Europa

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Willy Wimmer im Gespräch mit Albrecht Müller: Konfrontation mit Russland statt gemeins. Sicherheit?

Von dem Ziel der gemeinsamen Sicherheit in Europa unter Einbeziehung von Russland hin zu neuerlicher Konfrontation und Feindbildaufbau gegen Russland

Wie konnte es soweit kommen?
Was könnte uns in Europa durch verantwortungslose Außenpolitik bevorstehen?
Wie dramatisch ist die Kriegsgefahr?
Ist es nötig und vorstellbar, dass sich die Europäer von der Vorherrschaft der USA befreien?
Was können wir tun, um aus diesem gefährlichen Dilemma herauszukommen, Konfrontation abzubauen und hin zu positivem Wandel zu kommen?

Notre Dame im Geier Sturzflug – Europas Weltkulturerbe brennt!

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Notre-Dame (pixabay/CC0)

Macron wird erleichtert sein – er braucht die angekündigte Rede an die Gelbwesten nun nicht zu halten, sondern kann sich Wichtigerem widmen. Und kurz vor der Europawahl darf der Ex-Banker nun auch politisches Kleingeld machen: Nachdem er die sozialen und rechtsstaatlichen Verhältnisse zuschandegeritten hat und die französische Hauptstadt in Rauch und Chaos zu versinken droht, kann er sich jetzt als strahlender Wiedererbauer des Pariser Wahrzeichens präsentieren: 360 Mio. Euro wurden bereits in der Nacht nach dem Brand für den Wiederaufbau der Kathedrale bereitgestellt, frei nach dem Motto der Dame im Hosenanzug, mit der er in letzter Zeit Hand in Hand als Retter durch Europa tourt: „Wir schaffen das!“

Nicht nur unter Kulturfreunden herrscht derzeit auf der ganzen Welt Bestürzung. Über 800 Jahre hat die gotische Kathedrale Notre-Dame im Herzen von Paris den wechselvollen Ereignissen der Geschichte standgehalten. Das UNESCO-Weltkulturerbe gilt nicht nur als architektonisches Meisterwerk, sondern beherbergt auch Kunst- und Kulturschätze von unschätzbarem Wert wie etwa die Dornenkrone, die Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll. Eines der wertvollsten Kulturdenkmäler Europas ist nun also einem Brand zum Opfer gefallen, der sich innerhalb kürzester Zeit auf 1.000 Quadratmeter ausgeweitet und den 93 Meter hohen Kathedralenturm zum Einsturz gebracht hat. Wie konnte es im Zentrum von Paris in solch kurzer Zeit zu einer solch verheerenden Feuersbrunst kommen? Noch dazu, wo rund um das Bauwerk nun schon seit Jahren eine lückenlose Überwachung herrscht.

Wie auch immer. Ich habe jedenfalls schon letzten Sommer – noch vor den Gelbwesten-Protesten-, als ich neben der Kathedrale an der Ile de la Cite in einem Cafe gesessen bin, das Gefühl gehabt, dass irgendetwas Brandgefährliches in der Luft liegt. Die unbeschwerte Pariser Atmosphäre von früher war dahin. Rund um Notre-Dame und rund um die Uhr patroullierten Einsatzmannschaften in schwerer schwarzer Montur mit geschulterten Maschinengewehren – zu Fuß, zu Pferd und in Einsatzwägen. Beim Versuch, diese gespenstische Szenerie mit dem Fotoapparat einzufangen, wurde ich sofort hart abgestraft: Mit dem Zeigefinger eines schwarzen Lederhandschuhs, der mir fast ins Auge fuhr, wurde mir in aggressivem Ton erklärt, dass es STRENGSTENS verboten sei, von Exekutivbeamten Fotos zu machen.

Die Kontrolle dieser Order funktionierte wirklich erstaunlich perfekt, obwohl sich vor dem Eingangsportal von Notre-Dame gefühlte tausende Touristen tummelten, die sich in der Formation einer mehrfach nach vorne und wieder nach hinten über den Platz aufgerollten Schlange zum Eintritt angestellt hatten. Die Exekutivbeamten hatten die Touristen aber tatsächlich so im Blick, dass sie innerhalb von Sekundenfrist (kein Witz) sofort anfuhren und einen zurechtwiesen, wenn man einen Fotoapparat auf sie nur in Anschlag brachte. Nach dem zweiten Versuch gab ich es dann auf, da mir der erhitzte Polizist mit Arrestierhaft oder etwas ähnlichem drohte. Wollte da nicht dagegenhalten, dass ich eigentlich der Parkwächter bin …

(parkwaechter/nachrichtenspiegel.de)

Jedenfalls kommt mir jetzt beim Anblick der Brandruine von Notre-Dame wieder ein Song von ‚Geier Sturzflug‘ aus den 80ern in den Sinn, der mir schon damals als Knirps trotz seines mitreißenden Rhythmus irgendwie Gänsehaut am Rücken erzeugt hat: „Besuchen Sie Europa – solange es noch steht.“

Nachsatz:
In postfaktischen Zeiten weiß man in einer marktkonformen Demokratie ja nie, woran man wirklich ist. Oft ist das, was von einer mittlerweile perfektionierten Maschinerie des manufacturing consent nach außen hin verkündet wird, das regelrechte Gegenteil von derjenigen Intention, die wirklich hinter den Kulissen herrscht. Vielleicht sind auch die Beteuerungen von Macron und unseren sonstigen Europapolitikern ja nur Makulatur. Die geben sich nun also bestürzt und beteuern, alles tun zu wollen, um dieses europäische Kulturerbe und christliche Wahrzeichen wiederaufzubauen.    

Wenn ihnen der Erhalt dieses Kulturerbes wirklich ein Anliegen wäre, dann müssten sie aber anders damit verfahren als sie es realiter tun. Schon seit Jahren wird in Frankreich in großskaligem Maßstab ein Abriss der historischen Kulturlandschaft vorangetrieben. Über 2800 sakrale Bauwerke sollen in Frankreich demnächst verschwinden (Quelle: katholisches.info) – viele gotische und romanische Kirchen, die von ihrer architektonischen Imposanz durchaus an Notre Dame erinnern, wurden bereits dem Erdboden gleichgemacht. Siehe z.B. den Abriss der Saint-Jacques d’Abbeville / Somme in untigem Video. Auf dem vormals sakralen Boden werden stattdessen Parkplätze und Einkaufszentren erbaut.  

Beatrice de Andia, Gründerin des Dokumentationszentrums für religiöses Kulturerbe, kommentiert das, was derzeit in Frankreich geschieht: „Zum ersten Mal zerstören wir Kultstätten ohne erkennbaren Grund, um Platz zu schaffen für Parkplätze, Restaurants, Boutiquen, Plätze oder Wohnungen. Die Botschaft der Abrisse ist klar: das Religiöse, das Heilige, das Kulturerbe, das, was ‚keinen Gewinn‘ bringt, muss weichen.“ „Die Menschen spüren, dass mehr als nur einige Mauern eingerissen werden. Sie spüren eine grundlegende Veränderung ihrer Umgebung, ihrer Kultur und damit ihres eigenen Seins“, schreibt der Gemeinderat Claude Villot.

Europas historisch gewachsene Kuturlandschaft ist anscheinend nicht mehr kompatibel mit der digital transformierten, gechippten und zwangsgeimpften 5G-Uber-Instagram-Smart City-Realität, die sich die Architekten des neoliberalen Fortschritts für unsere Zukunft – natürlich ganz ohne vorherige demokratische Abstimmung – ausgedacht haben.

Was also tun, um in Dantes Eishölle – pardon: im kommenden streng wissenschaftlich-technokratischen Paradies natürlich – trotz aller äußerer Verödung als Mensch bestehen zu können? Nun, nachdem uns die kulturellen Wahrzeichen und Kathedralen im Äußeren jetzt also geraubt werden, bleibt uns eben nichts anderes übrig als sie im Inneren neu zu errichten. Als ich das letzte Mal in Chartres zu Besuch war, hat mir ein Geschäftskollege ein bemerkenswertes Zitat mit auf den Weg gegeben. Es stammt von einem offensichtlich philosophischen Bankdirektor (ja, es gibt auf dieser Welt wirklich nichts, was es nicht gibt), dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Jedenfalls habe dieser Bankdirektor gemeint, dass die seinerzeit von den – schon zu Lebzeiten durch ein Komplott von Staat und Kirche vernichteten – Tempelrittern europaweit inaugurierte Kathedralenbaukust äußerlich vorbei sei. Wir bräuchten Kathedralen aber auch heute noch, sogar viel dringender als früher, damit sich der Mensch an einem von der schnöden Alltagsrealität erhabenen Ort erholen und neue Kräfte schöpfen könne. Die heutigen Kathedralen müssten allerdings vom Menschen innerlich errichtet werden – und das könne jeder auf seine individuelle Weise tun. Mir gefällt dieser Gedanke des Bankdirektors. Denn das Gute dabei ist: Auf dieses Innere haben keine Politiker, Terroristen und Geheimdienste, keine Macrons, Merkels, Junckers oder sonstige Plagen und Feuersbrünste einen Zugriff.


zum Weiterlesen (Anleitung zum Kathedralenbau):

Endzeit-Poesie 4.0: Warum überhaupt noch denken? (Ein Survival-Kit für die Apokalypse)

Endzeit-Poesie 4.0: „Wer vom Ziel nicht weiß …“ – Über Sinn und Unsinn des Lebens

 

Europa, ein Kampf um die Mitte.

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Bilder : pixabay.com CCO und wieder pixabay.comCCO

 

Wer die kürzlichen Diskussionen Orbans mit der EVP (Europäische Volkspartei) z.B. wegen der Plakate Junkers mit George Soros, mitverfolgt hat, dem können viele Gedanken kommen. Haben Sie schon einmal in einem Tal gelebt, wo Sie der einzige sind, der nicht katholisch ist? Der frei denken möchte und das auch für die Seinen ermöglichen möchte? Wo sogar noch nach Ende von WW2 100 ungarische Juden ermordet wurden. Es gab da eine Gedenkfeier, doch die alten schon tot geglaubten zeigten sich auch dort in all ihrer Falschheit. Wir saßen nach der Gedenkfeier noch lange mit den Klezmer Sängern zusammen und unterhielten uns. Doch was uns aus manchen Menschen des Tales für eine Bösartigkeit entgegenkam, das war beachtlich. Wir, meine Familie veränderten den Standort, weil wir uns dort nicht wohl fühlten und krank geworden waren. Wir zogen in eine Gegend, wo es z.B. eine Stadt gibt, wo es farbige Menschen aller Art gibt und wir nicht die einzigen waren, die anders waren.

Wenn der Mob, nur auf Grund einer religiösen Zugehörigkeit, Pogrome seit Jahrhunderten anrichtete, in allen Städten und Ländern Europas, vielleicht Georgien ausgenommen, dann kann man Gedanken verstehen, dass durch eine Multikulturalität, eine Vielfalt eine Belebung alter verkrusteter Strukturen entstehen kann. Gerade Ungarn war in der Donau-Monarchie der Teil, wo es schon viel länger Synagogen, Protestanten und Logen geben durfte. Protestanten und Juden waren seit Kaiser Joseph des II erst 1781 im österreichischen Teil der Monarchie erlaubt, (Quelle: wikisource.org). Die Logen waren offiziell bis Ende der Monarchie 1918, im österreichischen Teil verboten. Können Sie also verstehen, warum jemand der aus einer verfolgten Minderheit entstammt, Migration unterstützen möchte? (Quelle: faz.net).

Was ist also mit den Ungarn geschehen, dass Sie so jemandem wie Orban gewählt haben. Zwischen 1918 bis jetzt gibt es ja doch 100 Jahre, haben sich die Ungarn aus einem Volk der Toleranz in ein faschistoides Land verwandelt? Es gab im 20 Jahrhundert in Europa ein offizielles Monster, das hieß Adolf Hitler mit der Idee des Nationalsozialismus. Doch es gab deren leider doch zwei. Hitler der Wahnsinnige, Drogen abhängige und Josef Stalin, der Deportationen im gesamten Sowjetimperium schonungslos durchführen ließ. (Quellen: https://giam.zrc-sazu.si/sites/default/files/gs_clanki/GS_2401_139-152.pdf liest sich auf den ersten Blick recht brauchbar, nzz.ch/vom-kaukasus-nach-kasachstan). Wenn also den Ungarn die Folgen einer unbeschreiblich grausamen Politik Stalins gezeigt haben, dass gemachte Völkerwanderungen durchaus nicht den geringsten Grundwerten einer Menschlichkeit entsprechen müssen, so trifft das bei uns, die wir keine Ahnung haben, wie grausam Stalin war, auf Unverständnis. Wobei die Einführung des Kommunismus in Russland auch nicht zimperlich war. (Quelle: https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/wochenende-gesellschaft/100-jahre-russische-revolution-als-lenin-seine-machtgier-ueber-das-volkswohl-stellte). Wenn es also jetzt Kräfte gibt, die meinen, dass es besser ist, noch vor der Oktober-Revolution anzufangen und die gute alte Zeit wieder herzustellen, vor allem nach Wirtschaftsglobalisierung mit Globalisierungsverlierern und einer EU, die sich gemeinsam mit Tante Angela, der Einführung des Wirtschaftsliberalismus und der West-Ost-Konfrontation verschrieben hat, die keine Sozialagenda, keine Transaktionssteuer für die Superreichen einführt, dann wird die Beurteilung der Situation relativ schwierig.

Auf der einen Seite die Multikulti-Kräfte, die durch gelegte Revolutionen (Quelle: sueddeutsche.de) Diktatoren in Nordafrika beseitigen wollen und hier die Flüchtlinge ansiedeln, auf der anderen Seite Nationale Kräfte die offiziell von Steve Bannon unterstützt werden. (Quelle: handelsblatt.com). Dass auch die Parteien der EVP von Soros unterstützt werden, das stand kürzlich in einer Ausgabe der Presse.at. Ich habe aber nur 1 Woche die Presse gelesen, und nicht den online Zugang, um Ihnen den Link zu zeigen. Wenn ich ihn hätte, so könnten Sie leider das Original aber genauso wenig lesen, da Sie den Zugang für Abonnenten ja nicht haben. Europa also Spielfeld transatlantischer Interessen und Akteure? Nationale Kräfte können die EU wieder zerlegen, was die EU schwächt. Und Kräfte, die wie unser Eifelphilosoph so treffend einmal gesagt hat, die Asylgesetze zu Einwanderungsgesetzen umfunktionieren und sehr vehement wirtschaftsliberale Strukturen Europa aufzwingen, die schaden ebenso Europa.

Wenn Nationale und Soziale Kräfte gemeinsame Sache machen, so wird das der Nationalsozialismus? Diesen Wahnsinn hatten wir also schon.

Hat der US Milliardär denn nur gute Pläne, oder ist Kritik an ihm berechtigt? https://www.nachrichtenspiegel.de/2018/09/05/der-heilige-spekulant-wird-oft-verkannt/

Wenn in einem anderen, sehr gut recherchierten Artikel des Nachrichtenspiegels, manche Hobbys, der Eliten analysiert werden, dann dürfen wir nachdenken. (Quelle: nachrichtenspiegel.de). Ronald Bernard, der Ex Banker berichtet über die Luziferisten, als die größte Gruppe, der die Welt lenkenden Banker, die wohl das genaue Gegenteil eines Christlich-Jüdischen Wertesystems haben. Doch sagt er keine Namen. Sind viele Pläne, die jetzt erlebt werden können, von guten oder von chaotischen Kräften geleitet? Ich sehe das Chaos immer größer werden. Ist Kritik an diesen Strukturen verwerflich?

Wollen Sie aber auf der anderen Seite die gute alte Zeit zurück, wo die Frau hinter dem Herd ihren Arbeitsplatz hat, die Menschen vor allem Knechte und Mägde waren und die Freiheit nur für die Herren, den Adel und das Bürgertum zu denken war? Wollen Sie mit Hilfe der Nationalisten und der Kirche die „Gute Alte Zeit“ wieder einführen?

Oder wollen Sie alle Revolutionen zwischen Venezuela über Algerien, Lybien, Ägypten, Syrien bis zur Ukraine mental unterstützen, ertragen und in einen immer größer werdenden Konflikt mit Russland geraten? Wo jetzt schon in Polen riesige Mengen an gepanzerten Fahrzeugen stehen? Der Ukraine Konflikt, oder Iran, oder der Chinesische Inselstreit eine Atomare Konfrontation ungeahnten Ausmaßes provozieren kann?

Wo ist die Mitte zwischen diesen Gedankenmonstern oben am Bild?

Vielleicht liegt eine Zukunft bei Martin Sonneborn, dem fraktionslosen EU Deligierten, der zeigt, dass der Humor die Waffe des kleinen Mannes ist?

In Italien, das der Mainstream uns als wirtschaftliche Katastrophe darstellen möchte, hat die 5 Sterne Bewegung von Peppe Grillo, nicht nur einen Teil der Regierung, sondern auch die Bürgemeisterin von Rom gestellt.

Humor hat eine Zukunft, nicht nur in Italien, sondern auch für die EU.(Quelle: https://martinsonneborn.de/).

Europa, wohin gehst Du?

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Sie fahren mit dem Bus! Links von Ihnen greift jemand ins Lenkrad. Ist es Soros? (siehe profil) Und dann möchte noch jemand anderer das Lenkrad nach rechts drehen (siehe welt.de). Das ist Bannon, der Ex Berater von Donald Trump. Links von Ihnen ist ein steiler Abhang. Rechts neben Ihnen ist eine steile Bergwand. Egal ob sie links oder rechts fahren, sie fahren in die Katastrophe. Entweder kollert der Bus den Abhang hinunter, oder sie fahren den Bus, mit allen Fahrgästen rechts gegen die Felswand. Sie können nur geradeaus fahren. Die Scheiben sind schmutzig. Die Geheimdienste haben die Sicht sehr unklar gemacht. Die Straßeninfos und der Navigator sind vom CFR (Council on Foreign Relations / siehe swprs.org), dem mächtigen Thinktank unseres großen Bruders programmiert. So, dass das Fahren an sich bereits schwierig ist.

Doch ist Hoffnung in Sicht: Es ist das selbstfahrende Auto in Planung (Quelle: derstandard.at/Triumph-der-Technik-Das-selbstfahrende-Auto-und-seine-Tote?). Durch dessen noch größere Gefahr, wo sie nicht einmal mehr eingreifen können kommen sie letztlich auf die rettende Idee: Da steigen wir lieber aus, lassen den Bus auf einer günstigen Stelle stehen und gehen zu Fuß!

Früher vor ca. 100 Jahren waren die Menschen manchmal auch hoch zu Ross, bevor man sie aus dem Sattel gehoben hat, oder gestoßen hat? Wurden damals nicht fast alle aristokratischen Herrscher abgesetzt? Doch waren deren technische Möglichkeiten und deren Wahnsinn doch noch ungleich kleiner als die derzeitigen Möglichkeiten durch die Technik? Es ist schön, dass man den Wahnsinn des technisch Möglichen noch vor dessen Einsatz kritisieren darf, z.B. bei der atomaren Hochrüstung (siehe: derstandard: „Darf man den technischen Fortschritt kritisieren?“):

>>Vor fast einem Jahr bei einem Vortrag des Physikers Werner Gruber [A.d.V.: ein bekannter Apologet der Gwup/Skeptikerbewegung] über Künstliche Intelligenz: Er schwärmt von Naturwissenschaften und Technik, wird auch nicht müde, deren Überlegenheit über Geisteswissenschaften und Philosophie zu betonen. Dann jedoch erklärt er plötzlich, möglicherweise sei das Ende der Menschheit gekommen. Ein Krieg mit den Robotern sei vielleicht unvermeidbar, wenn diese einmal intelligent genug seien. Binnen kurzem malt er, und das nicht etwa ironisch, ein Bild der Zukunft, das düsterer nicht sein könnte und an „Matrix“ oder den „Terminator“ erinnert. Leider weist ihn niemand aus dem irritierten Publikum darauf hin, wie seltsam diese Doppelbotschaft seines Vortrags ist. Zuerst erklärt er einem, wie super Wissenschaft und Technik seien. Dann erklärt er, zu welchem Desaster sie führen werden. Die „Schizophrenie“ der Technikfetischisten Werner Grubers doppelbödige Aussagen sind charakteristisch für die eigentümliche „Schizophrenie“ – behaupte ich einmal – vieler von der Technik Begeisterten. Sie wissen einerseits genau, was auf dem Planeten läuft. Die Zerstörung der Natur. Das Plastik im Meer. Die Bedrohung des Klimas. Die Bedrohung der Artenvielfalt. Die atomare Bedrohung. Keiner von ihnen kommt aber auf die Idee, dann vielleicht auch mal jene Technik in Frage zu stellen, die das alles anrichtet. Im Gegenteil: Diese Technikbegeisterten, das weiß ich aus eigener Erfahrung, werden jeden schlechtmachen, der es wagt, die Auswirkungen moderner Technik zu kritisieren. Eine solche verblendete Haltung nenne ich „Technikfetischismus“.<<

Wer erlebt hat, wie schön das Fahren mit dem Drahtesel oder das Wandern ist, der weiß, warum so viele große Denker heute von der Entschleunigung reden. Denken darf man alles: Ein ICE, wo die Fahrgäste ihre Klapp-E-Bikes mitnehmen können? Wo die Fahrgäste durch entsprechende Kleidung geschützt, auch keine Angst vor Regen haben müssten?  Viel weniger Landschaftsverschwendung durch den Verkehr. Dadurch Platz für Wald und für Erholungsraum für die Menschen und Kinder. Ein Kindle, an Stelle von 10m Bücherregalen? Dieser Fortschritt wäre im Verkehr, durch die entsprechende Technik ganz leicht möglich.

Wie schön wäre es, miteinander zu reden, anstelle sich in West und Ost hochzurüsten?  Gespräche anstelle eines Atomkrieges zwischen westlichem Militärbündnis und Russland-China-Iran? Wie viel Hirnschmalz wäre auf einmal für die wirklichen Probleme der Menschheit da, wenn nicht so viele Menschen in der Rüstung forschen würden? (siehe focus.de). Bis 2014 war Flaute in der Branche, jetzt nehmen die Gedanken an die Vernichtung anderer wieder deutlich zu. Wollen wir das?  Wie befreiend und schön wäre es die Gedanken darauf zu verwenden, dass alle genug zu essen haben? Es ist genug für uns die ganze Welt da! (Quelle: kontext.wfp.org/  und orf.at). Nicht die Waffenschmieden sind unseres Glückes Schmied! Wir sind unseres Glückes Schmied! Nutzen wir unsere Möglichkeiten dafür ausreichend?


Bild: Caspar David Friedrich -„Wanderer über dem Nebelmeer“ / PD / wikimedia

Die Schöne und das Biest – Theater der Welt


Bild:PD/Wikimedia commons

Was wird gespielt: Die Schöne und das Biest. Dieses Theater, es besteht aus Parterre und Logen. Doch diese Logen haben verschiedene Namen. Die besten sind nach fremden Ländern benannt. In diesen Logen sitzen meist die Regisseure, oder auch manche Menschen, die sich dafür halten. In dieser Regie wird nicht nur die Schöne und das Biest aufgeführt, nein es kommen auch Inhalte des Märchens von Gebrüder Grimm, nämlich Schneeweißchen und Rosenrot und viele andere teilweise bekannte Inhalte vor.

Und da kommt es auch schon, das Biest, das aussieht wie ein russischer Bär. Die Zwerge hatten versucht, ihm seine Schätze zu stehlen, doch er war stärker und hatte das teilweise verhindert und damit erreicht, dass sein Reich nicht ganz verarmt. Deshalb wurde er in das Biest verwandelt. An seinen majestätischen Bewegungen kann man aber durchaus erkennen, dass er ein verzauberter Prinz ist. Eine weitere wichtige Figur ist ein schmutzig gelber Engel, der eher auch einer Ente ähnlich sieht, doch hat die Regie sicher einen Engel damit darstellen wollen. Die Ente behauptet von sich, dass sie die mächtigste Frau der Welt ist und Mitteleuropa regiert, doch wird er über verschiedene Seilzüge von allen Seiten her manövriert, so dass ein Bewegungsmuster sehr ähnlich einer Marionette entsteht. Sie spricht immer wieder: „Uns geht es gut.“ Doch stehlen ihre schmutzig gelben Engelscharen immer wieder das Brot und das Geld der auf der Bühne vorhandenen Bettler und Armen und geben es den Fürsten.

