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„Solchen Wissenschaftlern würde ich gerne Kamera oder Mikrofon entziehen“ Gerd Bosbach zu Corona

Täglich melden die Medien neue „Infiziertenzahlen“, von denen eigentlich alle Beteiligten ganz genau wissen, dass sie viel zu niedrig sind. Im nächsten Halbsatz geht es dann um „Sterblichkeitsraten“, bei denen alle Beteiligten wissen, dass sie viel zu hoch sind. Es herrscht ein Begriffswirrwarr und die Politik muss auf Basis von höchst unsicheren Annahmen Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen gravierend für die Gesellschaft sind. Jens Berger sprach für die NachDenkSeiten mit dem Statistikprofessor Gerd Bosbach über Definitionen, Zahlen und die Lehren, die wir nicht aus vergangenen Krisen gezogen haben und hoffentlich künftig aus dieser Krise ziehen werden.

„Ich sehe wirklich keine Neuerkrankung am Horizont!“

Internist Dr. med. Claus Köhnlein mit eigener Praxis in Kiel sieht die Corona-Krise mehr als skeptisch. Die Epidemie sei da, weil der Test da sei, sagt er. Ohne diesen würde man klinisch keinen Unterschied zu anderen respiratorischen Virus-Erkrankungen wie etwa der saisonalen Grippe sehen. Margarita Bityutski hat sich mit ihm unterhalten. Das Gespräch wurde am 16. März 2020 aufgezeichnet.

mimikama ist anderer Meinung;

Faktencheck zum Video „Dr.med Claus Köhnlein erklärt den Corona Wahnsinn“

Klima- und Elitenterror in Deutschland

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Sonntag, 28.7.2019. Eifel. Terror ist ja in aller Munde. Es muss schlimm um Deutschland stehen: Weihnachtsmärkte werden durch Poller gesichert, Polizisten laufen da mit Maschinenpistolen herum und der Bundestag will sich jetzt mit einem Burggraben selber schützen – man fragt sich, wer ist denn da der Feind? Nun – man darf sich fragen … aber man darf sich nicht selber die Antwort geben. Es gibt inzwischen unausgesprochene Redeverbote in Deutschland, wer nüchtern darauf hinweist, dass der moderne Islam wahabitischer Prägung früher locker als rechtsradikal durchgegangen wäre (Unterdrückung der Frau, unmenschliche Strafen, Verfolgung und Vernichtung von Andersdenkenden und Homosexuellen, Problemlösung durch Gewalt anstatt Verhandlungen, ausgeprägtes Herrenmenschendenken, starker Antisemitismus) läuft Gefahr, mit einem Bann belegt zu werden, gilt – gegen jede Ratio – als massenmodender Nationalsozialist (dabei fand Hitler den Islam durchaus gut – so gut, dass sogar die Waffen-SS eine eigene muslimische Division hatte) der weltweit den ganzen Islam ausrotten will. Wer möchte nun schon wirklich in so einen gesellschaftlichen Bann geraten?

Das gleichzeitig unsere Verbündeten, unser großer Bruder aus den USA und seine kleinen Köter einen offensiven Krieg gegen den Islam führen – einen, der noch viele Jahrzehnte dauern soll – wird überhaupt nicht mehr thematisiert. So wie jeder Asylbewerber als ein heiliger, unschuldiger Engel anzusehen ist, der nie einer Fliege etwas zu leide tun würde (es sei denn, sie ist jüdischer Abstammung, Frau oder homosexuell) so gelten die USA selbst als „Gottes eigenes Land“ und sind per Definition unfehlbar, egal wen sie völkerrechtswidrig überfallen und massakrieren. Lustiges Detail am Rande? In Afghanisten jagen die ja jetzt schon seit über achtzehn Jahren die Terroristen oder die Taliban und bringen denen die Demokratie – doch trotzem gehört dieses Land zu jenen sieben Ländern, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht (siehe Tagesschau). Wir Deutschen sind ja auch dabei – und verteidigen dort Unterdrückerregime. Früher undenkbar – aber heute wird nicht mehr diskutiert, heute wird wieder kommandiert: Experten haben das Kommando übernommen.

Auch was Experten angeht, gibt es inzwischen ein Redeverbot, mit dem wir uns klaglos abfinden. Wenn Experten etwas sagen, so ist das ebenfalls als unfehlbar anzusehen. Ich hoffe, dass sich niemand mehr jemals mehr über den Papst aufregt: die Unfehlbaren haben sich inzwischen in Deutschland endlos vermehrt und die Macht übernommen, sie wissen genau, was wie wozu zu sagen ist. Alle vereinen sich groß im „Kampf gegen Rechts“ – aber keiner … erst recht nicht die Antonio-Amadeu-Stiftung … kommt auf die Idee, dass die Herrschaft einer kleinen Elite über das große Volk genau jenes „rechts“ ist, das gerade durchexerziert wird. Ich darf mir ja noch nicht mal mehr Gedanken machen über diese seltsamen Kondensstreifen, die Gittermuster über den ganzen Himmel bilden, den ganzen Tag darum hängen, langsam diffundieren und Abends dann das Land mit einem milchigen Unlichtschleier überziehen, nimmt man das überhaupt erstmal wahr, gilt man ja sofort als geisteskrank – als ebenso krank wie jene, die nicht damit klar kommen, dass bei „nine-eleven“, dem Urknall des politischen Wahns der Moderne, zwei Flugzeuge drei Gebäude zerstört haben, ohne das dritte überhaupt zu berühren. Was man dabei aber nebenbei erwähnen darf: wer jetzt meint, die AfD würde ihn retten, den muss ich enttäuschen: 2019 sind die nur noch der parlamentarische Arm von Führers Urenkeln, die mal wieder richtig durchgreifen – sprich: ein paar Leute erschiessen – wollen. Mit einem Regierungspräsidenten hat man schon mal angefangen – und auch Journalisten, die das mal beschreiben, werden mit dem Tode bedroht (siehe Tagesspiegel). Auch nur: Herrenmenschen im Herrschaftswahn.

Der Expertenterror zeigt sich ja besonders deutlich bei dem Thema „Klimawandel“. Wer hier – wissenschaftlich durchaus redlich – die Diskussion fordert, wird doch sogleich als „Klimaleugner“ beschämpft, ein sorgsam gewähltes Wort, das an Schwachsinn nicht zu überbieten ist: immerhin leugnet kein Mensch auf der Welt, dass es Klima gibt … aber dieses Wort erinnert so schön an das Wort Holocaustleugner und hilft den Experten, ihre Kritiker zu verdammen – so als würden Experten nie was falsch machen. Wirtschaftsexperten zum Beispiel irren sich andauernd, werden aber – wie alle Experten – gut dafür bezahlt.

Politische Entscheidungsfindung läuft in demokratischen Staaten durchweg anders ab: die Experten treten vor den Rat der Menschen, erläutern ihre Theorien, worauf sich denn die Bürger zur Beratung zurückziehen und eine Entscheidung fällen … hört sich im Jahre 2019 schon völlig absurd an: wie sollen die dummen, einfältigen, genetisch minderwertigen Bürger überhaupt irgendwelche Entscheidungen fällen können: wenn, dann sollen doch wohl bitte lieber diejenigen Menschen Entscheidungen treffen, die durch ihr persönliches Vermögen bewiesen haben, das sie was richtig machen – oder? So nach dem Motto: der Milliardär hat immer Recht, sonst hätte er ja keine Milliarden. Und dem Reichen würde es schon gefallen, wenn viel weniger Autos auf der Straße sind – schon Mitte der neunziger Jahre durfte ich in einer Werbebroschüre für Mercedes den Begriff „Restverkehr“ entdecken; Restverkehr – das war alles, was nicht Mercedes war und unbotmäßigerweise die Straßen verstopfte. Was will man auch mit seinem 400-PS-Monster auf vollen Autobahnen anstellen – außer sich … wie alle anderen auch … hinten anzustellen.

Und noch etwas durchzieht die Klimadebatte, erinnert fatal an 1914 oder 1939. „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“ – dieser Spruch aus einem Gedicht von Franz Emanuel August Seibel von 1861 wurde in den Folgejahren Kernsatz deutscher Überheblichkeit (wiewohl das Gedicht eher eine ausgleichende, friedenssichernde Rolle Deutschlands sah), die in dem Ersten Weltkrieg endete, 1939 zog der arische Herrenmensch aus, um die Welt von „jüdischem Unrat“ zu säubern, 2019 zieht der deutsche „Gutmensch“ aus, um der Welt zu zeigen, wo der Hammer hängt – wie irre auch die Maßnahmen sein mögen, die ihm da gerade sponaten in den Sinn kommen – wie z.B. die Hatz auf den Diesel. Milliardenverluste für die deutschen Autofahrer (außer jenen, die Firmen- und Dienstwagen gestellt bekommen) – ohne irgendeinen erkennbaren Nutzen, denn: die Diesel fahren jetzt im europäischen Ausland (siehe Focus). Wir lernen: Dieselautos machen nur die deutsche Luft schmutzig, belgische Luft bleibt davon völlig unberührt.

2011 war Deutschland auf der Liste der Länder mit dem höchsten Co2 Ausstoß zwar noch auf Platz 6 (hinter China, USA, Russland, Indien und Japan, siehe Wikipedia) aber nur noch mit 2,4 Prozent am Gesamtaufkommen beteiligt. Also: selbst wenn wir auf Null fahren – die Welt wird´s nicht merken. Stört aber keinen, den Klimaterror immer weiter voran zu treiben, als würde sich gerade in dem kleinen Deutschland das Schicksal des Planeten entscheiden. Auf die Idee kann natürlich nur jemand kommen, er immer noch in dem Gefühl lebt, der Herrenmensch zu sein, an dessen Wesen die Welt genesen darf. Dabei darf man auch mal was positives berichten: produzierten wir 1970 noch eine Milliarde Tonnen Co2, so waren was 2016 nur noch knapp 800 Millionen, unser Rekordjahr war 1979 mit 1,176 Milliarden Tonnen – läuft also besser als gedacht. Statista meldet für 2016 8,8 Tonnen pro deutschem Kopf (siehe Statista), damit liegen wir auf Platz 32 im weltweiten Vergleich (siehe factfish). Unsere Rolle wäre also eher – mal mit jenen zu reden, die richtig viel verbrauchen. Aber leichter ist es immer, gegen den Untertanen vorzugehen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: wir dürfen den Klimawandel schon ernst nehmen – als Möglichkeit. Wir dürfen auch Maßnahmen dagegen ergreifen – aber Maßnahme, die wirklich auch was bringen. Ökodörfer für alle – zitiere ich ja gern: regenerative Dörfer (siehe regen.villages), die alles was sie an Nahrung und Energie brauchen, selbst erzeugen – bei sehr hoher Lebensqualität für die Bewohner. Versuchen Sie das mal in die politische Debatte einzubringen – sie werden überrascht sein, wie breit die Ablehnung einer offenen, freien, gleichen Gesellschaft in Deutschland quer durch alle Parteien ist, liebe mag man den Kommandoton, das „wir“ gegen „die“ – und wenn das wirklich spezifisch deutsch sein sollte, verstehe ich Antideutsche und ihre Meinungen schon deutlich besser. Man stelle sich mal vor: eine Gesellschaft von Gleichen: jeder sein eigener Herr, völlig unabhängig von „Versorgern“, kein beschämter „Endverbraucher“ mehr, sondern glücklicher Bürger in einer Gemeinschaft von völlig gleichberechtigten glücklichen Bürgern, jeder mit eigenem Haus und eigenem Land, frei sich zu entfalten wie es ihm beliebt: das wäre ja Kommunismus. Sozialismus. Oder: Christentum (im Sinne Christi, nicht im Sinne Roms). Oder: Demokratie am Ende ihrer Entwicklung, wo Gerechtigkeit perfektioniert wurde. Das wäre ja „links“ – und das „links“ böse ist, höre ich in diesem Lande nun schon seit 59 Jahren. Der Unterschied ist: früher haben das nur die Reichen erzählt, heute macht das jeder nach.

Es darf ruhig auch eine neue Studie wahrgenommen werden (hier mal aus einer eher ungewöhnlichen Quelle: Grenzwissenschaften.de), die umfassender, gründlicher und überlegter ist als alle bisherigen und die deutlich aufzeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir es bei den momentanen Wetterphänomenen mit natürlichen Faktoren zu tun haben, sehr gering ist: erstmals in der Geschichte der Menschheit haben wir eine globale Erwärmung – obwohl lokal schon mal höhere Temparaturen auftreten können. Das muss einen nicht gleich in Panik und Hysterie verfallen lassen, aber man darf es ruhig mal gelassen zur Kenntnis nehmen. Ebenso darf man zur Kenntnis nehmen, wer denn genau für die Co2-Produktion verantwortlich ist. Sicher – da gibt es dieses Unternehmen ASCO, das Co2 gezielt produziert – mit dem Werbeslogan: „Co2 ist unser Leben“ (siehe ascoco2, eine Firma, die mal ein ganz anderes Licht auf Co2 wirft), aber viel schlimmer sind: die Reichen. Die Experten. Die Chefs. Die Abgeordneten. Die Herrenmenschen.

