Faschismus

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Die Corona-Extremisten

Der Sprecher der Kritischen Polizisten hat sich in einem Interview zu Querdenkern, Rechtsextremen und dem Vorgehen von Politik und Behörden geäußert.

Ein Standpunkt von Jens Bernert.

Landauf und landab stellen Politik und veröffentlichte Meinung die Gegner von Grundrechtsbrüchen im Rahmen der Coronakrise direkt oder indirekt über den „Reichsbürger-Trick“ als Nazis dar, gerne auch mal mit der Inszenierung von Reichsflaggen bei Demonstrationen (1-3). Tatsächlich ist die Sache eher umgekehrt: Während die Demonstranten versuchen, sich gegen den Faschismus in neuen Kleidern stemmen, gehen Behörden von oben gesteuert mit faschistoiden und polizeistaatlichen Methoden gegen Menschen aus dem kompletten Spektrum der Bevölkerung vor, die die „Neue Normalität“ als menschenrechts- und grundgesetzwidrig ablehnen.

DAVID ICKE ON THE LABOUR PARTY

ONE-PARTY-STATE FASCISTIC BID TO SILENCE VACCINE QUESTIONING

DAVID ICKE – DIE SYSTEMATISCHE ZERSTÖRUNG DER MENSCHLICHEN PSYCHE – Deutsche Version

Verschwörungstheorie?

KILL YOUR MASK! KILL YOUR MASK! KILL YOUR MASK! KILL YOUR MASK! KILL YOUR MASK! KILL YOUR MASK!

Kai Stuht und Ken Jebsen

Auf youtube bereits gesperrt.

Zu Gast bei „Unzensiertes Wissenswertes“ – Der Lockstep-Plan

Und wieder: Stellen Sie sich mal vor, das angesprochene würde auch nur in Ansätzen der Wahrheit entsprechen…

Zensur nein Danke.

Podcast Live Sendung Teil 1 Unzensiertes Wissenswertes zu Gast Alpha Vuk.
Thema sind unter anderen der Lockstep Plan 2014 welcher exakt wie ein Drehbuch
die Lockdown als Erpressung erklärt um die neue Welt Ordnung zu erpressen.
Damit wäre dann auch der TOD von 7,5 Milliarden Menschen bis 2025 erklärt.

Covid ist der Plan für die NWO aber auch entschuldigung für das Private
Schuldgeld System deren Neustart man im Jannuar 2021 als Great Reset
ankündigte. Dahinter stecken die Familien Clans die sich selbst als Elite
bezeichnen. aber auch viel mehr.

Windelpflicht auf dem Mond

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Wenn wir die Gefängnismauern niederreißen, um in die Freiheit zu laufen, landen wir unweigerlich im Hof eines noch größeren Gefängnisses. Yuval Noah Harari

So langsam wachen die Wirte und ihr Personal auf. Haben doch gerade sie in Schutzmaßnahmen gegen das Todesvirus eine Menge Geld investiert. Auch das Geld, das sie dadurch verloren haben, weil sie Sitzplätze dezimiert haben, um Abstände zu garantieren. Viele der Gastwirte glauben jedoch noch immer, dass die Bundeskanzlerin und ihr Corona-Regime bloß falsch denken und daher falsche Maßnahmen in Verordnungen pressen. Viele wollen in Videos an die Vernunft dieses Regimes appellieren. Viele, denen der jetzige Lockdown-light zu weit geht, denken, dass die Verantwortlichen die falschen Dinge tun. Leute, schüttelt mal eure Hirne kräftig herum. Nichts an den Verordnungen ist irgendwie aus deren Sicht falsch oder irre. Alles ist perfekt nach deren Wünschen orchestriert. Das war es seit Februar 2020, alles ist perfekt und das Corona-Regime macht alles super – nach ihrer Agenda. Freilich, wer diese nicht durchschaut, der denkt noch in alten humanistischen Wunschbildern, dass die Regierung für das Volk alles gut macht oder gut machen will. Alles, was die Regierung gerade tut, was das Parlament gerade nicht tut, was die Gerichte gerade verschlafen, die Staatsanwälte nicht sehen wollen und die überragende Anwaltschaft gerade möglichst durch Wegschauen innerlich wegzaubert, ist alles nach der Agenda der neuen Normalität voll im Plan. Und in dieser neuen Normalität ist euer Platz beim Jobcenter, bei HARTZ IV. Was falsch läuft, und zwar so was von falsch, das ist euer Hinterschauen all dieser Pandemie.

Das Grundgesetz verteidigen: Wie geht das?

Ein Kommentar von Anselm Lenz (Herausgeber der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand)

Die »zweite Welle« bricht über uns herein und jede Frau und jeder Mann weiß es oder kann es wissen: Um unsere Gesundheit geht es dabei nicht. Wir sollen isoliert und gleichgeschaltet werden. Nun heißt es, sich mit Strategien des Überlebens im Neofaschismus unter Corona auseinanderzusetzen.

Zunächst einmal sei die Frage beantwortet, worin wir uns befinden. Dies kann derzeit nur unter der Voraussetzung einer echten Ermittlungshypothese geschehen. Wir finden uns unter »Corona« an einem Punkt der Geschichte wieder, in dem ein angeschlagenes Imperium einen totalitären Griff zur Macht unternimmt, um das eigene Herrschaftssystem absolut zu setzen. Die Offensive, die man auch als Dritten Weltkrieg bezeichnen kann, richtet sich diesmal gegen die eigene Bevölkerung. Das angeschlagene US-Imperium ist hochverschuldet und nimmt die Bevölkerung in seinem gesamten Herrschaftsbereich demnach in Geiselhaft.

Mit den Corona-Maßnahmen ist also zuerst die US-amerikanische Bevölkerung gemeint, die an ein drastisches Absinken ihres Lebensstandards im Schock-Verfahren gewöhnt und zugleich diszipliniert werden soll. Eine Rückkehr zu Freiheitsrechten und Demokratie ist dabei für kein Land der Erde eingeplant, sondern eine neofaschistische Weltherrschaft, für die Staaten und amerikanische Technikkonzerne verschmolzen werden. Durch die Einführung einer neuen weltweiten Digitalwährung sollen schließlich alle Geldströme an ein US-amerikanisches Tributsystem angeschlossen und das US-Handelsdefizit gestrichen werden.

Prof. Christian Kreiß spricht Klartext wie noch nie: Die Schlinge wird jetzt zugezogen

(Vortrag in Innsbruck am 3.10.2020)

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WE ARE REPORTING YOU TO THE SHEEPDOG

DAVID ICKE DOT-CONNECTOR VIDEOCAST

Robert F. Kennedy Rede in Berlin

Robert F. Kennedy Jr. – supports Germany at the anti-Corona-Demo in Berlin on August 29th 20. Biggest demo against Corona-Fascism on August 29th 20 in Berlin. Come all to Berlin! We want to make the world peaceful again!
To do so, the Nazi regime i…

Interviews

RUBIKON: Vor Ort: „Bericht aus Berlin“ (Robert F. Kennedy und Jens Lehrich)

Rede

Transnationaler Elitenfaschismus

Seit März 2020 tritt jene Herrschaftsform voll in Erscheinung, die sich seit der Wende 1989/1990 systematisch entfaltete: Eine transnational operierende Oligarchenkaste hat die Herrschaft in den westlichen „Demokratien“ übernommen.

Ein Kommentar von Ullrich Mies.

Die Massenbasis des „traditionellen“ Faschismus war das begeisterte, durch Propaganda angestachelte Kleinbürgertum (1). Der Führer(-Staat) versprach der Masse die Erlösung von allen Übeln. Der Führer trug die Massen, die Massen trugen den Führer(-Staat) und dieser führte sie im Interesse des (Monopol-)Kapitals in Krieg und Verderben. Im Laufe der letzten Dekaden hat sich eine transnationale, bestens vernetzte Kaste herausgebildet, die ihre Kriege nicht mehr nur nach außen führt, sondern die Zivilgesellschaften insgesamt als Gefahr für ihre Macht erkannt hat. Seit März 2020 haben die Zentren der Macht ihren Krieg im Namen des Corona-Infektionsregimes nach innen ausgeweitet.

Faschismus beginnt im Kopf

Peter Frey

Man kann den Faschismus gut von einem systemischen Ansatz aus erklären. Die Fasces, das Rutenbündel symbolisiert die Zusammenballung von Macht in immer weniger Händen, was logischerweise einhergeht mit der Auflösung von Balancen. Am Gipfel des Prozesses der Faschisierung angekommen, fällt selbiger wieder auseinander, einfach weil seine Methoden — ungeachtet aller Rücksichtslosigkeit und Brutalität mit denen diese betrieben werden — letztlich selbst das System zerstören, das sie aufbauten. Was bei solch einer Betrachtung aber untergeht, ist die Sicht auf den latenten Faschismus in uns selbst, einen Wesenszug der unter passenden Umständen geweckt werden kann, und der unabdingbar für den zeitweiligen Siegeszug des systemischen Faschismus ist. Sind wir uns dessen bewusst?

Dem Schriftsteller Ignazio Silone wird das folgende Zitat zugeschrieben:

„Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“

Die Festnahme von Attila Hildmann in der Bodestrasse – Update

Ein absoluter Skandal, was passiert in diesem Land. Liebe Polizisten, laßt Euch nicht einspannen. Ihr müßt das nicht tun.
Das hat nichts mehr mit einem Rechtsstaat zu tun. Ihr seid auch Bürger dieses LAndes

Das – wiederholte – Ende des Kapitalismus und unsere dunkle Zukunft

Das - wiederholte - Ende des Kapitalismus und unsere dunkle Zukunft

Freitag, 26.10.2018. Eifel. Schneller wird die Welt. Und immer schneller irrer. Fragt man sich, woran es liegen mag, so wäre die Antwort einfach: der Kapitalismus nähert sich wieder einmal dem Ende – und immer wenn er sich dem Ende zuneigt, wird er brutal – und irre. Es eilt ja auch: noch so viel Geld auf Konten hilft nicht, wenn der Zusammenbruch da ist und das Geld nichts mehr wert. Geld man man nicht essen, es ist nur Papier – oder – wie bei den Superreichen – nur eine Zahlenkette auf dem Rechner. Ein Stromausfall reicht und die Milliarden sind nicht mehr erreichbar – unvorstellbar, oder? Doch genau so ist es. Streng genommen sind diese Buchgeldsummen aber nur eins: Optionen auf Ansprüche. Da es mehr Geld auf dieser Welt gibt als Waren und Dienstleistungen zusammengenommen, können Sie sich unschwer vorstellen, was passiert, wenn diese gigantischen Summen sich auf die Jagd nach Land, Nahrung, Obdach und Wasser machen – und was dann mit Ihnen passiert. Klar – man braucht ein paar Jungs fürs Grobe, Menschen, die mit einem robusten Mandat keine Probleme haben – an den Randzonen der Gesellschaft werden mittels Demütigung, Erniedrigung und seichter Folter genug dieser Menschen produziert, die ihren Lebensfrust nur allzugern an anderen auslassen.

Der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister beschreibt derzeit zwei Szenarien, die der Neoliberalismus enden wird (siehe Freitag), dass er enden wird, daran hat er keine Zweifel mehr – wie viele andere auch. Entweder er endet in einem Sieg der Vernunft, der die überbordende, irrwitzige Finanzwirtschaft auf den Boden der Tatsachen zurückholt – oder er endet in einer Form des „sanften Faschismus“. Ich jedoch frage mich währenddessen, ob Herr Schulmeister wohl zu jenen Eliten gehört, die jeglichen Kontakt zur Wirklichkeit verloren haben – so wie es der Elitenforscher Hartmann der politischen Kaste vorwirft (siehe Heise). Mit liegt mehr an der These, dass Faschismus – immer und überall – Kapitalismus im Endstadium bedeutet: das Kapital sammelt seine Schläger immer dann, wenn der große Knall droht und mal wieder klar wird: das war alles nur irrationales, substanzloses Casinospiel, aufgrund dessen man sich unendlich reich gerechnet hatte und nun fordert, dass andere für den erspielten Reichtum echte Arbeit und echte Waren liefern. Klar, dass das nicht gut geht.

Wer ist eigentlich der Erzfeind des Faschismus? Haben Sie sich das schon mal gefragt? Bin sicher, es kommen laufend falsche Angaben dazu, weil Faschismus im gemeinen Bildungswesen immer nur extrem verkürzt unterrichtet wird … was in einem kapitalistischen System durchaus eine gewisse Logik hat: wieso soll man groß drauf aufmerksam machen, dass das System nur funktioniert, wenn am Ende der Party die Saalräumer vom Ordnungsdienst die Spuren beseitigen und die Gäste ´rausjagen. Der Ausländer ist der Feind des Nazis? Sicher Ihre erste Vermutung, doch – es waren nie mehr Ausländer in Deutschland als zur Zeit des Dritten Reiches: billige Zwangsarbeiter kann das Kapital immer gebrauchen (und auch die Waffen-SS nahm gerne jeden auf, der ihren Job gut machte), haben wir in Deutschland ja auch in den sechziger Jahren gesehen, als Menschen aus Europa gezwungen waren, in Deutschland zu arbeiten, um der Armut in ihren Herkunftsländern zu entfliehen – sie wurden zu einer Zeit willkommen geheißen, als hier in Juristerei, im Ärztewesen, in der Politik und den Geheimdiensten alles noch voll mit Spitzennazis war. Der Jude ist der Feind des Nazis? Ja – in Österreich und Deutschland ist das eine besondere Spielart der Faschisten – schon in Italien hörte dieser vernichtende Spezialwahn auf. Zudem ist die Geschichte der Judenprogrome – die es 1903 auch in Russland gab (siehe Deutschlandfunk) oder 1946 – kurz nach dem Ende der Judenvernichtung durch Deutsche – auch in Polen (siehe Zeit). Der Judenhass – vor allem in Österreich, und dort vor allem in Wien – ist eine ganz anders gelagerte Problematik – und viel viel älter. Aber als Sündenböcke für alles … nun, dafür waren sie schon immer gut. Antisemitismus ist halt nichts typisch Faschistisches, das sollte man sich merken – obwohl die Welt dadurch komplizierter wird … und einige schon jetzt überfordert.

Der Erzfeind des Faschismus ist: die guten Menschen. Also nicht die als „Gutmenschen“ bezeichneten Bessermenschen, die sich externen Verhaltenskodexen unterwerfen, um angesichts wechselnder moralischer Qualitäten immer als besonders gut dazustehen, sondern jene Menschen, die für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einstehen, jene Menschen, die die christliche Nächstenliebe aktiv praktizieren, die gegen Ausbeutung sind, gegen Gewalt, gegen Fremdherrschaft, Bevormundung, Ungleichheit – kurzum: gegen alles unmenschliche und unsoziale, gegen jede Form von Herrenmenschentum, das in der Gesellschaft ein klar definiertes „oben“ und „unten“ erzeugt, wobei „unten“ – immer und überall – ohne großen Lohn für „oben“ Leistungen zu erbringen hat.

Zuerst hatten sich die guten Menschen mal unter dem Banner des Kommunismus versammelt – jener Idee, die einer Welt, die von urchristlicher Nächstenliebe geprägt ist, am Nächsten kam, doch das klappte überhaupt nicht: wie man aktuell in China sehen kann, können Kapitalismus und Kommunismus ganz gut miteinander – staatlicher Monopolkapitalismus ist zudem nur eine Sonderform des Kapitalismus selbst – sowie Auschwitz eine Sonderform des Faschismus deutscher Prägung war. Besser, leichter, freier, friedlicher, geborgener war das Leben dort nicht.

Wir können es auch auf einen anderen Nenner bringen, wenn man Schlagworte gerne mag: Erfeind das Faschismus ist der Antikapitalist, früher: Kommunist genannt. Mit dieser klaren Linie kann man in jedem Land der Welt klar und eindeutig Faschisten entlarven, die – wie seit Jahrtausenden – immer als die begeisterte Schlägertruppe der Herren des Geldes auftreten. Es ändern sich die Waffen, die Methoden, die Uniformen, die Marschmusiken und die Liedertexte, aber eins bleibt gleich: Menschen, die es außerordentlich geil finden, im Auftrag des Großgrundbesitzers auf die Schwachen einzudreschen. Da gibt es psychische Defekte, die zum Tragen kommen, das ist gar nichts politisches.

Natürlich ist das jetzt eine Theorie. Meine Theorie. Ich denke aber auch, sie läßt sich verifizieren – und da sehe ich die Welt halt anders als der Anfangs erwähnte Ökonom. Ich sehe nichts von einer Allianz der Vernünftigen, halte sie für wünschenswert aber unrealistisch, weil die Verfilzungen der Büttel des Kapitalismus schon viel zu weit fortgeschritten sind, so weit, dass sie schon weiter Teile ursprünglich linken Denkens okupiert haben – unter anderem auch die einst sinnreiche Bewegung der Antifa, jetzt „Staatsantifa“ (siehe DKP). Ich sehe keinen sanften Faschismus in der Zukunft, sondern einen harten Faschismus in der Gegenwart, der sich zunehmend ausbreitet – angefangen mit Hartz IV, jener Gesetzgebung, die Millionen von Bürgern zu Feinden der Allgemeinheit erklärte, zu Parasiten, Schmarotzern und geistig minderbemittelten Untermenschen (ja: die „Unterschicht“, die man verschämt „Prekariat“ nannte) – die Paralellen zum Umgang mit Millionen jüdischer Mitbürger, die in den frühen dreissiger Jahren zu beobachten waren, sind frappierend – aber nur für jene zu erkennen, die sich mit der Zeit beschäftigt haben. Das Horrorbild, dass der Bertelsmannkonzern mit seiner medialen Supermacht vom Arbeitslosen in die Gesellschaft gedrückt hat, entsprach bis ins Detail dem Bild, dass Nazis von Juden zeichneten – und deshalb sind ja auch alle begeistert davon gewesen, dass man normale Mitmenschen komplett enteignete, entrechtete und sie einem diskriminierendem System unterwarf, dass ihrer Gesundheit (und damit paradoxerweise auch ihrer Vermarktbarkeit) massiv schadete.

Es ist eine der erfolgreichsten Ruckzugsstrategien des Kapitalismus, dass er – bis er seine brutalen Schlägerbanden von der Leine läßt – erstmal die Bevölkerung spaltet, sie gegeneinander aufbringt – und das erleben wir ja schon länger. Macht auch Sinn: so verkleinert man die zahlenmäßige Übermacht der Untermenschen und Arbeitssklaven.

