Europa

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Deutschland? Arm und dumm – wie der Rest Europas. Und bald ein Zigeunervolk – wie der Rest Europas.

Montag, 13.8.2012. Eifel. Olympiade ist vorbei, Deutschland erfüllte die von der gewünschte Medallienanzahl noch nicht mal in Ansatz.  So etwas erinnert einfach wieder mal an das Dritte Reich, wo Sport den Propagandazwecken der Regierung dienen sollte – oder den feuchten Träumen eines kleinen dicken Militärdespoten in Mittelamerika, der sein Volk zur Feier seiner Größe rennen läßt. 86 Medaillien sollten die deutschen Sportler für das Vaterland erobern, so eine „Zielvereinbarung“, die zwischen Sportverbänden und Innenministerium abgeschlossen wurde (siehe Welt), bekommen haben wir knapp die Hälfte. Welchen Zweck haben eigentlich diese Zielvereinbarungen, in deren Folge enorme Summen in die Sportverbände fließen? „Förderung des deutschen Großmachtanspruch?“, „Demonstration der Überlegenheit der arischen Rasse?“ oder sind die Medaillen immer noch ein Signal im Kampf der Systeme? Nun, wenn das so ist, dann hat Deutschland jetzt gezeigt, das seinem verhartztem Land langsam die Luft ausgeht: kein Wunder, Millionen sportlicher Talente sind auf Hartz-Status ausgesondert worden und vegetieren von zwei Euro am Tag vor sich hin.  Das hat halt irgendwann Folgen, die den deutschen Großmachtsträumen schaden.

Nun, den deutschen Kindern geht es wenigstens noch gut im Vergleich zu den Kindern in anderen Ländern. Noch nie in der europäischen Geschichte wurden so viele Kinder ausgesetzt wie in dieser Zeit  (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten). Neu ist, das auch die Italiener in diesem Sektor gewaltige Steigerungen verzeichnen.

Wie arm ist eigentlich ein Land, das sich keine Kinder leisten kann?

Ärmer als das ärmste Dorf in Afrika.

Wir könnten uns Hotelneubauten in Dhubai anschauen oder vollautomatisierte Parkhäuser in Indien, wenn wir wissen wollten, wie arm Deutschland und Europa geworden sind, aber das führt man uns Gott sei dank seltener vor. Man jubelt lieber über unseren Aussenhandelsüberschuss, der nichts anderes besagt, als da wir viele wertvolle Waren gegen wertlose Währungen eintauschen, für die wir uns nichts kaufen können – auch, weil wir als Leiharbeiter viel zu wenig verdienen.  Wäre doch gut, wenn wir diese ganzen tollen Waren gegen Benzin eintauschen könnten – und der Liter auf einmal nur noch 20 Cent kostet? Wirtschaftlich im Aussenhandel schwächere Länder wie die USA schaffen das – auch wenn sie den Preis  nicht ganz so niedrig halten können.

Viel besser kann man aber unsere Armut aufzeigen, wenn man auf die Kinder schaut … Kinder, für die kein Platz mehr in diesem Land ist, indem jeder nur noch an sich selbst denkt. Jeder, der ohne Taschenrechner bis drei zählen kann, weiß, wohin das führen wird: für Alte wird bald auch kein Platz mehr da sein, aber mit denen hat man noch weniger Mitleid als mit Babys (und das man mit denen kein Mitleid mehr hat, zeigt eigentlich schon das erschreckende Ausmaß der menschlichen Degeneration der europäischen und spezifisch der deutschen Zivilgesellschaft).

Man hat sogar noch mehr mit uns vor. Man braucht gar nicht auf die Seiten der Verschwörungsanalytiker zu gehen, um zu sehen, welche weitere Weichen für die deutsche Zukunft gestellt werden. Man vertraut der deutschen, vom Privatfernsehen gezielt gezüchteten Dummheit inzwischen soweit, das man auch in offenes Wort in deutschen Tageszeitungen nicht scheut – zum Beispiel von Wolfgang Clement. Wolfgang Clement? Ja, Report Mainz erklärt uns diesen Typus Mensch kurz:

Wolfgang Clement war als Superminister maßgeblich für die Reform der Leiharbeit verantwortlich. Und es ist bis heute sein Thema. Inzwischen ist er Aufsichtsratsmitglied beim fünftgrößten Leiharbeitskonzern Deutschlands.

Der Mann, der dafür verantwortlich ist, das Millionen von Arbeitnehmern in Deutschland jetzt für weniger Geld die gleiche Arbeit machen und sehr gut an dieser neuen Sachlage verdient hat neue Pläne – diesmal gleich für ganz Europa, siehe Handelsblatt:

„Ebenso wie an konsequenten Arbeitsmarktreformen in Südeuropa mangelt es auf dem ganzen Kontinent an Mobilität auf einem gemeinsamen Arbeitsmarkt, den es noch gar nicht gibt, der aber eine Möglichkeit wäre, die unübersehbaren Ungleichgewichte auf den nationalen Arbeitsmärkten auszugleichen. In den USA wechselt fast jeder fünfte Arbeitnehmer jährlich Arbeitsplatz und Wohnort. In den noch nicht „Vereinigten Staaten von Europa“ sind es – bisher – nur Bruchteile dessen.“

Mit den gleichen Jubelsprüchen über die USA hat man uns damals Hartz IV und die Deregulierung der Finanzmärkte verkauft. Es waren die gleichen Typen, die auch alle danach tolle Jobs in der Wirtschaft bekamen – jener Wirtschaft, für die Deutschland ein ganz tolles rechtsfreies Niedriglohnland geworden war, in dem man jederzeit jedermann mit Leiharbeit oder Hartz IV erpressen konnte – und bis heute kann. Tolle Zukunft, oder? Jeder fünfte Arbeitnehmer soll in Zukunft in Deutschland und Europa JÄHRLICH Job und Heimat verlieren. Wir kriegen unsere chinesischen Wanderarbeiter, ob wir wollen oder nicht. Kinder sind da nur Ballast.

Das alles dient den Interessen unserer westlichen Führungsmacht, die dank unserer Leiharbeit ihre Benzinpreise niedrig halten können – immerhin sind sie in fast allen bedeutenden Konzernen in Deutschland mehr oder weniger direkt finanziell involviert und verdienen so direkt am Billiglohnland Deutschland.

Natürlich würde es die Bürger Europas erzürnen, wenn sie merken würden, das ihnen eine neue Phase des Kolonialismus droht und sie den Finanzfürsten tributpflichtig geworden sind. Manches merken sie ja. Die Griechen zum Beispiel stehen in diesem Prozess an vorderster Front: hier fordert die Troika nun ganz flott Massenzwangsversteigerungen einzusetzen: 100 000 private Häuschen sollen unter den Hammer um billigst an ausländische Kunden verkauft werden zu können: ein Riesengeschäft für Raubbarone (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten). Oder Italien: hier demonstriert der aus dem Ruder gelaufene Kapitalismus, das selbst Akademiker keinen Job mehr kriegen: 40% von ihnen sind arbeitslos (siehe Zeit).

Was brauchen wir auch Akademiker? Ein Volk von dummen Wanderarbeitern braucht keinen Geist in ihren Reihen, der sie nachher nur dazu anregt, Supermärkte zu plündern – so, wie es aktuell spanische Gewerkschafter getan haben (siehe Spiegel) – oder der ihnen erklärt, warum die Nahrungsmittelpreise bald ins Unendliche steigen (ebenfalls: Spiegel).  Ach ja – in den Medien braucht man sie noch. Dank Akademikerarbeitslosigkeit und Leiharbeit kombiniert mit Hartz IV (und dem dort offen gezeigten Wunsch, aus akademischer Elite Tellerwäscher zu machen) bekommt man auch genug Nachwuchs für … „Krisenkommunikation“.

„Krisenkommunikation“ ist augenblicklich alles, was wir in den führenden Medien Deutschlands zu hören, sehen und lesen bekommen – und hat Gesetzmässigkeiten, über die das Handelsblatt aktuell offen berichtet:

Seit 1984 ist die Zahl der kommunikativen Krisenfälle, auf die Unternehmen und politische Organisationen jährlich reagieren müssen, im deutschsprachigen Raum um knapp 75 Prozent gestiegen

Derzeit zählt der Krisennavigator, das Kieler Institut für Krisenforschung, rund 270 solcher Fälle pro Jahr. Statistisch betrachtet heißt das: Alle anderthalb Tage braut sich bei einem Unternehmen oder einer Organisation in Deutschland ein Skandal zusammen.

Einer dieser Fälle war Hartz IV. Das Enteignungsprogramm für Arbeitslose wurde nur deshalb nicht zu einem Riesenskandal, weil schon im Vorfeld Regierung und PR-Fachleute Arbeitslosigkeit als asozialen Straftatbestand brandmarkten und so jene Millionen Mensche kriminalisierten, die zuvor durch Massenentlassungen zwecks Renditemaximierung ihre Arbeit verloren hatten.

Seidem läuft die Krise permanent weiter, ohne das sich jemand die Mühe macht, aufzuklären, das es der aus dem Ruder gelaufene US-Kapitalismus ist, der gerade Europa opfert, um den Dollar zu retten. Selbst Nachrichten, die einen tiefen Einblick in die geistige Verfassung der US-Aussenpolitik gestatten, passieren wirkungslos alle medialen Kontrollstellen. Ein Beispiel? Gerne, hier aus dem Handelsblatt über die Situatuion in Syrien:

Henry Kissinger hat es so ausgedrückt: „Inzwischen ist El Kaida in den Konflikt eingetreten – zugunsten der Kräfte, denen sich auch die USA anschließen sollen.“ Mithin: Amerika und El Kaida Seit‘ an Seit‘! Moralisch erhebend ist diese Aussicht nicht.

Gehe ich wirklich zu weit, wenn ich mutmaße, das „El Kaida“ auch in Berlin, Bottrop und Sonthofen zum Einsatz kommt, sollten deutsche Gewerkschafter hier US-Pommesbuden plündern?

In diesem weltweiten (und äußerst verlogenem) Machtspiel sind wir Deutschen (wie alle anderen Europäer auch – ausgenommen der „unsinkbare Flugzeugträger“ Großbritannien) nur Marionetten, die bedenkenlos geopfert werden können. Dadurch verlängert sich der Sterbeprozess des Kapitalismus noch um einige Jahre. Den Krisenbeschwichtigern in Deutschland, die sich gerade einen dicken Audi dadurch verdienen, Nachrichten so zu verbiegen, das keiner merkt, das dieses Land und dieser Kontinent keine Zukunft mehr hat, sei jedoch gesagt, das auch sie sich beizeiten nach einem Domizil in den USA umsehen müssen: die Destabilisierung Europas wird enorme Folgen haben – auch für die innere Sicherheit.

Schon jetzt zeichnet sich am Beispiel Italien eine neue Machtverteilung am Horizont ab: die Mafia holt für einen Fussballprofi eine ihm gestohlene Uhr zurück (siehe Yahoo), das so etwas eigentlich Aufgabe einer bürgerlichen Organisation namens „Polizei“ ist und es äußerst bedenklich ist, wenn die Mafia hier Polizeifunktionen übernimmt, interessiert keinen. Das langsam immer größer werdende Machtvakuum, das die sterbenden Staaten hinterlassen, zeigt hier schon seine Folgen: das organisierte Verbrechen übernimmt die Position gerne – und effektiv.

Das Verbrecher die öffentliche Ordnung übernamen, war 1933 – 1945 genau so … und Goebbels hatte damals für den „Amüsierpöbel“ genauso wenig übrig wie der Gauck heute für die „glücksüchtige Gesellschaft“ (siehe Nachrichtenspiegel) – das heißt, die schicken Audi-Journalisten, die so fein die Wahrheit verbiegen konnten, will man dann hier auch nicht mehr.

Wird man dann in Zukunft irgendwann mal wieder fragen, wie es soweit kommen konnte?

Ja, und die Antworten wird man direkt aus der Zeit nach 1945 entnehmen können. Dort wussten alle sehr schnell Anworten auf die Frage:  Massenarbeitslosigkeit, Ungerechtigkeit, Lügen über Lügen in Politik und Gesellschaft, Gleichschaltung der Medien, die komplette Übernahme aller gesellschaftlicher Eliten durch die Partei … die heute durch ein Konglomerat von Parteien ersetzt wurde, deren Personal beliebig austauschbar ist (weshalb Superminister Clement 2012 ja problemlos Wahlreklame für die FDP machen kann).

Dann wird man sagen dürfen, das der gezielte Umbau europäischer Gesellschaften in durchkontrollierte Beschäftigungsgesellschaften zum Zwecke der Renditemaximierung gezielt via „Bilderberger“ und „Atlantikbrücke“ oder „Group of 30“ (und was es da sonst noch an geheimen aber bekanntenTerrorzellen gibt)  gesteuert wurde, um den Kapitalismus in den USA vor seinen eigenen Folgen zu retten.

Diese Beschäftigungsgesellschaften aber … haben keine Zeit für Sport, geschweige denn, Potenz zum Medailliengewinn.

Die rennen nur noch von einem Minijob zum nächsten … und das bald jedes Jahr in einer anderen Stadt.

 

 

Armes Deutschland: wie die Hartz-Behörde aus Künstlern Tellerwäscher macht – und andere Geschichten über Sklaverei

Freitag, 10.8.2012. Eifel. Es geht bald zu Ende mit den Nationalstaaten, oder? Merkt man ja an der Tatsache, das die Machthaber jetzt schon Bankmanager als Staatslenker einsetzen – oder sollte ich sagen: als Insolvenzverwalter? Es ist natürlich die Frage, ob einen das überhaupt kümmern soll – immerhin gab und gibt es viele Denker, die den Nationalstaat als Kern allen Übels betrachten. Ist ja auch ein ziemlich künstliches Gebilde, das sich – gleich einem Regierungskonzern – dereinst über die Völker gestülpt hat … im Namen des Friedens natürlich. „Pax Romanum“ beendete europaweit in der Tat viele Stammeskriege und sorgte so für „Zivilisation“ – will sagen: leistungsloses Einkommen durch Sklavenarbeit. War eine super Geschäftsidee, die sich bis heute hält. Früher waren es die römischen Legionen, die diese Idee im Marschgepäck hatten – sogar ganz sozialistisch: wer die zwanzig Jahre Dienstzeit überlebte, wurde mit einem großzügigen, vererbbaren Landgeschenk versehen und war fortan echter römischer Bürger mit allen Rechten. Land gab es dank der Kriege ja genug zu verteilen – so sind wir in der Eifel zu Römersiedlungen (mit Fußbodenheizung!) gekommen, die heute noch Schulklassen bestaunen dürfen. Heute funktioniert das Ganze immer noch – allerdings liegt Rom nicht mehr in Rom, sondern in New York.

Bevor wir nun weiter die Gedanken schweifen lassen, eine Warnung: wir kommen hier in gefährliches Gebiet – wir betreten gedanklich verbotenes Land. Früher, in meiner Jugend, gab es einen ganz klaren Bannbegriff, ein Totschlagwort, das jede Kritik im Keim erstickt hat: „ANTIAMERIKANISMUS“ hieß es und bedeutete, das man gerade einen Riesenfehler gemacht und an die Tabus der Demokratiefassade gekratzt hat. Ganz schnell war man in Deutschland Neonazi, während man  in den USA selber mit denselben kritischen Worten Kommunist war.

Nun lebt eine kapitalistische Marktwirtschaft ja in erster Linie von der Mode, vom sich ständig erneuernden Stil, der Berge von Müll anhäuft und aus Menschen Hamster macht, die ihr ganzes Leben in einem engen Käfig rennen, nur um „in“ zu sein – undenkbar das in einer solchen Gesellschaft ein Bannwort ewig bestand hat. Darum wird es von Zeit zu Zeit erneuert, aktuell heißt es „VERSCHWÖRUNGSTHEORIE“, meint aber genau das gleiche: schaue nicht hinter die Demokratiefassade, folge nicht den Spuren der Macht und des Geldes in der Weltpolitik, kritisiere nicht das Gebaren der Supermänner der Supermacht, sonst bist du Neonazi, Kommunist oder einfach nur KRANK.

Kaum einer wagt es noch, darüber nachzudenken, das US-Politik auf vielen gesellschaftlichen Ebenen absichtlich von hochintelligenten Menschen durchgesetzt wird – und das die 200 führenden Familien der USA nur eins im Sinn haben mit ihren Taten: IHRE Rolle in den USA stabil zu halten und die Rolle der USA in der Welt so zu belassen, wie es seit 1945 (oder früher) angedacht war – als Herrscher der Welt.

Uns aber, die wir ganz unten in der Finanzsklavenhierarchie stehen (ja, Eisenketten legt man uns nicht mehr an – das ist aber der technischen Entwicklung geschuldet, nicht etwa einer höheren Moral. Wir kämpfen ja auch nicht mehr mit Lanzenreitern und Bogenschützen), belastet dieses Tabu sehr: wir haben ohne Kenntnisnahme der Tabus keine Chance zu verstehen, warum die Goldman-Sachs-Betrüger straffrei ausgehen (siehe Spiegel), obwohl ihre Manipulationen die Armut von vielen Millionen Menschen verursacht haben.

Dabei wird alles klar, wenn man Roß und Reiter endlich beim Namen nennen darf: jahrelange Verwerfungen in der Wirtschaft werden auf einmal deutlich erkennbar als kriegerischer Akt der Superklasse der USA gegen Europa, siehe Dirk Müller im Handelsblatt:

Schauen Sie doch nur die Rolle der Ratingagenturen an. Die Ratingagenturen gehören zu den mächtigsten Organisationen dieser Erde. Sie entscheiden, wer auf dieser Welt Geld bekommt und zu welchem Preis. Wie naiv ist es, anzunehmen, dass Amerika dieses scharfe Schwert nicht für sich einsetzt? Schauen Sie sich an, wer bei S&P das Sagen hat. Sie werden eine sehr enge Verbindung zur Politik erkennen.

Die USA setzen sie schamlos als machtpolitisches Instrument ein, um der Euro-Zone zu schaden. Immer bevor große Anleiheauktionen anstehen, dreschen die Ratingagenturen auf den Euro ein.

Eigentlich klar, oder?  Alle in den USA verdienen gut an der Ratingoffensive, der Einsatz dieses „scharfen Schwertes“ erfolgt erkennbar systematisch und zielgerichtet, entfernt ganz nebenbei viel lästige Konkurrenz (vor allem für den Dollar) vom Weltmarkt … aber wir dürfen darüber nicht reden. Dafür bezahlen, ja – darüber reden: nein. Darum hat das Handelsblatt ja auch das Wort „Verschwörungstheorie“ in der Titelunterschrift verwendet, damit alle gleich wissen, worum es geht und sich rechtzeitig distanzieren können.

Für uns hat der Dominanzwillen der amerikanischen Elite ganz praktische Konsequenzen – nicht nur die, das wir unsere neuen Flughäfen nicht mehr bezahlen können (siehe Welt), sondern auch die, das unsere mit viel Geld perfekt ausgebildete Schauspielelite von Hartz IV leben muss. Es lohnt sich, auf diesen Tatbestand ein Augenmerk zu richten, denn immerhin verbringen wir Deutschen ein Großteil unserer Zeit vor dem Fernseher … dementsprechend gut sollten Bezahlung und Jobaussichten für Schauspieler sein. Das Gegenteil jedoch ist der Fall … unsere Tatortkommissare wandern beständig am Hartz IV-Abgrund herum – und der spricht eine deutliche Sprache zu ihnen, siehe Welt:

Wer es in 24 Monaten nicht auf 180 Drehtage bringt – und dieses Glück hat in der Branche kaum jemand – hat keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, sondern rutscht nach Drehschluss direkt in Hartz IV.

Seit ihn im Jobcenter ein Zuschauer erkannte, setzt Sebastian dort lieber eine Sonnenbrille auf. Ihn überraschte kaum, dass die Chancen gen Null tendieren, dort Tätigkeiten vermittelt zu bekommen, die seinem Beruf entsprechen, den er auf einer privaten Schauspielschule für viel Geld erlernte. Der Ton, den seine Betreuerin dabei auf Anhieb an den Tag legte, ließ ihn allerdings zusammenzucken. „Bei uns wird der Herr Künstler zum Tellerwäscher!“, bellte sie ihm wörtlich entgegen.

Leistung soll sich wieder lohnen – ja? Ein schlechter Scherz in diesem Land.

So vernichten deutsche Jobcenter Tag für Tag die künstlerische Elite des Landes, um dem Niedriglohnsektor (z.B. den US-Pommesbuden von McDonalds und Burger King) neue Dienstsklaven zuzuführen – und wir nennen uns ein reiches, freies Land? Dafür sind unsere Bildschirme voll von (sehr gut bezahlten) Werbesendungen für den „American Way of Life“, der den permanent vorhandenen Hintergrund für Horrorfilme, Krimis, Abenteuerdramen oder Liebesschnulzen liefert: drei Stunden täglich erfahren wir so, wie wir leben sollen, um den Herren der Welt (jenen zweihundert Familien, für deren Gunst die deutsche Wirtschaft täglich betet) zu gefallen – und viele andere Sendeformate (vorrangig im privaten Bereich) kontrollieren, ob wir das auch einhalten … Kleidung, Musikgeschmack, Sprache, Wohnungseinrichtung, Hausbau: alles wird im Detail von dem Bankensender RTL unter die Lupe genommen.

Wir bieten uns dem so selbstverständlich an wie eine Prostituierte ihrem Freier, weil wir auch wissen (und jetzt schon seit Jahrzehnten gelernt haben): Widerstand ist zwecklos – jedenfalls Widerstand gegen die wahren Machthaber der Welt. Diese Haltung teilen wir mit den Bürgern des Dritten Reiches, die auch wussten, das sie in einem ganz tollen Land lebten – wurde ja jeden Tag von allen Medien mit Jubel und Begeisterung gepredigt.

Dabei sind die Zeichen des moralischen Verfalls im Lande überdeutlich zu erkennen – die Medien führen sie nur nicht mehr zu einem Gesamtbild zusammen, weil dies die Traumblase vom deutschen Konsumhimmel endgültig zerplatzen lassen würde. Das Handelsblatt bringt gerade wieder ein paar nette Geschichten aus der bundesdeutschen Sklavengesellschaft, die auch gerne Menschenrechtler gratis für sich arbeiten lässt:

Die Bedingungen, unter denen er Schrankscharniere, Türgriffe und Stuhlroller für Ikea herstellte, beschreibt Ott als menschenunwürdig. „Der Bus, der uns zur Ikea-Arbeit brachte, war vergittert. Wir fuhren durch ein großes Metalltor, und sobald wir in dem Gebäude waren, gab es nur noch Neonlicht. Kein Fenster, keine Sonne.“ Nach Angaben von Ott wurde sein erarbeitetes Geld bei seiner Ausreise einbehalten.

Neben Ikea haben auch andere westliche Konzerne für ihre Produktion auf ostdeutsche Zwangsarbeiter. Die ehemalige DDR-Gefangene Tatjana Sterneberg berichtet im Handelsblatt, wie sie zwischen 1974 und 1976 als Inhaftierte des berüchtigten Frauengefängnisse Hoheneck Bettwäsche für Quelle und Neckermann nähen musste.

Hinter der sauberen, freundlichen, menschlichen Maske der bundesdeutschen Wirtschaft lauert immer noch die entstellte, häßliche Fratze des KZ-Aufsehers – und ich denke, gewisse Kreise in den USA wissen die Qualitäten dieses „besonderen“ Personals sehr zu schätzen, das sich in der Regel umgehend auf den Weg macht, um Antiamerikanismus und Verschwörungstheorien im Keim zu ersticken.

Wollen wir wirklich wissen, wie viele junge Talente die Jobcenter in Deutschland zu lebenslänglichen Hilfsarbeitern degradieren – Talente im Schaupiel, in der Wissenschaft, der Musik, der Literatur, der Kunst oder der Kultur?

Wir wissen, das die mächtigen Familien der USA das Ende der europäischen Nationalstaaten beschlossen haben – sie haben auch das Ende der europäischen Kultur beschlossen und das Ende der europäischen Freiheit. Sie meinen das nicht böse oder persönlich – es geht halt nur ums Geschäft, wie immer. Europa gefällt ihnen besser als Lieferquelle für top-ausgebildetes Menschenmaterial, und das kommt umso schneller in die Staaten, je besser die Jobcenter hier ihren wirklichen Job machen: die Vernichtung der Elite.

Und wir: trauern wir jetzt dem Nationalstaat nach?

Nein. Das Geheimnis ist: er ist schon längst gestorben. Wir erleben gerade nur noch seine Zersetzung. Nun mal ehrlich: wo US-Ratingagenturen bestimmen, wieviel von der Wirtschaftskraft eines Landes für den Lebensstandard des Volkes zur Verfügung stehen darf, ist die Souveränität des Landes schon ganz ganz lange dahin und wir sind wieder im alten Rom, wo die besiegten Stämme dem Imperator Tribut zu entrichten haben – als Dank für die Segnungen des römischen Reiches: Disney, Hollywood, McDonalds und Coca Cola.

So gesehen leben wir wieder in einem Vernichtungskrieg. Unsere Freunde im Westen vernichten gerade alles, was wir nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut haben – und die Jobcenter helfen ihnen dabei.

Und wissen Sie, was Sie finden werden, wenn Sie die Hintergründe der Hartz-Gesetzgebung durchleuchten?

Exzellente Kontakte in die USA.

Die deutschen Häuptlinge haben dafür Spitzenjobs in Rom bekommen.

Spannend, oder?

 

 

 

 

 

 

 

Goldman-Sachs-Putsch erfolgreich durchgeführt: Europäische Staaten werden Finanzkolonien, Spanien tötet erste Bürger, Deutschland auch.

Dienstag, 7.8.2012. Eifel. Wir dürfen ja nicht an Verschwörungen glauben. Das hat man uns untersagt. Damit kommen wir relativ gut zurecht – oder, sagen wir besser: wir haben uns daran gewöhnt. Wer etwas nachdenkt, den wundert es nicht: nach Privatfernsehen kam „Generation Doof“ und die wird bis heute gezielt weitergezüchtet, damit wir nie wieder die Zeiten erleben, in denen junge Menschen ihre Lebenssommer damit verbringen, auf sonnigen Wiesen von der Liebe zu träumen und sich dem Krieg völlig verweigern. Wir hatten das schon einmal – das wollen wir nie wieder. Natürlich verschwinden Verschwörungen nicht, in dem man verbietet, darüber zu reden – aber für die Verschwörer eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten: sie können ziemlich offen agieren. Da es keine Verschwörungen gibt und die Theorienbildung über politische und wirtschaftliche Hinterzimmergeschäfte seit elf Jahren offiziell verboten ist, braucht man sich ja gar keine Gedanken mehr über die üblichen Sicherheitsmaßnahmen zu machen – und so schleichen sich die ersten Fehler ein. Man wird unvorsichtig, weil man sich sicher ist, das das „doofe“ Volk die Zusammenhänge sowieso nicht mehr versteht.

Das ist in etwa so, als würde der Bundesverband deutscher Berufsverbrecher es geschafft haben, den polizeilichen „Anfangsverdacht“ zu verbieten und nur noch jene Straftaten als Straftaten gelten lassen können, die ordentlich abgeurteilt worden sind – auf einmal wird Deutschland zu einer Insel des Friedens und Glücks … ohne jegliche Verbrechen. Nun: zwar wird geklaut, gemordet und vergewaltigt wie verrückt … aber man redet nicht mehr drüber. Das gilt als unschicklich, moralisch verwerflich und irgendwie auch schon geisteskrank. In einer solchen Gesellschaft könnte das organisierte Verbrechen auf offener Straße führende Politiker erschießen lassen (nur für den Fall, das die ausnahmsweise mal wirklich nicht „ordentlich spuren“) – und niemand würde sich trauen, zu sagen, da könnte ein Mord geschehen sein. Nun – führende Politiker kann man bei uns schon jetzt ungestraft umbringen: ein deutliches Zeichen an alle diejenigen, die noch denken, sie würden in einem freien demokratischen Land leben – der Fall Barschel zeigt, das hier niemand mehr sicher ist (siehe Hintergrund) und vor allem: das die Macht der Täter bis in die Asservatenkammer reicht.

Die Verschwörer selbst erlauben sich noch mehr. Ganz offen stellen sie sich vor alle europäischen Völker und fordern die Entmachtung sämtlicher europäischer Parlamente …. bzw sie „empfehlen den Regierungen mehr Unabhängigkeit von den Parlamenten“, siehe Spiegel. Man könnte die Parlamente ja gleich ganz abschaffen – was aus Kostengründen sicherlich in absehbarer Zeit geschehen wird. Wir hätten ja dann immer noch die Möglichkeit, die Regierungen zu wählen, die dann den Willen der Raubbarone des Kapitalismus ausführen. RTL und Bild würden uns auch dies noch als großen Triumph der Demokratie verkaufen und alle würden glauben, das sie diese verteidigen, wenn sie Parlamentarier durch die Straßen jagen.

Es wundert nicht wirklich, das der EZB-Chef Draghi (der möglicherweise insgeheim Italien einige Vorteile verschafft, siehe PNN) sich ohne Bedenken mit der „Group of 30“ trifft (siehe Handelsblatt). „Group of 30“? Neben den jährlichen zweiwöchigen Treffen im Bohemian Grove und den jährlichen Treffen der Bilderberger ein weiterer Steuerkreis nicht existenter Verschwörer zur Steuerung des Vermögenswachstumsklimas. Fokus beschreibt sie wie folgt:

Der Club der 30 ist ein Gremium von Privatbänkern, das fast die Züge einer Loge trägt. 

Wikipedia findet dazu ebenfalls beunruhigend deutliche Worte:

Die Group of Thirty gilt als ein weiteres Instrument von enormer Einflußssnahme der Rockefeller-Stiftung und damit der Familie Rockefeller . Das Familienoberhaupt und der „König der Strippenzieher“ David Rockefeller umschreibt seine Handlungsweise folgendermaßen: „Über ein Jahrhundert lang haben ideologische Extremisten von beiden Seiten des politischen Spektrums gut publizierte Ereignisse zum Anlass genommen, die Rockefeller-Familie für den übermäßigen Einfluss anzugreifen, den wir ihrer Meinung nach auf amerikanische politische und wirtschaftliche Institutionen ausüben. Manche glauben gar, wir seien Teil einer geheimen Kabale, die entgegen der besten Interessen der USA arbeitet, charakterisieren mich und meine Familie als Internationalisten und Verschwörer, die gemeinsam mit anderen weltweit eine integriertere globale politische und wirtschaftliche Struktur schaffen – One World, wenn Sie so wollen. Wenn das die Anklage ist, dann bin ich schuldig, und ich bin stolz darauf.“ 

Der an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main promovierte Soziologe und Volkswirt Rudolf Stumberger stellt fest, dass zwischen Wirtschaft und Politik alle Schranken verschwunden sind, und dieses auch an Personen festzumachen ist. Stumberger erkennt Tendenzen der Re-Feudalisierung, d. h. dass neben den offiziellen Strukturen, eben den demokratischen Strukturen, die inoffiziellen Strukturen selbsternannter Eliten zunehmend wieder an Gewicht gewinnen.

