA seit Jahrzehnten um die Bodenschätze Afrikas liefern. Ja, das machen die „demokratischen“ Großmächte: sie liefern sich heftige Kämpfe – die man allerdings lieber von Negern ausführen läßt.

Neger – darf man das noch sagen? Nein. Politisch korrekt, wie der Deutsche ist, möchte er das Wort „Neger“ nicht mehr hören. Wenn diesselbigen schwarzen Leute aber in Massen erschossen werden, dann ist ihm das egal. Überhaupt passt der deutsche Leser gut zum deutschen Journalisten. Er möchte nicht beunruhigt werden, möchte eine Welt, in der die Wissenschaft alles erklären kann, die Politik alles im Griff hat und die Presse alles weiß.  Dann fühlt er sich in seinem Einfamilienhaus sicher. Dinge, die ihn beunruhigen, mag er nicht – die sollen gefälligst von den Journalisten weggebissen werden … was die dann auch tun.

Aktuell machen sie das im Spiegel – in einem Bericht über Mali.

Besonders lang hatte das „Islamische Emirat von Timbuktu“ nicht Bestand. Neun Monate, von April 2012 bis zum Einmarsch französischer Truppen im Januar 2013, regierten Radikalislamisten die nordmalische Stadt. Es reichte, um die Welt in Schrecken zu versetzen. Vermeintlichen Dieben wurde die Hand abgehackt, historische Mausoleen wurden mit Pickeln und Äxten zerstört.

Es gab auch noch andere Schilderungen der Schrecken – so wurde eine minderjährige Ehefrau zurück zu ihren Eltern geschickt, weil sie sich vor ihrem gewalttätigen Mann fürchtete – und das Tragen westlicher Kleidung wurde verboten.  Ebenso gab es ein Verbot, ohne hinreichenden Grund in Privathäuser einzudringen. Grund genug, sofort einzumarschieren.

Natürlich sind Amputationen schlimm – aber rechtfertigt das Massenmord an der unschuldigen Zivilbevölkerung? Voltaire.net hat ein paar gefunden:

Die Bomben der französischen Flugzeuge auf Konna verursachten mehr Todesopfer bei Zivilisten als unter den Islamisten, aber die französischen Medien schweigen über die „Kollateralschäden“ und ziehen den „triumphierenden und militaristischen Diskurs“ von Paris vor.

So sind sie halt, die Bezahlmedien: sie liefern, wofür bezahlt wird. Wenn die Panzer rollen, will keiner wegen „Wehrkraftzersetzung“ angeklagt noch vom Pöbel auf den Straßen angespuckt werden, weil man die glorreiche, mutige, abenteuerlustige Armee nicht hinreichend unterstützt hat. Außerdem … möchte man ja seinen Job behalten. Da richtet man den Fokus lieber auf die unübliche Behandlung von Dieben (die sich als Berufsstand in unserer räuberischen Kultur sowieso großer Beliebtheit erfreuen – jeder Steuerhinterzieher, jeder Anlageberater oder Lebensmittelpanscher wird dem sofort zustimmen) anstatt auf von Natobomben zerfetzte Kinder.

Und der Feind?

Natürlich der böse „Islamist“. „Al Kaida“ – das nützliche, dereinst vom CIA aufgebauter Gespenst, das seit vielen Jahren einen erbitterten Krieg gegen den Westen führt – meist dergestalt, das sie ihre Köpfe voller Terrorabsicht den Bomben der Nato unverhüllt entgegenstrecken, um diese zu zerstören. Gut, das die so blöde sind, das denen das nicht gelingt.

Obwohl wir jetzt schon sehr lange gegen Al Kaida Krieg führen, müssen wir jetzt – dank Mali – davon ausgehen, das die wohl den Krieg letztlich gewinnen werden. Man denke nur: trotz aller Bomben und Truppen sind die aus Afghanistan entkommen und destabilisieren jetzt den ganzen Norden Afrikas – Tunesien, Lybien, Ägypten, Syrien … wie eine unaufhaltsame Riesenwelle arbeitet sich Al Kaida durch die Welt, sogar das „Bollwerk gegen den islamistischen Fundamentalismus“ (Süddeutsche), Gaddafi, wurde von ihnen einfach hinweggefegt – mit Hilfe der gleichen Bomben, die jetzt in Mali gefallen sind.

Gaddafi hatte seinerzeit den Maliern auch einige Regierungsbauten gesponsert, die nun von der Nato zerlegt werden können. Da der aber jetzt „böse“ ist, wollen wir darauf nicht weiter eingehen.

Leider löst sich auch der „böse Islamist“ ziemlich in Luft auf, wenn man näher hinschaut, wie die „Zeit“ es getan hat:

Von den sechs bewaffneten Formationen in Nordmali passen nur zwei zum westlichen Bild von internationalen Terroristen: die unter algerischer Führung stehende Al-Kaida im islamischen Maghreb (Aqmi) sowie die Bewegung für Einheit und Dschihad Westafrikas (Mujao), gleichfalls stark durchsetzt von Nichtmaliern.

Dabei erscheint das „westliche Bild vom internationalen Terroristen“ sowieso schon etwas schwach zu sein. In Mali jedoch versagt es völlig:

Bei den vier anderen bewaffneten Formationen sind die Grauzonen noch größer. Diese Gruppen bestehen überwiegend aus Maliern; einige arbeiten mit Al-Kaida zusammen, andere vertreten die sozialen und wirtschaftlichen Interessen verschiedener Ethnien Nordmalis, vor allem der Tuareg. Erst im Dezember gründeten malische Araber eine Ansar al-Scharia. Die Rolle arabischer Milizen ist in Nordmali besonders dubios, denn sie wurden noch von Malis früherer Regierung als Ordnungsmacht bewaffnet. Das klingt furchtbar wirr – und ist es auch.

Was einen aber nicht daran hindert, einfach alle „Islamisten“ zu nennen und umzubringen. Solange niemand darüber berichtet, fällt es ja auch keinem auf – und die Journalisten sind sowieso vom Brennpunkt des Geschehens fern gehalten worden, siehe Zeit:

La Grande Muette, wie die französische Armee genannt wird, »die große Schweigsame«, operiert fern den Blicken der Weltöffentlichkeit. Das halbe Land ist von ihr zum Sperrgebiet erklärt worden. Regierungs- und Interventionstruppen haben sämtliche Straßen in den Norden für Journalisten blockiert, angeblich der Sicherheit wegen.

Es ist auch besser, den Mantel des Schweigens über Mali zu hüllen – sonst findet man womöglich noch weniger Islamisten als geplant:

Das liegt auch an den Tuareg, einem berberischen Wüstenvolk, das im Norden Malis einen eigenen Staat errichten wollte und deshalb mit den Islamisten anfänglich gemeinsame Sache gemacht hatte. Kehrt nun die von Tuareg und den Rebellen vertriebene malische Bevölkerung zurück, muss mit dem Schlimmsten gerechnet werden.

Die Tuareg hatten zuvor mit Ghaddafi gekämpft, gelernt, das der „Westen“ Rebellen unterstützt und dachten sich: dann könnte man doch in Mali endlich die durch die Franzosen künstlich geschaffenen Grenzen auflösen und einen eigenen Tuaregstaat errichten – zumal Mali gerade sowieso von Putschisten regiert wurde, die die demokratische Regierung abgesetzt hatten.

Aber: so denkt der „Westen“ nicht. Ganz schnell wurden aus den Tuareg „Islamisten“ – und über die Putschisten in Mali wurde nicht mehr berichtet. Die sind „Regierung“ … allerdings verhalten sich ihre Truppen wie Räuberbanden, siehe Spiegel:

Paris ist beunruhigt: Die verbündeten Regierungstruppen in Mali sollen brutal Rache genommen haben. Menschenrechtler berichten von willkürlichen Hinrichtungen und sexuellen Übergriffen. Frankreichs Verteidigungsminister warnt: „Die Ehre der malischen Militärführung steht auf dem Spiel.“

Mit der „Ehre der malischen Militärführung“ ist es wohl nicht weit her. Die massakrieren, wen sie in den Griff bekommen – auch verbündete Einheiten, siehe ebenfalls Spiegel:

Bei den Gefechten in Bamako sind nach Angaben von Augenzeugen mehrere Menschen verletzt worden. Wie aus Militärkreisen verlautete, wurde ein Lager von Elitesoldaten, die dem gestürzten Staatschef Amadou Toumani Touré nahestehen, von anderen Einheiten der malischen Armee angegriffen.

Bereits im vergangenen Jahr gab es schwere Kämpfe zwischen den sogenannten grünen Mützen, den Anhängern des Putschistenführers Amadou Sanogo und den „roten Mützen“, Fallschirmjägereinheiten aus der Zeit von Präsident Touré. Touré war im März 2012 bei einem Staatsstreich gestürzt worden.

Leider erwähnt der Artikel nicht, das es keine Islamisten waren, die Touré gestürzt haben – es war die Armee. Ausgebildet übrigens von den USA – wo deren Kompetenz jetzt auch angezweifelt wird, siehe Hintergrund:

Während führende Politiker des Westens mit an den Haaren herbeigezogenen Begründungen ihr jüngstes militärisches Eingreifen zu rechtfertigen versuchen, wachsen die Zweifel an der Kompetenz der Streitkräfte Malis. Einem Bericht der New York Times zufolge hat sich die Armee Malis trotz umfassender Unterstützung durch US-Ausbilder „als so schwach und unbrauchbar erwiesen, dass sie eher die Ursache für die Krise in Mali als ein Mittel zu deren Lösung ist“.

Natürlich ist diese Armee eher die Ursache der Krise als ein Mittel zur Lösung. Sie verhält sich sogar exakt so, wie man es von „Terroristen“ erwarten sollte, siehe Welt:

Nach der Einnahme der Wüstenoase Timbuktu durch malische und französische Truppen wurde jetzt ein Massengrab entdeckt. Die Opfer sind vermutlich arabische Händler, die mit den Islamisten kooperierten.

Menschenrechtsorganisationen hatten der malischen Armee jüngst außergerichtliche Hinrichtungen von Tuareg und Arabern vorgeworfen.

Wie gesagt: „böse“ sind in diesem Konflikt jene, die Dieben die Hand abhacken, das Tragen westlicher Kleidung verbieten oder den Schutz des privaten Wohnraums garantieren, „gut“ sind die Massenmörder, Putschisten und Vergewaltiger: ich hoffe, das ist klar geworden.

Glaubt man der Zeit, dann stehen den Touareg in diesem Land noch ziemlich schlimme Zeiten bevor: ein Völkermord kündigt sich an:

Einem wie Abdourahmane Doucoure ist das nur recht. »Wir müssen das Problem mit den Tuareg jetzt endgültig lösen«, sagt der 30-jährige malische Journalist, der für die Wochenzeitung Politique Africaine arbeitet und der aus dem Süden stammt. »Sie gehören nicht in unser Land. Dieses Mal sind sie zu weit gegangen.«

Sowas sagten deutsche Journalisten schon mal zu jüdischen Mitbürgern – wir kennen die Folgen solcher Einstellungen: das ist nicht mehr harmlos.

In diese Situation kommen jetzt deutsche Soldaten – bezahlt von unseren Steuergeldern, siehe Tagesschau:

Deutschland hilft in Mali nicht nur mit Transall-Transportmaschinen für afrikanische Soldaten, sondern will sich auch an der EU-Ausbildermission für Mali beteiligen. Die Außenminister werden heute wohl den Marschbefehl für die Trainingsmission der EU – kurz „EUTM“ – geben.

Was machen die deutschen Soldaten dort?

Der deutsche Kommandoführer, ein Oberstleutnant, stellt schon nach wenigen Stunden in Mali fest: Der Bedarf an deutscher Hilfe ist groß. „Es gibt sicherlich viel, was die deutschen Pioniere den malischen Streitkräften beibringen können. Es geht hier um Brückenbau und ganz allgemeinen Pionierdienst, der ja auch hier in Mali genutzt wird, um den Landesausbau zu gestalten. Und es geht darum, dass wir den malischen Streitkräften beibringen, die Folgen von Sprengkörpern und allen Dingen, die während der Kämpfe im Norden Malis stattfanden, selber beseitigen zu können.“

Wie üblich reparieren wir nur Schäden – bzw. bilden die malischen Streitkräfte dahingehend aus, das sie „die Folgen von allen Dingen, die während der Kämpfe im Norden Malis stattfanden, selbst beseitigen können“ … was immer die auch damit gemeint haben.

Das macht auch sicherlich Sinn: deutsche Soldaten Seite an Seite mit einer massenmordenden und vergewaltigenden Putschistensoldateska in einem Land, das sich auf einen Genozid vorbereitet.

Man kennt sich ja auch:

In Mali könnte es schon bald ernst werden für die EU-Mission. Weil der Zeitdruck groß ist, freut sich der Leiter des deutschen Vorauskommandos, dass die Deutschen sehr willkommen sind und hier nicht von Null anfangen. In der Nähe der Stadt Ségou hatten deutsche Soldaten bis zum Militärputsch im März 2012 malische Pioniere gedrillt. „Das ist mit Sicherheit ein wichtiger Türöffner. Wir haben da an eine lange deutsche Tradition: Schon mehr als zwanzig Jahre sind Kameraden von uns hier vor Ort. Und allein deren Kenntnisse von Personen, von Örtlichkeiten, sind eine wesentliche Erleichterung für uns.“

Nun – diese malischen Pioniere sind wohl auch den Putschisten zum Opfer gefallen, weshalb wir jetzt neue ausbilden müssen – oder wo sind die sonst abgeblieben? War die Ausbildung vielleicht nutzlos? Und – in welchem Zusammenhang waren deutsche Soldaten eigentlich schon 2012 in Mali?

Wieso fragt die Süddeutsche am 24.10.2012 noch plakativ, wofür Deutsche Soldaten noch alles den Kopf hinhalten sollen – wenn die ein halbes Jahr zuvor schon längst da waren?

