Familie

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Sensation: Bundespräsident ruft zur Revolution auf! Bin dabei!


Mittwoch, 27.12.2017. Eifel. Na, haben Sie „die Tage“ gut überstanden? Ohne Krach in der Familie? Ist doch immer wieder schön, wenn die Familie mal zusammensitzt, lauter gestörte Gestalten, die sich gegenseitig beweisen wollen, dass sie die Größten sind, die „Winner“, die sich den dicksten Batzen vom Leben abgeschnitten haben: das dickste Auto, das größte Haus, die tollste Frau und die allerallerallerbesten Kinder der Welt, die eine Wochen lang auf diesen Moment hintrainiert wurden, um ja nicht aufzufallen, wenn sie Oma das von Papa selbst geschriebene Gedicht vortragen. Oft ist es ja dann gerade so wie im Urlaub: sobald die eingespielte Routine erstmal durcheinander ist, man nicht lang eingeübte eheliche Schauspiele vorführen kann sondern spontan reagieren muss, steht schnell der größte Streit im Raum, weil man merkt, wie man sein Leben für andere versaut hat. Keine schöne Erfahrung, ich weiß. Aber wir machen sie ja auch im größeren, weiteren Bereich: in ganz Deutschland.

Auch hier ist Routine das Wichtigste, um die Menschen ruhig zu halten: jedes Jahr eine Weihnachtsansprache, alle vier Jahre Wahlen, dazwischen täglich Talkshows, damit jeder in der Routine läuft. Da wird rung um die Uhr für alle gesorgt … um der Leere zu entgehen. In der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten findet man wasdavon, als er von seinen Reisen erzählte (siehe Bundespräsident):

Aber ich habe auch Menschen kennengelernt, die nicht hinnehmen, dass Leere sich breitmacht, – Menschen, die diese Stille wieder mit Leben füllen. Ich denke – stellvertretend für andere – an einen kleinen Ort in Sachsen. Vielen, vor allem jungen Leuten, war es viel zu still geworden. Es sind Leute, die ihre Heimat als einen Ort erhalten, der Gründe gibt, zu bleiben, vielleicht sogar dorthin zurückzukehren. Dort haben mich Bürgerinnen und Bürger und auch ihr Bürgermeister tief beeindruckt.

Wunder wirken können die Menschen auch dort nicht. Das Geld fehlt, wo es andernorts auch fehlt. Aber das hat sie nicht aufgehalten: Deshalb gibt es dort jetzt wieder ein von Freiwilligen betriebenes Café und Treffpunkt dort im Zentrum, ein kleines, als Bürgerinitiative gegründetes Kino, einen von Nachbarn gebauten Spielplatz und Häuser, für die die Gemeinde Sorge trägt, die sie vor dem Verfall schützt und für junge Familien wieder herrichtet.

Ja, diese Dörfer gefallen mir auch. Die Lebendigkeit, die dort herrscht, die Solidarität, die Menschlichkeit – in der Tat sind es nur diese menschlichen Werte, die sozialen Einstellungen, die uns als Menschheit und Nachbarn nach dem nächsten großen Crash (der ein Supercrash werden wird, was eigentlich schon jeder weiß – nur möchte ich hier mit vielen Zitaten nicht die besinnliche Stimmung der Rauhnächte zerstören – und bald ist ja auch die Routine wieder da, die uns vor solch´ schrecklichem Wissen schützt) helfen kann zu überleben, und in der Tat läge in der Dezentralisierung unseres Gemeinwesens eine sehr große Chance: was könnten wir uns viele aufgeblasene Schmarotzer mit Millionengagen sparen, die momentan die Systemverwaltung überfluten. In so einem Dorf gäbe es auch keine Arbeitslosigkeit, es gibt ja immer was zu tun – und oft ist die Stimmung besser als in der Firma … aber nicht viel. Auch Einsamkeit wäre dort nicht zu finden … jene innere Leere, die viele dieser Tage so bedrängt.

Am besten sind diese Dörfer, wenn sie von Frauen geführt werden (was wir ein andermal auführlicher besprechen müssen). Ja, ich weiß, das ist eine steile These – und doch darf man den Verdacht haben, dass sie was hergibt, oder? Frauen reden mehr, reden viel – und oft kommt uns Männern das so vor, als sei das ohne Inhalt – weit gefehlt. Ein Kommunikationsforscher sagte mir mal, das hätte die Evolution so eingerichtet: durch die dichte Kommunikation von Frauen werden Stimmungen abgeschätzt und ausgeglichen, um den Frieden im Dorf zu wahren – während Männer eher zielgerichtet kommunizieren: „Noch´n Bier?“ – „Jau“ – „Prost“. Nun – in den Rauhnächten sollte man solche Themen nicht vertiefen, viele Ehepaare haben in der Zeit Urlaub, begegnen sich seit Jahren wieder das erste Mal und … erschrecken sich, da wollen wir nicht noch mehr Zündstoff bereit legen.

Ja – der Megacrash kommt – und der Bundespräsident ist wenigstens so fair, es allen zu sagen: in Zukunft gibt es noch weniger vom Staat, in Zukunft wird man noch mehr selbst machen müssen! Ich weiß jetzt nicht, wer ihm die Rede geschrieben und ihm das so untergejubelt hat – gedacht war es wahrscheinlich für all´ diejenigen, die ehrenamtlich umsonst enorm viel leisten … und ohne die unser ganzes System schon längst zusammengebrochen wäre. Ja – wenn ich manchmal sehe, wie leer der Bundestag ist, wenn entscheidende Gesetze beschlossen werden … dann schäme ich mich für den Arbeitsethos unserer Elite, einen Arbeitsethos, den sich keine Krankenpflegerin, kein Altenpfleger, kein Polizist und kein Feuerwehrmann jemals leisten könnte: nicht da zu sein, wenn es mal ganz wichtig und dringend wird.

Ein Beispiel habe ich dafür, es stammt von der Plattform Correktiv (siehe Correctiv):

„Im Juni 2013, mitten in der Nacht, sitzen noch knapp 25 Abgeordnete im Bundestag. Um 00:25 Uhr ruft Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald zur „Schlussabstimmung“ auf: „Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf zustimmen wollen, sich zu erheben.“ Er schaut kurz in den Saal. „Das sind wieder alle Fraktionen des Hauses“, sagt er. „Der Gesetzentwurf ist somit angenommen.“ Genauer: Paragraph 96 Absatz 4 der Bundeshaushaltsordnung.“

25 Leutchen waren noch da. Wo waren die anderen? Das Gesetz war ultrawichtig – und wäre eine sehr gute Gelegenheit für jede Opposition gewesen, mal „Nein“ zu sagen. Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Bundesrepublik, die heute nur noch „Deutschland“ heißt.

„Was der Bundestag da beschlossen hat, und wie es zustande kam, hält der Jurist Friedrich Schoch für „verfassungswidrig“. Ein Sondergesetz, das Transparenz beim Rechnungshof verhindert. Bürger sollen nicht sehen, wie die Politik ihr Geld verschwendet.“

Wie schön wäre es gewesen, wenn der Bundespräsident auch mal erwähnt hätte, warum überall kein Geld mehr da ist – in einem Land, in dem die Vermögen ins unendliche Wachsen, begleitet von einer Armut, die nur noch erbärmlich zu nennen ist: das Geld wird in großem Umfang vergeudet und verschwendet – und unsere Abgeordneten sorgten in einer Nacht- und Nebelaktion dafür, dass dies auch für immer und ewig in Zukunft geheim bleiben wird! Schon erstaunlich, dass dies nicht im großen Umfang von den Medien aufgegriffen wurde – ebenso erstaunlich, dass es gar keinen Widerspruch gab. Ob die sich wohl in ihren Netzwerken abgesprochen haben, dass wirklich auch zu dieser späten Stunde von jeder Fraktion einer da war?

Nein – das ist wäre ja eine finstere Verschwörung … und was wir seit dem 11.9.2001 gelernt haben, was in breiter Front auf allen Kanälen hinausposaunt wird, ist ja die Botschaft, dass es nirgends Verschwörungen gibt, alle reichen und mächtigen Menschen sind edel, hilfreich und gut, kennen sich persönlich gar nicht untereinander – auch nicht, wenn sie sich auf Events wie den Bilderbergerkonferenzen treffen, wo sie Dinge besprechen, die uns Bürger nichts angehen, weil wir eh´ zu blöd sind sie zu verstehen. Und wer das Gegenteil behauptet, ist ein sadistischer, hundsgemeiner, manisch-schizophrener  gewalttätiger und asozialer Verschwörungstheoretiker – wie alle aus der Friedensbewegung. Ja – so weit hat der Krieg der Worte uns schon gebracht, dass wir das widerspruchslos hinnehmen: die Umwertung aller Werte der demokratischen Zivilgesellschaft zeigt, dass wir diesen Krieg weitgehend verloren haben, ja, in unserer Routine haben wir gar nicht gemerkt, dass dieser Krieg stattfindet: zu sehr waren wir damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass wir niemals irgendwo irgendwem unangenehm auffallen – schon gar nicht dem Arbeitsverwerter.

Ach – jetzt sind wir schon wieder bei der großen Politik gelandet – und das zu Weihnachten. In den stillen Tagen, wo doch viele sagen: nein, zu dieser Zeit keine Politik. Die Zeit soll rein und heilig bleiben – da stimmen sicher alle zu, oder? Das im Umkehrschluss Politik im Alltag als schmutzig und teuflisch empfunden wird … darüber muss man dann später mal reden – wozu die Routine dann aber keine Zeit mehr läßt.

Widmen wir uns lieber der Rede des Bundespräsidenten. Sie ist ja geradezu revolutionär. Ertragen Sie noch eine Portion davon? Ich glaube, es lohnt sich:

„Wir sind den Verhältnissen nicht ausgeliefert. Zukunft ist kein Schicksal! Wir können im Großen wie im Kleinen Ohnmacht und Entfremdung überwinden, wenn wir gemeinsam etwas tun, wenn wir nicht nur nach Verantwortung anderer schauen, sondern auch die eigene erkennen. Verantwortung übernehmen, auch für andere, wie Millionen Freiwillige es in Deutschland tun, gibt uns auch das Gefühl, zuhause zu sein in diesem Land. Und dafür bin ich allen sehr, sehr dankbar.“

Schöne Worte, oder? Ob er auch an die fünfhundert Millionen unbezahlte Überstunden (siehe ZDF) gedacht hat, die der deutsche Arbeitsleister („Arbeitnehmer“ ist ein Kampfbegriff für Klassenkämpfer, sowas mag ich in besinnlichen Zeiten nicht zu verwenden) umsonst den deutschen Arbeitsverwertern zur Verfügung stellt, damit deren Bilanzen schöner aussehen? Wieviel Vollzeitarbeitsplätze werden da eigentlich durch die Sklavenmentalität der hoch geadelten „Mehrleister“ vernichtet? Hat denen schon mal jemand gesagt, dass der Orden „Held der Arbeit“ nicht mehr verliehen wird?

Die vernichten im Übrigen nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch ihre Familien … und gerade deshalb sind die Weihnachtstage so gefährlich für diese Mikrosystem: dort ist die Gefahr groß, dass man der Wahrheit ins Auge schauen muss, dass man erkennen muss, dass auch die eigene Familie nur noch ein potemkinsches Dorf ist, eine Fassade, aufgebaut, um die Verwandschaft, die Nachbarn und die Arbeitskollegen zu beeindrucken. Weil ja besinnliche Zeit ist, möchte ich dazu mal einen Mönch zu Worte kommen lassen:

„Andere haben eine Familie gegründet und freuen sich an der Liebe zu ihrem Ehepartner und an der Liebe zu ihren Kindern. Doch dann gerät auf einmal die Arbeit so in den Vordergrund, dass die Liebe vernachlässigt wird. Man baut gemeinsam ein Haus. Der Mann denkt, das gemeinsame Bauen des Hauses sei doch ein Ausdruck der Liebe zueinander. Doch vor lauter Bauen hat man keine Zeit mehr für Zärtlichkeit und Liebe. Und man merkt gar nicht, wie die Liebe langsam verdunstet, wie man nur noch nebeneinander herlebt und den liebevollen Austausch verloren hat. Wenn dann die Frau sagt, sie könne so nicht mehr weiterleben, sie spüre die Liebe ihres Mannes nicht mehr, dann fällt der Mann aus allen Wolken“ (siehe: Anselm Grün, Versäume nicht dein Leben, DTV 2014, Seite 141)

Na – erkennen Sie sich wieder? Also: ich kenne einige Familien, in denen es genau so abgeht, in denen dann die Frauen den Männern die Hölle auf Erden bereiten, weil sie sie – ohne es genau benennen zu können – für den Tod der Liebe verantwortlich machen – und dafür, dass man gemeinsam sein ganzes Leben weggeworfen hat, damit die Arbeitsverwerter noch mehr Benzin, Schampus und Kaviar verbrauchen können.

Sklavenmentalität? Habe ich wirklich Sklavenmentalität gesagt?

Mit mir muss was nicht stimmen.

Liegt wahrscheinlich daran, dass ich mir gerade Gedanken über Prostitution machen soll – der Wunsch eines guten Freundes von mir, zu dem Thema nochmal Stellung zu beziehen – und dass ich mir Gedanken machen soll über alternative Beziehungsstrukturen, wie sie in anderen Kulturen üblich ist. Riesenweite Themen – die allerdings eng verflochten sind mit den Themen unseres Bundespräsidenten. Nun gut, der redet jetzt nicht gerade über Prostitution und matriarchale Gesellschaften – aber darüber, dass wir selbst mal Verantwortung übernehmen müssen. „Wir sind den Verhältnissen nicht ausgeliefert – Zukunft ist kein Schicksal“.

Wissen Sie, wo Ihre Ehe herkommt? Also – diese besondere Form von Ehe, die wir so haben? Die haben uns die Industriebarone (also: Arbeitsverwerter) im 19. Jahrhundert aufgedrückt: wenn Mann und Kind den 14-Stunden-Arbeitstag lebendig hinter sich gebracht hatten (was in den Fabriken öfter mal nicht gelang), dann brauchte es jemanden, der ihnen Abends das Essen zubereitete: die devote, immer dienstbare Frau. Ohne sie – und ihre freiwilligen Überstunden – war die Verwertung des Arbeiters nicht so effektiv. Aus der gleichen Zeit stammt auch das Märchen von dem großen, überwältigendem Trieb des Mannes (siehe Süddeutsche) – ein Märchen, dem wir heute alle noch hinterherlaufen, ohne es je zu hinterfragen … als gäbe es keine Mönche, die dieses Märchen Tag für Tag widerlegen.

Nun – im Rahmen der Recherchen über Prostitution (über die ein anderes Mal gesprochen werden muss) traf ich auf eine Prostituierte, die ebenfalls eine steile These in den Raum stellte: „Jeder, der arbeitet, verkauft seinen Körper“ (siehe Zeit). Ja – sich solchen Ansichten zu stellen, gehört zu unserer Verantwortung. Sich bewusst zu werden, warum man so lebt, wie man lebt. Natürlich werden jetzt viele widersprechen und sagen: nein, dass ist nicht so, ich verkaufe nicht meinen Körper! Gut – auch diese Ansicht mag stimmen, ich jedoch sage: Sie verkaufen noch viel mehr – Sie verkaufen Ihre Seele.

Nun – das war nicht immer so: es gab Zeiten, da konnte man schlecht gelaunt ins Büro kommen, lauthals kund tun, wie doof man den Vorarbeiter findet und wie fies die Arbeitsbedingungen … da wäre der Vergleich zwischen Prostitution und Arbeitsleben sicher schwieriger. Doch heute? „Freundlichkeit ist Nebenpflicht aus dem Arbeitsvertrag“ (siehe Anwalt.de). Klar, als Kunde freut man sich über freundliche Mitarbeiter mit einem ins Gesicht gestanzten Dauergrinsen – jedenfalls, wenn man nur an potemkinschen Dörfern interessiert ist. Denkt man anders – bemerkt, dass da Arbeitsleister für die Simulation von Gefühlen bezahlt werden – ist man von Prostitution nicht mehr weit entfernt … und da habe ich noch nicht über die vielen Vorschriften bezüglich Kleidung und Haarschnitt gesprochen, was wir selbstverständlich von unserem Lohn bezahlen.

