ESM

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ESM

Anders ausgedrückt: Der Europäische Stabilitäts Mechanismus

Und wieder verabschiedet die EU in Brüssel ein Gesetz, von dem der Bürger nichts mitbekommt. Wieso? Warum? Nun…

Der ESM soll, in Verbindung mit dem Fiskalpakt, ärmeren Ländern und sogenannten Schuldenstaaten der Eurozone finanzielle Hilfen gewähren, damit die betroffenen Länder und deren Bevölkerung wieder auf einer starken Wirtschaft aufbauen, und somit auf ein besseres Leben hoffen können. Die Länder der Eurozone sollen sich gegenseitig dabei helfen.

So weit so gut.

Der ESM wurde auf schwindelerregend viele Milliarden Euro festgesetzt, wird jedoch ständig erhöht. Der ESM wird durch die Steuergelder der Völker Europas finanziert. Ausschließlich! Deutschland muss den größten Teil bezahlen, da Deutschland das Land mit den meisten Einwohnern ist und eine starke Mittelschicht hat. Wenn ein Land also in finanziellen Schwierigkeiten steckt, müssen die Mitgliedsstaaten der EU binnen 7 Tagen einen geforderten Betrag an das fordernde Land zahlen. Zahlt ein Land nicht, werden zusätzliche Geldforderungen fällig. Daher die ständige Erhöhung der ESM-Obergrenze.

Welches Land nun ein forderndes Land ist, legt die EU in Brüssel fest.

Hierbei geht es aber nicht um die Rettung der Menschen vor Ort. Ganz im Gegenteil. Unsere Steuern werden Jahr für Jahr erhöht, damit sich die Banken die Gelder hin und her schieben können. Hier werden also Banken gerettet, Schwarzgeldkonten aufgestockt und Kriege bezahlt. Mit unseren Steuergeldern.

Das ganze wird dann „Rettungsschirm“ genannt. Und natürlich: wer will nicht andere Menschen retten, oder ihnen „Stabilität“ bieten? Das sind die beiden Vokabeln mit denen der Bürger ruhig gestellt wird: Rettung & Stabilität. Wer dagegen spricht kann ja nur ein Nazi sein. Aber schauen wir doch mal in die betroffenen, stabilisierten Länder.

In Griechenland haben mittlerweile über 2.000 Menschen Selbstmord begangen.

Die meisten dieser Selbstmorde geschehen dadurch, das die Menschen sich von den Klippen stürzen und dann als Leiche Tage später an Land gespült werden.

Auch die griechische Bevölkerung ist also so apathisch, das das alles geschehen kann. Kaum einer hilft dem anderen, alle schauen nur auf sich. Das dieses Szenario sich schnell auf andere Länder ausbreiten kann brauche ich nicht zu erwähnen. Denn auch wir sind so teilnahmslos, das uns auch der Tod der Nachbarn nichts ausmacht. Denn wir haben keine Zeit uns Sorgen zu machen. Die meisten Europäer denken und handeln nicht, sie sind manipuliert durch die Medien. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Griechenland bei knapp 60%. Der rechte Mopp steht verstärkt auf der Straße… aber das ist längst nicht alles. Und das ist nur Griechenland.

Die Jugendarbeitslosigkeit steigt in beinahe allen europäischen Ländern rapide an, lediglich in Deutschland bleibt die Quote kontinuierlich unter 10%. Ich Folge daraus, das Deutschland absichtlich am laufen gehalten wird, eben weil Deutschland mit seinen Steuergeldern die meisten Gelder an die Banken und deren gierige Manager überweist. Treudoof. Teilnahmslos.

Ach ja, die Manager: Die Herren, welche in Brüssel unsere Gelder verzocken, wurden NICHT gewählt und genießen umfassende, gerichtliche Immunität. Kein Gesetz, keine Instanz ja nicht einmal ein Staat darf sich in die Machenschaften der ESM-Generäle einmischen. Dies ist die faktische Erschaffung einer Finanzdiktatur wie sie es noch nie in der Geschichte gegeben hat. Wo sind die Medien die über diesen Skandal berichten? Es gibt zwar eine Pressefreiheit, nur leider ist die Presse nicht frei. War sie noch nie, wird sie niemals sein.

Was soll das also? Sollen hier einfach nur ein paar gierige Kapitalisten befriedigt werden und Waffen ins Ausland geschoben werden? Nee, glaub ich nicht. Hier geht es noch um viel größere Dinge. Hier geht es um Destabilisierung ganzer Nationen und derer Bevölkerungen. Völker werden gegenseitig aufeinander gehetzt. Die Griechen mögen die Deutschen angeblich nicht mehr so sehr. Wen wunderts.

Und das ist alles politisch gewollt. Armut. Völkerhass. Selbstmorde.

Arbeitslosigkeit. Menschen spalten. Meinungen verhärten u.v.m. ist die direkte Folge des ESM. Wir schieben Hass auf Ausländer bzw. Flüchtlinge und verstehen gar nicht, das wir mit unseren Steuergeldern dieses Elend auslösen. Irland ist für immer verschuldet. Diesem kleinen Land wurde kurzfristig eine finanzielle Bürde auferlegt von dem sich die irische Bevölkerung nie wieder erholen wird.

Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und viele Länder mehr spüren bereits die Veränderungen. Demonstrationen werden blutig zerschlagen oder gar nicht erst zugelassen. Angela Merkel stellt sich vor die Kamera und spricht die Worte „Stabilität“ und „Rettung“. Tja und das war´s dann. Der deutsche Arbeiter hat genug mit sich selbst zu tun. Und diejenigen, die auf diese Finanzdiktatur hinweisen werden als Spinner und Extreme abgewatscht. Ich merke es jeden Tag in meinem Freundeskreis. Über so was redet man nicht. Nicht in Europa, denn wir wurden nach dem zweiten Weltkrieg umerzogen. Weich und lieb sein. Keine Kritik üben. Arbeiten und die Klappe halten. Ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell für die ESM-Verbrecher.

Und es wird noch viel schlimmer

Der Breidi

Enteignung Deutschlands beschlossen – Bundestag war sehr fröhlich

Freitag, 14.6.2013. Eifel. Wahnsinn, oder? Jetzt hätten wir dieses brisante Datum doch fast verpennt. Viel zu sagen gibt es sowieso nicht dazu – jedenfalls nicht von mir.

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten informieren umfassend über diesen Tag – in einem lesenswerten und humorvollen Artikel, der insgesamt mehr über unsere Demokratie aussagt, als man eigentlich wirklich wissen möchte.

Der Bundestag hat die komplette Bankenaufsicht über die großen europäischen Banken an die EZB übertragen. Anstatt sich jedoch ernsthaft mit der historischen Weichenstellung zu befassen, funktionierten die Abgeordneten das Plenum zu einer locker-entspannten Abschieds-Veranstaltung für einen beliebten Kollegen um. Auf dem geselligen Club-Abend wurde dem deutschen Steuerzahler die Verfügungsgewalt über 135 Milliarden Euro entzogen.

Es geht natürlich eigentlich nicht um die 135 Milliarden Euro, die wir so nebenbei aus der Portokasse bezahlen. Es geht im Kern um drei Billionen – das sind 3000 Milliarden – Euro, mit denen der deutsche Steuerzahler und seine europäischen Kollegen Privatbanken in Spanien retten sollen … aber das ist jetzt noch geheim. Im Laufe dieses und des nächsten Jahres werden wir mehr dazu erfahren.

Geheim scheint auch dieser Beschluss gewesen zu sein, denn in den Unterlagen zur 246 Sitzung des Deutschen Bundestages am 13.6.2013 finde ich dazu nichts in der Tagesordnung. 

Aber was hat ein einfacher Bürger wie ich auch schon in der Tagesordnung des Bundestages herumzuschnüffeln.

Sehr bezeichnend für ich ist allerdings etwas anderes – etwas unmenschliches: das Verhalten des deutschen Bundestages zu einem ihrer Mitglieder, nochmal die deutschen Wirtschaftsnachrichten

Wie ein Aussätziger wird dagegen der FDP-Abweichler Frank Schäffler behandelt. Er ist der einzige bei dem kein Abgeordneter applaudiert. Vor seiner Rede nicht, und nach der Rede erst recht nicht. Schäffler sagt: „Wir diskutieren um 22 Uhr über ein solch wichtiges Thema. Damit zeigen wir, wie ernst es uns ist. Der wahre Grund der Eile: Die spanischen Banken sollen mit Eigenkapital von den europäischen Steuerzahlern ausgestattet werden. Wir übertragen die komplette Bankenaufsicht an die EZB. Das ist ein Rechtsbruch. Es muss eine Änderung der europäischen Verträge geben. Dazu muss ein Konvent einberufen werden. Und danach muss es eine Volksabstimmung in Deutschland geben. Wir befinden uns auf dem Weg zum europäischen Superstaat. Wir machen das durch die Hintertür. Damit zerstören wir das Haus Europa.“ Eisiges Schweigen im Saal.

Während es zuvor eine Allparteienkoalition zur löblichen Verabschiedung eines altgedienten CSU-Diätenempfängers gab, scheut man sich nicht, hier einem Menschen jeglichen Respekt abzusprechen, der den nicht öffentlichen Zielen der Diätenempfängerkoalition öffentlich widerspricht.

Währenddessen testet die Landesregierung hier in der Eifel den ersten Einsatz von Sparkommissaren, die sich vor Ort jenseits jeglicher Gemeindeverwaltungen darum kümmern, dass die Steuerbeutequote maximiert werden kann. Diese Erfahrungen werden die Diätenempfänger brauchen, wenn sie den Eurodurst von Mario Draghi befriedigen wollen.

Warum nun der Bundestag fröhlich war?

Nun – mit dem gestrigen Tag haben sich alle Parlamentarier (außer einem, der Lepra hat) erfolgreich für einen Nachdiätenposten bei Goldman-Sachs beworben – und das ist die wichtigste Frage für alle Parlamentarier, unabhängig welche Partei sie in den lustigen Saal befördert hat: was kommt nach den Diäten?

Nun – von den vielen Billionen, die in den nächsten Jahren nach Brüssel überwiesen werden müssen, kann man vielen Ex-Parlamentarier ein fürstliches postdiätetisches Leben bezahlen.

So erklärt sich der tosende Applaus der Menge zu den Aussagen von Herrn Brinkhaus, CDU:

„Vier Jahre Finanzmarktpolitik in diesem Haus heißt für die Opposition: Papiere schreiben, diskutieren, lamentieren und kritisieren. Vier Jahre Finanzpolitik für diese Koalition heißt: Liefern!“

Liefern –  und zwar deutsches Steuergeld in europäische schwarze Löcher.

Und nach der Lieferung wird bezahlt … in Form von Anerkennung und Pöstchen.

Die selbe Prozedur wie jedes Jahr.

 

 

ESM (Effiziente-Staaten-Manipulation)

Jetzt ist er da, der ESM. Mittlerweile ein paar Monate alt und verhält sich wie ein Säugling. Er schreit nach Futter, bekommt es in Milliardenhöhe – wird aber trotzdem nie satt. Die finanzielle Nahrung wandert in den Verdauungstrakt und wird dort in den undurchsichtigen Gedärmen verwertet. Unten raus kommt, wie bei allen Babys, der braune Rest. Bei Säuglingen wird er den ordentlichen Abfallentsorgungen zugeführt. Beim ESM hingegen wird die finanzielle Fäkalmasse dem Volk als wirtschaftlicher Dünger verkauft und den Banken in den Rachen gestopft, als seien sie Mastvieh. Geschmacksnerven besitzen die Geldinstitute schon lange nicht mehr, sonst würden sie zwischendurch realisieren, mit was sie gefüttert werden. Aber denen ist es egal, wie’s schmeckt…Hauptsache, es hat genug von dem braunen Zeug.

Seit Oktober 2012 dürften etliche, politischen Landkarten neu gemalt werden. Sonst hat sich für das Volk nichts zum Positiven verändert. Der Otto Normalbürger hat immer noch seinen Job oder Hartz IV, die Spareinlagen des Volkes schlummern (angeblich)  auf den Bankkonten und die suggerierte „Konsumfreiheit“ jedes Einzelnen scheint auch nicht beschnitten worden zu sein.

