Flüchtling

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Das verlogene Flüchtlingsdrama

In der ganzen Menschheitsgeschichte waren noch nie so viele Flüchtlinge unterwegs. Tägliche Meldungen in den Zeitungen über Flüchtende erreichen langsam einen Sättigungsgrad, der Mitleid leider in Fremdenhass mutieren lässt. Aufgrund der immer weiter wachsenden Zahl von fliehenden Menschen, wächst die Unsicherheit beim einheimischen Volk und sie wissen nicht, wie sie mit den ganzen Flüchtlingen umgehen sollen. Angeheizt wird die Diskussion mit aufreisserischen Schlagzeilen, welche die Flüchtlinge als Wirtschaftsschmarotzer, Kriminelle, Unruhestifter, Drogendealer, Ebola-Kuriere und Halsabschneider betiteln. Die Masse der Michels verlässt sich immer noch auf die Berichterstattung der Verblödungsblätter und sobald ein Text ihren inneren Frust beschreibt, wird gleichzeitig mit dem Finger auf die Schuldigen gezeigt, egal ob sie wirklich schuldig sind oder nicht. Aber in der Massenmeinung ist das Wort Flüchtling allmählich als Schimpfwort etabliert worden.

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Das haben wir den lieben Journalisten zu verdanken, die mit brauner Tinte ihr Gedankengut unters Volk verteilen, bis jeder nur noch in einem Ausländer einen Feind sieht. Das führt mitunter zu paradoxen Szenerien. Letzte Woche haben Rechtsextreme und Hooligans gegen Salafisten, im Grunde gegen jeden Muslim, demonstriert, wollen alle aus dem Land werfen und in einer Grölpause geht man schnell zur Frittenbude und lässt sich von einem solchen Ausländer den Magen füllen. Möglichst noch mit einem Döner, dem urtypisch deutschen Snack. Man stopft sich den Junk-Food in die Birne und bevor man runtergeschluckt hat wird schon wieder „Ausländer raus“ durch den vorgekauten Döner geschrien. Ist das Toleranz, Dummheit oder einfach nur kollektives Gejohle?

Um hier ein wenig Klarheit zu vermitteln, möchte ich die Geschichte der Flüchtlinge erläutern. Nicht Einzelschicksale, sondern generell dass Flüchtlings-Phänomen erörtern.
Seit es Menschen gibt, gibt es auch Flüchtlinge. Als wir noch mit Lendenschurz und Keule unterwegs waren, flüchteten wir, falls die Wunschhöhle schon von einem wilden Tier bewohnt oder wenn das Wasserloch von einer grösseren Sippe beansprucht wurde. Flucht ist also ein natürliches Verhalten, das einzig dem Lebenserhalt dient. Heute hat sich daran nichts geändert. Die Ursachen sind teils die Gleichen geblieben. Viele Menschen haben nach wie vor keinen Zutritt zu sauberem Wasser und nach drei Tagen ohne Flüssigkeit macht man den Schirm zu. Also flüchtet man zur nächsten Wasserstelle. Dasselbe mit der Nahrung. Millionen von Menschen flüchten von Essensration zu Essensration. Hier haben sie wenigstens drei Wochen Zeit, bis der Körper seinen Dienst versagt. Einzig die wilden Tiere sind verschwunden und machen Bomben und Sprengfallen Platz. Das Resultat ist ebenfalls das Gleiche. Die heimische „Höhle“ wird unbewohnbar was wiederum eine Flucht nach sich zieht.

Dann hören die Flüchtenden vom reichen Europa, wo es immer Geld hat, wo die Geschäfte so voll mit Konsumgütern sind, dass nicht einmal alle verkauft werden können und sogar weggeschmissen werden. Alle sind schön angezogen, die Autos glänzen , jeder ist satt und am Himmel fliegen grosse Vögel, die einen überall hinbringen wohin man will. Jetzt mal ehrlich, wenn ihre Heimat zerbombt wurde, die Familie kurz vor dem Verhungern ist und ihr ganzes Hab und Gut verloren haben, würden Sie nicht auch dorthin gehen, wo das Überleben ihrer Familie eine grössere Chance hätte. Oder würden Sie in ihrem zerstörten Haus bleiben mit der Gefahr, dass ihre Liebsten vergewaltigt, getötet, verschleppt oder gefoltert werden? Ich glaube es ist verständlich, wenn jeder versucht in dieser Situation sein Heil in der Flucht zu finden.

