Evolution

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Der Eifelphilosoph – das Interview zum Buch

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Nachrichtenspiegel: Sehr geehrter Herr Eifelphilosoph – erstmal vielen Dank für die Zeit, die Sie für uns erübrigen. Zeit … so hatten Sie mal erwähnt … ist für Sie ein äußerst knappes Gut?

Eifelphilosoph: Ja. Gelegentlich erwähne ich das mal. Im Prinzip empfinde ich mich als sehr reicher Mensch, allerdings ist Zeit bei mir momentan etwas knapp. Ich habe ja einen Hauptberuf: „Hausmann“. Wenig geschätzt in unseren Tagen, weil sich Hausarbeit nach dem Denken von Wirtschaft und Politik von selbst erledigt. In Wirklichkeit ist das ein Vollzeitjob – wenn man eine Familie zu versorgen hat. Frühstück, Mittagessen, Abendbrot – alles muss vorbereitet, gekocht, gedeckt werden, anschließend folgt spülen und wegräumen. Dann wartet auch schon die Wäsche auf einen, Räume müssen gelüftet werden, Kinderzimmer verlangen  nach Aufmerksamkeit, der Boden will gefegt, gewischt und gesaugt werden – viel zu tun für einen Menschen, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so gut körperlich arbeiten kann. Ich brauche halt viele Ruhezeiten … und die fressen jedes Zeitkontingent schnell weg.

Nachrichtenspiegel: Ja – auch das erwähnen Sie manchmal: Sie sind gesundheitlich eingeschränkt?

Eifelphilosoph: Nach einer Million Kilometer auf deutschen Autobahnen haben sich meine unteren Bandscheiben verabschiedet, was sich auf die Stabilität der ganzen Wirbelsäule auswirkt. Für die Millionenumsätze, die ich für Konzerne erwirtschaftet habe – und die enormen Steuersummen, die so in die Säckel von Bund, Ländern und Gemeinden geflossen sind – erhalte ich eine kleine Rente. Sie reicht, um mich persönlich vor Hartz IV zu bewahren, reicht aber nicht, um meine Familie zu ernähren. Leider fördert diese Minirente nicht die Gesundheit – und eine Arbeit, in der ich abwechselnd stehen, sitzen, gehen und auch liegen kann ist schwer zu finden. Es gibt genug gesunde Menschen ohne Arbeit, gegen die ich mit meinem Restleistungsvermögen nicht in Konkurrenz treten kann.

Nachrichtenspiegel: Und trotzdem sind sie noch berufstätig?

Eifelphilosoph: Ja. Genau genommen habe ich fünf Nebenjobs, allerdings bringen nicht alle Geld ein. Ein stabiles Nebeneinkommen habe ich als Lerntherapeut – sofern keine Ferien sind. Ich arbeite freiberuflich, bekomme also nur dann was bezahlt, wenn die Therapiestunden auch wirklich durchgeführt werden. Die Einkünfte sind gering und dienen in erster Linie dazu, die Beträge, die meine Kinder vom Jobcenter bekommen, zu minimieren. Nun – und einmal jährlich erhalte ich eine recht hohe, vierstellige Summe von VG-Wort, einem Verein zur Förderung deutscher Schriftsteller. Aber auch das fließt alles zurück in die Kassen der Jobcenter. Gelegentlich gibt es ein paar Euro von Neopresse – auch schon mal 50 Euro für einen Artikel – aber das ist auch stark schwankend. Und dann habe ich noch Arbeit im Rahmen einer Genossenschaft, in deren Aufsichtsrat ich sitze, aber keine Bezüge bekomme – und natürlich als Autor.

Nachrichtenspiegel: Darum geht es ja bei unserem heutigen Gespräch: Ihr drittes Buch ist veröffentlicht worden.

Eifelphilosoph: Genau. Um beim Verdienst zu bleiben: die Bücher kosten nur, Zeit und Geld. Sowohl mich, als auch der bezaubernden Gudrun Anders von Motibooks. Sie sind bislang ein rein idealistisches Projekt, gefördert unter anderem auch von unserem Mitautor Zigorio, der jetzt den Vertrieb in der Schweiz in die Hand genommen hat: mit großem, eigenen finanziellen Einsatz.

Nachrichtenspiegel: Wenn die Bücher nur Kosten verursachen – warum verfolgen Sie und der Verlag dann das Projekt?

Eifelphilosoph: Nun – die Zuwendungen von VG Wort zeigen, dass der Eifelphilosoph im Vergleich zu anderen Online-Autoren überraschend erfolgreich ist – sie liegen um ein Vielfaches über dem Durchschnitt. Das zeigt mehr als alle „Klick“-Auswertungen, die ebenfalls sehr beeindruckende – und manchmal beängstigende – Zahlen auswerfen, dass hier wirtschaftliches Potential liegen könnte. Ich bin auch aus eigenem Interesse angehalten, an meiner Lage etwas zu ändern, denn … mittelfristig werde ich etwas Geld brauchen, um in meiner Heimat wohnen bleiben zu können. Nur von meiner Rente könnte ich nicht existieren, geschweige denn beim aktuellen Mietspiegel mithalten. Außerdem … gehört es zum guten Ton eines Autors, auch jenen etwas anzubieten, die kein Internet haben … und den vielen Fans etwas fürs Regal zu liefern.

Nachrichtenspiegel: Wie wir hörten, läuft der Verkauf schleppend?

Eifelphilosoph: Nein, er läuft nicht schleppend, er läuft gar nicht. Spannenderweise sind wir mit dem Buchprojekt in eine brisante politische Konstellation geraten: wir werden als Kleinverlag vollkommen boykotiert. Machen Sie mal den Selbstversuch, gehen Sie in eine Buchhandlung und versuchen Sie, das Buch zu kaufen: wetten, Sie werden die Antwort bekommen, dass es nicht mehr lieferbar ist? Da predige ich über Jahre hinweg, wie die Großen die Kleinen kaputt machen – und werde nun selber Zeuge einer solchen Boykottaktion.

Nachrichtenspiegel: Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich an einen großen Verlag zu wenden?

Eifelphilosoph: Nein, niemals. Es wäre völlig absurd, so vorzugehen – da könnte ich das Schreiben gleich ganz aufgeben. Ich kenne ein wenig die Arbeitsweise großer Verlage, sie bieten Newcomern nur selten eine Chance – und wenn, dann mit Verträgen, die eine Beleidigung darstellen. Zudem war nie vorgesehen, dass ich mal Schriftsteller werde. Fühle mich auch nicht wie einer.

Nachrichtenspiegel: Nach 2600 oft recht langen Artikeln im Internet sollten Sie uns das mal erklären – das ist eine Menge Holz für jemanden, der nicht sägen möchte.

Eifelphilosoph: Nun – der Kult der deutschen Schriftstellerei ist mir zuwieder. Einerseits wird dort etwas Riesiges aufgeblasen, eine Kaste „besonderer“ Menschen etabliert sich – Menschen, die für Marx zum „Lumpenproletariat“ gehörten – und beweihräuchert sich in erster Linie selbst. Andererseits kokettieren Sie damit, dass sie ein „Handwerk“ betreiben – eine Farce der Extraklasse.

Nachrichtenspiegel: Schreiben ist für Sie kein Handwerk?

Eifelphilosoph: Nein. Wenn ich Sprache verschrifte, bleibe ich eigentlich immer noch im Raum des „Redens“. Ich schreibe hier im Internet auch nicht, ich rede – genau so, wie in der realen Welt. Handwerk – ist etwas anderes. Mein Vater war Handwerker, ich empfinde es als Beleidigung des Handwerks, wenn Menschen, die warm und trocken sitzen und einen Griffel schwingen, sich mit diesem Begriff schmücken. Handwerk heißt: enorme, körperliche Verletzungsgefahr, gesteigerte Abnutzung des Körpers, frühe Invalidität. Elektriker sterben schnell am Stromschlag, Schreiner verlieren schon mal Finger, Dachdecker schnell das ganze Leben, wenn sie bei Wind und Wetter ihre Arbeit machen. Nicht umsonst wünschen sich Handwerker, dass es ihre Kinder mal besser haben. Nicht das wir uns falsch verstehen: mit Handwerk – vor allem als selbständiger Handwerkermeister – kann man viel Geld verdienen, vor allem, wenn man für reiche Menschen Häuser baut. Aber im Alter ist dieser Job nur schwer zu ertragen – das merkt jeder. Decken Sie mal ein Dach, wenn Sie achtzig sind. Bücher schreiben – das beweisen viele – geht da noch recht flott von der Hand.

Nachrichtenspiegel: Warum schreiben Sie dann eigentlich?

Eifelphilosoph: Nun, das war nie Absicht. Ich habe schon früh Gedanken zu Papier gebracht, vor allem, wenn sie zu wirr wahren, um leicht wiederholt werden zu können. Längere Texte schrieb ich dann für meine Kinder. So oft es ging, habe ich ihnen Abends Geschichten zum Einschlafen vorgelesen. Irgendwann ging mir das Material aus – und ich schrieb eigene Kindergeschichten, mit ihnen als Helden. Also: jedenfalls trugen die Helden ihre Namen. Die Geschichten waren ein voller Erfolg und erfüllten ihren Zweck: Die Kinder schliefen danach tief und fest ein. Ich erhielt auch Lob von ihnen: „besser als Harry Potter, aber nicht so gut wie der Herr der Ringe“. Beides zusammen motivierte mich, weiter zu schreiben. Leider verlief mein Leben einige Zeit lang ziemlich turbulent, weshalb mir die Ruhe und Muße fehlte, die Kinderbücher weiter zu schreiben.

Nachrichtenspiegel: Sie haben einen – sagen wir mal – recht ungewöhnlichen beruflichen Werdegang?

Eifelphilosoph: Ich denke, dass kann man so sagen. Ich habe etwas für Arbeiterkinder sehr ungewöhnliches getan: ich studierte. Nicht die großen, wichtigen Fächer – da trauen sich Arbeiterkinder nach Aussagen der Wissenschaft nur selten ran – sondern das exotische Fach „Philosophie“, dazu Theologie (evangelisch und katholisch – auch nicht üblich), Pädagogik und Zen-Buddhismus. Am Ende der Ausbildung war ich Vater – und der festen Überzeugung, dass mein Platz nicht in meiner geliebten Universität ist. Ja – ich war selten so glücklich wie in den Bibliotheken der Universität, wo man größte Abenteuer ohne Gefahr für Leib und Leben erleben kann, aber ich fühlte, dass meine philosophische Ausbildung unvollständig ist, wenn ich sie nicht in praktischem Leben teste, ausforme und weitertreibe.

Nachrichtenspiegel: Wie kamen Sie denn dann gerade auf die Pharmaindustrie?

Eifelphilosoph: Durch Zufall. Während eines Essen erwähnte eine Kollegin der Philosophie dass ihr Mann – ebenfalls Philosoph – als „Pharmarefernt“ arbeitete. Sie erzählte von seinem Alltag – und das gefiel mir. Ärzte mochte ich gern, sie waren meine liebsten Kunden während meiner Studienzeit. Ich hatte da eine Kneipe in einem Studentenwohnheim betrieben – was mir viel Überblick über die einzelnen „Typen“ verschaffte. Ärzte waren bodenständig, überarbeitet – aber völlig in Ordnung. Ich habe also dem Schicksal eine Chance und schickte eine Bewerbung zu einer einzigen Firma – und die stellten mich während des Vorstellungsgespräches ein. Leider … war das nicht so eine gemütliche Kräuterfirma wie die meines Kollegen, sondern die erfolgreichste Firma auf deutschem Boden. Das war … recht hart. Der Rest der Geschichte ist leicht erzählt: ich vervierfachte mein üppiges Gehalt in zehn Jahren und endete nach 17 Jahren als arbeitsunfähiger Verkaufsleiter.

Nachrichtenspiegel: Wie beurteilen Sie ihre Zeit in der Industrie im Nachhinein?

Eifelphilosoph: Als äußerst kostbare Ergänzung zum Studium. Ohne diese Jahre wäre das Studium nutzlos und sinnlos gewesen. Vor allem haben Sie mir eins gezeigt: die Welt ist voller Verschwörungen.

Nachrichtenspiegel: Also – das müssen Sie uns jetzt erklären.

Eifelphilosoph: Nun – sie erleben in der Industrie – gerade bei den großen, mächtigen Firmen – einen festen Gestaltungswillen gepaart mit großer Durchsetzungskraft. Die kriegen alles hin, was sie wollen – wenn sie bei der Durchführung ihrer Pläne keine Fehler machen. Da wird geschickt bestochen, großflächig manipuliert, Konkurrenz geschickt ausmanövriert – und alles bis ins kleinste Detail vorausgeplant. Jeder Pharmareferent bekam einen bis ins Kleinste ausgetüfftelten und in der Praxis vorerprobten Text, den er auswendig lernen musste. Der Erfolg war … phänomenal. Das Unternehmen hatte in Deutschland die uneingeschränkte Meinungsführerschaft in ihren Indikationsgebieten. Vor diesem Hintergrund kam ich ja zu der frechen Behauptung, dass man mit den Methoden auch den Regelsatz von Hartz IV problemlos um 100 Euro erhöhen könnte. Mit den gleichen Methoden manipulieren Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur Sicherung ihrer Pfründe das Volk – und sind dabei ebenso erfolgreich. Alle glauben, uns geht es super – aber gehen Sie mal hinein in die Firmen und reden mit den Mitarbeitern, wenn kein Chef zuhört, reden Sie mal mit selbständigen Handwerkmeistern, mit kleinen Autohäusern, mit Mitarbeitern von Behörden: großflächiger Lebensfrust überall. Worauf bezieht sich das „uns geht´s gut“? Darauf, dass wir uns gegen den Riesenfrust kleine Trösterlis jeder Art kaufen können. Die ändern aber nichts am Frust, den wir jeden Sonntag Abend aufs Neue erleben, wenn uns klar wird, dass wieder der Montag droht.

Nachrichtenspiegel: Wir fürchten, da wird jetzt wieder ein Aufsatz draus. Bleiben wir bei Ihnen: warum schreiben Sie.

Eifelphilosoph: Die Antwort darauf ist einfach. Mein Rücken verlangt morgens Ruhe. Er muss sich nach der Nacht an die aufrechte Lage gewöhnen, achte ich diesen Wunsch nicht, wird der Tag übel und schmerzhaft. Also sitze ich seit zehn Jahren morgens steif und reglos auf dem Stuhl, um Ruhe in den Rücken zu bringen, damit ich mein Tagwerk verrichten kann. am 19.2.2009 habe ich dann bei Blog.de den Eifelphilosoph.blog gegründet – und fand es im Laufe der Zeit recht sinnvoll, meinen bescheidenen Beitrag zur Meinungsbildung in Deutschland zu leisten, ein kleiner Ersatz dafür, dass ich nicht mehr so viel Steuern zahlen konnte, wie ich als als Vater von sieben Kindern zur Sicherung ihrer Zukunft hätte tun sollen.