Was haben wir nicht alle für Riesenthemen, die uns beschäftigen: den großen Abwehrkampf gegen den übermächtigen Islam zum Beispiel. Klar, es gibt eine kleine aber außerordentlich reiche Milliardärssekte in Saudi-Arabien mit enorm schlechten Umgangsformen, die eine moderne, faschistoide Sonderform des Islam finanziert und verbreitet, der mit demokratischen Grundprinzipien des sozialen Miteinanders einer aufgeklärten Gesellschaft nicht vereinbar ist – das hat jedoch mit meinem Nachbarn, dem türkischen Gemüsehändler, überhaupt nichts zu tun, selbst wenn der zehn mal am Tag seinen Gebetsteppich ausrollt. Wir haben solche irren Sekten auch im Christentum, sogar mächtige Sekten wie den Opus Dei, die Schmerz verherrlichen (und deshalb niemals Macht bekommen dürfen), sie gab es auch im Hinduismus (die Thuggs) und wahrscheinlich auch in allen anderen Weltreligionen. Das ist aber kein Problem: dafür haben wir die Polizei. Kein Grund sich darüber aufzuregen: sobald die mit den Gesetzen der demokratischen Zivilgesellschaft kollidieren, werden die mit robusten Gegenmaßnahmen rechnen müssen. Punkt, Ende der Debatte.

Oder Diesel – das nächste Riesenthema. Was gibt es da für endlose Debatten drüber – ebenfalls irre und irrationale Debatten. Gestern noch mit einem Autohändler drüber gesprochen: sein Konzern hat ein Ankaufverbot für Dieselautos verhängt (natürlich inoffiziell), weil die Dinger in Deutschland nicht mehr zu verkaufen sind. Zehn Kilometer weiter jedoch – in Belgien – ist der gleiche Diesel wieder ein ganz normales Auto mit wenig CO2-Ausstoß. Das gilt sogar weltweit. Rom, Paris, Brüssel – Megastädte ohne Probleme mit dreckigem Diesel, aber das kleine Aachen erstickt im Dreck. Was geschieht mit den ganzen Dieseln, die hier abgestoßen werden? Die werden mit großem Gewinn für die Firmen aber großen Verlusten für die deutschen Eigentümer ins Ausland verkauft. Dort sind sie offenbar sofort sauber. Nun – Dieselmotoren jedoch – kann man umrüsten, auf Wasserstoff zum Beispiel (siehe bizz-energiy). Man kann auch den Diesel selbst als Kraftstoff so verändern, dass er nur noch einen Bruchteil an Schadstoffen ausstößt (siehe heion.de): man sieht also … kein Grund für Panik oder Debatten. Punkt. Ende der Debatte. Ach ja – was ich nebenbei erfuhr … man geht intern davon aus, dass es sich bei der Kampagne gegen Diesel um eine groß angelegt externe Kampagne handelt, die auf breiter Fläche agiert. Schade nur, dass wir keine Theorien über Verschwörungen mehr bilden dürfen: wäre schon interessant, wer uns da an der Nase herumführt. Der Kreis der Verdächtigen aber läßt sich so oder so eingrenzen: es wird einer der großen Player des Kapitalismus sein. Allein schon die Atomkonzerne hätten hinreichendes Interesse an einer Anti-Diesel-Kampagne – die eröffnet ihnen die Rückkehr ins Geschäft, wenn gleichzeitig das Elektroauto gepuscht wird. Geld haben die genug – erhalten ja Riesensubventionen (siehe Ingenieur.de).

Oder der gigantische Abwehrkampf gegen „Rechts“ – womit der Faschismus soweit verniedlicht und derealisiert wurde, dass man ihm jedermann andrehen kann – ob der nun bekennender Faschist ist oder nicht, spielt da gar keine Rolle, denn irgendwie „rechts“ sind alle Menschen mehr oder weniger – je nach Deutungsrahmen. Gleichzeitig wird der echte, existentiell bedrohliche Faschismus infolge der Unschärfe der Sprache nicht mehr erkannt – und marschiert lustig weiter fort – auf ganz breiter Front.

Reicht das an künstlich aufgeblasenen Zwistigkeiten? Oder soll ich noch mal das Stichwort „Gender“ bringen, mit dem der Kampf der Geschlechter neu entfacht worden ist – ohne an der Wurzel des Übels zu rütteln, die dafür sorgt, dass Emanzipation im Alltag eher rückläufig ist. Es ändert nicht viel, die Genderei, kostet aber enorm viel Zeit, Geld und Aufmerksamkeit – es braucht schon ein wenig Muße, um nachvollziehen zu können, warum männliche Studenten in Zukunft nur noch in Ketten in Hörsälen der Universitäten erscheinen dürfen (was ein Fake war, aber zeigt, wie irre dort auf Kosten der Allgemeinheit gedacht wird – siehe Süddeutsche).

In Ungarn wird Obdachlosigkeit strafbar – wir regen uns auf (siehe Wiwo), bringen aber gleichzeitig Bügel an Bänke an, damit Obdachlose dort nicht mehr schlafen können (siehe WAZ). Aber vielleicht ist ja das das „Sanfte“ an unserer Form des Faschismus, die unser Ökonom kommen sieht. Anstatt nicht „Kosten auf zwei Beinen“ in einer Aktion T4  für immer aus dem Verkehr zu ziehen, benutzen wir für alte Menschen Schlaftabletten, damit sie nicht mehr im Wege stehen und uns Zeit stehlen (siehe Zeit). Auch die Jugend bleibt nicht mehr verschont, die schwarze Pädogogik der NS-Zeit hält wieder Einzug und wird groß propagiert, die „Qulitätsmedien“ propagieren gerade in breiter Front einen Film, der Standard einer neuen Elternschule sein kann (siehe Ken.Fm – ja, der Kanal des als „Rechten“ verbrämten Ken Jebsen erkennt hier folgerichtig, dass auch in diesem Sektor die NS-Zeit wiederkehrt – die „demokratischen Qualitätsmedien“ hingegen folgen der faschistischen Argumentation kritiklos). Und über Hartz IV – die Neuauflage der NS-Aktion „Arbeitsscheu reich“ – haben wir ja schon gesprochen.

Die Liste ließe sich ebenso endlos fortsetzen – und auch für das Ende wird schon gerüstet: Einsatz der Bundeswehr im Inneren und Ausrüstung der Polizei mit mit Maschinengewehren bestückbaren Panzerwagen zeigt, wie weit Entscheider heute schon denken. Wenig geschieht gegen die asozialen Schmarotzer im Maßanzug, die plündern fröhlich weiter, erbeuteten allein durch Cum-Ex 55 Milliarden Euro Steuergelder (siehe Zeit). Ebenso bei den Pflegekassen: Betrüger räumen mit Duldung der Kassen groß ab, während Leistungen für die Versicherten immer knapper gehalten werden (siehe Spiegel). Eine Milliarde Euro Steuergeld wird der Gastronomie geschenkt, damit die billige Arbeitskräfte haben kann (siehe rp-online). Das alles ist ok, weil ja Kapitalismus im Kern heißt: nimm von den viel-zu-vielen so viel du kannst, dass ist der Kernbefehl das Kapitalismus, der gerade – kurz vor seinem Ende – zum Überwachungskapitalismus mutiert (siehe Deutschlandfunkkultur). Und am Ende – ganz oben – häuft sich immer mehr Kapital an (siehe Spiegel).

Und wenn es soweit ist … dann werden die Entscheider sich schnell aller Demokratie entledigen. Da sagt dann die Industriekanzlerin einfach: „Wir schaffen das ab“ – und fort ist das. Schauen Sie nicht so verdutzt: in der gleichen Art und Weise hat sie Deutschland im Handstreich zum Migrationsland erklärt – ohne jegliche Debatte – und Fakten geschaffen. So geht Politik in der Postdemokratie.

Und was wir noch mehr abschaffen werden, sind Menschen. Mit Hochdruck arbeitet das Investivkapital an der Automatisierung des Lebens. Man könnte stattdessen auch Lebensbedingungen von Mensch und Tier verbessern und dort investieren – aber der Kapitalist selber weiß, dass Kapitalismus in seiner Gier immer ein Ende erreicht – ein Ende, an dem alles immer schneller und irrer wird, bevor der Kollaps kommt – wozu also das Unaufhaltsame künstlich herauszögern? Selbst ist man ja geschützt durch faschistische Schlägertrupps, die einem das humanistisch orientierte Pack durch die Straße jagen – und wer in den Städten durch Hungersnöte dahingerafft wird, kann einem da völlig egal sein. Aber danach will man ja sein Luxusleben weiterleben – aber dann völlig unabhängig vom Menschsein. Da kommt die Nachricht gerade richtig, dass nun auch Künstler durch Programme ersetzt werden können und Kunstwerke schaffen, die gute Preise erzielen (siehe Spiegel).

Es werden dunkle Zeiten auf uns zukommen – wie immer, wenn der Kapitalismus im Endstadium ist. Vielleicht ersehnen wir als Menschheit solche Zeiten aber insgeheim, weshalb wir uns nicht dagegen organisieren (mal davon abgesehen, dass die Verhinderung dieser Organisation ja gerade das Ziel aller Spaltung ist, weshalb auch „Querfront“ als Begriff ein urkapitalistisches Werkzeug ist). Die Wissenschaft ist da gerade auf einer interessanten Spur: offenbar hat die Menschheit – anders als die meisten anderen Spezies – vergleichbar mit einem blinden Höhlenfisch lange Phasen absoluter Dunkelheit erlebt (siehe Spektrum).

PS: ja, ich weiß, Sie vermissen als großes Thema jetzt „Klima“. Ist auch so ein Aufreger. Wie Ozonloch oder Waldsterben. Das kann jedoch in der Tat ein Fakt sein, ist aber trotzdem dem sterbenden Kapitalismus sehr nützlich, weil er die Schuld nicht auf die Verursacher, sondern auf die Konsumenten schiebt, die Untermenschen, die für ihn sowieso viel zu viele sind. Die Inuit jedoch meinen, es liegt gar nicht am Menschen – sondern an der Verschiebung der Erdachse (siehe Connectivevents).

 

 

 

Kampf gegen Rechts: Gedanken zur Verleihung des Rheinlandtalers an Marita Rauchberger und zur Wiederkehr des Faschismus

Sonntag, 18.3.2018. Eifel. Sie wissen ja, wie das mit den Nazis damals war, oder? Die tauchten plötzlich auf, 1933, von Basen die entweder am Südpol lagen oder auf der Rückseite des Mondes – die Wissenschaft streitet um dieses Thema noch. Dann besetzten sie das arme, liebe, gute Deutschland, überzogen es mit einer unglaublichen Terrorherrschaft, überfielen alle Länder rings herum und wurden letztlich von der vereinten Menschheit wieder dahin zurückgetrieben, wo sie herkamen: ins Nichts. Heute, ja heute treten sie nur noch vereinzelt auf, sind erkennbar an ihren Hakenkreuzarmbinden oder an alternativen Symbolen, die sie sich raffiniert ausgedacht haben, um möglichst unerkannt unter uns wandeln zu können.

Ja – ich weiß, dass war jetzt überzogen. Hoffe ich wenigstens. Wie aber sonst soll man einleiten zu einem Thema, das man für wichtig hält: das NS-Reich dauerte nur 12 Jahre. Es wurde getragen von Millionen von Deutschen, die schon da waren, als die Weimarer Republik noch Demokratie versuchte – und sie waren immer noch da, als das Dritte Reich durch Waffengewalt ausradiert wurde. Ich kann Ihnen da mal Namen nennen: bei Wikipedia gibt es eine ganze Liste von Nazis (also: ehemaligen Mitgliedern der NSDAP), die politisch in der Bundesrepublik gewirkt hatten, darunter sind drei Bundespräsidenten (siehe Berliner Zeitung):

„Als die USA 1994 nach jahrzehntelangen Verhandlungen Dokumente des Berlin Document Center (BCD) an die Bundesrepublik Deutschland zurückgaben, gewann die Öffentlichkeit den Eindruck, die Bundesrepublik sei in ihren frühen Jahren von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern regiert worden. Die im BCD verwahrte Mitgliederkartei der NSDAP gab vertraute Namen preis: drei Bundespräsidenten – Karl Carstens (CDU), Heinrich Lübke (CDU) und Walter Scheel (FDP), der zuvor Außenminister war –, der ehemalige Präsident des Deutschen Bundestages, Richard Stücklen (CSU), der Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), die Wirtschafts- und Finanzminister Karl Schiller (SPD) und Liselotte Funcke (SPD), der Kanzleramtschef Horst Ehmke (SPD), der ehemalige Fraktionschef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Alfred Dregger, und viele andere.“

Einer der Mitbegründer der CSU – Max Allwein – war noch beim „Hitlerputsch“ 1923 fleißig dabei: dem ersten Versuch Hitlers, ganz offen eine antisemitische und antimarxistische Diktatur zu errichten.

Doch auch die SPD blieb davon nicht verschont:

„Allein in der Regierung Willy Brandts saßen zwölf ehemalige Nationalsozialisten am Kabinettstisch.“

Ich warte auf weitere wissenschaftliche Arbeiten, die sich darauf konzentrieren, wie der Ungeist der alten NS-Zeit durch seine „Mitläufer“ in der Bundesrepublik überlebt hat: wird sicher spannend werden – und vor allem erklären, warum sogar SPD-Parteispitzen alte Nazisprüche flott von den Lippen gehen: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“. Hitler hatte schon 1925 die Richtung für solche Sätze vorgegeben (siehe Hagalil):

„Wer nicht arbeitet, soll nicht essen. Und wer nicht um sein Leben kämpft, soll nicht auf dieser Erde leben. Nur dem Starken, dem Fleißigen und dem Mutigen gebührt ein Sitz hinieden.“

Wenn es Ihnen jetzt eiskalt den Rücken herunterläuft: gut so. Der Geist des Führers ist noch sehr lebendig in diesem Land, weshalb wir jetzt zu jenen kommen, die im Kampf gegen Rechts enormes geleistet haben und deshalb durch die Verleihung des Rheinlandtalers gewürdigt wurden. Rheinlandtaler? Eine Ehrenmedaillie (siehe lvr):

„Im Jahr 2016 feiert der Rheinlandtaler sein 40-jähriges Jubiläum. Seit 1976 hat der Landschaftsverband Rheinland mit dieser Auszeichnung über 1.300 Menschen geehrt, die sich um die rheinische Kultur verdient gemacht haben. Die Verleihung ist auch eine Werbung für das Ehrenamt.

Der Taler selbst … ist etwas unheimlich:

„Der Rheinlandtaler auf der Schauseite ein von Haarwellen kreisrund umrahmtes Gesicht mit großen Augen und weitgeöffnetem Mund – das Gesicht der Medusa. Diese „Herrscherin“ war in der griechisch-römischen Mythologie eine der drei Gorgonen, die man sich als weibliche Ungeheuer vorstellte, geflügelt, mit Schlangen im Haar und mächtigen Zähnen. Ihr Anblick ließ jedes Lebewesen zu Stein erstarren.“

Ich weiß nicht, wer auf die Idee kam, dieses Symbol auf eine Ehrenmedaillie zu prägen: die Erklärung ist mystisch-magisch – und läßt tief blicken:

„Nach antiker Vorstellung wehrte das Gesicht der Medusa jedes Unheil ab. Zum persönlichen Schutz trug man daher häufig Amulette mit ihrem Bildnis.“

Ein magisches Schutzamulett also.

Interessant.

Sie werden manche der Preisträger kennen: Götz George (also: „Schimanski“), Hans Dieter Hüsch, Konrad Beikircher, Jürgen Beck (Kabarettisten), aber auch Jean Jülich und Gertrud Koch, zwei Edelweißpiraten. Edelweißpiraten? Nun – Jugendliche, die dem NS-Regime nicht freundlich gegenüber gestanden hatten … grob gesagt. Jean Jülich, der sich selbst nicht als Widerstandskämpfer begreift erzählt von ihnen in einem langen Artikel (siehe Frankfurter Rundschau). Andere wurden ebenfalls geehrt … und manche auch extra nicht (siehe nrhz):

„Neben anderen protestierte damals auch Romani Rose vom Zentralrat deutscher Sinti und Roma: „Es ist für uns unerträglich, wenn von heutigen Wissenschaftlern junge Menschen, die im Dritten Reich sich gegen die bestehenden NS-Organisationen, gerade auch gegen die Hitlerjugend, zusammenschlossen, als aufgrund der Zeitumstände “zwangsläufig kriminell“ diffamiert werden.“

Der Kölner OB Jürgen Roters (SPD) ist hier eine rühmliche Ausnahme. Für ihn, der jetzt die Verdienstkreuze an fünf ehemalige „Edelweißpiraten“ übereichte, war immerhin schon 2005 klar geworden, dass die Kölner „Edelweißpiraten“ politischen Widerstand im besten Sinne des Wortes geleistet hatten. Deshalb ehrte er als damaliger Regierungspräsident die Überlebenden, Anders als einer seiner Vorgänger, der Sozialdemokrat Franz-Josef Antwerpes (SPD), der bis zuletzt, wie die Nazis, den Widerstand der Jugendlichen als Verbrechen sah.“

Ein kleiner Blick in bundesdeutsche Realitäten 60 Jahre nach dem Krieg – immer noch gibt es SPD-Funktionäre, die Widerstandskämpfer als Verbrecher ansahen … was ja faktisch damals auch richtig war – und eins der Gräuel aufzeigt, weshalb es so weit kommen konnte: den sklavischen Gehorsam eines deutschen Beamten gegenüber den Gesetzen – auch wenn selbige unmenschlich sind.

Ja – weshalb es so weit kommen konnte: weshalb kam es eigentlich so weit? Haben Sie eine Idee dazu? So groß wie das Grauen war, das die NS-Zeit über Deutschland gebracht hatte, müssten doch im wesentlichen die Umstände bekannt sein und schon an Grundschulen gelehrt werden, weshalb aus braven Bürgern Nazis werden … doch hier greift wohl eher die Theorie der Naziufos, die aus dem Nichts über Deutschland hereinbrachen (bitte nicht googeln oder weitererzählen: diese Geschichte habe ich erfunden … sage ich sicherheitshalber mal).

Einer der hier zu berichten weiß, ist Wilhelm Reich (ja, genau: der Reich, dessen Bücher in den USA verbrannt wurden – auf Anordnung einer Gesundheitsbehörde, siehe SWR 2). Ich zittiere hier einfach mal Wikipedia, welche Zusammenhänge er da erkannt zu haben glaubte – eine sprachlich verdaulichere Zusammenfassung fand ich so auf die Schnelle nicht:

„Reich wandte mit seiner Arbeit Massenpsychologie des Faschismus seine klinischen Vorstellungen von der menschlichen Charakterstruktur auf den gesellschaftlich-politischen Bereich an. Es ist seine erste größere, aus psychoanalytisch-gesellschaftskritischer Sicht geschriebene Auseinandersetzung mit dem Faschismus bzw. dem Nationalsozialismus. Er analysiert darin grundlegende Zusammenhänge zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie und welche Rolle die autoritäre Familie und die Kirche dabei spielen. Reich vertrat die Ansicht, dass organisierte faschistische Bewegungen durch irrationale Charakterstrukturen des modernen Durchschnittsmenschen hervorgebracht würden, dessen primäre biologische Bedürfnisse und Antriebe seit Generationen unterdrückt worden seien: Die patriarchalische (Zwangs-)Familie als Keimzelle des Staates schaffe die Charaktere, die sich der repressiven Ordnung, trotz Not und Erniedrigung, unterwerfen. Er verneint die Auffassung, Faschismus würde aus der Ideologie oder dem Handeln einzelner Individuen oder irgendwelcher politischen oder ethnischen Gruppen entspringen“

Verstanden? Eine von mir gerne erwähnte Kurzfassung ist: Faschismus entsteht durch schlechten Sex und einengende gesellschaftliche Normen.

