Frank Weise

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Einsatz der Gedankenpolizei in Deutschland: willkommen in 1984!

Einsatz der Gedankenpolizei in Deutschland: willkommen in 1984!

Mittwoch, 17.7.2013. Eifel. Momentan ist Sommer. Mein Urlaub beginnt in wenigen Tagen. Aktuell studiere ich Arbeiten zur Wirtschaftskrise, speziell zur Struktur von „Derivaten“. Damit das Hirn nicht einseitig belastet wird und wie die Trommel einer Waschmaschine aus der Fassung gerät, studiere ich nebenher zur Entspannung Schriften des englischen Mystikers R.J.Stewart. Stewart distanziert sich von allen New-Age-, Okkultismus- oder Spiritismusphantasien und hat vor allem eins  aufzuweisen: nachproduzierbare, nachprüfbare Ergebnisse – insofern ist er den Derivaten schon weit überlegen. Es sind ja auch gerade diese Ergebnisse, die einen dazu anhalten, gerade ihn als Vertreter moderner keltischer Mystik auszuwählen: ja – Menschen, die nach seinen Techniken Reisen in die Anderwelt unternehmen, machen unabhängig voneinander die gleichen Beobachtungen. In der Regel ein Zeichen dafür, dass sie einer Wahrheit begegnet sind. Bei Derivaten ist das nicht so – man kann – wie Michael Moore in seinem Film „Kapitalismus – eine Liebesgeschichte“ viele Leute fragen – Fachleute sogar, echte „Experten“ – bekommt aber keine Antwort, weil alle sich unter Derivaten etwas anderes vorstellen. Die Frage ist jetzt: wer ist hier eigentlich der Zauberer?

Der Schaden, den R.J.Stewart mit seinen Anderweltreisen anrichtet, ist äußerst gering, vielfältig bringen seine Aktionen sogar Nutzen: die Teilnehmer an seinen Seminaren gehen mit ihrer Umwelt achtsamer um, weil sie gemerkt haben, dass die Welt in der Tat lebendig ist. Sie verbringen ihre Zeit lieber still in freier Natur als eingepfercht in Fliegern und Hotels – da könnte natürlich eine Gefahr für die Tourismusindustrie entstehen. Nun – während ich diese Zeilen schreibe, bin ich fast versucht, die Erlebnisse der Teilnehmer als „gesteuerte Tagträume“ zu bewerten und so etwas zu tun, was eines Philosophen nicht würdig ist: die Erfahrungen anderer Menschen in meine Wertekategorie einzufügen. Ein großes Pfui für Rechtsstaat und Demokratie – trotzdem hält die Sorge an, was denn geschehen könnte, wenn ich es nicht tun würde.

Die Gedankenpolizei würde auf den Plan gerufen.

„Gedankenpolizei“ ist nun ein Begriff aus der Welt von George Orwell´s  „1984“, einer Welt, in der durch allgegenwärtige Beeinflussung und Überwachung und psychologische Techniken die Gedanken der Bürger kontrolliert und gegebenenfalls bestraft wurden.

„1984“ war ein Gruselroman, ein Werk mit deutlich geringerem Realitätsanspruch als die Werke des Mystikers Stewart für sich einnehmen – und doch ist aus diesem Schauerstück 2013 Realität geworden. Wir haben eine allgegenwärtige Beeinflussung durch Schule, Medien und Werbung, wobei letztere immer ausgefeiltere Techniken zum Einsatz bringt, die selbst dann Wirkung zeigen, wenn das Produkt in der Werbung kaum genannt wird. Und die allgegenwärtige Überwachung erfahren wir gerade durch den NSA-Skandal, den unsere Regierung am liebsten nicht wahr haben will … und den wir alle nach dem Urlaub vergessen haben werden.

So funktioniert halt ein totalitäres System. Hören wir uns mal an, wie George  Orwell sich das gedacht hat:

Die allgegenwärtige „Gedankenpolizei“ überwacht permanent die gesamte Bevölkerung. Im nicht abschaltbaren und in beide Richtungen funktionierenden Staatsfernsehen, mit dessen Hilfe alle Wohnungen visuell überwacht und abgehört werden, wird Hass auf einen unsichtbaren „Staatsfeind“ namens Emmanuel Goldstein geschürt, der angeblich die gegen die Partei gerichtete Untergrundorganisation der „Bruderschaft“ leitet. Dieser Hass wird den Menschen täglich neu eingehämmert und dient dazu, die Bevölkerung durch das gemeinsame, allgegenwärtige und anscheinend übermächtige Feindbild zusammenschweißen und von ihrem entbehrungsreichen, von harter Arbeit geprägten Leben abzulenken. Die englische Sprache ist von schädlichen Begriffen – wie etwa Freiheit – gereinigt und wurde durch eine neue Sprache („Neusprech“) ersetzt. Zudem beeinflusst die Partei das Denken in ihrem Sinn mit ständig wiederholten Parolen wie „Krieg ist Frieden“ und „Freiheit ist Sklaverei“. Im Laufe der Handlung wird auch die Frage aufgeworfen, ob die Partei den Krieg mit den anderen Ländern und den Terror der verfemten Untergrundbewegung Goldsteins nicht vielleicht insgeheim selbst inszeniert, um mit dieser „Strategie der Spannung“ einen Vorwand für die massive Überwachung, den permanenten Ausnahmezustand und die umfassende Unterdrückung zu schaffen.