Oder war ihr Einsatz etwa geheim wie der Einsatz französischer „Geheimtruppen“ – lange bevor Mali überhaupt in den Blick der Öffentlichkeit geriet, siehe Spiegel:

Eine französische Elitetruppe ist schon seit Monaten in Mali. Die „Forces Spéciales“ wurden bereits im Herbst 2012 still und heimlich stationiert. Sie gelten als Experten für heikle Operationen. Eines verhinderten sie aber offenbar nicht: dass malische Soldaten gegen Menschenrechte verstoßen.

Nun – Menschenrechte scheinen schon lange nicht mehr im Fokus der „demokratischen“ Streitkräfte des Westens zu stehen. Wir kämpfen eher gegen den „Terrorismus“ – Arm in Arm mit einer massenmordenden Soldateska, die ansonsten zu nichts zu gebrauchen ist – siehe Zeit:

Die malische Armee gilt als schwach und nicht in der Lage, alleine zurückeroberte Gebiete zu halten.

Aber ich verstehe langsam, warum die Journaille angewiesen wurde, jede Art von Theorienbildung in politischer Hinsicht mit dem Etikett „Verschwörungstheorie“ zu versehen und zu unterdrücken: die Auftraggeber der Journalisten haben verdammt viel zu vertuschen.

Mehr jedenfalls, als ich erwartet hätte.

Wo kämen wir auch hin, wenn wir erfahren würden, das – laut dem Bundeswehrmagazin Y.de am 9.August 2012 noch ein deutscher Stabsoffizier, ein Offizier und fünf Unteroffiziere mit Portepee in Mali stationiert waren – und andere im Senegal, Kenia, Ghana, Nigeria, Djibouti, Äthopien, Tansania und Namibia.

Wir würden ja nachher noch glauben, das gute alte Afrikakorps wäre wieder aktiv.

 

 

 

 

Die Wahrheit, der politische Wahnsinn und die Psychiatrie: die McKinseyrepublik Deutschland

Donnerstag, 22.11.2012. Eifel. Ich merke, es ist soweit. Ich muss aufhören zu schreiben. Wird zu gefährlich, ganz ehrlich. Manchmal gibt es Zeiten, da muss man seine alten Schwüre brechen, seinen Colt aus dem Schrank holen, die Winchester entmotten, den finstersten aller schwarzen Hüte aufsetzen und - geschmückt mit goldenem Sheriff-Stern - auf die Straße gehen und sich dem Übel stellen, um eine endgültige Lösung herbeizuführen. Und dann wiederum gibt es Zeiten, wo man sich zitternd und bibbernd in einem Erdloch verstecken muss, weil Gräuel über die Erde wanken, die zu gräßlich sind, als das man sie in Worte fassen könnte. So eine Zeit scheint wieder da zu sein, eine Zeit, wo der Gebrauch einer normalen, von edlen Werten in ihrer Vernichtungskraft eingeschränkten Vernunft zu gefährlich ist und das Erdloch die einzige Alternative zu Wahnsinn darstellt. Das ist zum Beispiel ganz deutlich dann der Fall, wenn Zeugen krimineller Taten ganz schnell in der Psychiatrie verschwinden, wo ich - wie ich merke - jetzt auch ganz schnell landen könnte. Der Spiegel berichtet heute über einen dieser Monströsitäten, einen Mann, der ziemlich gewöhnlich klingende Behauptungen aufgestellt hat.

Donnerstag, 22.11.2012. Eifel. Ich merke, es ist soweit. Ich muss aufhören zu schreiben. Wird zu gefährlich, ganz ehrlich. Manchmal gibt es Zeiten, da muss man seine alten Schwüre brechen, seinen Colt aus dem Schrank holen, die Winchester entmotten, den finstersten aller schwarzen Hüte aufsetzen und – geschmückt mit goldenem Sheriff-Stern – auf die Straße gehen und sich dem Übel stellen, um eine endgültige Lösung herbeizuführen. Und dann wiederum gibt es Zeiten, wo man sich zitternd und bibbernd in einem Erdloch verstecken muss, weil Gräuel über die Erde wanken, die zu gräßlich sind, als das man sie in Worte fassen könnte. So eine Zeit scheint wieder da zu sein, eine Zeit, wo der Gebrauch einer normalen, von edlen Werten in ihrer Vernichtungskraft eingeschränkten Vernunft zu gefährlich ist und das Erdloch die einzige Alternative zu Wahnsinn darstellt. Das ist zum Beispiel ganz deutlich dann der Fall, wenn Zeugen krimineller Taten ganz schnell in der Psychiatrie verschwinden, wo ich – wie ich merke – jetzt auch ganz schnell landen könnte. Der Spiegel berichtet heute über einen dieser Monströsitäten, einen Mann, der ziemlich gewöhnlich klingende Behauptungen aufgestellt hat.

Seine Ex-Frau und weitere Mitarbeiter der HypoVereinsbank (HVB) hätten große Mengen Schwarzgeld in die Schweiz verschoben und illegal Provisionen kassiert. Die Vorwürfe wurden von der Justiz ignoriert. Dafür attestierte man Mollath einen krankhaften Wahn. im Jahr 2006 wurde er zwangseingewiesen.

Sein Fall ist eine Art Blaupause für das Schicksal von Menschen, die ein Richter ins Irrenhaus schickt und die danach kaum noch beweisen können, dass sie nicht geisteskrank sind. Es liegt diesen Fällen keine große politische Verschwörung zugrunde, sondern Nachlässigkeit und Überheblichkeit des Justizapparats.

So etwas geschieht schon in diesem Land. Ohne das wir es groß merken, denn dieser Artikel ist morgen wieder vergessen, der Spiegel verspricht uns ja zudem, das es nur die reine Blödheit des Systems ist, die solche Fälle produziert. Die Wahrheit sieht aber anders aus:

In Bayreuth diagnostiziert ein Gutachter bei Mollath eine fortschreitende Wahnsymptomatik. Er sei unter anderem unkorrigierbar der Überzeugung, Personen aus dem Geschäftsfeld seiner Ex-Frau wären in ein komplexes System der Schwarzgeldverschiebung verwickelt. Mollath stelle ohne Behandlung eine Gefahr dar.

So einfach ist das inzwischen. Die Psychiatrie ist wohl inzwischen in weiten Teilen so sehr degeneriert (und in ihrem eigenen Dunstkreis gefangen), das sie jederzeit politisch instrumentalisiert werden kann. Wenn die Politik eine Wahrheit herausgibt (wie zum Beispiel die, das hier niemals jemand Schwarzgeld ins Ausland schafft), dann folgt automatisch die Diagnose WAHN, wenn man energisch gegen diesen Tatbestand ankämpft. Je energischer man kämpft, umso eher lassen sich Anzeichen für einen Wahn finden. Zustände, die früher einen Wilhelm Tell, einen Fidel Kastro oder eine russische Revolution hervorgerufen hätten, sorgen heute nur dafür, das Kritiker, Zeugen und Journalisten in der Psychiatrie verschwinden: ganz öffentlich vor aller Augen, mit desaströsen Folgen für die eigene Existenz:

Am 27. Februar 2006 wird Gustl Mollath in seinem Haus festgenomen. Bis heute besitzt er nur das, was er damals auf dem Leib trug. Sein gesamtes Leben ist verschwunden. Sein Haus wurde versteigert, Möbel und Autos weggebracht. Mollath hat keinen Pass, keine Zeugnisse, keinen Zugang zu Konten. „Ich habe nicht einmal ein Bild von meiner Mutter“, sagt er, „ich bin den Ärzten ausgeliefert“.

Das kann jedem von uns geschehen. Jederzeit. Gustl Mollath hatte nämlich Recht. War kein Wahn, sondern nur die Wahrheit – und ein großer folgenloser Betrug am Steuerzahler.

Ich persönlich bin mir sicher, das man bei mir jederzeit eine Wahnsymptomatik feststellen kann, die Philosophie an sich ist ja schon Wahn genug. Wir wagen es, die Realität unserer ganzen sinnlichen Wahrnehmung in Frage zu stellen, beschäftigen uns mit Gedanken über das Leben nach dem Tod – und vor allem auch mit Gedanken darüber, ob man vor dem Tod nicht mehr davon haben kann, wenn das Geld etwas fairer verteilt wird.

Ich möchte so einen Wahn gleich mal demonstrieren. Aus eigener, 15-jähriger Berufstätigkeit in der Pharmaindustrie weiß ich, das es sich hier um einen riesigen, kriminellen Machtblock handelt, der Hand in Hand mit Politik und Justiz in schöner Regelmässigkeit nutzlose Präparate zu überteuerten Preisen verkauft, eine Bereicherungsmaschinerie, die vor allem deshalb funktioniert, weil die Politik der Ärzteschaft den kritischen Mund mit Massen an Geld vollstopft. Bleibt einer doch nicht ruhig, wie Leo Hansen. der ehemalige Chef der KV-Nordrhein, dann gibt es auch handfestere Drohungen (siehe „Das Pharmakartell“, Frontal 21).

So ist es kein Wunder, das das meistverkaufte Grippemittel der Welt zwar enorm viel kostet, das aber durch völliges Ausbleiben jeglicher Wirkung wieder gut macht, ein Tatbestand, der jetzt dazu führt, das Forscher einen Boykottaufruf gestartet haben (siehe Spiegel):

Genauso lange, wie die Länder Tamiflu einlagern, währt auch der Streit, ob das antivirale Mittel denn überhaupt nutzt. Bereits 2009 berichtete eine Forschergruppe der Cochrane Collaboration, es gebe Zweifel an der Wirksamkeit des Medikaments. Es fehlte etwa der klare wissenschaftliche Beleg dafür, dass Tamiflu Komplikationen wie eine Lungenentzündung verhindern könne. 

Die gleiche kriminelle Energie findet man auch auf anderen Ebenen – so sagt mir mein Wahn. Dort führt sie zu überraschenden Ergebnissen: nach der Kritik an Peer Steinbrück, der seine dienstliche Bahncard hemmungslos privat genutzt hat, reagiert der Bundestag wie folgt (siehe Welt):

Noch am 14. November hieß es dem Bericht zufolge dort: „Hier stellt der Bundestag eine Netzkarte zur Verfügung, die für das Mandat, nicht aber privat genutzt werden darf.“ Einen Tag später, am 15. November, fehlte ein Halbsatz, das Verbot privater Nutzung wurde demnach ersatzlos gestrichen.

Jetzt dürfen alle umsonst privat mit dem Zug fahren. Cool, oder? Ähnlich ist es mit Steinbrücks Deal mit den Stadtwerken – war er anfangs noch der böse Buhmann, so stellt sich jetzt langsam heraus, das alle dort richtig abgeräumt haben und der caritative Zweck erst nachträglich eingebaut wurde, um den wahren Charakter der Veranstaltung zu verschleiern (siehe Welt).

Würde ich jetzt aber sagen: „Leute, wir haben in dieser Gesellschaft ein ganz ernstes ethisches Problem: unsere Hardware ist zwar TipTop, aber unsere Software hat einen ganz schweren Schaden genommen“ dann würde man mir ganz schnell einen Verfolgungswahn unterstellen. Wenn ich dann kontern würde, das es bald Atomkraftwerke vom Himmel regnet, wäre ich schneller weg, als ich diesen Artikel absenden könnte. Dabei ist das in Planung, siehe Freitag:

Forschungsinstitute und die Rüstungsindustrie wie etwa das US-Institut Sandia National Laboratories und Northrop Grumman arbeiten an nuklear getriebenen Drohnen, um die Verweildauer der Kampfdrohnen in der Luft weiter zu optimieren – ein erschreckendes Szenario angesichts der Tatsache, dass bis heute mehr als 30 Prozent der US-amerikanischen Predator-Drohnen abgestürzt sind.

Allen Ernstes arbeiten führende Rüstungskonzerne am fliegenden, unbemanntem Atomkraftwerk, während wir noch stolz darauf sind, das wir – vielleicht bald eventuell (wenn sich nichts ändert) – unsere viel sichereren alten Meiler endgültig abgeschaltet haben. Warum sperrt eigentlich niemand die Forscher von Northrop Grumman ein?

Oder die gesamte US-Wirtschaft?

Leider „nur“ bei WSWS findet sich die Nachricht, das Obama jetzt – nach seinem großen Wahlsieg – zu drastischen Sozialkürzungen neigen wird. Genau das wollten die Wähler zwar nicht – weshalb sie ja auch ihn gewählt haben und nicht den Milliardär Mitt Romney – aber wer interessiert sich nach der Wahl schon noch für Wähler?

Mit Blick auf die „Haushaltsklippe“ am 31. Dezember wird Krisenstimmung geschürt, um die öffentliche Meinung darauf vorzubereiten, extrem unpopuläre Maßnahmen zu akzeptieren, darunter Haushaltskürzungen in Höhe von Billionen Dollar und einen historisch beispiellosen Angriff auf Medicare, Medicaid und die Renten.

Ein interessantes Lehrstück, wie man Politik in Demokratien macht – oder wie man eine Demokratie durch Terror vernichtet:

Die Medien waren voll mit düsteren Vorhersagen über einen weiteren Zusammenbruchs des Marktes, verheerende Steuererhöhungen für die arbeitende Bevölkerung und stark ansteigende Arbeitslosigkeit, wenn die beiden Parteien nicht zu einer Einigung kämen.

Und damit die Medien auch etwas zu berichten hatten, wurden Fakten geschaffen, Fakten, die nur dann funktionieren, wenn man tagtäglich auf breiter Front über Börsenkurse berichtet:

Nur Stunden nach Obamas Sieg warnte die Ratingagentur Fitch, es werde „beim Haushalt keine Flitterwochen für Präsident Obama geben.“ Am Mittwoch folgten große Verkäufe an der Wall Street, die die Regierung und den Kongress unter Druck setzen sollten.