Eine andere Perspektive – dunkler und unheimlicher – ist die von Guido Giacomo Preparata, der in seinem Werk „Wer Hitler mächtig machte“ aufzeigte, wie britisch-amerikanische Finanzeliten gerade jenen Hitler förderten, der eine Diktatur versprach – eine Diktatur gegen Russland, wohlgemerkt. Doch dies … ist aktuell eher „verbotenes Wissen“, warte nur auf den Moment, wo Preparata öffentlich zum Untermenschen, zum „Verschwörungtheoretiker“ ernannt wird.

Noch eine andere Perspektive? Nun – da gibt es noch Götz Aly, einen Historiker, der ungeheuerliches behauptet: alle waren mit Schuld (siehe hsozkult):

„Programmatisch verkündet Aly ganz am Ende seines Buches: „Wer von den Vorteilen für die Millionen einfacher Deutscher nicht reden will, der sollte vom Nationalsozialismus und vom Holocaust schweigen.“

Antisemitismus wird bei Aly nahezu sekundär, primär und kurz gefasst beschreibt er den Zeitgeist der Naziwelt als völkische Raubgemeinschaft, die „die Oberschichten in Deutschland, das nichtjüdische Ausland im deutschen Machtbereich, die Juden im deutschen Machtbereich ausbeuten, um dem kleinen Mann noch Butter aufs Brot schmieren zu können … bevor das wirtschaftlich völlig desolate Reich (1942 mit ähnlicher Verschuldung wie wir heute) gänzlich zusammenbrach. Der Holocaust selbst wird so zu einer rein betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit, um die Versorgung der Soldatenfrauen sichern zu können … mit Hilfe jener Lebensmittel, die die Lagerinsassen dann nicht mehr brauchten.

Gruselig, oder? Haben Sie sicher kaum von gehört: sowas kommt nicht in die Tagesschau oder in die meist braven Politmagazine – und wenn, dann höchstens spät Nachts. Es wäre ja recht ungemütlich, würde man sich gewahr werden, dass man umgeben ist von Menschen mit schlechtem Sex und großem gesellschaftlichen Normierungsdruck, deren Großeltern reiche Juden totschlugen, um den Gemeindehaushalt finanzieren zu können … man würde auf einmal merken, warum der „Kampf gegen Rechts“ so wichtig ist.

Damit kommen wir  zur Preisträgerin, Marita Rauchberger. Ein liebenswerter Mensch, einer der wenigen ethisch hochstehenden Menschen, die ich kenne – also einer jener Menschen, der seine Worte, Urteile und Entscheidungen gründlich reflektiert, bevor sie in Handlung umgesetzt werden. Marita betreibt eine Galerie in der kleinen Eifelstadt Gemünd, diese Galerie ist dem „Kampf gegen Rechts“ gewidmet (und ist nebenbei Chefin einer kleinen Eisenbahnlinie). Sie gehört zu jenen Menschen, mit denen ich gerne mal über „Rechts“ rede – und damit meine ich den echten, lebendigen Faschismus der Neuzeit … und auch jene Führergetreuen, die es – weit jenseits der AfD – noch in Führungspositionen der Gesellschaft gibt. Die Galerie „Eifel-Kunst“ ist Teil des „Eifeler Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ – und ich bin sehr froh darüber, dass hier einer der zentralen Momente des Faschismus genannt wird, der häufig untergeht: die Anwendung von Gewalt gegen Menschen … denn gäbe es die nicht, so wären Rassismus und Rechtsextremismus viel weniger gefährlich. Mir wäre es sogar lieb, wenn man die Definition von Faschismus genau auf diesen Punkt reduzieren würde: das jede Art von Gewaltanwendung faschistisch zu nennen ist – egal wo und aus welchen „guten“ Gründen.

Keine Sorge: ich werde jetzt nicht auch noch eine Rede über ihre Person halten: das machen andere schon genug. Ich möchte aber einen Aspekt herausstellen, der auch die Preisverleiher angesprochen haben: aus der Galerie ist ein Ort der Kommunikation geworden, ein Ort, der sich – ähnlich den Edelweißpiraten – auch dem gemeinsamen Wohlfühlen widmet: durch Lesungen, Konzerte, gemeinsames Singen und vielen Gesprächen: für mich, das Wesentliche jeder wahren antifaschistischen Arbeit – das Auflösen von „wir“ gegen „die“. Darum besuche ich die Galerie sehr gerne – und manchmal habe ich auch Aly und Preparata im Gepäck, denn: ich fürchte eine Wiederkehr des Faschismus … eigentlich seit dem ich in der Pubertät bin.

Ich weiß: viele werden den Gedanken nicht folgen wollen, weil sie – streng nach den Glaubensregeln von Hollywood – nur jene als Nazis gelten lassen, die mit Hakenkreuzarmbinden in Viererreihen durch die Stadt marschieren. Ist ja auch schön und sicher, so ein Gedanke. Wie schauderhaft wäre es, wenn wir wieder eine Zeit hätten, wo man schnell als Untermensch, als Verschwörungstheoretiker denunziert wird, wenn man ein anderes Urteil als die der Obrigkeit hat. Wie grausam wäre es, wenn wieder Millionen Menschen enteignet würden, weil sie arbeitslos gemacht worden sind (oder Diesel fahren), damit andere von der Regierung mit Wohltaten überschüttet werden können. Wie unvorstellbar wäre es, wenn wieder deutsche Soldaten im Ausland marschieren würden – wie in Mali, Marokko, im Sudan (Nord und Süd), vor dem Horn von Afrika in mehreren Missionen, in Jordanien, Syrien, dem Libanon und dem Irak, in der Agäis, im Kosovo und im Mittelemeer (siehe Bundeswehr.de), wir waren auch schon mal in Kambodscha … und stehen natürlich tief im Osten an der russischen Grenze – und sehen gelassen zu, wenn ein US-General US-Truppen in Norwegen „auf einen großen Kampf einstimmt“ (siehe Spiegel).

Selbst unsere Leitmedien erkennen mehr und mehr Paralellen (siehe Spiegel):

„Das beeindruckende Ergebnis: Den größten Zulauf bekamen die Nazis gar nicht dort, wo es als Folge von Finanzcrash und Rezession per se etwa besonders viele Arbeitslose gab. Die wählten damals vor allem die Kommunisten. Die Stimmenzuwächse gab es vor allem dort, wo besonders brachial Austerität durchgezogen wurde, die Steuern besonders deutlich angehoben und Ausgaben etwa für Rente oder Gesundheit gekürzt worden waren. Das betraf oft Leute aus der Mittelschicht – kommt uns bekannt vor, oder?

In Regionen, wo Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen stärker ausfielen als im Schnitt, stieg der Stimmenanteil, den die Nazis bis 1933 bekamen, um zwei bis fünf Prozentpunkte mehr als anderswo, so die Berechnungen der Ökonomen.“

Ja – kommt uns bekannt vor. Und weil wir nie genau hingeschaut haben, warum dieses NS-Monster überhaupt das Licht der Welt erblicken konnte, hat es wieder eine Chance. Keine Sorge: es wird keine Hakenkreuzarmbinden geben, keine Hitlerbilder an den Schulwänden – bei den Lagern jedoch bin ich mir nicht sicher. Eins habe ich kürzlich ausgemacht: ein „Päd-Camp“ des Jobcenters, gibt es schon länger (siehe Tagesspiegel). Und dass es beim Thema Arbeitslosigkeit zu ungeheuren gedanklichen Auswüchsen kam, ist schon in einem Horrorroman thematisiert worden – dort darf man wohl deutlich werden (siehe Deutschlandfunk)

„Einer der größten und gleichwohl in der Literatur vernachlässigten Schrecken unserer Zeit ist die Arbeitslosigkeit. Wenn die Betroffenen von Politikern und Gewerkschaftlern als Heer der Arbeitslosen bezeichnet werden, dann kann kein Zweifel daran bestehen, dass es sich bei diesem Heer um ein feindliches handelt. Folgerichtig werden regelmäßig Offensiven und Feldzüge angekündigt. Mit dem schneidig deklarierten Kampf gegen die Arbeitslosigkeit – in Wahrheit ein demütigender Kleinkrieg um Vermittlung und Eingliederung – wird in Joachim Zelters neuem Roman „Schule der Arbeitslosen“ Ernst gemacht: bitterer Ernst.“

„Schule der Arbeitslosen“ ist eine souverän erzählte Geschichte der Entsorgung, die unsere schlimmsten Sorgen verdichtet: nichts mehr wert zu sein, wenn man kein multifunktionales Teilchen der längst überholten Arbeitsgesellschaft mehr ist.

Und ist das nicht mehr Faschismus als karnevaleske Armbinden? Das es wieder „wertes“ und „unwertes“ Leben gibt? Ein Maßstab, der im KZ entschied, wer leben durfte – und wer ins Gas gehörte. Hatte gehofft, dass dies nie wieder auf deutschem Boden geschehe – so wie ich auch hoffte, dass nie wieder ein deutscher Soldat auf fremden Boden Menschen erschießt.

Ich kenne nun – nach vielen Jahren Studium der Literatur – ein paar grobe Eckzüge des Monsters. Weiß, dass es für die regelmäßigen Krisen kapitalistischer Systeme gute Dienste leistet, in dem es überschüssige Kosten auf zwei Beinen leidenschaftslos entsorgt. Ich weiß jedoch nicht, wie es in Zukunft erscheinen wird. Vielleicht – ist es der rechte Flügel der AfD, der Geburtshelfer spielen wird. Vielleicht aber auch … jene Fanatiker einer Religion, die andere als „Köterrasse“ und „Schweinemenschen“ ansieht und ihren Tod fordert. Vielleicht sorgen auch die Transhumanisten für eine neue Definition von „Herrenmenschen“, ihre Wachhunde von GWUP und Psiram pflegen in der Diskussion um „Wahrheit“ schon üble alte Traditionen der Entwürdigung, die einst der „Stürmer“ (NS-Hetzblatt) gegen jüdische Mitbürger erfolgreich eingesetzt hat, ihre Entwürfe für die Zukunft erinnern schon sehr an Hitlers Pläne für einen „neuen Menschen“.

Eine der – meiner ganz eigenen, unmaßgeblichen Meinung nach – wichtigsten Triebfedern für die Hinwendung des normalen Bürgers zum Faschismus ist ein Grundgefühl der Ohnmacht, der politischen und gesellschaftlichen Ohnmacht – der ideale Nährboden für den „starken Mann“, der an Stelle der Ohnmächtigen dann Macht (und auch Gewalt) ausübt.

Ach kommen Sie: die ganze Sympathie für Putin entspringt doch genau diesem Mechanismus: endlich mal ein Macher, der nicht nur herumlabert, sondern was tut! Und das ist eigentlich auch gar nicht die Wurzel des Übels: auch friedliche, demokratische Indianerstämme wählten in Krisenzeiten einen Kriegshäuptling, unter dessen Kommando die Kraft der Vielen sinnvoll und effektiv gebündelt werden konnte – das ist also nur ein natürlicher Weg, auf lebensbedrohende Krisen organisatorisch zu reagieren. Viel sinnvoller als ein Führerverbot wäre deshalb …. ein Ohnmachtsverbot. Haben wir auch, formulieren es nur anders: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Und wird offensichtlich in so großem Ausmaß angetastet, das – um nur ein Beispiel zu nennen – wieder Gotteshäuser brennen (siehe Tagesspiegel) … wir aber davon nicht in gleichem Maße Notiz nehmen wie von sexuellen Belästigungen und Morden durch Asylbewerber, die schnell überall die Runde machen … als hätte man erwartet, dass da nur eine Million Engel Zuflucht suchen.

Und hier wäre dann auch der Ansatz zu suchen, das Erwachen des Molochs noch zu verhindern: einfach den Bürgern das Gefühl der Ohnmacht nehmen, dass sie nach dem starken Mann rufen läßt – schon hat der Faschismus keinen Nährboden mehr. Mit den paar Hanseln, die religiös motiviert an den gottgleichen „Führer“ glauben, der mit seinen engelsgleichen „UFOS“ über die Reinheit des deutschen Blutes wacht und bald wiederkommen wird – ja, mit denen wir man leben müssen. Irre sein läßt sich schwer verbieten – aber vielleicht findet jemand Behandlungsmethoden dafür.

Und wie nimmt man das Gefühl von Ohnmacht?

Nun – ich zittiere nochmal Wikipedia – und zwar den Artikel über die Räterepubliken:

Die politische Theoretikerin Hannah Arendt sprach sich in mehreren Schriften, insbesondere in ihrem 1963 erschienenen Werk: On Revolution (deutsch: Über die Revolution), für eine (föderative) Räterepublik aus und zwar in dem Sinne, dass der „Geist der Amerikanischen Revolution“ aufgegriffen und dem Volk eine direkte Beteiligung an politischen Institutionen ermöglicht werden solle. Sie bezog sich hier auf Gedanken, die Thomas Jefferson in Briefen erläuterte. Er sprach sich für ein ward-system („Bezirkssystem“ oder „elementare Republiken“) aus. Diese sollten jeweils 100 Bürger umfassen.

»Die Elementarrepubliken der Räte, die Kreisrepubliken, die Länderrepubliken und die Republik der Union sollten sich in einer Stufenfolge von Machtbefugnissen gliedern, deren jede, im Gesetz verankert, die ihr zufallenden Vollmachten besitzt und die alle zusammen in ein System von wirklich ausgewogenen Hemmungen und Kontrollen für die Regierung integriert sind.«

Arendt bezeichnete eine solche Staatsform – entgegen der Neigung sie kommunistisch oder sozialistisch zu nennen – als aristokratisch, da sich aus dem Volk eine selbst-selegierte, an der Welt wirklich interessierte Elite herausbilden würde.

Da – würde doch Demokratie gleich wieder dynamisch und interessant werden – oder? Und wenn die Welträterepublik dann noch in energiesparenden Dörfchen wohnen würde – welches Problem hätten wir da noch?

Und wie man miteinander konstruktiv reden kann – nun, dass kann man in jener kleinen Galerie in der Eifel üben. Ich wünschte … jedes Viertel hätte so einen Ort.

Und von mir aus zum Abschluss nochmal: herzlichen Glückwunsch an Marita Rauchberger für die verdiente Ehrung – und Dank für die Einladung zu diesem eindrucksvollen Ereignis.

Und ein PS: Während der Preisverleihung war ein Bild der Eifeler Künstlerin Monique Vos van Dalen zu sehen: eine Kette blinder Kriegskrüppel, jeder die Hand an der Schulter des anderen, marschierten vor dem explodierenden Munitionswerk Espagit vorbei … ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was „Rechts“ wirklich alles so produziert – und bedeutet. Einfach mal hingehen und anschauen (siehe – auch zu den Öffnungszeiten – Eifel-Kunst:

„100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges und 73 Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges sind wir wieder so nah am Krieg wie nie zuvor. Krieg ist wieder Mittel der Politik geworden.

Afghanistan, Irak, Libyen, Mali, Syrien, Jemen: Die Liste der Schauplätze, wo Menschen leiden und ihr Leben lassen, ist lang. Nie war die Medienpräsens von Gewalt und Terror so groß. Dennoch scheint der Alltag weiter zu gehen, obwohl Menschen getötet und Länder vernichtet werden.

Für Krieg kann es keine Rechtfertigung geben…“

(Bild: Friedhof russischer Kriegsgefangener – Männer, Frauen und Kinder – in Simmerath, Eifel, unter anderem ein Ergebnis von „Vernichtung durch Arbeit“)

Antifa-Terror … oder was? Faschismus auf dem Vormarsch

Dienstag, 20.2.2018. Eifel. Ja, ich bin ja froh, dass es die Antifa gibt. Ja – ich kann mich halt noch an die alten Zeiten im Ruhrgebiet erinnern, Ende der siebziger Jahre, wo braune Schlägerkommandos durch die Gassen schlichen und jeden zusammenschlugen, der nicht so aussah, als hätte er in der Hitlerjugend eine Chance auf ein Ehrenabzeichen. Damals kam dann – unterstützt von den damals noch lebenden Kommunisten – tatkräftige Menschen auf die Straße, die dem braunen Terror ein Ende setzen wollten … und letztlich gesetzt haben. Es war auf einmal nicht mehr so risikolos, Behinderte zusammenzuschlagen – das mag der stolze deutsche Nazi nicht. Er mit hundert Mann hinter sich, schwer bewaffnet, ihm gegenüber ein Rollstuhlfahrer jüdischen Glaubens: ja, das ist seine wahre Welt. Aber echter Widerstand? Nein, das hat der Führer nicht gerne – ein Grund, weshalb man ja damals ganz schnell alle umgebracht hat, die Widerstand im Sinn hatten.

Ja – damals. Damals – so lernte ich noch im Geschichtsunterricht – hatten die Kommunisten und Sozialdemokraten 300 000 Mann unter Waffen – mehr als die Reichswehr. Man hätte dem braunen Spuk einiges entgegenzusetzen gehabt … doch man fürchtete den Bürgerkrieg. Der kam dann auch, aber leise – gegen unbewaffnete Zivilisten, Frauen, Kinder, Behinderte. Ich mag auch gar nicht mehr Juden sagen, weil … die Reduktion auf die Mordopfer jüdischen Glaubens minimiert den Schrecken eines Systems, das wesentlich mehr Slawen ermordete als jüdische Mitbürger … und wir sollten uns nicht in Sicherheit wiegen, weil der Antisemitismus aus Deutschland gebannt worden sein soll. Sicher: immer noch kann man als CDU-Mann deutliche Worte sprechen (siehe Zeit):

„Im Januar sagte der Bürgermeister von Korschenbroich, Graf von Spee, während der Etatberatungen in seiner Gemeinde, daß „für den Ausgleich des Haushaltes einige reiche Juden erschlagen werden“ müßten.“

Das Tabu zerbricht – so lautete der Titel jenes Artikels aus dem Jahre 1986 – und in der Tat sah es so aus, als würde sich der braune Geist wieder über Deutschland erheben, hätte nun genug geruht, würde wieder nach Macht und Geltung streben, wieder Lager bauen wollen, in denen „die anderen“ leise beseitigt wurden.