Unser Emmanuell Goldstein hieß Osama bin Laden – und auch sein Tod hat die Bedrohung durch ihn nicht im geringsten gemindert, weil seine Bruderschaft – Al Kaida genannt – immer noch aktiv ist: in jedem Land der Erde, hinter jedem Strauch, in jeder Wohnung kann sie jederzeit zuschlagen, weshalb wir alle immer und ewig rund um die Uhr zu unserer eigenen Sicherheit überwacht werden müssen.

Gruselig, oder? Da hat ein Konstrukteur politischer Wirklichkeiten George Orwell als Blaupause für unsere Gesellschaft genommen, ohne das wir es merken – aber das ist ja hier nicht das Thema, wir wollen uns auf die Gedankenpolizei konzentrieren, denn sie sorgt dafür, dass es in Deutschland keinen Widerstand gibt.

Gehen wir mal von diesem in Deutschland unbekannten Mystiker fort und setzen ein anderes Thema ein: Chemtrails, bzw. Kondensstreifen. Merken Sie schon das Unbehagen in der Magengegend, wenn sie dieses Wort sehen? Natürlich gibt es sie – jeder von uns sieht sie jeden Tag. Sie kommen aus Flugzeugen, bleiben den ganzen Tag am Himmel, wobei sie sich langsam ausdehnen und oft genug am Abend einen feinen Schleier über den ganzen Himmel gespannt haben. Da Flugzeuge nicht mit Duftwässerchen angetrieben werden, kann man davon ausgehen, dass dort auch chemische Substanzen enthalten sind – trotzdem tritt hier aber die Gedankenpolizei auf den Plan und „bestraft“ die Bürger durch öffentliche Verachtung, wenn sie sich Gedanken darüber machen, was denn da so alles drin sein könnte – und warum sich diese Kondensstreifen so seltsam verhalten.

Noch ein Thema?

Da gibt es viele. Kornkreise zum Beispiel – komplexe Muster, die über Nacht in Kornfeldern entstehen, magnetische und biologische Anomalien aufweisen und zum Teil so komplex sind, dass man sie kaum in der gleichen Zeit am Schreibtisch hätte auf Papier bringen können. Ich schaue gelegentlich bei Andreas Müller vorbei, dessen kritische Einstellung und Sorgfalt ich schätze und ich muss sagen: wir haben keine Ahnung, was da in unseren Feldern vorgeht – aber die Gedankenpolizei sagt uns, was wir uns darunter vorzustellen haben bzw. verortet uns in die Reihen der Geisteskranken, wenn wir uns überhaupt ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollen.

Noch mehr verbotene Themen? Ufos, Telepathie, Remote Viewing (funktioniert übrigens erstaunlich gut, ist nur völlig nutzlos, weil man den Rahmen der Beobachtung nicht kennt), Wunderheilung durch Gebete oder Handauflegen: „Grenzwissenschaften“ informieren täglich über Beobachtungen, die aus dem erlaubten Rahmen fallen und rufen beständig Gedankenpolizisten auf den Plan, die genau wissen, was man glauben darf – und was nicht.

Alles noch harmlos, meinen Sie?

Da haben Sie recht. Im Prinzip alles keine Themen, die die innere Sicherheit eines Landes gefährden – aber trotzdem werden sie mit großer verbaler Gewalt angegangen, Seiten von anonymen Betreibern wie „Esowatch“ (eine Art Bürgerwehr der Gedankenpolizei, aktuell unter dem Titel Psiram aktiv) scheuen auch nicht vor übler Nachrede zurück, um Menschen, die aus dem erlaubten Ruder laufen, zurück ins Glied zu holen. Auch die Psychiatrie hat sicherheitshalber eine Diagnose erschaffen, die die Möglichkeit gibt, verirrte Schäfchen wegzusperrren, wenn Gefahr besteht, siehe Wikipedia:

anhaltender, kulturell unangemessener, bizarrer und völlig unrealistischer Wahn lautet die Diagnose, die auf jeden Kritiker des Systems anzuwenden ist und schon morgen dafür sorgen kann, dass Menschen, die die staatlichen Verschwörungstheorien über die Attentate vom 11.9.2001 in Frage stellen, für immer von der Bildfläche verschwinden können.