So einfach ist Politik für Reiche. Erst mal die eigenen Aktienpakete verkaufen, dann die eigenen Presse darüber berichten lassen und so die Regierung terrorisieren. Nachher kann die Presse ja wieder Entwarnung geben, man kann die eigenen Aktienpakete zurückkaufen und sich zusätzlich am Gewinn freuen, wenn die Kurse infolge der eigenen Rückkäufe wieder steigen.

Natürlich wird die Gesellschaft auch von innen ausgehöhlt. Es gilt, jede Art von Widerstand gleich im Ansatz zu zerschlagen, damit der demokratische Grundgedanke gründlich ausgemerzt wird. Das geht ziemlich einfach – und auch ziemlich offen, denn neben der demokratischen Gesellschaft existiert die wirtschaftliche Gesellschaft – und in der hat jeder einen BOSS. Dirigiert man diese Bosse – oder züchtet sie gleich selbst – dann dirigiert man die ganze Gesellschaft. Die Karriereabteilung des Spiegel zeigt das System ganz offen:

„In der Unternehmensberatung bleibt man nicht ewig. Man verdient gutes Geld, schnuppert überall mal rein, und am Ende bekommt man einen Job in der Industrie.“

Deutsche Unternehmensberatungen wie Kienbaum zeigen sich da anders – aber sie wollen ja auch nicht die Gesellschaft systematisch mit ihren egozentrischen Charakteren unterwandern. Ein Artikel aus der Zeit zeigt, das McKinsey sehr bewusst eine sektenähnliche Struktur schafft:

Networking ist ein ganz großer Begriff in der Branche, man ist ständig darauf konzentriert, mit allen und jedem Kontakt zu halten. Das Unternehmen gibt sich große Mühe, die Mitarbeiter auf Linie zu bringen. Durch regelmäßige Events, Get-togethers, Meetings ohne fachlichen Inhalt. In diesen Konferenzen geht es darum: Wo will das Unternehmen hin? Was müssen wir dafür tun? Dann werden irgendwelche Statistiken präsentiert, die die Qualität der eigenen Arbeit beweisen sollen. Manchmal sind die ganz schön abseitig. Aber dadurch wird die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen gestärkt.

Ähnliche Strukturen der Menschenführung kann man auch in der Pharmaindustrie erleben – so schützt man sich vor Aussteigern. So erstellt man ein geschlossenes Agentennetzwerk innerhalb der Wirtschaft eines Landes, das den „Geist“, die „Botschaft“, das eigentliche Anliegen der Finanziers in ihrem gesamten Umfeld weiterverbreitet. Wie groß dieser Einfluss ist, zeigt sich, wenn man aus heutiger Sicht einen Artikel der Zeit aus dem Jahre 2002 liest:

Als sich Gerster, frisch entlassen, in der Talkshow von Sabine Christiansen verteidigte, nutzte der niedersächsische Ministerpräsident und Gabriel-Nachfolger Christian Wulff die sonst so artige TV-Plauderrunde für einen heftigen Angriff auf den Doyen des Beratercorps. Er attackierte Roland Berger, der mit im Studio saß. Zwischen Politik und Beratern, zürnte Wulff, seien „Kartelle“ und „Seilschaften“ entstanden und „Freundschaften, die sich gegenseitig einen Dienst erweisen“.

Hätte er mal besser die Klappe gehalten – dann wäre er heute wohl noch Bundespräsident. Gegen die geheime Führungsmacht im Staate wird nicht aufgemuckt, denn die spielt heutzutage ganz oben mit:

Die Wertschätzung von Angela Merkel für McKinsey hatte weitreichendere Folgen. Merkel ließ sich von Deutschland-Chef Jürgen Kluge bereits beraten, als sie in der vergangenen Legislaturperiode ihr Konzept für eine „Neue Soziale Marktwirtschaft“ vorlegte. Ihrer beider Interessen trafen sich. Kluge wollte McKinsey als Think Tank auch für den Staatsdienst etablieren, den seine Consultingfirma erst viel später als der Konkurrent Berger als zentrales Wachstumsfeld ausgeguckt hatte. Merkel brauchte als Parteichefin vor allem Wirtschaftskompetenz.

Konkurrenz ist Berger aber wohl nur bei der  Bezahlung – nicht aber bei der Etablierung eines Systems, das hinter jeden Politiker einen Unternehmensberater stellt. Das führt zu ganz merkwürdigen Erscheinungen:

Vor allem Angela Merkel und Friedrich Merz wird ein enges Verhältnis zum Branchenriesen McKinsey nachgesagt. Merz, der vor seiner politischen Karriere beim Verband der chemischen Industrie arbeitete, zog sich bei seinem Antritt als Fraktionschef viel Spott zu, als er vorschrieb, künftig müssten sich Mitarbeiter der Unionsfraktion einem Eignungstest der Unternehmensberater von McKinsey unterziehen. Ein motivierter und qualifizierter Mitarbeiter des Finanzministeriums scheiterte damals daran, dass er nicht erklären konnte, wie er sich als Filialleiter einer Hamburger-Kette verhalten würde. Viele Abgeordnete schüttelten nur den Kopf.

Beide haben wohl auf das richtige Pferd gesetzt – und die Tatsache, das Friedrich Merz heute Vorsitzender der einflussreichen Atlantik-Brücke ist, verstärkt meinen Verfolgungswahn nur umso mehr. Der Einfluss von McKinsey, Berger und Co. hat aber auch auf ganz andere Art und Weise in unseren Alltag eingegriffen. Sie haben nicht nur in großem Stil kurzfristige und kurzsichtige Gewinne durch Massenentlassungen möglich gemacht, sondern gezielt an dem Umbau der ganzen solidarischen sozialen Marktwirtschaft mitgewirkt:

Neu ist vor allem, wie selbstverständlich Unternehmensberatern auch Kompetenz bei originär politischen Fragen zugetraut wird. Tackes Ressort, das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, hat beispielsweise gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeit bei Roland Berger ein Gutachten zur geplanten Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe erstellen lassen, was die Opposition für eine klassische Aufgabe der Ministerialbürokratie hält.

Aus diesem Gutachten ist direkt Hartz IV entstanden – und eine Behörde, die ihren Job als Amt für Ungeziefervernichtung (ja, es geht hier um „Parasiten“) mit großem Engagement nachkommt, siehe Spiegel:

Jobcenter greifen bei säumigen Hartz-IV-Empfängern so oft durch wie nie zuvor

Danach ist die Zahl der Strafen verglichen mit 2009 um 38 Prozent auf 1,017 Millionen gestiegen.

Aus internen Quellen weiß ich, das auch dort „Führen mit Zielen“ praktiziert wird – auch jener „Geist“ stammt von McKinsey. Auch hier wird „up or out“ praktiziert, nochmal Spiegel:

Leistung ist alles. Up or out, rauf oder raus – das ist das Motto der großen Unternehmensberatungen. Nur zwei von zehn Consultants schaffen es an die Spitze. Die Loser fühlen sich trotzdem als Gewinner.

Anders als die Looser von McKinsey, die regelmäßig von anderen McKinseyleuten in Konzernen untergebracht werden, haben die Looser vom Arbeitsamt bei Nichterfüllung ihrer „selbst gesetzten Ziele“ nur eine Perspektive: jenen Stuhl, auf dem täglich „Kunden“ vor ihnen sitzen, selbst zu beziehen. So wird ein äußerst perverses System geschaffen, in dem Mitarbeiter der Jobcenter dadurch um ihr Überleben kämpfen müssen, dass sie bei jenen zwanghaft nach Kürzungsmöglichkeiten suchen, die zuvor schon dank der „Arbeit“ von McKinsey um ihren Job gebracht worden sind.

Und schon bin ich mitten drin in meinem Wahn und merke: ich muss jetzt sehr sehr vorsichtig werden. Nur noch ein paar Worte mehr, ein wenig Gedankengeflecht mehr und ich entwerfe gezielt das Bild einer komplett von „economic hit man“ unterwanderten Republik, die dank mangelnder Mitbestimmung am Arbeitsplatz aus ihren demokratischen Angeln gehoben wird.

Das Perfide an diesem System: je näher man der Wahrheit kommt, umso wahrscheinlicher wird es, für wahnhaft gehalten zu werden. Das sagt viel über unsere gesellschaftliche Wirklichkeit aus, die bewusst und in großem Stil in aller Öffentlichkeit umgestaltet worden ist. Wir kennen die Täter, ihre Methoden, ihre Auftraggeber, ihre Werkzeuge und die Folgen ihrer Arbeit, die man inzwischen sogar bei Kindern feststellen kann (siehe Welt):

Eine neue Studie zeigt, dass schon Grundschüler enormen Druck ausgesetzt sind: Ein Viertel der Zweit- und Drittklässler gibt an, häufig unter Stress zu stehen. Meist ist die Schule der Auslöser.

Aber wenn ich jetzt gezielt die Schützenvereine aufrufe, als Akt der Notwehr die McKinseyleute in der Industrie ausfindig zu machen und in die USA zurückzuschicken, wo ihr Ungeist gerade die größte Volkswirtschaft der Erde an den Abgrund gebracht hat, dann bewege ich mich in den Augen der politisch und wirtschaftlich ungebildeten Psychiater in einem geschlossenen Wahnsystem, so das sie nur eine Möglichkeit haben: mich wegzusperren, meine Sachen zu versteigern und mich mit Medikamenten ruhig zu stellen.

Währenddessen marschiert der Ungeist weiter: Gehaltskürzungen, Rentenkürzungen, Zwangspensionierungen, Aushebelung der Tarifautonomie, Entmachtung der Gewerkschaften, Sozialstaatsabbau, Verlängerung der Lebensarbeitszeit – das Sparprogramm für Griechenland (siehe Handelsblatt), gewaltsam herbeigeführt durch hemmungloses Rating, wird Norm für den ganzen europäischen Kontinent und nicht nur für die USA. Wählt ein Land falsch – wie unlängst Frankreich – dann kommt die Ratingkeule – wie jetzt in Frankreich (siehe Welt).

Politisch gebildete Menschen wundert es nicht, das in diesem Klima die Südstaaten der USA wieder von der Abspaltung träumen (siehe Welt), um der Versklavung durch den „Bund“ zu entgehen, einzelne Sheriffs wollen sogar mit Gewalt gegen „Obama´s Blauhelme“ vorgehen – dabei zeigt sich doch gerade jetzt, wie gering die Macht des Präsidenten gegen die Macht der unter anderem von McKinsey gestalteten Netzwerke ist.

Und dieses Gefühl der Ohnmacht kennen wir inzwischen auch in Deutschland nur zu gut, dürfen uns aber nicht zu ihm bekennen, weil wir ja der allmächtige Souverän sind.  Das ist aber auch nur gut so, denn Ohnmacht kann uns alle zu „unzurechnungsfähigen Kannibalen im sexuellen Wahn“ machen, siehe Heise:

Und diese ursprüngliche Ohnmacht, die wird im ganzen Leben immer wieder empfindlich als lebensbedrohlich gespürt und erlebt, und bewirkt Abwehrmechanismen; bewirkt, dass das Individuum versucht, sich durch irgendwelche Lebenstechniken, durch irgendwelche Abenteuer, durch irgendwelche spannenden, erregenden, lebensspendenden Erlebnisse zu erhalten.

Wenn jetzt diese Gefühl der Ohnmacht systematisch erzeugt wird … will man uns dann alle zu Kannibalen machen?

Wenn diese Zusammenhänge zwischen Ohnmacht und Gewalt bekannt sind … warum schafft man dann bewusst ein Gesetz, das das Gefühl von Ohnmacht und völligem ausgeliefert sein systematisch bei Millionen von Arbeitslosen erzeugt, eine Ohnmacht, die sogar einen US-Sheriff zu seltsam gewalttätigen Phantasien animiert?

Gut, das dieser Sheriff nicht in Deutschland lebt – hier wäre er schon längst in der Psychiatrie gelandet.

Gut, sehen wir es positiv: in der Psychiatrie wird man immerhin noch besser mit Nahrung und Unterkunft versorgt als in der Arbeitslosigkeit.

Das ist doch immerhin schon etwas – oder? Immerhin, das haben wir gelernt, nochmal Spiegel:

Niemand kommt aus dem Büro des Chefs und sagt: „Ich bin out.“ Immer positiv formulieren, das lernen Unternehmensberater schon im Assessment-Center. „Ich widme mich einer neuen Aufgabe“ oder „Ich mache jetzt mein eigenes Ding“, das hört sich gleich viel besser an. Und die Vorgesetzten spielen das Spiel mit.

Nicht nur die Vorgesetzten … inzwischen spielen wir alle mit – oder werden eingewiesen und machen dort unser eigenes Ding.

Was für ein Wahnsinn.

 

 

 

 

 

 

Schlagzeilen anderer Leute – um den 2012.05.09

Herr Flegel nochmmal über die Wahl in Schleswig Holstein

Beide Tabellen zeigen das gleich Szenario, lediglich wurden als Berechnungsbasis für die zweite Tabelle die Wahlberechtigten genommen, damit mal einen Eindruck bekommt, welche Auswirkungen Nichtwähler mit ihrer Wahlverweigerung provozieren. Natürlich hätten die etablierten Parteien mehr Stimmen bekommen, wenn wählen Pflicht wäre, aber da ich davon ausgehe, dass ein erheblicher Teil derer, die nicht zur Wahl gegangen sind, Leute sind, die auf diese Weise ihren Protest zum Ausdruck bringen wollen, hätten die Piraten und vermutlich auch die Linke mehr Stimmen der Nichtwähler bekommen, als die etablierten Parteien.

Kannibalismus in Asien

Tausende Kapseln aus pulverisiertem Fleisch von Babys und Föten hat Südkoreas Zoll beschlagnahmt. In den vergangenen zehn Monaten seien mehr als 17.000 dieser Kapseln beim Versuch, sie aus China nach Südkorea zu schmuggeln, entdeckt worden, teilte die Behörde mit.