Damals war ich froh darüber, dass es die Antifa gab. Man erinnert sich nicht gerne an die Zeiten, als Helmut Kohl die „geistig-moralische Wende“ beschwor, von der niemand jemals etwas bemerkt hatte – anders als von der Dominanz des „Share-Holder-Value“, die mit einem Schlag alle Firmen im Lande zu tributpflichtigen Vasallen erklärte, die keine sicheren, sauberen, sinnvollen Produkte mehr herstellen wollten, sondern nur noch eins im Sinn hatten: auf Kosten von Arbeitnehmern, Verbrauchern, der Umwelt und der Zukunft unserer Kinder Gewinne machen, koste es, was es wolle. Ja – schauen Sie ruhig skeptisch, aber: dass wir nun Keime in allen Gewässern haben, die gegen alle bekannten Antibiotika resistent sind (siehe Tagesschau), haben wir einer besonderen Art zu denken zu verdanken: einem Denken, dass im Prinzip (aber noch nicht im Detail) faschistoid ist – alles für mich, nichts für die anderen. Diese Keime könnten die Bevölkerung Europas Schaden zufügen wie die schwarze Pest – aber dafür wurde enorm viel Geld eingespart, das die Herren des großen Geldes einkassierten. Ist so ähnlich wie: reiche Juden für den Haushalt erschlagen.

Ebenso ist es mit dem Mikroplastik: früher nur in Flüssen, ist es nun überall auf der Welt (siehe Spektrum):

„Mikroplastik an Land stellt offenbar ein erheblich unterschätztes Problem dar: Die kleinen Kügelchen und Fasern aus Kunststoff sind in Böden und Binnengewässern inzwischen allgegenwärtig. Je nach Umgebung finde sich an Land das 4- bis 23-Fache der in Ozeanen üblichen Menge, schreiben Forscher um Anderson Abel de Souza Machado vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).“

Ja – ich weiß: Umweltthemen sind langweilig wie die Debatte über Frauenrechte, aber sie trifft den Kern der Aussagen, die früher Antifaschisten vereinte – und höchst wachsam werden ließ: dort herrschte in der Tat die Überzeugung, dass Faschismus der politische Zustand einer kapitalistischen Gesellschaft ist, die in ihren Endzügen liegt … somit wäre es hochaktuell, gerade jetzt besonders wachsam zu sein. Inzwischen bedrohen die Spätfolgen des sterbenden Kapitalismus nicht nur Arme, Schwache und Hilflose, sondern zerstören die Lebensgrundlage der ganzen Menschheit – für Profit, der in Steueroasen nutzlos herumliegt. Was für ein Wahn! Und sozial: sieht es auch nicht besser aus. Die Armut nimmt beständig weiter zu – auf der anderen Seite wachsen irrsinnige Geldhaufen, die sich mit den Tricks der Banken noch ins Unendliche vermehren: wo soll das alles enden? Man wagt nicht drüber nachzudenken, denn: das hat schon der Historiker Götz Aly mit seinen Werken getan und nachgezeichnet, dass die Organisation der Massenvernichtung unter anderem auch ganz einfache, betriebswirtschaftliche Gründe hatte und die Idee der Massenaussiedlung jüdischer Bürger nach Madagaskar verdrängte. Es war einfach nicht mehr genug zu essen für „die da unten“ da (nein: die da oben litten nie), also … zerschredderte man ein paar Millionen von den Armen für die Wohllebe der Reichen (und natürlich für die Rationen der Soldatenfrauen, die man unbedingt bei Laune halten wollte).

Und auch im politischen Bereich macht sich die braune Sprache des Untermenschen langsam breit – eine Vorbereitung für die Entsorgung jener, die viel zu viel sind, mein Freund und Kollege Marigny de Grilleau hat dazu mal einige Aussagen gesammelt – über Ratten jagen, Sterilisierung und Hungertod ist ja schon alles im Gespräch (siehe Marigny de Grilleau).

Man sollte froh sein, dass es die Antifa gibt – bei solchen Zuständen. Tobt der Kapitalismus weiter durch die Gassen, bleibt bald nur noch der Faschismus als politisches System (und da haben schon einige Chief Execution Officers neidisch nach China geschaut, weil man da so schön durchregieren kann. Ist nur leider kommunistisch – aber die Methoden fänd´ der Führer auch toll – jeder Führer).

Die haben ja auch Gutes geleistet – es hatte schon seinen Grund, warum Boris Becker Fan dieser Gruppierungen war (siehe Focus). Sie haben herausgefunden, dass der Attentäter von Henriette Riek Ende der 90´er auf Rudolf Hess Gedenkmärschen war (siehe Spiegel) und wurden wegen ihrer Aufdeckungsarbeit sogar 2016 sogar vom Verfassungsschutz gelobt – die Bewegung, die ihre Ursprünge im Jahre 1923 hat, hat ihren Platz in der Gesellschaft gefunden.

Doch was höre ich heute?

Ich bekam einen Anruf von einem Freund von mir, der mich auf Vorfälle in Hamburg aufmerksam machte. Es gab eine Demonstration: „Merkel muss weg“. Unpolitische Menschen – sich mit einem seltsamen politischem Anliegen, denn: über den „Merkel-muss-weg-Blödsinn“ habe ich mich ja schon mal ausführlich geäußert. Wirkt wie: „Wenn der Jude erstmal draußen ist, ist alles heileheile“, das übliche Sündenbockprinzip, das schon seit Jahrtausenden Menschen das Leben kostet. Aber: das darf man in diesem Land noch sagen – und erst wenn man das nicht mehr darf, wird es kritisch. 50 Leute kamen auf diese Demo (manche meinen, es waren sogar hundert) und forderten: Merkel muss weg.

Was geschah dann?

Die Antifa marschierte auf. Und ich dachte: die gäbe es so gar nicht mehr. Sicher: wenn G 20 Gipfel sind, dann sind sie alle wieder da. Ist ja auch nach alter antifaschistischer Sitte die passende Gelegenheit: die Globalisierung – die als solche in unseren Landen gar nicht mehr hinterfragt werden darf, so als könnte man sie nicht per Gesetz einfach in allen Formen unterbinden – ist der Motor der aktuell laufenden Neofeudalisierungswelle, die Weltheit für Armut, Hunger und Ausbeutung sorgt. Doch auch da – sind sie seltsam, diese Gestalten: durchtrainiert, geübt darin, Autoscheiben einzuschmeißen – was nicht einfach ist, wie mir eine Freundin jüngst mitteilte, die ihre eigenen Autoscheibe mit einem Hammer zerschlagen wollte … dauerte ewig. Anders als bei diesen dunklen Gestalten, die ohne Rucksäcke in militärisch anmutenden Formationen durch die Straßen laufen. Doch wollen wir nicht weiter darüber spekulieren, wer da wirklich durch die Straßen tobte: in Hamburg bei der Demo gegen Merkel stellte sich die Antifa auf die Seite der Globalisierungsfürstin Angela Merkel.

Ich war verdutzt. Es war keine AfD-Demo – es waren eine Hand voll Bürger, die mit der Politik und Person der deutschen Bundeskanzlerin nicht einverstanden waren. Zu einer AfD-Demo wären sicher auch deutlich mehr Menschen gekommen: immerhin liegt die Partei aktuell in den Umfragen bei 16 Prozent, Tendenz – steigend. Ich habe die Menschen gesehen: gibt ja Internet und Videos – nicht gerade der übliche rechtsradikale Mob. Ohne hunderte Polizisten und noch mehr „Antifa“ hätte sich wahrscheinlich niemand drum gekümmert – die wären kaum wahrnehmbar gewesen. Darf man daran erinnern, dass unter Merkel „linksunten-indymedia“ verboten worden war – ein letzter Rest linker Plattformen in Deutschland?

Wer ist denn eigentlich diese Antifa? War die nicht schon lange tot? Jedenfalls … war es das, was ich im Laufe der Zeit so aus den Autonomen Zentren vernahm, in denen ich gelegentlich zu Gast war: die Musik gefällt mir (deutlich besser als die Karnevalsmärsche der Gegenwart), die Leute sind locker und freundlich, kleiden sich öfter mal in schwarz, aber wirken friedlich – und überhaupt nicht sportlich genug, um solche Bilder wie beim G 20 Gipfel zu erzeugen. 2016 habe ich mal eine Frau von der Antifa in Aachen reden hören dürfen, sie meinte aber, sie wäre gar nicht von der Antifa und irgendwie gäbe es so was ja auch gar nicht: womit sie Recht hat: antifaschistische Arbeit speist sich aus unterschiedlichen Quellen: SPD, KPD, MLPD, Gewerkschaften und freie Geister, Kirchenleute und CDU-Aktivisten findet man dort seltener. Was stört also so bei der Merkel-muss-weg-Demo (bei der es nach anderen Aussagen 230 Teilnehmer gab – im Laufe des Marsches schlossen sich noch andere an)?

Und vor allem: was stört so sehr daran, dass man die Initiatorin der Minidemo persönlich angreifen muss, ja, sogar ihr Haus und ihre Kinder angreift? Doch: Reifen wurden zerstochen, Wände beschmiert, das Kinderzimmerfenster eingeschlagen (siehe Mopo). Kennt man, solche Szenen aus dem dritten Reich, wenn es um Juden ging. War es die Antifa? Heißt nicht in gewissen Kreisen heute nicht alles schon Antifa, was nicht irgendwann mal an einer „Rettet-Hess-Demo“ teilgenommen hat? In den USA gilt die „Antifa“ (die – wenn sie überhaupt existiert – gar keine geschlossene Partei ist sondern ein lockeres Bündnis von Menschen, die den Führer nun mal eben nicht lieb haben … was man in diesem Land noch darf) inzwischen schon als eher terroristische Vereinigung (siehe njhomelandsecurity), wobei die unter Antifa eher Anarchisten verstehen – über die nochmal gesondert zu schreiben ist, weil sie ein ganz feines, hochgeistiges und friedliches Völkchen sind, die der urdemokratischen Meinung sind, dass Menschen niemals über Menschen herrschen dürfen … nicht in der Politik, nicht in der Religion, nicht in der Firma – aber das können Sie dann mit ihrem Chef selbst besprechen.

Genau genommen … weiß man gar nichts. Irgendwer erkärt irgendwen zu „Rechten“ … und deren Gegner dann zu „Antifa“. Cooles Spiel. Natürlich: wer eine CDU-Kanzlerin nicht mag, der kann nur „rechts“ sein. Wer Merkel verteidigt, kann nur ausgesprochener Antifaschist sein – womit die G-20-Antifa wohl so eine Anti-Antifa ist, weil sie die von der Antifa geschützte Merkel nicht mögen.

Wird langsam irre, oder?

Ist aber leicht zu erklären – brauche ich nur selbst nicht machen, dass hat schon Markus Günter getan (siehe FAZ: Kampf gegen Rechts: ein Volk von Antifaschisten)

„Wenn es stimmt, was Franz Werfel einst schrieb, dass nämlich neben dem Geschlechtstrieb kein Bedürfnis das Handeln des Menschen so sehr bestimmt wie die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit, dann ist leicht zu verstehen, warum der Kampf gegen Rechts solche Energien freisetzt: Er belohnt den Kämpfer mit einem maßlosen, ja mit dem denkbar größten moralischen Sieg überhaupt. Man stellt sich schließlich – irgendwie, im weitesten Sinne oder so – gegen Hitler und den Holocaust.“

Und das obwohl … es ja Hitler auch nur darum ging: sich (und bis zu einem gewissen Grad die Deutschen) über andere zu stellen. Und die anderen waren irgendwann nur noch Kosten auf zwei Beinen und mussten weg, damit die Bilanz stimmte. Gibt es diesen Trieb der moralischen Überlegenheit, dann ist er der größte Feind der Menschheit, denn: es braucht immer den anderen, der Unterlegen sein muss – da können sie ganz beliebige Namen einsetzen.

„Hinzu kommt, dass Antifaschismus noch nie so billig zu haben war wie heute. Früher konnte er das Leben kosten, heute kostet er nicht mehr als ein Lippenbekenntnis unter Gleichgesinnten – und schon gehört man dazu, zum erlesenen Kreis der Aufrichtigen, Anständigen, Tapferen. Die Kämpfer gegen Rechts bilden den Adelsstand der aufgeklärten Gesellschaft. Oder noch einen Schuss polemischer: Hier findet ein Ablasshandel statt; die moralische Überlegenheit kann man einfach erwerben, indem man dem Kampf gegen Rechts beitritt.“

In meiner Jugend bedeutete Antifaschismus noch handfeste Streitigkeiten mit Menschen, die offen NS-Symbole trugen – doch davon gibt es nicht genug.

„Der Kampf gegen Rechts braucht immer neue Nahrung. Er muss immer neue Objekte finden, die sich für Ableitung und Übertragung eignen – oder eben passend gemacht werden. Da es aber echte Nazis, Rechtsextremisten, Antisemiten und Rassisten nicht in ausreichender Zahl gibt, geraten auch Akteure und Strömungen ins antifaschistische Visier, die sich nur schwer unter den Begriff Rechts bringen lassen. Da verwischen dann schnell mal die Unterschiede zwischen NPD und AfD, da steht der konservative Flügel der CSU unter Faschismusverdacht, und Thilo Sarrazin liegt auf der Linie von Jean-Marie Le Pen. Auf Details kommt es nicht an. Wo antifaschistisch gehobelt wird, fallen sehr grobe Späne.“

Die schwarzen Listen derer, von denen das Land dringend gesäubert werden muss, müssen gefüllt werden. Sie kommen leicht drauf: Merkel zu kritisieren – selbst mit vernünftigen Gründen – reicht aus: sie sind rechtsradikal. So wahnhaft ist diese Zeit schon, in der selbstverliebte Herrenmenschen gerne Untermenschen jagen, der Arier braucht wieder seinen Slawen. Und es wird wirklich wieder völlig absurd in diesem Land, lauschen wir weiter Markus Günter:

„Mitunter nimmt der Wunsch, sich in die Pose des Kämpfers gegen Rechts zu werfen, geradezu pathologische Züge an wie im Fall des im Januar ermordeten Asylbewerbers Khaled Idris Bahray. Der zwanzig Jahre alte Mann aus Eritrea war in Dresden erstochen worden, und weil Dresden die Hauptstadt von Pegida ist, gingen 3000 Menschen ohne jede Kenntnis über Tat und Täter auf die Straße, um „Pegidas erstes Todesopfer“ zu beklagen. Volker Beck von den Grünen erstattete sogar unverzüglich Strafanzeige gegen die Kripo, die er mit den rassistischen Mördern irgendwie im geheimen Bunde wähnte. Auch hielt Beck es für denkbar, wenn nicht gar wahrscheinlich, dass die Polizisten die Spuren der rassistischen Tat verwischt hätten. Als dann ein Landsmann des Mannes den Mord gestand, ließen sich die Demonstranten davon kaum aus dem Tritt bringen und behaupteten trotzig: „Rassismus tötet!““

Und die echte Antifa? Kümmert sich eigentlich um echte Nazis – wie schon immer. Einfach mal bei denen ´reinschauen – hier haben sie gegen die Weiße Wölfe Terrorcrew ermittelt (siehe afnpnds), da kann man sich einfach mal eine Ahnung davon abholen, was wirklich rechts ist – und was wirklich antifa wäre.

Und ich jetzt? Immer noch verwirrt, denn: die Antifa-Frau aus Aachen, die keine Antifa sein wollte aber mit denen mitdemonstrierte, war auch noch bei den Montagsdemos als Redner (die ja auch von „Antifa“ angegriffen wurden), war bei den Linken, den Veganern, der Piratenpartei und wo weiß ich noch alles. Privat ist sie Mitglied eines satanischen Ordens, der immer mehr Anhänger hat – und wohnt in einem feudalen Schloss nahe Berlin, das ihr Freund (auch arm aber superaktiv) gekauft hat. Mit welchem Geld? Will gar nicht weiter nachfragen.

Und weiter – bin ich jetzt „rechts“ oder „antifa“? Also: ganz ehrlich: ich bin überzeugter Antifaschist. Es entsetzt mich zutiefst, dass die deutsche Gesellschaft mit ihren Dichtern und Denkern so schwach war, dass sie gegen die Invasion der Wahnhaften nichts entgegen zu setzen hatte, und mehr denn je bin ich überzeugt, dass sich das wiederholen kann -und wiederholen wird. Ohne NS-Symbolik – auf die sich die echte Antifa so gerne stürzt. Und mehr als alles andere entsetzt es mich, dass wir Menschen verlernen, miteinander zu reden – und überall nur noch „Rechte“ oder „Antifa“ sehen. Und dass die Rechten nach 12 Jahren CDU-Regierung unter Merkel die größte Gefahr in den „links-grün-versifften Gutmenschen“ sehen, läßt die Idiotie nur noch größer erscheinen.

Währenddessen werden Microplastik und Monsterkeime weiter produziert – und türkisch-kurdische Fussballspieler auf der A4 bei Düren beschossen (siehe dw). Da fahre ich auch gerne mal lang.

Und wenn ich jetzt frage: wem nützt eigentlich die epische Aufteilung der Bürger in „Rechte“ und „Antifa“, bin ich mit Sicherheit wieder selbst der Nazi. Oder der links-grün-versiffte Gutmensch. Auf jeden Fall jemand, mit dem man nicht reden braucht.

Und genau das ist das Ende unserer Gesellschaft.

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Die fünfte Kolonne der Hochfinanz: die antichristlichen Lehren des Robert Betz & Co.

Dienstag, 24.10.2017. Eifel. Erst letztens sprachen wir über die Gefahren, denen unsere demokratische Zivilgesellschaft von außen ausgesetzt ist: die Treibjagd der Elite auf die Menscheit entfaltet sich seit Jahren zu voller Größe, zerfetzt unseren Zusammenhalt, unsere Solidargemeinschaft, unser Souveränität und Freiheit. Wir sind uns wohl kaum richtig im Klaren darüber, wie groß die Übermacht ist, die uns da überfallen hat: wir mit unserem kleinen Haushalt von 250 Milliarden Euro müssen Plünderer abwehren, von denen allein einer über 4 Billionen Euro verfügt – wenn die anderen noch drauflegen, könnten die dieses Land in wenigen Tagen ruinieren. Uns bleibt da nur: beten. Oder sehen Sie andere Möglichkeiten, die willkürlichen Entscheidungen der Ratingagenturen vom Deutschen Bundestag aus zu beeinflussen? Verlieren wir unser Rating, weil die Vogelflugdeuter in den USA schlechte Laune haben, können wir hier dicht machen: das ist einfach Fakt, ein Fakt, der alle demütigen Bücklinge in Richtung transatlantischer Wünsche umfassend erklären kann. Wer hinter die Kulissen der Weltpolitik schaut, wird schnell merken, was wir brauchen: einfach nur ganz neues, eigenes Geld. Einen Neustart kompletter Art – doch darüber muss ein andermal gesprochen werden. Heute gilt es, einen Blick auf die fünfte Kolonne jener Kräfte zu werfen, fleißige Diener im Inneren des Landes, die … unsere Widerstandsfähigkeit gezielt von Innen heraus lähmen und schwächen. Unser kleines, von einer riesengroßen Übermacht belagertes Dorf wird so vor zusätzliche Herausforderungen gestellt, die kaum zu bewältigen sind, da mit dem sinkenden Bildungsniveau der Generation Doof auch die Widerstandsfähigkeit gegen groben Unfug sinkt.