Nicht mehr weit bis zur „Hurenrepublik Deutschland“, oder? Huch – zu schlimm? Das wir das „Bordell Europas“ geworden sind, finden wir in den Mainstreammedien (siehe z.B. ZDF) – ich formuliere das nur mal kurz um – immer in Gedanken an unseren Bundespräsidenten: „Wir sind den Verhältnissen nicht ausgeliefert – Zukunft ist kein Schicksal“.

Dafür brauchen wir nur ein klares Bild über unsere Wirklichkeit – und kein Konglomerat potemkinscher Dörfer auf allen Ebenen.

Und wie anderes könnte doch Zukunft sein! Geld – ist genug da. Natürlich nicht für den Behördenmoloch – aber wofür brauchen wir den auch? Unsere dezentralen, dörflichen Strukturen können ganz viel Elend auffangen – doch dass wir im Rahmen unserer Selbstverantwortung weder Steuern noch Beiträge zahlen – außer für die Dorfkasse – das erwähnt der Herr Bundespräsident leider nicht. Und doch liegt gerade da der Hund begraben: die Arbeitsleister brauchen keine Arbeitsverwerter – und diese werden erst recht dann schädlich, wenn die Systeme, in denen sich beide befinden, so gigantisch geworden sind, dass kein einziger Mensch sie noch überschauen kann: ein Paradies für Absahner aller Art!

Wissen Sie, dass es mal Zeiten gab, wo eine andere Mentalität vorherrschte? Ein Wappenteller meiner Familie erinnert mich beständig daran: Lever dod üs slav steht darauf. Ein alter friesischer Wahlspruch – und im Prinzip die Voraussetzung für jede Art von Revolution. Wer nur an seinem nackten Leben hängt … wird dadurch erpressbar. Darum wird alle „Esoterik“ erbittert bekämpft: es darf kein „Jenseits“ geben, dass Hoffnung birgt: man müsste fürchten, dass höhere Werte die Menschen leiten, wenn bekannt würde, dass der Tod nicht das Ende ist – und dort kein finsteres „Nichts“ haust.

Ach ja – dieses „Nichts“ – die zentrale Lehre der modernen Welt. Wie wunderbar, dass uns unser Bundespräsident daran erinnert – und es wertschätzt, wenn sich Menschen mutig der sich ausbreitenden „Leere“ entgegenstellen, gerade für junge Menschen ist das lebenswichtig – bevor sie ihr Leben in der gleichen Leere verlieren wie ihre Eltern. Der Bundespräsident berührt hier ein ganz zentrales menschliches und religiöses Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird; „gut“ gegen „böse“, das kriegen wir gerade noch hin, „Satan“ gegen „Gott“ verstehen wir auch noch (wiewohl viele vergessen, das hier nur ein kleiner Sadist und Menschenquäler gegen den großen Boss aufmuckt … und letztendlich verlieren wird, weil er halt nur ein kleiner Teil eines großen … und möglicherweise heilen – Ganzen ist), doch von dem eigentlichen kosmischen Kampf, der nahezu alle Religionen berührt – bis hin zu den ältesten – wissen wir kaum noch etwas: dem Kampf des Lebens gegen die Leere.

Nihilismus – so kann man den Kult nennen, der die moderne Welt im Griff hält (und im Kern ein Kult von Götzenanbetern darstellt, die „das Nichts“ verehren) – und alle dazu bringt, wenigstens an einem schönen Schein zu arbeiten anstatt an einem beglückenden Sein. Und diese „Leere“, die sich immer weiter in unserem Leben – im eigenen kleinen Leben wie im großen Ganzen – ausbreitet, steht in der Tat für den finstersten Feind der ganzen Schöpfung … für ein jahrtausendealtes Gedankenkonstrukt, das auf der einen Seite das Leben sieht (zu dem auch der Satan gehört – obwohl das ein blöder und falscher Name ist), die Fülle und das Glück – und auf der anderen Seite das leere Nichts, das vor der Schöpfung war und auch danach sein wird.

Der eigentliche Kampf der Kulturen ist der Kampf der Fülle des Lebens (und die Bedeutung unseres Gottesbegriffes ist in der Tat „Leben“ – in allen Erscheinungsformen) gegen die unendliche Leere des Universums … also: jener finstersten Abgründe, die schon vor jeder Schöpfung das All ausmachten. Es bedarf keiner großen Worte, um Menschen die Angst vor jener Leere zu lehren: sie ist seit Anbeginn der Zeiten in Mythen und Sagen vielfältig beschrieben, die ganze Bibel fängt damit an (siehe Bibeltext):

„Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“

Wie leicht würde es uns doch fallen, wenn wir uns bei jeder Entscheidung an jenem Bild orientieren könnten, jedesmal die Frage stellen: verbessert das das Leben … oder vergrößert es die Wüste in uns und um uns (Wüste … als Sinnbild für die Leere, das Nichts, das wir mit unseren Gedanken und Sinnen gar nicht begreifen können).

Das wäre schon mal ein Anfang.

Denken Sie einfach täglich an die Worte unseres Bundespräsidenten: „Wir sind den Verhältnissen nicht ausgeliefert – Zukunft ist kein Schicksal“.

Also: Schluss mit „das ist alternativlos„!

In diesem Sinne: fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch in jenes neue Jahr, in dem wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen – und die Wüste wieder begrünen.

 

 

 

Der Kapitalismus und seine Roll-Back-Offensive: Geld gegen Leben

Montag, 6.3.2017. Eifel. Ich würde heute gerne mal über die Gegenwart reden. Eine Gegenwart, von der ich meine, dass sie nicht vollständig begriffen wurde, beziehungsweise nur unvollständig beschrieben wird. Diese Unvollständigkeit hat natürlich einen Sinn: sie nimmt uns die Kraft zum Handeln, weil unsere Weltbilder mangelhaft – oder eben völlig falsch sind. Es hat alles auch mit Mus zu tun – also mit Brei, aber nicht aus Obst. Sozialismus, Faschismus, Feudalismus, Katholiszimus, Protestantismus, Demokratismus …. nein, den letzteren gibt es gar nicht. Das heißt: es gab ihn lange nicht, weil er keinen Sinn machte. Im Laufe des Niedergangs des demokratischen Gedankens kam auch dieser Begriff auf: abwertend wie die anderen (siehe Duden) als formalistische Übertreibung demokratischer Verfahrensweisen. Macht im ersten Moment wenig Sinn – und scheint somit nur ein Kampfbegriff zu sein, um den demokratischen Begriff zu entwerten, denn: Bürokratismus würde ja die Fehlerstellen demokratischer Systeme schon hinreichend genug beschreiben.

Warum geht es bei dem Mus? Um Herrschaft.

Im Sozialismus herrscht die Arbeiter- und Bauernklasse, unschön für das Lumpenproletariat: jene Sozialschmarotzer gelten als Feind des Sozialismus, Marx beschrieb sie wie folgt (siehe Wikipedia):

„zerrütteten Lebeherren mit zweideutigen Subsistenzmitteln und von zweideutiger Herkunft, verkommene und abenteuerliche Ableger der Bourgeoisie, Vagabunden, entlassene Soldaten, entlassene Zuchthaussträflinge, entlaufene Galeerensklaven, Gauner, Gaukler, Tagediebe, Taschendiebe, Taschenspieler, Spieler, Zuhälter, Bordellhalter, Lastträger, Literaten, Orgeldreher, Lumpensammler, Scherenschleifer, Kesselflicker, Bettler, kurz, die ganze unbestimmte, aufgelöste, hin- und hergeworfene Masse, die die Franzosen ‚la bohème‘ nennen“

Heute wären das: Hartz IV-Empfänger und Niedriglöhner. Menschen, aus denen wahrlich kein Cent mehr herauszupressen ist. Manche … waren nur von den Galeeren geflohen, wurden aber vom Sozialismus gleich als Staatsfeinde angesehen und der Arbeitspflicht unterworfen, um Kapitalerträge zu sichern und zu mehren.

Im Faschismus herrscht die Anbetung der nackten Gewalt, das ungebrochene Recht des Stärkeren über die Schwächeren, die es mit allen Mitteln auszumerzen gilt: wie zum Beispiel die Slawen. Gut – die sind nicht ausgerottet worden wie die Juden, aber auch nur, weil die Faschisten den Krieg haushoch verloren hatten. Sonst wären sie – allein aufgrund ihrer Schwäche, hinreichend Rendite für die Zinserwartungen des Kapitals zu erwirtschaften – auch ausgerottet worden … jedenfalls die Minderleister unter ihnen.

Im Feudalismus herrscht eine auserlesene, von Gott berufene Elite über die Untermenschen, die Kaste der Besitzenden hat sich soweit organisiert, dass sie alle Staatsgewalt im Griff hat und sich ihren Reichtum direkt von den Feldern ihrer Bauern holen kann. Im Katholiszismus – mit dem Feudalismus damals personell eng verbunden – herrscht Gottes Sohn als Papst persönlich. Der Feind sind all´ jene, die keine Kirchensteuer entrichten: die Ungläubigen. Sie werden gerne von den Höfen gejagt.

Und der Kapitalismus? Nun … wie wir jetzt bemerkt haben könnten, steht er als treibende Kraft hinter allem, ist eine eigenständige Regierungsform, die nur als solche nicht ausdrücklich behandelt wird. Ja: gruselig, oder? Die ganzen Mus-Bewegungen der letzten Jahrhunderte hatten alle einen gemeinsamen Meister, einen einzigen Herren, der erst sehr spät – nach der französischen Revolution – offen zu Tage getreten ist und heute die ganze Welt beherrscht – wobei ihm egal ist, welche Religion oder welchen politischen Glauben seine ausführende Dienstklasse hat. Schlimm am Kapitalismus: hier unterwirft sich die Menschheit dem Unmenschlichen, dem Geld (bzw. dem größten Geldhaufen), Geldwerte übertrumpfen Menschenrechte, ein künstlich geschaffenes Ding (Geld) übernimmt die Herrschaft über die Menschheit – und die Menschheit beugt sich. Ein Skandal für die „Aufklärung“ seit den Zeiten der griechischen Philosophie: die Götter, die wir abgeschafft haben, sind wieder zurück: die dunklen, bösen, nutzlosen Idiotengötter, die den finstersten Abgründen des menschlichen Geistes entsprangen.

Hört sich schaurig an, oder?

Ist aber wahr. Ich wage auch die Vermutung – wobei ich ein durchaus positives Menschenbild offenbare – dass Auschwitz ohne Kapitalismus gar nicht denkbar wäre: es braucht schon eine unmenschliche Kraft, die als Herrscher anerkannt wird, um solche kalten Orgien der Massenvernichtung durchzuziehen. Und wer sich in den Werken des Historikers Götz Aly mit der Genese der Massenvernichtung im Nationalsozialismus beschäftigt, wird merken, das Kapitalrendite das zentrale, alternativlose Argument für die Massenvernichtung unwerten Lebens war, die natürlich nicht nur die Juden betraf (treue Diener eines Gottes, der – auf dieser Interpretationsebene – der natürliche Feind des Moloch „Geld“ war, weil er Menschen seiner Herrschaft entriss – und zudem offen forderte, dass es keine anderen Götter neben ihm gab; erst recht kein Goldenes Kalb, um das man den ganzen Tag orgiastisch tanzte), sondern alle, deren Arbeit nicht genug Rendite abwarf – mögen sie auch noch so blond, blauäugig und superarisch gewesen sein: wer nicht schuftet bis zum Untergang, ist wertlos. Kennen Sie vielleicht aktuell aus Ihrer Firma.

Merken Sie langsam, wie es Ihnen kalt den Rücken herunterläuft? Nun – zurecht. Wir hatten Revolutionen, Umstürze, Staatsneugründungen, doch eins blieb über 600 Jahre stabil: die reichen Familien Hierzu gibt es eine Studie aus Florenz (siehe Welt), die Rückschlüsse auf die Verhältnisse in anderen Ländern zuläßt. Mammon hat alle geschichtlichen Turbulenzen unbeschadet überstanden, auch wenn der Reichsgraf mancherorts Politikkommissar oder Gauleiter hieß. Und diese Familien planen langfristig, über Generationen hinweg, wobei Heirat eines der zentralen Mittel der Machtvernetzung ist. Gut: 1789 gab es einen kleinen Rückschlag, 1917 auch, ebenso 1949. Aber Rückschläge spornen die Hohepriester des Mammon ja nur an – und das ist, was wir gerade erleben: die Operation Rollback der Kapitalfürsten, die all die vielen Erfolge wieder zurückdrängen will zugunsten eines Systems, in denen ihre Gefolgsleute die politische Macht ausüben … eine Macht, die sie selber gar nicht haben wollen, weil ihnen jede Form von Arbeit, die nicht auf Partys, Bällen und Empfängen erledigt werden kann zuwieder ist.

Ich weiß: schon wieder viele Worte gemacht. Doch bleiben Sie am Ball, denn jetzt: geht es um Sie. Es geht um die flächendeckende Vernichtung von „Familie“ als solche – ein erster Vorbote der kommenden Vernichtungsorgien, ohne die der Kapitalismus letztlich nicht seine Wachstumsraten erzielen kann. Nein – das sind jetzt keine Geheimnisse von Verschwörungstheoretikern, das sind Fakten, die man bei der Bundeszentrale für politische Bildung findet:

„Die Familienpolitik will die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Klingt gut. Doch der Politik geht es nicht um die Familien, sondern um die Wirtschaft, findet der Journalist Rainer Stadler. Die Politik versuche die Familien den Bedingungen des Arbeitsmarktes anzupassen – mit der Folge ganztagsbetreuter Kinder. Das gilt vielen als alternativlos – Kritik daran, gilt rasch als reaktionär.“

Die Familie … das war mal die Keimzelle der Gesellschaft. Noch nicht mal die kann unser Staat noch schützen. Die Familie wird „wirtschaftskompatibel“ gemacht – im Sinne der Rendite:

„Diese Denkweise hat sich bei den Familienpolitikern aller im Bundestag vertretenen Parteien durchgesetzt. Niemand kommt mehr auf die Idee zu fragen: Ist es wirklich familienfreundlich, eine Infrastruktur zu schaffen, deren Zweck vor allem darin besteht, die Familie den ganzen Tag voneinander zu trennen? Ist es wirklich sozial, Betreuungseinrichtungen 24 Stunden am Tag zu öffnen, damit alleinerziehende Mütter spätabends an der Supermarktkasse sitzen oder ihre Nachtschicht als Krankenschwester ableisten können?“

Diese Kinder haben keine Eltern mehr, sie haben Ernährer. Gemeinsames Leben, gemeinsames Lernen, Lachen, Spiel, Spaß, Liebe, Verbundenheit, Verantwortung, füreinander da sein – alles unnütze Beschäftigungen des Lumpenproletariats, der Bohéme, die mit dem Todfeind des Kapitalismus kokettiert: dem Anarchokommunismus, der sich urchristlicher Lehren bedient, um dem Leben jenseits von Macht, Herrschaft und Ausbeutung wieder ein Maximum an Lebensqualität zu verleihen.

Wir marschieren während der Rollbackoffensive des Kapitalismus wieder direkt in die ältesten aller Herrschaftsformen: wo acht Menschen mehr besitzen als die Hälfte der Weltbevölkerung (siehe Spiegel), da sind die alten Gottkönige Ägyptens, die Pharaonen, nicht mehr weit entfernt. Würde mich nicht wundern, wenn es bald Schreine für diese acht Leute gibt, wo man zu ihnen beten kann, um auch ein Stück von ihrem Segen zu erhalten. Die hochachtungsvolle Verehrung von „Promis“ wird ja in unseren Medien schon ausufernd praktiziert – das muss man nur noch weiterdenken.