Auch spricht der gelbbraune Engel vom  Frieden und veranlasst im Hintergrund immer größere Rüstungsgeschäfte. Das ist im Theater an Raketen, Kriegsschiffen und Panzerattrappen sichtbar, die dann auch im Hintergrund verkauft werden. Eine weitere wichtige Figur ist Donald Duck, der auf einer Drohne immer wieder durch das Bühnenbild gondelt und mit Schrotflinte, Baseballschlägern und Lysoform Spray auf Jagd gegen Pädophile und merkwürdige Kreaturen geht, die für den Zuschauer wie Mitteldinge zwischen Schildkröten und Robotern aussehen (Quelle: epochtimes). Donald Duck wird verfolgt von vielen solchen Robotern und sonstigen merkwürdigen Gestalten, die versuchen seiner habhaft zu werden, ja ihn umzubringen. Die verbreiten ganz absonderliche, aber auch oft wahre Geschichten über ihn.

Man sieht auch immer wieder diese großen Schildkröten, die sich so wie Roboter bewegen, die den Menschen einflüstern: „Es gibt zu viele Menschen auf der Welt. Ihr müsst einen großen Weltkrieg machen, ihr müsst erreichen, dass die Menschen die Sonne nicht mehr sehen!“ Auch flüstern sie ihnen ein: „Ihr müsst die Genetik der Pflanzen ändern und Ihr braucht unbedingt Atomwaffen und Atomkraft.“ Allerdings dürften die Schauspieler die Roboterschildkröten nicht bemerken. Sie sind aber auch nicht soweit abgestumpft, dass sie gar nichts mehr spüren. Denn auf der Bühne rufen immer wieder Menschen: „Es ist zu heiß.“ Das ist nachvollziehbar, denn die Menschen auf der Bühne schwitzen tatsächlich. Dann fliegen wieder Flugzeuge, die große Kondensstreifen erzeugen, die dann zu Wolken werden. Dann gibt es noch Rhinozerosse, die immer wieder grunzen: „Wir brauchen Wirtschaftswachstum, mehr Wirtschaftswachstum.“ – Wodurch es ja bekanntlich immer heißer wird. Vor allem, wenn auch hier im Theaterstück Flugzeuge und riesige Transportschiffe unter „Naturschutz“ gestellt worden sind, dann wird es besonders heiß. Wenn künstliche Wolken die Sonne verdecken, so wie dies im Spiegel neuerdings vorgeschlagen wird, dann wird es wieder kälter. Doch sind die auf der Bühne sichtbaren Menschen so wie gelähmt, durch die Traurigkeit, weil sie keine Sonne mehr sehen. Das wollen diese Roboterschildkröten ja erreichen. Das Ziel dieser Roboter-Schildkröten ist es, sich auf erschöpfte, ziellose Menschen hinten drauf zu setzen und diese Menschen einfach immer mehr auszusaugen.

Diese erschöpften Menschen sind ihre Nahrung. Aber es kann auch vorkommen, dass sich die ausgesaugten Menschen nicht mehr gegen die Roboter wehren. Wenn diese Menschen, die von allem Blut ausgesaugt sind, sich ganz diesen Robotern hingeben, dann geschieht etwas Eigenartiges: Dann werden die Menschen wieder stark, denn die Roboter haben ihnen eine Infusionslösung eingeflößt, die sie wieder stark macht, aber die Roboter als ihre Chefs anerkennen lässt. Und diese, von allen Idealen befreiten Menschen, die nur noch Werkzeug der Roboter sind, die fühlen sich so stark, dass sie wieder über viele andere Menschen Herrschaft haben. Die gründen dann blutrünstige Kulte.
Viele lieben doch ihr Bier,
wenige werden zum Vampir.

Da können wir so dankbar sein, dass es die herkömmlichen friedlichen Religionen gibt. Da fällt mir ein Witz ein: Es kam einmal ein Priester in die Wüste. Auf einmal war er von lauter gierigen Löwen umgeben. Er schickte ein Stoßgebet in den Himmel: “Oh Herr! Lass diese wilden Tiere doch genauso sanft und friedlich werden wie wir!“ Er machte die Augen auf und die Löwen knieten und  beteten: „Oh Herr sei unser Gast und segne, was Du uns bescheret hast!“ Dabei richteten die Löwen voller Dank und Hunger die Augen auf den Priester. Der Mund wird ihnen schon ganz wässrig, wenn sie an den wohlgenährten guten Happen denken!

Es gibt aber auch immer wieder verantwortungsvolle starke Menschen, die Herrschaft über viele haben, auch die werden immer wieder von Robotern befallen, doch die können sich wehren. Man sieht auch immer wieder sehr tiefe, weise Menschen, doch die werden auf der Bühne von den meisten Menschen einfach übersehen. Es gibt zwar einige, die hören den „Weisen“ zu. Diese  sind dann aber auch anders, kräftiger und mutiger. Was das für eine Geschichte mit diesen automatisierten Schildkröten wohl ist? Sind die aus einem technischen Labor ausgekommen und wollen jetzt die Herrschaft über die Menschen? Es waren ja doch auch immer wieder Viren ausgekommen (siehe ORF), die dann die Menschheit drangsalierten? Oder kommt eine solche Bedrohung der Menschheit periodisch alle 666 Jahre, wie manch altehrwürdige Logen munkeln? Oder haben sich die intelligenten Roboterschildkröten deshalb so erfolgreich zusammengetan, damit sie nicht zu gentechnisch veränderter Schildkrötensuppe und zu Schildpatt werden, obwohl sie ja unter Naturschutz stehen? Da saugen sie lieber die Menschen aus und wollen diese vorher vernichten? Vor allem wenn sie unsichtbar sind, haben sie einen großen Startvorteil.

Man wird diesbezüglich diesem merkwürdigen Theaterstück  einfach nicht klug. In einer Zwischenpause wurde der Vorhang in Form einer spiegelnden Leinwand heruntergelassen. Da konnte sich das Publikum in einen magischem Spiegel sehen. Eigentlich jeder hatte eine Roboterschildkröte auf dem Rücken, aber auch einen Engel. Wie groß meine Schildkröte war? Das würden Sie gerne wissen, doch das verrate ich Ihnen nicht. Der philosophisch interessierte Leser wird jetzt Engel und Roboter-Schildkröten als Gedankengebilde entgegengesetzter moralischer Wertigkeit erkennen?

Die wichtigste Figur des Theaterstücks sieht man erst später: Die schöne Europa. Sie soll das russische Biest befreien, doch ist sie in Handschellen. Das war von diesen Roboterschildkröten so eingefädelt worden. Vielleicht ist sie sogar gefoltert worden? Sie hat auf den Armen so eigenartige Striemen. Immer wieder fliegen auch wunderschöne Engel durch das Bühnenbild, die den Menschen helfen wollen. Doch die Roboterschildkröten bekämpfen diese Engel. Wie soll denn die gefesselte schöne Europa das Biest befreien, wenn die Roboterschildkröten sie ja durchaus in einen brutalen tödlichen Kampf gegen das Biest verwickeln wollen? Es flüstern Donald Duck und das Biest sich immer wieder insgeheim etwas zu, dann wird die Situation wieder ruhiger. Doch kurz darauf kommen wieder die Schildkröten, dann wird die Stimmung wieder dramatisch. Sowohl Publikum, als auch Statisten scheinen sich nicht involvieren zu wollen. Dieses Theater ist nämlich ein interaktives Theater, wo auch das Publikum einbezogen wird. Das heißt, es kann Ihnen dann, beim Nachhausegehen durchaus die Geldbörse und die Dokumente fehlen.

Die Schöne Europa und das Biest sprechen zwar immer wieder miteinander, doch immer wieder stören sie die Schildkröten dabei. Donald Duck erwischt immer wieder einmal eine und macht sie unschädlich, doch gibt es deren doch zu viele. Das Biest darf im Reich der Prinzessin Europa auch nicht aktiv werden. Gelegentlich kommt zwar ein Prinz, der überall Küsschen verteilt, der heißt deshalb auch der Küsserkönig, doch wird der auch so wie das gelbbraune Engelchen so wie eine Marionette herumgeführt. – Auf einmal: Ein lauter Knall. Manche Zuschauer fallen direkt von  den Sitzbänken. Der Igel hat wieder einen seiner Raketentests durchführen lassen. Da rufen Zuschauer ins Theater: „Ja, tut doch etwas!“, doch die müssen dann das Theater verlassen. In diesem Theaterstück wird die Aktivität des Publikums eben auf das „Bestohlen Werden“ reduziert.

Da beginne ich mit dem Handy das Theaterstück aufzunehmen um dann später darüber zu schreiben. Auf einmal klopft es an der Logen-Tür und eine wunderschöne Dame kommt in Handschellen in die Loge. Merkwürdig, war es doch nicht meine Loge, sondern erst das nächste Gebäude, an dem die Nummer 66 prangt, um zu zeigen, dass dort ein Bordell wäre? Sind Etablissement und Establishment etwa doch so nahe beisammen?? Zuerst dachte ich eben, entweder werde ich auf besondere Art abgeführt oder zum Schweigen gebracht, doch dann erkannte ich, dass es die Hauptdarstellerin des Stückes, Europa selbst war, die zu mir gekommen ist. Sie fragte mich, ob ich mit ihr auf die Bühne kommen möchte, um dort mitzuhelfen, die Verhältnisse wieder zu ordnen. Sie fragte mich, sie fragt auch Dich, ob wir dabei sind, freie, tatkräftige, liebevolle, weisheitsvolle  Menschen zu werden, die bereit sind, sie und das Biest befreien zu helfen? Sie fragt uns alle, ob wir dazu bereit wären. Damit wieder gerechte Verhältnisse in Europa entstehen und das Positive entsteht kann, was nötig ist.

Scheideweg

Es ist in Worten nicht mehr zu beschreiben, wie Europa und allen voran Deutschland zerstört wird. Mir fallen jedenfalls keine straffreien Begriffe mehr ein. Einzig was ich noch spüre bei dem ganzen Desaster ist zuerst Wut und dann eine grosse Traurigkeit. Es tut weh wie Jahrhunderte an Erfahrung, Bildung, Kultur und menschliches Miteinander aufgrund krimineller Machenschaften seitens der Politik und Wirtschaft Stück um Stück demontiert wird. Und es geht weiter. Ich habe den Glauben an eine Wandlung zum Guten oder sonst ein Wunder verloren. Da nützen auch die vielen Optimisten, wahren Muslime, ehrbare Ausländer und staatsloyale Einheimische nichts mehr. Der Zug ist abgefahren. Das trojanische Pferd platziert. Mir bleibt nur noch zu entscheiden, bleibe ich hier und schaue mir den ganzen Untergang der zentraleuropäischen Kultur aus der ersten Reihe an, packe ich meine sieben Sachen und suche mir ein schönes Plätzchen weit weg von Europa oder mache ich gleich ganz Schluss da, egal wo ich hingehe, mich überall ein anderes Desaster erwartet. Entweder verstrahlte Erde, Wasser und Luft oder schleichende Verseuchung durch Glyphosat, Frack-Fluid oder einfach nur durch inhaltslose, krankmachende Nahrungsmittel.

Wir können wirklich Stolz sein auf unsere Fähigkeit, jegliches langfristiges und nachhaltiges Agieren komplett aus unseren Hirnen verbannt zu haben. Die paar Oekos, welche sich ihre Umweltverträglichkeit mit kiloweise Tofu erkaufen, sind genauso erbärmlich wie diejenigen, die den ganzen Mist produzieren und dafür über Leichen gehen. Ich hab‘ so die Schnauze voll.

Täglich muss ich meinen inneren Moralapostel zurechtrücken, damit ich nicht selber auf die Pauschalisierung gegen Unschuldige reinfalle. Und der ganze Scheiss braucht verbraucht wahnsinnig viel Energie, menschliche Energie. Wenn ich heute einen Tag durchlebe und laufend mit Meldungen, Bildern und Geräuschen von Brutalität, Erniedrigung, Tot, Misshandlung und so weiter bombardiert werde, bin ich am Abend entweder Traurig, demoralisiert oder stinksauer. Kommt ganz drauf an, welche mediale Würzmischung menschlicher Perversionen meine Gedankengänge erreichen und vor allem in welcher Zusammensetzung, respektive Konzentration.

Meine Leistungsfähigkeit zum Aufrechterhalten eines gesunden Menschenverstandes kommt jedenfalls in letzter Zeit immer öfter an seine Grenzen. Und daher, aus reinem Selbstschutz mache ich mir Gedanken, wo ich meine Zukunft sehe, in einem kriegerischen Umfeld, an einem verseuchten Sandstrand oder im Himmel. Ich habe, ehrlich gesagt, keine Lust meine Hirnwindungen mit traumatischen Kriegserlebnissen zu füttern. Ich habe den Tsunami in Asien erlebt, ich war damals Tauchlehrer in Khao Lak, und nage noch heute an den Erlebnissen. Von daher habe ich keine Lust, mehr desgleichen zu erleben. Egal wie Menschen zu Tode kommen oder traumatisiert werden, das zu sehen, zu spüren und leider auch zu riechen ist etwas vom Schlimmsten, was einem Menschen widerfahren kann. Auch diese Tatsache ist wenig ermutigend wenn man bedenkt, wie viele traumatisierte Menschen in dieser Zeit auf der Welt Leben und es werden täglich mehr. So viele Sozialarbeiter hat vermutlich nicht mal unsere Galaxis.

Einzig die Fähigkeit des Menschen bleibt, sich aus dem Chaos erstärkt zu erheben und alles wieder aufzubauen, was er in seiner Dummheit zerstört hat. Aber auch hier bekommt die Hoffnung einen Dämpfer. Der Mensch steht zwar wieder auf, aber er macht die gleichen Fehler immer wieder, solange bis keiner mehr übrig bleibt, seine Dummheit genetisch zu verschleudern. Erst dann wird Ruhe herrschen.

Es wird heute wirklich immer schwieriger einen Weg zu finden, der mir einen Glauben und Hoffnung lässt. Das Einzige was mich noch aufrecht gehen lässt ist die Ueberzeugung, dass ich meinen gesunden Menschverstand,, mein Gerechtigkeitsempfinden und mein Mitgefühl bis jetzt bewahren konnte. Und ich hoffe, dass viele andere das auch noch können.

Ich denke, wir alle stehen am Scheideweg der menschlichen Zivilisation. Bin gespannt wo sich die Menschen wieder mit einem Lächeln begegnen können…hier, am Sandstrand oder im Himmel.

 

Es könnten deine Kinder sein…

Politischer Rummelplatz

Ist schon wieder Jahrmarkt? Überall in den Zeitungen kann man von Kuriositäten, Sensationen und Attraktionen lesen. Wo ist denn dieser Jahrmarkt? Ich konnte keinen genauen Ort bestimmen, aber es erweckt den Eindruck, dass die ganze Welt ein einziger Rummelplatz geworden ist. Kaum verlässt man das Haus, wird einem die Propaganda um die Ohren geschmissen, das Heiligste vom Himmel versprochen und sämtliche verbrecherischen Aktivitäten als legitime Sensation auf der politischen Kirmes verkauft.

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Aber schauen wir doch einmal, wer welche Attraktionen bietet. In Europa hat der Hütchenspieler Draghi seine Kundschaft gefunden. Laufend schiebt er seine EZB-Becherlein auf dem Tisch herum und die Leute dürfen raten, wo die Gelddruckmaschine drunter ist. Dass dies kein einziger richtig erraten kann ist eigentlich logisch. Kein Hütchenspieler lässt sich in die Karten schauen und sein Ziel ist es, die Zuschauer zu täuschen und ihnen das Geld abzuknöpfen. Herr Draghi hat seine Kunst perfektioniert und schiebt mittlerweile nur noch Luft in den Bechern hin und her. Gewinnen kann man nichts und die Europäer sehen sich als kollektive Verlierer. Diese falsche Nuss kann einem gestohlen bleiben. Also schauen wir, was es sonst noch für Sensationen gibt, die einen nicht gleich beim ersten Kontakt ruinieren.

Da wäre noch die kapitalistische Achterbahn. Das Hoch und Runter der Finanzmärkte lässt einem schon beim Zuschauen schlecht werden. Zuerst werden Milliarden auf den Markt geschmissen und wenn das Wägelchen ganz oben angekommen ist, geht die Talfahrt los. Egal ob Rubel, Dollar oder Euro, in jeder Kurve schleudert es Unmengen an Geld aus dem Wagen und kommt dann noch ein Looping, wird’s sogar den Finanzministern schlecht. Am Schluss der Achterbahnfahrt wird nicht sanft abgebremst, nein, man lässt die Wagenkolonne mit Volldampf in die nächste Inflationsmauer donnern. Eigentlich fährt man diese Bahn nur einmal. Aber die Finanzmärkte kotzen sich lieber die Seele aus dem Leib, um die G(eld)-Werte weiterhin auf der finanziellen Achterbahn bis zum Exzess auszukosten .

Einen grossen Teil des Jahrmarktes machen die Schiessbuden aus. Die werden von den Amerikanern gestellt. Sie sind aber im Dekorieren der Schiessbuden ziemlich einfältig. Man sieht nur aufgesteckte Islamisten, meist Kinder, Frauen und Alte. Manchmal entdeckt man dazwischen den Hauptpreis eines Terrorfürsten, dem man aber zuerst das Preisschildchen „mutmasslich“ wegballern muss. Damit jeder Besucher ein Erfolgserlebnis hat, darf man mit Uranmunition rumschiessen. Da kommt es nicht mehr drauf an ob man trifft oder nicht. Sogar der Schiessbudenbetreiber wird dabei kontaminiert, aber das ist ihm egal. Sollte er ebenfalls als Kollateralschaden enden, warten schon unzählige neue Ballermänner auf ihren Einsatz.

Kein Rummelplatz ohne Geisterbahn. Diese Attraktion darf auf keiner Kirmes fehlen. Der Andrang ist entsprechend gross, weil jeder mit eigenen Augen sehen will, mit welchen Mitteln einem heute das Gruseln gelernt wird. Betreiberin ist die deutsche Kanzlerin. Sie sitzt in ihrem Glashäuschen wie ein ausgestopfter Buddha mit schlechter Laune und freut sich über jeden Besucher, dem sie das Fürchten lehren kann. Kaum sitzt man im Wägelchen, geht es auch schon los. Man verschwindet hinter einer Türe und befindet sich in absoluter Dunkelheit. Plötzlich rollt einem der Schäuble entgegen und brüllt „Mein Schaaatz“. Nach diesem Adrenalinkick folgt sogleich der nächste. Hinter einer Kurve wartet der Sigmar Gabriel als übergrosser Marshmallow und droht einem unter sich zu begraben. Um der anschwellenden Panikattacke einen drauf zu setzen, wird man von unzähligen verkleideten Energiesparlampen verfolgt und geblendet. Blind und unfähig die Wahrheit zu erkennen geht’s weiter. Bis zur nächsten Kurve darf sich das persönliche Nervenkostüm kurz erholen, dann erscheint die Killer-Ursi. Einzelne Besucher der Geisterbahn suchen schon verzweifelt den Notausgang. Den hat es aber nicht. Einmal in den Fängen dieser Rambine wird die ganze Familie militarisiert. Papa killt während Mutti stillt.
Dann erscheint ein Licht am Ende des Tunnels. Für die einen ist es der Eintritt ins Paradies und für andere die Rettung aus dem deutschen Gruselkabinett.

Langsam macht sich etwas Hunger breit und ein Besuch beim Imbisstand ist angesagt. Den betreiben die Griechen. Sie tischen diverse Menus auf, die sehen auch gut aus, aber machen nicht satt. Sie schummeln bei den Zutaten, fälschen die Preise und mästen ausschliesslich Banken mit ihrem Finanz-Catering. Alle anderen dürfen sich mit den restlichen Krümeln begnügen, die aber in der Regel von den griechischen Polit-Maden schon weggefressen wurden. Die einzigen, welche bei den Griechen sonst noch satt werden ist die deutsche Rüstungsindustrie.

Weiter geht’s in Richtung Karussell. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt der Italiener, Spanier und Portugiesen. Die drehen sich solange im Kreis, bis keiner mehr weiss, in welche Richtung sie sich bewegen sollen. Hauptsache keiner merkt die politische Richtung und wenn, dann wird weiter am Korruptionsrad gedreht, bis alle oppositionellen Stimmen rausgeschleudert wurden. Andere, die sich krampfhaft am Sessel festhalten werden kurzerhand von diesem enteignet, was unwiderruflich einen Absturz zur Folge hat. Unter dem Karussell türmen sich die Toten und Enteigneten immer höher. Hat aber für die politische Elite den Vorteil, dass sie besser zum Korruptions-Karussell hochsteigen kann. Sie trampeln bedenkenlos auf den leblosen Körpern des sozialen Friedens herum, Hauptsache man kann sich einen Sitz ergattern und sich dort mit viel Geld festschrauben lassen.

Russland ist ebenfalls vertreten. Sie betreiben einen Souvenir-Shop. Dort kann man sich Andenken kaufen, welche die westliche Kriegstreiberei darstellen. Angefangen bei einer Plaquette, wo die Zahl 28 Millionen drauf steht. Das sind die russischen Toten des zweiten Weltkrieges, dann findet man Modellflugzeuge, die zuerst wieder zusammengesetzt werden müssen oder Spielzeuglastwagen, die als Überraschungspaket deklariert sind. Einzelne westliche Besucher erwarben einen Röhrenbausatz, aber in ihrer Ungeduld machten sie das Spielzeug kaputt, bevor sie den eigentlichen Sinn des Spieles überhaupt begriffen hatten. Anstatt über ihr unvernünftiges Handeln nachzudenken, überschütten sie den armen Souvenir-Shop-Besitzer mit Drohungen und Schuldzuweisungen. Der hatte bald die Schnauze voll und nahm den Röhrenbausatz aus dem Sortiment. Sollen die Deppen doch selber schauen, mit was sie spielen können, mit den Russen haben sie’s jedenfalls verscherzt.

Gleich daneben findet man einen Markstand aus der Ukraine. Man kann zwar nicht sofort erkennen, was die verkaufen oder anbieten, aber bei genauerem Hinsehen sieht man, dass dort Reisen angeboten werden. Entweder kann man als Kriegstourist eine Anzahl Menschen zum Töten buchen oder sich in die Irrenanstalt in Kiew einweisen lassen. Natürlich mit Vollpension. Die Rechnung kann man getrost wegwerfen. In der Ukraine bezahlen immer andere. Entweder mit gestohlenem Steuergeldern oder mit dem Leben. Ab und an kommt der Frankensteinmeier aus dem deutschen Gruselkabinett und macht Werbung für die ukrainische Irrenanstalt. Bekommt der Provisionen aus Kiew? Pro Patrone oder pro Leiche?

Langsam macht sich beim Besucher des Kirmes-Wahnsinns eine Müdigkeit breit. Nicht weil ihn die Bahnen geschafft haben, sondern wegen des Dauererbrechens beim Anblick der medial aufgebauschten Sensationen. Die Massenblätter propagieren Frieden und Wohlstand und der Bürger erlebt Krieg und Verarmung. Erst allmählich wird den Besuchern bewusst, dass sie selber die eigentliche Attraktion auf dieser Wahnsinns-Kirmes sind. Die Betreiber amüsieren sich köstlich, wie sie dem Besucher jeglichen Schmus verklickern können und er dafür auch noch bezahlen darf. Wie bereits gesagt, entweder mit seinem sauer verdienten Geld oder mit dem eigenen Leben.

Man darf gespannt sein, mit welchen neuen Attraktionen wir in Zukunft unterhalten werden.

Unerhörte Nachrichten aus aller Welt

Die Tageszeitungen werden immer dünner. Nicht dass sie weniger Worte verwenden oder ihnen die Themen ausgehen, sie berichten alle vom Gleichen. Wenn man heute eine Zeitung liest, ist das Multi-Tasking-Informations-Beschaffung. Man stöbert durch ein Massenblatt und hat zeitgleich die anderen auch gelesen. Der einzige Unterschied bei der Berichterstattung der diversen Blätter ist das parteiliche Vokabular und die diktierte Zielsetzung, welche Meinung man beim Leser fördern möchte. Deshalb schreibe ich heute über Themen, die in den Gazetten totgeschwiegen oder vom Redaktions-Schredder gefressen wurden. Die folgenden Berichte sind mit Sicherheit unvollständig, sachlich nicht belegbar, teilweise aus den Fingern gesogen und schlicht nicht ernst zu nehmen. Aber was schreib‘ ich, man kennt das ja zur Genüge aus den Massenblättern.