Fünfte Kolonne? Ein Begriff aus dem spanischen Bürgerkrieg, als sich die Faschisten und Demokraten (unterstützt von internationalen Brigaden aus aller Welt) in Spanien einen bitteren Kampf lieferten, der endete, als der Faschist und Putschist Franko mit vier Kampfkolonnen auf die Hauptstadt zumarschierte … und stolz prahlte, er hätte noch eine fünfte Kolonne, die in der Stadt selbst von innen heraus die Widerstandskraft der Verteidiger schwächte, um seinen Sieg absolut sicher zu machen.

Bevor wir uns dem groben Unfug zuwenden, seien jedoch ein paar Worte zuvor gestattet, damit jedem klar wird, in welchem Rahmen die Betrachtung stattfindet. Wir werden uns in den nächsten Minuten mit den Lehren des Robert Betz auseinandersetzen – viele kennen ihn noch nicht. Ich habe ihn bewusst gewählt, weil er einer der bekannteren Prediger des neuen, düsteren Kultes ist – obschon ich dachte, diesem Phänomen schon zuvor hinreichend Beachtung geschenkt zu haben. Immerhin verwies ich schon mal auf Hartz IV als Chance und die unglaubliche göttliche Kraft des NEIN (etwas schalkhaft vorgetragen – jedoch mit einem sehr harten wahren Kern, diese Kraft des NEIN … worüber wir gerne ein andermal reden können) und auf mehrfachen speziellen Leserwunsch sprachen wir erst letztes Jahr über Robert Betz, das positive Denken und den Terror der Innenweltvergiftung – und ich war im Prinzip der Meinung, dass wir es damit gut sein lassen können, nur … ich versprach, dass wir radikaler werden müssen, vor allem radikaler im Denken, sonst wird es uns nie gelingen, jene Fronten aufzubauen, welche die demokratische Zivilgesellschaft zum Überleben braucht – und angesichts der finanziellen Übermacht, die uns gegenüber steht, müssen wir absolut fehlerfrei handeln und agieren, um überhaupt noch eine kleine Chance zu haben.

Es sind nun auch öffentlich-rechtliche Sender, die auf den düsteren Kult um Robert Betz aufmerksam geworden sind, ihn „Glückscoach und Scharlatan“ nennen (siehe NDR) und darauf hinweisen, dass seine Seminare „Psychosen auslösen können“ (siehe NDR) – doch diese Kritik steht mir nicht im Sinn. Eine faschistisch orientierte Gesellschaft braucht immer ein paar Voraussetzungen, um die Gedanken der Menschen in Käfigen zu halten, weshalb jede Form von Zauberei (Normsprech: Esoterik) verpönt ist: das Wissen um die Unsterblichkeit der Seele und die Maßnahmen, die man treffen sollte, um den sicheren Übergang der Seele nach dem Tod zu gewährleisten, war immer ein Wissen der Herrschenden gewesen, für den Sklaven galt: nach dem Tod kommt nichts, nur die tote, leere Hölle. Es ist nahezu unverzichtbar, solche Wahrheiten vor Sklaven verborgen zu halten, sonst kämen sie noch auf dumme Gedanken – wie den, ihre Herren vom Thron zu schubsen, weil kein Mensch mehr wert ist als ein anderer und es oft besser ist, aufrecht in den Tod gegen die Unterdrücker zu gehen als möglichst lange Sklavendienste leisten zu dürfen. Deshalb ist Esoterik ja … das geheime Wissen der verborgenen Dinge. Manches dieses Wissens ist zurecht verborgen, weil man ein gewisses Maß an Weisheit braucht, um damit umgehen zu können – und ich selbst teile dieses Wissen nur mit ganz wenigen Menschen, teile es nicht elektronisch oder fernmündlich, weil es enorm missbräuchlich ist – und schon oft missbraucht wurde. Ist nur längst nicht mehr so geheim wie früher – es gibt genug Bücher, in denen es zu finden ist … nur schaut da keiner mehr drauf.

Wir begegnen den neuen Lehren der neuen Dunkelheit also nicht als jene plumpen Materialisten, die mit ihren komplexen Weltdeutungstheorien einen löcherigen Dogmenapparat geschaffen haben, den sie – sprachlich völlig unkorrekt – Wissenschaft nennen (dabei wäre Schrumpfhirndogmatik ein passenderer Begriff dafür), denn das würde uns in eine Reihe stellen mit der Funktionselite der Plutonomie der Hochfinanz, die den Menschen zum Konsumzombie umerzogen haben und weiterhin umerziehen wollen, Glück auf das kurze zwei Sekunden dauernde Gefühl beim nächsten Erwerb von umweltschädigendem Nutzlosramsch reduzieren und die Menschheit zu bis zur völligen Vernichtung (und Unterwerfung) der natürlichen Lebensumwelt führen – aus Gründen, die eher im Reich der Psychopathologie jener „Wissenschaftler“ zu suchen sind als im Bereich lösungsorientierter Rationalität.

Uns geht es nicht um fruchtloses „Bashing“, sondern um einen genauen Schuss – der bedarf etwas längeren Zielens … und das dauert halt.

Deshalb zuvor mal ein paar Erfahrungen mit dem Bereich Zauberei – damit man nicht meint, hier spricht ein tumbes GWUP-Wiesel aus dem Bereich jener Einfaltspinsel, die auch meinen, dass Kriege wie Naturkatastrophen einfach so passieren – ohne zu merken, dass sie hier Äpfel nicht mit Birnen vergleichen sondern mit Stühlen oder Kraftfahrzeugen. Das erste Mal habe ich Methoden aus diesem Bereich angewendet, als die Schulmedizin meinem Vater noch drei Wochen zu leben gaben: es wurden fünf Jahre daraus. Das hat mir einen gewissen Respekt abverlangt. Dann hatte ich ein außerordentlich unangenehmes Problem mit Nierensteinen, vor welchem die Schulmedizin kapitulierte, dank Einsatz einer Heilerin fallen die Steinchen jetzt völlig schmerzlos einfach so heraus – ein paar dicke Brocken habe ich behalten, um beim nächsten Besuch den Urologen zu erschrecken. Dann – dieses Problem mit meinen Fingern, die dicht vor einer Operation standen: nur ein paar unbedeutende Berührungen von Heilerhand – sie sind wieder geschmeidig wie zuvor, weit ab davon, durch schmerzhafte Eingriffe behandelt werden zu müssen: es waren in der Tat schon vier Operationen geplant – die ich als Alleinerziehender gar nicht hätte organisieren können. Erst vor ein paar Wochen stellte ich mich als Proband im Rahmen einer Abschlussprüfung einem von einer Psychologin geleitetem Experiment im Bereich „Intuition“ zur Verfügung – weder Schülerin noch Lehrerin kannten mich, sogar meine Frage hielt ich geheim … und war dann völlig verblüfft, als mir ein wildfremder Mensch am Telefon Details meines Lebens beschrieb, die er unmöglich von irgendwoher kennen konnte … aktuell erwäge ich aufgrund der Erfahrungen, auch eine Ausbildung in dieser Hinsicht zu machen.

Sie sehen also: ich bin da erfahren – und aufgeschlossen. Zudem habe ich großen Respekt vor der Entscheidung des „Economic hit man“ John Perkins, der nach seinen Erfahrungen als Agent einer brutalen, mörderischen, von der CIA unterstützten Wirtschaftsordnung (eben jener Plutonomie, von der wir oben sprachen) das Gegengewicht zu dieser Horrorwelt in der schamanischen Ideologie der Amazonasindiander fand – und nicht im fahnenschwingenden Rotfrontterror. Ich bin zwar noch nicht soweit – aber ich kenne die Mächte und Gewalten, für die John Perkins lange als Wirtschaftskiller unterwegs war, auch nicht so gut wie er. Ich habe auch Respekt vor messbaren Wundern – wie dem von Findhorn (siehe SWR):

„Bald ein halbes Jahrhundert ist es her, dass auf einem windigen Campingplatz an einem schottischen Meeresarm ein botanisches Wunder registriert wurde: Riesige Kohlköpfe und Gurken gediehen auf dem unfruchtbaren Boden, Blumen blühten auf das üppigste. Die Gärtner schrieben den Erfolg ihrer spirituellen Beziehung zur Natur und den Pflanzengeistern zu. Auch Wissenschaftler fanden keine bessere Erklärung.“

Ja – da waren viele Wissenschaftler unterwegs. Schade, dass dieser Zauber nie erforscht wurde: wir hätten nie mehr Nahrungsprobleme (es sei denn, wir lassen weiterhin zu, dass mit Nahrungsmitteln an Börsen spekuliert wird).

Große Zauber – große Wunder. Manche sind aber nur ganz klein, weil man den Rahmen der Betrachtung ändert. Wirkt auch – für einen kurzen Moment. Sie kennen die Geschichte, die Motivationstrainer Ihres Chefs haben sie schon oft genug gepredigt, diese Geschichte von dem halb leeren Glas, dass man – bei Änderung der Sichtweise – auch als halb voll bezeichnen kann … und sich gleich besser fühlt. Probieren Sie das mal mit ihrer Bank, wenn zu wenig Geld auf dem Konto ist und die von einem leeren Konto sprechen, Sie es jedoch als halb voll betrachten wollen – oder diskutieren Sie das mit ihrem Chef, wenn Ihre Abteilung nur 50 Prozent der geforderten Gewinne abwirft, die erwartet wurden: sie werden sehen, es gibt noch ganz andere Rahmen, in denen man das Glas stellen kann. Praktisch jedoch – als Mensch gesehen, der von andauernder Flüssigkeitszufuhr abhängig ist, sagt Ihnen das halb volle Glas genau so viel wie das halb leere: sie müssen früher los und für Nachschub sorgen.

Wissen Sie, wo wir jetzt gelandet sind?

Wir haben den entscheidenden Schritt von der Zauberei zur Gaukelei getan – und betrachten ihn als ganz normal. Zauberei lehnen wir ab, weil sie den Herrschaftsdogmen widerspricht (und in der Tat radikal rebellisch ist – jedoch sollte man die Finger davon lassen, wenn man nicht gerade dazu geboren worden ist – was alle echten Schamanen verfluchen, sie würden sich ein Bein dafür abschneiden, ein normales Leben leben zu dürfen), Gaukelei jedoch: damit kriegt man uns immer.

Ich könnte noch mehr erzählen über die Erfahrungen, die man mit „Welt“ jenseits der Herrschaftsdogmatik machen kann – doch darum geht es ja hier gar nicht: es geht um die Gaukelei. Um gefährliche, potentiell tödliche Gaukelei, die wie aller falscher Zauber nur ein Ziel kennt: Geld machen. Lauschen wir nur mal einem jener Gaukeler, die mit aus der Zauberei entlehnten Sprüchen Geld machen, Sprüchen, die sie selbst überhaupt nicht verstehen, die aber immer so allgemein gehalten sind, dass jeder was für sich hineininterpretieren kann, mit dem er sich identifizieren kann. Nehmen wir mal – den Tagesspruch von heute, den Robert Betz (der nahtlos jene Bärbel Mohr ersetzte, die mit „Bestellungen beim Universum“ Millionen begeisterte – bis sie ein früher Tod durch Krankheit ereilte … wohl ein Bestellirrtum, ohne den sie heute noch leben würde) uns gnädigerweise präsentierte (siehe Robert Betz):

„Viele Menschen erkennen bis zu ihrem Lebensende nicht, dass ein glückliches Leben eine Frage der Entscheidung ist. Sie machen sich vor, sie seien zufrieden, weil es ihrem Nachbar auch nicht besser geht.“

Nun ist ein glückliches Leben auch eine Frage der Entscheidung – aber halt nicht nur. Manches ist auch einfach eine Frage von Angebot und Nachfrage – und das gilt für alle Menschen, nicht nur für viele. Viele Menschen auf der Welt sind unglücklich, weil sie nicht genug zu essen haben, in zerbombten Städten oder fern der Heimat leben, keinen Zugang zu Trinkwasser haben oder von bewaffneten Räuberbanden verfolgt werden, sofern man nicht gewillt ist, zu gestatten, dass die eigenen Kinder bei lebendigem Leibe verbrannt werden (also: kräftig mit starkem Willen NEIN sagt), darf man da wohl auch zurecht unglücklich sind – selbst dann, wenn des Nachbars Kinder auch verbrannt werden.

Diese Kalendersprüche kann man abonieren. Kriegt dann jeden Tag um 10 so ein Versatzstück, ist der Tag – Ihr Freund. Oder nicht. Und obwohl er sich im christlich-spirituellen Weltbild verankert sieht, übersieht er – der Prediger des halbvollen Glases – doch den Urgrund dieses Weltbildes: und das ist das Bild von der gefallenen Welt (Altes Testament) über die der Teufel herrscht und mit einer Horde von Dämonen Krankheit und Not über die Menschheit bringt (Neues Testament). Womit wir eigentlich wieder bei den Schamanen sind (deren Unterart der Huna-Magier Christus als großen Zauberer aktzeptiert, genau so wie Zen-Buddhisten ihn als Zen-Meister respektieren … wegen der Sprüche), deren Hauptjob es seit Jahrtausenden ist, jene Teufel und Dämonen von Dorf und Mensch fern zu halten: als Lehrer, Seher, Heiler und Krieger.

Wissen Sie, wie Sie in diesen Weltbildern mit Unheil umgehen?

Es regt Sie nicht weiter auf. Nicht Glück, sondern Unglück ist der Normzustand der Welt. Ist Unglück der Normzustand der Welt, können Sie ihre Ansprüche anpassen – und damit glücklich werden … für gewisse Zeiten. In einer Welt, in der Gläser immer leer werden, ist es ein angenehmes Gefühl, ein halb volles vor sich zu haben. Doch Betz suggeriert etwas ganz anderes, eine Welt, die fremdartig ist, jahrtausende alter Weisheit völlig entgegengesetzt ist, aber mit süßen Verlockungen ködert:

„Unzufriedenheit“ scheint die ‚Krankheit‘ oder der ‚Virus‘ dieser Zeit zu sein. Sie erfasst immer mehr Menschen und scheint für viele von außen zu kommen. Sie suchen die Schuldigen „da oben“, in der Wirtschaft, der Politik oder in der unfriedlichen Welt da draußen und fühlen sich diesem Gefühl hilflos ausgeliefert. Aber was ist es wirklich, was dieses unangenehme Grundlebensgefühl erschafft?

Nein, Unzufriedenheit ist keine Krankheit unserer Zeit, schön Ägypter, Griechen und Römer konnten unzufrieden sein. Und in der Tat erkannten sie klar: der Grund für die Unzufriedenheit liegt weit draußen: bei den Göttern. Oder bei Julius Cäsar, der für viele auch weit draußen war – jedenfalls für jene, die nicht in Messerreichweite kamen und keine Geduld hatten, auf die Ostgoten zu warten, die Rom letztendlich auslöschten. Hilflos ausgeliefert fühlen sich die Menschen, weil sie mit permanenten, sich gegenseitig widersprechenden Desinformationskampagnen überzogen werden und die Übermacht die globalisierten Billionen – die sich in der Abhängigkeit von einer Hand voll Konzernen, die unsere an sich umsonst wachsenden Nahrungsmittel „besitzen“ deutlich preis gibt – nur ahnen, aber nicht genau beschreiben können. Hilflos fühlen sich die Menschen, weil sie Tag für Tag erleben, dass sie ohne Millionen ein vorprogrammiertes Leben wie Roboter leben, ein Leben, das der Amazonasschamane als Hölle bezeichnen würde: eine Hölle voller Gifte, voller Lärm, voller aussterbender Tierarten, voller Gestank, Häßlichkeit und irrsinniger Hektik. Einfach, oder? Könnte mit der Aufzählung noch schier endlos weiter machen, lausche aber jetzt lieber beim Meister (siehe Robert Betz):

„Mit unseren Gedanken erschaffen wir unsere Gefühle sowie unsere gesamte Lebenswirklichkeit, für uns allein und in jeder Gemeinschaft. Unser Unterbewusstsein steck jedoch voller unwahrer und die Wirklichkeit verzerrender Gedanken. Was Du über Dich denkst, so behandeln Dich die Anderen. Was Du über das Leben denkst, so offenbart es sich vor Dir. Was Du über Deine Mitmenschen denkst, bestätigen sie Dir wie ein Spiegel.

In dieser App erhältst Du täglich einen Gedanken, den Du wie eine geistige „Lokomotive“ an den Anfang Deines Tages stellen kannst. Dein Verstand wird Diesen Gedanken oft nicht zustimmen, da er bisher ein eine andere Richtung denkt. Der Gedanke für den Tag wird Dich anstoßen, aufrütteln, provozieren und inspirieren auf dem Weg vom „Normalmenschen“ zum glücklichen Menschen.“

Ja – nun wissen Sie, warum Sie beim letzten Börsencrash ihre Altervorsorge verloren haben, warum die Bundeswehr weltweit im Einsatz ist, die Insektenpopulation in Deutschland um 76 Prozent gesunken ist und sie bei immer mehr Arbeit immer weniger Kaufkraft haben: das waren IHRE Gedanken! Sie Lump – wenn ich Sie erwische!

Scherz beiseite.

Der Werbefachmann und Psychologe wendet einen alten, gemeinen, aber immer noch wirksamen Trick an, den alle Gaukler, Scharlatane und Wundermittelverkäufer der Menschheit seit Jahrtausenden anwenden: er verspricht goldene Berge, wenn sie nur seinen Sirup kaufen. Er predigt ein Weltbild, das die Reichen gerne hören (und finanzieren): das jeder Euro, der gerade auf ihrem Konto liegt, mit Gottes Willen da liegt und völlig zurecht da bleiben darf (während einem die Euro der anderen natürlich in Massen in die eigenen Taschen fließen dürfen) – eine Philosophie, die in den USA des 19 Jahrhundert zur Legitimation des Kapitalismus und zum Zwecke seiner flankierender Unterstützung (in Abwehr jener, die meinten, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr denn ein Reicher ins Himmelreich komme) entworfen wurde und seit einem Vierteljahrhundert gezielt über Europa ausgegossen wird. Das grundlegende Weltbild ist antichristlich, es propagiert, dass die Welt ein Paradies ist (Tsunamis, Erdbeben, Blitzeinschläge, Tornados, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Eiszeiten gelten nicht – oder sind die Ergebnisse ziemlich schlechter Gedanken) und wir nur ganz wenig ändern müssen, bis auch uns die Millionen zufließen. Natürlich ändern wir keine realen Machtverhältnisse und Verteilungsstrukturen mehr, sondern unsere Gedanken – und kreisen fortan nur um uns selbst.