Hoffentlich nicht Allianz versichert.
Und da die Tagesschau das in einer Woche löschen muß, schnell anschauen:

Die Hilfsorganisation Oxfam hat den weltgrößten Versicherer Allianz massiv für die Spekulation mit Nahrungsmittelrohstoffen kritisiert: Die Allianz spekuliere wie kein anderer deutscher Finanzkonzern mit Agrar-Rohstoffen. Eine Studie der Organisation zeige, dass deutsche Finanzkonzerne ein Sechstel des weltweit geschätzten Anlagevolumens in Nahrungsrohstoffen von insgesamt 68,8 Milliarden Euro hielten. Die Allianz nehme dabei den Spitzenplatz ein.

Die Süddeutsche hat auch was darüber, das wird länger lesbar sein:

Geht es nach der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam, wird es für den Allianz-Vorstand an diesem Mittwoch ungemütlich. Bei der Hauptversammlung in München werden kritische Aktionäre beantragen, den Vorstand nicht zu entlasten. Der Grund: Das Unternehmen spekuliere mit Nahrungsmitteln – und zwar wie kein zweiter deutscher Konzern.

Und wenn nicht mit Nahrungsmitteln spekuliert wird, dann werden sie mit Gentechnik ungenießbar gemacht:

Vorgestern stellte der Landwirt Gottfried Glöckner, gestützt von drei Organisationen, Strafanzeige bei den Staatsanwaltschaften Frankfurt, Hanau und Basel gegen den Agro-Multi Syngenta. Es geht um Prozessbetrug, Sachbeschädigung und den Verstoß gegen das Gentechnikgesetz.

Aus dem nicht vorhandenen Piratenprogramm:

Auf ihrer Wirtschaftskonferenz in Hamm haben die Piraten noch einmal ihre ablehnende Position zum „Europäischen Stabilitätsmechanismus“ (ESM) bekräftigt und führen dafür rechtsstaatliche Bedenken, aber auch finanzpolitische Gründe an. „Die Organe des ESM genießen eine unbegrenzte Immunität vor der Gerichtsbarkeit und vor Maßnahmen der Exekutive, wodurch der ESM unbeschränkt über Recht und Gesetz gestellt wird“, erklärt Listenkandidat Dr. Joachim Paul. „Finanzpolitisch werden die Milliardenrisiken hochverzinslicher Anleihen auf die Steuerzahler verlagert – ein Rettungsschirm für professionelle Renditejäger also.“ Die NRW-Piraten hatten bereits auf ihrem Landesparteitag […]

Gut zu wissen, hoffentlich spricht sich das rum. Jede Stimme, die die nicht bekommen, zählt:

„Die Wahlergebnisse sind alarmierende Signale dafür, dass der erfolgreiche Kurs der Konsolidierung zunehmend in Frage gestellt wird“, sagte Röttgen gestern bei der Vorstellung seines „Sofortprogramms“ für die Wochen nach einem möglichen Wahlsieg. „Die Abstimmung in NRW ist deshalb auch eine Abstimmung über die Bundes- und Europapolitik von Frau Merkel“, so Röttgen.

Surprise, surprise. Ich warte heute noch auf einen Anschlag, der wirklich von echten Terroristen begangen wird:

Al-Kaida ist auf einen Geheimdienstagenten hereingefallen. Der geplante Anschlag wurde einem Freiwilligen übertragen, der nie die Absicht hatte, das Attentat wirklich zu begehen. Nachdem er die Bombe aus dem Jemen geschmuggelt hatte, übergab er sie pflichtschuldig der CIA.

Und die kriegen atomwaffenfähige U-Boote?

Ein ranghoher israelischer Militäroffizier hat die Hisbollah gewarnt, bei einem Angriff Israels auf den Iran, nicht militärisch zu reagieren, sonst wird der Libanon von der Landkarte getilgt. Der Offizier machte diese Äusserung gegenüber dem britischen Telegraph und sagte, der Krieg würde so gewaltig sein, es wird Jahrzehnte dauern, um alle zerstörten Städte und Dörfer wieder aufzubauen.

Der Hintergrund über Propaganda:

Am Sonntag, dem 6. Mai, gab es in Moskau erneut Protest gegen Putin, gegen seine für den 7. Mai geplante Amtseinführung als Präsident des Landes. AFP und mit ihr viele andere Nachrichtenagenturen und deutsche Medien berichteten so über die Geschehnisse:
„Einen Tag vor der Amtseinführung des designierten russischen Präsidenten Wladimir Putin ist die Polizei gewaltsam gegen Tausende Demonstranten vorgegangen. Nach eigenen Angaben führte die Polizei gestern in Moskau mehr als 400 Demonstranten ab,[…]

Eifelvulkane brauchen Unterstützung

Die Besonderheit dieses Eifellandes mit seinen Vulkanen wird durch Begriffe wie „Gesundheitslandschaft Vulkaneifel“, „Geopark“, „Deutsche Vulkanstraße“ und letztlich mit der Gründung des „Naturpark Vulkaneifel“ zunehmend ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Ganz im Widerspruch hierzu stehen nun neueste Planungen: Die Abbauflächen sollen in einem neuen regionalen Raumordnungsplan nach dem Willen des Landesamtes für Geologie und Bergbau (Bergamt) von ca. 400 ha auf mehr als 2.000 ha ausgedehnt werden!
Dabei ist die Vulkaneifel schon genug durch die Abbauindustrie zerstört worden. Bei einer Verwirklichung dieser Pläne wären zahlreiche weitere Vulkanberge, -kuppen und Hänge von der Zerstörung bedroht. Die einzigartige Landschaft der Vulkaneifel würde ihr charakteristisches Gesicht und damit auch ihre Attraktivität unwiderruflich verlieren.

 Herr Gaertner über Chinas Wirtschaft und über amtliche Statistiken:

[…] Vielleicht bekommt das in diesen Tagen nicht mehr Aufmerksamkeit, weil die Arbeitsspeicher von Nano-Trader-Computern noch kein Mandarin können. Oder weil bei den chinesischen Statistiken sowieso keiner durchblickt. Oder ?
Dabei ist das so einfach. Man muss nur die Webseite des nationalen Statistikbüros in Peking anklicken, das uns die immer noch satte Wachstumszahl von 8,1% für das erste Quartal servierte. Dort finden sich reihenweise Charts (die ich hier zum Teil wiedergebe), die uns geradezu schreiend auffordern, diesen Unsinn nicht zu glauben.

 

Verschwörungstheorien und solche, die es noch werden wollen:

Frankreich: Ein neuer Bilderberger am Ruder

Hollande ist ein weiteres Produkt des Establishments und Anhänger des Europäischen Kriminellen-Superstaates. Er unterstützte den Maastrich-Vertrag von 1992, der die Einführung des Euro vorsah und der selbst wiederum auf dem Bilderberger-Plan von 1955 basiert. Hollande unterstützte auch die sogenannte europäische Verfassung im Referendum von 2005, obwohl die meisten seiner sozialistischen Verbündeten dagegen waren.

Multimedia:

Mit Essen spiel man nicht:

Ein möglicher Kreationist über die Erde und daß die zeitliche Dimension der bisherigen Geschichte nicht stimmen kann:

Deutsche Medien: der lange Arm der Konzernwirtschaft ruft offen die Diktatur aus – und das Volk wehrt sich

Deutsche Medien: der lange Arm der Konzernwirtschaft ruft offen die Diktatur aus - und das Volk wehrt sich

Montag,7.5.2012. Eifel. Ein ganz normaler Montag, möchte man meinen … wäre gestern nicht Wahl gewesen, was die Zeitungen heute mit Wahlkommentaren durchsetzt. Wirklich wichtige Nachrichten gehen in dem Getöse mal wieder unter – zum Beispiel die beiden aus der Süddeutschen, die mir ins Auge gefallen sind: die Innenminister der EU praktizieren US-Standards im europäischen Flugverkehr. Das werden Daten gesammelt und gespeichert, Bürger kriminalisiert das es nur so kracht. Wer fliegt, so meint man, ist besonders verdächtig oder muss sowieso aus ökologischen Gründen als Terrorist verdächtigt werden – was ohne weiteres der Wahrheit entspricht: niemand beeinträchtigt Klima so sehr wie der Fluggast. Vielleicht machen die das ja absichtlich – für El Kaida? Schlimmer noch als die Datensammelwut der Innenminister (die hier wieder wunderbar demonstrieren, wie schön sich nationales Recht via Brüssel aushebeln lässt) scheint mir die Preissteigerungswut der Pharmakonzerne zu sein: welche Macht die inzwischen über die Politik haben, zeigt ein aktuelles Positionspapier der Union, das der Bundestag noch nicht mal für diskussionswürdig hält: deren Horrorpreise in Deutschland bleiben geheim. Wir dürfen sie weiter mit rekordartig ansteigenden Summen für „Soziales“ bezahlen (wofür dann wieder die armen Arbeitslosen auf den Scheiterhaufen kommen), aber wir dürfen das nicht erfahren. So lebt die Mafia auch ganz gut von der Gesellschaft, ein vertrautes Prinzip. Na, immerhin kommen auf einen Abgeordneten dreissig Pharmareferenten – da sollen die Politiker sich nur mal wagen, das Maul aufzumachen: bei den Zahlenverhältnissen kann man die ganz schön mundtot machen.  Jetzt jedoch zum historischen Superwahlsonntag vom 6.Mai 2012, einem Sonntag, der das Potential hat, in die Geschichte einzugehen.

Das er wichtig ist, scheint der Presse in breiter Front bekannt zu sein.  Überall fürchtet man das Ende der Sparpakete – so sagt man jedenfalls. Was man wirklich fürchtet, ist das Ende eines Systems hemmungsloser Selbstbedienung und gemeinsamer Gaunereien – wie Preistreiberei oder Hintergehung des politischen Willens des Bürgers. Nicht umsonst haben Chefredakteure heute soviel Geld zuviel, das sie sich eine Pferdezucht leisten können – jedenfalls manche. Viele liegen weit unter dem zurück, was die Pharmaindustrie als Einstiegsgehälter für Pharmareferenten zahlt – alles wohlgemerkt Geld, das einzig und allein von den Versicherten in Deutschland stammt. Jene Konzerne schalten auch großzügig Anzeigen in den großen Medien, von denen deren Chefredakteure dann ihre Luxusgehälter beziehen. Letztlich zahlt das aber wieder der Steuerzahler – Kosten für Werbung sind absetzbar. So bleibt das Geschäft der Kontrollausübung in wichtigen Printmedien fest in der Hand des großen Geldes … ohne das man auch nur einen Lobbyisten losschicken muss.

Automatisch wird so jede große (also: viel gelesene) Zeitung mit Geld überschüttet, das letztlich der Steuerzahler bezahlen muss: ein gutes Geschäft für die Konzerne, die so Mitläufer zum Nulltarif bekommen.  Kein Wunder, das die Werbeeinnahmen der Medien sogar im „Nachkrisenjahr“ 2010 um 2,1 Prozent auf 18,75 Milliarden Euro steigen konnten, Pharmakonzerne geben sogar mehr Geld für Werbung als für Forschung aus, luxuriöse Reisen und Geschenke für Ärzte inbegriffen. Zahlt ja der Steuerzahler – und den Rest übernimmt gern der Versicherte.  18,75 Milliarden, die von der Steuer absetzbar sind – demgegenüber stehen 24 Milliarden, die für Unterkunft und Grundsicherung von sieben Millionen Arbeitslosen und ihren Kindern aufgewendet werden – nur, um mal einen Vergleich zu ziehen.

Deshalb steht in den Medien auch nur, was dem großen Geldhaufen gefällt – und aus dieser Sicht sind die Wahlkommentare zu beobachten:  mit großer Rücksicht auf die Pharma- Bank- und Versicherungsbranche, an deren übervollem Tropf man hängt, wird die Wahl in Frankreich und Griechenland kommentiert. Wer gegen die Interessen der Konzernwelt wählt, wählt „das Chaos“ … also jenen bürgerlichen Urzustand, in dem nicht der CEO bestimmt, was der Bürger zu tun (und vor allem zu bezahlen) hat.

Besonders schlimm wird es heute im Handelsblatt, wo offen nach dem Ende der Demokratie gerufen und die Machtlosigkeit des Präsidenten gefeiert wird:

Es sind die Märkte, die den neuen Präsidenten ihren Willen aufzwingen werden. Und es wird eben nicht der Präsident sein, der die Märkte bändigt.

Was man im Jahre 2012 mangels politischer Bildung wohl allzuschnell übersieht: wo irgendjemand dem Präsidenten seinen Willen aufzwingt, ist die Demokratie zu Ende und die Diktatur setzt ein. Auch wenn die Chefredakteure in diesem Lande davon einen großen Nutzen für ihre Pferdezucht ziehen und deshalb die Diktatur der Märkte (die ihnen satte 18,74 Milliarden Euro Spielgeld in die Taschen gießt) begrüssen, ändert das nichts an der Tatsache, das Präsidenten (in Deutschland wären das Bundeskanzler) den obersten Willen des Volkes zum Ausdruck bringen. Ist er durch eine fremde Macht in Gefahr, muss die Armee ´ran.  So ist das Geschäft halt.

Wer offen im Handelsblatt die Märkte zu Hilfe ruft, um die Wahlentscheidung des Bürgers zu bestrafen, der muss auch damit leben, das der Bürger die Armee ruft, um die Märkte zu bändigen – so wäre das jedenfalls in einem normalen Land.

Griechenland wird in der Hinsicht gerade normal – Frankreich auch. Länder sind prinzipiell keine Instrumente von Konzernen und ihren Lakaien, um mittels ständig steigender Staatsverschuldung die Luxusexistenzen und Lackschuhe einiger weniger zu bezahlen – jedenfalls normale Länder nicht. In Deutschland sieht das anders aus – das merkt man auch im Ausland. Zunehmend erinnert die Berliner Republik an Hitlers Berliner Republik – jedenfalls aus dem Blick des Auslands.

Im Inland jedoch macht man sich darüber kaum Gedanken, hier bemühen sich die Medien lieber um die Zerschlagung des Widerstandes, der sich in Deutschland in den rasanten Wahlerfolgen der Piratenpartei zeigt – zum Beispiel bei Günter Jauch, siehe Welt.