Warum also die ganze Hysterie um den ESM? Ist ja nix passiert, strahlt die Supernanny Merkel grinsend  ins Volk. Der Bundesonkel Gauck setzte damals seine geschichtsträchtige Unterschrift auf das umstrittene Papier, als würde er einen Kaufvertrag unterschreiben. Im Prinzip hat er genau das gemacht. Mit seiner Signatur hat der Bundespräsident einen milliardenschweren Deal unterzeichnet, der einerseits die finanzielle Autonomie des von ihm repräsentierten Staates einer übergeordneten Macht überträgt und andrerseits noch eine Zahlungsbereitschaft von 190 Mia. zusichert. Als Gegenleistung bekommt er ein Stimmrecht im Gouverneursrat – toller Deal. 190 Mia. für ein paar Stühle. Die müssten eigentlich aus purem Gold sein. Daher ein Appell an Herrn Gauck  in eigener Sache:

Lieber Herr Gauck, wenn das Stimmrecht im ESM von eingezahlten Geldern abhängig ist, dann grenzt dies schon an Korruption und zudem ist der Preis doch ein wenig überteuert, nicht? Es wäre sicher günstiger gegangen – finanziell und vertraglich. Gönnen Sie sich das Zitat von Woodrow Wilson:

„Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Ich habe unbeabsichtigter Weise mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird nun von ihrem Kreditsystem beherrscht. Unsere Regierung basiert nicht länger auf der freien Meinung, noch auf der Überzeugung und des Mehrheitsbeschlusses, es ist nun eine Regierung, welche der Überzeugung und dem Zwang einer kleinen Gruppe marktbeherrschender Männer unterworfen ist.“

Woodrow Wilson 1919,  28. Präsident der USA

 

 

Gruselkabinett

 

Um die Verbindlichkeiten des ESM und dessen Machtinstrumente nochmals zu verdeutlichen, sind hier ein paar Auszüge aus dem Vertrag:

Art. 2, Abs. 7 ESMV

„Die Stimmrechte eines jeden ESM-Mitglieds, die von dessen Beauftragten oder dem Vertreter des Letztgenannten im Gouverneursrat oder im Direktorium ausgeübt werden, entsprechen der Zahl der Anteile, die dem betreffenden Mitglied gemäß Anhang II am genehmigten Stammkapital des ESM zugeteilt wurden.“

Klassischer Stimmenkauf. Mitspracherecht im ESM basiert nicht rein auf der Mitgliedschaft, sondern ergibt sich aus der Menge des einbezahlten Betrages. Demokratie?

 

Art. 15, Abs. 1 ESMV

„Der Gouverneursrat kann beschließen, Finanzhilfe mittels Darlehen an ein ESM-Mitglied speziell zum Zwecke der Rekapitalisierung von Finanzinstituten dieses ESM-Mitglieds zu gewähren.“

Im Klartext heisst das, alle Banken von ESM-Mitgliedern können zocken was das Zeugs hält. Bei Verlust bekommen sie Geld vom ESM. Wenn man genau hinschaut sieht man das Perfide an der Sache: Das ESM-Mitglied (Staat) bekommt ein Darlehen vom ESM. Der Staat gibt das Geld weiter an die marode(n) Bank(en). Die Finanzinstitute sind wieder flüssig und können unbedarft weitermachen. Der Staat hingegen haftet für das Darlehen, welches er vom ESM erhalten hat. Sollte die Bank ihren Verpflichtungen gegenüber dem Staat für dessen Finanzhilfe nicht nachkommen und oder wieder sich verzocken … beginnt das Spiel von vorne.  Die Rechnung bezahlen darf schlussendlich immer der Staat als Bürge, respektive die Steuerzahler. Aktuelle Wirtschaftsberichte über die schlechte Rückzahlungsmoral der Banken bestätigen, dass es so kommen wird.

Das Ganze hat System. Er ermöglicht es, real erwirtschaftetes Geld jedes einzelnen Bürgers abzuzweigen. Dies geschieht  in Form von Steuern, mit denen wiederum die Staatsschulden an den ESM bezahlt werden. Schlussendlich landet der Geldschein mit vielen anderen Geldscheinen auf einem virtuellen Konto – degradiert zu einer nicht physisch fassbaren Informationseinheit  ohne jeglichen reellen Wert.

 

Art. 20, Abs. 1 ESMV

„Bei der Gewährung von Stabilitätshilfe strebt der ESM die volle Deckung seiner Finanzierungs- und Betriebskosten an und kalkuliert eine angemessene Marge ein.“

Wenn man von Finanzkontrollinstituten hört, dass sie eine „angemessene“ Marge in ihre Finanzprodukte verpacken, stellen sich den meisten Lesern schon die Nackenhaare auf. Man muss sich vor Augen halten, dass der ESM an sich keinen Cent besitzt. Er holt sich das Geld von seinen Mitgliedern in Form von verkauften Stimmanteilen. Nun verleiht der ESM das Geld an die bedürftigen Staaten. Diese verpflichten sich, das Darlehen mit Zinsen wieder zurück zu zahlen. Bei den Milliardenbeträgen kommt mit nur einem Prozent  Zins eine enorme Summe zusammen, die aber, aufgrund des Zinseszins-Systems, trotzdem jedem Staat irgendwann das finanzielle Genick brechen wird. Der ESM fördert die destruktive Schuldenspirale anstatt sie zu demontieren. Kein Land auf der Welt war bisher in der Lage, seine Schulden vollumfänglich aus eigener Kraft zu begleichen. Es wurden immer nur neue Schulden aufgenommen um die alten zu tilgen. Das ist beim ESM nicht anders. Der scheinbar einzige Weg um sich aus der Schuldenfalle und dem ESM zu retten ist – ein Staatsbankrott.

 

Art. 25, Abs. 2 ESMV

„Nimmt ein ESM-Mitglied die aufgrund eines Kapitalabrufs gemäß Artikel 9 Absätze 2 oder 3 erforderliche Einzahlung nicht vor, so ergeht an alle ESM-Mitglieder ein revidierter erhöhter Kapitalabruf, um sicherzustellen, dass der ESM die Kapitaleinzahlung in voller Höhe erhält. Der Gouverneursrat beschließt geeignete Schritte, um sicherzustellen, dass das betreffende ESM-Mitglied seine Schuld gegenüber dem ESM innerhalb vertretbarer Zeit begleicht. Der Gouverneurs-Rat hat das Recht, auf den überfälligen Betrag Verzugszinsen zu erheben.“

Aufgrund der hohen Staatsverschuldungen der grossen EU-Länder wie Italien 1900 Mia., Spanien 774 Mia., Frankreich 1700 Mia, Deutschland 2001 Mia. (Stand 1.Quartal 2012), stellt sich die Frage, wie diese Länder ihren Mitgliedsbeitrag an den ESM bezahlen können. Die können nicht mal ihren eigenen Staatshaushalt decken ohne neuen Kredit.  Das geht nur mit weiteren Darlehen. Sollte eines dieser Länder nicht bezahlen, wird die Schuld auf andere übertragen, was einen Dominoeffekt zur Folge hätte. Kein grosses Land Europas ist ohne Neuverschuldung derzeit in der Lage, die finanzielle Verpflichtung eines anderen Staates, sei es auch nur teilweise, zu übernehmen – geschweige denn zu erfüllen.

 

 

Art. 32, Abs. 4 ESMV

„Das Eigentum, die Mittelausstattung und die Vermögenswerte des ESM genießen unabhängig davon, wo und in wessen Besitz sie sich befinden, Immunität von Durchsuchung, Beschlagnahme, Einziehung, Enteignung und jeder sonstigen Form des Zugriffs durch vollziehende, gerichtliche, administrative oder gesetzgeberische Maßnahmen.“

Das bedeutet, ein neuer Staat wird erschaffen. So wie Italien einen Vatikan hat, so hat Luxemburg jetzt den ESM . Keiner von beiden „Ministaaten“ kann für seine Taten behaftet werden. Auch nicht vom „Gastgeberstaat“.

 

Art. 35, Abs 1 ESMV

„Im Interesse des ESM genießen der Vorsitzende des Gouverneursrats, die Mitglieder des Gouverneursrats, die stellvertretenden Mitglieder des Gouverneursrats, die Mitglieder des Direktoriums, die stellvertretenden Mitglieder des Direktoriums sowie der Geschäftsführende Direktor und die anderen Bediensteten des ESM Immunität von der Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer in amtlicher Eigenschaft vorgenommenen Handlungen und Unverletzlichkeit hinsichtlich ihrer amtlichen Schriftstücke und Unterlagen.“

Sollte ein Würdenträger des ESM eine Parkbusse erhalten, kann man die Immunität des Delinquenten mit einem mitleidvollen Lächeln begegnen. Wenn aber dreistellige Milliardenbeträge herum geschoben werden, müsste schon jemand dafür gerade stehen müssen, sofern eine Unstimmigkeit in den Büchern auftaucht. Zudem fällt es einfach, ein paar Milliönchen hier und da zu verstauen, um die harte Arbeit im ESM zu erleichtern. Bei einer Entdeckung solcher Entgleisungen ist eine Immunität sicher von Vorteil. Als doppelter Boden gilt die Unangreifbarkeit durch irgendein Gericht.

 

Gönnen Sie sich was…

Nachdem das Bundesverfassungsgericht sein salomonisches „ja, aber…“-Urteil verkündet hatte, stand Herrn Gaucks Unterschrift nichts mehr im Wege. Damit jeder Steuerzahler weiss, was der Bundespräsident  da unterschrieben hat und was mit seinen Fiskus Geldern zum grossen Teil passiert, sollte jeder den Vertrag lesen, der es noch nicht getan hat. Dann ist er informiert und kann entsprechend reagieren. Der gesamte Text ist 60 Seiten lang und unter folgendem Link abrufbar:

http://www.european-council.europa.eu/media/582866/02-tesm2.de12.pdf

Das Ergründen des ESM ist sicherlich mit einiger Hartnäckigkeit verbunden. Aber in Kombination mit einem aufmunternden Kaffee oder robusten Single Malt, liest sich die Lektüre äusserst amüsant bis hin zu verwirrend. Nach circa einer Stunde hat man es geschafft und ist um eine Anekdote reicher aus der Welt von Absurdistan. Gute Unterhaltung!

 

Neujahransprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel: Hintergründe und Aussichten für 2013 … und die Alternativen.

Neujahransprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel: Hintergründe und Aussichten für 2013 ... und die Alternativen.

Dienstag, 1.1.2013. Eifel. Ein neues Jahr steht vor der Tür. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat uns schon darauf aufmerksam gemacht, das es ein schweres Jahr werden wird.  Mut werden wir brauchen, Probleme müssen von Nachbarn und Freunden beseitigt werden und wo das nicht hilft, muss die Familie einspringen. Das viele Familien nur noch staatlich reglementierte Bedarfsgemeinschaften sind und man in einer total mobilen Welt keinen großartigen Kontakt mehr zu Nachbarn und Freunden hat, ist Frau Merkel nicht entgangen – immerhin weiß sie, was auf uns zukommt … und das wollte sie uns klar und deutlich sagen: der Staat zieht sich aus Deutschland zurück. Ich hoffe, das hat jeder mitbekommen? Ja, wir haben ein Lob bekommen von „Mutti“: wir waren erfolgreich. Wann haben sie das schon einmal gehört? Haben Sie ihre Freundschaften schon mal als „erfolgreich“ bezeichnet? Haben sie ihre Bedarfsgemeinschaft schon mal als „erfolgreich“ bezeichnet – Ihr Dorf, Ihre Straße, Ihre Stadt? Firmen oder Sportmannschaften sind erfolgreich, weil sie ein konkretes Gewinnziel haben, Vereine auch, aber „Deutschland“? Welches Gewinnziel haben wir?

Nun – Frau Merkel weiß darüber Bescheid. Anders als Sie, geschätzter Leser, hat Frau Merkel einen Berater, der weiß, wie der Hase läuft. Man kann sich über ihn bei Lobbypedia informieren:

Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs Alexander Dibelius nahm „schon früh Kontakt zu CDU-Parteichefin Angela Merkel auf, lange vor ihrer Nominierung als Kanzlerkandidatin. Für sie arrangierte er mehrere Dinner mit Unternehmens­chefs … Immer wieder steht er der Kanzlerin bei Fragen zur Verfügung“, berichtet das Wirtschaftsmagazin capital.

Ob er auch das Geburtstagsdinner für den Chef der Deutschen Bank im Kanzleramt organisiert hat? Auf jeden Fall hat er Frau Merkel – lange bevor das gemeine Volk noch wusste, wer die überhaupt ist – schon mal auf Kurs gebracht und ihr gezeigt, wo es langgeht.  So verwundert es nicht, das zur Bekämpfung der von Goldman-Sachs angeheizten Krise ein Goldman-Sachs Mitarbeiter die Expertengruppe zur Krisenbekämpfung leiten sollte,  nochmal Lobbypedia:

Das Gremium wurde im Oktober 2008 im Zuge der Welt-Finanzkrise von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen. Die Expertengruppe soll Vorschläge zur Bekämpfung der Finanzkrise und zur Vorbeugung weiterer Krisen machen, insbesondere mit Blick auf die internationalen Beratungen zu dem Thema.

Die Expertengruppe hat ihren Auftrag offiziell erfüllt. „Aber informell arbeitet sie weiter“, heißt es in diplomatischen Kreisen in Brüssel.[1]

Mit Otmar Issing wurde ausgerechnet ein Berater von Goldman Sachs zum Vorsitzenden berufen. Das ist mehr als Zufall oder eine Nebensächlichkeit, sondern als Ausdruck eines strukturellen Problems: Die schleichende Unterwanderung von Regulierungsbehörden und Regierungsinstanzen durch die Finanz-Branche, sowie die Verschmelzung des leitenden Personals.