Wir haben uns sehr daran gewöhnt, ihre Position als „Wissenschaft“ zu akzeptieren, dabei hat die pauschale Ablehnung von Gedanken und Theorien nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern eindeutig mit Dogmatismus, der sogar von einer großen Anzahl freiwilliger Ideologieblockwarte unterstützt wird, um den allgegenwärtigen und übermächtigen Feind in die Schranken zu weisen. Wir haben uns auch daran gewöhnt, die Positionen der Derivatekünstler als Wissenschaft zu akzeptieren – mit schlimmen Folgen für unseren Staatshaushalt. Wir sehen also: das wirkende Prinzip erstreckt sich nicht nur auf „Geisterseher“ und „Religionen“ (wie z.B. aktuell den Islam oder – in schwächerer Form – dem Katholizismus), sondern hat auch Folgen für unseren Alltag.

Nehmen wir den Fall Ralph Boes, der es sich als „Arbeitsloser“ erdreistet, in der staatlichen Talkshow der Rotarierin Maischberger aufzutreten, um für die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens einzutreten: sofort tritt die Gedankenpolizei auf den Plan – hier in Form einer Putzfrau, die zuvor schon mehrfach als mediale Geheimwaffe eingesetzt wurde.

Oder nehmen wir den Fall des Gustl Mollath, der unter unglaublichen Umständen in die Psychatrie entsorgt wurde, weil er über betrügerische Bankgeschäfte informieren wollte, die heute – dank staatlicher Rettungsmilliarden – zum normalen Allgemeinwissen gehören.

Oder – ganz aktuell – die mediale Hinrichtung des Börsenexperten Dirk Müller, der etwas Unglaubliches behauptete: in der Tat ging er davon aus, dass Geheimdienste, die in vielfältiger Form durch die Welt wandern – ausgestattet mit Unsummen an Steuergeldern – ihre Arbeit tun. Das reicht schon, um einen Inquisitor, einen Gedankenpolizisten auf den Hals gejagt zu bekommen.

Nun – bezüglich der Grenzwissenschaften betrifft der Einsatz der Gedankenpolizei nur die Gebiete der Religionsfreiheit, Gebiete die wir – wie ich unlängst erfahren durfte –  inzwischen gerne kampflos preisgeben um dem Staat (bzw. den dominierenden Interessengruppen) hier vollkommen die Deutungshoheit zu überlassen. Gleichzeitig überlassen wir damit aber einen Teil der Meinungsfreiheit ebenfalls der beliebigen Deutung durch „Experten“, deren Irrtümer in Griechenland verbrannte Erde zurückgelassen haben: die komplette Volkswirtschaft wurde vernichtet, weil in den USA ein Professor einen Rechenfehler gemacht hat – siehe Zeit.

Was aber will die Gedankenpolizei? Wo ist der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Müller, Mollath, Boes und den Kornkreisen?

Die Antwort ist erschreckend einfach.

Der Staat (bzw. der politisch-ökonomische Komplex, vor dem Transparency International regelmäßig warnt) will nichts weiter als die Deutungshoheit über die Wirklichkeit in all´ ihren Facetten: nur so kann man die Massen steuern, wie „1984“ es sich erträumt hat. Grundsätzliche philosophische Fragen – wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und was machen wir hier – werden vollständig durch den Staat und seine Agenten beantwortet anstatt nüchterner, ideologiefreier Analyse unterzogen. So – indem man den ganz großen Rahmen definiert – erschafft man das Gehege, in dessen Grenzen man die Menschen relativ frei herumlaufen lassen kann.

Aber wehe, man nähert sich der Grenze. Ufos, Kornkreise, unbekannte Tierarten, heilende Beter sind an sich überhaupt kein Problem …. aber wer sich diesen Themen nähert, der stellt die Deutungshoheit des Staates über die Wirklichkeit in Frage. Der fromme Moslem entzieht sich so genauso der staatlichen Definitionsmacht über Wirklichkeit wie der Kommunist, außerdem macht er noch etwas viel Unverzeihlicheres … er stellt einen terroristischen Angriff auf die Konsumpflicht des Bürgers dar, jenem ungeschriebenem Gesetz, auf dem der ganze Kapitalismus beruht und ohne den das System nicht mehr funktionieren würde.

Man stelle sich einfach mal vor, die Menschen würden ihre Zeit mit Versuchen verbringen, telepathischen Kontakt mit UFO-Besatzungen herzustellen anstatt täglich vier Stunden manipulative Botschaften des TV zu empfangen: wie schnell könnte man die Kontrolle verlieren. Oder sie würden im Urlaub 40 Tage in der Wüste mit ihren eigenen Teufeln ringen … anstatt in fremde Länder zu fliegen um dort Umwelt, Landschaft und Kultur zu vernichten.

Das muss auf jeden Fall verhindert werden – denn sonst könnten staatstragende Parteien schnell ihren Einfluß über die Schaltzentralen der Macht verlieren.