Das sind schon enorme Gewalten, die sich da am Horizont abzeichnen … und dabei haben wir noch gar nicht alle Organisationen, Clubs, Logen, Wandervereine und Skatclubs ausfindig gemacht, in denen die modernen Räuberbarone ihre Absprachen zur Massenplünderung der Staatskassen treffen. Können wir auch nicht ausfindig machen, weil wir ja wissen: Verschwörungen gibt es nicht – selbst dann nicht, wenn Goldman-Sachs-Mann Draghi dem Goldman-Sachs-Mann Monti einige Gefallen tut. Wir nehmen deshalb gelassen hin, was Heise schon letztes Jahr erkannte:

Mit Draghi und Monti sitzen also nun zwei italienische Wirtschaftswissenschaftler auf hohen Posten, die auf der Lohnliste einer höchst umstrittenen US-Bank standen oder stehen. Und es sei daran erinnert, dass es die Bank Goldman Sachs war, die Griechenland dabei geholfen haben soll, einen Teil seiner Staatsschulden zu verschleiern, um überhaupt in den Euroraum aufgenommen zu werden. Darin war im Übrigen auch der neue Chef der griechischen Übergangsregierungschef Loukas Papademos verwickelt. Damit wurde die europäische Statistikbehörde Eurostat getäuscht, um das „wahre Haushaltsdefizit erst nach der Aufnahme in die EU“ auftauchen zu lassen. Immer wieder tauchen auch Berichte auf, dass auch die Zahlen Italiens aufgehübscht worden sein sollen, woran Draghi federführend beteiligt gewesen sein soll. Man kann also dem Handelsblatt nur beipflichten, das heute von einem „stillen Putsch“ spricht, denn nun „bekommen die Finanzmärkte, was sie wollen“.

In Gesellschaften, in denen das Aufspüren von Verschwörungen noch nicht zur völligen sozialen Ächtung durch die Medien der Raubbarone führt, würde man diese Botschaft tagtäglich auf allen Kanälen wiederholen, damit sich bewaffnete Bürgerwehren in jeder Straße bilden, die die Demokratie vor den Putschisten schützt. In schon übernommenen Gesellschaften bleiben die Bürger lieber in ihren Häusern, um nicht weggebarschelt zu werden. Man spricht nicht drüber … aber jeder weiß, „wozu die fähig sind“.

Währendessen werden wir Kolonien der Finanzmärkte – mit absurden Erscheinungen. Unter dem Euphem „Sparpaket“ (das in etwa soviel mit Sparen zu tun hat wie Hitlers Massenvernichtung mit „Umsiedlungen“) wird unser Alltag ganz neu umstrukturiert, so zum Beispiel in Griechenland, wo die Bevölkerung lernen darf, wie schön es ist, in einem Hochpreisland völlig ohne Geld zu leben (siehe Welt): da kommen Heimatgefühle auf. Schlimmer noch ist es in Spanien – dort werden jetzt die ersten Menschenleben ganz bewußt vernichtet, um „die Märkte“ zu beruhigen – siehe Welt:

Die Leistungen des von den Sozialisten eingeführten Pflegegesetzes wurden radikal zusammengestrichen. Die Kommunen können sich zwei Jahre für das Erstellen der Gutachten Zeit lassen, mit denen die Kranken in verschiedene Pflegestufen eingeteilt werden. Für viele Menschen werden die Hilfen dann zu spät kommen.

Der Autor der Welt regt sich allerdings mehr über die Tatsache auf, das spanische Schüler in Zukunft für ihr eigenes, selbst mitgebrachtes Essen in der Schule drei Euro pro Tag bezahlen sollen – knapp fünfzig Prozent mehr, als Kinder deutscher Globalisierungsopfer für den kompletten Tag für ihre Ernährung verwenden können, während ihre Regierung den spanischen Banken dreistellige Milliardenbeträge hinterher wirft.

Wir sehen, wohin die Reise geht: wer überleben will, der wird bezahlen müssen … was in Ländern ohne Geld gewisse Probleme mit sich bringt, die letztlich zu einem Prozess der Entzivilisierung führen, den wir seit Jahren schon mehr oder weniger hilflos erdulden müssen (siehe Hintergrund) und dessen Folgen auch in Deutschland aktuell wieder vielen Menschen in Deutschland das Leben gekostet hat (siehe Spiegel). Das wir mal mit unseren Organen die Schulden unserer Banken abbezahlen werden, ist schon jetzt Realität … wenn man sie sehen will und darf.

Die deutsche Insel der Seeligen, die uns die Medien der Raubbarone tagtäglich verkaufen, entspricht der Titanic im Moment des Untergangs, wo man die Hoffnung hatte, das schon alles gut gehen würde, solange nur die Kapelle noch spielte – und die spielte bis zum Schluß. In Wirklichkeit sieht es schon jetzt sehr düster für die deutsche Wirtschaft aus (siehe Freitag) und manche fangen sich an zu fragen, was denn eigentlich an der DDR so schlimm gewesen ist, in der es eine Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 600 Euro (BRD: aktuell 24700 Euro) oder Verwaltungskosten der Sozialversicherung von 0,35% (BRD: mit 7% das Zwanzigfache) gab (siehe Welt).

Das Lied, das die Band der Titanic beim Untergang gespielt hatte, war ein altes Kirchenlied: „Näher mein Gott zu Dir“.

Dem folgen nun auch bekannte deutsche Schauspieler und demonstrieren so, das dieses Land nicht nur zu viele Normalbürger hat: auch für Promis ist kein Geld mehr da (Zitat Silvia Seidel, tz-online):

„Ich bin oft arbeitslos und weiß dann nicht, wovon ich die Miete bezahlen soll. Ich bin froh, überhaupt noch Arbeit zu bekommen, muss nehmen, was ich kriegen kann. Es ist schwer, davon zu leben“

Sicher werden viele Finanzbarone diese Tat bejubeln, schont Frau Seidel doch die Sozialkassen durch ihr „sozialverträgliches Frühableben“.

Vielleicht wird das die neue europäische Nationalhymne: „Näher mein Gott zu Dir“?

Ich bin jedenfalls froh, das es Verschwörungen nur in den faktenvernebelten Hirnen irregeleiteter Verschwörungstheoretiker gibt und das uns Regierung und Medien das Nachdenken nachdrücklich abgewöhnt haben.

Sonst könnte man nämlich in der Tag Angst vor der Zukunft bekommen und sich nicht mehr wagen, das Haus zu verlassen um auf der Straße seine politische Meinung kundzutun … so wie alle anderen auch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über Deutschlands Rolle im kommenden europäischen Krieg, die Auftraggeber der Aufführung und die Reaktionen der Höhlenbewohner

Freitag, 3.8.2012. Eifel. Absolut spannende Zeiten, in denen wir da leben. Absolut superspannend. Ist sich eigentlich irgendjemand dieser Tatsache bewußt? Wir erleben historisch unglaublich interessante Prozesse, Prozesse, die einmalig sind. Nehmen wir zum Beispiel unseren Alltag. Wir verwandeln uns zurück zu Höhlenbewohnern – ist das nicht unglaublich? Wer hätte das gedacht? Das ist noch wesentlich schlimmer als in der Steinzeit – wenn man mal genauer hinschaut. Morgens verlassen wir unsere Wohnhöhle, fahren mit unserer Mobilhöhle in die Arbeitshöhle, verbringen dort den Tag, um anschließend noch in die Verkaufshöhle zu fahren, bis wir abends – erschöpft und bleich wie Ziegenkäse – die Wohnhöhle wieder erreichen. Dort legen wir uns dann unter die Sonnenbank um am nächsten Tag dank intensiven Einsatzes von Bräunungscreme und Technik der Welt vorlügen zu können, das wir keine Höhlenbewohner sind. Das Wortspiel funktioniert übrigens auch mit „Hölle“ anstatt „Höhle“ – und das ist dann die Erklärung, warum wir so dringend Urlaub brauchen. Von der Wohnhölle mit der Mobilhölle in die Arbeitshölle und die Verkaufshölle, um anschließend im Bräunungsfeuer gebraten zu werden. So schnell kann Religion Realität werden – und schlägt man die Zeitungen auf, sieht man, das diese Realität einfach nur die Wirklichkeit beschreibt.

Ich habe mir nun auch ein klein wenig Urlaub erlaubt, weshalb ich etwas weniger schreiben konnte. Nein, nichts großes – nur einige Ausflüge nach Aachen (neben Weimar und Hamburg für mich die schönste Stadt Deutschlands), ins Ruhrgebiet und nach Gummersbach – der Menschen wegen. Nebenbei hörte ich eine kabarettistische Sendung auf WDR 5, die mich sehr erschauern ließ – zum ersten Mal in den deutschen Medien wurde dort ernsthaft über die Möglichkeit der Erschiessung von Herrn Ackermann gesprochen, was – auch wenn es Satire ist – ein hartes Stück ist. Auf solche bestialischen Ideen kommen natürlich nur Höhlenbewohner, die der Sonnenmangel in die absolute Depression getrieben hat – oder Menschen, die in der Hölle leben, die nur deshalb nicht erkannt wird, weil sie durch Lügen überdeckt wird.

Lügen?

Ja, schauen wir uns doch mal die aktuellen Arbeitslosenzahlen in Deutschland an. Dazu müssen wir uns allerdings in die Welt jenseits der künstlich gebräunten Nachrichten begeben, in jener Welt, in der das Geld noch keinen Einfluss auf die Meinung hat, in der Journalisten noch arbeiten dürfen anstatt Bräunungen ausführen müssen und Nachrichten keine Rücksicht auf die Befindlichkeit von Wirtschaft oder Parteien nehmen brauchen – also in die Randzone der Blogwelt:

An dieser Stelle gleich mal der gewohnte Blick auf die aussagekräftigere, aber ebenso offizielle Zahl der Leistungsempfänger, die weiterhin bei sieben Millionen verharrt.
820.942 Menschen erhielten im Juli Arbeitslo­sen­geld I, 4.447.520 mußten mit Hartz IV (ALG II) überleben, und 1.698.457 Menschen erhielten Sozi­al­geld. Das sind zusammen 6.966.919 Leistungsempfänger. Auch diese Zahl zeigt noch nicht das wahre Ausmaß, denn hinzu kommen noch die Empfänger von Wohn­geld, von Kinderzuschlag, von Grund­si­che­rung im Alter oder von Sozi­al­hilfe nach SGB XII. Und liest man auch noch die Fußnoten im BA-Bericht, die von Hochrechnungen und “Untererfassung” schwätzen, so sind wohl selbst diese hochoffiziellen Zahlen noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Dazu kommen noch fünf Millionen Teilzeitbeschäftigte, die sich ebenfalls niemals eine Sonnenbank daheim leisten können. Zwölf Millionen Menschen – komplett aussortiert, ohne sicheren geschützten Platz in der menschlichen Gemeinschaft. Eine erstaunliche Leistung für einen „Exportweltmeister“. Und der leistet sich noch mehr – in historischen Dimensionen, siehe Heise:

Zumeist wendet sich dieses in der Mitte der Gesellschaft ausgebrütete und kommerziell äußerst erfolgreiche „Denken“ gegen Minderheiten und Menschengruppen, die insbesondere in Krisenzeiten als Belastungen und unnütze Kostenfaktoren für den „Wirtschaftsstandort Deutschland“ stigmatisiert werden – seien es nun Türken, Arbeitslose oder Südeuropäer.

Der Tabubruch gleicht einem Zivilisationsbruch, bei dem erneut eine Ungleichwertigkeit von Menschen öffentlich propagiert wird. Diese postulierte Minderwertigkeit bestimmter Bevölkerungsgruppen wird aber mit explizit ökonomischen Argumentationsmustern legitimiert. Die ökonomische Leistungsfähigkeit eines Menschen bestimmt in dieser Ideologie dessen Wert. Sobald Menschen aus der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft herausfallen, wird ihnen die Anerkennung verweigert, wie es ja Sarrazin in 2010 explizit formulierte:

Ich muß niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.

Ja, es sind nicht nur die Arbeitslosen (also: 12 Millionen), sondern auch noch die „Migranten“ – für die der Schmähungsschutz durch totale Unterwerfung vor der neoliberalen Ideologie nicht gilt: auch als Unternehmer und Besitzer eines jener raren Vollzeitarbeitsplätze haben sie in Deutschland keine sichere Heimat mehr – noch ein paar Millionen, die zur Jagd freigegeben sind.

Damit aber nicht genug. Jener höllische Höhlengeist, der uns von den Straßen jagt, hat schon längst mehr im Sinn – ihn stören nicht nur Türken und Arbeitslose in Deutschland, sondern auch Griechen, Spanier, Italiener, Portugiesen und akut Slowenen in ganz Europa: so eine Säuberung hätte sich selbst Hitler nicht zugetraut, siehe amerika21:

Sadismus? Ja, Sadismus. Wie soll man dieses Vergnügen daran, Menschen Schmerzen und Erniedrigung zuzufügen sonst nennen? In diesen Jahren der Krise haben wir gesehen wie – in Griechenland, in Irland, in Portugal, in Spanien und in anderen Ländern der Europäischen Union (EU) – die unbarmherzige Anwendung des von Deutschland geforderten Bestrafungszeremoniells (das Einfrieren der Renten; die Heraufsetzung des Rentenalters; die Reduzierung der öffentlichen Ausgaben; Kürzungen bei den staatlichen Sozialdiensten; ein Rückgang bei den Mitteln der Vorsorge gegen Armut und sozialen Ausschluss; eine Arbeitsreform, etc.) eine schwindelerregende Zunahme der Arbeitslosigkeit und der Zwangsräumungen hervorgerufen hat. Das Bettlertum ist, wie auch die Zahl der Selbstmorde, in die Höhe geschossen.

Sogar der Europarat bemerkt, das der Sparkurs Rassismus fördert (siehe deutsche Wirtschaftsnachrichten) und zieht seine Konsequenzen:

„Politiker müssen unter allen Umständen widerstehen, Vorurteile und grundlose Ängste vor dem Verlust der europäischen Werte, Terrorismus und Kriminalität zu schüren“.

Trotzdem wird Thilo Sarrazin von einer Talkshow zur nächsten gereicht, sind die Medien voll von Diffamierungen gegen Arbeitlose, Türken und Südeuropäer – selbst wenn die alle in ihrem eigenen Land wohnen.

Der neue deutsche Höllengeist macht vor nichts mehr halt, möchte man meinen – und es kommt kaum jemand auf die Idee, das genau dies die Absicht der amerikanischen Aussenpolitik ist.  Nur noch ein wenig mehr – und Deutschland steht zum dritten Mal im Zentrum des großen Kampfes der „freien Welt“ gegen den deutschen Militarismus, Sadismus und Faschismus. So steuert man Weltpolitik – und Höhlenbewohner, die selten nur das Licht des Tages erblicken. Professor Richard D. Wolff gehört zu den wenigen, die dies sehen, siehe scharf-links:

Ja, und dies ist ein sehr gefährliches Fundament, auf dem Deutschland seinen Erfolg errichtet. Für ein Land mit solch einer schrecklichen Geschichte von Versuchen, auf dem Rücken der übrigen Europäer zu Wohlstand zu gelangen, ist dies nicht nur wirtschaftlich gefährlich, sondern auch in politischer und ideologischer Hinsicht. Und ich bin, ehrlich gesagt, verblüfft, dass nicht viel mehr Deutsche sich dieser historischen Parallelen bewusst sind – und dass es nicht viel mehr diesbezügliche Befürchtungen gibt in Deutschland.

Der Weg ist klar zu erkennen – und ich denke, für viele Politiker ist deshalb das „vereinigte Europa“ ein Fluchtpunkt vor der Zukunft, die gerade ganz gezielt vorbereitet wird: wieder bekommt Deutschland eine zentrale Position in Europa als Gegenpol zu den USA, wieder wird eine asoziale Stimmung im Land verbreitet (die Hetze gegen Arbeitslose hat ja nicht umsonst einen Klang, den man seit dem „Stürmer“ in Deutschland nicht mehr vernommen hat), wieder werden die Deutschen als Bürger gegen Ausländer in Stellung gebracht (wobei der Türke – neben dem „Asozialen“ – den Juden ersetzt) und der Tag scheint nicht mehr fern, wo jene von den USA und Großbritannien ausgebildete Rebellen, die in Syrien und Lybien „für Ordnung sorgen“ in Deutschland auftauchen, um den türkischen Gemüsehändler vor den Schergen Sarrazins zu schützen.

Zu phantastisch? Vielleicht – aber auch nur wegen der „Bräunungscreme“ in den Medien und weil wir uns noch immer an die guten GI´s erinnern, die uns Kaffee und Schokolade gebracht und uns vom Bund Deutschter Mädels befreit haben, wo meine Mutter noch ihre eigene Kotze essen musste – aus Erziehungsgründen. Deutscher Sadismus macht nämlich vor Ariern nicht halt.

Was wir nicht verstanden haben, ist, das es den „guten Amerikaner“ nicht mehr gibt. Der GI verteilt keine Schokolade mehr an Kinder – er erschießt sie ohne Grund. Das ist die praktische Auswirkung einer Bewegung, die Professor Richard Wolff bei Scharf-links beschrieben hat:

Lassen Sie mich nun die wichtigsten Dimensionen dieser systemischen Krise darlegen. Zuallererst muss darauf hingewiesen werden, dass in den Vereinigten Staaten in den letzten 30 Jahren die sozialen Programme und Errungenschaften demontiert wurden, die eingeführt wurden, als der Kapitalismus das letzte Mal in einer fundamentalen Systemkrise steckte – nämlich während der „Großen Depression“ der 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals führten die Vereinigten Staaten umfassende Sozialprogramme für die Masse der Bevölkerung ein.

Dieser Bewegung haben sich auch die deutschen Regierungen der letzten zehn Jahre verpflichtet: Sozialabbau in breiter Front. Der Einfluss der US-Finanzaristokratie auf gesellschaftspolitische Entwicklungen in Deutschland ist groß – die „Entscheider“ in Wirtschaft und Politik treffen sich nicht umsonst  bei der Atlantikbrücke, den Bilderbergern oder der deutsch-amerikanischen Handelskammer, die nützliche und gleichzeitig bedenkliche  Dienstleistungen anbietet:

750 Mitgliedsfirmen bilden die Basis für das erfolgreiche transatlantische Netzwerk der AHK USA – New York. Die Mitgliedschaft beinhaltet exklusive Einladungen zu Vorträgen, Seminaren und Roundtable-Gesprächen mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft.

So werden die Segnungen, die Roosevelts GI´s noch nach Deutschland gebracht haben, auch hier wieder von einer breiten Front von gezielt gezüchteten Sympathisanten abgebaut.

Der Grund für diese Bewegung ist einfach – und ziemlich albern: Steuerhinterziehung. Ein Delikt, für das Entscheider in Deutschland viel Verständnis haben, während sie das gleichwertige „Schwarzfahren“ in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Haftstrafen belegen. Es geht hier um gigantische Summen, siehe „humane-Wirtschaft“:

Der Pullitzer-Preisträger von 1990 für investigativen Journalismus Joe Kilzer hat für “TribLive” untersucht, wie es um die Steuergerechtigkeit im Hinblick auf große Geldvermögen steht.

Seine Erkenntnisse konnten erwartet werden, sind aber angesichts der sich weltweit zuspitzenden “Schuldenkrisen” dennoch aufschlussreich. Demnach wird geschätzt, dass sich weltweit rund 25 Billionen US-Dollar auf Bankkonten in Ländern befinden, die sich durch niedrige Steuern und/oder gut gehütete Bankgeheimnisse auszeichnen.

Dort liegt das Geld, das wir als „Minus“ in den Bilanzen unserer Staaten haben – wir Deutsche, wir Griechen, wir Amerikaner.

Das sind 25 ooo ooo Millionen – mit denen man jederzeit überall auf der Welt Einfluss ausüben, Regierungen stürzen, Zeitungen kaufen oder Märkte manipulieren kann. Und die Menschen wissen das – wie auch jeder weiß, das „nine-eleven“ eher von diesem Kapital denn von Osama bin Laden ursächlich veranstaltet wurde – aber dank des „Bräunungseffektes“ dürfen wir nicht darüber reden.

Uns gehts gut, wir verbringen den ganzen Tag an der frischen Luft im Sonnenschein – jedenfalls sehen wir so aus, obwohl wir nur Höhlenbewohner sind.

Aber deshalb fühlen wir uns in unseren Höhlen wohl – und genießen die Zeit des Friedens wie die angepassten deutschen Durchschnittsarier  im Juli 1939 – solange, bis auch wir unsere eigene Kotze fressen müssen, weil „die Märkte“ nicht beunruhigt werden dürfen. Wir wissen, das draußen, vor der Höhle, wieder schreckliche Ungeheuer lauern, die wir lange überwunden dachten – und eine einfache „Kündigung“ kann uns ihnen ausliefern.

Wem das alles jetzt immer noch zu unglaublich klingt, dem kann ich die Wirkung des Einflusses der USA in Deutschland am Beispiel eines einzigen Arztes aufzeigen – veröffentlicht bei „Scharf-links„.

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, ein Arzt bekommt Kontrollbesuch von der Gesundheitsbehörde, weil er die Ärzte in Deutschland zum Widerstand gegen den Krieg an sich auffordert – man erfährt nicht, woher das Gesundheitsamt über den E-Mail-Verkehr des Arztes mit der Ärztekammer informiert wurde, aber die „Zurechtweisung“ zeigt deutlich, woher der Wind weht:

Sie verlangen kategorisch mich zu sprechen. Ich war mitten bei einer Blutentnahme. Da sie diese Situation wohl selber unangebracht fanden, warteten sie, bis ich mit dem Patienten fertig war. Das Wartezimmer war voll.

Im Arztzimmer wurde mir eröffnet, ich hätte doch E-Mails an die Kammer geschickt, so als ob gleich der dritte Weltkrieg ausbrechen würde, warum ich dies getan hätte und es wäre doch sinnvoller gewesen diese E-Mails an das Außenministerium zu schicken.

Grund für den Besuch? Engagement gegen den Krieg in Syrien – und gegen die „Bräunungslügen“, die selbst einen den CDU-Experten Todenhöfer entsetzen:

„Die radikalisierten Gruppen der Rebellen kritisiere ich, weil sie gezielt Zivilisten töten und diese anschließend als Opfer der Regierung ausgeben. Diese ´Massaker-Marketing-Strategie´ gehört zum Widerlichsten, was ich in kriegerischen Auseinandersetzungen jemals erlebt habe. 

Aber – solange man vom Geldfluss der Supermilliardäre und ihrer Geldsammelkonzerne (die kaum noch Teil der deutschen Volkswirtschaft sind, auch wenn sie hier dereinst gegründet wurden) abhängig ist, die per Rating kontrollieren können, wieviel Geld eine Volkswirtschaft zum Wirtschaften behalten darf, muss man damit leben, das „die Märkte“ reagieren, wenn einer aus der Reihe tanzt – auch wenn er Arzt ist.

Denn gerade für Ärzte tut man ja sehr viel, damit die ihren hypokratischen Eid schnell vergessen, siehe TAZ:

Die Bundesregierung überprüft ihre Förderung von Marketingseminaren, in denen Ärzte für den Verkauf der umstrittenen individuellen Gesundheitsleistungen (Igel) geschult werden. Diese müssen von Patienten selbst bezahlt werden, viele gelten als überflüssig.

Da verstehe ich langsam, warum manche daran denken, den Ackermann zu erschiessen. Andere werden dann Arbeitslose erschiessen, die wiederum Jobcentermitarbeiter auf offener Straße verbrennen. Zur Not schickt man einfach ein paar Söldner, die die Startzündung für die Unruhen besorgen – der Rest erledigt sich dann wie in Jugoslawien von selbst. Oder man organisiert die Unruhen wie in Lybien und Syrien gleich ganz von außen.

Und dann wird die zivile Gesellschaft anderes zu tun haben, als zu schauen, wie sie ihre 25 Billionen Euro wiederbekommt.

Aber uns geht´s gut, wir sind alle braun, weil wir den ganzen Tag an der frischen Luft in der strahlenden Sonne verbringen.

Schönen Urlaub noch!

 

Europa wird Wildnis – meteorologisch, historisch, wirtschaftlich und zivilisatorisch … siehe „Spiegel-Online“.

Sonntag, 15.7.2012. Eifel. Freuen Sie sich auch so über das Wetter? Wir hatten jetzt sieben Tage Regenwetter. Wie es aussieht, kommen noch ein paar Wochen dazu. Man fragt sich, ob der Himmel nicht irgendwann leer sein muss. Wo kommt eigentlich das ganze Wasser her – und wer erfindet eigentlich die Worte, die diese Zustände als „normal“ verkaufen sollen.  Damit meine ich die deutsche „Gewitterzeit“, über die gerade in den Medien gesprochen wird.  Kannte man das früher schon? Gibt es historische Eintragungen über die Regenzeit in Deutschland, die dem indischen Monsun entspricht – oder die deutsche „Gewitterzeit“, wegen der Blitzforscher aus aller Welt anreisen? Warum redet eigentlich in der „Tagesschau“ kein Mensch darüber, das in der Eifel die Kirschbäume schon ihre Blätter verlieren und die Äpfel nur noch einen Durchmesser von zwei Zentimetern erreichen? Normal scheint dieses Wetter nicht – aber es begleitet sehr schön die historischen Verwerfungen, die auch nicht normal sind, aber von den Medien so verkauft werden. Schauen wir uns zum Beispiel mal den aktuellen Stand von tödlichen Verschwörungen an, über den die Medien so berichten, ohne sie zu benennen:

Da schreibt der Spiegel zum Beispiel über einen „geheimen Wüstenkrieg“ der USA.  Wir brauchen den Artikel gar nicht weiter zu lesen, um gleich zu sagen: so etwas darf nicht sein. Bürgerliche Zivilisationen, die sich an Menschenrechten orientieren, führen keine „geheimen Kriege“. Kriege werden – seit über einhundert Jahren schon – offiziell erklärt und nach den eingeübten Regeln der Genfer Konvention geführt. Niemand würde in einer zivilisierten stabilen Demokratie auch nur auf die Idee kommen, geheime Kriege in der Welt zu führen. Das würde allen Regeln demokratischer Bürgerlichkeit wiedersprechen, nur hinterhältige, verlogene brutale Diktatoren würden so etwas machen – wie die in Lybien, Syrien, dem Iran, Irak oder Nordkorea. Ein Land, das geheime Kriege führt, würde man zurecht als völlig dekadente und gemeingefährliche Bedrohung für den Weltfrieden ansehen, als Hort des Terrorismus und Feind der Menschheit.

Darum mag ich solche Artikel auch gar nicht lesen … denn sie dürften eigentlich gar nicht sein.

Sie sind aber doch da … und behaupten Ungeheuerliches, das ich der Sorgfalt zuliebe mal wörtlich zitieren möchte:

Die USA scheinen ihre Bemühungen in Afrika im vergangenen Jahr massiv ausgeweitet zu haben. Sie gehen dabei anders vor als im Irak oder in Afghanistan. In Afrika übt Washington die Kriegsführung der Zukunft: Man könnte das Konzept je nach Sichtweise „regionale Lösungen für regionale Probleme“ nennen – oder „Schattenkrieg per Stellvertreter“.

Glauben Sie das? Wenn ja – sind Sie ein Verschwörungstheoretiker. Schauen Sie sich an, was da weiterhin behauptet wird:

In der Praxis sieht die Arbeitsteilung so aus: An der Front kämpfen Afrikaner. In Somalia etwa macht eine Mission der Afrikanischen Union Jagd auf al-Schabab – die Soldaten werden von Ländern der Region entsandt. Die USA unterstützen die Afrikaner mit Schulungen und mit kleinen Teams von Spezialeinheiten, die als Militärberater fungieren, wie bei der Jagd auf Joseph Kony.

Zudem liefert Washington seinen afrikanischen Partnern Erkenntnisse aus der Luft. 

Da läuft einer kleiner Weltkrieg vor unseren Augen ab – sprachlich verschleiert. „Schattenkrieg per Stellvertreter“ beschreibt die Rückkehr alter Söldnerhorden oder spätrömischer „Hilfstruppen“, mit deren Hilfe man ein scheinbar unbesiegbares Weltreich aufbaute.

Wer nun sagt: das ist alles weit weg und wird uns nie erreichen der schaue bitte nach London. Auch dort manifestiert sich Ungeheuerliches – wie der Weltkrieg in Afrika unter dem Siegel des „Kampfes gegen den Terror“, der inzwischen nichts anderes ist als Terror gegen Zivilisten. Lesen wir doch nochmal den „Spiegel“ zu dem Thema:

Londons Luftraum wird zur „No-Fly-Area“: Ab dem Wochenende gilt eine Sperrzone über der britischen Hauptstadt – zum Schutz vor Anschlägen. Verstöße werden hart geahndet: Kampfjets, Hubschrauber und Scharfschützen stehen bereit. Sie dürfen ausdrücklich „tödliche Gewalt“ einsetzen.

17000 Soldaten werden in London eingesetzt, ein beispielloser Einsatz militärischer Macht … für „Sport“.  Im Falklandkrieg wurden gerade mal 9000 britische Soldaten in den Südatlantik verschifft (siehe Wikipedia) um dort für die Rückeroberung der Inseln von Argentinien zu sorgen (es existieren zu dem Thema auch andere Zahlen, nebenbei bemerkt – die sich aber trotzdem mit dem Londoner Aufgebot messen können).

Welche überlegene Großmacht greift also jetzt London an?

Die Gespensterarmee von Al Kaida, die bislang (offiziell!) nur für einen Bruchteil der Toten verantwortlich ist, die in den letzten Jahren im „Kampf gegen den Terror“ ihr Leben lassen mußten.

Trotzdem wird uns die massive Präsenz des Militärs als „normal“ verkauft – wie auch das Wetter oder die „geheimen Kriege“.  Wie schön und friedlich war doch die Welt noch, als es den „kalten Krieg“ gab und der ganze Planet jederzeit in einem nuklearen Holocaust verdampfen konnte: da konnte man noch zu olympischen Spielen reisen, ohne ständig die Visiere der Scharfschützen im Nacken zu haben.

„Normal“ ist auch die in Südeuropa beginnende Vernichtung der demokratischen sozialen Zivilisation, die bezeichnenderweise zuerst das Mutterland der Demokratie, Griechenland, betrifft. Wir haben Griechenland ja „gerettet“ – und fürchten uns deshalb aktuell selbst vor der Pleite. Weil die Griechen gerettet sind, geht es ihnen auch gerade gut: um 50% ist das durchschnittliche Grundeinkommen gesunken (siehe Spiegel). Das ist den „Rettern“ Griechenlands aber immer noch zu wenig – man will wohl noch mehr Leichen auf den Straßen sehen, bis man überzeugt ist, das sich das griechische Volk seine Rettung auch ordentlich verdient hat.

Vor dem  Hintergrund wird auf einmal verständlich, warum die Nato in London die hermetische Abschirmung eines Ballungsraumes übt. Möglicherweise sind die dort gewonnenen Erkenntnis bald sehr hilfreich, wenn man die Ballungszentren von Schuldnernländern abschirmen will.

Undenkbar?

Ja, das sind „geheime Kriege“ auch – und über das Ausmaß der Pläne, die hinter den „geheimen Kriegen“ stecken, können wir nur spekulieren … dürfen es aber nicht, weil der „Herr der Welt“ – der US-Präsident (damals dargestellt von George W. Bush) – verboten hat, über die geheimen Pläne seiner Regierung zu spekulieren – siehe Gegenstandpunkt:

„Wir müssen die Wahrheit über den Terror aussprechen. Lasst uns niemals frevelhafte Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit den Anschlägen des 11. September tolerieren, boshafte Lügen, die bezwecken, die Schuld von den Terroristen selbst abzulenken, weg von den Schuldigen.“(Georg W. Bush, Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, 10.11. 2001)

Die Wahrheit wird seitdem von der US-Regierung diktiert und weltweit dankbar aufgenommen.

Die Auswirkungen dieser Haltung wird auch vom Spiegel erkannt: Georg Diez zitiert hier einige denkwürdige Momente in einem Artikel über die Tagesschau und fordert Unglaubliches:

Warum dürfen dort nicht all die Praktikanten und die Redakteure, die noch nicht so verbraucht sind vom Alltag in den Sendeanstalten, die eine Sprache verwenden, die noch nicht tetraverpackt ist, warum dürfen die nicht mit ein paar Millionen der GEZ-Milliarden eine Nachrichtensendung machen, die so ist wie die Krise, über die sie berichten: überraschend, krass, verunsichernd, polarisierend, meinungsstark, subjektiv. Mit anderen Stimmen, weniger Katastrophen, mehr echten, bleibenden Veränderungen, gern auch mal aufrüttelnd, positiv, vorwärtsgedacht.