Es ist wichtig, dass Sie sich das klar machen, denn: ihre Laune hängt direkt davon ab, ihre Resillienz, ihre Widerstandsfähgikeit gegen Propaganda – da liegt der erste Schritt zum Widerstand begründet dass man „Nein“ sagt zum Weltbild des Kapitalimus, „Nein“ zur Vernichtung von Mensch und Umwelt, „Nein“ zu allen Götzen, die sich zum Herrscher über die Menschheit aufschwingen wollen. Ihr persönliches Weltbild hängt direkt mit der Bewertung Ihres Lebens zusammen. Darüber wird wenig gesprochen – weil der Kapitalismus uns ein düsteres Weltbild aufgezwungen hat, das wir kritiklos hinnehmen, ohne zu bemerken, wie sehr uns das den Wind aus den Segeln nimmt.

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Christentum (nicht dem Katholizismus – wohlgemerkt). Der Christ – also: Jesus persönlich – lebt in einer „gefallenen Welt“. Passiert da ein Unglück – ist das normal, liegt nicht am Individuum, sondern an der Grundstruktur einer unperfekten Welt, in der es halt Erdbeben, Raubtiere und Schnupfenviren gibt, die nicht nach der Pfeife des Menschen tanzen. Sie regen sich in einem solchen Weltbild nicht sonderlich über Misserfolge auf: die sind die normale Basis einer gefallenen Welt, in der alles schiefgeht, was nur irgendwie schief gehen kann. Was predigt hingegen des Kapitalismus (in verschiedenen, durchaus auch als „Esoterik“ getarnten Philosophien): geht etwas schief in Deinem Leben, dann … bist Du persönlich falsch, denkst falsch, fühlst falsch, lebst falsch, bis minderwertig – ein Minderleister. Die Welt des Kapitalismus ist durchweg superheil. Machen Sie einfach mal ihren TV-Empfänger an: die Botschaft verfolgt sie täglich mehrfach auf allen Kanälen, vor allem in der Werbung. Klar: wenn die Welt superheil ist, dann … nun, dann können bei Misserfolgen ja nur SIE schuld sein. Anstatt also mal über die Umstände nachzudenken, beschäftigen Sie sich nur mit sich selbst und der Kernfrage ihres Lebens: wie absolut ungenügend ihre ganze Existenz doch nur sein kann, weil Sie noch kein Milliardär sind.

Wie der Katholizismus braucht auch der Kapitalismus ein besonderes, beängstigendes Weltbild. Drohte der Katholizismus mit der Hölle, in die die Seele nach dem Leben fallen kann, droht der Kapitalismus mit etwas noch viel schlimmerem: der endgültigen, absoluten Vernichtung am Ende ihres Lebens. „Leben“ … wird dogmatisch begrenzt auf die Zeit zwischen Geburt und Tod – und Sieger ist, wer am Ende des Lebens am meisten Geld zusammengerafft hat. Da der Geldkreislauf ein geschlossenes System ist, kann man es nur von anderen raffen. Das ist jetzt kein Kommunismus, das ist reine Physik. Dieser dogmatische Lehrsatz -„Sinn des Lebens ist, als Milliardär zu sterben“ – ist der Kern des Kapitalismus, die Basis seines Glaubenssystems. Wer es schafft, am Ende seines Lebens Privatjets, einen Park mit Luxussportwagen, große Yachten und private Schlösser vorzuweisen, der … hat es geschafft. Der ist der Gewinner. „Wer wird Millionär“ – ist der zentrale Antriebssatz dieses Systems … „wer wird glücklich“ ist eine Frage, die nur am Rande gestellt wird, „wessen Leben ist sinnvoll“ wird gar nicht mehr gestellt – bzw. im Sinne des Kapitalismus alternativlos beantwortet: sinnvolles Leben ist jenes, dass dem Chef Gewinne in die Kassen spült.

Wie der Katholizismus hat der Kapitalismus auch seine Inqusitoren aufgestellt, deren Hauptaufgabe es ist, Hexen zu verbrennen bzw. das Volk dazu aufzustacheln, dies zu tun. Unsere modernen Inquisitoren nennen sich u.a. GWUP und Psiram, ihre Aufgabe ist klar definiert: alle Abweichler von der Lehre des Kapitalismus (bzw. seiner wissenschaftlichen Basis des dogmatischen Materialismus des 19. Jahrhunderts unter Ausklammerung aller Fortschritte der Physik in den letzten zweihundert Jahren) zu verbrennen – oder zumindest verbal so übel anzugehen, dass niemand mehr mit ihnen zu tun haben möchte, der nicht selbst in den Fokus des Hasses und des vernichtenden Spotts gegen Andersdenkende kommen möchte.

Die Rollbackoffensive des Kapitalismus läuft auf breitester Front, reicht tief in ihr Privatleben hinein – und wird auch in den nächsten Jahren Konsequenzen für Ihre materielle Versorgung haben – sofern Sie nicht das Wunder verbringen, jedes Jahr noch schneller zu rennen, um ihre vom Chef gesetzten Ziele zu erreichen. Schauen wir hierzu mal nach Griechenland, jenem Land, das wir ja unter fürchterlichen Opfern so großzügig gerettet haben. Ganz offen berichtet die Süddeutsche Zeitung von der drohenden völligen Vernichtung Griechenlands, die jedermann kalt läßt, weil es sich nach dem kapitalistischen Weltbild um wertlose Existenzen handelt, die kein Lebensrecht haben – womöglich, weil sie sich auch der völligen ökonomischen Verwertung ihrer Familien entzogen haben. Es findet eine unglaubliche Hatz nach den letzten Resten Bargeld im Lande statt (bzw. eine komplette Entwertung noch versteckter Bargeldreservern, die das Überleben sichern sollten): wer nicht bargeldlos zahlt, wird bestraft (siehe Focus). Sie können sich gerne bei Reuters über die konkreten Auswirkungen der Armut informieren: zwei Packungen Nudeln im Monat müssen reichen. Das ist momentan der Standard in einem EU-Land, das zudem die Wiege der europäischen Kultur war. Und wir reden den ganzen Tag über Trump und Putin, während EU-Bürger nur noch dahinvegetieren.

Wir können in Deutschland noch nicht mal über Armut reden – über unser eigene Armut. Kaum gibt es einen Armutsbericht, der zeigt, wie die griechische Armut nach Deutschland kommt, schon stehen jene auf, die im Schulterschluss die Vernichtung der Familie im Dienste des Kapitals beschlossen haben und stellen den Bericht in Frage (siehe FAZ), dabei ist schon der Tagesschau zu entnehmen, dass die Armen in Deutschland für das zehn Jahre längere Leben der Reichen bezahlen … ja es sogar – wie bei den alten Pharaonen – mit ihrem eigenen Leben bezahlen. Unsere Wirtschaftsform – die, genau genommen, eine Herrschaftsform ist, tötet Menschen – sagt sogar der Papst (siehe Süddeutsche), die große Offensive des Kapitalismus drängt sogar ihre alten Dienstleister an den Rand. Und hören Sie bitte auf, vom „Neoliberalismus“ zu reden – dieser Begriff täuscht nur vor, es gäbe eine schlechte Form von Kapitalismus … und adäquat dazu irgendwo eine gute Form. Neoliberalismus ist nur das Codewort für Kapitalismus in der Offensive, eine Offensive, die ihm wieder – nach 200 Jahren Schmach und Heimlichkeit – die absolute Oberherrschaft über die Menschheit zurückgeben soll.

Ich möchte Ihnen einen Artikel ans Herz legen, der aufzeigt, dass „die Reichen die wahren Sozialschmarotzer“ sind, ein Artikel, der aufzeigt, in welcher Realität wir gerade leben (siehe Heise):

„Die sozialversicherte Arbeit ist zerstört worden und je weniger man für Arbeit bezahlen muss, umso mehr Profit wird gemacht. Das alles wird nebenbei von den Steuerzahlern finanziert – etwa für Subventionen, Steuererleichterungen und die Zahlung von Hartz IV-Regelsätzen für Berufstätige, die nicht von ihrem Lohn leben können. So bezahlen die Arbeitnehmer für den Abbau ihrer eigenen Rechte, damit die Shareholder dann alles, was die anderen geleistet und erarbeitet haben unter sich aufteilen können.“

Das ist unsere Gegenwart: die Vertreibung von unseren Höfen. So herrschte Feudalismus, Sozialismus, Faschismus im Dienste des Kapitalismus, der mit seiner Geldmacht gerade die schwachen Demokratien zerdrückt oder gleich ganz aufkauft: wir werden von unserer Lebensgrundlage abgeschnitten – vom freien Zugang zum Warenfluss mittels Geld, besser gesagt: von der Ernte unserer Höfe. Da ist historisch das finstere Mittelalter nicht weit hinter uns – wir sind mitten drin, als Flüchtlinge, die täglich ängstlich auf den Briefkasten schauen, ob dort nicht jene Rechnung kommt, jene Kündigung, jene finanzielle Forderung, die uns endgültig auf die Straße treibt. Ganz ungünstige Voraussetzungen für eine Revolution, momentan können wir nur flüchten vor jenen „Mächten und Gewalten“, die sich gerade zurückholen, was sie dereinst verloren hatte. Deren Macht ist inzwischen so groß, dass sie – um nur ein Beispiel zu nennen – ihre ehedem profitablen Ölbohrplattformen vom Steuerzahler abreißen lassen (siehe Tagesschau) anstatt ihren Müll selbst zu entsorgen.

Und eigentlich … können Sie sogar froh sein, wenn Sie ihre drei-Zimmer-Wohlstandsblase in der Innenstadt verlieren, denn genau betrachtet, sind diese Zellen die Motoren der Umweltvernichtung … achten Sie einfach mal drauf, wie viel Müll sie monatlich produzieren. Aktuell hat diese Erkenntnis eine Umweltschützerin zur Aufgabe gebracht, sie hat einen lesenswerten Abschiedsbrief geschrieben, der uns zum Kern unserer persönlichen Existenz im Kapitalismus führt (siehe Umwelt-Watchblog):

„Das, was ich als Ausweg sehe, ist nicht populär. Unser Lebensstil, der nur auf exzessiven Verbrauch aller erreichbaren Güter ausgerichtet ist, muss sich ändern. Wir haben nicht so viel Energie zur Verfügung, wie wir brauchen, um weiterhin alles so zu tun wie wir es derzeit tun. Ein Anfang wäre die umfassende, ehrliche Aufklärung und Information über das, was derzeit geschieht und nicht zukunftsfähig ist.“

Und was gerade geschieht, ist: wir sind alle Teil eines Molochs, der unsere Lebensgrundlage vernichtet. Der Moloch heißt Kapitalismus – und er ist in der Offensive. Also bitte nicht groß wundern, wo die großen Demonstrationen für Frieden und Gerechtigkeit bleiben: wo feindliche Offensiven ihre Opfer durchs Land jagen, ihnen die Höfe nehmen, die Würde, die Freude, die Freiheit (auch die, zwischen konkurrierenden Weltbildern das für sich selbst zu wählen, in dem man sich am wohlsten fühlt), sind erstmal zu wenig Ressourcen für effektiven Widerstand vorhanden. Wir müssen erstmal mit der Erkenntnis leben, dass wir selbst Teil der Offensive des Geldes gegen das Leben sind – etwas, was ich immer merke, wenn ich meinen Plastikmüll herausbringe … und mir bewusst werde, dass ich gerade meinen Teil an der Vernichtung der Lebenswelt meiner Kinder und Urenkel beitrage. Ja – schauen Sie sich mal die Studie über PCB-Belastungen in ihren Wohnungen an: da leben Sie vegan, rauchen nicht, treiben regelmäßig Sport … und kehren jeden Abend in eine krebserregende Gifthölle zurück, der sie gar nicht entkommen können (siehe Stuttgarter Zeitung) – an der aber viele andere gut Geld verdienen.

Schlimm, wenn man über Kapitalismus redet und merkt, dass man auch selbst Teil seiner Offensive „Geld gegen Leben“ ist. Aber – um das nochmal zu erwähnen:

Ein Anfang wäre die umfassende, ehrliche Aufklärung und Information über das, was derzeit geschieht und nicht zukunftsfähig ist.

Und wenigstens daran könnten Sie teilhaben.

 

 

 

Akuter Terroralarm in Deutschland, November 2016

Digital StillCamera

Dienstag, 1.11.2016. Eifel. Wir fragen uns oft: was ist los in Deutschland? Warum wehren sich die Menschen nicht mehr gegen das massive Unheil? Gegen den Terror? Die Ungerechtigkeit? Den Zerfall des demokratischen Gemeinwesens? Die Antwort – kann manchmal einfach sein. Aufgrund eines spontan auftretenden Zuwachses an Zeit in Folge einer geplatzten Verabredung traf ich die Antwort in Form einer ehemaligen Nachbarin – zufällig am allerletzten Tag, wo ich sie noch treffen konnte. Mitten in den Umzug platzte ich dann herein – in Chaos hoch drei, weil schief ging, was nur schief gehen konnte. Eine Wanderung durchs alte, immer noch heimatliche Tal sorgte dann für Seelenruhe – und für mich sehr überraschende Erkenntnisse. Ich hatte einen jener Menschen getroffen, die nicht mehr ´rausgingen – eine junge, lebenslustige, tatkräftige Frau, die ihre Tochter allein großziehen musste, jahrlang im Ausland gelebt hat, nie arbeitslos war, in vielen Jobs bewandert ist und zu jenen bewundernswerten Menschen gehört, die nie aufgeben, sich nie hängen lassen, nie aufgeben – und nie einen Fernseher hatten.

Was war geschehen? Nun – die junge Dame mit Dreadlocks und Hauptschulabschluss erklärte es kurz und bündig: die Menschen haben sich verändert. Sie sind seltsam geworden. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen – und da gab es gruselige Details, passend zu Halloween … Blicke hinter die Kulissen „perfekter Ehen“, die erschauern lassen. Ihre Konsequenz: ´raus aus Deutschland. Aber erstmal eine kleine Wohnung in Stadtnähe. Und abends dann … fernsehen. Höhlenleben halt, weil der Säbelzahntiger wieder vor der Tür lauert.

Wie haben sich die Menschen verändert? Nun – sie sind erschreckend respektlos geworden. Ein Land voller Oberlehrer, jeder der perfekte Ersatz für den größten Führer aller Zeiten….wenn die Welt nur ihre Herrlichkeit endlich erkennen würde. Kaum ein Besuch von Freunden findet statt ohne belehrende Vorträge, kaum ein Moment vergeht ohne billige Dominanz- und Machtspiele, kaum ein Kontakt ohne ausgesprochene Respektlosigkeiten … es sei denn, man beschränkt sich auf das Mindeste: zusammen Sex haben, zusammen Essen, dann noch drei Worte und: Tschüss, bevor es ranzig wird und die Degenerationen zu Tage treten.

Da saß ich nun auf der Bank zusammen im strahlenden Sonnenschein mit der Antwort auf meine Fragen – und verstand es. Zieht sich nun ein viel beschäftigter, grüblerischer Mensch wie ich von Menschen zurück, weil sie … seltsam werden … dann mag es noch mit Arbeit zu tun haben, persönlichen Empfindlichkeiten, einem Einzelschicksal oder der Tatsache, dass die meisten Menschen mit Behinderten nicht klar kommen. Aber wenn die kreativen, alternativen Menschen ebenso agieren, dann … fehlt dieser Gesellschaft ihr gesündestes Element. Wenn die, die mitten im Leben stehen, sich angeekelt von ihm abwenden, weil sie, die in der Blüte ihres Lebens sind und das Leben in jedem Moment in vollen Zügen genießen wollen, draußen kein Leben mehr finden, sondern nur noch Terror – dann ist es vorbei mit „Deutschland geht es gut“.