Nachrichtenspiegel: Glauben Sie wirklich, dass Steuern zahlen die Welt verbessern könnte?

Eifelphilosoph: So formuliert, nein. Im Prinzip aber: ja. Gemeinschaft ist das, was uns Menschen stark macht, im Team besiegen wir Säbelzahntiger und Mammut. Das gälte auch heute, wenn nicht eine ganze übermächtige Industrie uns in eine andere – egomane – Richtung erziehen würde. Der Staat ist so eine Gemeinschaft – jedenfalls war er mal als eine solche gedacht. Eine Schutzgemeinschaft gegen innere und äußere Feinde – gegen Krankheit, Altersschwäche, Armut, Räuber, Diebe, Betrüger, Ausbeuter, Naturkatastrophen, Missernten und anderes Ungemach, den wir in unsere Geschichte erdulden mussten. Heute jedoch ist dieser Staat pervertiert, wird selbst zum Schmarotzer und Parasiten am eigenen Volk. Oh weh – jetzt habe ich auch diese bösen Naziworte gebraucht. Mir fallen gerade keine anderen ein – wie üblich bin ich auf dieses Interview gar nicht vorbereitet, möchte aber hierzu noch eine Erläuterung abgeben: wissen Sie, woran Sie echte Parasiten der Staatsgemeinschaft erkennen? Genauso wie in der Natur hängen Sie am Wirtskörper und leben von ihm im absoluten Überfluss: luxuriöses Privatheim, Nobellimousine, Swimming-Pool mit Wellenfunktion, Privatsauna, arbeitsloses Einkommen durch Bankengunst, geringe Verletzungsgefahr im Alltag – daran erkennt man einen Parasiten, nicht an der Art, wie er von Sozialhilfe sein Leben gestaltet. Parasiten hängen prall und fett am Wirtskörper – nicht aus Gründen der Fehlernährung, sondern aus absolutem Überfluss, den sie ohne große Mühe für sich abzweigen. Da geht es nicht um das Stichwort „Hartz IV“, sondern um die Stichworte „Börse“, „Banken“ und „Kanzleramt“.

Nachrichtenspiegel: Unsere Zeit läuft ab. Eine Frage noch zum Abschluss: warum sollten ihre Leser eigentlich Ihre Bücher kaufen – und wo kann man sie überhaupt kaufen?

Eifelphilosoph: Oh man … jetzt wird es peinlich. Solche Gespräche fallen mir sehr schwer – ich bettele nicht gerne, erst recht nicht um Geld. Nun – ich selbst werde lange Zeit nichts von Umsätzen haben, dass ist, denke ich, klar geworden. Aber der Verlag wird irgendwann etwas davon haben. Und wir brauchen so einen Verlag, der langfrisitig auch anderen kritischen Autoren eine Plattform bieten wird, Autoren, die nicht nur im „Empört Euch“ steckenbleiben wollen sondern gezielt überlebensfähige gesellschaftliche, wirtschaftliche, soziale und politische Alternativen aufbauen wollen, um den Nutzen des kleinen Mannes zu mehren und ihn vor Schaden zu bewahren. Die, die dafür gut bezahlt werden, scheinen ihren Job nicht ganz so gut ausfüllen zu können, da muss also die Bürgerwehr den Karren mal wieder aus dem Dreck ziehen. Feudal versagt halt immer und überall – auch finanzfeudal. Wir brauchen eine komplette, auch wirtschaftlich lebensfähige Gegenkultur, die sich zum Ziel setzt, die irrsinnig hohen Steuereinnahmen wieder dorthin zu lenken, wo sie hingehören, dorthin, wo sie Not lindern und Zukunft schaffen – und nicht dorthin, wo sie den Lumpen nur noch feister machen. Dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen – die Musketen sind erst viel später dran – und hoffentlich nie. Hier kriegt man fürs Geld eine Gegenleistung – eine Sammlung von unterhaltsam umschriebenen Fakten, die im Kampf um die Meinungshoheit in Deutschland entscheident sein werden. Und darum geht es gerade: um den Kampf um die Meinungshoheit. Das sollte jedem bewusst sein – das ist keine Kleinigkeit, sondern der erste, ernste Schritt zur Evolution der Zustände.

Nachrichtenspiegel: Evolution? Sie meinen Revolution?

Eifelphilosoph: Nein, ich meine Evolution. Der nächste Schritt, den die demokratische Bürgergesellschaft zu gehen hat, ist der Schritt aus der Abhängigkeit vom Kapitalismus. Diese Form des aggressiven, kurzfristigen Wirtschaftens hat ausgedient, liegt im Sterben und wird viele in den Abgrund reißen: wir sind als Gesellschaft gehalten, darauf angemessen zu reagieren – und unsere natürliche Entwicklung zu einer demokratischen, glücklichen und sinnerfüllten Gemeinschaft. Wir haben nun gelernt, dass der Feudalimus nicht erledigt ist, wenn wir ihm die Wirtschaftsmacht überlassen: das darf ein Staat nicht tun, da wird er nur noch Instrument und Büttel von Finanzbaronen: die Mehrheit der Deutschen weiß das schon.

Nachrichtenspiegel: Vielen Dank für dieses Gespräch – aber nochmal: wie kommen wir zu Ihrem nun neu erschienen dritten Buch?

Eifelphilosoph: Ach ja – die Frage war noch offen. Nun – es gibt die moderne Art der „Herunterladens“. Da halte ich nicht viel von, aber sie erfüllt ihren Zweck. Das geht hier:

https://www.xinxii.com/der-eifelphilosoph-band-gott-und-die-welt-p-362728.html

Wer nun ein echtes Buch für sein echtes Geld möchte, wird Probleme haben: das System mag keine Konkurrenz. Ich mache Ihnen einen persönlichen Vorschlag: bestellen Sie es bei mir persönlich. Solange es nicht hunderte werden, schaffe ich das. Wird etwas dauern – und viel teurer als „herunterladen“, weil ich den Versand mitberechnen muss – aber dafür kann  ich eine persönliche Widmung hinterlassen – wenn es gewünscht ist. Mich finden Sie unter

Eifelphilosoph@Nachrichtenspiegel-online.de

Der Weg ist etwas umständlich, weil ich die Bücher erst der Druckerei abkaufen muss (ja ja, die Leiden des freien Schreibers in Deutschland sind vielfältig), warten muss, bis die hier ankommen – und dann kann ich sie erst weiterversenden, wenn ich mal wieder zur Post komme. Ist unprofessionell … aber unser Ziel ist ja nicht, größter Verlag in einem sterbenden Land zu werden, primär sind wir an lebensrettenden Maßnahmen für unser Gemeinwesen interessiert.

Nachrichtenspiegel: Herr Eifelphilosoph – wir danken für dieses Gespräch. Eine persönliche Frage noch: wieso „Eifelphilosoph“?

Eifelphilosoph: Zufall. War neu in der elektronischen Welt, hier hatten fast alle Künstlernamen. Philosoph war ich schon, doch der Titel war mir zu pompös – wie fast allen Menschen aus meiner Zunft. Also schaute ich aus dem Fenster, sah die schöne Eifel und dachte: „Eifelphilosoph“. Das geht für eine Weile. Hätte ich gewusst, dass ich damit länger leben muss, hätte ich mir was anderes ausgedacht. Doch jetzt – das sagen die Leute – muss ich damit leben.

Ein PS: Bin gerade nochmal darauf hingewiesen worden, dass man das Buch in jeder Buchhandlung bestellen kann. Es hat eine ISBN. Viele sind zu faul oder zu doof oder beides, das bei kleinen Verlagen zu machen. Die ISBN lautet: ISBN  978-3-945104-08-8.

Sicherer ist der direkte Weg zum Verlag:

Motibooks – Inh. Gudrun Anders

Ferberberg 11 | 52070 Aachen
0241 – 70 14 721
| Fax: 0241 – 446 566 8

www.spirit-and-marketing.de

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Update, frech eingefügt vom Regenbogenbieger, damit nicht noch mehr Menschen die Menschenschinder von Amazon reicher machen:

Bücher bestellt man sozialverträglich bei Buch7:

https://www.buch7.de/images/dynamic/Logo_rechts_oben.png

Warum? Hier klicken für die Gründe

Noch´n Update: die sind sozialverträglich, aber können nicht liefern. Wie sozial ist das? Fragt sich: der Eifelphilosoph.

Es findet immer einen Weg…

Das Leben feiert sich mal wieder selbst.

Gedanken von Mutter Natur

Frustriert beäugte sie den Planeten. Ihr Gesichtsfarbe verblasste immer mehr, als sie einzelne Orte genauer betrachtete. Was ihre Augen sahen, verhiess nichts Gutes. Ab und an entdeckte sie Gebiete, die wenigstens ein kleines Lächeln in ihre farblosen Gesichtszüge zaubern konnte. Aber diese Momente waren dünn gesät und gingen in der Menge der überall sonst anzutreffenden Katastrophen unter. Am liebsten wäre sie spurlos verschwunden, hätte den Planeten seinem unglücklichen Schicksal überlassen. Aber so einfach war das nicht. Sie war von Anfang an dabei gewesen und musste es nun auch weiterführen. Gesetz ist Gesetz. Vor allem wenn es sich um Naturgesetze handelt.

Mutter Natur seufzte. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Sie wollte ein Paradies schaffen, unterschätzte aber die Eigendynamik der Entwicklungen, die sich hier vollzogen. Geplant war ein blauer Planet, der eigentlich noch über zwei Milliarden Jahre den verschiedensten Spezies als Lebensgrundlage dienen sollte. Gleichzeitig war er als Arche Noah des galaktischen Lebens gedacht. Eine einsame Insel der Fruchtbarkeit im leeren, kalten Weltraum. In seiner gesamten Lebensspanne hätte er so viele neue Planeten mit seinen Keimlingen besiedeln können. Aber aus der Hegemonie des Lebens wird in diesem Teil der Milchstrasse wohl nichts, dachte sie sich. Wie es aussieht, endet jegliche Existenz auf diesem Planeten viel früher als erwartet und die Ausbreitung des Lebens hier wird um Milliarden Jahre zurückgeworfen.

Bei dieser Erkenntnis schüttelte sie traurig den Kopf. Gut, es waren noch zwei Monde in Reserve. Io und Europa. Aber die wurden sprichwörtlich auf Eis gelegt, denn die Erde stellte ein Glücksfall dar und bot optimalste Bedingungen. Es gibt zwar unzählige Planeten in der Milchstrasse und viele können und sind mit verschiedensten Lebensformen besiedelt, aber die Erde ist in dieser galaktischen Ecke ein Sonderfall. Eine gutmütige Sonne, die eine gemässigte Strahlung hat und eine lange Lebensdauer, ein Mond der für Strömungen sorgt, ein Magnetfeld und eine Atmosphäre, die wie ein schützender Mantel die Erde umhüllt und so vor kosmischer Strahlung bewahrt, eine Rotation, welche die Temperaturunterschiede  auf dem Planeten  moderat hält und so weiter und so weiter. Im Umkreis von vielen Lichtjahren gibt es keinen Zweiten, der so viele optimale Bedingungen für die Entwicklung von Leben vorweisen kann. Umso tragischer ist  die Tatsache, dass diese einzigartige Arche nun vorzeitig untergeht, bevor sich der Samen auf andere Welten verteilte. Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen, wenn doch alle Voraussetzungen so erfolgsversprechend waren. Mutter Natur liess die irdische Entwicklung vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen.

Alles lief gut, die Ursuppe wurde genährt von kosmischen Mitbringseln in Form von Kometen und Meteoriten. Die ersten Lebewesen hatten einen riesigen Spielplatz und konnten sich mit ihrer genetischen Vielfalt austoben. Mutter Natur sorgte dafür, dass jeder genug Ressourcen zum Ausprobieren hatte. Ab und an vermieste ein kometenhafter Reisender die Idylle und verbreitete Chaos. Oder ein irdischer Pickel platzte mit viel Asche und Rauch. Aber die zeitlichen Räume zwischen den Katastrophen reichten, um die Entwicklung des Lebens voranzutreiben. Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo das Gesetz der natürlichen Auslese von einer Spezies ausgehebelt wurde. Dem Menschen. Er entwickelte ein Denken, dass sich von allen Lebewesen auf der Erde grundlegend unterschied.  Zeitgleich passte sich sein Hirn den zusätzlichen Anforderungen an. Er konnte kognitiv mehr verstehen als die Tiere und dieses Wissen seinen Artgenossen sprachlich in irgendeiner Form weitergeben.  Diese Fähigkeit katapultierte den Homo Sapiens Erectus vom Mittelfeld an die Spitze der Nahrungskette. Er ist die einzige Spezies auf dem Planeten, der schwächeren Mitbewohnern aufgrund seines Intellektes ein Überleben ermöglichen kann. Hätte er diese  Fähigkeit nicht, würde die halbe Menschheit als Futter dienen. Sie hätte nie den Entwicklungsstand erreicht, den sie heute besitzt.

