Fracking

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Video der Woche – Steve Cutts uncut: Der Schatten der nerdigen Smartphonebürger … lässt sich nicht mehr verdrängen

(Warnung: Splattervideo -nichts für schwache Nerven!)

Video by Steve Cutts (siehe Galerie)

in memoriam Steve Geshwister

Kurznachrichten

Und denen soll ich trauen, wenn es um meine Gesundheit geht?

Wenn es nach der EU-Kommission geht, wird (möglicherweise) die Suche nach Testpersonen für die Pharmafirmen bald überflüssig werden. Die EU-Kommission diskutiert in der neuen Verordnung, dass alle Patienten in einer Klinik automatisch an dort laufenden Medikamententests teilnehmen, sofern sie nicht ausdrücklich widersprechen.

Das Gold der Urkaine ist weg (ok, so wie das Deutsche, aber in einer cooleren Aktion und nicht durch schnöden Betrug):

Tonight, around at 2:00 am, an unregistered transport plane took off took off from Boryspil airport. According to Boryspil staff, prior to the plane’s appearance, four trucks and two cargo minibuses arrived at the airport all with their license plates missing. Fifteen people in black uniforms, masks and body armor stepped out, some armed with machine guns. These people loaded the plane with more than forty heavy boxes.
After this, several mysterious men arrived and also entered the plane. The loading was carried out in a hurry. After unloading, the plateless cars immediately left the runway, and the plane took off on an emergency basis.

Da scheinen die Märchenerzähler ja doch Recht zu behalten: Einhörner sind Real. Und wie es sich gehört, wird es erst einmal eines, zur Beweissicherung und natürlich nur wegen seinem fortgeschrittenen Alter, erschossen:

Erlegt wurde das Tier im vergangenen August von einem Jäger nahe Celje in der Region Savinjska. Wie „National Geographic“ berichtet, erklärte der das Tier untersuchende Wissenschaftler Bostjan Pokorny vom Forschungsinstitut ERICO Velenje, dass er selbst noch nie einer solche Abnormität gesehen habe.

Surprise surprise:

Eine ehemalige Mitarbeiterin des britischen Geheimdienstes MI5 glaubt, dass die aggressive Außenpolitik der USA vor allem ein Rückzugsgefecht sei: Die Amerikaner wissen, dass sie die globale Vorherrschaft in der Energie-Politik nicht aufrechterhalten können. Viele Staaten hinterfragen das Monopol des Petro-Dollars.

Eine kleine Liste mit 33 Verschwörungstheorien, die sich als Wahr herausgestellt haben:

Most people can’t resist getting the details on the latest conspiracy theories, no matter how far-fetched they may seem. At the same time, many people quickly denounce any conspiracy theory as untrue … and sometimes as unpatriotic or just plain ridiculous.

Eigentlich dachte ich, schau mal beim Ufo-Blogger vorbei, der hat doch bestimmt was über UFOs. Stattdessen finde ich bei ihm drei Artikel und ein Musikvideo über Ebola. Die Verschwörungstheorie am Ende hab ich dann noch schnell drangehängt. Hoffentlich landet das nicht auch auf der Liste von Alex Jones hier drüber:

This [the Ebola-] patent may help explain why Ebola victims are being transported to the United States and put under the medical authority of the CDC. These patients are carrying valuable intellectual property assets in the form of Ebola variants, and the Centers for Disease Control clearly desires to expand its patent portfolio by harvesting, studying and potentially patenting new strains or variants.

[…] Now we learn that its not the first time depopulation using virus has been discussed in science conferences, back in 2006, a popular science and computer writer and editor of the Citizen Scientist, Forrest M. Mims III, reports that he was present at a speech at the Texas Academy of Sciences when a respected evolutionary ecologist and lizard expert called for 90% of the world’s human population to be wiped out to save the environment. Mims reports that at the 109th meeting of the Texas Academy of Science at Lamar University in Beaumont in early March 2006,Dr. Eric R. Pianka received a prolonged standing ovation when he said that air-borne Ebola virus should be released in order to control world population.

Illuminati owned singer and performer Avicii’s predict a future event in his latest music video „The Days“ which was released on Youtube on 3 October, 2014.
Which confirms Ebola is Illuminati bio weapon and they don’t care if you find out. They have become that bold.

Dr. Cyril Broderick, A Liberian scientist and a former professor of Plant Pathology at the University of Liberia’s College of Agriculture and Forestry says the West, particularly the U.S. is responsible for the Ebola outbreak in West Africa. Dr. Broderick claims the following in an exclusive article published in the Daily Observer based in Monrovia, Liberia…

Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, da wurde so was als Science Fiction Spinnerei abgetan:

Das Pentagon hat gerade begonnen ein neues Lasersystem an Bord der USS Ponce zu testen, das imstande ist, kleine Drohnen abzuschießen, was die konventionelle Flak ja nicht kann.

Und das hier auch (Video):

Microwaves can entrain the brain, cause depression, aggressive behavior, suicide, homicide, cancer, can make you think you’re hearing voices, induce sickness, weakness, fatigue, etc.

War schon klar, daß dieser Kelch nicht an uns vorbeigeht:

Gas soll in Deutschland künftig doch durch die umstrittene Förder-Methode Fracking gewonnen werden können. Auf Druck von Wirtschaftspolitikern der Koalition weicht die Bundesregierung ihre Pläne für ein Fracking-Verbot auf und will es unter Auflagen in Einzelfällen [sic!] zulassen.

Und was dann passieren wird (natürlich alles nur Einzelfälle):

Der der Öl- und Gasboom erschüttert die Amerikaner. In mehreren Bundesstaaten treibt das Rückpumpen der Abwässer die Zahl der Erdbeben massiv in die Höhe. Die Folgen sind gravierend. Die Bundesregierung steht zwischen Verbot und Hintertür.
Was Naturkatastrophen betrifft, ist der amerikanische Bundesstaat Oklahoma eher für seine zerstörerischen Tornados als für Erdbeben bekannt. In den vergangenen sechs Jahren hat aber die Erdbebenhäufigkeit in dem weit von jeder tektonischen Plattengrenze entfernt liegenden Bundesstaat exponentiell zugenommen. Inzwischen werden in Oklahoma sogar mehr Erdbeben als in Kalifornien, der klassischen Erdbebenregion Nordamerikas, registriert.

Das glaube ich persönlich eher nicht (Meine den Ausstieg, nicht die Spekulation darüber. Denn wann hat das Merkel mit der CDU oder die Verräterpartei mal was gegen die Interessen der Reichen getan?):

Italienische Medien berichten über einen Geheimplan von Angela Merkel. Sie soll bereits Brüssel darüber informiert haben, dass Deutschland zur Mark zurückkehren wolle. Der Ausstieg aus dem Euro sei im finalen Stadium. Sie untermauern die Spekulationen mit Argumenten von US-Ökonomen.

So macht eine anständige Regierung Politik:

Nehmen wir mal an, rein hypothetisch gesprochen jetzt, die Energiewende solle still und heimlich entkernt werden. Das wäre ja ein Umfallen von geradezu tektonischen Ausmaßen. Das kann überhaupt nur eine Partei leisten.  Herzlichen Glückwunsch, Herr Gabriel. Das ist selbst für SPD-Verhältnisse ein Jahrhundert-Verrat.

Doch noch eine UFO Meldung. „Die Rosetta Verschwörung“ klingt auch einfach zu Gut:

Letzte Woche landete ein kleines Labor eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt auf einem Kometen. Für einige ist das nicht Science Fiction genug: Sie vermuten, der Himmelskörper ist eine Art Radiostation von Ausserirdischen.

Abschließend die „Schachtel im Müll“ Verschwörung (ok, das klingt Scheiße)

Momentan kursiert ein äußerst seltsamer Fund im Internet, nämlich die Entdeckung einer ominösen braunen Schachtel (ca. 100 x 70 cm) die aus dem Müll gefischt wurde. Daran ist erst einmal nichts Besonderes, aber wenn man sie öffnet, entdeckt man darin viele großformatige Zeichnungen und Schriftstücke, die offensichtlich von jemanden verfasst wurden, der eine detaillierte Begegnung mit Außerirdischen und diese daraufhin ausgiebig dokumentiert hatte.

 

Wie immer distanzieren wir uns von den hier verlinkten Nachrichten und verweisen auf den gesunden Menschenverstand, der sich durch nichts beeinflussen lässt.

Kurznachrichten

Kenntnisse in ausländischer Sprache sind von Vorteil.

Ich weiß nicht, wovor der Mann Angst hat. Deutschland hat auch jede Menge arme Bürger und trotzdem gibt es keine Revolution:

Hong Kong has too many poor people to allow direct elections, leader says

Ich hab letztens gelernt (verbessert mich wenn nötig), daß ein Patent auf ein Lebewesen eigentlich nur bedeutet, daß niemand sonst, außer gegen Geld, das Genom (worauf das Patent beruht) dieses Lebewesens nutzen darf (also ein Patent auf die Sequenzierung, nicht auf das Lebewesen selbst).
Anyway, das Genom wird benötigt, um ein Lebewesen zu verstehen und natürlich auch, um es umzubauen. Wer hat jetzt noch mal das Patent auf Ebola?

Top Scientist: This Version Of Ebola Looks Like ‘A Very Different Bug’

I presented the case for the Kemena bio-lab as the source of spreading the Ebola outbreak in Saturday’s post, and I had to circle back and debunk the debunkers. It states on the hospital consortium’s own website that it is involved in research on lethal diseases at Kenema. The trump card, or the rest of the story, is in this post.

 Wir werden alle sterben (1):

Gewaltiger Sonnenfleck wächst und dreht Richtung Erde

Anpassungsfähig:

Der diesjährige September war der bisher wärmste weltweit seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor mehr als 130 Jahren. Das teilte die US-Klimabehörde NOAA mit. Der Deutsche Wetterdienst hat umgehend reagiert und den ursprünglich für den 22. Dezember geplanten Winteranfang um zwei Monate nach hinten verschoben.

Bananenrepublik Deutschland:

Es sollte ein friedliches »Lichtfest« werden, am 9. Oktober auf dem Leipziger Augustusplatz. Doch was einige Besucher des Festakts zum Jubiläum der sogenannten friedlichen Revolution offenbar zu sehen bekamen, waren keine Kerzen, sondern die Laserpointer von Scharfschützengewehren.

Albträume gefällig?

Merkel will Kaiserin von Deutschland werden

Gemeinsam mit der Türkei und Amerikanien in den dritten Weltkrieg:

Der US-Autor Mike Whitney untersucht die Beteiligung der USA und anderer NATO-Staaten an der Bewaffnung und Ausbildung der ISIS-Terroristen.

 Vielleicht haben die Russen jetzt Glück gehabt und bekommen doch kein Fracking:

Am Montagabend gegen 22.00 verunglückte der Generaldirektor des französischen Energiekonzerns Total, Christoph de Margiere, in Moskau. Sein Flugzeug, eine Dassault Falcon, befand sich ersten Darstellungen zufolge bereits in der Startphase, als ein Schneepflug auf die Landebahn fuhr. [..] Obwohl die Temperaturen in Moskau seit Tagen leicht unter null Grad lagen, hatte es noch nicht geschneit.

Na, das ist doch mal eine Erfolgsquote:

Entsprechend einer Studie des Bureau of Investigative Journalism, gemeinsam mit Amnesty International, Reprieve und dem Center for Civilians in Conflict im vergangenen Jahr durchgeführt, hätten die Vereinigten Staaten in Pakistan 2 379 Menschen illegal getötet. Nur 704 Opfer konnten identifiziert werden. Unter ihnen wären nur 84 Mitglied der Al-Kaida, d.h. 4 % der gesamten Zahl der Opfer.