Über diese Kanäle moderiert Goldman-Sachs bundesdeutsche Politik. Eigentlich ganz offen, wenn man so will. In einem älteren Artikel des Handelsblattes skizziert der Herr Dibelius (der eigentlich mal Arzt werden wollte)  auch das Ende der Deutschland AG, die – per Gesetz gezwungen – in Zukunft mehr Renditen für ausländische Kapitaleigner erwirtschaften muss: so deutlich kann man in deutschen Zeitungen die Einführung von Tributzahlungen veröffentlichen, die an die neuen Herren zu leisten sind, ohne auch nur einen Hauch von Widerstand zu spüren.

Der Kanzlerberater Dibelius hat eine ganz klare Position zum Verhältnis Firma und Staat, siehe Handelsblatt:

„Banken, besonders private und börsennotierte Institute, haben keine Verpflichtung, das Gemeinwohl zu fördern“, sagte Alexander Dibelius am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung der Wirtschaftshochschule WHU in Vallendar bei Koblenz. „Es ist unrealistisch und unberechtigt zu erwarten, dass Banken eine selbstlose Beziehung zu ihren Kunden haben, besonders auch bezogen auf die Kreditvergabe“, betonte der Banker.

Was der Herr Dibelius damit öffentlich postuliert, ist nicht mehr und nicht weniger als der Abschied der Konzernwelt aus dem Staatswesen. Das wäre zu begrüßen, wenn sie nicht weiterhin luxuriös bedient werden möchten: die Straßen für ihre schnellen Autos sollen bestens gepflegt werden, die Flughäfen sollen Tip-Top in Ordnung sein, der Schneeräumdienst perfekt funktionieren, Feuerwehr, Krankenhäuser, Polizei und Streitmacht auf dem neuesten Stand sein und die Risiken für ihre Geschäfte soll der Rettungsschirm tragen – aber selbst dazu beitragen möchte man natürlich nicht.

Wie war noch mal die Definition für „Parasiten“?

Versteht man jetzt, warum Frau Merkel so auf die Hilfe von Nachbarn, Freunden und Familie abzielt?

Der Staat zieht sich aus der Gemeinschaft zurück, ganz nach dem Motto:

„Staaten, besonders privat finanzierte und ratingabhängige Gemeinschaften, haben keine Verpflichtung, das Gemeinwohl zu fördern“, übersetzt Angela Merkel den Rat des Goldman-Sachs-Regenten Dibelius und zeichnet so unsere Zukunft vor: der Staat Deutschland wird erfolgreiches Unternehmen … das sich natürlich in absehbarer Zeit von seinen weniger erfolgreichen Teilbereichen trennen muss.

Insofern wundert es nicht, das nun leise und heimlich – zur großen Freude des Herrn Dibelius – die Bundesschatzbriefe ein Ende finden. Bundesschatzbriefe galten jahrzehntelang als sichere Geldanlage, jetzt werden sie eingestellt, siehe Handelsblatt:

Der Bundesschatzbrief ist den Deutschen in mehr als vier Jahrzehnten ans Herz gewachsen – 2013 soll er beerdigt werden. Dem Bund ist das Geschäft mit Privatanlegern zu teuer. Den Markt dominieren nun Banken und Fonds.

Deutsches Geld für deutsche Firmen war jahrzehntelang die Grundlage der Deutschland AG, die Grundlage einer beispiellosen Erfolgsgeschichte, die mit dem Beschluss einiger weniger Gesetze beendet wurde – was den ausländischen Investoren Tür und Tor öffnete: Deutschland war den Heuschrecken preisgegeben, Innenpolitik wurde von Ratingagenturen bestimmt. Ein verstärktes Investement in Bundesschatzbriefe hätte natürlich die Abhängigkeit von solchen Ratings verringern können … doch daran hatte niemand Interesse. Im Gegenteil: jetzt bekommt gerade jener Sektor (notgedrungen) mehr Geld, der sowieso schon zuviel hat und sich um das Gemeinwohl oder das Wohl seiner Kunden nicht schert.

Auch das hat einen Grund, siehe Handelsblatt:

Mutige Investoren, die im Januar 2012 griechische Ramsch-Anleihen gekauft haben, sind dafür kräftig belohnt worden. Sie verdienten im Verlaufe des Jahres 20 Mal so viel wie jene Investoren, die auf deutsche Staatsanleihen samt Top-Bonitätsnote setzten. Griechische Staatsanleihen haben im zu Ende gehenden Jahr eine Rendite von rund 80 Prozent gebracht – verglichen mit 3,7 Prozent bei Bundesanleihen, wie Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch zeigen.

Mutige Investoren?

Eine von Goldman-Sachs beratene griechische Regierung, von Goldman-Sachs beratene Bundeskanzlerin, von Goldman-Sachs-Mitarbeitern geführte EU schaffen ein Umfeld, in dem fast risikolos eine Rendite von 80 Prozent gemacht werden kann? Wo ist denn da das Risiko, wenn alle Entscheidungen zentral gesteuert werden … und alle Risiken via ESM vom Steuerzahler abgedeckt sind?

Natürlich: gegen diese perversen Traumrenditen hat der klassische Bundesschatzbrief keine Chance mehr. Gegen diese perversen Traumrenditen hat aber niemand mehr eine Chance: kein normal geführtes verantwortungsbewußtes Unternehmen kann in den übersättigten Märkten Gewinne von 80 % erwirtschaften, kein Anleger wird in die Produktion von Nahrungsmitteln, Infrastruktur, Bildung, Kraftfahrzeugen, Medizingütern oder Immobilien investieren, wenn die Cleverlis aus der Bankenbranche solche künstlich hochgezüchteten Margen vorgeben. Das das nur durch kunstvolle, für Laien undurchschaubare Hochrechnereien zustande kommt, denen keinerlei reale Wirtschaftskraft entgegensteht, kümmert erstmal keinen.

Bevor die große Abrechnung kommt, die die Lehmannpleite als kleines Vorbeben schon mal angekündigt hat, kann man aber noch groß verteilen, siehe Handelsblatt:

Die Regierungsmitglieder, Bundespräsident Gauck sowie die Bundestagsabgeordneten erhalten ab Januar deutlich mehr Geld. Das bedeutet Mehrkosten in Millionenhöhe. Am meisten profitiert ein Parlamentarier der Union.

„Teile und herrsche“ – das hat Goldman-Sachs vom römischen Imperium gelernt.

Die Lasten …. tragen andere: laut Spiegel haben hunderttausende von Griechen ihre Autos abgemeldet, weil sie die Steuern nicht mehr bezahlen können – und das ist für die Deutschen ein kleiner Vorgeschmack auf das, was auf sie zukommt: der Staat hat gemerkt, das man mit Goldman-Sachs viel mehr Rendite machen kann als mit Bürgern.

Nun – während Frau Merkel auf Ihre Erfahrung mit einzelnen Bürgern hinweist, möchte ich auf Erfahrungen mit deutschen Unternehmern hinweisen. Zum Jahresende erhielt ich eine Mail von Unternehmern, Unternehmer, die sich – anders als der Herr Dibelius – als lebendiger Bestandteil einer lebendigen, wehrhaften und sozialen Gesellschaft verstehen und eine Plattform gegründet haben, unter der sich sich zusammenfinden wollen, siehe Given Word:

Im Geschäftsleben trifft man Unternehmer, die ihr Handeln rein am materiellen Gewinn orientieren und Unternehmer, für die der Gewinn der Unternehmung im nachhaltigen Aufbau, in der Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter und in der Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft besteht. Letztere gehören für uns zu den Menschen, die zu ihrem Wort stehen.

Wenn man einem Menschen trauen kann, erübrigt sich ein Vertrag.
Wenn man ihm nicht trauen kann, ist ein Vertrag nutzlos.
Jean Paul Getty (1892-1976)

2006 entstand die Idee Menschen / Unternehmer, die mehr Verantwortung tragen, für einen guten Zweck zusammenzubringen und wir registrierten die Domain GivenWord.

Ich zitiere nun aus der persönlichen Mail, die ich aus diesen Kreisen erhalten habe (anonym, weil ich aus Zeitgründen nicht um die Erlaubnis zum Abdruck bitten konnte):

Dieses Jahr war ein sehr spannendes Jahr und bei allen guten Ansätzen, die es neben den nicht erfreulichen Entwicklungen gibt, sehen wir hier immer deutlicher, dass sich nur etwas verändert, wenn man aktiv etwas tut. Wenn die Politik nicht im Sinne der Menschen aktiv wird, dann müssen die Menschen selbst aktiv werden.

Interessante Beispiele: http://www.schloss-tempelhof.de/

 Seit kurzem stecken wir mitten in dem Versuch mit Hilfe eines Spenders in Krefeld und Mettmann im kommenden Jahr ein funktionierendes Freifunk-Netz aufzubauen. Das ist technisch wie rechtlich spannend. Aber es gibt in verschiedenen Regionen schon recht gute Ansätze und in Berlin Kreuzberg ist gerade ein entscheidender Schritt gelungen. http://www.golem.de/news/wlan-ueber-berlin-kreuzberg-spannt-sich-ein-freifunk-netz-1212-96528.html

Freifunknetze bieten Internetzugang auch für Menschen, die sich einen eigenen Anschluss schon nicht mehr leisten (können). Deshalb finden wir diese Art von „Netz-Sharing“ interessant.

 Wenn auch häufig belächelt, sind die Regio-Geld-Initiativen genauso unterstützenswert. http://www.regiogeld.de  

Wir haben aktuell keine Alternativen zu unserem Geld-/Währungssystem. Bricht es zusammen, sind wir vorübergehend handlungsunfähig.

 Dass sich an unserem Geldsystem mit Zins und Zinseszins etwas ändern muss, zeigen alle derzeitigen Entwicklungen. Im letzten Jahr haben wir deshalb auch an der Umsetzung von http://moneyfest.net aktiv mitgearbeitet. Leider ist die Seite, die als Plattform für Interessierte entwickelt wurde, längst noch nicht so aktiv genutzt, wie für diese Ansätze notwendig wäre.

 Kürzlich wurde in einem Fernsehbericht ein Rechenbeispiel zur Rente genannt: Es bedarf eines Stundenlohns von ca. 16 Euro, damit im Alter eine Rente von 850 Euro! erreicht wird. Interessante Zahlen, bei denen man sich unwillkürlich fragt, warum es unsere Regierung nicht einmal gelingt einen Mindestlohn von 10 Euro durchzusetzen. Mit diesen Zahlen, wenn sie so stimmen, müsste man sagen, dass sogar jeder Stundenlohn unter 16 Euro unmoralisch ist, weil er unweigerlich in die Altersarmut führt.

 Darüber wie man aktuell mit Strom Obdachlose produziert, brauchen wir gar nicht erst zu reden. Die Alternativen dazu könnten so aussehen: http://www.neue-energien-forum-feldheim.de/index.php?option=com_content&view=article&id=49..

 Ich will damit eigentlich nur sagen: Es gibt Wege sich aus der Erpressbarkeit durch Finanzmärkte, Wirtschaft (vor allem Konzerne) und derzeit herrschender Politik zu befreien und Wege zu finden, die allen Menschen ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen.

Das Hauptproblem: Man braucht viele Menschen, die sich beteiligen und dafür wenige, die die notwendigen Menschen dafür begeistern können.

Das hätte auch Frau Merkel sagen können – wenn sie sich mehr für Deutschland als für die Renditen von Goldman-Sachs interessieren würde … oder einfach andere Berater hätte. Ebenso hätte sie auf andere erfolgreiche Unternehmer aufmerksam machen können, die bahnbrechendes für die Entwicklung von Demokratie und Rendite geleistet haben, siehe Sein.de

Weltweit starren Manager fassungslos auf die brasilianische Firma Semco, eine sehr breit aufgestellte Dienstleistungsfirma, die von Industrieequipment bis zu Postlösungen in diversen Feldern tätig ist: Was dort passiert, widerspricht allem, an was sie glauben. Die 3000 Mitarbeiter wählen ihre Vorgesetzten, bestimmen ihre eigenen Arbeitszeiten und Gehälter. Es gibt keine Geschäftspläne, keine Personalabteilung, fast keine Hierarchie. Alle Gewinne werden per Abstimmung aufgeteilt, die Gehälter und sämtliche Geschäftsbücher sind für alle einsehbar, die Emails dafür strikt privat und wie viel Geld die Mitarbeiter für Geschäftsreisen oder ihre Computer ausgeben, ist ihnen selbst überlassen. 

Was für heutige Personalchefs klingen mag, wie ein anarchischer Alptraum, ist in Wirklichkeit eine Erfolgsgeschichte. Seit das Unternehmen von Inhaber Ricardo Semler umgestellt wurde, stiegen die Gewinne von 35 Millionen auf 220 Millionen Dollar. 

Das ist eine Renditesteigerung von … ÜBER SECHSHUNDERT PROZENT.

Durch Menschlichkeit. Ohne großen Rückgriff auf staatliche Unterstützer. Mut, Innovation, Vernunft und freier Unternehmergeist können mehr erwirtschaften als noch so perfide Finanztricks – und das alles ohne zusätzliche Produktion von Armut, was ja – wie ich mal gelernt habe – für den Binnenkonsum und die Reduktion von der Abhängigkeit von internationalen Drogengeldgebern nicht unbedeutend sein soll.