Nachdenklich kratzt sich Mutter Natur am Kinn. Hätte sie hier einschreiten sollen? Nein, denn irgendeine Spezies sollte ja den Samen auf andere Planeten bringen und so für die Ausbreitung des Lebens sorgen. Der Mensch mit seiner intellektuellen Entwicklung schien dafür prädestiniert. Er war auch auf gutem Wege, hatte schon seinen Trabanten besucht und andere Planeten und Monde mit Sonden erforscht. Bei jeder Mission schafften es während der Konstruktionsphase immer wieder ein paar Mikroben in die Satelliten und die wurden im Sonnensystem verteilt. Diese genetischen, organischen Bausteine des Lebens warten jetzt nur auf eine weitere Ursuppe, um aktiv zu werden. Doch das dauert wieder sehr lange. Zeit ist nicht das Problem, sinnierte Mutter Natur, es ist nur bedauerlich, dass die Entwicklung unzähliger Arten von nur einer einzigen Lebensform wieder zerstört wird. Lange hatte sie die Hoffnung, dass die Kollegin von der Abteilung Evolution die menschliche Entwicklung entsprechend lenkte, was sie auch tat. Aber schlussendlich musste sie sich ebenfalls eingestehen, dass die Dinge nicht so liefen, wie es gedacht war. Der menschliche Intellekt wuchs derart schnell, dass keine Zeit blieb, die alten Urtriebe abzulegen. So kam es, wie es kommen musste. Seit sich die menschliche Intelligenz ihrer bewusst ist, findet ein Kampf statt zwischen den Urtrieben mit all seinen zerstörerischen Kräften und dem fürsorglichen Miteinander, welches auf Güte und Nächstenliebe aufbaut. Einzelne Völker hatten den Kampf bereits hinter sich gelassen. Sie lebten Jahrtausende im Einklang mit der Natur und wären sie nicht ausgerottet worden, könnten sich die heutigen Menschen an ihnen orientieren und lernen wie ein umweltverträgliches Miteinander funktionieren kann. Aber leider sind nur noch Scherben übrig. Wenn die Urtriebe das menschliche Handeln bestimmen, bleibt nichts verschont. Sie überwalzen alles, was sich in den Weg stellt. Aber vielleicht könnte man alle Scherben zusammentragen und versuchen den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Hoffnung keimte in Mutter Natur auf. Aber im gleichen Moment erkannte sie, dass schon zu viel zerstört war, um es wieder aufzubauen. Der Mensch hat sich mittlerweile zu weit von der Natur entfernt. Er merkt nicht einmal mehr, wie er ihr mit seinem Handeln schadet. Innerhalb eines Jahrhunderts hat er es fertig gebracht, soviel zerstörerisches Potential zu entfesseln, dass die Erde mindestens für zehn Millionen Jahre damit beschäftigt ist, den ganzen Müll  wegzuräumen. Wenn der Mensch in absehbarer Zeit von der Bildfläche verschwindet, hinterlässt er ein strahlendes Erbe in Form von Atomruinen. Bis dahin hat er fast fünfhundert von den Reaktoren gebaut, obwohl er von Anfang an nicht wusste, wie man sich dem tödlichen Zeugs wieder entledigt. Er plante zwar Endlager, scheiterte aber an seinem Unvermögen, Zeiträume von Millionen von Jahren richtig einzuschätzen. In dieser Zeit wuchsen die Alpen kilometerweit in den Himmel. Solche Naturgewalten will der Mensch kontrollieren können? Mutter Natur schüttelte abermals den Kopf über so viel Grössenwahn. An die zehntausenden von Atombomben, die noch irgendwo rumstanden wollte sie gar nicht denken. Andere Arten waren da schlauer.

Mit Wehmut dachte sie an die schöne Zeit zurück. Vor vielen Millionen von Jahren entwickelten sich schon Hochkulturen. Sie lebten mit den Kräften der Natur, konnten mit ihr kommunizieren, waren mit dem Umgang verschiedenster Energieformen vertraut  und lebten mit dem natürlichen Einklang, dass man alles in gleichen Teilen gibt, wie man nimmt. So herrschte ein ausgeglichener Ressourcenhaushalt.  Leider beendeten Katastrophen kosmischen oder irdischen Ursprungs immer wieder den weiteren Aufstieg dieser Kulturen. Aber Mutter Natur war zuversichtlich, dass sich das Leben wieder erholte, diese positive Entwicklung sich fortsetzte  und so war es auch. Dank des umsichtigen Handelns der einzelnen Hochkulturen, waren die zig Millionen Jahre später folgenden neuen Lebensformen in der Lage, den Planeten weiter zu nutzen und zu gedeihen. Bis heute. Nach dem Menschen muss aber ein Entwicklungsstopp eingeschaltet werden. Erst wenn die letzte Verstrahlung und Verseuchung beseitigt ist, kann man der Abteilung Evolution wieder grünes Licht geben. Der Bauer pflanzt ja sein Saatgut auch auf gesunde Erde und nicht auf Müll. Eigentlich weiss der Mensch, wie es richtig gemacht wird, aber die Urtriebe gewinnen auch diese Schlacht.

Mutter Natur schaute wieder zur Erde hinab. Tränen füllten ihre gutmütigen Augen. Und jetzt bereitet der Mensch sein Finale vor. Auf der ganzen Welt injiziert er  Frack-Fluide in die Erde. Kilometertief. Presst giftige Substanzen in gesunden Boden, der in ernährt. Die Abscheulichkeit dieses Handelns lässt sie erschaudern. Ein Drittel der Oberfläche des blauen Planeten ist Land und dieses kleine Stückchen Erde, dass alle Landlebewesen beheimatet wird von einer einzelnen Lebensform so stark vergiftet, dass alle anderen auch daran zu Grunde gehen werden. Und nicht nur an der Oberfläche, sondern eben – kilometertief. Aber wie schon beim Atomproblem kann und will der Mensch die zukünftigen Konsequenzen seines Handelns nicht abschätzen. Wenn in zehn bis zwanzig Jahren die Gifte die Erdschichten durchwandert haben und alles Leben verseuchen, ist der letzte Akt irdischen Daseins eingeläutet. Wer nichts zu Essen hat, der verhungert. So wird es allen ergehen. Ein paar hartnäckige Überlebenskünstler werden sich gegenseitig auffressen aber das nützt trotzdem nichts. Sie vergiften sich mit der Beute und irgendwann sind auch  die alle weg.  Das war’s dann. Viren und Bakterien werden vermutlich als Letzte das irdische Lebenslicht ausknipsen, bevor auch sie die Bühne der Evolution verlassen. Dann herrscht Ruhe. Einzig die Abteilung Evolution arbeitet weiter auf Hochtouren. Sie versucht alle vom Menschen produzierten Substanzen und Strahlungen auf die neuen Lebensmodelle genetisch zu übertragen. Damit sollen den neuen Lebensformen grössere Chancen eingeräumt werden. Aber bei der Vielzahl von Schadstoffen ist es fast unmöglich einen Organismus zu kreieren, der resistent auf alles Schädliche ist, was der Mensch je hervorgebracht hat. Da stösst sogar die Schöpfung an ihre Grenzen. Wenn nichts funktioniert, muss die Erde ihre Generalreinigung arbeiten lassen und zwar so lange, bis alle jetzigen Landmassen zusammengeschmolzen wurden. Tektonische Bewegungen spielen sich im Millimeter bis Zentimeterbereich ab – pro Jahr.  Deshalb wird dieser Säuberungsprozess sicher hunderte Millionen Jahre dauern. Neu entstandene Landmassen sind dann sozusagen klinisch sauber und können wieder gefahrlos besiedelt werden.

Mutter Natur wurde wütend. Soviel Entwicklung in den letzten paar hundert Millionen Jahren und alles vergebens. Der Mensch entpuppt sich als grösster Fehlgriff in der Evolution und die Natur verzeiht keine Fehler. Zum Glück. Sonst würde diese Spezies noch andere Welten verseuchen und weitere Erfolge der Evolution mit seinem unnatürlichen Handeln zunichtemachen. Demzufolge wäre es besser, den Menschen zu entsorgen, bevor er noch grösseren Schaden anrichtet. Schadensbegrenzung eben. Mutter Natur dachte darüber nach, ob sie den Untergang der humanen Rasse forcieren sollte. Nach kurzem Überlegen kam sie zur Ansicht, dass es sogar sinnlos ist, Ressourcen für den Untergang zu mobilisieren, zu viel wurde für diese unfähige Gattung schon aufgewendet. Also übt sie sich in Geduld mit der Gewissheit, dass sich das Problem von selber erledigt. Er war bis anhin nicht in der Lage, sein Handeln ökologisch zu gestalten, also wird er es auch in der Zukunft nicht schaffen. Das Resultat liegt auf der Hand. Er zerstört seine eigene Lebensgrundlage und geht schlussendlich an seinen produzierten Giften und Müllbergen zugrunde. Und das wird nach dem Stand der Dinge nicht mehr lange dauern. Hundert Jahre hat er gebraucht, bis der Planet unrettbar verseucht war. In weiteren hundert Jahren wird er sich selber endgültig aus den Geschichtsbüchern löschen. Also muss sie nichts tun, ausser abwarten. Sie könnte in der Zwischenzeit der Evolutionsabteilung einen Besuch abstatten. Vielleicht sind Io und Europa doch bessere Kandidaten. Es ist zwar schwieriger  hier etwas Beständiges zu machen, aufgrund der Bedingungen, aber einen Versuch ist es sicher wert. Aber bevor sie sich einer anderen Baustelle widmet, sollte die Alte aufgeräumt werden.

Sie blickte auf das weite Blau der Ozeane. Hier hätte noch eine Möglichkeit bestanden, die Evolution voranzutreiben. Aber Gifte und Strahlung kennen keine Grenzen und so werden auch die Meere über kurz oder lang lebensfeindlich werden. Ein Wassertropfen braucht ungefähr tausend Jahre, bis er alle Meere mit all ihren Tiefen durchwandert hat. Somit haben die verbliebenen Meeresbewohner noch etwas länger Zeit. Aber bei den Unmengen an Abfall, die im Meer entsorgt wurden, könnte sich diese Zeitspanne erheblich verkürzen. Zudem kommt permanent tödliches Material vom Land her und beschleunigt die Ausrottung maritimen Lebens. Es nützt alles nichts.

Mutter Natur kann es drehen und wenden wie sie will. Es läuft immer auf das gleiche Resultat hinaus: die Erde stirbt. Eigentlich müsste der Mensch solange weiterexistieren und die ganze Tragödie miterleben. Das wäre eine entsprechende Strafe. Aber auch hier drückt er sich vor der Verantwortung und verschwindet als einer der Ersten von der Bildfläche.

Angewidert wendet sie sich ab. Das Experiment mit der Rasse Mensch dauert circa hunderttausend Jahre und verursacht einen Schaden von hunderten von Millionen, wenn nicht gar Milliarden von Jahren. Auf diese Leistung können die von der Evolutionsabteilung nicht gerade stolz sein. Aber wo gearbeitet wird, fallen bekanntlich Späne. Mutter Natur ist sich jedoch sicher, dass der Fehler nicht zweimal gemacht wird. Mit diesem hoffnungsvollen Gedanken widmet sie sich wieder ihrer Arbeit und umsorgt liebevoll all die Lebewesen im Universum, welche die Geschenke von Mutter Natur zu schätzen wissen und im Einklang mit ihr gedeihen.

Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens

Samstag. 28.9.2013. Eifel. Der Sinn des Lebens – kann man sich heute überhaupt noch ein solch ein Thema wagen? In Zeiten von Promi-Big-Brother, allgemeiner medialer Hatz auf religiöse Menschen und der unterschwelligen Botschaft des „Systems“, dass solche Fragen keinen Sinn mehr machen? Das System hat einen Sinn: arbeiten bis 67 – (bald bis 70 oder 80) und dabei soviel Geld zusammenraffen wie es nur irgendwie geht. Der Sieger ist, wer am Lebensende die meisten Milliarden hat, Verlierer sind die Milliarden, die am Ende des Lebens mangels Geld den meisten Ärger haben. Im Rahmen aller Sinnfindungen der Menschheit ist dies die trübste, armseligste und gemeinschaftsfeindlichste aller Philosophien, die in Verbindung mit Wissenschaft und Technik gerade für das größte Artensterben der bekannten Geschichte verantwortlich ist – ein Massensterben, dass auch unabhängig von jeder Klimaänderung stattfindet.  Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine Frage höchster politischer Brisanz – wenn man weiter denkt. Doch bevor wir dahin kommen, müssen wir – wie üblich – einen großen Bogen schlagen.

Ganz schnell kommen hier Menschen auf den Gedanken: jetzt geht es um Gott.

Völliger Blödsinn. Wir wollen uns der Frage nach dem Sinn des Lebens rein rational nähern – alle emotionalen Wahrheiten müssen wir hier ausblenden, auch wenn die Erlebnisse noch so intensiv sind. Ein Blick auf die Religion, die neben der modernen kapitalistisch-naturwissenschaftlich geprägten Gesellschaft existiert – das Christentum – zeigt auch, dass die Frage nach Gott nicht zielführend und sogar streng verboten ist: der menschliche Geist ist zu klein, solche Dimensionen zu erfassen. Manche unternehmen den Versuch aus politischen Gründen, um Macht zu bekommen („sehet her: ich habe das oberste Wesen gefunden. Folgt mir – und ich führe euch direkt in seine Wohnküche … gegen eine kleine Spende, versteht sich!“) – ein weiterer Grund, jedem Reden von Gott aus dem Wege zu gehen.

Folgt daraus aber zwangsläufig, dass wir uns dem Lebenssinn der kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialistik-Philosophie ergeben müssen, die so wunderbar die Massenverwaltung, Massenausbeutung und Massenvernichtung ermöglicht und für die Gefährdung der Lebensgrundlage der gesamten Menschheit verantwortlich ist?

Nein.

Nichts gegen die Evolutionstheorie. „Evolution“ ist hinreichend beobachtbar. Zwar wäre es denkbar, dass Gott die Erde mit allem was drauf ist vor 6000 Jahren erschaffen hat (der christliche ist so konstruiert, dass er es könnte) und die Dinosaurierknochen samt Höhlenmalereien und versteinerten Bäumen als running Gag hineingelegt  hat – aber eine solche Theorie widerspricht dem Oghamschen Gesetz: zu viele Fragen, zu viele Hypothesen. Er könnte sie auch vor fünf Minuten geschaffen haben – wir würden es nicht merken noch das Gegenteil beweisen können. Das aber führt uns in den Bereich der Beliebigkeit aus der die Krise der Philosophie entstanden ist, als man erkannte, dass man eigentlich überhaupt gar nichts beweisen konnte: der Höhepunkt jeglicher Rationalität.

Wir hätten in dem Moment auch die Philosophie beenden können, wenn nicht schlaue und heute wenig bekannte Menschen eine neue Kategorie eingeführt hätten: die Nützlichkeit. Schopenhauer hatte auch noch eine andere Idee, die uns aus der Sackgasse herausführen sollte („Mitleid“) – doch wir wollen wir ja „wissenschaftlich“ bleiben: dort spielen Emotionen keine Rolle (Liebe, Güte, Mitleid, Empathie, Fürsorglichkeit, der Wunsch nach Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlstand und Sicherheit hat im kapitalistisch-naturwissenschaftlichem Universum keinen Platz – und ist deshalb aktuell stark rückläufig im Rahmen gesellschaftlicher Werte).

Eine Philosophie der rationalen Vernunft ist absolut unnütz, wenn sie nur zur eigenen Nichtigkeit führt. Der Kapitalismus brauchte aber eine nützliche Philosophie: weise Menschen, die staunend und ehrfüchtig die Schöpfung betrachten, fahren keine Rendite ein. Die gehen auch nicht in die Fabrik (oder die Kirche), die bleiben auf der Wiese davor sitzen und genießen die Sonne, nachdem sie für ihren eigenen Bedarf das Feld bestellt haben.

Hier haben wir auch den ersten Sinn, den uns unsere Existenz aufträgt: dem Körper Substanz zuzufügen, aus der er die Energie für den Betrieb ziehen kann. Unterlassen wir das ist schnell Schluss mit der Existenz. Die letzten Bundesregierungen scheinen das nicht ganz verstanden zu haben, als sie die Totalsanktionierung für ungehorsame Arbeitslose eingeführt haben: die sterben dann in der Tat einfach weg. Welch´ Überraschung.

Ohne Lebendigkeit kein Lebenssinn – es gäbe keinen, der die Frage überhaupt erstmal stellen könnte.