Die Aliens schlagen zurück:

„Es war gerade so, als habe Hyperion die Cassini-Sonde mit einem 200-Volt-Taser angegriffen und das, obwohl beide Objekte zum damaligen Zeitpunkt mehr als 2.000 Kilometer voneinander entfernt waren“, erläutert Tom Nordheim vom Mullard Space Science Laboratory (MSSL), am University College London, der von diesem Vorfall gemeinsam mit Kollegen aktuell im Fachjournal „Geophysical Research Letters“ (DOI:10.1002/2014GL061127) beschreibt.

Hmm, wenn der Ölpreis um 25% gesunken ist, wieso ist der Benzinpreis nur um 2 Cent gesunken?

Seit dem Beginn des Angriffs des islamischen Emirats im Irak im Juni geht der Ölpreis nicht nur nicht in die Höhe, sondern er fiel fast um 25 %, von $115 pro Barrel auf $83,78.

Gedanken von Mutter Natur

Frustriert beäugte sie den Planeten. Ihr Gesichtsfarbe verblasste immer mehr, als sie einzelne Orte genauer betrachtete. Was ihre Augen sahen, verhiess nichts Gutes. Ab und an entdeckte sie Gebiete, die wenigstens ein kleines Lächeln in ihre farblosen Gesichtszüge zaubern konnte. Aber diese Momente waren dünn gesät und gingen in der Menge der überall sonst anzutreffenden Katastrophen unter. Am liebsten wäre sie spurlos verschwunden, hätte den Planeten seinem unglücklichen Schicksal überlassen. Aber so einfach war das nicht. Sie war von Anfang an dabei gewesen und musste es nun auch weiterführen. Gesetz ist Gesetz. Vor allem wenn es sich um Naturgesetze handelt.

Mutter Natur seufzte. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Sie wollte ein Paradies schaffen, unterschätzte aber die Eigendynamik der Entwicklungen, die sich hier vollzogen. Geplant war ein blauer Planet, der eigentlich noch über zwei Milliarden Jahre den verschiedensten Spezies als Lebensgrundlage dienen sollte. Gleichzeitig war er als Arche Noah des galaktischen Lebens gedacht. Eine einsame Insel der Fruchtbarkeit im leeren, kalten Weltraum. In seiner gesamten Lebensspanne hätte er so viele neue Planeten mit seinen Keimlingen besiedeln können. Aber aus der Hegemonie des Lebens wird in diesem Teil der Milchstrasse wohl nichts, dachte sie sich. Wie es aussieht, endet jegliche Existenz auf diesem Planeten viel früher als erwartet und die Ausbreitung des Lebens hier wird um Milliarden Jahre zurückgeworfen.

Bei dieser Erkenntnis schüttelte sie traurig den Kopf. Gut, es waren noch zwei Monde in Reserve. Io und Europa. Aber die wurden sprichwörtlich auf Eis gelegt, denn die Erde stellte ein Glücksfall dar und bot optimalste Bedingungen. Es gibt zwar unzählige Planeten in der Milchstrasse und viele können und sind mit verschiedensten Lebensformen besiedelt, aber die Erde ist in dieser galaktischen Ecke ein Sonderfall. Eine gutmütige Sonne, die eine gemässigte Strahlung hat und eine lange Lebensdauer, ein Mond der für Strömungen sorgt, ein Magnetfeld und eine Atmosphäre, die wie ein schützender Mantel die Erde umhüllt und so vor kosmischer Strahlung bewahrt, eine Rotation, welche die Temperaturunterschiede  auf dem Planeten  moderat hält und so weiter und so weiter. Im Umkreis von vielen Lichtjahren gibt es keinen Zweiten, der so viele optimale Bedingungen für die Entwicklung von Leben vorweisen kann. Umso tragischer ist  die Tatsache, dass diese einzigartige Arche nun vorzeitig untergeht, bevor sich der Samen auf andere Welten verteilte. Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen, wenn doch alle Voraussetzungen so erfolgsversprechend waren. Mutter Natur liess die irdische Entwicklung vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen.

Alles lief gut, die Ursuppe wurde genährt von kosmischen Mitbringseln in Form von Kometen und Meteoriten. Die ersten Lebewesen hatten einen riesigen Spielplatz und konnten sich mit ihrer genetischen Vielfalt austoben. Mutter Natur sorgte dafür, dass jeder genug Ressourcen zum Ausprobieren hatte. Ab und an vermieste ein kometenhafter Reisender die Idylle und verbreitete Chaos. Oder ein irdischer Pickel platzte mit viel Asche und Rauch. Aber die zeitlichen Räume zwischen den Katastrophen reichten, um die Entwicklung des Lebens voranzutreiben. Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo das Gesetz der natürlichen Auslese von einer Spezies ausgehebelt wurde. Dem Menschen. Er entwickelte ein Denken, dass sich von allen Lebewesen auf der Erde grundlegend unterschied.  Zeitgleich passte sich sein Hirn den zusätzlichen Anforderungen an. Er konnte kognitiv mehr verstehen als die Tiere und dieses Wissen seinen Artgenossen sprachlich in irgendeiner Form weitergeben.  Diese Fähigkeit katapultierte den Homo Sapiens Erectus vom Mittelfeld an die Spitze der Nahrungskette. Er ist die einzige Spezies auf dem Planeten, der schwächeren Mitbewohnern aufgrund seines Intellektes ein Überleben ermöglichen kann. Hätte er diese  Fähigkeit nicht, würde die halbe Menschheit als Futter dienen. Sie hätte nie den Entwicklungsstand erreicht, den sie heute besitzt.

Nachdenklich kratzt sich Mutter Natur am Kinn. Hätte sie hier einschreiten sollen? Nein, denn irgendeine Spezies sollte ja den Samen auf andere Planeten bringen und so für die Ausbreitung des Lebens sorgen. Der Mensch mit seiner intellektuellen Entwicklung schien dafür prädestiniert. Er war auch auf gutem Wege, hatte schon seinen Trabanten besucht und andere Planeten und Monde mit Sonden erforscht. Bei jeder Mission schafften es während der Konstruktionsphase immer wieder ein paar Mikroben in die Satelliten und die wurden im Sonnensystem verteilt. Diese genetischen, organischen Bausteine des Lebens warten jetzt nur auf eine weitere Ursuppe, um aktiv zu werden. Doch das dauert wieder sehr lange. Zeit ist nicht das Problem, sinnierte Mutter Natur, es ist nur bedauerlich, dass die Entwicklung unzähliger Arten von nur einer einzigen Lebensform wieder zerstört wird. Lange hatte sie die Hoffnung, dass die Kollegin von der Abteilung Evolution die menschliche Entwicklung entsprechend lenkte, was sie auch tat. Aber schlussendlich musste sie sich ebenfalls eingestehen, dass die Dinge nicht so liefen, wie es gedacht war. Der menschliche Intellekt wuchs derart schnell, dass keine Zeit blieb, die alten Urtriebe abzulegen. So kam es, wie es kommen musste. Seit sich die menschliche Intelligenz ihrer bewusst ist, findet ein Kampf statt zwischen den Urtrieben mit all seinen zerstörerischen Kräften und dem fürsorglichen Miteinander, welches auf Güte und Nächstenliebe aufbaut. Einzelne Völker hatten den Kampf bereits hinter sich gelassen. Sie lebten Jahrtausende im Einklang mit der Natur und wären sie nicht ausgerottet worden, könnten sich die heutigen Menschen an ihnen orientieren und lernen wie ein umweltverträgliches Miteinander funktionieren kann. Aber leider sind nur noch Scherben übrig. Wenn die Urtriebe das menschliche Handeln bestimmen, bleibt nichts verschont. Sie überwalzen alles, was sich in den Weg stellt. Aber vielleicht könnte man alle Scherben zusammentragen und versuchen den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Hoffnung keimte in Mutter Natur auf. Aber im gleichen Moment erkannte sie, dass schon zu viel zerstört war, um es wieder aufzubauen. Der Mensch hat sich mittlerweile zu weit von der Natur entfernt. Er merkt nicht einmal mehr, wie er ihr mit seinem Handeln schadet. Innerhalb eines Jahrhunderts hat er es fertig gebracht, soviel zerstörerisches Potential zu entfesseln, dass die Erde mindestens für zehn Millionen Jahre damit beschäftigt ist, den ganzen Müll  wegzuräumen. Wenn der Mensch in absehbarer Zeit von der Bildfläche verschwindet, hinterlässt er ein strahlendes Erbe in Form von Atomruinen. Bis dahin hat er fast fünfhundert von den Reaktoren gebaut, obwohl er von Anfang an nicht wusste, wie man sich dem tödlichen Zeugs wieder entledigt. Er plante zwar Endlager, scheiterte aber an seinem Unvermögen, Zeiträume von Millionen von Jahren richtig einzuschätzen. In dieser Zeit wuchsen die Alpen kilometerweit in den Himmel. Solche Naturgewalten will der Mensch kontrollieren können? Mutter Natur schüttelte abermals den Kopf über so viel Grössenwahn. An die zehntausenden von Atombomben, die noch irgendwo rumstanden wollte sie gar nicht denken. Andere Arten waren da schlauer.

Mit Wehmut dachte sie an die schöne Zeit zurück. Vor vielen Millionen von Jahren entwickelten sich schon Hochkulturen. Sie lebten mit den Kräften der Natur, konnten mit ihr kommunizieren, waren mit dem Umgang verschiedenster Energieformen vertraut  und lebten mit dem natürlichen Einklang, dass man alles in gleichen Teilen gibt, wie man nimmt. So herrschte ein ausgeglichener Ressourcenhaushalt.  Leider beendeten Katastrophen kosmischen oder irdischen Ursprungs immer wieder den weiteren Aufstieg dieser Kulturen. Aber Mutter Natur war zuversichtlich, dass sich das Leben wieder erholte, diese positive Entwicklung sich fortsetzte  und so war es auch. Dank des umsichtigen Handelns der einzelnen Hochkulturen, waren die zig Millionen Jahre später folgenden neuen Lebensformen in der Lage, den Planeten weiter zu nutzen und zu gedeihen. Bis heute. Nach dem Menschen muss aber ein Entwicklungsstopp eingeschaltet werden. Erst wenn die letzte Verstrahlung und Verseuchung beseitigt ist, kann man der Abteilung Evolution wieder grünes Licht geben. Der Bauer pflanzt ja sein Saatgut auch auf gesunde Erde und nicht auf Müll. Eigentlich weiss der Mensch, wie es richtig gemacht wird, aber die Urtriebe gewinnen auch diese Schlacht.

Mutter Natur schaute wieder zur Erde hinab. Tränen füllten ihre gutmütigen Augen. Und jetzt bereitet der Mensch sein Finale vor. Auf der ganzen Welt injiziert er  Frack-Fluide in die Erde. Kilometertief. Presst giftige Substanzen in gesunden Boden, der in ernährt. Die Abscheulichkeit dieses Handelns lässt sie erschaudern. Ein Drittel der Oberfläche des blauen Planeten ist Land und dieses kleine Stückchen Erde, dass alle Landlebewesen beheimatet wird von einer einzelnen Lebensform so stark vergiftet, dass alle anderen auch daran zu Grunde gehen werden. Und nicht nur an der Oberfläche, sondern eben – kilometertief. Aber wie schon beim Atomproblem kann und will der Mensch die zukünftigen Konsequenzen seines Handelns nicht abschätzen. Wenn in zehn bis zwanzig Jahren die Gifte die Erdschichten durchwandert haben und alles Leben verseuchen, ist der letzte Akt irdischen Daseins eingeläutet. Wer nichts zu Essen hat, der verhungert. So wird es allen ergehen. Ein paar hartnäckige Überlebenskünstler werden sich gegenseitig auffressen aber das nützt trotzdem nichts. Sie vergiften sich mit der Beute und irgendwann sind auch  die alle weg.  Das war’s dann. Viren und Bakterien werden vermutlich als Letzte das irdische Lebenslicht ausknipsen, bevor auch sie die Bühne der Evolution verlassen. Dann herrscht Ruhe. Einzig die Abteilung Evolution arbeitet weiter auf Hochtouren. Sie versucht alle vom Menschen produzierten Substanzen und Strahlungen auf die neuen Lebensmodelle genetisch zu übertragen. Damit sollen den neuen Lebensformen grössere Chancen eingeräumt werden. Aber bei der Vielzahl von Schadstoffen ist es fast unmöglich einen Organismus zu kreieren, der resistent auf alles Schädliche ist, was der Mensch je hervorgebracht hat. Da stösst sogar die Schöpfung an ihre Grenzen. Wenn nichts funktioniert, muss die Erde ihre Generalreinigung arbeiten lassen und zwar so lange, bis alle jetzigen Landmassen zusammengeschmolzen wurden. Tektonische Bewegungen spielen sich im Millimeter bis Zentimeterbereich ab – pro Jahr.  Deshalb wird dieser Säuberungsprozess sicher hunderte Millionen Jahre dauern. Neu entstandene Landmassen sind dann sozusagen klinisch sauber und können wieder gefahrlos besiedelt werden.