Der Arme kommt nur auf 7 Tonnen Co2 im Jahr, der Reiche jedoch – locker auf 21 Tonnen (siehe Welt). Der Arme – das ist der Hartz IV-Abhängige, der Niedriglöhner, der Alleinerziehende, der Grundsicherungsrentner: alles Helden des Klimas. Die Bundesregierung sollte sie auszeichnen – und endlich mal akzeptieren, welch´ große Leistung diese Millionen Menschen für das Klima erbringen anstatt sie mit brutalen Sanktionen dazu zu bringen, ihren Co2-Verbrauch in irgendwelchen unsinnigen Arbeitsprozessen drastisch zu erhöhen.

Da haben wir die Täter. Nicht „die Menschen“ – sondern „die Reichen“. Kann man ausrechnen – laut Welt: pro 100 Euro-Schein im Monat mehr, 2 Prozent mehr Emissionen. Wir können uns also in Wirklichkeit nicht den Diesel nicht mehr leisten – sondern die Reichen – auch aus Gründen des Klimaschutzes. Leider sind die Reichen in diesem Land in Parteien organisiert, die ihnen ihren Reichtum schützen – und dafür auch sehr gut bezahlt werden, ja, letztendlich selber zu den Reichen gehören.

Noch nie wäre Kapitalismuskritik so einfach gewesen, doch was kriegen wir: Klimaterror für alle anstatt für die, die ihn verdienen. Wird täglich irrer: jetzt gibt es schon Studien, die beweisen, dass 20 BMW dem Klima weniger schaden als ein Baby (siehe Stern). „Kauft mehr BMW – und killt damit Babys, ist gut für´s Klima“. Ja – so hat der Adel – die Herrenmenschen der Vergangenheit – schon immer gelebt … nur mit Pferden anstatt BMW. Schön auch, zu erfahren, was so ein transatlantischer Flug verbraucht: 1,6 Tonnen, mehr als der Arme in zwei Monaten für´s Überleben verbraucht.

Kommt jemand mit auf den Feldzug gegen die Reichen? Wahrscheinlich nicht. Lieber Co2-Steuer, die vor allem die Armen treffen wird: Reiche zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie Steuern vermeiden und Geld wie Heu haben, als keine wirklichen Einbußen an Lebensqualität durch Geldstrafen haben – währen der Arme gleich hungert und friert. Damit das so bleibt, haben die Reichen ja ihre gut bezahlten Experten. Selbst – lassen sie sich von der Soziologie nicht so gern erfassen, dabei sind schon die paar Daten, die man hat, sehr interessant (siehe Michael Hartmann im Deutschlandfunk):

„Also wenn man sich die deutsche Kernelite anschaut, … die, die die 1000 wichtigsten Machtpositionen bekleiden, dann stellt man fest, dass zwei von dreien aus dem oberen 3,5 Prozent der Bevölkerung stammen, die stammen aus Familien, die wohlhabend waren oder auch reich…. Und was man feststellen kann, dass die Kindheit und Jugend, wie man groß geworden ist, sehr prägend geworden ist für die Wahrnehmung der Welt.“

Wenn wir also von der „Elite“ reden – reden wir von den Reichen. Und wegen deren Macht und Wahn werden wir nie unsere klimaneutralen Ökodörfer bekommen, wo jeder Arme erstmal Haus und Garten bekommt. Ja, wo kämen wir denn dahin, wenn der Pöbel leben dürfte, wie er wolle.

Wäre Zeit, mit den Reichen ins Gespräch zu kommen, bevor deren Luxusflüge die Erde in eine Gluthölle verwandeln (was man kritisieren kann, was aber – sorry – trotzdem denkbar ist).

Mal interessiert daran einen Blick in die Zukunft zu werfen, wie Reiche sie planen? Ganz ohne Verschwörungstheorien?

Bitte, nehmen wir mal den Peter Thiel. Der plant – mit anderen Irren – eigene schimmende Luxusstaaten für die Reichen (siehe: tagblatt.ch). Und will sein Leben durch regelmäßige Bluttransfusionen von jungen Menschen verlängern (siehe Zeit).

Die Elite im Paradies, unsere Kinder als Blutkühe und wir – mangels medizinischer Versorgung schon lange tot.

Da kommt eine schöne neue Welt auf uns zu … ganz offen … und schlimmer, als selbst Horrorschriftsteller sie sich ausmalen könnten.

 

Die Apokalypse – Abschiedsbrief eines Vater an seine Kinder

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Donnerstag, 1.9.2016. Eifel. Liebe Kinder – nach zwanzig Jahren wird es einmal Zeit, euch einen Brief zu schreiben. Einen Abschiedsbrief. Nicht ich gehe – sondern  ihr. Früher gab es mal eine Generation von jungen Leuten, die „no-future“ als Motto hatten, geschockt von den ersten Umweltdaten, nach denen unser Planet schon jetzt ziemlich verwüstet sein sollte. Ist er auch – nur kommt das nicht ins Fernsehen und an die Festungen der Reichen heran, da …. also da, wo auch ihr wohnt … wird noch alles schön sauber gehalten, eine Illusion von heiler Welt aufrechterhalten, weil hier die Zentralen der Mächtigen stehen. Schon im Mittelalter, als die Pest unglaublich wütete, gab es viele dieser Festungen des Reichtums, in denen rauschende Feste gefeiert wurden, während in den Dörfern ringsum die Pest die Menschen bei lebendigem Leib verfaulen ließ. Jeder Ritter ohne Hirn konnte sich erdreisten aufzustehen, mit einem Riesenkrug Bier in der Hand und „Deutschland geht es gut“ in die Runde rufen, begleitet von Jubelrufen und Beifall, während auf den Tischen das letzte Schwein der Grafschaft als Speise dargeboten wurde.

Ihr habt es wahrscheinlich in den Zeitungen gelesen: am 20 August war der „Earth Overshot Day“ – also jener Tag, an dem wir rein rechnerisch die natürlichen Ressourcen aufgebraucht hatten, die unser Planet zur Verfügung hat. 1993 war es noch der 21. Oktober, 2003 der 22. September (siehe footprintnetwork). Ihr seht also: das Ende rückt mit Riesenschritten näher. Das stand sogar in unserer Werbezeitung am Sonntag, die kostet nichts und ist prall voll mit Werbung für Produkte, die helfen, den Earth Overshot Day noch weiter nach vorne zu legen. Der Autor Dirk C. Fleck hat dazu auf seinem Facebookauftritt ein paar Worte verloren (siehe Facebook):

„Eine von der NASA veröffentlichte Studie nennt das Kind beim Namen: Das Modell Menschheit hat ausgedient, der Untergang unserer Zivilisation ist unvermeidlich, egal welche Wege wir noch beschreiten werden. Die interdisziplinäre Studie, vom NASA Goddard Space Flight Center finanziert, wurde von Mathematikern, Soziologen und Ökologen erstellt. Für den bevorstehenden Kollaps hat das Team fünf Risiko-Faktoren ausgemacht: Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Wasserversorgung, Landwirtschaftsentwicklung und Energieverbrauch. Wenn beim Zusammenwirken dieser fünf Faktoren zwei ganz bestimmte Entwicklungen einsetzen, sei der Totalzusammenbruch unausweichlich, so die Wissenschaftler um den Mathematiker Safe Motesharrei. Diese Entwicklungen sind für die Forscher bereits eingetreten: die Überlastung der Ökosysteme bei gleichzeitiger Aufspaltung der Gesellschaft in reiche Eliten und den armen Rest. Beide Dynamiken, merkt die Studie an, hätten beim Untergang aller Hochkulturen in den letzten fünftausend Jahren eine zentrale Rolle gespielt.“

Lest es euch gut durch – ich weiß nicht, wie lange es noch gestattet ist, über diese Themen zu reden. Ich weiß auch nicht, wie lange es Dirk C. Fleck noch gestattet ist zu reden, er spricht mit den Falschen. Eine angebliche Allianz gegen „hatespeech“ (es weiß niemand genau, was das ist – hört sich aber amerikanisch an und ist damit „in“ und man muss ihm bedingungslos folgen) hat eine Tochterfirma des Bertelsmannkonzerns in Zusammenarbeit mit einer recht dubiosen Stiftung angeheuert, „rechte Hetze“ bei Facebook zu löschen – und die leisten ganze Arbeit (siehe Süddeutsche):

„Um der Sache auf den Grund zu gehen, stellt man nun also die Frage: „Warum kann Facebook keine exakten Angaben in Zahlen zu Sperrungen und Löschungen machen?“ Darauf antwortet die Sprecherin von Facebook wörtlich: „Wir machen zu der Anzahl von gelöschten oder gesperrten Postings keine Angaben.““ „Sicher ist, dass unter den Gelöschten und Gesperrten Konservative und Linke sind, Kapitalisten und Kommunisten“

Es wird gelöscht, dass sich die Balken biegen, eine reine Willkürherrschaft breitet sich aus, es kann jeden treffen – jederzeit. Noch ist es nur Facebook – aber dahinter stecken ja Menschen, die sich viel Gedanken darüber gemacht haben, warum sie einer Bertelsmannfirma absolute Löschgewalt in einem der wichtigsten sozialen Medien Deutschlands gegeben haben – und eine willkürliche Löschgewalt gegen lebende Menschen wird wieder denkbar. Die haben sich sicher was dabei gedacht – und auf die Frage, wo das letztlich enden soll, habe ich keine Antworten, die glücklich machen. Außerhalb Deutschlands sieht man, dass in diesem Land „Friedhofsruhe“ herrscht (siehe NZZ) und kein gesellschaftlicher Diskurs mehr stattfindet, man spricht offen von „Denkverboten“, die Angst geht um, von einer privaten Gestapo/Stasi/Geheimpolizei ins gesellschaftliche Abseits gedrängt zu werden.

Was man auch nur im Ausland erfährt: die deutschen Straßenverhältnisse sind inzwischen schlechter als die in Spanien – und überhaupt, die so viel gelobte Wirtschaftskraft des Landes bröckelt an allen Ecken und Enden (siehe NZZ). Eine australische Studie hat herausgefunden, dass zuviel Arbeit dem Gehirn schadet, ab 40 sollte man nur 25 – 30 Stunden die Woche arbeiten (siehe „Der Standard“) – doch wer glaubt schon noch den Experten? Ja – es gibt sie noch die Experten … doch sie stören in der Medienwelt und der Politik. Jenseits der Plärrgrenze der Massenmedien weiß man, dass es die absolute Wahrheit nicht gibt, dass die Wahrheit selbst immer im Fluss ist und sich beständig verändert, man sich ihr nur vorsichtig annähern kann und dabei verschiedene Perspektiven in Betracht ziehen muss – aber das ist nicht tauglich für euch, die Bürger der Zukunft (siehe Zeit):

„Das Problem des Experten ist dagegen, dass er auf die einfachen Fragen nach dem Weg aus der gesellschaftlichen Malaise keine einfachen Antworten hat. Max Weber, der sich über Expertentum endlos Gedanken machte, schrieb vor einem Jahrhundert, die Frucht vom Baum der Erkenntnis sei „aller menschlichen Bequemlichkeit unwillkommen“.“

Was dazu führt, dass uns die Medien lieber eine andere Welt präsentieren:

„Den Platz des Experten hat ein anderer eingenommen: der Expertendarsteller. In den beliebtesten Shows von Anne Will bis hart aber fair sitzen vor allem Politiker, Buchautoren und Journalisten – Leute, die etwas zu verkaufen haben.“

Wir sind in der Welt des platonischen Höhlengleichnisses angekommen – die Wahrheit ist irgendwo hinter uns und ein kleiner, alles beherrschender Bildschirm gaukelt uns eine Schattenwelt vor. Oder in der Johannesapokalypse, wo das apokalyptische Endzeittier die Menschheit durch ein „sprechendes Standbild“ regiert.

Das ist eure Welt, in der ihr lebt. Und wozu hält sie euch an? Wie in jener kleinen Sonntagszeitung zum kaufen, kaufen, kaufen – eine Maßnahme, die schon George W. Bush den Amerikanern als ideale Maßnahme gegen den Terrorismus am 11.9.2001 empfahl: geht einkaufen!

