Euthanasie

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Corona Patentlösung

Eigentlich wollte ich in meinem heutigen Beitrag darauf eingehen, mit welchen menschenverachtenden Mitteln die Kriegstreiber in Washington die Corona-Krise dazu benutzen, um die Regierung in Teheran und die iranische Bevölkerung doch noch in die Knie zu zwingen. Doch bevor ich alle Materialien geordnet hatte, wurde ich auf einen aktuellen, im Internet kursierenden Artikel über die Corona-Krise aufmerksam, der mir ob seiner verbrecherischen Empfehlungen wortwörtlich die Haare zu Berg stehen ließ und den ich nicht unkommentiert lassen kann. Daher folgt hier nur eine Kurzübersicht zu meinem geplanten Iran-Thema, bevor ich mich dem Senicid, bzw. dem barbarischen Aufruf eines politisch links blinkenden Journalisten widme, der alte, an Corona schwer erkrankte Menschen unbehandelt zum Sterben nach Hause schicken will.

Der Holocaust an Arbeitslosen: jetzt live in Deutschland – und alle schauen weg!

Digital StillCamera

Dienstag, 2.12.2014. Eifel. Ein trüber, nebeliger Tag in der Eifel, wie geschaffen, über trübe, nebelige Dinge nachzudenken – wie zum Beispiel über den Brief einer „Andrea“, den ich gestern erhielt – oder über die Ansicht eines langjährigen Bloggerkollegen, dass viele von uns resignieren und aufgeben … oder über das Entsetzen vieler politisch aktiver Menschen, dass die „Hartzer“ so schrecklich faul sind – so faul, wie Regierung und Wirtschaft sie darstellen. Ja: die große Hoffnung vieler Linker, dass sich die ärmsten des Landes erheben, um sie auf den Köngisthron zu tragen, hat sich nicht erfüllt … und selbst wollen sie den langen Marsch nicht wagen. Sie marschieren lieber weiter mit dem staatlichen „rundum-sorglos-Paket“ durch die Institutionen und halten sie so am Leben … viele alte „68´er“ sitzen jetzt als Abteilungsleiter in den Jobcentern der Gemeinden, weil die Parteien mit ihren arbeitenlosen Sozialarbeitern sonst nichts anfangen konnte.

Was sie dort leiten, ist ein beispielloses Vernichtungsprogramm, über das man nicht reden darf, weil man sonst Ärger mit Arbeitslosenaktivisten bekommt: mein Freund „Grilleau de Marigny“ kann davon ein Lied singen. Ja: Verweise auf die NS-Zeit sind nicht gern gesehen, sofort hat man eine breite Front hypermoralischer Pseudohistoriker gegen sich, die beständig behaupten, der Holocaust sei so einzigartig, das Leid der KZ-Insassen so unvergleichlich, dass man niemals Vergleiche ziehen könne.

Die armen Tröpfe – so viel Meinung, so wenig Bildung.

Gut – kümmern wir uns zuerst um das Sterben der Menschen im Holocaust, um die erneute Ausrottung eines ganzen Volkes, um einen erneuten Genozid.

Was ist daran so einzigartig?

Kann sich noch jemand an die Tasmanier erinnern? Nein? Wurden völlig ausgerottet, die letzten starben Ende des 19. Jahrhunderts.

Oder die Glaubensgemeinschaft der Katharer, die ein besonders „reines“ Christentum leben wollten? Ausgerottet – mit Stumpf um Stil, die letzten 178 Überlebenden wurden 1278 verbrannt. Schon mal aufgezählt, wie viele Indianerstämme die Eroberung Amerikas nicht überstanden haben? 500 Staaten (ja: Staaten) gab es da, mit zum Teil kulturell sehr hochstehenden Gesellschaften (von denen die USA unter anderem ihre Verfassung haben) … alle fort.

Die Liste der Genozide läßt sich noch deutlich verlängern – nur wird dieses Wissen nicht so sehr verbreitet. Die Tatsache, dass Menschen Menschen in Massen töten, ja, ganze Kulturen auslöschen, ist nichts besonderes – sogar das Christentum wäre durch Rom fast ausgelöscht worden (das es im Prinzip durch „Rom“ wirklich ausgelöscht wurde, bevor es überhaupt seine tiefere Wirkung entfalten konnte, ist eine andere Geschichte. Man ist hier bei der Auslöschung sehr elegant vorgegangen und hat die Christen einfach zu einer Staatsreligion erhoben – den Rest erledigte die Korruption).

Was war es dann? Die Art zu sterben? Wollen wir uns wirklich auf das dünne Eis begeben, gewaltsame Tötungen in „gute“ und „schlechte“ einzuteilen? Wie wollen wir das machen? Dauer der Angst? Intensität der Schmerzen? Chinesische Folterkünstler schafften es, Menschen drei Wochen bei massiver Folter am Leben zu lassen – das ganze geschah in aller Öffentlichkeit, ähnlich dem Treiben im Circus Maximus des römischen Imperiums.

Oder ist es die Tatsache, dass sich hier die „Kulturmenschheit“ als Täter entpuppte, jene Herrenrasse, die auch heute noch die Welt ihrem Willen unterwerfen will? Ich denke … hier liegt die wahre Wurzel unseres Grauens: die Täter des Holocausts sehen wir morgens, wenn wir in den Spiegel schauen.

Dabei liegt die Wurzel zum Holocaust nicht einzig im Parteiprogramm der NSDAP – nein, eigentlich haben die nur aufgegriffen, was mehrheitsfähig war. Darf ich mal einen Schweizer Arzt zitieren, einen aus dem Jahre 1904?