Man darf natürlich skeptisch sein angesichts dieser Beobachtungen und Schlussfolgerungen. Immerhin antworten alle Menschen auf die Frage, wie es ihnen geht, mit „gut“. So sind wir schon dressiert worden, ohne dass es uns sonderlich bewusst wird. Nun – ich antworte oft  mit „schlecht“: die Kenntnis von Kriegsgefahr, Massensterben von Tierarten, Plastikinseln in der Größe Europas oder des kommenden wirtschaftlichenen Supergau erlaubt mir einfach nicht, meinen Zustand als „gut“ zu definieren. Die Generation Doof hat es da viel leichter, trägt aber auch keine Verantwortung. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie – der Sie genauso viel wissen wie ich – trotzdem mit „gut“ antworten? Nun – es ist die Furcht vor Terror, vor der Argumentationsdusche, die jederzeit von jedermann abgeschossen werden kann – und abgeschossen wird, wenn man  nicht aufpasst. Wir haben mutmaßlich mindestens 40 Millionen Oberlehrer im Land – die meisten davon ohne Studium und Abitur, ausgestattet mit einem Minimum an Lebenserfahrung als kleines Rädchen in einer großen Maschine, die die Welt täglich weiter unwiederbringlich vernichtet und einem Maximum an Sendungsbewusstsein, ausgestattet mit mangelhaftem Halbwissen, das sie sich unsystematisch und gedankenlos aus gängigen TV-Formaten zusammengebastelt haben und gerne irgendwie loswerden wollen.

Purer Terror – der das Wichtigste vernichtet, was Menschen verbindet: Respekt, Toleranz, Verständnis. Alle drei Punkte hängen miteinander zusammen, sind Kern jeder Freundschaft, jeden menschlichen Zusammenlebens – und das Verständnis die Grundlage jeden Friedens. Nur deshalb haben wir „Geisteswissenschaften“ – um verstehen zu können, dass alle Menschen ok sind … aber den Umständen entsprechend auch zu Häßlichkeiten neigen. Die „Laberfächer“, wie sie von den Technokultisten genannt werden, die glauben, man könne mit Schraubenschlüsseln und Mikrowellen den Krieg auf ewig verbannen, haben in der Tat nur ein Ziel: Frieden zu bringen. Aber den Frieden der Lebendigkeit, nicht den Friedhofsfrieden, den die Waffen der Technokultisten mit jedem Krieg immer perfekter füllen. Wo kein Verständnis ist – ist keine Freundschaft möglich … und kein Frieden, wenn man nicht voreinander weglaufen kann. Allerdings fordert das Verständnis des Menschen durch Menschen absolute geistige Höchstleistungen, gegen die die naturwissenschaftlichen Arbeiten einfach und naiv sind. Das ergibt sich aus der Natur der Materie: Naturwissenschaften haben ein Subjekt, das  beobachtet (der Wissenschaftler), und ein Objekt, das beobachtet wird (die Natur) – bei Geisteswissenschaften sind beide Elemente gleich, was den Erkenntnisprozess enorm verlängert – bzw. fast unmöglich macht. Doch möglich machen müssen wir ihn, wenn wir Frieden finden wollen: zwischen Menschen, zwischen Mensch und Natur … oder allein schon zwischen Mann und Frau.

Doch was ist die geisteswissenschaftliche Höchstleistung des modernen TV-Eremiten? Der Satz „Ich versteh´ das nicht“ – nie als Herausforderung verstanden, sich selbst mehr anzustrengen, sondern immer als abschließendes Urteil, das auch immer eine Entwürdigung des Beobachtungsgegenstandes enthält. „Ich bin doof“ – wäre eine adäquate Übersetzung dieser Floskel … doch das kommt einem kaum noch in den Sinn.

Diese Form von Terror – mangelnder Respekt, mangelndes Verständnis, mangelnde Toleranz – ist die zentrale Wurzel des Übels jenes Terror, der uns in der Gegenwart droht. Glauben Sie nicht? Ich wähle mal ein paar Beispiele aus, die Ihnen das Leben kosten können … mitten in einem der reichsten Länder der Erde, ganz automatisch, ganz ohne Verbrecher oder Unfälle.

Nehmen wir das aktuelle Beispiel der Krankenhäuser: 1300 Krankenhäuser in Deutschland sollen geschlossen werden zugunsten einer komplett neuen Struktur, die nur noch aus großen Zentren besteht (siehe Spiegel). Wissen Sie, was das heißt? Massensterben im ländlichen Gebiet. Herzinfarkte müssen schnell versorgt werden, der Weg zur Großklinik ist immer weit. Begründung? Die Idee kommt vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD, die für Säuberungen a´ la Stalin schon immer eine gewisse, heimliche Sympathie hatte.

Bitte – das stimmt nicht? Gut – leiten wir nach dem Terror gegen das ländliche, natürliche Leben gleich zum nächsten Terror über: dem Terror gegenüber den Verlierern der Globalisierung, den Arbeitslosen der westlichen Industriegesellschaften, die als menschlicher Ballast so billig wie möglich am Rande der Gesellschaft untergebracht werden. Da gibt es eine aktuelle Meldung der Tagesschau, deren Quelle angeblich die Bildzeitung ist (siehe Tagesschau), wonach Arbeitslose mit einer Verschärfung des Bußgeldes rechnen müssen, wenn Sie in den Augen ihrer juristisch äußerst schlecht ausgebildeten Aushilfsrichter (sprich: Sachbearbeiter) ein Vergehen begangen haben: bis zu 5000 Euro drohen da – mehr als der Jahressatz eines Arbeitslosen. Dieser Terror – als Botschaft geheim nur zwischen der Achse BA Nürnberg-Bildzeitung ausgetauscht – trifft nicht nur jeden Arbeitslosen, sondern jeden erwerbstätigen, der theoretisch arbeitslos werden kann. Dies gilt auch für die Menschenjagden, die die Achse BA Nürnberg-Bildzeitung willkürlich veranstaltet – man erinnere sich nur an „Florida Rolf“, der Opfer dieser Kampagne wurde, die Hartz IV vorbereiten sollte: den Terror gegen die „Minderleister“ deutschlandweit zu inszenieren. Florida Rolf – der kein Gesetz gebrochen hatte, mal Millionär war und mehr Steuern gezahlt hat als jeder Durchschnittsdeutsche lebt heute wie ein Eremit – dabei war er mal ein „Lebemann“ (siehe Berliner Zeitung). Umzug und Lebenshaltungskosten jener Menschen, die „Sozialhilfe unter Palmen“ (SPD) bezogen, kosteten den deutschen Steuerzahler übrigens mehr als der Aufenthalt im preiswerten Ausland – aber wer macht die Bildzeitung schon dafür haftbar?

Respekt, Toleranz, Verständnis? Wer interessiert sich schon noch für die Gefühle der Ausselektierten, deren Arbeitslosigkeit den Arbeitenden Angst macht (siehe Spiegel): dabei ist es nicht die Arbeitslosigkeit, die Angst machen sollte, sondern die Prinzipien der Politik, die Arbeitslose mit Terror überziehen: einem Terror, für den man in der Oberlehrergesellschaft genug asoziale Verstärker findet.

Wissen Sie, was ein schönes Sinnbild für diese Verrohung der Gesellschaft ist? Der Horrorclown. Ist der Clown selbst schon aufgrund seiner aufgesetzten Fröhlichkeit schwer zu ertragen, so ist der Horrorclown Terror pur, der sich weltweit ausbreitet. Ja – es ist ein weltweites Phänomen: Menschen bewaffnen sich (auch mit Kettensägen), kostümieren sich zu Horrorgestalten um und greifen ihre Mitmenschen an: in den USA hat diese Pest begonnen, sich dann nach Großbritannien ausgeweitet (siehe Spiegel) und letztlich Deutschland erreicht (siehe rbb). Während die Luxuscommunity noch Späße über das verspätete Sommerloch-Event macht, reagieren Kaufhäuser und Regierung anders – und zwar sehr ernst (siehe Spiegel). Ja – es ist kein harmloser Scherz -auch wenn viele Medien das spontan verbreiten – sondern ein gefährliches Überschreiten einer politischen Grenze und der Beginn einer Entwicklung von Selbstjustiz, die jenen ohne Respekt, Toleranz und Verständnis ein willkommenes Ventil bietet, anonym ihre Frustgefühle auszulassen: wie gefährlich das ist, weiß man halt in Wirtschaft und Politik.

Reicht ihnen das als Terror?

Wie niedlich. Wir sind noch lange nicht fertig. Ich sagte doch: der Clown ist ein schönes Sinnbild – als Horrorclown offenbart er nur das, was hinter der Maske schlummert: hinter dem dämlichen Dauergrinsen der falschen Maske lauert ein zutiefst gestörter Mensch, dem jede Spur von Respekt, Toleranz und Verständnis fehlen, der sich deshalb zunehmend von jeder Menschlichkeit entfernt. Wir sind hier mitten in der Genese einer neuen faschistischen Gesellschaft, die aus Massenmord Breitensport machte. Harte Worte, ich weiß – aber es vergeht kein Tag, wo nicht seltsame Subjekte neue Zieldefinitionen für vernichtungswürdige Existenz in die Gesellschaft streuen, aktuell sind „blond, nett, unauffällig“ Atribute, die gefährlich sind – so jedenfalls informiert ein Apothekenblatt (siehe Epochtimes). Noch gibt es keine all zu großes Echo auf diese vielen Versuche, dem zu vernichtenden Bösen wieder ein Gesicht zu geben – aber es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis man hier eine Formel gefunden hat, die breite Akzeptanz findet: mit „Sozialschmarotzer“ hatte man ja schon viel Hass und Vernichtungswillen ins Volk gesät, „Verschwörungstheoretiker“, „rechtsoffen“, „Sozialist (ja, der Begriff ist gerade wieder im Kommen) … der Hass versucht gerade, sein Ziel zu finden. Und die Horrorclowns sind seine Vorboten.

Sie meinen, das sind nur Beobachtungen von zwei Aussenseitern auf einer sonnigen Parkbank? Nun – stumm und unsichtbar standen 450 Wissenschaftler bei uns, die ähnliches beobachtet haben (siehe Kurier):

„Was tun gegen das zunehmend um sich greifende, vor allem auch Generationen übergreifende Gefühl der Verunsicherung, der Resignation und des Werteverlusts? Darüber diskutieren am Wochenende beim 3. Viktor Frankl Weltkongress in Wien 450 Forscher aus 35 Ländern. Univ.-Prof. Dr. Alexander Batthyany, Vorstand des Viktor Frankl Instituts und Organisator der Tagung, berichtet im Gespräch mit dem KURIER, dass Psychiater und Psychologen weltweit ein Ausmaß an Entmutigung, Verzweiflung und unbestimmter Wut in der Bevölkerung beobachten wie es zuletzt im Zuge der großen Krisen und Einbrüche des 20. Jahrhunderts beschrieben wurde.“

Ich sagte doch: Politik und Medien wissen schon längst Bescheid. Lesen Sie das ruhig nochmal: weltweit eine Flut an dunklen Gefühlen wie im Zuge der großen Krisen des 20. Jahrhunderts. Die Menschheit ist bereit, sich in eine weitere Runde Krieg und Chaos stürzen zu lassen, wie schon 1914 und 1933. Ja – da schützt auch die Staatsform „Demokratie“ nicht vor.

Entmutigung, Verzweiflung, unbestimmte Wut: da bleibt man gerne in seinen eigenen vier Wänden, bevor man das erste Kettensägenopfer eines völlig enthemmten Horrorclowns wird.

Die Ursache?

Mangelnder Respekt, mangelnde Toleranz, mangelndes Verständnis: offen demonstriert auch von angeblich „linken“ Kräften, die ursprünglich mal für die Dominanz jener Werte in der demokratischen Zivilgesellschaft standen, jetzt aber auch nur noch zu den geistlosen Horden gehören, die ihr geheimes Mantra („ich bin ja wirklich um so vieles besser als DU“) vereint singen, um ihre finsteren Gelüste irgendwann – vielleicht als Horrorclown, als SA-Sturmmann oder als SS-Henker oder wie immer man die Säuberungskommandos in Zukunft nennen werden wird – ausleben zu können: und zwar dann mit völliger Billigung der Staatsgewalt.

Jenen Menschen, die konstruktive Netzwerke des Glücks um sich weben wollen, stehen immer mehr Gestalten gegenüber, die die absolute Macht über jede Form von Netzwerken übernehmen wollen, um sich dann darin völlig ausleben zu können – nehmen wir als Beispiel einfach mal die Familie, Keimzelle unserer Gesellschaft, als besonders schützenswert geschildert und vom Aussterben bedroht.

Was solchen Familien geschehen kann – Familien, die einst Schutz vor einem gewalttätigen Vater gesucht haben – kann man aktuell nachlesen (siehe rp-online):

„Zwei Polizisten packten mich, schoben mich weg und warfen mich auf den Boden“, so Katja Warnke. Als sie „Ich will zu meinen Kindern“ gerufen habe, seien ihr Handschellen angelegt worden, und man habe sie am Boden fixiert. Ihre beiden Söhne im Alter von vier Jahren und sieben Monaten seien von zwei Vertreterinnen des Jugendamtes mitgenommen worden.“

Vier Jahre – und sieben Monate. Man weiß, dass diese traumatischen Erlebnisse die Kinder völlig zerfetzen werden – aber egal.

„Nachbar Helmut Röhr, den die Warnkes sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag alarmierten, will am Mittwoch ein Gespräch unter Polizisten gehört haben, wonach sie keine Handhabe hätten, da der Beschluss des Gerichts ohne Unterschrift und Siegel sei.“

Ging es nicht anders? Hätte man nicht die Großeltern hinzuziehen können? Opa ist immerhin Professor. Doch der Staat …. entschied anders:

„Auch der Verbleib der Jungen bei den Großeltern schien den Behörden nicht mehr vertretbar, weil sie sich den Ansichten ihrer Tochter anschlossen.“

Welche Ansichten bitte? Nun – wir werden es nicht erfahren.Vielleicht haben sie mit der politischen Aktivität der Mutter zu tun: der Gründung einer Mütterlobby gegen Gewalt und Trennungskriminalität (siehe RP-Online).

77845 Kinder wurden so im letzten Jahr von ihren Eltern getrennt, davor waren es noch 48 000. Rechnen Sie selbst aus, wenn Staat Familie endgültig ausgerottet hat und schon jetzt an abstrusen Alternativen bastelt – wie etwa dem Vier-Eltern-Modell der Grünen (siehe Süddeutsche).

Verständnis für die Liebe von Kindern zu ihren Eltern, Respekt und Toleranz? Fremdworte von „Sozialromantikern“. Ich warte gespannt auf die neuen Zahlen für 2016: jeder kleine, fiese Wichtigtuer kann sich zum Zerstörer von Familien aufschwingen, in dem der die Jugendamtsmaschine anlaufen läßt: und von diesen Typen gibt es viele – ganz abgesehen davon, dass manche von ihnen beim Jugendamt direkt arbeiten.

Reichen Ihnen diese Verhältnisse aus, einen aktuen Terroralarm für die Gegenwart auszurufen? Nein? Oh – ich habe noch mehr. Systematische Verwahrlosung (meine Formulierung) von Kindern in Kitas (siehe Spiegel), Veruntreuung von Arbeislosengeldern durch Mitarbeiter von Jobcenter und Sozialamt (siehe Eifel-on), hier bleibt der bundesweite Sturm der Entrüstung aus, man muss in kleinen lokalen Zeitungen suchen, um überhaupt etwas davon zu erfahren, trotz des Schadens von 250 000 Euro (13 Jahre Rente für Florida-Rolf, die ihm rechtmäßig zustand, aber missgönnt wurde). Die fortlaufenden Parteispendenskandale der Regierungspartei (siehe Spiegel) erregen kaum noch die Gemüter, dass Bahnhöfe zum Ganovenghetto werden (siehe FAZ), ist Alltag geworden, dass Füchtlingsbürgen nun 16000 Euro pro Flüchtling vom Staat selbst als Kosten aufgebrummt werden (siehe Welt): wen überrascht das noch.

Aber man versteht die Botschaft: bleib´ zu Hause und rühr´ Dich nicht, denn vor der Tür … herrscht Terror.

Ich könnte die Liste noch endlos fortsetzen – und wäre noch lange nicht bei den Themen, die offiziell als „Terror“ bezeichnet werden. Wissen Sie, wie Wikipedia Terror definiert (siehe Wikipedia):

Der Terror (lat. terror „Schrecken“) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen.

So einfach ist das. Und fängt damit an, dass die frisch geoutete Veganerin entsetzt ihr nun ungenießbares Gemüse von sich stößt, weil ich Tischnachbar ein Schnitzel isst: Terror um andere gefügig zu machen fängt ganz leise an … und schaukelt sich auf in einem Land, dass einen akuten Mangel an Geisteswissenschaften hat.