Dabei ist es ja nicht so, dass die Flüchtlinge einen Familienausflug machen mit anschliessender Kreuzfahrt über das Mittelmeer. In der Regel kratzen sie die letzten Groschen zusammen, um sie den mafiösen Schleppern zu geben in der Hoffnung, dass ihre Familie überlebt. Dann beginnt die Reise in einem Schlauchboot, völlig überbelegt und mit ungewissem Ausgang. Mittlerweile arbeiten die Menschschlepper mit den europäischen Politikern zusammen und versenken die Flüchtlingsboote mitten auf dem Meer. Die Schlepper werden von Schnellbooten abgeholt und die Zurückgelassenen lässt man absaufen. Für die Politiker und Militär wäre es ein Einfaches, einen Korridor über das Mittelmeer zu errichten, um den Flüchtlingen eine sichere Überfahrt zu gewähren, aber das machen sie nicht. In ihren Augen ist jedes gesunkene Boot weniger Arbeit. Sonst müssten sie mal zu denken anfangen, wie man die vielen Flüchtlinge unterstützen kann, ohne das eigene Volk zu brüskieren. Aber eben, das mit dem Denken in den Führungsetagen ist so eine Sache.

Dabei sind viele Deutsche selber Flüchtlinge. Sie sind sogar in der Flüchtlingsgruppe vertreten, die am meisten verurteilt wird. Die sogenannten Wirtschafts-Flüchtlinge. Haben selber volle Supermärkte, bekommen vom Staat Gratis-Geld, haben ein Dach über dem Kopf. Sie sind aber immer noch unzufrieden und wollen mehr. Da kein Feind in der Nähe ist, die Wohnung bewohnbar, das Auto mit symbolischen Materialismus vollgestopft und die Kinder nach wie vor auf dem Handy daddeln können, muss man unbedingt seinen sich eigeredeten, mittellosen Standard verbessern und ins angrenzende Ausland flüchten. Ich habe es jetzt extra ein wenig überspitzt ausgedrückt, aber eines müssen wir Europäer uns gefallen lassen. Die grössten Wirtschaftsflüchtlinge sind wir selber. Nicht die, welche ums nackte Überleben kämpfen.

Früher prangerten wir die vielen Spanier, Italiener, Türken und sonstige Arbeiter aus dem Süden als Wirtschaftsflüchtlinge an. Dabei sind die wenigsten Einheimischen bereit, die Drecksarbeit zu machen, welche wir den Ausländischen Arbeitern gerne aufgetragen haben. In meiner Zeit auf dem Bau waren 8 von 10 Arbeitern Ausländer und machten sich wirklich schmutzig. Die Einheimischen sah man höchstens mit Krawatte oder im Bauwagen. Selten im Dreck. Mittlerweile geht es dem europäischen Volk so schlecht, aufgrund länderübergreifender, politischer Inkompetenz, dass sie selber zu den verhassten Flüchtlingen werden. Jetzt haben wir wieder die gleiche Situation wie vor tausenden von Jahren am Wasserloch. Die Sippe der einheimischen Flüchtlinge ist grösser als die Dazugekommenen. Also werden die neuen „Mundräuber“ verjagt, respektive durch die Medien denunziert.

Sind wir immer noch solche Barbaren? Da wird in verschiedenen, heilig gemachten Büchern die Nächstenliebe propagiert und in der Realität betrifft die Nächstenliebe nur die eigene Nasenspitze. Wir glauben immer noch, dass die Flüchtlingswelle ein Problem ist, übersehen aber, dass nur die Politiker ein Problem daraus machen. Würden sie nicht Milliarden an Steuergeldern zum Fenster rausschmeissen, alle hätten genug, sogar die neuen Flüchtlinge. Dasselbe mit dem Platz. Da stöhnen Gemeinden und Kommunen über die hohen Flüchtlingszahlen. Kein Wunder, wenn man alle auf kleinem Raum zusammenpfercht, sieht es schnell überbevölkert aus. Auch hier haben die Politiker versagt. Aber das hat System.