„Wenn dann die schlechteste Menschenware Dutzende von Dummköpfen, Verbrechern, Krüppeln, Tuberkulosen und sonstigen Missgestalten erzeugt hat, bauen wir überall Irrenanstalten, Epileptikeranstalten, Altersasyle und Zuchthäuser, um die schlimmsten Früchte ihrer Entartung auf unsere Kosten zu versorgen. Und wir merken nicht, dass diese Humanität die Kulturmenschheit allmählich zugrunde richtet“

(der schweizer Arzt August Forel, persönliche bekannt mit Charles Darwin, aus: Kurt G. Büchel, Heilen verboten töten erlaubt – die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen, Bertelsmann 2003, Seite 101)

Es waren die Anhänger Darwins, die seine Theorie der Auslese (eine zutiefst antichristliche aber urkapitalistische Theorie, die heute als „Neoliberalismus“ wieder die Sozialpolitik bestimmt) auf die menschliche Gesellschaft übertrugen: schon 1904 hätte man Mahnungen schreiben können, dass diese Philosophie Massenmorde produzieren wird – früher oder später. Die Sozialdarwinisten liefen Sturm gegen die bismarksche Sozialversicherung – und mit „Hartz IV“ hat der Kampf der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts tobt, wieder einen neuen Höhepunkt erreicht: der Punkt ging voll an die Sozialdarwinisten.

Wer meint, der Holocaust wäre nur durch die NSDAP und Hitler möglich gewesen, irrt. Die „Bewegung“ durfte sich 1933 – 1945 nur ungehindert austoben, vorbereitet wurde das ganze aber schon, bevor ein Hitler überhaupt nur geboren wurde. 1945 wurde nur ein kleiner Arm der Bestie zerschlagen, die sich einige Jahre wieder zurückzog, aber ihre Lehren vom „unwerten Leben“ weiter verkündete, verbreitete und langsam wieder neue Mehrheiten aufbaute, bis sie 2005 triumphieren konnte: endlich hatte man wieder eine Mehrheit im Parlament, einen Angelpunkt, mit dem man wieder die ganze zivilisierte Menschheit tyrannisieren konnte um eine neues Vernichtungsprogramm aufzulegen.

Ja – ich spreche von einem Vernichtungsprogramm … auch wenn mich jetzt engagierte Arbeitslosenaktivisten aus ihrer Facebook-Freundesliste streichen (das gröbste an politischer Tat, zu der sie in der Lage sind!): ich will nicht den letzten Holocaust verharmlosen, sondern den nächsten verhindern, weil ich weiß, dass die „Herrrenmenschen“ nicht 1933 aus der Hölle auf die Erde gekommen sind: sie waren die willkommenen Vollstrecker einer Gesellschaftsordnung, die von der deutschen Ärzteschaft seit dem 19. Jahrhundert gefordert wurde (siehe hierzu Büchel, a.a.O., Kapitel 2 – danach sieht man die „Halbgötter in Weiß“ aus einer etwas anderen Perspektive) … und die Schöpfer dieser „Herrenmenschengedanken“ haben 1945 völlig folgenlos überstanden, um weiter an dem großen Ziel zu arbeiten: die „saubere“ Menschheit, die „reine Rasse“ … und an dem „perfekten“ Menschen.

Ja – wer hier Vergleiche verbietet, respektiert nicht die Leiden der Holocaust-Opfer – er bereitet den neuen mit vor!

Und der läuft schon:

So hat der US-amerikanische Forscher Christopher Hudson in einer Langzeitstudie aus den Jahren 1994 bis 2000 ermittelt, dass bei von ihm mit ihren Daten erfassten 34.000 PatientInnen vier Siebtel wegen Armut oder des Absturzes in Arbeitslosigkeit an Depression oder Schizophrenie erkrankten. Und der deutsche Medizinsoziologe Johannes Siegrist von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf ist zu ähnlichen Ergebnissen gelangt, bestätigt darin von dem Diplom-Psychologen Frank Meiners, der für die DAK entsprechende Krankendaten ausgewertet hat. Depression aber, das ist nicht nur einfach “ein bisschen” Lustlosigkeit und “ein bisschen” Verstimmung, “ein bisschen” Niedergeschlagenheit und “ein bisschen” Antriebslosigkeit – was übrigens schon Erklärung genug dafür wäre, dass Arbeitslose nicht einmal mehr wählen gehen. Nein, Depression ist auch Körperveränderung, vereinfacht gesagt: veränderte Gehirnchemie.

Wir wissen, dass wir hier mit unserer Gesellschaftsordnung wieder Lebensqualität in Massen vernichten – ohne das es irgendjemanden stört. Auch die Ärzteschaft nicht:

Meine Enttäuschung gilt nicht den Opfern, sondern deren potentiellen Helferinnen und Helfern. Sollte den Medizinern und Psychotherapeuten ihr objektiver Zynismus entgehen? Hinter verschlossener Tür, in ihren Behandlungszimmern, den Patientinnen und Patienten mit all ihrer Kompetenz zu helfen und helfen zu wollen. Dort also ihren Mund aufzumachen! Und draußen – in der Welt, die seit längerem aus politischen Gründen auch eine Welt der Krankheitsverursachungen ist – den Mund zu halten und auf den eigenen Kongressen stattdessen lieber über neue Psychopharmaka zu diskutieren und neue Formen der Kurzzeittherapien! Fast könnte man meinen, die Ärzte und Psychotherapeuten schwiegen deshalb so beharrlich in der Gesellschaft, weil ihnen sonst die verheerende Hartz IV-Politik nicht so viele neue Patientinnen und Patienten zutriebe und damit lukratives “Krankenmaterial”!