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Fukushima

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima ist beendet. Keine Zeitung berichtet mehr darüber, also muss dort nichts mehr los sein. Wenn man auf Google-Map den Landstrich rund um das AKW sieht, kommt der Verdacht auf, dass dort noch nie etwas gestanden hat. Kein Haus, keine Anlagen, geschweige denn einen Atomreaktor. Alles wurde sauber mit dem Pixel-Bagger aufgeräumt. Vor Ort wurde ebenfalls sauber gemacht. Dabei stellt sich mir die Frage, warum wird zuerst das Kühlwasser in Tanks gefasst, wenn es anschliessend ins Meer gepumpt wird? Die Japaner schmeissen eh alles ins Meer, also warum dieser Umweg? Bei den Massen an Brennstäben und dem ganzen extrem verstrahlten Bauschutt nutzen sie vermutlich die tiefst gelegene Müllhalde der Welt. Sie liegt ja vor der japanischen Haustüre und heisst Mariannen-Graben. Bisher waren mehr Menschen auf dem Mond, als am tiefsten Punkt der Erde (11 km tief). Wenn also so wenig Menschen dort unten waren, werden in Zukunft auch nicht mehr dorthin gehen. Technisch und finanziell zu aufwendig. Der beste Platz um seinen Müll zu entsorgen. Kann und wird niemand kontrollieren.

 

US-Westküste

Der ganze radioaktive Müll aus Fukushima, der gemütlich auf der Wasseroberfläche Richtung Osten schipperte, hat die amerikanische Westküste schon letztes Jahr erreicht. Dasselbe mit den Millionen an Kubikmetern verstrahltem Wasser. Keine Zeitung berichtet darüber. Aber mit etwas Rechnen und logischem Denken kann man getrost auf die nichtssagenden Blätter verzichten. Millionen an angeschwemmten, toten Meeresbewohnern und kranken Tieren zeugen klar von einer Verstrahlung des Pazifiks. Die US-Regierung hat 14 Millionen Jod-Tabletten verteilt, aber nicht gesagt für was die sind und ob sie überhaupt was nützen. Die jährliche Maximalbelastung von radioaktiver Strahlung wird täglich überschritten. Egal ob in Japan, rund um Fukushima oder an den Sandstränden Kaliforniens. Personen, die sich über einen längeren Zeitraum in den kontaminierten Gebieten aufhalten, müssen sich über ihre Zukunft keine Gedanken machen. Sie haben keine mehr.

 

Freihandelsabkommen

Die ganzen Vasallenverträge mit den Amerikanern werden von den europäischen Hampelmännern solange mit Worthülsen überkleistert, bis der eigentliche Text unter Tonnen von blumigen Schilderungen, schlecht versteckten Lügen und einer beispiellosen Volkswillen-Ignoranz komplett begraben wird. Ist den Verantwortlichen recht, dann findet die Verträge auch niemand mehr. Gibt’s diese Papiere überhaupt. Bis jetzt wurde nur davon gesprochen, nichts gezeigt aber über die Schmerzgrenze hinaus propagiert. Wenn also keine Verträge da sind, wie soll man Europa dann einklagen können, wenn den Amis was nicht passt? Spätestens dann müssten die Verträge offengelegt werden, damit sich die Gerichte damit befassen können. Aber ohne diese Zettel wird es für die Rechtsprechung schwer. Auf was beziehen sich dann die Richter, Kläger und Anwälte? Spielen die Bingo und wer die erste Reihe hat, darf was sagen? Oder Scrabble? Wenn die Gerichtsverfahren so ablaufen wie die Verhandlungen, dann wird ausser warmer Luft nichts passieren. Abgesehen davon, ist ein Vertrag rechtsgültig, wenn man den Inhalt nicht kennt und auch nicht unterschrieben hat?

 

Drohnen über AKW’s

Die Überflüge reissen nicht ab. Mittlerweile sind nicht nur französische Atomkraftwerke betroffen, sondern auch die Deutschen. In den Medien wird aktives Totschweigen zelebriert. Und die Wenigen, welche etwas darüber veröffentlichen, faseln die ganze Zeit von Drohnen. Der Begriff ist gesellschaftsfähiger wie UFO, obwohl er eigentlich völlig falsch ist. Aber so Bezeichnungen wie UFO, Bilderberger, Chemtrails und solche Sachen lösen in den Redaktionen Pusteln aus, die dann zu ganz unansehnlichen Artikeln führen. Das erklärt warum sich viele Zeitungen als krankes Geschwür präsentieren. Heilung ist keine in Sicht. Wer nur noch mit Informationsmüll hantiert, muss sich nicht wundern, wenn er krank wird. Gibt’s eigentlich ein redaktionelles Antibiotikum? Oder sind die Chefredakteure schon Therapieresistent wie die Krankenhauskeime?
Auf alle Fälle sind die milliardenschweren Militäreinrichtungen nicht in der Lage, auch nur ein AKW vor solchen Überflügen zu schützen. Sie machen auch nichts. Es gibt genug einfache Techniken, um diese „Drohnen“ vom Himmel zu holen. Aber scheinbar ist das französische Militär nicht mal fähig einen fussballfeldgrossen Luftraum zu beherrschen. Das allein spricht für die militärische Handlungsfähigkeit der Franzosen. Oder eben, es sind keine Drohnen und die Dinger entziehen sich jeglicher Manipulation. So wie die Flugobjekte über den Meilern schwirren und die Gallier nichts machen (können), tippe ich auf eine Technik, die nichts mit uns Menschen zu tun hat. Und wenn sie schlau sind, auch nichts zu tun haben wollen.

 

Europas Vernichtung

Haben Sie was darüber gelesen? Nein? Ich auch nicht. Also nehme ich die medial unerwähnten „Fakten“ und zähle sie zusammen. Hunderte Milliarden Euros flossen aus Deutschland irgendwohin. Sowas nennt man ausbluten. Das machen die Metzger wenn sie ein Tier schlachten, bevor es zerlegt wird. Die Gro-Ko-Metzgerei macht dasselbe mit Deutschland. Die UFO-verwöhnten Franzosen haben das gleiche Problem. Ihre Regierung hat das französische Vieh bereits ausbluten lassen und der Obermetzger Holland tranchiert die Wirtschaft wie einen Weihnachtsbraten. Nimmt mich Wunder, wer vom politischen Weihnachtsmann Geschenke erhält, vor allem was. Auch die Italiener sind in Feststimmung. Eigentlich immer. Im italienischen Parlament herrscht permanenter Karneval wie in Venedig. Alle verstecken sich hinter Masken, hofieren mit ihren korrupten Aktionen und haben keinerlei Ambitionen, wenigstens einmal in hundert Jahren eine funktionierende Regierung aufzustellen. Ich warte auf den Tag, bis ein zweiter Nero den italienischen Thron besteigt. Fast wäre es Berlusconi gelungen. Aber er fiel bei der Gesellenprüfung für Sonnenkönige durch. Beim Thema Volljährigkeit hat er nicht aufgepasst. Kann man die Prüfung wiederholen?

 

3. Weltkrieg

Steht auch nichts darüber in den Zeitungen. Sie berichten zwar über die einzelnen Schlachten wie in der Ukraine, Syrien, Somalia usw., aber den eigentlichen Krieg erwähnen sie nie. Wie soll man da einen Überblick behalten. Bei jeder Fussball-WM sind die Blätter voll mit Statistiken und Tabellen. Man kann sogar auf die Resultate wetten. Warum machen die Medien das nicht mit dem 3. Weltkrieg? Statistiken über Bewaffnung und Personal, Strategien über Angriff und Verteidigung, Dazu Kriegshelden auf Abziehbildern, die man dann im Panini-Klebebuch zu den entsprechenden Truppen reinklatschen kann. Auf den Pausenplätzen diskutieren dann die Kids, wer am meisten killte und nicht wer am meisten Tore schoss. Vielleicht gibt’s sogar noch Noten für die Kür und Pflicht. Oder den künstlerischen Wert. Je nach Aufprall-Winkel wirkt ein Projektil im Kopf des Opfers unterschiedlich. Bestnoten erhält das Zerplatzen, ist spektakulär, fotogen und anatomisch aufschlussreich. Ein einfaches Einschussloch zwischen den Augen wirkt dagegen schon langweilig.
Da könnten die Blätter ihre Auflagen wieder nach oben korrigieren. Sie müssten aber noch einzelne Begriffe dem militärischen „Neusprech“ anpassen. In der NATO sagt man nicht mehr töten sondern neutralisieren. Tolle Umschreibung eines Toten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Leiche kann sich nicht mehr für eine Partei entscheiden, also ist sie neutral. Ich hoffe nur, dass diese Wortwahl von den Schweizern nicht verstanden wird. Sonst sind die schon lange tot.

 

Klimaerwärmung

Stimmt. Es ist November und draussen hat es 14 Grad. In den Supermärkten bekommt man saisonale Produkte während des ganzen Jahres und die Frauen kleiden sich im Winter, als wäre morgen die Sommer-Sonnenwende. Wo bitte schön ist denn da das Problem? Steigender Meeresspiegel? Ist doch die Chance. Venedig ist am Untergehen und zig Städte können sich als neues „Venedig“ präsentieren. Mit der Gondel über den Kurfürstendamm dümpeln, Segeltörn unter dem Eiffelturm oder Canyoning in Manhattan. Die Tourismus-Strategen sollen ein bisschen Fantasie zeigen und die Freizeitgesellschaft mit ihren Werbeversprechungen überschwemmen. Heute machen sie auch Kohle mit Kriegstouristen, also können sie sicher auch abgesoffene Länder vermarkten.
Dasselbe mit der Tierwelt. Warum in die Ferne schweifen um exotische Tierarten zu sehen? Sie kommen zu uns. Vor Jahren erwehrte ich mich in Asien unzähliger Moskitos und nun saugen die mich im heimischen Garten aus. Tropenfeeling am Bodensee. Fehlen nur noch die Affen auf den Bäumen. Aber die kommen noch, respektive sie sind schon da. Aber momentan trauen sie sich noch nicht aus den Affenhäusern in Berlin und Brüssel. Zur Zeit weht ihnen ein kalter Wind entgegen. Da warten sie lieber ab, bevor sie aus dem Gehege gekrochen kommen und man sie auf die Bäume jagen kann. Doch mit der Klimaerwärmung wird das nicht mehr lange dauern. Wenn’s in den Gebäuden politisch zu heiss wird, kommen sie zum Vorschein so nach dem Motto: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff! Dann warten aber bereits zig-Millionen deutsche Kammerjäger auf die Nager. Der Vergleich von Politikern mit Ratten ist naheliegend. Im Mittelalter verbreiteten die Nager die Pest, was Tod und Verderben millionenfach verursachte. Heute verbreiten sie Gesetze, die das Gleiche machen.
So gesehen hat die Klimaerwärmung was Gutes. Neue Märkte erschliessen sich und die Ratten werden vom Wasser direkt vor unsere Mistgabeln getrieben. Das wird ein Spass.

„Soldaten sind Mörder“ – oder nicht?

"Soldaten sind Mörder" - oder nicht?

Samstag, 31.5.2014. Eifel. Was das heutige Thema angeht, kann ich es mir persönlich sehr einfach machen: ich beziehe mich auf den Ausspruch der höchsten Autorität in dem Kulturkreis, in den ich eingebettet bin: DU SOLLST NICHT TÖTEN. Die Autorität nennt sich „Gott“ und ist die höchste denkbare Instanz im gesamten Universum – also schon ein Schwergewicht im Reiche der Ideen. Ist also kein Problem für mich, wenn man wieder „zu den Waffen gerufen“ wird zu sagen: „Hey, danke, würde ja gerne, erschieße wirklich leidenschaftlich gerne fremde Männer im Ausland – wunderbares Jagderlebnis – doch leider sagt Euer Gott dazu konsequent nein!“. Es gibt zu diesem Nein auch kein „aber“. Keine Ausnahmen. „Töten verboten“ steht am Eingang dieser Welt und verpflichtet die Menschen zum friedlichen Miteinander. Da ich nun kein sonderlich gläubiger Mensch bin, habe ich dieses Gebot auch mit der Vernunft kontrolliert und festgestellt: nicht zu töten ist außerordentlich vernünftig – und ganz wichtig für das Funktionieren von Markt und Handel. Schon schlau, dieser Gott.

Nun gibt es Menschen, die das Töten zu ihrem Beruf gemacht haben. Profikiller, sozusagen. Wir nennen sie „Soldaten“, wie ich höre, wurden ihre Waffen sogar von Priestern gesegnet. Früher mussten sogar alle eine Ausbildung zum Killer durchlaufen, für den Fall, dass die Regierung unseres Landes mal Probleme mit der Regierung eines anderen Landes bekam, Probleme, die sich nur durch das gegenseitige kompromisslose Töten der Jugend aus der Welt schaffen ließen. Erinnert zwar an „Neandertal“, ist aber heute noch gängige Politik. Nichts anderes bedeutet die aktuelle „scharfe Warnung“ des US-Verteidigungsminister Chuck Hagel an China (siehe Spiegel): „Wenn ihr nicht tut was WIR wollen, werden wir unseren jungen Menschen erlauben, eure jungen Menschen umzubringen“.

Gut, so formuliert würde das nie durchs Parlament gehen – aber dafür spielt man halt gerne mit anderen Worten, die sich harmloser anhören, aber genauso tödlich sind – oder auch einfach nur gelogen.

Ein Beispiel? Der Kosovokrieg, erster Kampfeinsatz deutscher Soldaten seit den Angriffskriegen des Dritten Reiches – die allgemein als verdammenswert gelten. Was wollten deutsche Soldaten dort? Einen Holocaust verhinden. Fakt jedoch war: die Nato (und die deutsche Bundesregierung) haben damals einen völkerrechtswidrigen Krieg vom Zaun gebrochen (siehe Süddeutsche) – einen Krieg, in den das deutsche Volk durch Lügen und Täuschungen des Verteidigungsministeriums hineingetrieben wurde (siehe: Panorama vom 18.5.2000) – was aus den teilnehmenden Soldaten schon irgendwie Verbrecher macht … die selbstverständlich persönlich keine Verantwortung übernehmen, weil sie nur ihre Befehle befolgt haben.

So hatte die Wehrmacht ihre Kriegsverbrechen auch gerechtfertigt – die Deutschen können sich daran erinnern.

„Der Soldat“ rückt jetzt gerade wieder in den Fokus der Politik – allerdings nicht als Täter mit Verantwortung, sondern als armes, verfolgtes, schützenswertes Wesen, dem großes Unrecht getan wird.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich kenne persönlich einige Soldaten. Habe welche im Bekanntenkreis, im Verein, in der Familie. Im Vergleich mit Investmentbankern außerordentlich begrüßenswerte Zeitgenossen: sozial engagiert, hilfsbereit, gemeinschaftsfähig – keine Spur vom rechtsradikalen soziopathischen Massenmörder, der raubend, plündernd, mordend und vergewaltigend durch die Nachbarländer zieht. Ich kenne so auch verschiedene Motivationen, sich freiwillig zur Armee zu  melden: Gratisführerscheine, Lagerfeuerromantik, klare Befehlsstrukturen und niedriges intellektuelles, soziales oder berufliches Anforderungsprofil gehören dazu, auch die Leute, deren Lebensmotto „Ich bin nichts, ich weiß nichts, ich kann nichts“ ist, finden dort einen sicheren Hafen, in dem sie versorgt sind … so jedenfalls war es früher. Einige flohen auch sogar extra vor der freien Marktwirtschaft dahin, deren rauhes Klima ihnen nicht gut tat – dagegen war das Leben in der Armee wie im Sozialismus geregelt: man bekommt sein Essen, seine Kleidung, seine Befehle und braucht selber nichts mehr zu tun.

Mich wundert es also nicht, dass „Soldaten“ in Deutschland einen schlechten Stand, ein schlechtes Ansehen haben (siehe Welt) – einen so schlechten Stand, dass sie unter Artenschutz zu stellen sind. Irgendwie auch zurecht, denn Soldaten sind auch nur Menschen. Andererseits – ist es eine großartige kulturelle Leistung des deutschen Volkes, ihren Profikillern die Anerkennung zu entziehen. Hut ab: das ist schon mal ein Schritt weiter – wahrscheinlich hat man nicht vergessen, wie Bundeswehrsoldaten anläßlich des G-8-Gipfels in Heiligendamm ein Genmaisfeld vor den Bürgern bewachten … und Lärmterror gegen den Souverän des Landes durchführten (siehe Spiegel): die Leute kriegen so etwas mit, man redet miteinander – und braucht sich über seinen schlechten Ruf wahrlich nicht zu wundern.

Ach ja, „Profikiller“ …. schon wieder das böse Wort. Wir formulieren das lieber anders … auch, um die Bezahlung möglichst niedrig zu halten. Hören wir zum Beispiel Frau von der Leyen zu, die aktuell für die Bundeswehr wirbt – siehe Spiegel:

Die Bundeswehr muss einer der „attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands“ werden. Nur wenn die Truppe bessere Bedingungen als jetzt biete, könne sie am Arbeitsmarkt noch genügend Soldaten für schwierige internationale Einsätze wie in Afghanistan werben, meint die frühere Arbeitsministerin.

„Es ist keine Frage der Gemütlichkeit, sondern der Wertschätzung. Wir verlangen viel von unseren Soldatinnen und Soldaten, mehr als andere Arbeitgeber. Also müssen wir ihnen auch mehr bieten. Nur so kommen auch verantwortungsbewusste und vielseitige Menschen zur Freiwilligenarmee Bundeswehr. Wir wollen die besten Männer und Frauen, die ein Jahrgang zu bieten hat. Nur unter optimalen Arbeitsbedingungen können sie das leisten, was wir von ihnen erwarten.“

Was wird erwartet? Das professionelle Töten von Menschen.

Absurderweise sind nach jedem Amoklauf in Deutschland die Kommentarspalten voll von Meinungen gegen böse Videospiele, in denen das Töten von Menschen gebübt werden könnte – aber niemand nimmt groß Anstoß daran, dass wir hunderttausende Menschen für das echte Töten von Menschen ausbilden. Verrückt, oder? Und das in einer Kultur, in der „Du sollst nicht töten“ noch mal deutlich präzisiert wurde durch „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ – da wird selbst Notwehr zum Problem.

Aber wenn man wieder Weihnachten an der Front verbringen muss und nicht im trauten Kreis der Familie – dann ist das Geschrei groß, so groß, wie es war, als der Satz „Soldaten sind Mörder“ gesellschaftsfähig wurde (siehe Wikipedia), interessant auch die damalige Begründung der Staatsanwaltschaft, die Anklage wegen „Volksverhetzung“ geführt hatte.

Die Staatsanwaltschaft vertrat mit Hilfe der von der Bundeswehr gestellten Sachverständigen, eines Generals und eines hohen Ministerialbeamten, die Auffassung, dass die Bundeswehr alleine den Auftrag der Abschreckung und unmittelbaren Landesverteidigung zu verfolgen habe, niemals aber Krieg außerhalb der Bundesrepublik führen werde.

Waren das noch niedliche Zeiten, oder? Dreissig Jahre später sind deutsche Soldaten in der ganzen Welt verstreut – weshalb absurderweise heute die Politik selbst im Geiste der damaligen Argumentation der Sachverständigen der Bundeswehr Soldaten zu Mördern erklärt – potentiellen Mördern.

Klar – ich verstehe die Aufregung, die Erniedrigung und Entwürdigung, die mit dieser Einstellung für Soldaten verbunden ist – aber in einer christlichen Kultur gibt es dazu keine Alternative. Die hat ein anderes Gesellschaftsmodell gepredigt, eines, das für Handel und Wohlstand gesorgt hat. Hätten wir uns alle immer daran gehalten: wir würden heute kleine Götter sein, die in ihren eigenen paradiesischen Gärten wohnen.

Wir haben uns aber anders entschieden.

Klar würde ich auch einschreiten, wenn einer meine soldatischen Bekannten als Mörder bezeichnet würde: die kenne ich persönlich, für die könnte ich bürgen. Ebenso dafür, dass sie eine Ausbildung zum Profikiller durchlaufen haben, die sie dazu befähigt, möglichst viele Menschen ohne eigenes Risiko ins Jenseits zu befördern – und sehe ich sie aus den Augen der unpolitischen Mütter der Gefallenen, so würde ich mir wünschen, sie würden vorher zu Besinnung kommen.

„Stell´ Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ – so lautet die einfache Lösung aller menschlichen Kriege. Gäbe es keine Soldaten, die die Befehle von Politikern ausführen würden, gäbe es solche völkerrechtswidrigen Kriege wie im Kosovo gar nicht – und ich als Steuerzahler müßte nicht mit der Bürde leben, den Tod Unschuldiger verantworten zu müssen, weil ich ihn mit finanziert habe … ebenso müßten die Soldaten mit der Tatsache leben, dass sie mitgeholfen haben, dass Völkerrecht zu brechen.

Nach dem Willen der intellektuellen medialen Elite in Deutschland sollen die Entwicklungen aber wieder in eine ganz andere Richtung gehen, siehe FAZ:

Ein Vierteljahrhundert später jedoch erwarten nicht nur Deutschlands Nachbarn im Westen, dass es der Verantwortung gerecht wird, die ihm aus seiner Lage, seiner wirtschaftlichen Stärke und der mittlerweile erlangten politischen Führungsrolle erwachsen ist. Deutschlands Entscheidungen beeinflussen maßgeblich den Gang der Dinge in Europa. Auch der Entschluss, sich aus allem herauszuhalten, hätte schwerwiegende Folgen: Er würde zu Zweifeln an Deutschlands Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit, zu einer Verunsicherung der Nachbarnationen und zu einer Destabilisierung des ganzen Kontinents führen. Das bis zur Bewunderung reichende Verständnis, das einem Autokraten wie Putin in Deutschland entgegengebracht wird, lässt schon jetzt die Nachbarn danach fragen, ob die Deutschen denn noch wüssten, wo sie hingehörten – weltanschaulich, politisch, kulturell.

Viele große Worte, oder? Ich kann die übersetzen, die wurden nämlich schon mal geäußert. Was einer der Herausgeber der FAZ hier zu Papier brachte, entspricht dem, was im Jahre 1900 zu einer großen Alllianz von Russland, Japan, Österreich, Frankreich, England, den USA und Deutschland geführt  hatte: „Germans to the front“ – der Einsatz deutscher Soldaten während des Boxeraufstandes in China (siehe Wikipedia) … ein ähnlich „schwieriger internationaler Einsatz“ – um mit Frau von der Leyens Worten zu reden – wie ihn die Bundeswehr im Kreise der Alliierten gerade in Afghanistan führt – wo auch schon mal hundert Zivilisten (auch Kinder) bei lebendigem Leibe verbrannt wurden (siehe Wikipedia).

„Krieg“ ist halt kein Videospiel. Im Krieg wird nicht „Verantwortung wahr genommen“, nicht „maßgeblich der Gang der Dinge in Europs“ beeinflusst oder eine „politische Führungsrolle“ wahrgenommen, im Krieg werden in erster Linie Menschen GETÖTET, das ist die ominöse „Leistung“, die erwartet wird – eine Leistung, für die man jetzt die „Arbeitsbedingungen verbessern“ will.

2012 schrieb der kanadische Ökonom Michael Chossudovsky einige warnende Worte, die 2014 ganz andere Dimensionen berühren:

„Heute herrscht eine Schwarzmalerei vor, die nur zwischen Gut und Böse unterscheidet. Der Öffentlichkeit wird gebetsmühlenartig eingetrichtert: „Wir müssen gegen das Böse in allen seinen Erscheinungsformen kämpfen, um die westliche Lebensweise zu verteidigen“. Wenn ein von den USA unterstützter Nuklearkrieg als „Friedensinstrument“ deklariert und von den internationalen Institutionen und höchsten Autoritäten, einschließlich der Vereinten Nationen, stillschweigend geduldet und hingenommen wird, gibt es kein Zurück mehr: Die menschliche Gesellschaft ist unumkehrbar auf den Weg zur Selbstzerstörung gedrängt worden.