Schauen Sie sich mal um. Wer besucht Sie noch, ohne ihren Job, ihre Einrichtung, ihre Ernährungsgewohnheiten, ihre Kinder, ihre Freizeitaktivitäten, ihren Lebensstil und was weiß ich nicht noch zu kritisieren – gerne auch verdeckt um fünf Ecken? Mit wem kann man noch zusammen arbeiten, ohne so angegangen zu werden – oder überhaupt zusammen leben?

Atomisierung der Gesellschaft nennt man das dann (siehe zeitverein): und wir könnten sie leicht stoppen – wenn wir als Netzwerker des Respekts, der Toleranz und der Kunst des Verstehens auftreten würden. Aber mal ehrlich: wer würde sich das trauen?

Man hätte ja wirklich nichts mehr, auf das man herunterschauen kann, um darauf herabzusehen und sich dann besser zu fühlen, weil man auf einmal oben ist.

Und wer im Zeitalter der maximal aufgeblasenen Superegos mit minimalem Inhalt kann da noch drauf verzichten?

Sie glauben mir immer noch nicht? Sie stören sich am „Gewaltbegriff“?

Schauen Sie sich einfach mal Ihre Beziehung an (in der ja immer weniger Menschen leben – aus guten Gründen) … und überlegen Sie mal ganz genau, wie man mit Liebes- und Aufmerksamtkeitsentzug Gewalt über Sie ausgeübt hat .. und Sie so gefügig machte. Machen Sie gleiches im Arbeitsleben – dort ist die Gewalt leichter zu erkennen. Wieviel Lob und Respekt bringt Ihnen Ihr Nachbar entgegen? Wo haben Sie noch Sphären, wo nicht die Spiele der Erwachsenen gespielt werden – vor allem das: „meins ist besser als deins“.

Oder: mein Kind ist geiler als Dein Kind. Da gibt es ein lustiges Lied zu … das Sie bitte selber suchen.

 

 

 

 

 

Europawahl 2014: Europa abgewählt. Menschlichkeit auch. Vernunft ebenfalls.

Europawahl 2014: Europa abgewählt. Menschlichkeit auch. Vernunft ebenfalls.

Montag, 26.5.2014. Eifel. Europa hat gewählt … alle triumphieren, wie nach jeder Wahl. Das Ergebnis ist – zumindest in Deutschland – eindeutig: Europa wurde abgewählt. 52 % der Wähler gingen gar nicht hin, die Antieuropaparteien erzielten Rekordgewinne. Die ersten Stimmen, die eine reale Machtverschiebung auch in Deutschland vorschlagen, sind schon da: der erste CDU-Politiker kommt aus der Deckung heraus und träumt von Koalitionen mit den Ultrarechten (siehe Spiegel). Ultrarechte? Meine Meinung zur AfD wird den Herrn Lucke überraschen, der sich sichtbar Mühe gibt, auf dem Boden der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte zu bleiben – doch im Umfeld der AfD erblicken wir Forderungen, die selbst Adolf Hitler in den Schatten stellen … wie die Abschaffung des Wahlrechtes für Arme und Staatsangestellte: Deutschland wird zum Staat von Reichen für Reiche nach ukrainischem Vorbild. Nicht vergessen werden sollte Professor Oberender, der Mann, der einen schwunghaften Organhandel favorisiert – Augenverkauf statt Hartz IV. Da wird auf Deutsche einiges zukommen, wenn die steuerfinanzierten Oberschichtsfantasten ihre Träume wahr werden lassen (siehe Deutschlandradio).

Schlimmer noch als in Deutschland ist die Situation in England und Frankreich. In Frankreich wird die „rechtsextreme“ Front Nationale stärkste Kraft und stellt die größte Truppe der Franzosen in Europa. 29,5 % erzielten die Eurogegener in Großbritannien (siehe Spiegel). Spiegelredakteur Blome jubelt: das waren „Denkzettelwahlen“, die Europa „demokratischer“ gemacht haben (siehe Spiegel): da lebt jemand in seiner ganz persönlichen Traumwelt.

In der Realität sieht es anders aus: Europa wurde abgewählt. Mehr als fünfzig Prozent der Wähler interessieren sich nicht für dieses künstliche Gebilde – im Prinzip müsste die Wahl für ungültig erklärt werden, weil kaum jemand da war. Nur gilt dieses Prinzip nicht: die Diätenverteilung ist auch gesichert, wenn nur zwei Leute wählen gehen: so demokratisch ist Europa.

Die alten Demokratien des Westens haben sich von Europa verabschiedet – von Europa und auch von den traditionellen Werten der Allgemeinen Menschenrechte: so erfolgreich war die gesellschaftliche Diskussion der letzten Jahre.

Wen wundert das wirklich?

Europa regiert – für Tagungsgeld von 300 Euro täglich – direkt in alle Wohnzimmer und Kühlschränke hinein, weder Glühbirne noch Banane ist vor der Regelwut der überbezahlten Verwaltung sicher – dafür entpuppt es sich als Sozialamt für Banken und Großkonzerne, die sich auf seine Kosten so gut wie alles erlauben können: inklusive GenMais und Bankerboni, die den Gewinn der Firma übertreffen. Europa heißt: gelebte Irrationalität fernab der Menschlichkeit – und da werden immer mehr Menschen unsicher, ob für sie selbst überhaut noch Platz ist.

Diese Irrationalität sehen wir auch im deutschen Alltag. Aktuell dürfen wir uns darüber verwundern, das es eine breite Anti-Friedensfront von Medien und politisch aktiven Personen gegen friedliche Montagsdemonstranten gibt: kleine Grüppchen von engagierten Menschen, deren „Rechtsradikalität“ immer mehr verschwindet, je näher man hinschaut: hier finden wir auch Beispiele, die im Prinzip niemand mehr mitdenken kann, der nicht zum Oberschichtszirkus gehört, was „rechts“ ist, was „rechts“ zu sein hat, wird immer wilder und irrationaler definiert.

Ein Beispiel?

Nehmen wir den Vorwurf der „Homophobie“, mit den auch Russlands Premier Putin konfrontiert wird. Bevor jetzt gleich die ersten Ausraster kommen: lassen Sie uns erstmal beim Wort bleiben, das Wort verstehen. Kennen sie „Arachnophobie“? Das ist eine unkontrollierbare Angst vor Spinnen (siehe Wikipedia) – eine Angsterkrankung. Wer das hat, will nicht im Umkehrschluss alle Spinnenvölker der Welt ausrotten, sondern nur keine Spinnen in seiner Wohnung oder seinem Bett haben: nicht aufgrund einer POLITISCHEN ENTSCHEIDUNG sondern aufgrund einer UNKONTROLLIERBAREN ANGST. Diese Ängste können durch verschiedene „Objekte“ ausgelöst werden – bei manchen eben auch durch Homosexuelle. Dahinter steckt nicht die Aussage: „ich will alle Schwulen der Welt vergasen“ sondern nur die Aussage: „ich habe Angst vor schwulen Männern in meinem Bett – und will sie da nicht haben“.

Wenige können altgriechisch: aber Arachnophobie ist ein bekanntes Wort – ich vermute mal: „Homophobie“ wird vom Durchschnittsbürger ähnlich verstanden. „Homomysonie“ wäre der passendere Ausdruck für Menschen, die Schwule hassen … nicht Homophobie. Da wo aber einem die persönlichen Existenz von ÄNGSTEN zum Vorwurf gemacht werden, verstehen viele die Welt nicht mehr … und genau betrachtet impliziert der Wortgebrauch die Pflicht, keine Angst mehr vor schwulen Männern im eigenen Bett mehr haben zu dürfen: die Pflicht, selber schwul zu sein. Oder man ist ein Nazi.

„Homophobie“ wird nun Jürgen Elsässer – einer jener Gestalten auf „Montagsdemos“ – vorgeworfen. Womit hat der Mann aber wirklich ein Problem? Mit der Zerstörung der Familie, mit der Homoehe .. und der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare.

Bevor es auch hier zu Ausrastern kommt: erstmal ruhig nachdenken. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass Homosexuelle Kinder großziehen – manche haben ihr „coming out“ eben später und sind dann schon längst Vater. Es spricht auch im Prinzip nichts dagegen, in seltenen Ausnahmefällen stabilen homosexuellen Paaren die Adoption von Kindern zu ermöglichen. Warum seltene Ausnahmefälle? Die Kinder, nach denen homosexuelle Paare verlangen, müssen immer einer Mutter weggenommen werden.

Wer selber Kinder kriegen kann – dank heterosexueller Einstellung – merkt sofort, dass sich da eine Schieflage abzeichnet: neben einem Markt für Organe deutet sich ein Markt für Kinder an. Für die kaufkräftige Oberschicht kein Problem – für die notleidenden anderen Schichten der Gesellschaft schon: sie werden die Schicht sein, die Kinder liefern muss. Ist das jetzt gleich rechtsradikal? Jetzt mal ganz ruhig bleiben … ohne heterosexuelle Eltern gäbe es gar keine Schwulen, die was zu adoptieren haben. Kinder brauchen nun mal – rein biologisch – Frau und Mann. Davon gibt es auch dankenswerterweise genug – und jeder homosexuelle Mann verdankt seine Existenz diesen nicht homophilen Gestalten, die man bei all diesen Diskussionen aus den Augen verloren hat.

Ich weiß: Kinder kann man heute auch künstlich im Reagenzglas produzieren, man kann sich Leihmütter kaufen, die das Kind für einen austragen … was der Oberschichtsmensch jedoch nicht versteht, ist: für die anderen Schichten ist diese Welt eine Horrorwelt, eine Gestalt gewordene Dystopie, ein feindlicher Griff nach ihren eigenen Kindern … und die gezielte Arbeit an ihrer eigenen Überflüssigkeit: man braucht sie schon nicht mehr als Arbeitskraft, will sie nicht mehr als Wähler – und noch nichtmal ihrer Fähigkeit zur Elternschaft ist noch was wert.

Das man für solche Entwicklungen nicht allerorts mit jubelnden Fähnchen begrüßt, scheint mir verständlich zu sein. Das sich hieraus eine breite Gegenentwicklung ergibt, scheint mir verständlich … und so werden Homosexuelle wieder Opfer, Außenseiter … Feinde.  „Homophob“ im weiteren Sinne (anders gesagt: heterosexuell) sind nämlich die meisten Männer und Frauen – und für die Existenz einer Gemeinschaft ist das auch gut so: Kinder sind Zukunft. Im Umkehrschluss würde es übrigens auch richtig dämlich werden, wenn wir Homosexuellen vorwerfen würden, sie wären „nur“ Heterophob. Normale Menschen merken das.

Wenn aber selbst auf Menschen mit Angststörung die Nazikeule niedersaust … wird der Begriff „rechts“ (der auch für CDU, SPD, FDP und GRÜNE gilt) immer inhaltsloser und gesellschaftsfähiger … während man den wirklich echten Rechten gegenüber wird, sprachlos, die wirklichen Menschenhasser können aktuell ungestört  fröhliche Triumphe feiern.

So fördert Dummheit – oder Unsauberkeit im Umgang mit Begriffen – eine breite, rechtsradikale Bewegung … wobei der Umgang mit dem Wort Homophobie nur EIN Beispiel dafür ist, wie degeneriert die Oberschicht – auch die intellektuelle – im Umgang mit Sprache geworden ist.

Die nächsten Wahlen in Deutschland – so denke ich – werden ähnliche Ergebnisse für die AfD erzielen, wie die FN in Frankreich hatte: kein Wunder, dass sich gleich nach der Wahl CDU-Politiker schon mal in Stellung bringen, um die Seiten wechseln zu können.

Während Deutschlands Edellinke sich mit biegen und brechen „Neue Rechte“ konstruieren, marschieren alte Rechte widerstandslos durch die Parlamente, werden zu stärksten Kräften in den alten Demokratien Europas – eine Entwicklung, die in den heutigen Kommentaren auch „linke“ ignorieren: der moderen Linke kämpft eben lieber gegen eine winzige Hand voll Friedensdemonstranten, die man – siehe den verzweifelten Versuch bei Jungelworld – politisch immer weniger verorten kann: „Antiamerikanismus“ wird als große Gefahr erkannt … nicht jedoch die Einmischung in innere Angelegenheiten fremder Länder, die Führung von völkerrechtswidrigen Angriffskriegen oder die flächendeckende Spionage gegen Verbündete.

Einer Gesellschaft, die amerikanische Esskultur, amerikanische Mode, amerikanische Musik, Literatur und Filmkunst weitgehend übernommen hat „Antiamerikanismus“ vorzuwerfen, ist selten dämlich – aber machen kann man das natürlich. Man darf sich dann aber auch nicht wundern, dass der Wähler die gesamte linke Bewegung für ziemlich weltfremd und dämlich hält … und sich anders orientiert: das ist nur „menschlich“. Von Dummen möchte man halt nicht gern geführt werden – noch sie mit der Verwaltung eines Landes betrauen.

So ist „Menschlichkeit“ der große Verlierer der Wahl – wie auch der Traum von einer friedlichen Gemeinschaft europäischer Menschen. Gewonnen haben die, die Nächstenliebe für Sozialromantik halten, die aus ihren Ländern kleine Festungen gegen den Rest der Welt machen wollen … und aus ihren Häusern kleine Festungen gegen eine völlig aus den Fugen geratene Welt voller Wahn und Dummheit.

Andererseits zeigt die Ukraine die Zukunft des europäischen Kontinents: die Milliardäre übernehmen kraft ihrer Finanzmacht die direkte Regierungsgewalt. Der Feudalisierung Europas durch den Geldadel steht nichts mehr im Wege … was der AfD sehr gefallen dürfte. Na – was macht das schon. Sehen wir uns den Lauf der Geschichte an, so können wir im Jahr 5789 wieder mit einer Revolution und dem Auferstehen des demokratischen Grundgedankens rechnen – so lange dauert es in der Regel, bis feudale Strukturen abgebaut worden sind.

Gibt es auch nur irgendetwas Positives bei er Wahl zu berichten?

Die Familienpartei hat EINEN Sitz. Die Piratenpartei auch. Die Partei, die sich speziell um die existentielle Förderung der Zukunft kümmert (Kinder) und die Partei die das größte Potential an Zukunfstfähigkeit versprach (Internet), können die nächsten vier Jahre zusammen Schach spielen … und sehen, wie Unvernunft Europa ruiniert.

Zum Beispiel die Einschätzung, das Wahlergebnis sei nur ein lustig gemeinter Scherz, eine „Denkzettelwahl“. Bis man merkt, dass die Wähler das ernst meinen, dürfte sich Europa schon in Auflösung befinden.

Unwiederruflich.

Aber gut, dass wir vorher noch eine gemeinsame Front gegen Menschen mit einer Angststörung aufgebaut haben: was wäre nur aus uns geworden, hätten wir das nicht gemacht!

 

 

Dokumente deutscher Dämlichkeit: Erfahrungen einer Mutter mit Hartz IV – und einem asozialen Land

Dienstag, 11.2.1014. Eifel. Mir wurde unlängst ziemlich deutlich aus dem Kreis unserer neuen Autoren gesagt, ich solle nicht mehr über Arbeitslose schreiben ... was ein Grund für meinen Rückzug war. Es sei "langweilig", immer etwas über Arbeitslose lesen zu müssen, zudem würden die bei mir auch noch "gut" dargestellt. Ja - solch´ einem asozialem Gesochse haben wir hier Platz geboten, Raum geschenkt, Gastfreundschaft gewährt. Außer mir hat das wohl keiner groß gemerkt - jedenfalls gab es keine Klagen. Es ist sehr betrüblich zu sehen, dass wirklich kaum noch jemand den Mumm oder die Courage hat, Regierungsmeinung in dieser Hinsicht zu hinterfragen - und "die Wirtschaft" jubelt sowieso: jeder, der skrupellos genug ist, seinen Arbeitern zu wenig Geld zu geben, kann hier  Millionär werden ... dank massivem staatlichem Eingriff in die "Märkte", einem Eingriff, der ansonsten sofort "die Wirtschaft" auf die Barrikaden getrieben und zu spontanen Massenentlassungen animiert hätte.