Die Antwort auf die Frage ist einfach: weil der Herr der Welt zur Vertuschung seiner geheimen Kriege (auch seiner geheimen Wirtschaftskriege gegen den Euro) befohlen hat, das so etwas zu unterbleiben hat. Und weil die Journalisten hier versagen, blühen zuhauf Online-Formate wie das unserige, die genau das machen, was Georg Diez fordert … allerdings unentgeldlich und unter großen persönlichen Risiken und Entbehrungen.

Wir treiben die Verunsicherung sogar noch weiter und malen das Ende der Welt wie wir sie kennen an die Wand – und dafür müssen wir nur weiter den Spiegel zitieren – oder aus dem Fenster schauen, wo wir die europäischen Extremwetterlagen (die es auch weltweit gibt – siehe Spiegel) mit eigenen Augen sehen können – aus dem zivilisierten, gemäßigten mitteleuropäischem Klima ist etwas ganz anderes geworden … und geht nur noch ein wenig mehr fehl, dann war es das mit unserer europäischen Zivilisation: siehe Spiegel:

Bei der Agentur Storm Analysis Consultants analysiert John Kappenman die Auswirkungen des Weltraumwetters auf das Stromnetz. Nach seiner Einschätzung würde ein Sonnensturm wie im Mai 1921 – einer der stärksten im 20. Jahrhundert – heute die Lichter in halb Nordamerika ausgehen lassen.

Ein zweites Carrington-Ereignis wie jenes von 1859 könnte das gesamte Netz lahmlegen und viele hundert Millionen Menschen auf Wochen oder gar Monate zurück in eine vorindustrielle Lebensweise katapultieren. Aber wann so ein Sturm ausbricht, kann niemand sagen. Oder, wie Kappenman es formuliert: „Wir spielen russisches Roulette mit der Sonne.“

Wir erleben gerade einen heftigen Sonnensturm, weitere sollen kommen. Vielleicht wird der Zusammenbruch des Euro ja auch von einem Supersturm begleitet, der Europa auch industriell in die Steinzeit katapulitert – nicht nur historisch und zivilisatorisch.

Der einzige Trost der uns dann bleibt stammt von Häuptling Luther Standing Bear von den Oglalla-Sioux:

Für uns waren die großen weiten Prärien, die sanft gewellten Hügel und die sich schlängelnden Flüsse mit wirren Ufergestrüpp nicht „wild“. Nur für den Weißen Mann war die Natur eine „Wildnis“. Er fürchtete sich vor den „wilden“ Tieren und verachtete die „rohen“ Menschen. Uns war das Land vertraut wie ein Freund. Die Erde war freigiebig und wir lebten ohne Sorge von den Segnungen des Großen Geheimnisses. Erst als der beharrte Mann aus dem Osten kam, lernten wir, was Rohheit und Wildheit bedeuteten. Erst durch ihn erfuhren unsere Familien, die wir liebten, Ungerechtigkeit und Gewalt. Als sogar die Tiere des Waldes bei seinem Nahen flohen, da erst begann für uns der „Wilde Westen“. 

(zitiert aus: „Wie der Hauch eines Büffels im Winter“, T.C. McLuhan, Hoffmann und Kampe 1979, Seite 51).

Vielleicht werden wir bald schon die guten Seiten der Wildnis wieder schätzen können … und schätzen lernen müssen. Das Wetter spielt verrückt, die Sonne spielt verrückt, die Politik spielt verrückt, die Wirtschaft war schon immer verrückt und wenn alle so weitermachen, endet unser Experiment „industrielle Zivilisation“ abrupt mit einem Schlag in einem gigantischen Chaos und Europa versinkt wieder in der Wildnis.

Wohl dem, für den diese Wildnis dann „Freund“ ist.

 

 

 

 

Deutschland jetzt offiziell Bananenrepublik – mit tödlichen Folgen für jedermann.

Sonntag,24.6.2012.Eifel. Seit ein paar Tagen ist es offiziell: wir sind Bananenrepublik. Hat der Gerichtshof bestätigt, siehe Spiegel. 18000 Euro hatte eine Pharmareferentin unter die Ärzte verteilt - im Dienste des "Verordnungsmanagements".  Nun, ich habe ein paar Erfahrungen in dem Milleu. Ich weiß, das wird jetzt viele wieder entsetzen - aber ohne die Erfahrungen auf diversen Hierarchiestufen einiger Konzerne könnte ich hier nichts schreiben - außer Tütensuppenphilosophie ... und für eine kleine Familie war das Geld schon ganz in Ordnung. Eigentlich hätte ich gedacht, das sich das Geschäft nach vielen "Enthüllungsstorys" endlich normalisiert hat - aber das Urteil beweist das Gegenteil. Weiß eigentlich jemand, worum es dabei wirklich geht? Nun - ich habe da ein paar Ausblicke zu. Schauen wir doch erstmal die Kostentreiber im Sozialbudget an - Ärzte und Medikamente, siehe KVPortal:

Sonntag,24.6.2012.Eifel. Seit ein paar Tagen ist es offiziell: wir sind Bananenrepublik. Hat der Gerichtshof bestätigt, siehe Spiegel. 18000 Euro hatte eine Pharmareferentin unter die Ärzte verteilt – im Dienste des „Verordnungsmanagements“.  Nun, ich habe ein paar Erfahrungen in dem Milleu. Ich weiß, das wird jetzt viele wieder entsetzen – aber ohne die Erfahrungen auf diversen Hierarchiestufen einiger Konzerne könnte ich hier nichts schreiben – außer Tütensuppenphilosophie … und für eine kleine Familie war das Geld schon ganz in Ordnung. Eigentlich hätte ich gedacht, das sich das Geschäft nach vielen „Enthüllungsstorys“ endlich normalisiert hat – aber das Urteil beweist das Gegenteil. Weiß eigentlich jemand, worum es dabei wirklich geht? Nun – ich habe da ein paar Ausblicke zu. Schauen wir doch erstmal die Kostentreiber im Sozialbudget an – Ärzte und Medikamente, siehe KVPortal:

Ärztehonorare: 66,5 Milliarden

Arzneikosten: 39,6 Milliarden

Von diesen Arzneikosten sind 35,64 Milliarden überflüssig – siehe Pharmaprüfer Windeler ebenfalls bei KVPortal. Das sind für eine vierköpfige Familie 1782 Euro im Jahr, die man einsparen könnte.  Das Kind eines Arbeitslosen erhält für Essen, Kleidung, Schulmaterial nur 3012 Euro im Jahr – zum Vergleich. Der Vergleich ist deshalb interessant, weil Arbeitslosigkeit ja krank macht, die Kinder von diesen Almosen unmöglich gesund ernährt werden und ihre Zeit eigentlich nur noch vor dem Fernseher verbringen können, weil alle anderen Aktivitäten allein schon durch die Fahrtkosten unbezahlbar werden – da will ich auch jetzt kein Gemecker von weltfremden Politikern hören, ich habe Kinder und kenne diese Kosten.

Da werden gezielt die Patienten von Morgen gezüchtet, die dann von überbezahlten und bestochenen Ärzten jene nutzlosen Medikamente verordnet bekommen, die man dank Kürzungen beim Essen der Kinder bezahlen kann.

Nicht vergessen: Hartz IV, Ärzte und Medikamente sind alles das „Sozialbudget“, jenes Horrorbudget, das unbedingt weg gehört – wenn man den Medien trauen darf. Ist ja alles viel zu teuer,  können wir uns nicht leisten.

Wie viele Menschen an diesem System profitieren?

Nun – immerhin 4,4  Millionen in Deutschland – laut Wikipedia. Jeder zehnte Deutsche flüchtet vor Hartz IV in den Gesundheitshimmel, wo man Umsatz ganz einfach kaufen kann – mit Geld der Versicherten. Weiter kann man da lesen, das wir eins der teuersten Gesundheitssysteme der Welt haben. Dagegen wäre ja nichts einzuwenden, wenn es auch effektiv wäre … was es leider nicht ist. Nun – Müllprodukte in Massen zu schlucken ist halt nicht unbedingt gesundheitsfördernd, aber da mehr als zehn Prozent der Deutschen direkt von der Abzocke leben (und noch viel mehr indirekt), wird man so schnell dagegen keinen Wiederstand organisieren können.

245 Milliarden zahlen wir pro Jahr insgesamt in das System ein – 3062 Euro pro Person. Laut der Unternehmensberatung ATKearny fließen davon allein 40, 4 Milliarden in die Verwaltung (im Jahre 2010) – das sind 23 Prozent und damit ein vielfaches von dem, was ein normales Unternehmen sich an Verwaltung leisten kann – aber die Aufsichtsratspöstchen für Politiker sind halt unverzichtbar in diesem System. Jeder Bürger zahlt pro Kopf also knapp 500 Euro für Verwaltung des Gesundheitswesens im Jahr – selbst wenn er Kind eines Arbeitslosen ist. Sinnvoller wäre, er könnte sich davon Obst und Gemüse leisten – vielleicht sogar vom Biobauern. Das ist aber nicht drin, da müssen kostengünstige Fertiggerichte ausreichen – oder die beliebte Nudeln-mit-Industriezucker-Diät, die die Patienten von Morgen heranzüchtet.

Viel von dem Geld flließt natürlich auch als Werbeausgaben an die Medien – damit kritische Artikel nicht erscheinen. Selten kommt mal was im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – wie bei Frontal 21. „Das Pharmakartell“ hieß eine Sendung, die in der ZDF-Mediathek leider nicht mehr vorhanden ist – Suchende werden sie im Netz

noch finden.

Dr. Leonard Hansen, Chef der KV Nordrhein berichtet dort von seinen Erfahrungen, die er gemacht hat, als er versuchte, die Arzneikosten zu reduzieren, „Wir machen Sie platt“, „Wir klagen Sie in Grund und Boden“ – so tönten die Vorstände der Konzerne, während „Mitarbeiter“ deutlicher wurden:

„Pass auf, das nicht mal irgendwann ein Reifen vom Auto auf der Autobahn fliegt“.  „Da war schon richtiggehend Angst im Spiel“, meinte Hansen, der ein Jahr später seinen Rücktritt erklärte.

Wie man sieht, ist das Geschäft ernst.

Allein die ganze Verwaltung kostet schon mehr, als alle Hartz IV-Abhängigen zusammen verursachen. Ab Montag wird das Schwungrad jetzt nochmal richtig dolle gedreht, denn jetzt kann das System ganz ungehindert zulangen: die Konzerne diktieren die Horrorpreise, von denen sie ihre Lobbyisten bezahlen, die dann die Ärzte bestechen, damit die Kassen den überteuerten Ramsch bezahlen müssen … und so häufen wir Schulden an, die niemand bezahlen kann.

Aber wir wissen, wer Schuld hat: die Arbeitslosen.  Solange das Gesundheitssystem aber mehr Menschen beschäftigen kann als Arbeitslose auf der Straße stehen, werden die weiter abkassieren können – immerhin sind das auch Wähler.

Bezahlen – können wir das schon lange nicht mehr.

Und doch ist der Gesundheitsbereich nur ein kleiner Bereich der gesamtgesellschaftlichen Misere, die insgesamt noch schlimmer wird. Das ist kein Wunder: die Konzernmanager der Pharmaindustrie werden von den gleichen Unternehmensberatern beraten wie der Rest, sie durchlaufen die gleichen Schulungen wie die übrigen Wirtschaftsfürsten, weshalb man davon ausgehen kann, das das Denken in allen Branchen das Gleiche ist – nur betrifft der Gesundheitsbereich ausnehmend jeden Menschen in diesem Land in sehr persönlicher Art und Weise.

Banken zum Beispiel demonstrieren das Prinzip jetzt gerade in ganz großem Ausmaß. Das Geschäft läuft halt immer auf die gleiche Art und Weise – die Lobbyisten schwärmen aus, schmieren das System an allen entscheidenden Stellen, merzen Widerstand gnadenlos aus, sorgen für viele „Fortbildungen“, „Beratungen“, „Studien“ – und nebenbei für angenehme Unterhaltung in gediegener Atmosphäre: man kann Menschen auch einfach durch Freundlichkeit und Zuvorkommenheit in die gewünschte Richtung bringen. Der einsame und oft verkannte Abgeordnete der auf hintersten Bänken im kalten Berlin sein Dasein fern von der Heimat fristet, weiß das schon zu schätzen.

Wenn man sich ganz sicher im Sattel fühlt, kann man das ganz große Rad drehen wie jetzt in Europa – erst senkt man im großen Stil das Rating der Banken, streut Gerüchte über die größte Bankenkrise der Weltgeschichte, lässt Meinungsbildner absurde Rettungspläne vorstellen, die alternativlos werden, wenn man sich die Horrorszenarien anschaut, die man andernorts veröffentlicht. Das die ganze Bankenrettungsgeschichte eins-zu-eins einem betrügerischen Schneeballsystem gleicht, merken nur noch wenige – und wenn, dann ist das folgenlos, weil die Realität alternativlos geworden ist.

Georg Diez veröffentlicht hierzu seine Beobachtungen im Spiegel:

Was hier passiert, ist eine Verdoppelung der Worte und damit der Wirklichkeit, das Gleiche wird als das Gleiche gezeigt, was nur bedeutet, dass es keine andere Möglichkeit gibt, keine andere Meinung, kein anderes Denken außerhalb der Funktionalität der Apparate. Das ist Staatsfernsehen, nichts anderes, und es ist eine Verbeugung vor Angela Merkel und ihrer Art, die Welt zu sehen: „alternativlos“, so hat sie das genannt, ein harmloses, ein gefährliches Wort, weil es eine Weltsicht birgt, die jede Utopie vernichtet. Und eine Lüge, die sich selbst auffrisst, denn wenn etwas „alternativlos“ ist, bedeutet das auch das Ende von Politik, die sich ja gerade dadurch auszeichnet, dass sie gestaltet und Alternativen aufzeigt.

Ich schätze mal, das die Beobachtungen des Herrn Diez zukünftigen Historikern als wichtiges Dokument gelten, das die Gründe des Zusammenbruches der Weltwirtschaft belegt: es ist eine Verrottung und Verrohung des Denkens, der Moral, der Sprache und der Werte, die dies möglich gemacht hat. Nochmal Georg Diez:

Mein Kollege Dirk Kurbjuweit hat neulich bemerkt, dass die deutschen Fußballer bei den Pressekonferenzen immer wieder „sehr sehr“ sagen, meistens ist irgendwas „sehr sehr gut“, manchmal ist man auch nur „sehr sehr zufrieden“. Das französische Theoriekollektiv Tiqqun nennt das in ihrem gerade erschienenen Buch „Anleitung zum Bürgerkrieg“ eine „positive Anthropologie“: „Bilder von Glück, volle, wohlbekannte Sensationen, sanfte Worte, glatte Oberflächen, vertraute Gefühle, selbstbezogene Innerlichkeiten, kurz: die Narkose im Kilopack, und vor allem: kein Krieg, vor allem, kein Krieg.“

„Narkose im Kilopack“ führt dazu, das führende Ärztevertreter in Deutschland folgenlos von Pharmakonzernen mit dem Tode bedroht werden dürfen, während die Korruption aller niedergelassenen Ärzte erlaubt ist – auch wenn sie zu einer end(und nutz-)losen Preisspirale führt, die aus vielen Managern und Ärzten Millionäre macht, während des Sozialsystem Deutschlands schlichtweg kollabiert – mit tödlichen Folgen für die Kinder von Arbeitslosen.

Aber die Bananenrepublik Deutschland hat ja auch hier schon eine Antwort: „Hartz IV“ heißt hier die Methode jener „sozialen Säuberung“, die laut dem von Georg Diez zitierten Autorenkollektiv momentan läuft: „durch Auslese, durch Unsicherheit, durch Normalisierung und Modernisierung“ – siehe Laika-Verlag.

24. Juni 2012 – Deutschland ist offiziell Bananenrepublik geworden – und wie es sich für eine ordentliche Bananenrepublik gehört, scheint nur noch der Bürgerkrieg als Ausweg denkbar zu sein.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum unsere gesellschaftlichen Wächtermechanismen bei der Ärztekorruption versagen: die Revolutionäre können sich die Versorgung ihrer Wunden in diesem System gar nicht mehr leisten … und bei dieser umfangreichen Schmiererei, die nach dem Urteil vom 22.6. noch deutlich zunehmen wird, wird hier auch kein revolutionärer Arzt mehr heranwachsen.

Sieht man sich aber die Medienjauche an, die Tag für Tag über unsere Bildschirme schwappt, dann wissen wir, das zumindest der Unterhaltungssektor schon völlig auf Bananenrepublik umgeschaltet hat: alles ist sehr sehr toll, alles ist sehr sehr super, Deutsch sein ist ultraschön, alles ist megagut … wären da nicht die Griechen, die Arbeitslosen, die Alten, die Kranken, die Juden … äh, ach nein. Die sind schon vergast.

Aber die anderen?

Wie viel kostet es eigentlich, tödliche Medikamente gezielt Regimegegnern zu verordnen?

Würde man kaum merken – schon jetzt sterben mehrere zehntausend Menschen jährlich durch Arzneimittel.

So gesehen – bilden unsere Ärzte das Äquivalent zu den Todeschwadronen der mittelamerikanischen Bananenrepubliken … allerdings hoffe ich, das sie einfach nur ungezielt in der Gegend herumverordnen und noch nicht gezielt den Widerstand auslöschen.

Das ist wohl die einzige Gerechtigkeit (und der letzte noch verbliebende Unterschied zu den klassischen Bananenrepubliken), die noch bleibt: das Medikament tötet arm und reich gleichermaßen – auch alternativlos.

Nur durch die Therapie von Arbeitlosen könnte das System nicht so heiß laufen – da müssen die „Leistungsträger“ halt auch dran glauben.

 

 

 

 

Wahnsinnsspiel gestern! Deutschland gegen Märkte: 0:5 – und alle jubeln: nieder mit dem Amüsierpöbel!

Donnerstag, 14.6.2012. Eifel. War ein toller Tag gestern, oder? WIR haben gewonnen!  Jedenfalls glauben wir das, weil die Zeitungen heute morgen voll davon sind. Alle Zeitungen? Nein - das Handelsblatt nicht. Dort steht drin, das wir gestern ganz dick verloren haben: kaum hat Spanien Hilfe durch den Superultrarettungsschirm erhalten, wird es gleich drei Punkte herabgestuft - kurz vor "Finanzmüll".  Das kostet viel Geld, das die spanischen Bürger eigentlich genauso dringend brauchen wie ihre Realwirtschaft ... aber Bürger und Realwirtschaft bringen halt nicht die Rendite, die man braucht, um ein arbeits - und sorgenfreies Leben auf Kosten  anderer Menschen zu erreichen. Weil aber immer mehr Menschen genau dieses arbeitsfreie Leben wollen ("Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten"!), müssen immer mehr Menschen ohne Geld auskommen, ohne Geld arbeiten gehen und ohne Geld wirtschaften. Wahnsinn, oder? Das sehen auch andere Leute so, siehe Nigel Farrage in der IBT: "... wenn ich in die Augen der Staats-und Regierungschefs Europas blicke, dann sehe ich jetzt Wahnsinn, absoluter, totaler und völliger Wahnsinn."

Donnerstag, 14.6.2012. Eifel. War ein toller Tag gestern, oder? WIR haben gewonnen!  Jedenfalls glauben wir das, weil die Zeitungen heute morgen voll davon sind. Alle Zeitungen? Nein – das Handelsblatt nicht. Dort steht drin, das wir gestern ganz dick verloren haben: kaum hat Spanien Hilfe durch den Superultrarettungsschirm erhalten, wird es gleich drei Punkte herabgestuft – kurz vor „Finanzmüll“.  Das kostet viel Geld, das die spanischen Bürger eigentlich genauso dringend brauchen wie ihre Realwirtschaft … aber Bürger und Realwirtschaft bringen halt nicht die Rendite, die man braucht, um ein arbeits – und sorgenfreies Leben auf Kosten  anderer Menschen zu erreichen. Weil aber immer mehr Menschen genau dieses arbeitsfreie Leben wollen („Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten“!), müssen immer mehr Menschen ohne Geld auskommen, ohne Geld arbeiten gehen und ohne Geld wirtschaften. Wahnsinn, oder? Das sehen auch andere Leute so, siehe Nigel Farrage in der IBT„… wenn ich in die Augen der Staats-und Regierungschefs Europas blicke, dann sehe ich jetzt Wahnsinn, absoluter, totaler und völliger Wahnsinn.“

„Völliger Wahnsinn“ … und ganz Deutschland ist am Jubeln, weil sie keine Ahnung haben, was „Wirtschaft“ eigentlich bedeutet. Essen kommt vom Aldi, das war schon immer so und wird immer so bleiben.

Natürlich werde ich es nicht wagen, den Fußballgott zu attackieren. Ich bin doch nicht wahnsinnig … aber kann man sich vielleicht vorstellen, wie die deutsche Presse darauf reagieren würde, wenn sie erführe, das gestern der Chef der Piratenpartei beim Videospiel „Mario Kart“ den Highscore für Westeuropa geknackt hat?

Man braucht nicht lange drüber nachzudenken. Obwohl Mario Kart ein Spiel wie jedes andere ist (also wie Halma, Schach, Fußball und Verstecken), würde ein Eimer Häme über den armen Sieger ausgekippt werden, weil er als erwachsener Mensch wertvolle Lebenszeit mit Spielen verbringt. Man würde ihm nicht zugute halten, das das Spiel weniger Ressourcen verbraucht als die EM und auch für die Umwelt verträglicher ist – und erst recht wäre er als ernstzunehmende politische Person „völlig draussen“, während sich niemand etwas dabei denkt, wenn eine deutsche Bundeskanzlerin ihre knappe Zeit nicht mit der Rettung der deutschen Wirtschaft sondern mit „Spiel gucken“  verbringt … immerhin geht es in diesen Tagen um „das Endspiel von Berlin“, so Chashkurs.

Jenes „Endspiel“ von Berlin bedeutet nichts anderes als das durch den ESM-Vertrag endgültig besiegelte Ende der wirtschaftlichen Souveränität des deutschen Staates womit die „Märkte“ einen direkten Zugriff auf IHR EIGENHEIM bekommen. Ja, genau – und zwar auch, wenn Sie nicht arbeitslos sind. Das sagt ihnen nur keiner … oder jedenfalls keiner jener Journalisten, die auf das Wohlwollen der Märkte so angewiesen sind wie die Politiker.

Der Staat wird dann in der Tat alle Zahlungsaufforderungen der EU innerhalb kürzester Frist nachkommen müssen … und das endet – wie in Kriegszeiten üblich – damit, das SIE umgehend eine Zwangshypothek auf ihr schon abbezahltes Häuschen aufnehmen müssen, damit der Staat das Geld nach Brüssel überweisen kann. Auch als Mieter werden Sie sich nicht freuen können – neue Gesetze werden Mietpreissteigerungen in ungeahnten Höhen ermöglichen – mal ganz abgesehen von den Preissteigerungen bei Brot, Wasser, Strom und Benzin.

Hätten wir Ahnung von Wirtschaft, würden wir das alle jetzt schon sehen können. Dann wüssten wir, das wir nach der Logik der Märkte schon längst den Weg Griechenlands gehen. Pimco sieht das laut NTV ebenso:

Der Vermögensverwalter Pimco hat wegen der Schuldenkrise nur noch wenige Bundesanleihen in seinen Depots. „Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität“, erklärte Andrew Bosomworth, Fondsmanager und Deutschland-Chef der Allianz-Tochter. Schließlich drohten dem Bundeshaushalt durch die milliardenschwere Rettungsschirme und anderweitige Verluste enorme Belastungen.       

Gerade weil wir für die Schulden haften, werden unsere Anleihen langfristig weniger wert, wodurch ihnen ganz schnell ein ganz fieses Rating droht, was sie schneller stürzen lässt als einen Stein in einen Brunnen.

Irland, Island, Griechenland, Portugal und Spanien haben das gerade erlebt, Italien ist als nächster dran. Welche Entwicklung dem ganzen europäischen Kontinent droht, kann man vielleicht erahnen, wenn man den „Freitag“ liest:

Flüchtlinge und Kliniken bleiben ohne Lebensmittel, weil Lieferanten nicht mehr bezahlt werden können. Die Rede ist nicht von Somalia, sondern einem EU-Staat

Niemals hätten wir früher gedacht, das wir solche Schlagzeilen einmal lesen müssten. Heute gelten sie Griechenland, morgen Deutschland und übermorgen der ganzen Welt, aber in Zeiten des bürgerlichen „Cocooning“ (ein modernes Wort für die Rückkehr des Biedermeyer) hegen wir den primitiven Glauben, das das Elend für immer und ewig in unserem heiligen Bildschirm gefangen bleibt und niemals in unseren Kühlschrank oder auf unserem Konto Einzug hält.

Was für ein erbärmlicher Aberglaube.

Dabei hilft sogar ein Blick in die Tagesschau – jenem zentralen Leitmedium aller Deutschen – um zu erkennen, an welchem Abgrund wir stehen. Lauschen wir den Worten des Kommentators Stefan Troendle, der in einer leidenschaftlichen Rede Italien verteidigt … und dabei gruselige Fakten über Deutschland offenbart:

Ich meine: Es reicht! Man kann ein Land nämlich auch in die Pleite reden und genau das passiert hier zurzeit. Noch nie war so offensichtlich, von welchen Interessen die Berichterstattung gesteuert wird: aus dem Lager der Börsen-Spekulanten, der Heuschrecken-Hedgefonds, der Ratingagenturen, von den Zockern also, die mit derartigen Spekulationsluftblasen jede Menge Geld verdienen.

Nun – das Berichterstattung „gesteuert“ werden kann, ist eine Wahrheit, die eigentlich schon lange nicht mehr ins „öffentlich-rechtliche“ Fernsehen gehört, das die „Märkte“ und ihre Desinformationsabteilungen dies gezielt tun, um Staaten zu ruinieren, ist eine Erkenntnis, die eigentlich in die demokratisch-freiheitliche Medienwelt der idealistischen und kritischen Blogosphäre gehört, schön deshalb zu sehen, das man diesen Trend auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk registriert. Schön aber auch, das hier mal andere hässliche Wahrheiten über Deutschland direkt angesprochen werden, nochmal Herr Troendle:

Auch Deutschland hat übrigens eine Staatsverschuldung, die weit über dem eigentlich zulässigen Limit liegt. In absoluten Zahlen ist sie sogar höher als die in Italien. Was würde eigentlich passieren, wenn in Deutschland das Wirtschaftswachstum zum Erliegen kommen oder die Wirtschaft gar schrumpfen würde? Wir stünden zahlenmäßig wohl noch schlechter da als Italien.

Wann wird wohl der Tag kommen, da wir Deutschen merken, das wir auch Griechen sind? Wann wird der Tag kommen, an dem deutsche (oder europäische) Politiker so zu uns reden, wie der Schäuble gerade zu den Griechen redet? Lauschen wir doch mal unserem Minister, Ulrich Rippert bei WSWS hat hier was passendes Zusammengetragen:

Am Vorabend der Wahl in Griechenland verschärft die deutsche Regierung ihre Drohungen. „Es gibt keinen bequemen Weg“, betonte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Anfang der Woche in mehreren Pressemeldungen. Die von der Bundesregierung und der EU diktierten Sozialkürzungen und Entlassungen im öffentlichen Dienst – Schäuble nennt das beschönigend „Anpassungsmaßnahmen“ – seien unumgänglich und nicht verhandelbar, und zwar egal wie das Wählervotum ausfalle.

Noch deutlicher drückte sich Schäuble in einem Interview mit dem ZDF heute journal am Samstagabend aus. Griechenland müsse die Bedingungen der EU einhalten, „da können die Griechen wählen, wie sie wollen“, sagte er.

Da wissen wir, wie unsere Zukunft aussieht:

„Am Vorabend der Bundestagswahl von 2013 verschärft die EU ihre Drohungen. Die angeordneten Massenentlassungen im öffentlichen Dienst durch Auflösung der Jobcenter und Gemeindeverwaltungen bei begleitender Anpassung der Sozialleistungen auf griechischem Niveau seien unumgänglich und nicht verhandelbar, da können die Deutschen wählen, was sie wollen“. 

Das wäre dann das endgültige Ende von Hartz IV, das ja viele zurecht herbeisehnen. Eine „Angleichung“ europäischer Sozialleistungen wäre auch gut zu verkaufen … in jenem neuen, europäischen Supereinheitswirtschaftsraum.

Hört sich gruselig an, oder? Ist aber jetzt schon gelebte europäische Realität … und wird noch viel schlimmer, wenn man genauer hinschaut, denn dann entdeckt man, das die EU schon längst Pläne in der Tasche hat, sich großzügig beim deutsche Sparer zu bedienen, siehe Merkur-online:

Wird die deutsche Einlagensicherung zur Rettung der Kundengelder insolventer ausländischer Banken eingesetzt? Die EU-Kommission plant dies. Bankenvertreter reagieren entsetzt.

Gut, das wir normalen Bankkunden besser über die Wade des Herrn Schweinsteiger informiert sind als über die Bedeutung der Einlagesicherung der deutschen Banken … wir würden sonst vor Angst zittern, das die Pleitebanken ihre Spekulanten mit unseren Spargeldern beglücken dürfen, während wir Zwangsanleihen mit unseren Hypothekengeldern zeichnen oder hungernd auf der Straße liegen dürfen.

Wie schön, das wir zu dieser Entwicklung gerade den passenden Bundespräsidenten haben, der unsere Gesellschaft gerade „einnordet“ … in eine Richtung, die mehr als unheimlich ist. Der Herr Gauck hat nämlich eine neue Worthülse präsentiert … und damit überraschend ganz neue Werte für die Gesellschaft gesetzt – also das getan, was für einen Bundespräsidenten ja auch Auftrag ist.

Die „glückssüchtige Gesellschaft“ (in anderen Zusammenhängen kritisiert bei Telepolis oder der „jungen Welt„) als „Feindbild“ des „anständigen Deutschen“ hat nicht nur Konsequenzen für die Kriegstauglichkeit unserer Gesellschaft. Diese Wort markiert einen weiteren Schritt des Umbaus einer demokratischen Zivilgesellschaft in ein nationales europäisches „marktkonformes“ Arbeitslager, in das wir seit der Agenda 2010 gezielt hineinmarschieren. 

Wo die „glückssüchtige Gesellschaft“ aber zum Feindbild wird, werden Hunger, Obdachlosigkeit, Krankheit und früher Tod zum Standard – so als ob wir im Krieg leben würden … weshalb man schnell auf die Idee kommen kann, das die Idee der „Kriegsanleihen“ gar nicht so weit hergeholt ist.

Aber es war ja auch eine Rede vor Soldaten – da kann man diese neue „Wahrheit“ einmal risikofrei ausprobieren, um sie dann von dort aus (mit militärischem Begleitschutz) in die breite Gesellschaft zu tragen, die sich eifernd und geifernd vor ihrer Oberschicht niederwerfen soll, um jubelnd ihr tägliches Unglück in Empfang zu nehmen.

Aber das machen die ja vielleicht gerne … Hauptsache, sie gewinnen bei Mario Kart, Fussball, Halma, Schach oder Verstecken.

Aber schön zu sehen, das den Deutschen spielen immer noch Freude macht, auch wenn man jetzt schon erahnen kann, das gewisse „Kräfte“ den „glückssüchtigen Deutschen“ auch diesen Spaß noch austreiben werden. Zum Abschluss … für die Freunde des gepflegten Gruselns … noch ein paar Auszüge aus der „Sportpalastrede“, die aktueller denn je scheint, wo doch wieder gegen den glückssüchtigen deutschen „Amüsierpöbel“ gewettert wird (zitiert nach Nationalsozialismus.de):

Das im Nationalsozialismus erzogene, geschulte und disziplinierte deutsche Volk kann die volle Wahrheit vertragen. Es weiß, wie schwierig es um die Lage des Reiches bestellt ist, und seine Führung kann es deshalb gerade auch auffordern, aus der Bedrängtheit der Situation die nötigen harten, ja auch härtesten Folgerungen zu ziehen.