Bleiben wir bei dem Körper, weil er uns sehr viel verrät – auch wenn er nicht vom Affen abstammt, sondern vorgestern erst von Gott entworfen wurde.

Vom ersten Moment unserer Existenz haben wir Arbeit – eigentlich schon vorher. Viren und Bakterien trachten danach, unseren Körper zu zerstören, der ein komplexes System entwickelt hat, dagegen an zu gehen.

Fangen wir dann an zu laufen, so galt es Millionen Jahre lang, Zähnen, Klauen, Stacheln und Giften auszuweichen … was im übrigen den von der Kirche vernichteten Katharern den Gedanken eingab, dass ein Gott, wenn es ihn denn gab, nur ein Monster sein kann: fressen oder gefressen werden passt in das Bild der allumfassenden Liebe Gottes nicht ganz hinein.

Eine recht düstere Welt – die Welt des Neuen Testamentes. Hier sind es aber Dämonen, die hinter jeder Ecke lauern, um Krankheit, Unglück und Tod zu bringen.

Nun – im Prinzip sind wir hier in der Welt des kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialismus (Mächte, die man nicht trennen sollte – sie gehören eng zusammen und erklären, warum die Bewegung der Aufklärung Auschwitz und Hiroshima hervorbrachte – und  immer wieder hervorbringen wird).

Aber hat diese Bewegung die Welt nicht vollständig erklärt?

Ist sie nicht wirklich so, die Welt? Entstanden aus flüssigem Stein, der IRGENDWIE Einzeller hervorgebracht hat, sie sich IRGENDWIE zu höheren Lebensformen entwickelt haben, die dann IRGENDWIE intelligent wurden?

Die Vorstellung, dass Staub Leben hervorbringen kann, läßt sich scheinbar schnell wiederlegen: der Mars hat Staub und Atmosphäre, aber kein Leben. In der Tat läßt sich auch denken, dass sich flüssiges Gestein wie Lava verhält: sie bleibt ewig tot liegen, wenn sie erstmal erkaltet ist. Darüber schwebt nutzloses Gegase in verschiedenster Form, das einfach  zur Ruhe kommt anstatt ruhelos weiter Verbindung einzugehen – viele Planeten scheinen diese Theorie zu bestätigen. Es gibt keinerlei hinreichenden Grund dafür, anzunehmen, dass sich aus lebloser Materie überhaupt irgendwas entwickelt, weshalb die chinesische Philosophie „Leben“ als eigenständiges, fünftes Element entwickelt hat – sowie manche modernen Physiker dieses Element „Bewußtsein“ als Faktor ins Spiel bringen.

Jedenfalls denken wir aufgrund dieser beobachtbaren Tatsachen, dass wir ziemlich allein im Weltall sind.

Der kapitalistisch-naturwissenschaftliche Materialismus behauptet nun, es wäre mal ein Setzkasten in die Luft geworfen worden (der Urknall) und zufällig hätten wir auf der Erde dann eine ganze Zeitung bekommen. Ein schönes, treffendes Bild – und so fremd wie der Gott, der Dinoknochen aus Spaß in eine Welt setzt, um die Menschheit in die Irre (- die Evolutionstheorie) zu führen. Also – beides KANN sein … scheint aber eher unwahrscheinlich.

Zudem ist eine solche Sichtweise extrem unnütz – ja gefährlich sogar. Ausbeutung der Natur und des Menschen – kein Problem. Folter, Mord, Vergewaltigung, Genozid – warum nicht? In einer chaotischen Welt ist doch eh´ alles egal. Zu radikal? Nein – der soziopathische Egomane hat genau dieses gedankliche Umfeld, in dem seine Taten wachsen können: er vernichtet feindliche Matschklumpen, die ihm im Wege stehen: was soll daran falsch sein? Jeder Zombiefilm benutzt dieses Muster – und die Leute sehen es ein.

Wir sehen schon als Menschheit, dass diese Philosophie unsere eigene Auslöschung hervorbringen kann. Den Klauen, Zähnen, Stacheln und Giften der Umwelt konnten wir entkommen, weil wir zusammen gearbeitet haben, Stämme bildeten, effektive Organisationsformen mit Stabs- und Linienfunktion, die mehr waren als nur die Summe der Teile. Die römischen Armeen haben so Weltreiche erobert – und der Mensch an sich sein Leben gesichert.

Der Sinn des Lebens?

Überleben in feindlicher Umwelt.

Ist das Alles?

Nein.

Überleben in feindlicher Umwelt, die …. unserem Geist konstruiert erscheint.

Dafür, dass hier das absolute Chaos der Ursuppe herrscht, haben wir ziemlich viel Harmonie in der Natur – sogar ein „Gleichgewicht“. Siebzehnäugige Tentakelmonster sind so selten wie Landläufer mit drei Beinen.

Wir sehen aber noch mehr – wenn wir wollen.

Wechseln wir das Thema und wenden wir uns der Waffentechnik in Kriegszeiten zu. Dort wird immens entwickelt, jeder Krieg bringt einen enormen Zuwachs an Wissen und Technik, der Krieg ist „der Vater aller Dinge“. Der eine erfindet einen Panzer, der nächste ein Geschütz, mit dem man Panzer beschießen kann, was dazu führt, dass der Panzer zusätzliche Panzerplatten erhält und ein Maschinengewehr, das die Mannschaft des Geschützes bekämpft, woraufhin die Gegenseite größere Kanonen auf Selbstfahrlafetten packt. Am Ende des Krieges haben die Waffen eine gewisse Evolution hinter sich gebracht, um ihre Effektivität im Gegeneinander zu verbessern.

Ähnliches sehen wir in der Natur – und zwar überall. Ein Krieg der Arten, der Entwicklungen potenziert. Und die Arten reagieren mit intelligenten Gegenmaßnahmen, die sich manchmal durchsetzen – und manchmal nicht. Was aber nicht geschieht: nirgends gibt es eine chaotische Panikreaktion. Treten auf der einen Seite fleischfressende Arten auf, wachsen der anderen Seite Hörner – oder sie setzt auf Schnelligkeit und Flucht. Die Entwicklungen im Kampf ums Überleben sind  zwingend folgerichtig – und nicht willkürlich und chaotisch.

Wir sehen auch nirgendwo, dass eine Art auf eine neue Bedrohung erstmal mit neuen Augen, Ohren, Beinen oder Darmausgängen reagiert, um das herauszufinden, was jetzt wirklich nützt: die „Erstentwürfe“ sind schon folgerichtig, nur die „Feinabstimmung“ führt zur Selektion der Modelle.

Wir sehen, dass der große Rahmen sich nicht abzeichnen will. Ein lieber Gott, in einer Welt, in der der Krieg der Vater aller Dinge ist – der Krieg der Arten auf jeden Fall, oder ein chaotisches, sinnloses Universum, dass zufällig immer wieder in intelligenter Art und Weise neue überlebenstüchtige Entwürfe produziert … beides beleidigt die menschliche Intelligenz.

Wie wollen wir so zu einem Sinn des Lebens kommen?

Wir wechseln einfach mal die Perspektive.

Nehmen wir den Menschen aus diesem System des Krieges der Arten völlig heraus und schauen, was er macht. Das können wir inzwischen. Wer die Idee hatte, Affen das Hirn zu vergrößern, hat im Krieg der Arten einen großen Trumpf ausgespielt: der Mensch kann sich eigene Welten bauen.

Er sucht nicht den Krieg, die Vernichtung, den Kampf auf Leben und Tod sondern … baut sich Maschinen, die ihm fremde Welten vorgaukeln.

Spielfilme, Videospiele, Bücher: der Mensch sitzt gerne im Warmen und Trockenen – doch womit unterhält er sich?

Mit Abenteuern. Aus der Geborgenheit seiner Existenz als westeuropäischer Wohlstandsbürger heraus schaut er sich Filme an, die er selber nie würde erleben wollen, spielt Videospiele, in denen er Abenteuer erlebt, die er selbst fliehen würde. Sehe ich, welche „Knaller“ bei den Erwachsenen verkauft werden, so handelt es sich um Realitätssimulationen von Zuständen, die wir im realen Leben meiden würden.

Verrückt, oder?

Was aber … und hier wage ich einen entscheidenden Schritt … wenn wir nur im Kleinen nachahmen, was im Großen der reale Rahmen ist?

Wenn unsere ganze materielle Existenz nur diesen Sinn hat: abenteuerlustigen Bewußtseinen einen kurzen Tripp in die Hölle der Materie zu erlauben?

In seinem Werk „Illusionen“ nimmt Richard Bach diesen Vergleich auf und stellt die Frage, warum wir eigentlich in ein Kino gehen. Tja – warum? Ist doch alles gelogen da – und trotzdem kann man damit (und mit gefärbtem Zuckerwasser) zu einem der größten Konzerne der Welt werden. Damit werden Billionen Dollar bewegt.

Richard Bach kommt auf zwei Gründe für den Kinobesuch: wir wollen was lernen – oder uns unterhalten. Ich füge noch einen dritten hinzu: wir wollen reale Erfahrungen verarbeiten, in denen wir ihnen Bilder geben: darum der Horrorfilm, die moderne Form von Mythos und Märchen.

Wir investieren viel in das Erleben solcher eingebildeten Geschichten – der Konsum dieser Form der Unterhaltung nimmt von Jahr zu Jahr zu, obwohl er rein rational überhaupt keinen Sinn macht: ist doch alles nur Lüge, was dort geschieht – und wir wissen das. Die Naturwissenschaft kann das auch leicht beweisen, dass dort nur Lüge praktiziert wird – aber das wissen wir selber. Gehen wir ins Kino, wollen wir die Geschichte erleben – alles, was uns daran stört, blenden wir aus. Wir könnten uns Gedanken darüber machen, wie der Set hinter dem sichtbaren Bild aussieht – doch wozu sollten wir das machen? Es würde den Zauber des Filmes zerstören.

Der Sinn des Lebens – die Erfahrung von Krieg?

Der Gedanke könnte einem kommen und ist doch schon falsch. Wenn, dann haben wir hier ein Rollenspiel, dass wir nur gemeinsam gewinnen können. Wie können wir hier überleben?

Durch Gemeinsamkeit. Die wunderbare Erfahrung von Hilfsbereitschaft, Solidarität, sozialem Verhalten, die sich geradezu zwangsläufig entwickeln muss, wenn die Umwelt ein gewissen Niveau an Feindseligkeit aufweist. Das macht das Spiel reizvoll und lehrreich zugleich.

Besteht diese Philosophie den „Ausschwitztest“ – oder gehören wir damit zu denjenigen, die freundlich winkend vor dem Lager stehen und den Insassen viel Glück ob ihrer einmaligen Erfahrung wünschen?

Ja, sie besteht ihn. Unser Job wäre es,  in das Lager zu gehen und es aufzulösen, koste es, was es wolle.

Das Spiel wird auf diesem Niveau sehr schwierig, weil es nicht mehr gegen andere Arten sondern gegen die eigene Art geführt wird. Es kann nur verloren werden, Sieger werden die nachfolgenden Insektenrassen sein – oder die Völker der Ratten.

Der Sinn des Lebens: Gemeinschaften bilden, die sich gegenseitig helfen, die Gefahren des Lebens zu überstehen … geht mit und ohne „Gott“.

Den Rahmen des Spiels allerdings können wir uns aufgrund unsere gedanklichen Prägung nicht anders als konstruiert vorstellen, wir als „Linie“ in der Schöpfung finden nur Ordnung im System, wenn wir uns auch einen „Stab“ denken, der das „Backoffice“ unserer Existenz bildet – und dort die notwendigen Anpassungen der jeweiligen Arten plant. Das dies nur einer leistet, ist schwer vorstellbar.

Die Leistungsunfähigkeit unseres Verstandes kann jedoch nicht der Maßstab für Wahrheit sein. Die jedoch können wir – das zeigt die Geschichte der Philosophie insgesamt – überhaupt nicht nähern.

Aber wir können uns für Wahrheiten entscheiden (als Notkonstruktionen, wie sie gelegentlich in der Mathematik auftauchen), die nützlich sind.

Welche Wahrheit bringt uns als Menschheit einen größeren Nutzen:

die Konstruktion, das wir hier auf einem gigantischen Spielfeld sind, um unsere Gemeinschaftstüchtigkeit zu beweisen

oder die Konstruktion, das wir zufällig in einem unerklärlichen, komplexen, chaotischen, völlig sinnlosem Universum sind, das zufällig millionen Jahre lang immer wieder lebenstüchtige Elemente entwirft?

Die Frage entscheidet sich eigentlich im Tode. Auf der einen Seite bedeutet er, dass wir das Spielfeld verlassen – zur ewigen Pause oder um einen neuen Charakter zu erhalten – auf der anderen Seite lockt die absolute, endgültige Vernichtung.

Welcher von diesen Glaubenssätzen eignet sich wohl eher zur Ausbeutung von Menschen durch Menschen? Leider berühren wir hier ein Thema, das zeigt, wie politisch die Frage nach dem Sinn des Lebens eigentlich ist. Was von der fundamentalistisch-materialistischen Naturwissenschaft aktuell gepredigt wird, eignet sich hervorragend zur sozialen und finanziellen Ausbeutung der Menschheit, die vor dem schwarzen Nichts des Todes zittert und alles unternimmt, ihm zu entkommen.

Ist das Leben nur (bitter ernstes) Spiel, fällt es uns leichter, korrekt und solidarisch zu leben – also so, wie es im Rahmen der feindlichen Umwelt geboten ist: es gibt auf einmal Wichtigeres, als nur die ganze Zeit dem eigenen Tod zu entkommen.

Finster wird es jedoch, wenn wir uns nicht zufällig einen liebenden Gott hinzu denken, sondern eine Kraft, die das System Erde zur Selektion geschaffen hat, um Seelen daraufhin zu testen, ob sie in Krisensituationen auch standhalten. Wirkt das in der Natur erkennbare Prinzip der Selektion auch über den Tod hinaus, wird es übel für jene Priester und Konstrukteure des naturwissenschaftlich-kapitalistischen Weltbildes, die die Zelebration des EGO als höchstes Ziel der Menschheit predigen: sie und ihre Gläubigen würden im Leben mit größter Kraft daran arbeiten, nach dem Tode als untaugliches Bewußtseinsmaterial auf dem Müll zu landen: der „zweite Tod“ würde sie erwarten, Bestandteil der Nachtodphilosophien der Mehrheit der bekannten menschlichen Weltanschauungen.

Haben wir ihn nun, den Sinn des Lebens?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Vorteil der Unmöglichkeit, die „Wahrheit“ zu erkennen, ist, dass wir uns dann auch einfach mal für jene Modelle entscheiden können, die uns selbst den maximalsten Nutzen bringen. Hier wählte der eine das Modell, dass seine Seele für die Unsterblichkeit und Ewigkeit konfiguriert, der andere sammelt lieber Sportwagen auf Kosten von Menschenleben.