Ausgebuht wird da Johannes Ponader, der neue politische Geschäftsführer – und mit einem kleinen Hinweis des Moderators auch als „Hartzi“ an den Pranger gestellt, als jemand, der trotz Einser-Abitur in dieser ach so tollen Gesellschaft von Sozialleistungen leben muss, während Parteien, Konzerne und Medien auf Kosten des Steuerzahlers fürstlich leben können – aktuell macht ja sogar der megareiche Aldi-Konzern dadurch auf sich aufmerksam, das er es sich auf Staatskosten richtig gut gehen läßt. Da wollen wir doch gar nicht wissen, was Konzerne mit weniger Gewinn noch alles vom Steuerzahler bekommen …. es ist auf jeden Fall ein Vielfaches dessen, was wir für die Bewältigung der Folgen der Arbeitslosigkeit ausgeben.

Es ist eine bezeichnende Runde gewesen – Grüne, Linke, SPD, FDP und CDU vereint als Lackschuhfront auf der einen Seite … und ein einsamer Pirat auf der anderen Seite. Wie es aussieht, hat er souverän gewonnen, auch wenn das Publikum ihn nicht mochte. Aber – mal ehrlich – wer geht denn außer dem gemeinem Pöbel schon in eine solche Talkshow? Sicher keine Leute, die zu würdigen Wissen, das dort ein Mensch sitzt, der keine Lackschuhe trägt (die sich 90 % des Wahlvieh´s auch gar nicht mehr leisten können), der wie die meisten der Bürger in der unsicheren Existenz jenseits der Konzerntröge lebt und sich öffentlich Mühe gibt, das zu sein, was er versprochen hat: ein Abgesandter seiner Partei zu sein – und nicht jemand, der dem normalem Wahl- und Arbeitsvieh durch die Wahl seiner Schuhe zeigt, wie gut man auf Kosten anderer leben kann.

Da wundert es auch nicht, das die LINKE in Deutschland zunehmend an Boden verliert. Parteien, die für soziale Gerechtigkeit streiten, sich aber einen Porschefahrer als Vorstand leisten, sind halt letztendlich nicht glaubwürdig.  Der mag das zwar für seinen persönlichen Lebensstil halten – was auch sein gutes Recht ist – aber sollte sich nicht darüber wundern, das die Wähler dann lieber Ponades Jesuslatschen wählen …. oder jene, die im Berliner Abgeordnetenhaus den Dienstwagen durch Fahrräder ersetzen wollten.  Das wirkt halt glaubwürdiger als Lackschuhe – auch wenn es mit harten persönlichen Konsequenzen verbunden ist: man muss notfalls mal selber in die Pedalen treten, um vorwärts zu kommen.

Wundert es da noch, das ein Herr Jauch für die diskriminierenden Ausfälle gegenüber dem verarmten (aber sozial starken)  politischen Geschäftsführer der Piratenpartei ein jährliches Gehalt von minimal 10 Millionen Euro bekommt?

Woher kommen wohl diese Millionen?

Aus den Taschen der normalen Bürger. Aus überhöhten Preisen, die nach dem Willen der Politiker besser  geheim bleiben. Davon gibt es dann bei „Wer wird Millionär“ oder „Schlagt den Raab“ ein bischen was zurück – so im alten Rom Sklaven freie Menschen werden konnten, wenn sie ihresgleichen in der Arena niedermetzelten.

Gut, das die Preise, die wir für diese Show zahlen, insgesamt geheim bleiben.

Würden sie bekannt, würde auch Deutschland wohl bald „unregierbar“ werden.

Unregierbar?

So nennen die Medien den Zustand, wenn niemand mehr die Lackschuhe von Politikern, Managern, Unternehmensberatern, Bankern  und ihren Medienhanseln bezahlen möchte … und das ist ein Zustand, den die lang gewachsene Allianz deutscher Besserverdiener in allen Ämtern und Positionen mehr fürchtet als die Lackschuhe der porschefahrenden Linken.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kurzer Nachrichtenüberblick – 2012.04.18

Es kann nicht immer viel sein…

 War klar, oder?

Die Finanzkrise sollte den Banken eine Lehre sein. Der Fiskus bittet die Branche seitdem zur Kasse. Eine Abgabe soll einen Rettungsfonds füllen, um ein Polster für neue Schieflagen zu bilden. Doch das Geld tröpfelt nur.

Na ja, sind dann ja nur 140 Jahre…

Fast vergessen:

Der französische Energiekonzern Total kommt nach eigenen Angaben beim Einsatz gegen das Gasleck an der havarierten Plattform “Elgin” in der Nordsee voran. Es gebe “deutliche Fortschritte”, teilte der Konzern am Samstag mit. Total will schweren Schlamm in das undichte Bohrloch pressen und außerdem Entlastungsbohrungen vorantreiben.

 Und das hier auch:

You already know that Fukushima’s fuel pool number 4 may be the single greatest threat, but that pool number 3 is very dangerous as well.

Soo viele gruselige Bilder

 Dann hoffen wir mal, daß Sarkozy auch bald vergessen wird:

Nicolas Sarkozy hat am Wochenende mit einer letzten Kraftanstrengung versucht, das Unmögliche doch noch möglich zu machen und den immer wahrscheinlicher werdenden Wahlsieg des Sozialisten François Hollande zu verhindern – ohne Erfolg.

 Die Wikipedia ist Böse™

Nun aber hat der unübersehbar geisteskranke Attentäter selbst offenbart, woher er seine Inspiration nahm: Wichtigste Quelle seiner Ideologie sei nicht Broders Schriftwerk, nicht das Blog eines nordischen Schwertmannesr und nicht Sarrazins „krude These“ (Der Spiegel) vom Untergang Deutschlands, sondern das Internet-Lexikon Wikipedia gewesen.

 Wie immer gibts hier schöne, aufgelesene und kommentierte Nachrichten. Das obligatorische Beispiel:

Bundespräsident Joachim Gauck: EU sollte mehr Macht haben
Und der Heini fordert sogar ein „uneingeschränktes Ja zu Europa“. Also im Klartext: Egal was es uns Steuerzahler kostet. Aber wenn man seine 200.000 Euro im Jahr lebenslang sicher hat, verliert man eben schnell jeglichen Kontakt zur Lebensrealität der normalen Leute.

Ach ja: Gaucks unermüdliches Freiheits-Geschwätz verträgt sich übrigens ganz hervorragend mit seinem „uneingeschränkten Ja zu Europa“, auch wenn die EU-Regierung derzeit flächendeckenden Demokratieabbau betreibt, die totale Überwachung anstrebt und auch vor dem Einsatz des Militärs nicht zurückschreckt, um die Interessen der Vermögenden durchzusetzen. Das alles ist KEIN Widerspruch. Gauck war schon immer ein Prediger der kapitalistischen Freiheit – und nicht etwa ein Prediger zugunsten der Freiheit des Pöbels.

 

 

Multimedia:

Für die gepflegten Vorurteile:
„Statt ungesunden Biokram gibts lieber frisch gekochte Pizza. Von Steinofen!“


[Ja ich weiß, Scripted Reality – aber dann wars eine beindruckende schauspielerische Leistung]

Eine Durchhaltesendung. Alles wird Gut™:

FNORD

Nachrichten am Mittwoch

Viel zu kurz aber mit einem Ufo:

Transformationsteams. Wow, was die sich alles ausdenken. Hab ich erstmal für Satire gehalten.

Mit der Entsendung sogenannter Transformationsteams nach Ägypten und Tunesien sucht Berlin seinen ökonomischen Einfluss in Nordafrika auszubauen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat unlängst angekündigt, pensionierte deutsche Beamte würden die beiden im Umbruch befindlichen Staaten künftig beim „Aufbau einer Wirtschaftsverwaltung“ unterstützen. Angesichts anhaltender sozialer Proteste und Streiks treibt in Nordafrika operierende deutsche Firmen die Sorge um, die Region könne sich zu einem unsicheren Ort für ihre Niedriglohn-Investitionen entwickeln. Der jüngste Vorstoß der Bundesregierung soll diese Befürchtungen zerstreuen. Er fügt sich nahtlos ein in außenpolitische Initiativen Berlins zur Stärkung der deutschen Position in Nordafrika, die bereits unmittelbar nach dem Beginn des „Arabischen Frühlings“ 2011 ihren Anfang nahmen.

Nicht nur Gier nach Öl und Volksvermögen, auch die Unlust, einen Kredit zurückzuzahlen:

Bei dem um seine Wiederwahl ins französische Präsidentenamt besorgten petit Napoléon in Paris, klopft die Vergangenheit an die Pforten des Élysée-Palastes. Draußen vor der Tür steht nicht Saif al-Islam, Sohn des vom Nato-Mob ermordeten libyschen Präsidenten Muammar Gaddafi, denn der sitzt, für was auch immer, im Kerker. Aber das was Saif al-Islam schon vor einem Jahr in einem Interview mit Euronews forderte. Im Interview verlangte er von „diesem Clown, dass er dem libyschen Volk das Geld zurückgibt, das er zur Finanzierung seiner Wahlkampagne bekommen hat.“

Ein Kommentar zur Rentenerhöhung:

Deshalb müssen sich die Rentner jetzt von früh bis abends auch anhören, wie dankbar sie denn sein müssen, weil sie eine Wahnsinnsrentenerhöhung ab Juli bekämen – unterhalb der Inflationsrate. Wahnsinn. Wie dankbar kann man denn dafür sein? Hab ich nicht kürzlich gesagt, dass erzwungene Dankbarkeit Hass gebiert?

Oh, der ist noch besser:

Frau Merkel,
stellen Sie sich einmal vor, nur mal für einen einzigen Moment, Sie hätten Kinder. Nur mal so angenommen. Ich weiß jetzt nicht, ob Sie sich das überhaupt vorstellen können. Aber sei’s drum.

Ein Versuch, die Bin Laden Klamotte doch noch echt aussehen zu lassen:

Ein Ex-General hat in Pakistan die Umstände von Osama bin Ladens Tod auf eigene Faust näher untersucht. Er kommt zum Schluss, dass die älteste seiner drei Frauen in Abbottabad den Anführer al-Qaidas verraten hat – aus Eifersucht.

Das wird Bayer ärgern:

Die Indische Regierung hat erstmals von ihrem Sonderrecht Gebrauch gemacht, lebensrettende Medikamente ohne Rücksicht auf Patentschutz nachbauen zu lassen. Es geht um ein Krebs-Medikament von Bayer namens Nexavar.

Und wem soll man jetzt glauben?

Am Sonntag um 11:07 Ostküstenzeit war auf Reuters ein Artikel zu lesen, der extrem von dem abweicht, was wir später vom Mainstream zu hören bekamen. In dem Artikel war nicht nur von einem Täter die Rede, sondern von mehreren Soldaten die sturzbetrunken auf Frauen und Kinder schossen und anschließend die Leichen verbrannten. Der Artikel stammt vom Reuters-Journalisten Ahmed Nahdem direkt aus Afghanistan und beruhte auf mehreren Zeugenaussagen, welche die afghanischen Behörden aufgenommen hatten.

Ohne Finanz/Eurokrise gehts nicht:

Die Europäische Zentralbank unter Mario Draghi überschwemmt die Märkte mit Geld, um die Euro-Zone vor dem Zerfall zu bewahren. Der Erfolg der Operation ist ungewiss, aber ihr Hauptprofiteur steht bereits fest: Europas maroder Bankensektor.
Mario Draghi bekommt dieser Tage viel Lob, besonders von Vertretern der Finanzindustrie. An der Wall Street feiern sie den Zentralbankchef als “Retter Europas”. Großinvestor George Soros preist ihn als den Mann, der “die Kreditklemme beseitigt hat”. Und der Bundesverband deutscher Banken sieht den Geldpolitiker auf gutem Weg, “die Staatsschuldenkrise einzudämmen”.

Bewegte Bilder:

Und schon wieder 40 Milliarden? Zur Erinnerung:

Und zum Abschluss ein Ufo in der Sonne:

FNORD

Nachrichten am Mittwoch

Die Jungs von der Wallstreet haben den Hals immer noch nicht voll:

Dreieinhalb Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise raffen die Verantwortlichen für den Zusammenbruch immer noch Milliarden Dollar an sich. Gleichzeitig profitieren sie von Rettungsprogrammen der Regierung und können sich einer de facto Amnestie für ihre Verbrechen erfreuen.

Die vierzig bestverdienenden Hedge Fond Manager sackten letztes Jahr zusammen über dreizehn Milliarden Dollar ein, wobei die zehn Meistverdienenden im Durchschnitt jeder mehr als 200 Millionen erhielten. Das ergibt sich aus einem Bericht im Forbes Magazin der vergangenen Woche.

Impressionen aus dem französischen Wahlkampf:

Schneller noch und lauter als Präsident Sarkozy – und das will bekanntlich etwas heissen – empörte sich die Welt des französischen Fussballs über den Vorschlag Hollandes. Da ging ein regelrechtes Aufheulen durch die Reihen von Frankreichs hoch bezahlten Kickern, selbstsicheren Vereinsbossen, angestaubten Verbandsfunktionären und dubiosen Managern und Spielervermittlern. Frankreichs Fussball werde in die 2. Liga absteigen, die Profivereine würden das nicht überleben, es sei das Ende des französischen Spitzensports schlechthin , dröhnte es von allen Seiten.

Dabei brachten die meisten Ballzauberer , wie üblich , auch bei dieser Gelegenheit kaum ein vernünftiges Wort über die Lippen, schauten mit hohlem Blick und den Stöpseln im Ohr nur verständnislos – Patriotismus, Solidarität in Krisenzeiten, was geht mich das an, wovon redet dieser Herr Hollande , dieser Holländer da eigentlich , ja wer ist er ? Ein Franck Ribery verdient im Monat 883.000 Euro – na und ? Wagt es etwa wirklich ein Politiker der Republik, sich mit König Fussball anzulegen?

