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Xavier Naidoo und die Diktatur der Gedanken

Freitag, 12.5.2017. Eifel. Na, Sie? Schön, dass wir uns mal wieder sprechen. Wird ja auch Zeit: ist einiges los in der Welt Zum Beispiel wackelt unser Weltbild gewaltig, weil Wissenschaftler mal wieder zu tief gegraben haben: 3,48 Milliarden Jahre alte Fossilien wurden in Australien entdeckt (siehe Grenzwissenschaften) … Leben ist also ganze drei Milliarden Jahre älter als bisher gedacht: so wenig wissen wir wirklich über diese Welt, von der „Wissenschaft“ so sicher ist, sie völlig im Griff zu haben. Wahnsinn, oder? Leben unter völlig lebensfeindlichen Bedingungen: gut möglich, dass die Erde schon dreißig mal von kapitalistischen Zivilisationen verseucht wurde, die sang- und klanglos untergegangen sind: würde einige Funde erklären, die wir bislang als „verbotene Archäologie“ kennen. Ja – außerhalb der kapitalismushörigen Dienstbarkeitswissenschaft gibt es immer noch ganz viele Wunder zu entdecken, wenn man die Welt undogmatisch sieht und Forschung ergebnisoffen betreibt anstatt die erlaubten Ergebnisse gleich vorzugeben: Wunder, die gleich morgen unser ganzes Weltbild auf den Kopf stellen könnten: wenn die Meinungsbüttel des Mammon dies zulassen würden.

Ich persönlich mag ja solche Rätsel: sie halten den Geist frisch. Eins habe ich letztens in der FAZ gefunden – jener Zeitung aus dem Bereich der Altpapiermedien, die erst kürlich verkündete, dass sie „wieder auf Erfolgskurs sei“ (siehe FAZ), sich dann aber den alternativen Fakten der Wirklichkeit stellen musste, die besagten, dass die Umsätze weiter in den Keller gehen (siehe Statista): die Auflage sank von 250000 im Jahre 2016 auf 240 000 im ersten Quartal 2017; hält dieses Blatt diese Sinkgeschwindigkeit bei, haben sie noch 6 Jahre – dann ist die FAZ Geschichte und ihre Aufgabe dankenswerterweise beendet. Aufgabe? Ja – sehr schön formuliert findet man das bei Wikipedia:

„Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wird unter Journalisten seit langem als eines der deutschsprachigen Leitmedien eingestuft, denen die Funktion zukommt, gesellschaftliche Kommunikation und Öffentlichkeit zu gestalten und zu prägen“

Ich persönliche brauche kein Altpapier noch irgendeinen Schmierfinkenfuzzi, der meine Kommunikation gestaltet und prägt: ich denke, dass kann ich ganz gut alleine. Ich hätte immer noch gerne, dass Journalisten mich mit Fakten versorgen – ohne selbstherrlich zu beurteilen, welche davon jetzt angeblich „alternativ“ sein sollen oder nicht. Gehen Sie mal in den Bereich der Naturwissenschaft: dort ist alles voll von alternativen Fakten: sprechen Sie mit drei Wissenschaftlern (aber nicht mit den Journalisten, die sich dafür halten) – Sie werden sicher fünf Meinungen erhalten. Oder der Bereich der Geisteswissenschaften: die produzieren – wenn sie sauber arbeiten – das Gegenteil zur eigenen Meinung gleich mit, damit Sie persönlich und NUR SIE sich aus dem reichhaltigen Angebot für jene Variante der Wirklichkeit entscheiden können, die Ihnen am besten gefällt … aus welchen Gründen auch immer.

Was mir gefällt ist zum Beispiel der Artikel von Frau Leonie Feuerbach über das plötzliche Massensterben von 322 Rentieren (siehe FAZ) – also jenes Rätsel, über das ich vorhin sprach. Noch nie zuvor waren so viele Tiere auf einmal verendet. Die dogmatische Wissenschaft war sich sicher: eine Krankheit war es. Oder – da war man sich auch sicher – ein Blitz. Oder mehrere. Ganz sicher. Traf alle Tiere, weil die bei schlechtem Wetter so nahe zusammenrücken. Nur: schaut man sich den Film an sieht man … da liegen Leichen weit vom Mittelpunkt entfernt – ohne erkennbaren Kontakt zu anderen Tieren. Nun: egal. Hauptsache, alles wird schnell wegerklärt, damit bloß niemand auf die Idee kommt, Gelder für Forschung zu verlangen um einer anderen Wahrheit auf die Spur zu kommen. Wenn´s nicht nicht Krankheit war, war´s eben der Blitz. Mehr ist nicht erlaubt.

Tja – die Wahrheit. In der Philosophie weiß man seit 3000 Jahren, dass wir als Menschen – mit unserem mickrigen Erkenntnisvermögen und unserer äußerst begrenzten sinnlichen Ausstattung – der Wahrheit nie nahe kommen können, wir bewegen uns stetig im Bereich von „Vereinbarungswahrheiten“ – müssen wir auch, um überhaupt mal vom Grübeln ins Handeln kommen zu können. Solche Erkenntnisse stören eigentlich niemanden, sie machen neugierig, regen an, selbst zu forschen und zu denken und erlauben die sichere Gewissheit, in einer Welt von Wundern zu leben, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Manche jedoch … stört diese Sicht. Sie wollen lieber ihre eigene Wahrheit auf andere ausdehen und jene verfolgen, die auch nur ein wenig von dieser öffentlich verordneten Wahrheit abweichen – wobei wir wieder bei Leonie Feuerbach angekommen sind. Die hat sich – zur Rettung der Auflage der eigenen Zeitung – ein ganz besonderes Opfer ausgesucht: einen farbigen deutschen Sänger mit dem Namen Xavier Kurt Naidoo.

Nun – mir sagte der Name nichts, diese seltsame Hüpf-und Hops-Musik ist nicht mein Ding, ich gönne sie aber gerne anderen. Offenbar machen die aber Texte, die den Staat gefährden (siehe FAZ):

„Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter“

Zu diesem Textstück meint Frau Feuerbach:

„Bei genauerem Hinsehen hat aber schon diese Strophe es in sich: Der manipulative „Puppenspieler“, der im Hintergrund die Fäden zieht, ist ein uraltes antisemitisches Klischee. Und der Begriff des Sachverwalters erinnert stark an die Vorstellung der sogenannten Reichsbürger, nachdem die Bürger der Bundesrepublik nur Personal einer von Amerika oder dem Weltjudentum gelenkten GmbH sind – der Personalausweis dient den Anhängern dieser kruden Ideologie als Beweis dafür.“

Selten solchen Unfug so konzentriert gelesen – aber zur Rettung der Auflage, zur zwanghaften Belebung des Mythos der „Reichtsbürgerhymne“ darf man wohl tief in die Unterstellungskiste greifen.