Die Fleißigen besitzen einen Anspruch darauf, daß, wenn sie zehn und zwölf und manchmal vierzehn Stunden täglich arbeiten, sich direkt neben ihnen nicht die Faulenzer räkeln und gar noch die anderen für dumm und nicht raffiniert genug halten. Die Heimat muß in ihrer Gesamtheit sauber und intakt bleiben.

Der Krieg ist nicht die richtige Zeit für einen gewissen Amüsierpöbel. Unsere Freude ist bis zu seinem Ende die Arbeit und der Kampf, darin finden wir unsere tiefe innere Genugtuung. Wer das nicht aus eigenem Pflichtgefühl versteht, der muß zu diesem Pflichtgefühl erzogen, wenn nötig auch gezwungen werden. Hier hilft nur hartes Durchgreifen.

Und dieses harte Durchgreifen erleben unsere Arbeitslosen, Leiharbeiter, die Griechen, Spanier, und Portugiesen schon jeden Tag. Jetzt trifft es auch den deutschen Amüsierpöbel … und bald dürfen wir unser Eigentum wieder für Kriegsanleihen verpfänden, diesmal für den „Krieg der Märkte gegen den Euro“.

Darum gleicht auch Goebbels Rhetorik der Rhetorik gegen Arbeitslose – und Gauck´s Rhetorik der von Goebbels.

Dazu kann man nur sagen: Wahnsinnsspiel!

Nur leider … ist es kein Spiel.

Das werden auch die bitter merken müssen, die heute noch jubeln.

 

 

 

 

Hartz IV ist rechtsextrem.

Donnerstag, 26.4.2012. Eifel. Überall redet man derzeit von Rechtsextremismus. Glaubt man dem Eindruck, den die Presse vermitteln will, dann sind alle Rechtsradikalen in der Piratenpartei. Ein paar denkwürdige Gestalten findet man da schon - ich hatte sie schon 2009 gefunden. Ebenso hatte ich 2009 darauf hingewiesen, das die Piratenpartei (sofern sie ihrer Agenda treu bleibt) zwischen 10 - 15% der Wählerstimmen bekommen kann: noch nicht mal die engagiertesten Piraten wollten mir in der Einschätzung folgen. Gut, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht. Vielleicht werden die Piraten gerade wegen ihrer braunen Flecken gewählt, in Frankreich jedenfalls ist braun gerade ganz groß in Mode: jeder fünfte Wähler steht darauf. Andererseits: sollte man sich wundern, das in Deutschland eine neue Partei gewählt wird, die auf alte Fragen keine Antworten hat, während alten Parteien schon seit Jahren nichts Neues mehr einfällt? Reden wir doch auch mal über Rechtsextremismus - so wie alle. Über Rechtsextremismus in Deutschland. Über Rechtsextremismus in der deutschen Regierung der letzten zehn Jahre - jenen Rechtsextremismus, der schon real Menschenleben gefordert hat.

Donnerstag, 26.4.2012. Eifel. Überall redet man derzeit von Rechtsextremismus. Glaubt man dem Eindruck, den die Presse vermitteln will, dann sind alle Rechtsradikalen in der Piratenpartei. Ein paar denkwürdige Gestalten findet man da schon – ich hatte sie schon 2009 gefunden. Ebenso hatte ich 2009 darauf hingewiesen, das die Piratenpartei (sofern sie ihrer Agenda treu bleibt) zwischen 10 – 15% der Wählerstimmen bekommen kann: noch nicht mal die engagiertesten Piraten wollten mir in der Einschätzung folgen. Gut, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht. Vielleicht werden die Piraten gerade wegen ihrer braunen Flecken gewählt, in Frankreich jedenfalls ist braun gerade ganz groß in Mode: jeder fünfte Wähler steht darauf. Andererseits: sollte man sich wundern, das in Deutschland eine neue Partei gewählt wird, die auf alte Fragen keine Antworten hat, während alten Parteien schon seit Jahren nichts Neues mehr einfällt? Reden wir doch auch mal über Rechtsextremismus – so wie alle. Über Rechtsextremismus in Deutschland. Über Rechtsextremismus in der deutschen Regierung der letzten zehn Jahre – jenen Rechtsextremismus, der schon real Menschenleben gefordert hat.

Dazu brauchen wir erstmal eine Definition. Wann immer wir die brauchen, können wir bei der Bundeszentrale für politische Bildung vorbeischauen und stellen dort fest: die haben auch keine. Trotz Hitler. Aber wenigstens haben sie ein paar Anhaltspunkte: Generell gilt: Rechtsextremisten lehnen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab und wollen − auch unter Anwendung von Gewalt − ein autoritäres oder gar totalitäres staatliches System errichten, in dem nationalistisches und rassistisches Gedankengut die Grundlage der Gesellschaftsordnung bilden sollen. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung – das erfährt man dort – zeichnet sich durch gewisse Qualitäten aus:

  • Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung
  • Volkssouveränität
  • Gewaltenteilung
  • Verantwortlichkeit der Regierung
  • Gesetzmäßigkeit der Verwaltung                                                                

Das ist sie, die Freiheit, die wir noch haben. Oder haben sollten. Volkssouveränität zum Beispiel – das erleben wir doch gerade ganz dolle. Keiner will nach Afghanistan: trotzdem sind wir da. Keiner will den Rettungsschirm (der Bankmanager und ihre Anwälte und IT-Fachleute vor den Folgen ihrer eigenen Skrupellosigkeit schützt), trotzdem wird der immer größer. Keiner wollte Hartz IV – aber trotzdem kriegen das bald alle.

Ja, mit Hartz IV sind wir dann auch bei einem ganz interessanten Thema. Die politischen Parteien meiden es gerne, es ist ihnen peinlich – aber trotzdem ist es da, aktuell durch eine Gerichtseinscheidung wieder ins Bewußtsein geraten: ein Berliner Gericht hält den Regelsatz für zu niedrig. Ich verweise zu dieser Nachricht auf den Spiegel, der sie mit einem treffenden Bild untermalt: man sieht übergewichtige Frauen mit Kinderwagen.

So stellt sich auch die Politik den neuen Untermenschen, den modernen Juden vor: frisst einem verantwortungslos die Haare vom Kopf, vermehrt sich wie die Karnickel und ist verweigert sich völlig dem modernen Hochleistungstrend.

Der Untergang droht, wenn man diese „Parasiten“ nicht effizient bekämpft.

Es gibt sie wieder, diese Untermenschen – und ein weiterer Spiegelautor führt dies nebenbei beim Thema Betreuungsgeld nochmal deutlich aus: es gibt wieder gute Kinder und schlechte Kinder in diesem Land … also auch gute Menschen und schlechte Menschen. Der Fokus ist sich nicht zu blöde, gleich mal flankierend beizuspringen und den Untergang des Abendlandes durch den Sozialstaat an die Wand zu malen, das Wort „Wohlstandsmafia“ erblickt die Welt, logischerweise werden die Alten ebenfalls zur Zielscheibe der Kritik, das zwanzig Prozent von ihnen im Alter schon jetzt eingesperrt werden, scheint vielen wohl noch zu wenig.

Bis die öffentliche Kennzeichnungspflicht von Hartz IV-Empfängern durchgesetzt ist, wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein.

Dabei droht Hartz IV immer mehr Menschen. Der Bayrische Rundfunk informiert gerade mal aktuell darüber, wie Kommunen ihre Bürger ausnehmen, von kalter Enteignung mittels überflüssiger Gemeindebauprogramme ist da die Rede. Aus gleicher Quelle stammen die Berichte über die Armutsfalle Krankheit. Soweit ist es mit uns schon gekommen: Krankheit macht wieder arm, Eigentum auch – wenn man zu wenig davon hat.

Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten?

Fehl am Platze.

Statt dessen wird für die Arbeitslosen ein autoritäres staatliches System errichtet, in dem – auch unter Anwendung tödlicher Gewalt (man nennt es vornehm: „Sanktionen“, die aber tödliche Folgen durch völligen Entzug von Nahrung und Wohnraum haben können) – nationalistisches und rassistisches Gedankengut („Wir sind Deutschland“ … und IHR nicht!) zur Grundlage der Gesellschaftsordnung machen, einer Ordnung, die sich – frei nach SPD-Mann Müntefering – in dem Satz erschöpft, das derjenige, der keine Arbeit hat, auch nichts zu essen bekommen soll.

Obdachlosigkeit und Hunger machen Menschen in der Regel tot. Mangels Bildung ist dies in Kreisen der SPD-Spitze scheinbar nicht mehr bekannt.

Verantwortlichkeit der Regierung gegenüber jenen Menschen, die infolge einbrechender Wirtschaften oder landesweiter Einstellungsstopps (bzw. Krankheit oder  Steuerwahn der Gemeinden) in die Arbeitslosigkeit rutschen? Fehl am Platze.

Gesetzmäßigkeit der Verwaltung?

Einfach mal die Prozessflut zu Hartz IV sehen – sogar die Hungerregelsätze sind mit dem Gesetz nicht zu vereinbaren.

Volkssouveränität?

Einfach mal fragen, was denn normale, nicht beamtete Arbeitnehmer von der Tatsache halten, das kranke fünfzigjähre Arbeitnehmer, die fünfunddreissig Jahre wie die Blöden geschuftet und sich ihr kleines Häuschen mühsam vom Munde abgespart haben von der Tatsache halten, das arbeitsscheue Jugendliche das gleiche Geld bekommen das auch ihnen zusteht: aber erst, nachdem sie die angesparte Ausbildungsversicherung für ihre eigenen Kinder aufgebraucht haben.

Ich denke, würde man den Souverän fragen – jenseits der faschistischen Hetzpresse – so würde er das für asozial halten. Ungefähr für so asozial, wie die Tatsache, das Parlamentarier sich in Zeiten wachsender Armut ständig steigende Luxusdiäten gönnen.

Deutlicher kann man die Spaltung zwischen Volk und Parteien nicht deutlich machen.

Sieht man sich aktuelle Pressemeldungen an, so scheint es auch mit der Gewaltenteilung nicht mehr so weit her zu sein …. jedenfalls nicht mit der Trennung von Staat und vierter Gewalt, der Presse.

Dort sieht man den Bürger als solchen als eine Gefahr für Europa an – und seine Intelligenz als „nutzlose Idioten“, die man auch im Detail an ihren Berufen erkennen kann, siehe Welt:

Soeben hat die amerikanische Online-Zeitung „The Daily Beast“ eine Liste der dreizehn nutzlosesten Master-Abschlüsse veröffentlicht. Es sind: Politik, Geschichte, Musik, Touristik, Anthropologie und Archäologie, Journalismus, Literatur, Philosophie und Religion, Architektur, Grafik und Design, Film, Video und Fotografie, Theater und Kunst.

Aus der Geschichte lernen zu wollen, die Wiederholung alter Fehler in der aktuellen Politik vermeiden zu wollen, gar mit Weisheit und Wissen des Leben der Bürger schützen zu wollen macht einen zu einem Idioten. Und die Idioten, die so etwas behaupten, arbeiten weiter daran, einen unendlichen Rettungsschirm zu basteln, der die „erfolgreicheren“ Studiengänge vor den Folgen ihrer Taten auf Kosten des Steuerzahlers schützt, wie auch der SS-Mann von seiner Partei vor den Folgen seiner Taten geschützt wurde.

Wer sich nun groß über einen Braunen in der Piratenpartei echauffiert (der bei genauem Hinsehen einfach nur nicht differenziert genug gedacht hat und weit entfernt ist vom aktuellen Sozialfaschismus der SPD/CDU/CSU/FDP/GRÜNEN-Blocks – dem auch die Linken zugeneigt sind), der sollte auch mal einen Blick auf den aktuellen, lebendigen Faschismus in den Reihen der eigenen Regierung wagen.

Für Arbeitslose ist das Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung doch nur noch ein schlechter Witz.

Und mal ehrlich: Arbeitslose haben nicht die Finanzmärkte reguliert und den deutschen Arbeitsmarkt für Heuschrecken freigegeben, sie haben nicht kurzfristige Superrenditen durch Massenentlassungen erzielt noch gestalten sie – ganz wichtig! – die Preise fürs Überleben, die heute von Regierung und Konzernen diktiert werden.

Sie wurden einfach nur in einer Welt geboren, die nur gesunde, junge, schöne Menschen bis 35 bei sich dulden möchte (und eigentlich noch nicht mal die, wenn man die aktuelle Entwicklung in Europa genau betrachtet) – der Rest soll sehen, wo er bleibt.

Sie sind Opfer einer modernen Form des Faschismus: des Sozialfaschismus, in dem immer weniger „gute“ Reiche gegen immer mehr „böse“ Arme ankämpfen – Rassismus pur, der sich eher am Geldbeutel denn an der Hautfarbe orientiert.

Zu krass formuliert?

Dann stellen Sie sich doch bitte mal gleich heute in der Hauptshoppingallee Ihres Heimatortes hin und halten ein Schild vor sich mit der Aufschrift: „Ich lebe von Hartz IV!“.

Trauen Sie sich das?

Ich denke, Sie wissen, warum Sie das nicht tun – genauso, wie Sie auch wissen, das „Verantwortlichkeit“ für unsere Regierung ein Fremdwort ist, weil jeder, der das Spiel des Sozialfaschismus gut vorantreibt und der Bewegung tüchtig dient einen Platz an der Konzernsonne erhält, wo man auf Kosten aller fürstlich speisen kann, während andere den Dreck der Tafeln fressen müssen, den Abfall, der wirklich jeden Wert verloren hat.

Aber es passt ja, das Menschen, die für die Regierung jeden Wert verloren haben, Essen bekommen, das auch jeden Wert verloren hat, während Politiker  in ihrer Ausgabenwut keine Grenzen kennen und sogar in Pleiteländern großzügig zugreifen, wenn es um die Finanzierung von Wahlkämpfen geht.

In breiter Front Krokodilstränen über einzelne braune Piraten abzulassen, während man über tödlichen, erniedrigenden Faschismus im Alltag kein Wort verliert, ist eine Heuchelei der Superlative … und der billige Versuch, die einzige Partei in der deutschen Parteienlandschaft zu diskreditieren, die aktuell gegen den herrschenden Sozialfaschismus die Notbremse in Form des Grundeinkommens ziehen will und deren AG Geldordnung eine überraschend umsichtige Stellungnahme zum ESM verfasst hat (die man dem Hartz-Block in der deutschen Parteienlandschaft gerne zur Lektüre empfehlen darf).

Wenn wir über Rechtsextremismus in der Bundesrepublik reden wollen, ist das begrüßenswert.

Dazu gehört aber auch die Erkenntnis, das Hartz IV rechtsextremer ist, als es selbst die braunsten Piraten je sein werden – jedenfalls aus einer Perspektive heraus, die Rechtsextremismus  umfassender beurteilt und ihn nicht nur als einen vergangenen, einmaligen und nie wieder zu befürchtenden Ausnahmezustand der deutschen Gesellschaft von 1933 – 1945 beschreibt, sondern als lebendiges, wirkendes Unwesen versteht, das seit einigen Jahren auch wieder in der deutschen Parteienlandschaft tobt – wenn auch unter anderem Namen und mit anderen, parteiübergreifenden Organisationsformen.

Wem nun noch das nationalistische Element in der aktuellen Politik fehlt, der ersetze einfach „Deutschland“ durch „Europa“ – und schon ist es da … das neue deutsche Reich, das man aber anders nennen wird.

Vielleicht Hartzland?

Passen würde es – nachdem die Rettungsschirme immer mehr Bürger in Arbeitslose verwandeln.

 

 

 

 

 

 

23 Statistiken über die Wirtschaftskrise

Hier hat sich jemand viel Mühe gemacht:

Die Wirtschaftskrise wütet in Europa und es ist keine Besserung in Sicht. Die europäischen Volksvertreter haben Schulden von unvorstellbaren Ausmaß aufgetürmt und bekommen nun die Rechnung präsentiert. Der „Point of no return“ ist längst überschritten. Als einziger Lösungsvorschlag wurde uns das Sparen präsentiert. Doch jene Staaten die damit auch nur ansatzweise begannen schlitterten in eine Rezession. Ein typisches Beispiel ist Griechenland. Trotz Hilfspakete und Beschneidung der Arbeitnehmerrechte sowie des Sozialsystems verschlimmert sich die Lage zusehends. Es folgten Streiks und Ausschreitungen. Doch auch in Spanien, Italien und Portugal herrschen ähnliche Zustände. Hier nun 23 Statistiken über die europäische Wirtschaftskrise, die fast zu verrückt sind, um sie zu glauben:

Weiterlesen…

Die besten Aprilscherze 2012. Piratenpartei, ESM, Schlecker und Wulff

Sonntag, 1.4.2012. Eifel. Ein schöner sonniger Tag - und ein besonderer Tag. Heute ist der Tag, wo man es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, jener Tag, an dem man seine Mitmenschen "in den April schicken" darf. Eigentlich ein Tag, an dem man die Nachrichtenwelt meiden sollte. Zu schnell geht man üblen Lügnern auf den Leim, zu schnell läuft man mit einer sensationellen Nachricht durch die Welt, die im Grunde genommen nur eine Ente ist. Da ich heute aber Zeit und Muße habe, habe ich mir erlaubt, die größten Enten zu identifizieren. Die erste ist: PIRATENPARTEI ÜBER NEUN PROZENT! Selten so gelacht. Als wäre es in Deutschland möglich, mit "Von-dem-Thema-haben-wir-keine-Ahnung" Wählerstimmen zu ergattern, erst recht, wo der Antisemitismus der Piraten sich mitlerweile als Dauerbrenner entpuppt - hier eine Twitternachricht des Ex-CDU-Piraten Kevin Barth bei Cicero:

Sonntag, 1.4.2012. Eifel. Ein schöner sonniger Tag – und ein besonderer Tag. Heute ist der Tag, wo man es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, jener Tag, an dem man seine Mitmenschen „in den April schicken“ darf. Eigentlich ein Tag, an dem man die Nachrichtenwelt meiden sollte. Zu schnell geht man üblen Lügnern auf den Leim, zu schnell läuft man mit einer sensationellen Nachricht durch die Welt, die im Grunde genommen nur eine Ente ist. Da ich heute aber Zeit und Muße habe, habe ich mir erlaubt, die größten Enten zu identifizieren. Die erste ist: PIRATENPARTEI ÜBER NEUN PROZENT! Selten so gelacht. Als wäre es in Deutschland möglich, mit „Von-dem-Thema-haben-wir-keine-Ahnung“ Wählerstimmen zu ergattern, erst recht, wo der Antisemitismus der Piraten sich mitlerweile als Dauerbrenner entpuppt – hier eine Twitternachricht des Ex-CDU-Piraten Kevin Barth bei Cicero:

ok. Ich bin also Antisemit weil ich die israelische Kackpolitik und den Juden an sich unsympathisch finde weil er einen sinnlosen Krieg führt?

Ebenfalls bei Cicero findet man Zitate, die der führenden Saarlandpiratin zugesprochen werden:

„Somal ich finde das zum beispiel wennunsere soldaten in de irak geschickt werden ich finde es unnötig“

Cooles Deutsch, oder? Geht aber noch besser.

„Unsere soldaten [sind] für so länder einfach zu schade jeder einzelne deutsche soldat tut mir leid der wegen so A… umkommt“.

Gut, das die Meldung über die Wahlaussichten der Piraten nur der Phantasie ulkender Autoren entspringt, denn die Piraten wissen weder, wann sie Antisemitisten sind, noch wissen sie was über Afghanistan – was kein Wunder ist, wenn sie deutsche Truppen im Irak vermuten. Jedenfalls sorgen die Musikkonzerne gerade mit einer breiten Offensive an den Schulen für Aufklärung über Netzpiraterie und wollen der Partei so den Nährboden entziehen – wahrscheinlich haben die Piraten aber auch davon keine Ahnung.

Der nächste Aprilscherz hat es ebenfalls in sich: da will man uns doch in der Tat verkaufen, das es in Deutschland antikapitalistischen Widerstand gibt, der auch Polizisten haut. Ha ha ha – selten so gelacht. Da die Deutschen in der Tat mit ihrer neu für sich entdeckten Biedermeierkultur der absoluten Abkapselung von der politischen Realität keine Ahnung von Kapitalismus und seinen Nebenwirkungen haben, wäre eine antikapitalistische Demo in Deutschland so wahrscheinlich wie Schnee in der Sahara – und außerdem würden die Konzernmedien nie darüber berichten. Machen die doch auch sonst nicht. Im Zusammenhang mit dieser Demo stehen auch die nächsten Nachrichten: die Rettungsschirme laufen ja gerade auf 800 Milliarden Euro – oder waren es 800 Billionen? Nein – das kommt sicher noch. Frankreich hat ja erstmal zusammen mit der OECD die Billion ins Spiel gebracht … oder war das jetzt doch die Billiarde. Das sind halt utopische Zahlen, die man sonst nur im Mathematikunterricht kennenenlernt und dann schnell wieder vergisst.

Jetzt hat man uns zum April den deutschen Anteil davon ausgerechnet: es sind 400 Milliarden Euro.  Ha ha ha – selten so gelacht. Erstmal hat der Schäuble in der Tagesschau erklärt, das wir nur 28% von dem Schirm tragen. Ausserdem gilt ja auch generell: niemals geht der Schirm über 500 Milliarden Euro. Und wenn Merkel und Schäuble das sagen, dann gilt das auch. Deshalb konnte ich auch leicht den nächsten Aprilscherz in der Welt outen:

Wenn der Rettungsschirm installiert ist, darf er über den Gouverneursrat Zugriff auf die deutschen Staatsfinanzen nehmen. Er steht außerhalb demokratischer Kontrolle. Sparer sollten sich absichern.

Ha ha ha …. der war echt gut, oder. Also ob die Merkel wirklich irgendwelchen Gouverneuren Zugriff auf die deutschen Staatsfinanzen nehmen würde … und dadurch den deutschen Kleinsparer gefährden.

Noch besser aber ist der Schleckerwitz. Da geht eine Firma pleite, weil sie Mitarbeiter bescheiden behandelt, Läden lieblos führt und Leiharbeiter gnadenlos auspresst. Dann hat sie auf einmal kein Geld mehr und der Firmenchef ist bankrott. So bankrott, das fast die deutschen Steuerzahler für die Rettung eines Unternehmens hätten bezahlen müssen, bei dem sie einfach nicht einkaufen wollten. Jetzt die Aprilscherznachricht: wenn der Steuerzahler halt nicht für die Rettung des Leiharbeitermissbrauchs einspringt, dann kaufen Schleckers Kinder den Laden einfach wieder zurück.

Ha ha ha.

Der beste ist aber: Ehepaar Wullf schreibt seine Memoiren. 598 Bundespräsidentengattin – da hat man viel zu erzählen, was der Deutsche dringend erfahren muss. Angeblich gibt es schon Honorarangebote in siebenstelliger Höhe. Blödsinn … obwohl … gehört nicht auch der Maschmeyer zu diesen Freunden? Und der kauft doch die Memoiren seiner Freunde zu genau diesem Preis.

Nun … vielleicht war das doch kein Aprilscherz.

Man kann ja auch nicht erwarten, das man immer alle findet – so wie den in der FAZ über die geplante neue Rechtschreibreform, die zur Verbesserung der internationalen Kommunikation die deutschen Umlaute, das ß und das „sch“ aus der Schriftsprache auslöschen wird.

So einen Unfug würden die deutschen Kultusminister nie durchgehen lassen.

Aber … wenn ich mir das mal so genau überlege … nein, das muss ein Aprilscherz sein.

Ebenso wie die Artikel,  die zeigen, das das Biolebensmittel nicht mehr Vitamine haben, behaupten, es gäbe in China Putschgerüchte, weshalb die anfangen, Internetseiten zu sperren oder die Meldung, das Jörg Asmussen von der EZB die Abgeordneten des deutschen Bundestages davor warnt, ihr Mitspracherecht bei der Verwaltung deutscher Gelder im Rahmen der EZB-Gelder wahrzunehmen.

Das alles müssen Aprilscherze sein.

Bitte.

 

Wie der EU-Rettungsschirm aus uns allen Neger macht: Deutschland 2012 wieder im Rausche des Biedermeier

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht - und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht – und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Wenn ein Kind jeden Tag zentnerschwere Säcke schleppen müsse. Über rutschige Halden, auf schlammigen Wegen. Kilometerweit durch den dichten Dschungel. Zwei Dollar pro Woche, die sieben Arbeitstage kennt. Und selbst davon habe er den Soldaten einen Teil geben müssen.

„In den Minen in Walikale“, sagt Merci und flüstert ängstlich, „da wohnt der Teufel. Und alle, die dort arbeiten, gehören ihm.“

Vielleicht denkt man mal an „Merci“, wenn man das nächste Mal von der Toprendite der Telekom-Giganten hört und Politiker von unglaublichen Vorzügen der globalisierten Welt faseln, die uns Reichtum und Wohlstand beschert hat. Was verschwiegen wird, ist:  Reichtum und Wohlstand haben wir aufgrund von Sklaverei, nicht aufgrund von Arbeit und Erfindungsreichtum.  Ein älterer Spiegelartikel über Berliner Mietskasernen erinnert uns daran, das diese Erscheinungen nicht neu sind:

In sieben Schlachten hatte Schuster G. für die Preußen gefochten. Dann, als Veteran, mußte er die bittere Erfahrung machen: „Man gibt uns keine Arbeit, verbietet das Stehlen und wirft uns ins Loch, wenn wir betteln.“

Sein Schicksal teilten Tausende am Stadtrand von Berlin.

Für ein Stück Brot oder eine Handvoll Hafergrütze suchten G. und seine Nachbarn in der Stadt Knochen zusammen, hackten Holz, trugen Torf. Die Ärmsten, die nichts als den Tag stehlen konnten, bekamen im Winter einen Schlag „Armensuppe“.

Es lohnt sich, dieses historische Dokument zu lesen, es stammt aus dem Jahre 1980, einem Jahr, in dem der deutsche Bürger noch politische Visionen haben durfte, ohne dafür zum Arzt zu müssen. Besonders gut gefällt mir dieser Abschnitt:

Das war — vor 150 und auch noch vor 100 Jahren — „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“, wie der verfemte Jurist und Schriftsteller Ernst Dronke es 1846 nannte: das Wohnelend in den ersten Berliner Mietskasernen.

Stellen wir uns mal vor, jemand würde heute das Wohnelend in den Hartz-Kasernen der Republik anprangern und es als „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“ anprangern: wir würden diese Sozialromantiker sofort in die Schranken weisen – mit Hinweis auf die Stundenlöhne in Afrika. So was geht im Jahre 2012 wieder. Viele haben daran gearbeitet – und arbeiten weiter daran. Zum Beispiel der deutsche Finanzminister, ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, das Elend der Mietskasernen des 19. Jahrhunderts wieder flächendeckend zu verbreiten. Es ist nur noch peinlich zu nennen, wie man sieht, wie er in der Tagesschau die vielfältigen Schutzschirme erläutert und dabei erkennen lässt, das er noch nicht mal genau weiß, wie viele Milliarden er gerade aus dem Fenster wirft.

80 Milliarden oder 60 Milliarden oder 65 Milliarden und dann noch irgendwie 28% von 650 Milliarden und 40 Milliarden cash für den IWF:  – wenn ich so meinen Haushalt führen würde, wäre ich am Ende der Woche verhungert. Als deutscher Finanzminister geht das – weil man Leute hat, die einem sagen, wo es langgeht.  Die Financial Times Deutschland klärt über die Zusammenhänge auf:

Die Antwort sollte inzwischen klar sein: Interessengruppenpolitik und die Weltsicht politischer Eliten. Auch wenn das Risiko für das Finanzsystem minimal war, hatten Banken und Anleihegläubiger mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Sie liefen Gefahr, Milliarden zu verlieren und vielen Beschäftigten des Finanzsektors drohte der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Es ist also kaum verwunderlich, dass führende Banker, sowohl hinter verschlossenen Türen als auch öffentlich, Lobbyismus gegen eine Umschuldung betrieben.

So lässt etwa das Institute for International Finance, ein einflussreicher Lobbyverband großer Finanzinstitute mit Sitz in Washington D.C., regelmäßig verlauten: Helft uns aus der Patsche, oder ihr habt die Konsequenzen zu tragen. Mindestens ebenso wichtig, wie der Handlungsstrang, auf den sich der Verband geeinigt hat, ist seine politische Macht, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat – so sehr, dass sich alle wichtigen politischen Entscheidungsträger in den USA und in Europa um das Schicksal von Banken sorgen, auch wenn das keinen allgemeineren Einfluss auf die Wirtschaft hat.

Sogar jetzt werden viele der Verluste, die die Banken hätten tragen sollen, vom öffentlichen Sektor geschultert, unter anderem durch verschiedene Formen direkter Unterstützung und die außergewöhnlichen und riskanten Tätigkeiten der Europäischen Zentralbank.
Dies sollte man in jeder Tageszeitung, jedem Nachrichtenformat und allen Nachrichtensendungen öffentlich-rechtlicher Anstalten tagtäglich verbreiten, bis auch jeder deutsche Schrumpfkopf begriffen hat, worum es hier geht: einen gigantischen globalen Betrug durch eine Branche, die eigentlich niemand braucht, Millionen von Arbeitsplätzen, die eigentlich nichts Sinnvolles leisten aber ein leistungsloses Einkommen in Millionenhöhe kassieren.  Schauen wir uns die Schicksale doch mal im Detail an – nur eins, das reicht schon. Eine ganz normale Angestellte der Finanzindustrie – eine „Zerstörerin der Welt“, siehe Wirtschaftsblatt:
Nach Abschluss des Ökonomiestudiums in Cambridge war Masters Anfang der 1990er-Jahre in London Teil eines Teams, das Ideen entwickelte, wie man Risiken auf dritte Parteien übertragen konnte: Es war die Geburtsstunde der Kreditderivate. Sehr komplex waren sie strukturiert, Hypotheken lagen ihnen als Basiswert zugrunde. Investoren konnten Long-und Short-Positionen eingehen. Kunden bewegten so gewaltige Summen mit verhältnismäßig kleinem Einsatz, was gewaltige Chancen, aber auch Risiken beinhaltete.

Als die Immo-Blase platzte, fiel das Kartenhaus zusammen. Masters wechselte während des Booms nach New York, wo die 42-Jährige bis heute für JP Morgan arbeitet. Während der Finanzkrise erhielt sie stets Rückendeckung von ihren Chefs. Derzeit leitet sie den globalen Rohstoffhandel. Bei Anhörungen der Regierung tritt sie schon mal als Expertin auf. Unumwunden gab sie zu, dass die Kreditderivate Schwächen aufwiesen. Der „New York Oberserver“ bezeichnete Masters als „einen Zerstörer der Welt“.