Es wäre eure edelste Aufgabe, die Welt zu retten. „Gott ist tot“, heißt es überall, wer mehr von Nitzsche las als diesen Satz, durfte erfahren, dass wir ihn getötet haben. Dort, wo Gott tot ist, haben alle kleinen häßlichen Teufel unbegrenzte Macht über die Menschheit – vielleicht erklärt das besser als alles rationale Denken, wie wir innerhalb von nur 250 Jahren nach dem hoffnungsvollen Aufbruch in eine Zukunft des Friedens, der Gerechtigkeit und der Vernunft vor der kompletten Auslöschung der Menschheit stehen. Wir sind alle – alle – kleine Räder in einer großen Maschine, die schnurstracks auf die Vernichtung der Lebensgrundlage der Menschheit zusteuert. Als Dank dafür bekommen wir idiotischen Nippes geschenkt, der uns erlaubt, mit „what´s app“ beständig mit unserer Familie verbunden zu sein, die wir in Wirklichkeit gar nicht mehr sehen und umarmen können – es sind aber die Umarmungen, die der Mensch braucht, nicht die „Messages“.

Dürft ihr euch dem wahnsinnigen Treiben entziehen? Dürft ihr – gleich dem Wehrdienst – aus Gewissensgründen den Konsumdienst entsagen … und somit der Arbeitspflicht entfliehen? Nein. Weltweit sind es gerade die „aufgeklärten“ Staaten, die – wie immer mit salbungsvollem Wort ausgestattet – die Arbeitspflicht wieder einführen. Was eint Kapitalismus, Kommunismus und Nationalsozialismus? Die feste Entschlossenheit, ein Volk zu bauen, dass bei einem Minimum an Kosten ein Maximum an Profit erwirtschaftet: für den Chef, den Kommissar, den Gauleiter. Maximum an Profit … heißt auch Maximum an Umwelt- und Ressourcenvernichtung – als ob Satan persönlich auf die Erde losgelassen wurde um die ganze Schöpfung auszuradieren, ausgestattet mit teuflischen Maschinen, die die Vernichtungsarbeit in immer kürzerer Zeit ausführen und den Menschen sogar aus seinem festen Platz der Arbeitsgesellschaft verdrängen: um die Konsumpflicht zu erfüllen, muss der Mensch immer schneller rennen, mehr und mehr sein Leben hingeben um das Leben zu führen, das andere für ihn planen.

Was erwartet euch ganz oben – wenn ihr ganz viel kaufen (also: ganz viel zerstören) könnt? Dieser Herr sagt es euch (siehe Spiegel):

„Selbst wenn man für eine mittlere oder obere Managementposition eingestellt wird, muss man erst mal durch die sogenannte Filialphase, das heißt eine Filiale führen. Da geht es nicht darum, das Unternehmen kennenzulernen. Da geht es darum, die Leute zu brechen. „Die müssen erst mal im Schlamm liegen, die müssen fertiggemacht werden – und wenn sie es überleben, dann behalten wir sie“, hat mir einer meiner Vorgesetzten mal gesagt.“

Ihr werdet Menschen zerstören. Als Dank dafür dürft ihr mehr Welt zerstören. Darum geht es: Arbeit zu benutzen (bzw. drohende Arbeitslosigkeit), um euch in den Schlamm zu drücken – dabei wäre eure Intelligenz, euer Mut, eure erfrischende Kreativität und eure Einsatzbereitschaft so nötig, um für uns alle die Welt zu retten. Arbeit ist genug da – nur das Geld dafür wollen andere für Geschmeide ausgeben. Oder für den Einsatz von Robotern. Ja – die ganze Industrie arbeitet an der Abschaffung des Menschen, weil er zu teuer ist. Hierzu ein Kommentar von Fridolin Mannuss bei Facebook:

„Ich komme aus dem Maschinenbau. Unsere internationalen Kunden investierten nur noch in Maschinen oder Anlagen, wenn Arbeitsplätze eingespart wurden. Addidas hat China den Rücken gekehrt und produziert nun in Herzogenaurach! Natürlich nicht mit Fränkischen Fachkräften, sondern vollautomatisch mit Robotern! Denkt man weiter kann man die Personalabteilung um 70% reduzieren! Und das ist seit Jahren der Trend, der sich beschleunigt fortsetzt. Als ehemaliger Unternehmer halte ich darüber Vorträge. Die Leute glaubens nicht, dass ihre Enkel zum großen Teil überflüssig werden. Und trotzdem will man die Rente mit 73!“

18 Millionen Arbeitsplätze fallen demnächst fort – und was ist die Strategie von Wirtschaft und Politik dagegen? Sie lassen Expertendarsteller im Fernsehen auftreten, die die Themen durch Austausch von Glaubenssätzen zerreden.

Ich denke an die Sterbeforscherin Elizabeth Kübler-Ross, während ich diese Zeilen schreibe. Was hat sie euch mit auf den Weg gegeben?  Ihre Erfahrungen in der Arbeit mit Sterbenden (siehe Erfülltes Leben – würdiges Sterben, Gütersloher Verlagshaus, Sonderausgabe 2004) hat einige wichtige Botschaften für die Lebenden hervorgebracht – unter anderem die Botschaft, dass ihr auf jeden Fall euer eigenes Leben leben sollt. Doch wie sieht es aus mit eurem Leben – einem Leben, das die Welt verändern, verbessern sollte? Es gibt Menschen, die sich darüber Gedanken gemacht haben – und ich muss hier vorsichtig sein, riskiere viel, sie zu zitieren, denn auch sie sind schon längst der Verfolgung ausgesetzt. Ich zitiere sie trotzdem (siehe eigentümlich frei):

„In Michael Endes Roman „Momo”, erschienen 1973, betrügen die „grauen Herren” die Menschen um ihre Lebenszeit, angeblich zu ihrem Vorteil. Diejenigen, die das Buch aus ihrer Kindheit und Jugend kennen, können sich vielleicht noch an das verstörende Gefühl erinnern, welches die Geschichte von Momo bei ihnen hinterlassen hat. Eltern können sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern, welche folglich in sogenannten „Kinder-Depots” untergebracht werden müssen, wo sie vor allem „nützliche Dinge fürs Leben” lernen sollen. Die Kinder werden dort rundum versorgt und beschäftigt, so dass die Eltern ihrem eigenen Leben, und zwar vor allem ihrer Arbeit, nachgehen können. Weder freies, unbeobachtetes Spiel noch eine ruhige gemeinsame Zeit mit den Eltern ist in einer solchen Gesellschaft der Effizienz noch möglich.“

Ja – diese „Gesellschaft der Effizienz“ läßt Alpträume von Autoren Wirklichkeit werden … doch die Welt ist voller Eltern, die mit Hirnschaden herumlaufen, weil sie zuviel arbeiten. Eine Botschaft von Kübler-Ross war, dass Kinder im Alter von 1-6 nichts anderes brauchen als bedingungslose Liebe – wie sollen sie dies erhalten in Kinderhorten voller fremder Kinder und unterbezahlter aber überarbeiteter Erzieherinnen? Anstatt Liebe gibt es … Ellenbogen ins Gesicht. Schon im zarten Alter von  zwei Jahren. Beobachtet einfach mal die Verhältnisse in einem Kindergarten, wo 2-jährige praktisch von 4-jährigen erzogen werden, während die Erzieherinnen auf der Bank sitzen und vom reichen Märchenprinzen träumen. Aber was rede ich: ihr habt das ja selbst erlebt.

Und im Alter? Erwartet euch schon jetzt „chemische Gewalt“ – also die gewaltsame Sedierung durch Medikamente (siehe Welt), um „Pflege“ möglichst billig zu liefern, wo Sterbebegleitung angesagt wäre. Wohin das führen wird? Nun, Stalin und Hitler haben es vorgemacht und „unnütze Esser“ einfach umgebracht, der eine sechs Millionen Juden und „Asoziale“ durch Gas, der andere fünf Millionen Bauern in der Ukraine durch Hunger – eine Methode, die sich heutzutage durchgesetzt hat, weil sie Menschen preisgünstiger entsorgt. Schon vor drei Jahren wurden in Griechenland Schüler vor Hunger ohnmächtig (siehe Welt), eine Folge von Sanktionsmaßnahmen jener, die vom massivem Verbrauch von Steuergeldern gut leben.

Der Wert eures Lebens, für die, die unser Gemeinschaftsschiff steuern? Nur der Wert eines Sklaven, der sich auf das bezieht, was man als Profit aus ihm herauspressen kann, bis er unnützer Esser und Ballast wird. Doch das Gesamtbild ist noch schlimmer: euer Wert bemisst sich daran, wie schnell und effizient ihr an der Beschleunigung des „Earth Overshot Day“ arbeitet, was euch und euren Kindern jegliche Lebensgrundlage entzieht. Unser Leben gleicht dem Leben auf der Titanic, jenem „unsinkbaren“ Wunder der Technik, das durch einen Eisberg versenkt wurde – und das Ergebnis unseres ganzen Treibens besteht darin, nicht den Kurs zu ändern, sondern die Titanic immer schneller fahren zu lassen.

Erinnert euch an die Worte von Dirk C. Fleck: nicht nur unser Verbrauch ist schuld an der drohenden Apokalypse, sondern auch die Aufspaltung der Gesellschaft in eine arbeitsfreie reiche Elite – und einen ewig unter Druck und Angst schuftenden Rest. Die Gesellschaft der Effizienz hat keinen Platz für Arme, für Kranke, für Behinderte, für Künstler, Dichter, Denker, für Freude, Glück und Harmonie – und darin unterscheiden sich die großen Konkurrenzideologien unsere Zeit – Kommunismus, Kapitalismus und Faschismus – überhaupt nicht.

Nun – Dirks Aufruf erschien in einem Portal, dass ebenfalls nicht mehr zitiert werden darf – es nennt sich KenFm. Soweit sind wir mit Dialog und Demokratie gekommen: Gehorsam gegenüber der Obrigkeit ist wieder angesagt. Ich mag KenFm auch nicht sonderlich (das ist eine andere Geschichte – vielleicht auch nur ein Vorurteil), aber würde ich deshalb Leute verfolgen, die mit ihm reden?

Wir leben auf der Titanic. In der ersten Klasse ist Riesenparty angesagt – wie wir wissen, spielte dort die Kapelle (was man damals so „Medien“ nannte) bis zur letzten Sekunde lustige Lieder, jeder konnte jederzeit aufstehen und mit stolz geschwellter Brust ausrufen „Eisberg? Prima – ich brauche Eis für meinen Whisky“. Für die erste Klasse wurden ja auch Rettungsboote reserviert – die dritte Klasse wurde unter Deck eingesperrt, wer mit ihnen redet und von Eisbergen faselt, wird über Bord geworfen.

Nun werdet ihr fragen: was sollen wir denn nun tun? Nun – manche raten euch zu Selbstversorgerhöfen. Die allerdings … werden im Krisenfall beschlagnahmt, um die Versorgung der Reichen sicherzustellen (siehe BR).

Was rät Dirk C. Fleck? Ich zitiere ihn nochmal:

„Mit jeder Kultur, die der unersättlichen Lebensweise der Zivilisation zum Opfer fällt, werden die Träume ihrer Angehörigen ausgelöscht. Also müssen wir Orte der Zuflucht schaffen. Orte, die frei sind von Schrecken und Ausbeutung, Orte, in denen wir heilende und nährende Beziehungen entwickeln können – zu den Tieren und Pflanzen, zu unserem Land, zu den Sternen, zur Kunst, zu unseren Mitmenschen und nicht zuletzt zu uns selbst. Die Orte in uns selbst, die wir geschützt halten vor Schrecken und Angst, können uns daran erinnern, was es heißt, Mensch zu sein.“

„Orte in uns selbst schaffen, die heil sind“. Eine Vision am Leben erhalten, die uns die weiseren unter den Menschen geschenkt haben, jene, die wissen, was es heißt, in jeder Lebenssituatin die hochethischste Entscheidung zu treffen. Eine Vision von einer planetaren Zivilgesellschaft, einem Ort des „Ewigen Friedens“, wie ihn Kant skizziert hat – mit einer wichtigen Bedingung (siehe Zeit):

„Irgendein Vertrauen auf die Denkungsart des Feindes“, erläutert Kant weiter, „muß mitten im Kriege noch übrigbleiben, weil sonst auch kein Friede abgeschlossen werden könnte.“ Und man nur so verhindern kann, dass der ewige Friede nur auf dem Friedhof der Menschengattung stattfinden kann. Wer also nur vom „Putin“ schwatzt, anstatt zu fragen, was den denn eigentlich so umtreibt, will keinen Frieden sondern Krieg. Wußte man schon vor 200 Jahren.