Die Zitate stammen aus einem Text, den ich bei Konstantin Wecker gefunden habe, Autor des Textes ist (vermutlich) Holdger Platta – es geht um die für viele unerklärliche Passivität der Hartz IV-Empfänger (siehe: hinter den Schlagzeilen). Selten wurden die gesundheitsvernichtenden Wirkungen von Harzt IV so zentriert auf einen Punkt gebracht – aber es geht ja nicht nur um die Vernichtung von Gesundheit: es geht um die Vernichtung von Menschenleben in ungeahnter Größenordnung:

Wie Experten mittlerweile wissen, ist die Entwürdigung der ALG-II-BezieherInnen bei vielen längst schon so weit fortgeschritten, dass sie ernsthaft und ernstzunehmend aufs schwerste erkrankt sind. Erkrankt nicht unbedingt im körperlichen Sinne – das oft allerdings auch: die sogenannte “Morbiditätsrate”, der Anteil körperlich Erkrankter, liegt bei den Armen in Deutschland durchschnittlich doppelt so hoch wie bei den anderen Bevölkerungsschichten; und bei der sogenannten “Mortalitätsrate”, der Sterblichkeit, ist von Wissenschaftlern festgestellt worden, dass Arme im Durchschnitt sieben bis zehn Jahre früher sterben als die Menschen aus den höheren Einkommensgruppen (sieben Jahre früher die Frauen, zehn Jahre früher die Männer).

Das ist Massenmord – angesichts des Reichtums der Bundesrepublik vermeidbar (also politische bewusst gewollt) und in einer Größenordnung von 7 Millionen Menschen, 1,6 Millionen davon Kinder (also auch mengenmäßig durchaus vergleichbar).

Hier und jetzt in unserem Alltag.

Der Unterschied? Man eliminiert die Augesonderten mit „Hungerkost“ – ein erprobtes Mittel der Ärzteschaft im Rahmen der Euthanasie. Lager braucht man nicht mehr, unter betriebswirtschaftlichen Bedingungen sind selbst die zu teuer, außerdem machen moderne Überwachungsmethoden Lager überflüssig, die kalten Schimmelbuden der „Entsorgten“ haben zudem enorme Vorteile bei der „Entsorgung“: man braucht in Folge der Vereinzelung nicht nicht Lageraufständen zu rechnen, man muss nur dafür sorgen, dass die „ständig erreichbar“ sind – und die Stadt nicht verlassen … aber das gehört ja zum Gesetz dazu.

Wie 1933 – 1945 redet man nicht darüber – es sei denn, in kleinen Blogs, die ihre exzentrische Sicht verbreiten dürfen, um als Feigenblatt einer Freiheit zu dienen, die schon seit vielen Jahren einer Diktatur des Profits und einem Terror der Betriebswirtschaft gewichen ist, die letztlich selbst nur eine Ausprägung des Sozialdarwinismus ist: die Auslese erfolgt nicht mehr an der Rampe, sondern im Bewerbungsgespräch, hier wird das alte, schwache, kranke Menschenmaterial auf eine Art und Weise gründlich von einer Allianz der Profiteure aussortiert, dass es den Sozialdarwinisten eine reine Freude wäre.

Natürlich wagen wir hier eine scharfe Gratwanderung, denn: jede Relativierung der Gräuel des Nationalsozialismus führt dazu, dass seine Anhänger (die zahlreicher sind, als man sich vorstellen kann, weil Antisemitismus immer noch Volkssport breiter Schichten deutscher und österreichischer Dauergimpel ist) wieder Morgenluft wittert, um dann letztlich dem schon mehrheits- und gesellschaftsfähigen Sozialdarwinismus wieder einen starken Arm zu verleihen. „Sie“ marschieren ja auch schon wieder, natürlich – wie immer – im Namen des Guten. Im Namen des Guten werden sie auch – aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen – mit Hartz VIII die Vernichtungslager betreiben, weil einfach nicht mehr genug Geld für das Prekariat da ist, für jene bildungsferne Schichten, die sich mit dem Kindergeld ein gutes Leben machen, als Parasiten und Schmarotzer auf Kosten der „guten“ Menschen leben und aufgrund von mangelnder Sachkompetenz, Krankheit, Alter oder psychischen Deformationen (zum Beispiel „Depressionen“) nie mehr dem Arbeitsmarkt zur vollen Verwertung (und Verwurstung) zur Verfügung gestellt werden können … das sind alles schon jetzt Begrifflichkeiten, die unseren Alltag prägen.

Ich habe hier volles Verständnis für die Angst von Menschen, für ihre Resignation, für ihre Niedergeschlagenheit – zumal sich ja auch die Mehrheit des „Widerstandes“ einer kritischen „Restöffentlichkeit“ sich damit begnügt, Fragen zu stellen – als könne man im Jahre 2014 noch vernünftigerweise irgendwelche Zweifel daran haben, dass in den Machtapparaten der USA eine finstere Kraft die Vorherrschaft erlangt hat, der man – rückblickend – ohne jeden Zweifel zutrauen kann, „nine-eleven“ geschickt eingefädelt zu haben, um ihre politischen Gelüste weltweit hemmungslos austoben zu können. Ja – selbst wenn die amtliche Verschwörungstheorie der Wahrheit entsprechen sollte, entwickelt sich die Geschichte der Folgejahre eher in jene Richtung, die die Kritiker der amtlichen Verschwörungstheorie prophezeit haben: ein möglicher dritter Weltkrieg (ausgelöst durch den Konflikt um die Ukraine oder um den Konflikt um ein paar Inseln im Pazifik), eine mögliche neue Massenvernichtung unwerten Lebens (für die sich die US-Polizei nach den Ereignissen von Fergusson langsam rüstet) wären ohne „nine-eleven“ undenkbar gewesen – und sind jetzt Alltag.