Heute leitet diese Frau den globalen Rohstoffhandel – womit wir wieder bei den Negern sind … bzw. ihren Rohstoffen und renditefreundlichen  Produktionsmethoden, bei unseren Horrorbenzinpreisen und dem EU-Rettungsschirm. Aktuell merken wir ja, das der Rettungsschirm ja gar nicht groß genug sein kann – Griechenland braucht ein neues Hilfspaket, Spanien könnte noch viel mehr brauchen  und wenn wir erstmal die Bankengewinne in Italien sichern müssen, reicht alles Geld der EU nicht mehr aus.
Deshalb ist es weise, sich das Leben der Kinder im Kongo anzuschauen – es wird die Zukunft unserer Kinder sein. Ich nenne sie „Neger“, weil ich die Heuchelei nicht mehr mitmachen möchte. Ich weiß: politisch korrekt wären andere Bezeichnungen. Da wir sie aber behandeln wie „Neger“, möchte ich auch, das sie wieder so genannt werden. Wie im Bericht über Preußen im 19. Jahrhundert schon beschrieben, können wir alle jederzeit „Neger“ werden – einige Millionen von uns sind es schon … man vergleiche nur die Pressekommentare über Hartz-IV-Abhängige mit den Beschreibungen der Bewohner der preussischen Mietskasernen:
Die Grunholzer-Protokolle erwiesen sich schon deshalb als so wertvoll, weil die Bourgeoisie des Biedermeier für Armut und Elend gemeinhin nichts als Verachtung hegte. Entsprechend tendenziös wirkten Berichte von Polizisten und auch Pastoren, die in den Voigtländern nur „räuberisches Gesindel“ und „derartiges Gelichter“, „die tiefste Hefe des Volkes“ und Menschen in ihrem „rein tierischen Zustande“ sahen.
Deshalb bekommt der öffentliche Dienst ja jetzt auch ein sattes Lohnplus: die stammelnden Marionetten der Bankenlobby kaufen sie Freunde, Freunde, die sie dringend brauchen werden, wenn unsere Kinder Arbeitsbedingungen wie im Kongo haben. Undenkbar? Einfach mal in den Wohnsilos der sozial Schwachen vorbeischauen – wobei dieser Begriff schon eine Schande an sich ist. Aber so nennen wir halt unsere eigenen neuen Neger – und ihre Lebensqualität ähnelt eher denen der Berliner Mietskasernen.
Darum wundert es mich nicht, das jene Deutschen, die es sich – noch – leisten können, sich ihre eigenen, kleinen Paradiese bauen. Ich denke, sie merken schon, das der Teufel nicht nur in den Minen des Kongo herrscht, sondern sich gerade anschickt, das ganz große Ding zu drehen: also baut man sich sein Mäuseloch und hofft, das der Herr der Finsternis am eigenen Haus einfach vorübergeht.
Leider wird er das nicht tun … und das weiß man auch – weshalb schon kleine Beunruhigungen zu Panikkäufen verleiten.  Wo so schnell Panik entsteht, muss ganz viel Angst herrschen – und an einem aktuellen Beispiel sehen wir dann auch, was geschieht, wenn wir von unserem Recht des käuflichen Erwerbs von Benzin Gebrauch machen: die Polizei schließt zur Not einfach die Tankstellen, wenn wir versuchen, die letzten Tropfen Billigsprit zu erwerben.
Nun beantwortet sich auch leicht die Frage, warum der Deutsche sich all dies so widerspruchslos antut: nicht nur die Verachtung für Armut und Elend erinnert an die Zeit des Biedermeier – auch sonst verhalten wir uns nach klar erkennbaren Mustern:
Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z. B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur und auch in der Mode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide oft mit dem Etikett „hausbacken“ und „konservativ“ versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private. 
In der Biedermeierzeit erlebte auch das Theater einen Aufschwung, doch statt Belehrung war Unterhaltung gefragt, also eine Abkehr von den Idealen der Aufklärung.
Einfach mal ins heutige Abendprogramm schauen und alle Sendungen, die der Aufklärung über Ausbeutung, über die realpolitische Machtverhältnisse jenseits der Demokratieillusion und die Folgen der aktuellen politischen Prozesse für unsere Zukunft dienen rot anstreichen – der Stift wird sehr trocken bleiben.
Somit sind wir 2012 wieder da, wo wir 1812 schon mal waren.
Erstaunlich, oder?
Der Eu-Rettungsschirm macht aus uns allen Finanzneger, Schuldsklaven und Biedermeierschnepfen, deren höchstes Glück es ist, sich hinter den eigenen vier Wänden vor der Tatsache verstecken, das die Kinder Afrikas ihr Blut für unsere Handykultur geben – und die Kinder Deutschlands ihr Blut für die staatliche garantierten Gewinne der Großbanken geben müssen.
Mir dünkt, nicht nur in den Minen Afrikas wohnt der Teufel. Langsam habe ich den Verdacht, das ihm Deutschland auch gehört – und zunehmend der Rest der Welt ebenso.

Der Dritte Geldkrieg und seine Opfer: Demokratie, Wohlstand und Europa

13.2.2012. Dienstag. Eifel. Bei uns kommt gerade der Frühling an. Grund genug, sich zu freuen. In Deutschland selbst bleibt es Winter, aber alle sind froh, wenn nicht darüber gesprochen wird. Wenn aber mal gesprochen wird, dann läuft es dem Kleinbürger eiskalt den Rücken hinunter. Lauschen Sie mal dem Deutschen Bundestag - aber Vorsicht: diese Information ist für Schwangere, Herzkranke und Personen unter 18 Jahren nicht geeignet und könnte persönliche oder gesundheitliche Krisen auslösen:

13.2.2012. Dienstag. Eifel. Bei uns kommt gerade der Frühling an. Grund genug, sich zu freuen. In Deutschland selbst bleibt es Winter, aber alle sind froh, wenn nicht darüber gesprochen wird. Wenn aber mal gesprochen wird, dann läuft es dem Kleinbürger eiskalt den Rücken hinunter. Lauschen Sie mal dem Deutschen Bundestag – aber Vorsicht: diese Information ist für Schwangere, Herzkranke und Personen unter 18 Jahren nicht geeignet und könnte persönliche oder gesundheitliche Krisen auslösen:

Der Prozessbevollmächtigte des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Franz Mayer von der Universität Bielefeld, unterstrich einleitend, dass schon erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerden bestünden, sie jedenfalls aber unbegründet seien. Demokratie sei ein tragendes Staatsstrukturprinzip des Grundgesetzes von überragender Bedeutung. Die Beschwerdeführer aber würden sich auf ein neuartiges Recht berufen, das bisher gar nicht existiere, nämlich ein umfassendes Grundrecht auf Demokratie. Für die Anerkennung eines solchen Grundrechts und eine damit verbundene Ausweitung der Möglichkeiten zur Verfassungsbeschwerde gebe es aber keinen Anlass. 

Natürlich ist das nur ein Geplänkel von Juristen. Da sollten sich Normalbürger immer heraushalten – man kann schlichtweg nicht verstehen, in welcher Welt die leben. Leider werden wir überwiegend von Lehrern und Juristen regiert, weshalb wir inzwischen auch überhaupt nicht mehr verstehen, in welcher Welt wir eigentlich leben und uns wundern, das man 2011 in Deutschland  stolz und ungeniert behaupten darf, das es hier kein Grundrecht auf Demokratie gibt – erst recht kein umfassendes. Dies zeigt, wie sehr das Selbstverständnis der ehedem sich demokratisch entwickelnden Bundesrepublik sich vom ernsthaften Willen zur Gestaltung einer echten Demokratie hin zu einer formalen Reklamedemokratie entwickelt hat, die – wie in Marktwirtschaften üblich – nicht hält, das die Werbung verspricht.

Hinter dem grellen bunten Blitzgewitter der Jubel- Lob- und Heilschreie der Berliner Superaufschwungexportweltmeisterrepublik ist allen schon längst die harte Wahrheit bekannt: der Führer ist wieder zurück. Er zieht es aber vor, momentan im Verborgenen zu bleiben, weshalb wir noch keine Uniformen auf den Straßen sehen.  Man hält es für besser, uns diesmal im Unklaren zu lassen und den Krieg im Verborgenen zu halten. Nun – ganz verborgen ist er nicht, manchmal erwähnt ihn die Presse sogar, hier der Tagesspiegel in einem Artikel über Jens Weidmann:

Seit dem Herbst des Jahres 2011 jedoch steht der unscheinbare Wirtschaftsfachmann nahezu allein einer der machtvollsten Allianzen gegenüber, die es in der Geschichte der internationalen Finanzpolitik je gegeben hat. Ihr Oberbefehlshaber ist der mächtigste Mann der Erde, der amerikanische Präsident Barack Obama, sekundiert von seinem Finanzminister Timothy Geithner.

Als seine Generäle kann er die Chefs der internationalen Finanzinstitute ins Feld führen, von der Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde bis zu Weltbankpräsident Robert Zoellick. Zu seinen Verbündeten zählen die Regierungschefs fast aller europäischen Staaten, die Finanzindustrie der Wall Street und die Creme der angelsächsischen Ökonomenszene.

Diese geballte Allianz von US-Politik und US-Finanz hat vor allem ein Ziel: ihre Schulden auf die ganze Welt zu verteilen bzw. Privatschulden auf den Staat zu übertragen. Aktuelle Daten zeigen im weiteren, wie gut es ihnen gelungen ist:

In den vier Jahren zwischen 2007 und 2011 legte die Staatsverschuldung in den westlichen Industrieländern schneller zu als im gesamten Vierteljahrhundert zuvor. In den USA stieg sie von gut 70 auf über 101 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In der Euro-Zone nahm sie von 72 auf knapp 96 Prozent zu. In Japan kletterte sie von 167 auf fast 213 Prozent. Erstmals nach dem Krieg hat der Schuldenstand der Industrieländer die 100-Prozent-Marke überschritten. Das ist jene magische Grenze, ab der Länder erfahrungsgemäß Schwierigkeiten bekommen, ihre Schulden zu bedienen.

Diesmal machen die Europa ganz ohne einen einzigen Schuss kaputt. Die Folgen sind die gleichen wie in den früheren Kriegen: Hunger, Angst, Obdachlosigkeit, mangelnde medizinische Versorgung – einfach mal den Frontstaat Griechenland fragen. Es ist ein Krieg, der gerade läuft, ein Krieg, in dem die deutsche Demokratie gerade Opfer geworden ist – der deutsche Bürger folgt gleich hinterher. Dort, wo er nicht mehr der Souverän ist – also nicht mehr das „umfassende Grundrecht auf Demokratie“ hat – wird er im Spiel der enormen, gottgleichen Gewalten der Finanzwelt zum Brandopfer.

Gottgleich?

Ein Artikel von Norbert Knobloch aus den MMNews zeigt die Dimensionen des Ungeheuers auf, dem wir gegenüberstehen:

Während die Menge des Spielgeldes (etwas anderes ist auch unser heutiges „Geld“ nicht mehr: nur noch 0,5 % aller Geldbewegungen beziehen sich auf reale Waren, 99,5 % sind digitales, virtuelles Buchgeld auf der Jagd nach Rendite / Profit!) wächst und wächst, sinkt sein Wert exakt reziprok (umgekehrt proportional), und die Preise für die „Straßen“ und „Bahnhöfe“, „Elektrizitäts“- und „Wasserwerke“ des Spieles steigen analog. Am Ende besitzt die Bank alles, denn „die Bank gewinnt immer“, und alle anderen Spieler sind pleite und bankrott. Egal – es ist ja nur ein (böses) Spiel, sagt GRIFFIN sarkastisch… (vgl. G. EDWARD GRIFFIN, Die Kreatur von Jekyll Island, Kopp Verlag, Rottenburg 2006, S. 234)

Ein schönes Beispiel aus dem Monopolyspiel, dessen Gewalten wir gerade live erleben. So lügt uns der Schäuble die Hucke voll über die angeblich profitable Rettung Griechenlands – auch wenn wir 400 Millionen Euro Zinsgewinn haben, so müssten wir 35 Jahre warten, bis wir die aktuell ausgegebenen 14 Milliarden Euro wieder drin haben – das heißt, wir machen mit Griechenland Gewinn ab 2047. Die Folgen spüren wir schon jetzt – einfach mal in den nächsten Discounter gehen und einkaufen … oder die Fahrt zur nächsten Tankstelle wagen: man bekommt Lust, sich ein Pferd zu kaufen, wenn man sieht, das man bald wegen einer Tankfüllung mit seiner Hausbank um die Erweiterung des Kreditrahmens verhandeln muss.

Foodwatch erwartet geradezu eine Explosion der Rohstoffpreise, die die aktuellen Preissteigerungen noch in den Schatten stellen wird – alles finanziert mit Geld, das die EZB vom deutschen Steuerzahler bekommt.

Irgendwann werden dann die Aufschwungparolen auch in Deutschland offiziell zum Erliegen kommen … und dann wird man sich an 1945 erinnern, wo es Durchhalte- und Siegesparolen bis zum 8. Mai gab (und für manche „Werwölfe“ noch darüber hinaus).

Nur wird man jenen neuen „8.Mai“ kaum noch als „Befreiung“ feiern – es sei denn, die Finanzindustrie feiert den Tag als endgültigen Untergang des demokratischen Gedankens so wie die Nationalsozialisten den Tag der Machtübernahme über die Staatsgewalt feierten.

Um nichts anderes geht es hier: die Übernahme der Staatsmacht durch eine gesellschaftliche Gruppierung – früher waren es die Faschisten, heute sind es die Finanzbetrüger. Die Gesellschaft passt sich dementsprechend schon mal an – womit wir beim Thema „Brandopfer“ sind: die Gymnasien werden dicht gemacht und bleiben wieder den „höheren Söhnen und Töchtern“ vorbehalten, auf breiter Front steigen die Autopreise,  Altersarmut wird mitlerweile systematisch produziert und die neue Fürstenklasse bekommt eine  Superextraluxusausstattung: wer Deutschland mit abbaut, bekommt Rekordgehälter mit steigender Tendenz während die Regierung es trotz emsigster Bemühungen nicht mehr schafft, ihre Sparziele zu erreichen, womit die nächste Runde von Lohn- Renten- Menschenrechts- und Sozialabbau eingeläutet werden dürfte.

Doch das – ist noch nicht alles. In Folge der Eurokrise wird der Exportweltmeister wieder von seinen „Feinden“ verdrängt (die wir aber so nicht mehr nennen dürfen, wir sagen „Freunde“ oder höchstens: „Mitbewerber“)  – und man sieht, das der Krieg, von dem der Tagesspiegel im Zusammenhang mit Jens Weidmann berichtete, ganz praktische Folgen hat.

Nachdem nun Griechenland ganz offiziell das Niveau eines „Dritte-Welt-Landes“ erreicht hat, knöpfen sich die Kriegsteilnehmer nun Spanien vor, obwohl die sich schon bemühen, durch drastischen Menschenrechtsabbau aus der Schusslinie zu geraten – was eine vergebliche Hoffnung war.

„Am Ende gehört alles der Bank“ – und die verwandelt den Staat in einen Betrieb, der gefälligst Rendite zu erwirtschaften hat. Da ist für Demokratie kein Platz mehr. Wo kämen wir auch hin, wenn die Alten, die Kranken, die Armen und die Arbeitslosen mitzureden hätten?

Ich denke, so werden Historiker der Zukunft urteilen: nach zwei Weltkriegen wurde Europa im 21. Jahrhundert durch einen dritten vernichtet – der allerdings eher ein Geldkrieg denn ein Weltkrieg ist. Diesmal jedoch … gewinnt der „Führer“ und die Demokratie verliert.

Schade auch.

Wenigstens kommt er diesmal nicht aus Deutschland, diesmal sind wir die Opfer.

Aber „wir“, die normalen Bürger eines Landes, zu deren Schutz eigentlich Staat und Demokratie geschaffen wurde, waren eigentlich schon immer die Opfer.

Brandopfer, die aktuell einer zweihundertfachen Übermacht gegenüber stehen – der gewaltigen Übermacht des virtuellen Geldes.

 

 

 

 

 

Griechenland als D-Day der Eurozone – „economic hit man“ im Einsatz

Freitag, 9.3.2012, Eifel. Heute erhielt ich eine E-Mail von John Perkins. Ich habe sie nicht gelesen, ich bin kein großer Freund der esoterischen Welle (und halte vieles davon für Mumpitz und Humbug oder absichtlich gestreute Volksverdummung), finde es aber doch faszinierend, das Menschen wie Perkins ihr Heil in solchen Weltbildern suchen. Manchmal jedoch frage ich mich: was ist eigentlich, wenn wir uns irren? Aber lassen Sie uns zuerst einmal schauen, was unser Herr Perkins - der<em> economic hit man</em> -  zu sagen hatte. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Perkins_(Autor)">Wikipedia</a> beschreibt es kurz und praktisch:

Freitag, 9.3.2012, Eifel. Heute erhielt ich eine E-Mail von John Perkins. Ich habe sie nicht gelesen, ich bin kein großer Freund der esoterischen Welle (und halte vieles davon für Mumpitz und Humbug oder absichtlich gestreute Volksverdummung), finde es aber doch faszinierend, das Menschen wie Perkins ihr Heil in solchen Weltbildern suchen. Manchmal jedoch frage ich mich: was ist eigentlich, wenn wir uns irren? Aber lassen Sie uns zuerst einmal schauen, was unser Herr Perkins – der economic hit man –  zu sagen hatte. Wikipedia beschreibt es kurz und praktisch:

Perkins erklärt in seinem Buch, seine Aufgabe als EHM sei es gewesen, den US-Geheimdienstbehörden und den multinationalen Konzernen zu helfen, ausländische Staatsoberhäupter dazu zu verleiten und ggf. zu erpressen, der US-Außenpolitik „zu dienen“ und der US-Wirtschaft lukrative Aufträge zu verschaffen. Es sei im Wesentlichen darum gegangen, Staaten größere US-amerikanische Kredite zu verschaffen, als sie ökonomisch verkraften konnten; durch deren so herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit habe sich die USA weitreichende Einflusszonen in den jeweiligen Ländern gesichert, u.a. zur Gewinnung von Rohstoffen. Staatschefs, die derlei „Deals“ nicht zu folgen bereit waren, seien mit geheimdienstlicher Hilfe von den USA aus dem Weg geräumt worden. Perkins nennt in seinem Buch explizit die früheren Präsidenten Panamas,Omar Torrijos, und Ecuadors, Jaime Roldós, die beide bei mysteriösen Flugzeugabstürzen 1981 ums Leben kamen.

….es sei im wesentlichen darum gegangen, Staaten größere US-amerikanische Kredite zu verschaffen, als sie ökonomisch verkraften können … woran erinnert uns das eigentlich gerade? Vielleicht mal jetzt die Preisfrage: welches europäische Land hat nochmal gerade große Schwierigkeiten, weil es mehr Kredite bekommt, als es ökonomisch verkraften kann?

Bei der Huffington Post löst Perkins dieses Rätsel selbst:

As I write this, I am watching the economic chaos in Greece. I’m sure we’re all sharing the feelings of fear of economic collapse that is rampant among the other European countries — and in fact, around the world.

These events are classic cases of what I detail in my books — Confesssions of An Economic Hit Man andHoodwinked.

Greece has been struck by economic hit men.

So einfach wünscht man sich einen Krimi, oder? Leiche liegt auf dem Teppich, Kommissar schaut hilflos, Perkins kommt herein und sagt: „Ich kenne den Täter, der hatte schon viel auf dem Gewissen“.

Fall gelöst, oder?

Dabei brauchen wir überhaupt keinen John Perkins, der uns in die Einzelheiten weniger öffentlich gelebter Politik einweiht, um zu sehen, das in Griechenland ein ganz großes Ding gedreht wurde, siehe Mittelstandsmagazin:

Für die Investmentbanken sind die Politiker die besten Kunden: Sie brauchen immer Geld und verstehen nichts vom Geschäft. So werden am Vorabend des griechischen Schuldenschnitts neue Details bekannt, wie Goldman Sachs den Griechen half, die EU zu betrügen. Für Goldman war es ein extrem profitables Geschäft. Für die Euro-Zone war es das Initialereignis für die größte Krise ihrer Geschichte.

Wieder ist der Fall gelöst, oder?

Leider nicht, denn: die economic hit man sind auch heute unterwegs, gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe. Sie hören ja nicht auf, nur weil sie wieder mal Erfolg hatten – ganz im Gegenteil: jetzt fangen sie erstmal richtig an.

Griechenland ist der D-Day der Eurozone. Die Griechenlandkrise zeigt uns deutlich, das der von Perkins beschriebene Neokolonialismus jetzt Europa erreicht hat – jenes Europa, das sich als Verbündete der USA immer sicher gefühlt hat. Sind wir aber nicht mehr. Schauen wir doch mal, was Neokolonialismus praktisch anrichtet:

die Medikamente werden knapp – man stirbt bald wieder ein einfachsten Krankheiten … vielleicht sind bald Pest und Pocken auf dem Weg nach Europa, wenn sich die economic hit man noch ein paar weitere europäische Länder einverleibt haben. Es werden jetzt auch die ersten Hilfslieferungen aus Deutschland eintreffen, um die Not, die Tat für Tag schlimmer wird, wenigstens ein bischen zu lindern. Einfachste Sachen werden dort gebraucht siehe Zeit:

Reis, Nudeln, Mehl, Speiseöl, Fischkonserven, Zahnpasta, Seife, Shampoo – alles was zum Leben wichtig ist. 

Das sind unsere griechischen Brüder und Schwestern gewesen, die Helden der deutschen Gyros-Bude und großzügigen Gastgeber unserer Urlaubsreisen. Jetzt, nach dem Besuch der economic hit man hat man den Eindruck, dort sei eine Naturkatastrophe schlimmsten Ausmaßes gewesen oder gar ein Krieg verloren gegangen. Anstatt aber über diese dem Bundestag durchaus bekannten Tatsache zu schreiben, jubelt die Systempresse uns was vom glorreichen Schuldenschnitt vor – einem Schuldenschnitt, der dem deutschen Steuerzahler schon jetzt Milliarden kostet … die vierhundert Millionen Euro, die wir laut Focus bislang selbst als Gewinn aus der Krise gezogen haben, sind ein Pappenstil dagegen. Kein Wunder, das wir jetzt dem gemeinen Griechen auf der Straße die Tür vor der Nase zuknallen, siehe Welt:

Arbeitssuchende EU-Bürger sollen künftig keine Hartz-IV-Leistungen mehr bekommen. So will die Regierung laut einem Bericht den Zuzug von Arbeitslosen aus Südeuropa erschweren.

Während der griechische Bürger live erleben darf, wie sich die Bürger Latein- und Mittelamerikas früher gefühlt haben, als die economic hit man ihre Länder überfielen, sorgen die economic hit man erstmal dafür, das der Rest Europas ruhig bleibt – und den bankrotten Griechen noch seine Waffen verkaufen kann.

Teile und herrsche – funktioniert doch überall und immer wieder, oder?

Sie sind auch in Deutschland unterwegs und bereiten hier schon mal den Endsieg vor – erstmal erfahren wir aber nur von kleinen Guerillaangriffen auf deutsche Städte:

Es begann damit, dass die Stadt Pforzheim mit einem Finanzprodukt der Deutschen Bank hohe Verluste machte. Der vermeintliche Retter in der Not, JP Morgan, entpuppte sich jedoch als die noch größere Katastrophe für die Finanzen der Stadt. Am Ende verschwanden die Investmentbanker spurlos.

Sie bringen aber heute schon ihre Truppen in Stellung für den ganz großen Schlag … und die Regierung merkt es auch, siehe Handelsblatt:

Dass das neue Spitzenduo der Deutschen Bank durchgreift, noch bevor es offiziell im Amt ist und das oberste Führungsgremium mit Investmentbankern stärkt, stößt in Berlin auf breite Kritik. Die Union erwägt Konsequenzen.

Die hätten mal John Perkins lesen sollten – mit solchen „Konsequenzen“ können economic hit man gut umgehen. Immerhin bewegen wir uns hier in Sphären, die auch vor einem erneuten Barschel nicht zurückschrecken werden – das weiß in Berlin auch jeder.  Die Welt der economic hit man ist eine ernste Welt, in der nur der Erfolg zählt – nicht das ethische Niveau beim Einsatz der Mittel. Das sind jene Geschäfte in Europa, von denen der Bundestagsabgeordnete besser mal die Finger läßt, bevor er einen Unfall hat, an plötzlichem Herzversagen stirbt oder tot in der Wanne liegt.

Würde man uns das offiziell so erzählen – wir wären die Krise los. Sofort. Stattdessen wundern wir uns über Rekordspritpreise, Preise, die auch deshalb so hoch sind, weil der Euro ständig an Wert verliert – um an Öl zu kommen, müssen wir aber Dollar kaufen. Öl wird nur in Dollar gehandelt – und die USA sorgen mit allen Mitteln dafür, das das so bleibt (und wir dafür immer weniger haben), nochmal John Perkins, hier bei „Let´s make Money„:

„Auch heute sind die USA wieder ein bankrottes Land. Wir haben riesige Schulden, mehr als jemals ein anderes Land hatte. Wenn irgendeines der (Gläubiger-) Länder sein Geld in einer anderen Währung als Dollar fordern würde, dann wären wir in großen Schwierigkeiten. Aber jetzt wollen alle ihr Geld in Dollar, weil Erdöl so ein wichtiges Produkt ist und man es nur in Dollar kaufen kann. Saddam Hussein drohte, Erdöl auch gegen eine andere Währung zu verkaufen. Kurz bevor er gestürzt wurde … Hätte er nachgegeben, würde er heute noch regieren. Wir würden ihm Flugzeuge und Panzer und sonst noch alles Mögliche verkaufen.“

Jetzt wird auch klarer, warum die Kreditausfallversicherungen im Fall Griechenlands nicht greifen werden – und warum die Politik total nervös wird: economic hit man haben inzwischen ein so dichtes Netz gestrickt, das der ganze europäische Kontinent darin gefangen ist, siehe Wiwo:

Das maßgebliche Gremium des Verbandes hat 15 stimmberechtigte Mitglieder. Diese werden von zehn Banken und fünf großen Finanzinvestoren gestellt, darunter Deutsche Bank, Goldman Sachs, der Vermögensverwalter Blackrock und der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco – also alles, was Rang und Namen in der Finanzbrache hat. Da liegt der Verdacht nahe, dass die großen Banken und Investoren am Ende selbst darüber urteilen, was aus ihren Ausfallversicherungen wird.

Die Versicherungen – mit denen gut verdient wurde – sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Und das ist auch gut so – niemand sollte ernsthaft auf die Idee kommen, sie einzulösen: die Folgen könnten katastrophal sein:

Was an den Finanzmärkten passiert, wenn CDS in großem Still ausgelöst würden, kann niemand mit Sicherheit vorhersagen. Der Handel mit CDS ist wenig transparent, er läuft nicht über geregelte Börsen ab. Wer wie viele CDS auf Griechen-Anleihen in den Büchern hat, lässt sich nur schwer ermitteln. Experten fürchten jedoch ein Chaos wie nach der Lehman-Pleite 2008. Das Risiko bei einem Kreditereignis sei so groß, dass sogar mancher Versicherungsnehmer kein Interesse daran habe, seine Versicherung wahrzunehmen. 

Das darf mein eigentlich nicht lesen – sonst kommt man noch auf die Idee, wirklich in einem Tollhaus zu leben: die Versicherungen, die gerade die Wirtschaft vor den Folgen von Pleiten schützen soll, darf niemals ausgelöst werden, sonst droht eine Katastrophe. Kein Wunder, das letztlich die Bürger zahlen werden – zahlen, um den Wert des Dollars nicht zu beschädigen … nur darum geht es.

Darum wurde der Irak zerstört, darum wird jetzt der Euro zerschlagen – und darum wird die aktuelle Yuan-Offensive der chinesischen Regierung die Welt an den Rand des Krieges bringen.

Sieht man sich nun Macht und Wirkungskreis der economic hit man, so kann man schnell auf den Gedanken kommen, das es Angst und Hilflosigkeit sind, die Perkins auf den schamanisch-esoterischen Trip bringen. Vielleicht irren wir uns aber auch alle, und die Ritualmeister des Bohemian Grove nehmen ihre magische Symbolik viel ernster als wir denken und opfern Griechenland, das Mutterland europäischer Demokratien, symoblisch, um das endgültige Ende der weltweit existierenden Demokratien einzuläuten. Mit dem Irak hatten sie ja schon die symbolische Wiege der modernen Zivilisation (Babylon) in Besitz genommen.

Auf jeden Fall können wir sagen: diesmal kommen die Angreifer zuerst über Griechenland, nicht über die Normandie. Das letzte mal haben sie einen US-finanzierten Clowen vom Thron gejagt, der ihnen einen lukrativen Krieg bescherte, diesmal verjagen sie die marktunkonformen Demokratien, die als Folge dieses Krieges entstanden: sie räumen auf und ordnen die Dinge wieder mal neu.

Ich denke, ich sollte Perkins Mail doch lesen: wie es aussieht, hilft nur noch beten.

 

 

 

Verschwörungen 2012: über Potemkinsche Dörfer in Deutschland

Verschwörungen 2012: über Potemkinsche Dörfer in Deutschland

Dienstag, 6.3.2012. Eifel. Wir wissen ja alle, das es keine Verschwörungen gibt, oder? In demokratischen Staaten ist so etwas undenkbar. Es gibt ja auch keine Wirtschaftskrise oder etwas Arbeitslosigkeit – jedenfalls nicht in Deutschland. In Europa hat die europäische Wirtschaftspolitik schon eine Rekordarbeitslosigkeit bei Jugendlichen verursacht – wir waren da cleverer.  Bei uns steckt man die Jugendlichen in “ Massnahmen“ oder zu einem privaten Arbeitsvermittler – schon sind sie ´raus aus der Statistik. Toll, oder? Kommen sie ´raus aus allen Scheinbeschäftigungen, sieht es selbst für die Besten der Besten düster aus – auch im deutschen Wirtschaftswundersuperland, siehe Spiegel:

Und plötzlich stehen sie vor dem Nichts: Deutsche Nachwuchswissenschaftler haben schlechte Aussichten auf einen langfristigen Job in der Forschung. Ihre Karriere können sie kaum planen, Familie und Privatleben kommen unter die Räder. Wer kann, flüchtet ins Ausland oder in die Wirtschaft.

In intelligenteren Gesellschaften würde man diese Praxis der Statistikbereinigung eine Verschwörung nennen – ganz einfach, weil hier die Wahrheit absichtlich von herrschender Seite überlegt und gezielt unterdrückt wird, damit sie nicht das Volk erreicht. Welche Wahrheit? Ganz einfach die hier:

Die Spaltung der Union in wohlhabende Jobbesitzer und abgehängte Verlierer könnte schon bald zur Zerreißprobe für das krisengeplagte Europa werden. „Die Jugendarbeitslosigkeit wird für die EU langfristig zu einer noch größeren Gefahr als die Schuldenkrise“, warnt der Ökonom.

Das wäre die Herausforderung für „linke“ Politik im 21. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert war es das Elend der Arbeiter, der Feind war der Fabrikbesitzer. Heute wäre nicht die Fabrik zu stürmen, sondern der Job. Vor Ort ist der Kampf Kapital gegen Mensch der Kampf der reichen Jobbesitzer gegen die armen Jugendlichen, die Kranken, die Alten und die Frauen. Da „Linke“ und überhaupt alle Politiker einen Job haben (oder ganz schnell einen bekommen, wenn sie zu laut werden), wird diese Entwicklung auch nicht aufzuhalten sein – der „Corpsgeist“ der halbadeligen Vollzeitjobbesitzer wird schon dafür sorgen.

Das ist ja auch der Sinn von Verschwörungen: Widerstand zu minimieren bzw. durch Verschleierung der Wahrheit in seiner Entstehung zu verhindern.

Wenn wir nach Amerika schauen, erfahren wir ein wenig von der Realität, die uns die Medien hierzulande gerne verschweigen – siehe Welt:

Keinen Streit kann es wohl darüber geben, dass viele – vielleicht sogar die meisten – der von Murray aufgespießten Probleme echt sind. Ja, die Klassen driften in Amerika (nicht nur dort!) immer weiter auseinander. Ja, die soziale Mobilität ist in Amerika, so unglaublich das klingen mag, mittlerweile unterhalb des europäischen Niveaus eingefroren. Ja, die amerikanische Mittelklasse hat schon seit einem Jahrzehnt nichts mehr dazuverdient.

Wenn das so weitergeht, könnte sie irgendwann vielleicht so arm sein wie die europäische Mittelschicht.

Dabei geht es unserer Mittelschicht doch gut – hört man jedenfalls immer.

Nebenbei bemerkt: das war mal das wirtschaftlich dynamische Amerika – unser Vorbild. Wegen denen haben wir hier Hartz IV – die Unternehmensberater und der IWF hatten geklagt, das die soziale Absicherung in Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen zu groß ist – sollte angeblich schädlich für die Motivation, den Aufschwung und die Rendite sein. Jetzt liegen die USA mit ihrem Neoliberalismus am Boden – Betriebswirte können halt niemals über ihren kleinen Tellerand hinausschauen und machen grundsätzlich egoistische Politik für das jeweils eigene Unternehmen. Wenn das aber alles Geld hat … kommen wir zu einer weiteren Verschwörung – siehe Welt:

Die wahren Stars im amerikanischen Wahlkampf tragen Namen wie Kindergebete und werden verflucht wie Satan selbst: Hinter „Gib uns die Zukunft zurück“ („Restore Our Future“) und „Mach uns wieder groß“ („Make us Great Again“) verbergen sich Gruppen, die für Kandidaten Spenden eintreiben und Wahlspots schalten, ohne offiziell in ihrem Namen zu handeln.