Mutter Natur wurde wütend. Soviel Entwicklung in den letzten paar hundert Millionen Jahren und alles vergebens. Der Mensch entpuppt sich als grösster Fehlgriff in der Evolution und die Natur verzeiht keine Fehler. Zum Glück. Sonst würde diese Spezies noch andere Welten verseuchen und weitere Erfolge der Evolution mit seinem unnatürlichen Handeln zunichtemachen. Demzufolge wäre es besser, den Menschen zu entsorgen, bevor er noch grösseren Schaden anrichtet. Schadensbegrenzung eben. Mutter Natur dachte darüber nach, ob sie den Untergang der humanen Rasse forcieren sollte. Nach kurzem Überlegen kam sie zur Ansicht, dass es sogar sinnlos ist, Ressourcen für den Untergang zu mobilisieren, zu viel wurde für diese unfähige Gattung schon aufgewendet. Also übt sie sich in Geduld mit der Gewissheit, dass sich das Problem von selber erledigt. Er war bis anhin nicht in der Lage, sein Handeln ökologisch zu gestalten, also wird er es auch in der Zukunft nicht schaffen. Das Resultat liegt auf der Hand. Er zerstört seine eigene Lebensgrundlage und geht schlussendlich an seinen produzierten Giften und Müllbergen zugrunde. Und das wird nach dem Stand der Dinge nicht mehr lange dauern. Hundert Jahre hat er gebraucht, bis der Planet unrettbar verseucht war. In weiteren hundert Jahren wird er sich selber endgültig aus den Geschichtsbüchern löschen. Also muss sie nichts tun, ausser abwarten. Sie könnte in der Zwischenzeit der Evolutionsabteilung einen Besuch abstatten. Vielleicht sind Io und Europa doch bessere Kandidaten. Es ist zwar schwieriger  hier etwas Beständiges zu machen, aufgrund der Bedingungen, aber einen Versuch ist es sicher wert. Aber bevor sie sich einer anderen Baustelle widmet, sollte die Alte aufgeräumt werden.

Sie blickte auf das weite Blau der Ozeane. Hier hätte noch eine Möglichkeit bestanden, die Evolution voranzutreiben. Aber Gifte und Strahlung kennen keine Grenzen und so werden auch die Meere über kurz oder lang lebensfeindlich werden. Ein Wassertropfen braucht ungefähr tausend Jahre, bis er alle Meere mit all ihren Tiefen durchwandert hat. Somit haben die verbliebenen Meeresbewohner noch etwas länger Zeit. Aber bei den Unmengen an Abfall, die im Meer entsorgt wurden, könnte sich diese Zeitspanne erheblich verkürzen. Zudem kommt permanent tödliches Material vom Land her und beschleunigt die Ausrottung maritimen Lebens. Es nützt alles nichts.

Mutter Natur kann es drehen und wenden wie sie will. Es läuft immer auf das gleiche Resultat hinaus: die Erde stirbt. Eigentlich müsste der Mensch solange weiterexistieren und die ganze Tragödie miterleben. Das wäre eine entsprechende Strafe. Aber auch hier drückt er sich vor der Verantwortung und verschwindet als einer der Ersten von der Bildfläche.

Angewidert wendet sie sich ab. Das Experiment mit der Rasse Mensch dauert circa hunderttausend Jahre und verursacht einen Schaden von hunderten von Millionen, wenn nicht gar Milliarden von Jahren. Auf diese Leistung können die von der Evolutionsabteilung nicht gerade stolz sein. Aber wo gearbeitet wird, fallen bekanntlich Späne. Mutter Natur ist sich jedoch sicher, dass der Fehler nicht zweimal gemacht wird. Mit diesem hoffnungsvollen Gedanken widmet sie sich wieder ihrer Arbeit und umsorgt liebevoll all die Lebewesen im Universum, welche die Geschenke von Mutter Natur zu schätzen wissen und im Einklang mit ihr gedeihen.

Nestlé, Monsanto, BASF freuen sich schon…

11. Dezember 2013 von , mit Erlaubnis kopiert von blog.campact.de

… und Konzern-Anwälte reiben sich die Hände: Der geplante TTIP-Handelsvertrag zwischen der EU und den USA soll Konzernklagen gegen Staaten zum Durchbruch verhelfen. Steuerzahler zahlen dann „Schadensersatz“ für demokratische Entscheidungen. Das lassen wir nicht zu:

Ab Montag wird verhandelt – jetzt Appell unterzeichnen!

Am Montag müssen wir alle draußen bleiben. Dann schließen sich in Washington die Türen und EU-Vertreter verhandeln mit der US-Regierung über das TTIP-Freihandels-Abkommen. Der Ausschluss der Öffentlichkeit hat seinen Grund: Durchgesickerte Papiere zeigen, dass die Unterhändler die größten Wünsche der Konzerne erfüllen wollen. Gen-Essen, Fracking, privatisierte Trinkwasserversorgung, laxer Datenschutz – das Abkommen soll ungebremste Profite damit ermöglichen.

Auf demokratischem Wege wäre das nie möglich. Nun soll es ein Vertrag richten, der im Geheimen ausgehandelt wird. Doch die Öffentlichkeit wacht auf: Das ARD-Magazin Report München und die Wochenzeitung Die Zeit haben das Abkommen kritisiert. Bis Montag wollen auch wir Bürger/innen deutlich machen, dass wir solche Geschenke für Konzerne nicht dulden. So merken die Verhandler: Den Deal bekommen wir in Europa nie durch die Parlamente.

Wenn wir bis Montag mindestens 100.000 Unterzeichner zusammen bekommen, wollen wir die Unterschriften dem EU-Handelskommisar überreichen – ebenso wie dem Präsidenten des EU-Parlaments und SPD-Spitzenkandidaten für die Europawahl im Mai, Martin Schulz. Damit machen wir klar: Wer unsere Interessen verkauft, wird unwählbar.

Hier klicken – und Appell gegen das Abkommen unterzeichnen…

Die Details der Verhandlungen sind zwar geheim, aber aus den Verhandlungs-Richtlinien der EU-Vertreter wissen wir, was uns erwartet:

  • Wenn Konzerne ihre Profite durch Gesetze geschmälert sehen, sollen sie von den Steuerzahlerinnen künftigSchadensersatz verlangen dürfen. Darüber entscheiden dann geheim tagende Schiedsgerichte ohne die Möglichkeit einer Berufung. Mit anderen Worten: Demokratische Staaten auf beiden Seiten des Atlantiks sollen nichts mehr beschließen können, was den Konzernen nicht passt.
  • Das Abkommen soll US-Konzernen erlauben, Gen-Food, mit Hormonen behandeltes Fleisch und gechlorte Hühner in Europa zu vertreiben – ohne Kennzeichnung. Ein gnadenloser Preiskampf würde dann hochwertige Lebensmittel vom Markt drängen.
  • Der Vertrag soll das Geschäft mit der umweltschädlichen Erdgas-Förderung mittels Fracking anheizen. Fracking-Gas könnte dann einfach nach Europa exportiert werden – und unsere Chemiekonzerne würden ihre giftigen Chemikalien dafür in die USA verkaufen. So käme es auch in Europa zum Fracking-Durchbruch.
  • Das Abkommen würde eine beispiellose Welle von Privatisierungen lostreten. Konzerne bekämen die Möglichkeit, sich viele kommunale Dienstleistungen – Wasser, Gesundheit, Bildung – einzuverleiben. Der Erfolg unserer Wasserkampagne bei der EU-Konzessionsrichtline würde zunichte gemacht.
  • Mit dem Abkommen soll das gescheiterte ACTA-Abkommen durch die Hintertür eingeführt werden: mit beispielloser Gängelung von Internetnutzern, Aushöhlung des Datenschutzes, Beschneidung der Kommunikationsfreiheit.

Die gute Nachricht ist: Ein Bündnis von mehr als 30 Initiativen arbeitet hierzulande gemeinsam an dem Ziel, die Verhandlungen zu stoppen. Auch in Nordamerika wächst der Widerstand. Selbst wenn EU und USA zu Ende verhandeln, sind die Konzerne noch nicht am Ziel. Der Vertrag muss von den Parlamenten ratifiziert werden. Unser Online-Appell ist daher der Startschuss, vielfältige Aktionen werden folgen – in den Wahlkreisen der Abgeordneten, in Berlin, und auch in Brüssel.

Schon in den 90er Jahren brachte die Zivilgesellschaft ein ähnlich antidemokratisches Abkommen zu Fall – das Multilaterale Abkommen über Investitionen (MAI). Auch die erfolgreichen Proteste gegen den ACTA-Vertaghaben gezeigt: Wir können den Konzernen einen Strich durch die Rechnung machen.

Das ist auch diesmal nötig, denn: TTIP gefährdet unsere Demokratie. Künftig sollen Firmen Staaten auf Schadensersatz verklagen können, wenn demokratisch entstandene Gesetze ihre Gewinne schmälern. So könnten Konzerne Fortschritte im Daten- und Umweltschutz oder mehr Rechte von Arbeitnehmer/innen künftig effektiv ausbremsen.

Unterzeichnen Sie jetzt den Appell

Mehr Hintergrund finden Sie im 5-Minuten-Info

€ – Spenden Sie für eine Info-Kampagne – €

Ebenfalls Dank an Frau Kopfständler für den Tip.

Fracking – ökologischer Genickschuss oder Goldsegen

In der Öffentlichkeit wird die Erkundung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten mit Hilfe der Fracking-Methode  immer mehr diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die eingesetzten Chemikalien, Überbauungen von Naturflächen, Entsorgung des sogenannten Frackwassers, Umweltverträglichkeit dieser Fördertechnik und natürlich die lukrativen Aussichten für die Betreiber wie Exxon Mobil, RWE Dea AG, BNK, Mingas-Power, Wintershall. Bei der Gasförderung werden konventionelle und unkonventionelle Vorkommen unterschieden. Ein Indiez für die Differenzierung ist die Durchlässigkeit des Gesteins. In konventionellen Gasvorkommen kann das Erdgas, meist Methan, weitgehend selbständig aus den Gesteinsporen entweichen. Bei unkonventionellen Gasvorkommen müssen dagegen mit Hilfe von Fracking künstliche Risse in den Porenräumen geschaffen werden, damit das Gas gefördert werden kann.   Dazu muss erwähnt werden, dass die Bohrungen in Deutschland ausschliesslich dem Entdecken/Feststellen der Gasvorkommen dienen. Baden- Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben für solche Probebohrungen die Genehmigungen erteilt. Für das eigentliche Fördern des Gases durch Fracking sind noch keine Bewilligungen vorhanden.  Den wenigsten Behörden und Kommunen ist dabei bewusst, dass bereits für die Probebohrungen das vielumstrittene Frac-Fluid verwendet wird und nicht erst bei der eigentlichen Gasförderung. Somit sind die Giftstoffe schon im Boden, bevor eine Bewilligung erteilt, geschweige denn die Öffentlichkeit darüber informiert wurde.