Leicht zu sagen, welches Modell für Menschheit und Umwelt am Nützlichsten ist, das Individuum kann jedoch anders entscheiden: immerhin sind wir keine Automaten (wie etwa Ameisen), die nur dem größeren System dienen sollen.

Vielleicht gehen wir auch gar kein Risiko ein, vielleicht gibt es in der Tat einen liebenden Gott, der alles verzeiht und unsere Klimasauereien mit einem Fingerschnippen in die Tiefsee verbannt, damit das Spiel weiterlaufen kann – aber wir wollten wissenschaftlich bleiben: unser System läuft auch ohne Gott.

Es läuft nur nicht ohne Bewusstsein als eigenständiger Kraft im Universum, in der Bedeutung Erde, Wasser, Feuer und Luft völlig gleichgestellt, ein Bewusstsein, das als solches schon erklären kann, wie Evolution funktioniert: es bringt das Element „Willen“ und „Absicht“ mit, das „Gestaltung“ erlaubt. Schon plausibler als „Zufall“, der als Hauptwort keine Aussage hat und den Fehler enthält, das man einem Adjektiv durch Verwandlung in ein Hauptwort eine übergeordnete Realität andichtet: das Wort „Gott“ entwickelte sich vielerorts ebenso.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland 2024: Slum … oder Mutterland des „Brighter Planet“? Die alternativlose Utopie des Gunter Dueck.

Donnerstag, 24. Januar 2013. Eifel - und der wichtigste Artikel, den ich bislang geschrieben habe. Meiner Meinung nach können wir einpacken: soweit bin ich inzwischen. Warum? Einfach mal meine letzten 735 Artikel lesen: es gibt viele Gründe dazu. Nehmen wir zum Beispiel mal die Politik. Wir hören jedes Jahr erneut, das wir kaum noch Arbeitslose haben, die Gehaltserhöhungen und Leistungsprämien bei der Bundesagentur für Arbeitslosenzahlenpräsentation fließen in Strömen, die Politiker leeren triumphierend eine Flasche Schampus nach der anderen - und was macht NRW? Stellt erst mal über 200 neue Mitarbeiter ein, um Arbeitslose in  Arbeit zu bringen - jene Arbeitslosen, die in Rheinland-Pfalz schon ihre Arbeit gratis versteigern lassen. Hatte NRW nicht so ein kleines Verschuldungsproblem? Und für "keine Arbeitslosen" stellt man jetzt zweihundert neue Berater ein? Die sicherlich jetzt dafür sorgen werden, dass die dann leider doch noch vorhandenen Arbeitslosen ganz viele Bewerbungen schreiben, die den ums Überleben kämpfenden Firmen die Posteingänge verstopfen. In der Wirtschaft ist dieses Prinzip schon lange bekannt - und wahrscheinlich hat man in jedem Unternehmen schon mal Kopien jener Weisheiten gesehen, die einem zeigen, wie man ein totes Pferd reitet.<a href="http://www.roland-schaefer.de/totespferd.htm"> Roland Schäfer</a>, Bürgermeister von Bergkamen, hat da eine spannende Sammlung auf seiner Seite.

Donnerstag, 24. Januar 2013. Eifel – und der wichtigste Artikel, den ich bislang geschrieben habe. Meiner Meinung nach können wir einpacken: soweit bin ich inzwischen. Warum? Einfach mal meine letzten 735 Artikel lesen: es gibt viele Gründe dazu. Nehmen wir zum Beispiel mal die Politik. Wir hören jedes Jahr erneut, das wir kaum noch Arbeitslose haben, die Gehaltserhöhungen und Leistungsprämien bei der Bundesagentur für Arbeitslosenzahlenpräsentation fließen in Strömen, die Politiker leeren triumphierend eine Flasche Schampus nach der anderen – und was macht NRW? Stellt erst mal über 200 neue Mitarbeiter ein, um Arbeitslose in  Arbeit zu bringen – jene Arbeitslosen, die in Rheinland-Pfalz schon ihre Arbeit gratis versteigern lassen. Hatte NRW nicht so ein kleines Verschuldungsproblem? Und für „keine Arbeitslosen“ stellt man jetzt zweihundert neue Berater ein? Die sicherlich jetzt dafür sorgen werden, dass die dann leider doch noch vorhandenen Arbeitslosen ganz viele Bewerbungen schreiben, die den ums Überleben kämpfenden Firmen die Posteingänge verstopfen. In der Wirtschaft ist dieses Prinzip schon lange bekannt – und wahrscheinlich hat man in jedem Unternehmen schon mal Kopien jener Weisheiten gesehen, die einem zeigen, wie man ein totes Pferd reitet. Roland Schäfer, Bürgermeister von Bergkamen, hat da eine spannende Sammlung auf seiner Seite.

Während die Sioux einfach raten, abzusteigen, wenn man merkt, das man ein totes Pferd reitet, gibt die deutsche Verwaltung noch lange nicht auf: sie wechselt das Futter, schickt das Pferd oder den Reiter zu Motivationseminaren, wechselt den Reiter, versteigert das tote Pferd, setzt Leistungsanreize oder vereinbart Ziele für tote Pferde oder ihre Reiter – die Anzahl der Maßnahmen ist schier unbegrenzt. Am Besten haben mir die Maßnahmen von Helmut Kohl und Gerhard Schröder gefallen: der eine wartet 16 Jahre darauf, ob der Gaul nicht doch wieder aufsteht, der andere kauft leichtere Sättel.

Es sind über fünfzig Maßnahmen, die Herr Schäfer dort gesammelt hat – und ich denke, jedes Arbeitsamt und jeder Arbeitslose kennt alle von ihnen. „Wenn der Brunnen leer ist, stellen wir zweihundert Antreiber ein, die dafür sorgen, das die Leute doppelt so oft hingehen“ – das wird gerade in NRW praktiziert. Auch nur durchschnittlich gebildete Bürger schütteln den Kopf angesichts der vollendeten Idiotie, die ihre gewählten Politiker und mit Steuergeldern reich ausgestatteten Verwaltungsangestellten dort demonstrieren … und es schleicht sich ein wenig Angst ein. Nicht umsonst sitzt der Deutsche immer länger vor dem Fernsehen und wird immer depressiver: die Wirklichkeit mutiert immer mehr zur irrealen Muppetshow, vor der man sich in Sicherheit bringen muss.

Die Inkompetenz und Unfähigkeit der Politik hat aber noch weitere Folgen – wie eine Studie zeigt, die die  Welt jetzt veröffentlicht hat:

Die Wirtschaftselite hat Angst vor dem neuen Mob. Fernab vom Rest der Welt diskutieren die Mächtigen in Davos. Doch eine Umfrage unter Hunderten Konzernlenkern weltweit zeigt: Sie fürchten, dass die jahrelange Krise sich bald ein Ventil sucht. 

75 % der Wirtschaftslenker denken so. Man fürchtet, das die Menschen, die das komplette Programm der „Wie-reitet-man-ein-totes-Pferd“-Maßnahmen über sich ergehen lassen mußten, mit Gewalt wieder etwas Vernunft in das menschliche Miteinander bringen: das Mittel der allerletzten Wahl wird auf einmal wieder gesellschaftsfähig. Wir müssen uns auch etwas davor fürchten, was in Davos geschieht – denn dort wird das praktiziert, was es laut deutschen Medien überhaupt nicht geben darf: Verschwörungen am Fließband, siehe Spiegel:

Die richtig wichtigen Dinge werden normalerweise in kleineren Runden besprochen. In Davos gibt es dafür die sogenannten IGWELS („Informal Gathering of World Economic Leaders“). Sie bestehen meist aus rund 20 Politikern und Top-Managern, die zu „völlig privaten“ Treffen zusammenkommen. Die IGWELS tauchen im offiziellen Programm nicht auf, doch sie finden auch in diesem Jahr wieder statt. Themen sind etwa die Zukunft der Energieversorgung oder die geopolitischen Auswirkungen des Arabischen Frühlings.

1990 sprachen dort Helmut Kohl und Hans Modrow über die Zukunft Deutschlands. 23 Jahre später wissen wir immer noch nicht, was die besprochen haben – aber wir zahlen immer noch für das Ergebnis.

Und das ist nur der politische Rahmen, der zum Volksaufstand reizt – in der Wirtschaft sieht es noch desaströser aus: aber hierüber wird seit dem 8.Oktober 2008 auf Wunsch der Kanzlerin nur noch sehr beschönigend berichtet, damit der Deutsche nicht aus dem Fernsehsessel fällt.

Wir wissen aber, wie es unserer Wirtschaft geht: unsere Städte zerfallen, unsere Straßen werden nicht mehr repariert, die Schulen sehen aus wie nach dem Krieg – wer wissen will, wie moderne Städte aussehen, fährt nach Dhubai und nicht nach Hamburg, München oder Berlin. Aber auch diese Vergleiche stellen wir nicht an: man will das Volk nicht weiter demotivieren, die sollen ihren Hartz-IV-Antrag ausfüllen und Dschungelcamp gucken, damit sie deutlich vor Augen haben, was man noch alles mit ihnen anstellen könnte, wenn sie nicht bald einen Job finden.

Währenddessen …. droht die nächste Flut von Arbeitslosen: die Dienstleistungsgesellschaft löst sich auf. Auch das ist sicher ein Thema in Davos. Die Technik frisst zum dritten Mal Jobs: erst war es die Industrialisierung der Landwirtschaft, dann die Einführung der Roboter in der Industrieproduktion, die Massen an Arbeitskräften freigesetzt haben – und jetzt ist es die IT-Technik, die die Dienstleistungsjobs frisst. Eine neue Welle von toten Pferden wird in die Arbeitsagenturen geschwemmt, die über fünfzig Maßnahmen parat haben, mit dem Problem umzugehen … und es so der Politik ersparen, sich mit dem Problem effektiv auseinandersetzen zu müssen.

Es ist nun nicht meine Idee, das diese neue Flut von Arbeitslosen kommen wird – ich kann sie aber bestätigen. Seit zehn Jahren habe ich keinen Versicherungsvertreter mehr gesehen – geht alles online. Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal seit 2005 wieder mit einem Bankberater gesprochen – unser Verein brauchte ein neues Konto – nur zwei Beispiele aus meinem Alltag. Das Internet selbst – wird mehr und mehr zum Betriebssystem der Gesellschaft – so Professor Gunter Dueck in einer Rede von re:publica 2011, einer Rede, die man sich mal in Ruhe anhören sollte:

Ein Großteil aller heutigen Dienstleistungsjobs wird verschwinden – übrig bleiben die Friseure und die Nagelstudios: auch heute schon beliebte Jobersatzstücke, die gerne genommen werden, um Hartz IV zu entkommen … dabei haben wir erst 2003 das Jahr gehabt, wo die Angestellten in Deutschland die Arbeiterschaft an Zahl überholt haben (siehe Wikipedia) – ein herber Schlag für die Anhänger der proletarischen Weltrevolution, die  ihre Kämpfer in Zukunft aus den Reihen der arbeitslosen Anlageberater, Pharmareferenten und IT-Architekten rekrutieren müssen.

Das eine Gesellschaft, die sich nur gegenseitig die Haare schneidet und die Nägel stylt, keine Chance hat, auf dem Weltmarkt zu bestehen, ist schon seit Ronald Reagan bekannt – und manch´ fiese Gesellen vermuten ja, dass man deshalb die Raubkriege der Nato losgetreten hat, um überhaupt noch Kasse machen zu können: 150 Milliarden brachte allein der Krieg gegen Ghaddafi (siehe Politeia) als Reingewinn für die City of London, wo die Milliarden der anderen Diktatoren geblieben sind, ist momentan noch nicht ganz sicher.

Ich schätze mal: auch solche Themen werden gerade in Davos diskutiert … weshalb man sich zurecht vor einer Wiederholung der Geschichte fürchtet: die Weberaufstände kommen zurück … und das, obwohl wir als Steuerzahler so viel Geld für Straßenkosmetik ausgeben, damit wenigstens auf den Autobahnen alles so aussieht, als wäre die Welt noch in Ordnung, siehe Handelsblatt:

Mehr als 70 Prozent aller neu zugelassenen Porsche sind Dienstwagen. Diese werden vom Staat jährlich mit mehreren Milliarden Euro subventioniert.

Währenddessen müssen Arbeitslose sich von 4,70 Euro pro Tag ernähren – das reicht für ein Kindermenü bei McDonalds … oder einen einzigen Hamburger. Sogar das verpönte „amerikanisch essen gehen“ wird für viele zum unerschwinglichen Luxus. Aus gleicher Quelle erfahren wir, wie der Staat als Dank für den subventionierten Porsche auf Einnahmen in großem Stil verzichtet:

Um 50 Prozent sanken die Unternehmenssteuern seit 1990. Die Vermögenssteuer wurde 1996 abgeschafft, die Gewerbekapitalsteuer folgte 1998, der Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer wurde 2005 von 53 auf 42 Prozent gesenkt, zu guter Letzt wurde 2008 auch noch die Körperschaftssteuer von 25 auf 12 Prozent abgesenkt. Die Unternehmenssteuerbelastung von Kapitalgesellschaften sank so seit 1990 auf weniger als die Hälfte.

Zusätzlich erfahren wir dort, das wir jedes Jahr 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung verlieren – die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

Schon 2009 hatte Professor Gunter Dueck die Situation in seinem Buch „Aufbruch“ beschrieben – hier zitiert auf seiner Website Omnisophie/Sinnraum

Geschäftsabläufe werden immer stärker automatisiert. Die Kenntnisse der wenigen Taxifahrer, die jede Straße in Berlin kennen, sind gegen ein normales TomTom nichts. Taxifahrer werden nur noch als Fahrer, nicht mehr als Ortskundige gebraucht. In dieser Weise werden viele Berufe auf den noch dem Computer unzugänglichen Bereich des rein Physischen reduziert und damit ganz oft in den Niedriglohnsektor abgedrängt. Ein Leben im Prekariat droht nun einer großen Menge von Menschen.

Hinter all den vielen kleinen Automatisierungsphänomenen in unserem Alltag steht eine große Bewegung, nämlich die der vollen Industrialisierung aller Arbeit, nicht nur der in der Produktion. Wir werden zunehmend in allen Berufen von Computern verdrängt. Diese Industrialisierung zieht Arbeitslosigkeit und Jobverlustangst mit sich. Wir fühlen den Niedergang. 
Wissen Sie noch, dass zur Zeit meiner Geburt etwa die Hälfte der Leute in der Landwirtschaft tätig war? Heute schaffen knapp zwei Prozent dieselbe Arbeit und klagen noch immer über den Druck des Marktes. Über die Jahrzehnte hinweg mussten die Land-, dann die Berg-, schließlich die Industriearbeiter neue Jobs suchen. Dieser Prozess steht nun den Dienstleistungsberufen bevor. Und wie in all den anderen Fällen müssen wir fragen:

„Was geschieht mit all diesen Menschen?“ Deutschland muss sich neu erfinden und als Ganzes einen neuen Job suchen.