„Puppenspieler“ ist kein „uraltes antisemitisches Klischee“ … wir würden sonst die Augsburger Puppenkiste ganz neu bewerten müssen. Sicher: „Reichsbürger“ (ein neuer Kampfbegriff der deutschen Sektion der kapitalistischen Internationale, der den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ nahtlos ersetzt) sind … in meinen Augen … besonders große Deppen – was ich leicht erklären kann. „Reiche“ – hatten wir nur zwei: das feudale Kaiserreich … oder das andere, mit Gröfaz und Massenmorden an Andersdenkenden; kurz gefragt: welches der beiden „Reiche“ hätten Sie denn gern? Den Kaiser, der zu blöde war, die europäische Friedensordnung zu wahren und weltweit Kolonien an sich riss … oder den österreichischen Aktmaler, über den man kaum ein Wort zu verlieren braucht. Ja – ich habe die Nachricht mit Freuden vernommen, dass einer der führenden deutschen Ultrarechtsblogger nun in den Knast kommt (siehe Standard): die Leugnung eines der historisch bestdokumentierten Ereignisse kann nur vor einem geistig sehr schwachen und zudem kriminell determinierten und menschenfeindlichen Hintergrund erfolgen – aber das ist ja nicht unser Thema.

Unser Thema ist Leonie Feuerbach und Xavier Naidoo … der aber selbst mit den vielen Unterstellungen der Frau Feuerbach nichts zu tun hat. Das unser „politisches Personal“ nicht ganz das tut, wofür sie bezahlt werden, ist Mehrheitsmeinung in Deutschland: 60 % der Deutschen zweifeln an der Demokratie (siehe Handelsblatt – wahrscheinlich auch so ein rechtsradikales Schmierenblatt in den Augen der selbstverliebten Pseudolinken) – der enorme Einfluss der „Reichen“ auf die Politik wurde erst kürzlich aus dem Armutsbericht der Bundesregierung entfernt – und ist Gegenstand vieler seriöser wissenschaftlicher Forschung (siehe Lobbycontrol) … und mehr muss man in die Worte des Hüpfbarden nicht hineindeuten.

Lesen Sie doch mal die Ausführungen meines Kollegen „Parkwächter“ (keine Sorge, der heißt nicht wirklich so) zu dem neuen französischen Präsidenten, der mit viel Geld plötzlich aus dem Nichts auftauchte und über die Herkunft des Geldes auch gar nicht reden möchte (siehe Nachrichtenspiegel): dort kann man sehen, wie großes Geld große Politik machen kann. Das ist aber nie Sinn der Demokratie gewesen. Was Macron nun zu tun hat – nun: das schreiben ihm die Bezahlschreiber der Leitmedien jetzt schon vor: Abschaffung der 35-Stunden-Woche (nein, nicht zugunsten einer 30-Stunden-Woche, die aus humanistischen Gründen sehr sinnvoll wäre), Senkung des Mindestlohnes (es kann keine Milliardäre geben, wenn nicht Millionen für zu wenig Geld arbeiten) und Abschaffung des Kündigungsschutzes, damit in Betrieben wieder richtig durchregiert werden kann (siehe Spiegel).

Geht so Demokratie? Sollte man nicht selbst mitreden dürfen, wenn man selbst in Zukunft für immer weniger Geld in immer unsichereren Verhältnissen immer länger arbeiten soll? Ach – lassen wir das.

Weiter gehts mit Leonie und Xavier

„Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Werden wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten“

Was liest nun unsere Autorin da hinein?

„Das „Tatsachen verdrehen“ kann als eine Umschreibung des Lügenpresse-Vorwurfs gelesen werden. Das „an Unschuldigen Vergehen“ liest sich rätselhaft und wie ein Vorwurf des Kindesmissbrauchs. Ein beliebtes Thema im rechtsextremen Spektrum, wo seit Jahren die „Todesstrafe für Kinderschänder“ gefordert wird.“

Kann als Umschreibung gesehen werden – muss aber nicht. Kann auch einfach sein, dass man damit Arbeitslose meint, die selbst persönlich für die Folgen der Globalisierung und somit ihre Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht werden … und jetzt nicht nur in Deutschland sondern auch in Frankreich ausgeblutet werden, weil man ihr Existenzrecht als Mensch in Zweifel zieht. An „Unschuldigen vergehen“ ist übrigens weltweit eine anerkannte Sauerei: deshalb haben wir die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte erfunden. Leider fehlt den Unschuldigen (den Kurden, den Armeniern, den Irakern, den Afghanen, den Andersdenkenden, den Juden, den Homosexuellen, den „Farbigen“, den Millionen hungernder Kinder, den Arbeitslosen – ja den Armen generell … um nur ein paar zu nennen) noch jener „Schutzschirm“ von dem da gesungen wird.

Ja – so einen Schirm könnten wir gut gebrauchen … der angeblich brillliante Physiker Stephen Hawking hat aktuell die der Menschheit zur Verfügung stehende Lebenszeit von 1000 auf 100 Jahre verkürzt (siehe Heise), weshalb wir schnellstens auf neue Planeten umsiedeln sollen. Der Schweizer Tagesanzeiger bestätigt, dass auch andere dieses Ende nun ausgerechnet haben, wir sehen, dass wir andere Probleme hätten – und an gleichem Orte findet man ja auch schon die Lösung der Probleme (siehe Tagesanzeiger):

„Zu den bekanntesten Forschern auf diesem Gebiet gehören Paul und Anne Ehrlich von der Stanford-Universität, die seit Jahren vor Überbevölkerung und gefährlicher Ressourcenverschwendung warnen. Sie werden zu den sogenannten Neomalthusianern gezählt. Der Ökonom Thomas Malthus warnte bereits im 18. Jahrhundert vor Überbevölkerung und einer drohenden Nahrungskrise. Er ging sogar so weit, dass er es nicht für ratsam hielt, Geld von Reichen zu Armen zu transferieren. Das führe zu einer weiteren Überbevölkerung und steigender Nahrungsnachfrage.“

Jetzt kennen Sie den wahren Grund der neoliberalen Offensive der letzten Jahrzehnte: die Ausrottung der Armen zur Rettung des Reichtums dient einzig und allein nur dem Fortbestand der Menschheit: wer könnte sich diesem hehren Ziel auch entziehen … vor allem, wenn es gut bezahlt wird?

Kehren wir vom Weltuntergang zurück zu Leonie und Xaxier:

„Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter
Teile eures Volkes nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter
Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid
Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid“

Für Leonie völlig klar: es geht um Massenmord!

„Xavier Naidoo träumt also von einem Aufstand des kleinen Mannes gegen die Herrschenden. Statt Angestellter oder Arbeitsloser ist der kleine Mann hier ein Bauer, der mit der Mistgabel kämpft. Vielleicht hat er sich hier auch von der einstigen Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling inspirieren lassen, die den „Eliten“ mit Mistgabeln gedroht hatte.“

So kann man das deuten – muss man aber nicht. Man könnte auch mal anstatt Meinungen zu prügeln Bildung anhäufen, dann wüsste man, dass es ein Milliardär war, der den Terminus „Mistgabeln“ wieder ausgegraben hat. Den Brief des Nick Hanauer an seine Mitmilliardäre kann man in den deutschen Leitmedien offen nachlesen (siehe z.B. Welt). Muss nichts mit Frau Festerling zu tun haben – wer immer das auch seien mag (muss man die kennen?). Vor einer „neuen Oligarchie der Reichen“ warnt sogar unsere derzeitige Arbeitsministerin (siehe Tagesspiegel) – wahrscheinlich auch so eine antistaatliche Reichsbürgerin.