 

Geschichte

Hydraulic Fracturing (von englisch to fracture ‚aufbrechen‘,  deutsch auch hydraulische Frakturierung, hydraulisches Aufbrechen, hydraulische Risserzeugung) genannt. Hydraulische Stimulation  ist eine Methode vor allem der Erdöl- und Erdgasförderung, bei der in technische Tiefbohrungen eine Flüssigkeit (Fracfluid) eingepresst wird, um in gas/ölhaltigen Gesteinsschichten Risse zu erzeugen, aufzuweiten und zu stabilisieren. Diese Methode der Gas- und Ölförderung ist nicht neu. Die Entwicklung dieser Technik reicht bis 1940 zurück. Sie wurde 1949 erstmals kommerziell eingesetzt. Zu Beginn verwendete man diese Technik ausschließlich in vertikalen Bohrungen. In Deutschland wurde Fracking zum ersten Mal 1960 praktiziert und seither ca. 300 x angewendet, weltweit dagegen bereits 1.2 Mio. Mal. Die Bohrung Söhlingen Z10, in Betrieb ab 1994, war die erste Bohrung in Deutschland, bei der mehrere Fracks in einer horizontalen Bohrung vorgenommen wurden. Diese Kombination von Horizontalbohrungen und Hydraulic Fracturing ermöglichte es, die Produktion pro Bohrung drastisch zu erhöhen, und kam deshalb in den letzten Jahren immer häufiger zum Einsatz.

 

Vorkommen

In Deutschland wurde 2011 insgesamt 11.9 Mia. Kubikmeter Gas gefördert. 95% davon allein in Niedersachsen. Die vorhandene Erdgasmenge in Deutschland wird auf ca. 125 Mia. Kubikmeter geschätzt. Bei der Fördermenge von rund 12 Mia. Kubikmeter pro Jahr reicht der Vorrat ungefähr 10-11 Jahre. Dr. Werner Zittel von der Ludwik-Bölkow Stiftung in Ottobrunn machte dazu folgende Aussage:

„Die Firmen schüren in der Politik und Bevölkerung die Hoffnung, dass die Erschliessung der Erdgasfelder, einen deutlichen Beitrag zu Erdgasförderleistung in Deutschland beitragen kann. Diese Hoffnungen sind übertrieben, man wird in ein paar Jahren enttäuscht feststellen, dass dem so nicht war. “

Die Gasressource ist demzufolge beschränkt. Das gesamteuropäische finanzielle Volumen wird auf 100 Mia. Euro geschätzt, was ca. 50 Billionen Kubikmeter Gas entspricht. Auf globaler Ebene sehen die Zahlen anders aus. Weltweit wird das Gasvorkommen auf ca. 600 Billionen Kubikmeter geschätzt. Davon wurden bis jetzt 17% gefördert.

In den USA wird in 34 Bundesstaaten gefrackt. Ungefähr 40‘000 Bohrstellen ermöglichten es, denn Ölimport von 60% auf 40% zu reduzieren. Experten meinen, dass die USA in 20 Jahren komplett auf importiertes Öl verzichten kann. Der Gasvorrat wird circa 200 Jahre reichen. Positiver Nebeneffekt des Gaskonsums ist die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstosses. Dies passiert aufgrund von Ausmusterungen alter Kohlekraftwerke.

 

Technik

Das Fördern von Schiefergas läuft in drei Schritten ab.

1. Es wird ein breiter Kanal, zu Beginn 44 cm,  senkrecht und teleskopartig nach unten gebohrt. Die jeweilige Verjüngung erfolgt auf 200 , 1500  und 3500 Meter. Darin wird das Produktionsrohr hinab gelassen, Durchmesser 11 cm. Den Zwischenraum füllt man mit einer Spezial-Zementmischung, welche nach der Aushärtung als Schutzmantel und Stabilisation für das Rohr/Bohrloch dient. Die Masse variieren je nach Beschaffenheit des Untergrundes.

2. Der normale Bohrkopf wird durch einen Beweglichen ersetzt. Diese Spezialausführung kann  sich in alle Richtungen durch das Erdreich graben. An der Spitze des Kopfes übermitteln Sensoren Gasdichte und Position. Exaktes Navigieren ist Voraussetzung, um erfolgreich ein Gasfeld zu erschliessen. Oft sind die gasführenden Schichten nur 200 Meter dick. Beim Erreichen der optimalen Tiefe bohrt der Kopf waagrecht bis zu mehrere Kilometer weit.

3. Im waagrechten Bohrkanal werden Mini-Sprengsätze platziert und zur Detonation gebracht. Dadurch wird das Gestein sprichwörtlich aufgesprengt. Um die entstandene Rissbildung zu verstärken, pumpt man Wasser mit hohem Druck ein (bis 1300 bar). In Zahlen heisst das ca. 10 Mio. Liter pro Bohrung, das entspricht dem Volumen von 4 olympischen Schwimmbecken oder 200 Tanklastzügen mit Anhänger. Dazu kommen Sand und ein Chemiecocktail (3-12 Substanzen/Volumenanteil 0.5-2% des Wassers), der sich je nach Beschaffenheit des Bodens verschieden zusammensetzt. Der Sand verhindert, dass sich die Kapillarrisse und Öffnungen wieder schliessen. Nach dem Vorgang wird das Wasser abgepumpt. Jetzt kann das Gas entweichen und wird gesammelt. Um ein Gasfeld bestmöglichst zu erschliessen, sind pro km2 ca. 4-6 Bohrungen nötig.

 

Chemikalien

Pro Bohrung braucht es zig Tonnen an Chemikalien. Die Mixturen der sogenannten „Frack-Fluide“ sind, je nach Beschaffenheit des Tiefengesteins, unterschiedlich zusammengesetzt. Fast die Hälfte davon ist toxisch. Die Bohrfirmen schweigen sich über die exakte Rezepturen der Flüssigkeiten aus. Dennoch sickern immer wieder Angaben zu den verwendeten Substanzen an die Öffentlichkeit durch. In Deutschland werden, unter anderem, folgende Chemikalien als „Additive“ verwendet:

Quarzsand und Cristobalit, Keramische Stoffe, Bauxite, Gemisch aus 5-Chlor-2-methyl-2H-isothiazol-

3-on und 2-Methyl-2H-isothiazol-3-on – Handelsname Kathon®, Guargummiderivate, Natriumthiosulfat, Natriumbromat, Diammoniumperoxodisulfat, Methanol, 2-Butoxyethanol, Natriumtetraborat, Boratsalze und anorganische Borate, Nitriolotriethanol, Erdöldestillat hydrogeniert, Aromatische Aldehyde, Ethoxylierte Alkohole, Nonylphenolethoxylate, Kaliumchlorid, Tetramethylammoniumchlorid

 

Die Aufwendungen der einzelnen Bohrvorgänge unterscheiden sich enorm. In der Bohrung „Damme 3“ wurden z.B. bei drei Fracks rund 12 Millionen Liter Wasser, 588 t Stützmittel und 20 t Additive (davon 460 kg Biozide) verpresst. Im Erdgasfeld Sölingen wurden 21.5 Millionen Liter Wasser und 1000 Tonnen Chemikalien verwendet.

 

Abfall

Nachdem das Frack-Fluid seine Arbeit getan hat, wird es abgepumpt. Dabei fallen Unmengen an „Frackwasser“ an, das entsorgt werden muss. Der Salzgehalt ist fünf Mal höher als der von Meerwasser. Die üblichen Kläranlagen sind mit dieser Aufgabe überfordert. Also wird die Brühe ohne Bürokratie an anderer Stelle ungeklärt wieder in den Boden gepumpt. Dafür dienen ehemalige Gas/Ölförderstellen, alte Salzstätten oder sogenannte Versenkbohrungen. Mit dem Frackwasser verhält es sich gleich wie mit dem Atommüll – keiner weiss wirklich wohin damit. Aber es fallen Massen davon an. Wenn man bedenkt, dass bei 300 Probebohrungen zwischen 10 – und 20 Millionen Liter Wasser und Chemikalien pro Bohrung verwendet wurden, dann fragt man sich schon, wohin die Firmen das Abwasser gebracht haben und wie viel eigentlich noch im Boden ist. Nach einem Frack-Vorgang bleibt ein Rest von ca. 20% der eingesetzten Menge im Erdreich. Das sind etliche Millionen Liter vergiftetes Wasser, das unwiderruflich in den tiefen Gesteinsschichten verbleibt. Was damit in 10, 20 oder 100 Jahren passiert, darüber herrscht Unwissenheit.

Genau genommen sind immer noch gegen 100% des Frackwassers im Boden. Es spielt keine Rolle, ob es an einem Ort abgepumpt und an einem anderen Ort wieder eingepresst wird. Das Resultat ist das Gleiche. Alles Abfallwasser ist und bleibt in der Erde.

Eigentlich verbietet das Gewässerschutzgesetz solche Machenschaften. Prof. Winfried Schmidt, Entsorgungs-Experte von der westfälischen Hochschule Recklinghausen, machte dazu folgende Aussage:

„Abwasserbehandlung auf diese Weise finde ich nicht dem Stand der Technik entsprechend. Das mag nach Bergrecht vielleicht akzeptabel sein, aber nach Wasserrecht ist das nicht erlaubt.“

Es handelt sich hier um teilweise hochgiftige Chemikalien, mit der höchsten Wassergefährdungsstufe 3, die in das Erdreich gepumpt werden. Der Toxikologe Prof. Hermann Kruse von der Universität Kiel sagte dazu folgendes:

„Es handelt sich hier letztendlich um einen Cocktail. Es sind Substanzen dabei, die greifen das Nervensystem an, sie sind nierentoxisch und was das Allerschlimmste ist, es ist auch eine Verbindung dabei, die ist hormonaktiv. Das heisst, sie greift in das Hormonsystem der Menschen ein und das ist das Schlimmste, was wir überhaupt zu befürchten haben.“  Zudem ergänzte er:

„Bei einer Reinigung des Abwassers können niemals alle Bestandteile restlos aus dem Wasser entfernt werden. Das geht nicht.“

 

Fehlende Transparenz und Information

Boringhauser Moor unweit von Damme – hier hat das Bergamt Niedersachsen 2008 der Firma Exxon Mobil die Erlaubnis zum Fracking erteilt. Es sollte eine Versuchsbohrung sein. Seltsam dabei ist, die Bürgervertreter der Stadt Damme erfuhren erst 2012, dass in ihren Boden hochgiftige Chemikalien zur Gasförderung eingepumpt wurden. Das Bergamt sowie Exxon Mobil hielten es nicht für nötig, die Bürger und Wasserversorger darüber zu informieren. Sie seien rechtlich nicht dazu verpflichtet, heisst es. So hat der Stadtrat der Bohrung zugestimmt ohne dabei zu wissen, was da mit dem Boden angestellt wurde. Auch auf nationaler Ebene herrscht Unwissenheit. Weder das Umweltbundesamt oder sonst ein Umweltministerium haben sich mit den Fragen und Gefahren des Frackings intensiv auseinandergesetzt.

Ein weiteres Beispiel für die Informationspolitik der Betreiber und Behörden ist die Talsperre Haltern, Stadtkreis Recklinghausen. Sie versorgt Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen mit Trinkwasser.  Manfred Scholle Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG ist besorgt um die Wasserqualität aufgrund des Frackings, dass ausgerechnet in dem Trinkwasserschutzgebiet durchgeführt werden soll. Nach Rückfragen bei anderen Wasserverteilern stellte sich heraus, dass die Förderfirmen in keiner Weise die Wasserversorger über ihr Vorhaben, unter dem Wasserschutzgebiet die fragwürdige Fördermethode anzuwenden, informiert haben. Herr Scholle erfuhr davon erst, als die Medien davon berichteten.