Bleiben wir aber noch einen Moment in Deutschland – denn für diesen Verwaltungsbezirk des US-Imperiums zeichen wir als Bürger verantwortlich.

Hier produzieren wir Armut in Massen, die konkret Menschen tötet – zehn Jahre früher, als es natürlicherweise sein müßte.

Und wir … schauen weg.

Wir produzieren Krankheiten in Massen, die Menschen in den Suizid treiben.

Und wir … schauen weg.

Wir hinterlassen unseren Kindern eine gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Trümmerlandschaft, um einigen wenigen zu unvorstellbarem Reichtum zu verhelfen.

Und wir … schauen weg.

Und genauso werden jene zwei Drittel der Gesellschaft, die schon 1933 – 1945 (aus durchaus unterschiedlichen Gründen) weggeschaut haben (und heute Wähler der „großen Koalition“ sind, die jene zwei Drittel hervorragend repräsentiert) wegschauen, wenn die westlichen Industrienationen wieder anfangen, ihr „unwertes Leben“ von „ihrem Leid zu befreien“.

Sie sind immer noch skeptisch?

Nun – niemand behauptet, dass wir aktuell das Jahr 1933 schreiben. Eher bewegen wir uns im Rahmen von 1923 – aber wir bereiten uns vor.

So undenkbar, dass 2025 „mobile Sterbehilfeteams“ des Jobcenters schwer depressive unvermittelbare Arbeitlose von ihrem Leid erlösen – natürlich nur auf ihren ausdrücklichen „eigenen Wunsch“ hin … der in etwa so frei sein dürfte wie heute schon die Einwilligung zur „Eingliederungsvereinbarunt“ „völlig freiwillig“ geschieht – und bei mangelnder Freiwilligkeit eben als Erlass verfügt wird?

Das Leid der Ärmsten berührt uns nicht mehr.

Die Kosten, die sie uns aufbürden, beunruhigen jene, die in einer Blase von Glasperlenwohlstand vor sich hin dämmern.

Und der Sozialdarwinismus ist wieder im Aufwind – wie man in ganz Europa und den USA sieht, als internationale Bewegung.

Wir können wissen, wo das endet.

„Mobile Sterbehilfeteams“? Wird es jetzt in Holland geben. Eine Ärztin möchte das auch in Deutschland einführen (siehe „Welt„) … in guter, alter Tradition, die seit dem 19. Jahrhundert ungebrochen ist.

Und das Blogger resignieren, kann ich verstehen: die Zahl der Wegschauer wächst, jeden Tag. Ebenso wie die Zahl der Täter, die nachgezüchtet werden – als Juristen mit Tötungsphantasien, Studenten mit unstillbaren Luxuswünschen und anderen Erfüllungsgehilfen, für die Mitleid nur noch Sozialromantik ist, die bei der Erfüllung der eigenen Konsumphantasien stört.

 

 

Werden wir ausgerottet?

Georgia Guidestones ampcoder

Ich muß zugeben, das ich den Verschwörungstheorien um die „Georgia Guidestones“ bisher ziemlich skeptisch gegenüber gestanden habe. Wer davon noch nie gehört hat, sollte hier den Wiki-Eintrag und hier eine Übersetzung des Textes nachschlagen.

Es erscheint mir einfach unlogisch, das die Globale Elite Ihre Sklaven ausrotten oder zumindest den Bestand weitgehend ausdünnen will, da ich immer dachte, je mehr desto besser und je mehr Leute man verschicken und für sich arbeiten lassen kann, desto zufriedener sollte man sein. Allerdings kommt es mir langsam so vor, als ob es tatsächlich ein Programm gibt die Bevölkerung so weit es irgendwie geht auszudünnen.

Vielleicht erinnert sich der Eine oder andere noch an die Nachrichten vom Frühjahr und Sommer, wonach im Reinland massenhaft Bienenvölker einfach verschwunden sind. Dieses wurde auf ein Pflanzenschutzmittel namens Clothianidin zurück geführt, welches darauf hin verboten werden sollte. Nun gibt es neue Nachrichten aus der Gegend, wonach auch sämtliche Vögel langsam aussterben, weil Ihnen durch die massenhafte Vernichtung auch aller anderen Insekten die Lebensgrundlage entzogen wurde: N-TV . Die richtig schlechte Nachricht ist, das die Chemielobby es geschafft hat, das dieses Mittel nicht verboten wird und den Landwirten nur empfohlen wird, im nächsten Jahr keinen Mais anzubauen, es ist Ihnen aber frei gestellt worden. Schon Einstein hat gesagt, das die Menschheit noch 5 Jahre hat, wenn die Bienen ausgestorben sind, denn ohne Bienen keine Bestäubung, also keine Pflanzen und dadurch keine Nahrungsmittel. Wir sehen also eine ganz klare vorsätzliche Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und keiner sagt was!

Da es den Leuten aber nicht schnell genug zu gehen scheint, wird auch an anderer Stelle an unserer Dezimierung gearbeitet. Ich habe schon einige Artikel über die Firma Monsanto und Ihren verfluchten Genfraß geschrieben. Am Dienstag wurde nun eine neue Studie der Veterinärmedizinische Universitätsklinik Wien vor gelegt, nach der es bei Mäusen die mit Mon 810 und NK 601, das sind gentechnisch veränderte Maissorten die seit 2007 in der EU als Futter und Lebensmittel zugelassen sind, zu einer „statistisch signifikanten Abnahme der Fruchtbarkeit“ gekommen ist.