Was geschieht mit all diesen Menschen? Sie werden lernen, welche Möglichkeiten dem weißen Mann eingefallen sind, ein totes Pferd zu reiten. Fragen Sie einfach Arbeitslose in Ihrer Stadt, welche geballte Inkompetenz und Hilflosigkeit sie erleben, wenn sie ihrem „Fallmanager“ gegenübersitzen.

Oder aber … Sie schließen sich Professor Dueck an und sorgen dafür, das sich Deutschland insgesamt einen neuen Job sucht – und zwar am Besten schon vorgestern.

Wie das gehen soll? Nun, der Wunschkandidat der Piratenpartei für den Job des Bundespräsidenten und ehemalige Top-Manager von IBM hat da ein paar Vorschläge.

Deutschland muss ein Land der Nano-, Umwelt-, Medizin-, Computer-, Gen- oder Biotechnologie werden. Da liegt unsere Zukunft. Wo sonst, bitte?
Und was muss geschehen, damit wir dort hinkommen? Auch klar: Das Volk der Dichter und Denker besinnt sich auf seinen Kern und wird zum Hochbildungsland.

„Jeder muss und kann studieren!“ Ich meine – jeder! In Worten: Jeder! Wenn Sie das nicht mitmachen wollen oder nicht akzeptieren, enden wir in einer Kultur, die sich in Elite & Slum spaltet – in Reiche und Niedriglohnjobber. Diese Entwicklung zur Spaltung und zur Inhomogenität hat ja schon begonnen. Überall öffnen sich unsoziale Scheren zwischen ein paar auf dem allerhöchsten Gipfel und vielen, denen der Hartz ausreichen muss. Unsere Politiker päppeln ein paar Eliteuniversitäten heran und ärgern sich über die überbordenden Sozialausgaben an „Arbeitsscheue“, wie ein elitärer Minister dieser Tage sagt. Deutschland war immer geschätzt wegen seiner bürgerlichen Gleichmäßigkeit und des sozialen Friedens, wissen Sie noch?

2013 haben wir diese Kultur schon: die einen fahren den staatlich subventionierten Porsche – die anderen müssen ein paar Tage hungern, bis sie ihre Kinder einmal zum Happy Meal nach McDonalds einladen können. Banken machen Milliardengewinne dank unvorstellbar gigantischer staatlicher Rettungsoperationen, während im Landkreis Mayen die Arbeitskraft von Arbeitslosen gratis versteigert wird: deutlicher kann man die Wertlosigkeit von Arbeitskraft im Jahre 2013 kaum noch demonstrieren – man wird sie nur noch als Geschenk los.

Aber noch … kann man was ändern. Wie es einst Berufe und dann Städte gab, die sich im Rahmen der Arbeitsteilung differenzierten, können sich heute Staaten differenzieren – wenn sie es wollen. Unglaublich, das meine Kinder heutzutage in Schulen gehen, wo der Putz von der Wand abbröckelt und GANZE TAGE wegen Lehrermangel ausfallen … andererseits aber Milliarden in den Porsche als Dienstwagen gesteckt werden, um den schönen Schein auf Deutschlands Straßen zu wahren, die Umsätze im Premiumbereich (die real stark fallen) künstlich hoch zu halten und das in einem Land, wo alle sich freuen, das die Staatsverschuldung nun langsamer wächst als zuvor.

Wenn ich als Privatmann merke, das ich diesen Monat weniger zuviel ausgegeben habe als im Monat zuvor, kriege ich Panik … und führe keine Freudentänze auf – nur mal nebenbei bemerkt.

Erschrickt die Forderung nach dem Studium für alle?

Als Arbeiterkind weiß ich aus persönlicher Erfahrung, das man sich an der Uni fehl am Platze fühlen kann. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, welche Hochachtung Menschen einem „Studierten“ entgegenbringen, wenn sie selbst noch nie eine Universität von innen gesehen haben … und als Pächter einer Studentenkneipe habe ich erleben dürfen, wie „normal“ selbst „Halbgötter in weiß“  sind. Mein Eindruck ist: es muss nicht nur jeder studieren – es kann auch jeder studieren. Wirklich: Studium ist leichter als Schule. Es macht mehr Spaß, macht mehr Sinn – und bringt der Volkswirtschaft ungeahnte Gewinne.

Vor allem: dieser Weg ist DER EINZIGE, der uns bleibt. Wir haben keine Rohstoffe, nicht unendlich viel Land – und wir können nicht ewig viele Despoten stürzen, um an deren eingefrorenes Kapital zu kommen. Ein paar Forderungen von Professor Dueck aus seinem Buch:

– energischer Eintritt Deutschlands in die quartäre Wissenskultur  (jener Kultur, die die Dienstleistungsgesellschaft ersetzt)

– Pflicht des Staates, Zukunftsstrukturen aufzubauen

Einstellung der Dauersubventionen für Sterbendes 

– Anstreben einer Exzellenzkultur durch Ausbau des Bildungssystems, das multikompetente junge Menschen hervorbringt und entwickelt

– ethische Werte der Zukunftskultur in das Grundgesetz

– Einrichtung eines „Oberhauses“ für Zukunft und Ethik als Ersatz für die zu einflusslose christliche Kultur

– Steuerung der Wirtschaft als Einrichtung, die Prosperität des Landes sich sichern, in dem sie auf Strategien vertraut, die einen breiten    Mittelstand erhalten

– Deutschlands Ausbau zu einem Land der Spezialmaschinentechnologien, der Medizin-, Gen-, Bio-,  Umwelt- und Nanotechnologien

– Deutschland zum Mutterland der „Culture Technologies“ entwickeln, als Keimzelle des „Brighter Planet“.

Bevor man sich jetzt aufregt: die Alternative zu diesem einzigartigen kulturellen Umbruch ist – Hartz IV als Hauptbeschäftigung für alle (ausgenommen ein paar „Leistungsträger“ in Politik und Wirtschaft) – und Deutschland als Land, dessen Niedriglohnsektor für Thailand Hemden näht.

Anstatt nur hilflos den Gezeiten der technischen Entwicklung ausgesetzt zu sein und ständig zu jammern, dass es immer hin- und hergeht, könnte man mal die Entwicklung als Chance nutzen. Wenn man will, das Bürger bis 67 arbeiten, sollte man auch sicherstellen, dass es Arbeit gibt, die sie tun können – und vielleicht sogar Arbeit, bei der sie richtig dicke Gewinne einfahren und nicht nur irgendwie „beschäftigt“ sind.

Sicher – wir können uns auch daran ergötzen, wie gut man von 40 Euro im Monat leben kann, wenn man in Abfällen wühlt (siehe Welt) – ich sehe hier schon wieder neue Regelsatzdiskussionen am Horizont erscheinen – und Diskussionen über die Höhe der Mindestrente.

Wir haben über fünfzig Möglichkeiten entwickelt, ein totes Pferd zu reiten – oder Arbeitslose zu beschäftigen.

Wir haben auch über fünfzig Möglichkeiten entwickelt, die Tatsache zu verdrängen, das unsere Titanic untergeht – und empfehlen als Lösung, immer schneller zu rennen, um möglichst weit nach oben zu kommen, in jene Räume, wo wohlhabende Menschen noch trockenen Fußes sitzen und so tun, als wären sie auf festem Land.

Davos zeigt uns, das 75 % von ihnen aber verstanden haben, das das Schiff insgesamt untergeht und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch ihnen das Wasser bis zum Halse steht – weil niemand mehr da ist, der den Porsche subventioniert. Natürlich können wir weiterhin Rettungswesten fordern („Grundeinkommen für alle!“), die für sich genommen auch sinnvoller sind als der Versuch, tote Pferde zu reiten – aber den Untergang des Schiffes hält man so nicht auf. Hören wir nochmal Professor Dueck aus seinem Sinnraum:

Abstrakt gesprochen: Der Staat und die Gemeinschaft haben die Aufgabe, die Strukturen der Zukunft zu errichten und sie zur Erzielung allgemeiner Prosperität der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Der Staat hat nicht die Aufgabe, sterbende Zweige wie die Landwirtschaft oder jetzt den Servicebereich über lange Zeit am Leben zu erhalten, nur weil sich die Volkswirte seit Jahrzehnten einbilden, dass sich früher oder später alles wieder in einem Gleichgewicht einrenke. Nichts kommt wieder! Das Leben verändert sich bei jedem Strukturwandel radikal. Wir müssen dem Alten mit aller gebotenen Fürsorge und Achtung mit Bestimmtheit ade sagen und mit Zuversicht das Neue erbauen – infrasoziale Marktwirtschaft! Ich will, dass wir Älteren, die wir das Steuer in der Hand halten, eine Zukunft für unsere Kinder aufbauen, die auch wirklich eine Zukunft ist, die sie – die Kinder – für sich selbst wünschen. Wir müssen eine Zukunft der Digital Natives schaffen, nicht eine für ein kommendes Rentnerland. 
Diesen Blick in die Zukunft leisten die Wirtschaftstheoretiker nicht! Der Staat ist nicht zum Ausgleich von Vergangenheitssünden da, nicht zum Retten nach Managementfehlern oder bei mangelnder Unternehmerfortune. Der Staat baut die Zukunft. Und da ich noch keine Zweidrittelmehrheit zusammen habe, kann ich zum Schluss des Buches natürlich ganz unbekümmert Vorschläge zu einer Grundgesetzänderung aufreihen: Bildung als Bürgerpflicht etc. Das ist leicht gesagt, aber Sie werden im Buch an dieser Stelle sicher sein, dass ich das wirklich ernst meine. Muss ich jetzt dafür fast eine neue Partei gründen? Ich? Kurz vor der Pensionsgrenze eine Partei für die Jungen? An welche Wand soll ich Thesen nageln? Wer bricht mit mir auf?

Muss man jetzt eine neue Partei gründen?

Bis man sich gegen die Altparteien durchgesetzt hat, dürfte Ostdeutschland schon von Ölscheichs aufgekauft worden sein – oder von internationalen Hedgefonds, die Landgrabbing betreiben, um ihre eigene Zukunft zu sichern. Die Mehrheit in den DAX-Konzernen (unserer alten Weltelite) haben sie schon – siehe Welt vom 1.5.2012.

Aber eine Bewegung – die muss her. Eine Bewegung aller Menschen, die in diesem Wirtschaftsraum überleben müssen. Wir retten die Titanic nicht, in dem wir alle nach oben rennen – aber wir haben noch die Kraft, das Schiff umzubauen, das es uns auch weiterhin trägt. Wir können es sogar besser bauen als je zuvor, weil unsere Mittel (noch!) ganz andere sind als früher.

An welche Wand soll Professor Dueck nun seine Thesen nageln?

An alle, die er findet. Und wir alle sollten dabei helfen – bis seine Thesen in jedem Briefkasten jedes Abgeordneten jeder Partei liegen, in jedem Kino, jedem Theater, jeder Schule, jeder Tankstelle, jeder Arztpraxis, jedem Supermarkt, jeder Gaststätte und Bahnhofskneipe an den Wänden hängen, bis jedes Schulkind sie als Forderung an die Politik auswendig aufsagen kann und jedes Jobcenter in Deutschland sie mit maximaler Kraft unterstützt … anstatt noch weitere Methoden zu suchen, tote Pferde zu reiten (auch wenn das den sammelfreudigen Bürgermeister von Bergkamen sehr freuen würde).

Und wer mit ihm aufbricht?

Nun – ich auf jeden Fall.

Und ihr?

PS: ich danke Herrn Professor Dueck für den äußerst freundlichen E-Mail-Verkehr und die handsignierte Ausgabe seines Buches – auch im Namen meiner Kinder, die vielleicht doch noch Hoffnung auf etwas Zukunft haben. Sogar auf eine glorreiche Zukunft. 

PSS: wer nicht aufbrechen will: Lidl verkauft gerade eine „Exklusiv-Schneider-Boutique“ für knapp fünf Euro. Damit ist man bestens gerüstet … wenn die Thailänder mit ihren Hemden kommen und man selbst von ihnen als Näher ersteigert wurde. Nur mal so als Tipp … 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Huhn ohne Ei

Es sind die kleinen Dinge, die einen aufhorchen lassen sollten:

Ein Huhn auf Sri Lanka gebar ein Küken, ohne das Ei gelegt zu haben. Das Küken wurde gesund und völlig geformt geboren, das Huhn aber starb vor internen Traumen infolge der Geburt. Nach Worten der Tierärzte entwickelte sich die befruchtete Eizelle binnen 21 Tage in ein vollwertiges Küken.

Nachrichten am Dienstag

Tja, so kann es kommen wenn man die falschen Freunde hat:

Europas Gefolgschaft der US-Außenpolitik bei den Sanktionen gegen den Iran gefährdet die Energie-Planungssicherheit der EU: Die geplante Nabucco-Pipeline kann ohne iranisches Gas nicht gebaut werden. Die Abhängigkeit Europas von Russland würde dann weiter zementiert. So könnte Gerhard Schröder (Gazprom-Lobbyist) einen späten Sieg gegen seinen Erzfreund Joschka Fischer (Nabucco-Lobbyist) feiern.

Karl Weiss über Brasiliens Währungsprobleme und wie sie sich dagegen wehren:

Um nur einmal einen Eindruck zu vermitteln: Wer 2009 nach Europa reiste, erlebte einen Euro bei etwa 2,70 bis 2,80 brasilianischen Reais. Heute ist er gerade noch 2,20 bis 2,30 wert – Tendenz weiter fallend. Nur – Brasilien hat nichts dazugetan, um die Währung aufzuwerten – im Gegenteil. Die anderen haben mit Geldschöpfung ihre Währungen im Wert nach unten gedrückt und wollen nun Brasilien des „Währungskriegs“ anklagen. Hier ist der Artikel aus „Wirtschaftsfacts“.

Was Brasilien konkret getan hat: Man hat eine Kapitalertragssteuer eingeführt, die auf ausländische Devisengeschäfte (also Kreditaufnahmen in ausländischen Währungen) fällig wird und im Moment 6 % beträgt. Soeben wurde beschlossen, diese Steuer zu verlängern. Mit dieser Steuer versucht man die Attraktivität Brasiliens als „Land der Geldanlage“ zu verringern, die hauptsächlich auf dem hohen Zinsniveau in Brasilien beruht. Werden von den damit erzielten Erträgen 6% einbehalten, wird diese Attraktivität verringert. Zudem wurde die Gültigkeit dieser Steuer auf Devisengeschäfte auch auf die dreijährigen Kontrakte ausgedehnt, während vorher nur die zweijährigen betroffen waren.