Natürlich gehört dazu auch der kleine Kniff, aus seinen Kunden besonders erleuchtete Auserwählte zu machen (die „glücklichen“), die viel besser sind als die Normalmenschen. Die Botschaften – darf man natürlich nicht mit dem Verstand hinterfragen (also auch nicht doof nachfragen, warum Gedanken Gefühle lenken, aber der Verstand dem Betz nicht zustimmt, Katholiken nennen sowas „Geheimnis des Glaubens“).  Wir stoßen hier auf Urgründe faschistoider Bewegungen, die Herrenmenschen brauchen, um zu funktionieren.

Funktioniert übrigens mit jeder x-beliebigen Ware, ich zeige Ihnen das mal – ganz umsonst!

Dreimal Klopfen auf Holz – uns Sie sind glücklich, Ihre Wünsche gehen in Erfüllung, der Bugatthi steht vor der Tür. Doch – wirklich, klopfen sie mal. Erfolg? Sagte ich doch! Misserfolg? Oh – jetzt wird es nicht mehr kostenlos. Falscher Rhytmus, falsches Holz, fehlender Glaube – die Lehre stimmt auf jeden Fall, das kann Ihr Verstand nur nicht erfassen – darum habe ich Ihnen ja diese geheime Botschaft auch umsonst mitgegeben … und wären Sie nicht so eine unfähige Klopfgurke: Sie wären schon längst steinreich. Und glücklich. Und unsterblich. Göttlich gar. Aber dafür … gibt es ja meine Klopfkurse. Da können sogar Sie richtig klopfen lernen … und ist das Klopfen nicht eine alte Tradition?

Verstanden?

Nochmal ein paar Sprüche aus dem Betziversum (siehe NDR, weiter unten):

„Der Normalmensch erschafft sich selbst ein Leben voller Leid, Schmerz, Krankheit und Mangel, weil ihm niemand gesagt hat, wie das Leben und wie er selbst ‚ticken‘. Das kannst du in diesem und in vielen anderen Büchern erfahren.“

Es ist nicht die Hochfinanz, die IS, der militärisch-industrielle Komplex, der Zinsterror oder was Sie bisher immer dachten – es sind allein SIE! Hochfinanz und Verbrecherbanden sind deshalb auch die Meinung, dass man auf Polizei und Steuerfahndung ganz verzichten kann.

Doch Betz verspricht noch viel mehr, ein neues tausendjähriges Reich für die Betzmenschen:

„In dieser unserer Generation geschieht etwas noch nie Dagewesenes. Menschen scheren scharenweise aus der Tradition des ‚Normalmenschen‘ aus und entscheiden sich für ein völlig anderes Leben.“

Er könnte auch die Flüchtlingsfrage weltweit ganz leicht lösen:

„Heute lebt die Mehrheit der Menschen in einer selbst erschaffenen Hölle, aber eine immer größer werdende Minderheit im Himmel auf Erden. Du hast jetzt die Wahl zwischen Hölle und Himmel, zwischen Angst und Freiheit.“

Von wegen auswandern! Oder Asyl suchen! Nur unsere Wünsche halten uns in Assads Folterkellern gefangen, andere Realitäten gibt es gar nicht. Der Himmel … liegt gleich nebenan, an Betzis Bücherstand.

„Für das ‚Opfer‘ sind die anderen die Ursache des eigenen Leidens. Das ist ein Irrtum. Wir selbst entscheiden uns jeden Tag aufs Neue unbewusst für das Leiden und den Schmerz. Bewusst tut das niemand, aber unbewusst tut es fast jeder.“

Eine gute Botschaft für die Millionen Hungernden dieser Welt: es gibt gar keine Täter! Der Bundesverband der Berufsverbrecher applaudiert stehend!

„Mitleid hat wie das Sich-Sorgen-Machen nichts mit Liebe zu tun. Der leidende Mensch erinnert uns nur an das, woran wir selbst im Innern noch leiden, an eine ungeheilte Wunde. […] Genau wie für die Raupe, das Küken oder das Baby muss es in unserem Leben in Phasen der Dunkelheit heißen: ‚Da muss ich jetzt allein durch.‘ Anstatt helfen zu wollen, wäre ein ermutigendes ‚Du schaffst das schon. Ich trau dir das zu‘ wirkliche Hilfe.“

Nun – schon Nietzsche meinte: Mitleid macht das Leid nur ansteckend – und doch starb er, als er aus Mitleid ein Pferd vor Schlägen schützen wollte. Wir würden heute auch nicht mehr den Begriff Mitleid verwenden, sondern den Begriff Mitgefühl – nach Schopenhauer der zentrale Sinn unseres Seins (Buddhisten und Christen stimmen ihm da zu, Betzisten nicht … denn ihre Verlockung ist nur das eigene Glück.)

Gut – ein kleiner Prediger am Rande des Universums – wen soll der schon stören?

Nun – der bildet inzwischen hunderte von Klonen aus, die Betzerei verkaufen – und immer mehr Menschen in eine irre Welt führen, die christliche Worte gebraucht, aber antichristliche Wege geht, die den Menschen die ganze Last allen Übels der Welt als persönliches Versagen auf die kleinen Schultern legen – und ihnen den Himmel auf Erden versprechen, wenn sie nur kritiklos folgen – und zahlen. Selbstmordattentäter sind da ganz ähnlich strukturiert – und werden ähnlich geführt. Es gibt Menschen, die haben sich hoch verschuldet, um Betzerei betreiben zu dürfen: bis zu 15000 Euro sind da aufzubringen.

Nicht schlimm?

Stellen Sie sich nur mal vor, diese Bewegung hält keiner auf: dann war es das mit Rente, Sozialstaat und Krankenhäusern, mit Schulen, Gesetzen und diesen Gedanken von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Und wie gesagt: der Bundesverband der Berufsverbrecher (und all seine Sympathisanten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – kurz, die ganze Lumpenelite) findet diese Luschenesoterik ganz geil … und träumt von der Zeit, wenn endlich grenzenlose Anarchie ausgebrochen ist, jeder jeden fressen kann, weil es ja dessen Schicksal aufgrund dummer Gedanken ist, ja, weil es das Schicksal aller Normalmenschen ist, gefressen zu werden … und sie es auch verdient haben.

Natürlich im Namen von Licht und Liebe der himmlischen Erleuchteten.

Und jetzt – nach einem großen Bogen – können Sie sehen, wie der Kreis sich schließt … und wie die fünfte Kolonne wirkt. Und ihr Einfluss ist schon sehr groß … schauen Sie mal, welchen Wert in den letzten Jahren das Wort „Eigenverantwortung“ gewonnen hat … und welche Menschen im Namen diesen Wortes mit existenzvernichtenden Maßnahmen überzogen wurden. Kurz gefasst, verlangt man doch von allen deutschen Arbeitslosen (und ihren Geschwistern weltweit) dass sie die Folgen der Globalisierung ganz im Alleingang von ihrem Schrebergarten in Bottrop-Kirchhellen aus lösen – während die Herrscher der gigantischen Fonds, die den Umbau der Wirtschaft finanzieren, ganz unschuldig davon kommen.

Und darum ist dieser kleine Prediger wichtig – als Beispiel, wie die Errungenschaften des Zeitalters der Aufklärung radikal ausgelöscht werden … von Menschen, die behaupten, mit Engeln persönlich zu reden, die Menschheit selektieren und die Auserwählten in den Himmel auf Erden führen, wo sie fernab vom Normalmenschen ein Leben ohne Verstand, ohne Mitleid und Solidarität führen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kapitalismus und seine Roll-Back-Offensive: Geld gegen Leben

Montag, 6.3.2017. Eifel. Ich würde heute gerne mal über die Gegenwart reden. Eine Gegenwart, von der ich meine, dass sie nicht vollständig begriffen wurde, beziehungsweise nur unvollständig beschrieben wird. Diese Unvollständigkeit hat natürlich einen Sinn: sie nimmt uns die Kraft zum Handeln, weil unsere Weltbilder mangelhaft – oder eben völlig falsch sind. Es hat alles auch mit Mus zu tun – also mit Brei, aber nicht aus Obst. Sozialismus, Faschismus, Feudalismus, Katholiszimus, Protestantismus, Demokratismus …. nein, den letzteren gibt es gar nicht. Das heißt: es gab ihn lange nicht, weil er keinen Sinn machte. Im Laufe des Niedergangs des demokratischen Gedankens kam auch dieser Begriff auf: abwertend wie die anderen (siehe Duden) als formalistische Übertreibung demokratischer Verfahrensweisen. Macht im ersten Moment wenig Sinn – und scheint somit nur ein Kampfbegriff zu sein, um den demokratischen Begriff zu entwerten, denn: Bürokratismus würde ja die Fehlerstellen demokratischer Systeme schon hinreichend genug beschreiben.

Warum geht es bei dem Mus? Um Herrschaft.

Im Sozialismus herrscht die Arbeiter- und Bauernklasse, unschön für das Lumpenproletariat: jene Sozialschmarotzer gelten als Feind des Sozialismus, Marx beschrieb sie wie folgt (siehe Wikipedia):

„zerrütteten Lebeherren mit zweideutigen Subsistenzmitteln und von zweideutiger Herkunft, verkommene und abenteuerliche Ableger der Bourgeoisie, Vagabunden, entlassene Soldaten, entlassene Zuchthaussträflinge, entlaufene Galeerensklaven, Gauner, Gaukler, Tagediebe, Taschendiebe, Taschenspieler, Spieler, Zuhälter, Bordellhalter, Lastträger, Literaten, Orgeldreher, Lumpensammler, Scherenschleifer, Kesselflicker, Bettler, kurz, die ganze unbestimmte, aufgelöste, hin- und hergeworfene Masse, die die Franzosen ‚la bohème‘ nennen“

Heute wären das: Hartz IV-Empfänger und Niedriglöhner. Menschen, aus denen wahrlich kein Cent mehr herauszupressen ist. Manche … waren nur von den Galeeren geflohen, wurden aber vom Sozialismus gleich als Staatsfeinde angesehen und der Arbeitspflicht unterworfen, um Kapitalerträge zu sichern und zu mehren.

Im Faschismus herrscht die Anbetung der nackten Gewalt, das ungebrochene Recht des Stärkeren über die Schwächeren, die es mit allen Mitteln auszumerzen gilt: wie zum Beispiel die Slawen. Gut – die sind nicht ausgerottet worden wie die Juden, aber auch nur, weil die Faschisten den Krieg haushoch verloren hatten. Sonst wären sie – allein aufgrund ihrer Schwäche, hinreichend Rendite für die Zinserwartungen des Kapitals zu erwirtschaften – auch ausgerottet worden … jedenfalls die Minderleister unter ihnen.

Im Feudalismus herrscht eine auserlesene, von Gott berufene Elite über die Untermenschen, die Kaste der Besitzenden hat sich soweit organisiert, dass sie alle Staatsgewalt im Griff hat und sich ihren Reichtum direkt von den Feldern ihrer Bauern holen kann. Im Katholiszismus – mit dem Feudalismus damals personell eng verbunden – herrscht Gottes Sohn als Papst persönlich. Der Feind sind all´ jene, die keine Kirchensteuer entrichten: die Ungläubigen. Sie werden gerne von den Höfen gejagt.

Und der Kapitalismus? Nun … wie wir jetzt bemerkt haben könnten, steht er als treibende Kraft hinter allem, ist eine eigenständige Regierungsform, die nur als solche nicht ausdrücklich behandelt wird. Ja: gruselig, oder? Die ganzen Mus-Bewegungen der letzten Jahrhunderte hatten alle einen gemeinsamen Meister, einen einzigen Herren, der erst sehr spät – nach der französischen Revolution – offen zu Tage getreten ist und heute die ganze Welt beherrscht – wobei ihm egal ist, welche Religion oder welchen politischen Glauben seine ausführende Dienstklasse hat. Schlimm am Kapitalismus: hier unterwirft sich die Menschheit dem Unmenschlichen, dem Geld (bzw. dem größten Geldhaufen), Geldwerte übertrumpfen Menschenrechte, ein künstlich geschaffenes Ding (Geld) übernimmt die Herrschaft über die Menschheit – und die Menschheit beugt sich. Ein Skandal für die „Aufklärung“ seit den Zeiten der griechischen Philosophie: die Götter, die wir abgeschafft haben, sind wieder zurück: die dunklen, bösen, nutzlosen Idiotengötter, die den finstersten Abgründen des menschlichen Geistes entsprangen.

Hört sich schaurig an, oder?

Ist aber wahr. Ich wage auch die Vermutung – wobei ich ein durchaus positives Menschenbild offenbare – dass Auschwitz ohne Kapitalismus gar nicht denkbar wäre: es braucht schon eine unmenschliche Kraft, die als Herrscher anerkannt wird, um solche kalten Orgien der Massenvernichtung durchzuziehen. Und wer sich in den Werken des Historikers Götz Aly mit der Genese der Massenvernichtung im Nationalsozialismus beschäftigt, wird merken, das Kapitalrendite das zentrale, alternativlose Argument für die Massenvernichtung unwerten Lebens war, die natürlich nicht nur die Juden betraf (treue Diener eines Gottes, der – auf dieser Interpretationsebene – der natürliche Feind des Moloch „Geld“ war, weil er Menschen seiner Herrschaft entriss – und zudem offen forderte, dass es keine anderen Götter neben ihm gab; erst recht kein Goldenes Kalb, um das man den ganzen Tag orgiastisch tanzte), sondern alle, deren Arbeit nicht genug Rendite abwarf – mögen sie auch noch so blond, blauäugig und superarisch gewesen sein: wer nicht schuftet bis zum Untergang, ist wertlos. Kennen Sie vielleicht aktuell aus Ihrer Firma.

Merken Sie langsam, wie es Ihnen kalt den Rücken herunterläuft? Nun – zurecht. Wir hatten Revolutionen, Umstürze, Staatsneugründungen, doch eins blieb über 600 Jahre stabil: die reichen Familien Hierzu gibt es eine Studie aus Florenz (siehe Welt), die Rückschlüsse auf die Verhältnisse in anderen Ländern zuläßt. Mammon hat alle geschichtlichen Turbulenzen unbeschadet überstanden, auch wenn der Reichsgraf mancherorts Politikkommissar oder Gauleiter hieß. Und diese Familien planen langfristig, über Generationen hinweg, wobei Heirat eines der zentralen Mittel der Machtvernetzung ist. Gut: 1789 gab es einen kleinen Rückschlag, 1917 auch, ebenso 1949. Aber Rückschläge spornen die Hohepriester des Mammon ja nur an – und das ist, was wir gerade erleben: die Operation Rollback der Kapitalfürsten, die all die vielen Erfolge wieder zurückdrängen will zugunsten eines Systems, in denen ihre Gefolgsleute die politische Macht ausüben … eine Macht, die sie selber gar nicht haben wollen, weil ihnen jede Form von Arbeit, die nicht auf Partys, Bällen und Empfängen erledigt werden kann zuwieder ist.

Ich weiß: schon wieder viele Worte gemacht. Doch bleiben Sie am Ball, denn jetzt: geht es um Sie. Es geht um die flächendeckende Vernichtung von „Familie“ als solche – ein erster Vorbote der kommenden Vernichtungsorgien, ohne die der Kapitalismus letztlich nicht seine Wachstumsraten erzielen kann. Nein – das sind jetzt keine Geheimnisse von Verschwörungstheoretikern, das sind Fakten, die man bei der Bundeszentrale für politische Bildung findet:

„Die Familienpolitik will die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Klingt gut. Doch der Politik geht es nicht um die Familien, sondern um die Wirtschaft, findet der Journalist Rainer Stadler. Die Politik versuche die Familien den Bedingungen des Arbeitsmarktes anzupassen – mit der Folge ganztagsbetreuter Kinder. Das gilt vielen als alternativlos – Kritik daran, gilt rasch als reaktionär.“

Die Familie … das war mal die Keimzelle der Gesellschaft. Noch nicht mal die kann unser Staat noch schützen. Die Familie wird „wirtschaftskompatibel“ gemacht – im Sinne der Rendite:

„Diese Denkweise hat sich bei den Familienpolitikern aller im Bundestag vertretenen Parteien durchgesetzt. Niemand kommt mehr auf die Idee zu fragen: Ist es wirklich familienfreundlich, eine Infrastruktur zu schaffen, deren Zweck vor allem darin besteht, die Familie den ganzen Tag voneinander zu trennen? Ist es wirklich sozial, Betreuungseinrichtungen 24 Stunden am Tag zu öffnen, damit alleinerziehende Mütter spätabends an der Supermarktkasse sitzen oder ihre Nachtschicht als Krankenschwester ableisten können?“

Diese Kinder haben keine Eltern mehr, sie haben Ernährer. Gemeinsames Leben, gemeinsames Lernen, Lachen, Spiel, Spaß, Liebe, Verbundenheit, Verantwortung, füreinander da sein – alles unnütze Beschäftigungen des Lumpenproletariats, der Bohéme, die mit dem Todfeind des Kapitalismus kokettiert: dem Anarchokommunismus, der sich urchristlicher Lehren bedient, um dem Leben jenseits von Macht, Herrschaft und Ausbeutung wieder ein Maximum an Lebensqualität zu verleihen.

Wir marschieren während der Rollbackoffensive des Kapitalismus wieder direkt in die ältesten aller Herrschaftsformen: wo acht Menschen mehr besitzen als die Hälfte der Weltbevölkerung (siehe Spiegel), da sind die alten Gottkönige Ägyptens, die Pharaonen, nicht mehr weit entfernt. Würde mich nicht wundern, wenn es bald Schreine für diese acht Leute gibt, wo man zu ihnen beten kann, um auch ein Stück von ihrem Segen zu erhalten. Die hochachtungsvolle Verehrung von „Promis“ wird ja in unseren Medien schon ausufernd praktiziert – das muss man nur noch weiterdenken.

Es ist wichtig, dass Sie sich das klar machen, denn: ihre Laune hängt direkt davon ab, ihre Resillienz, ihre Widerstandsfähgikeit gegen Propaganda – da liegt der erste Schritt zum Widerstand begründet dass man „Nein“ sagt zum Weltbild des Kapitalimus, „Nein“ zur Vernichtung von Mensch und Umwelt, „Nein“ zu allen Götzen, die sich zum Herrscher über die Menschheit aufschwingen wollen. Ihr persönliches Weltbild hängt direkt mit der Bewertung Ihres Lebens zusammen. Darüber wird wenig gesprochen – weil der Kapitalismus uns ein düsteres Weltbild aufgezwungen hat, das wir kritiklos hinnehmen, ohne zu bemerken, wie sehr uns das den Wind aus den Segeln nimmt.