Dienstag, 11.2.1014. Eifel. Mir wurde unlängst ziemlich deutlich aus dem Kreis unserer neuen Autoren gesagt, ich solle nicht mehr über Arbeitslose schreiben … was ein Grund für meinen Rückzug war. Es sei „langweilig“, immer etwas über Arbeitslose lesen zu müssen, zudem würden die bei mir auch noch „gut“ dargestellt. Ja – solch´ einem asozialem Gesochse haben wir hier Platz geboten, Raum geschenkt, Gastfreundschaft gewährt. Außer mir hat das wohl keiner groß gemerkt – jedenfalls gab es keine Klagen. Es ist sehr betrüblich zu sehen, dass wirklich kaum noch jemand den Mumm oder die Courage hat, Regierungsmeinung in dieser Hinsicht zu hinterfragen – und „die Wirtschaft“ jubelt sowieso: jeder, der skrupellos genug ist, seinen Arbeitern zu wenig Geld zu geben, kann hier  Millionär werden … dank massivem staatlichem Eingriff in die „Märkte“, einem Eingriff, der ansonsten sofort „die Wirtschaft“ auf die Barrikaden getrieben und zu spontanen Massenentlassungen animiert hätte.

Ganz offen rühmt sich ein Ex-Kanzler, wozu er seine prachtvolle, fürstliche Ausstattung mit Steuermitteln gebraucht hat: einen „Niedriglohnsektor“ hat er geschaffen. Das hört sich produktiv und konstruktiv an – in Wirklichkeit ist gemeint: er hat deutsche Bürger dazu genötigt, sich für albanische Löhne zu verkaufen. Mit Staatsgewalt, wohlgemerkt.

„Hartz IV“ ist das Ermächtigungsgesetz der Neuzeit, es ermächtigt jeden asozialen Menschenschinder, sich auf Kosten seiner Mitmenschen zu bereichern … solange die Kredite der Bank für sein Unternehmen laufen. Ja – das ist das eigentliche neoliberale Erfolgsmodell: auf Pump eine Firma kaufen, den Mitarbeitern Hungerlöhne zahlen, während man selbst sich die Taschen vollstopft, dann ein schneller Konkurs – und schon ist man Leistungsträger.

Die Zeche zahlt der Steuerzahler – nur ist er häufig zu blöde, das zu bemerken.

Der „Niedriglohnsektor“ hatte auch Folgen für den Euro und Europa: die gesamte Krise der Eurozone läßt sich auf den deutschen Niedriglohnsektor zurückführen – ohne ihn wären die deutschen Waren nicht so billig, dass sie in Griechenland, Italien, Portugal oder Irland die einheimischen Firmen vom Markt vertreiben könnten. Da verdienen Millionen Deutsche dran – und genauso wie damals, als Judeneigentum billig verscherbelt wurde, machen Millionen ein Schnäppchen … nicht nur eine kleine Hand „Reformer“.

Ach ja … „damals“ … auch darüber darf man nicht mehr schreiben. Zunehmend bahnt sich in Bloggerkreisen eine neue Meinung an – zu „damals“. Weit über dem üblichen Prozentsatz der rechtsradikalen im Lande hinaus bricht sich – teils hinter vorgehaltener Hand, teils ganz offen ausgedrückt eine alte Meinung Bahn: „der Jude war es“. Man merkt deutlich: Deutschland hat wieder Not – und in der Not sucht man einen Schuldigen: den Juden, entweder als „zionistischen Banker in New York“ oder als „Israeli“. Hätte Hitler doch nur alle ausgerottet – die Welt wäre ein friedliches Paradies. Leider haben die Juden den Krieg gewonnen und besetzen Deutschland bis 2099 – so jedenfalls die neuen Legenden der „einschlägigen“ Kreise.

Vergessen wird: der braune Alltag, denn der wurde auch ohne Juden immer finsterer … und viele führende NS-Schreihälse der Gemeinde sind ihm zum Opfer gefallen, allen voran der Herr Röhm und Konsorten, denn die Maschine lief immer weiter … und als Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Pfarrer, Kritiker und Zigeuner samt den Arbeitslosen „fort“ waren, nahm sich die Maschine den Rest vor. „Hat über Partei und Führer gelästert“, „hat Auslandsfunk gehört“, „sah Deutschland den Krieg verlieren“ waren standardmäßig Anschuldigungen, mit denen Nachbarn den ewigen Streit um den Apfelbaum an der Grundstücksgrenze endgültig beendeten, Kinder sich wegen zu schlechter Noten an dem Lehrer rächten … oder auch an ihren Eltern.

Ob an den Beschuldigungen etwas daran war? Meistens nicht, aber die Folterkeller der Gestapo mussten gefüllt werden – auch mit den Schreihälsen, die zuvor das Fähnchen am Eifrigsten schwenkten. An diesen Aspekt des „Dritten Reiches“ erinnert sich kaum einer – mir kam er gestern in den Sinn, als ich folgende E-Mail erhielt:

Moin, hatte gestern ein „tolles“ Gespräch mit meiner ältesten Tochter. Die rief mich ganz erbost an, ich würde ihren Staus hier und auch außerhalb zerstören. Sie könne sich nirgendwo mehr blicken lassen, weil ich ja H4 Empfängerin sei und zu faul zum arbeiten. Sie war bei uns in der Dorfdisco und wurde wohl darauf angesprochen, man hätte mich beim JC gesehen, tja, dann muss derjenige ja auch im Bezug sein???? Ich solle mal meine Klappe halten wenn ich da besoffen in der Ecke läge. Ich saufe nicht, wovon denn auch?? Ich war sprachlos. Sie hat alle möglichen Vorwürfe runtergerattert so das ich gar nicht zu Wort gekommen bin. Jedenfalls will sie, dass ich wegziehe sobald meine Jüngste mit ihrem Studium beginnt, sie wolle sich nicht weiter für mich schämen. Sehr traurig ist das. Sie habe sich schon nach Wohnungen für mich umgeschaut. Siehste, H4 wirkt.

„Man hätte mich beim Jobcenter gesehen“ …. dort gesehen zu werden, ist inzwischen gefährlich, führte in diesem Falle dazu, dass die Tochter einem eine Wohnung weit weg sucht. Tja – früher war das einfacher, da gab es „Lager“.

Die Frau, die dies berichtet, ist Mutter von vier Kindern. Mal ausgerechnet, was ein Kind kostet? 120 000 Euro bis zum 18. Lebensjahr (siehe Familie.de). Bei ständig steigenden Preisen (die die dicken Bonuszahlungen sicherstellen) und ständig sinkender Kaufkraft  wird das irgendwann automatisch eng.

Schon mal überlegt, wie sich eine Mutter fühlt, die diese Investitionen gewagt hat – und von der eigenen Gemeinschaft (was „der Staat“ eigentlich ist) dafür an den Pranger gestellt wird, weil wir ganz neben die Erziehungsleistung von Eltern inzwischen gratis abrufen wollen?

Schon mal überlegt, wie zerrüttet dieses Land in Wirklichkeit schon ist, wenn sich wieder Kinder auf diese Weise gegen ihre Eltern stellen – wie „damals“ mit dem Staat im Rücken?

Ich denke – man vergisst einfach zu viel.

In Deutschland wird wieder gestorben – nur die Berichte dafür finden keinen Einlass in die Presse, siehe Stern:

Das Gesetz, das als Hartz-IV bekannt ist, trägt nicht nur den Namen eines rechtskräftig verurteilen Straftäters, sondern kann auch zum Tode führen. Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen, lautet die Quintessenz dieser von der Schröder-Regierung eingeführten sozialpolitischen Umbau-Maßnahme. In Speyer konnte Hartz-IV auf grausige Weise seine finale Logik beweisen: Ein 20jähriger Arbeitsloser wurde am Sonntag, 15. April, verhungert in der Wohnung seiner Mutter aufgefunden. Die 48-jährige Frau selbst wurde mit Mangelerscheinungen in eine Klinik eingeliefert.

Beiden war von der zuständigen „Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration“ (GfA) vor vier Monaten das Arbeitslosengeld II gestrichen worden. Die Mutter hatte angegeben, sie hätten nicht mehr genug Geld gehabt, um Lebensmittel zu kaufen.

2007 konnte man so etwas noch im Stern lesen. Inzwischen ist auch denen dieses Thema wohl auch zu heiß geworden.

Es steckt eine große, finstere Gewalt hinter der Verdunkelung der deutschen Verhältnisse: der Staat selbst. Noch ein Beispiel dazu? Gut.

Der Spiegel meldete am 19.1.2014, das hunderttausene deutscher Akademiker zu Niedriglöhnen arbeiten würden – ein Skandal sondergleichen. Nur einen Tag später kam im gleichen Magazin die Meldung, dass Deutschland vom Akademikeransturm aus Rumänien und Bulgarien profitieren würde: noch viel mehr Akademiker, die helfen würden, die Löhne für deutsche Fachkräfte auf albanisches Niveau zu senken … mit Billigung unserer eigenen Regierung.

„Deutschland“? Nein – eine Bande von Lohnschneidern, die die Lebensqualität für Deutsche mit geliehenen Geldern von Sparern (ja – man vergisst häufig, woher das Geld eigentlich kommt, mit dem die wuchern) weiter absenken wollen – aktuell wirbt der Bundespräsident aktiv in Indien um die indische Jugend: sie solle doch massenhaft nach Deutschland kommen, wir sind zwar eins der dichtbevölkersten Länder der Erde, haben aber Platz satt: vor allem für Facharbeiter, die zu Niedriglöhnen arbeiten.

Dank der Qualität der deutschen Schulausbildung wundert das keinen mehr. Laut Spiegel sind deutsche Schulbücher beim Thema Holocaust unpräzise, ebenso berichtet das Magazin seltsame Erscheinungen in Hoyerswerda: ein brauner Mob bekommt eine Bewährungsstrafe für studenlangen Terror gegen Mitmenschen … die Opfer müssen den Ort verlassen und anonym in einer Großstadt wohnen:

Vielleicht ist es gerade diese offen zur Schau getragene Heiterkeit, die auf Betrachter des Neonazi-Prozesses in Hoyerswerda so verstörend wirkt. Gemeinsam hatten die acht Rechtsextremen laut Anklage im Oktober 2012 ein in der Antifa-Szene engagiertes Paar zu Hause aufgesucht. Sie beschimpften die beiden aufs übelste, drohten mit Mord und Vergewaltigung. Über Stunden schaffte es die Polizei nicht, dem Treiben ein Ende zu machen. Schließlich wurden nicht etwa die Täter festgenommen – sondern die Opfer per Streifenwagen an einen sicheren Ort geschafft.

Die haben auch gut lachen: der Staat kämpft lieber gegen Arbeitslose als das er sich gegen Staatsfeinde wehrt. So hatte sich „damals“ auch die SA gegen den Staat durchgesetzt. Und damit für den Umbauprozess der Gesellschaft auch genug Arbeitslose zur Verfügung stehen, wird Deutschland „Einwanderungsland“.

Wohin die Reise geht?

Welche Chancen, welche Zukunft hat eine Gesellschaft, in der sich die eigenen Kinder gegen ihre Eltern stellen, um den Schnöseln von RTL zu gefallen?

Und welche Botschaft verbreitet die Regierung, der Präsident, die Wirtschaft währenddessen unter das Volk?

Wenn ihr meckert, ersetzen wir euch durch Inder, Bulgaren und Rumänen. Aber … das tun wir sowieso. Also haltet das Maul, schränkt euch weiter ein, spart, wo ihr könnt zum Wohle der Kapitaleigner, deren Hauptberuf inzwischen „Steuerhinterzieher“ istsonst streichen wir euch das Essen genauso wie den Alten, den Kranken … und den Müttern, die nach zwanzig Jahren Kindererziehung keiner mehr haben will – noch nicht einmal die eigenen Kinder.

Und wem das nicht reicht, dem unterbreitet der Spiegel die Wahrheit, dass die Mehrheit der Deutschen inzwischen für aktive Sterbehilfe ist.

Wie damals.

Aber ich vergaß: darüber redet man nicht mehr, zeitgemäß und heiß ersehnt sind Artikel über sebstversorgende Vegetarier … denn die hätte der Staat (bzw. der sich verselbständigende aufgeblähte Verwaltungsapparat) auch gerne als Bürger: da bleibt mehr Geld für neue Pöstchen über … wie ich höre, hat allein die aktuelle große Koalition dreißig neue Pöstchen geschaffen – und zwar sicher nicht auf Hartz IV-Niveau.

Ach – und was man der Tochter sagen sollte?

Gar nichts.

In zwanzig Jahren wird sie selbst von Hartz IV leben.

Sie will es nur noch nicht wahr haben.

Dabei würde in Blick in die Gegenwart reichen: die Zahl der Jugendlichen, die einen Neuwagen kaufen, nimmt beständig weiter ab (siehe z.B. auto motor sport). Ist dies vielleicht wirklich nur „mangelndes Interesse“ …. oder könnte das etwas mit Niedriglöhnen zu tun haben, die in Zukunft direkt in die Altersarmut führen?

 

 

 

 

Leyenhaft

Haben Sie sich auch schon gefragt, warum Politiker Ministerämter erhalten, deren Aufgabenbereiche sie hauptsächlich aus den Nachrichten kennen? Aktuelles Beispiel ist die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sie kam vom Familienmi(ni)sterium und mutierte zur blonden Lara Croft der deutschen Landesverteidigung. Okay, sie hat nicht die virtuelle Ausstrahlung dieser Pixelnikone, aber dafür eine Föhnfrisur mit Betoncharakter. Afghanistan, Sonne, windig, Drei-Wetter-Taft. Sie zeigt sich natürlich feminin am islamischen Hindukusch, mit dem unwiderstehlichen Charme einer leeren Munitionskiste. Zudem ist die Farbwahl ihrer Kleidung leicht deplatziert. Dieses satte Grün passt besser in den Schwarzwald zur Jagdsaison. Afghanistan hat andere Farben. Vorwiegend Ockertöne mit roten Spritzern. Sie hätte ein sandiges beige wählen sollen, dass auch medienwirksam zum betonierten Blond passt. Um ihre Untergebenen richtig ansprechen zu können, muss sie zuerst einmal die Rangordnung lernen und kapieren, dass ein Sternegeneral nix mit einem Putzmittelkonzentrat zu tun hat. Nach ihren eigenen Aussagen sollten dafür die Weihnachtsferien reichen. Vermutlich genügt die Zeit gerade Mal um zu realisieren, dass ein Kampfanzug auch bei sechzig Grad sauber wird und Kanonenfutter keine biologische Vollwertkost für Soldaten ist. So wie es aussieht, hat Frau Leyen den Wechsel vom Familienministerium zum Bundesheer nicht vollständig hingekriegt. Immer wieder hört/liest man von ihr Worte wie Familie, Kinderbetreuung und Elternzeit. Eigentlich schöne Worte. Nur was haben die beim Militär zu suchen? Ist die ganze Familie an der Front? Vermutlich sollen die Kinder hautnah miterleben können, wie Mami und Papi verheizt werden. Natürlich braucht es dann Kinderbetreuung. Jemand muss die Kleinen ja trösten, wenn die Eltern auf hundert Quadratmetern verteilt rumliegen und die Kinder nicht wissen, welches Körperteil sie als Mami oder Papi anreden sollen. Eigentlich müsste Frau Leyen Waisenheime in jeder Kaserne platzieren. Warum also plötzlich der Familientrend beim Militär?