2013 kann ein sehr spannendes Jahr werden, wenn … ja wenn es gelingt, möglichst viele Menschen dafür zu begeistern.

Frau Merkel hat das Ihrige dazu getan, diese Begeisterung gleich im Keim zu ersticken – denn Renditen von sechsundert Prozent in der Realwirtschaft wären der Todesstoß für die parasitären Geschäftsmodelle von Goldman-Sachs.

Man stelle sich vor,  man könnte die Märkte (also die Ballung von illegalen Geldern aus Drogenhandel, Menschenhandel, Schutzgelderpressung und anderen schmutzigen Auswüchsen des Kapitalismus) dafür begeistern, Geld in die Realwirtschaft fließen zu lassen: das Problem der Arbeitslosigkeit wäre gelöst, das Problem der Staatsverschuldung wäre gelöst, die Rentenprobleme wären gelöst … und alle Deutschen könnten auch in Zukunft damit rechnen, am Individualverkehr und am Individualleben teilhaben zu dürfen.

Was könnte da für ein Ruck durch Deutschland gehen.

Stattdessen aber … sorgen wir lieber in breiter Front dafür, das die Goldmänner ihre parasitären Geschäftsmodelle in Europa ohne großen Widerstand durchziehen können.

Nun – tun Sie doch mal das Ihrige dazu, das das nicht mehr so leicht geht.

Mit Given Word ist in Deutschland ein Anfang gemacht worden – ein Anfang, der noch von viel zu wenig Menschen erkannt wurde, weil die deutsche Presse in breiter Front Frondienste für das Goldman-Prinzip leistet.

Damit wir das Ruder aber noch herumdrehen können und nicht im Alter auf die Hilfe der staatlich reglementierten Bedarfsgemeinschaft (sprich: Familie), der Freunde und  Nachbarn (die alle dieselben Probleme haben und eher auf unsere Hilfe angewiesen sind) zurückgreifen müssen, brauchen wir heute jeden.

Wirklich: JEDEN!

Auch und gerade … SIE.

Oder wir haben hier aufgrund unserer übersättigten Arbeitsmärkte 2020 Verhältnisse wie Südafrika heute, siehe Spiegel:

Zehntausende Bewerber wollten unbedingt einen von nur 90 Jobs bei den Verkehrsbehörden in Südafrika. Dafür quälten sie sich durch eine harte Fitnessprüfung – bei 30 Grad im Schatten. Hunderte landeten im Krankenhaus, sieben Anwärter überlebten die Tortur nicht.

 

 

 

Jahresrückblick 2012

Jahresrückblick 2012

Freitag, 28.12.2012. Eifel. Jahresrückblicke gibt es viele. Ein paar habe ich schon gelesen – und ich  muss sagen: die Leute leben in einem anderen Land als ich – oder, besser gesagt:  auf einem ganz fernen Planeten, denn für mich war dieses Jahr das düsterste politische Jahr, das ich kommentiert habe. Gut, vielleicht ändert sich die Perspektive, wenn man den Fokus auf Modeschauen, Leibesübungen und Prominentenbrüste verlegt: eventuell war das Jahr in dieser Hinsicht ein wirklicher Knaller.  Meins war allerdings etwas finsterer. Doch – schauen wir mal zurück. Auf Platz eins der bedrückensten Meldungen 2012 hat es bei mir ein harmloser Artikel der „Welt“ gebracht. Ich hatte darüber geschrieben:

 

Akute Warnmeldung: Ausbürgerung von hilflosen Armen in großem Stil geplant!

Solche Überlegungen wären es nicht wert, erwähnt zu werden, wenn wir nicht durch Hartz IV das generelle Denken unserer Lumpenelite, ihr Entscheidungsprinzip, kennen würden: wer nicht mehr genug abwirft, kommt auf den Schlachthof, da wird Druck gemacht ohne Ende, als ob die Schaffung von Arbeitsplätzen in irgendeinem Zusammenhang mit dem Druck stünde, den man auf Arbeitslose ausübt. Genauso könnte man im Kampf gegen die Hungersnöte in der Welt Druck auf die Hungernden ausüben, einfach mehr zu essen und ihnen zur Strafe das Wasser wegnehmen oder Prügel androhen, wenn sie nicht endlich mehr Nahrung zu sich nehmen.

Diese Prinzipien eines krankhaften, kulturell unangemessenen Wahns auf die Altenproblematik übertragen führt direkt zu der Überlegung, das man die Alten doch prima in den billigsten Klitschen Asiens lagern könnte … da bleibt dann auch mehr Geld für die Enkel. Einige wandernde Indianerstämme haben ihre gebrechlichen Alten im Winter im Schnee ausgesetzt – das scheint mir fast humaner zu sein. Aber es ist betriebswirtschaftlich alternativlos – das werden wir zweifellos in einigen Jahren präsentiert bekommen.

Nun – wir sind gewohnt, auf Schröder und die SPD zu schimpfen, weil sie den Sozialstaat vernichtet haben. Das stimmt, das ist auch richtig so. Sie haben aber etwas viel Schlimmeres getan, was nur nicht so auffällt, weil alle Deutschen jetzt wie die Irren strampeln, um den entwürdigenden, demütigenden und manchmal tödlichen Fängen ihrer Jobcenter zu entkommen: sie haben die Finanzmärkte dereguliert, jenen Schutz vor einer neuen Weltwährungskrise einfach mal so abgebaut, weil sie den Turboraubtierkapitalismus so klasse fanden. Wahrscheinlich dachten sie: das bringt soviel Geld ein, das wir in Zukunft alle in Saus und Braus leben können.

Da haben sie – wie bei Sozis üblich – die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Staatsverschuldung stieg von 56 % in 1995 (dem Jahr, in dem man spätestens erkennen konnte, das Hartz IV kommen würde, auch wenn man nicht wusste, das es letztlich so heißen würde) auf 81 % in 2011 (siehe Wikipedia): ein Lob auf die Sparprogramme der letzten sechszehn Jahre.  Wo ist das Geld eigentlich hin? Nun – wie bei der Griechenlandrettung in den Kassen internationaler Konzerne, wo sonst. Das führt mich direkt zu meinem zweiten Platz der bedrückenden Meldungen:

 

Goldman-Sachs-Putsch erfolgreich durchgeführt: Europäische Staaten werden Finanzkolonien, Spanien tötet erste Bürger, Deutschland auch.

 

Das sind wir jetzt: eine Finanzkolonie der Netzwerke von Goldman-Sachs … an deren Gestaltung aber auch andere Netzwerke beteiligt sind wie McKinsey oder Roland Berger. Die Täter des ökonomischen Putsches sind bekannt, die Folgen ihrer Taten auch. Wir leben aktuell damit … und Schäubles Supersparprogramme für das ja angeblich so pralle und superreiche Deutschland im nächsten Jahr zeigen ja auch, wohin die Reise geht: unser Geld ist jetzt auf den Bahamas, da müssen wir die Gürtel enger schnallen – oder, um das Bild deutlich zu beschreiben: für den Reichtum der Superreichen weiterhungern.

Deutschland hat im Jahre 2012 seine Souveränität verloren: das wissen wir alle, siehe Wikipedia:

Der Gouverneursrat wird aus den für Finanzen zuständigen Vertretern der ESM-Mitgliedsländer gebildet: Jedes Mitgliedsland ernennt ein Mitglied des Gouverneursrats und ein stellvertretendes Mitglied. Der Gouverneursrat wählt aus seinen Kreisen einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden für eine Amtszeit von zwei Jahren (Art. 5 Abs. 2). Ist der Vorsitzende nicht mehr Finanzminister seines Landes, wird neu gewählt.

Der Gouverneursrat ist beschlussfähig, wenn zwei Drittel der stimmberechtigten Mitglieder des Gouverneursrats, auf die insgesamt mindestens zwei Drittel der Stimmrechte entfallen, anwesend sind. Der Gouverneursrat wäre also auch ohne deutsche Anwesenheit beschlussfähig. Ein Beschluss gilt sogar auch ohne Beteiligung Deutschlands als „in gegenseitigem Einvernehmen“ angenommen, wenn die übrigen Mitglieder entweder zugestimmt oder sich enthalten haben. Beschlüsse, für die eine qualifizierte Mehrheit von 80 % der Stimmen erforderlich ist, kann Deutschland verhindern, da Deutschland einen Anteil von 27,1464 Prozent des Gesamtstimmengewichts aufweist.

Mit der Gründungsversammlung des Gouverneursrates am 8. Oktober 2012 nahm der ESM seine operative Tätigkeit auf.

Und somit hat Deutschland am 8.10.2012 endgültig seine wirtschaftliche Souveränität verloren. Wie so ein Leben mit völliger politischer Souveränität ohne wirtschaftliche Souveränität letztlich ist, kann unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel jeden Arbeitslosen auf der Straße fragen: die haben auch noch jede Menge Rechte … nur kein Geld, um Heizung, Essen, Trinken und Obdach zu bezahlen. Letztlich ist dies aber auch nur ein alternativloser Schritt, der vollzogen werden muss, weil die politische Souveränität de fakto schon längst in den Händen einiger weniger Gottkaiser des Geldes liegt. Wir kennen ihre Agenten, die Wirtschaftskiller, wir kennen ihre Methoden des Lobbyismus, ihre Lenkungsgremien (jedenfalls ein paar: die trilaterale Kommission, das Council of Foreigen Relations, die Bilderbergerkommission und die Group of Thirty – vielleicht gibt es aber auch noch ein paar mehr, die wir nur noch nicht kennen) und wir kennen ein paar Namen, die immer wieder auftauchen, Namen wie  Rockefeller oder Rothschild, wer aber wirklich hinter jenen „Märkten“ steht, die wir als unpersönliche Macht in Form der „Märkte“ fraglos akzeptieren, das erfahren wir nicht, weshalb wir nur mutmaßen können, was die wirklich wollen. Nun – zum einen, das scheint klar, wollen die unser Geld. Der in den achtziger Jahren im Magazin Spiegel angedrohte und angekündigte große Griff der „Anleger“ (noch so ein harmlos klingendes Pseudonym) nach den europäischen Sozialkassen war ein voller Erfolg, ein große Demokratie nach der anderen beugt sich dem Diktat des großen Geldes.

Dabei ist doch allen klar, das diese „Märkte“ – wenn sich mal nicht gerade ganz gezielt in krimineller Absicht  manipuliert werden – ganz gezielt gesteuert werden können. George Soros hatte sie mal so gesteuert, das er durch einen eintätigen Krieg gegen das britische Pfund eine Milliarde Dollar Gewinn gemacht hatte … nur mal so zum Spaß, möchte man meinen.

Der Krieg der Geldmächte gegen die Demokratie erreichte 2012 einen weiteren Höhepunkt- und wir werden schon nächste Jahr den Preis dafür zahlen müssen. Diesmal bluten aber nicht die Arbeitslosen – bei denen ist nicht mehr viel zu holen.

Kommen wir nun zu Punkt drei meiner Hitliste der bewegendsten Meldungen in diesem Jahr: dem Krieg.

Deutschland befindet sich im Jahre 2012 wieder im Krieg. Ein Bündnispartner wurde „angegriffen“, der Bündnisfall ist zwar offiziell nicht eingetreten (so jedenfalls die Ministeriumssprechblasen), aber die deutschen Soldaten sind trotzdem schon mal in der Türkei. Diese Entwicklung ist brisanter als die ganze Islamistenhatz der westlichen Welt, weil Russland – Kommunismus hin oder her – langsam die Geduld verliert mit den selbstherrlichen Amokläufern der Nato. Deshalb auf Platz 3 diese Meldung:

 

Deutschland im Krieg. Vielleicht sogar im Weltkrieg.

 

In aller Öffentlichkeit (und unter der einzigartigen Anwesenheit des Rothschildberaters Gerhard Schröder – auch ein Name, der immer wieder auftaucht) wird hier von einem neuen türkischen Großreich fabuliert, ohne das sich die deutschen Leitmedien darüber aufregen. Nun – wie auch: die sind nach dem großen Zeitungssterben auch nur noch auf der Flucht vor Hartz IV, da bleibt keine Zeit oder Muße für kritische Berichterstattung, da muss man schreiben, was der Markt will – und Kriege sind dazu geeignet, die Märkte nervös werden zu lassen … also erwähnen wir sie besser nicht.

„Nocheinparteibuch“ zitiert deutlich, wie die Türken selber darüber denken:

Die Entscheidung der NATO, hochmoderne Boden-Luft-Raketen in den südlichen türkischen Provinzen nahe der syrischen Grenze zu stationieren, hat die Gleichung in der unter regionalen und globalen Mächten in Syrien ausgefochtenen Proxy-Schlacht auf fundamentale Weise verändert. Während dieser Zug den syrischen Konflikt weiter militarisiert hat, hat er auch ein starkes Signal gesetzt, dass die Türkei und ihre Verbündeten im Westen und in der Region entschlossen sind, Assad von der Macht zu entfernen, und so den Weg für einen politischen Übergangsprozess freizumachen und ein Land zu stabilisieren, das bereits in einem blutigen Bürgerkrieg steckt.