Super-„Political Action Committees“ (Pacs) nennen sich diese Kampfverbände

Hinter den Super-Pacs stehen zwei Dutzend Milliardäre und Multimillionäre, die, Puppenspielern gleich, die Kandidaten tanzen lassen. Amerikas Demokratie, die immer schon im Geld schwamm, droht zu ertrinken.

Mir fehlen etwas die Schlagzeilen in Deutschland: WIE SCHLIMM, WIR SIND GANZ ARM! oder REICHTUM KILLT GEMEINWESEN! oder SUPERREICHENPÖBEL KAUFT POLITIK!

Dabei sind wir arm, waren es schon immer und sollen es auch bleiben. Nur wissen und begreifen sollen wir es nicht. Unsere „Führungsmacht“ ist schon längst jenseits jeglicher demokratischer Formen angelangt – wir sollen das aber nicht wissen. Wenn wir nämlich wissen würden, wie mit Geld Politik gemacht wird, würden wir erfahren, wie man mit Verschwörungen innerhalb einer Demokratie die Puppen tanzen lassen kann.

Schließen sich in den USA zwei Dutzend Milliardäre zusammen, haben die mehr Geld als die führende europäische Wirtschaftsnation – Deutschland. Die würden aber mit ihrem Geld niemals Griechenland retten – aber durch Wetten gegen die Rettung Griechenlands können sie die Zinsen für Griechenland ganz schön nach oben treiben.  Intelligente Demokratien würden das als Verschwörungen bezeichnen – als was sonst?

Den oben zitierten Artikel aus der Welt sollte man gleich zweimal lesen – weil er einen deutlichen Einblick in das Weltbild der US-Elite gibt: von White Trash ist da die Rede. Heißt übersetzt: Weißer Abfall.

Das sind – in deren Augen – wir alle. Das sagt der Artikel nicht ausdrücklich, aber da das Einkommen der Maßstab  und unsere Mittelschicht arm ist bleibt nur ein Schluß übrig: in den Augen der US-Oberklasse ist Europa ein Kontinent voller Abfallmenschen.

Oben gibt es eine Elite, die nicht raucht, sich körperlich fit hält, ihre Kinder rund um die Uhr fördert und verhätschelt, viel arbeitet und mit dieser Arbeit Unsummen verdient.

Unten gibt es eine breite Schicht von Armen, die körperliche Arbeit verrichten, 35 Stunden pro Woche vor dem Fernseher verbringen, zur Fettleibigkeit neigen und ihre Kinder vernachlässigen.

Wäre nicht gut für die Nato, wenn die europäischen Bürger erfahren würden, wie man jenseits des Teiches über sie denkt. Man würde sich keinerlei Hoffnungen mehr über die Skrupel haben, die jenseits des Teiches im Umgang mit uns herrschen.

Da gibt es eine nicht arbeitende nichtrauchende Herrenmenschenelite, die Zeit für Fitness hat und vor allem: stinkreich ist. Ihre „harte Arbeit“ besteht hauptsächlich darin, das sie unser Geld für sich arbeiten lassen.

Das geht leicht – wo die Notenbanken die „Märkte“ gerade mit einer Billion Euro versorgt haben:

Doch von der Geldschwemme, die sie erzeugen, gerät wenig in den Kreditkreislauf. Dafür einiges in die Spekulation mit Energie, was derzeit die Öl- und Benzinpreise auf neue Hochs treiben hilft und einen Teil des Effekts, den die Notenbanken mit der lockeren Geldpolitik erzeugen, wieder aufhebt.

Die Wirtschaft erstickt unter Cash-Bergen – so der Titel des oben zitierten Artikels im Manager Magazin. Und mit diesen Cashbergen lässt sie politisch die Puppen tanzen und steigert die Benzinpreise ins unermessliche: ein Paradies für die „Upperclass“. Intelligente Demokratien würden das Verschwörungen nennen – Verschwörungen zu lasten des Gemeinwohls.

Europäische Politiker, die dagegen halten wollen, machen erstaunliche Erfahrungen: gegen alle gute Sitten begegnen sie Verschwörungen, die von Kanzlerin Merkel ganz offen initiiert werden und dank des allgemeinen Tabus, sich über Verschwörungen Gedanken zu machen inzwischen ganz offen ablaufen können, siehe Spiegel:

Die wichtigsten EU-Länder greifen in den französischen Präsidentschaftswahlkampf ein. Nach SPIEGEL-Informationen haben Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien vereinbart: Der sozialistische Sarkozy-Herausforderer François Hollande wird während des Wahlkampfs nicht empfangen.

Der Mann will immerhin eine Reichensteuer von 75%: da lassen die Milliardäre alle Puppen tanzen – auch gegen übliche diplomatische Gepflogenheiten:

Das Vorgehen ist äußerst ungewöhnlich: Das Eingreifen einer ausländischen Regierung in den Wahlkampf eines souveränen Staats gilt international als verpönt.

Und wenn mehrere Regierungen sich zu einem solchen Schritt zusammentun, das ist das: eine Verschwörung. Ja, so nennt man das nun mal. Und es gibt auch einen handfesten Grund dafür, den das  Manager Magazin nebenbei erwähnt – gesprochen von einem Hirnforscher:

 „Jeder in Politik und Wirtschaft weiß, dass wir am Rande eines Transformationsprozesses stehen, dass etwas ganz anders werden muss. Aber keiner weiß, wie das gehen soll.“

Es lohnt sich immer, das Manager Magazin zu lesen: Manager müssen die Wahrheit kennen, um Kapital erfolgreich vermehren zu können. Deshalb rutscht denen dort manchmal was raus, was in den Medien für Abfallmenschen einfach hinten runterfällt.  Gut, in dem Artikel geht es ansonsten um die Wehwehchen von Millionären – aber es ist mal interessant zu sehen, wo die Wehwehchen ihre Ursache haben.

Letztendlich spricht Olaf Henkel im Handelsblatt ganz offen von einer weiteren Verschwörung:

Politiker, Manager und Journalisten haben viel zu lange am Euro festgehalten. Inzwischen haben sie längst eingesehen, dass die Gemeinschaftswährung nicht funktioniert. Nur öffentlich zugeben will das niemand.

Alle wissen Bescheid – aber keiner sagt was. Bei Ärztepfusch in Deutschland wirkt der Corpsgeist der überversorgten Elite ähnlich – was, genau genommen, auch eine Verschwörung einer breiten Schicht verantwortungsloser Mediziner gegen ihre Patienten gleichkommt.

Man sieht: die Realität des Jahres 2012 in Deutschland ist bestimmt von Verschwörungen. Wir nennen sie nicht so. Ganz Deutschland wird unter Mithilfe der deutschen „Elite“ zu einem Puppentheater – zu einem „Potemkinschen Dorf“.

Was das ist?

Nun – die Wurzeln deutscher Politik im Jahre 2012 finden wir im fernen Russland des 18. Jahrhunderts, siehe Wikipedia

Für den Namen stand Feldmarschall Reichsfürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin Pate. Potjomkin war ein Gouverneur und Militärreformer, der sich um die Entwicklung der Krimhalbinsel bemühte.

Einer modernen Sage  zufolge ließ der Günstling (und Geliebte) der russischen Zarin Katharina II. 1787 vor dem Besuch seiner Herrscherin im neu eroberten Krimgebiet entlang der Wegstrecke Dörfer aus bemalten Kulissen zum Schein errichten, um das wahre Gesicht der Gegend zu verbergen. Diese Legende wurde von Gegnern Potjomkins am Hofe lanciert, die ihm seine gute Beziehung zu Katharina der Großen neideten. Ihr Urheber war der Diplomat Georg von Helbig, der sie zunächst in seinen Depeschen in Umlauf setzte und nach Potjomkins Tod in seiner Biographie „Potemkin der Taurier“ (1809) verewigte. Helbig hatte selbst an der Inspektionsreise nicht teilgenommen.

Wir sehen: früher gab es noch Verschwörungen, die erfolgreich Potemkinsche Dörfer errichteten.

Heute gibt es Potemkinsche Dörfer, die erfolgreich Verschwörungen vertuschen – in Wirtschaft, Politik, Sozialwesen oder bei den Arbeitsmarktdaten.

Aber wehe einer kratzt an der frischen Farbe der bemalten Kulissen: da schreit das Corps gleich einhellig im Chor: VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER!

Und so können die Puppen in Ruhe weitertanzen.

Schön, oder?

Schön bunt.

Leider – alles aus Pappe.

 

 

 

Guten Morgen Deutschland! Na, fit für den heiligen Krieg, ihr Flaschen aus dem Zwei-Kasten-Staat?

Mittwoch, 29.2.2012. Ein seltener Tag. Kommt erst in vier Jahre wieder. Zeit, mal ein paar unbequeme Wahrheiten  zu sagen: ihr Deutschen seid Flaschen. Ihr seid weinerlich, wirklichkeitsfremd, bizarr, irrational und unglaublich dumm, "apokalyptische Spießer" sogar.  Nein, bitte nicht aufregen, das ist nicht meine Meinung, das habe ich heute in der Welt über Euch gelesen. Dabei habe ich etwas gelesen, das Euch allen da draussen so neu sein wird wie mir, ich zitiere:

Denn der Unmut über die Gegenwart wächst, fast unbemerkt, seit der Wiedervereinigung. Lebhaft debattiert wurde die Ostalgie, die Sehnsucht der Ostdeutschen nach ihrem untergegangenen Staat. Aber der Mauerfall beendete eben nicht nur die realsozialistische Spießerdiktatur, sondern auch die „BRD“. Kaum jemand sagte das je laut.

Mittwoch, 29.2.2012. Ein seltener Tag. Kommt erst in vier Jahre wieder. Zeit, mal ein paar unbequeme Wahrheiten  zu sagen: ihr Deutschen seid Flaschen. Ihr seid weinerlich, wirklichkeitsfremd, bizarr, irrational und unglaublich dumm, „apokalyptische Spießer“ sogar.  Nein, bitte nicht aufregen, das ist nicht meine Meinung, das habe ich heute in der Welt über Euch gelesen. Dabei habe ich etwas gelesen, das Euch allen da draussen so neu sein wird wie mir, ich zitiere:

Denn der Unmut über die Gegenwart wächst, fast unbemerkt, seit der Wiedervereinigung. Lebhaft debattiert wurde die Ostalgie, die Sehnsucht der Ostdeutschen nach ihrem untergegangenen Staat. Aber der Mauerfall beendete eben nicht nur die realsozialistische Spießerdiktatur, sondern auch die „BRD“. Kaum jemand sagte das je laut.

Da erklärt man in diesem Artikel all jene für verrückt, die gegen den Krieg in Afghanistan sind, gegen die Rente mit 97, gegen grassierende Staatsverschuldung zwecks Investmentrettung, gegen den real fortschreitenden Abbau der Menschenrechte in Deutschland, scheut sich aber nicht, so blöd zu sein, die Ursache jener „grassierenden Unzufriedenheit“ zu benennen: das endgültige aber heimliche Ende der BRD. Heimlich? Ja, das steckt doch hinter der Floskel: „kaum jemand sagte das laut!“.   Ein Skandal eigentlich, das man den Deutschen ihr Land nahm, ohne sie zu fragen, ob sie es eigentlich hergeben wollten. Wusstet ihr da draussen, das Sozialhilfe einmal dazu da war, den Lebensstandard im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht abfallen zu lassen, weil man sich bewusst war, das Demokratie auch Geld zum Leben braucht?

Heute ist das anders. Heute muss der Arbeitslose sein über zwanzig Jahre mühsam erspartes Vermögen aufbrauchen, bevor er Arbeitslosengeld zwei kriegt – und zwar genauso viel wie jemand, der noch nie einen Euro in das System eingezahlt hat. Welchem Wirtschaftsführer und Parteifunktionär würde man so etwas zumuten wollen? Welcher Banker hat je auch nur einen einzigen Euro aus seinem Privatvermögen zur Rettung seiner bewußt vor die Wand gefahrenen Pleitebank zahlen müssen? Welcher kläglich gescheiterte Bundespräsident musste schon mal auf seinen Ehrensold verzichten?

Früher waren wir auch anständiger. Früher hätten wir Hilfspakete nach Griechenland geschickt. Wir hätten sofort reagiert, wenn wir gehört hätten, das unsere europäischen Brüder und Schwestern hungern und frieren, ihre Babys Hilfsorganisationen übergeben müssen, weil sie selber nichts zu essen haben oder ihre Kinder im Schulunterricht hungrig von den Stühlen fallen. Wir hätten laut aufgeschrien, weil unsere Bildung es erlaubt hätte, zu merken, das die Armut Afrikas die Küsten Europas erreicht hat. Heute – schicken wir wieder Truppen, träumen von deutschen Gauleitern in Griechenland und mischen uns direkt in die Tarifautonomie und Sozialpolitik eines fremden Landes ein: Zustände, die zuletzt unter Hitler möglich waren. Nein, wirklich – einfach mal im Geschichtsbuch nachschauen oder den Opa fragen.

Man könnte meinen, das es ein Viertes Reich gibt – aber das ist nur ein Marionettentheater. Das kann man auch deutlich nachlesen, weiter in der Welt:

Was ausgeblendet wird: Im Ergebnis ist seit den 80ern ein ganz neues Land entstanden. Nur kommt das offenbar vielen vor wie ein Betriebsunfall. Dabei ist Deutschland im Jahr 2012 tatsächlich so erfolgreich, sicher und tolerant, wie schon sehr lange nicht mehr. Oder, wie der britische Historiker Timothy Garton-Ash, sagt: „Das beste Deutschland, das wir je hatten.“

„Das beste Deutschland, das WIR je hatten“ – sagt ein Brite. Wenn der jetzt noch gesagt hätte, wen genau er mit „wir“ meint, wären wir schon einen gewaltigen Schritt weiter.

Ich kann da helfen. Noch. Noch ist es erlaubt, das ein Altbürger einer heimlich still und leise gemeuchelten Demokratie von goldenen Zeiten erzählt, die Täter benennt – auch wenn man dafür von seinen neuen Herren mit Spott und Häme überschüttet wird. Ich hole auch gerne jemanden mit ins Boot – zum Beispiel den Herrn Jahnke, der erstmal mit der aktuellen Propaganda ehemaliger Nachrichtenmagazine aufräumt, die von starken Lohnsteigerungen für ganz Deutschland faseln, aber was anderes meinen:

Da wird gleich mehrfach getrickst. Erst im Kleingedruckten ist zu lesen, daß es sich um Angestellte von Multis handelt und daß die eigentlich Begünstigten die Führungskräfte dieser Unternehmen sind. Die meisten werden also nicht in den Genuß einer nominalen Steigerungsrate von erwarteten 2,9 % kommen. Außerdem wird dabei eine Inflationsrate von nur 1,3 % unterstellt. Derzeit aber liegt die Steigerung der Verbraucherpreise in Deutschland bei 2,1 % und die Ölpreise steigen gerade wieder einmal auf Rekordwerte.

Was also sollen solche lügenhaften Versprechungen, die der Spiegel dann auch noch enorm aufbauscht, anderes bewirken, als wieder einmal die Verbraucher zum Einkaufen zu animieren.

Früher war der Spiegel auch etwas anderes als ein Animationsblatt der Konzernwirtschaft. Sein Niedergang zeigt auch, wo man hinkommt, wenn man eine Wirtschaftsstruktur erlaubt, in der man wirklich alles und jeden kaufen kann – sogar Medien im Sechserpack.

Da wir gerade mal bei den Multis angelangt sind … lesen wir bei Herrn Jahnke doch einfach weiter:

Die Transnationalen Unternehmen (TNU) sind über riesige Netzwerke verbunden. Die beeinflussen sowohl den globalen Wettbewerb wie – wegen des hohen Anteils von Finanzinstitutionen in diesen Netzwerken – auch die Stabilität der Finanzmärkte. Jetzt wurde zum ersten Mal in einer Studie der Eidgenössischen Technische Hochschule Zürich, die alles andere als eine linke Kaderschmiede ist, die gesamte Architektur der internationalen Eigentümerschaft solcher Netzwerke untersucht. Im Ergebnis zeigt sich eine gigantische Stuktur, wobei ein großer Anteil der Kontrolle zu einem eng geknüpften Kern von finanziellen Institutionen fließt. 

Das sind unsere neuen Herren. Hinter denen versteckt sich das „wir“, das der britische Historiker meint.

Die Spitzenakteure kontrollieren etwa zehnmal mehr, als ihrem Wertanteil entspricht. Noch konzentrierter ist die Kontrollmacht einer Gruppe von nur 147 TNUs, die vier Zehntel des Wertes aller TNUs der Welt halten und sich fast vollständig unter einander kontrollieren. Die 50 einflußreichsten sind Banken und Versicherer (mit Ausnahme einer Erdölgesellschaft). Die Auflistung des Kerns der Netzwerke zeigt, daß dazu viele der wirtschaftlichen Spitzenakteure zählen. Die betreiben also ihre Geschäft nicht in Isolation, sondern sind in einem extrem verwobenen Kontrollnetz verbunden.

Mit diesem Netz, dieser Marktmacht, kann man Griechenlandkrisen und Wiedervereinigungen steuern, wenn man will.

Wenn der neuzeitliche Kapitalismus so relativ krisenfest ist und auch von der verheerenden derzeitigen Krise nicht umgeworfen werden kann, so liegt das nicht zuletzt an der Bündelung der Interessen der Transnationalen Unternehmen. Sie betreiben eine Art von globaler Planwirtschaft, die nur noch teilweise nach den Spielregeln einer Marktwirtschaft im klassischen Sinne stattfindet. Sie haben über Parteispenden, Gewährung oder Verweigerung von Investitionen, Drohungen mit Verlagerung und andere Druckmittel einen enormen Einfluß auf die Politik und können bei schweren Verlusten auch noch deren Sozialisierung erzwingen, wie gerade wieder bei den Banken passiert. Sie tragen allerdings auch die Hauptverantwortung für ständige Steuersenkungen und Steuerflucht (z.B. über Gewinnverlagerung im Konzern) und die sich auch deswegen verbreitende öffentliche Armut sowie für die Auflösung des sozialen Zusammenhalts unserer Gesellschaft.

Früher hätten wir Altbürger dies im „Spiegel“ lesen können – die „Tagesschau“ hätte darauf hingewiesen, weil dieser „Konzernputsch“ die größte Gefahr für die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte ist, die wir seit Hitler erlebt haben. Heute sind Leitmedien zur Konsumanimation degeneriert: Deutschlandallessupertoll – sofort kaufen!

Wer verdient  an dem sinnlosen und hemmungslosen Konsum? Die „internationale Familie“, die Griechenland schon bei den Olympischen Spielen 12 Milliarden Euro Schulden aufgehalst hat, die Konzerne, die mit Merkels Hilfe Griechenland unsere Gebrauchtwaffen aufdrücken, ihre Schulden bequem über vom Steuerzahler finanzierte „Bad Banks“ entsorgen und uns „Unterbürger“ mit ihren Schlafmitteln das Leben rauben. Ja, das sind wir „Normalen“, die nicht mit Hilfe von Netzwerken in den Olymp der Konzernhierarchie aufsteigen konnten, wir „Unterbürger“, die von den Oberbürgern in Medien, Politik und Konzernen als Feinde betrachtet werden, wenn wir mal unsere Meinung kundtun wollen: schnell werden Volksabstimmungen zum „gefährlichen Spiel“, der Ruf nach einer Steuer für Konzernbüttel wird von der gleichen Zeitung als Angstgemälde an die Wand gemalt, die sich noch zuvor über die deutsche „bizarre“ Ängstlichkeit amüsiert hatte.

Das ist das neue Deutschland, unser neues Zwei-Kasten-System. Oberbürger und Unterbürger. Der eine kriegt Rekordboni dank Milliardensubventionen, der andere kriegt Hartz IV. Worauf sich diese Flaschen aus dem zwei-Kasten-Staat noch einrichten dürfen, ist ein neuer heiliger Krieg. Den braucht das Konzerngeflecht zum großflächigen Unterbürgerabbau, zur weitflächigen Destabilisierung des demokratischen Grundgedankens und – wie üblich – um wieder mal einen Riesenreibach zu machen. Der ist auch aktuell schon ausgerufen worden … nur wird darüber ebenso wenig berichtet wie über die Vernichtung der BRD. Das Handelsblatt erwähnt ihn kurz:

USA und Südkorea haben ein gemeinsames Militärmanöver gestartet. Nordkorea verurteilt das als „stille Kriegserklärung“ und ruft einen „Heiligen Krieg“ aus.

Ratet mal, wer da an vorderster Front mitkämpfen darf, wer von jenen „wir“ ganz nach vorne geschickt wird, weil wir „das beste Deutschland sind, das sie je hatten“ – vor allem, wenn es endlich gegen das eigentliche Reich des Bösen geht, das sich anmaßt, viel zu viele Rohstoffe zu kaufen und viel zu viel Gewinn zu machen, der nicht in Konzernkassen fließt.

Früher hätten wir gegen solche sinnlosen und provokanten Aktionen der USA protestiert – man reizt keinen bissigen, halbverhungerten Hund, der nichts mehr zu verlieren hat. Heute warten wir auf den Einberufungsbefehl, um endlich mitmachen zu dürfen.

Also – ich persönlich finde schon, das man Bürgern, die in ihrer Schulzeit noch im Sinne der „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ erzogen worden sind, nachsehen kann, wenn sie sich etwas darüber wundern, das sie auf einmal „Fremdverwirklichung in asozialer Selbstzerfleischung“ üben sollen.

Vor allem, wenn einem keiner offziell sagt, das „wir“ jetzt ganz offiziell im Besitz von „anderen“ sind: aber immerhin die besten Flaschen, die sie je hatten.

 

Joachim Gauck und andere Gaukeleien: Deutschlands Seilschaften plündern das Land

Mittwoch, 22.2.2012. Eifel. Wir kriegen einen neuen Präsidenten. Das ist so entschieden worden. Nachdem ein unbekannter Bankbeamter aus bis heute nicht klar ersichtlichen Gründen das Handtuch geschmissen hat, gab es einen bekannten Bankenkritiker, der leider zu wenig Geld für den Job hatte und deshalb gehen musste: "Freunde" hatten dem armen Mann zuviel zugesteckt, andere "Freunde" hatten das dann einfach mal veröffentlicht, während der Rest der "Freunde" ihn politisch fallen gelassen hatte. Jetzt gibt es einen ausgemachten Bankenfan: Joachim Gauck. Der soll ein guter Mann sein, sagt man. So eine Art Johannes Rau aus dem Osten. Manche meinen, er sein kein guter Mann - meistens kommen die aus dem Osten: er soll, laut <a href="http://www.taz.de/!54779/">TAZ</a>, die Gauckbehörde nicht gerade konstruktiv geleitet haben. Die Grünen mögen den Gauck auf einmal auch nicht mehr, siehe <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13878478/Die-Gruenen-streiten-ploetzlich-ueber-Joachim-Gauck.html">Welt</a>:

<strong>Grummeln nach der Einigung: Grüne, Linke und Zuwanderer ziehen die Eignung Joachim Gaucks für das Amt des Bundespräsidenten in Zweifel. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele verlangte von Gauck am Dienstag Erklärungen zu Äußerungen über Hartz IV, die Occupy-Bewegung und den ehemaligen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin.</strong>

Der <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,816601,00.html">Spiegel</a> springt sofort in die Bresche und schützt den Präsidenten: alles falsch zitiert, so heißt es dort auf einmal. Ein Blick in die Bloggerwelt zeigt: hier hat ein Qualitätsmedium ausnahmsweise mal recht - die Zitate zu Occupy, Sarrazin und Hartz IV sind übel aus dem Zusammenhang gerissen. So ein Umgang ist nicht fair. Dabei erscheinen die Zitate wieder in einem anderen Licht, wenn man einen weiteren  Zusammenhang sieht - ein Gauklertrick jagt halt den nächsten.

Mittwoch, 22.2.2012. Eifel. Wir kriegen einen neuen Präsidenten. Das ist so entschieden worden. Nachdem ein unbekannter Bankbeamter aus bis heute nicht klar ersichtlichen Gründen das Handtuch geschmissen hat, gab es einen bekannten Bankenkritiker, der leider zu wenig Geld für den Job hatte und deshalb gehen musste: „Freunde“ hatten dem armen Mann zuviel zugesteckt, andere „Freunde“ hatten das dann einfach mal veröffentlicht, während der Rest der „Freunde“ ihn politisch fallen gelassen hatte. Jetzt gibt es einen ausgemachten Bankenfan: Joachim Gauck. Der soll ein guter Mann sein, sagt man. So eine Art Johannes Rau aus dem Osten. Manche meinen, er sein kein guter Mann – meistens kommen die aus dem Osten: er soll, laut TAZ, die Gauckbehörde nicht gerade konstruktiv geleitet haben. Die Grünen mögen den Gauck auf einmal auch nicht mehr, siehe Welt:

Grummeln nach der Einigung: Grüne, Linke und Zuwanderer ziehen die Eignung Joachim Gaucks für das Amt des Bundespräsidenten in Zweifel. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele verlangte von Gauck am Dienstag Erklärungen zu Äußerungen über Hartz IV, die Occupy-Bewegung und den ehemaligen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin.

Der Spiegel springt sofort in die Bresche und schützt den Präsidenten: alles falsch zitiert, so heißt es dort auf einmal. Ein Blick in die Bloggerwelt zeigt: hier hat ein Qualitätsmedium ausnahmsweise mal recht – die Zitate zu Occupy, Sarrazin und Hartz IV sind übel aus dem Zusammenhang gerissen. So ein Umgang ist nicht fair. Dabei erscheinen die Zitate wieder in einem anderen Licht, wenn man einen weiteren  Zusammenhang sieht – ein Gauklertrick jagt halt den nächsten.

So ist der Herr Gauck Mitglied in zwei sehr erlauchten Gremien: zum einen der Atlantikbrücke, zum anderen der „deutschen Nationalstiftung“. Die Atlantikbrücke dürfte bekannter sein – zur Erinnerung hier etwas von den sehr empfehlenswerten Nachdenkseiten:

Alle Personen sind zu den Bilderberg-Treffen dabei als Privatpersonen eingeladen. Dagegen spricht nach meiner Kenntnis, dass deutsche Politiker auf Kosten des Steuerzahlers an den Treffen teilnehmen. Dagegen sprechen auch politische Schwenks, die unmittelbar nach Bilderbergtreffen politisch verwirklicht wurden. 
Als Beispiel, auch wegen gewisser Ähnlichkeiten:

 1982 waren Kohl und Lambsdorff auf dem Bilderbergtreffen und nachfolgend wurde mit dem so genannten Lambsdorff-Papier als Auslöser die sozial-liberale Koalition beendet und von einer schwarz-gelben Koalition mit Kohl als Kanzler abgelöst.2005 waren Schröder und Merkel auf dem Bilderberg-Treffen (Schröder war offiziell nicht eingeladen und stand auch nicht auf der Teilnehmerliste). Unmittelbar nach dem Treffen verkündet Schröder, dass er über ein Misstrauensvotum gegen sich den Bundestag auflösen und Neuwahlen einleiten will. In der Folge wurde Merkel Bundeskanzlerin.

 Die Bilderberg-Treffen sind nur eine von vielen Aktivitäten, die von Leuten ausgeführt werden, die hierfür nicht gewählt wurden. Dazu gehören die zahlreichen als Think Tanks oder Denkfabriken bezeichneten Organisationen, die in einem direkten oder indirekten Zusammenhang zu den Bilderbergern stehen, wie z. B. das Aspen Institut, die Atlantikbrücke und die Trilaterale Kommission, der Council on Foreign Relations, der Club of Rome und etliche weitere Institutionen und Stiftungen, die mit immensem politischen Einfluss ausgestattet sind. Ein direkter Zusammenhang besteht zu der ebenfalls von Rockefeller gegründeten Trilateralen Kommission, die auch wieder als harmloses Instrument politischen Austausches in der Öffentlichkeit ausgewiesen wird, während lt. Verschwörungstheorien ihr Einfluss größer als der westlicher Regierungen ist, einer Ansicht, der ich mich anschließe.

Bei den Teilnehmern der Trilateralen Kommission finden wir auch den Herrn Köhler wieder, zusammen mit Ackermann, Biedenkopf, Schröder, Leisler-Kiep, Helmut Schmidt, Bill Clinton und George H.W.Bush.

Das ist jetzt mal wichtig, um die Zusammenhänge zu sehen. Der in der Parteispendenaffäre sehr auffällig gewordene Walter Leisler-Kiep ist  Ehrenvorsitzender der Atlantikbrücke, die er 16 Jahre lang geleitet hatte, Schmidt und Biedenkopf haben die deutsche Nationalstiftung gegründet. Schön, wie in Deutschland alles so zusammenhängt, oder?

Kommt noch besser: schauen wir uns die Atlantikbrücke einmal genauer an – zum Beispiel im Rahmen der Bertelsmannkritik:

„Dass von den Aktivitäten der Atlantik-Brücke wenig in der Öffentlichkeit bekannt wird, ist Absicht. Es ist kein Verein, der nach außen wirken will. Vielmehr wird in aller Stille agiert, was dem Verein zuweilen das Image eines Geheimbundes verleiht – und den Ruf eines elitären Clubs. Um eine Mitgliedschaft in der Atlantik-Brücke bewirbt man sich nicht, man wird dazu aufgefordert. So mag die Zahl von 360 Mitgliedern gering erscheinen, ihr Einfluss aber gilt als bedeutend. Die Atlantik-Brücke wird unterstützt von allen großen deutschen Unternehmen. Die Namensliste des Vorstands und Kuratoriums liest sich wie ein Who s who der Politik und Wirtschaft. Und auf der anderen Seite des Atlantiks engagieren sich nicht weniger einflussreiche Gesprächspartner.

Man wird zur Mitgliedschaft aufgefordert – sieh mal einer an. Jeden will man da nicht drin haben – aber den Herrn Gauck. Worum es der Atlantik-Brücke geht? Um Lobbyarbeit für die reichsten Familien der USA:

„Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben“, sagt der Vorstands-Chef der Atlantik-Brücke, Arend Oetker. Um Probleme effizient zu lösen, ist es eben hilfreicher, wenn sich die Entscheidungsträger persönlich kennen. Ein Missverständnis kann schnell mit einem Telefonanruf ausgeräumt werden – größere transatlantische Probleme, wie die US-Zölle auf Stahl, sorgen zwar auch innerhalb der Atlantik-Brücke für Stirnrunzeln. Die Freundschaft aber können sie nicht trüben.“

Diese Freundschaften bestehen eben auch dann, wenn es einen aktiven Wirtschaftskrieg der US-Finanzelite gegen Europa gibt. Lobbypedia bringt dies auf den Punkt:

Eingetragener Verein. Die deutsch-amerikanische Organisation ist ein logenähnlicher Interessenverband, dem führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Medien angehören, die über das gemeinsame Netzwerk gesellschaftspolitischen Einfluss nehmen und Kontakte pflegen. 

Über das gesamte Netzwerk wird gesellschaftspolitischer Einfluss genommen … und der Umbau der sozialen Bundesrepublik Deutschland zu einer US-Filiale durchgeführt?