Die Kleinen können ja noch nicht an der Front eingesetzt werden. Während Mami und Papi den heimischen Sandkasten im fernen Hindukusch mit ihrem Leben verteidigen, muss jemand auf die Kinder aufpassen. Ein Panzer verströmt wenig elterliche Fürsorge. Also müssen andere Mamis und Papis her, welche die Kinder für ihren zukünftigen Rachefeldzug, falls die Eltern beim Verteidigen des Sandkastens ums Leben gekommen sind, entsprechend trainieren und fördern. Gibt es eine militärische Qualifikation für Kinderbetreuung? Entsteht wo möglich eine neue Truppenart, die Schnullerbrigade? Wie sieht so ein Rang aus? Schnuller mit gekreuzten Schoppenflaschen darunter? Auch die Bezeichnungen der einzelnen Truppen könnte sich familientauglich ändern. Luftwaffe wird dann zur Gruppe Wölkchen und erhält als Symbol zwei gekreuzte, fliegende Windeln. Die Infanterie mutiert zu den grünen Räupchen und die Marine hört dann auf den Namen Käptn Blaubärbande. Schwieriger wird es, wenn die Eltern am Abend vom Frontdienst heimkehren und die Kinder fragen, was man den Tag so gemacht hat. Da wird Familienkonversation zum pädagogischen Glatteis. Vor allem, wenn die Eltern am Morgen sich, sauber gebügelt und geduscht, von den Kleinen verabschieden und am Abend verdreckt und blutverschmiert wieder heimkommen. Da bekommt die Märchenfrage, warum hast du so grosse Augen, eine ganz neue Bedeutung. Zur Antwortauswahl stehen: weil ich mit Aufputschmitteln vollgestopft bin, weil ein Blutspitzer ins Auge gegangen ist oder weil ich unter posttraumatischen Kriegs-Phobien leide. Die Kleinen können sich dann die passende Antwort aussuchen. Verstehen werden sie die jedenfalls nicht. So ist es verständlich, wieso Frau Leyen ihr altes Ressort in die neue Verteidigungsaufgabe einbringen will. Wenn schon Papi und Mami zu professionellen Killern ausgebildet werden mit der staatlichen Lizenz zum Massenmord, dann sollen die Kinder wenigstens mit Platitüden gemästet werden, bis sie militärische Gewalt als einzige sozialkompetente Konfliktlösung verstehen.

Ein anderes Problem von kriegstreibenden Völkern ist der Verlust von Personal auf dem Schlachtfeld. Auch hier bringt Tante Ursula beste Vorraussetzungen mit. Als ehemalige Familienministerin ist ihr der mindestens gleichbleibende Bestand an uniformierten, im Gleichtakt blökenden Schafen wichtig. Ohne Personal funktioniert kein Panzer, nicht mal eine unbemannte Drohne, auch wenn sie so heisst. Demzufolge achtet sie darauf, dass der Bestand an reproduzierbarer Biomasse nicht ab- sondern zunimmt. Neuer Leitspruch des deutschen Militärapparates wird sein: zuerst poppen, dann foppen. Der Feind und einige Kameraden werden sich grün und blau ärgern, wenn die Soldatinnen in Zukunft, zum Kinder kriegen an die Front geschickt werden und nicht zum Vergewaltigen. Jeder Schützengraben bekommt einen Wickelraum und jedes Basislager eine Entbindungsstation. Bei Gebrauch wird eine rosarote Fahne gehisst. Dieser Ort ist solange von jeglicher Kriegshandlung befreit.

Nicht so leicht wird es die Schnullerbrigade mit den neuen Herausforderungen haben. Ikea-Wickeltisch zerlegen und zusammenbauen unter zwei Minuten, Anziehen einer Giftgasausrüstung inklusive Windeln wechseln unter fünf Minuten oder mit einer Anzahl Kinderwagen eine Nachschubverbindung zur Front aufbauen. Wer die typisch deutschen Bodenbeschaffenheiten mit dem Wetterverhältnissen kennt wird erahnen, wie schwierig solche Aufgaben bei vierzig Grad Hitze und Sandsturm sind. Kommunikation wird ebenfalls ein Thema von Frau Leyen sein. Wenn im äussersten Südbayern am Hindukusch die Sprache der einheimischen Bevölkerung nur mit viel Weissbier nach deutsch klingt, wird das Zusammenbauen eines Wickeltisches unter zwei Minuten nicht mehr funktionieren. Da muss sie eine Lösung finden.

Offensichtlich wird beim Betrachten der Bilder von Frau Leyen mit dem Militär, dass sie sich ungern mit Waffen ablichten lässt. Hat sie Angst vor Waffen? Man könnte bei einer Militärparade alles aus Zucker machen. Geschulterte, bunte Zuckergewehre mit Schokoladenlauf. Danach dürfen die Soldaten ihre Waffen aufessen. Bei ihrer Unkenntnis von Tötungsmitteln sollte sie darauf achten, dass sie bei einer Bestellung nicht aus Versehen Tischbomben an die Front schickt. Aber dafür hat sie ihre professionellen Berater. Die können ihr weiss Gott was erzählen und sie muss es glauben respektive ordern. Auf Granatapfel und Rosinenbomber wird sie hoffentlich nicht mehr reinfallen. Neu wird in der Bestellliste sicher eine grössere Auswahl an Tampons oder Damenbinden sein. Das kennt jede Frau, mitten im Gefecht, im Vollstress genau dann setzen die Tage ein. Auch hier kann der Wickelraum im Schützengraben wertvolle Dienste leisten. Bei Gebrauch wird dann eine blaue Fahne gehisst.

Als Mutter von sieben Kindern kann sie sicher mit Geld umgehen. Sie wird erstaunt sein über die Dimensionen, die sich ihr da auf tun. Da kostet eine ferngelenkte Rakete so viel wie eine KiTa-Stätte im Jahr oder das rausgeworfene Geld des desaströsen Drohnenprojekts ihres Vorgängers würde für alle KiTa’s in Deutschland für Generationen reichen. Ob sich hier eine Umverteilung vollziehen wird? Eine solche positive Entscheidung wäre ihr zuzutrauen. Weniger Geld für das Militär, dafür mehr für die Spionageabwehr und den Geheimdienst. Letzterer platziert Informanten in den KiTa’s und die schauen, ob ein Kind zufällig die Farben von Al-Kaida zum Malen nimmt. Die anderen Kinder werden mit Propagandasprüchen zugekleistert. Die neuen Kinderbücher handeln vermutlich von Rattati und Panzi – die grossen Abenteuer vom dicken Panzer mit seinem treuen Freund dem Geschütztürmchen. In der Spieleecke tragen die bösen Spielfiguren immer ein Kopftuch und sind hellbraun. Die neuen Memoryregeln sind nicht zwei gleiche Karten zu finden, sondern Waffe und Opfer. Also Gewehr und Soldat, Giftgaszeichen und Zivilisten, Rakete und Flugzeug undsoweiter undsofort. Diese ganzen Neuerungen kosten Geld. Frau Leyen wird mit hausmütterlichem Geschick die militärischen Einkäufe tätigen. Vielleicht bringt sie ja noch was mit, was spannendes, was zum Spielen.

Was bringt sie sonst noch mit? An beruflichen Qualifikationen? Sie ist Ja-Sagerin. Sie hat zum neuen Job ja gesagt. Sie hätte auch nein sagen können. Aber da wären wohl ein paar Sprossen auf der Erfolgsleiter morsch geworden. Also wird sie, wenn es der Karriere dient, ja sagen und wenn nicht, dann eben nein. Dies sollte man bei zukünftigen Verhandlungen mit ihr berücksichtigen.

Als Ärztin und Mutter kennt sie sich natürlich bestens mit Kinderkrankheiten aus. Kriegstrauma, Giftgas, Biowaffen und atomare Verseuchung gehören für eine Mutter zum familiären Alltag. Vermutlich wurde sie bei Amtsantritt gar nicht über alles im Militär informiert. Ist wohl besser so. Ein einzelner normaler Menschenverstand ist gar nicht in der Lage, das Wissen über Tötungsmechanismen von unzähligen kranken Hirnen zu verdauen. Da wird‘s jedem schlecht. In homöopathischen Dosen klappt es besser. Nach und nach werden sich Frau Leyen Wahrheiten eröffnen, die sie allmählich vom obersten Familienrat in die abgrundtiefsten Irrwege menschlicher Zerstörungsfantasien manövrieren werden. Am Schluss ihrer Amtszeit oder schon früher, wird sie mit durchweichter Hirnmasse nur noch tonbandgleich Sätze der Rüstungsindustrie nachplappern. Schade, wenn es so rauskommt. Sie ist sicherlich eine starke Frau, aber Panzerstahl ist härter als Windeln. Darauf muss sie sich einstellen. Auch die Vermischung Familie und Militär ist nicht unproblematisch. Es ist kaum anzunehmen, dass die Soldaten ihre Essensrationen von Milupa akzeptieren. Vorher wird man Inserate für Waffentechnik in der Zeitschrift „Eltern“ finden.

Also die beruflichen Qualifikationen von Frau Leyen für dieses Amt sind eher dürftig. Man darf sie als leyenhaft bezeichnen. Sicher kann sie viel lernen. Das Exekutieren von Feinden muss jeder Soldat beherrschen und sollte zuoberst auf der Liste stehen. Wenn er das nicht kann, nützt er dem Staat nichts. Und sie will dem Staat nützen. Als oberste Killernanny des Familienmilitärs. Zum Silvester öffnet sie die Tore der Munitionskammern und veranstaltet ein Feuerwerk für Gross und Klein. Kolateralschaden inklusive. Einige Generäle werden sicher in Wallung geraten, wenn plötzlich, anstatt der bekannten Wurstfinger, ein rot lackierter Fingernagel anmutig über dem ebenso roten Knopf schwebt. Da wird bei manchen sprichwörtlich der Schuss abgehen. Sie wird es nicht einfach haben in dieser Männerwelt und vermutlich die Männerwelt auch nicht mit ihr. Wenn in den Kasernenunterkünften plötzlich Duftlampen rumstehen und der Truppenübungsplatz mit Hilfe von Feng Shui gebaut wird, dann verwandelt sich der militärische Mordsapparat in einen wohlriechenden Kulturverein für Herbstmode.

Aber bei all den Kritiken, die sie schon erhalten hat, macht sie sich doch gut. Sie nimmt die Herausforderung an wie ein Baggerfahrer, der einen Airbus fliegen darf. Irgendwie wird das schon gehen. Einen Beruf zu lernen dauert mindestens drei Jahre. Sie macht’s über die Weihnachtsferien. Der Rest muss nicht gelernt sondern nur abgelesen werden. Das kann sie jetzt vier Jahre lang üben. Bleibt ihr eigentlich nur zu wünschen, dass sie immer die richtige Brille dabei hat. Eine für die Realität und eine für den Volkswillen. Gleitsichtgläser gingen auch. Ihre Weitsicht wird dem Volk zeigen, wie viele Menschen durch deutsche Waffen ums Leben kommen werden. Und ihre Kurzsichtigkeit bewiess sie bereits, in dem sie überhaupt erst den neuen Job angenommen hat. Scheinbar schlug beim Betrachten des neuen Ministeriums die heisenbergsche Unschärferelation zu. Da nützt auch keine Brille. Man kann nur hoffen, dass sie trotzdem den Durchblick erhält und die deutsche Wehrmacht dorthin führt, wo sie eigentlich hin will – wieder nach Hause. Lassen wir uns überraschen.

 

Weltuntergang

Weltuntergang

Freitag, 21.12.2012. Eifel. Heute ist ja Weltuntergang. Mal wieder. Stört mich nicht besonders, ich habe schon einige überlebt – unter anderem meinen eigenen.  Der war im Oktober 2004. Ich denke ungern an die Zeit zurück, an jenen Moment, wo meine (Ex-)Frau mich mit aufgeschnittenen Pulsadern zum Frühstück empfing. Das erste mal seit dreißig Jahren standen mir Tränen in den Augen – und der Schock endete nicht, sondern wurde immer schlimmer, als ich ihre Tagebücher las und sah, wieviel Hass und Verachtung sich dort konzentrierte – gegen Gott und die Welt und vor allem gegen mich, der sich wenige Tag zuvor noch äußerst lobend über seine Familie geäußert hatte.  Acht Monate lang habe ich dann versucht, die wirtschaftlichen Folgen ihres Wahns in den Griff zu bekommen … sie hatte ein Jahr keine Rechnung bezahlt, nicht eine einzige, das Konto war maximal überzogen (was bei unserem Dispo sehr viel war), die Kinder völlig durch den Wind, weil sie ähnliche suizidale Aktionen schon Jahre zuvor mitbekommen hatten. Tag für Tag erfuhr ich mehr, das mein Leben auf einer Lüge aufgebaut war und ich selbst wohl ein ziemlich tumber Klotz gewesen sein muss, um davon nichts mitzubekommen. Mehr und mehr kamen Freunde, Verwandte und Bekannte auf mich zu und erzählten ihre Beobachtungen wie die, das sie sich nur dann um die Kinder und den Haushalt gekümmert hatte, wenn ich da war … was selten genug war, denn immerhin war ich unterwegs, um meinen Rücken zu ruinieren (was ich damals aber noch nicht wusste). Ansonsten sah der Alltag der Kinder so aus, das sich Muttern ins Wohnzimmer zurückzog und den Kindern strikt verbot, sie zu stören. So lernten die kochen, Wunden versorgen, Hausaufgaben mit den Jüngeren zu machen, Kleinkinder wickeln … und mir wurde das als „Erziehung zur Selbstständigkeit“ verkauft. Ich sah nur, wie sehr die Kinder sich gefreut haben, wenn ich nach Hause kam und wähnte mich sehr glücklich. Im August 2005 gab dann mein Rücken nach, innerhalb einer Sekunde lag ich auf dem Boden und konnte mich nicht mehr rühren.

Ich könnte noch viel darüber erzählen (auch über meinen Anteil an dem Desaster, den es unzweifelhaft auch gibt), aber ich dachte nur: ich erzähle mal diese sehr persönliche und rein subjektive Geschichte eines Weltuntergangs. Nein, ich brauche kein Mitleid, noch brauche ich Hilfe, noch bin ich über Gebühr unglücklich: im Rahmen der vielfältigen gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde meine Person psychologisch gründlich durchleuchtet, ich gelte (trotz der Tränen) als emotional sehr stabil sowie als Mensch mit einer „extremen sozialen Einstellung“ … was sich heutzutage schon wie ein Warnsignal anhört, dem bald die Zwangseinweisung folgt.

Heute kommen auch die Kinderärzte zu mir und erzählen – welch Hohn – das sie selbst schon daran gedacht hatten, die Kinder von der Mutter fort zu holen, Lehrer hatten mehrfach das Jugendamt informiert, aber man sah ja auch den „stabilen“ gut situierten und äußerst streitbaren Vater, der bei allen einen verantwortungsbewussten Eindruck hinterließ. So endete nicht nur alles, was ich in zwanzig Jahren an materiellem Reichtum aufgebaut hatte, so endete nicht nur die Karriere eines Arbeiterkindes, das in Sphären unterwegs war, die solchen Kindern auf ewig verborgen bleiben sollten (weil man dort schnell erkennt, das Reichtum mit Arbeit wirklich nichts zu tun hat – aber schnell zu der bösen Erkenntnis  führt, das man mit Arbeit nie reich wird) – es endete auch der Glauben an mich selbst.

Meine Ex-Frau hat sehr auf den heutigen Tag hingelebt und wird morgen wahrscheinlich ziemlich dumm dreinschauen, wenn sich alles weiterdreht. Mir ist der Tag ziemlich egal (so wie auch die anderen Weltuntergänge) weil meine Welt schon lange untergegangen ist und ich – so kann man es sagen – mehrere Tode durchlebt habe. Ich habe aus meinem Versagen die Konsequenz gezogen, das ich mich völlig aus dem Leben zurückgezogen habe – oder in mich selbst zurückgezogen hatte. Da allerdings fand ich einen ziemlichen Reichtum, Glück, Zufriedenheit, Geborgenheit und das sichere Wissen, das dieser Raum unzerstörbar ist und auch den biologischen Tod locker überstehen kann – so kraftvoll ist dieses Sein. Und die ehelichen Szenen einer hysterisch keifenden Frau, die sich bei mir lauthals darüber beschwert, das Gott sie hasst (und ich deshalb ein Arschloch bin), vermisse ich nicht wirklich.