 

Sichere Fördermethode

Die Fracking-Firmen und das Bergbauamt beteuern, dass die Fördermethode absolut sicher ist. Laut ihren Aussagen sind in Deutschland keine Unfälle passiert, die im direkten Zusammenhang mit dieser Fördertechnik stehen. Die Firmen sind auch nicht meldepflichtig. Bei sogenannten Probebohrungen mit einem Gasertrag von unter 500‘000 Kubikmetern ist keine Meldepflicht nötig – schon gar nicht über die eingesetzten Chemikalien.

Dieser Beteuerung stehen folgende Ereignisse gegenüber:

23.02.2012, Sachverständige haben bei über 1000 Messungen an Lagerstätten-Wasserleitungen im Erdgasfeld Völkersen erhöhte Benzolwerte festgestellt. Dasselbe fanden sie auch im Grundwasser und Wasserleitungen. An zwei Messpunkten erreichte der Wert 12‘000 Mikrogramm pro Liter.

16.03.2012, bei einem Drucktest wurden drei undichte Lagerstätten-Wasserleitungen entdeckt. Die Rohrleitungen sind im Erdgasfeld Bötersen bei Sottrum im Landkreis Rotenburg (Wümme).

02.04.2012, es erfolgte die Stilllegung der Lagerstätten-Wasserleitungen aus PE (Polyethylen) des Erdölfeldes Nienhagen. Im Boden wurden erhöhte Benzolwerte gemessen.

11.06.2012, eine Leckage auf dem Betriebsplatz der Verpressbohrung Scheerhorn H6 in der Gemeinde Osterwald im Landkreis Grafschaft Bentheim, führte zum Austritt von etwa 25 Kubikmetern Frackwasser.

Die meisten Vorkommnisse beinhalten Leckagen in den Rohrleitungen der Abwässer. In den Fördergebieten Deutschlands erreichen sie mittlerweile eine Länge von 700 Kilometern. Oft wurden PE-Rohre verwendet obwohl man wusste, dass dieser Kunststoff für Benzole ungeeignet ist. So kam es, dass über Jahre unbemerkt Frackwasser oder einzelne Chemikalien in den Oberflächenboden austraten und diesen verseuchten. Die genaue Menge an kontaminiertem Erdreich und Trinkwasser in Deutschland kann niemand beziffern. In den USA sind bereits ganze Landstriche verseucht. Die Bewohner sind gezwungen ihr tägliches Wasser einzukaufen oder sogar wegzuziehen. Ihre Häuser und das Land sind wertlos geworden. Aus dem Wasserhahn strömt Methan mit explosiver Wirkung. Neben der chemischen Vergiftung sind vermehrt Erdbeben zu verzeichnen. Gebäudeschäden in der Nähe von Förderstationen werden immer häufiger.

 

Fazit

Es kann zur Zeit nicht gesagt werden, was mit den verbliebenen Chemikalien im Boden passiert und wie sie untereinander auf Dauer reagieren. Die Förderfirmen bestreiten jeglichen Zusammenhang mit diversen Umweltverschmutzungen, die in unmittelbarer Nähe der Förderanlagen passierten. Es wurden bereits still und heimlich grosse Mengen an verseuchtem Erdreich abgetragen und ersetzt. Die Anwohner und Gemeinden erfuhren nicht die eigentliche Ursache, sondern wurden mit sogenannten „Re-Naturierungsprojekten“ ruhig gestellt.

Einzelne Bundesländer haben Gutachten erstellt, die sehr deutlich viele Gefahren des Frackings aufzeigen. Der Nutzen eines Gasfeldes ist zeitlich beschränkt, doch die Wirkung der Chemikalien dauert an. In der Politik wird das Fracking als Heilbringer für den überteuerten Energie-Haushalt gesehen. Sogar Peter Altmeier als Umweltministier ist dieser Fördertechnik nicht abgeneigt. Er verteidigt sie gegen alle Kritiken und bekommt dabei natürliche Rückendeckung von Wirtschaftsminister Rösler. Herr Altmeier will zwar strenge Regeln bei der Gasförderung, doch hinkt die Gesetzgebung dem Geschehenen hinterher. Auch wenn die Vorgaben zügig erarbeitet werden, kommen sie zu spät. Denn mit den Probebohrungen wurden schon sämtliche Böden kontaminiert. Da nützen dann alle Gesetze nichts mehr. Frankreich hingegen hat die Gefahr erkannt und ausserordentlich schnell gehandelt. Nach nur einem Monat beschlossen die Franzosen, alle Fracking-Vorhaben in Frankreich zu verbieten. Man kann nur hoffen, dass dieser Entscheid eine Signalwirkung in anderen Regierungen hat. Einzelne Bundesländer haben das Risiko ebenfalls erkannt und sagen jetzt Nein zum Fracking.

In der Schweiz und in Österreich passieren die gleichen Vorbereitungen der Förder-Multis. Es sind Gesuche für Probebohrungen vom Bodensee bis hin nach Wien eingereicht worden.  Die Alpen sind bekanntlich der Wasserhahn Europas. Man kann nur hoffen, dass dieser Tatsache bei der politischen Debatte über das Fracking genug Wertschätzung eingeräumt wird. Wenn nicht, dann wird uns langfristig der Wasserhahn zugedreht. Aber wir haben  ja immer noch Nestle.

 

Quellen:

http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/

http://dialog-erdgasundfrac.de/bericht-reise-expertenkreis-USA/schlussfolgerungen

http://www.gegen-gasbohren.de/vorfaelle-risiken-und-diskurs/konventionell-oder-unkonventionell/

http://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulic_Fracturing

http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/erdgas_fracking/

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/fracking-ia.html

http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Energie_und_Klima/Erdgas/2012_10_01_Fracking_BUND_Stellungnahme_UA_Hessischer_Landtag.pdf

http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Energie_und_Klima/Erdgas/2012_09_06_gutachten_fracking_nrw.pdf

Wie die große transatlantische Freihandelszone den europäischen Mittelstand vernichtet

Freitag, 15.2.2013. Eifel. Wahnsinn, oder? Freuen Sie sich auch so, das sie dabei sein dürfen? Wobei? Nun - bei diesen historischen Zeiten. Wirklich Wahnsinn. Und man ist live dabei - live und in Farbe. Erstmal der Papstrücktritt am Rosenmontag: das war schon der  Hammer. Der letzte Papstrücktritt geschah, weil der Papst kein Latein konnte - ein verständlicher Grund. Der jetzige geschah, weil die Papst wie all die vielen anderen vor ihm schlichtweg zu alt war. Weil es galt, zu beweisen, das Gott nicht existiert, nichts Heiliges in dieser Welt existieren darf und menschliches Denken vor Nichts mehr halt macht, musste ein Papst es wagen mit der Tradition der heiligen Männer zu brechen und zu beweisen, das Papst sein ein ganz normaler Verwaltungsjob ist. Kein Wunder, das der nachher alle Gläubigen dazu aufrief, für ihn zu beten - so als ob er in schlimmster Not und ärgster Bedrohung wäre. Ist er vielleicht auch: immerhin hat er das kräftigste (und ehedem bewußt als solches geschafffenes) transzendentale Element einer Weltreligion vernichtet - und der Religion an sich damit den Todesstoß versetzt. Nun - ich bin kein Katholik, was soll mich das groß stören, wenn alle Welt jubelt. Ich nehme es zur Kenntnis wie die Tatsache, das nur zwei/drei Tage später eine weitere historische Sensation verkündet wurde, wegen der auch alle in Riesenjubel ausbrechen: die EU/US-Freihandelszone steht vor der Tür. Das bedeutet nichts weiter als die Vernichtung des europäischen Mittelstandes - aber auch das stört die Presse nicht, wenn sie ihre Triumphfanfaren auspackt, mit der sie alles bejubelt, was "Entscheider" hinter den Kulissen so alles aushecken.

Freitag, 15.2.2013. Eifel. Wahnsinn, oder? Freuen Sie sich auch so, das sie dabei sein dürfen? Wobei? Nun – bei diesen historischen Zeiten. Wirklich Wahnsinn. Und man ist live dabei – live und in Farbe. Erstmal der Papstrücktritt am Rosenmontag: das war schon der  Hammer. Der letzte Papstrücktritt geschah, weil der Papst kein Latein konnte – ein verständlicher Grund. Der jetzige geschah, weil die Papst wie all die vielen anderen vor ihm schlichtweg zu alt war. Weil es galt, zu beweisen, das Gott nicht existiert, nichts Heiliges in dieser Welt existieren darf und menschliches Denken vor Nichts mehr halt macht, musste ein Papst es wagen mit der Tradition der heiligen Männer zu brechen und zu beweisen, das Papst sein ein ganz normaler Verwaltungsjob ist. Kein Wunder, das der nachher alle Gläubigen dazu aufrief, für ihn zu beten – so als ob er in schlimmster Not und ärgster Bedrohung wäre. Ist er vielleicht auch: immerhin hat er das kräftigste (und ehedem bewußt als solches geschafffenes) transzendentale Element einer Weltreligion vernichtet – und der Religion an sich damit den Todesstoß versetzt. Nun – ich bin kein Katholik, was soll mich das groß stören, wenn alle Welt jubelt. Ich nehme es zur Kenntnis wie die Tatsache, das nur zwei/drei Tage später eine weitere historische Sensation verkündet wurde, wegen der auch alle in Riesenjubel ausbrechen: die EU/US-Freihandelszone steht vor der Tür. Das bedeutet nichts weiter als die Vernichtung des europäischen Mittelstandes – aber auch das stört die Presse nicht, wenn sie ihre Triumphfanfaren auspackt, mit der sie alles bejubelt, was „Entscheider“ hinter den Kulissen so alles aushecken.

Doch kommen wir erstmal zu den Freihandelszonen. Was die bringen, erfahren wir durch den Bundesanzeiger, der sich der Frage stellt, wie Freihandelsabkommen das US-Wachstum ankurbeln:

Denn FTA werden die folgenden Wirkungen zugeschrieben:

Das hört sich ja gut an: alles wird billiger, moderner, straffer. Der österreichische Kurier bejubelt schon jetzt 50000 neue Arbeitsplätze, die Österreich mit Sicherheit durch die neue Freihandelszone erhalten wird, die deutsche Kanzlerin Merkel bedankt sich bei Obama, das er „von sich aus“ dieses Thema angebracht hatte (so als ob wir alle einfach schon lange sehnsüchtig darauf gewartet hätten, uns aber nie trauen würden, das mal zur Sprache zu bringen), Vertreter der deutschen Industrie jubeln schon über neue Milliardenumsätze (siehe Spiegel): es scheint, als würden Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen – dabei können wir eher damit rechnen, das diese christlichen Feiertage nach dem endgültigen Zusammenbruch der Weltreligionen ebenfalls dem neuen Gott „Markt“ geopfert werden.

Die Zeitschrift „Capital“ sieht geradezu schon eine „Wirtschaftsnato“ am Horizont aufziehen – mit deutlichen Vorteilen für den Verbraucher:

Sie können Produkte billiger einkaufen, verspricht beispielsweise der Verband der Automobilindustrie (VDA) – beispielsweise Autos. Auch andere Branchen können mit einer Kostensenkung rechnen. Ob sie den Vorteil an ihre Kunden weitergeben oder den eigenen Gewinn damit steigern, bleibt ihnen überlassen.