Über die Grünen:

Parteipolitik hat sich immer wieder als Hürde erwiesen, wenn es darum geht, die Belange des Volkes wirklich nachhaltig zu verbessern. Pöstchengerangel im harten Kampf ohne Bandagen verhindern konstruktives Handeln, bremsen schnelle, effektive Entscheidungen aus, unterhöhlen den Sozialstaat, weil immer die Abhängigkeit zur Finanzwelt herrscht, und teilen findet sowieso nicht für die am Rand der Gesellschaft Verbliebenen statt, diese haben das auszuhalten. Es fragt sich nur, wie lange dieses Machtspiel noch geduldet wird bei weiterhin zunehmender, nicht zu übersehender Ungerechtigkeit. Auch Die Grünen haben dies zu registrieren.

Wenn ich mir die „Lady“ und ihre Freundinnen so anschaue, dann halte ich das für eine gute Idee:

Kristina Schröder stellt sich gegen den Vorschlag von EU-Grundrechtekommissarin Reding zu einer gesetzlichen Frauenquote. Verschiedensten Unternehmen dürfe man nicht dieselbe Quote verordnen.

Über Weltbilder, Wirklichkeiten und Freiheitsängste:

„Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr mit Vorurteilen durchtränkt, dass er die fantastischsten Lügen wie einen Schatz hütet, so dass schließlich die Wahrheit als unglaubwürdig und die Lüge als wahr erscheint.“ Dieser Sachverhalt wird dem sagenhaften phönizischen Geschichtsschreiber Sanchuniathon nachgesagt. Und der soll zu Zeiten des Trojanischen Krieges gelebt haben, so um 1.200 vor unserer Zeitrechnung. Auch Marx stieß ins gleiche Horn: „Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden.“ Und wenn ich mir anschaue, was uns in den letzten ca. 22 Jahren seit der Wende in Deutschland an Informationen bzgl. der Vorteile eines neoliberalen Marktes und der Globalisierung verabreicht wurde, und wir nun nur noch Krisen um unser Haupt schwirren sehen, dass einen schwindlig wird, so wird es dringend Zeit, doch einmal über unser persönliches Weltbild nachzudenken. Denn irgendwas scheint mit unserer wahrgenommenen Wirklichkeit nicht zu stimmen.

Das haben die Russen jetzt davon:

Im Streit um die gefälschte Präsidentenwahl in Russland verschärft die Europäische Union ihre Sanktionen drastisch und verhängt ab 1. Juli ein Einfuhrverbot für Erdöl aus dem Land. Die 27 EU-Regierungen einigten sich in Brüssel auch, die Konten der russischen Zentralbank in Europa einzufrieren. Das sagten Diplomaten. Die Russland-Sanktionen wurden zunächst nur von den EU-Botschaftern vereinbart und müssen noch offiziell von den EU-Außenministern beschlossen werden. Es sind die schärfsten Russland-Sanktionen der EU seit 1941. Mit dem Öl-Embargo soll die wichtigste Einnahmequelle des Landes getroffen werden, um Moskau zum Nachgeben im Konflikt um Wahlfälschungen zu zwingen. Russlands Präsident Wladimir Putin wird von deutschen Medien verdächtigt, seine Wiederwahl mit Wahlkampfhilfe der ARD und durch einen gefälschten Anschlagplan herbeigefälscht zu haben. Moskau bestreitet dies, obwohl der Werbefilm im deutschen Fernsehen zu sehen war.

Hat irgendwer wirklich geglaubt, daß eine dezentralisierte Stromerzeugung gewünscht ist? Da kann doch dann kein Energieriese seine Lobbyisten mehr bezahlen und für die Parteien fällt auch nichts mehr ab.

Es ist eine beeindruckende Demonstration von Handlungsfähigkeit der Bundesregierung! Dieselbe Koalition, die für den überfälligen Ausstieg aus der Atomenergie im letzten Sommer elf Jahre veranschlagte, schafft den Ausstieg aus der Solarenergie jetzt innerhalb von 14 Tagen. Es war eine Pressekonferenz der Minister Rösler und Röttgen am 23. Februar, bei der erstmals verkündet wurde, dass nicht zum 1. April, sondern schon am 9. März die Absenkung der Einspeisevergütung greifen solle. (2) Das bedeutet für die Solarinstallateure, dass sie massenhaft auf bereits gelagerten Modulen und sonstigen Komponenten sitzenbleiben, während in großem Umfang von panischen Kunden die Aufträge storniert werden.

Und warum ging das jetzt so schnell?

Das Nettoergebnis von RWE ist um ein Drittel geschrumpft. Als Konsequenz kappt Deutschlands zweitgrößter Energieversorger die Dividende – gibt aber einen hoffnungsvollen Ausblick.

Jörg Tauss heult ein bisserl rum. Wer Lust hat sucht sich mal sein Abstimmungsverhalten vor dem „Skandal“ heraus. Ebenfalls unwählbar, auch wenn er dann eine auf die Nase beokmmen hat weil er sich um Dinge kümmerte, die ihn nichts angehen (sollen):

„Wir wollen nicht, dass der Staatsanwalt hier im Parlament auftaucht….“

Siegfried Kauder (CDU) ist ja immer für einen besonders intelligenten Spruch gut. Er traf obige Feststellung in Zusammenhang mit dem Thema Abgeordnetenbestechung (§ 108e StGB) und der beharrlichen Weigerung von Union und FDP, endlich zu international üblichen strafrechtlichen Regelungen zu kommen, die gegen korrupte Abgeordnete Wirksamkeit entfalten könnten. Nicht erst nachdem zwischenzeitlich das Undenkbare möglich wurde und Staatsanwälte sogar in der Umgebung eines Bundespräsidenten „fündig“ werden, erscheint Kauders Aussage bizarr. Weniger sensibel war man auf Seiten der Union wie auch fraktionsübergreifend allerdings vor genau drei Jahren, als meine Büroräume im Bundestag und im Wahlkreis, wie auch meine Dienst- und Privatwohnungen, von einer völlig durchgeknallten wie öffentlichkeitsgeilen Karlsruher Staatsanwaltschaft durchsucht wurden. Gesucht wurde nach Kinderpornografie. Ohne Rücksicht auf den Schutz von Petenten und auf das Büro einer benachbarten Landtagsabgeordneten wurden meine und andere Festplatten beschlagnahmt, auf denen sich trotz größter medialer, technischer und finanzieller Mühe des Landeskriminalamts allerdings kein einziges kinderpornografisches Bild befand.

Meiner Meinung anch haben die schon viel zu viel von Verbrecherorganisationen gelernt. So viel, daß eine Unterscheidung manchmal schwerfällt:

Das organisierte Verbrechen arbeitet heute nach den modernsten Führungsmethoden. Ein Vorgehen, das Lektionen für Unternehmen bereithält.

 Neues von Benjamin Fulford:

Der laufende Finanzkrieg beschleunigt sich und man sieht Festnahmen und Morde auf beiden Seiten. Quellen aus dem Pentagon sagen, dass George Bush senior und Bill Gates letzte Woche wegen Sabotage des neuen Finanzsystems festgenommen wurden, nachdem Timothy Geithner sie verpfiffen hatte. Das Federal Reserve Board-Kriminellensyndikat seinerseits ermordete am 29. Februar Lord James Blackheath [soll nicht stimmen], nachdem er den Diebstahl der 15 Billionen Dollar im britischen Oberhaus offengelegt hatte. Die White Dragon Society hat mittlerweile einen Fahndungsaufruf für den früheren Polizeichef von Hongkong, Peter Stevens, veranlasst; Stevens soll sofort zur Vernehmung verhaftet werden.

Wir werden alle sterben (wenn Satan die Weltherrschaft übernimmt):

Das sogenannte „Feast of the Beast“ ist einer der besten Orte, um Vertreter aller „I3 Satanischen Blutlinien“ zu treffen. Diese Zusammenkunft findet alle 28 Jahre statt. All die führenden Familien der Illuminaten-Hierarchivereinen sich bei den satanischen Ritualen dieses „Feast of the Beast“.

Hier erscheint Satan seinen Untergebenen auch höchstpersönlich. Bei dieser speziellen Zusammenkunft erteilt Satan seinen treu ergebenen Dienern auch neue Informationen und zeigt ihnen auf, wie sie seinen „Plan“ zur Weltbeherrschung fortführen sollen. Quelle: Externalization of the Hierarchy von Alice A. Bailey.

Satan hat einen sehr detaillierten Plan ausgearbeitet, den er nur den wenigen Auserwählten an der Spitze der Satanischen Hierarchie offenbart. Sein auserwähltes Fortpflanzungsprogramm dauert schon seit Jahrhunderten und wird vor den Augen der Öffentlichkeit geheimgehalten. Der Plan, den Satan für die Illuminaten ausgearbeitet hat, besteht darin, eine These und ihr Gegenüber – die Antithese, zu erschaffen. Dieser Prozess würde sich wiederholen, bis das gewünschte Endresultat schließlich erreicht wird.

Und wem die letzten beiden Lesevorschläge noch nicht schräg genug sind, einen haben wir noch:

Die Kirchen werden von den luziferischen Kräften hinter der Neuen Weltordnung, für die sie vor langer Zeit zu arbeiten erklärt haben, kontrolliert. Die katholische Kirche ist seit 1830 im festen finanziellen Griff des Hauses Rothschild. Der Papst läuft sogar umher und macht das Satan-Handzeichen der Illuminaten. Im Jahr 2009 forderte er eindeutig eine “politische Weltautorität” – also eine Welt-Regierung, und nicht die von Jesus Christus! – um die Weltwirtschaft zu verwalten. Sie “müsste allgemein anerkannt werden und mit der effektiven Macht ausgestattet werden, die Sicherheit für alle sicherzustellen, sowie mit den Befugnissen, die Einhaltung ihrer Entscheidungen zu gewährleisten.” Der Vatikan wiederholt nun diese Forderung.
Auch die evangelischen Kirchen schlossen sich vor langer Zeit den Bemühungen der globalistischen Rockefeller Initiativen an: der Interchurch Weltbewegung (1919 -20) sowie dem US-Bundes-Rat der Kirchen und seit 1949 UNs Ökumenischem Rat der Kirchen an, der als Sprecher für 300 Kirchen erklärt: religiöse Lehre umzugestalten – zumindest neu zu fokussieren, insbesondere das Christentum, um es einer globalisierten Welt anzupassen – ist auch ein entscheidender Aspekt bei der Suche nach Weltregierung, damit eine Zivilisation der Welt zustande kommt, … das Christentum muss neu konzipiert werden, um “globalen” Werten zu entsprechen und seine “spaltende” Attribute abzuwerfen. Hocking sah einen künftigen Weltstaat, unter denen alle Religionen “… letztlich verschmelzen.”
Mit dem Glauben des Internationalismus fest in die Gesellschaft eingebettet hoffen die Architekten der Welt, ihren großen Traum von der Weltregierung zu erreichen.

 

 

Bewegliche Bilder:

Wir werden alle sterben (2):
„Scientists are predicting that the asteroid 2012 DA14 has a good chance of colliding with earth in eleven months.
Watch the skies in February 2013!“

 

Wer 2 Stunden Zeit hat, schaut sich vielleich an, warum wir uns nicht weiterentwickeln:

FNORD

Der Imperiale Virus und die Evolution Europas- Dawkins, MEMe und Dinosaurier

Die Evolution Europas, so bezeichnet der Autor dieser Website selbst das Kartenwerk.

Evolution ist natürlich auch ein Steckenpferd eines Gärtners und Landschaftsökologen, Hobbyphilosophen und eines Fans des Lebens.

DIE EVOLUTION EUROPAS:

http://www.euratlas.net/history/europe/de_index.html

Evolution ist auch nichts was sich nur in materiell-geistigem Flachland vollzieht- Grüße an KEN WILBER!

Dank des Biologen RICHARD DAWKINS wissen wir längst (wenn wir es denn wissen wollen), dass es auch eine Evolution von Überlebensstrategien und so genannten MEMen gibt.

Aufgegriffen wurde das MEM auch von COWEN und BECK in SPIRAL DYNAMICS.

Und ein MEMPLEX ist nichts anderes als ein IDEENGEBILDE, eine IDEOLOGIE- wie zum Beispiel die aktuelle NEOLIBERALE, NEOIMPERIALE IDEOLOGIE.

Dabei ist ein MEM lediglich ein anderer Begriff für „gelebte IDEE“.

Dawkins hat auch herausgefunden, dass manche MEMe im Laufe der Zeit auch wieder verschwinden, da sie nicht die nötigen Strategien für eine Zukunft bieten.

Manche Ideen und Ideologien sind eben einfach Mist!

Vorsicht lieber Leser!

Natürlich sind Überlebensstrategien, MEMe und Ideen an einen Organismus gebunden der sie denkt und ausführt.

Dabei ist es enorm wichtig daran zu erinnern, dass auf dieser Erde schon einiges verschwunden ist!

Man nehme nur die großen Landechsen, die Dinosaurier und man sollte auch bedenken, dass wir Homos-Menschen auch noch einen Gehirnteil besitzen der sich REPTILIENGEHIRN nennt!

Ich weiß- wieder ein sehr „kryptischer“ Text, aber ich gehe davon aus, dass er von Menschen gelesen wird, die auch ihren komplexen Neokortex und das limbische System ab und an nutzen.

Ansonsten- Grüß mir den T-REX Dude! 😉

Grüße aus dem Wald!
http://derschnitterderdenwaldliebt.blog.de/

Menschlich?

Wir sind Affen.
Darwin hatte Recht, aber wissen wir auch wie sehr er Recht hatte?
Wissen wir, welche Facetten unseres Menschseins tatsächlich menschlich sind und welche denen der Primaten die keine Häuser bauen gleich sind?

Wir sind Affen.
Legt endlich eure Überheblichkeit ab. Natürlich ist innerhalb der Vielfalt an Arten das Bewusstsein für die eigene abgehoben, man kämpft ja auch um Lebensraum.
In diesem Prozess des Lebens, dem wir angehören kann man sich keine Schwächen leisten.
Nun ist das der hier zuerst aufgezählte Punkt unserer Menschlichkeit:
Wir haben uns eine Position erschaffen, in der wir nicht mehr um Lebensraum mit anderen Rassen kämpfen – müssen.
Wir Menschen halten uns für klüger, bewusster und wichtiger als Tiere; dies ist im Sinne des Systems, in welchem sich der Mensch im jetzigem Abschnitt des Lebens-Prozess befindet, der Grund, weshalb wir dazu neigen bei dem Wort „Rassen“ an Diskriminierung zu denken. Sobald angefangen wurde andere Menschen in besser oder schlechter zu kategorisieren, führte dies zu einer Übernahme gleichen Verhaltens gegenüber anderen Lebensarten.
Wir kämpfen nicht um Lebensraum mit anderen Tieren, wir kämpfen gegen unsere eigene Art um eine Unterdrückung aufrechtzuerhalten, auf die unser Wirtschaftsystem angewiesen ist.
Das wiederum ist kein menschlicher sondern ein urtierischer Aspekt unseres Daseins; Survival of the fittest lässt grüßen. Dabei gibt es grade zu diesem Punkt viele, viele Menschen die ihren Lebenssinn durch eine hervorpalaverte, genetische Trennung zu erklären suchen.