Die elendige Parade der an den Haaren herbeigezogenen Unterstellungen endet aber hier noch nicht, die Methodik, die der Stürmer schon gegen Juden erfolgreich anwandte, wird engagiert weiter benutzt:

„Als Volks-in-die-Fresse-Treter stößt ihr an eure Grenzen
Und etwas namens Pizzagate steht auch noch auf der Rechnung
Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen
Wenn ich so ein´ in die Finger krieg´,
Dann reiß ich ihn in Fetzen
Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen“

Soweit der zornig erregte Barde. Was macht die FAZ-Lohnschreiberin daraus?

Der Begriff „Pizzagate“ bezeichnet eine krude Verschwörungstheorie aus den Vereinigten Staaten. Sie besagt, dass verschiedene prominente Politiker, unter ihnen auch Hillary Clinton, aus einer Pizzeria heraus in geheimen Treffen einen Pädophilenring organisiert haben. Sie wurde im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf in rechten Kreisen verbreitet und ist an Absurdität kaum zu überbieten, wird von Naidoo und seiner Band aber offenbar für voll genommen. Möglich, dass sich hierauf auch die Zeile über die Unschuldigen bezieht. Die Gewaltandrohung steigert sich in dieser Strophe noch einmal, die ohne viel Phantasie als Aufruf zu Selbst- und Lynchjustiz jenseits der Gesetze gelesen werden kann.

Nun: sexueller Missbrauch von Kindern ist kein Kavaliersdelikt. Ich denke: jede Mutter und jeder Vater können die Gefühle des Sängers nachvollziehen. Es war das ZDF (auch so ein rechtsradikaler Reichsbürgersender) der uns über das Massensterben von Zeugen im Falle Dutroux informierte (siehe ZDF-Doku „Dutroux und die toten Zeugen“) und so für weitreichende Verunsicherung sorgte … auch bei mir (siehe Nachrichtenspiegel). Es bleiben viele Fragen offen – auch im Falle dieses „Pizzagate“, dessen Ursache nicht in „an Absudität nicht zu überbietenden“ Unterstellungen liegt, sondern in seltsamen Dokumenten, die Wikileaks veröffentlichte. Nun – ich halte nichts von den galoppierenden Hypothesenketten, die zu diesen E-Mails gebildet werden … alles hängt davon ab, ob man die Code-Sprache der Pädophilenringe wirklich auf diese Mails übertragen kann. Sicher – manches mutet seltsam an: z.B. 65000 Dollar für „Hot Dogs aus Chikago“ für ein privates Präsidentenfest im Weißen Haus scheint für Würstchen mit Brot etwas teuer zu sein, selbst wenn man 10 Dollar pro Wurst rechnet (siehe Archiv von Wikileaks). Viele Sätze ergeben scheinbar keinen Sinn, wenn man sie nur auf Pizza bezieht (siehe Wikileaks) – nur: es muss auch bedacht werden, welchen Unsinn wir alle reden, wenn man unsere Sätze aus dem Zusammenhang reißt und sie ohne unseren persönlichen Kontext interpretiert.

Doch … soweit geht der Barde Xavier Kurt ja gar nicht in seinen Texten. Ich bekomme übrigens auch Entsetzen bei der Erforschung der Dimensionen von Kindesmissbrauch, der in Hollywood gang und gebe zu sein scheint (siehe Focus) und bei den Verbündeten der USA in Afghanistan stillschweigend toleriert wird – auch wenn man die Schreie der Kinder meilenweit hört (siehe New York Times).

Was wir jedoch nicht übersehen dürfen: Xavier ist ein Hip-Hop-Sänger – mehr nicht. Verglichen mit anderen Barden … denen kaum eine so umfangreiche mediale Aufmerksamkeit gegönnt wird … ziemlich harmlos (siehe z.b. Zeit oder Stern) – kein Aufruf zur Massenvergewaltigung, Massenmord, Verstümmelung von Homosexuellen oder anderen Freizeitvergnügen einer verrohten Jugend … die seltsamerweise nicht so „antistaatlich“ angesehen werden, aber fette Verträge von Megakonzernen erhalten.

Ja – dann soll Xavier Kurt auch noch der gleichen Meinung wie Wolfgang Schäuble sein (wahrscheinlich auch noch so ein Reichsbürger) – das Deutschland nie ein wirklich souveränes Land gewesen sei (siehe Handelsblatt) – wer sich mit dem Weltbild führender US-amerikanischer Vordenker (wohl auch Reichsbürger) beschäftigt, versteht schnell, wie das gemeint sein kann (siehe Nachrichtenspiegel) – aber lassen wir das.

Sind Sie nun völlig verwirrt – wie Frau Feuerbach? Nun – ich hoffe, es ist mir gelungen, Ihnen aufzuzeigen, dass es sich bei der Meldung der FAZ über die „Reichsbürgerhymne“ des Herrn Naidoo um „Fakennews“ handelt – Fakenews von der übelsten Sorte. Im angeblichen „Kampf gegen rechts“ (der – wie die aktuellen Affären bei der Bundeswehr oder die Skandale im NSU-Prozess zeigen – gar nicht energisch genug geführt werden kann … aber aus unerfindlichen Gründen nicht effektiv genug geführt wird) wird die rechtsradikale Methodik der Verleumdung, der Unterstellung, der üblen Nachrede Standard in den „Leitmedien“, wobei „rechts“ auch nur noch ein Codewort ist für – ja, sagen wir mal: kapitalismuskritisch.

Natürlich gibt es auch Nazis, die mit dem Kapitalismus nicht liebäugeln – aber dadurch wird Kapitalismuskritik nicht ausdrücklich rechts, genauso wenig wie Aldi rechts ist, weil da auch Neonazis Gurken kaufen. Das wirklich Rechte – die Diktatur der Gedanken – wird gar nicht mehr wahrgenommen. Der Versuch zu bestimmen, was alles „rechts“ zu sein hat (wie z.B. ein Musikfestival in Berlin, siehe Tagesspiegel) und dies auch noch zu bestrafen (siehe den Kommentar zum Netzwerkdurchführungsgesetz bei Cicero) und wer alles „rechts“ ist, ist praktisch kaum zu unterscheiden von jenen irren Klängen, die 1933-1945 definierten, was alles „jüdisch“ (und deshalb „böse“) war und greift den Geist der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte an seiner Wurzel an.