Jetzt ist eine Massenbewegung der Menschen notwendig, die mit aller Macht die Legitimität von Kriegen und die Neue Weltordnung kritisiert – eine weltweite Volksbewegung, die Krieg zum Verbrechen erklärt“.

(aus: Chossudovsky Das Szenario eines Dritten Weltkrieges, Kopp 2012, Seite 126).

Die Kriege der Stammesvölker, die oft für den Beleg der Kriegshaftigkeit des Menschen herhalten müssen, waren Kinderkram gegen das, was „demokratische Staaten“ sich gegenseitig antun. Dort war noch derjenige der Held, der die meisten Feinde mit dem „Coup-Stab“ berührte – der Wunsch zu töten war eher die Ausnahme. So was haben wir auch hier in der Eifel … wenn der Maibaum im Schutze der Dunkelheit aus dem Nachbarort geklaut wird. „Fußball“ reicht aber auch hier als „Kriegsform“ völlig aus, um den Bedürfnissen der jungen Männer gerecht zu werden. Der Kampf gegen „das Böse“ jedoch … der verlangt ganz andere Dimensionen.

Der verlangt Vernichtung. Chossudovsky hatte noch den Iran als Konfliktherd im Auge – mitlerweile ist das ein ganz alter Hut: Russland ist als Feind ins Visier geraten. Aktuell verlangt die USA den Abzug russischer Truppen aus Russland – was früher als Witz gegolten hätte, geht heute widerspruchslos durch die Nachrichtenwelt (siehe Spiegel). Was wäre der Aufschrei groß, wenn Russland den Rückzug von Natotruppen von seinen Grenzen fordern würde – tun die aber nicht.

Was meinen Soldaten dazu? Hören wir den Arbeitskreis Darmstädter Signal:

Die NATO, deren ursprünglicher Zweck die kollektive Selbstverteidigung ihrer Bündnispartner gegen potentielle militärische Aggressionen durch Drittstaaten, insbesondere die Mitgliedsländer der Warschauer Vertragsorganisation (WVO) war, hat sich in den mehr als 60 Jahren seit ihrer Gründung im Jahre 1949 grundlegend gewandelt. Nach dem Ende des Kalten Krieges, der Auflösung der WVO und dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich die NATO durch die vereinbarungswidrige Einbeziehung ehemaliger Ostblockstaaten weiter in Richtung Russland vorgeschoben sowie mehr und mehr zu einem global agierenden Instrument westlicher Außenpolitik entwickelt. Die im Artikel 1 des Nordatlantikvertrages eingegangene Verpflichtung, “in Übereinstimmung mit der Satzung der Vereinten Nationen jeden internationalen Streitfall … auf friedlichem Wege .. zu regeln”, wandelte sich zu einer Praxis wachsender Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten bis hin zur militärischen Intervention. Die NATO erweist sich damit womöglich weniger als Garant denn als Störer des Weltfriedens.

Da reden Soldaten. Soldaten, die sich bewusst sind, das nach dem Zweiten Weltkrieg das Konzept der Abschreckung die einzige Existenzberechtigung einer Armee war, Soldaten, denen bewusst war, dass der Krieg und die Politik sie schnell zu Mördern machen können, zu Verbrechern, zu Menschen, die Unrecht tun … wie jene deutschen Soldaten, die dachten, sie würden im Kosovo gute Arbeit leisten anstatt einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu führen.

So wie sich die Nato ändert, ändert sich auch das Bild des Soldaten in Deutschland. Zeit, sich mal wieder die Frage zu stellen, ob Soldaten Mörder sind … denn inzwischen sind wieder tausende von ihnen ganz nahe dran, welche werden zu können. Ich finde, sie haben eine Chance verdient, sich über das Thema mal Gedanken machen zu dürfen. Immerhin werden sie es sein, die im Schützengraben zwischen den abgerissenen Gliedmaßen ihrer Kameraden wieder zu „gläubigen Menschen“ werden … wenn ich dem Satz trauen darf, dass es im Schützengraben keine Atheisten gibt.

Ich finde, sie haben auch das Recht darauf, schon vorher zu erfahren, dass man von himmlischer Seite aus  – ganz gegen die lange gelebte Praxis der Kirchen – keinerlei Verständnis fürs Töten hat: „Du sollst nicht töten“ enthält nichts Kleingedrucktes mit Ausnahmeparagraphen – und möglicherweise erhalten sie als Antwort auf ihre Klagegebete nur diesen Satz … inklusive eines Bildes der goldenen Nahkampfspange, die sie sich durch „harte Arbeit“ verdient haben.

Wer aber nun wirklich meint, das Töten sei unverzichtbar, wer meint, die Modelle zur zivilen Verteidigung moderner Flächenstaaten seien viel zu risikoreich für das eigene Leben (was sie sind – aber sie ersparen einem, zum Mörder zu werden … man braucht nur sehr viel Mut dafür), dem sollte man das mittelalterliche Modell empfehlen: man bestimmt – extra zum Schutz der Zivilbevölkerung – einen Ort der Austragung, der streng eingegrenzt wird. Dort können sich alle die niederschießen, die meinen, ohne Tote geht es nicht: so eine Art Fußball mit scharfen Waffen.

Ist aber auch risikoreicher als Bomben auf Zivilisten zu werfen – oder mit Kampffliegern im Tiefflug Demonstranten zu ängstigen.

Man sollte sich zudem wirklich mal Gedanken darüber machen, warum man eigentlich im Frieden keine Menschen töten darf – auf Kommando dann aber doch.

Und was das aus einem machen kann.

Die „besten Männer und Frauen, die ein Jahrgang zu bieten hat“, haben ein Recht auf diese Diskussion – bevor die überall verteilten Eingeweide ihrer Kameraden für überraschende Übelkeit sorgen.

 

 

Europawahl 2014: Europa abgewählt. Menschlichkeit auch. Vernunft ebenfalls.

Europawahl 2014: Europa abgewählt. Menschlichkeit auch. Vernunft ebenfalls.

Montag, 26.5.2014. Eifel. Europa hat gewählt … alle triumphieren, wie nach jeder Wahl. Das Ergebnis ist – zumindest in Deutschland – eindeutig: Europa wurde abgewählt. 52 % der Wähler gingen gar nicht hin, die Antieuropaparteien erzielten Rekordgewinne. Die ersten Stimmen, die eine reale Machtverschiebung auch in Deutschland vorschlagen, sind schon da: der erste CDU-Politiker kommt aus der Deckung heraus und träumt von Koalitionen mit den Ultrarechten (siehe Spiegel). Ultrarechte? Meine Meinung zur AfD wird den Herrn Lucke überraschen, der sich sichtbar Mühe gibt, auf dem Boden der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte zu bleiben – doch im Umfeld der AfD erblicken wir Forderungen, die selbst Adolf Hitler in den Schatten stellen … wie die Abschaffung des Wahlrechtes für Arme und Staatsangestellte: Deutschland wird zum Staat von Reichen für Reiche nach ukrainischem Vorbild. Nicht vergessen werden sollte Professor Oberender, der Mann, der einen schwunghaften Organhandel favorisiert – Augenverkauf statt Hartz IV. Da wird auf Deutsche einiges zukommen, wenn die steuerfinanzierten Oberschichtsfantasten ihre Träume wahr werden lassen (siehe Deutschlandradio).

Schlimmer noch als in Deutschland ist die Situation in England und Frankreich. In Frankreich wird die „rechtsextreme“ Front Nationale stärkste Kraft und stellt die größte Truppe der Franzosen in Europa. 29,5 % erzielten die Eurogegener in Großbritannien (siehe Spiegel). Spiegelredakteur Blome jubelt: das waren „Denkzettelwahlen“, die Europa „demokratischer“ gemacht haben (siehe Spiegel): da lebt jemand in seiner ganz persönlichen Traumwelt.

In der Realität sieht es anders aus: Europa wurde abgewählt. Mehr als fünfzig Prozent der Wähler interessieren sich nicht für dieses künstliche Gebilde – im Prinzip müsste die Wahl für ungültig erklärt werden, weil kaum jemand da war. Nur gilt dieses Prinzip nicht: die Diätenverteilung ist auch gesichert, wenn nur zwei Leute wählen gehen: so demokratisch ist Europa.

Die alten Demokratien des Westens haben sich von Europa verabschiedet – von Europa und auch von den traditionellen Werten der Allgemeinen Menschenrechte: so erfolgreich war die gesellschaftliche Diskussion der letzten Jahre.

Wen wundert das wirklich?

Europa regiert – für Tagungsgeld von 300 Euro täglich – direkt in alle Wohnzimmer und Kühlschränke hinein, weder Glühbirne noch Banane ist vor der Regelwut der überbezahlten Verwaltung sicher – dafür entpuppt es sich als Sozialamt für Banken und Großkonzerne, die sich auf seine Kosten so gut wie alles erlauben können: inklusive GenMais und Bankerboni, die den Gewinn der Firma übertreffen. Europa heißt: gelebte Irrationalität fernab der Menschlichkeit – und da werden immer mehr Menschen unsicher, ob für sie selbst überhaut noch Platz ist.

Diese Irrationalität sehen wir auch im deutschen Alltag. Aktuell dürfen wir uns darüber verwundern, das es eine breite Anti-Friedensfront von Medien und politisch aktiven Personen gegen friedliche Montagsdemonstranten gibt: kleine Grüppchen von engagierten Menschen, deren „Rechtsradikalität“ immer mehr verschwindet, je näher man hinschaut: hier finden wir auch Beispiele, die im Prinzip niemand mehr mitdenken kann, der nicht zum Oberschichtszirkus gehört, was „rechts“ ist, was „rechts“ zu sein hat, wird immer wilder und irrationaler definiert.

Ein Beispiel?

Nehmen wir den Vorwurf der „Homophobie“, mit den auch Russlands Premier Putin konfrontiert wird. Bevor jetzt gleich die ersten Ausraster kommen: lassen Sie uns erstmal beim Wort bleiben, das Wort verstehen. Kennen sie „Arachnophobie“? Das ist eine unkontrollierbare Angst vor Spinnen (siehe Wikipedia) – eine Angsterkrankung. Wer das hat, will nicht im Umkehrschluss alle Spinnenvölker der Welt ausrotten, sondern nur keine Spinnen in seiner Wohnung oder seinem Bett haben: nicht aufgrund einer POLITISCHEN ENTSCHEIDUNG sondern aufgrund einer UNKONTROLLIERBAREN ANGST. Diese Ängste können durch verschiedene „Objekte“ ausgelöst werden – bei manchen eben auch durch Homosexuelle. Dahinter steckt nicht die Aussage: „ich will alle Schwulen der Welt vergasen“ sondern nur die Aussage: „ich habe Angst vor schwulen Männern in meinem Bett – und will sie da nicht haben“.

Wenige können altgriechisch: aber Arachnophobie ist ein bekanntes Wort – ich vermute mal: „Homophobie“ wird vom Durchschnittsbürger ähnlich verstanden. „Homomysonie“ wäre der passendere Ausdruck für Menschen, die Schwule hassen … nicht Homophobie. Da wo aber einem die persönlichen Existenz von ÄNGSTEN zum Vorwurf gemacht werden, verstehen viele die Welt nicht mehr … und genau betrachtet impliziert der Wortgebrauch die Pflicht, keine Angst mehr vor schwulen Männern im eigenen Bett mehr haben zu dürfen: die Pflicht, selber schwul zu sein. Oder man ist ein Nazi.

„Homophobie“ wird nun Jürgen Elsässer – einer jener Gestalten auf „Montagsdemos“ – vorgeworfen. Womit hat der Mann aber wirklich ein Problem? Mit der Zerstörung der Familie, mit der Homoehe .. und der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare.

Bevor es auch hier zu Ausrastern kommt: erstmal ruhig nachdenken. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass Homosexuelle Kinder großziehen – manche haben ihr „coming out“ eben später und sind dann schon längst Vater. Es spricht auch im Prinzip nichts dagegen, in seltenen Ausnahmefällen stabilen homosexuellen Paaren die Adoption von Kindern zu ermöglichen. Warum seltene Ausnahmefälle? Die Kinder, nach denen homosexuelle Paare verlangen, müssen immer einer Mutter weggenommen werden.

Wer selber Kinder kriegen kann – dank heterosexueller Einstellung – merkt sofort, dass sich da eine Schieflage abzeichnet: neben einem Markt für Organe deutet sich ein Markt für Kinder an. Für die kaufkräftige Oberschicht kein Problem – für die notleidenden anderen Schichten der Gesellschaft schon: sie werden die Schicht sein, die Kinder liefern muss. Ist das jetzt gleich rechtsradikal? Jetzt mal ganz ruhig bleiben … ohne heterosexuelle Eltern gäbe es gar keine Schwulen, die was zu adoptieren haben. Kinder brauchen nun mal – rein biologisch – Frau und Mann. Davon gibt es auch dankenswerterweise genug – und jeder homosexuelle Mann verdankt seine Existenz diesen nicht homophilen Gestalten, die man bei all diesen Diskussionen aus den Augen verloren hat.

Ich weiß: Kinder kann man heute auch künstlich im Reagenzglas produzieren, man kann sich Leihmütter kaufen, die das Kind für einen austragen … was der Oberschichtsmensch jedoch nicht versteht, ist: für die anderen Schichten ist diese Welt eine Horrorwelt, eine Gestalt gewordene Dystopie, ein feindlicher Griff nach ihren eigenen Kindern … und die gezielte Arbeit an ihrer eigenen Überflüssigkeit: man braucht sie schon nicht mehr als Arbeitskraft, will sie nicht mehr als Wähler – und noch nichtmal ihrer Fähigkeit zur Elternschaft ist noch was wert.

Das man für solche Entwicklungen nicht allerorts mit jubelnden Fähnchen begrüßt, scheint mir verständlich zu sein. Das sich hieraus eine breite Gegenentwicklung ergibt, scheint mir verständlich … und so werden Homosexuelle wieder Opfer, Außenseiter … Feinde.  „Homophob“ im weiteren Sinne (anders gesagt: heterosexuell) sind nämlich die meisten Männer und Frauen – und für die Existenz einer Gemeinschaft ist das auch gut so: Kinder sind Zukunft. Im Umkehrschluss würde es übrigens auch richtig dämlich werden, wenn wir Homosexuellen vorwerfen würden, sie wären „nur“ Heterophob. Normale Menschen merken das.

Wenn aber selbst auf Menschen mit Angststörung die Nazikeule niedersaust … wird der Begriff „rechts“ (der auch für CDU, SPD, FDP und GRÜNE gilt) immer inhaltsloser und gesellschaftsfähiger … während man den wirklich echten Rechten gegenüber wird, sprachlos, die wirklichen Menschenhasser können aktuell ungestört  fröhliche Triumphe feiern.

So fördert Dummheit – oder Unsauberkeit im Umgang mit Begriffen – eine breite, rechtsradikale Bewegung … wobei der Umgang mit dem Wort Homophobie nur EIN Beispiel dafür ist, wie degeneriert die Oberschicht – auch die intellektuelle – im Umgang mit Sprache geworden ist.

Die nächsten Wahlen in Deutschland – so denke ich – werden ähnliche Ergebnisse für die AfD erzielen, wie die FN in Frankreich hatte: kein Wunder, dass sich gleich nach der Wahl CDU-Politiker schon mal in Stellung bringen, um die Seiten wechseln zu können.

Während Deutschlands Edellinke sich mit biegen und brechen „Neue Rechte“ konstruieren, marschieren alte Rechte widerstandslos durch die Parlamente, werden zu stärksten Kräften in den alten Demokratien Europas – eine Entwicklung, die in den heutigen Kommentaren auch „linke“ ignorieren: der moderen Linke kämpft eben lieber gegen eine winzige Hand voll Friedensdemonstranten, die man – siehe den verzweifelten Versuch bei Jungelworld – politisch immer weniger verorten kann: „Antiamerikanismus“ wird als große Gefahr erkannt … nicht jedoch die Einmischung in innere Angelegenheiten fremder Länder, die Führung von völkerrechtswidrigen Angriffskriegen oder die flächendeckende Spionage gegen Verbündete.

Einer Gesellschaft, die amerikanische Esskultur, amerikanische Mode, amerikanische Musik, Literatur und Filmkunst weitgehend übernommen hat „Antiamerikanismus“ vorzuwerfen, ist selten dämlich – aber machen kann man das natürlich. Man darf sich dann aber auch nicht wundern, dass der Wähler die gesamte linke Bewegung für ziemlich weltfremd und dämlich hält … und sich anders orientiert: das ist nur „menschlich“. Von Dummen möchte man halt nicht gern geführt werden – noch sie mit der Verwaltung eines Landes betrauen.

So ist „Menschlichkeit“ der große Verlierer der Wahl – wie auch der Traum von einer friedlichen Gemeinschaft europäischer Menschen. Gewonnen haben die, die Nächstenliebe für Sozialromantik halten, die aus ihren Ländern kleine Festungen gegen den Rest der Welt machen wollen … und aus ihren Häusern kleine Festungen gegen eine völlig aus den Fugen geratene Welt voller Wahn und Dummheit.

Andererseits zeigt die Ukraine die Zukunft des europäischen Kontinents: die Milliardäre übernehmen kraft ihrer Finanzmacht die direkte Regierungsgewalt. Der Feudalisierung Europas durch den Geldadel steht nichts mehr im Wege … was der AfD sehr gefallen dürfte. Na – was macht das schon. Sehen wir uns den Lauf der Geschichte an, so können wir im Jahr 5789 wieder mit einer Revolution und dem Auferstehen des demokratischen Grundgedankens rechnen – so lange dauert es in der Regel, bis feudale Strukturen abgebaut worden sind.

Gibt es auch nur irgendetwas Positives bei er Wahl zu berichten?

Die Familienpartei hat EINEN Sitz. Die Piratenpartei auch. Die Partei, die sich speziell um die existentielle Förderung der Zukunft kümmert (Kinder) und die Partei die das größte Potential an Zukunfstfähigkeit versprach (Internet), können die nächsten vier Jahre zusammen Schach spielen … und sehen, wie Unvernunft Europa ruiniert.

Zum Beispiel die Einschätzung, das Wahlergebnis sei nur ein lustig gemeinter Scherz, eine „Denkzettelwahl“. Bis man merkt, dass die Wähler das ernst meinen, dürfte sich Europa schon in Auflösung befinden.

Unwiederruflich.

Aber gut, dass wir vorher noch eine gemeinsame Front gegen Menschen mit einer Angststörung aufgebaut haben: was wäre nur aus uns geworden, hätten wir das nicht gemacht!

 

 

Transatlantisches Freihandelsabkommen

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Von Zigeunern lernen – oder untergehen?

Von Zigeunern lernen - oder untergehen?

Sonntag, 20.10.2013. Eifel. Seit einiger Zeit habe ich das Angebot eines Lesers, uns Liveberichte über Roma aus Rumänien zu schicken. Nun – ich höre gerne etwas aus Rumänien, zumal dieser Leser ein sehr interessanter und weltgewandter Mensch ist, nur sagt mir das Thema „Roma“ nichts. Also war ich heute einmal in einer Galerie (Eifel Kunst), wo ein stellvertretender Bürgermeister ein paar und ein Seelsorger ganz viele Worte über Roma sprachen – umgeben von zahlreichen Fotos echter Zigeuner. Es waren interessante Einblicke in eine fremde Welt, gekrönt von der Frage, warum eigentlich die Zigeuner in der ganzen Welt so abgelehnt werden. Ich möchte hier übrigens den deutschen Begriff Zigeuner verwenden, ich denke, als „Gadscho“ darf ich das auch, weil ich sowieso von nichts eine Ahnung habe.

Es ist natürlich auch die Frage, warum Hexen auf der ganzen Welt so eine Ablehnung erfahren. Das Reden über Hexen ist ebenso schwierig wie das Reden über Zigeuner, erst recht, wenn man erfährt, dass echte Hexen in der Ethnologie vor allem eins sind: unsichtbar und körperlos. So wie man weiß, dass Zigeuner stehlen und auf die Straße kacken, weiß man, dass die Kirche Hexen verbrannt hat – völlig abgesehen von der Tatsache, dass echte Hexen körperlos sind und gar nicht verbrannt werden können … es sei denn, man unterstellt einfach mal der Nachbarin, dass sie eine sei. So schnell werden Begriffe Mordinstrumente.

Das mit den Kirchen ist eine Lüge – aber das stört heutzutage niemanden mehr, die „aufgeklärte Gesellschaft“ kann mit Lügen gut leben, wenn sie nur ihren Zweck erfüllen. Heute weiß man, dass es nicht die Kirchen waren, die Hexen verbrannten, sondern Staat und Gesellschaft, also „die Guten“. Die gleichen „Guten“ haben auch Juden, Kommunisten, Schwule und alle anderen verbrannt, die ihnen gerade nicht in den Kram passten, ist also gar keine Besonderheit, wenn man merkt, dass die auch Hexen und Zigeuner jagen, der eine oder andere Arbeitslose erhält gerade auch eine Prise Menschenhatz – im angeblich so aufgeklärten Deutschland des 21. Jahrhunderts.

Nur wenigen fällt auf, dass die unbegründete, industrielle Vernichtung von Menschenmassen eine Erscheinung der „Moderne“ ist, unser Alltag ist voll von lustigen Sprachbrocken, die solche Erscheinungen begleiten: „Sozialromantik“, „sozialverträgliches Frühableben“, „Kosten auf zwei Beinen“, selbst Minister reden schon gerne von „Schmarotzern“, „Parasiten“, die „nicht essen sollen, wenn sie nicht arbeiten“: das ist die Ethik von Freunden der Leibeigenschaft, die den Menschen nur nach seinem materiellen Nutzen beschreiben. Sie haben auch gezeigt, wie man mit Menschen verfährt, die unnütze Esser geworden sind. Wird gerne verdrängt in Deutschland, ist aber trotzdem wahr.

Ebenso verdrängen wir, dass wir Zigeuner genauso der Massenvernichtung zugeführt haben wie Juden, da gab es echt keinen Unterschied – nur haben Zigeuner keine Lobby, die sie international verteidigen würden.

Auf der Ausstellung tat dies ein Seelsorger der Kirche – und ich habe mir erlaubt, schweigend und interessiert zuzuhören.

Einige interessante Momente sind hängen geblieben: die große Liebe zu Kindern, der starke soziale Zusammenhalt, die Wertschätzung der Alten.

Seltsam, dass so etwas in den großen Medien gar nicht hängen bleibt.

Ich kenne persönlich keine Roma, weiß also überhaupt nicht, was von den Warnungen über den 1.Januar 2014 zu halten ist, wenn die Roma Deutschland überschwemmen. Vielleicht nicht viel, viele Zigeuner sind seit Jahrhunderten in Deutschland ansässig und – wie ich lernen durfte – teilweise steinreiche Immobilienbesitzer. So etwas ergibt sich schon mal, wenn Familien über Generationen eng zusammenarbeiten.

Ich kenne nur die aufgebauschten Medienberichte über Zigeunerhäuser aus dem Ruhrgebiet, die mich nicht verwundern: überall auf der Welt entwickeln Nomaden schwer erträgliche Eigenheiten, wenn man ihnen ein sesshaftes Leben aufzwingt. Überall auf der Welt entwickeln Volksgruppen seltsames Verhalten, wenn sie sich von einer Mehrheit verfolgt fühlen – was dann für die Mehrheit der untrügliche Beweis ist, dass man sie zurecht verfolgt.