„Bei allen Mäuseweibchen haben laut Studie die Zahl der Würfe und der Nachkommen mit der Zeit abgenommen. Die Fruchtbarkeitsunterschiede zwischen Versuchs- und Vergleichsgruppe seien bei dem dritten und vierten Wurf jedoch «statistisch signifikant» gewesen, heißt es in der Studie“

Quelle: n-tv

Auch unsere großartige Kinderpolitik passt auf ein mal wirklich gut ins Bild, denn auch bei einer statistischen Rate von zur Zeit 1,4 Kindern pro Paar haben wir ja schon eine ganze Weile einen Bevölkerungsschwund. Dieser scheint aber den „Mächtigen“ zu langsam zu gehen, also packt man nun die gröberen Werkzeuge aus.

Ist es nicht schön, wir haben also bald jede Menge Platz und das ganz ohne Kriege und Epidemien. Spätestens unsere Enkel werden sich wohl drüber wundern, wieso Ihre Großeltern so viele, während Sie so wenige sind. Vielleicht erleben wir ja ein Szenario wie im „Das Land der leeren Häuser“ von P.D. James, auch als Film „Children of man“ sehr zu empfehlen.

Vielleicht ist aber auch alles Quatsch und ich glaube einfach nur jeden Scheiß, den man mir vor setzt, wer kann das schon sagen?

Copyright: CC Lizenz by ampcoder via Wikipedia

Die Ausschlachtung der Bundesrepublik, der Stinkefinger Hartz IV und die aktuellen Euthanasieprogramme

Manchmal geht es um die Ärmsten der Armen. Jene, die eigentlich voll im Leben stehen, aber mit Gewalt draußen gehalten werden: die Arbeitslosen. Kaum zu glauben: die Schaffenskraft von Millionen von Menschen liegt nutzlos auf dem Amt herum, während es in der Gesellschaft an allen Ecken und Enden an Arbeitskräften fehlt. Damit meine ich nicht die eine Million offenen 400-Euro-Jobs, sondern die Arbeit, die geleistet werden müßte, damit unsere Kinder die Last schultern können, die wir ihnen aufbürden.

Bei uns gehen gerade die selbständigen Handwerker vor die Hunde – da sie nicht als Ärmste der Armen gelten, spricht man ungern darüber. Vor Jahren noch zehn Angestellte, arbeitet der Chef nun selbst rund um die Uhr. Wenn es gut geht, bleibt Abends noch eine halbe Stunde für die Kinder übrig – mehr ist nicht drin. Der Schreiner, der Friseur, der Elektriker, der Bäcker … alle schuften sich kaputt bis zum Umfallen. Die Gemeinde kürzt wegen Finanzmangel die Aufträge, die Privatleute zahlen nicht mehr pünktlich – manche auch einfach gar nicht – aber die Kosten steigen lustig weiter: Energiekosten, Gemeindesteuern, Essen, Kindergartengebühren und was sonst noch anfällt.  Und während der Mittelstand im Hamsterrad rotiert und so seine Familie zerfetzt, stehen Millionen draußen vor der Tür und hätten gerne wenigstens wieder ein Hamsterrad, denn der Hamster wird wenigstens regelmäßig gefüttert.

Wir könnten gut doppelt so viele Lehrer gebrauchen  und für jeden Lehrer zusätzlich einen Sozialarbeiter und Psychologen, um die Schäden auszugleichen, die die Hamsterradgesellschaft bei den Kindern anrichtet – damit nicht alle solche Leistungsmuffel werden wie Sarrazins Sohn. Wir könnten auch gut noch zwei- drei Millionen Menschen brauchen, die die Schulen sanieren – wir hatten hier während des Schneefalls die erste Schule, die gesperrt wurde, weil die Flachdächer einzubrechen drohten.

Arbeit … gäbe es wirklich genug. Nicht nur für Handwerker, auch für Geisteswissenschaftler. Dringend bräuchten wir neue, motivierende Gesellschaftsmodelle, die die aufgebrauchten Altlasten ersetzen. Wir bräuchten neue Formen des Wirtschaftens und Verteilens, neue Regeln für ein konstruktives Miteinander und dringend ein Gesetz gegen „Innenweltvergiftung“, das unsere Kinder vor dem Trash des Konsumfernsehens und der Werbewelt beschützt, dringend Gesetze gegen die Ausbeutung von Arbeitslosen in Leiharbeitsfirmen, dringend Enteignungsformeln zur Rückgewinnung des verschleuderten Staatsvermögens – das Geld ist ja nicht weg, es ist nur woanders. Wir könnten locker zehn Jahrgänge von Politologen, Historikern, Soziologen, Psychologen und Philosophen beschäftigen, um die Fehler auszubügeln, die unsere gute alte BRD in diese desolate Situation gebracht haben, zudem bräuchten wir mehrer Waggonladungen von Wirtschaftsleuten, die nicht nur fordern und kürzen sondern Gewinn für alle erwirtschaften können.

Arbeit … gäbe es genug. Aber – es ist kein Geld mehr da. Uns geht es da wie jenen Menschen, die am Ende eines Flusses leben, der kein Wasser mehr führt, weil weiter oben Schwimmbäder für Superreiche gefüllt werden müssen. Genau das geschieht ja gerade: auf große Geldhaufen wird immer mehr Geld gelegt, das dann dem Friseur, dem Elektriker, dem Schreiner und dem Bäcker fehlt, weshalb die ihre Leute entlassen, die dann von Hartz IV leben müssen.  Die Schwimmbäder der Reichen lassen am Ende des Flusses das ganze Volk verdursten.