Oha – ein kleiner Nachteil. Ein winzigkleiner Haken, den kaum jemand bemerkt: es könnte ja sein, das die hauptsächlich caritativ orientierten Konzerne den finanziellen Vorteil einfach für sich selbst behalten, anstatt  ihn weiter zu geben. Zumindest die Staaten bekommen schon mal weniger:

Die Zölle zwischen den USA und den EU sind bereits niedrig. Sie liegen im Schnitt zwischen fünf und sieben Prozent, gibt der deutsche Außenhandelsverband BGA an. Da jedoch jährlich Waren im Wert von mehr als 500 Mrd. Euro über den Atlantik hin- und herbewegt werden, kann die Wirtschaft Milliarden sparen. Ein Beispiel: Europäische Chemieunternehmen haben 2010 für Exporte in die Vereinigten Staaten fast 700 Mio. Euro in die US-Staatskasse gezahlt. Umgekehrt führten die USA gut 1 Mrd. Euro nach Brüssel ab.

Die Wirtschaft kann Milliarden sparen – und der Verbraucher? Nun – auf den Verbraucher kommen möglicherweise ganz neue Risiken zu, siehe Süddeutsche:

Das Problem sind dabei nicht die restlichen Zölle von drei Prozent des Handelsvolumens, sondern die „Handelsschranken hinter der Grenze“, wie dies Experten formulieren. Dabei geht es um Industriestandards, Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften, Umweltnormen und das Verhältnis von Staat und Unternehmen: Haben deutsche Bauunternehmen die gleichen Chancen, einen Auftrag der Stadt Chicago zu bekommen, wie die amerikanische Konkurrenz? Wird das Urheberrecht in den USA genauso geschützt wie in der EU? Dürfen amerikanische Farmer ihre Produkte ungehindert in Europa verkaufen? Jede Liberalisierung greift tief in die nationale oder europäische Souveränität ein. Das löst Angst aus.

Haben deutsche Bauunternehmen die gleiche Chance auf Aufträge?

Natürlich nicht.

Ein Wunder, das diese Frage überhaupt gestellt, wird, denn die Antwort kennen wir schon seit einigen Monaten, siehe Handelsblatt:

Auch die Wirtschaft der USA profitiert von der Entwicklung. Denn die gesteigerte Produktion drückt die Energiepreise. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens NUS Consulting zahlen industrielle Großverbraucher in den USA zwei Drittel weniger für Gas als in Deutschland, beim Strom liegt die Ersparnis bei 40 Prozent.

Die europäischen Wirtschaften sind absolut nicht konkurrenzfähig zur amerikanischen Wirtschaft, die den europäischen Markt dank „Fracking“ mit Billigprodukten jeder Art überschwemmen kann. Wäre ich Obama (oder die US-Konzernwirtschaft), dann käme ich auch genau jetzt auf die Idee, nach einer großen europäischen Freihandelszone zu rufen, die es mir erlaubt, meinen Wettbewerbsvorteil ungehindert auszuspielen und die lästige europäische Konkurrenz an die Wand zu drücken.

Wir brauchen über die Folgen einer Freihandelszone auch nicht spekulieren – Erfahrungen aus diesem Bereich liegen doch schon längst vor, siehe Öko-Fair:

Die mittelamerikanischen Regierungen schlossen zahlreiche Freihandelsabkommen, mit denen sie die Wirtschaft ankurbeln wollten. Solche Abkommen beinhalten ein Ungleichgewicht: Wenn zwei sehr verschieden starke Partner den schrankenlosen Handel miteinander vereinbaren, hat der stärkere und konkurrenzfähigere Partner gewöhnlich mehr davon als der schwächere. In einem ärmeren Land zerstört die „freie Fahrt“ für Güter jene Teile der einheimischen Wirtschaft, deren Produkte mehr kosten als die ausländischen Importe. So werden Kleinbauern Opfer des Freihandels, weil sie mit extrem subventionierten Farmbetrieben in zum Beispiel den USA nicht mithalten können. 

Das wäre dann das Ende der europäischen Agrarproduktion. Wahrscheinlich auch das Ende der deutschen Autoindustrie.

Natürlich haben wir einen unschlagbaren Vorteil: wir sind Niedriglohnland. Dank geballtem Einsatz von Gewerkschaften, SPD und Grünen ist es gelungen, aus Deutschland ein Dritte-Welt-Land zu machen: die Reallöhne in Deutschland sind seit dem Jahre 2000 nicht mehr gestiegen (siehe u.a. Süddeutsche). Ein großer Anreiz also für ausländische Investoren, ihre Hemden in Deutschland nähen zu lassen … und nebenbei ihre Vorstellungen von Sozialstaat zu exportieren: Hartz IV für  sechs Monate, danach gibt es nur noch Lebensmittelgutscheine, mit denen man genmanipulierte Produkte kaufen kann.

Ebenso bekommen die USA einen Zugriff auf die von den europäischen Staaten gut ausgebildeten Fachkräfte, die in den USA deutlich mehr verdienen können – man schaue sich einfach mal die Durschnittseinkommen nach Kaufkraftparität an, 2009 lag zum Beispiel (siehe Weltbank) Deutschland mit einem Durchschnittseinkommen von 38700 internationalen Dollar deutlich unter den 47020 Dollar, die für die USA angegeben werden.

Doch schauen wir uns einfach mal ein anderes Beispiel an: die Freihandelszone EU und Mexiko. Ja, die gibt es – seit 2000. Und hat das arme Mexiko davon profitiert?

Hören wir dazu mal den mexikanischen Soziologen Alberto Arroyo Picard, hier bei den Lateinamerikanachrichten:

Was ich bislang sagen kann ist, dass die Exporte von Mexiko nach Europa nicht zugenommen haben, umgekehrt aber die Importe von europäischen Gütern nach Mexiko sehr wohl gestiegen sind. Das Handelsbilanzdefizit von Mexiko hat sich vergrößert, es gibt also bislang nichts Positives zu berichten. 

Wegen der Rezession in den USA hätte man erwarten können, dass die Exporte von Mexiko nach Europa ansteigen. Das war aber nicht der Fall.

Auch bezüglich der nordamerikanischen Freihandelszone  NAFTA gibt es für Mexiko nichts Positives zu berichten:

Ziel des NAFTA sollte das Wachstum der mexikanische Wirtschaft sein und zwar vor allem durch den Export von Manufakturgütern und über die Zunahme von ausländischen Investitionen. Tatsächlich exportiert Mexiko auch mehr, vor allem in die USA. Es hat auch viele ausländische Investitionen gegeben. Aber das erwartete Wirtschaftswachstum ist nicht eingetreten. Es sind auch keine neuen Arbeitsplätze geschaffen worden, eher im Gegenteil.

Warum eher das Gegenteil? Eigentlich logisch – aus der Sicht der Finanzindustrie:

Es geht in diesen Verträgen weniger um Handel als um Investitionen. Im Abkommen mit Europa spielt vor allem der Finanzsektor eine große Rolle. Insbesondere spanisches Kapital hat sich in die nationalen Banken eingekauft, mit der Konsequenz, dass es überhaupt keinen mexikanischen Finanzsektor mehr gibt. Alle Banken haben eine mehrheitlich ausländische Beteiligung, außer einer einzigen ganz kleinen und unbedeutenden Bank. Ähnliche Effekte gibt es auch in anderen Sektoren, wie dem Kommunikationssektor. Das Problem ist, dass die Investoren keine neuen Betriebe schaffen, sondern dass sie bereits bestehende aufkaufen und entnationalisieren.

Letztendlich produziert man nicht billiger und mehr, um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen, sondern man zieht lieber risikolose Gewinne aus der Vernichtung der entsprechenden Volkswirtschaft: freie Bahn den Heuschrecken.

Der gesamte europäische Wirtschaftsraum wird zur Ausschlachtung freigegeben, Firmen, die schon heute dank Niedriglohnsektor profitabel arbeiten, um die Transportkosten der Waren in die USA auszugleichen, arbeiten dann in Zukunft auch noch für ausschließlich us-amerikanische Eigentümer, damit die Profite auch dort landen, wo sie hingehören. Damit dies auch sicher gelingt, brauchen wir natürlich einen weiteren Abbau an sozialen Rechten, für den man dank des großen transatlantischen Traums genügend Argumente hat.

Die EU-Abgeordnete Erika Mann hat 2006 etwas über die Freihandelszone der EU mit Mexiko geschrieben, das man wohl auf die neue transatlantische Freihandelszone übertragen kann:

Doch die Direktinvestitionen europäischer und deutscher Unternehmen wurden erheblich gesteigert. So haben sich deutsche Exporte nach Mexiko von 3,1 Mrd. (1994) auf 6,2 Mrd. US$ (2003) verdoppelt.

Zudem kommt Mexiko seit dem Freihandelsabkommen geopolitisch eine doppelte Brückenfunktion zu – zwischen der Europäischen Union und den USA auf der einen sowie Lateinamerika auf der anderen Seite. Mexiko erhält durch eine größere Diversifizierung seiner politisch-wirtschaftlichen Beziehungen weitere Spielräume gegenüber dem großen Nachbarn USA und wird wirtschaftlich unabhängiger gegenüber Rezessionen in den USA. Die Europäische Union kann andererseits das Abkommen nutzen, dem US-Einfluss etwas entgegenzusetzen und für einen breiteren Eingang europäischer Produkte in die Länder Latein- und Nordamerikas zu sorgen.

Nicht das mit 15000 Euro Durchschnittseinkommen „billige“ Mexiko hatte mehr exportiert, sondern die mächtigen europäischen Konzerne haben sich einen neuen Markt erobert – mit entsprechenden Verlusten mexikanischer Produzenten. Und was macht dann dementsprechend die neue Freihandelszone zwischen den USA und der EU?

Sie wird für einen „breiteren Eingang amerikanischer Produkte in den Ländern Europas sorgen“.

Hören wir zu den Folgen dieser Abkommen nochmal den mexikanischen Soziologen:

Die Kritik bezieht sich auf das Modell des Freihandels selbst. Es ist keine punktuelle Kritik, sondern sie richtet sich gegen die gesamte Stoßrichtung dieser Verträge. Der Protest wächst in Lateinamerika weil die Verträge eine Politik in Gesetzesform gießen, die es in unseren Ländern schon sehr viel länger gibt. In Mexiko konkret seit zwanzig, in Chile zum Beispiel schon seit dreißig Jahren. 
Der Kern dieser Kritik ist, dass den großen Konzernen sehr weit gehende, so genannte Suprarechte eingeräumt und sie zudem noch mit den Instrumenten versehen werden, um diese Rechte effizient durchzusetzen. Währenddessen werden die Menschenrechte, insbesondere die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte, den Wirkungskräften des Marktes unterworfen und es gibt keine Möglichkeiten diese einzufordern.

Freihandelsbakommen als Freibriefe für Konzernstrategen?

Noch schlimmer – sie sind auch ein Todesstoß für die Demokratie:

Im Diskurs werden Freihandel und Demokratie sehr stark vermischt. Aber tatsächlich ist es so, dass in vielen Ländern die wichtigsten Entscheidungen für die Bürger trotz repräsentativer Demokratie überhaupt nicht mehr von den Repräsentationsinstanzen getroffen werden. Stattdessen sind die Entscheidungen auf die internationale Ebene ausgelagert, wo die Bürger unserer Länder eben überhaupt nicht mitbestimmen können. Daher würde ich eher davon sprechen, dass der Freihandel stark antidemokratische Tendenzen birgt, also zu weniger Demokratie führt.

In einem 2012 erschienen Buch von Danielle Holzinger wird die EU (nach einem Zitat von Hubert Zimmermann) noch als imperialistische Macht im Wettlauf mit konkurrierenden Wirtschaftszentren wie den USA angesehen.

Diese Konkurrenz wird nun an die Wand gespielt und somit ausgeschaltet.