Vom Mayakalender habe ich das erste Mal im Juni 1995 erfahren. „Der letzte Akt der Dunkelmächte“, geschrieben von einem österreichischen Wanderprediger, der geldlos durch die Republik reiste und seine Broschüren, Bücher und Analysen verschenkte: selten erlebt man in diesen Zeiten das „Muster“ eines echten Propheten … bzw. jemanden, der so auftritt, wie man sich die biblischen Propheten vorstellen kann. Seine rhetorische Begabung, sein verkäuferisches Geschick war (unabhängig von seiner „Ware“ die er unablässig verkauft hat), so genial, das ich mit Mitarbeitern zu Schulungszwecken in seine Seminare gegangen bin: es galt, freies Sprechen, Argumentation und Präsentation bei einem Meister zu lernen, dessen Ware – wie unsere – aus Mythen, Spekulationen und subjektiv gefärbten Interpretationen von Daten bestand (ja, das ist unser Gesundheitswesen – deshalb ist es so teuer und uneffektiv).

1998 wurde ihm dann bei einem Vortrag in Köln die entscheidende Frage gestellt: allen Analysen des Kalenders zum Trotz – mit welchen sichtbaren Anzeichen haben wir nach seiner Meinung zu rechnen, die den bevorstehenden Umbau der Welt (und darum ging es ihm – um den Umbau der Welt der „Dunkelmächte“ hin zu einer normalen, menschenfreundlichen, friedlichen, lebenswerten Welt – nicht um Weltuntergang) erkennbar machen.

Nach einigem Zögern (konkrete Prophezeiungen können für Propheten schnell sehr peinlich werden) traute er sich zu sagen, das er ganz konkret mit einer Zunahme an Naturkatastrophen rechnet.

Diese Prophezeiung traf vollständig ein …. und setzt sich fort. 2012 gab es eine Jahrhundertdürre in den USA, viele Felder sind tot, viele Herden verdurstet – die Medien haben dieses Thema nur am Rande gestreift, weil man Panik vermeiden wollte. Der Jahresrückblick bei Yahoo (politisch sicher unverdächtig) meint dazu:

Tausende Getreidefelder vertrockneten, die Ernten von Mais und Soja fielen um bis zu 17 Prozent schwächer aus: Preise für Soja stiegen um 30 Prozent, für Mais um 50 Prozent. 28 der 50 Bundesstaaten waren von der Dürreperiode betroffen. Auch Indien  machte die Hitze zu Schaffen. Weil es in der Monsunzeit 20 Prozent weniger regnete, fiel ein großer Teil der Ernte aus.

Was hatten wir in Europa?

Mit minus 36,5 Grad wurde in der tschechischen Ortschaft Kvilda ein Rekordtief gemessen, ein elf Kilometer langer Abschnitt der Donau war zugefroren, und selbst am italienischen Gardasee waren es 25 Grad unter Null. Ende Januar und Anfang Februar hatte eine eisige Kältewelle mit tiefem Frost und Schneefall vor allem Osteuropa und den Balkan im Griff.

Mehr als 600 Menschen starben an Erfrierungen. Allein in der Ukraine wurden 135 Kältetote gezählt, in Rumänien versorgten Soldaten abgeschnittene Ortschaften über eine Luftbrücke.

Die Versicherungswirtschaft gab meinem kleinen Wanderpropheten recht, siehe (politisch auch unverdächtig) Wirtschaftslexikon24:

Die Gefährdung durch Naturkatastrophen und ihre Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft sind im Wachsen begriffen. Ca. 600.000 Tote waren in den letzten zehn Jahren weltweit zu beklagen, die jährliche Anzahl ist steigend (IFRC 2000). Es ist sowohl eine starke Zunahme der Anzahl von Naturkatastrophen sowie der versicherten und volkswirtschaftlichen Schäden zu verzeichnen. Im Vergleich der 90er Jahre mit den 60er Jahren ergibt sich für Naturkatastrophen-Ereignisse eine Zunahme um 220% und fürvolkswirtschaftliche Schäden um 760%. Die versicherten Schäden stiegen im gleichen Zeitraum um 1510% an (Münchener Rückversicherung 2000).

Die Natur ist außer Rand und Band … man will uns das aber nicht in aller Deutlichkeit sagen, Menschen, die diese Erscheinungen ernst nehmen, werden leicht in die Sphäre der Spinner und Phantasten verortet, so wie im aktuellen Kommentar von Jan Fleischhauer im Spiegel:

Das Problem aller chiliastischen Bewegungen ist die Terminierung des erwarteten Weltendes, wie man bei den Maya-Deutern sehen kann, das gilt auch für den Ökologismus. In den frühen siebziger Jahren wurde das Weltende auf die Jahrtausendwende gelegt: Im Jahr 2000 sollten alle Ressourcen verbraucht, alle Bäume gestorben und die Welt dafür restlos überbevölkert sein. Im Augenblick ist das Weltende von den Hohepriestern der Ökobewegung für das Jahr 2060 angekündigt, wenn die Klimakatastrophe das Leben auf unserem Planeten endgültig in eine Hölle auf Erden verwandelt hat.

Der grüne Adventismus hat also noch etwas Zeit bis zur Stunde der Wahrheit.

Gut versorgt mit Anteilsscheinen der Industrieproduktion (sprich: Geld) lässt sich leicht über alles spotten, was den geordneten Luxuskonsum stören könnte: ich persönlich kenne diese Verdrängungsmechanismen aus meiner persönlichen Geschichte – also aus eigener Erfahrung. Man steht nur dann etwas dämlich da, wenn am Ende der Verdrängung die Wahrheit ans Licht bricht – mit aller vorstellbaren Gewalt.

Was mein Wanderprediger 1995 noch prophezeite? Eine Zunahme des Irrsinns in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Im Jahr 2012 angekommen, kann ich ihm nicht widersprechen, einfach mal ein paar aktuelle Daten anschauen, zum Beispiel im Handelsblatt:

Weihnachten, das Fest der Nächstenliebe, ist nicht mehr fern. Die Europäische Union heimst den Friedensnobelpreis ein. 2012 – ganz im Zeichen der Versöhnung? Mitnichten. Noch nie schwelten in den Ländern der Welt so viele gewaltsame Konflikte wie in diesem Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIK) in einer ersten Einschätzung.

Und dem „Big-Bang“, dem großen Knall, dem von vielen pseudochristlichen Strömungen in den USA herbeigesehntem endzeitlichen Kampf zwischen den apokalyptischen Mächten Gog und Magog (USA versus Russland/China … weshalb „die Russen“ auch trotz Systemkollaps und exzessiv angewandtem Kapitalismusdienst nicht aus dem Feindschema entlassen werden) nähern wir uns täglich mehr – bei völliger Abschaffung der „friedensfördernden und vertrauensbildenden Maßnahmen“, die noch in den achtziger Jahren die Politik bestimmten, um Schlimmeres zu verhindern.

Wir verdienen gut daran (ebenfalls Handelsblatt):

Eine neue Studie zeigt: Der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie geht es deutlich besser als anderen Wirtschaftszweigen. Beim Wachstum ist sie sogar doppelt so stark.

Es wird gerüstet, bis es kracht und auch die letzten menschlichen Hemmungen – Gewalt gegen Kinder – verschwinden, siehe Spiegel:

Der Bericht einer amerikanischen Militärzeitung sorgt für Aufsehen. Demnach halten US-Soldaten in Afghanistan nach Kindern mit „potentiell feindlichen Absichten“ Ausschau. Ein US-Jurist nennt die Strategie „zutiefst verstörend“.

Doch nicht nur Natur und Politik spielen derzeit verrückt, auch die Gesellschaften degenerieren zusehends … und damit meine ich nicht nur die beständige Zunahme an Zivilisationskrankheiten, die zeigen, das wir mit der von uns selbst geschaffenen Umwelt überhaupt nicht mehr zurechtkommen, siehe Welt:

Zu erklären sind die Folgen des Lebensstils auch durch evolutionsmedizinische Überlegungen, berichten Sagner und Schulz: Unsere genetische Ausstattung sei auf einen Überfluss an Nahrung und sehr eingeschränkte Bewegung nun einmal nicht ausgerichtet, sondern auf den Überlebenskampf der Jäger und Sammler. Die Folge: bei Bewegungsmangel und falscher Ernährung reagiere der Körper mit Fehlfunktionen.

Doch nicht nur Naturkatastrophen, Kriege, Umweltzerstörungen und eine krank machende Zivilisation läuten unser Ende ein – wir selbst sind es, die … zumindest für Europa … einen definitiven Endpunkt gesetzt haben, siehe Thomas Straubhaar in der Welt:

Viel wichtiger ist, dass die Geburtenentwicklung mehr über den Gemütszustand einer Gesellschaft aussagt als alle ökonomischen Indikatoren. Die Individualisierung der Gesellschaft sowie die Mobilitäts- und Flexibilitätsanforderungen eines beschleunigten wirtschaftlichen Strukturwandels führen dazu, dass langfristige Bindungen in den Hintergrund treten. Dazu gehört auch eine Ablehnung, Verantwortung zu übernehmen für Familienangehörige.

„Kinderlosigkeit ist das wahre Problem Europas“ … es gibt einfach keine Menschen mehr, die in Zukunft die Schulden bezahlen können, die unsere „Leistungsträger“ jetzt aufhäufen. Die Dominanz betriebswirtschaftlicher Philosophien über den Staat und die Gesellschaft führt dazu, das Staat und Gesellschaft (bis hinunter zu „Ehe“ und „Familie“) nicht mehr funktionieren können, die Gestaltungsformen der Gesellschaft zerbrechen an den Anforderungen einer sich selbst ständig weiter verstümmelnden Wirtschaft, die Philosophie der Konsummaximierung der letzten Jahrzehnte (double income, no child) fordert ihren Preis: die gesamte Zerrüttung elementarer Lebens- und Verantwortungsgemeinschaften.

Das eine solche Kultur eine verantwortungslose „Sozialgesetzgebung“ a´la Hartz IV produziert, die mit massenhaften Enteignungen, permanenten Entwürdigungen und in aller Öffentlichkeit praktizierter psychischer sowie physischer Vernichtung der Betroffenen einhergeht, sollte an dieser Stelle nicht verwundern.

Was real und konkret auf uns zukommt, kann man gerade aktuell in Griechenland studieren, jenem Land, das als erstes europäisches Land den Folgen jener groß angelegten Strafexpedition der Kapitalmärkte zum Opfer fiel, die zuvor weltweit schon andere Volkswirtschaften systematisch vernichtet hatte und sich jetzt auf den ganz großen Kuchen Europa stürzt … den aussterbenden Völkern diesseits des Atlantik.

Die Zeit widmet den Erscheinungen in Griechenland ein paar erschütternde Zeilen:

Georg Pieper machte sich keine Illusion, als er nach Athen fuhr. Aber was der Traumatherapeut dort sah, hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen: Die griechische Gesellschaft explodiert unter dem Druck der Krise.

Nur die Wahrheit erfahren wir nicht, nicht über Griechenland, nicht über Deutschland, nicht über Europa. Offenbar wagt es niemand, sie uns zu sagen. Pieper nennt das, was da gerade vor unser aller Augen geschieht, eine „gigantische Verdrängungsleistung“. Besonders der Abwehrmechanismus der Politiker funktioniere hervorragend.

Diese Mechanismen funktionieren ausserordentlich gut – das weiß ich … wie geschildert … aus eigener Erfahrung.

Georg Pieper beschreibt eindrücklich Szenen einer sterbenden Gesellschaft, die trotz unserer Rettungsmilliarden immer weiter in Richtung Barbarei treibt: schwangere Frauen finden keine Kliniken, in denen sie entbunden werden können, Rentner bekommen keine Medikamente, die EU selbst warnt vor den erschreckenden hygienischen Bedingungen in griechischen Krankenhäusern und der Mittelstand streitet sich mit den wilden Tieren um Nahrungsmittelreste im Müll.

Und es kommt noch schlimmer:

„Der Mensch“, sagt Pieper, „wird in solchen dramatischen Situationen, wie wir sie gerade in Griechenland beobachten, zu einer Art Raubtier. Er sieht nur noch sich selbst und sein eigenes Überleben.“ Die schiere Notwendigkeit treibt ihn in die Unvernunft, und diese Unvernunft bedeutet im schlimmsten Fall Kriminalität. An die Stelle der Solidarität tritt Egoismus.

Nach seiner Meinung steht Griechenland kurz vor einem Bürgerkrieg … jenem Krieg, der auch uns bevorsteht, wenn „die Märkte“ sich bis zu uns durchgefressen haben. Vor der Erkenntnis, das uns das gleiche Schicksal bevorsteht, weil die Märkte auch (oder: gerade) vor Deutschland nicht halt machen, schützt uns nur noch die Verdrängung.

Das Erwachen wird fürchterlich sein.

Auch das … kenne ich aus eigener Erfahrung.

Und was bleibt von den Maya?

Sie haben ihren eigenen Untergang korrekt vorhergesagt – und die Rückkehr der Götter: das wird nur auch von den Apokalyptikern gerne verdrängt, siehe Ludwiger/LaRue 2004:

Mexiko hat seit 1991 mit die höchste UFO-Aktivität der ganzen Erde. Am 11. Juli 1991 begann in Mexiko eine einzigartige UFO-Welle. Die Mexikaner machten sich mit ihren Camcordern bereit, die Geburt einer „Tigersonne“ zu filmen, ein Sonnenfinsternisereignis, das laut Kodex Dresdensis über die Aufzeichnungen der alten Maya-Kultur ein neues Zeitalter einleiten würde. Die UFO-Welle, die an diesem Tag begann, dauerte drei Jahre. Teilweise wurde ein und das selbe Objekt von sechs und mehr Kameras aus verschiedenen Stadtteilen gefilmt. Auf manchen Aufnahmen sind ganze UFO-Formationen zu sehen, die Militärparaden störten, Versteck spielten oder sich einfach ihren Beobachtern präsentierten. Vielen Mexikanern wurde es ein leichtes Hobby, UFOs zu filmen. 300 Konfrontationen von zivilen und Militärpiloten im mexikanischen Luftraum sind in dem Buch „Los Ovnis y Aviation Mexicana“ von Salazar and Guzman (2001) dokumentiert.

Die Dokumentation gab es auch als Video von Zweistausendeins: Besucher am Himmel. Ich habe es ein paar mal gesehen … und mich gewundert, das diese Erscheinungen (die in meinen Augen eher immateriellen Charakter hatten … also nur aus Licht und Bewegung bestanden) nicht zu einem Umdenken und ernsteren Untersuchungen geführt haben.

Ich weiß nun nicht, was diese Erscheinungen eingeläutet haben – aber ich weiß, welches Zeitalter „die Märkte“ einläuten wollen, deren beständig neue Triumphe die natürlichen, biologischen, medizinischen, gesellschaftlichen, politischen und ursprünglich menschlichen Grundlagen einer zivilisierten Gesellschaft tagtäglich weiter zerrütten: ein Zeitalter nie dagewesener Barbarei, das im deutschen „Dritten Reich“ ein Vorbeben hatte … das wir leider auch verdrängt haben.

Und als Verdrängungsprofi möchte ich  mir erlauben, vor diesem Kurs und seinen Folgen zu warnen – und mit den primitiven Methoden und Denkstrukturen der Betriebswirtschaft werden wir diesen Prozess auch nicht aufhalten können.

Eher im Gegenteil – denn wir opfern sogar heute in Deutschland schon wieder real Menschen (wie die Mayas, Inkas und Atzteken), weil die betriebswirtschaftliche Logik es zu will – und das, obwohl der Mensch als solcher die Anforderungen, die diese Wirtschaft an ihn stellt, im Leben nie erfüllen kann.

Es steht schon schlimm, wenn man mit einem Auge auf Ufo-Legenden und Göttermythen schielen muss, um noch Hoffnung für die Menschheit zu finden … und ich denke, für viele Menschen wird es schlimm werden, wenn sie merken, das das Ende des Leidens nicht durch einen großen Schlag von Außen kommen wird und wir auf keine einzige Art und Weise aus jenem Elend gerettet werden, das wir selbst als Menschheit verursacht haben … es sei denn, wir retten uns einfach mal selbst.

Die Kraft dazu haben wir allemal – und sogar die allumfassende, alle und jeden korrumpierende Präsenz des alten, widergöttlichen Prinzips Mammon, des goldenen Kalbes und schlimmsten aller Widersacher jeglicher Form von Moral, Ethik und selbstverständlicher Mitmenschlichkeit kann dies nicht verhindern.

Auch das weiß ich aus eigener Erfahrung.

 

 

 

 

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