Zurück zum ersten Punkt. Wir kämpfen nicht um Lebensraum mit anderen Rassen. Nichtsdestotrotz ist die uns anerzogene Überheblichkeit der Eltern unserer Eltern unserer Eltern (10000b.C.) gegenüber anderen Tieren eine unserer grundlegendsten Verhaltensweisen. Dies führt dazu, dass Straßen durch Wälder gebaut werden, ungeachtet der vielen Nester so vieler Vogelarten, dass wir unseren Nahrungsbedarf in Nahrungskonsum umwandeln, bei dem wir Tierarten jämmerlich in engen Käfigen mit Hormonen aufpumpen und mit Schleppnetzen das Gleichgewicht im Ursprung allen Lebens zerstören; und die die sich dafür schämen werden belächelt und als Vegetarier, sowie Veganer unverstanden gelassen in ihrer Enthaltsamkeit.
Wollen wir nicht – endlich – Menschen sein? Das Bild des dummen, machtbesessenen, ehemaligen Präsidenten Bush stellt wunderbar die Charakteristik beinahe aller Individuen in unserer Gesellschaft dar.

Wir erschaffen einen Abstand zu den Tieren um frei von Gefühlen morden zu können.
Wir erschaffen einen Abstand zu anderen Menschen, die wir zu anderen Rassen zu zählen beginnen, um frei von Gefühlen mit ansehen zu könnnen wie sie, nicht unverschuldet von unserereins, jämmerlich verrecken.
In der Tierwelt sieht man ähnliches. Wollen wir nicht Menschen sein?
Es wäre jedem Teilnehmer unserer Gesellschaft ein leichtes seine Verantwortung zu erkennen, wenn solch ein Denken in irgendeiner Weise irgendwie gefördert würde.
Verantwortung nicht nur für unserer Tun, Abschaltung AKW’s, Beendigung Massentierhaltung, Stop Diskriminierung, sondern auch für den Horror unserer Vorfahren.
Afrika ist in unzählige Tribes geteilt, ein Feuer welches unsere Ahnen, die Sklavenhändler größtenteils mit angefacht haben. Inzwischen sind die Völker schon unzählige die wir auf dem Gewissen haben und es werden mehr.
Völker, damit meine ich nicht nur jene die in unserer Historie verzeichnet wurden.
Es macht keinen Unterschied ob man Fleisch vom Pferd, der Kuh oder vom Menschen isst. Es gibt keinen Kannibalismus; und wenn es ihn gäbe wäre jeglicher Fleischverzehr ein so benannter Akt.

Mit freundlicher Genehmigung von Megzs

Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der ständigen Mitarbeiter dieser Internet-Seite wieder. Aber wir freuen uns darüber.

Evolutionsrelikt

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Evolutionsrelikt

Klaus Ernst, Bill Gates, junge Mütter und linke Lumpen

Es gibt ja diesen Ausspruch: wer in seiner Jugend kein Kommunist ist, der hat kein Herz, wer im Alter immer noch Kommunist ist, der hat kein Hirn.

Für die Jugend und das Herz mag ich zustimmen, warum man sein Herz im Alter verlieren sollte, wäre mir ein Rätsel – aber manchmal ist das so.  Lange Zeit war es die soziologische Aufgabe der Jugend, die Verhältnisse in Frage zu stellen und zu verändern. Das machte eine Gesellschaft sehr lebendig – und deshalb sind die Klagen Platons über die Jugend die gleichen wie die von Luther oder Goethe. Den Menschen, die sich etabliert haben, gehen die rebellischen Jugendlichen gehörig auf den Senkel.  Das wußten auch die Partei- und Weltenlenker. Mit großem Unmut sahen sie, wie sich eine ganze Generation angesichts der Verlogenheit und Brutalität der politischen Wirklichkeit aus dem Weltgeschehen ausklinkte, Stromgitarrenmusik hörte und ihren Unmut über die für manche so einträglichen Verhältnisse offen und zu jeder Gelegenheit äußerten.

Als Gegenbewegung erfand man den Yuppi und das Modell …. und das Ergebnis war eine völlig entpolitisierte Jugend, die sich in der Wirklichkeit nicht mehr zurechtfand und auch kein Interesse an ihr hatte. Die Methode war einfach und simpel – wenn auch kostspielig.  Man gab denen einfach Geld – und schon blieb die nächste Jugendbewegung aus. Während die einen noch mit „Rettet-den-Wal“-Schildern vor McDonalds standen, fuhren die anderen mit ihrem Porsche ins eigene Ferienhaus am Mittelmeer. Wer bei der holden Weiblichkeit mehr Chancen hatte, kann man sich ausdenken.

Dabei ist die Rebellion der Jugend ein wichtiger und auch völlig korrekter Faktor in der Entwicklung einer Gesellschaft. Die Jugend ist es, die mit den Zuständen am längsten Leben muß – und deshalb hat sie auch das Vorrecht, diese zu kritisieren. Die Jugend kommt mittellos und abhängig zur Welt – außer die mit dem goldenen Löffel, aber zu jenem Löffel gehört auch ein goldener Käfig.

So nennt man die Jugend also gerne „links“, womit alle Alten rechts sein müssen. Schon Unfug, aber das hat halt auch Tradition.

Man kann völlig unpolitisch sein, um zu sehen, das in diesem Lande etwas gewaltig stinkt.  Nehmen wir ein Beispiel: eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern … jene sollen ja jetzt, neben den Alten … mit besonderen Maßnahmen der ARGEn überzogen werden, die einer neuen inneren Logik der Agenda 2010 entsprechen.  Über Sinn und Unsinn dieser Maßnahmen reden wir jetzt mal nicht, sondern über die Kinder, die bei dem Krieg von Vater Staat und Mutter Merkel gegen die faulen, arbeitslosen Schmarotzer einfach zwischen die Fronten geraten.

Viele Frauen erledigen heute den Spagat Familie und Karriere mit großen Anstrengungen, aber erfolgreich ist man nur, wenn man auch viel Geld für die Arbeit bekommt und die Erziehungsarbeit jemand anders macht: die Oma, die staatlichen Erziehungseinrichtungen, die Nachbarn, der Nachhilfelehrer, die Sportlehrer und sonstige kostenintensiven Förderer. Gut, wir als Gesellschaft wollen das so und wenn man damit glücklich wird, ist das doch ok.  ARGE-Abhängige sind hier besonders im Nachteil, denn wie ja jetzt alle wissen, haben die nicht nur keine Arbeit sondern auch kein Geld. Alleine das Wirtschaften mit solchen minimalen Beihilfen zum Lebensunterhalt würde in einem Unternehmen einen Betriebswirtschaftler vollzeit fordern.  Man kann mit wenig Geld leben … aber dazu muß man sehr viel Zeit in Planung und Struktur investieren.

Das schafft nicht jeder. Neben diesen ganzen Ansprüchen, die wir bislang an die junge Frau gestellt haben, haben wir aber noch ein paar: sie soll in der Tat nebenbei noch ihre Kinder erziehen und sie zu vollwertigen, leistungsfähigen Bürgern eines demokratischen Rechtsstaates machen – und wehe, wenn sie das nicht schafft. Dann gibt es wieder von der BILD einen dicken Artikel über die bösen Mütter.

Jedem Menschen ist klar, das Bürger unter diesen Bedingungen nur zusammenbrechen können, jeder weiß, das die Kinder auf der Strecke bleiben müssen, wenn die ARGE der Mutter dann zusätzlich zu allem anderen noch eine Maßnahme aufdrückt oder Bewerbungsstreß macht. Um so etwas zu sehen, brauche ich weder Karl Marx noch die Maobibel.  Wir brauchen aber diese Kinder, denn sie sollen ja die Rente erwirtschaften – und viele wahrhaft asoziale  Bürger haben ja inzwischen einen Sport daraus gemacht, Anspruchsscheine auf zukünftige Versorgung zu ergattern (sprich: Geld) , die dann unter anderem auch von diesen Kindern erwirtschaftet werden soll.

Selbst als konservativer Burschenschaftler wäre mir klar, das sich da Dinge abspielen, die jenseits jeglicher Menschlichkeit liegen.

Nun gibt es manche, die sehen das und finden an den Zuständen nur eins schlecht: das sie selbst auch kein Geld haben. Ihr eigene Antrieb, Politik zu machen, liegt lediglich in dem Neid auf  Superreiche.  Wären sie selber so reich – es würde sie nicht kümmern. Das ist die Erfahrung des historischen Kommunismus – man ersetzt rechte Lumpen durch linke Lumpen … die Hungersnöte bleiben, nur die Schießbefehle tragen andere Namen. Hier … hätte Deutschland eine ganz besondere Chance gehabt – und hat sie vielleicht immer noch. In diesem Land leben genug Menschen, die die Nachteile beider Systeme erlebt haben. Beide Systeme sind unfinanzierbar (auch wenn – zugegebenermaßen – beim Kapitalismus im Zuge der Korruption mehr Geld abfällt, Geld, das wegen der generellen Unfinanzierbarkeit der Ansprüche nicht den Wert hat, den sich alle erhoffen), beide Systeme haben große Schwächen in der Alltagstauglichkeit, beide Systeme haben sich überholt …. das hätte man hier besonders erkennen und umsetzen können.  Dieses Land hätte viel von seiner Schuld abtragen können, die ihm immer hinterher getragen wird – doch das ist ein anderes Thema.

Und darum findet man in der Geschichte der Menschheit auch immer wieder jene Typen, die sich am Leid der Menschen bereichern, in dem sie ihnen Hoffnung auf Besserung der Zustände machen, letztlich aber nur ihre eigenen Zustände verbessern wollen. Sobald sie an der Macht sind … wird verschrödert und gefischert das sich die Balken biegen, da tragen Sozis Nobelkutten und Grüne werfen begeistert Bomben – dafür landen dann auch alle im Aufsichtsrat. Demokraten kann man genauso einkaufen wie Kommunisten, sie sind nur billiger zu haben. Die Kommunisten wollen alles, Demokraten reicht ein bezahltes Eigenheim mit Pay-TV.

Vor dem Hintergrund sind solche Erscheinungen in der politischen Welt nicht mehr verwunderlich:

Unmut über Dreifachverdiener Klaus Ernst wächst

Gipfeltreffen der Partei am 6. September berät über Bezüge des Linken-Vorsitzenden – Vier Funktionäre wollen austreten

Greift Geld ab wo er nur kann, will aber die soziale Revolution. Super. Sinnvoller als linke Politik zu machen, wäre: bessere Politik zu machen…und die kann man nur machen, wenn man sich selbst, seine Ansprüche und Bedürfnisse soweit im Griff hat, das man der Sache dienen kann. Menschen, die jeder Mark hinterherhechten und sich für jeden Cent bücken, kommen auf dem Weg nicht weit.

Das Prinzip „Alles abgreifen, was ich kriegen kann“ treibt die Republik in den Untergang, ob es nun so aussieht:

Deutschlands Wirtschaft brummt. Das ist auch ein Verdienst der so genannten Kurzarbeit. Das staatliche Instrument im Kampf gegen die Wirtschaftskrise hat etlichen Unternehmen Kostenentlastungen in der Personalwirtschaft beschert und hohe Kündigungs- und Rekrutierungskosten obsolet gemacht. Nun zeigt sich allerdings, dass viele Firmen die Zuschüsse zu Unrecht kassiert haben.

Oder so:

Die indische Regierung wird laut einem Pressebericht möglicherweise das deutsche Rüstungsunternehmen Rheinmetall auf eine schwarze Liste setzen – wegen vermeintlicher Korruption bei der Luftverteidigungssparte. Der Düsseldorfer Konzern dementiert.

Oder so:

Gewaltige Abzocke: Die Deutschen zahlen 195 Millionen zu viel für Heizungsableser. Verbraucherschützer fordern ein Einschreiten des Kartellamts.

Sofern wir uns nicht ändern …. wird sich auch an dem System nichts ändern. Da sich aber niemand ändern will, wird sich auch nichts ändern.

Und deshalb werden … nach einfachster Logik … am Ende wieder Lager stehen, in denen unwertes Leben vernichtet wird.  Wo nur noch Hirn ist und kein Herz, macht das Durchfüttern verwertungsgeminderter Existenzen keinen Sinn mehr. Das können aber auch linke Regierungen einsehen und befehlen, auf so etwas haben die rechten kein Privileg.

Und da es nur um Geld geht und schon kleinste Mengen ausreichen, den Volkszorn zu beruhigen, gibt es jetzt auch höhere Hartz-IV-Sätze. Die jubeln dann für ein paar Euro mehr … und man kann sich ungebremst und in Ruhe den Rentnern widmen, die man schon seit langer Zeit im Auge hat, denn da ist richtig was zu holen. Und das wird man sich nicht nehmen lassen – hier erlaube ich mir gerne (wie schon letztes Jahr) das Orakel zu spielen.

Teile und herrsche. Funktioniert hervorragend mit Konsumzombies, deren Herzen schon lange nicht mehr nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit dürsten, sondern nach Euro, Dollar und – wenn sie schlau sind – nach Optionsscheinen auf Orangensaftkonzentrat.

Man kann aber nicht zwei Herren gleichzeitig dienen. Das haben schon ganz andere erkannt.

Und mir hat der Herr Klaus Ernst das nochmal ganz deutlich klar gemacht. Danke dafür. Er ist aber nicht der einzige. In manch einer Erwerbsloseninitiative muss man Ähnliches erleben – kaum bezahlt man die Funktionäre, predigen sie den Segen der Agenda 2010.

Linke … sind im Prinzip nur Rechte ohne Geld. Das hat mal ein französischer Philosoph im Fernsehen gesagt,  seinen Namen hatte ich nicht verstanden – aber dafür seine Botschaft.

Vielleicht aber … die Hoffnung habe ich nicht, jedoch sollte es erwähnt werden … ändert sich ja auch was von oben. Wo Herz und Hirn zusammenwirken, können schon mal kleine Wunder entstehen:

Gigantischer Geldsegen: 40 US-Milliardäre haben öffentlich versprochen, mindestens die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Initiatoren der Kampagne sind Microsoft-Gründer Gates und Investment-Legende Buffett – sie hoffen jetzt auf Dutzende Nachahmer.

Mal sehen, wer aus Deutschland mitmacht. Also ich … bin schon dabei.


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