Demnächst werden wohl auch die Fußballer mit ihren Euros auch nicht mehr so viel anfangen können:

Seit Hitlers Ermächtigungsgesetz wurde keine antidemokratische Unternehmung so kaltblütig durchgesetzt wie jetzt Merkels ESM-Plan, der die vollständige gegenseitige Schuldenübernahme aller Euro-Staaten und damit auch das Eintreten der stärkeren Staaten in Europa, wie z.B. Deutschland, für alle Bankschulden aller europäischen Banken bedeutet. Das wird als „alternativlos“ bezeichnet. Die Banken übernehmen nun auch offiziell diktatorisch die Regierungsgewalt in Europa!

Über Solidarität und Gewerkschaften:

Die Arbeitnehmer im Öffentlichen Dienst verlangen 6,5% mehr Lohn. Die Arbeitgeber hüllen sich in schweigen.
Wie berichtet wird, kommen sehr viele der Arbeitnehmer des Öffentlichen Dienstes mit ihrem Geld nicht mehr über die Runden. Nicht, weil sie im Champagner baden und Belugakaviar mampfen, nein, weil sie seit vielen Jahren schon Lohnverzicht üben mussten. Übrigens nicht als einzige in dieser versumpften Republik.
Was macht Ver.di ist hier die Frage. Gibt die Gewerkschaft wieder klein bei? Oder übt sie sich endlich mal damit, wirklicher Interessenvertreter der Arbeitnehmer zu sein?
Das Ziel der Arbeitgeber ist klar. Sie schweigen. Sie wollen, dass die Bevölkerung sich über die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes aufregt. Sie wollen den heiligen Volkszorn über die so dicken und fetten Angestellten des Öffentliche Dienstes, die den ganzen Tag nichts machen, sondern nur auf ihren Bürostühlchen schlafen, heraufbeschwören. Und ich denke, sie werden es auch schaffen.

Was mir sonst noch fehlt ist ein Haushaltsgerät, daß die Geldscheine desinfiziert. Wäre bestimmt eine Geschäftsidee:

Die ewige Leier von der Hygiene hat einen neuen Höhepunkt erreicht, oder sollte ich besser sagen Tiefpunkt? SAGROTAN No-Touch! Unsere lieben zerbrechlichen Kinderlein können ENDLICH, ohne den grausigen und bakterienverseuchten Seifenspender anzufassen, eine desinfizierende Seife verwenden! Liebe Eltern, kaufen Sie unbedingt dieses Produkt. Ihre Kinder werden an Pest und Cholera leiden, wenn Sie es nicht tun, und zwar wöchentlich – zwei mal!

Aber wenigstens bleibt die Nato in Afghanistan um die Drogenversorgung sicherzustellen:

„Wenn die Afghanen einen solchen Wunsch aussprechen, bleiben wir hier über 2014 hinaus“, sagte Allen während eines Besuchs in der südlichen Provinz Helmand nach Angaben afghanischer Medien.

Ein Artikel von Wladimir Putin über die russische Aussenpolitik:

Ich denke nach wie vor, dass die Sicherheit aller Länder der Welt unteilbar und hypertrophe Gewaltanwendung unzulässig ist und dass die grundlegenden Völkerrechtsnormen von allen strikt befolgt werden sollten. Eine Vernachlässigung dieser Prinzipien führt zu einer Destabilisierung der internationalen Beziehungen.
Durch eben dieses Prisma betrachten wir einige Aspekte des Verhaltens der USA und der Nato, die der heutigen Entwicklungslogik widersprechen und sich auf Stereotype aus dem Blockdenken stützen. Alle verstehen, was ich damit meine: die Nato-Erweiterung, die die Errichtung von neuen Objekten der Militärinfrastruktur einschließt, und die von den USA inspirierten Pläne der Allianz zur Aufstellung der europäischen Raketenabwehr.

Bloß nicht zu Dritt vor dem Reichstag posieren:

Drei Jungs Anfang 20 mit Reiseführern und Ringelschals. Bis dahin ein ganz normaler Touristenbesuch. Für die drei endet er mit einem Strafverfahren. Ort ihres Unheils ist der Platz der Republik: Vor dem Reichstagsgebäude fotografieren die Freunde einander.

Ui, Obama hat keine Lust auf Krieg?

Es war das siebte Zusammentreffen von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu mit US-Präsident Barack Obama, das für Montag mit großer Spannung erwartet wurde. In Washington sollte die Entscheidung darüber fallen, ob es zu einem Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm kommt.

Doch von Erfolg gekrönt scheint die Begegnung für Netanjahu nicht gewesen zu sein. War es doch sein erklärtes Ziel, den USA damit zu drohen, Iran im Alleingang anzugreifen, falls sie nicht zu einem gemeinsamen Militärschlag bereit seien.

Hielten die Arier sich nicht vor vielen Jahren für das auserwählte Volk oder werfe ich da was durcheinander?

Die Meinungsforscher lassen die Katze aus dem Sack. Um einen Slogan von 1990 zu umschreiben –Israel ist nicht das, was man dachte. Nicht was die Welt dachte, nicht was die Israelis selbst glauben zu denken. Israels Gesellschaft ist nicht säkular, sie ist nicht liberal und ist nicht aufgeklärt. Wäre es ihr erlaubt, frei zu antworten, ist es zweifelhaft, ob 80 Prozent der Iraner sagen würden, dass sie an Gott glauben; es ist zweifelhaft, dass es noch eine andere freie Nation auf dem Planeten gibt – außer den US-Amerikanern, die dieselben Ergebnisse liefern würde. Aber sicher gibt es keine andere Nation auf dem Planeten, die sich so sicher in ihrer arroganten Sicherheit ist: Dass sie aus allen anderen Völker auserwählt und über alle anderen erhoben wurde.

Möglicherweise ein Eigentor:

“Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren,
sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet
ein Entgelt an die Verlage zahlen“.

Das bietet reichlich Raum für Spekulationen, zumal die Schwammigkeit dieser Formulierung nicht einmal ahnen lässt, was später Gesetzestext werden soll. Es sei denn, dies soll ernsthaft die Vorlage dazu sein. Was, so ist die zentrale Frage, bedeutet das “wie” in dem Text und was “gewerblich”? Dies ist bereits von vielen Kritikern erläutert worden. Sind etwa Seiten “gewerblich”, die ab und an Werbung beinhalten? Solche, die Zählpixel der VG Wort enthalten? Die mit einem flattr-Button? Diejenigen von Freiberuflern? Das müsste geklärt werden, es sei denn es handelt sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Juristen.

Und diejenigen, die nichts von dieser Zwangsabgabe haben, werden schon mal auf neue Aufgaben vorbereitet:

„Heute wenden wir uns mit einer ungewöhnlichen Bitte an Sie“, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das über das elektronische schwarze Brett des Unternehmens verbreitet wurde. „Wir bitten Sie, auf freiwilliger Basis und zeitlich befristet im Notfall als Zusteller einzuspringen.“ Und das höchstens einmal pro Jahr und dann längstens für zwei Wochen.

Und die haben was davon:

Der Medienkonzern Axel Springer („Bild“, „Die Welt“) profitiert weiter von einem stark wachsenden Geschäft im Internet und im Ausland.

In beiden Sparten legte das im MDAX notierte Unternehmen 2011 nach eigenen Angaben deutlich zu. Mit den Zeitungen und Zeitschriften im Inland setzte Springer vor allem wegen rückläufiger Werbeeinnahmen weniger um – und auch der operative Gewinn sank in diesen Geschäftsfeldern. Allerdings sind beide Segmente nach wie vor hoch profitabel

Ehrendenkmal für Wulff gefordert:

Wie erst jetzt bekannt wurde, soll Christian Wulff nach seinem Rücktritt vom Bundespräsidentenamt nicht nur einen Ehrensold, ein eigenes Büro, Mitarbeiter, ein Fahrzeug mit Chauffeur und ein viertes Lied beim Zapfenstreich erhalten. Wulff besteht außerdem darauf, dass ihm zu Ehren eine gigantische Pyramide im Zentrum Berlins errichtet wird.

Wulffs Anwalt bestätigte diese Nachricht gegenüber dem Postillon: „Was dem ägyptischen Pharao etwa zur Zeit des Alten Reichs zugestanden hat, steht selbstverständlich auch Christian Wulff zu – unabhängig davon, dass er nur anderthalb Jahre im Amt war“, heißt es in einem Schreiben der Kanzlei.

Was nicht sein kann, daß nicht sein darf (auch wenn beides das Grauen™ ist):

Trotz des leichten Vorsprungs sagte Forsa-Chef Manfred Güllner, es gäbe keine Sehnsucht nach einer rot-grünen Regierung: „Die meisten Bürger sehen das nicht als Alternative. Wenn sich die SPD wie zuletzt bei der Gauck-Nominierung zu sehr mit den Grünen verbündet, werden eher letztere stabilisiert.“ Viele Deutsche würden sich angesichts der großen Probleme des Landes eher eine Große Koalition wünschen.

Ein Interview mit einem ehemaligen Pharmamanager:

Das, was heutzutage Medizin genannt wird, ist einzig und alleine ein Business, das mit Menschlichkeit und dem Hippokratischen Eid nichts mehr zu tun hat. Und diese Art von Business ist wie eine Krankheit, die von den USA aus alle anderen Länder der Welt angesteckt hat. Sie missbrauchen Frauen, Kinder und arme Menschen als Versuchskaninchen, einzig und alleine zu einem Zweck: Profit. Viele tausend Menschen sterben täglich an den Nebenwirkungen der Medikamente.

Wofür wir die Pharmaunternehmen brauchen:

Smajdor sagt [über die künstliche Gebärmutter, Rb], nur so würde es die wahre Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau geben, denn weder Männer noch Frauen würden dann durch das Kinderkriegen in ihrem Leben eingeschränkt und die Last der Fortpflanzung der menschlichen Spezies würde nicht mehr auf ihnen liegen. Sie sagt weiter, in einer wirklichen liberalen Gesellschaft darf die Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes nicht mehr toleriert werden.

Bewegte Bilder:

Für alle Schadenfreudigen (besonders nett bei 1:55 – das war bestimmt Absicht):

FNORD

Nachrichten vom Wochenende

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff:

im folgenden eine Liste der Banker Ruecktritte…

Ein paar Videos zum Erfolg der Nato in Lybien:

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nichts mit dem Islam zu tun hat. Diese sogenannten Rebellen sind eine wilde Horde von Verrückten, mit den sich die USA ins Bett legte, um den Anschein eines angeblichen Volksaufstandes zu erzeugen, Gaddafi zu stürzen und so an die Ressourcen Libyens zu gelangen.

Herr Vetter aufgebracht:

Womöglich wird man bald Post von Christian Wulffs Anwalt erhalten, wenn man mit Blick auf den heutigen Tag in Großburgwedel das Wort Hausdurchsuchung in den Mund nimmt. Denn offenbar versuchen alle Seiten geradezu krampfhaft, das Unvermeidliche nicht mit einer richterlich angeordneten Zwangsmaßnahme zu verbinden. Trotzdem passierte heute nachmittag etwas: Freundliche Ermittler besuchten ohne Durchsuchungsbeschluss die Wulffs zu Hause und erhielten nach Medienberichten freiwillig Dokumente, Computer und Festplatten ausgehändigt.

 Karl Weiss fragt sich, ob Ron Paul ein Linker ist:

 Bereits seit geraumer Zeit fällt auf, wie die US-Medien einen grossen Bogen um Ron Paul machen, einer der vier verbliebenen Kandidaten der republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahlen Ende des Jahres. Auch in Deutschland wird Ron Paul eher ein wenig von oben herab behandelt. Tatsache ist, er ist bisher noch nicht abgeschlagen im Rennen der vier verbliebenen Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei der USA. Und besonders beeindruckend ist, wie viel jugendliche Amerikaner sich für die Kampagne Ron Pauls zur Verfügung stellen, der mit 76 Jahren natürlich nicht der automatische Kandidat der Jugend ist.

 Man mischt sich in den Wahlkampf in Frankreich ein:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und wichtige EU-Partner haben vereinbart, den französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande während des Wahlkampfes nicht zu empfangen. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Spiegel hervor. Der vertraulichen Absprache zwischen Merkel, Italiens Regierungschef Mario Monti und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy habe sich auch der britische Premier David Cameron angeschlossen, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Mit Kommentar von Herrn Mowitz:

Dennoch ist diese Aktion, unter Führung der ehemaligen Propagandasekretärin aus der untergegangenen DDR, Angela Kasner, heute Merkel, ohne Gegenstück im Nachkriegs-Europa. War man doch bisher immer bemüht so zu tun als seien Wahlen ausschließlich die inneren Angelegenheiten eines Landes sowie seines wählenden Volkes, in die sich das Ausland nicht einzumischen hat. Seit Übernahme der Staaten durch die Banken, nimmt man demokratische Gepflogenheiten sehr viel lockerer und kaum noch zur Kenntnis. In diesem Fall ist der Grund, dass Hollande, falls er gewählt wird, den gerade beschlossenen europäischen Fiskalpakt umverhandeln will. Sogar Großbritannien, obwohl es nicht den europäischen Fiskalpakt unterschrieben hat und auch nicht der Euro-Zone angehört, aber immer im Auftrag der City und US-Wall-Street als Brandstifter unterwegs ist, ließ seinen Premier David Cameron an diesen Affront gegen einen sozialistischen Demokraten gerne teilnehmen.

Hier konnte man sich nicht einmischen, daher ist das Ergebnis unbefriedigend:

Die Wahlbeteiligung im Iran lag laut der iranischen Nachrichtenagentur FARS gestern bei 66 Prozent die von der tendenziösen deutschen Politrukanstalt für Nachrichtenfälschung mit „bei mehr als 60 Prozent“ vermeldet wurde. Schnell schob man noch nach, dass die von der iranischen Regierung angestrebte starke Wahlbeteiligung, wohl doch nicht so toll gewesen sein konnte wie erhofft.