Dort ist klar, das die deutschen NATO-Truppen der Türkei helfen, die Regierung des Nachbarlandes zu stürzen, jenes Landes, das schon mit von der Türkei finanzierten Rebellen genug Probleme hat.

Die Stimme Russlands zitiert die Sunday Times, die über weitere Nato-Unterstützung für die Rebellen berichtet:

„Die Vereinigten Staaten führen jetzt erstmals eine geheime Operation der Waffenlieferung an die syrischen Rebellen durch, um zur Entlassung des Präsidenten Baschar al-Assad beizutragen“, hieß es in der Zeitung. „Granatwerfer, Raketenkomplexe, Panzerabwehrraketen sollen über die befreundeten Staaten des Nahen Ostens transportiert werden, die die Waffenlieferung an die Opposition bereits betreiben.“

Was würden wir eigentlich dazu sagen, wenn Baschar al-Assad Islamisten in Deutschland mit Flugabwehrraketen ausstatten würde?

Nun – wahrscheinlich gar nichts, weil das die Märkte beunruhigen würde, aber gefallen würde uns das trotzdem überhaupt nicht. Sind wir die Täter, die anderen aber das Opfer, sieht unser Urteil schon anders aus. Was für eine Heuchelei. Die Zeit, in der wir uns – streng nach UN-Charta – nicht in die inneren Angelegenheiten eines Landes eingemischt haben, sind endgültig vorbei.

Wer dort unterstützt wird? Unmoralische Barbarenhorden, die schon mal Kinder dazu animieren, Gefangene zu enthaupten, siehe Spiegel. Im ganzen nordafrikanischen Sektor sind solche Banden unterwegs – und dienen letztlich dem großen Geld, das sie finanziert. Da hat man perfekte Söldnertruppen zusammen, um ganze Kontinente zu destabilisieren. Russland ist diese Bedrohung bekannt, darum begeben sie sich auf einen immer heftigeren Konfrontationskurs mit den USA (siehe Spiegel), der durch die Syrienaffäre ganz schnell zu einem unlöschbaren Flächenbrand werden kann.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit noch gering ist, so ist die Möglichkeit gegeben, das 2013 wieder russische Panzer durch deutsche Städte fahren werden.

2012 war das dunkelste Jahr, das ich zu kommentieren hatte, weshalb ich nicht über den ausgebliebenen Weltuntergang gespottet habe: ich sehe nämlich nicht, das er ausgeblieben ist, eher im Gegenteil: wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich marschieren wir gut gelaunt mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen in eine Zukunft, die düsterer kaum erscheinen kann.

Das ist nicht neu: 1914 zogen alle deutschen Soldaten so in den Krieg.

Drei weitere Meldungen sind neuerer Art, für sich genommen wichtig, aber insgesamt (noch!) nicht so wichtig, das sie es unter die ersten drei Plätze gebracht hätten.

Einen ganz wichtigen Hinweis dazu habe ich von einer Leserin erhalten, die mich auf etwas aufmerksam gemacht hat, das mir völlig entgangen ist (Notiz an mich: ich werde alt und vergesslich):

Es lief auch einmal eine ganz interessante Doku über das Thema, wie der Mythos entstand usw. Im Grunde hatte jede Kultur einen „Zombiemythos“. Interessant waren auch die Menschen von „Zombie Squad“.
 
Diese Menschen haben sich Gedanken über Katastrophen gemacht und auch einen Zombieausbruch mit einkalkuliert, aber eher spaßeshalber. Sie treffen sich auch und machen Pläne für Notfälle, weil sie der Meinung sind, dass nicht der einsame Wolf überleben würde, sondern nur Menschen die zusammenhalten. Sie setzen sich auch immer wieder in Projekten für ihre Mitmenschen ein, z.B. für Obdachlose.
Das fand ich sehr interessant, werden doch in heutiger Zeit Liebhaber von Horrofilmen und Horror-Computerspielern gerne als potentielle Amokläufer dargestellt.
 
Wobei mir das Wort „Amoklauf“ ohnehin falsch erscheint. Ein Amoklauf ist normalerweise eine Kurzschluß-handlung, spontan. Die „Amokläufe“ der jüngsten Vergangenheit waren alle durch die Bank geplant und somit nichts anderes als gezielte Massenmorde. 

Da hat sie völlig Recht. Mit beidem. Die Menschheit wird nur überleben können, wenn die Menschen zusammenhalten. Halten sie nicht zusammen, werden wir Zustände bekommen „wie im alten Rom“ – und schlimmer noch.

Die Amokläufe selbst sind aber viel beunruhigender, als sie in der Presse dargestellt werden. Sie erhalten den Stempel „Amoklauf“ – was aber falsch ist. Es waren – soweit bekannt – wirklich kalte und nüchterne Taten, die eher an Einsätzen in Afghanistan erinnern denn an laut schreiende Psychopathen, die mit dem Messer in der Hand durch Bottrop toben. Das war Krieg – von weißen, hoch gebildeten Elitemenschen (der Täter von Aurora arbeitet an seiner Doktorarbeit in Neurowissenschaften) gegen „die Masse“ … die – wie im Fall von Newton – auch aus kleinen Kindern bestehen darf.

Was, wenn das Schule macht?

Das Denken dazu haben wir schon – die mediale Meinung über Langzeitarbeitslose unterscheidet sich in ethischer Hinsicht in Nichts von dem, was in den Hirnen der Massenmörder in den USA vor sich geht: „die will ich nicht, die putz´ ich weg„.

Eine SPD-Politikerin hat das erkannt, siehe T-Online-Nachrichten:

Ein weiteres Auseinanderstreben von Arm und Reich gefährdet nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Gesellschaft in Deutschland.

Sie hat aber noch viel mehr erkannt:

Kraft kritisierte auch einen schleichenden Werteverfall. Überall sei zu beobachten, „dass Respekt und Anstand verloren gegangen sind“, sagte sie. „Unser Wertesystem wird allmählich ausgehöhlt, wenn wir nicht aufpassen.“ Angriffe auf Polizisten oder Rettungskräfte zum Beispiel habe es früher in diesem Maße und in dieser Brutalität nicht gegeben. Im Internet nehme die Verrohung schlimme Formen an. Kraft kritisierte auch eine „Geiz-ist-Geil-Mentalität“. Im Fernsehen „finde ich viele Sendungen, in denen immer derjenige erfolgreich ist, der seine Ellenbogen am weitesten ausfährt“, sagte Kraft.

Welches Land wurde zuerst von den Finanzbanditen eingenommen?

Die USA.

So wie Deutschland einst der Wirtskörper für den „Nationalsozialismus“ war (ein völlig beknacktes, sinnfreies Wort eigentlich, wenn man bedenkt, das Sozialismus immer international gedacht war und gar nicht anders gedacht werden kann), so sind die USA heute Träger des Parasiten, der als „Neoliberalismus“ die ganze Welt zu unterjochen gedenkt. Er ist Träger der ethischen Botschaft vom einsamen Wolf in der Wirtschaft, der mit seinen Ellenbogen denkt – und bezeichnenderweise sind es die Horrorfilmfreund vom Zombie-Squad aus den USA, die diesem Horror durch Hilfe für Obdachlose entgegenwirken – dabei erfahren wir doch täglich durch die Presse, das gerade sie es sind, die „Amok laufen“.

Und diese Botschaft hat jetzt auch eine SPD-Politikerin erkannt, sie ist in den Medien so präsent wie Macht der Märkte in den Hirnen der Politiker.

Weltuntergang verpasst?

Keine Bange, wird sind immer noch voll auf Kurs … wie übrigens auch die Natur selbst, siehe Spiegel: 

Tausende Flüge wurden gestrichen, Zehntausende Häuser sind ohne Strom: Schwere Schneestürme haben in den Südstaaten der USA schwere Schäden angerichtet. Nun soll es im Nordosten Winterchaos mit bis zu 45 Zentimeter Neuschnee geben.

Während sich die USA mit Schnee und Eis herumplagen, fiel in Rio de Janeiro ein Hitzerekord: Am Mittwoch wurde in der brasilianischen Stadt eine Temperatur von 43,2 Grad Celsius gemessen, die höchste seit Beginn der Aufzeichnungen des Meteorologischen Instituts im Jahr 1915.

Rekordunwetter und Naturkatastrophen nehmen von Jahr zu Jahr zu. Vielleicht hat der Planet von unserem Wahnsinn endgültig die Nase voll.

Der Kapitalismus fliegt uns augenblicklich mit großem Knall (oder einer Kette von Explosionen) um die Ohren, finanzieren kann ihn keine Macht der Welt mehr. Die westliche Zivilgesellschaft zerbricht gründlicher, als je zuvor eine Kultur zerbrochen ist. Der ganze Planet fliegt uns mit großer Macht um die Ohren, die Getreidefelder in den USA (der „Brotkorb der Welt“) sind hinüber – und in München kann man den Heiligabend im T-Shirt im Biergarten verbringen.

Aber sehe ich mir den Jahresrückblick in der Zeit an, dem intellektuellen Lieblingsorgan in Deutschland, dann sehe ich:

es ist alles in Ordnung. Fußballerfotos gehen um die Welt, manche mögen kein Betreuungsgeld und die Griechen mögen keine Deutschen.

Ich sagte ja: anderer Planet.

Auf meinem findet gerade eine Orgie das Asozialität statt, die uns im Jahre 2012 die Hoheit über unsere Finanzen geraubt hat, die gruselige Pläne für meine persönliche Zukunft in Bulgarien entwirft und meine Kinder blindlings mit der auch in den letzten Kriegen üblichen Automatik in den wahrscheinlich letzten großen Weltkrieg der Menschheitsgeschichte führt.

 

Umerziehung und Wirklichkeitssteuerung in Deutschland: über Kornkreise, Goldman-Sachs und echte Widerstandskämpfer

Mittwoch, 12.9.2012. Eifel. Gestern war Jahrestag einer der größten Verschwörungen der Welt. Verschwörung? Ja - das war es auf jedenfall. Es gibt eine amtliche Verschwörungstheorie und einige öffentliche, die mit der amtlichen nur in Teilen übereinstimmen. Und wie das so ist in einer Welt, in der es Verschwörungen, Vertuschungen und Geheimdienste gibt, weiß man als Zeitungsleser überhaupt nicht mehr, was man glauben soll - aus lauter Verzweiflung glaubt man dann einfach das, was die Regierung als Regelmeinung herausgibt. Damit kriegt man ja auch am wenigsten Ärger. ARTE brachte nun eine Dokumentation über Goldman-Sachs - eine Dokumentation über eine Verschwörung:

Mittwoch, 12.9.2012. Eifel. Gestern war Jahrestag einer der größten Verschwörungen der Welt. Verschwörung? Ja – das war es auf jedenfall. Es gibt eine amtliche Verschwörungstheorie und einige öffentliche, die mit der amtlichen nur in Teilen übereinstimmen. Und wie das so ist in einer Welt, in der es Verschwörungen, Vertuschungen und Geheimdienste gibt, weiß man als Zeitungsleser überhaupt nicht mehr, was man glauben soll – aus lauter Verzweiflung glaubt man dann einfach das, was die Regierung als Regelmeinung herausgibt. Damit kriegt man ja auch am wenigsten Ärger. ARTE brachte nun eine Dokumentation über Goldman-Sachs – eine Dokumentation über eine Verschwörung:

Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Mit weltweit einzigartigen Verflechtungen und einem Heer aus 30.000 Bankern konnte Goldman Sachs auch in den letzten fünf Krisenjahren kräftige Gewinne einstreichen, seine Finanzkraft weiter ausbauen, seinen Einfluss auf die Regierungen stärken und sich vonseiten der amerikanischen und europäischen Justiz völlige Straffreiheit zusichern. 

Das Geschäftsgebaren der Bank ist überaus diskret. Ihr Einfluss reicht weit in den Alltag der Bürger hinein – vom Facebook-Börsengang über die Ernennung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank bis hin zum Lobbying gegen die Regulierung des Finanzsektors. Der Arm der Bank ist lang, und sie befindet sich stets auf der Gewinnerseite.

„Der Arm der Bank ist lang“ … und wenn wir nun Geschichten von 55-jährigen Frauen in Deutschland hören, die nach Streichung des Regelsatzes in ihrer Wohnung verhungern, dann merken wir, das dieser Arm direkt in unseren Alltag hineinreicht.  Wir werden noch weitere Folgen zu tragen haben – egal, wie Karlsruhe heute entscheidet.

Diese Verschwörung ist bekannt, sie läuft vor unser aller Augen ab. Eine mit „unbegrenzter Feuerkraft ausgestattete EZB“ (siehe Welt) feuert demnächst auf den Bundeshaushalt, auf die Rentenkassen, das Gesundheitswesen und den Sozialstaat … und ich wette, das es keinen Aufstand dagegen gibt. Sicher, die Angst der Deutschen vor der Armut ist größer als die Angst vor dem Krieg (siehe Handelsblatt) – wobei man schon bemerken sollte, das es solche Degenerationserscheinungen nur in Ländern gibt, in denen die letzten zwei – drei Generationen schon gar keinen Krieg mehr mitbekommen haben und eigentlich gar nicht wissen, wovon sie reden.