Wer aber nun immer noch denkt, dass seien insgesamt unbedeutende Erwägungen und Schlußfolgerungen, den möchte ich an die deutsche Arbeitsmarktpolitik erinnern: Stichwort Hartz IV, jene Sozialreform, die überhaupt keinen Einfluss auf die Beschäftigungsentwicklung gehabt hatte, siehe Agitano:

Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung: Positive Beschäftigungsentwicklung kein Effekt der Agenda 2010 / Gute Konjunktur und interne Flexibilität entscheidend

Dafür hat sie etwas anderes gebracht: Deutschland hat endlich eine Unterschicht, deren Entwertung, Diskriminierung und Entmenschlichung täglich weiter fortgetrieben wird, siehe Welt:

Fleisch wird zum Lebensmittel der Unterschicht

Kürzlich war es noch verpönt, überhaupt von der Existenz einer Unterschicht zu sprechen – jetzt ist sie in aller Munde. Biertrinkende, TV-glotzende, ungebildete Untermenschen, die sogar noch nicht einmal davor zurückschrecken, ihre Mitgeschöpfe zu verspeisen.

Wie unglaublich bösartig doch dieser Bodensatz der menschlichen Kultur ist – und wie unglaublich mächtig der Einfluss der Gedankenpolizei, die es in kurzer Zeit geschafft hat, dieses Bild der lebensuntüchtigen, lebensunwerten, amoralischen und schädlichen Kreatur in unserem Bewusstsein zu verankern, Menschen, die vor kurzem noch Nachbarn, Arbeitskollegen, Verwandte waren, nun aber der öffentlichen Verachtung preisgegeben werden.

Wie gut, dass unsere Arbeitsagentur vom Militär geleitet wird, Personal, dass ganz offen für die Militarisierung der Bevölkerung wirbt, siehe Wiwo:

„Mit Basisdemokratie hat man keinen Erfolg“ Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Oberst der Reserve erklärt, was die BA mit der Bundeswehr gemein hat und warum die Armee ein Karrieresprungbrett sein kann.

Ganz heimlich still und leise wird die demokratische Gesellschaft wieder umgebaut … in ein System, das von Militärs gelenkt werden soll. Das geht prima – weil weit im Vorfeld schon die Gedankenfreiheit ausgeschaltet wurde.

Wir können das auch ganz einfach anhand der Verwendung von Sprache im Alltag erkennen: einfach mal in die nächste Eckkneipe gehen und „verbotene“ Themen ansprechen: was folgt?

„Das glaube ich nicht!“.

Ein Standardsatz, der millionenfach in Kommentaren auftaucht – egal zu welchem Thema. Regierungsbeteiligung an nine-eleven, Spionage durch die NSA, false-flag-Operationen, Manipulationen von Arbeitslosenzahlen, Börsenkursen, Staatsbilanzen und Zinsen: an die Stelle wissenschaftlicher Untersuchung und Analyse hat ein (erlaubtes und gefördertes) religiöses Element von uns Besitz ergriffen und ist ein breit akzeptiertes und öffentlich oft angebrachtes Argument geworden: der persönliche „Glaube“.

Was im Prinzip als Grundlage der Meinungsfreiheit zu schätzen ist, wird selbst bizarr, wenn man feststellt, das der „Glaube“ sehr enge Grenzen hat, denn es gibt viele Dinge, an die wir nicht glauben dürfen, uns aber gar nicht mehr wundern, warum das so ist.

„Ich gehorche der staatlich gewünschten Wirklichkeit“ wäre da eine angemessene Übersetzung von „ich glaube“ – und hier kommen wir zum letzten Grund für den Einsatz der Gedankenpolizei: überall, wo der Verdacht entsteht, es könnte Wirklichkeiten geben, die stärker, besser, ehrlicher oder mächtiger als „der Staat“ sind, greift der Staat blindwütig an: es darf keinen Gott neben ihm geben, weil sonst die Wirtschaft die Macht über die Alltagsgestaltung der Konsumenten verlieren würde.

Und deshalb wird die öffentliche Beschäftigung mit einem harmlosen britischen Tagträumer zu einer Gefahr für die persönliche Sicherheit: einen Job würde ich mit dem Hintergrund nicht mehr bekommen.

Aber als Militär stünden mir inzwischen alle Führungspositionen offen.

 

 

 

 

 

 

 

Arbeit macht nicht frei – Arbeit macht arm und krank….und tot. Über Sklaverei in Deutschland.

Freitag, 22.2.2013. Eifel. Vor ein paar Monaten hatte ich mal einen mutigen Artikel geschrieben: Arbeit ist Scheiße hies er und war trotz der deftigen Überschrift in feinem Ton gehalten. Es kam, wie es zu erwarten war - ich wurde gescholten. Ein denkwürdiger Moment. Eine "Universaldiletantin" trat auf und kritisierte die Majestätsbeleidigung:

Traurig
Das Erwachsenen gut gebildeten Menschen nix besseres einfällt, als sich in die soziale Hängematte zu legen. Das ist schön einfach, das kostet keine Mühe. Mal abgesehen davon, das solche Artikel anderen Arbeitslosen, das Leben zur Hölle machen.