Was wir brauchen, ist Verständnis. Das ist der erste Schritt. Was wir haben, ist Hass (siehe „Facebook„):

„Wer KenFM teilt, ist ein reaktionäres scheiß Nazischwein. Piss off du miese Ratte. Ich werde dich jetzt speren und dein scheiß Buch in die Papiersammlung schmeißen.“

Meine Antwort darauf war:

„Nun – Krysmanski war ein sehr ehrenwerter, engagierter Akademiker, der sich einer zentral wichtigen Frage zugewandt hat: der Reichtumsforschung. Ich habe seine Bücher gelesen: äußerst brisant. Für alle Bürger, nicht nur für Linke. Dass er auch mit KenFM redet, zeigt erstmal, dass er auch Demokrat ist. Wir reden halt mit jedem, außer er ist offen bekennender Faschist (und nicht einer, den irgendwer als Faschist auserwählt hat). Wer aus diesem Kontext heraus Büchervernichtung betreibt und entwürdigende Beschimpfungen von sich gibt, findet den Nazi sehr schnell: im Spiegel des eigenen Badezimmers.“

Wer sich mit den Herren der Welt beschäftigt und mit jenen spricht, über die (oft aus hanebüchenen Gründen) der Bann der Ächtung vollzogen wurde, wird vogelfrei, wird Nazischwein, Kommunistensau, Judenfreund – die Etiketten lassen sich dabei beliebig austauschen, der Hass ist derselbe.

Warum dies nun ein Abschiedsbrief ist?

Nun – ihr geht nun in eine Zukunft hinein, in der ich euch nicht folgen kann – noch kann ich euch groß helfen. Die Titanic wird immer schneller, der Eisberg ist vorn – und ich habe für euch nur Plätze in der dritten Klasse bezahlen können.

Und ich habe im Alter von vierzig Jahren über 80 Stunden in der Woche gearbeitet – mein Hirn kann also kaum noch mit einem Blumenkohl mithalten. Ich vertraue da ganz den oben zitierten Experten.

Ich kann nur noch mitjubeln: „Deutschland geht es gut“.

Und eure Aufgabe wird sein, dass dies wirklich mal Wahrheit wird, dass das Schiff „Staat“ (gleich welcher Nationalität) wieder das tut, was es soll: keine Rennen fahren, sondern auf unserem Wege von der Geburt zum Tode dafür zu sorgen, das wir uns selbst die Reise nicht noch unnötig schwer machen – geschweige denn, „unnütze Esser“ als „Ballast“ von Bord werfen, um noch schneller werden zu können.

(PS. das Zitieren von Facebook ist technisch nicht immer einfach, kann sein, dass man selbst im angegebenen Umfeld ein wenig suchen muss. Kann auch sein, dass es gleich wieder gelöscht wird. Deshalb bitte ich um Entschuldigung, wenn es etwas Arbeit macht, die Quellen zu finden).

 

Kinder, Rente, Wirtschaft

Was haben wir nicht alles bereits in der Presse zum Thema Nachwuchs, Rente, Demographie und der düsteren Zukunft Deutschlands lesen können. Es ist ja auch furchtbar, unsere Alten wollen nicht mehr rechtzeitig abtreten, die Jüngeren haben festgestellt, dass man ein bestimmtes Vergnügen auch ohne jahrzehntelange Verpflichtung haben kann, dank Pille und Gummi und unser armer Staat kann sehen, wo er bleibt, zumindest was die Rentenzahlungen angeht. Dabei hätte der Staat doch Wichtigeres zu tun, z. B. Banken und Euro retten.

Auch die Wirtschaft ist in großer Sorge, wie man die Alten beim herrschenden Recht noch durchfüttern soll. Eines dieser Wirtschaftsunternehmen ist die Bertelsmannstiftung, von der man weiß, dass sie sich intellektuell sehr bemüht, indem sie Politiker berät und nicht nur das, sie opfert sich geradezu auf, wenn sie Verwaltungsaufgaben des Staates übernimmt, gegen ein kleines Entgelt.

Auch mit seinen Fernsehsendern übernimmt Bertelsmann eine wichtige Aufgabe, denn wenn Reinhard Mey mal in einem Liedtext die Worte aussprach: der Minister nimmt flüsternd den Bischof am Arm, halt Du sie dumm, ich halt sie arm“ die Wahrheit gesagt hat, war das vor allem eine vergangene Wahrheit, denn die Bischöfe haben auch nicht mehr so ganz den Einfluss, wie früher. Aber das ist nicht so schlimm, denn dafür haben wir heute ja das Fernsehen und weil die Öffentlich Rechtlichen das nicht alleine schaffen, hat man Bertelsmann geholt, die heute mit intellektuellen Programmen den Zuschauern jede noch vorhandene graue Zelle abtöten.

Die Presse muss natürlich die intellektuellen Erkenntnisse der Bertelsmannstiftung an die weiterleiten, die noch kein oder selten RTL schauen und noch lesen (meist Ältere, weil die das noch können). Wenn man schon nicht vom Fernsehen alleine verblödet werden kann, dann müssen eben BILD und die WELT einspringen. Und so konnte Bertelsmann in der WELT dann die traurige Wahrheit kundtun, dass Kinderlose die eigentlichen Ausbeuter sind, weil sie eben ihr Vergnügen entweder durch die Pille oder durch ein Gummi frei von Konsequenzen halten, was dem Staat und der Wirtschaft große Verluste einbringt.

Wissen Sie, seit ich weiß, dass Professoren auch für Bertelsmann tätig sind, ist mein Respekt für diese Gattung Mensch unter den Nullpunkt gesunken. Volker Pispers würde von geistigem Dünnschiss sprechen, den die halbirritierten, sorry, heißt ja habilitiert (wobei ich „hab“ ja von“ haben“ ableiten kann, aber nicht die geringste Ahnung habe, wofür „ilitiert“ steht), dort abgesondert haben, noch eine ausgesprochen milde Feststellung ist.

Sagen wir es einmal deutlich, Kinder sind ein kostbares Gut, aber man kann sie nicht wie einen Brillanten durch kurzes reiben am Kleid oder Jackett wieder zum Strahlen bringen. Wer ein Kind in die Welt setzt, muss wissen, dass dieses Kind nicht nur die Sonne ins Haus bringt, sondern auch Verantwortungsgefühl einfordert und vor allem persönlichen Verzicht mit sich bringt. Eltern, die noch wissen, was das bedeutet, werden ihren Kinderwunsch nicht nach ökonomischen Gesichtspunkten ausrichten, sondern danach, was diese Kinder ihnen an Bereicherung der nicht ökonomischen Art in ihren Alltag bringen.

Vermutlich hat sich der Bertelsmannprofessor dabei an Kennedys Spruch orientiert: „Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“, aber so dumm wie dieser Spruch ist auch die Aussage des Professors. Halten wir fest, das, was man für sein Land tun kann, ist eigentlich nur, die falschen Leute von der Spitze zu verjagen.

Das, was der Professor da brabbelt, wenn er vorrechnet, was ein Kind dem Staat letztendlich einbringt, ist der Gipfel an Geschmacklosigkeit und nebenbei auch noch eine Milchmädchenrechnung. Zunächst allerdings ist alleine schon empörend, weil sich dahinter ja indirekt die Aussage verbirgt, dass das Kinderkriegen eine Form der Staatspflicht ist. Nun ja, so in etwa denken die Herrscher seit Menschengedenken. Sie brauchten schon immer Kanonenfutter für ihre sinnlosen und zerstörerischen Kriege und sie brauchten immer Arbeitssklaven, die alles das herstellen, was sie brauchen, selbst aber nicht produzieren können. Denn machen wir uns nichts vor, die Leute können mehrheitlich hervorragend Sprüche klopfen, sind aber selten für praktische Arbeit geeignet.

Wenn der Professor vorrechnet, was die Kinder dem Staat an Steuern und Sozialabgaben bringen, ist das blühender Unsinn. Er hat keine Ahnung und kann auch nicht voraussehen, ob die Kinder, wenn sie denn mal erwachsen sind,

  • überhaupt eine Arbeit finden
  • ob sie überhaupt eine sozialversicherungspflichtige Arbeit suchen und annehmen,
  • ob sie überhaupt in diesem Land bleiben wollen, was in der globalisierten Welt keineswegs mehr selbstverständlich ist.
  • Ob der Nachwuchs nicht Professor oder Beamter oder Politiker wird und damit der Allgemeinheit auf der Tasche liegt.

Verzeihen Sie mir diese Polemik, aber aus meiner Sicht hat der Umstand, warum heute weniger Frauen bereit sind, Kinder zu bekommen, unterschiedliche Gründe.

  • Da ist zunächst der Umstand, dass ungewollte Schwangerschaften heute seltener sind, weil junge Frauen schon sehr früh zu Verhütungsmitteln greifen.
  • Eine weitere Ursache ist, dass Kinder der Karriereplanung hinderlich sind, aus meiner Sicht vor allem in der sogenannten Elite anzutreffen.
  • Ein weiterer Grund kann sein, dass ein Paar zwar ein Kind möchte, aber keines bekommen kann und die Ursache dafür kann bei Männern und Frauen liegen.

Manche Paare entscheiden sich aber auch gegen ein Kind, weil sie für Kinder keine Perspektive sehen, weil sie erlebt haben, wie der politische, moralische und ethische Verfall in Deutschland immer schneller voran geht.

Vermutlich gibt es noch weitere Gründe, aber dass Frauen Kinder bekommen, weil sie den Staat glücklich machen wollen, halte ich für unwahrscheinlich. Ebenfalls unwahrscheinlich ist, das ein Paar am Abend ins Bett steigt mit dem festen Entschluss, nun für die Rente eines oder einer Alten ein Kind zu zeugen. Wobei das mit der Rente, die die Jugend für die gesetzlich rentenversicherten Alten bezahlt, ohnehin ein Märchen ist. Der Begriff vom „Generationenvertrag“ ist eigentlich eine Allegorie, wie alles, was die gesamte Gesellschaft betrifft, eine Form des Generationenvertrages ist. Alle, ob nun im Arbeitsprozess oder Rentner ermöglichen heute, dass Kinder groß werden. Alle sind am Gesundheitssystem beteiligt, mit dem die bei Kindern größeren Krankheitsrisiken abgedeckt werden und Eltern zahlen für die gesetzliche Krankenversicherung keine höheren Beiträge, obwohl die Kinder und oft auch die Ehefrau mitversichert ist.

Eltern bekommen nicht nur steuerlich günstigere Steuerklassen als Elternlose, sie bekommen zusätzlich für jedes Kind eine Beihilfe für die Kosten, die das Kind verursacht, was übrigens die Eltern der heutigen Alten nicht bekommen haben. Die Infrastruktur, die für die Kinder erforderlich ist, wird zum größten Teil aus den Steuern aller bezahlt und weil Kinderlose höhere Steuern zahlen, ist ihr Beitrag daran ebenfalls höher. Beamte bekommen z. B. zusätzlich zum Kindergeld einen Kinderbezogenen Familienzuschlag, der je nach Gruppierung nicht in allen Bundesländern einheitlich mit dem des Bundes ist, in jedem Fall aber ebenfalls aus Steuern finanziert wird, als vor allem von Kinderlosen. Im Schnitt kommt die Allgemeinheit für die ersten 20 Jahre der Kinder auf, nicht komplett, aber Kinder sind ja auch in erster Linie eine Familienplanung. Das gilt für alle Kinder, abgesehen vom Kindergeld, weil es sich da für Reiche mehr lohnt, Kinder von der Steuer abzusetzen.

Wenn also Eltern von Kindern jammern, dass Kinderlose bevorteilt werden, weil ihre Kinder später die Renten der kinderlosen Alten zahlen, ist das einfach ein Märchen. Nicht nur, weil die Kinderlosen einen nicht unerheblichen Beitrag dafür leisten, dass die Kinder gesund und zufrieden aufwachsen, sondern auch deshalb, weil diese jammernden Eltern ja keinerlei Verpflichtung haben, ihre Kinder überhaupt in sozialversicherungspflichtige Jobs zu integrieren. Von der steuerlichen Kinderförderung profitieren alle Eltern mit Kindern und wenn sie diese Kinder später studieren lassen, damit sie Anwalt, Arzt, Architekt, Professor bei Bertelsmann, Politiker oder Beamter werden, leisten diese Kinder keinen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung, weil sie dann entweder überhaupt keine Rentenbeiträge zählen, oder in ständischen Rentenversicherungen versichert sind. Alle Eltern steuerlich zu begünstigen, ist ebenfalls ein „Generationenvertrag“. Generationenverträge sind Verträge, die nie einer Unterschrift unterliegen, sondern stillschweigende und seit Generationen bewährte Selbstverständlichkeiten, die besagen, dass immer die arbeitende Generation für die aufkommen muss, die noch zu jung sind oder die zu alt sind und dieses Verhalten kann man nicht „ansparen“ oder sonst wie in die Zukunft verlegen, wie das bereits Mackenroth mit seinem Theorem festgestellt hat. Und in der GRV (gesetzliche Rentenversicherung) zahlt jeder seine Beiträge ausschließlich für seine eigene Rente. Wenn der Staat infolge des Umlageprinzips das Geld dazu verwendet, damit die Renten der derzeitigen Rentner zu zahlen, begleicht er damit den Kredit, den ihm diese heutigen Rentner früher gewährt haben und macht damit das, was er bei allen Krediten macht, er nimmt einen neuen Kredit auf (die Beitragszahlungen), um die Kreditschuld bei den Alten zu tilgen. Es ist im Grunde das gleiche Verfahren, wie es auch Staatspapieren zugrunde liegt. Lediglich die Dauer des Kredits währt länger und der Kredit wird in Raten zurückgezahlt (die monatliche Rente).