Dabei ist ihre desolate persönliche Situation das direkte Ergebnis eines Krieges, den die US-Superklasse seit vielen Jahren gegen Europa führt – die Superklasse und ihre Funktionseliten, die gerade in Deutschland superfest im Sattel sitzen. Nur hier wird es toleriert, das zum Beispiel Ärzte bei ständig schlechter werdenden Leistungen ungeniert und äußerst trickreich immer tiefer in die Taschen der Patienten greifen (siehe Welt), Realschullehrer Spitzengehälter für die Serienproduktion von Hartz-Kunden und Prekariatspersonal bekommen (siehe OECD-Studie im Spiegel) und die offiziell künstlich  hergelobten Leistungsträger unserer feinen Gesellschaft zu einem Förderverein von Zwangsprostitution und Menschenhandel werden (aktuell – neben VW und HMI – die deutschen Schienenproduzenten, siehe ebenfalls Welt).

Das ganze wird gestützt von einer Presse, die – direkt oder indirekt abhängig von der Superklasse und ihren Funktionären – nebenher (entgegen aller von Sozialarbeitern geschilderten Wirklichkeit) den Mythos der glücklichen Hure auf allen Kanälen verbreitet, jener Frau, die gerne für jeden Mann da ist – notfalls auch umsonst. Von solchen feuchten, pubertären Träumen berichtete man früher nur in Schilderungen aus katholischen Internaten, heute ist das publizistische Standardmeinung der … Dauerkunden.

Die Sendung bei ARTE über die Goldmänner ist sehr empfehlenswert, wiewohl sie ziemlich entmutigen kann. Sie enthält eine interessante Aussage über Formen von Korruption, die wir gar nicht als solche Wahrnehmen, weil sie entsteht, wenn viele Menschen mit der gleichen Art zu denken zusammenkommen und Entscheidungen treffen. Sind diese Menschen Psychopathen, ist jede Hemmung abgebaut, man geht auf Freund und Feind gleichermaßen los, wie Europa und seine Bürger jetzt nach den US-Bürgern (die die ersten Opfer waren, jetzt aber abgeschöpft sind) hautnah erleben dürfen – auch wir Deutschen, wenn Ende des Jahres die Rezession in Deutschland beginnt (siehe OECD-Prognose in der Welt) und wir bedingt durch die Extremwetterlagen (siehe Oxfam-Studie im Spiegel) auch in Deutschland merken, das Essen doch nicht bei Aldi im Regal wächst und man das Prekariat auch gezielt durch Preisexplosionen eliminieren kann.

Man sollte nun erwarten, das das Volk angesichts der vollständigen Vernichtung seines Wertesystems, seiner Lebensqualität und seiner Existenzgrundlagen vor lauter Wut auf den Straßen tobt … jedenfalls wäre das bei einem normalen Volk zu erwarten. Bei Griechen, Italienern, Franzosen, Spaniern, Portugiesen, Ägyptern, Syrern, Tunesiern und allen anderen halbwegs zivilisierten Freunden der Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ und Anhängern der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte ist es auch so … jedoch nicht bei den Deutschen.  Die sind bedauerlicherweise in einer ziemlich dämlichen Lage: zum einen haben sie eine ganz deutliche Pfui-Geschichte als Vergangenheit (dank neoliberalisiertem Psychopathenwahn aktuell auch eine Riesenpfuigeschichte in der Sozialgesetzgebung), zum anderen sind sie seit achtzig Jahren umerzogen worden – und zwar mal hierhin und dann wieder dorthin.

Erst kam eine Weimarer Republik und erzog sie zu Demokraten.

Dann kam ein Führer, erklärte Demokraten zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug und erzog sie zu Herrenmenschen.

Nach Vollendung der Führung und vollendeter Vernichtung des Landes kamen Amerikaner und erklärten den Führer zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug, Demokratie kam wieder in Mode.

Dann kam der Focus und erklärte Demokratie zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug (siehe Hintergrund) bzw. zu „einem zum Scheitern verurteiltem System sozialer Organisation“. Sogar unsere Kanzerin malt ja schon mal gerne das Bild der marktkonformen Demokratie an die Wand, die unser veraltetes, marodes, unbezahlbares und schlecht steuerbares defizitäres Demokratiesystem ersetzen soll – die vierte komplette Umerziehung erfolgt in nur hundert Jahren.

Schon jetzt kann man erahnen, das nach dem Ende der nächsten (Ver-)führung wieder Retter die Demokratie einführen und Merkel samt Focus zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug erklären werden.

Das System der Wirklichkeitssteuerung entlarvt sich nun ziemlich einfach an den tabuisierten Randthemen, denen sich jetzt beispielsweise der Spiegel gewidmet hat: den Kornkreisen.

Worum handelt es sich bei diesem Phänomen?

Nun – seit mehreren Jahrhunderten (siehe Kornkreise-forschung.de) erscheinen in Kornfeldern seltsame Kreismuster. Für den Bauern (der heutzutage  zwischen Hartz-Regelsatz und Friseurinnenstundenlohn wirtschaften muss) bedeuten sie empfindliche Einkommenseinbußen, der Tatbestand der böswilligen Sachbeschädigung ist mehr als deutlich gegeben (siehe 20Min.ch) – ein Aspekt, der in der Diskussion oft vergessen wird.

Ich bin auf dieses Phänomen durch einen Arzt aufmerksam geworden, der gelegentlich in der Eifel zwecks Goldschürfung unterwegs ist und selber Zeuge dieses Phänomens wurde. Offenbar entstehen über Nacht ästhetisch sehr beeindruckende Muster im Korn, die auf eine hohe Intelligenz der Kunstschaffenden schließen lassen, ebenso auf perfekt getarnte Operationen, die über eine hochtechnisierte Ausrüstung und der personellen Ausstattung und Logistik eines Großkonzerns verfügt – hören wir dazu den Spiegel-Autor:

Die Nachricht vom südenglische Phänomen hatte die Zahl der weltweit gemeldeten Kornkreis-Sichtungen rasant ansteigen lassen, und ihre Erschaffung entwickelte sich zu einer wahren Kunstform mit immer komplizierteren Figuren aus Kreisen, Linien und Vielecken, für die weit mehr als nur ein paar Bretter und Seile nötig waren. Einige der Künstler orientieren sich mittlerweise mittels Laser oder GPS-Geräten. Die Halme selbst, so schrieb der Physiker Richard Taylor von der University of Oregon, könnten mit sogenannten Magnetronen mittels Mikrowellenstrahlung umgelegt werden. 

Doug Bower und Dave Chorley indes gelten in Kornkreismacherkreisen als die Begründer dieser neuen Kunstform, ihre selbstauferlegten Regeln als ungeschriebene Gesetze. Dazu gehört, dass das Getreide nur gebogen, nicht gebrochen werden darf. Die Piktogramme müssen während der Nacht entstehen und ihre Erschaffer das Feld verlassen, ohne menschliche Spuren zu hinterlassen.

Gut, diese Erkenntnis steht etwas im Gegensatz zu den Behauptungen bekennender deutscher Kornkreisschöpfer (siehe Kornkreise.de), aber mit solchen Verblüffungen muss man in Tagen der Umerziehung leben.

Bis heute sind ca. 6000 dieser Kornkreise beobachtet worden, jedes Jahr kommen ein paar hunderte hinzu. Die Organisation, die mithilfe von Mikrowellenkanonen, GPS-Geräten und Lasern in großem Umfang Ernten vernichtet, bleibt vollkommen im Dunkeln, allerdings lässt sich anhand der mathematischen Gleichungen, die in den Mustern verborgen sind (siehe beispielsweise Shortnews, Heise, Zeit), schließen, das es sich um führende mathematische Köpfe der Menschheit handeln muss.

Wir schlucken diese Verschwörungstheorie ohne weiteres – obwohl bis heute noch kein hochgerüstetes Kornkreiskommando auf frischer Tat ertappt wurde, weil sie mit höchster organisatorischer Effizienz nach im Dunklen und absoluter Stille vollbrachter Tat spurlos aus der Gegend verschwinden.  Außer der Schweizer Polizei jagt auch niemand die Täter, obwohl sie insgesamt Schäden in Millionenhöhe verursachen (was wieder irgendwie an die Goldman-Sachs-Geschichte erinnert – auch dort sind Mathematiker im Spiel, auch dort findet keine Strafverfolgung statt – allerdings sind die Schäden um ein vieltausendfaches höher).

Es wäre doch eine hochinteressante Geschichte, welche Organisation hier versucht, die Menschheit zum Narren zu halten – und das mindestens über ein Vierteljahrhundert hinweg.  Immerhin haben wir es hier – wie bei Goldman-Sachs – mit einer internationalen Verschwörung zu tun, die gezielt und absichtlich einen Mythos produziert, der zu äußerst irrationalen Deutungen einlädt: das scheint mir schon mehr als grober Unfug zu sein.

Was aber tun „wir“, die Gemeinschaft der Umerzogenen?

Wir fragen gar nicht mehr weiter.

Das auf der Basis von Magnetronen schon EMP-Waffen entwickelt worden sind, erfährt man nur nebenbei durch Wikipedia, das diese Waffen für manch einen unerklärlichen Stromausfall der letzten Jahre verantwortlich sein kann, muss man sich selber denken, das die USA solche Waffen schon längst besitzen (siehe Spiegel aus dem Jahre 2003), wir aber nicht erfahren, wo und wie die heute schon im Einsatz sind, soll uns nicht weiter interessieren. Vielleicht sind sie ja schon 1965 angetestet worden, als es im Zusammenhang mit dem „großen Stromausfall in Nordamerika“ zu unerklärlichen Blitzen über Syracuse kam (siehe Wikipedia). Syracuse? Ja, genau dort gibt es eine US-Militärbasis, die auf sich aufmerksam machte, als sie für ihre Anlage Röhrentechnologie aus der Sowjetunion beziehen musste (siehe Wikipedia), Röhrentechnologie, die – wie man heute weiß – gegen EMP-Impulse unanfällig ist.

Wir gewöhnen uns halt an eine Kultur, die durch einen ökonomischen Putsch die Grundwerte des christlichen Abendlandes vernichtet, die Nachfragen verhindert und jedes kritische Denken als „esoterisch“, „verschwörungstheoretisch“ oder „hysterisch“ brandmarkt.

Was kaum einer merkt: wir befinden uns da ganz akut in einem System, das die Psychopathologisierung des weltanschaulichen Gegners wie selbstverständlich handhabt … obwohl wir doch wissen, das dies ein Merkmal menschenverachtender, stalinistischer Systeme war: wer Dinge für möglich hält, die ausserhalb der staatlich definierten Weltsicht existieren, kann einfach nur geistig krank sein (… während gleichzeitig die räuberischen Goldmänner als Leistungsträger und Helden des Marktes gefeiert werden).

Die Realität dieser stalinistischen Systeme in unserem Alltag ist uns aber inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen, das wir sie gar nicht mehr bemerken: Umerziehung und Wirklichkeitssteuerung haben eine perfekte Scheinwirklichkeit aufgebaut, die nur gelegentlich am Rande von anderen nicht vordefinierten Wirklichkeiten gestört wird … zum Beispiel durch Kornkreise, Ufos, Nahtodeserfahrungen, religiöse Erlebnisse oder philosophischer Reflexionen, denn all das hat in der Goldman-Sachs-Welt keinen Platz.

Unabhängig davon, ob es nun El-Kornkreisaida, Erdgeister oder Weltraumtouristen waren, die dort Spuren im Sand (bzw. im Korn) hinterlassen haben, fordern diese Kreise unsere Wissenschaft zu Erklärungen heraus … Erklärungen, die letztlich zeigen, das wir uns auf einem wissenschaftlichem Niveau bewegen, mit dessen Hilfe man auch beweisen könnte, das die Erde eine Scheibe ist.

Noch ein Schmankerl dazu? Die Seite „Wissenschaft im Dialog“ steht mit hehrem Anspruch im Netz:

Weil Wissenschaft und Forschung die Lebensbereiche aller Menschen tiefgreifend verändern, bringt die Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Menschen aller Altersgruppen und Bildungsgrade ins Gespräch und engagiert sich für den Austausch und die Diskussion über Forschung in Deutschland.

Wer schreibt dort einen „wissenschaftlichen“ Artikel über Kornkreise und erklärt mit zehn Sätzen ein Phänomen, für das US-Forscher immerhin schon Mikrowellenwaffen ins Spiel bringen?

Der Einzelhandelskaufmann Werner Walter (siehe Wikipedia), der mit seinem „unwissenschaftlichem“ und „polemischem“ „Ein-Mann-Netzwerk“ seit Jahren einen Kreuzzug gegen alles mögliche führt.