Die geschürte Unzufriedenheit des eigenen Volkes ermöglicht den Ausbau des Überwachungsstaates. Man hetzt jeden gegen jeden auf und darf dafür das Verteidigungs-Budget aufstocken. Sie wollen keinen sozialen Frieden. Denn wäre er da, könnten sic h die Leute mit den kriminellen Machenschaften in Berlin und Brüssel auseinandersetzen. Aber so sind sie mit dem gezüchteten Feindbild „Ausländer“ vollends beschäftigt und werden erfolgreich von den politischen Kungeleien abgelenkt. Die HoGeSa-Fetischisten lassen sich so vor den politischen Dreckskarren spannen und merken es nicht.

Es würde mich interessieren, was passiert, wenn jeder Hooligan und Rechtsextreme sich plötzlich für die Flüchtlinge einsetzen würden? In Brüssel, Berlin, Paris und überall dort, wo die politische Elite den Fremdenhass für ihre Zwecke instrumentalisiert, bräche die Panik aus. Schnell organisierten sie verkleidete Geheimdienstler, die sich als Salafisten ausgeben und gezielt gegen das einheimische Volk vorgehen. Nur damit die Fremdenhass-Flamme nicht erlischt. Diese Strategie konnte man in der Ukraine, Türkei, Syrien, Hong Kong und Griechenland sehr gut beobachten. In diversen YouTube-Filmchen sieht man blonde Radikale, die viele Sprachen beherrschen, ausser arabisch.

Es wird Zeit, dass der Michel schnallt, dass die Flüchtlingswellen politisch gewollt sind um im eigenen Land eine Destabilisation zu erreichen. Einzig zum Zweck, die politische Führung zu schützen und von ihren unlauteren Methoden abzulenken. Ein perverses Treiben, dass bereits tausenden Unschuldiger das Leben gekostet hat. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass zum Beispiel die italienische Regierung einen Deal mit den Schleppern hat, wieviele Boote nach Lampedusa kommen dürfen und wie viele versenkt werden. Sie haben ja bereits beste Verbindungen zur Mafia und helfen ihnen seit Jahrzehnten Industriemüll, radioaktiven Abfall und Gefahrengut im Meer zu versenken. Da liegt es auf der Hand, dass diese guten geschäftlichen Beziehungen gepflegt werden. Was versenkt wird ist schlussendlich egal, Hauptsache man kann seinen Ferienpalast in der Toscana mit vergoldeten WC-Deckeln verzieren oder mit Minderjährigen ausschweifende Partys feiern.

So gesehen sind Flüchtlinge kein Problem, sie werden zu einem gemacht. Solange wir das Gesülze von problematischen Immigranten den Zeitungen und ihren Diktierern abkaufen, solange wird weiter Hass geschürt und auf den Buckeln derer entladen, die eigentlich nur ums nackte Überleben kämpfen. So wie wir mittlerweile auch.

Spielen wir das Spiel vom Tod – Krieg als Unterhaltung

Es ist Krieg. Kein normaler Krieg. Zur Zeit läuft der 3. Weltkrieg. Haben Sie das bemerkt? Die Wenigsten realisieren,dass es rund um den Globus weltkriegsgleich kriselt. Die Kriegsschauplätze umspannen wie ein Spinnennetz die Erde und man kann nicht mehr genau sagen, wo was begonnen hat oder womöglich endet. Aber das betrifft uns ja nur am Rande. Wir können mit einem Kaffee die morgendlichen Medienlügen konsumieren, dazu den Computer einschalten, zwischendurch den Sandmann aus den Augen spülen und wenn’s drückt den obligaten Gang auf den häuslichen Thronsessel vollziehen. Alles alltägliche Abläufe, die für uns banal sind, aber für andere unvorstellbar.

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Um sich ein wenig in die Welt der Not und Angst umzusehen hat das Entwicklerstudio 11Bytes ein Computerspiel kreiert, dass einem zum Kriegs-Flüchtling macht und man sich mit den einfachsten Überlebensstrategien auseinandersetzen muss. Das Spiel soll, laut Hersteller, keinen Spass machen sondern die Tragik des Krieges veranschaulichen. Man ist Mitglied einer kleinen Gruppe und muss Nahrung beschaffen, marodierenden Banden ausweichen, durchgeknallten Soldaten aus dem Weg gehen, Verletzungen verarzten und immer wieder Entscheidungen fällen, die den Tod von anderen zur Folge haben, aber dafür das eigene Überleben und das der Gruppe sichern.