Das gibt Obama ja auch offen zu. In seiner Rede an an amerikanischen Mittelstand beschreibt er die Ziele der transatlantischen Freihandelszone ganz offen, siehe Frankfurter Rundschau:

Helfen solle der Wirtschaft auch eine umfassende „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ mit der Europäischen Union. „Denn Handel, der frei und fair über den Atlantik verläuft, unterstützt Millionen gut bezahlter amerikanischer Arbeitsplätze“, sagte der US-Präsident.

Die US-Mittelschicht soll ganz offen auf Kosten der europäischen (und deutschen) Mittelschicht gerettet werden – und dafür bedankt sich Kanzlerin Merkel ebenso offen.

Wachstumchancen für die deutsche Wirtschaft? Nun – nach Angaben der Frankfurter Rundschau äußerst gering:

Sogar der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, beziffert die Wachstumspotenziale als äußerst gering. Die deutschen Exporte, so der Experte, könnten durch ein solches Abkommen um ein Viertel-Prozentpunkt wachsen. Ein Viertel-Prozent Exportwachstum? Das geht im statistischen Rauschen unter und entspricht nach einer Faustformel einem Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,05 Prozent.

Trotzdem jubelt die deutsche politische Kaste samt Medien in höchsten Tönen.

Man fragt sich – für wen arbeiten die eigentlich?

Auch die Frage lässt sich leicht beantworten, immerhin sitzt gleich neben der Privatwohnung von Angela Merkel in Berlin ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, US-Interessen in Deutschland durchzusetzen, siehe Wikipedia:

Die Atlantik-Brücke e. V. wurde 1952 als private, überparteiliche und gemeinnützige Organisation mit dem Ziel gegründet, eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen der Siegermacht USA und der westdeutschen Bundesrepublik zu schlagen. Zu ihren Mitgliedern zählen heute über 500 führende Persönlichkeiten aus dem Bank- und Finanzwesen, der Wirtschaft, Politik, den Medien und der Wissenschaft.

Die Mitglieder haben auch ein klares Ziel:

„Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ Arend Oetker, damaliger Vorstandsvorsitzender der Atlantik-Brücke in der Berliner Zeitung vom 17. April 2002. 

Einer der bekannten Atlantiker hat auch gleich praktisch demonstriert, wem seine Loyalität gehört:

Guttenberg geriet stark in die Kritik, weil er mit der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs zur Zwangsverwaltung maroder Banken die britische Wirtschaftsgroßkanzlei Linklaters beauftragt hatte, welche enge Geschäftsbeziehungen zu internationalen Großbanken, insbesondere Goldman Sachs, unterhält.

Zudem wurde der eigene Entwurf aus dem Bundeswirtschafts- bzw. Justizministerium ignoriert. Die weitgehende Übernahme des Linklaters-Entwurfs in das Gesetzgebungsverfahren wurde von heftiger Kritik begleitet.

Nun – der Fall Guttenberg wurde zu den Akten gelegt, der Transatlantiker selber kehrte Heim ins Reich – in die USA. Das schmälert aber nicht die Marktmacht der Transatlantiker, die gerade den größten Coup ihrer Geschichte durchführen und mit einem Schlag die lästige europäische Konkurrenz vernichten. Ein paar Namen von Transatlantikern? HIer, alles bei Wikipedia nachzulesen.

Angela Merkel (CDU), Helmut Schmidt (SPD), Sigmar Gabriel (SPD), Thomas de  Maziére (CDU), Alexander Dibelius (Goldman-Sachs Deutschland), Cem Özdemir (Grüne), die Freidemokraten Westerwelle, Lindner, Döring und Koch-Mehrin, Josef Ackermann (Vorstand Bundesverband der deutschen Banken), Josef Joffe (Hrsg. DIE ZEIT), Jürgen Großmann (RWE, Aufsichtsrat Deutsche Bahn, MTU, Volkswagen AG), Kai Dickmann (BILD), Roland Berger (HARTZ IV), Matthias Döpfner (SPRINGER AG), Jens Weidmann (BUNDESBANK), Arend Oettker (Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG, , Mitglied Trilaterale Kommission, Präsident DGAP, INSM, Präsidium Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Vizepräsident BDI, American Jewish Committee) – um nur ein paar zu nennen.

Aber es reicht, um zu merken, woher die Jubelchöre ihre Stimmen beziehen.

Das wir hier den historischen Schritt zur Preisgabe der letzten Reste der sozialen Errungenschaften der europäischen Sozialgemeinschaften machen, bleibt deshalb erstmal unerwähnt. Aber, mal Hand aufs Herz: soviel ist ja auch wirklich nicht mehr abzubauen, oder? Und das die Bezugsdauer von Hartz IV wie in den USA auf 26 Wochen beschränkt gehört, wird sicher auch in Deutschland eine Mehrheit finden – jedenfalls bei den Atlantikern, der geheimen Filiale der US-Superklasse in Deutschland.

Wahrlich historische Zeiten. Wie dankbar müssen wir eigentlich sein, die Geburt des Neuen amerikanischen Jahrhunderts so hautnah miterleben zu dürfen und sie sogar durch unsere Ersparnisse unterstützen zu können? In breiter Front erleben wir, wie die Widersacher dieses Jahrhunderts einer nach dem anderen fallen – Irak, Afghanistan, Lybien, das Papsttum (das mit seinem Widerstand gegen Bevölkerungskontrolle in Entwicklungsländern amerikanische Geostrategen nahezu in den Wahnsinn getrieben hatte) und jetzt auch noch der deutsche Mittelstand, der seit dreizehn Jahren auf Wohlstand verzichtet, um sich der neuen Weltordnung als würdig zu erweisen.

Eintausend Milliarden Dollar will die FED in diesem Jahr neu drucken (siehe Wiwo, das in diesem Zusammenhang von einem Währungskrieg der Industrienationen spicht) – und diese an sich wertlosen Dollar werden sich durch die Freihandelszone problemlos in echte Werte verwandeln lassen.

Aber das ist ja der Vorteil einer FTA: ausländische Direktinvestitionen werden zu nehmen.

Und Deutschland bekommt mexikanische Verhältnisse – nur wesentlich schneller, als man bisher hätte annehmen können.

 

 

 

 

Wirtschaft? Im Eimer. Ersatzwährung? Wird schon produziert. Wasser? Bald ein Riesengeschäft.

Wirtschaft? Im Eimer. Ersatzwährung? Wird schon produziert. Wasser? Bald ein Riesengeschäft.

Donnerstag, 10.1.2013. Eifel. Fast drei Wochen nach dem Untergang der Welt habe ich hier vor Ort immer noch keine Sonne gesehen – und wer sagt eigentlich, das das alles auf einen Schlag geschehen muss?.  Das hier einige Dinge in historischen Dimensionen aus dem Ruder laufen, merkt jeder: die Rekordwettermeldungen übertreffen sich gegenseitig. Vor drei Wochen erfasste Russland eine ungewöhnlich heftige Kältewelle (siehe RU) von bis zu -51 Grad, aktuell werden in Australien die Temperaturskalen der Wetterdienste auf + 54 Grad erweitert (siehe Welt), um die beständig neuen Hitzerekorde überhaupt noch messen zu können. Konsequenzen aus den Wetterkapriolen, die schon in den USA viele Felder und Herden vernichtet haben? Keine. Sind nur Meldungen am Rande, in unserer kleinen Welt zwischen Fernsehsessel und Bildschirm wähnen wir uns von allen Widrigkeiten dieser Welt sicher, weil „die da oben“ schon dafür sorgen werden, das das Leid und Elend garantiert hinter dem Bildschirm bleibt. Währenddessen haben die da oben allerdings anderes zu tun – denn denen fliegt gerade der Kapitalismus in großen Fetzen um die Ohren.

Wir erfahren darüber in Deutschland nur wenig. Auf Wunsch der Kanzlerin bleibt die deutsche Bevölkerung vor den Bildschirmen von der Wirklichkeit verschont, sie kriegen beschönigte Zahlen häppchenweise serviert, Jubelmeldungen einzelner Branchen vorgelegt, die die Regierung selbst über die EZB mit Milliardenhilfen produziert haben – in den USA startet gerade die Bilanzsaison … und von wem erhofft man sich die Erlösung? Von den Pleitebanken, siehe Manager-Magazin. Wenn die nicht wieder kunstvoll neue Anlagelügen herbeizaubern, sieht es schlecht aus mit Gesamtwirtschaft.

Wer genaueres über die Wirtschaftslage wissen will, muss sich tiefer durch Busenblitzer, Promischädel und Primatenunterhaltung wühlen, jedenfalls so lang, bis man in der FAZ lesen kann, das die meisten Fachleute eine noch größere Zinssenkung der EZB erwarten … wegen der europäischen Rezession und der Schwäche der Wirtschaft. Woran man die Schwäche messen kann? Nun – am Autoverkauf zum Beispiel. Unsere Wirtschaft hat die letzten fünfzig Jahre auf Autobau gesetzt – undenkbar, wenn der so schwächeln würde wie der von Fiat, der den niedrigsten Stand seit 33 Jahren hat, ähnliches gilt für Ford, Peugeot oder …. Opel (siehe Wirtschaftsfacts).  Auch das Managermagazin sieht die Schwächen auf dem deutschen Automarkt:

Der deutsche Automarkt hat sich zum Jahresende nicht erholt und 2012 mit 3,08 Millionen Neuzulassungen knapp 3 Prozent zum Vorjahr verloren. Der Dezember fiel schwach aus. Betroffen ist vor allem die Oberklasse.

Besonders heftig traf der Einbruch 2012 den KBA-Daten zufolge das Oberklasse-Segment, wo das Minus bei 13,9 Prozent lag.

Hartz IV entfaltet sein volles Potential: aus Angst vor der mit staatlicher Gewalt durchgedrückten Armut legen die Deutschen ihr Geld lieber an die Seite, als ins Auto zu investieren. Langsam merkt man: Hartz IV ist für alle da, die keine Supergehälter vom Staat bekommen. Und kein Wort mehr darüber, das schrumpfende Absätze in einer auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaft eine Katastrophe sind. Wozu auch: wir haben ja die Banken, die beschönigen mit Geld vom Staat unsere Bilanzen – und  man kann in Ruhe weiterdösen.

Auch die Parteien merken, das die Zeiten härter werden: Parteispenden schrumpfen im Rekordtempo (siehe Handelsblatt):

Die Großspenden an Parteien sind schon seit Jahren rückläufig: 2009 schossen Großspender der Parteienlandschaft noch 6,45 Millionen Euro zu, 2010 nur noch gut die Hälfte. 2011 gingen die Großspenden dann nochmal auf 2,03 Millionen Euro zurück und im letzten Jahr waren es mit 1,31 Millionen Euro nochmal ein Drittel weniger als im Vorjahr.

Man munkelt, das in der SPD jetzt sogar professionelle Hilfsreferenten Kanzler werden wollen, um der Armut entfliehen zu können.

Im Handelsblatt äußert sich ein Krisenforscher zu den Zukunftsaussichten:

Herr Dombrowsky, die Welt um uns herum wird auch im kommenden Jahr immer unsicherer werden, viele Menschen bekommen nur noch befristete Verträge, für 2013 werden steigende Insolvenzen prognostiziert und ganze Länder stehen auf der Kippe – haben diese Unsicherheiten und Krisen auch irgendetwas Gutes? 

Die Anwort des Herrn Dombrowsky ist äußerst beunruhigend: gibt es eine stabile Grundsicherheit und eine gute Führung, dann kann man jede Krise locker überstehen … wir haben aber Hartz IV und Merkel – das erkärt vielleicht, warum die Frühverrentung wegen psychischer Erkrankung in den letzten fünf Jahren um 44 % gestiegen ist (siehe Jahnke).