Soweit ist das Umlagesystem eigentlich korrekt und hat erhebliche Vorteile, weil das eingenommene Beitragsgeld durch die Auszahlung als der Rente sofort wieder zurück in den Wirtschaftskreislauf fließt. Daran partizipiert der Arbeitsmarkt (durch den Konsum der Rentner), der Wohnungsmarkt (auch Rentner zahlen Miete) und der Fiskus (denn er kassiert von den Rentnern indirekte Steuern und Umsatzsteuer wie von jedem anderen auch).

Nicht korrekt ist, dass der Staat sich vor allem in der Vergangenheit aus den Beitragszahlungen kräftig bedient hat, indem er einen Teil der Einnahmen für Verpflichtungen aufwendet, die mit der Rente nichts zu tun haben, sondern durch Steuermittel beglichen werden müssten. Ich habe diese Positionen schon so oft aufgeführt, dass ich dieses Mal darauf verzichte, nicht aber auf den Hinweis, dass der Staat nicht wirklich Zuschüsse zur GRV zahlt, sondern damit einen nicht reichenden Ausgleich für die Belastungen leistet, die er hätte aus Steuermitteln leisten müssen. Anders gesagt, alle kommen in den Genuss von Steuererleichterung in bestimmten Gebieten, weil dafür ausschließlich die Rentner der GRV aufkommen.

Im Gegensatz zu den immer wieder angeführten Problemen, die die Entwicklung einer niedrigen Geburtenrate angeblich auf die Gesellschaft haben soll, sind die Auswirkungen eher positiv zu sehen. Was in Deutschland derzeit passiert, müsste weltweit zur Regel werden, denn wir haben viel zu viele Menschen auf der Erde. Nicht, dass unser Planet diese Menschen nicht ernähren könnte, sondern das Anspruchsdenken und die Gier des Menschen, vor allem in den westlichen Ländern, sind es, mit der Folge, dass aus dem Planeten eine riesige Müllhalde wird und dringend benötigte Ressourcen für Kinkerlitzchen verschwendet werden, die eigentlich kein Mensch braucht oder wie z. B. Kriegsgüter, die kein Mensch wirklich will, außer natürlich den Militärs und eine kleinen Clique Unersättlicher, die den Krieg wie die hohen Militärs brauchen, damit ihre Vermögen und mit den Vermögen ihre Macht ins Unermessliche steigt. Aber diese Form der Geisteskrankheit ist so alt wie die Menschheit und wurde leider noch nie wirklich von einem Arzt oder einem Professor als Geisteskrankheit diagnostiziert. Dabei wäre es so leicht, sie zu heilen. Man schickt sie einfach in die vordersten Linien bei den Kriegen, wo die von ihnen produzierten Waffen zum Einsatz kommen, immer und bei jeder Lieferung.

Volker Pispers gehört zu den Kabarettisten, denen es gelingt, eine Sache so richtig auf den Punkt zu bringen:

Auch in der FAZ geht es gegen die Alten. Da soll es doch Alte geben, die nach 45 Arbeitsjahren schon mit 65 in Rente gehen wollen. Das geht verständlicherweise den Herren des BDA (Bund Deutscher Arbeitgeberverbände) erheblich gegen den Strich, offenbar dem Geschäftsführungsmitglied des BDA Gunkel ganz besonders. Vielleicht wurde er aber auch nur von seinem Präsidenten Hundt vorgeschickt.

Das Merkwürdige an der Sache ist, kaum ein Arbeitgeber will Leute über 50 Jahre noch beschäftigen, denn seitdem dank billiger Importe aus dem asiatischen Raum das, was das „Made in Germany“ einst berühmt gemacht hat, die Qualität, keine Rolle mehr zu spielen scheint, braucht man auch keine Mitarbeiter mehr, deren Erfahrungsschatz früher mal der Garant für Qualität war. Also Leute über 50 sind in der Regel zu alt, um noch einen Job zu bekommen, aber die gleichen Leute, in deren Auftrag an ältere Jobsuchende Ablehnungen auf Bewerbungen verschickt werden, fordern in der Presse lautstark, diese Leute sollen gefälligst bis 67 arbeiten.

Da wäre zu fragen, ob diese Leute nicht einmal die Grundrechenarten beherrschen, oder ob sie die Hetze gegen die gesetzliche Rentenversicherung erneut anheizen wollen. Ich denke, Letzteres, denn das Prinzip „teile und herrsche“ ist auch schon einige tausend Jahre alt. Dabei wäre „teilen“ ja nicht verkehrt, wenn es um die Gewinne ginge, die diese Unternehmen bzw. deren Arbeiter und Angestellte erwirtschaften. Doch das teilen aus diesem Spruch dient nur dazu, verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen, damit sie aus den Augen verlieren, dass sie eigentlich alle gleichermaßen betrogen werden und sich stattdessen gegenseitig in Schach halten. Und der BDA war schon immer eine Art Vorreiter, wenn es darum ging, die Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzubringen.

Ein Schlusswort zum Thema Demographie kann ich mir nicht verkneifen. Wir wissen ja aus der Presse, dass wir immer älter werden. Wir?? Schauen Sie sich mal die richtig Alten genauer an und dann fragen sie sich und vielleicht auch diese Alten, ob sie ein Leben lang an Maschinen gesessen haben, oder auf Dächern herumgeturnt sind, oder Häuser gebaut haben, oder ob sie vielleicht nicht doch in staatlichen Amtsstuben, in Vorstandsetagen, in Parlamenten, in Anwaltskanzleien oder sonst wo gesessen haben, wo es gemütlicher zuging, als in den Fabriken, auf dem Bau, in den Abwasserkanälen, bei der Müllabfuhr usw., und sie werden feststellen, der Anteil der Letztgenannten ist erheblich geringer, als der von denen, die mehrheitlich ihren Lohn aus Steuermitteln bezogen haben.

Mit Dank an Herrn Flegelskamp, der seinen Kampf gegen die alzeimerhausener Windmühlen nicht aufgibt. Bitte entschuldigen Sie den groben Fehler in der Mail (RBB).

 

Wie „DIE WIRTSCHAFT“ das Volk verriet …

Samstag, 28.7.2012. Eifel. Merken Sie, wie die Welt aufatmet? Die politische Welt, meine ich. Der Grund ist einfach: 16 Tage lang bekommen wir jetzt Nachrichten zum Thema „Leibesübungen“ in breiter Front serviert: laufen, hüpfen, werfen werden auf einmal Tätigkeiten, die unsere Aufmerksamkeit fesseln sollen als ob es um unser Überleben ging, während die Nachrichten, in denen es wirklich um unser überleben geht, leise in den Hintergrund treten. Dabei brauchten sie eigentlich gar nicht so rücksichtsvoll sein, diese brutalen Nachrichten vom Ende der zivilisierten Welt wie wir sie kennen: in der Flut der Trivialitäten haben sowieso nur noch engagierte Nachrichtenscouts eine Chance, die zeitaufwendige Suche nach entscheidenden Informationen in der Medienjauche aufzubringen, Informationen, die belegen, das sich der Abbau der nationalen Realwirtschaften zugunsten der internationalen Finanzwirtschaften noch etwas beschleunigt – mit gräßlichen Folgen für alle, die ihr Geld nicht ausreichend für sich arbeiten lassen können. Gerade in den letzten Tagen gab es ein richtiges Feuerwerk in dieser Hinsicht, das gruselige Zusammenhänge vermittelt.

Zuerst wäre da mal Moodys zu nennen, eine jener ominösen Ratingagenturen, die die Sterndeuter und Vogelflugleser des Mittelalters ersetzt haben. Auch jene Zunft hatte damals ihren Herrscher mit glücksverheißenden Prophezeiungen über Ernte, Wetter und Kriegsgeschehen überhäuft, um weiter einen sicheren Platz an den Fleischtöpfen zu haben. Während man hier in Europa verzweifelt versucht, die Notbremse zu ziehen, schlagen die Ratingzauberer (denen man ihr gigantisches Komplettversagen in der Suprime-Krise überrachend schnell verziehen hat) immer schneller, immer härter und immer detallierter auf Europa ein – und jetzt auch auf Deutschland. Unser heißgeliebter Rettungsschirm wird finanzieller Sondermüll, unsere stärksten Bundesländer Bayern, Baden-Würtemberg und Nordrhein-Westfalen ebenso (siehe Handelsblatt), es sieht so aus, als ob uns Bremen und Mecklenburg-Vorpommern allein wieder ´raushauen müssten.

Doch damit nicht genug: neben der deutschen Bahn sind auch unsere Banken Schrott (ebenfalls: Handelsblatt). Ich sage das jetzt mal so deutlich, weil es eigentlich schon jeder weiß: wenn die Abwärtsspirale einmal beginnt, gibt es kein Halten mehr. Andere Länder haben das schon erlebt. Sinkt das Rating, steigen die Zinsen, das Geld wird knapper, was zu einem Sinken des Ratings führt, das wiederum die Zinsen steigen läßt und das Geld noch knapper macht … und so weiter und so weiter.

Am Ende ist man dann bankrott – aber manche Banken (gerade jene, die „das Werk Gottes“ verrichten und ihre Goldmänner in vielen europäischen Regierungspositionen sitzen haben) sind ultrasuperreich geworden. Sicher gibt es auch ein paar Vorstandsposten für Politiker, die sich durch besonders marktkonforme Politik ausgezeichnet haben – wir haben uns an derartig seltsame Karrieren ja schon hinreichend gewöhnt.

Eine Katastrophe von unabsehbaren Ausmaßen“ soll uns drohen, so werden „Wirtschaftsexperten“ in der Welt zitiert, allerdings meinen sie eine andere Katastrophe als die, denen die deutsche Gesellschaft momentan im Alltag begegnet: die schleichende Enteignung der bundesdeutschen Normalsparer (siehe Spiegel) – also gerade jener Menschen, die eigentlich wirtschaftlich vorbildlich leben und Gewinn erwirtschaften, den sie sich mühevoll vom Munde absparen.

Weitere Katastrophen stellen sich erwartungsgemäß schnell ein: Griechenland, jenes Land, das seine Kinder bei internationalen Organisationen vor die Tür legt, damit sie nicht dauernd in der Schule vor Erschöpfung vom Stuhl fallen, braucht noch mal eben dreißig Milliarden Euro zusätzlich (siehe Welt), Spanien legt ebenfalls nochmal nach: zu den jetzt schon beanspruchten hundert Milliarden werden nochmal dreihundert Milliarden Euro fällig, siehe Spiegel.

Man fängt an zu glauben, das die miesen Ratings der letzten Tage wirklich verdient sind – die Agenturen wissen halt nur mehr als wir verarmenden Normalsparer.

Die Summen, die die Bankenbereicherungsmaschine „Eurorettung“ inzwischen benennt, übersteigen das normalmenschliche Vorstellungsvermögen bei weitem – übertragen auf Olympia würden wir erwarten, das die Athleten in Schallgeschwindigkeit von Londen nach Paris hüpfen und ihre Kugeln bis New York stoßen.  Was im Sport unmöglich ist, wird von der Wirtschaft inzwischen als selbstverständlich hingenommen: virtuelle Gewinne sollen weiterhin beständig neue Rekorde erzielen – ohne Rücksicht auf das, was „Wirtschaft“ eigentlich sollte: die Versorgung der Gesellschaft sichern.