Mag es sein, das unsere wissenschaftliche Elite angesichts dieses Niveaus wirklich in den Untergrund abgetaucht ist und nur noch über Kornkreise mit uns kommuniziert?

Denkbar wäre es.

Zurück jedoch von dem kleinen Exkurs über ein umstrittenes Randphänomen der menschlichen Wahrnehmung, das im Prinzip erstmal an sich völlig bedeutungslos ist (nebenbei bemerkt: was würde sich für uns eigentlich ändern, wenn dort im Korn keine Geheimorganisation tätig ist, sondern jugendliche Aliens, die auf ihren Weltraumsurfbrettern mal eben bei den „nackten Affen“ halten, um ihnen einen Schabernack zu spielen … so wie unsere Kinder schon mal einem Hund einen Knochen an den Schwanz binden, damit der sich zu ihrer Belustigung selber jagt) hin zu der Bedeutung, die die Behandlung dieses Phänomens für die Widerstandskraft der menschlichen Gesellschaft hat.

Umerziehung und gesteuerte Wirklichkeiten machen es möglich, das mit dem heutigen Urteil der Karlsruher Richter zum ESM (siehe Spiegel) die Schleusen für grenzenlose Transaktion europäischer Steuergelder in Goldman-Sachs-Regionen geöffnet werden (bei gleichzeitigen üppigen Gehalterhöhungen für Beamte in Europa und Deutschland – siehe Welt) …. und die deutschen Bürger trotzdem nicht die Goldman-Sachs-Niederlassungen stürmen – obwohl ARTE die Verschwörung gegen den europäischen Wirtschaftsraum detalliert aufgezeigt hat.

So erklärt sich, warum deutsche Bürger seit Jahren Unverschämtheiten von Politik und Wirtschaft schlucken, ohne auf die Barrikaden zu gehen … und man merkt, warum ein vergleichsweise harmloses Phänomen die Wurzeln des Systems angreift – eines Systems, was via Goldman-Sachs die Vermögenswerte des europäischen Kontinents abgreift.

Beschäftigen wir uns nämlich zu sehr mit alternativen Realitäten, könnten wir womöglich auf die Idee kommen, das die Goldman-Sachs-Realität gar nicht so alternativlos ist, wie Kanzlerin und Wirtschaftswissenschaft uns glauben machen wollen.

Insofern … sind die Kornkreismacher echte Widerstandskämpfer, die sehr zum Denken anregen.

Eigentlich seltsam, das die nicht von Europol gesucht werden … allein schon wegen der systematisch hervorgerufenen Ernteschäden in Zeiten knapper werdender Nahrung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stellungnahme des Taxpayers Association Europe, Bund der Steuerzahler (Bayern) zum ESM Vertrag

(Aus den Kommentaren zu diesem Artikel gefischt, weil es zu lang und zu interessant ist, um als Kommentar unter einem anderen Artikel zu schlummern. Das nächste mal hätte ich längere Texte gerne als Text-Datei an gastbeitrag@nachrichtenspiegel-online.de . Rbb)

Markus Regenberg (der Mann mit den einprägsamen und und leicht zu merkenden Domainnamen) aus Krefeld schrieb:

Hier die Stellungnahme des
Taxpayers Association Europe
Bund der Steuerzahler (Bayern)
Der Präsident
Offener Brief
An Herrn
Bundespräsidenten
Dr. Joachim Gauck
Schloss Bellevue
Spreeweg 1
10557 Berlin
31.08.2012

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
in Ihrem Stern-Interview (Stern-Extra 3/2010: „Die Geschichte der Deutschen“) führen Sie aus, dass die DDR-Bürgerrechtler nach der Devise handelten: Wir sind das Volk – die Politiker haben ihren Job zu tun, aber wir, das Volk, kontrollieren sie. Wir fügen heute hinzu: Das sind die Spielregeln der Demokratie! Dies schließt – wie Sie wiederholt dargelegt haben – Dienerschaft der Bevölkerung und deren Bevormundung durch Regierung und Parteien aus. Diese allgemeinen Freiheits- und Kontrollrechte bilden den innersten Kern der demokratischen Rechte unseres Volkes. Damit steht die Verteidigung dieser Rechte grundsätzlich turmhoch über den behaupteten (angeblich alternativlosen!) Notwendigkeiten der „Banken- oder Eurorettung“. Recht kommt vor Finanzen!
In diesem Sinne haben Sie erst kürzlich im ZDF-Sommerinterview an die Bundesregierung, namentlich an die Bundeskanzlerin, dringlich appelliert, der deutschen Bevölkerung sehr detailliert zu erklären, was der ESM beinhalte und für sie fiskalisch bedeute, welchen Preis also die Deutschen im Ergebnis zu zahlen haben. Für die Vorbehalte und Sorgen ungezählter Bürger gegen den ESM äußerten Sie Verständnis und begrüßten insoweit die Klagen zum Bundesverfassungsgericht: Manchmal fehle der Politik die Energie, der Bevölkerung sehr offen zu sagen, was eigentlich passiere. Das war sehr höflich ausgedrückt, denn nach unserer Meinung fehlt der Wille zur Aufklärung! Wir gehen sogar so weit zu behaupten, dass die Politik in Sachen Eurorettung und geplanter Installation der ESM-Mega-Bank die Bevölkerung bewusst im Dunklen lässt bzw. täuscht, damit dieser monströse Geldumverteilungsmechanismus, der alle Staats- und Bürgerfinanzen komplett vernichten wird, dauerhaft installiert werden kann. Und dabei wird – wie inzwischen allgemein bekannt – nicht etwa Vermögen von deutschen Bürgern an griechische, spanische oder andere Bürger verteilt: Vermögen und zukünftige Einkommen der Bürger werden vielmehr – ohne Legitimation und Kontrolle durch diese – rücksichtslos auf das finanzielle Schlachtfeld „Eurokrise“ geworfen, um ständig neue, bodenlose Finanzlöcher von Staaten, Banken und einzelnen Wirtschaftssektoren zu stopfen.
Tatsächlich werden, unter Beihilfe der Politikerklasse, mit jeder Zahlung an Drittstaaten oder Banken die Kreditrisiken des weltweiten Großkapitals in Billionenhöhe sukzessive und praktisch unbemerkt auf die europäischen Steuerzahler und Bürgern dauerhaft übertragen. Im Endeffekt werden Verluste aus privaten Risikogeschäften vergemeinschaftet, etwaige Gewinne aber verbleiben bei der Finanzoligarchie. Das ist ein unzumutbares, ebenso dreistes wie schmutziges Geschäftsgebaren, denn weshalb sollen normale Bürger zu ihrem Nachteil die Risiken von riskanten und spekulativen Geldgeschäften reicher Leute oder von Drittstaaten übernehmen. Weshalb mutet unsere Regierung dem Volk so etwas zu? Geschieht dies dennoch, werden unsere Bürger zwangsweise zu Dienern der lizenzbefreiten (Art. 32 Abs. 9) ESM-Mega-Bank und – als unmittelbare Folge – der weltweiten Großfinanz. Dies vor allem deshalb, weil sich der ESM sein Betriebskapital gemäß Art. 8 Abs. 2 ESM i.V.m. Art. 21 Abs. 1 ESM hauptsächlich über Kreditaufnahme (Eurobonds)1 am offenen Markt beschafft, das heißt bei den üblichen internationalen Großkreditgebern!
Was macht es für einen Sinn Banken und ihre Hintermänner zu schützen, wenn dadurch ganze
Staaten und deren Bevölkerung wirtschaftlich zugrunde gehen. Die Gesamtheit der Bürger verdient selbstverständlich höheren Schutz als jedwede Bank, mag diese behauptlich noch so systemrelevant sein. Es ist aberwitzig zu glauben, über den Schutz der Banken schütze man den Bürger! Das Gegenteil ist richtig! Den Bürger soll man, wenn notwendig, direkt schützen – aber nicht über ebenso grenzenlose wie unkontrollierbare Rettungsmilliarden an Banken und marode Drittstaaten. Wer im Wirtschaftsleben nicht überlebensfähig ist, für den ist das Insolvenzrecht da – auch für Großbanken – aber nicht der Geldbeutel des normalen Bürgers!
Wir haben als erster Verband schon frühzeitig den ESM, den Fiskalpakt und das ESMFinG umfassend kommentiert und in der Folge hierüber zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt. Wir wissen sehr genau um die vielfache Rechts- und Verfassungswidrigkeit des ESM (und damit auch der Begleitgesetze). Der ESM ist so oder so bei juristischer Betrachtung Null und Nichtig. Die dem ESM immanente Nichtigkeit kann – nach unserer Rechtsordnung – nicht durch Bundestags- und Bundesratsbeschlüsse beseitigt werden. Natürlich können nichtige Verträge nicht durch Richterspruch des BVerfG bzw. des EuGH legalisiert oder ersetzt werden.
Der ESM führt unmittelbar zur Abschaffung des souveränen, demokratischen deutschen Nationalstaates. Wenn aber die Politik mittels ESM die Demokratie und den deutschen Nationalstaat beseitigen will – sofern dies überhaupt möglich ist! – bedarf es dazu einer Volksabstimmung und zwar vor der Installation des völlig unkontrollierbaren und illegalen ESM-Mechanismus. Denn dessen unmittelbare Folge ist, dass damit die deutsche Finanzhoheit endet und auf den ESM und andere supranationale Institutionen übergeht.
Wenn die Entscheidungsmacht über die eigenen Finanzen (Bundes- und Länderhaushalte) verloren geht, hat das Volk im Staat nichts mehr zu sagen. Es erübrigen sich dann u.a. Bundestagsabgeordnete als Repräsentanten des Volkes vollständig.2 Ein Staat ohne finanzielles Entscheidungsmonopol der Bürger ist kein demokratischer Staat mehr! Es gilt dann nur, was der Gouverneursrat des ESM in seiner grenzenlosen Weisheit beschließt.
Die Regierung behauptet, die hochbrisante Finanzlage mache den Einsatz der schlagkräftigen ESM-Finanz-„Bazooka“ unter Gouverneursführung (mit quasi diktatorischen Aufgaben und Rechten, AdU) notwendig. Das Amt des Diktators war in der Zeit der frühen bis späten Römischen Republik ein mit umfassenden Vollmachten ausgestattetes politisches Amt (ca. 80 Diktatoren in rund 450 Jahren). Nach dem Gesetz wurde der Diktator zur Lösung genau umrissener Notsituationen des Staates für maximal 6 Monate bestellt. Auch während der kurzen Dauer der Diktatur behielt der Senat (vor über 2100 Jahren) die unbedingte Finanzhoheit! Und regelmäßig stellten die Diktatoren ihre geplanten Maßnahmen und
Siehe hierzu Fußnoten 63, 64 zu Art. 21 ESM-Kommentierung
Ob die dem ESM zustimmenden Bundestagsabgeordneten diese Konsequenzen ihrer beschlussmäßigen „Selbsterübrigung“ überhaupt erkannt haben, dürfte zu bezweifeln sein.
Gesetze dem Volk zur Abstimmung, um hierdurch eine breite Basis der Akzeptanz der Maßnahmen zu erlangen. Mit Lösung der Aufgabe endete das diktatorische Amt und wurde niedergelegt (letzter Diktator vor Caesar3 [Ende der Republik] war Sulla). Auf diese Weise wurde in der römischen Republik (bis ca. 79 v.Chr.) der den Römern verhassten, dauerhaften und unbegrenzten Herrschaftsgewalt Einzelner entgegen gewirkt.
Heute installiert der ESM eine Art ESM-Gouverneurs-Diktatur über Europa. Die hierfür erforderlichen Mittel haben – wie immer – natürlich die Beherrschten, die Bürger der Eurostaaten, selbst zwangsweise aufzubringen. Im krassen Gegensatz zur „guten“ römischen Diktatur der Republik ist die kurz bevorstehende ESM-Finanzdiktatur
a) inhaltlich, insbesondere finanziell unbegrenzt,
b) zeitlich unbegrenzt,
c) sieht keine Amtsniederlegung vor,
d) sieht keine Selbstauflösungsverpflichtung des ESM vor,
e) schließt den Austritt aus dem diktatorischen Endlossystem aus,
f) und lässt das Volk über geplanten diktatorischen Maßnahmen nicht entscheiden.
Einfach ausgedrückt: Mit dem ESM ist das Geld weg, die ewige ESM-Gouverneurs-Diktatur ist da!
Schon grundsätzlich stellt sich die Frage nach dem Sinn des „dauerhaften ESM Rettungsschirms“: Hier liegt ein Widerspruch in sich, denn dauerhafte Rettung setzt dauerhafte Finanzprobleme voraus, die doch der ESM angeblich lösen soll. Tatsächlich wird die „Finanzkrise“ als Vorwand benutzt um die Demokratie abzuschaffen, mit dem Ziel, über das Geld der Bürger und damit über diese selbst zu herrschen!
Der ESM ist so konstruiert, dass die Mittelkontrolle und Mittelverwendung des ESM-Kapitals dem Volk entzogen und auf eine kleine Gruppe von „ESM-Vermögensverwaltern“ übertragen wird. Diese wiederum werden ausnahmslos für ihre Aufgaben und Posten nicht demokratisch bestimmt sein. Wer konnte denn beispielsweise bei der letzten BT-Wahl erahnen, dass die Politikerklasse nach der Bundestagswahl (!) die Ungeheuerlichkeit und Maßlosigkeit besitzen würde, eine ESM-Mega-Bank4 mit dem jeweiligen Finanzminister als Gouverneur zu installieren, ohne vorher das Volk zu befragen! Dass auch die übrigen „ESM-Amtsträger“ in keiner Weise demokratisch legitimiert sind, kommt noch hinzu. Von Steuerfreiheit, Immunität, Handlungs- und Haftungsfreiheit sowie fehlender wirksamer Kontrollmöglichkeiten der ESM-Mitarbeiter ganz zu schweigen! Unsere Kommentierungen weisen aus, dass der ESM ein völlig illegales „Rechtskonstrukt“ ist, unserem Rechtssystem gänzlich fremd, diesem widerspricht und völlig antidemokratisch, antirepublikanisch ist. Jeder verständige Bürger, der sich mit dem ESM näher befasst, begreift dies ganz instinktiv auch ohne großen juristischen Sachverstand. Gegen weitere finanziell verantwortungslose, geradezu aberwitzige, unbezahlbare ESM-Haftungsverpflichtungen und Garantieversprechen5 unserer Regierung, haben wir vor kurzem die Aktion www.stop-esm.org ins Leben gerufen. Deren vorrangiges Ziel ist die umgehende Betriebsaufnahme des ESM zu stoppen und diese von einer Volksabstimmung abhängig zu machen. Sollte dies nicht gelingen, ist das weitere Ziel der Aktion die spätere Beseitigung des ESM und der Negierung aller ESM-Haftungsverpflichtungen.
Cäsar wurde wegen Umwandlung des gesetzmäßigen Amtes des Diktators in eine Diktatur (nach heutigen Sinngehalts, AdU.), also eine antirepublikanische und dauerhafte Einzelherrschaft, umgebracht. Vorher hatte der Senat (!) der dauerhaften Diktatur Caesars zugestimmt. Danach wurde das Amt des Diktators abgeschafft.
Mit zunächst 700 Milliarden Kapital (= 140-faches Kapital der Bundesbank!)
Garantien sind gefährlicher, weil direkter als Bürgschaften!
Aufgrund der massiven Verschleierungstaktik der Regierung, hat die Masse der Bevölkerung von der Existenz des ESM nur eine nebulöse Ahnung. Voll und ganz unterstützen wir deshalb Ihren Appell an die Regierung, die notwendige vorherige Aufklärungsarbeit zu leisten.
Wir haben in den vergangen Monaten unablässig europaweit Öffentlichkeitsarbeit geleistet und –
zusammen mit vielen anderen verdienstvollen Organisationen – insbesondere über den ESM aufgeklärt. Zu 99 % war die erste Resonanz der Bürger – quer durch alle Schichten! – Unglauben bis hin zum Erschrecken. Stets kam die Frage, warum unsere Politiker „so etwas machen und ob sie das überhaupt dürfen.“ Inzwischen haben sich zehntausende mündige und wache Bürger unserer Aktion www.stop-esm.org angeschlossen.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, wir wissen nicht, wie die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes am 12.09.2012 ausfallen wird. Wir enthalten uns insoweit jeder Einflussnahme. Sollte aber der ESM die Gerichtshürde passieren und Ihnen zur Unterschrift vorgelegt werden, ersuchen wir Sie höflich, diese Unterschrift im Interesse unserer demokratischen und freien Bürgerschaft zu verweigern und sie von einer vorherigen neutralen Aufklärung der Bürgerschaft und nachfolgen der Volksabstimmung über den ESM abhängig zu machen. Wir sind das Volk, wir kontrollieren und entscheiden. Ist das nicht mehr möglich, dann endet in Deutschland erneut die Demokratie.
Wer wüsste das besser als Sie, Herr Bundespräsident!