Freitag, 22.2.2013. Eifel. Vor ein paar Monaten hatte ich mal einen mutigen Artikel geschrieben: Arbeit ist Scheiße hies er und war trotz der deftigen Überschrift in feinem Ton gehalten. Es kam, wie es zu erwarten war – ich wurde gescholten. Ein denkwürdiger Moment. Eine „Universaldilettantin“ trat auf und kritisierte die Majestätsbeleidigung:

Traurig
Das Erwachsenen gut gebildeten Menschen nix besseres einfällt, als sich in die soziale Hängematte zu legen. Das ist schön einfach, das kostet keine Mühe. Mal abgesehen davon, das solche Artikel anderen Arbeitslosen, das Leben zur Hölle machen.

Die Schreibfehler in dem Zitat habe ich korrigiert, Kommafehler nicht. Offenbar hatte die Dilettantin auch den Artikel nicht gelesen – aber das stört ja manche nicht dabei, ihre Meinung abzugeben. Ich für meinen Teil fand es auf jeden Fall einmal wichtig, darauf hinzuweisen, warum ARBEIT eigentlich BEZAHLT gehört – der Zusammenhang ist nämlich immer mehr Menschen unklar, die für Ein-Euro-Jobs oder im Rahmen von Praktika faktisch umsonst arbeiten.

Gut: zu ein Euro-Jobs zwingt einen die Staatsgewalt unter Androhung von Obdachlosigkeit, Hunger- und Kältetod. Wird in Deutschland selten besprochen, das halten wir wie die Sache mit den Juden: wir vergasen sie, aber wir reden nicht darüber – und wissen auch von nichts.

Der Spiegel weist aktuell auf eine Studie hin, die die unglaublich lebensverlängernde Wirkung der Nichtraucherei belegt: neun Jahre länger kann man dann leben. Einer der Kommentatoren zu dem Artikel (Nr. 8: Sozial_Distortion) weist auf die Nebenwirkung der lebensverlängernden Maßnahme hin, die die Mehrheit der Deutschen im Alter erwartet:

Neun Jahre, oder sogar noch länger mit mickriger Rente in einer kalten Bude gerade mal so überleben, oder in einem Altenheim für maximales Geld bei minimaler Versorgung wund gelegen dahinvegetieren. Was für schöne Aussichten für das Gros der zukünftigen „ich habe immer gesund gelebt“ – Rentner.

Noch eine Realität, über die wir nicht sprechen, obwohl sie alle ereilen wird. Eigentlich arbeiten wir wie die Blöden, um der Altersarmut zu entkommen – jener Altersarmut, die für die meisten von uns jetzt schon sicher ist – in Folge der Turbulenzen, die sich durch die von unseren Politikern auf breiter Front bejubelte Freihandelszone mit den USA ergeben werden, werden es noch deutlich mehr werden. Es war schon immer ein Ziel der Menschen, sich durch Arbeit in jungen Jahren einen gewissen Wohlstand zu erarbeiten, damit man im Alter nicht mehr so rackern muss. Früher ging das auch noch – selbst zu Zeiten der Industrialisierung.

Auto, Haus, Urlaubsreisen – all das konnte sich der kleine Mann leisten, weshalb er so begeistert vom Kapitalismus war … auch dann, wenn er im real existierenden Sozialismus lebte.  Oder erst recht dann. Heute ist das anders: seit dreizehn Jahren hat es real keine Lohnerhöhungen mehr gegeben – nur ein paar Plazebos zur Beruhigung der Nerven zwischendurch, die gab es, siehe Badische Zeitung:

Die Beschäftigten in Deutschland verdienen also nach Abzug der Inflationsrate heute weniger als vor dreizehn Jahren, sogar weniger als vor 20 Jahren. Denn schon 1992 lagen die Löhne – immer nach Abzug der Preissteigerung – höher als heute.

Der Lebensstandard sinkt unaufhörlich … dabei rackern wir uns ordentlich ab, siehe Bayrischer Rundfunk:

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich in der Arbeitswelt der Menschen drastische Veränderungen ergeben. Früher war es üblich, von der Ausbildung bis zum Ruhestand beim selben Arbeitgeber sein Auskommen zu verdienen. Außerdem ist die Arbeitsmenge kontinuierlich angewachsen, denn die Aufgaben, die der einzelne zu bewältigen hat, werden mehr, während sich der dafür zur Verfügung stehende Zeitraum verkürzt. Für ein hohes Maß an permanenter Anspannung sorgt heute bei vielen schon allein die Angst um den Job. 

Selbst wenn wir krank sind, gehen wir arbeiten – und jeder kennt den Grund dafür:

Die niedrige Zahl der Fehlzeiten im deutschen Arbeitsleben ist auch Ausdruck einer ständig wachsenden Angst um den Job. Diese führt in vielen Fällen dazu, dass man auch dann im Büro erscheint, wenn man gesundheitlich nicht dazu in der Lage wäre.