Wollen Sie mal wissen, wie solche „Rechten“ für sich werben? Hier, ich habe da welche gefunden, bei dem so gescholtenen Festival (siehe pax-terra-musica):

„Egal ob Du aus Europa oder von weiter weg kommst. Egal ob Du Eingeborener oder Einwanderer bist. Egal ob Du Frauen liebst oder Männer, ob Du Deine Haare färbst oder Dreadlocks hast, ob Du Designer-Klamotten trägst oder im Second-Hand-Laden einkaufst. Egal wie viele Arme der Gott hat an den Du glaubst und ob Du überhaupt an höhere Wesen glaubst. Solange Du für den Frieden zwischen allen Menschen auf der Welt bist, wollen wir mit Dir tanzen!“

Frieden zwischen allen Menschen auf der Welt – wen sollte das schon stören?

Ach ja – jene, die Lust darauf haben, Milliardäre zu werden. Das wird man nicht als … „Sozialromantiker“. Dafür braucht man andere „Qualitäten“ (siehe Zeit):

„In den Führungsetagen von Unternehmen finden sich dreieinhalbmal so viele Psychopathen wie im Durchschnitt der Bevölkerung, wie Robert Hare, Psychologe und Forensiker aus Vancouver, und der New Yorker Unternehmensberater Paul Babiak durch Hunderte von Interviews herausgefunden haben.“

Und Leute mit diesen Qualifikationen … haben gerne die Kontrolle über jeden einzelnen Gedanken im Land. Und auch ein Faible für gewisse politische Richtungen, die die Möglichkeit des unbegrenzten Auslebens der eigenen Asozialität garantieren – mit Schampus, Kaviar und SUV, auch wenn die natürliche Welt an den Folgen erstickt und wir … ganz ganz rasch … neue Planeten brauche: egal wie.

Und so kommt – im unauffälligen, edelmütigen Gewand des „Kampfes gegen Rechts“ –  der Faschismus als politischer Arm des Kapitalismus wieder zurück nach Europa.

Und wer in Frieden mit allen Bürgern der Welt tanzen will … ist ein böser Nazi.

 

 

 

 

 

Wie der „Nachrichtenspiegel“ durch „Leitmedien“ zerstört wurde – in eigener Sache

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Montag, 29.9.2014. Guten Morgen lieber Leser! Wir schreiben ja selten in eigener Sache. Gelegentlich verabschieden wir uns mal, weil der Wind zu rauh wird, die Belastung zu groß, das Miteinander zu unterträglich. Nein – das betrifft nicht die beiden Motoren und Inhaber des Nachrichtenspiegels (Herrn Werner Menne und meine Wenigkeit), die funktionieren perfekt wie ein altes Ehepaar … das betraf eher permant dauernörgelnde Gastautoren, von denen uns manche rechtsextremen Mist unterschieben wollten. Wir müssen uns auch früher verabschieden als sich das Ende wirklich realisiert , denn wenn es erstmal da ist, sehen Sie hier nur noch „Error 404“.

Es gibt uns jetzt über vier Jahre – seit dem Juli 2010. Zuschauer zählen wir erst seit Ende 2011: 6841389 Zuschauer seit dem 09.12.2011 12:00 (glaube persönlich immer noch: da muss ein Irrtum vorliegen, kann aber sein, dass ich mich da irre). Vier Jahre lang kümmern wir uns um eine kritische Spiegelung systemtreuer Medien und wählen hierzu keinen journalistischen, sondern einen philosophischen Weg: dieser ist unangreifbarer und kommt unseren Ressourcen sehr entgegen. Wir sind Teil einer kritischen Gegenöffentlichkeit geworden, veröffentlichen so zuverlässig wie deutsche Leitmedien, alle zwei – drei Tage gibt es allein von mir neue und lange Gedankengänge zum Weltgeschehen, das ich manchmal sogar einfach mal so vorwegnehme, bis es andere merken.

Mir macht es nichts aus, im Prinzip könnte ich diese Gedanken auch in ein Tagebuch schreiben, um später mal ein Buch daraus zu machen: nur erlauben mir die Umstände, (meine Erkrankungen plus die Technik), andere Menschen an diesen Gedanken teilhaben zu lassen – mit erstaunlichem Erfolg: haben Sie schon mal gesehen, wie konstruktiv das Miteinander hier ist? Sie können zu jedem meiner Artikel bedenkenlos ALLE Leserkommentare lesen, sie ergänzen die Gedanken oft durch weitere Informationen, zusätzliche Sichtweisen oder persönliche Erfahrungen: das ist schon ein Miteinander, wie es an einer Universität herrschen soll – mich begeistert das immer wieder. Nur sehr selten (vielleicht zweimal im Monat) kommen Hassbriefchen an, nach dem Motto „ihr seid sowieso alle doof weil ihr nicht meiner Meinung seid“ – je weiter wir von der Meinung des Schreibers abweichen, umso größer ist der Hass. Manchmal haben diese Ergüsse aber auch überhaupt keinen Inhalt.

Es ist schön zu sehen, wie dieser Ort gewachsen ist (und weiter wächst), schön zu sehen, wie die Menschen hier miteinander an einer neuen Zukunft arbeiten.

Natürlich gibt es Irritationen – und manchmal verabschieden sich lieb gewonnene Menschen aus merkwürdigen Gründen. Einer war, dass ich eine kleine Rente bekomme: dass war für Menschen, die von Hartz IV leben, unerträglich – ich hatte nicht den richtigen Stallgeruch, war der Aufnahme in den Kreis der Hartz-Opfer nicht würdig genug, gehörte zu den anderen, den „Reichen“. Das ich aufgrund meines gesellschaftlichen Status niemals in den Genuss einer staatlichen Förderung kommen werde, niemals ein Stellenangebot erhalten werde sondern mit 45 Jahren schon auf den sozialen Sondermüll geschmissen wurde und einer sehr bitteren Altersarmut entgegengehe, wird nicht gesehen. Nun – mich rührt das auch nicht sonderlich an, ich merke immer häufiger, wie wenig ich eigentlich brauche – und das macht mich wirklich sehr reich.

Es gehen auch Menschen, weil ich nebenbei erwähnte, dass ich in einer Genossenschaft mitarbeite: man geht davon aus, dass wohlklingende Titel wohlklingende Münzen mit sich bringen. Weit gefehlt: wie leben im 21. Jahrhundert – wer das System verändern möchte, praktisch verändern, der muss selbst investieren, ohne mit ordentlichem „Cashflow“ zu rechnen. Hier ist Pionierarbeit gefragt, die keiner bezahlt – eher drohen Kosten. Diese Form von „Unternehmertum“ ist manchen Menschen aber auch so unheimlich – gerade jenen, deren Widerstand gegen die Verhältnisse sich in stereotypen Klagen über die böse Welt erschöpfen. Nun – ich will sie nicht verurteilen: sie haben sich noch nie als Schöpfer ihrer gesellschaftlichen Zustände erfahren dürfen, sind schon von klein auf auf Gehorsam und „gute Noten“ geprägt worden – wie soll da Widerstandsgeist erwachsen, der aus der Opferrolle herausführen kann?