Und auch die Russen haben jemanden gewählt, der mißfällt:

Das Ergebnis ist keine Überraschung, Putins Sieg mit einem Wert, der sich bis zum Montagmorgen noch auf gut 63 Prozent steigerte, war die unspektakulärste und wahrscheinlichste Variante. Weit genug von einem Ergebnis unter 50 Prozent entfernt, das eine Stichwahl nötig gemacht hätte – das wäre eine Sensation gewesen und hätte Putin schmerzhaft geschwächt. Und auch weit genug von den 71 Prozent, die Putin noch bei den Präsidentschaftswahlen im März 2004 erhielt, zu den Hochzeiten seiner Popularität. Das hätte niemand geglaubt.

Ein Bericht über Sitzung der “Coalition of top tech & media companies to make [the] internet [a] better place for our kids“.

Mitglieder sind unter anderem solch ausschließlich am Wohlergehen der Allgemeinheit interessierte Unternehmen wie die Datenfresser und Privatsphärevernichter Facebook und Google. Nebst erklärten Gegnern von Netzneutralität wie der Deutschen Telekom und dem willfährigen Internetzensurgehilfen Vodafone befinden sich noch weitere Provider mit an Bord. Abgerundet wird diese illustre Runde durch die Teilnahme des Blackberry-Herstellers RIM, der bekanntlich repressiven Regierungen zwecks Ausspähung Zugriff auf die Gesprächs- und Datenleitungen seiner Kunden gewährt. Darüber hinaus sitzt mit Microsoft der weltweit schärfste Verfechter von OpenSource (Achtung, Ironie!) mit am Beratungstisch. Und um das Bild perfekt zu machen, darf Apple nicht fehlen. Apple ist ein Unternehmen, welches es für angemessen hält, seinen Kunden den Zugriff auf aus Apples Sicht “anstößige” Inhalte zu verbieten. Wenn es also eine Handvoll Unternehmen gibt, denen man vertrauensvoll Zensur- und Filtertechnologie an die Hand geben kann, dann sicherlich Unternehmen wie die zuvor genannten.
Ich habe mir die nun veröffentlichte Sitzung angehört und für die interessierte Öffentlichkeit meine persönlichen Highlights jeweils mit Zeitmarke herausgearbeitet.

Kunstgriffe, wie ich Gegner platt rede ohne selbst wirklich was zu sagen …

Oder so ähnlich kann ich mir vorstellen, was Politiker von Klein auf Lernen, um sich nach oben zu bekommen und wenn oben angekommen, auch oben zu verbleiben. Und bei wem sie in die Schule gegangen sein könnten? Schopenhauer hatte (vermutlich um 1830) einen Sack voll solcher Regeln zusammengetragen (Quelle), und wenn wir alle diese kennen, sollte ihre Wirkung verpuffen, oder?

So kenne ich das:

Eristische Dialektik (zu altgriechischeristiké téchne) ist der Name eines um 1830 entstandenen Manuskripts von Arthur Schopenhauer, in dem er als Eristik oder Eristische Dialektik eine Kunstlehre beschreibt, um in einem Disput „per fas et nefas“ (lat.; mit erlaubten und unerlaubten Mitteln) als derjenige zu erscheinen, der sich im Recht befindet. Zu diesem Zweck gibt er 38 rhetorischeStrategeme an, die also nicht der Wahrheitsfindung dienen, sondern dem Erfolg in einem Streitgespräch durch bestimmte argumentative Formen. Diesen Zweck haben auch klassische Sophismen. Einige davon werden von Schopenhauer ebenfalls aufgeführt. Er erwähnt das Manuskript 1851 in Parerga und Paralipomena. Dort distanziert er sich aber von diesem polemischen Ansatz.

Wem gehört eigentlich RTL?

Falls Sie schon immer mal wissen wollten, wem RTL „gehört”, empfehlen wir die Lektüre der jüngsten Pressemitteilung der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Dort wird nämlich deutlich, wie bestechend simpel die Zusammenhänge sind…

Und wer noch mehr lesen mag, schaut hier vorbei...

Bewegte Bilder:

Milch ist evtl. doch nicht so Gesund:

Ein Kälbchen, das die Milch seiner Mutter in pasteurisierter Version bekommt, stirbt nach allerspätestens einem halben Jahr, gelegentlich bereits innerhalb von drei Wochen.

 

Der übernächste Bundespräsident über Medien und Manipulation:

(Videos gefunden bei http://www.politaia.org

Nachrichten am Dienstag

bombe

Eigentlich funktioniert das hier nur deshalb, weil ich endlich ein Programm gefunden habe, daß mir stabil Videoclips rendert während ich was anderes machen und so die Wartezeit verbringen kann, bis es fertig ist. Egal, fangen wir an:

Das  mit der E-Mail Überwachung hat sich ja hoffentlich bereits rumgesprochen. Hier gibts zusätzlich noch ein paar nette Cartoons:

In lediglich 213 Fällen will man „tatsächlich verwertbare Hinweise“ gefunden haben.
Was „verwertbare Hinweise“ bedeuten soll, wird allerdings nicht erläutert.
Vielleicht soll das bedeuten, dass zwar in 37.292.862 Fällen das grundgesetzlich garantierte Postgeheimnis missachtet wurde, aber ganze 213 Mal das Wort „Bombe“ vorgekommen ist.
Das wäre immerhin eine Trefferquote von gigantischen 0,00005 %, die diesen immensen Aufwand rechtfertigen soll.

Mowitz schimpft ein bisserl über die Propagandamärchen, die man uns täglich auftischt:

Keine konzereigene Journaille, kein staatlicher Politruksender in der BRD, der nicht die Lügengeschichte der USA und Israels, der Iran bastele an einer Atombombe ungeprüft und unrecherchiert weitergegeben hat. Der kritische und investigative Journalismus ist schon lange tot, wenn es ihn denn je gegeben hat. Die gemeinsame Hurerei mit der politischen und wirtschaftlichen Macht, die er eigentlich kontrollieren soll, ist die Normalität, nicht die Ausnahme.

Schon mal von „Qualia“ oder vom „Intentionalitätsproblem gehört? Wenn nicht, dann ml hier klicken um zu lesen, wie sich eine Fledermaus fühlt:

Nachdem wir hier fleißig den Begriff Bewusstsein benutzen und wir inzwischen erkannt haben, dass Jeder seine eigene Wahrheit aufgrund seiner Erfahrungen hat, wollte ich doch mal genauer nachschauen, was es denn mit dem Bewusstsein auf sich hat. Und da blieb mir glatt die Spucke weg, denn unsere ach so guten Wissenschaften können sich genau unser Bewusstsein nicht erklären, sprich es gibt noch die beiden offenen Probleme namens Qualia und Intentionalisierung. Also müssen wir uns gar nicht wundern, wenn auch heute noch viele Menschen das für wahr halten, was in so manchem heiligen Buch geschrieben steht? Oder in so manchem Geschichtsbuch von Besiegten?

Markus Gaertner hat eine gute Idee, wie man das Grundgesetz vereinfachen kann (hoffentlich liest das jetzt keiner der Lobbyisten):

Die Wall Street wehrt sich mit Zähnen und Klauen gegen die drohende (oder doch nicht ?) Begrenzung für spekulative Geschäfte auf Öl. Das berichtet heute CNN Money.

Das 2010 verabschiedete Finanz-Reformpaket Dodd-Frank fordert Limits für die Volumina, mit denen auf Bewegungen der Ölnotierungen spekuliert werden kann.

Ich kanns ja eigentlich nicht mehr hören. Leider ist das genau die Masche, mit der wir zum Ignorieren wichtiger Dinge gebracht werden sollen, damit die „Herren“ machen können was sie wollen:

Unter bürgerkriegsähnlichen Umständen wurde im griechischen Parlament das letzte Belastungspaket durchgeboxt und dadurch der Weg für weitere „Hilfskredite“ frei gemacht. Das bereits schwer überschuldete Griechenland erhält weitere Kredite – ein Vorgang, der in vielen nationalen Rechtssystemen als Insolvenzverschleppung unter Strafe steht. Ökonomisch ist die Sachlage klar: ein Verhältnis Schulden zu BIP wie in Griechenland ist nicht abtragbar. Als Argentinien 2001 die Zahlungen einstellte, war dieser Wert fast Maastricht-konform, 63 Prozent. Als IWF-Mitarbeiter im Juli 2001 eine Schuldenreduktion von 15 bis 40 Prozent als notwendig ansahen, lag er bei gut 50 Prozent. Selbst aus Bankkreisen wurde schon im Februar 2010 die Halbierung der griechischen Schulden vorgeschlagen. Dennoch erfolgte ein voller Bail-out, und die EU verschlimmert die Katastrophe, an deren Entstehen sie durch Tolerieren des griechischen Statistikbetrugs bei Euroeintritt maßgeblich beteiligt war, zu Lasten der Griechen und der eigenen Steuerzahler weiter. Während EU-Bürokraten und offenbar überforderte Politiker vom Schlamassel profitieren, zahlt die Bevölkerung Griechenlands und der „Retterstaaten“ die Zeche.

Wenn alle Frauen so wären, wär die Menschheit schon vor Jahrhunderten ausgestorben:

Die Verschwisterung von CDU und Alice Schwarzer ist hingegen noch ziemlich neu. Sie hatte sich schon zu Beginn der Woche abgezeichnet. Alice Schwarzer, 69, und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), 34, haben nämlich ihren Streit beigelegt. Seither sind sie an Friedfertigkeit kaum zu toppen. Die Feministin hat der Jüngeren, die sie einst bissig kritisiert hatte, nun sogar in ihrem Blog bescheinigt: „Die ist ja echt souverän.“ Anlass der neuen Zuneigung: Schröder hatte für Schwarzers Feminismus-Archiv 150 000 Euro locker gemacht. Um genau diese Summe hatte die SPD-geführte Landesregierung in NRW ihre Förderung gekürzt.

Von Benjamin Fulford hatten wir hier bisher noch gar nichts. Wer fantasievolle Räuberpistolen vom Kampf der „White Dragon Society“ gegen die momentan (noch) Herrschenden lesen will , klickt hier. Wer weiß, vielleicht ist das gar nicht so weit an den Haaren herbeigezogen wie es auf den ersten Blick klingt.

Wie angekündigt, beschleunigt sich der Kollaps der teufelsanbetenden Finanzmafia. Am 24. Februar wurde der US-Finanzminister Timothy Geithner von der New Yorker Polizei für ein Verhör festgenommen; nachdem er über viele Kriminelle aus der Finanzszene ausgesagt hatte, wurde er auf freien Fuss gesetzt, wie Quellen aus der Polizei von New York bestätigen. “In den meisten Fällen müssen wir die Leute abwatschen, um sie zum Reden zu bringen; in diesem Fall mussten wir ihn abwatschen, damit er zum Reden aufhörte,” scherzte einer der Informanten. Geithner wurder zwar entlassen, wird aber dauernd von einem bewaffneten Beamten überwacht, damit er nicht das Land verläßt. Der ehemalige italienische Premierminister Berlusconi erwies sich ebenfalls als sehr gesprächig, berichten Quellen aus Europa. Berlusconi wurde auf freien Fuss gesetzt. In der Zwischenzeit gab es sehr produktive Gespräche zwischen Vertretern der White Dragon Society und Beamten der südkoreanischen Regierung, welche letzte Woche in Seoul stattfanden.

Und wer glaubt, daß wäre nicht zu toppen, hat noch nie das Polskaweb gelesen:

Während in der vergangenen Wochen auch deutsche Medien wieder einmal den angeblichen Sohn Adolf Hitlers, den Franzosen Jean-Marie Loret, aus ihren Schubladen der Halbwahrheiten kramten um einmal mehr Kasse zu machen, haben Polskaweb Journalisten längst das Mythos um den „einzigen“ Nachkommen des Massenmörders aufgeklärt. Und die hierbei herausgekommene einzige Wahrheit ist noch sensationeller als alle Lügen der Vergangenheit, denn der echte Hitler Junior starb erst im Jahre 2005, nachdem er es geschafft hatte das finanzielle Erbe seines Vaters im Sinne der Familie zu multiplizieren.

Alzheimer oder Realitätsverlust?

Helmut Kohl schaltet sich in den Streit um weitere Finanzhilfen für Griechenland ein: Das Ziel eines geeinten Europa dürfe nicht in Frage gestellt werden, warnt der 81-Jährige in einem Zeitungsbeitrag. Die Opposition wittert nach dem Verfehlen der Kanzlermehrheit bereits das Ende von Schwarz-Gelb.

Das ist so dämlich, daß kein weiterer Kommentar nötig ist:

Die schwächelnde Konjunktur hat die Konsum-Stimmung der Deutschen auch im Februar nicht trüben können. Aus einer Studie des Marktforschungsinstitutes GfK geht hervor, dass die Verbraucher den Händlern weiterhin viel Umsatz bescheren. Der Konsumklima-Index stieg demnach von 5,7 im Januar auf 5,9 Punkte im Februar. Für März rechnen die Marktforscher mit einem weiteren leichten Plus auf 6,0 Punkte. Grundlage für die Daten ist eine regelmäßige Umfrage unter 2.000 Verbrauchern.

Und das ist eine richtig gute Idee:

Der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande will im Falle eines Wahlsieges in Frankreich einen Spitzensteuersatz von 75 Prozent einführen. Dieser solle für Einkommen von über eine Million Euro im Jahr gelten, sagte Hollande im Fernsehsender TV1. Er zielt damit auf die hohen Einkommen französischer Spitzenmanager.