Wir gehen arbeiten, weil wir Angst haben. Das muss man sich mal genau überlegen: wir gehen nicht mehr arbeiten, weil wir unseren Lebensstandard verbessern wollen (was bei den Löhnen sowieso ein schlechter Witz wäre), wir gehen nicht mehr arbeiten, um unsere Zukunft abzusichern (die sowieso schon verloren ist), wir gehen arbeiten, weil wir Angst haben.

Wie Sklaven, die sind ähnlich motiviert.

Sklaven dürfen sich auch nicht über die Unerträglichkeit ihrer Situation unterhalten. Besser sie loben die Verhältnisse über den grünen Klee, damit die Meister auch hochzufrieden mit ihnen sind – das war schon im alten Rom so. Und bloß nicht darüber beschweren, das Sklaverei eigentlich verboten gehört – das führt dazu, das den vielen Sklaven, die noch auf dem Marktplatz des Jobcenters herumlungern, „das Leben zur Hölle gemacht wird“.

Darüber, das auch den arbeitenden Menschen das Leben zur Hölle gemacht wird, wird ebenfalls nicht geredet. Demokratie endet am Werkstor – immer öfter. Stört uns das? Und hinter den Mauern der Arbeitgeber macht Arbeit wieder nur noch krank – und mal wieder nicht frei, wie versprochen, siehe Handelsblatt:

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat eine umfangreiche Untersuchung zur Arbeitsbelastung und ihren Auswirkungen vorgelegt. 17.000 Befragungen geben ein umfangreiches Bild. Für 43 Prozent der deutschen Arbeitnehmer hat der Stress bei der Arbeit demnach in den vergangenen zwei Jahren zugenommen.

Noch ein paar Daten zur „Arbeit“? Bitte schön:

Die Mittagspause ist bei vielen schon lange nicht mehr die Regel: Jeder Vierte (26 Prozent) gibt an die Pause ausfallen zu lassen.

Wozu muss man auch Essen, wenn man ARBEIT hat?

Jeder zweite Arbeitnehmer hat Rückenprobleme, jeder dritte klagt über Kopfschmerzen, jeder vierte hat Schlafstörungen, jeder fünfte fühlt sich körperlich oder emotional erschöpft. Als arbeitgeberfreundliches Magazin unterlegt das Handelsblatt die Ergebnisse mit entsprechend manipulativen humorvollen Bildern, so dass gleich klar wird: wir wollen das nicht ernst nehmen.

Dabei sind die Zusammenhänge bekannt. Schon vor neun Jahren warnte die Welt vor den Folgen der „Arbeitsverdichtung“ und erwähnt nebenbei, das in Japan jedes Jahr ZEHNTAUSEND TOTE in Folge dieser Überlastung zu beklagen sind. In Deutschland werden solche Studien erst gar nicht durchgeführt: unser Arbeitsethos darf nicht leiden, unsere heilige Kuh nicht angerührt werden  – auch dann nicht, wenn sie Leben vernichtet.

Das Arbeitsverdichtung keine natürliche Ursache ist, sondern gezielt von Unternehmensberatern im Sinne des Share Holder Value in die Welt getragen wurde, wird dabei gerne übersehen.

Ja – auf einmal sind wir in der Welt des großen Geldes, die es sich erlaubt hat, durch gut verdienende Unternehmensberater erfolgreich in die Arbeitswelt hinein zu regieren. Nicht mehr die Qualität der Produkte ist Sinn des unternehmerischen Handelns, sondern nur noch der Gewinn der Investoren. Die sehen natürlich außerordentlich ungern, das Arbeiter Pausen machen, krank sind oder bezahlt werden – und die Politik hilft ihnen in großem Umfang dabei, ihre Interessen durchzusetzen.

Moment aber: wird denn gar nicht mehr bezahlt?

Natürlich nicht. Es gibt noch ein paar Dinge mit denen man Geld machen kann. Auto fahren, zum Beispiel. Je schneller man fährt, je mehr man sich und andere gefährdet und die Umwelt sinnlos ruiniert, umso mehr Geld bekommt man: Schumacher – 25 Millionen, Vettel – 18 Millionen, Rosberg – 14 Millionen – jedes Jahr. Fußball spielen wird auch reich belohnt: Lahm – 9 Millionen, Schweinsteiger – 9 Millionen, Neuer – 8 Millionen, Ballack – 7,5 Millionen (siehe wofam.de).

Wo kommt das Geld her?

Nun – letztlich von uns, die wir für Arbeit nichts mehr bekommen. Die leben ein Leben in Saus und Braus, während wir uns krank malochen und unser Lebensende hungernd und frierend im Dunkeln verbringen.

Cool, oder?