Das amtierende Chef der Atlantikbrücke, Friedrich Merz (bekannt geworden durch seine Superhonorare für den Verkauf der WestLB oder seine viele Nebentätigkeiten, über die er lieber nicht reden wollte), arbeitet deshalb auch passenderweise für eine US-Kanzlei, die ihren Schwerpunkt dieses Jahr nach Düsseldorf verlegt hat. Was sie tun? Sie helfen Unternehmen, die Gesellschaft klein zu machen, siehe Beck.de:

Wir beraten Unternehmen vor allem im Gesellschaftsrecht, Bank- und Finanzrecht, Immobilienrecht, Steuerrecht, Kartellrecht sowie im Arbeits-, Prozess- und Wettbewerbsrecht.

Wo die erfolgreich sind, verliert die Gemeinschaft, der deutsche Staat und der Bürger.

Es gibt auch eine schön-brisante Verschwörungstheorie zur Atlantikbrücke, siehe Telepolis:

Auf ihrer Netzseite verweisen die Autoren dann auf Parallelen zwischen der von der CIA gesteuerten italienischen Geheimloge P 2 und der „Atlantik-Brücke“: In ihr sei die gesamte wirtschaftliche, politische und publizistische Führungsschicht der Bundesrepublik versammelt. Und sie diene der USA als politisches Steuerungsinstrument in Deutschland, weil sie direkt an den amerikanischen Außenpolitik- und Geheimdienstapparat angebunden sei, und zwar über die beiden Einflussgruppen Council on Foreign Relations (CFR) und American Council on Germany. – Und allein das ist ja schon eine kleine Verschwörungstheorie wert …

Aber es kommt noch dicker: Denn auch die Kohl-Spendenaffäre wurde angeblich von der „Atlantik-Brücke“ angezettelt und letztlich mit dem vorzeitigen Abgang der CDU-Führung gelöst. Fast alle Schlüsselfiguren des Parteispendenskandals sind nämlich tatsächlich in dem Verein organisiert, neben Walther Leisler Kiep auch der Waffenhändler Karlheinz Schreiber und Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein.

Ungeheuerlich, oder? Gut, das die „Qualitätsmedien“ die Verschwörer durch Verhängung eines Verschwörungstabus schützen – wir könnten ja nicht mehr ruhig schlafen – so wie jener Autor, der aus der Theorie einen Spielfilm gemacht hatte:

Obwohl auch Gansel zuvor ein wenig an der Verschwörungstheorie mitgestrickt hat. Dem Kölner Express erzählte er: „Ich wurde während der Recherche massiv bedroht. Ich habe Sätze gehört wie Wenn Sie das verfilmen, können Sie Ihr Leben lang nie wieder ohne Angst ein Auto starten'“

Ist jetzt der Moment gekommen, wo man fragen darf, warum die Atlantikbrücke sich gerade den Gauck ausgeguckt  hatte?

Im Balkanforum erfahren wir einiges über die inoffiziellen Geschäftsaktivitäten der Atlantik-Brücke:

Neben den vorgenannten Zielen dient die Atlantikbrücke einflußreichen Kreisen aus Politik, den Medien und der Wirtschaft zum diskreten Aushandeln von nur noch als kriminell zu bezeichnenden Geschäftsaktivitäten – sowohl alle Beteiligten in der Affäre um den Waffenhändler Schreiber wie auch die Drahtzieher der skandalumwitterten Privatisierung der Leuna-Werke und der ostdeutschen Werften (Vulkan-Affäre) waren Mitglieder des verschwiegenen „old boy network“. Genannt seien nur die Namen Karl-Heinz Schreiber, Holger Pfahls und Dieter Holzer, bzw. Birgit Breuel als Treuhandchefin, Atlantikerin und Nachfolgerin der durch Mord aus dem Weg geräumten Carsten Rohwedder, nur weil dieser „nicht schnell genug“ privatisierte, um die ostdeutschen Werte in den Rachen der westalliierten Investmentgesellschaften zu schaufeln.

Und das mitten in Deutschland? Oh – es kommt aber noch besser … wenn wir den Blick auf die deutsche Nationalstiftung wenden. Auch hier ist der Gauck Mitglied – Netzwerke und Seilschaften brauchen halt Personal, das sich für die Durchführung ihrer Ziele eignet. Während die Atlantik-Brücke hinter verschlossenen Türen arbeitet, legt die deutsche Nationalstiftung ihre Interessen offen dar:

Wir brauchen in Deutschland politische Schritte mit einer längeren Perspektive. Folgende wichtige Komponenten sind für die Gesundung Deutschlands nötig:
ƒ Umbau der Sozialversicherung;
ƒ Renovierung der öffentlichen Finanzwirtschaft;
ƒ längeres Anhalten der Realeinkommen;
ƒ Verzicht auf weitere DM-Aufwertungen;
ƒ eine umfassende Deregulierung auf allen Gebieten.

„Umfassende Deregulierung auf allen Gebieten“ … das werden die Banken gern hören. „Anhalten der Realeinkommen“ … dabei ist man schon sehr erfolgreich. Die DM ist schon weg – da wird nichts mehr aufgewertet, die Sozialversicherung nimmt nur noch Beiträge ein, zahlt aber kaum noch was aus (was zu „Gewinnen“ der Bundesanstalt für Arbeit führt, Gewinne, für die man verdiente Parteikämpfer mit Pöstchen versorgen kann).

Auch sonst haben die auffällige Schwerpunkte: neben den Jugendprojekten findet man unter „weiteren Projekten“ nur ein einziges:  Zusammenarbeit mit der Führungsakademie der Bundeswehr. Das ist natürlich völlig unbedenklich. Immerhin leben wir im Zeitalter der „zivil-militärischen Zusammenarbeit„, die unser Leben ganz neu prägen wird:

 Der Begriff ist ein klassischer Euphemismus, steht er doch für Militarisierung – für die Präsenz des Militärs in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens. 

Fügt man nun die Puzzlestückchen zusammen, so kann einem schnell mulmig werden: alle Anzeichen für einen potentiellen Staatsstreich sind vorhanden – zumindest sind Absicherungen zu erkennen, das bestehende Umverteilungssystem unter allen denkbaren Umständen schützen zu können.

Wozu man nun noch einen Gauck braucht?

Nun – die Frankfurter Rundschau zitiert ihn hier … hoffentlich vollständig:

Für ihn sei der Wert der Freiheit von allergrößter Bedeutung. Das sehe man im linken Spektrum zuweilen ganz anders, weil dort Werte wie Solidarität und staatliche Fürsorglichkeit vertreten würden.

Gauck sagte, Freiheit sei anstrengend und schwierig. Er kritisierte, für viele bestehe Glück darin, dass es ihnen morgen materiell besser gehe als heute. Diese Reduzierung des Lebensglücks auf Wohlfahrt und Wohlstand halte er für kindisch.

Stimmt. Lebensglück lässt sich nicht auf Wohlfahrt und Wohlstand reduzieren – aber Armut, Hunger, Kälte und Ausgrenzung aus der menschlichen Gemeinschaft sind für viele nicht-asketisch geprägte Menschen auch nicht gerade glücksfördernd. Lasst uns aber mal weggehen von dem kindischen Gerede der Sozialromantiker – hin zu den wirklichen Machern der Gesellschaft. Auch hier hat Gauck eine Meinung:

Zur schwierigen Haushaltssituation der Republik und der Staatsverschuldung sagte Gauck, es sei nicht zu erwarten, dass Politiker die Motoren dieser „dringend notwendigen öffentlichen Debatte sein werden“. Die Politik müsse lernen, deutlich über den nächsten Wahltermin hinaus zu denken. Es sei Aufgabe der Bürger und Intellektuellen, Schwung in diese Diskussion zu bringen. Die Politik stehe öffentlichen Konflikten ungeheuer furchtsam gegenüber.

Ob er deshalb einfach mal so in die Atlantikbrücke eingeladen worden ist? Die bringen ja auch Schwung ins Land – Leiharbeit, massive Kürzungen im Sozialbereich, Auslandseinsätze der Bundeswehr als Hilfstruppen der USA, massive Staatsverschuldung zur Rettung der Profite der US-Konzerne oder zur luxuriösen Suventionierung maroder Wirtschaftszweige … wie langweilig wäre unser deutsches Leben, wenn wir diesen Schwung nicht hätten!

Man sieht – man braucht die „bösen“ Zitate über Gauck nicht, um ihn unheimlich zu finden. Erstmal gibt es genug andere – und außerdem bewegt er sich in seltsamen Kreisen … in Kreisen, in denen man die Vorstellung einer Welt ohne Diktatur der Märkte  „kindisch“, „albern“ und „romantisch“ findet.

Mein Hauptkritikpunkt an Gauck wäre jedoch der gleiche wie der an Merkel: Menschen, die ihr Leben lang in einer Diktatur gelebt haben, fehlt jegliche Erfahrung und jegliches Maß dafür, wenn eine Demokratie durch die Feinde der offenen Gesellschaft überrollt wird, wenn Netzwerke und Interessengruppen die Freiheit missbrauchen, um sich durch Absprachen und Kartelle das Volksvermögen anzueignen. Bis die beiden Ossis merken, das der goldene Westen bald nur noch aus Messing ist, ist es zu spät.

Dabei würde es reichen, den „Spiegel“ zu lesen und zu verstehen, um zu merken, woher der Wind weht:

Stoppt die 130-Milliarden-Überweisung!

Griechenland ist pleite. Das Land braucht nicht 50 oder 70, sondern 100 Prozent Schuldenerlass, soll es wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen. Doch das Hilfspaket, das die Euro-Finanzminister heute Nachmittag absegnen sollen, hilft nicht in erster Linie den Griechen, sondern ihren Gläubigern. 

Das ist mal eine Riesenbeute, oder? Alles andere als kindisch, albern und romantisch. Der größte Bankraub der Geschichte auf Kosten der europäischen Union. Da wird auch wieder viel „Bakschisch“ fließen, viel hinter verschlossenen Türen verhandelt werden – die Strukturen sind ja da und äußerst erprobt. Und zur Sicherung der Beute schafft die Bundeswehr jetzt noch mehr Drohnen an, um die flächendeckende Beobachtung des Landes zu ermöglichen.

Nach Leuna und Vulkanwerft (wie eigentlich der ganzen Verschleuderung der DDR) ein weiterer Coup jener Menschen, die in aller Munde sind – über die man aber nicht reden darf.

Und für die wird Gauck augenscheinlich der ideale Präsident zu sein. Der wird alles unterschreiben, was den Interessen von Atlantikbrücke und deutscher Nationalstiftung nützt – oder?

Vielleicht … irre ich mich da aber auch. Ich will es hoffen.

PS: und nicht vergessen – am 4.Juli 2012 ist nationaler Kaufnix-Tag. Wer Atlantikbrücke und deutscher Nationalstiftung mal etwas Handfestes  zum Nachdenken geben möchte, sollte den Tag nicht ungenutzt verstreichen lassen.

 

 

 

 

Wir können uns den Mittelstand nicht mehr leisten – und den Rest des Volkes erst recht nicht: drei Jahre Eifelphilosoph

Montag, 20.2.2012. Eifel. Gestern habe ich ein Datum verpasst: meinen Bloggerjahrestag. Sozusagen mein Geburtstag in der virtuellen Welt. Ich bin nun kein Karnevalsnarr - und selbst, wenn ich einer wäre, hätte ich in unserem kleinen Tal keine Möglichkeit, mich unter den Augen der Öffentlichkeit völlig gehen zu lassen, mich in die Vorgärten der Nachbarn zu erbrechen oder an ihre Haustüren zu urinieren. Hier wohnt halt sonst keiner - und Füchse, Rehe, Wildschweine, Milane (meine liebsten Nachbarn) interessieren sich nicht für solche Narreteien. So kam es, das ich an einem Karnevalstag einen Blog anfing - einen persönlichen Eifelphilosophblog. An und für sich lässt mir mein Alltag für solch einen eitlen Unsinn keine Zeit, aber zu Karneval dachte ich: sei doch auch mal ein Narr. Drei Jahre ist das jetzt her - die Anzahl der Artikel geht in die Tausende - da steht mitlerweile schon ein dickes Buch im Internet. Fragt man sich jetzt, warum man das macht - in einem an sich schon übervollen Tag noch ein wenig Wörter unterzubringen - so ist die Antwort einfach: die Bude brennt, jemand sollte die Feuerwehr holen. Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich mich gezwungen sah, mich wegen der Artikel sorgfältiger mit den Nachrichten auseinander zu setzen. Schauen wir uns doch heute mal die Brände im Detail an:

Montag, 20.2.2012. Eifel. Gestern habe ich ein Datum verpasst: meinen Bloggerjahrestag. Sozusagen mein Geburtstag in der virtuellen Welt. Ich bin nun kein Karnevalsnarr – und selbst, wenn ich einer wäre, hätte ich in unserem kleinen Tal keine Möglichkeit, mich unter den Augen der Öffentlichkeit völlig gehen zu lassen, mich in die Vorgärten der Nachbarn zu erbrechen oder an ihre Haustüren zu urinieren. Hier wohnt halt sonst keiner – und Füchse, Rehe, Wildschweine, Milane (meine liebsten Nachbarn) interessieren sich nicht für solche Narreteien. So kam es, das ich an einem Karnevalstag einen Blog anfing – einen persönlichen Eifelphilosophblog. An und für sich lässt mir mein Alltag für solch einen eitlen Unsinn keine Zeit, aber zu Karneval dachte ich: sei doch auch mal ein Narr. Drei Jahre ist das jetzt her – die Anzahl der Artikel geht in die Tausende – da steht mitlerweile schon ein dickes Buch im Internet. Fragt man sich jetzt, warum man das macht – in einem an sich schon übervollen Tag noch ein wenig Wörter unterzubringen – so ist die Antwort einfach: die Bude brennt, jemand sollte die Feuerwehr holen. Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich mich gezwungen sah, mich wegen der Artikel sorgfältiger mit den Nachrichten auseinander zu setzen. Schauen wir uns doch heute mal die Brände im Detail an:

da merken wir zum Beispiel, das wir uns den Mittelstand nicht mehr leisten können. Wie anders soll ich die Tatsache beschreiben, das die Deutsche Mittelstandsbank IKB ihre Verluste vervielfacht hat, siehe Handelsblatt:

Ausgerechnet am Rosenmontag, an dem im Rheinland Ausnahmezustand herrscht, hat die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ihre Neunmonatszahlen präsentiert. Ihr Verlust hat sich fast verdreifacht.

Toll, wie die leben können, oder? Wenn ich als Familienvater meine Verluste vom Vorjahr verdreifache, dann bin ich schon seit sechs Monaten verhungert. Toll ist auch die Begründung für die Verluste: von „hohen Abschreibungen“ ist da die Rede. Dahinter verbirgt sich – vermute ich jetzt mal – eine Vielzahl von Unternehmen, die wegen der Kreditklemme in den Konkurs gegangen sind. Darüber redet die Presse aber nicht mehr. Das kann man auch ganz öffentlich nachlesen – nur: an Stelle eines Sturmes der Entrüstung herrscht hier Schweigen. Die wichtigste Information der letzten vier Jahre findet man in einem Artikel von Jakob Augstein – einem Artikel, den ich schon oft zitiert habe und noch öfter zitieren werde:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten. Wie viel Geld bereits in die Banken gepumpt wurde, wie viele Milliarden Bürgschaftszusagen vergeben wurden (und wie viele Hartz-IV-Monats“löhne“ das sind), das steht auch nicht in der Zeitung. Die Süddeutsche (vom 15. 1.) beispielsweise versteckt die Mitteilung, dass die Hypo Real Estate zum vierten Mal in vier Monaten Milliarden Bargeld und Bürgschaften braucht, unter der Überschrift „Wenn Steinbrück an die Tür klopft“.“

Während der Journalist – die angeblich „vierte Macht“ im Staate – sowieso schon den ganzen Tag aufpassen muss, das er nicht auf irgendwelche Minen tritt (Anzeigenkunden, Parteivertreter, Chefredakteure, Eigentümer, neidische Kollegen und „feindliche“ Anwälte) und insofern nur noch eine gründlich vorgereinigte Berichterstattung den Kunden Bürger erreicht, haben wir inzwischen Verhältnisse, in denen die Kanzlerin des Deutschen Reiches ihre Direktiven direkt an die zuständigen Chefredakteure durchreicht – ohne das gleich tausend Zeitungen aufschreien, das die Demokratie damit ihr Ende gefunden hat – und dies der Todestag der deutschen Medien war, die in Folge nur noch Hofberichterstattung machen – etwas, wovon „Der Spiegel“ schon seit zwanzig Jahren gut lebt.

Von diesen Leuten werden wir nicht erfahren, das „wir“ uns – neben den Arbeitslosen und den Griechen – auch bald den Mittelstand nicht mehr leisten können. Es ist ja dieser Scheiss-Mittelstand, der seine verdammten Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Ja, da muss man mal auf die Fäkalsprache ausweichen, da muss man mal ganz deutlich werden: diesen Scheiss-Mittelstand, den wollen wir nicht mehr. Deutschland braucht Menschen, die von den Zinsen ihres Kapitals leben können. Die können sich den ganzen tollen Freizeitzirkus auch leisten, die haben Zeit, sich die tollen Talk-Shows anzuschauen, die können mit unwirtschaftlichen und ökologisch kriminellen SUV´s drei Parkplätze auf einmal belegen, die haben Zeit, allen möglichen Ramsch zu kaufen, den sich die Konzerne ausgedacht haben … der langweilige Mittelstand jedoch, diese erbärmlichen Kretins, die blöd glotzend auf Bootsmessen ihre stinkenden Billigfüsse auf die noblen Hölzer edelster Yachten abtreten, die auf Autoshows bierrülpsend ihre Sozialneidkommentare abgeben und ansonsten die schönsten Traumziele der Welt mit ihrer Anwesenheit belästigen: die brauchen wir nicht, die wollen wir nicht und die können wir uns auch nicht mehr leisten.

Was wir brauchen, sind Menschen, die sich den schönen Dingen unserer Kultur widmen, erfolgreiche, wohlriechende Menschen von edler Gestalt und makellosem Äusserem, die auch genug Geld haben, sich mit den Kunstprodukten der Medienwelt zu umgeben – siehe Krone:

Das Geschäft mit Leasing-Promis boomt. Bezahlte Gäste sorgen für Glanz und Glamour bei Bällen, Partys undBoutiquen-Eröffnungen…

Der britische „Daily Star“ veröffentlichte kürzlich eine Liste von angeblichen Tarifen und taxierte Brigitte Nielsen auf unglaubliche 190.000 Euro (ohne Rabatt). Paris Hilton wird mit 100.000 Euro pro Abend ausgepreist. Rund 30.000 kosten Borderline-Celebrities wie Kim Kardashian oder Katie Price.

Was nun ein „Borderline-Celebritie“ ist, weiß ich nicht, das bleibt das Geheimnis des Autors des Artikels, den ich nur zitierte, um zu zeigen, welche Menschen in Deutschland „In“ sind, welche von der Presse hofiert werden: das sind die, die sich „Promis“ leasen können. Was nun „Promis“ eigentlich sind? Nun, das sind jene Menschen, deren Gesichter für viel Geld in die Medien gebracht werden, damit sie nachher für viel Geld verkauft werden können.

Während hier das Geld sinnvoll weitergereicht wird und die „Schönen“ an die „Reichen“ bindet, verschleudert der Mittelstand sein erbärmlich knappes Geld für etwas ebenfalls völlig erbärmliches: zum Zwecke der Fortpflanzung seiner eigenen Erbärmlichkeit, die selbst dadurch unsterblich wird: 120 000 Euro gibt er nach Angaben der Welt für seinen Nachwuchs aus: dafür hätte er sich fast einen Abend mit Paris Hilton und Katie Price ZUSAMMEN leisten können. Für die Pflege seiner Brut ist genug Geld da – aber nicht für die Begleichung der Forderungen der IKB-Bank, oder? Wie unverantwortlich ist das denn?

Dabei muss man mal ganz klar sehen, das der Mittelstand – die Ärzte, Handwerker, Unternehmer, Lehrer, Beamte, Verkäufer, Bauern, Wissenschaftler und was es da sonst noch an Gesochse gibt – allein nicht ausreicht, um ein Land überleben zu lassen. Schauen wir uns doch mal Griechenland an – nur als Beispiel. Hier hat der „Starökonom“ (diesen Titel vergibt der „Spiegel“ im Auftrag neoliberaler Verbände) Hans-Werner-Sinn ein wahres Wort gesprochen, als er die Folgen eines denkbaren Ausschlusses der Griechen aus der Eurozone skizziert hat:

Die reichen Griechen, die zig, wenn nicht hunderte von Milliarden Euro in der Schweiz deponiert haben, fänden es angesichts der gesunkenen Immobilienpreise und Löhne wieder interessant, in ihrem eigenen Land in Arbeitsplätze zu investieren.

Das sind halt die echten Menschen, die richtigen Menschen, Menschen, die selbstständig aus der Kraft ihrer eigenen Zinseinkünfte leben können und nicht von Transferleistungen von Krankenkassen, Kunden oder Arbeitgebern abhängig sind wie der ganze widerwärtige Mittelstand (samt reicher bundesdeutscher Ärzteschaft), der nichts anderes kann als vom Geld anderer zu leben und dann noch großartig von Demokratie faselt. Gut, das der Schäuble diesem Gerede jetzt ein Ende gesetzt hat – auch wenn das wieder keiner bemerkt. So findet sich im Spiegel:

Schäuble sagte, es bedürfe nun einmal schmerzlicher Prozesse, um Griechenlands Probleme zu beseitigen. Das sei einer der Gründe, warum die Umsetzung „nicht immer so umfassend und schnell und überzeugend“ klappe wie gewünscht. „So etwas nagt dann auch an der Glaubwürdigkeit.“ Doch die sei das wichtigste Gut gegenüber den europäischen Partnern, den Märkten, potentiellen Investoren und dem eigenen Volk.

Zugleich wies der Finanzminister den Vorwurf der Einmischung in innere griechische Angelegenheiten zurück. Die Staaten der Euro-Zone und die Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) brauchten „eine hinreichende Gewähr dafür, dass das Vereinbarte unabhängig vom Ausgang von Wahlen eingehalten wird“.

Na – toll formuliert, oder? Dieser Mann ist sein Geld wert … bzw. sein Pöstchen, das er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt erhalten wird. Schröder, Fischer und Clement haben das ja vorgemacht. Wir können uns den Mittelstand auch politisch nicht mehr leisten – wo kommen wir dann dahin, wenn diese Kretins auf einmal anfangen, jene Schulden nicht mehr zu bezahlen, die Banken und Politiker ihnen aufgedrückt haben?

Das würde nur die echten, guten, richtigen Menschen davon abhalten, in ihrem Land zu verbleiben – das ging ja gar nicht. Man sieht ja am Beispiel Griechenlands, was geschieht, wenn die gehen: das Land ist pleite!!!

Das kann uns in Deutschland genau so schnell gehen, wenn wir diesen mistigen Mittelstand weiter mit durchfüttern. Politische Reformen stehen auch hier an: Wahlrecht (aktiv und passiv) sollte nur noch jenen zustehen, die ihren Lebensunterhalt allein aus Zinseinkünften bestreiten können – die haben ja auch Zeit dafür und sind von anderen Geldgebern unabhängig. Sie sind die wahren freien Menschen unserer Gesellschaft – und auch nur ihnen sollte es gestattet sein, ihre Meinung offen und öffentlich zu äußern. Es wäre gut, hier Lizenzen zu vergeben, die ebenso Sinn machen wie hochpreisige Gebärlizenzen, die in den USA schon angedacht sind.

Wir können uns dieses ganze Mittelstandsgesochse einfach nicht mehr leisten, ihre erbärmlichen Ansprüche, ihr Geld mit primitiver Arbeit verdienen zu wollen – ein Anspruch, der zeigt, das man es hier wirklich und in der Tat mit einer besonders minderwertigen und mittellosen Kaste zu tun hat, ja, mit einer kulturgeschichtlich und historisch ganz anderen Art von Mensch, der sich einfach überlebt hat.

Wir können es uns auch politisch nicht mehr mit diesem Ballast abgeben, der meint, zu jeder Entscheidung der Regierung seinen unqualifizierten Senf hinzugeben zu müssen. Das ganze Land kann sich diesen Pöbel nicht mehr erlauben, der mit seinen billigen Autos die Bahnen des Führers verstopft, mit seinen Abgasen die Innenstädte vergast und mit seinen großen gelben Mülltonnen die Straßen hässlich macht.

Wir brauche einfach ein Gewähr dafür, das das Vereinbarte unabhängig von Wahlen beibehalten wird – hier und überall in der Welt: niemals wieder dürfen wir es zulassen, das die Arbeitsbienen den Zinskönigen das Leben schwer machen.

So jedenfalls … ist das Credo der neuen Aristokratie. Sie bildet sich vor unser aller Augen … aber die Presse verschweigt, wie mächtig sie sind. Sie sind in aller Munde, aber keiner redet wirklich über sie. Sie sitzen an allen Tischen, ihre Berater sind in allen Gremien, aber trotzdem liest man immer seltener kritische Kommentare zu dieser grandiosen Rückentwicklung in Zeiten des Feudalismus und der Leibeigenschaft.

Eigentlich ist es ein großer Flächenbrand, der durch das Land tobt, ein Flächenbrand, den man tagtäglich überall beobachten kann. Es wäre Zeit für Löschflugzeuge. Da die Medien den Brand jedoch als grandioses Feuerwerk verkaufen und auch noch Beifall klatschen, bleiben die notwendigen Gegenmaßnahmen aus – sonst kämen wir ja einfach auch auf die Idee, das Problem „Griechenland“ den Kreditausfallversicherungen der Privatwirtschaft zu überlassen: wenn die so blöde sind, den Pleitegriechen Geld zu leihen, dann sollen die auch dafür zahlen.

Ich denke: so lange der Brand tobt, werde ich meinen kleinen Eimer Löschwasser Tag für Tag zur Verfügung stellen – mehr ist mir mit meinen begrenzten Mitteln nicht möglich.

Wenigstens eins möchte ich diesmal bewirken: das nachher niemand mehr sagen kann:

WIR HABEN VON ALL DEM NICHTS GEWUSST!

Darum möchte ich heute auch meinen persönlichen Jahrestagsartikel mit einem Zitat des neuen Präsidenten der Bankenrepublik Deutschland aus dem Handelsblatt beenden:

Der Traum von einer Welt, in der man sich der „Bindung“ der Geldmärkte entledigen könne, sei eine “romantische Vorstellung”, sagte Gauck bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung „Die Zeit“ im vergangenen Oktober. Die Protestbewegung „Occupy Wall Street“ und ihre deutschen Pendants würden rasch verebben, sagte er voraus. Und er macht klar, dass er auch die Freiheit der Banken verteidigen will: “Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.”

Einen Präsidenten, der die Freiheit der Banken verteidigt: so etwas haben wir wirklich dringend gebraucht.  Die Zinskönige brauchen auch Schutz vor dem Pöbel – so muss das sein.

Den Mittelstand jedoch – können wir uns nicht mehr leisten: deshalb kommt unser Führungspersonal bald geschlossen aus der DDR: die hatten nie eine Chance zu merken, das hier Demokratie gezielt abgebaut wird – für die stellen selbst die Reste noch einen Gewinn dar.

 

 

Athen brennt – der Tag, an dem der europäische Bürgerkrieg von der Finanzwelt begonnen wurde

Montag, 13.2.2012. Eifel. Gestern hatte ich einen Artikelgeschrieben. Wie üblich schelmisch mit einem reisserischen Titel versehen - man gönnt sich ja sonst nichts:

2012 – das Jahr, in dem der europäische Bürgerkrieg begann und die Subventionen den deutschen Staat auffraßen

In der Tat kümmert sich kaum jemand um den Subventionswahn in Deutschland - ich sollte die Zahlen täglich neu bringen, bis wir 80 Millionen Leser haben, die begreifen, wohin das in der Arbeitslosenversicherung eingesparte Geld wirklich fließt.  Viel wichtiger wäre jedoch gewesen, zu schreiben, das der europäische Bürgerkrieg in der Tat am 12.2.2012 losging - dem Tag, an dem der Artikel erschien und Athen brannte.  So ist es halt mit Geschichte - die bedeutenden Zahlen rauschen an einem vorbei, sind alltäglich, während zukünftige Schülergenerationen sie auswendig lernen müssen. Es ist nicht der erste Bürgerkrieg, der wegen der Macht der Banken geführt wurde. Otto von Bismark - hier zitiert auf einer Reenactment-Seite - erwähnt noch einen:

Montag, 13.2.2012. Eifel. Gestern hatte ich einen Artikelgeschrieben. Wie üblich schelmisch mit einem reisserischen Titel versehen – man gönnt sich ja sonst nichts:

2012 – das Jahr, in dem der europäische Bürgerkrieg begann und die Subventionen den deutschen Staat auffraßen

In der Tat kümmert sich kaum jemand um den Subventionswahn in Deutschland – ich sollte die Zahlen täglich neu bringen, bis wir 80 Millionen Leser haben, die begreifen, wohin das in der Arbeitslosenversicherung eingesparte Geld wirklich fließt.  Viel wichtiger wäre jedoch gewesen, zu schreiben, das der europäische Bürgerkrieg in der Tat am 12.2.2012 losging – dem Tag, an dem der Artikel erschien und Athen brannte.  So ist es halt mit Geschichte – die bedeutenden Zahlen rauschen an einem vorbei, sind alltäglich, während zukünftige Schülergenerationen sie auswendig lernen müssen. Es ist nicht der erste Bürgerkrieg, der wegen der Macht der Banken geführt wurde. Otto von Bismark – hier zitiert auf einer Reenactment-Seite – erwähnt noch einen:

»Es kann nicht bezweifelt werden und ist mir mit absoluter Sicherheit bekannt, daß die Aufteilung der Vereinigten Staaten in zwei gleich starke Föderationen schon lange vor dem Bürgerkrieg von den stärksten Finanzmächten Europas beschlossen worden war. Diese Bankiers fürchteten, daß die Vereinigten Staaten, sollten sie vereinigt bleiben und sich zu einer einzigen Nation entwickeln, wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit erringen könnten, und diese hätte die weltweite finanzielle Vorherrschaft Europas bis ins Mark erschüttert. Natürlich kam der Stimme der Rothschilds im inneren Kreise der Finanz beherrschendes Gewicht zu. Sie sahen eine Chance auf reichliche Beute voraus, falls es ihnen gelingen sollte, die starke, selbstbewußte, stolze und selbstversorgende Republik durch zwei schwache Demokratien zu ersetzen, die unter der Last ihrer Schulden ächzten und jüdische Finanzmagnaten um Unterstützung anflehen würden. Folglich sandten sie ihre Agenten aus, um das Thema der Sklaverei auszuschlachten und eine Kluft zwischen den beiden Teilen der Union zu schaffen. Der Bruch zwischen dem Norden und dem Süden wurde unvermeidlich; die Herren der europäischen Finanz setzten alle ihnen zur Verfügung stehenden Kräfte ein, um ihn zu bewerkstelligen und zu ihren eigenen Gunsten auszunutzen.«

Tja – der durfte das noch einfach so sagen: eine Verschwörungstheorie allererster Güte. Die stärksten Finanzmächte Europas machen Politik, um ihre Pfründe zu sichern. Man lässt sie sich verschulden, spielt sie gegeneinander aus – und setzt sich nachher ins gemachte Zinsnetz. Den Seitenhieb auf die Juden wollen wir dem Herrn Bismark mal verzeihen, das war damals üblich.

Wir kennen den amerikanischen Bürgerkrieg aus den Medien. Heldenhafte Nordstaatler kämpfen gegen neanderthalartige Südstaatler, die Afrikaner wie Tiere halten.

Das es den Sklaven auf den Farmen besser ging als den schwarzen Arbeitern in den Fabriken des Nordens, wird gerne mal unerwähnt gelassen – ebenso wie die wahren Ursachen des Krieges gerne verschleiert werden. Hören wir nochmal die Jungs vom First Virginia dazu:

Im Norden, vor der Haustür, wurde die verarbeitende lndustrie ausgebaut. Der Süden sah sich immer mehr in der Rolle des Absatzmarktes und Rohstofflieferanten festgeschrieben. Man zwang den Süden, gegenüber den europäischen Produkten minderwertigere und teurere Produkte im Norden zu kaufen. Dem gegenüber wurden auf die Produkte des Südens im Norden hohe Schutzzölle aufgeschlagen. Die Zolleinnahmen der langen Küste des Südens flossen nach Norden. In breiten Schichten der Bevölkerung des Südens herrschte ein starkes Gefühl der Abhängigkeit und Ausbeutung durch die Yankeefabrikanten, Spediteure und Schiffahrtsgesellschaften vor.