Wann wird die Gema endlich abgeschafft? Hier versuchen Dieter Bohlens Geldeintreiber Tantiemen von der Besitzerin eines China-Restaurants zu ergaunern, die, nach eigener Aussage, nur chinesische Musik spielt, die nicht dem Urheberschutz unterliegt und die Gema kann wohl nicht das Gegenteil beweisen)

Neubauer (Artikel lesen, dann wisst ihr wer das ist. Rb.) reagierte auf diese Klage mit der Zusendung von Kopien der tatsächlich gespielten chinesischen CDs und DVDs. Die zuständige Sachbearbeiterin bei der GEMA lehnte die Prüfung, ob für einen der darauf enthaltenen Titel Rechte wahrgenommen werden, allerdings mit der Begründung ab, sie könne kein „Chinesisch“. Der Anwalt der GEMA verrechtlichte diese Weigerung zum Argument, es sei „nicht zumutbar“, Komponisten und Texter abzugleichen, deren Namen nicht in lateinischer Schrift geliefert werden.

Das Amtsgericht Frankfurt am Main zeigt sich in einem Hinweisbeschluss vom 20.02.2012 (Az. 32 C 36/12(18)) allerdings nicht dieser Auffassung und fordert die GEMA dazu auf, konkret zu „erläutern, weswegen ihr eine Zuordnung nicht gelingt“. Die Feststellung, dass es den GEMA-Mitarbeitern an Mandarin-Kentnissen mangelt, reicht dem Gericht zufolge hierfür nicht, denn „man muss eine Sprache nicht verstehen, um Titel zuordnen zu können“. Als erstes sei hierfür die Frage zu klären, ob die GEMA überhaupt Rechte für Komponisten und Texter aus der Volksrepublik China wahrnimmt.

Damit sich die Jungs vom Verfassungsschutz nicht Langweilen, hier ein Hinweis auf eine Bombe (mit Dank an das Prollblog):

 

Noch ein Hinweis, daß es bei ACTA nicht nur um Raubmordkopien geht:

Die ACTA-Bestimmungen betreffen auch die Rechte der Pharma-Industrie und das Verfahren der Medikamentenherstellung. 32 Millionen Menschen sind an Aids erkrankt, die meissten davon in der Dritten Welt, in den Entwicklungs- und Schwellenländern, insbesondere in Afrika.

Die Behandelbarkeit von AIDS und HIV hängt in diesen Ländern sehr stark von den preisgünstigeren, meisst in Indien hergestellten Medikamenten ab, sogenannten Generika. Aber mit einem Gesetz wie ACTA reicht bereits der Verdacht der Patentinhaber auf Rechtsverletzung, um die Produktion dieser preisgünstigeren Präparate zum Stoppen zu bringen.

Christopher Hitchens vs. Religion. Sorry, leider nur in Ausländisch verfügbar.

Und die unsichtbaren Ufos mag ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Nicht vergessen, am 4. Juli ist #kaufnix-tag. Komisch, vor ein paar Tagen war da jede Menge, wo sind die Tweets hin?

Fnord

Bretagne

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Bretagne© Jotha

Mont St. Michel

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Mont St. Michel

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Toutes Directions

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Deutschland – Land der Schande

Bei Spiegel-online gibt es gerade ein interessantes Phänomen: man wundert sich über Deutschland:

Es macht keinen Spaß, diese Feststellung zu treffen: In Frankreich wurde ein Buch der Hoffnung zum Bestseller. In Deutschland ein Buch der Niedertracht. Wie kommt es, dass die deutsche Empörung etwas Böses hat und die französische etwas Befreiendes? Wie kommt es, dass die Franzosen Stéphane Hessel haben und wir Thilo Sarrazin?

Diese Frage haben sich im Prinzip schon viele gestellt. Sie ist schon älter. Wieso haben die Franzosen 1789 und die Deutschen 1933? Wieso wird man in Deutschland schon als Linker und Menschenrechtsfreund schief angesehen, wenn man nur der Meinung ist, das den Holocaustüberlebenden aus deutschen Landen keine antijüdischen und antiisraelischen Sprüche hinterhergeworfen werden sollten?

Die Frage an sich ist in Deutschland allerdings schon gefährlich. Ganz schnell wird man Antideutsch … und das ist auch laut Innenministerium NRW gefährlich:

Innerhalb des linksextremistischen Spektrums hat sich mit den „Antideutschen“ eine Strömung etabliert, die mit den traditionellen linken Grundüberzeugungen bricht. Ausgangspunkt der antideutschen Ideologie ist die uneingeschränkte Solidarität mit dem jüdischen Volk und dem israelischen Staat. Ihre Vertreter werfen der „deutschen Volksgemeinschaft“ und der übrigen Linken vor, offen oder latent antiamerikanisch und vor allem antisemitisch zu sein. Da von den Antideutschen „der Kampf Israels in der Tradition des Aufstands im Warschauer Ghetto“ und der jüdische Staat als Bollwerk gegen den „Islamfaschismus“ gesehen wird, befürworten sie alle Maßnahmen bis hin zum Krieg, die den Bestand des jüdischen Staates und den Schutz seiner jüdischen Bewohner sichern sollen.

Selbstverständlich sollte man nicht zum Krieg greifen, um den Bestand des jüdischen Staates und des jüdischen Volkes zu sichern. Krieg ist ja was Schlechtes, den kann man verlieren. Aber Juden ausrotten ginge ja auch ohne Krieg … wenn die endlich aufhören würden, sich zu wehren. „Antideutsch“ wird man ganz schnell, wenn man dem latenten Antisemitismus der Deutschen nicht folgen möchte … und der ist gewaltig, wie man einer bei der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichten Studie entnehmen kann:

Ein Merkmal indiziert die Wirksamkeit des transformierten Antisemitismus in besonderer Weise: Nur 11% aller Befragten der GMF-Umfrage des Jahres 2004 stimmten keiner der Facetten des transformierten Antisemitismus zu.

Besonders hoch ist die Zustimmung zur NS-vergleichenden Israelkritik: 68.4% der Befragten stimmten in 2004 der Aussage eher oder sogar voll und ganz zu, dass Israel einen „Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ führt, und 51, 2% der Befragten meinten: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reichen mit den Juden gemacht haben.“ 90% derjenigen, die eine Kritik an Israel äußern, die zwar hart ist, aber ohne antisemitische Untertöne auskommt, stimmen auch mindestens einer Facette des Antisemitismus zu.

Wir haben in diesem Land nur noch 11% Bürger, die es schaffen, sich komplett den Facetten des transfomierten, an die neuen Bedingungen angepaßten Antisemitismus zu entziehen … die anderen würden letztlich die Vernichtungslager wieder begrüßen, und sei es auch nur, um Rache zu nehmen für die Verbrechen an den Palästinensern (die man selbst im eigenen Land als „Ausländer“ natürlich danach vergasen würde).

Antisemitismus ist nun nicht nur für Juden tödlich … er legt sich auch wie ein Pesthauch auf alle anderen gesellschaftlichen Bereiche:

Empirisch lässt sich nachweisen, dass Personen, die antisemitischen Aussagen zustimmen, auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit dazu neigen, Muslime, Frauen, homosexuelle, behinderte und obdachlose Menschen, sowie Zuwanderer und ganz generell Neu-Hinzugekommene (im Vergleich zu Etablierten) abzuwerten.

Ich möchte noch den starken begründeten Verdacht hinzufügen, das auch „Arbeitslose“ bzw. „Hartzis“ in diese Abwertungen mit einbezogen werden müßten – aber zum Zeitpunkt der Studie war diese neue Jagdkategorie noch nicht geschaffen worden.

Stéphane  Hessel wird bei Spiegel-Online wie folgt zitiert:

„diese Gesellschaft der rechtlosen Ausländer, der Abschiebungen und des Generalverdachts gegenüber den Einwanderern, (…) diese Gesellschaft, in der die Renten unsicher werden, der Sozialstaat abgebaut wird und die Medien in den Händen der Reichen liegen, alles Sachen, die wir niemals akzeptiert hätten, wenn wir die wahren Erben der Résistance wären“.

So etwas regt in Deutschland nur wenige auf.  Der klägliche „heiße Herbst“ der Gewerkschaften, der in der Hoffnung auf mehr Lohn für jene endete, die noch Arbeit haben, zeigt, woher in diesem Land der Wind weht.

Die Märkische Allgemeine beschreibt Hessel wie folgt:

Stéphane Hessel studierte unter anderem bei Jean-Paul Sartre, schloss sich im Zweiten Weltkrieg Charles de Gaulles Widerstandsbewegung an, wurde 1944 von der Gestapo verhaftet, ins KZ Buchenwald deportiert, gefoltert und überlebte nur mit viel Glück. Nach 1945 wurde er Diplomat bei den UN und Botschafter Frankreichs in mehreren Ländern.

Hessel ist der einzige noch lebende Verfasser der allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1948 und hat den Einsatz für Minderheiten zu seinem Lebensthema gemacht. Zuletzt griff er Frankreichs Präsidenten Sarkozy für seine Roma-Politik an. Diese ruhelose Empörung, die ihn antreibt, erhofft er sich auch von seinen Mitbürgern.

Ein Motiv zur Empörung sei wertvoll, schreibt er: „Wenn man sich über etwas empören kann, wie das bei mir mit dem Nationalsozialismus der Fall war, wird man stark und engagiert.“ Heute allerdings seien die Feindbilder nicht mehr so eindeutig. Hessel klagt die „Diktatur der internationalen Finanzmärkte“ an, die den Frieden und die Demokratie bedrohen und die sozialen Errungenschaften auffressen. Er beanstandet Krieg und Gewalt, die Kluft zwischen Reichen und Armen, die Zerstörung des Planeten. Hessels Kritik an Israels „Kriegsverbrechen“ gegen die Palästinenser haben ihm eine Klage und den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht.

Man kann vermuten, das er weiß, wovon er spricht.  Und ich schätze mal, das seine Kritik an den Kriegsverbrechen der Israelis wesentlich differenzierter ist, als die pauschalisierenden Propagandasprüche, die aus deutschem (auch „linkem“) Munde durchs Land hallen, und die auch zu erwarten wären, wenn ein Israeli auch nur falsch parkt.

Die Antwort auf die Frage des Spiegel-Autors Jakob Augstein ist einfach:

Dieses Land wird zum Land der Schande – schon wieder.

Deutschland hatte eine historische Chance. Kapitalismus und Kommunismus in einem Land vereint – aus den Erfahrungen hätte man einen „dritten Weg“ finden können, der diesmal nicht in nationalistischer Massenmörderei endet. Deutschland hätte die Chance gehabt, der demokratische Leutturm der Welt zu werden und so seine historisch Erblast für immer abzulegen.

Stattdessen … fangen wir wieder von vorne an. Transformiert natürlich – aus „Jude“ wird modern „Zionist“, aus „rassisch Minderwertigen“ werden „Bürger mit Migrationshintergrund“ – bei den Arbeitslosen neigt man aber mehr zur Beibehaltung des „Asozialen“, der sich schon in die DDR hinüberretten konnte, so als gäbe es das Problem der Arbeitsplatzvernichtung durch Maschinen nicht – und als könnte man aus der Arbeitsleistung der Maschinen unter keinen Umständen einen kulturellen Gewinn ziehen sondern wäre per göttlichem Dekret dazu verdammt, sie komplett in die Kassen der Reichen fließen zu lassen.

Wäre es nicht schön gewesen, wenn wir etwas anderes werden würden als wieder der uniformierte Abschaum der Menschheit, der nichts anderes im Sinn hat als tagtäglich nach „minderwertigem Leben“ zu suchen, das er drangsalieren kann? Aber was finde ich in den Medien? Entwicklungen, bei denen einem nur noch schlecht werden kann – hier in Der Westen:

Gehört das Militär in die Schule? Für Friedensaktivisten und einige Vertreter der politischen Linken ist diese Vorstellung unerträglich, für die Kindernothilfe gar ein „Verstoß gegen die Prinzipien der Kinderrechtskonvention“. Gestern stritten Freunde und Gegner der Bundeswehr im Landtag über den Kooperationsvertrag des Schulministeriums mit den Streitkräften. Den gibt es seit 2008; er war Vorlage für ähnliche Verträge in Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg.

Eine Ansicht einte gestern übrigens geladene Experten und Abgeordnete: Der Politikunterricht werde seit Jahren in NRW immer schlechter, er sei ein Stiefkind im Schulbetrieb. Schüler wüssten viel zu wenig über Politik.

Die Landesschülervertretung, die seit Jahren gegen den Kooperationsvertrag mit der Bundeswehr kämpft, war erst gar nicht eingeladen worden.

Dann sollten wir unseren Frauen auch sagen, das auf sie schlechte Zeiten zukommen. Es wird wieder Trümmer wegzuräumen geben. Zwischen uns und China ist kein unüberbrückbares Meer. Noch ein Schmankerl aus Karlsruhe, gefunden bei KA-News?

Der Bundeswehrwerbetruck macht Station in Karlsruhe und wirbt mit dem Slogan „Spaß und Action“. Damit soll insbesondere Schülern die Bundeswehr schmackhaft gemacht werden.

Wie der Spaß aussehen kann, beschreibt der Mein Parteibuch Zweitblog:

Press TV berichtete am heutigen Donnerstag unter Berufung auf Iran Newspaper on Network, dass amerikanische Besatzungssoldaten in der westafghanischen Provinz Farah Mädchen und Frauen in eine US-Basis verschleppt und dort mehrfach vergewaltigt haben. Eines der Mädchen starb einem medizinischen Bericht zufolge an Genitalverletzungen, die durch die Vergewaltigung hervorgerufen wurden.

Na, da können wir doch auch alte Wehrmachtstraditionen wieder aufleben lassen, nach Abu Ghuraib ist doch klar, das wir uns von dem Bürger in Uniform schon lange verabschiedet haben.

Für das Land, das sicher dereinst zurecht das Land der Dichter und Denker nannte, ist das eine absolute Schande. Darüber sollte man sich wenigstens nochmal empören dürfen, bevor wir unsere „Bündnisverpflichtungen“ in Korea, Pakistan, Russland, Iran und letztlich China wahrnehmen werden, um der „unsichtbaren Hand des Marktes“ die Weltherrschaft im Namen der Kapitalrendite  zu verschaffen.

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