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Christentum (nicht dem Katholizismus – wohlgemerkt). Der Christ – also: Jesus persönlich – lebt in einer „gefallenen Welt“. Passiert da ein Unglück – ist das normal, liegt nicht am Individuum, sondern an der Grundstruktur einer unperfekten Welt, in der es halt Erdbeben, Raubtiere und Schnupfenviren gibt, die nicht nach der Pfeife des Menschen tanzen. Sie regen sich in einem solchen Weltbild nicht sonderlich über Misserfolge auf: die sind die normale Basis einer gefallenen Welt, in der alles schiefgeht, was nur irgendwie schief gehen kann. Was predigt hingegen des Kapitalismus (in verschiedenen, durchaus auch als „Esoterik“ getarnten Philosophien): geht etwas schief in Deinem Leben, dann … bist Du persönlich falsch, denkst falsch, fühlst falsch, lebst falsch, bis minderwertig – ein Minderleister. Die Welt des Kapitalismus ist durchweg superheil. Machen Sie einfach mal ihren TV-Empfänger an: die Botschaft verfolgt sie täglich mehrfach auf allen Kanälen, vor allem in der Werbung. Klar: wenn die Welt superheil ist, dann … nun, dann können bei Misserfolgen ja nur SIE schuld sein. Anstatt also mal über die Umstände nachzudenken, beschäftigen Sie sich nur mit sich selbst und der Kernfrage ihres Lebens: wie absolut ungenügend ihre ganze Existenz doch nur sein kann, weil Sie noch kein Milliardär sind.

Wie der Katholizismus braucht auch der Kapitalismus ein besonderes, beängstigendes Weltbild. Drohte der Katholizismus mit der Hölle, in die die Seele nach dem Leben fallen kann, droht der Kapitalismus mit etwas noch viel schlimmerem: der endgültigen, absoluten Vernichtung am Ende ihres Lebens. „Leben“ … wird dogmatisch begrenzt auf die Zeit zwischen Geburt und Tod – und Sieger ist, wer am Ende des Lebens am meisten Geld zusammengerafft hat. Da der Geldkreislauf ein geschlossenes System ist, kann man es nur von anderen raffen. Das ist jetzt kein Kommunismus, das ist reine Physik. Dieser dogmatische Lehrsatz -„Sinn des Lebens ist, als Milliardär zu sterben“ – ist der Kern des Kapitalismus, die Basis seines Glaubenssystems. Wer es schafft, am Ende seines Lebens Privatjets, einen Park mit Luxussportwagen, große Yachten und private Schlösser vorzuweisen, der … hat es geschafft. Der ist der Gewinner. „Wer wird Millionär“ – ist der zentrale Antriebssatz dieses Systems … „wer wird glücklich“ ist eine Frage, die nur am Rande gestellt wird, „wessen Leben ist sinnvoll“ wird gar nicht mehr gestellt – bzw. im Sinne des Kapitalismus alternativlos beantwortet: sinnvolles Leben ist jenes, dass dem Chef Gewinne in die Kassen spült.

Wie der Katholizismus hat der Kapitalismus auch seine Inqusitoren aufgestellt, deren Hauptaufgabe es ist, Hexen zu verbrennen bzw. das Volk dazu aufzustacheln, dies zu tun. Unsere modernen Inquisitoren nennen sich u.a. GWUP und Psiram, ihre Aufgabe ist klar definiert: alle Abweichler von der Lehre des Kapitalismus (bzw. seiner wissenschaftlichen Basis des dogmatischen Materialismus des 19. Jahrhunderts unter Ausklammerung aller Fortschritte der Physik in den letzten zweihundert Jahren) zu verbrennen – oder zumindest verbal so übel anzugehen, dass niemand mehr mit ihnen zu tun haben möchte, der nicht selbst in den Fokus des Hasses und des vernichtenden Spotts gegen Andersdenkende kommen möchte.

Die Rollbackoffensive des Kapitalismus läuft auf breitester Front, reicht tief in ihr Privatleben hinein – und wird auch in den nächsten Jahren Konsequenzen für Ihre materielle Versorgung haben – sofern Sie nicht das Wunder verbringen, jedes Jahr noch schneller zu rennen, um ihre vom Chef gesetzten Ziele zu erreichen. Schauen wir hierzu mal nach Griechenland, jenem Land, das wir ja unter fürchterlichen Opfern so großzügig gerettet haben. Ganz offen berichtet die Süddeutsche Zeitung von der drohenden völligen Vernichtung Griechenlands, die jedermann kalt läßt, weil es sich nach dem kapitalistischen Weltbild um wertlose Existenzen handelt, die kein Lebensrecht haben – womöglich, weil sie sich auch der völligen ökonomischen Verwertung ihrer Familien entzogen haben. Es findet eine unglaubliche Hatz nach den letzten Resten Bargeld im Lande statt (bzw. eine komplette Entwertung noch versteckter Bargeldreservern, die das Überleben sichern sollten): wer nicht bargeldlos zahlt, wird bestraft (siehe Focus). Sie können sich gerne bei Reuters über die konkreten Auswirkungen der Armut informieren: zwei Packungen Nudeln im Monat müssen reichen. Das ist momentan der Standard in einem EU-Land, das zudem die Wiege der europäischen Kultur war. Und wir reden den ganzen Tag über Trump und Putin, während EU-Bürger nur noch dahinvegetieren.

Wir können in Deutschland noch nicht mal über Armut reden – über unser eigene Armut. Kaum gibt es einen Armutsbericht, der zeigt, wie die griechische Armut nach Deutschland kommt, schon stehen jene auf, die im Schulterschluss die Vernichtung der Familie im Dienste des Kapitals beschlossen haben und stellen den Bericht in Frage (siehe FAZ), dabei ist schon der Tagesschau zu entnehmen, dass die Armen in Deutschland für das zehn Jahre längere Leben der Reichen bezahlen … ja es sogar – wie bei den alten Pharaonen – mit ihrem eigenen Leben bezahlen. Unsere Wirtschaftsform – die, genau genommen, eine Herrschaftsform ist, tötet Menschen – sagt sogar der Papst (siehe Süddeutsche), die große Offensive des Kapitalismus drängt sogar ihre alten Dienstleister an den Rand. Und hören Sie bitte auf, vom „Neoliberalismus“ zu reden – dieser Begriff täuscht nur vor, es gäbe eine schlechte Form von Kapitalismus … und adäquat dazu irgendwo eine gute Form. Neoliberalismus ist nur das Codewort für Kapitalismus in der Offensive, eine Offensive, die ihm wieder – nach 200 Jahren Schmach und Heimlichkeit – die absolute Oberherrschaft über die Menschheit zurückgeben soll.

Ich möchte Ihnen einen Artikel ans Herz legen, der aufzeigt, dass „die Reichen die wahren Sozialschmarotzer“ sind, ein Artikel, der aufzeigt, in welcher Realität wir gerade leben (siehe Heise):

„Die sozialversicherte Arbeit ist zerstört worden und je weniger man für Arbeit bezahlen muss, umso mehr Profit wird gemacht. Das alles wird nebenbei von den Steuerzahlern finanziert – etwa für Subventionen, Steuererleichterungen und die Zahlung von Hartz IV-Regelsätzen für Berufstätige, die nicht von ihrem Lohn leben können. So bezahlen die Arbeitnehmer für den Abbau ihrer eigenen Rechte, damit die Shareholder dann alles, was die anderen geleistet und erarbeitet haben unter sich aufteilen können.“

Das ist unsere Gegenwart: die Vertreibung von unseren Höfen. So herrschte Feudalismus, Sozialismus, Faschismus im Dienste des Kapitalismus, der mit seiner Geldmacht gerade die schwachen Demokratien zerdrückt oder gleich ganz aufkauft: wir werden von unserer Lebensgrundlage abgeschnitten – vom freien Zugang zum Warenfluss mittels Geld, besser gesagt: von der Ernte unserer Höfe. Da ist historisch das finstere Mittelalter nicht weit hinter uns – wir sind mitten drin, als Flüchtlinge, die täglich ängstlich auf den Briefkasten schauen, ob dort nicht jene Rechnung kommt, jene Kündigung, jene finanzielle Forderung, die uns endgültig auf die Straße treibt. Ganz ungünstige Voraussetzungen für eine Revolution, momentan können wir nur flüchten vor jenen „Mächten und Gewalten“, die sich gerade zurückholen, was sie dereinst verloren hatte. Deren Macht ist inzwischen so groß, dass sie – um nur ein Beispiel zu nennen – ihre ehedem profitablen Ölbohrplattformen vom Steuerzahler abreißen lassen (siehe Tagesschau) anstatt ihren Müll selbst zu entsorgen.

Und eigentlich … können Sie sogar froh sein, wenn Sie ihre drei-Zimmer-Wohlstandsblase in der Innenstadt verlieren, denn genau betrachtet, sind diese Zellen die Motoren der Umweltvernichtung … achten Sie einfach mal drauf, wie viel Müll sie monatlich produzieren. Aktuell hat diese Erkenntnis eine Umweltschützerin zur Aufgabe gebracht, sie hat einen lesenswerten Abschiedsbrief geschrieben, der uns zum Kern unserer persönlichen Existenz im Kapitalismus führt (siehe Umwelt-Watchblog):

„Das, was ich als Ausweg sehe, ist nicht populär. Unser Lebensstil, der nur auf exzessiven Verbrauch aller erreichbaren Güter ausgerichtet ist, muss sich ändern. Wir haben nicht so viel Energie zur Verfügung, wie wir brauchen, um weiterhin alles so zu tun wie wir es derzeit tun. Ein Anfang wäre die umfassende, ehrliche Aufklärung und Information über das, was derzeit geschieht und nicht zukunftsfähig ist.“

Und was gerade geschieht, ist: wir sind alle Teil eines Molochs, der unsere Lebensgrundlage vernichtet. Der Moloch heißt Kapitalismus – und er ist in der Offensive. Also bitte nicht groß wundern, wo die großen Demonstrationen für Frieden und Gerechtigkeit bleiben: wo feindliche Offensiven ihre Opfer durchs Land jagen, ihnen die Höfe nehmen, die Würde, die Freude, die Freiheit (auch die, zwischen konkurrierenden Weltbildern das für sich selbst zu wählen, in dem man sich am wohlsten fühlt), sind erstmal zu wenig Ressourcen für effektiven Widerstand vorhanden. Wir müssen erstmal mit der Erkenntnis leben, dass wir selbst Teil der Offensive des Geldes gegen das Leben sind – etwas, was ich immer merke, wenn ich meinen Plastikmüll herausbringe … und mir bewusst werde, dass ich gerade meinen Teil an der Vernichtung der Lebenswelt meiner Kinder und Urenkel beitrage. Ja – schauen Sie sich mal die Studie über PCB-Belastungen in ihren Wohnungen an: da leben Sie vegan, rauchen nicht, treiben regelmäßig Sport … und kehren jeden Abend in eine krebserregende Gifthölle zurück, der sie gar nicht entkommen können (siehe Stuttgarter Zeitung) – an der aber viele andere gut Geld verdienen.

Schlimm, wenn man über Kapitalismus redet und merkt, dass man auch selbst Teil seiner Offensive „Geld gegen Leben“ ist. Aber – um das nochmal zu erwähnen:

Ein Anfang wäre die umfassende, ehrliche Aufklärung und Information über das, was derzeit geschieht und nicht zukunftsfähig ist.

Und wenigstens daran könnten Sie teilhaben.

 

 

 

Hurra, der Faschismus ist da! Eine Antwort an Jakob Augstein

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Montag, 21.11.2016. Eifel. Das liest jetzt wahrscheinlich kaum jemand. „Faschismus“ – was für ein durchgekautes, langweiliges Thema. So langweilig, dass ja schon davor gewarnt wird. Ja – die Krönung der Blödheit in dieser Hinsicht stammt von der Garde der IT-Schrauber, die versuchen, sich im politischen Urteilen zu üben – und dabei zeigen, wie wichtig doch Geisteswissenschaft ist. Ich habe vergessen, welchen Namen sie ihrem Leitsatz gegeben hatten, er er lautete sinngemäß so: „immer, wenn die Begriffe Hitler oder Faschismus in einem Thread auftauchen, ist dieser zu Ende“. Dieser Satz wird einem dann auch kontinuierlich um die Ohren gehauen, wenn man Paralellen zum Dritten Reich erkennt – obwohl ein kleines Experiment, das jeder selbst durchführen kann, jederzeit belegt, dass dieser Lehrsatz grober Unfug ist: starten Sie doch einfach irgendwo mal einen „Thread“ (also: eine Diskussion im Internet), sagen „Faschismus“ … und schreiben einfach weiter! Sie werden sehen: nichts ist zu Ende.

Nur eine kleine Anekdote, die vor allem eins zeigt: den Siegeszug der Dummheit in der westlichen Gesellschaft. Sicher: „Dummheit“ ist auch so ein großes Wort, ich möchte es jedoch gleich definieren: das fehlende Vermögen, in einem Meer von Informationen vernetzt denken zu können und die Zusammenhänge folgerichtig zu erkennen, ohne sich in endlosen Hypothesenketten zu verlieren. Ja – mit dieser Definition stehe ich auch nicht allein da, aktuell echauffieren sich ja Dutzende von „Wissenschaftlern“ über die dummen Wähler, die einfach nicht das wählen, was man ihnen vorgeschrieben hat. Dabei leben wir doch in einer Demokratie, können einen von zwei Führern selber wählen, da sollte es schon – aus reiner Dankbarkeit über das große Geschenk der Wahlmöglichkeit – der richtige Kandidat sein.

Ebenso wichtig ist natürlich die Definition von Faschismus, mit der ich selber lange gerungen habe. Unser aktuelles Faschismusbild ist ja – jedenfalls in Deutschland – fein zurecht gestutzt. Ein Faschist ist ein böser Mensch mit Hakenkreuzarmbinde, alle Faschisten wurden im Rahmen der Nürnberger Prozesse beseitigt (oder vom Mossad erledigt), so dass wir in Ruhe uns in Selbstmitleid suhlen können – Selbstmitleid über die Tatsache, dass wir Deutschen doch ach so gute Bessermenschen sind, das aber wegen dem blöden Dritten Reich nicht ausleben dürfen – jedenfalls nicht so wie früher. Ansonsten … holzen wir immer noch weltweit herum, nach alter, reichsdeutscher Art – so wie Thyssen-Krupp in Afrika, die dort 1000 Menschen umsiedelten und der Mangelernährung preis gaben (siehe Sumos) – und das ist nur einer von 87 deutschen Unternehmen, die im Namen des Profits Menschenrechtsverletzungen im Ausland billigend in Kauf nehmen (siehe Spiegel). Doch wir brauchen gar nicht wieder auf die böse Industrie zu schimpfen – die im aktuellen gewünschten Rahmen gar keine andere Möglichkeiten hat, als Menschenrechte und Umwelt hinten an zu stellen, will sie jene Renditen erwirtschaften müssen, die Sie für Ihre kapitalgedeckte Altersvorsorge brauchen. Es reicht, wenn wir uns anschauen, mit welchem Anspruch sich der Deutsche in der Welt bewegt: Reiseweltmeister sind sie, wie die alten Vandalenhorden, nehmen sich das Recht heraus, jederzeit in alle Länder der Welt einzufallen, dort Betonburgen zu erreichten – gerade an den schönsten Ecken – und massiv in das Leben der einheimischen Bevölkerung einzugreifen und ihnen einen Reichtum vor die Nase zu halten, den diese nie erreichen können: schon eine Form von Sadismus … aber wir nennen das Urlaub, die schönste Zeit im Jahr.

Meine Definition von Faschismus ist einfacher, hat wenig zu tun mit Hakenkreuzen und Konzentrationslagern (sowas braucht man nur, wenn die Pest sich hinreichend weit ausgebreitet hat und sich ihrer Macht völlig sicher ist), sondern mit der Stellung des Menschen in der Gesellschaft: überall dort, wo Betriebswirtschaft über Menschenrechte und Menschlichkeit dominiert, hat der Faschismus den Geist der Mächtigen schon verseucht, es ist immer nur noch ein kleiner Schritt bis zu dem logischen Ende, dass man sich die Minderleister, die Ballastexistenzen, die „Juden, Polen und Russen“ nicht mehr leisten kann, weil sie nachhaltig Rendite schmälern. Meine Definition von Faschismus ist nachhaltig beeinflusst von den Werken von Götz Aly, der darlegte, dass die Wurzeln des faschistischen Imperialismus schon in den zwanziger Jahren von deutschen Unternehmern definiert und dann letztlich von den „Nazis“ nur noch ausgeführt wurden – die komplette Umgestaltung Europas zu einem von Deutschland dominiertem, einheitlichen Wirtschaftsraum; schon damals wurde angedacht, Südosteuropa (also: unter anderem Griechenland) gigantischen, unmenschlichen Umstrukturierungsmaßnahmen zu unterwerfen – was dann später dank der Wehrmacht möglich war und durchgezogen wurde … und heute – Überraschung – politische Realität in Europa ist.

Nun – wer bin ich schon, dass ich mir erlauben darf, eine eigene Definition von Faschismus zu entwerfen? Nun – nicht mehr als ein akademisch ausgebildetes Arbeiterkind, das mangels Antworten auf die Frage nach dem Kern faschistischen Denkens ganz auf sich selbst zurückgeworfen wurde, weil von „der Wissenschaft“ nur unzureichende Antworten kamen – von Götz Aly mal abgesehen. Berücksichtigt man jedoch seine Forschungsergebnisse, so wird schnell klar: Deutschland unter Merkel ist schon längst wieder da, wo es 1938 war – ein mächtiger Staat, der – nach aktuellen, noch nicht verifizierten Meldungen sogar die USA als Weltpolizei ersetzen will und dafür seinen Rüstungsetat massiv erhöht … trotz grassierender Armut im Land. Wir entwickeln uns mit atemberaubender Geschwindigkeit zu einer Kopie des Dritten Reiches (allerdings deutlich judenfreundlicher, wir haben bei der Definition der Untermenschenmenge deutlich dazu gelernt, sind da sehr tolerant geworden und kaum noch rassistisch … wenn man mal davon absieht, dass schon die Mär durchs Land zog, dass „Leistungsträger“ besondere, vererbbare Gene haben).

Umso mehr freut es natürlich, wenn aus den Reihen der Mächtigen dieses Landes Stimmen laut werden, die genau das endlich mal laut aussprechen, was Millionen Verfolgte in diesem Land Tag für Tag am eigenen Leib erleben: der Faschismus ist wieder da! Man möchte Hurra schreien – denn um ihn zu bekämpfen, muss man ihn erst mal erkennen … sonst gelingt es nie, seine Machtbasis zu beschreiben und zu zerschlagen.