Ja – und dann habe ich jetzt auch ein erstes Buch geschrieben, da muss ich ja jetzt so reich sein, den Nachrichtenspiegel allein finanzieren zu können. Nun – auch hier gibt es einen Irrtum: die Kostenkalkulation ist so gestaltet, dass der Gewinn sehr niedrig ist – wenn es überhaupt einen gibt. Das Buch ist erstmal eine Serviceleistung für treue Leser, Licht am Horizont sehen wir vielleicht erst in einigen Jahren – oder überhaupt nicht.

Jenseits der sich selbst gebärenden Mythen ist die nackte Wahrheit, dass die Initatoren des Nachrichtenspiegels unentgeldlich und ehrenamtlich arbeiten – mit hohem persönlichen Risiko.

Und das hat jetzt zugeschlagen:

Sie begehen Rufschädigung. Ich fordere Sie hiermit auf, umgehend Ihren Text
"Armut in Deutschland: Unfreiheit, Ungleichheit, Unbrüderlichkeit ...vom 24.
September 2014 zu korrigieren und den Namen Fachhochschule Köln daraus zu
entfernen. Die Fachhochschule Köln bildet keine PolizeianwärterInnen aus und
daher kann es in der Fachhochschule Köln auch nicht zu den von Ihnen
geschilderten Übergriff gegen eine Polizeianwärterin gekommen sein. 
Hakenkreuz, rechte Parolen und offener Rassismus trifft für die Fachhochschule
Köln ebenfalls nicht zu.

Ich erwarte zeitnah eine Rückmeldung, dass Sie den Text entfernen oder
korrigieren. Ansonsten behält sich die Hochschule vor, juristische Schritte
gegen Sie einzuleiten.

mit freundlichen Grüßen
Petra Schmidt-Bentum

Interessant: die Fachhochschule Köln liest den Nachrichtenspiegel. Freundlich: sie haben noch keine Abmahnung geschickt. Klar – liegt die erste Rechnung auf dem Tisch, können wir den Laden hier zumachen: unsere Bonität ist nicht so berauschend. Wir proben schon jetzt für die Altersarmut.

Was war aber der Anlaß dieses Schreibens? Ich hatte in dem oben genannten Artikel wortwörtlich meine alte Lieblingszeitung zitiert: die WAZ, die heute „Der Westen“ heißt. Was ich nicht getan habe: recherchiert, ob das auch stimmt.

So, wie wir aufgestellt sind, so, wie wir arbeiten, kann das auch nicht unser Job sein: dafür fehlen uns Menschen, Zeit, Material, Zugänge oder schlicht … GELD. Wir können eine kritische Reflexion der Nachrichtenflut der Leitmedien leisten bzw. uns nach unseren Möglichkeiten daran beteiligen, haben aber kaum Ressourcen, jede kleine Detailinformation auch noch auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen – erst recht nicht jene, die für den Fortgang der Erzählung unwichtig sind (wo genau die rechtslastigen Polizeianwärter ausgebildet werden, spielt hier nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Nun – Sie können diese Zeilen noch lesen – weil Frau Petra Schmidt-Bentum vom Hochschulreferat Kommunikation und Marketing/Team Presse und Öffentlichkeitsarbeit nicht sofort eine kostenpflichtige Abmahnung geschickt hat. Natürlich haben wir auch umgehend reagiert: Rufmord ist nicht unser Ding.

Sehr geehrte Frau Schmidt-Bentum,

offensichtlich ist der Fehler der WAZ und der DPA unterlaufen, die keinen
Unterschied zwischen der "Fachhochschule Köln" und der "Fachhochschule für
öffentliche Verwaltung Gelsenkirchen, Standort Köln" machen. Wir - bzw. der
Autor des Artikels, sind davon ausgegangen, daß eine großen Zeitung und evtl.
auch die Deutschen Presseagentur als Originalquelle, etwas sorgfältiger
recherchieren und haben nur einen bestehenden Artikel zitiert.
 
Der Fehler ist bei uns korrigiert, bitte wenden Sie sich nun an die Quelle:
http://www.derwesten.de/politik/nazi-skandal-bei-der-polizei-30-anwaerter-geben-handys-ab-id9810903.html.


Wir danken Ihnen für den Hinweis.

Ich hoffe, daß Sie sich trotzdem mit der Intention des Artikels identifizieren
können und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Werner Menne
Redaktion nachrichtenspiegel.de

In der Tat bin ich davon ausgegangen, dass ich der alten WAZ trauen darf. In der Tat möchte ich die Fachhochschule Köln persönlich um Entschuldigung bitten für diese – ungewollte – Verbreitung einer Falschinformation. So etwas sollte nicht vorkommen – nicht bei uns, die wir einer gewissen ethischen Verpflichtung unterliegen, aber erst recht nicht bei Menschen, die fürstlich dafür bezahlt werden, dass sie solche Informationen in der Öffentlichkeit verbreiten. In der Tat möchte ich mich auch persönlich bei Frau Schmidt-Bentum bedanken, dass Sie nicht sofort kostenpflichtige Schritte eingeleitet hat – die uns an den Rand unserer Möglichkeiten gebracht hätten (obwohl viele scheinbar der Meinung sind, wir schwämmen in Geld).

Natürlich muss man ein Auge darauf haben, wie die aktuelle Situation der Medien ist: die Redaktionen der Leitmedien sind voller Volontäre und Praktikanten. Zählen Sie mal allein die Rechtschreibfehler jener Leute, die in einem ruhigen Büro arbeiten dürfen – mit Rechtschreibprogramm (während ich im tosenden Kinderlärm vor mich hintippte, gesegnet mit der Arbeitsbelastung eines – in seiner Beweglichkeit aus gesundheitlichen Gründen sehr eingeschränkten – allein erziehenden Vaters): ich finde da täglich peinliche Beispiele (bei mir auch – aber hier kenne ich auch die Umstände …. und halte die Fehler deshalb für verzeihlich). Fortlaufende Entlassungen in diesem Sektor (unlängst bei der altehrwürdigen FAZ angeküngt: 22 % der Gesamtbelegschaft wird entlassen, siehe Handelsblatt) machen sich irgendwann bei der Qualität bemerkbar, Zeitdruck ebenso.

Nur – wie sollen wir das als kleines Nachdenkmagazin ausgleichen? Ist es wirklich soweit, dass wir jede kleinste, zitierte Information selbst auf den Wahrheitsgehalt überprüfen müssen?

Dann müssen wir das Schreiben einstellen.

Ist schlichtweg nicht leistbar.

Nein, darüber wird auch nicht diskutiert, sobald wir uns diesem Anspruch auch noch stellen müssen, ist der Laden dicht.

Wir müssen schon genug in Frage stellen – und wie es aussieht wird es auch immer mehr. Ausnahmsweise möchte ich mal den Koop-Verlag zitieren:

Massenpanik bei den Massenmedien. Nirgendwo findet sich bislang auch nur eine einzige Rezension des äußerst brisanten neuen Bestsellers »Gekaufte Journalisten«, das nicht auf Vermutungen beruht, sondern sauber recherchiert belegt, wie es um die Meinungsfreiheit der deutschen Medien wirklich steht. Lesen Sie nachfolgend, was gerade hinter den Kulissen passiert. Und kopieren Sie diesen Artikel und posten Sie ihn in allen sozialen Netzwerken. Verstärken Sie den Druck auf jene, die nicht enttarnt werden wollen.