Sind die Leitungen erstmal neu verlegt, kommt halt unten nichts mehr an. Man sollte aber nicht vergessen, das dort kein Erdbeben stattfand, das für die Misere verantwortlich ist, sondern das es konkret benennbare Menschen sind, die die Leitungen verlegt haben. Wasserräuber, sozusagen.

Und tagtäglich findet man in den Nachrichten weitere Berichte über die Folgen ihrer Missetaten, Folgen, die in erster Linie jene tragen müssen, die weiter vom Wasser weg wohnen, wie zum Beispiel die Rentner, wie Euronews berichtet:

Viele Rentner werden sich in den nächsten Jahren wohl weniger leisten können. Die Bundesregierung erwartet, dass die verfügbaren Renten bis 2013 real um 1,8 Prozent wachsen, während die Inflation mit gut fünf Prozent mehr als doppelt so stark zulegen dürfte. Dies geht aus der Antwort der Regierung auf eine Frage der Linken im Bundestag hervor.

Fünf Prozent Inflation? Das heißt, unsere Globalisierungsopfer (gerne auch „Langzeitarbeitslose“ genannt) bekommen für jedes Prozent Inflation einen ganzen Euro zum Ausgleich? Da wird wohl von einem deutlich niedrigeren Regelsatz ausgegangen … was real heißt, das es 2011 zu einer massiven Kürzung der Regelsätze kommt.

Selten wurde das Volk so sehr betrogen und dem Verfassungsgericht (und damit dem ganzen deutschen Volk und Staat) so deutlich der „Stinkefinger“ gezeigt wie bei dieser Reform, die eine gerechtere Versorgung der Opfer nach sich ziehen sollte, aber real – siehe „livePR“ – eine Kürzungsorgie wurde:

Heute entscheiden Bundesrat und Bundestag über die Hartz-IV-Reform. „Wir sind sehr enttäuscht vom Ergebnis des Vermittlungsausschusses. Es zeigt, dass arme Menschen in der Politik keine Lobby haben“, so Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Sprecher der Diakonie Baden-Württemberg GmbH. Die jetzige Reform sei eindeutig eine Mogelpackung. Denn statt mehr Geld für arme Menschen auszugeben, werde beim Bundeshaushalt über eine Milliarde Euro eingespart. Und Hartz-IV-Empfänger müssten künftig mit zusätzlichen Ausgaben rechnen.

Noch schlimmer als den Arbeitslosen geht es aber den Behinderten. Arbeitslose kriegen wenigstens fünf Euro mehr … Behinderte bekommen laut Freitag siebzig Euro abgezogen. So sieht wohl die Gegenfinanzierung aus.

Ein besonderer Skandal im Vermitlungs-Ergebnis soll hier aber einmal noch hervorgehoben werden: Erwachsene Behinderte, die bei ihren Eltern oder in einer Wohngemeinschaft leben, sollen tatsächlich nur noch 80 Prozent vom Regelsatz erhalten. Das entspricht einer Kürzung um rund 70 Euro.

Früher nannte man das „Euthanasieprogramm“, heute … redet man einfach nicht mehr drüber.

Voller Stolz ist man jedoch darauf, das man alles unternimmt, um die häuslichen Gemeinschaften (und damit das traditionelle Modell „Familie“) weiter zu zerschlagen, so daß die Behinderten auch gar niemanden mehr finden, der sich privat um sie kümmern kann. So berichtet die Zeit über das „Modell Hausfrau“:

Dementsprechend gestalten die Regierungen seit der Jahrtausendwende das Steuer-, Sozial- und Familienrecht Schritt für Schritt im Sinne dieses Ziels um. Kinderbetreuungskosten können nun besser von der Steuer abgesetzt werden. Rentenanwartschaften steigen, wenn beide Partner arbeiten. Das Elterngeld berechnet sich aus dem Gehalt. Vollzeithausfrauen erleben scharfe Einschnitte beim Unterhaltsrecht im Falle einer Scheidung.

Das hat wenigstens ein positives Element: die setzen keine Kinder mehr in die Welt. Der Deutsche mit seinem Wahn stirbt aus. Das Schule und Gesellschaft trotzdem mehr Arbeit als zuvor in die Familie verlagern, versteht sich von selbst – in Zukunft sollen sie ja auch verstärkt die Straßen reinigen, wenn sie so dumm waren und sich ein Haus für ihre Kinder gekauft haben um der forschen Kinderfeindlichkeit der Gesellschaft zu entgehen. Vielleicht kommen die dann auch selbst auf die Idee, wie man die behinderten Familienmitglieder kostengünstig entsorgen kann … jetzt, wo man auch noch ihren Lebensunterhalt bezuschussen muß.

Man sollte die Arbeitgeber von dieser Entwicklung unterrichten, damit die sich keine weiteren Sorgen machen müssen, von denen die Zeit gerade berichtet:

Die Hartz-IV-Reform wurde gerade beschlossen. Schon gibt es neue Kritik von Opposition und Gewerkschaften. Die Arbeitgeber sorgen sich um die Finanzierung des Kompromiss.

Nebenbei erfährt man: der ganze Müll ist aller Wahrscheinlichkeit nach schon wieder nicht mit der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland vereinbar.