Während des Vortrags kam mir Vine Deloria in den Sinn, ein Rechts- und Politikwissenschaftler aus den USA, der in den siebziger Jahren mit seinem Buch „Nur Stämme werden überleben“ erfolgreich war. Ich zitiere mal aus seinem Buch, hier bei Amazon veröffentlicht:

»Wir haben Leute gehört, die uns predigten, wir müßten alles Indianische aufgeben, denn es sei Indianern unmöglich, ihre Lebensweise innerhalb der zivilisierten Welt beizubehalten. Wir haben zugesehen, wie Land gestohlen wurde, damit riesige Dämme und Fabriken gebaut werden konnten. Jedesmal, wenn wir uns der ausbeuterischen Landnutzung widersetzten, wurde uns erklärt, Fortschritt sei notwendig für den „American Way of Life“. Jetzt ist das Lachen an uns. Nach 400 Jahren fröhlichen Raubbaus findet sich der weiße Mann nur eine Generation von der Auslöschung des Lebens auf unserem Planeten entfernt. Natürlich werden auch die Indianer ausgelöscht – aber nicht, weil wir nicht begriffen hätten, was vor sich geht. Nicht, weil wir uns nicht gewehrt hätten, und auch nicht, weil wir uns geweigert hätten, Stellung zu beziehen. «

Der weiße Mann – der „Gadscho“ – nur eine Generation von der Auslöschung entfernt: noch eine Wahrheit, die wir gerne verdrängen. Ob nun genveränderndes Plastik, dass das Potential hat, die Menschheit unfruchtbar zu machen, Atomwaffen und künstlich modifizierte Superseuchen, ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, dass sich gerade selbst auffrisst, Konzerne, die Saatgut mit Todesgenen versehen und Gifte flächendeckend verteilen oder einfach unser Alltag voller Lebensmittelskandalen und krebserregenden Stoffen in sämtlichen alltäglichen Gegenständen: nur noch radikale Verdrängung der Probleme erlaubt es uns, ausgelassen den Kölner Karneval zu genießen – anstatt die Energie in die Lösung der Probleme zu stecken.

Ich möchte auch gerne jeden Kritiker der Zigeuner mal auf den Prüfstand stellen. Wo wäre man im Alter lieber: im vertrauten Kreis der Familie – oder abgestellt auf der obersten Etage eines Altenheimes, wo nur einmal am Tag ein Pfleger nach dem Rechten schaut – selbst dann, wenn man seine eigenen Angelegenheiten nicht selbst erledigen kann. Wer hinschaut, wie wir mit unseren Alten umgehen – schon jetzt – dem wird schnell klar, welche Zustände Personalmangel und Kostendruck in Zukunft in diesen Verwahranstalten Alltag werden lassen. Auch das: verdrängen wir, ebenso wie die Tatsache, dass die Jugend schon jetzt durchblicken läßt, wie sie mit den Alten umgehen will: der Ausdruck „Gammelfleisch“ spricht eine deutliche Sprache – die Sprache der Verrohung, die Übles ahnen läßt.

Die Kinder – so habe ich gelernt – werden dort wie kleine Prinzen behandelt. Und unsere Kinder? Die Kinder der „überlegenen Kultur“, die seit Jahrzehnten am Abgrund tanzt und täglich (!) mehr an Gleichgewicht verliert? Im kinderfeindlichsten Land Europas (wenn nicht gar der Welt) mag ich diese Frage gar nicht mehr stellen, unterbezahlte Erzieherinnen und überarbeitete Eltern können hier kaum mehr bieten als systematische Verwahrlosung, die weit von den hehren Erziehungsidealen der „Aufklärer“ entfernt sind.

Schaue ich mir an, welchen „Diebstahl“ unsere Generation an der deutschen Jugend vollzieht, wie wir ihnen Schuldenberge auflasten, die sie nie zurückzahlen können (erst recht nicht mit der billigen Ausbildung deutscher Schulen in einer Wirtschaft, die lieber von der Steuer absetzbare Maschinen anschafft als Menschen beschäftigt) – da wird das geklaute Huhn von nebenan ein ganz kleines Problem.

Wenig gelernt habe ich über die Frage, ob die Zigeuner glücklich mit ihrer Kultur sind, ihren Stämmen, Riten, verschworenen Gebräuchen. Was ich aber annehme, ist, das wir mit unserer Kultur unglücklich sind … aber kaum noch einer traut sich das zu sagen: wie leben in der besten aller möglichen Welten, wer das nicht einsieht, kann ja „nach drüben gehen“ – was mangels konkret gelebter gesellschaftlicher Alternative nur noch das Jenseits sein kann.

In Tschechien möchte man Roma schon wieder „ins Gas schicken“ (siehe SWR). Dort scheint man die deutsche Vergangenheit nicht verdrängt zu haben: im Gegenteil, man findet sie gut.

Der echte Nazi findet seinen „Juden“ überall – und wenn die Juden alle sind, dann sucht er sich eben andere: Schwule, Arbeitslose, Christen, Zigeuner – egal, Hauptsache, es passt ein Stiefel ins Gesicht. Warum überrascht es eigentlich nicht, dass einige NS-Auffassungen vom Zigeuner in Deutschland bis in die neunziger Jahre hinweg fortgelebt haben. Demnach sind Zigeuner eine

„erbliche Unterschicht“ minderer „Bevölkerungsqualität“, die durch eine im Vergleich zur Mehrheitsbevölkerung überdurchschnittliche Kriminalitätsrate bei unterdurchschnittlicher Intelligenz charakterisiert sei und sich zur Begrenzung des damit verbundenen gesellschaftlichen Konfliktpotenzials weniger für strukturell angelegte Förder- und Bildungsprogramme als für die bevölkerungssanitäre Maßnahme der Geburtenkontrolle empfehle

Siehe Wikipedia. Rassenhygiene im vereinten Deutschland – ganz aktuell. „Bevölkerungsanitäre Maßnahmen“ – wir hätten bei der Wiedervereinigung viel kritischer Fragen sollen, was da eigentlich über die Grenze kommt, will mir scheinen.

Machen das Zigeuner eigentlich auch? Planen die auch die Auslöschung ganzer Volksgruppen? Haben die sich schon mal durchgeführt?

Die moderne Kultur des weißen Mannes stünde nicht sehr gut da, wenn man sie mit jenem Blick misst, den man Zigeunern angedeihen läßt. Unsere Industrieanlagen jedenfalls haben größeren Schaden angerichtet als die Diebstähle der Zigeuner, machen die heute noch. In vielen Städten haben Industrien Menschen getötet – in großem Umfang sogar. Eine Kupferhütte in der Nachbarschaft sorgt ganz schnell für einen Anstieg des „plötzlichen Kindstodes“ – doch das Progrom gegen die Kupferhütte blieb bislang aus. Das Auto tötet jährlich Millionen (weltweit 1,2 Millionen im Jahr, siehe FAZ, Tendenz stark steigend, siehe Focus), doch führt das nicht dazu, dass es jemand aus dem Land verbannen will.

Fünf Jahre Straßenverkehr werden mehr Menschen töten als der Holocaust – für die Massenvernichtung von Menschen haben wir in der Tat ein Händchen.

Der Zigeunerköttel auf der Straße führt zum Volksaufruhr (kürzlich in Norwegen, leider – und zurecht –  nicht mehr zitierbar), doch der Hundekot (pro Tag 2500 Tonnen, siehe shortnews) findet kaum Erwähnung.

Ich kann mir nicht helfen: je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftige, umso mehr frage ich mich: vielleicht sollten wir eher von Zigeunern lernen als sie zu jagen. Ihre Kultur hat deutlich länger überlebt als unsere – und wie lange unsere es noch macht, ist sehr fraglich. Schon jetzt brauchen wir die Rohstoffe mehrerer Planeten, um unseren Lebensstil fortführen zu können – wir haben aber nur einen. Auch ein Problem, dass wir gerne verdrängen, um noch mal ungestört eine Folge „Wetten Dass“ sehen zu können.

Ja, ich weiß: Zigeuner machen Müll. Schmeißen den einfach auf die Straße, wo alle ihn sehen können.

Und was machen wir? Produzieren Müll, pro Kopf 448 Kilo im Jahr im Jahre 2008, 455 im Jahre 2009, Tendenz: steigend (siehe Rp-online), Hundekot nicht eingerechnet.  Der löst sich nicht in Luft auf, wenn wir den in den Eimer schmeißen – wir verschiffen den bis nach Afrika, damit wir ihn nicht mehr sehen.

Verdrängung pur.

Ist es vielleicht so, dass der Müll der Zigeuner uns nur ärgert, weil er uns an unseren eigenen Müll erinnert, weil sie sichtbar machen, was wir so gern verbergen würden?

Ich werde nur immer unsicherer, ob ich noch mehr Negatives über Roma lesen möchte. Ich fürchte, wenn wir einen fairen Vergleich anstellen (und nicht wieder sichtbare Menschen im Kampf gegen unsichtbare Hexen verbrennen, um das dann der Kirche in die Schuhe zu schieben), würde unsere Kultur nicht besser aussehen.

Und bevor die nach guter deutscher Tradition  „ab ins Gas gehen“, sollten wir die lieber aufnehmen – als kleines Zeichen, dass wenigstens wir aus der Geschichte gelernt haben. Vielleicht kann man von denen auch viel für die Zukunft lernen: wie man als Familienverband in feindlicher Umwelt überleben kann.

Ich denke, für deutsche Familien ist das ein sehr interessantes Thema, denn die – stehen kurz vor der Ausrottung, ein Thema, das Konservative und Ultrarechte sonst gerne beklagen.

Und die Diebstähle, der seltsam zwanglose Umgang mit dem Eigentum der Gadschos? Ich kenne das Ausmaß nicht, aber ich weiß, was Banker schon jetzt weltweit abgegriffen haben: über eine Billion Dollar. Stört sich einer um Banker in der Nachbarschaft? Fürchtet man die? Nein.

Sollte man aber: die haben jetzt den ganz großen Coup vor, siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten:

Die große weltweite Enteignung wird konkret: Der Internationale Währungsfonds verlangt eine allgemeine „Schulden-Steuer“ in Höhe von 10 Prozent für jeden Haushalt in der Euro-Zone, der auch nur über geringe Ersparnisse verfügt. Das Geld soll für den Schulden-Dienst verwendet werden. Damit sollen die Forderungen der Banken befriedigt und das Schulden-System gerettet werden. Dieses Konzept habe sich bereits nach dem Ersten Weltkrieg in Europa bewährt. Der Vorstoß sollte jeden Sparer in höchste Alarm-Bereitschaft versetzen.

Cool, oder?

Während der aufrechte Deutsche den Zigeuner jagt, der sich ein Hemd von der Wäscheleine nahm, klaut ihm der Banker zehn Prozent seiner Ersparnisse.

Wetten, dass hinter dem Banker niemand herrennt, noch dass sich jemand Gedanken darüber macht, ob man Banker überhaupt ins Land lassen sollte?

Sollte man nicht – doch das ist eine andere Geschichte.

 

 

 

 

Lügen – Schlüsselqualifikation der Elite

Rechtssprechung und Wahrheit scheinen Begriffe zu sein, der immer mehr zur Farce verkommen. In den Machtzentren der Welt wird geflunkert, was das Zeug hält. Das Recht beugt sich den wirtschaftlichen und politischen Interessen.

Gerichte, Richter und Anwälte sind nur  noch Wasserträger des Kapitalismus. Die Obrigkeit suhlt sich im eigenen, undurchsichtigen Schlamm und fühlt sich dabei, wie die Schweine beim Bauern –  sauwohl. Zudem realisiert die „Elite“ nicht einmal, dass sie in ihrer eigenen Sch… sitzt. Naja, wer die Augen voller Dreck hat, kann bekanntlich nicht weit sehen und erkennt nicht, wie tief er eigentlich im Schlammassel steckt. Uns wollen sie den Morast als ayurvedische Moorbad verkaufen, obwohl ihre Mogelpackung bis zum Himmel stinkt.

Es stellt sich die Frage, wer hier für die Rechtssprechung verantwortlich ist. Normalerweise ist es der Staat, respektive seine „Vertreter“ von der Staatsanwaltschaft. Von denen hört man aber sehr wenig. Vermutlich gehören sie zu einer bedrohten Spezies und sind kurz vor dem Aussterben. Dann gibt es noch die unzähligen Rechtsanwälte, die zwar Klagen, Sammelklagen, Verfügungen usw. einreichen, aber meist nur in Aktion treten, wenn die Bezahlung stimmt. Fälle, in denen ein Kläger aus der Unterschicht mit Hilfe eines selbstlosen Rechtsanwalts einen milliardenschweren Konzern in die Knie zwingt, findet man eher in Hollywood, als im realen Leben. Normalerweise ist es praktisch unmöglich. In sehr seltenen Ausnahmefällen gewinnt der kleine Michel, ist aber im Anschluss meist finanziell ruiniert und/oder psychisch am Ende. Die selbsternannte Elite hat es dafür nicht mal nötig, persönlich an einem Gerichtstermin zu erscheinen. Und wenn es ganz unpässlich ist, kauft man sich in der  Rechtsstaat-Abteilung mit ein paar Millionen eine neue, weisse Weste. Herr Maschmeier weiss wie’s geht.

Recht ist demzufolge keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern ein teures Konsumgut. Die gleiche „Marktentwicklung“ durchliefen die Finanzämter.  Wieso kann sich ein reicher Bürger von seiner Schuld freikaufen, wenn er den Staat mit seinen Steuerangaben belogen/betrogen hat? Da besitzen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft  Konten im Ausland, verfrachten ihre Gelder dorthin und leiden plötzlich unter  einer seltenen Kontenamnesie, wenn man sie danach fragt. Da betrügen Volksvertreter den Staat und wenn sie nicht erwischt werden, dekorieren sie sich mit Titeln wie Kanzler, Bundespräsident oder Ministerpräsident. Hier stimmt das alte Sprichwort: es ist nicht schlimm, wenn man lügt – es ist nur schlimm, wenn man dabei erwischt wird. Moral, ethische Grundsätze, Ehrlichkeit und Transparenz sucht man bei den Damen und Herren vergebens. Sie reden nur davon. Genau wie die Kirche.

Seit Jahrhunderten kann man beim Klerus einen Ablass seiner Sünden erwirken. Wie hoch der Erlass ist, hängt von der gezahlten Geldmenge ab, nicht von der Reue. Es gibt einen Sündenkatalog, in dem die einzelnen Vergehen mit der entsprechenden Summe deklariert sind. Wer noch einen oben drauf legt, kann sich die reinigende Schlammpackung von Minderjährigen  auftragen lassen. Der Vatikan hat eine grosse Kundenliste. Bedingung ist einzig eine Mitgliedschaft im ältesten Skandal-Verein der Welt. Wenn die Kirche seit hunderten von Jahren dies ungestraft praktizieren kann,  darf das der gemeine Politiker sicher auch. Und das macht er… bis er vor lauter Schlamm die Artgenossen aus dem gleichen Stall nicht mehr erkennen kann, siehe deutsche SPD. Die Geschichte zeigt, Schlammschlachten können sehr vorteilhaft sein. Alt Bundeskanzler Kohl bewies dies bei der Spendenvertuschung, Schäuble bei der Wiedervereinigung, Merkel beim Volk, Guttenberg beim Abschreiben usw. usw.

 

Als Staat lügt sich’s einfacher

Am einfachsten ist es, wenn man anonym bleiben kann oder sich hinter einem Gebilde versteckt. Griechenlands Politiker erreichten den Eurobeitritt  mit Lügen, Betrügereien, Urkunden fälschen und Bilanzen erfinden. Sie haben soviel Schlamm produziert, dass sie ihn ganz Europa ins Gesicht schmieren konnten bis es blind war. Einzig der Geruchssinn hätte das Desaster bemerken, respektive realisieren müssen, dass es hier sehr übel riecht. Aber die findigen Griechen verkauften ihre Schlammsuhle als gewinnträchtige Gesichtsmaske und die europäischen Politiker fielen reihenweise darauf herein. Als der Schlamm langsam eingetrocknet war und  vom Antlitz der Politgrössen bröckelte, wunderten sich viel über die Realität, die sich ihnen offenbahrte. Aber anstatt die Chance der klaren Sicht zu nutzen, rieben sich die Volksvertreter wieder gegenseitig die Schlammpackungen ins Gesicht. Mittlerweile wurden über 200 Mia. Euro  an Griechenland gezahlt, wovon das griechische Volk keine einzige Milliarde sah und sich weiterhin mit Existenzängsten und Selbstmordgedanken herumschlagen muss.

Griechenland steht mit seinem Lügengebilde nicht alleine da. Alle grossen europäischen Nationen beschönigen ihre Bilanzen und reden sich ein, alles im Griff zu haben. Brüssel hat dies jetzt sogar offiziell legalisiert. Dabei ist es offensichtlich, dass Länder mit Billionen Euro an Schulden nichts mehr im Griff haben. Kein einziges Land ist in der Lage, seine Schulden abzubauen. Also wird weiter gelogen was das Zeug hält und mit Begriffen kaschiert wie Umschuldung, Schuldenschnitt und Schuldenerlass. Die besten Flunkereien kommen, wer hätte das gedacht, aus den USA. Diese Nation, könnte man meinen, hat das Lügen schlichtweg erfunden. Alle Kriege der Amerikaner basierten auf Unwahrheiten bis hin zu 9/11. Da wundert es nicht, dass inzwischen sogar die Mondlandung angezweifelt wird. Bei denen weiss man wirklich nicht mehr, was man glauben kann und was nicht. Sobald man in der amerikanischen Geschichte gräbt, offenbaren sich Lügengeschichten wohin das Auge reicht. Da sieht sogar der Baron von Münchhausen wie ein Anfänger aus.  Und das Beste daran, es hat keine Konsequenzen. Wer kann die USA einklagen und Recht sprechen? Wer kann Brüssel vor den Kadi bringen? Niemand. Also machen alle Lügenbarone weiter wie bisher und erfreuen sich an der Unantastbarkeit ihrer Person oder Institution. Der ESM ist ein Paradebeispiel, wie man geplante Unwahrheiten in Paragraphen verpackt und sie dem Volk als seriöse Rechtsprechung verkauft. Zur Erinnerung hier nochmals ein Beispiel:

Art. 35, Abs 1 ESMV

„Im Interesse des ESM genießen der Vorsitzende des Gouverneursrats, die Mitglieder des Gouverneursrats, die stellvertretenden Mitglieder des Gouverneursrats, die Mitglieder des Direktoriums, die stellvertretenden Mitglieder des Direktoriums sowie der Geschäftsführende Direktor und die anderen Bediensteten des ESM Immunität von der Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer in amtlicher Eigenschaft vorgenommenen Handlungen und Unverletzlichkeit hinsichtlich ihrer amtlichen Schriftstücke und Unterlagen.“

Das heisst im Klartext, in Brüssel kann gelogen werden wie man’s gerade braucht und es hat keine Konsequenzen. Fazit: Es wird nur noch gelogen. Sei es bei der Vergabe von Subventionen, bei der Vergabe von Ämtern, bei der Anwesenheitsliste und natürlich bei der Beschönigung der Bankenmisere. In einem Punkt bewiesen die Funktionäre in Brüssel sogar Weitsicht. Falls einmal der brüsseler Mülleimer überquellen sollte und dabei eine Unwahrheit auf dem Boden der Realität aufschlägt, ist sogar er von jeglicher Haftung befreit.

Art. 32, Abs. 4 ESMV

„Das Eigentum, die Mittelausstattung und die Vermögenswerte des ESM genießen unabhängig davon, wo und in wessen Besitz sie sich befinden, Immunität von Durchsuchung, Beschlagnahme, Einziehung, Enteignung und jeder sonstigen Form des Zugriffs durch vollziehende, gerichtliche, administrative oder gesetzgeberische Maßnahmen.“

Da freuen sich alle Mülleimer, Aktenschredder und Papierpressen, wenn sie belastende Dokumente vernichten und so für Sauberkeit  im Brüsseler Verwaltungsapparat sorgen. Die Putzkolonnen werden zu Statisten degradiert, die nur noch den Boden von Schlammspuren reinigen dürfen. Die eigentlichen Saubermänner tragen heute Krawatte, putzen mit dem Aktenvernichter und abstauben tun sie keine Fusel, sondern Steuermilliarden.

 

Die Zukunft der Lügen

Lügen haben bekanntlich kurze Beine und somit keine grossen Chancen, in der Zukunft voran zu kommen. Es braucht kein wahrsagerisches Talent um folgende zukünftigen Geschehnisse zu orakeln:

– keines der Wahlversprechen wird im Sinne des Volkes umgesetzt

– der Steuerzahler finanziert vollumfänglich die  „Wahl-Geschenke“ der Politiker

– keine einzigen Prognosen, Offerten, Bilanzen, Budgetpläne stimmen oder werden    eingehalten

– …

Die Liste hat eine Ähnlichkeit mit der Zahl Pi – ein Ende ist nicht in Sicht. Aber es stört uns nicht, wenn wir tagtäglich von den Medien, der Politik und der Wirtschaft faustdick belogen werden. Die Omnipräsenz von Unwahrheiten in der Gesellschaft hat den Wahrnehmungslevel jedes einzelnen derart ausgehölt, dass praktisch alle Lügen gleichgültig durchgewunken werden. Dazu stellt sich die Erkenntnis, dass es unmöglich ist einen Elite-Lügner seiner Taten zu bezichtigen und vor ein ehrbares Gericht zu stellen. Der Hund beisst bekanntlich nicht die Hand, die einen füttert – von wem bekommen die Richter ihren Lohn und wer stellt sie ein?

Dem gemeinen Volk bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dem zu glauben, der seine Lügen am besten verpackt.  Die deutsche SPD zum Beispiel übermalt ihren Hahnenkampf an der Spitze mit rosigen Aussichten auf ein Perpetuum Mobile der sozialen Gerechtigkeit und Gleichheit. Ihr Programm ist so immens, das kann nur gelogen sein. Ausser ein Politiker erfährt eine wundersame Heilung seiner Kontenamnesie und erinnert sich an die gebunkerten Milliarden, die ein solches Programm kosten würde. Aber so eine Meldung ist sicher auch wieder gelogen.

Blockupy Frankfurt – unheimliche Nachlese zum 1.6.2013: Bürger trifft Märkte.

Blockupy Frankfurt - unheimliche Nachlese zum 1.6.2013: Bürger trifft Märkte.

Mittwoch, 5.6.2013. Eifel. Irgendwie sind die Bewegungen von Wirklichkeit und Medien diametral verschoben. Während die Wirklichkeit Tag für Tag immer brisanter wird, bilden die Medien sie immer weniger ab. Braucht man das für das ständige Füttern des Lesers mit Sensationen? Diese Sensationen könnte man haben – wenn man länger hinschaut, zuhört und aufmerksam ist. Nun – ich liebe markige Titel … das hat man wohl schon gemerkt. Ich  sollte damit innehalten, denn die Wirklichkeit beginnt, noch markiger zu werden als meine Überschriften. Jene Realität, vor der zu warnen ich mir erlaubte, wird nun langsam Alltag. Das hat weitreichende Konsequenzen.

Das der 1.6.2013 wirklich einen Wendepunkt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland darstellt – wahrscheinlich sogar DEN endgültigen Wendepunkt – wird sich erst in ferner Zukunft erschließen, dann, wenn jene barbarischen Zeiten vorübergegangen sein werden und seriöse Geschichtswissenschaft versucht, das Desaster zu entschlüsseln.

Wissen – könnte man es schon heute.

Naomi Kurt schildert in der Gruppe Blockupy Frankfurt ihre Erlebnisse:

Ich würde mich nicht zu den Verletzten zählen, und bin mir sicher, dass viele viele Menschen über wirkliche Wunden zu klagen haben. Allerdings bin ich mir auch sicher, dass ich mit meinen 58kg, unbewaffnet und unvermummt keine Bedrohung für die bestens ausgestattete Polizei war. Und trotzdem wurde auch ich alles andere als nett behandelt. Es kann nicht sein, dass die Polizei behauptet einen Demonstranten verletzt zu haben. EINEN EINZIGEN?! So kann’s nicht weiter gehen. ‚Wo Unrecht zu Recht wird, wird Wiederstand zur Pflicht.‘

Dem Kommentar beigefügt ist ein Foto, das Naomis mit blauen Flecken übersäten Arm zeigt. Sie erzählt auch, wie es dazu kam:

„Wurden sie verletzt?“-“ nur meine Menschenrechte, aber das kennt man ja.. Was ihr verhalten noch lange nicht entschuldigt.“ Darauf haben sie nichtmehr geantwortet. Aber das schlimmste waren die Worte des Polizisten der vor mir, jemanden rechts aus meiner Kette geholt hat :“lass los Mäuschen, sonst tut’s gleich weh.“ Als hätte er keine Wahl, als müsse er mir wehtun, als sei nachgeben die einzige Möglichkeit. Und das auch noch mit diesem wiederlich sexistischen „Mäuschen“ aaaaargh, HASS.

Rüpelhaft, diese Polizei, oder? Nun, die Polizei und die staatstragenden Medien berichteten von einem Verwundeten unter den Demonstranten. Man könnte glauben, dieser sei jetzt in der Person von Naomi Kurt gefunden – doch da würde man irren.