Tja – hätte mich nicht einer unsere kooperativen Leser darauf hingewiesen – ich hätte das auch nicht bemerkt. Ich möchte hier auch dem Wunsch des Koop-Verlages nachgeben und etwas Reklame machen:

Der Journalist Udo Ulfkotte schämt sich heute dafür, dass er 17 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet hat. Bevor der Autor die geheimen Netzwerke der Macht enthüllt, übt er konsequent Selbstkritik. Er dokumentiert hier zum ersten Mal, wie er für seine Berichterstattung in der FAZ geschmiert und die Korruption gefördert wurde. Und er enthüllt, warum Meinungsführer tendenziös berichten und wie der verlängerte Arm der NATO-Pressestelle Kriege medial vorbereitet. Wie selbstverständlich wurde auch der Autor in die Netzwerke amerikanischer Eliteorganisationen aufgenommen, erhielt im Gegenzug für positive Berichterstattung in den USA sogar eine Ehrenbürgerurkunde.

In diesem Buch erfahren Sie, in welchen Lobbyorganisationen welche Journalisten vertreten sind. Der Autor nennt Hunderte Namen und blickt auch hinter die Kulissen jener Organisationen, welche unsere Medien propagandistisch einseitig beeinflussen, etwa: Atlantik-Brücke, Trilaterale Kommission, German Marshall Fund, American Council on Germany, American Academy, Aspen Institute und Institut für Europäische Politik. Enthüllt werden zudem die geheimdienstlichen Hintergründe zu Lobbygruppen, die Propagandatechniken und die Formulare, mit denen man etwa bei der US-Botschaft Fördergelder für Projekte zur gezielten Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Deutschland abrufen kann.

Können Sie sich vorstellen, dass Geheimdienstmitarbeiter in Redaktionen Texte verfassen, welche dann im redaktionellen Teil unter den Namen bekannter Journalisten veröffentlicht werden? Wissen Sie, welche Journalisten welcher Medien für ihre Berichterstattung geschmiert wurden? Und haben Sie eine ungefähre Vorstellung davon, wie renommierte »Journalistenpreise« vergeben werden? Da geht es im Hintergrund zu wie bei den einstigen Ehrungen der »Helden der Arbeit« in der früheren DDR – da wird Propagandaarbeit ausgezeichnet.

Also …. JA – ich kann mir das vorstellen. Ich kann mir sogar die seltsame Gleichschaltung der Leitmedien bei den Themen Arbeitslose, Ukraine oder US-Kriege kaum noch anders vorstellen – insofern finde ich es schön, dass sich mal ein Insider mit Fakten herausgetraut hat.

Aber – darf ich das hier überhaupt zitieren? Droht hier nicht die nächste Abmahnungsgefahr … gerade seitens der „Leitmedien“, die schon die Existenz dieses Buches ignorieren? Haben wir nicht morgen eine Unterlasssungsklage der Atlantik-Brücke am Hals, weil das Zitat andeutet, sie könnten Journalisten geschmiert haben?

Warum das lange Koop-Zitat?

Weil es jenen Hintergrund journalistischen Treibens beschreibt, den wir hier lange ahnen und der für uns Grund und Anlass ist, weiter zu arbeiten: mit den Mitteln, die wir haben – dem Denken, den Fragen die sich daraus ergeben und den Schlussfolgerungen, die daraus möglich sind. Bis die Bücher soviel einbringen, dass wir die Erträge einer (erstmal kostenintensiven) Stiftung zuführen können, um damit den Webauftritt erhalten zu können, wird es noch eine Zeit lang dauern. Solange machen wir noch ein wenig Werbung dafür, ja?

 

Und bis dahin tanzen wir weiterhin auf einem Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann. Und ich finde, dass sollte mal gesagt werden: stellvertretend auch für die anderen, die dieses Nachdenkmagazin mit Leben füllen.

 

 

 

ARD: Rentnerfunk probt still und heimlich Massenenteignung, David Michael Hanfeld gegen Goliath Peter Boudgoust

Nun bahnt sich ja wieder mal Ungeheuerliches an.  Die öffentlich-rechtlichen Medien ARD (Alles Richtig Dolle!) und ZDF (Zügle Deine Fantasie!) die uns so berauschende Serienformate wie „Wetten Das“, „Die Schwarzwaldklinik“ oder den „Musikantenstadl“ geschenkt und damit den kulturellen Horizont der Menschheit Ende des 20.Jhd. deutlich erweiterten (allerdings nach unten, aber Hauptsache: Wachstum!) basteln sich hinten herum eine Wirklichkeit zusammen, die ihnen viele zusätzliche Millionen Euro in die schon übervollen Kassen spülen soll.

Was steht an?

„Internet“ soll „Rundfunk“ werden und damit „Eigentum“ des Staates. Und wenn „Internet“ „Eigentum des Staates“ geworden ist, dann kann man es vermieten oder verkaufen wie Sendefrequenzen – und das heißt dann: kleine bescheidene aber unabhängige weil bundespresseballsuchtfreie Medienformate wie dieses hier … wird es dann nicht mehr geben. Dafür wird aber in die Taschen eines jeden Internetnutzers zugunsten eines Weltkonzerns gegriffen.

Weltkonzerns?

Richtig, im Ranking der Medienkonzerne befindet sich die ARD mit einem Umsatz von 6,835 Milliarden Euro auf Platz 18. Sicher, Walt Disney (Platz 1 mit 25,917 Milliarden) macht viel mehr Umsatz, liefert dafür aber auch Sendeformate, die auch für Zuschauer vor der Pensionierung interessant sind.

http://www.mediadb.eu/rankings/rankings.html

In meinen Augen hätte ein öffentlich-rechtliches Medium in dieser Statistik überhaupt nichts verloren, aber da das Institut, das dieses Ranking veröffentlicht,  Hauptpartner der Bundeszentrale für politische Bildung ist, nehme ich an, wissen sie, was sie sich dabei gedacht haben in dem sie privatwirtschaftlich organisierte Konzerne mit Beitragsfunk in einen Topf schmeißen. Das ZDF – nur der Vollständigkeit halber – zügelt auch beim Umsatz seine Phantasie mit nur knapp zwei Milliarden und liegt weit abgeschlagen hinter Burda, Springer, Holtzbrink und erst recht hinter Bertelsmann, der bald mehr Umsatz macht als alle anderen zusammen: 15, 87 Milliarden.

Nun haben ARD und ZDF das Problem, das Zuschauer unter 60 die Programme nicht so toll findet wie die Produzenten selber es tun, auch haben sie keine Lust, ihre Fantasie zu zügeln und bilden sich lieber woanders fort.