Wir nehmen inzwischen alle irrationale Tatsachen als völlig gelassen hin – wie zum Beispiel die, das gerade in jenen Ländern immer mehr Hunger, Armut und himmelschreiende Ungerechtigkeit herrscht, in die wir unsere Milliarden pumpen. Wir nehmen das hin, weil uns „Experten“ versichern, das wir noch viel mehr verlieren würden, wenn wir uns weigern würden, das System weiterhin mit unserem Geld zu füttern. 700 Milliarden Euro würde uns allein die Griechenlandpleite kosten – drohen die oben in der Welt zitierten „Experten“.  Wenn dann auch Spanien fällt, dürften die Löcher in deutschen Kassen umso größer werden.

Also wird mehr und mehr und mehr Geld gedruckt, die Zentralbanken geben es immer billiger heraus … und der Verlierer ist schon wieder der einfache Bürger mit seinen bescheidenen Träumen von einem kleinen bisschen Wohlstand.

Die Prinzipien kennen wir schon, siehe Welt:

Jeder höhere SS-Führer kannte das nach Staatssekretär Fritz Reinhardt vom Reichsfinanzministerium benannte „Reinhardt-Programm“. Es diente der Förderung der Wirtschaft durch staatliche Darlehen, die entweder durch Raub fremder, auch jüdischer Vermögenswerte finanziert wurde oder durch schlichte Erhöhung der Geldmenge.

Kurz gesagt: die Wirtschaft wurde durch massenhaften Raubmord finanziert – Proteststimmen aus „der Wirtschaft“ sind mir nicht bekannt. Im Gegenteil: ich denke, das „die Wirtschaft“ das Nazisystem durchaus als vorbildlich ansah, auch heute gibt es Stimmen aus „der Wirtschaft“, die neidvoll nach China blicken und dies ohne Weiteres als Vorbild für eine „marktkonforme“ Demokratie ansehen – vielleicht auch ein Grund, weshalb man in den weitgehend gleichgeschalteten Medien kaum Kritik zum Leiharbeiterunwesen findet: Chinas Millionenscharen unterbeschäftigter Wanderarbeiter dürften das Vorbild gewesen sein.

Auch die anderen Prinzipien kennen wir schon: die Förderung der Wirtschaft durch staatliche Darlehen wird finanziert durch den Raub der Ersparnisse der Arbeitslosen, die nach dreissig Jahren Betriebszugehörigkeit vor die Tür gesetzt werden: Hartz IV macht es möglich – Arbeitslosigkeit wird Straftat, während die „Subventionen“ für „die Wirtschaft“ ständig neue Rekorde erreichen: ob es nun um die Chemie- und Aluminiumindustrie (siehe Badische Zeitung) oder um Kraftfahrersubventionen für Verkäuferinnen von Aldi (siehe Süddeutsche) geht: „die Wirtschaft“ greift um ein vielfaches mehr in die Taschen der Steuerzahler, als es selbst fünfzehn Millionen Arbeitslose könnten: 163,6 Milliarden Euro wurden allein 2010 ausgegeben (siehe Statista), wobei die gewerbliche Wirtschaft mehr bekommt, als die Bereiche Landwirtschaft, Verkehr, Wohungswesen, Sparförderung und Steuervergünstigungen zusammen (ebenfalls: Statista).

Wer nun nur noch ein bisschen weiterdenkt, wird schnell zu dem Ergebnis kommen, das in naher Zukunft die Errichtung neuer Todeslager für „Kosten auf zwei Beinen“ wieder denkbar wird, durch die mediale Hatz auf Arbeitslose wird ja schon mal ein entsprechendes Klima geschaffen, in dem wieder Ungeheuerliches gedeihen kann.

Gut, das das Volk jetzt erstmal sechzehn Tage lang darüber informiert wird, wer wie weit gelaufen, gehüpft und gesprungen ist anstatt darüber, das „die Wirtschaft“ wieder einmal das Volk verraten hat, weil sie „kassiert was geht“ (ein ungenannter Aldimanager im Artikel der Süddeutschen).

Das könnte man als  Generalmotto der deutschen Wirtschaft nehmen: „Wir kassieren, was geht“.

Und was nicht über Preise reinkommt, kommt eben über Steuern ´rein … oder über Rettungsschirme.

Die Wirtschaft oder Ökonomie ist die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Deckung des menschlichen Bedarfs dienen – so urteilt noch Wikipedia.

Praktisch ist heute die Wirtschaft die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die dem planvollen Raub der letzten menschlichen Vermögenswerte dient.

Sie sollte verboten und polizeilich verfolgt werden … bevor wir menschliche „Minderleister“, die nur „Kosten auf zwei Beinen“ sind, im Namen der „marktkonformen Demokratie“ „alternativlos“ dem „sozialverträglichen Frühableben“ zuführen müssen: das wäre dann „Reinhardt Zwo“.

Wer noch Zweifel hat, ob es wirklich schon so schlimm steht, der schaue nach Griechenland. Dort läuft das Programm gerade an, siehe rp-online:

Noch ist Griechenland nicht pleite. Dennoch ist die Krise keine abstrakte Größe mehr. Wer durch die Straßen der Hauptstadt Athen läuft, begegnet der nackten Not. Bettler, verwahrloste Geschäfte, Obdachlose, anarchistische Parolen. Die Temperaturen sind unter den Gefrierpunkt gesunken. Die große Depression, hier ist sie bereits greifbar.

SOS-Kinderdörfer zeigen die Dramatik deutlich:

Stergios Sifinos, Leiter des SOS-Kinderdorf Vari,
80 km südlich von Athen, berichtet, dass sich die Anfragen für die Aufnahme neuer Kinder im letzten Jahr verdoppelt haben. „Normalerweise helfen wir Familien mit sozialen Probleme, heute suchen vor allem Familien mit akuter Geldnot einen Platz für ihre Kinder.“

Eine Rettung stellt das allerdings nicht da, denn im Zuge des Mottos „Wir kassieren, was geht“ werden auch dort bald die Pforten schließen. Immerhin bezahlen wir Deutschen viel dafür und fordern auch lautstark, das so gehandelt wird:

Doch das SOS-Kinderdorf selbst kämpft um sein Fortbestehen. Denn das SOS-Kinderdorf wird im Zuge des Sparpakets der Regierung nun besteuert. Dazu kommt, dass die Spendeneinnahmen um ein Viertel zurückgingen.

Im Prinzip ist das nichts anderes als der Massenmord an polnischen Juden zum Zwecke der Finanzierung der Subventionen, nur die Quantität ist eine andere.

Und das alles – geschieht wieder in „unserem Namen“.

Es macht schon Sinn, das wir uns aktuell wieder mehr auf sportliche Trivialitäten konzentrieren.

Die anderen Themen werden zunehmend unerträglich.

Expertengespräch

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Expertengespräch

© Jotha

Deutschland 2012: Prognosen für Realisten

Mittwoch, 28.12.2011, Eifel. Aktuell werden wir ja überschüttet mit Prognosen für 2012. Für Deutschland sieht es - mal wieder, ganz hervorragend aus. Das wissen wir ja schon seit langem ... seit 2007 ist die aktuelle Krise mit Sicherheit vorbei, 2008 erst recht, 2009 total, 2010 vollkommen und 2011 endgültig. Mehr vorbei kann gar keine Krise sein. Gut, ich gebe zu: ich habe mich selbst schon mal bei Prognosen vertan: ich rechnete mit 10 Millionen Arbeitslosen. Ob ich recht habe, weiß ich nicht, da man inzwischen die Bewertungen von "Arbeitslosigkeit" geändert hat. Ist man bei einem privaten Arbeitsvermittler (ich kenne da einen persönlich, der ist selber arbeitslos), zählt man nicht mehr dazu. Vielleicht hatte ich also mit meiner Prognose auch gar nicht mal so unrecht ... aber wie konnte ich auch ahnen, das jetzt alle für 400 Euro im Monat arbeiten und somit als "beschäftigt" gelten? Mit meinen Prognosen für die Zukunft liege ich aber gar nicht mal so schlecht im Rennen, wenn man die Konkurrenz vergleicht, siehe die Welt:

Mittwoch, 28.12.2011, Eifel. Aktuell werden wir ja überschüttet mit Prognosen für 2012. Für Deutschland sieht es – mal wieder, ganz hervorragend aus. Das wissen wir ja schon seit langem … seit 2007 ist die aktuelle Krise mit Sicherheit vorbei, 2008 erst recht, 2009 total, 2010 vollkommen und 2011 endgültig. Mehr vorbei kann gar keine Krise sein. Gut, ich gebe zu: ich habe mich selbst schon mal bei Prognosen vertan: ich rechnete mit 10 Millionen Arbeitslosen. Ob ich recht habe, weiß ich nicht, da man inzwischen die Bewertungen von „Arbeitslosigkeit“ geändert hat. Ist man bei einem privaten Arbeitsvermittler (ich kenne da einen persönlich, der ist selber arbeitslos), zählt man nicht mehr dazu. Vielleicht hatte ich also mit meiner Prognose auch gar nicht mal so unrecht … aber wie konnte ich auch ahnen, das jetzt alle für 400 Euro im Monat arbeiten und somit als „beschäftigt“ gelten? Mit meinen Prognosen für die Zukunft liege ich aber gar nicht mal so schlecht im Rennen, wenn man die Konkurrenz vergleicht, siehe die Welt:

Sie hat die Dax-Prognosen der Börsenprofis der vergangenen 16 Jahre mit der Realität verglichen. Seit 1996 folgte der Aktienindex lediglich vier Mal dem Skript der Profis und wich am Jahresende weniger als zehn Prozent von der Vorhersage ab. In allen anderen Jahren entwickelte sich der Dax ganz anders, als es die Profi-Prognosen wissen wollten. Zwischen Ist und Soll klafften Lücken von teilweise über 50 Prozent.

Das könnte man auch mit Münzwurf hinkriegen … der wird aber momentan nicht so gut bezahlt. In diesem Jahr wäre Münzwurf sogar besser gewesen:

In diesem Jahr fällt die Bilanz besonders verheerend aus. 29 der 30 befragten Experten sagten steigende Notierungen für den deutschen Leitindex voraus. Im Durchschnitt rechneten die Strategen zum Jahresende 2011 mit einem Dax-Stand von 7750 Punkten. Die Realität sieht bekanntlich anders aus. Der Index notiert aktuell bei unter 5900 Punkten und damit ein Viertel unter der Profi-Prognose. Seit Januar hat der Dax mehr als 15 Prozent an Wert eingebüßt. 

Für solche Vorhersagen sackt ein „Experte“ ein sechsstelliges Jahresgehalt ein … Geld, das anderswo fehlt. Zum Beispiel beim Bürger. Wir haben inzwischen Rekorddefizite, siehe Handelsblatt:

Die öffentlichen Schulden in Deutschland sind im dritten Quartal dieses Jahres auf die Rekordsumme von 2 Billionen und 27,5 Milliarden Euro gestiegen. Das waren 10,4 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent mehr als am Ende des zweiten Quartals 2011 und die höchste Summe seit Bestehen der Bundesrepublik, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Super, oder? Das können nur wirklich hoch bezahlte Experten, die selbstverständlich so viel verdienen müssen, weil sie jederzeit woanders anfangen könnten. Wäre nur schön, sie täten es endlich – man könnte vielleicht wieder richtig gut wirtschaften und schwarze Zahlen erarbeiten. Stattdessen …. betreiben wir lieber Raubbau an den griechischen Finanzen.

Wer nun denkt, das würden wir nicht tun, der irrt. Einfach mal Spiegel lesen:

Gleichzeitig ist Deutschland Nutznießer finanzieller Transfers aus Ländern wie Griechenland und Portugal. Sie haben richtig gelesen! Deutschland bekommt Geld aus diesen Ländern. Zwar hat die Bundesrepublik Garantien für den Euro-Raum gegeben – und riskiert damit Verluste. Bislang aber ist noch kein Geld verlorengegangen. Sehr wohl aber kassiert Deutschland Gebühren für seine Garantien.

Toll, oder? Die werden obdachlos und wir immer dicker. Kein Wunder, das die Deutsche nicht ausstehen können. Ich persönlich würde mich gerne nicht an der Ausplünderung von Menschen ohne soziales Netz beteiligen, erst recht nicht würde ich im Winter Bedingungen schaffen, die Menschen auf die Straße jagen – aber wer fragt mich schon? Der moderne Deutsche ist halt anders, vielleicht finden wir den Prototyp bei Ärzten im Konzentrationslager: die sind heute noch ganz stolz darauf, was sie im Namen der Wissenschaft verbracht haben, siehe Welt:

Münch ließ alle Schleier fallen. Er schwärmte von den Möglichkeiten, die er als Arzt im KZ hatte: „Ich konnte an Menschen Versuche machen, die sonst nur an Kaninchen möglich sind. Das war wichtige Arbeit für die Wissenschaft.“ So habe er Menschen Eiter injiziert, um den Zusammenhang zwischen vereiterten Zahnwurzeln und Rheumatismus zu untersuchen. Münch bezeichnete Josef Mengele, nur knapp zwei Monate vor ihm geboren, als den „Sympathischsten“ unter allen Kollegen. Und er stellte Selektionen zynisch als Gefallen dar, damit diese Leute „nicht die nächsten 14 Tage überleben müssen“.