Seit Beginn des Jahrhunderts mehrten sich deshalb die Stimmen im Süden, die sich fragten, was sie denn noch in dieser Union sollten? Tatsächlich war die Banken- und Handelspolitik des Nordens gegenüber den südlichen Staaten in vielen Zügen die Politik einer Zentrale gegenüber ihren Hinterhof, einer Rolle, die später andere lateinamerikanische Staaten übernehmen sollten. In diesem Sinne war die Sezession (Abtrennung) bereits vom Kapital des Nordens vorvollzogen, bevor der Süden sie tatsächlich nachzuvollziehen versuchte.

Kommt einem das nicht gerade heute sehr bekannt vor … und sehr aktuell? Befinden wir uns wieder in einem Sezessionskrieg Nord gegen Süd, einem Krieg, in dem es in erster Linie um die Interessen der Banken geht?

Wer hat den Griechen den das ganze Geld geliehen? Wer hat ihnen geholfen, die Schulden zu vertuschen? Wer hat an der immensen griechischen Rüstung verdient – und wer verkaufte Unmengen von Waren dorthin, die sich eigentlich keiner hätte leisten können, wenn man ihm nicht gleichzeitig das Geld geliehen hätte?

Wir.

Bisher hat uns Griechenland noch keinen einzigen Euro gekostet – wir verdienen köstlich an deren Elend. Die fahren unser Autos, unser Panzer, unser U-Boote und jetzt dürfen sie für den Schrott auch  noch Zinsen zahlen, die sich ihre Wirtschaft gar nicht leisten kann.

Bezahlen wir nicht eigentlich Politiker gerade dafür, das so ein Unsinn nicht geschieht? Weiß eigentlich jemand, was unsere Hochzinspolitik gegenüber Griechenland anrichtet? Immerhin hätten wir die Freiheit, die Zinsen enorm niedrig zu halten anstatt an den griechischen Schulden goldene Nasen zu verdienen. Schauen wir doch mal genau hin, was dort geschieht – siehe Spiegel:

Das Heer der arbeitslosen Hellenen wird derweil immer größer. Ende November waren bereits über eine Million Griechen ohne Job – Tendenz stark steigend. Ohnehin bezieht nur ein Drittel von ihnen das nicht gerade üppige Arbeitslosengeld. Bisher waren das einkommensunabhängig 461,50 Euro pro Monat. Nach einem Jahr ist auch damit Schluss, eine Grundversicherung wie in Deutschland gibt es in Hellas nicht. Das Arbeitslosengeld wird jetzt auf 359,97 Euro gesenkt.

Und jetzt triumphieren die Märkte, weil nochmal 150000 Menschen auf einen Schlag arbeitslos gemacht werden … Menschen, die mit dem Schuldenpoker persönlich nichts zu tun hatten – sie hatten drauf vertraut, das ihre Arbeitsverträge „echt“ sind und ihnen eine Perspektive bieten. Kein Unternehmen in Deutschland würde sich mit so einer Situation abfinden müssen, mit dem Schlagwort „Planungssicherheit“ würde man alle politischen Bedenken beiseite fegen. Firmen kriegen diese Planungssicherheit – jedenfalls, wenn sie groß genug sind, Posten für ausscheidende Politiker bereit zu stellen – das darf man jetzt ruhig im doppelten Wortsinn verstehen.

Die Griechen haben keine soziale Grundsicherung – warum haben wir nicht als erstes verlangt, das die in Griechenland eingeführt wird? Hartz IV ist doch ein so tolles Erfolgsmodell zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit – gilt das nicht für Griechenland?

Oder will man lieber Leute auf den Straßen verrecken sehen?

Schauen wir nochmal auf Otto von Bismark – er wusste schon damals von Agenten, die ausgesandt wurden, die Stimmung so richtig anzustacheln: die Athener sehen das genauso, siehe Welt:

In Athen steht an diesem Montagmorgen immer noch die Feuerwehr vor den rauchenden Ruinen dreier Gebäude. Insgesamt sieben sind in der Nacht abgebrannt, darunter eine ganze Einkaufspassage. „Was kann man dazu sagen?“, sagte eine Geschäftsinhaberin. „Wie kann es sein, dass diese Leute über so viele Jahre hinweg bei jeder Demo so viel zerstören können, und angeblich weiß niemand etwas über sie?“ Sie hält die Regierung für den Drahtzieher der Gewalt, wie viele andere Griechen auch.

Die Regierung hat ja auch den meisten Nutzen davon – und zeigt ja auch nebenbei, was sie von der Unabhängigkeit der Abgeordneten im griechischen Parlement hält: wer nicht spurt, wird arbeitslos. Ja, das ist Freiheit, wie wir sie meinen – die Freiheit seine Macht ungebremst auszuleben. Nebenbei kommen auch aus diesem Parlament scharfe Töne in Richtung Deutschland, siehe Handelsblatt:

Kouvelis warnte Deutschland, seine in der Schuldenkrise hinzugewonnene Macht nicht auszunutzen. „Ich spüre hinter all den wirtschaftlichen Argumenten andere, politische Ziele“, sagte er dem Blatt. „Deutschland muss sehr aufpassen, seine Macht nicht zu missbrauchen. Denn das würde zu einer Gegenreaktion in Europa führen, zu einem Bumerangeffekt.“

Dabei ist diese Gegenreaktion doch schon da:

Georgios Trangas hat sich heiß geredet – wieder einmal. Vergessen sind in diesem Moment seine vier Studiogäste. Trangas fixiert Kamera eins und widmet sich seinem Lieblingsthema: den Deutschen – und wie sie die Griechen kalt lächelnd ins Verderben stürzen. „Deutschland ist es doch egal, dass hier drei Millionen Rentner sterben“, wettert der Moderator. Es ist noch eine seiner harmloseren Thesen an diesem Abend. Willkommen beim Athener Fernsehsender Extra 3, der Schaltzentrale für Wutparolen gegen die „deutschen Besatzer“.

Ja, ist es uns auch. Sonst hätten wir doch die Zinsen nicht so hoch angesetzt, oder? Sonst hätten wir den Griechen doch Luft zu leben gelassen. So können wir jetzt mit den Folgen leben, über die man uns im Detail nur am Rande informiert:

Auch wenn Trangas seine Standpunkte mitunter fast lächerlich überspitzt (und damit Quote macht): Im Kern spricht er wohl vielen seiner Landsleute aus der Seele. So mancher Grieche sieht die EU inzwischen als das „Vierte Deutsche Reich“ an. Fast hat man das Gefühl, die Stimmung wird von Tag zu Tag feindseliger.

Verständlicherweise. Und diese Stimmung trifft nun auch die deutsche Realwirtschaft:

Dass die vermeintliche Übernahme ihres Landes durch deutsche Führung viele Griechen empört, zeigt eine Aktion aus dieser Woche. In Athen trafen die Spitzenverbände von Ärzten, Rechtsanwälten und Bauingenieuren zusammen und einigten sich auf einen gemeinsamen Boykott gegen Produkte aus Deutschland. Wie die Aktion konkret ablaufen soll, ist noch nicht klar. Doch ist zu befürchten, dass dies erst der Anfang einer breiteren Anti-Deutschland-Bewegung sein könnte.

„Kauft nicht bei Deutschen“ … organisieren das die „Aufständischen“ bzw. die Finanzagenten, wenn sie gerade nicht „Germanos“ anstecken?

Schon werden in Griechenland deutsche Fahnen verbrannt, während ständig neue Horrorzahlen den deutschen Steuerzahler über den gierigen Griechen entsetzen – ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sich bei uns zu den „Döner-Morden“ auch „Gyros-Brände“ gesellen, wo „wir“ es den faulen arbeitslosen Griechen mal so richtig zeigen. Währenddessen … wächst das Elend in der Hauptstadt Griechenlands:

Während in den Regierungspalästen und den Büros der politischen Entscheidungsträger über Lohnreduzierungen und Entlassungen Hunderttausender gerichtet wird, spielen sich auf den Straßen der Armenviertel Athens Szenen ab, die an die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern. Verarmte Rentner sammeln nach Schluss der Wochenmärkte weggeworfenes Restgemüse und Obst. 250 000 Menschen sind auf die Mahlzeitenhilfe der Kirche und Hilfsorganisationen angewiesen. Hunderte besuchen humanitäre Ärzteorganisationen, um untersucht zu werden und um Medikamente zu bekommen, weil sie lange Zeit arbeitslos und nicht mehr versichert sind.

Die verelenden für unsere Zinsen. 20000 Obdachlose in einem Land, das diese Form der Armut bis vor kurzem gar nicht kannte.

Man sollte Mikis Theodorakis lauschen – ich nehme mal an, der wird es nicht bis in die deutsche „Tagesschau“ schaffen:

Wir wenden uns auch an die europäischen Völker. Unser Kampf ist nicht nur der Griechenlands, er strebt ein freieres, unabhängigeres und demokratischeres Europa an. Glauben Sie Ihren Regierungen nicht, wenn sie behaupten, dass euer Geld dazu dient, Griechenland zu helfen.Glauben Sie nicht die groben und absurden Lügen der kompromittierten Zeitungen, die Sie überzeugen wollen, dass das Problem von der sogenannten Faulheit der Griechen herkommt, während dem, nach den Daten des Europäischen Statistischen Instituts, diese mehr arbeiten alle anderen Europäer! Die Arbeiter sind nicht verantwortlich für die Krise; der Finanzkapitalismus und die Politiker in ihrem Boot, sie sind es, die sie verursacht haben und sie ausnutzen. Ihre Programme “Rettung von Griechenland” helfen nur den ausländische Banken, und gerade denjenigen, die mittels Politikern und Regierungen in ihrem Sold, das politische Modell aufgezwungen haben, das zur aktuellen Krise geführt hat. 

Ob wieder Agenten der europäischen Finanzelite unterwegs sind, um zu Politiker schmieren und  Zeitungen kaufen? Sicher, das machen sie ganz offen – genauso offen, wie sie abkassieren, siehe Spiegel:

Der britische Premierminister David Cameron hat laut „Financial Times“ einen Waffenstillstand mit den Bankern der Londoner City ausgerufen. Ende der Woche verzichteten unter massivem öffentlichen Druck sowohl Philip Hampton, Aufsichtsratschef der Royal Bank of Scotland (RBS), als auch Stephen Hester, Vorstandschef der Bank, öffentlich auf ihnen angebotene Boni. Daraufhin machte Cameron nun den Weg frei für die Ausschüttung von Sonderzahlungen an die Angestellten der RBS. Die sollen nun rund 500 Millionen Pfund Belohnungen für ihre Arbeit kassieren – mittelbar aus Steuergeldern.

Man sieht: es gibt einige, die verdienen an dem Geschäft ganz gut. Supergut. Auf Halbgottniveau. Andere durchstöbern der Abfall nach Essbarem, weil sie zu alt und zu krank zum arbeiten sind. Ein tolles Europa – und … wie es scheint … ganz mit Absicht so geschaffen, siehe nochmal Mittelstandsnachrichten:

Eine interessante Berechnung hat der Finanzblog Zerohedge angestellt: Hätte man den Griechen bereits im Jahr 2010 einen Schuldenschnitt gewährt, wäre die griechische Wirtschaft in den vergangenen zwei Jahren um 36% gewachsen. Stattdessen treibt das Land nun in den Bürgerkrieg (hier). Die Feindseligkeiten innerhalb Europas (hier) werden mit jeder neuen Finte vertieft, die sich die Euro-Retter einfallen lassen. Diese werden sich weiter vertiefen, weil man Schulden nicht mit immer mehr Schulden abbauen kann. Es ist bemerkenswert, dass diese Binsenweisheit trotz der täglich neuen Zeichen an der Wand den Verwaltern der europäischen Desasters einfach nicht in den Sinn kommen will.

36 % Wachstum …. die Armut wäre Vergangenheit. Warum nun die Binsenweisheit ignoriert wird?

Nun – vielleicht sollte man einfach öfter Bismark lesen. Damals hießen „Verschwörungstheorien“ einfach noch „Politik“.

Heute glauben wir, politische Entscheidungen intelligenter Menschen werden von Orakeln, Würfeln und dem Flug der Vögel geleitet, niemals aber von Plan, Absicht und Strategie.

Vielleicht sollten die Griechen aber auch einfach mal öfter Brecht zitieren – hier in den Augsburger Nachrichten:

„Reicher Mann und armer Mann. 
Standen da und sahn sich an. 
Und der Arme sagte bleich: 
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“

So kann man die Hintergründe der Eurokrise am einfachsten darstellen, denke ich.

 

 

2012 – das Jahr, in dem der europäische Bürgerkrieg begann und die Subventionen den deutschen Staat auffraßen

Sonntag, 12.2.2012. Eifel. Wieder einmal ... mitten im Krieg. Das sind wir hier gewohnt. Wann immer es in Europa Auseinandersetzungen gab, waren wir mitten drin. 1913 hatten wir hier um die Ecke den ersten Militärflughafen - keiner weiß mehr, wo genau. Vorher hatten wir hier Franzosen, Landsknechtshorden und Römer. Letztere haben hier sogar stattliche Villen gebaut. Was die hier gesucht haben, weiß ich nicht so genau. Hier haben wir 177 Regentage im Jahr - den Rest schneits. Italien scheint mir da gemütlicher. Die anderen Horden kamen nur aus einem Grund: sie mussten hier durch, um ihre Feinde zu treffen: zum Beispiel 1914, 1940 und 1944. Von hier aus konnte man gut und überraschend durch die Ardennen marschieren, das hatte dann zweimal fast zum Untergang Frankreichs geführt. 1940 war eine ähnliche Situation wie heute: die demokratischen Kräfte Europas wussten, das man den Feind nicht auch noch Polen besetzen lassen durfte. Ab 1944 wäre die reichsdeutsche Marine so stark gewesen, das sie eine ernsthafte Bedrohung für die maritimen Interessen Englands bedeutet hätte - das durfte man nicht riskieren: also erklärten Frankreich und England Deutschland den Krieg - im sicheren Glauben an die Unüberwindlichkeit der Maginotlinie, einer gigantischen Festungsanlage in Frankreichs Osten. Leider hatte man nicht bemerkt, das auch der Krieg sein Gesicht ändert: der alte Stellungskrieg war out - und die Ardennen bildeten eine tödliche Lücke in dem östlichen Wall. 2012 läuft der Krieg noch anders ab als 1940, wieder hat er sein Gesicht geändert - man weicht ab von den alten ritterlichen Tugenden des Kampfes "Mann gegen Mann" und kämpft lieber abstrakter: Wille gegen Wille, Macht gegen Macht ... bislang mit nur wenigen Schüssen aber viel Informationskrieg. Darum reden hier auch nur wenige Menschen vom Krieg - in Griechenland ist das schon anders, siehe Tagesschau:

Sonntag, 12.2.2012. Eifel. Wieder einmal … mitten im Krieg. Das sind wir hier gewohnt. Wann immer es in Europa Auseinandersetzungen gab, waren wir mitten drin. 1913 hatten wir hier um die Ecke den ersten Militärflughafen – keiner weiß mehr, wo genau. Vorher hatten wir hier Franzosen, Landsknechtshorden und Römer. Letztere haben hier sogar stattliche Villen gebaut. Was die hier gesucht haben, weiß ich nicht so genau. Hier haben wir 177 Regentage im Jahr – den Rest schneits. Italien scheint mir da gemütlicher. Die anderen Horden kamen nur aus einem Grund: sie mussten hier durch, um ihre Feinde zu treffen: zum Beispiel 1914, 1940 und 1944. Von hier aus konnte man gut und überraschend durch die Ardennen marschieren, das hatte dann zweimal fast zum Untergang Frankreichs geführt. 1940 war eine ähnliche Situation wie heute: die demokratischen Kräfte Europas wussten, das man den Feind nicht auch noch Polen besetzen lassen durfte. Ab 1944 wäre die reichsdeutsche Marine so stark gewesen, das sie eine ernsthafte Bedrohung für die maritimen Interessen Englands bedeutet hätte – das durfte man nicht riskieren: also erklärten Frankreich und England Deutschland den Krieg – im sicheren Glauben an die Unüberwindlichkeit der Maginotlinie, einer gigantischen Festungsanlage in Frankreichs Osten. Leider hatte man nicht bemerkt, das auch der Krieg sein Gesicht ändert: der alte Stellungskrieg war out – und die Ardennen bildeten eine tödliche Lücke in dem östlichen Wall. 2012 läuft der Krieg noch anders ab als 1940, wieder hat er sein Gesicht geändert – man weicht ab von den alten ritterlichen Tugenden des Kampfes „Mann gegen Mann“ und kämpft lieber abstrakter: Wille gegen Wille, Macht gegen Macht … bislang mit nur wenigen Schüssen aber viel Informationskrieg. Darum reden hier auch nur wenige Menschen vom Krieg – in Griechenland ist das schon anders, siehe Tagesschau:

Auch weitere Parteiführer warben eindringlich um Zustimmung für das Sparpaket: Giorgios Papandreou, Chef der sozialistischen PASOK und Ex-Regierungschef, sprach von einem „Krieg um Griechenland“, der jetzt gewonnen werden müsse. 

Man muss in diesen Tagen schon genau hinhören, um zu merken, das wieder Krieg ist. Die alten Definitionen greifen da nicht so genau – auch wegen politischer und propagandistischer Überlegungen:

Ob eine bewaffnete Auseinandersetzung – u. a. in den Medien – als „Konflikt“ oder als „Krieg“ bezeichnet wird, ist oft von politischen oder propagandistischen Erwägungen abhängig. Eine Auseinandersetzung, die schon den politikwissenschaftlichen Kriterien eines Krieges entsprechen würde, kann z. B. in der Sprachregelung von Drittstaaten bewusst weiterhin als Konflikt bezeichnet und behandelt werden, um sich damit besser einem Beistandsversprechen „im Kriegsfalle“ oder anderem angemessenem Druck auf die Konfliktparteien entziehen zu können. Bei der Höherstufung eines einfachen bewaffneten Konflikts zu einem Krieg gilt analog das Gleiche.

Wer eigentlich das Recht hat, solche „Höherstufungen“ vorzunehmen (oder entsprechende „Herabstufungen“), erfahren wir nicht so genau. Wir dürfen auch nicht so sehr darüber nachdenken, weil wir damit schnell das seit dem 11.9.2001 gültige Verschwörungstabu des US-Präsidenten anrühren … was man in diesem Zeiten niemanden empfehlen kann, der seine Sinne noch beieinander hat.

Worüber wir aber reden dürfen, ist der „Wirtschaftskrieg“ – jedenfalls hoffe ich, das man dafür noch nicht mit dem „Kirchenbann“ der etablierten Bezahlmedien belegt wird:

Frühe Wirtschaftskriege standen seit der Antike regelmäßig in Zusammenhang mit der Kolonialisierung fremder Länder und hatten vor allem das Ziel, fremde Ressourcen zu erobern ohne einen langwierigen bewaffneten Konflikt zu führen. Mit oftmals geringen militärischen Mitteln, jedoch weitreichenden einseitigen Handelsvereinbarungen konnten Rohstoffe und die Arbeitsleistung des kolonialisierten Landes im weiteren Verlauf oft ohne den Einsatz von Waffen ausgebeutet werden, da die einheimische Bevölkerung die Tragweite ihrer Zusagen zunächst nicht erkannte. Wurde die Ausbeutung bemerkt, hatte sich der aggressive Wirtschaftspartner bereits weitreichenden Einfluss auf Gesetzgebung und/oder Exekutive verschafft.

Den letzten Satz habe ich nochmal deutlich hervorgehoben. Die Einflussnahmen auf Gesetzgebung und Exekutive gehört zu den zentralen Elementen eines erfolgreichen Wirtschaftskrieges, der im Übrigen deutlich mehr Profit bringt als ein „heißer Krieg“ – aber die gleichen Ziele verfolgt: fremde Ressourcen zu erobern. Kriege aus Spaß an Mord, Vergewaltigung und Totschlage führen nur Psychopathen wie Hitler, Himmler, Heydrich und viele andere „moderne“ Wahnsinnige, die ich  hier nicht nennen darf.

Wir müssen uns noch etwas detallierter mit den Definitionen von „Wirtschaftskrieg“ befassen, sonst haben wir keine Chance, schon jetzt zu bemerken, das wir wieder mitten drin sind.

Eine in die Zukunft gerichtete Frage im Zusammenhang betrifft die geplante Möglichkeit, mit Hilfe von Patenten das menschliche Erbgut handelbar zu machen. Die Aussicht mit Hilfe der Gentechnologie wirtschaftliche Interessen zur Monopolisierung von vitalen Versorgungsinteressen einer Volkswirtschaft im Gesundheitswesen zu verwenden, würde aller Erfahrung nach aufgrund der Beobachtung bedeutender Wirtschaftsteilnehmer nicht vordringlich zum Nutzen des Menschen eingesetzt werden, sondern zur Erlangung wirtschaftlicher Macht, auch als Waffe gegen Nationen und Unternehmen vor dem Hintergrund renditeorientierter Interessen von Aktionären und anderen Stakeholdern.

Hier erfahren wir ein wenig, das es „treibende Kräfte“ hinter dem ansonsten sie niedlich und possierlich daherkommenden Begriff „die Märkte“ gibt, Kräfte, die nur eins wollen – unser Bestes, sprich: unser Geld. Sie würden noch nicht einmal davor zurückschrecken, das menschliche Erbgut zur Ware zu machen, womit der Gedanke der Sklaverei eine völlig neue Dimension der Barbarei erreichen würde.

Menschen, die so denken, können wir zurecht als „böse“ bezeichnen, weil sie gezielt gegen die Grundbedingungen menschlicher Existenz vorgehen – und zwar ganz gezielt:

Die Umverteilung von Ressourcen wird im Wirtschaftskrieg geplant. Parallelen der Planung können sein:

  • strategische Planung kombinierter Maßnahmen mit Zeit- und Regionalbezug
  • Hoher finanzieller Aufwand zur Ausspähung und Infiltration
  • kombinierter strategischer und operativer Einsatz der Waffen
  • Durchführung von Ablenkungsmanövern und Mehrfrontenkonflikten
  • Inkaufnahme von erheblichen Zerstörungen auf wirtschaftlicher Ebene

Kehren wir nun nach Griechenland zurück. Dort geschieht gerade eine erhebliche Zerstörung auf wirtschaftlicher Ebene, die auch von führenden Kapitalisten angeprangert wird, siehe Spiegel:

Die Konjunktur in den europäischen Krisenstaaten müsse mit Finanzspritzen belebt werden, anstatt die Regierungen nur zum Sparen zu zwingen. „Sonst wiederholen wir die Fehler, die Amerika 1929 in die große Depression geführt haben. Das versteht Angela Merkel einfach nicht“, sagte der Spekulant. Eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds an der Lösung der Euro-Krise lehnt Soros ab. „Europa sollte in der Lage sein, seine Probleme selbst zu lösen. Der IWF wird dazu nicht gebraucht.“ Das gelte erst recht, da die Fehler der europäischen Politik die Krise verursacht hätten.

 So sei es falsch gewesen, Griechenland nur gegen die Zahlung hoher Zinsen Hilfskredite zu gewähren. „Deswegen ist das Land heute gar nicht mehr zu retten. Und genauso wird es Italien ergehen, wenn wir das Land in die Zwangsjacke gewaltiger Zinszahlungen stecken.“

Plausibel, oder? Das verstehen auch Bauern in der Eifel: mit immer weniger Geld kann man nur immer schlechter über die Runden kommen. Für ostdeutsche Pfarrerstöchter scheint diese Weisheit jedoch noch zu hoch zu sein – oder sie verfolgen einfach andere Ziele.

Wir dürfen nicht mehr darüber nachdenken, das es Menschen mit Macht gibt, die strategisch denken. Wir dürfen zwar wahrnehmen, das der gleiche Konzern, der die griechische Schuldenkrise aufzubauen half, auch bei der Lösung der Krise hilft – nur Schlussfolgerungen aus diesen Fakten sollen wir nicht mehr vornehmen.  Wir könnten sonst auf die Idee kommen, das der europäische Bürgerkrieg gezielt gesteuert wird, um die Renditen der Anleger zu steigern. In der Welt erfahren wir, das die Banken nicht nur der Regierung ihre Kredite aufgeschwatzt haben:

„Die Banken drängten einem damals die Kredite förmlich auf“, erinnert sie sich. „Dauernd rief eine Bank an und fragte, ob man nicht einen Kredit will.“

Jetzt kann sie die Raten nicht mehr zahlen. Wie so viele andere Griechen auch: 80 Prozent der Haushalte sind Eigentümer ihrer Wohnung. 

Damit sind die Griechen jetzt an einem weiteren Punkt des Wirtschaftskrieges angekommen – darf ich nochmal wiederholen?

Mit oftmals geringen militärischen Mitteln, jedoch weitreichenden einseitigen Handelsvereinbarungen konnten Rohstoffe und die Arbeitsleistung des kolonialisierten Landes im weiteren Verlauf oft ohne den Einsatz von Waffen ausgebeutet werden, da die einheimische Bevölkerung die Tragweite ihrer Zusagen zunächst nicht erkannte.

Auch viele Mitglieder der griechischen Regierung haben wohl die Tragweite ihrer Zusagen nicht erkannt – noch tun sie es jetzt. So etwas soll es in der Geschichte der Menschheit schon öfter gegeben haben.

Griechenland muss die Folgen zu spüren bekommen“ – fordert die Welt, womit konkret nichts anderes gemeint sein kann als der gezielte Abbau von Menschenrechten zugunsten der Rendite: wieviele Menschenrechte noch lebbar sind, wenn man kein Dach mehr über dem Kopf und kein Geld mehr in der Tasche hat, kann ja jeder mal selbst für sich durchrechnen.

Natürlich sind die Zahlen gigantisch: 130 Milliarden braucht Athen momentan, um die Zinszahlungen internationaler Gläubiger zu befriedigen. So jedenfalls stellen es die Bezahlmedien da. Das ist eine riesige Zahl, die uns alle erschreckt –  und doch ist es nur Propaganda, vergleicht man es mit anderen Zahlen.

Schauen wir uns doch mal die deutsche Wirtschaft an, diesen Supermotor Europas, die Supersuperdaueraufschwungwirtschaft … die nur läuft, weil wir Geld auf Rekordniveau hineinpumpen, Geldmengen, gegen die die Griechenlandhilfen Peanuts sind:

164 Milliarden Euro sind 2010 laut Fokus allein in Deutschland an Subventionen ausgegeben worden, vieles davon war umweltschädlich oder völlig sinnlos, wie das Handelsblatt ausführt:

Brauereien und Brummifahrer bekommen sie, Hauserben, Matrosen und die Betreiber von Biogasanlagen auch: Der deutsche Staat subventioniert vom Freibier bis zur Zahnprothese (fast) alles. In zäher Lobbyarbeit haben sich ganze Branchen milliardenschwere Vorteile erstritten. Die 111 unsinnigsten Subventionen verschlingen jährlich 35,29 Milliarden Euro.

Wo sind eigentlich die Forderungen an die deutsche Wirtschaft, das diese auch mal „die Folgen zu spüren bekommt“ – die Folgen ihrer Unfähigkeit, ohne massive Staatshilfe wirtschaften zu können? Insgesamt 90% der Subventionen gelten als überflüssig – siehe Spiegel.

Für „Arbeit und Soziales“ – wir erinnern uns: der böse Kostentreiber – planen wir 2012 nur Ausgaben in Höhe von 126,5 Milliarden Euro, davon bekommen die wirklich Bedürftigen – die Arbeitslosen – nur ein paar Krümel, die man locker mehrfach durch Subventionskürzungen einsparen könnte.

Die größte Summe seines Haushalts verwendet das Ministerium von Dr. Ursula von der Leyen (CDU) erneut für die Finanzierung der Rentenversicherung, insgesamt sind 81,76 Milliarden Euro und damit 1,4 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr (80,34 Milliarden Euro) dafür vorgesehen.

Schlagzeilen, das wir zu teure Rentner und eine zu ineffektive Wirtschaft haben, findet man im Jahre 2012 jedoch noch zu wenig, stattdessen werden wir mit Ablenkungsmanövern überzogen und in Mehrfrontenkonflikte verstrickt – wie es sich für einen ordentlichen Wirtschaftskrieg auch gehört. Nur wenig vernehmen wir jene Stimmen, die den Ernst der Lage erkannt haben, siehe Süddeutsche:

Die Finanzkrise nimmt in Griechenland immer kuriosere Züge an: Der Vorstand der Gewerkschaft der Polizisten des Landes (POESY) droht mit der Festnahme der Kontrolleure der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB).

Nach Ansicht der Gewerkschaft versucht die «Troika», mit den harten Sparmaßnahmen die demokratische Ordnung umzuwerfen. Zudem versuche sie, die «nationale Souveränität» zu verletzen und vom griechischen Volk wichtige Güter zu rauben.

Was aber nun, wenn die Griechen ernst machen … und wirklich die Troika verhaften? Werden dann deutsche Falschirmjäger wieder auf Kreta landen, um die Insel für „die Märkte“ in Besitz zu nehmen? Werden deutsche Panzer in Richtung Athen rollen, um deutsche Interessen zu schützen?

Man sollte der Welt zustimmen:

Es geht längst nicht mehr um die Höhe griechischer Renten und die Zahl der Beamten in Athen. Nicht um die Privatisierung von Staatseigentum und die Erhöhung der armseligen Quote, die die Verwaltung bei der Eintreibung von Steuern erreicht. Es geht um einen Machtkampf um die Hoheit im europäischen Haus.

Nur ist es kein Kampf zwischen den griechischen Bürgern auf der Straße und den deutschen Abgeordneten, wie das Blatt meint, sondern ein Kampf darum wer in einem Staat das Sagen hat: eine Wirtschaft, die ohne Rekordsubventionen nicht überlebensfähig wäre, oder der Bürger, der den Bereichungswahn aus Politik und Wirtschaft nicht mehr länger bezahlen kann.

Fällt Griechenland, wissen wir, wer die Hoheit im europäischen Haus innehat: die Banken und ihre Lobbyisten. Bis dahin aber befinden wir uns noch in einer anderen Phase des europäischen Bürgerkrieges:

Mit oftmals geringen militärischen Mitteln, jedoch weitreichenden einseitigen Handelsvereinbarungen konnten Rohstoffe und die Arbeitsleistung des kolonialisierten Landes im weiteren Verlauf oft ohne den Einsatz von Waffen ausgebeutet werden, da die einheimische Bevölkerung die Tragweite ihrer Zusagen zunächst nicht erkannte.

Es wird vielleicht Zeit, das die Bürger Europas sich wieder an den spanischen Bürgerkrieg erinnern und „no pasarán“ rufen: fällt die älteste Demokratie in Europa den Märkten zum Opfer, wird das das Ende des demokratischen Gedankens in ganz Europa sein: die „marktkonforme Demokratie“ wird anstelle der demokratiekonformen (sozialen) Marktwirtschaft treten.

Was das bedeutet, hat der Inhaber des alternativen Nobelpreises, Dr. Hermann Scheer, unlängst vorausgesagt:

„Wenn wir so weiter machen, dann kommen neue Selektionsmechanismen zwischen Staaten, zwischen Rassen, zwischen Religionen, zwischen berechtigten Menschen und unberechtigten, zwischen wertvollen und nicht wertvollen Menschen, dann wird der monetäre Wert des Menschen irgendwann in den Vordergrund geschoben und dann beginnt ein neues Zeitalter der Barbarei. Das ist unausweichlich.“

Schade, das der tot ist … und niemand seine Worte ernst nimmt.

 

 

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