Jakob Augstein ist es, Mitbesitzer der „Bildzeitung für Abiturienten“ (so nennt Volker Pispers das degenerierte Schmierblatt), der jetzt den großen Schritt gewagt hat (siehe Spiegel):

„Ein Gespenst geht um in Europa.“ Es ist lange her, dass Marx das geschrieben hat: „Das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet.“ Heute taugt der Kommunismus nicht mal zum Gespenst. Aber ein anderer Wiedergänger aus der Gruft der Geschichte ist zurück – noch nennt man ihn nicht beim Namen, aber schon macht er nicht nur Europa unsicher, sondern die ganze Welt, und für einen Kampf gegen ihn mag es bereits zu spät sein: der Faschismus.

Man möchte ja stehend Applaus spenden für diese mutigen Worte – auch wenn man ihnen Recht geben muss. Der Faschismus kam über Nacht in Deutschland an die Macht – aus einer Ecke, von der man es nie erwartet hätte: rot-grün hat ihn mit einigen wenigen entscheidenden Schlägen zurück an die Macht gebracht – inklusive des ersten Bombereinsatzes von deutschen Streitkräften im Ausland seit 1945. Es waren ein paar Maßnahmen, die dazu führten, dass das Volk in höherwertige und minderwertige Menschen aufgeteilt wurde – und dass nur noch ein Maßstab für die Erteilung des Lebensberechtigungsscheins zählte: die Rendite, die man durch eigene Arbeit für die „Leistungsträger“ erbrachte, die fortan mit deutlich geringerem Steuersatz leben durften, gleichzeitig wurde auch die Vermögenssteuer abgeschafft. Wie sonst sollte der Reiche reich werden, wenn man ihn nicht reich beschenkt und gleichzeitig die Hedgefonds ins Land läßt, die Arbeits- und Lebensqualität vernichten, aber für „Anleger“ enorme Gewinne abgreifen?

Leider sieht der Herr Augstein den unaufhaltsamen Aufstieg des Faschismus anderswo: kurzerhand erklärt er alle „rechts gerichteten“ Bewegungen in Europa und den USA als „Faschisten“ – obwohl sie ja erst als Gegenreaktion auf die neoliberale Neuordnung der Gesellschaft entstanden, als Gegenreaktion auf die Entmündigung der Bürger, die Irrationalität der Politik (für Mussolini DAS entscheidende Kriterium für Faschismus) und der fortlaufenden Kriegstreiberei. Ja – nicht Le Pen bombadiert Syrien, Trump schickt keine Morddrohnen durch die Welt, die AfD verlegt keine Truppen in Steinwurfweite an die russische Grenze – und niemand von denen verdient fürstlich am Leid des griechischen Volkes, dem wir Geld für 5 Prozent leihen, das wir von der Zentralbank der EU umsonst bekommen.

Doch schauen wir mal hin, was Herr Augstein genau meint. Immerhin ist er ein gebildeter Intellektueller – und oft der einzige, der noch ein wenig „links“ tut, während der Rest der Partei- und Millionärsmedien eine geschlossene ultrarechte Front aufgebaut hat (…nach meiner Definition).

Der Hass auf das Fremde, die Furcht vor Veränderung, die Erniedrigung von Frauen, die Verachtung der Schwachen, die Verherrlichung der Starken, die Wut auf die Eliten, die man angeblich hinwegfegen will, denen man sich aber in Wahrheit andient – all das ist Faschismus, die Drohung nach Washington, nach Brüssel, nach Berlin, den Sumpf trocken zu legen

Hass auf das Fremde?

Hmm … vielleicht auf jene Mitbürger, die das „Karibik-Modell“ dem Modell „Baumwollsklave“ vorziehen, lieber leicht bekleidet (Unterhemd) mit leichten Rauschmitteln versehen (Bier) auf weichem Sande (Couch) dem Rauschen der Meeresbrandung lauschen (…den Bilderfluten des TV), anstatt in einengender Fremdkleidung (Anzug, Krawatte) in häßlicher Umgebung (Großraumbüro) und schädlicher Umwelt (Lärm und Gifte) unter harten Drogen (Kokain) ihr Leben für die Rendite des Plantagenbesitzers (Anleger) geben? Muss ich die seit Jahrzehnten laufende Hasswelle der Bezahlmedien noch mit mehr Beispielen unterlegen? Ach – einfach mal selbst „Florida-Rolf“ googeln … da weiß man, was man hat. Oder aktuell einen CSU-Werbespot schauen, der Erwerbslose pauschal als „Hartz IV-Schmarotzer“ bezeichnet (siehe z.B. Erwerbslosenforum) und so die Vorstufe zu ihrer logischen, alternativlosen Massenvernichtung erreicht.

Furcht vor Veränderung?

Bis 2030 verdoppelt sich das Passagieraufkommen des jetzt schon überfüllten Luftraumes, jährlich haben wir 500000 Kilometer Stau auf deutschen Autobahnen (siehe Zeit), unsere Sklavenmotto „höher, weiter, schneller“ frisst die Arbeitnehmer auf, „Führen mir Zielen“ definiert jedes Quartal neue zu erreichende Steigerungen, schneller den Kranken das Essen bringen, flotter die Alten versorgen, immer früher immer mehr Bildung in kleine, noch im Wachstum begriffende Kinderhirne pressen, während immer mehr Geld zu einer kleinen Kaste ewig reicher Menschen fließt, das wir für Veränderung dringend bräuchten; wir wissen, dass wir für unseren Lebensstil mehrere Planeten bräuchten … und ändert sich etwas? Irgendwo, irgendwie – außer lautem Trompetenschall aus den Reihen der Höflingsmedien? Wir wissen von grassierender Rentenarmut, untragbaren (und völlig unnötigen) Kosten unseres Medizinmolochs, von der tödlichen Wirkung unserer stetig steigenden Waffenexporte (mit deren Hilfe viele ihr Eigenheim abbezahlen), von der Schädlichkeit und Nutzlosigkeit unseres veralteten Bildungssystems, von unserer maroden Infrastruktur und von der Vernichtung der Gemeinden, wenn sie der Schuldenbremse unterworfen werden – die wenigen immer reicheren Menschen klinken sich halt aus der Finanzierung von Gemeinschaftsausgaben immer weiter aus, während immer mehr Eigenheimbesitzer durch gigantische „Beiträge zur Straßensanierung“ in den Bankrott getrieben werden: und ruft da irgendwer zur Veränderung auf? Zu einer Neugestaltung der Gesellschaft – im Sinne eines demokratischen Sozialismus? Ich spüre schon jetzt, wie 99 Prozent der Deutschen allein schon bei dem Begriff zusammen zucken und sich ängstlich umschauen – dabei sind 90 Prozent der Deutschen auf der Verliererseite … was die Verteilung von Ressourcen (Geld!) angeht, während 10 Prozent automatisch mit Billionen überschüttet werden.

Erniedrigung der Frauen?

Sicher: die Medientrompeten versorgen uns hier regelmäßig mit Wunschbildern … doch hundertfach schägt die Realität zurück, wenn wir allein in die „Werbung“ schauen, wo Frauen vor allem eine Rolle haben: Objekt für den Mann zu sein, Mittel zum Zwecke der Konsumsteigerung. Nur selten ausgesprochen, aber immer im Bewusstsein von „Frau“ vorhanden: man muss „fickbar“ bleiben (siehe Wienerin.at). Sie müssen sich auch billiger auf dem Sklavenmarkt verkaufen (siehe Zeit) und sich mit kleineren Autos zufrieden geben – googeln Sie einfach mal den Begriff „klassisches Frauenauto“, Sie werden sehen, was ich meine. Davon, dass Männer immer noch erwarten, dass sich jedes Jahr hunderttausende von Frauen für die Befriedigung ihrer Triebe gegen Geld bereithalten, wollen wir gar nicht erst reden, es reicht schon, wenn man erkennt, welche Rolle Frauen (von ein paar Alibi-Frauen mal abgesehen, die man besonders hoch hält) in Werbung und Spielfilm haben: das brave, optisch perfekte Beistellweibchen, das sofort Norm wird für alle die Frauen, die man – aufgrund „optischer Mängel“ – niemals im Fernsehen sehen würde.

Die Verachtung der Schwachen?

Ja – da sind wir wieder bei Florida Rolf und jenen 14 Millionen Menschen, die schon mal verhartzt wurden: die „Fremden“, die, die nicht in die feine, reiche Großstadtgesellschaft passen und sich weigern, für den Kaviar des Chefredakteurs für drei Euro die Stunde zu arbeiten. Wie gehen wir um mit unseren Schwachen – von den Finanzschwachen mal abgesehen? Wie mit unseren Kindern – im kinderfeindlichsten Land Europas? Mit unseren Alten – die wir nicht schnell genug ins Heim stecken können, so wie wir auch unsere Kranken gerne aus der Gesellschaft ausgliedern und sie in möglichst großen Häusern lagern? Den Obdachlosen, die ihre Körper für Wärme, eine Dusche und eine kleine Mahlzeit verkaufen müssen, wenn sie nicht erfrieren wollen, den Kindern, die immer früher in die Fänge einer schlecht ausgebildeten Massenkinderhaltung kommen, dort auf Höchstleistung getrimmt werden, um ganz sicher mit Anfang vierzig völlig ausgebrannt zu sein – während sie in unzähligen Gratispraktika fleißig Personalkosten sparen halfen? Jene Kinder, die wir in einem völlig veralteten, hochselektiven Schulsystem aus der Kaiserzeit festhalten, in maroden Gebäuden unterrichten von Lehrern, die oft kaum über die menschliche Qualifikation von Henkern hinauskommen. Wer Verachtung von Schwachen in der Gegenwart nachspüren möchte, googele einfach mal den Begriff „sozial schwach“, der an sich schon eine faschistoide Monstrosität ist: wer arm an Geld ist, kann ohne weiteres Mutter Theresa, Albert Schweitzer oder Martin Luther King sein; wirklich sozial schwach ist da eher unsere „Elite“.

Die Verherrlichung der Starken?

Nun – nichts leichter zu beweisen als das – einfach mal schauen, wer als Gegenpol für die Verachtung der Schwachen herausgearbeitet wird: all´ jene, die auf großem Fuße auf Kosten anderer leben, werden angepriesen als seien sie Moses selbst, der mit coolen Anlageoptionen vom Berge herab steigt. Wer Millionen oder gar Milliarden sein eigen nennt, ist gut – egal wie der das Geld gemacht hat. Fussballspieler, die nur aufgrund von seltsamen Verträgen mehr Geld bekommen, als eine Krankenschwester jemals in ihrem Leben verdienen könnte, Fernsehstars, die in Schlössern wohnen, die selbst die gesamte Belegschaft eines Betriebes nicht finanzieren könnte, Politiker, die sich permanent laufend selbst die Diäten erhöhen und in einem Monat soviel Steuergeld davon tragen wie ein Arbeitsloser in sieben Jahren, Manager, die nichts anderes machen als beständig immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern zu verteilen – zu Löhnen, von denen man in der Großstadt keine Familie ernähren kann: all´ das sind unsere Helden, unsere Träger des Bundesverdientskreuzes und vielfältiger „Preise“, die man unter sich verteilt, um sich noch mehr zu erhöhen. Wer mehr hören will: einfach mal den Begriff „Leistungsträger“ im Sprachgebrauch der aktuellen Politik betrachten – schon hat man genug Material.

Die Wut auf die Eliten, die man angeblich hinwegfegen will?

Oh – hier wird es schon kompliziert, denn: auf die echten Eliten dieses Landes ist niemand wütend. „Elite“ stammt von den „auserlesenen“, den „besonderen“, den Menschen, die aus der „Masse“ herausragen, früher nannten wir sie die „Edlen“, für sie wurde dieser Begriff gebildet, der später zum „Adel“ degenierte; mit dem Begriff zollte man jenen Wesen bzw. Seelen Respekt, die sich selbstlos für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit einsetzten, die unablässig die Botschaft der Menschlichkeit predigten und lebten, jene Seelen, die fern der Dogmatik beständig mit einer unfassbaren Wahrheit rangen um weise Urteile zum Wohle aller zu fällen, ohne dass irgendjemand dabei irgendwo herunterfiel: ihnen sollte – so die griechische Philosophie – die Königswürde als Philosophenkönig gereicht werden; wir finden sie heute allerdings nicht im Regierungsamt, sondern in den Altenheimen, Krankenhäusern, in der Obdachlosenbetreuung, der Kinderhilfe und an allen anderen karitativen Orten – oder einfach als Hausfrau in der Familie, während wir aktuell auf „Eliten“ stoßen, die sich sebst so definieren, weil sie wirtschaftliche oder politische Macht haben – als würde ein Charakter dadurch edel werden, dass er sich eine Machtposition erschlichen oder Geld geeerbt hat. Wer hätte nicht das Recht auf „gerechte Wut“ oder zumindest ausufernden Ekel vor jenen „Eliten“? Doch das „Wegfegen“ … ist nicht die Methode der Wahl echter Eliten. Zu unglaubhaft? Wer hat Wut auf unsere Musiker, unsere Denker, unsere Bildhauer, unsere Literaten, Dichter, Maler oder Modeschöpfer, deren elitäre Funktion in der Gesellschaft es ist, das Bewusstsein selbst zu schulen und ständig zu erhöhen? Sehe niemanden, der sie hinwegfegen will, aber genug, die sie durch Geldmacht formen und normen wollen. Oder ist jemand wütend auf Schreiner, Maurer, Dachdecker, Kanalarbeiter, die Müllabfuhr, die Feuerwehr, den Rettungssanitäter, den Elektriker oder den Heizungsmonteur, deren Arbeit garantiert, dass wir überhaupt unsere Art von Zivilisation leben können – und die allein deshalb schon zur Elite gehören?

All das ist Faschismus, sagt Herr Augstein – und ich gebe ihm Recht. Doch jener Faschismus regiert in Washington, Brüssel und Berlin – ganz ohne Trump … und schon zu Zeiten, als der noch pleite war. Und die Reaktion auf diesen Faschismus folgt nach den gleichen Mustern, die wir im Dritten Reich beobachten durften: es bedarf eines starken Mannes, der schnell und entschlossen handeln kann, um den Filz des Faschismus zu beseitigen … nur erfüllt nicht jeder dahergelaufene österreichische Aktmaler die Bedingungen, die so ein starker Mann erfüllen müsste, um erfolgreich zu sein und nicht nur als Marinotte der Erbfaschisten in Wirtschaft und Adel herum zu zappeln. Das ist die logische Konsequenz aus der gestellten Aufgabe: selbst die demokratischen Indianervölker wählten einen Kriegshäuptling, weil der Krieg effektive, kurze und schnelle Kommunikation erfordert, wenn man ihn gewinnen will: das sind Forderungen an Kriegsführung, die wir seit Jahrtausenden kennen – und in der Geschichte regelmäßig beobachten können: es ist die Geschichte König Artus´, der dem Land Frieden brachte, weil der die mächtigen Familien bezwang, die das Land ausbluten ließen.

Leider ist der gerechte König nur ein Traum – wie auch der Philosophenkönig – weil wir inzwischen wissen, dass Macht Menschen defomiert … weshalb wir unsere selbsternannte Elite ja nicht „hinwegfegen“ wollen … sondern nur therapieren und auf ein menschliches Maß zurückführen, ein Maß mit deutlich mäßigerem Verbrauch als jetzt. Und deshalb … kann ich Herrn Augstein auch nur Recht geben: der Faschismus ist nicht mehr aufzuhalten, denn die „Eliten“ werden uns schnell einen „Kriegshäuptling“ präsentieren, der verführerisch die alten Versprechungen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit wahr zu machen verspricht – uns aber nur schneller in den Untergang führen wird. Die Zeit ist reif für einen neuen „Führer“ – am besten natürlich einen „Milliardär“ – der allein aufgrund seiner Finanzmacht Stärke demonstriert und verspricht, alles wieder „heil“ zu machen – doch letztlich wird man nur wieder sehen, dass er sich versprochen hat bei seinen Versprechungen.

Was helfen würde?

Ein neuer Gandhi. Kenne persönlich Abiturienten, die noch nie von ihm gehört haben. Jemand, der sexuelle Energie in spirituelle umwandelt, um sich ganz politischer Arbeit widmen zu können, ohne von der Macht korrumpiert zu werden.

Undenkbar?

Es gibt genug davon. Einem jener wahrhaft Edlen habe ich persönlich mehrmals erleben dürfen: Eugen Drewermann. Andere finde ich im Alltag zu Dutzenden, gleich hier im Dorf – in all jenen Berufsgruppen, die im Parlament kaum auftauchen. Auf Facebook – jenem „Hassmedium“ – fand ich schon hunderte von ihnen, viele davon gehörten zur „Kaste der Unberührbaren“, den Hartz IV-abhängigen, die – gestählt durch Not – ein erstaunlich hohes, unkorrumpierbares ethisches Niveau erreicht haben.

Denkbar – wäre es schon. Nur: in der Flut der medialen Dauerbeschallung, die rund um die Uhr Dummheit als höchstes Gut predigt und absoluten Gehorsam gegenüber den „Intellektuellen-Idioten“ (hierzu siehe NZZ) als erste Bürgerpflicht bewirbt, werden sie keine Chance haben, Mehrheiten zu bilden – obwohl die Mehrheiten durch sie gewinnen würden: exakt jene 99 Prozent, denen der herrschende Faschismus gerade das Leben stiehlt (…ja, da sind auch 9 Prozent jener Funktionselite drunter, die kaum noch Leben haben, weil sie perfekt im Dienste ihrer Herren funktionieren müssen, um dabei bleiben zu können).

Doch lieber – werden wir Faschismus in neuer Gestalt und Form erleben, einen Faschismus, der schon jetzt millionenfach Leben stiehlt – hier und heute in Deutschland – und den Tod in kleinen Raten bringt: als Tod der Hoffnung, Tod der Menschenwürde, Tod der Gestaltungsfreiheit, Tod der Freude, der Güte und der Lebenslust, Tod der Gesundheit, der Gleichheit, der Brüderlichkeit, der Reisefreiheit, der Menschenliebe, der Sicherheit und Geborgenheit.

Habe ich da noch was vergessen?

Theologen wie Drewermann haben da einen deutlichen Vorteil, dies erkennen zu können: der Todesbegriff des alten Testamentes ist differenzierter als unsere moderne Definition – er kennt „Todesnähe“ als alarmierende Vorform des echten Todes in vielfältiger Gestalt in Form von Mangel jeder Art … und unser modernes Leben ist voll davon. Wir wissen das alle – und fliehen deshalb im Urlaub in Scharen aus dem Totenland, dorthin, wo noch mehr echtes Leben ist.

Oder irre ich da?

 

 

 

 

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