Wem es gut geht? Nun – gerade der Führung. Trotz Schwäche im Absatz haben sie Supergewinne errechnet und legen gehaltsmässig enorm zu (siehe Handelsblatt), sogar bei einem Gewinneinbruch von 45 % (RWE) gibt´s noch Mulitmillionenhonorare, bei BMW waren Gehaltssteigerungen von 43% drin – obwohl im August noch ein Gewinneinbruch von 29% zu verzeichnen war (siehe Spiegel).

Was man uns eher vor Augen führt (und zwar jeden Tag mehrfach, damit es auch sitzt) ist die Börse. Dort hat man im letzten Jahr Riesengewinne machen können … und auch dieses Jahr sind die Aussichten super (siehe Handelsblatt). Es waren allerdings nicht die Privatanleger, die an dieser Ralley teilgenommen haben, sondern die Profis, die momentan demonstrieren, wie man locker mit „Solar World“-Aktien Millionen scheffeln kann (siehe Manager Magazin): 70 % Kursgewinne waren da drin: zocken lohnt sich in unserer Gesellschaft mehr als verkaufen oder arbeiten – da kommen sogar die Vorstände der großen Dax-Unternehmen nicht mehr mit.

Was man uns eher nicht so sagt, ist, das man sich schon jetzt vorsichtig auf den ganz großen Knall vorbereitet. Der kommt nicht überraschend – was ja auch der Krisenforscher Dombrowski erkannt hat – sondern baut sich langsam auf.

Wenn er dann da ist, muss schnell gehandelt werden, weil dann die Scheine, die wir „Geld“ nennen, nur noch Dreck wert sind. Dann würde auch die Elitelumpen des Landes kein Bargeld mehr haben … weshalb wir jetzt schon mal neues Geld bekommen. Macht natürlich Sinn, in der Eurokrise erstmal ganz neue Scheine zu drucken, die man – laut Mario Draghi – ganz leicht von den alten Scheinen unterscheiden kann (siehe Handelsblatt).

Noch besser aber reagiert der Markt auf die wirtschaftliche Situation. Laut einer Meldung von Reuters am Weltuntergangstag(danke an den Leser Falbrand für den Link) wird jetzt Gold als Alltagszahlungsmittel produziert: handliche kleine scheckkartengroße Plättchen, die leicht in kleine Portionen zerteilbar sind – die perfekte Währung in der postapokalyptischen Welt.  Die 50 x 1g Combibartafel kostet in Deutschland aktuell 2145 Euro (siehe z.B. Goldsilbershop), laut Gold.de soll der Verkauf bald an 200 „Goldautomaten“ vonstatten gehen. So kann die reiche Bevölkerung flächendeckend mit einem Ersatzzahlungsmittel ausgestattet werden.

Man sieht: der Markt regelt alles, sogar den Untergang. Und weil er so perfekt ist, regelt er auch das Warenangebot, sorgt sich dafür, das der Kunde auch weiß, was er mit seinem Gold kaufen soll … nämlich Wasser.

Dazu muss man ein wenig ausholen.

Momentan fegt die US-Wirtschaft ihre europäischen Konkurrenten vom Markt, wie sie einen unglaublich starken Wettbewerbsvorteil haben: ihre Energiekosten sind deutlich niedriger als die der europäischen Firmen, siehe Wiwo:

Erdgas etwa kostet in den USA derzeit drei- bis viermal weniger als in Europa und Asien. Erdöl ist für 18 Prozent weniger zu haben als im Rest der Welt.

So lassen sich natürlich Marktpreise realisieren, mit denen das gute, alte Europa nicht mithalten kann. Während wir mit unseren Tankfüllungen nicht nur die Konzerne bereichern sondern auch noch die Subventionen der Konzerne finanzieren, könne die dann in den USA eine Million neue Jobs schaffen.

Der Grund für diese geänderten Umstände? Nun – mit dem drohenden Einsatz der US-Armee lassen sich ganz andere Preisverhandlungen mit Ölanbietern führen, in Lybien und dem Irak (und bald ich im Iran) wurden Exempel statuiert, die die Welt zu einer maßvollen Preispolitik gegenüber den USA anregen. Davon mal abgesehen wird aber jetzt auch viel für das „Fracking“ geredet, jenes Zauberwort, das die USA von all ihren Energieproblemen erlöst hat. Vielleicht auch ein Grund dafür, weshalb die Aktien der einst so vielversprechenden Bric-Staaten unattraktiv werden (siehe Wiwo).

„Fracking“ wird auch in Deutschland ausprobiert, Schiefergas steht in ganz Europa ebenfalls in großen Mengen zur Verfügung. Die Produktionsmethode ist nicht gerade einfach: mit großem Druck wird ein mit Chemikalien versehenes Gemisch aus Wasser und Sand in die Erde gepresst, lockert dort das Gestein und setzt so Erdgas frei, das nach oben durchsickert. Hört sich schlimm an, weshalb (siehe FAZ) Frankreich ein Verbot erlassen hat und einige europäische Staaten ein Moratorium erwirkt haben, um große US-Konzerne bei den Abbauarbeiten in Europa zu bremsen. Immerhin gab es in England schon Erdbeben, die mit der neuen Methode in Verbindung gebracht worden sind, außerdem wir eine Verunreinigung des Grundwassers befürchtet.

Wie üblich, streiten sich auch hier die Experten, laut Handelsblatt werden sie sogar richtig fies:

Die Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe werfen ihren Kollegen beim Umweltbundesamt vor, wissenschaftlich ungenau zu arbeiten und Tatsachen zu ignorieren. Durchaus süffisant merken die Verfasser der Stellungnahme an, in dem UBA-Gutachten werde irrtümlich Grundwasser mit Trinkwasser gleichgesetzt.

Durchaus süffisant kann man anmerken, das sie völlig Recht haben: Grundwasser liegt in der Erde, Trinkwasser kommt aus dem Wasserhahn.

Farmer in den USA machen mit dem Fracwasser andere Erfahrungen, siehe 3Sat:

Einige seiner trächtigen Kühe tranken aus dem Teich, in den das Frac-Wasser hinein floss. Und allesamt brachten sie entweder tote Kälber zur Welt oder sie starben kurze Zeit später.

Fracwasser ist harmlos, sagt die Industrie:

Die Inhaltsstoffe sind bei jedem Frac unterschiedlich. Die Flüssigkeit für das Hydraulic Fracturing besteht üblicherweise zu 98-99,5% aus Wasser und Sand. Die verbleibenden 0,5-2% setzen sich zusammen aus chemischen Zusatzstoffen, die benötigt werden, um den Prozess sicherer und effektiver zu gestalten (z.B. durch Verminderung der Reibung, zum Schutz vor Korrosion und zur Verhinderung von Bakterienwachstum).

Ich habe mal nachgeschaut, was da an harmlosen Dingen so drin ist … Dingen, die wir auch normal mit der Nahrung zu uns nehmen, wie Exxon meint. Auf deren eigener Propagandaseite fand ich

Glutaraldehyd

Glutaraldehyd ist giftig und verursacht schwerwiegende Augen-, Nasen-, Hals- und Lungenreizungen, die mit Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel einhergehen.

Glutaraldehyd ist vor allem für Wasserorganismen stark giftig.

Seit Anfang 2008 kommt es durch Pläne des vom Energiekonzern Gazprom geführten Nord Stream-Konsortiums ins öffentliche Bewusstsein. Es wird erwogen, die neu gebaute Ostsee-Pipeline mittels wässriger Glutaraldehydlösung zu säubern. Die dafür benötigten 2,3 Milliarden Liter Lösung sollen danach in die Ostsee gepumpt werden. Ein Papier des Umweltministeriums gibt zu bedenken, Fauna und Flora des baltischen Meeres seien ohnehin schon stark durch Schadstoffe belastet.

Ethylenglycol

Ethylenglycol ist als gesundheitsschädlich eingestuft. Die Hauptaufnahmewege sind das Verdauungssystem und die Haut, bei Ersterem kann mit einer sehr schnellen und nahezu vollständigen Resorption gerechnet werden. Ethylenglycol wirkt reizend auf Schleimhäute, vor allem des Auges. Bei hohen Dosen wirkt es zudem toxisch auf Nervengewebe, es kommt zu Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen und Nierenschädigung.

Ein Frostschutzmittel, wird gerne von Weinpanschern verwendet, ist tödlich ab 1,4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Ammoniumpersulfat. Nichts bei Wikipedia … aber dafür umso mehr auf dem Sicherheitsdatenblatt einer Chemiefirma. Giftiger Sondermüll.

Es gibt auch noch andere Substanzen wie Salzsäure oder nicht näher definiertes „Erdöldestilat“ (Benzin? Diesel?), das für einen richtigen Frac-Coctail unabdingbar ist – und das sind nur die Sachen, die sie offiziell zugeben.

Auf jeden Fall ist es Sondermüll … und wie üblich ist seine Entsorgung teuer, nochmal 3sat:

„Womit wir hier in den USA ein Problem haben, sind einige Betreiber. Das Frac-Wasser, das am Bohrloch zurück an die Oberfläche fließt ist Sondermüll und muss dementsprechend entsorgt werden. Das ist natürlich teuer. Deshalb wird es nicht ordnungsgemäß beseitigt und verschmutzt das Wasser.“
Wie auch in Pennsylvania. An einigen Stellen wird Frac-Wasser illegal eingeleitet. In manchen Bächen hat sich die Anzahl der Fische schon stark verringert. Aber nicht nur die Natur auch ein Kraftwerk zwang das Bohrwasser in die Knie. Fünfmal so salzig wie Meerwasser, führte es am Kühlwassersystem zu nie dagewesenen Korrosionen.

Da freut man sich im Atomkraftwerk.

Was aber noch viel schwerer wiegt: woher kommt eigentlich das Wasser, das für Fracking verwendet wird? Nochmal die Stimme der Industrie:

Das Wasser, das im Hydraulic-Fracturing-Prozess verwendet wird, kommt normalerweise aus dem öffentlichen Netz. 

Das Volumen an Frischwasser, das für das Bohren und Fracen einer horizontalen Bohrung benötigt wird, entspricht allerdings gewöhnlich etwa 3-6 olympischen Schwimmbecken (50 x 25 Meter).

Mal abgesehen von den Gefahren, die Fracking noch so mit sich bringt (wie zum Beispiel die ungewollte Mitförderung von Uran), ist es auf jeden Fall eine systematische großflächige Vernichtung von Trinkwasser … und das in einer Welt, die sich darauf vorbereitet, das die nächsten Kriege um Wasser geführt werden.

Aber dafür haben wir ja diese kleinen Goldplättchen, mit denen wir dann das letzte echte, fein in Flaschen verpackte Trinwasser kaufen können.

Manche jedenfalls.

Nochmal Daten zum Thema Wasser? Hier, aus dem Exklusivinterview für Euro am Sonntag auf Finanzen.net

Die USA leiden unter der schlimmsten Dürre seit Jahren. 63 Prozent der 48  kontinentalen Bundesstaaten sind von der Trockenheit betroffen. In Zukunft rechnen Klimatologen mit einer generellen Zunahme solcher Extremereignisse. Zudem soll auch die Wasserverfügbarkeit in weiten Teilen der Welt sinken — bis 2050 in den meisten Regio­nen Mitteleuropas und der USA um bis zu 20 Prozent. €uro am Sonntag sprach mit Gerhard Wagner, Manager des Swisscanto Equity Fund Water Invest über die Herausforderung, mit weniger Wasser auszukommen.

Weltuntergang nicht eingetroffen?

Wieso – wir sind doch mittendrin. Aber wer jetzt mit Fracking Millionen verdient, weiß zumindest, wo er sein Geld investieren kann: in jenes Wasser, das er noch nicht verseucht hat.

Und je mehr er verseucht … umso wertvoller wird das.

Das ist Marktwirtschaft pur …

 

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