Zuerst habe ich mich gefragt, was dieser Schwachsinn soll. Wir haben rund um den Globus über 50 Millionen (!) Flüchtlinge, das sind mehr als in beiden Weltkriegen zusammen, und nun glaubt eine Software-Schmiede diese Tragödie noch in einem Spiel vermarkten zu müssen. Erst im zweiten Ansatz fand ich die Idee gar nicht mehr so übel. Bis anhin schlüpfte man als Computer-Spieler immer in die Rolle eines Superhelden mit Superkräften oder Superanzug. Man durfte sinnlos in der Gegend rumballern mit meist endlos Munition, Waffen die richtige Feuerwerke verursachen und man kann so ziemlich alles kurz und klein schiessen was sich bewegt oder eben auch nicht. Das stupide Geballere kann man toppen, indem man dem Feind die Gliedmassen einzeln wegschiesst oder gleich nach Metzerart das Gegenüber fachmännisch schlachtet. Das ist die Masse der Kriegsspiele.

Nun aber muss man sich ohne Waffen und Hilfsmittel, das heisst sie sind sehr spärlich auf dem Schlachtfeld verteilt, in einer kriegerischen Umgebung behaupten. Was würden wohl die Millionen an Flüchtlingen sagen, wenn sie sehen könnten, wie ihre Tragik in einem „Spiel“ als Handlungsgrundlage dient? Ist das moralisch vertretbar? Ich bin hin und her gerissen. Einerseits finde ich es makaber, so etwas als Game zu verkaufen und andrerseits hat so ein Spiel auch aufklärenden Charakter. Dazu muss man sich mal folgendes vorstellen:

Begeben Sie sich gedanklich mal in so eine Situation.

Sie müssten nun in den nächsten fünf Minuten alles was Ihnen wichtig ist zusammenpacken und mit Frau, Kind und Kegel fluchtartig ihr Zuhause verlassen. Nach diesen fünf Minuten kommen die Bösen, erschiessen den Mann, vergewaltigen die Frau und Tochter und hängen dabei noch den Sohn auf. Wie gesagt, wenn Sie das nicht wollen, müssen Sie innert dieser paar Minuten alle und alles in Sicherheit bringen. Könnten Sie das? Wissen Sie, was Sie alles mitnehmen würden? Hätten Sie überhaupt etwas Überlebenswichtiges zu Hause? Wären Sie in fünf Minuten parat? Die meisten Menschen müssen hier oft mit Nein antworten. Sie haben zu wenig Zeit um noch ein paar Habseligkeiten zusammenzuraffen, die Zeit reicht gerade um noch etwas anzuziehen und ein paar Kleider, Decken, etwas Proviant einzupacken und dann war’s das auch schon. Dann beginnt die Flucht. Sobald man die Wohnungstüre öffnet schweben alle in Lebensgefahr und das ändert sich auch nicht mehr. Hinter jeder Ecke könnte ein Feind lauern und einem um die selbige bringen. Sie schleichen geduckt mir ihren Liebsten von einer Deckung zur Nächsten, Rauchschwaden vernebeln die Sicht und machen das Atmen schwer. Es ist kalt. Dann fängt es auch noch zu regnen an. Die wenigen Kleider sind schnell durchnässt. Sie hasten durch den Schlamm, weichen Trümmerteilen aus und mehr als einmal stolpern Sie über ein menschliches Körperteil. Überall liegen Tote, teils zerfetzt, teils geschändet und oft gar nicht mehr als Mensch erkennbar sind, weil einfach ein Panzer darüber gerollt ist. Dazu der Gestank von offenen Gedärmen, Verwesung und Munition. Sie halten sich einen Lappen vor den Mund um den Brechreiz unter Kontrolle zu halten. Die Kinder fangen an zu weinen und wollen nach Hause. Sie haben jetzt aber keine Zeit den Kleinen die Situation zu erklären, Der Feind ist Ihrer Familie auf den Fersen und sie haben nur wenig Vorsprung. Also hetzen Sie weiter, tragen abwechselnd die Kinder. Nach einer endlos scheinenden Odyssee durch Trümmergebiete, Minenfelder und Häuserruinen erreichen Sie mit ihrer Familie einen vorerst sicheren Ort und können sich kurz erholen. Erst jetzt bemerken Sie, wie unzählige kleine Schürfungen, Schnitte und Prellungen ihren Körper verzieren. Der Schmerz geht Hand in Hand mit der Kälte, die immer mehr Überhand gewinnen möchten. Sie kauern sich zusammen, um sich gegenseitig etwas zu wärmen. In dieser Zeit der kurzen Ruhe wird ihnen die ganze Tragödie bewusst. Das Zuhause weg, alle Habseligkeiten weg, verbleib von Verwandten, und Freunden ist ungewiss. Hunger und Durst werden immer quälender, aber es gibt nichts. Das Wasser ist verseucht und Lebensmittel gibt es nur in den Flüchtlingslagern. Aber bis dorthin ist es noch ein weiter Weg durch kriegerisches Gebiet. Die Hoffnung sinkt und Verzweiflung macht sich breit.