Ebenfalls auf Facebook findet man die Aussagen eines Demosanitäters auf Bremen:

Die Demosanitäter*innen schätzen aktuell ca. 320 Verletzte am Samstag. Wir müssen leider schätzen, da wir so viele Menschen behandeln mussten dass wir keine Statistik mehr führen konnten.
Dazu kommen noch alle die sich selbst helfen konnten oder die im Chaos keinerlei Behandlung erfuhren. Vermutlich ist die Zahl wesentlich höher. Die jüngsten von uns direkt behandelten waren Grundschulkinder. Die ältesten wohl um die 70 Jahre alt.
Die meisten wurden durch Pfefferspray- (durchnässt) verletzt. Weiter hatten viele Kopfverletzungen -z.t. schwere- die durch gezielte Schläge auf Kopf und in das Gesicht verursacht wurden. Diverse Demonstrant_innen mussten zur Behandlung von Rettungswagen und Notärzt_innen abgeholt werden.
Die Polizei überrannte im Verlauf unseren Behandlungsplatz (eindeutig abgesperrt und abgesprochen) vor dem jüdischen Museum und wir mussten die Verletzten weiter evakuieren.

Die Kombination der Worte „Grundschulkinder“ und „gezielte Schläge auf Kopf und Gesicht“ lassen schon erschauern – natürlich ist damit nicht bewiesen, dass auch Grundschulkinder geschlagen wurden. Welchen Grund gab es aber, den anderen gezielt mit einem Schlagstock ins Gesicht zu schlagen? Normale Menschen haben da eine gewisse „Beißhemmung“ – wann wurde die unserer Polizei abtrainiert? Doch doch – als ein Klassenkamerad meinem Sohn mit der Faust ins Gesicht schlug, war es die Polizei, die zur Anzeige drängte, weil solche Angriffe schon eine gewisse Verrohung offenbaren, der man frühzeitig entgegentreten muss.

Wer verroht eigentlich unsere Polizei – und warum erfahren wir nichts darüber? Und wozu geschieht dies eigentlich?

Nun – zumindest erfahren wir, wer die Verantwortung für den Einsatz übernommen hat:

Trotz Absprachen mit dem ärztlichen Leiter Rettungsdienst, dem
Branddirektor der Feuerwehr und der Gesundheitsdezernentin der Stadt FFM wurde uns ab 19:09 Uhr der Zugang zu den Verletzten im Bereich Neue-Mainzer Str.-Friedensstr.-Kaiserplatz („Sicherheitsbereich“) verwehrt. Der ärztliche Leiter Rettungsdienst wurde von der Polizei zeitweilig auf
der anderen Mainseite festgehalten.

Dieser Befehl kam nicht von der Stadt sondern direkt aus dem
Innenministerium wie uns die Polizei mitteilte. Ebenso wurde der
Rettungsdienst, die Feuerwehr, Journalist_innen und Politiker_innen aus diesem Bereich verbannt (dort befand sich auch die einzige theoretisch offene Notapotheke die wir zwischenzeitlich benötigten). Im Zuge dessen wurde zu allem Überfluss noch ein Team von uns durch die Bundespolizei angegriffen.

Angriff der Bundespolizei auf Demosanitäter – selbst auf dem Schlachtfeld gelten Sanitäter als unangreifbar … jedenfalls im Prinzip. Für Politik und Exekutive scheint das kein Problem zu sein, ebenso wenig wie „unterlassene Hilfeleistung“.

Nun soll hier nicht unkritisches Polizistenbashing betrieben werden – obwohl die Ereignisse das geradezu herausfordern. Sicher, Polizisten die damit drohen, Menschen zu erschießen, gehören sofort in die geschlossene Anstalt und für immer und ewig aus dem Polizeidienst entfernt. Wer anderen damit droht, die „Birne“ mit seinem Polizeiknüppel zu „zermatschen“, ebenfalls. Wenn dies nicht geschieht, sollte man davon ausgehen, dass ein solches Verhalten gegen Bürger erwünscht ist.

Darauf deuten auch Aussagen der Polizisten hin, die jetzt in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht worden sind:

In der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Frankfurter Polizei herrscht massiver Frust über den Einsatz bei der Blockupy-Demonstration am vergangenen Samstag. Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau äußerten mehrere Beamte die Meinung, ihre zur Verstärkung aus anderen Bundesländern angereisten Kollegen hätten maßlos überzogen. „Und wir dürfen das dann in den nächsten Wochen ausbaden“, sagte ein Frankfurter Polizist, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Der Ärger ist berechtigt. Die Frankfurter Beamten können nicht heimfahren wie die anderen.

Vor allem Beamte aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen sind auf den Bildern zu erkennen. „Die kamen, haben zugeschlagen und sind wieder heimgefahren – und wir haben jetzt den Ärger“, sagte ein anderer BFE-Beamter der FR.

Auch eine Art Krawalltourismus, oder? Und zudem ein ziemlich unprofessioneller:

Seiner Meinung nach gingen die Polizisten unprofessionell vor: „Sie haben gegen Richtlinien der BFE verstoßen.“

Die „Kommunikatoren“ der Polizei, bewährte Elemente einer demokratischen Deeskalationsstrategie, kamen bei dem Geschehen nicht zum Einsatz. Deeskalation war wohl auch nicht gewollt:

Unterdessen scheint sich der Verdacht zu bestätigen, dass die Einkesselung der Demonstranten jedenfalls nicht so spontan erfolgte, wie es die Polizeiführung am Montag dargestellt hatte. So berichtet der Frankfurter Arzt Joachim Dlugosch, der mit seiner Familie an dem Protestzug teilgenommen hatte, in einem offenen Brief an Polizeipräsident Achim Thiel von einer Begegnung mit einem Beamten in der Nähe des Schauspiels. Dieser habe gesagt, „er wolle uns warnen, es wäre besser, wenn wir uns mit den Kindern entfernen, hier würde gleich etwas passieren“.

Es gibt mehrere Berichte, die dies bestätigen.

Was haben wir also bis jetzt? Eine Polizei, die bewusst von politischer Ebene dazu instrumentalisiert wurde, einen Gewaltakt zu inszenieren, bei dem die Verletzungen von Frauen, Alten und Kindern nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern sogar gezielt angestrebt wurden.

Vielleicht wollte man den Deutschen die Lust an der Wahrnehmung demokratischer Grundrechte für immer austreiben?

Wir finden dazu einen weiteren Augenzeugenbericht. „Sebid´s Blog“ heißt die Präsenz des Teilnehmers namens Sebastian Weiland.

Bis jetzt habe ich noch weder Zeit noch Internet gehabt um die Medienberichterstattung zu verfolgen, aber die eingekesselte Presse wurde auch nicht aus dem Kessel gelassen, es ist also in Deutschland nicht mehr viel wert als Journalist*in unabhängig zu berichten, denn Pressefreiheit beinhaltet für mich auch, dass die Presse Bewegungsfreiheit hat, sich also bewegen kann wie sie will, denn nicht umsonst soll eine unabhängige Presse den Staat auch kontrollieren, beziehungsweise in diesem Fall die Exekutive des (hessischen) Innenministeriums um das zu konkretisieren.
Abgesehen davon, dass selbst das Recht auf körperlicher Unversehrtheit der Journalist*innen aus der Sicht der Polizeibeamt*innen nicht wichtig erscheint, denn sie wurden genauso schlecht behandelt, mit Pfefferspray besprüht wie die Demonstrant*innen selbst.

Die Meinung eines 19-jährigen, hoch begabten, sehr engagierten jungen Mannes, der eine der wichtigsten Beobachtungen des Tages gemacht hat und offiziell bezeugt:

Mein persönlicher Höhepunkt an diktatorischem Verhalten seitens der Polizei (und natürlich deren Chain of Command) war erreicht, als dann auch noch mind. 3 Mitglieder der Bundestags und oder des Landtags abgeführt wurden. Parlamentarier*innen der LINKEN kamen netterweise zu uns in den Kessel um als parlamentarische Beobachter*innen dabei zu sein und zu schlichten. Auch sie wurden einfach abgeführt. Das war auch persönlich mein Zeitpunkt der größten Wut.

Warum diese Wut? Wegen der offenen Missachtung der Immunität von Abgeordneten? Nein – es kam noch viel schlimmer:

Einprägsam war mir persönlich vor allem die Reaktion der Polizisten (Es waren gegen Nachmittag vor allem nur noch Männer in den Reihen, also noch mehr Männer als die Polizei sonst schon in ihren eigenen Reihen hat) auf die Durchsage des Lautsprecher*innenwagens, dass Abgeordnete abgeführt wurden.
Viele haben gelacht. Es war nicht nur ein Grinsen wie bei vielen anderen, sondern es war ein kollektives Lachen des Machtgefühls seitens der Beamten.

Es ist gerade diese Beobachtung, die uns detalliert über die Gemütslage der eingesetzten Polizeiverbände aufklärt. Ihre politische Bildung, ihr Respekt vor den gewählten Repräsentanten eines demokratischen Rechtsstaates scheint ebenso auf dem Nullpunkt angelangt zu sein, wie ihre Achtung des Grundgesetzes dieser Republik.

Wer bildet so etwas aus – oder, besser gefragt: wer züchtet so etwas heran.

Natürlich gehören die eingesetzten Einheiten sofort aufgelöst. Hier wächst ein „Corpsgeist“ heran, der mit den Grundwerten eines freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates nicht mehr viel gemein hat und der jegliche normalmenschlichen Hemmungen bei der Gewaltanwendung gegen unbewaffnete Menschen verloren hat.

So etwas deutet sich jetzt schon an. Leider erfahren wir nicht mehr darüber, müssen uns die Wirklichkeit durch mühsame Kleinarbeit erschließen, weil die Medien (auch viele der freien Medien) heute wieder zur Tagesordnung übergehen und sich den vielen anderen Themen zuwenden, die ebenfalls beklagenswert sind, ohne die Dimensionen des 1.6.2013 vollständig zu erfassen … denn hier gibt es auch noch ein sehr beuunruhigendes Nachspiel, das viele kaum wahrnehmen.

Neopresse erwähnt es nebenbei:

 Direkt nach Einstellen dieses Artikels verschwanden zahlreiche kritische Artikel zur Vorgehensweise der Polizei aus den Presse-Link-Suchmaschinen. Die Suche dort ergab plötzlich vollig andere und nicht themenbezogene Treffer….

Das Thema wird aus dem Verkehr gezogen.

Von wem eigentlich?

Nun – es gibt wohl Wichtigeres zu berichten als die offene Verachtung von Demokratie und Menschenrechten in gewissen Kreisen der Exekutive. Darf man sich die Frage stellen, wozu diese „Beamten“ noch fähig sind? Darf man die Frage stellen, wer solche brutalen Schläger heranzüchtet – und zu welchem Zweck? Wer diese Vorgehensweise aus welchen Gründen anordnet – und die nachfolgende Berichterstattung unterdrückt?

Nein, das darf man nicht. Vielleicht ist eine Reaktion auf Facebook bezeichnend für die Situation in Deutschland. Hier schrieb ein Leser:

Ihr glaubt doch nicht, das ich euch die Nummer abnehme? Ich glaube definitiv nicht, dass die Polizei sich an einer Zweijährigen vergreift! Daher kann ich Ihre Ausführungen nicht nachvollziehen!

Mit „Glauben“ hat man hier eine wirklichkeitsdefinierende Methodik aus dem Bereich der Religion angewendet, die im Bereich der Politik nichts zu suchen hat. Es ist aber eine natürliche Reaktion des mit der Nachrichtenflut und der degenerienden Wirklichkeit überforderten Bürgers, die wir aus dem Dritten Reich schon kennen: der reale Horror des Alltages überfordert den menschlichen Verstand.

Wir nennen das heute „Verdrängung“.

Wir wissen aber auch, dass diejenigen, die heute den Kopf in den Sand stecken, morgen selbst mit den Zähnen knirschen werden.

Ach was – morgen.

Die Mehrheit der Deutschen knirscht schon heute mit den Zähnen – hat aber vielleicht vergessen, worum es bei den Protesten in Frankfurt eigentlich ging.

Es ging um Lohnkürzungen, Rentenkürzungen, Kitaplätze, geschlossene Krankenhäuser, Privatisierung öffentlichen Besitzes – kurzum um die aktuelle Verarmungspolitik europäischer Regierungen im Auftrag der „Märkte“. Themen, die uns im Prinzip alle angehen.

Vielleicht hilft es aber wirklich, einfach nicht daran zu glauben. So kann man aus einer Erdkugel auch eine Scheibe machen.


 

Eupoly (Trailer)

Auch wenn da wahrscheinlich nichts Neues zu berichten ist, vielleichts gibts ein paar weitere Argumente für Diskussionen.

„Seit 2002 ist der Euro auch in Deutschland das offizielle Zahlungsmittel. Nun — mehr als 10 Jahre danach — versinkt die Eurozone im Chaos. Die Wirtschaft lahmt, ein Staat nach dem anderen rutscht in die Pleite und muss gerettet werden. Besonders im Süden explodiert die Arbeitslosigkeit, die Jugend ist besonders stark betroffen.
Der Dokumentarfilm „EUPoly“ wirft einen Blick hinter den Vorhang und versucht zu ergründen, wer die eigentlichen Profiteure sind und waren. Wo wird die Reise hingehen und was werden die Folgen sein? Kann man den Crash noch verhindern und welche Alternativen gibt es?
Ein Film von Jens Blecker (IKNews) und Thomas Schad. Unter Anderem kommen zu Wort: Dirk Müller Hans-Olaf Henkel Daniel Neun Jim Rogers Günther Lachmann Marc Faber Richard Sulík Marc Friedrich Matthias Weik“

Die Malthusianer, der CIA, der 11. September, Hartz IV und die anderen Überflüssigen

Freitag, 12.10.2012. Eifel. Der 11. September 2001 war ein ganz besonderer Tag. Es jährte sich nicht nur der Tod des Militärputsches gegen Allende, es war auch jener Tag, in dem in Frankfurt ein ganz besonderer Vortrag stattfand. Henry Kissinger referierte dort über die "Auswirkung der Globalisierung auf die Weltbevölkerung".  Am gleichen Tag geschah ebenfalls noch etwas sehr bemerkenswertes, siehe Wikipedia:
Am 28. Jahrestag des Putsches in Chile, dem 11. September 2001, reichten Anwälte einer chilenischen Menschenrechtsorganisation deswegen Klagen gegen Kissinger,Augusto Pinochet, Hugo Banzer, Jorge Rafael Videla und Alfredo Stroessner ein. Gleichzeitig erfolgte beim Bundesgerichtshof in Washington, D.C. eine Zivilklage gegen Kissinger und den damaligen CIA-Chef Richard Helms von Angehörigen General Schneiders, Hintergrund waren die CIA-Aktivitäten im Vorfeld des Putsches.

Freitag, 12.10.2012. Eifel. Der 11. September 2001 war ein ganz besonderer Tag. Es jährte sich nicht nur der Tod des Militärputsches gegen Allende, es war auch jener Tag, in dem in Frankfurt ein ganz besonderer Vortrag stattfand. Henry Kissinger referierte dort über die „Auswirkung der Globalisierung auf die Weltbevölkerung“.  Am gleichen Tag geschah ebenfalls noch etwas sehr bemerkenswertes, siehe Wikipedia:

Am 28. Jahrestag des Putsches in Chile, dem 11. September 2001, reichten Anwälte einer chilenischen Menschenrechtsorganisation deswegen Klagen gegen Kissinger,Augusto Pinochet, Hugo Banzer, Jorge Rafael Videla und Alfredo Stroessner ein. Gleichzeitig erfolgte beim Bundesgerichtshof in Washington, D.C. eine Zivilklage gegen Kissinger und den damaligen CIA-Chef Richard Helms von Angehörigen General Schneiders, Hintergrund waren die CIA-Aktivitäten im Vorfeld des Putsches.

General Schneider war ein wichtiges und populäres Opfer der us-amerikanischen Aussenpolitik:

Bereits seit 1963 hatte die CIA in Chile eine Reihe verdeckter Operationen mit dem Ziel durchgeführt, die Wahl des Sozialisten Salvador Allende zum Staatspräsidenten zu verhindern. Nachdem diese Aktionen erfolglos geblieben waren und Allende 1970 Präsident wurde, waren die USA zu massiven Geheimdienstoperationen übergegangen, mit dem Ziel, die chilenische Regierung zu destabilisieren und die Voraussetzungen für den Militärputsch vom 11.September 1973 zu schaffen. Im Zuge der CIA-Operationen kam es zur Ermordung des verfassungstreuen und zu Allende loyalen Generalstabschefs René Schneider. Die Verschwörergruppe war zuvor von der CIA mit Maschinengewehrenund Tränengasgranaten ausgestattet worden.

Ja, so etwas machen die USA – und so etwas macht vor allem Henry Kissinger, weshalb man ihn ja weltweit an verschiedenen Orten mal gerne vor ein Gericht geladen hätte. Gut, das ist alles lange her. So lange, das viele, die das hier lesen, gar nicht geboren waren. Und heute – da sind wir uns ja alle einig – würden die Geheimdienste der USA niemals mehr so weit gehen wie damals. Das predigen uns jedenfalls die Medien und die Parteien.

Ach ja – Medien und Parteien: die waren in der Tat der Hauptansatzpunkt des Geheimdienstes bei der Umsetzung der US-Politik in Übersee, hier in Chile (siehe: Wikipedia):

In einem Memorandum des US-Geheimdienstes hieß es später, dass El Mercurio und andere chilenische Zeitungen, die von der CIA finanziell unterstützt wurden, eine wichtige Rolle dabei gespielt hätten, die Voraussetzungen für den späteren Militärputsch zu schaffen.

Die wissen, wie man Politik macht: über Medien. Einfach mal oft genug an allen Ecken und Enden den Satz „die Erde ist eine Scheibe“ bringen und schon werden die Leute so unsicher, das sie weniger Kreuzfahrten buchen. So sind die Leute: wenige verfügen über ausreichend Bildung, auf Anhieb in einer Zeitung diejenigen Informationen zu entdecken, die einen Ausblick auf die Zukunft werfen, noch weniger verfügen über profunde Geschichtskenntnisse … wie zum Beispiel Kenntnisse über das Memorandum NSSM 200.  Wir finden im Jahrbuch 2001 einen Kommentar dazu:

Das Programm für die Bevölkerungskonferenz wurde bereits 20 Jahre zuvor entworfen, in einer ungefähr 90 Seiten langen geheimen Studie des Nationalen Sicherheitsrates der USA samt seinen zahlreiche Unterausschüssen. Dort gelangten die vielfach widerlegten Thesen aus dem Schulungsbuch des Thomas Malthus für die Commis der East Indian Company zu neuer, global folgenschwerer Aktualität. Hohe Regierungsbeamte der USA und angesehene Vertreter des Establishments bekannten vor der Öffentlichkeit, sie seien überzeugte Neomalthusianer. Nirgends jedoch zeigte sich die Besessenheit von Malthus`Essay über das Bevölkerungsgesetz so brutal wie im Nationalen Sicherheitsrat.

„Bessenheit“ ist hier das Wort, das wir uns merken sollten – gleichfalls die Tatsache, das hohe Regierungsbeamte und angesehene Vertreter des Establishments sich zum Neomalthusianismus bekennen. Wir wollen diese Aussagen mal im Hinterkopf behalten, während wir uns dem Kernthema nähern: was ist denn das überhaupt, so ein Malthusianer – oder Neomalthusianer.

Die Antwort ist leicht gegeben, in dem wir den Namensgeber der Bewegung, Herrn Pastor Thomas Robert Malthus, 1766 – 1834, persönlich zitieren (siehe Wikipedia):

„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“

Kurz gesagt: wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Obwohl … nein, das ist falsch. Wer seine Arbeit nicht zum Gewinne anderer verkaufen kann, der soll auch nichts essen: so ist das gemeint. Der soll nicht nur nicht essen, der soll „abtreten“ – wenn er denn in eine „schon occupierte Welt“ geboren wurden, in einer Welt also, in der die Ururgroßväter der heutigen Erben erfolgreich Landraub begangen haben, Vermögen mit Sklaven- Waffen- und Drogenhandel anhäuften und dieses mit ein wenig Tricksereien an den Börsen verhundertfachten.

Manche würden meinen: eine Anleitung zum Massenmord.

Das ist im Prinzip Kern des geheimen Memorandum NSSM 200, das die Marschrichtung der USA für die nächsten Jahre vorgab (nochmal Jahrbuch 2001):

Am 24. April 1974, auf dem Höhepunkt der Ölkrise, unterschrieb der Sicherheitsberater des Weißen Hauses ein Memorandum, das die Grundlinien der US-Politik für die nächsten Jahre festlegte. Das „National Security Study Memorandum 200“ trug den Titel „Auswirkungen des weltweiten Bevölkerungswachstums auf die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihre Interessen in Übersee“. Es richtete sich an alle Kabinettsmitglieder, an den Generalstab und die verantwortlichen Leiter der CIA und anderer Dienste der USA. Am 16. Oktober 1975 bestätigte Präsident Gerald Ford auf Betreiben seines Außenministers in einem weiteren Memorandum die Notwendigkeit „amerikanischer Führung in Sachen Weltbevölkerung“. Es bezog sich im wesentlichen auf das geheime Memorandum NSSM 200. Diese Ausführungsverordnung machte zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten den Malthusianismus zur Leitidee der Sicherheitspolitik der amerikanischen Regierung.

Die beiden US-Memoranden argumentierten, das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern, die an die Schwelle zur Industrialisierung heranrückten und in denen wichtige Rohstoffquellen lagen, stelle eine „potentielle Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA“ dar. NSSM 200 warnt davor, daß diese Länder unter dem Druck ihrer wachsenden Bevölkerung von den USA für ihre Rohstoffe höhere Preise und für sie günstigere Handelsbedingungen durchsetzen könnten. 

Da kommt Konkurrenz auf, es droht echte Marktwirtschaft: das darf nicht sein. Ein Zitat aus dem Memorandum belegt, wie man sich die Konkurrenz vom Halse schaffen wollte:

„Um wieviel wirksamer sind Ausgaben für Maßnahmen zur Bevölkerungskontrolle als Investitionen, die die Produktion anheben, zum Beispiel Investitionen in Bewässerungsanlagen, Kraftwerke und Fabriken.“

Das heißt: nicht Wohlstand für alle ist das Ziel, sondern erklärte Beseitigung zukünftiger Generationen, was zur Vergreisung des Landes führt (da können wir Deutschen ein Lied von singen) – mit allen Folgen, die sich skrupellose Profiteure von dieser Situation versprechen. Wir bauen keine Krankenhäuser, verbessern nicht die Anbaumöglichkeiten, steigern nicht die Produktion, sondern vernichten das Volk … natürlich mit guten Worten.

Wie es heißt, wollte der Papst selbst 1991 mit Bill Clinton persönlich darüber sprechen, ob die USA eigentlich immer noch dieses Ziel verfolgen. Christliche Ethik und besessener Malthusianismus einer militärischen Supermacht lassen sich immerhin nicht gut miteinander vereinen:

Ein Teil der heutigen militanten Malthusianer hat für die Armen und Schwachen, die Schwarzen und Indios usw. kaum mehr als Verachtung übrig. Die Gleichheit aller Menschen, das Recht aller auf Freiheit, ihr Zugang zu den materiellen, geistigen und spirituellen Gütern sind für sie nichts als unzulässige Ziele, die es zu bekämpfen gilt. Wenn man sich um die gleiche Würde aller Menschen kümmert, so zerstört man ihrer Meinung nach das naturgewollte Gleichgewicht, das die Besten auswähle und die Schwächsten beseitige oder zumindest den Stärkeren weiterhin Zugang zu materiellem Wohlstand sichert und die Schwächeren in Armut und Not beläßt.

Die „Stärkeren“ … sind die Menschen in den USA – vor allem ihre weiße Oberschicht (siehe Spiegel). Die verdienen auch in der Wirtschaftskrise noch super – und gleichen darin den deutschen Milliardären (siehe Welt).