Solche Schilderungen sind es, die mir den „naturwissenschaftlichen Typus“ unheimlich werden lassen. Solche Bestien praktizieren bei uns als Arzt und verdienen sich eine goldene Nase durch Luxusversorgung mit Beitragsgeldern der Versicherten. Ein wenig erinnern die KZ-Versuche an die momentanen Experimenten in Griechenland. Für die deutschen Gebühren haben die sich jetzt richtig ins Zeug gelegt: um 40 % sind die Umsätze des griechischen Einzelhandels eingebrochen, die Welt bemerkt dazu noch:

Am wenigsten wird beim Essen gespart.

Unverschämt, oder? Der Grieche weigert sich immer noch, zu hungern. Na, das werden wir ihm schon beibringen … seiner Wirtschaft geht es immerhin von Jahr zu Jahr schlechter, das miese Weihnachtsgeschäft wird wohl noch mehr Pleiten nach sich ziehen, die „Reformen“ werden schon dafür sorgen.

Momentan verlaufen sie sehr schleppend, sagt man. Der Spiegel schimpft die Griechen schon „Reformversager“. Der Verkauf des Staatseigentums stockt, die Auflösung der Ministerien läuft nur schleppend, die Massenentlassungen wurden nicht zügig durchgeführt, ebensowenig die Rentenkürzungen … dafür hatte ein Abgeordneter plötzlich eine Million auf dem Konto. Überraschend.

Viele andere Spitzenpolitiker in Griechenland sind ebenfalls reich … ohne jedoch unbekannte Spender zu haben. Der Finanzminister ist sogar Millionär, jeder fünfte Abgeordnete hat über 220000 Euro auf dem Konto: Verhältnisse wie in Deutschland, möchte man meinen. Da fragt man sich doch: warum müssen eigentlich die kleinen Leute sparen? Haben die etwas persönlich die Rüstungskäufe getätigt? Wurden die alle von den Firmen eingeladen, die die ganzen Waffen verkaufen? Haben die selbst die Schulden gemacht – oder unerwartet Millionen auf dem Konto? Nein – darum sind sie ja auch so arm. Und wie die Selektion den Menschen das Leiden erspart, ersparen wir den Griechen Hartz IV – das Leid wollen wir denen gar nicht erst zumuten.

Nun haben nicht nur die Griechen Schulden – auch den Spaniern geht es schlecht.

Zwar können die sich Fussballer für 94 Millionen Euro kaufen und ihnen 11 Millionen Euro Jahresgehalt schenken, aber ansonsten geht es dem Land nicht so gut.

Oder die USA? Dort bekommen drittklassige Serienstars, die fiktive Psychopathinnen in New York spielen, 30 Millionen Dollar Gage. Der Staat? Redkordschulden, fast pleite. Da sieht man, wo das ganze Geld bleibt: die Funktionselite für Volksbeschäftigung wird superreich, das unbeschäftigte Volk wird aussortiert. Deshalb bekommt ein Gottschalk 6 Millionen Euro fürs Possen reissen, während ein Arbeitslosenkind von 974,55 Euro im Jahr ernährt werden muss. Keiner von denen bekommt sein Geld für Leistung … sie bekommen es per „Beschluss“. Da stecken Menschen hinter, die bestimmen, das ein Gottschalk soviel geschenkt bekommt wie die Kinder einer ganzen deutschen Kleinstadt – als ob 10000 Euro Monatsgehalt nicht auch ausreichen würden.

Darf man fragen, wer so etwas organisiert hat? Gibt es da wieder einen Hitler oder Himmler, die so etwas andenken? Oder hat sich die bequeme darwinistische Sichtweise jetzt auch völlig auf gesellschaftliche Bereiche ausgedehnt, so das wir auch hier automatisch von „Zufall“ ausgehen?

„Huch, da sind ja auf einmal 30 Millionen Dollar auf meinem Konto? Wo kommen die denn her?“ … wobei die letztere Frage einen schon in den Bereich der Verschwörungstheorien bringt. Wir fragen nicht mehr nach. Wir glauben. Denken … ist nur noch wenigen erlaubt – wie zum Beispiel den Unternehmern.

Einer hat jetzt mal einen gewagten Vorschlag gemacht, siehe Handelsblatt:

Es geht vor allem darum, dass die Griechen selbst Initiative ergreifen und sich selbst helfen. Als Erstes brauchen wir einen Beitrag der Reichen, eine Art Solidarzuschlag. Rund 200 Milliarden Euro auf Schweizer Konten stammen aus Griechenland, meist aus der Oberschicht. Das ist doch zum größten Teil nicht versteuertes Geld. Davon müssten die Griechen mindestens 25 Prozent als Solidarbeitrag für ihr Land zusteuern. Das wären schon einmal 50 Milliarden Euro, mit denen die Leistungsfähigkeit des Landes gestärkt würde. Der zweite Punkt wäre der Aufbau eines soliden Finanz- und Steuersystems. Am besten mit Hilfe von sehr pflichtbewussten und versierten Steuerbeamten

Das wäre doch auch was für Deutschland, oder? Der Mann ist Tunnelbohrer, der kann sich solche Kommentare leisten: der ist jederzeit auf und davon. Würden wir Deutschen (also: wie reichen Deutschen, die Mehrheit der Armen hat bislang schon einen viel höheren Beitrag geleistet, viele haben alles gegeben)  einen Solidarbeitrag von 25 % leisten … der Staat wäre saniert. Wir bekämen wieder Geld für unsere Arbeit. Juchhu.

So jedoch … dürfen wir umsonst arbeiten, bekommen noch einen kleinen Notzuschuss, um Hungerrevolten zu vermeiden: das war es dann aber auch. Glamourschnepfen, Hobbykicker und telegene Plaudertaschen brauchen das Geld dringender … meinen jedenfalls die, die in Aufsichtsratssitzungen die Verteilungen der Geldströme beeinflussen.

Damit die für ihre Freunde auch immer größere Geschenke machen können, brauchen sie natürlich Geld. Das bekommen sie von uns – durch Preise, die jetzt erstmal satt steigen werden. Strom, Gas, Benzin – ein Anstieg von 50% wird uns ein schönes Jahr 2012 bescheren.

Dabei geht es unserer Wirtschaft insgesamt wahrscheinlich nicht so gut.

Wenn es stimmt, das der Preis der Weine der Millionäre die Zukunft vorhersagt, stehen uns düstere Zeiten bevor – die Preise sind um 18 % gesunken. Allen Jubelrufen über die nun wirklich ganz ganz sicher bewältigte Krise bereiten sich die ersten Banken auf die Rückkehr der nationalen Währungen vor, der deutsche Mittelstand bittet schon Kunden um Kredite.

Das stimmt zuversichtlich, oder?

Darum meine Prognose für 2012:

die politische und wirtschaftliche Oberschicht wird weiter abkassieren, noch mehr als zuvor. Schenkt die europäische Zentralbank den Privatbanken weiter Geld, das die dann teuer weiter verleihen, bekommen wir noch mehr Millionäre in Deutschland und noch mehr Feinde im europäischen Ausland – und das auch zurecht. Behalten die Banken des Geld aber lieber selbst, wie die Rekordeinlagen bei der EZB andeuten, dann werden uns nächstes Jahr noch mehr Handwerker anpumpen wollen.  Jeder, der nicht im Netzwerk der Blutsauger aktiv ist, wird weniger Geld haben. Die Preise werden steigen, die Vollzeitarbeitsplätze weiter abnehmen, die ständig sinkende Lebensqualität wird zu noch mehr Krankheiten führen, die wir dann für noch höhere Arztgehälter und weiter steigende Medikamentenpreise unzureichend behandeln … aber seltsamerweise niemals heilen.

Für den Rest: schließe ich mich Ausnahmsweise mal Herrn Sinn vom Ifo-Institut an, dem Dinosaurier des Jahres 2009, der in der Welt einen eigenen Ausblick wagt:

„Es kann sein, dass im nächsten Jahr größere Eruptionen stattfinden“, sagte Sinn Reuters TV. „Wir sind in einer wirklich existenziellen Krise des Euro. Solch eine Krise haben wir in der Nachkriegszeit noch nicht gesehen.“ Das könne auch politische Folgen haben. „Ich wage gar nicht, mir das alles auszumalen.“

Gut, das wir jetzt wissen, wie erfolgreich Experten mit ihren Prognosen sind.

Schade … das ich keiner bin, denn so … habe ich eine Chance, richtig zu liegen.

Das … wäre wirklich schlimm – weil es auf jeden Fall hässlich enden wird.

So wie jetzt in Griechenland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bevormundet – Ausgegrenzt- Entmündigt– zum Idioten gemacht!

Geht es Euch nicht auch manchmal so, man wacht früh auf und ALLES ist gut gegangen ?
Der angekündigte Weltuntergang ist nicht eingetreten, die Anschläge der Lebensmittelindustrie ist man nicht zum Opfer gefallen, kein Reaktor der hochgegangen ist und Frau und Kinder sind auch noch da, was für ein Glück!

Das Leben könnte so schön sein, doch kaum hat man die Zeitung aufgeschlagen, Radio oder den Fernseher eingeschaltet, kommen die Zweifel.
Doch Gott sei Dank gibt es da für ALLES Experten, welche einen zur Seite stehen, besonders solche, welche der Unterschicht erklären, wie gut man in Armut leben kann. Menschen (un)würdige Ratschläge wie „Leben mit Hartz IV“.
Immer dann, wenn sogenannte Experten, sich Sorgen machen um Hartz IV Empfänger und armer Menschen in unseren Land, stellt man sich die Frage, welch Menschenbild diese Experten haben. Die Arroganz und Missachtung gegenüber den Betroffenen ist nur schwer nachvollziehbar. Nein ich spreche nicht von den üblichen Verdächtigen, Herren Sarrazin oder Buschkowsky und wie sie noch alle heißen mögen. Nein, von „Experten“ wie zum Beispiel Ute Albrecht, Bewerbungsberaterin ist ihre Berufung. Sie hat faktisch ein rund um Sorglos-Paket für die Unterschicht Deutschlands.
Ich mag mir gar nicht ausdenken, was es für Konsequenzen hätte, wenn diese Beratungshinweise in die Hände von Politiker geraten würden.
Das Motto dieser Expertin :

„STOP! Sie liegen auf dem Sofa. Das ist bequem, bringt Sie aber nicht weiter. Sie können mehr aus sich machen. Ich helfe Ihnen vom Sofa herunter und stärke Ihr Selbstbewusstsein. Sie lernen eine Menge über Ihre Fähigkeiten und wie Sie Ihren zukünftigen Arbeitgeber überzeugen. Schauen Sie mal ins Bewerbungsmagazin.“

Das Anliegen ist eigentlich nicht zu kritisieren und ich unterstelle mal, dass Frau Albrecht die besten „Absichten hat um den Betroffenen auf dem Sofa zu helfen“ um wieder am Leben teilhaben zu können. Aber bereits die Feststellung „STOP! Sie liegen auf dem Sofa. Das ist bequem, bringt Sie aber nicht weiter“ bewirkt bei mir ein gewisses Unbehagen. Richtig schlecht wird mir aber, wenn ich lese, was sie sonst noch für Ratschläge um sich im täglichen Leben zurecht zu finden.
Beispiele gefällig? Folgende Ratschläge gibt die Expertin unter anderem:

„Schreiben Sie sich einen Einkaufszettel. Genau diese Menge an Bargeld nehmen Sie mit – nicht einen Cent mehr. Das hilft der Einkaufsdisziplin enorm. Außerdem haben Taschendiebe nach Ihrem Einkauf keine Chance, denn Ihr Portmonnee ist leer“
Und ein weiterer „wichtiger Ratschlag“ beim Einkauf:
„Mit vollem Magen shoppen:
Gehen Sie nie hungrig einkaufen. Dann finden Sie nämlich so viele Dinge lecker, die in Ihrem Einkaufswagen landen, sodass Ihre Familie sie in der Woche nicht aufessen kann und ein Teil der Lebensmittel verdirbt. Machen Sie es wie die Spitzenköche: Kaufen Sie öfters, dafür aber frisch und nach der Saison ein. Theoretisch können Sie zwar Erdbeeren im Februar kaufen, aber sie sind erstens teuer und zweitens schmecken sie nicht besonders gut. Warten Sie lieber, bis in Deutschland die Erdbeersaison beginnt“.
Und natürlich weiß auch Frau Albrecht wo man am besten einkaufen kann, ohne „Schleichwerbung“ unterstellen zu wollen:
„Abonnieren Sie sich kostenlose Newsletter von Discountern wie z. B. Aldi, Lidl oder Penny-Markt. Das hat den Vorteil, dass Sie die Sonderangebote schon kennen. Sparen können Sie auch beim Kauf von Waschmitteln. Tandil Ultra Plus von Aldi wurde aber mit der Note 2,2 benotet und ist damit besser und billiger als das teure Markenprodukt!“
Und das die Frau wirklich Ahnung hat zeigen solche Ratschläge, wie
Hat die Waschmaschine ihren Geist aufgegeben, fragen Sie nach Waschmaschinen zweiter Wahl“
oder
„Reste kann man clever verwerten. Bleiben vom Mittagessen Gemüse und Kartoffeln übrig, dann kann man mit diesen Resten einen leckeren Auflauf zaubern“
und
„Backen Sie gerne? Dann schaffen Sie sich einen Brotbackautomaten an.“ !
Wasser sparen:
„Duschen Sie, anstatt ein Vollbad zu nehmen. Für ein Wannenbad verbrauchen Sie drei mal so viel Wasser wie bei einer Dusche. Auf diese Weise können Sie 80 Euro im Jahr sparen.“
Die richtige Raumtemperatur:
In der Küche sind etwa 16-18 Grad ausreichend, in den Wohnräumen schaffen Sie mit einer Temperatur zwischen 18 und 20 Grad[…]. Das Schlafzimmer kann ruhig kühl sein „.
„Wie steht’s mit Ihrem Kühlschrank? Ist Ihr Kühlschrank oder Ihre Gefriertruhe schon etwas älter, dann lohnt sich die Anschaffung neuer Kühlgeräte. Geräte der Klasse A++ sind die sparsamsten. Alte Geräte dagegen sind die reinsten Stromfresser.“
Um nun den Leser nicht zu überfordern, möchte ich verkürzt (abschließend ) weitere Weisheiten der Expertin vermitteln, die da lauten :
„Energiesparlampen anstatt herkömmlicher 60-Watt-Lampen verwenden.“
„Überprüfen Sie Ihr Fernsehverhalten. Seien Sie revolutionär – melden Sie Ihren Kabelanschluss ab.“
„Freunde bekochen anstatt ins Restaurant gehen. Wie wäre es mit der schnellen Reispfanne?“
„ Eisbecher selbst machen anstatt ins Eiscafé gehen“
„Jazztanz in Eigenregie anstatt im Fitnesscenter oder im Sportverein.“
„Literarisches Café im Garten anstatt Theaterbesuche.“ ( Anm. der Redaktion: „Garten?“)
und als Höhepunkt wäre da noch:
Selbst Theater spielen anstatt Kinobesuche“ !

Mal davon abgesehen, dass auch einige dieser Ratschläge eine gewisse Finanzierung voraus setzen, zeigt es doch deutlich, was man den Hartz 4 Beziehern und armen Menschen so zutraut: Nichts. Alles nur Idioten, denen man ALLES beibringen muß.
Und natürlich sind solche Beratungen und Weisheiten nicht zum Nulltarif zu haben. Denn, mit der Armut lässt sich gut Kasse machen.

VON DEN ARGEN/JOBCENTER ALS KUNDE BENANNT – ALS SKLAVE BEHANDELT UND VON DER GESELLSCHAFT BEVORMUNDET – AUSGEGRENZT – ENTMÜNDIGT – ZUM IDIOTEN GEMACHT !

Frank Ullrich
Dresdner Sozialwacht

Wikileaks und Journalisten als geistige Führer der Menschheit

Am 3. November 2009 erschien im österreichischen Standard ein Artikel über die Zukunft des „Qualitätsjournalismus“.  Der „Journalist“ macht sich Sorgen über seine Konkurrenz aus dem Internet, das sich frecherweise erlaubt, ohne Rücksicht auf Chefredakteur, Werbepartner und Befindlichkeiten der Regierungspartei einfach so Informationen zu verbreiten.

Die Konsequenzen, die aus dieser Tatsache gezogen werden, werfen ein interessantes Licht auf die Sichtweise der bezahlten schreibenden Zunft.

Vielmehr müsse die journalistische Qualität als professionelles Handwerk betrachtet werden: „Wir wollen auch nicht von ‚Bürgerpiloten‘ nach Mallorca geflogen werden oder von ‚Bürgerchirurgen‘ operiert werden“

Das meint jedenfalls Christoph Fasel, Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Hochschule Calw, bei einer Tagung der US-Botschaft und des Kuratoriums für Journalistenausbildung in Wien. Dazu müsste die Zeitungen jedoch auch angemessen auf die aktuelle Medienkrise reagieren, die Qualitätszeitungen müssten deutlich teurer werden.

Qualitätsnachrichten werden also nur noch für Besserverdienende? Oder denken Professoren, die wie Arbeitslose von „öffentlichen Almosen“ leben, nicht mehr über die eigene Brieftasche hinaus? Politische Bildung und Information ist ja vielleicht auch nichts für den arbeitslosen Bürger, das sollte er besser den Experten überlassen – wie auch die Politik, die Wirtschaft, die Erziehung, Bildung und das Gesundheitswesen. Nur … bezahlen, das soll er schon. Am Besten in Form von GEZ- gebühren, damit es überhaupt keinen Zusammenhang mehr zwischen Leistung (Gebühren) und Ware („Wetten dass“) gibt.

Das es Tagungen  einer US-Botschaft und des Kuratoriums für Journalistenausbildung gibt, wirkt scheinbar bei niemanden der Anwesenden anstößig. Wir sind halt aller locker, freundlich und gut drauf.

Der Journalist von heute solle mehr auf die Ängste und Sorgen der Leser eingehen, meinte auch Christoph Fasel. Da die Welt so komplex geworden sei, sei die „Lotsenfunktion“ der Medien wichtiger geworden. Nutzwertberichte, wie praxisnahe Erklärungen zum komplizierten Sozialsystem zum Beispiel, brächten auch hohe Leserquoten.

Schade nur das heutzutage arbeitslose Sozialwissenschaftler praxisnahe Erklärungen des Sozialsystems anhand eigener Erfahrungen liefern können, da haben sie den etablierten Kollegen einiges voraus – werden sozusagen selber zur Nachricht.

Das Journalisten nicht nur Nachrichten bringen,  sondern dem Volk auch erzählen sollen, was man von diesen Nachrichten zu halten hat, das auch nicht alle Nachrichten für das Volk geeignet sind, erfährt man schon bei Pressekonferenzen, wenn an die „staatsbürgerliche Verantwortung“ der Medienvertreter appelliert wird … und den Rest der Freiheit entsorgt die Abhängigkeit von den Nachrichtenquellen … zum Beispiel sichert der gesicherte Zugang zum US-Botschafter inklusive der Möglichkeit der Exklusivberichterstattung aus seinem Hause die Festanstellung im eigenen Hause – und schon gehört man mit zu jenem überversorgtem Wohlstandsklientel, das seit neuestem seinen Ausländer- Schwulen- und Arbeitslosenhass ganz offen zeigen darf, weil man die Chance auf eine Mehrheit im Lande hat – zumindest auf eine Mehrheit in den Printmedien.

Das der so etablierte „Lotse“ dann nichts mehr mit einem klassischen Journalisten zu tun hat, sondern sich in einem Netzwerk von Abhängigkeiten bewegt (einem Netzwerk, das ihn trägt, befördert und ernährt) stört den klassischen Untertangeist nicht sonderlich, so wenig wie die Tatsachte, das es Monopole in der Journalistenausbildung gibt, die eine unheimliche Nähe zur amerikanischen Botschaft haben, so bietet das Kuratorium für Journalistenausbildung auch den Österreichischen Journalisten-Kolleg an, der das Monopol über den „Redakteur“ ausübt:

Wer sich in Österreich Redakteurin oder Redakteur nennen will, muss das Österreichische Journalisten-Kolleg oder eine vergleichbare Ausbildung besucht haben.

Ob man wohl der iranischen oder chinesischen Botschaft ähnlich nahe steht? Ist das jetzt die Definition von „Qualitätsjournalismus“? „Made in USA?“.

Es ist vielleicht nur ein kleines österreichisches Narrenspiel, aber der Feiztanz um den Bundespresseball in Deutschland läßt mich erahnen, das es hier nicht besser aussieht – als Bürger, der nur Informationen will und sich dann darüber –  bitte schön –  selber Gedanken machen möchte, verlange ich eigentlich von Journalisten und Redakteuren, das sie sich von diesem Ereignis fern halten. Tun sie dies nicht, suche ich mir zu den etablierten Medien Alternativen, die keine Rücksicht auf Tanz- oder Interviewpartner nehmen müssen. So heil ist die Welt im moment nicht, das man so leichtfertig derartige Kontakte tolerieren könnte.

Aus diesem Blickwinkel heraus verstehe ich auch, warum Julien Assange sich nicht mehr zum Thema „Journalismus“ äußern möchte … die Debatte ist schlichtweg unnütz und erbärmlich. Journalisten, die vom Geld, vom Wohlwollen oder von Netzwerken abhängig sind, sind ihr Geld nicht wert – und das wissen sie. Wir brauchen sie nur noch eine Weile, weil sie ein Monopol auf Kommunikation haben, ein Monopol, das durch das Internet und seine Möglichkeiten langsam beseitigt wird, was auch gut so ist.

Die Diskussion um Wikileaks zeigt, wie weit die Degeneration im Journalistenberuf schon fortgeschritten ist – möglicherweise sogar soweit, das diese Rolle an sich eine Gefahr für die Demokratie darstellt, weil sie (ähnliche wie die Kirchen) eine Ware anbieten, die sich nicht mehr besitzen: die Wahrheit.

Dafür erlauben sie sich einen kühnen frechen und ängstlichen Griff zur Macht … den Griff zur Lufthoheit über die Felder der Meinungsbildung aus Angst vor dem, was da kommt.

Im Übrigen traue ich  Bürgerpiloten und Bürgerchirugen mehr als Leuten, die den Job für Geld machen um ihre Spielschulden abzuzahlen.  Bei Bürgerpiloten gehe ich davon aus, das sie aus Leidenschaft das Fliegen gelernt haben, bei Bürgerchirugen sehe ich die Liebe zur medizinischen Praxis und zum Menschen im Vordergrund – und wenn ich bei Bürgerjournalisten die Liebe zur Wahrheit finde, dann bin ich als kleiner Eifelphilosoph gar nicht mehr zu halten.

Und insofern … sind für mich Julien Assange und Wikileaks Helden. Echte Helden – und echte Journalisten. Nicht die Tatsache, das da was veröffentlicht wurde, ist der Skandal, sondern was in den Veröffentlichungen enthalten war … auch wenn sich für Menschen, die schon länger jenseits der abhängigen Medien nach Informationen suchten, keine grundsätzlichen Änderungen im Weltbild ergeben dürfte.

In einer Welt, die so wäre wie die, die der staatstragende Journalismus uns tagtäglich verkaufen möchte, hätte es einen Irakkrieg nie geben dürfen.  Da es ihn aber gab, sehe ich schon, das gewissen Kreise so langsam die Notwendigkeit einer „Lotsenfunktion“ für das Volk sehen – denn für den Normalbürger kommen Angriffskrieger nur aus Schurkenstaaten. Das haben wir gelernt – wir waren selbst mal einer.

Da bedarf es schon besonderer Lotsen und geistiger Führer, denen wir völlig vertrauen müssen, da sie uns verkaufen wollen, das zwei und zwei irgendetwas so um fünf herum ist, aber näher an drei als an sieben.

Was man über Experten wissen sollte

Vor ein paar Monaten lief im RTL  ein Beitrag zum Thema “SMS-Abzocke”. Nach dem Beitrag wurde auf die RTL-Website verwiesen. Ich zitiere mal:

Flirt-SMS-Abzocke: Jetzt mit Experten chatten
Wir verraten Ihnen, wie Sie unseriöse Angebote erkennen

Dies ist nur ein Beispiel um aufzuzeigen das wir ein Land voller Experten sind, man muss nur einmal mit dem Finger auf der Landkarte im Orient gewesen sein, und schon gilt man als  Experte für Islamismu.

Und wenn sie als Experte Geld verdienen wollen, ist es natürlich von Vorteil wenn man zum Beispiel von der Versicherungsbranche bezahlt wird und gleichzeitig als Experte von unseren Volksvertretern zurate gezogen werden, denn da lassen sich die Weichen besser stellen, denn wem vertraut man mehr? Experten! Richtig!

Hierzu ein Beitrag von  Albrecht Müller über unsere so genannten Experten.

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