Schrecklich, wie offen die politische Kaste ihre Missachtung für Land, Gesetz und Menschen inzwischen ausleben kann, ungeheuerlich, wie wenig man tragfähige Konzepte für die Zukunft erarbeitet und erbärmlich, wie sehr die sich dabei auch noch die Taschen füllen.

Und was uns in Zukunft weiterhin erwartet, leben uns die Japaner laut wiwo schon einmal vor:

Trotz des Aufschwungs fehlen in Japan massenweise Jobs für die junge Generation. Viele Betriebe rekrutieren ihren Nachwuchs im Ausland – oder beschäftigten billige Rentner.

Und die Rentner können auch nicht auf die Jobs verzichten …. denn um die Rente selbst ist es laut Investment.com schlecht bestellt:

Zu viele Rentner: Für Japans Anleihemarkt wird es eng

Japans Bevölkerung ist zu alt. Das wird nun zum Problem für den Staat. Denn der größte Pensionsfonds der Welt muss die Rentner auszahlen.

Da haben wir wirklich eine tolle Zivilisation aufgebaut. Wir können zum Mond fliegen, um die Welt düsen, vor den Malediven tauchen, uns Häuser an Traumständen mit Dolby-Souround-Sound leisten – aber für Menschen mit ihren „Schwächen“ wie Alter, Krankheit oder Behinderung haben wir keinen Platz mehr. Noch nicht mal für Kinder reicht es.

Also ehrlich … dafür haben wir 1789 nicht den König geköpft.

Dafür nicht.

Und sonderlich zukunftsträchtig sieht das auch nicht aus. Wirkt eher wie der Abschlussball auf der Titanic nach dem Eisbergzwischenfall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ARGE in Deutschland – Euthanasiebehörde? Ein Livebericht.

Kürzlich erreichte die Redaktion des Nachrichtenspiegel die Kopie eines Schreibens. Das Schreiben kam von der Widerspruchsstelle einer ARGE.  Wir könnten dieses Schreiben jetzt einer der großen Nachrichtenagenturen übergeben doch … wir sind ja extra Nachrichtenspiegel-online weil … wir denen nicht so ganz trauen. Immerhin … welche der großen Medien hat von der Anti-asozialen Demo der Gewerkschaften in Hannover berichtet, die zeitgleich mit den Demonstrationen gegen den Castortransport stattfand?  So weit ich weiß, keine. Die Hannoversche Allgemeine hat einen kurzen Artikel dazu verfaßt, dem man entnehmen konnte, das es 15000 Demonstrierende gab. Nun – das sind ja auch nicht viel. Ehrlich nicht. Bei einer Demo gegen Sozialabbau erwarte ich aufgrund der akuten Bedrohung der Demokratie 200 000 Teilnehmer im Schneegestöber und 500 000 Teilnehmer bei gutem Wetter. 15000 … das kann zeigen, das sich ein erschreckend großer Teil mit dem Sozialabbau angefreundet hat.

Doch zurück zu den praktischen Auswirkungen des Sozialabbaus, vielleicht führt dieser Artikel ja dazu, das demnächst wieder mehr aufstehen und „NEIN, DANKE! sagen.

Der Absender des Schreibens hat mich gebeten, alle Informationen zu eliminieren, die Rückschlüsse auf die Person, die ARGE, ja sogar Stadt, Kreis oder Bundesland hinterlassen.

Das werde ich tun, obwohl mir die Angst, die hinter den Bedingungen zur Veröffentlichungen steht, selber Angst macht. Niemand sollte in einem demokratischen Rechtsstaat Angst vor der Reaktion einer Behörde haben! NIEMAND!

Aber es ist wohl so und damit muß man sich wohl abfinden.  Immerhin – ein Knopfdruck und der Hungertod droht. Wird selten durchgeführt, aber manchmal reicht die Drohung. Soll in Ruanda auch so gewesen sein – die Regierung und die Milizen befahlen den Völkermord, also führte man ihn durch, weil man sonst selbst mit dem Tode zu rechnen hatte. Wurde zwar selten durchgeführt, aber manchmal reicht die Drohung.

Wo stehen unsere „demokratischen Parteien“ bei dieser Entwicklung? Wo unsere „liebe-deinen-nächsten-wie-dich-selbst“-Vereine? Immerhin: die Caritas baut in der Eifel in der Gemeinde Schleiden ein neues Dienstleistungs- und Versorgungszentrum:

Das neue soziale Dienstleistungszentrum wird aus zwei, durch ein Treppenhaus verbundenen Gebäudeteilen in der Form eines H entstehen. „Das verlangt der Brandschutz. So erreichen wir aber auch, dass alle Räume Tageslicht haben“, sagte Schneider. Untergebracht werden Beratungsdienst, Pflegestation Schleiden, Tagesstätte für psychisch Kranke, Sozialkaufhaus mit Kleiderladen, in dem Möbel und Kleider aus zweiter Hand bereitgehalten werden, sowie die Verwaltung. Insgesamt werden etwa 100 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz dort haben. Der Geschäftsführer bezifferte die Kosten des Hauses neben der Polizeiwache auf 2,5 Millionen Euro.

Das wird die armen Menschen freuen. Sie werden in Zukunft viel effektiver verwaltet.

Doch weiter im Text. Wo waren die Gewerkschaften? Wo waren die vielen „guten Menschen“, die Schauspieler, die Schriftsteller, die Musiker, all jene mit gesellschaftlichem Einfluß und gesellschaftlicher Macht?

Alle waren auf dem Sommerempfang des Bundespräsidenten, auf dem Bundespresseball oder bei sonstigen Vergnügungen, die man sich ja verdient hat, weil man ach so hart Arbeitet – im Büro. Was früher schon mal ein Witz war und ein Gegensatz: arbeitest Du oder verdienst Du im Büro? Vorzimmertaliban mit Schlips und Kragen. Oder Karottenhose.