Man hätte ja nun einfach die Programme verbessern können: aber wir sind ja beim öffentlichen Rundfunk. Da geht das nicht. Die suchen lieber nach anderen Wegen, die Konkurrenz auszuschalten und sagen einfach: alles Papier ist unser um die Konkurrenz zu beseitigen. Was ihr drauf schreibt, ist uns egal, aber wenn es uns nicht paßt, gibt es eben kein Papier mehr.

Nun, das paßt natürlich nicht zum Förderauftrag des öffentlich rechtlichen Rundfunkes werden jetzt manche einwenden. Gut, sage ich, da habt ihr Recht. Also zeige ich mal, wie der öffentlich rechtliche Rundfunk mit seinen Kritikern umspringt. Vertrauliche Quellen haben uns da nämlich was zugespielt:

http://www.ard.de/intern/-/id=1886/nid=1886/did=1527714/exkc18/index.html

„Offener Brief“ an den Herausgeber der FAZ

Am 21.07.2010 hat die FAZ auf ihrer ersten Seite unter dem Titel „Bestellte Wahrheiten“ einen Leitartikel veröffentlicht, in dem der Autor den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einer Reihe nennt mit „Herrschaft des Staatsjournalismus“, „totalem Machtanspruch“ und „Ende der freien Presse“. In einem offenen Brief an Frank Schirrmacher verwahrt sich der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust im Namen der ARD vor derartigen Unterstellungen und geschichtsvergessenen Vergleichen.

Wie es scheint, haben also auch andere Medienschaffende von den Umtrieben bei ARD/ZDF erfahren … und sich erlaubt, eine Meinung dazu zu bilden. „Herrschaft des Staatsjournalismus“, „totalem Machtanspruch“ und „Ende der freien Presse“ – das hört sich alles sehr hart an … aber wir wissen, das es so kommen kann. Alle Häßlichkeiten, die den Bürger in seinem Investierrausch bremsen könnten, werden zum Beispiel jetzt schon mit großer Gewalt aufgrund der staatsbürgerlichen Verantwortung des Journalisten nur sehr eingeschränkt veröffentlicht – gerne auch nur in der Fachpresse, denn wie auch in der Medizin so sollte der Bürger auch beim Thema Wirtschaft sehr kurz gehalten werden, damit er sein Geld auch weiterhin den Banken zum Spielen gibt.  Und es war ein geschickter Schachzug des Rentnerfunks, in der Auseinandersetzung um die Lufthoheit im Internet einfach den ganzen Luftraum für sich zu beanspruchen.  Doch schauen wir, wie der Herr Peter Boudgoust mit den Kritikern umgeht: er schreibt dem Chef des Autors einen Brief.

Sehr geehrter Herr Dr. Schirrmacher, 

in der medienpolitischen Berichterstattung der Presse bin ich als ARD-Vorsitzender und SWR-Intendant schmerzerprobt und durchaus einiges gewohnt. Dass verlegerische Interessen dabei mitunter einmal höher gewichtet werden als das Bemühen um journalistische Wahrhaftigkeit – geschenkt.

In der heutigen Ausgabe der FAZ aber stellt der Leitartikler Michael Hanfeld einen Zusammenhang zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und der „Herrschaft des Staatsjournalismus“ her. Gegen diese Darstellung verwahre ich mich im Namen der ARD entschieden. Dies ist geschichtsvergessen und maßlos. Es macht mich sprachlos, dass Sie dies in einer Qualitätszeitung wie der FAZ zulassen.

Wir haben zwar Meinungsfreiheit, aber wehe jemand äußert eine Meinung, die nicht zuvor abgesegnet wurde. Und selbst dann wird Druck gemacht, der entsprechende Mitarbeiter bekommt seine ARGE-Nummer zugeteilt und man kann in Ruhe weiter über das Feuerwehrfest in Bottrop berichten, das allen so viel gebracht hat.  Es ist schon wirklich sehr weit gekommen in diesem Land, das man so unverfroren drohen kann womit zumindest das  ARD  Ostblockzustände anbahnt (womit nicht gesagt wird, das sie das in aller Konsequenz auch durchziehen werden – sie werden aber jeden Euro Lizenzgebühren einfahren).

„Geschichtsvergessen und maßlos“ sei der Herr Hahnfeld, so tönt der Funktionär des Staatsfunks, ohne es konkret belegen zu können. Aber man kann es ja einfach mal ablassen, auch wenn es keinen Inhalt hat. Welche Geschichte da wer vergessen haben soll, weiß ich nicht. Leider ist der Herr Boudgoust nicht so sprachlos wie er angibt, aber er weiß ja, das journalistische Interessen manchmal anderen Interessen untergeordnet werden müssen.

Selbstverständlich stellen wir uns jeder Kritik. Aber von einem „Ende der freien Presse“ und einem „totalen Machtanspruch“ der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland zu sprechen, nur weil ein unabhängiges Gutachten des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Hans-Jürgen Papier, nicht den Interessen der Verlage zu entsprechen scheint, ist völlig unverhältnismäßig und einer seriösen Zeitung unwürdig.

Das Wort „seriös“ spielt hier eine wichtige Rolle, weil es der Sprachcode ist, nachdem auch die Lizenzen und die Einladungen zum Bundespresseball vergeben werden, zu dem der Herr Hanfeld nun wohl nicht mehr eingeladen werden wird. Ich möchte diesen Passus des Herrn Boudgoust mal übersetzen: Wenn ihr weiterhin im Medienfilz mitspielen wollt, dann schmeißt den Hanfeld ´raus.

Dass der Kommentator überdies den Eindruck erweckt, die beiden hochgeachteten ehemaligen Verfassungsrichter Papier und Kirchhof hätten „Gefälligkeitsgutachten“ abgegeben, erschreckt mich als Staatsbürger, ohne dass ich es weiter kommentieren will. Ebenso erspare ich es mir, auf die völlig überzogene Darstellung einzugehen, nach der die ARD „viele hundert Millionen Euro“ fürs Internet ausgibt. Die Kosten für alle Online-Angebote der ARD lagen 2009 unter 100 Millionen Euro. Das gilt auch für 2010, nachzulesen im KEF-Bericht, Seite 125/126.

Ich schreibe Sie zum ersten Mal persönlich an, denn mit dem Kommentar von Herrn Hanfeld ist meines Erachtens eine Grenze überschritten. Das wollte ich Ihnen noch heute in einem offenen Brief mitteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Boudgoust

Da wurde also eine Grenze überschritten. Es wurde der Verdacht geäußert, das da nicht alles mit rechten Dingen zu geht, das geht im Bereich von Alles Richtig Dolle und Zügle Deine Fantasie ja nun mal gar nicht, die müssen Rücksicht auf ihre Zuschauer nehmen, denen jederzeit ein Herzinfarkt droht, wenn sie sich zu sehr aufregen. Selten, ja wirklich ganz selten waren Menschen so einfältig, schriftlich in ihrer Verteidigungsrede zu beweisen, das der Ankläger völlig recht hat. Das erschreckt jetzt mich mal als Staatsbürger, denn immerhin zahle ich diesen Boudgoust wie alle anderen Staatsgeldempfänger auch … und das hier in aller Öffentlichkeit ein Journalist durch massive Drohungen gegen seinen Arbeitgeber eingeschüchtert werden soll, zeigt, wie weit es schon gekommen ist und wie sicher diese Staatsjournalismusfunktionäre sich mitlerweile  in ihrem Sattel fühlen.  Als Souverän diese Landes geht da bei mir mehr als nur eine Augenbraue hoch.