Können Sie sich in einer solchen Situation vorstellen? 50 Millionen Menschen sind gezwungen, sich dieser Tatsache zustellen, zu behaupten oder zu sterben. Und das täglich.

Wenn man mit diesen Hintergedanken dieses Computerspiel zockt, dann ist der Spass sicher nicht vorhanden und das soll es, laut den Herstellern auch nicht. Es werden einem schnell die Schrecken des Krieges bewusst, die menschlichen Schicksale und Tragödien. Könnte eine therapeutische Wirkung haben. Das hat aber einen wesentlichen Haken. Man daddelt das Spiel vom bequemen Sessel aus, sitzt in einem beheizten Zimmer und kann sich je nach Bedarf das eine oder andere Zeugs in den Mund schieben. Das hat nichts mit einer agogischen Wirkung zu tun. Das ist dekadent und unmenschlich. Ich glaube, wenn man einen Flüchtling fragen würde, ob er so ein Spiel zocken möchte, dann bekäme man zuerst einen ungläubigen Blick, der sich schnell in Verachtung wandeln würde. Kein einziger Flüchtling spielt so ein Game. Genau so wenig wie ein Kriegsveteran ein Ballerspiel daddelt, dass die meisten Punkte gibt, wenn man sein Gegenüber mit der Kettensäge malträtiert.

Solche Spiele werden nur von Leuten gezockt, welche die Tragik eines Krieges nicht verstehen wollen und ihn als Unterhaltung ansehen. Je blutiger umso cooler. Solche Individuen möchten auch gerne mal selber real in den Krieg ziehen. Ist ja alles so schön bunt hier. Dazu können sie sich einem Bataillon anschliessen, welche geschäftstüchtige Soldaten den Kriegstouristen anbieten. Zur Zeit möglich in der Ukraine. Dort kann man nach bezahlen eines Betrages für die Wunschwaffe aus sicherer Entfernung ein Dorf zuammenschiessen oder einfach alles abknallen, was sich vor dem Gewehrlauf bewegt. Ein Schwede hat sich dieses „Vergnügen“ nicht nehmen lassen, zahllose Menschen getötet und ist nun stolz darauf, von den „Feinden“ mit einem Kopfgeld beehrt zu werden.

Wenn ich mir die Entwicklung der Computerspiele-Industrie ansehe, dann kann ich nur zu folgendem Schluss kommen. Sie wollen einem den Krieg schmackhaft machen mit all seinen „Vorzügen“. Vom Militär gesponserte Spiele sollen neue Rekruten bringen und Flüchtling-Games sollen die weltweite Tragödie verharmlosen. Denn wenn jemand mit vollem Bauch in der beheizten Stube sich als Überlebenskünstler sieht, dann kann das Ganze ja nicht so schlimm sein, man hat es selber ja auch in 20 Stunden durch alle Levels geschafft.

Mit diesen Spielen soll das ethische und moralische Empfinden der Spieler aufgeweicht werden. Skrupel für verwerfliche Taten fallen, man lernt im Spiel, wie man einen Menschen auf verschiedenste Art und Weise umbringen kann und der pure Egoismus wird in die höchsten Sphären gehievt. Aber das stört den Zocker nicht. Hauptsache man kann vor seinen Freunden mit den neuesten Massakrierungsmethoden angeben und wie toll man sich durch die virtuelle Kriegswelt geschlagen hat. Wenn man das dort kann, klappt das im realen Leben sicher auch.

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