Wer mit Sicherheit nicht zu diesen Empfängen eingeladen wird, ist die kleine Pia. Pia ist drei Jahre alt, die Eltern sind getrennt. Pia (Name von der Redaktion geändert) ist schwerbehindert.  Mit Schwerbehindertenausweis.  Sie ist sehr neugierg, sehr lebenslustig … und Autistin, besucht einen integrativen Kindergarten, wo sie eine Kindergärtnerin für sich ganz alleine hat, denn: Pia ißt nicht, Pia redet nicht und Pia kommuniziert auch sonst nicht.

Pia wäre früher einfach gestorben, verhungert: sie verweigert die Nahrungsaufnahme.  Sie schaut gerne vorbeifahrenden Autos zu, Tiere erkennt sie nicht, wenn sie sich bewegen.  Menschen erkennt sie, aber sie kann mit ihnen nichts anfangen. Worte erkennt sich nicht, aber imitiert ALLE Geräusche, die sie mitbekommt.

Wenn andere klatschen, dann klatscht sie mit, wenn andere singen, dann tönt sie mit, wenn andere reden, geht sie weg.

Das einzige, was Pia zu sich nimmt, ist flüssiges Essen: ein Fläschchen. Da darf auch nicht alles  rein und manchmal verweigert sie auch vorher aktzeptierte Nahrung.  Das ist von ARGE – Bezügen für ein Kind in diesem Alter (für Essen, Kleidung, Nahrung, Transport, Einrichtung, Windeln, Salben, Cremes, Strom) von 215 Euro im Monat nicht zu leisten.

Der Gesetzgeber hat dafür Sonderernährung vorgesehen, eine fachärztliche Bescheinigung liegt der ARGE vor – und kann notfalls auch hier nochmal beigebracht werden.

Die ARGE jedoch … lehnte die Sonderernährung ab, jetzt eben auch den Widerspruch.

Der Ablehnungsbescheid vom xx.xx.xxxx ist rechtmäßig, da ein Anspruch auf Gewährung eines Mehrbedarfes für kostenaufwändige Ernährung nicht besteht. Ein Anspruch läßt sich insbesondere nicht aus § 21 Abs. 5 SBG II herleiten, da diese Vorschrift voraussetzt, das ein erwerbsfähiger Hilfebedürftiger aus medizinischen Gründen auf eine kostenaufwändige Ernährung angewiesen ist. Diese Vorraussetzung trifft auf ihr 2007 geborenes Kind nicht zu, da hierfür u.a. das 15. Lebensjahr vollendet sein muß.

Die Unterstreichungen finden sich im Originaltext.  Das Schreiben geht noch weiter mit Bezug auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 9.2.2010 zur Verfassungsmäßigkeit der Regelsätze.

Unter Berücksichtigung ihrer Ausführungen im Widerspruch scheidet allerdings auch unter Beachtung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes die Gewährung eines Mehrbedarfes für Ernährung aus. Denn ihr Kind nimmt unabhängig von der aufgeführten, kostenintensiven Baby-Fertignahrung auch Lebensmittel zu sich, deren Anschaffung nicht als kostenaufwändig angesehen werden kann. (Obst, Milch, Quark, Brei). Eine tägliche Ernährung mit fünf bis sechs Gläschen Baby Fertignahrung kann daher nicht als zwingend angesehen werden; überdies bietet der im Sozialgeld für Pia enthaltene Ernährungsanteil trotzdem die Möglichkeit einer entsprechenden Ergänzung (88,92 € pro Monat; berechnet aus 38, 46 % für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren sowie 2,9% für Beherbergungs- und Gaststättenleistungen).

Eine Avocado kostet einen Euro.  Davon braucht Pia eine halbe am Tag, damit sie irgendeine Form von Fett erhält. Das billigste Gläschen kostet 65 Cent, der Kindergarten besteht auf drei – vier mit ausgewogenem Inhalt.  Da kann jetzt jeder rechnen, wie weit man damit kommt.

Es ist KEINE ANMASSUNG der Sachbearbeiterin, sondern Willen des Gesetzgebers, also letztlich unser aller Wille. Das Gesetz sieht wirklich nicht vor, behinderte Kinder gesondert zu unterstützen, Originaltext hier.

Nur ERWERBSFÄHIGE erhalten Essen.

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ – Ihre SPD.

Dieser Satz hat weitläufige Folgen … für alte, kranke und behinderte Menschen. Das merkt die kleine Pia gerade deutlich.

Aber eine Milliarde mehr für Arzthonorare …. das ist locker drin, da sind wir spendabel.

Euthanasierepublik Deutschland? Ein Einzelfällen schon – jedenfalls wenn dreijährige Kinder nicht arbeiten können. Wollen wir hoffen, das Pia bald feste Nahrung aktzeptiert, bevor die Mangelernährung für bleibende Schäden sorgt. Der Gesetzgeber hofft wohl, das sie – und ihre Leidensgenossinnen – das fünfzehnte Lebensjahr gar nicht erst erreichen und dem Staat dann weiter auf der Tasche liegen können.  Soweit sind wir schon – nicht als Sünde einer Sachbearbeiterin sondern als Willen der SPD/Grüne Regierung, fortgeführt von CDU/CSU/FDP.

Wir sind vom „Lebensberechtigungschein“ gar nichtmehr so weit entfernt, wie wir denken.  Einige merken schon, wenn er ihnen nicht zugeteilt wurde.

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