Nun, wir könnten immer noch denken: och, das ist ja alles Vergangenheit und Geschichte, was soll mich das denn interessieren … allerdings wird Hartz IV-Abhängigen wahrscheinlich schon etwas mulmig, wenn sie diese Zeilen lesen: gehören sie doch zu den Schwächeren, die man in einem superreichen und hoch gebildeten Land bewußt und absichtlich per Gesetz in Armut hält und per Bild-Zeitung sogar zu einer asozialen Untermenschenrasse hochstilisiert. Gerade in Deutschland läßt das häßliche Erinnerungen an die  Zeit von 1933-1945 hochkommen, wo ein „Führer“ der Welt schon mal zeigte, wie man mit unnützen Essern umgeht. Er hatte viele Sympathisanten in der Oberschicht der USA – und wahrscheinlich fanden auch viele seine Methoden recht praktikabel.

Leider können wir diesen Malthusianismus nicht völlig ins Archiv der menschlichen Verirrungen stellen, davon kündet ein aktueller Artikel in der TAZ.

In Kreisen der sogenannten Elite wird seit einiger Zeit ein posthumanitärer Mischmasch aus neomalthusianischen und neoliberalen Positionen zusammengerührt. Schon 1996 erklärte CNN-Gründer Ted Turner der Zeitschrift Audubon:„Eine Bevölkerung weltweit von 250 bis 300 Millionen Menschen, ein Rückgang um 95 Prozent, wäre ideal.“ Im Alter gnädiger geworden, bekannte er sich 2008 beim Philadelphia World Affairs Council zu dem Ziel, die Weltbevölkerung auf 2 Milliarden zu verringern.

Es gibt auch noch mehr Namen aus den Kreisen der Elite: da wird Bill Gates zitiert, russische Zeitungen mit Artikeln über „Länder mit überflüssiger Bevölkerung“ oder auch der US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney.

Wir sehen also: wir haben es nicht mit einem Phänomen der Vergangenheit zu tun, sondern mit einer akuten und aktuellen Bedrohung des demokratischen Rechtsstaates, der – wie bei einem Putsch so üblich – erstmal medial vorbereitet wird. In Deutschland übernimmt das dankbar und gerne die „Atlantikbrücke„, Kenner erinnern sich auch an Ausfälle in der Blödzeitung und anderen privaten Medien, die eine besondere Nähe zu den USA demonstrieren wollen, in England übernehmen diese Arbeit auch gerne Finanzminister, die aktuell Arbeitnehmern empfehlen, ihren Kündigungsschutz zu verkaufen (siehe Welt).

Für den Malthusianer ist der Sozialstaat eine Brutstätte unwerten Lebens, eines Lebens, dem die Natur gebietet, abzutreten.

Und wo die Natur die Kraft dazu nicht mehr hat, kommt eben der Förster.

Erinnern wir uns an das Wort, das die Geistesverfassung der Malthusianer beschrieb? „Besessen“ … das war es.

Völlig unabhängig davon, wie oft Malthus´ Thesen schon wiederlegt worden sind, führen sie ihren Privatkrieg zur Rettung der Welt (und vor allem: zur Rettung ihres Reichtums) weiter. Wäre es so weit hergeholt, wenn man gewisse irrationale politische Entwicklungen, die seit dem 11. September 2001 eingetreten sind, ursächlich jenen Extremisten zuschreibt, die eine Reduzierung der Weltbevölkerung um 95% wünschen? Menschen, die Macht und Einfluss haben sowie Geld im Überfluss – und eine gemeinsame politische-religiöse Überzeugung vom natürlichen Recht des finanziell Stärkeren?

Nochmal zurück zu dem Artikel der TAZ, der bezeichnenderweise „Die Überflüsssigen“ heißt.  Der Autor berichtet hier auch von persönlichen Erfahrungen:

Einige Tage später sprach ich mit einer Investmentbankerin, die mich süffisant fragte, wie ich denn meine sozialen und ökologischen Überzeugungen mit der Tatsache in Einklang bringe, dass es zu viele Menschen auf der Erde gebe.

Investmentbanker und ihre Ethik: das wäre ein ganz neues Thema, andererseits zeigt das gut, wie sehr dieses krankhafte Denken schon in der Gesellschaft vorgedrungen ist – und natürlich kann man den Überflüssigen bedenkenlos jeden Anlageramsch verkaufen: sie sind eh´ nur Abfall, Gammelfleisch, Biomüll – oder Giftmüll, bedenkt man, was die Pharmaindustrie alles in sie hineinstopft.

Die „anderen“, die nicht überflüssigen Menschen, die „Leistungsträger“, die „Säulen der Gesellschaft“, dürfen das. Sie sind per Definition gerade mal die Stärkeren – erst im Alter werden sie merken, das diese Illusion von Stärke sehr relativ war.

Für uns, als demokratische Gesellschaft, die sich per Grundgesetz der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte verpflichtet hat, ergeben sich aus den oben genannten Fakten ein paar Fragen:

Inwieweit ist die deutsche Presse schon von Agenten der Malthusianer unterwandert?

Inwieweit ist die Landschaft deutscher Arbeitgeber von Agenten der Malthusianer unterwandert?

Wer außer Schröder, Fischer, Clement und Müntefering ist noch von Agenten der Malthusianer beeinflusst worden?

Welche Gegenmaßnahmen unternehmen die deutschen Geheimdienste, um Einflüsse des malthusianischen Geistes auf die deutsche Gesellschaft abzuwehren?

Man wird um die Beantwortung dieser Fragen nicht herumkommen, wenn man den aktuellen Umbauprozess der bundesdeutschen Zivilgesellschaft in eine Sklavenhaltergesellschaft nach US-Vorbild stoppen will. Noch ist es Zeit dafür – wenn erst die Mehrheit der Deutschen erfährt, das ihre Medien, ihre Politik und ihre Wirtschaft schon längst von US-Geldern geflutet wird mit dem Ziel der kompletten Abschaffung der überflüssigen deutschen Gesellschaft, deren unvernünftige Sozialpolitik das mühsam am Leben erhält, was schon längst vergast gehört.

Das ist nicht persönlich gemeint: 95% der Weltbevölkerung sollen ebenfalls vergehen, um weiterhin eine Kultur zu ermöglichen, in der ein Mann wie Mitt Romney persönlich den gleichen Energieverbrauch hat wie eine Stadt in Afrika.

Sieht man die europäischen Aktivitäten von Goldman Sachs in diesem Lichte, wird verständlich, warum die überhaupt immer noch in der Welt agieren dürfen: wie McKinsey dürften sie einfach modernere Formen der Einflussnahme auf fremde Kulturen darstellen – die Zeiten, wo das CIA Gestalten wie Schröder, Clement, Fischer und Müntefering mit Maschinenpistolen und Tränengasgranaten ausgestattet hat, sind eindeutig vorbei. Heute gelten andere Gesetze, heute gibt es ganz andere Möglichkeiten, eine Gesellschaft zu unterwandern: Disney, Coka Cola und McDonalds stehen neben vielen anderen „Agenten“ stellvertretend für den weltweiten Export der malthusianischen Kultur – einer Kultur der gewollten Massenvernichtung. Hunger als Waffe wird aber auch schon gegen deutsche Arbeitslose bedenkenlos eingesetzt: selten zeigt sich die Degeneration einer Kultur so deutlich wie an diesem Tatbestand.

Im Prinzip haben wir es mit einer Wiedergeburt der faschistischen Kultur zu tun, der Geist des Adolf Hitler feiert in den USA neue Triumphe: der Begriff  „unwertes Leben“ hat wieder Hochkonjunktur, die „Leistungsträger der Kultur“ überschlagen sich in Maßnahmen zur Erzeugung beständig neuer überflüssiger Menschen – wie zum Beispiel Mitt Romney (nochmal aus der TAZ):

Als international erfolgreicher Geschäftemacher weiß er, dass es angesichts fortschreitender Globalisierung und Automatisierung unmöglich sein wird, für den allergrößten Teil dieser Menschen Arbeit zu schaffen (der von ihm gegründete Bain Capital Equity Fund schließt dieser Tage den profitablen Automobilzulieferer Sensada in Freeport, Illinois, um die Produktion nach China zu verlegen). Mit anderen Worten: diese Menschen sind überflüssig.

Früher waren arische Atribute gefragt,  heute zählt das Geld: ab einer Milliarde aufwärts gehört man zu den Gottmenschen der Moderne.

Als wüßten wir nicht aus der Geschichte, wie unermesslich schädlich diese Gottmenschen für die menschliche Gemeinschaft sind – deshalb waren sie ja lange Zeit auch abgeschafft … jedenfalls bis Hitler kam.

Jetzt werden sie in Serie produziert und merken kaum noch, das sie angesichts der ökologischen und ökonomischen Grenzen dieses Planeten die „Überflüssigen“ sind. Sie sind nicht nur „überflüssig“ – sie sind aus dieser Perspektive (die eigentlich ihre eigene ist) sogar echte Schädlinge.

Man kann sich ausrechnen, wie lange das noch gut geht.

Gar nicht.

 

 

 

 

 

 

 

Der Reiche als Feind der Menschheit: Details zur Apokalypse und möglichem Widerstand

Sonntag, 23.9.2012. Eifel. Eine ganz besonders liebe Freundin hat mir gestern einen Artikel geschickt. Ich nutze die Gelegenheit jetzt hier mal, um mich für die vielen Male zu entschuldigen, wo ich sie barsch am Telefon unterbrochen habe, weil ich keine Zeit hatte, ihr zuzuhören. Telefonate dauern bei mir oft viele Stunden - weil ich nicht nur erzählen, sondern auch zuhören kann. Samira ist einer der reichsten Menschen, die  ich in meinem Leben kennengelernt habe.  Sie wohnt in einem umgebauten Schweinestall, zu dem sie sich einen wunderschönen Garten geschaffen hat. Die Samen, die sie selber züchtet, kann sie im Ort gegen Demeterfleisch eintauschen (Kostenpunkt: 10 Euro für 500 g). Sie hat viel Zeit für sich, ihre Hobbys, ihre Mitmenschen und demonstriert tagtäglich, wie wenig Geld man braucht für ein glückliches, selbstbestimmtes und weitgehend unabhängiges Leben. Wäre schön, wenn alle Deutschen so leben könnten, leider gelingt es den Wenigsten, sich gegen die Flut von Vorschriften, Maßstäben, Handlungsanweisungen, freundlichen Empfehlungen und indirekten Richtlinien durchzusetzen, die die Medien in breitester Front tagtäglich als Euronorm für Deutschland durchsetzen: was man isst, wie man wohnt, wie man die Wände streicht, welche Möbel wie hingestellt werden, wie oft man sich wie und womit die Zähne putzt, wieviel man wiegen darf, wie man sich kleiden muß - die Liste der ungeschriebenen Lebensgesetze ist enorm lang und wird tagtäglich mehrfach in allen Medienformaten veröffentlicht ... bis es wirklich richtig sitzt.

Sonntag, 23.9.2012. Eifel. Eine ganz besonders liebe Freundin hat mir gestern einen Artikel geschickt. Ich nutze die Gelegenheit jetzt hier mal, um mich für die vielen Male zu entschuldigen, wo ich sie barsch am Telefon unterbrochen habe, weil ich keine Zeit hatte, ihr zuzuhören. Telefonate dauern bei mir oft viele Stunden – weil ich nicht nur erzählen, sondern auch zuhören kann. Samira ist einer der reichsten Menschen, die  ich in meinem Leben kennengelernt habe.  Sie wohnt in einem umgebauten Schweinestall, zu dem sie sich einen wunderschönen Garten geschaffen hat. Die Samen, die sie selber züchtet, kann sie im Ort gegen Demeterfleisch eintauschen (Kostenpunkt: 10 Euro für 500 g). Sie hat viel Zeit für sich, ihre Hobbys, ihre Mitmenschen und demonstriert tagtäglich, wie wenig Geld man braucht für ein glückliches, selbstbestimmtes und weitgehend unabhängiges Leben. Wäre schön, wenn alle Deutschen so leben könnten, leider gelingt es den Wenigsten, sich gegen die Flut von Vorschriften, Maßstäben, Handlungsanweisungen, freundlichen Empfehlungen und indirekten Richtlinien durchzusetzen, die die Medien in breitester Front tagtäglich als Euronorm für Deutschland durchsetzen: was man isst, wie man wohnt, wie man die Wände streicht, welche Möbel wie hingestellt werden, wie oft man sich wie und womit die Zähne putzt, wieviel man wiegen darf, wie man sich kleiden muß – die Liste der ungeschriebenen Lebensgesetze ist enorm lang und wird tagtäglich mehrfach in allen Medienformaten veröffentlicht … bis es wirklich richtig sitzt.

Nun: 2012 sitzt es enorm richtig und wir Menschen haben noch nicht mal gemerkt, das wir unter dem Banner der „Freiheit“ das reglementierteste Leben leben, das es je auf diesem Planeten gegeben hat.  Wir wundern uns gelegentlich, das sich das Leben um uns herum in reine Gülle verwandelt, aber niemand mehr den Mut besitzt, rein rational zu handeln und effektiven Widerstand zu leisten.  Würden wir einfach mal eine Liste jener Regeln erstellen, die uns daran hindern, so friedlich, sinnlich und bewusst zu leben, wie wir wollen, dann würden wir sehr schnell sehen: wir haben gar keinen Platz mehr für Widerstand: die Grenzen, die man leise und heimlich unsere Freiheit gesetzt hat, sind inzwischen so eng, das wir kaum noch Luft zum atmen haben.

Dabei gäbe es eigentlich allen Grund zum Widerstand. Wir müssten blitzschnell eine totale Kehrtwendung hinlegen, um die drohende Apokalypse noch zu stoppen.  Apokalypse? Ja, sämtliche apokalyptischen Reiter haben momentan Kurs auf Europa gesetzt – und wir wissen das. Hunger zum Beispiel. Er ist in breiter Front auf dem Vormarsch – gezielt von einigen Menschen beschworen. „Hunger“ versteht der neutestamentarische Mensch als Teuerung – und wer heute mal schnell Euro-Preise in DM umrechnet, weiß, das Teuerung uns fest im Griff hat – nicht nur bei Benzin, Strom und Wasser. Das ist im Prinzip ja nichts Schlimmes, so etwas geschieht halt mal im Leben – aber hier wird die Armut künstlich gezüchtet: die Regale sind voll, aber das Geld in den Taschen fehlt. Das horten nämlich Banken im Auftrag von Geldhortern, die ihren Reichtum oft genug mit Drogen- Menschen- und Waffenhandel gemacht haben … aber das gilt ja eigentlich für allen Reichtum in Europa, wenn man nur weit genug in der Geschichte zurückschaut.

Die Ausbreitung von Hunger (bzw. Armut) in Europa hat sogar etwas zutiefst teuflisches und enthält Elemente von purem Sadismus: immerhin steht der Leidende inmitten überquellenden Reichtums, darf sich Tag für Tag die Exzesse der Superreichen auf seinen eigenen Straßen anschauen und muss hilflos zusehen, wie immer mehr Luxusrentner mit ihren SUV´s den Rohstoffreichtum der Erde sinnlos verbrennen. Eigentlich müsste unsere Kultur den Armen und Arbeitslosen Schmerzensgeld zahlen – und schon hätten wir eine weitere Legitimation für ein ordentliches Bürgergeld. Eine kleine Entschuldigung für die höllischen Strafen, die wir unseren Mitbürgern Tag für Tag zumuten, in dem wir sie inmitten eines noch nie dagewesenen Überflusses bitterarm halten, sollte doch wohl möglich sein.

Es ist aber nicht nur Hunger, der sich breit macht: auch die Pest (im weiteren Sinne: die Krankheit) breitet sich in ungeheurer Geschwindigkeit aus – auch weil die Krankenkassen das Geld lieber behalten als für die Kranken ausgeben: nur so macht man ordentliche Gewinne. Wie ich sehe, ist mein Nachbar nicht allein mit dem Problem, das er sein Haus verkaufen musste, um die Medikamente für seinen Sohn bezahlen zu können, siehe Abendblatt:

Die heute acht Jahre alte Enkelin des Täters war mit einem Herzfehler zur Welt gekommen. Sie wurde mehrmals operiert. Die Krankenkasse zahle nicht für Therapien, die die Folgen der Krankheit und der Operationen lindern könnten, hieß es in einer Erklärung des Angeklagten, die sein Anwalt im Prozess verlas. Der Täter selbst habe nach einem Brand in seinem Möbelhandel 150 000 Euro Schulden.

Tja, das war es dann mit unserem Sozialstaat, der Hunger und Pest draußen halten sollte: die Reichen haben die apokalyptischen Reiter zu einem großen Festmal nach Deutschland eingeladen … und wir merken es noch nicht mal. Gut, das die Deutschen immer kranker werden – vor allem durch Depressionen – das merken wir schon. Das Gefühl von Unfreiheit und  Hilflosigkeit, während die höllischen Gesellen ungehindert durch die Straßen toben, hat schon seinen Preis: aber so sind halt die Gesetze des neuen apokalyptischen Zeitalters – wir helfen nicht mehr, wir schauen nur noch hilflos zu, weil wir die Welt nur noch durch den Bildschirm wahrnehmen und akzeptiert haben, das die Reichen und ihre Speichellecker die Armen zu bösen Untermenschen deklariert haben, die man ganz skrupellos entsorgen kann – und während wir tatenlos zuschauen, treiben wir uns selbst immer tiefer in die Depression – die menschliche und die wirtschaftliche.

Die Euthanasie läuft leise aber sicher. Die Uniformen der Killerbanden sind nicht mehr deutlich erkennbar (aber liegen finanziell immer im obersten Bereich, Hugo Boss verdient wieder gut an ihnen), ihre Methoden sind subtiler geworden – anstatt Gas droht „Entzug der Regelleistungen“, der nun auch augenscheinlich bei Kranken und nicht nur bei Arbeitslosen durchgezogen wird.

Auch der Tod – ein weiterer apokalyptischer Reiter – reitet wieder ungehindert durch Europa. Er steht nicht nur für das Sterben, sondern auch für Furcht und Niedergang. Ängste haben in dieser Zeit Hochkonjunktur – und auch ganz zurecht. Es ist ja nicht nur der Niedergang des Sozialstaates, den wir widerstandslos hinnehmen – auch die Demokratie spülen wir hemmungslos durchs Klo. Wir hatten ganz vergessen, das der demokratische Bürger auch ein Minimum an wirtschaftlicher Souveränität braucht, um demokratische Prozesse am Leben zu erhalten. Doch nicht nur unsere Ideale befinden sich im Niedergang, das Leben selbst ist in Gefahr.  Die Vergiftung aller unserer Lebensgrundlagen schreitet ständig weiter voran: Luft, Wasser, Erde, Nahrung werden zusehends zu gegen den Menschen gerichtete Waffen, Plastik, Antibiotika, Pestizide, Schwermetalle, Benzin und andere schöne Produkte von „Wissenschaft“ und „Wirtschaft“ sorgen in beständig steigendem Maße dafür, das der Mensch elendig dahinvegetieren und sein Leben in Angst und Schrecken verbringen muss, um zitternd auf die todsichere Diagnose „Krebs“ zu warten.

Natürlich darf der letzte der Reiter nicht fehlen, jener Schrecken, den wir schon vor hundert Jahren ausrotten wollten, als die europäischen Völker die längste Friedensperiode ihrer Geschichte durchlebt hatten: der Krieg. Er kommt seit zehn Jahren mit großer Gewalt wieder zurück in den deutschen Alltag – und vielleicht sogar bald mit ähnlich großer Gewalt wie 1914, wenn gewisse Entwicklungen nicht aufgehalten werden.

Das ist das Ergebnis von 100 Jahren Wissenschaft, Wirtschaft und Politik: die apokalyptischen Reiter sind wieder da – wider alle Vernunft, aller Rationalität, aller Menschlichkeit und allen Reichtums, den wie vor allem dem Frieden, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Brüderlichkeit der Menschen zu verdanken haben. Wären wir alle so unethische asoziale Bestien wie die Reichen, wären Räuberbanden die mächtigsten Organisationen im Land und wir hätten ein zivilisatorisches Niveau wie Somalia oder der Kongo, in dem Umverteilung von gehorteten Reichtümern schnell und unbürokratisch erfolgt – mit der Kalaschnikow als wichtigstem Werkzeug der Wirtschaft.

Nun, genau genommen sind es gerade Räuberbanden, die unser Land ausplündern: nichts anderes sind jene Netzwerke von Politik, Show-Business, Wirtschaft und Wissenschaft, die ihre Priviliegien dazu ausnutzen, an der Ausplünderung und Abschaffung des Volkes zu arbeiten … womit wir zu dem Artikel kommen, den mir die glückliche Samira freundlicherweise hat zukommen lassen, einem Artikel, der zeigt, das an dem Ersatz der Menschheit durch Maschinen nun auch in ganz neuen Dimensionen gezielt gearbeitet wird: jetzt ist es auch der Journalist, der durch Roboter verdrängt werden soll, siehe Le Monde diplomatique:

Die Sache entbehrt nicht der Ironie: Automatisierte Plattformen „verfassen“ jetzt Berichte über Firmen, die ihr Geld durch automatisierten Handel verdienen. Diese Berichte fließen wieder ins Finanzsystem ein und helfen den Algorithmen, noch lukrativere Geschäfte zu aufzuspüren. Es handelt sich also im Wesentlichen um Journalismus von Robotern für Roboter. Die Menschen behalten nur noch das Geld für sich.

Narrative Science ist nur eine von mehreren Firmen, die sich der Entwicklung von automatisierter journalistischer Software verschrieben hat. Solche Start-up-Unternehmen arbeiten vor allem in Nischenbereichen des Journalismus wie Sport, Finanzen oder Immobilien, wo Nachrichten meist demselben Grundmuster folgen und sich gewöhnlich um bestimmte Statistiken drehen. Doch seit Neuestem widmen sie sich auch noch politischer Berichterstattung.

Nun – nicht die Menschen behalten das Geld für sich, die Reichen behalten das Geld für sich. Sie entfesseln gezielt die apokalyptischen Reiter, um  ihren Reichtum vor dem Volk zu schützen und benutzen ihren Reichtum bewußt dazu, immer mehr Menschen (bzw. ihre Arbeitsplätze) gezielt durch Roboter zu ersetzen. Roboter streiken nicht, widersprechen nicht, werden nicht krank, brauchen keine Mittagspause, müssen nicht aufs Klo und kennen auch keine ethischen Prinzipien.

Mitten vor unseren Augen nimmt eine Hollywood-Horrorphantasie Gestalt an: der Mensch wird durch die Maschine verdrängt – Pardon, nicht durch die Maschine, sondern durch den Reichen, der immer mehr seiner Speichellecker durch Maschinen ersetzt. Der Reiche verseucht und verpestet die ganze  Erde mit seinen Giften, raubt ihre Ressourcen, arbeitet gezielt an der Verdrängung der Menschheit (und gleichzeitig an ihrer Ausrottung) … und wir lassen uns das alles gefallen. Bald werden Roboter komplett die vierte Macht übernehmen – und dann ist es nur noch ein kleiner Schritt, bis auch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Polizeigewalt von Maschinen ausgeübt werden, weil der Mensch einfach zu teuer geworden ist.

Dabei haben wir gerade eine Riesenchance … direkt vor unserer Nase. Der Spiegel berichtet in seinem Artikel über den Armutsbericht der Bundesregierung darüber:

Gleichzeitig ist die Zustimmung der Deutschen zu staatlichen Maßnahmen, um Einkommensunterschiede zu verringern, deutlich gestiegen: Vor zehn Jahren war nur gut die Hälfte der Deutschen dafür, ein Viertel lehnte dergleichen ab – 2010 befürworteten schon zwei Drittel entsprechende Eingriffe, und nur noch 15 Prozent waren dagegen.

Selbst die Millionäre in Deutschland verlieren an Substanz gegenüber den Supervermögen, die immer mehr Geld ansaugen, das der Menschheit insgesamt dann fehlt. Schauen wir uns doch die Perversionen mal an, die „die Märkte“ (und die Roboter, die in ihnen agieren) zu den Herren des Universums machen. Pimco zum Beispiel (ein Unternehmen der deutschen Allianzgruppe) spielt mit 1400 Milliarden Dollar herum (siehe Welt). Das ist Geld, das die Reichen nicht brauchen, weshalb sie es irgendwo anlegen wollen. Nehme man das Geld der Allianz weg und würde es den europäischen Staaten geben, würden wir die apokalyptischen Reiter schnell wieder dahinjagen können, wo sie hingehören: ins Reich der Mythen und Märchen – weit fort von unserem Alltag.

Und das ist nur einer von vielen „Vermögensverwaltern“.