Für das, was ein Schuhmacher für ein Jahr Auto fahren bekommt, müsste ein Durschnittsverdiener in Deutschland über SIEBENHUNDERT JAHRE arbeiten. Warum werden wir eigentlich nicht alle Rennfahrer? Ach ja, ich vergaß: für Normalbürger gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Besser noch wird es, wenn wir uns der Quelle des Geldwesens zuwenden: den Banken. Dort kann man sogar 80 Millionen Euro verdienen – siehe Spiegel:

Der Franzose Christian Bittar soll laut „Stern“ für das Jahr 2008 Bonuszahlungen in Höhe von 80 Millionen Euro genehmigt bekommen haben.

Brisant ist der hohe Bonus vor allem wegen Bittars mutmaßlicher Verwicklung in den Skandal um manipulierte Referenzzinssätze wie den Libor oder den Euribor.

Bittar konnte so viel verdienen, weil sein Arbeitsvertrag ihm einen prozentualen Anteil an den Gewinnen versprach, die er für die Bank erwirtschaftete – und zwar unbegrenzt, ohne Deckelung. 2008 machte er offenbar das Geschäft seines Lebens. Damals hatte er darauf gesetzt, dass sich die Differenz zwischen den Referenzzinssätzen verschiedener Laufzeiten vergrößern würde. Die Wette ging auf. Im Gesamtjahr verdiente die Bank mit den Zins-Geschäften laut „Wall Street Journal“ damals rund 500 Millionen Euro.

Mit Wetten auf manipulierte Referenzzinssätze kann man offenbar gut verdienen. 2285 Jahre müsste der deutsche Durchschnittsarbeiter dafür arbeiten – das ist selbst mit großzügig nach hinten verlegtem Renteneintrittsalter nicht mehr zu schaffen.

Besser kann das nur noch George Soros. Der hat jetzt gegen den Yen gewettet und eine Milliarde Dollar verdient – völlig ohne Risiko, siehe Nachrichten-t-online:

Soros‘ Firma und andere Hedge-Fonds-Manager gingen beim Yen short, das heißt, sie verkauften die Währung, ohne sie zu besitzen, in der Hoffnung, sich günstiger mit der Währung eindecken zu können, wenn das entsprechende Options-Papier fällig wird. Diese Strategie schien zumindest seit November 2012 einigermaßen risikoarm gewesen zu sein, denn Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe hatte bereits vor seiner Wahl im Dezember seine Abwertungsstrategie propagiert.

Wieviel Jahre unser deutscher Arbeitnehmer sich im Büro dafür krank schuften muss, möchte ich gar nicht mehr ausrechnen. Toll ist: man kann inzwischen eine Milliarde Dollar machen, ohne die Ware, mit der man handelt, überhaupt zu besitzen! Und das finden alle völlig ok. Andererseits führt die Arbeitsverdichtung zwecks Deckung dieser Traumgewinne zur effektiven Vernichtung menschlicher Gesundheit, menschlichen Wohlstandes und konkret sogar zur Vernichtung von Menschenleben – das stört niemanden.

Es gibt wenige Stimmen aus der Wirtschaft, die dazu passende Kommentare abgeben, wie hier der Unctad Chefökonom Flaßbeck in Capital:

Die Hoffnung, durch Finanzanlagen schnell reich zu werden, muss zerstört werden. Denn sie führt immer wieder zu neuen Krisen, die unendlich teuer sind. Die Menschen müssen irgendwann wieder begreifen, dass man durch Finanzanlagen nicht automatisch reich wird. Man muss arbeiten. Es gab einmal eine Zeit, in der für junge, intelligente Leute klar war: Über etwas Praktisches, Wirkliches oder Technisches kann man reich werden. Aber nicht über Finanz­anlagen.

„Man muss arbeiten“ – das ist dem Chefökonom klar. Anderen ist klar, das es auch reicht, wenn andere für einen arbeiten: dann kann man selbst Einkommen in Höhe einer zweitausendjährigen Arbeitsleistung erzielen, ohne dafür auch nur einen Finger krumm zu machen.

Römische Imperatoren haben das genauso gesehen – und Rom geschah das gleiche, was uns droht, der komplette Untergang:

Obwohl Volkswirte schlechte Anleger sind, denn sie schauen viel zu weit voraus. Wenn man das System einmal halbwegs verstanden hat, dann weiß man: Es muss irgendwann crashen. Ein Banker würde mir wahrscheinlich zu Aktien raten, aber ich glaube, der nächste Crash kommt bald.

Und wer darf dann wieder die Zeche zahlen? Wissen wir doch genau.

Es gab einmal eine Zeit, in der für junge, intelligente Leute klar war: Über etwas Praktisches, Wirkliches oder Technisches kann man reich werden.

Was Flaßbeck damit sagen will: diese Zeit ist vorbei. Heute demonstrieren Leistungsträger jeden Tag in aller Öffentlichkeit auf allen Kanälen, das man mit Arbeit nicht reich wird, sondern arm – und krank. Reich wird man, wenn man zur Unterhaltung der Reichen Fussball spielt, Auto fährt, wie Günter Jauch den dummen Bürger vorführt, Zinssätze manipuliert oder mit Währungen handelt, die man gar nicht besitzt.