Aber schauen wir doch mal was der Herr Hanfeld so schlimmes geschrieben hat:

Bestellte Wahrheiten

Online ist Rundfunk: Plagten sich ARD und ZDF bislang wenigstens pro forma mit der Auflage herum, ihre Angebote im Internet sollten nicht „presseähnlich“ sein, sind sie nach der Vorstellung des früheren Verfassungsrichters Papier nun aller Rechtfertigungszwänge ledig.

Von Michael Hanfeld

21. Juli 2010 

Du bist Rundfunk, ich bin Rundfunk, wir alle sind Rundfunk. Sie betreiben einen Blog im Internet? Dann sind Sie Rundfunk. Sie arbeiten für einen Verlag, bei einer Zeitung, einer Zeitschrift, die einen Online-Auftritt unterhält, mit Texten, Bildern, kurzen Filmen?

Dann arbeiten Sie für den Rundfunk. Eigentlich ist jeder Rundfunk, der eine Website betreibt. Und eigentlich muss sich jeder dafür rechtfertigen, denn für den Rundfunk braucht man entweder eine Lizenz vom Staat oder muss ihn direkt im Auftrag des Staates betreiben, so wie die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF.

Ja, so sehen das viele andere auch. Da hat ein Gutachten eine Tür geöffnet, hinter der sich viele Millionen Euro Lizenzgebühren befinden, weil der Staat den öffentlichen Raum als Privateigentum definieren will.

Und alles andere im Internet ist was? Rundfunk, sagt der von den Rundfunksendern mit Rundfunkgebühren bezahlte Rechtsfachmann. Und wo in Deutschland Rundfunk ist, da gilt der „Grundversorgungsauftrag“ der Öffentlich-Rechtlichen, die auch im Internet die einzig wahre Informationsquelle darstellen.

Mehr gibt es, denke ich, nicht dazu zu sagen. Aber Herr Hanfeld … hat doch noch was dazu gesagt:

http://www.dwdl.de/story/27020/schlagabtausch_zwischen_ard_und_faz/

Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte „FAZ“-Redakteur Hanfeld zu dem offenen Brief Boudgousts: „Wenn der Vorsitzende der ARD an einen Herausgeber der ‚FAZ‘, meinen Chef, einen offenen Brief schreibt, in dem er mich, den Redakteur, angreift, dann verrät mir das viel über den Byzantinismus und das hierarchische Denken, das in den obersten Etagen der ARD herrscht.“
 
Das sieht auch der „Spiegel“ ähnlich:
 
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,707918,00.html
Und so kam irgendwer auf die kreuzdämliche Idee, der ARD-Vorsitzende solle doch an die „FAZ“ schreiben. Doch Peter Boudgoust schrieb nicht etwa an Herrn Hanfeld persönlich. Er schwärzte den nervigen Journalisten öffentlich bei seinem Chef an. Mit einem offenen Brief, veröffentlicht auf ard.de, angekündigt auf der Startseite, gerichtet an „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher.
Vermutlich kennen öffentlich-rechtliche Hierarchen solch eine Vorgehensweise aus ihrem Umgang mit Politikern. Die laufen ja auch gern gleich zum Senderboss, wenn ihnen nicht gefallen hat, was so ein kleiner Fernsehredakteur da wieder mal verbrochen hat. Mag also sein, dass Peter Boudgoust ein solcher Stil vertraut ist. Ein guter Stil ist es dennoch nicht
 
Kreuzdämlich mag die Idee gewesen sein, aber ich finde, sie kam gerade richtig. Es ist auch keine Frage von „Stil“, wie Leute formulieren mögen, die sich die Einladung zum Bundespresseball nicht vermiesen wollen. Es zeigt vor allem, das in den Kreisen des Staatsfunks Menschen ihr Unwesen treiben, die noch ein ziemlich feudales Selbstverständnis ihrer Position und Stellung haben. Als Gebührenzahler kann ich nur sagen: Menschen wie Peter Boudgoust haben in einer Demokratie an solchen Positionen nichts aber auch gar nichts  verloren. Seine Position öffentlich dazu zu benutzen, einen freien Journalisten anzugreifen mit der Absicht ihn über seinen Chef mundtot zu machen, ist ein Umgang wie man ihn von totalitären Staaten gewohnt ist.
Und insofern ist es für alle Bürger und Souveräne dieses Landes wichtig zu sehen, wie „die“ über „uns“ denken, wie „die“ meinen mit „uns“ umspringen zu können … und ich mag nicht darüber nachdenken, wie „die“ wohl über uns reden, wenn … gerade keine Öffentlichkeit vorhanden ist.  Geht man davon aus, der sich der Herr Boudgoust noch gezügelt hat, so fällt es nicht schwer, sich auszumalen, was da hinter verschlossenen Türen geschieht, wenn „die“ ganz und gar keine Rücksicht mehr nehmen brauchen.
Jemand, der zu  solchen Methoden und Formen des Umgangs neigt, sollte sich nicht wundern, das man die Qualität seiner Gutachten anzweifelt, denn es bleibt doch die Frage: mit welchen Druckmitteln hat er denn dieses Ergebnis erzielt?
Und die Absichten, die hinter dem Gutachten stehen, kann man wohl ebenfalls nicht unbedingt „ehrenhaft“ nennen.  Es droht nicht mehr oder weniger als die Enteignung aller Internetschaffenden. Ob es auch gemacht wird, ist die Frage.  Aber wer könnte schon der Versuchung wiederstehen, etliche Millionen Lizenzgebühren zu beziehen und gleichzeitig allen möglichen Druck auf unbeliebsame Meinungen ausüben zu können?
Nun… wie es scheint, könnte der Vorsitzende der ARD nicht widerstehen. Wenn der erst den Finger am Drücker hat, dann warnt der gar nicht mehr – der löscht sofort. Muß er auch, gibt ja keinen Chef hier draußen, den man die Arbeit für sich erledigen lassen kann.
Man weiß letztlich gar nicht, was schlimmer an der Affäre ist: die Tatsache, das Funktionsbürokraten das Internet als Privateigentum beschlagnahmen wollen, oder die Tatsache, das sie sich aufführen wie Adelige im Mittelalter.
Aber ich weiß, welche Konsequenzen man als Bürger daraus ziehen muß: der Saustall muß ausgemistet werden, bevor Menschen wie der Herr Buodgoust unseren Arbeitgebern ebenfalls Briefe schreiben, wenn wir in ihren Augen nicht richtig funktioniert haben.
 
 

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