Wir wissen genau, was mit einem Herzen geschieht, das unregelmäßig durchblutet wird: es erleidet einen Infarkt, der Mensch stirbt oft genug daran. Fragen Sie mal Ihren Kardiologen: viele Bereiche des Herzens sind dabei überversorgt – und diese Überversorgung zieht den schwachen Zellen das letzte Blut ab. Diabetiker kennen das aus ganz anderer Perspektive: ihnen faulen die Füße weg, wenn das Blut nicht mehr unten ankommt. Auch hier stirbt letztlich der ganze Mensch – es sei denn, er lässt sich wie ein Bekannter von mir den Fuß abschneiden (Paralellen zur aktuellen Gesundheits- und Sozialpolitik sind hier vielleicht gar nicht mal zufällig).  Er war allerdings Arzt und wusste, das er nicht mehr lange leben würde, wenn er nicht zu einschneidenden Maßnahmen bereit wäre, genauso wußte er aber, das nicht der tote Fuß das Problem war.

Geld – ist das Blut unseres Wirtschaftskreislaufes. Verteilen wir es ungleichmässig, stirbt die Volkswirtschaft – mit tödlicher Sicherheit. Man muss kein Kommunist sein, um dies zu merken – eine medizinische Grundausbildung reicht schon.

Zwei Drittel der Bürger sind für die notwendigen Eingriffe zur Rettung der Volkswirtschaft, für dringend notwendige Operationen zur Verhinderung der Apokalypse – doch seltsamerweise kommt ihre Meinung in der Demokratie nicht oben an. Das ist kein Wunder, wenn man sich unsere Volksvertreter anschaut, siehe Welt:

Was fährt er denn auch Porsche? „Kollegen raten mir schon länger, das Auto in der Garage stehen zu lassen“, sagt der EU-Abgeordnete Miroslav Ouzky. Er sah nie einen Grund dafür, seinen Cayenne zu verstecken, ebenso wenig wie die Taucheruhr italienischen Fabrikats am Handgelenk.

Der Reiche hat schon längst dafür gesorgt, das sämtliche demokratischen Organisationen von ihm durchdrungen werden: wie eine Seuche, eine Pest hat er alle Ebenen der Macht infiziert – und infiziert beständig weiter. Sein Denken, seine Macht, sein Lebensstil gleicht auch eher einer Religion als einer wirtschaftlichen Kaste: es sind Gläubige, die er sich heranzüchtet, sobald sie Ämter bekleiden. Man erkennt sie am Auto, an den Uhren und – der Kenner weiß das – vor allem an den Schuhen und den Knopflöchern im Anzug.

Wir sehen ihren Einfluss Tag für Tag – und wundern uns auch gar nicht mehr, das der „Sozialist“ Hollande so schnell und unkompliziert im Geheimen mit seiner „Angela“ kungelt (siehe Handelsblatt) und so gezielt an einem Europa der Porschfahrer arbeitet – obwohl seine Wähler etwas anderes wollten.

Was können wir nun konkret tun? Erste Schritte zur Lösung sind einfach, wenn man das Problem kennt – leider kennen viele das Problem nicht. Man braucht also zuerst die Herrschaft über die Medien: Radio, Zeitung, Fernsehen. Jeder Revolutionär besetzt zuerst die Rundfunkstationen – die Reichen haben das bei ihrem Putsch ebenso gehandhabt. Dabei wären sogar marktwirtschaftliche Prinzipien nutzbar: einfach ein Medium (oder besser: viele) schaffen, das nicht die Meinung der Reichen vervielfältigt, sondern die Meinung jener, die die Apokalypse aufhalten wollen. Lesen die zwei Drittel, die sich gegen den tobenden Wahnsinn stemmen wollen, nicht mehr in den Propagandablättchen der Reichen, bekommt man (neben einem Leben mit plötzlich überraschend wenigen Regeln) auch schnell durch Parteigründung die notwendigen zwei-Drittel-Mehrheiten im Parlament – und kann die Marktwirtschaft wieder auf einen gesunden Weg zurückführen, der nicht zwangsläufig in einer Apokalypse endet. Man muss jedoch sorgfältigst darauf achten, das es keinerlei Berührungen der neuen Mandatsträger mit den alten Reichen gibt – keine gemeinsamen Essen, keine gemeinsamen Besuche von Kunstaustellungen, keine Wanderungen, keine Gespräche, keine Kungeleien und vor allem keine „Freundschaften“.

Der Reiche als Funktion muss zu jenem geächteten Feind werden, der er auch letztendlich für die ganze wunderbare Welt ist. Zu jenen Schmarotzern und Parasiten, die tagtäglich an unsere Vergiftung, Verarmung und Auslöschung arbeiten, darf es keinen Kontakt geben … wir werden uns dazu durchringen müssen, ihnen notfalls die Bürgerrechte zu entziehen, wenn sie mit ihrem Krieg gegen die Armen (der in der Zeit oder der Süddeutschen schon öffentlich diskutiert wird) nicht aufhören wollen.

Und das ist das, was uns allen klar werden muss: der Reiche will nicht nur unser Geld,  er will unsere Vernichtung und nimmt dafür billigend die Zerstörung der ganzen Welt in Kauf … einer Welt, die er dann für sich aus Samentresoren ganz neu erschaffen kann – und anhand der Existenz dieser Tresore sieht man, wie ernst ihm das mit der Auslöschung ist.

Wir müssen jedoch aufpassen, das wir den Reichen als Menschen nicht genau so behandeln wie er uns: schnell würden wir uns eine neue Kaste von unmenschlichen asozialen Ungeheuern züchten, wenn wir ihre Unethik ebenfalls übernehmen.

Was hindert uns eigentlich daran, damit sofort morgen anzufangen?

Auch hier ist die Antwort leicht: wir haben kein Geld, keine Zeit – und zu viele Depressionen.

Aber auch hier ist die Lösung schon in der Beschreibung des Problems enthalten…. und zur Not kann man einfach mal Samira fragen.

(Geschrieben von Eifelphilosoph am 23.9.2012 unter mehrstündiger Belagerung durch ein gelangweiltes  fünfjähriges Kindes, das Eisenbahnvideos gucken will).

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum die Menschheit ausgerottet gehört – und ausgerottet wird. Über Elite und Gemüse.

Samstag, 15.9.2012. Eifel. Seltsame Gefühle treiben mich derzeit um. Das erste mal in meinem 52-jährigen Leben trauere ich um den scheidenden Sommer - so als ob es der letzte Sommer der Menschheit gewesen wäre. Und vor allem: was war das für ein Sommer! Keine einzige Kirsche war zu ernten - und kein Mückenstich zu verzeichnen. Nun, das mit den Mücken war vorherzusehen, die Welt hatte dies schon im Januar angekündigt: der laue Winter sollte dafür verantwortlich sein. Aber was war mit den anderen lästigen Insekten, die uns hier auf dem Land (mit Schafen, Ziegen, Pferden und Kühen in direkter Nachbarschaft) Jahr für Jahr plagen? Keine Bremsen, keine Marienkäfer, eine einzige Zecke - und trotz 5000 Kilometer Fahrstrecke mit dem PKW kaum Insektenreste auf dem Auto. Gut, das erspart die gründliche Wäsche - aber lässt einen etwas nachdenklich zurück. Schon als Kind dachte ich: was würde eigentlich die arrogante, eingebildete und von der eigenen grenzenlosen Überlegenheit völlig überzeugte Menschheit machen, wenn die Natur ... mal einen Tag durchschläft, wenn im Frühjahr einfach mal nichts blüht? Genau genommen ... wissen wir gar nicht, was Pflanzen eigentlich dazu bringt, jedes Jahr wieder aus dem Winterschlaf zu erwachen und für das Überleben der gesamten Tierwelt zu sorgen - uns eingeschlossen. Wir können einige Prozesse mit Begriffen aus unseren Theorien über Chemie beschreiben - was aber genau genommen nur den Beweischarakter von Verschwörungstheorien hat.  In den neunziger Jahren gab es eine Fernsehserie, die erstaunliche Dinge über das geheime Leben der Pflanzen zutage förderte: Erkenntnisse über ihre Wahrnehmungen, Empfindungen und über viele unerklärliche Wunder des Pflanzenreiches. Es mag sein, das es in hundert Jahren einmal ein so mutiges Werk über das Prekariat der Menschheit gibt, in dem man auch hier - zur Überraschung aller - feststellt, das die unnützen Esser in der Tat Gefühle hatten, bewusst kommunizieren und erstaunliche Intelligenz vortäuschen konnten. Nehme ich aktuelle Verschwörungstheorien ernst, dann wird es dann aber kein Prekariat mehr geben - die Bosse haben beschlossen, uns auszurotten (siehe Politaia.org).

Samstag, 15.9.2012. Eifel. Seltsame Gefühle treiben mich derzeit um. Das erste mal in meinem 52-jährigen Leben trauere ich um den scheidenden Sommer – so als ob es der letzte Sommer der Menschheit gewesen wäre. Und vor allem: was war das für ein Sommer! Keine einzige Kirsche war zu ernten – und kein Mückenstich zu verzeichnen. Nun, das mit den Mücken war vorherzusehen, die Welt hatte dies schon im Januar angekündigt: der laue Winter sollte dafür verantwortlich sein. Aber was war mit den anderen lästigen Insekten, die uns hier auf dem Land (mit Schafen, Ziegen, Pferden und Kühen in direkter Nachbarschaft) Jahr für Jahr plagen? Keine Bremsen, keine Marienkäfer, eine einzige Zecke – und trotz 5000 Kilometer Fahrstrecke mit dem PKW kaum Insektenreste auf dem Auto. Gut, das erspart die gründliche Wäsche – aber lässt einen etwas nachdenklich zurück. Schon als Kind dachte ich: was würde eigentlich die arrogante, eingebildete und von der eigenen grenzenlosen Überlegenheit völlig überzeugte Menschheit machen, wenn die Natur …  mal einen Tag durchschläft, wenn im Frühjahr einfach mal nichts blüht? Genau genommen … wissen wir gar nicht, was Pflanzen eigentlich dazu bringt, jedes Jahr wieder aus dem Winterschlaf zu erwachen und für das Überleben der gesamten Tierwelt zu sorgen – uns eingeschlossen. Wir können einige Prozesse mit Begriffen aus unseren Theorien über Chemie beschreiben – was aber genau genommen nur den Beweischarakter von Verschwörungstheorien hat.  In den neunziger Jahren gab es eine Fernsehserie, die erstaunliche Dinge über das geheime Leben der Pflanzen zutage förderte: Erkenntnisse über ihre Wahrnehmungen, Empfindungen und über viele unerklärliche Wunder des Pflanzenreiches. Es mag sein, das es in hundert Jahren einmal ein so mutiges Werk über das Prekariat der Menschheit gibt, in dem man auch hier – zur Überraschung aller – feststellt, das die unnützen Esser in der Tat Gefühle hatten, bewusst kommunizieren und erstaunliche Intelligenz aufweisen konnten. Nehme ich aktuelle Verschwörungstheorien ernst, dann wird es dann aber kein Prekariat mehr geben – die Bosse haben beschlossen, uns auszurotten (siehe Politaia.org).

Diesen Theorien stehen wir Menschen in aller Regel sehr ungläubig  gegenüber – und doch gibt es eine unbekannte (aber einflussreiche) Gruppe von Menschen, die offensichtlich schon eine Obergrenze für menschenwürdiges Leben auf diesem Planeten festgesetzt hat: die Georgia Guidestones nennen hier 500 Millionen als das absolute Maximum. Was mit den anderen 6,5 Milliarden geschehen soll, überlassen sie allerdings der Phantasie der Bewunderer dieses Ökomanifests.

Natürlich ist der Massenmord an 6,5 Milliarden Menschen für uns undenkbar, er würde jeder den Deutschen in den letzten Jahrzehnten mühsam anerzogenen Menschenfreundlichkeit diametral widersprechen – und wenn ich mich auf meinen Wanderungen durch die Medienwelt so umschaue, so scheinen mir die Exzesse des Dritten Reiches in Deutschland mehr und mehr in den Bereich der Phantasie zu wandern denn in den Bereich konkret ausgelebter Weltanschauung: so unglaublich sind die Vorfälle der Zeit von 1933-1945, das allein Hollywood ihnen eine angemessene Heimat geben kann – mit deutschen und österreischischen Schauspielern in den Hauptrollen.

Was war dort geschehen?

Eine Gruppe von Menschen hatte Theorien gebildet, die dem Verhältnis der Menschheit zur Pflanzenwelt entsprachen. „Mensch“ war der blonde, blauäugige Arier mit einer überlegenen genetischen Ausstattung, „Pflanze“ war der Jude, der Kommunist, der Zigeuner, der Christ, der „Andere“, der auch gerne mal der Nachbar sein konnte, dessen Frau/Auto/Haus/Grundstück/Vermögen der Parteibonze/Goldfasan (wie der Volksmund die damaligen „Leistungsträger“ nannte) gerne haben wollte.

Das System funktionierte toll, Berge von Goldzähnen machten aus armen Ariern reiche Stützen der Gesellschaft, wer nicht Arier war, konnte sich leicht in das Seelenleben einer Pflanze hineindenken: in jenen Zustand, wo man nur noch als materielle Substanz nützlich ist aber nicht mehr als Lebewesen gewürdigt wird.

Auch heute bildet eine Gruppe von Menschen Theorien über ihre eigenen Überlegenheit: ein „leadership-Gen“ teilt die neoliberal traktierte Menschheit in „gut“ und „böse“, in „wertvoll“ und „Ramsch“, in „Wolf“ und „Schaf“, in „oben“ und „unten“.

Ihre Argumente sind durchaus plausibel, denn wie es aussieht, arbeiten wir Normalschafe sowieso nur an unserer eigenen Vernichtung. Es ist ja nicht mehr die Frage, „ob“ die Welt untergeht, sondern nur noch „wie“. Werden wir an Plastik ersticken – oder ausgerottet, weil irgendwann eine zufällig in die menschliche Gensequenz eingeschleuste Plastikinformation unsere Fähigkeit Kinder zu bekommen eliminiert? Oder werden wir ausgerottet, weil die Klimakatastrophe den Planeten in einen für Säugetiere unbewohnbaren Staubklotz verwandelt? Schaffen wir es vielleicht doch noch, die große atomare Konfrontation zwischen China/Russland und den USA zu arrangieren? Immerhin arbeitet man gerade gezielt an Krisenherden (siehe z.B. Stern), die letztlich – wenn sie nicht gelöscht werden – den Einsatz deutscher Soldaten im Pazifik möglich machen, wenn wir im Rahmen der Nato-Verpflichtungen den USA zur Hilfe kommen müssen, die angegriffen wurden, als sie den Japanern beistanden.

Undenkbar? Wir sind schon wegen weniger in andere Länder einmarschiert.

Und der Rest? Wird uns doch Tag für Tag gepredigt. Das der „american way of life“ mit Einfamilienhaus, Zweitwagen, Swimming-Pool und jährlich wechselnden Komplettmöblierungen den Planeten in eine Mülldeponie verwandelt, ist doch heute jedem Deutschen klar: darum haben wir doch die gelben Tonnen vor jeder Haustür und verzichten mannhaft auf den Gebrauch von Bierdosen. Was wir dabei nur übersehen: jener „way of life“ ist der Hauptmotor der „Konjunkturlokomotive“ Amerika, siehe FTD:

Knapp zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung entfallen auf den Konsum. Ein ungewöhnlich hoher Wert. Mit der Ausgabenfreude der Verbraucher steht und fällt damit die Wachstumsdynamik in den USA.

Nur wenn der US-Konsument weiter fleissig an der Zumüllung des Planeten arbeitet, können wir die Weltwirtschaft retten.

Wenn der US-Konsument aber weiter fleißig an der Zumüllung des Planeten arbeitet (und Inder, Brasilianer und Chinesen ihm gleich tun), dann brauchen wir mehrere neue Planeten, die die Ressourcen für den „american-way-of-life“ liefern – und eine neue Heimat. Laut Stern sind wir Deutschen (Stand: 2011) immerhin noch auf Platz 6 der schlimmsten Klimasünder der Welt, in Deutschland selbst ganz vorne mit dabei: NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), dessen 450-PS-Audi satte 20 Liter Sprit auf 100 Kilometer verbraucht (siehe Der Westen). So etwas kann man sich nur gönnen, wenn man bereit ist, hemmungslos auf die Lebensarbeitsleistung seiner Mitmenschen zuzugreifen und die Zukunft der Kinder gerne für einen steuerfinanzierten Geschwindigkeitsrausch auf der Autobahn verheizt.

Aktuell verbrauchen wir die Ressourcen von 1,5 Planeten – ab 2050 brauchen wir einen kompletten zweiten Planeten dazu (siehe Foodprintnetwork), der uns hilft, Ressourcen in Müll zu verwandeln. Der Wirtschaft geht es dann allerdings gut, wir werden eine ganze Reihe von theoretischen Werten auf den Konten haben – nur Güter wie Luft, Wasser und Nahrung werden etwas knapper werden – aber wer braucht das schon, wenn man Geld hat?

Frecherweise würde ich behaupten, das ein Großteil der Wissenschaftler, die den aktuellen Umweltdaten folgen, logischerweise einen rabiaten Abbau der Weltbevölkerung begrüßen werden … und ich denke auch, ein Großteil der moralinsauren Bundesbürger werden betreten wegschauen, wenn eine Bevölkerungsreduktion außerhalb Europas den eigenen überdimensionierten Lebensstil sichert: als Reichsbürger haben sie es schon mal getan und seit Hartz IV gibt es kaum einen Grund anzunehmen, das sich hier an der Grundeinstellung etwas geändert hat – oder ist es etwa übertrieben, zu behaupten, das die Menschen in Deutschland zum überwiegenden Teil weggeschaut haben, als Millionen ihrer Mitbürger zu menschlichem Unkraut degradiert wurden, zu nutzlosen Essern und „Parasiten“ (so SPD-Minister Clement, Parteigenosse der steuerfinanzierten „Umweltsau“ Jäger) und als Millionen von Kindern die Zukunft genommen wurde, als sie per Gesetz zu sozialem Abschaum deklariert wurden, der in Deutschland nie wieder eine Zukunft haben wird (siehe OECD-Bericht im Spiegel)? Nebenbei bemerkt – diese Entwicklung setzt sich aktuell in Spanien fort, siehe FAZ.

Das war – jedenfalls für pingelige Philosophen, die eher nach Prinzipien messen denn nach Parteipropaganda – ein großer Schritt … ein Schritt, der jetzt aktuell in größerem Maßstab nachgemacht wird, siehe Welt: 13-Stunden Tage, sechsmal in der Woche bis zum 67. Lebensjahr (natürlich bei sinkenden Stundenlöhnen) sollen Griechenland in ein Arbeitgeberparadies verwandeln, in das die deutsche Wirtschaft dann hemmungslos ihre Produktion verlegen wird … wenn der Deutsche nicht mitzieht. Wir kennen das Prinzip schon: die Agenda 2010 hat den deutschen Sozialstaat in ein Leiharbeitsparadies verwandelt, in dem jeder, der nur skrupellos genug ist, an der Arbeitskraft der Arbeitslosen super verdienen kann und dabei noch die Rendite der Superreichen fördert und jeder, der sich nicht verleihen möchte, mit der kompletten Streichung des Regelsatzes rechnen muss – was derweil schon zu ersten Hungertoten im eigentlich sehr reichen Deutschland geführt hat.

So gingen wir früher nur mit Nutzpflanzen auf dem Feld um – aber wir gewöhnen uns von Jahr zu Jahr mehr daran, das das auch mit Menschen (den „Kosten auf zwei Beinen“, die „nicht essen sollen, wenn sie nicht arbeiten“) geht, was zur Zunahme solcher hirnloser Eskapaden führt, die der Schraubenfabrikant Würth aktuell aufführt (siehe z.B. Spiegel): völlig abgehoben von jeglicher Normalität des bundesdeutschen Berufsalltages will er seine Aussendienstler nun ab 7.30 beim Kunden sehen – sonst droht Kündigung -, freuen wir uns also in Zukunft auf Würth-Mitarbeiter, die stundenlang auf Parkplätzen lagern, während ihre Kundern erst ab 9.00 ihre Geschäfte öffnen. Man fragt sich, was droht, wenn dieser Rüffel keine Erfolg hat – sollen die dann in Zukunft vielleicht schon ab 6 Uhr vor verschlossenen Türen stehen anstatt erst ab 8 Uhr?

Man schüttelt nur den Kopf über die Irrationalität solcher Provinzfürsten … und doch ist dies nur ein aktuelles Beispiel dafür, wie weltfremd aber siegessicher sich unsere „Elite“ gebärdet.

Und von diesen Menschen erwarten wir ernsthaft die Rettung der Welt – für alle?

Auch für Arbeitslose, Frührentner, Zigeuner, Schwule, Juden, faule Säcke und nutzlose Esser?

Undenkbar – erst recht in Zeiten, wo der Moslem an sich ebenfalls in die Kategorie „Unkraut“ fällt – mit zu erwartenden Folgen auch für deutsche Botschaften (siehe Welt).

Eher kann man erwarten, das die Elite (mit besten ökologischen Argumenten ausgestattet) mit einem mutigen Schnitt, einer beispiellosen Amputation dafür sorgen wird, das das Unkraut vom Feld verschwindet.  So denkt die Elite – und der deutschte Schraubenkönig demonstriert dies ungeniert in aller Öffentlichkeit. Sie werden sich sogar als Helden fühlen, als Menschen, die mit einer schier übermenschlichen Kraftanstrengung schmerzliche aber notwendige Einschnitte vornehmen mussten, um das Überleben der ganzen Menschheit zu sichern: Statuen, Gedenktage und Orden werden den „Rettern der Menschheit“ sicher  sein, die sprachlichen Muster, die dann angewandt werden, sind im Faschismus ausprobiert worden, finden aktuell bei jeder Sozialkürzung Verwendung und gehören zum Standardvokabular der Euroretter, wenn sie von ihren „alternativlosen Einschnitten“ fabulieren.

Es ist somit nach der betriebswirtschaftlichen Logik des Marktes nicht die Frage, ob es eine Bevölkerungsreduktion gibt, sondern nur, wann sie in die heiße Phase eintritt und wen es zuerst trifft.

Zu ungeheuerlich?

Illustrieren wir die aktuellen Ungeheuerlichkeiten anhand eines weiteren Beispiels, das fast für eine Unzahl von Kältetoten in Deutschland gesorgt hätte – oder noch sorgen wird: laut Handelsblatt wollen führende Stromversorger ihre Kraftwerke abschalten – mit möglichen katastrophalen Folgen für die Stromversorgung Deutschlands im kommenden Winter. Ohne Strom werden viele Ölheizungen nicht laufen, viele Arme werden sich keine Alternativen erlauben können und bei entsprechenden Temperaturen einfach eingehen. So etwas nimmt die deutsche Wirtschaft im Jahre 2012 ernsthaft in Kauf – weil sie zu wenig Gewinne macht.

„Ausdrücklich: Ich denke nicht daran, den Außendienst abzuschaffen, appelliere aber an Sie alle, die Geduld der Zentrale nicht zu überfordern.“

So wird der Schraubenkönig im oben genannten Spiegelartikel zitiert.

Ausdrücklich: Wir denken nicht daran, den Sozialstaat abzuschaffen, appellieren aber an Sie alle, die Geduld der Regierung nicht zu überfordern“ – das ist die politische Botschaft der Agenda 2010, die sich nun europaweit durchsetzt.

Ausdrücklich: Wir denke nicht daran, den Menschen abzuschaffen, appellieren aber an alle, die Geduld der Elite der Entscheidungsträger  nicht zu überfordern“ – so mag die Botschaft der Zukunft aussehen – und mehrheitlich würden wir uns der betriebswirtschaftlichen Logik dieses Denkens Widerspruchslos anschließen.

So gesehen … ist es nicht unglaublich, das die Elite die Menschheit ausrotten will, sondern eher, das sie es noch nicht getan haben.

Gründe dafür gäbe es genug.

Was hätten wir aber für eine Menschheit werden können, wenn wir die Botschaft über das „geheime Leben der Pflanzen“ in den neunziger Jahren verinnerlicht und ein partnerschaftliches Verhältnis zum Gemüse aufgebaut hätten: wir wären fern von jeder Sozialreform und überrascht, wieviel empfindungsfähiges Leben es wirklich auf diesem Planeten gibt …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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