Das kann man als normaler Mensch gar nicht mehr verstehen – wir kommen ja auch ins Gefängnis, wenn wir Autos verkaufen, die wir nicht haben.

Man stelle sich nur mal vor, wie das Leben eines Michael Schuhmacher verlaufen wäre, wenn der Arbeiten gegangen wäre? Oder das von Christian Bittar – oder George Soros? Die hätten noch viele Jahrtausende Arbeit vor sich, um das zu verdienen, was sie jetzt bekommen haben.

Und da kann man doch sehen, das erwachsenen, gut gebildeten Menschen doch noch etwas anderes einfällt, als sich in die soziale Hängematte zu legen: durch Lug und Trug Milliarden machen, die allen anderen dann in der Tasche fehlen.

Wie bitte – soviel Geld ist das gar nicht?

Das sind über ZWEI BILLIONEN EURO – allein für Deutschland. Das ist das Vermögen der stetig wachsenden Millionärskaste in Deutschland (und es entspricht vollumfänglich der deutschen Staatsverschuldung) – und da ist garantiert keiner dabei, der es durch den klassischen sozialversicherungspflichtigen Job zu Reichtum gebracht hat – ausgenommen vielleicht ein paar von denen, die auf Kosten der Arbeitslosenversicherung  leben, siehe Focus:

An der Spitze will Weise handverlesene Leute sehen, die Erfahrungen im Ausland und in der Wirtschaft haben. Insgesamt 20 Millionen Euro zahlt die BA ihren außertariflich vergüteten Leistungsträgern („AT-Beschäftigte“) pro Jahr – von ihnen gibt es 240. Spitzenverdiener unter ihnen ist mit gut 200 000 Euro im Jahr der Herr über das weit verzweigte Datennetz der Behörde, Klaus Vitt, ein Profi mit jahrelanger Telekom-Erfahrung.

Fünf Jahre gut von den Versicherungsgeldern der Arbeiter gelebt – schon hat man seine erste Million. Weise selbst muss laut Gehaltsreport nur vier Jahre für seine erste Million arbeiten. Dafür werden dann Arbeitslosen die Leistungen gekürzt, für die sie vorher fleißig und großzügig in den Versicherungstopf einbezahlt haben, aus dem Frank Weise so großzügig schöpft und damit mehr verdient als die deutsche Bundeskanzlerin (siehe Wiwo), während seine Versicherungsnehmer aus lauter Not in Scharen in eine unsichere Selbstständigkeit abwandern: die Zahl der Solounternehmer ist in den letzten Jahren um 40 % gestiegen, siehe Spiegel, ein Drittel von ihnen lebt im Niedriglohnbereich – mit entsprechenden Rentenaussichten.

Jetzt verstehen wir aber, warum die Arbeitszwangbehörde ihren Bütteln so gute Löhne zahlt (aufgrund derer die Arbeitslosen so wenig Geld haben): die Botschaft, das Arbeitsverweigerung mit Hunger, Kälte und Obdachlosigkeit bestraft wird, muss mit Nachdruck unters Volk gebracht werden – denn das Volk weiß schon längst, das Arbeit arm und krank macht.

Nur ein paar Dilettanten glauben noch daran, das Arbeit frei macht – aber das war 1933-1945 auch schon ein falsches Versprechen.

Was wir tun müssen, ergibt sich natürlich aus der Sachlage: das Geld muss aus den Händen der Betrüger, Abzocker, Spesenritter, Behördengreifer und Spaßapostel wieder in die Hände jener, die echte Arbeit machen: eine Verdoppelung der Gehälter bei radikaler Kürzung der Arbeitszeit scheint angemessen – dann haben wir auch kein Problem mehr mit der Arbeitslosigkeit oder den „faulen Säcken“ in den sozialen Hängematten: wenn sich Arbeit wieder lohnt, wird man sich wundern, wie schnell die angeblich „Faulen“ auf einmal werden können.

Geld ist genug da. Zur Not können wir ja auch Yen verkaufen, die wir nicht haben – wir als Staat haben deutlich mehr Investmentkapital als George Soros, der nur mit seinem Familienvermögen von 15 Milliarden spekuliert.  Dann könnten wir vielleicht alle den alten Menschheitstraum der griechischen Philosophie leben, siehe Spiegel:

Für die griechischen Philosophen sind die Aufgaben, für die der Mensch „gemacht“ ist: Kontemplation, Wissenschaft, Politik. Oder anders: Nachdenken und philosophische Abhandlungen veröffentlichen. Der freie Mann besitzt große Ländereien, auf denen Tagelöhner und Sklaven die Arbeit verrichten.

Und wir haben heute Maschinen, die diese Arbeit verrichten. Nur deren Gewinn … wird anders verteilt. Schade auch, denn sonst könnte heute … jeder ein FREIER MANN sein – nicht nur die mit einem Mindestbarvermögen von einer Million Euro.

 

 

 

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