Mit vollkommener Hochachtung
Rolf von Hohenhau
(Präsident)
Taxpayers Association Europe
Bund der Steuerzahler (Bayern)

Der ESM, seine Ursachen und seine grausamen Folgen: die Bankendiktatur beginnt

Montag, 2.7.2012. Eifel. Der erste Arbeitstag in postdemokratischen Verhältnissen - aber wir dürfen nicht darüber reden, das empört die Parlamentarier. Immerhin will keiner die Verantwortung für die sozialen Schrecken übernehmen, die jetzt folgen werden. Ist wie "früher" (aber auch das hören die Parlament-Arier nicht gerne): den Hitler hat auch keiner gewählt und an die Macht gebracht, das Deutsche Volk bestand aus einem geschlossenen Block von Widerstandskämpfern, die alle dicht vor der Hinrichtung standen. Man kennt die Systematik also schon. Die Medien sind sich der Dramatik der Ereignisse bewußt - Spiegel-online zum Beispiel, das meistgelesene politische Onlineportal bringt heute erstmal nach Seitenaufruf drei Artikel über Fußball, es folgt einer über türkische Querelen an der Grenze zu Syrien und die Leidensgeschichte von zwei Familienhelfern im Auftrage des Jugendamtes. Signalwirkung: alles ist bestens in Ordnung, wir haben Zeit für Marginalien. Ist ja auch sonst nichts weiter passiert - außer, das wir in Zukunft die Verfügungsgewalt über all unser Geld unangreifbaren Gouverneuren einer internationalen Finanzorganisation übertragen, die nach Belieben hochdodierte Mitarbeiter einstellen können - und schon kann man erahnen, mit welchen Methoden der Deutsche Bundestag auf Kurs gebracht wurde: es winken wieder lukrative Pöstchen mit leistungslosem Spitzeneinkommen. Da wird er schnell schwach, der deutsche Abgeordnete.

Montag, 2.7.2012. Eifel. Der erste Arbeitstag in postdemokratischen Verhältnissen – aber wir dürfen nicht darüber reden, das empört die Parlamentarier. Immerhin will keiner die Verantwortung für die sozialen Schrecken übernehmen, die jetzt folgen werden. Ist wie „früher“ (aber auch das hören die Parlament-Arier nicht gerne): den Hitler hat auch keiner gewählt und an die Macht gebracht, das Deutsche Volk bestand aus einem geschlossenen Block von Widerstandskämpfern, die alle dicht vor der Hinrichtung standen. Man kennt die Systematik also schon. Die Medien sind sich der Dramatik der Ereignisse bewußt – Spiegel-online zum Beispiel, das meistgelesene politische Onlineportal bringt heute erstmal nach Seitenaufruf drei Artikel über Fußball, es folgt einer über türkische Querelen an der Grenze zu Syrien und die Leidensgeschichte von zwei Familienhelfern im Auftrage des Jugendamtes. Signalwirkung: alles ist bestens in Ordnung, wir haben Zeit für Marginalien. Ist ja auch sonst nichts weiter passiert – außer, das wir in Zukunft die Verfügungsgewalt über all unser Geld unangreifbaren Gouverneuren einer internationalen Finanzorganisation übertragen, die nach Belieben hochdodierte Mitarbeiter einstellen können – und schon kann man erahnen, mit welchen Methoden der Deutsche Bundestag auf Kurs gebracht wurde: es winken wieder lukrative Pöstchen mit leistungslosem Spitzeneinkommen. Da wird er schnell schwach, der deutsche Abgeordnete.

Viele wird das jetzt nicht interessieren. Es ist zwar in Deutschland noch nicht so schlimm wie in Griechenland, wo die zwei Drittel der Bevölkerung dank der weisen Politik internationaler Finanzorganisationen unterhalb der Armutsgrenze leben, aber viel Geld, das man noch klauen kann, haben die meisten, die Zeit haben, Zeitungen zu lesen, sowieso nicht mehr. Vielleicht hilft da eine kleine Geschichte aus den USA (unserem großen Vorbildland), um unsere Zukunft etwas greifbarer zu machen? Bitte schön, Quelle: Yahoo.

In den USA machen jetzt ganz neue Gepflogenheiten die Runde. Da musste doch tatsächlich eine Mutter die Straßenreinigung bezahlen, weil eine betrunkene Idiotin dort ihren Sohn über den Haufen gefahren hat. Gut – uns Deutsche erschrickt das jetzt nicht wirklich: immerhin müssen wir unser Eigenheim, unsere Sparverträge und Altersvorsoge aufbrauchen, wenn der Konzern nach Ablauf der Staatshilfen lieber in Rumänien weiterproduziert, wo neue EU-Hilfen winken, aber ich hoffe, es reicht, um zu illustrieren, was geschieht, wenn der Staat kein Geld mehr hat, weil er alles nach Brüssel schicken muss.

Das der DAX explodierte, ist kein Wunder. Mit nur ein paar geschmierten Mitarbeitern in entscheidender Position ist es in Zukunft möglich, jeglichen Ramsch an den Mann  zu bringen – finanziert durch Kredite, die letztlich der Steuerzahler bezahlt.  Panzer, U-Boote, Flugzeuge – nur her damit, die „Waffenrepublik Deutschland“ verkauft gern auf Pump an jedermann, wenn nur der deutsche Steuerzahler letztlich dafür aufkommt. Luxusautos für den parlamentarischen Fahrdienst? Schon gebongt. Neue, hochriskante Finanzprodukte? Schon in Arbeit, leistungsloses Einkommen auf Halbgottniveau wird jetzt ganz schnell möglich dank der Spendenbereitschaft Deutschlands, einem Land, das gerne seine sozialen Gemeinschaftsleistungen zusammenstreicht, wenn es gilt, asoziale Millionärsvermögen zu schonen.

Pünktlich zur Öffnung der Geldschleusen findet auch Frankreich ein größeres Loch im Staatshaushalt – wen überrascht das noch? Jetzt, wo die ganz große „Bazooka“ herausgeholt wurde, wird die Zahl der Notleidenden sich deutlich erhöhen. Seltsam, das die Prinzipien, die für jeden deutschen Arbeitslosen gelten, keine Rolle spielen, wenn es um das ganz große Geld geht: hier wäre es undenkbar, das man alle Ansprüche der Globalisierungsopfer an Unterhaltungselektronik und Mobilität berücksichtigt – aber bei den großen Banken sieht das anders aus, die haben ein „Schonvermögen“, von denen man den deutschen Sozialstaat mehrfach finanzieren könnte – auf ganz anderem Niveau.

Der Grund für den Unterschied?

Arbeitslose vergeben keine Jobs an ausrangierte Politiker.

Dort, wo die Jobs aber im Angebot stehen, stört es nicht weiter, das hier demokratiefreie Räume entstehen, in denen ein demokratiefernes Direktorium den Erpressungen der Bankenwelt hilflos ausgeliefert ist. Man versteht auf einmal, warum die ihre rechtliche „Immunität“ brauchen.

Das wir als deutsche Bürger zahlen – wie auch die Italiener, Spanier, Franzosen, Griechen, Portugiesen, Zyprioten, Belgier, Holländer, Griechen und sonstige Europäer – ist alternativlos. Der Grund dafür ist schnell gefunden: unsere Leistungelite hat uns als Volk in eine Situation hineinmanövriert, die nicht mehr zu beherrschen ist. Das erkennen die „Märkte“ … und ziehen sich schon mal mit guten Gründen aus den deutschen Staatsanleihen zurück, siehe Bazonline

«Wir erwarten, dass Deutschland seine Rolle als sicherer Hafen verlieren wird», sagte der Deutschlandchef der Allianz-Tochter, Andrew Bosomworth, der «Wirtschaftswoche».

Auf das Land kämen unabsehbare Lasten zu: «Überlebt die Eurozone, was wir hoffen und erwarten, zahlt Deutschland über Rettungsschirme und Euro-Bonds. Zerfällt sie, muss es Geld für die Bewältigung der folgenden Rezession und die Rettung von Banken ausgeben.»

Kurz: wir sind so oder so im Eimer … und folgen damit Zypern, das vor kurzem noch Haushaltsüberschüsse produzierte, jetzt aber recht hinterlistig unter den Rettungsschirm gezwungen wurde, siehe Nachdenkseiten, die zudem einen denkwürdigen Spruch bringen, an den wir uns alle noch oft erinnern werden:

Wo Brüssel regiert, gibt es bald keine blühenden Landschaften mehr.  

Wer da noch Fragen hat, sollte sich mal in seinem Alltag umschauen. Viele Familien merken gerade, das Brüssel teuer wird, weil all die kleinen lieben Kinder nun einen eigenen Reisepass brauchen, Kostenpunkt: 37,95 Euro. Oder schauen wir nach den Männern, die nach einem harten Arbeitsleben in der Regel recht früh verscheiden, während ihre Frauen locker noch mal zehn Jahre drauflegen: ab dem 21. 12. 2012 müssen sie die gleichen „Unisex“-Tarife  zahlen wir Frauen (ich nehme an, das meinten die Maya mit dem „Weltuntergang“).  Auf die Idee, mal eine Angleichung nach unten zu machen, kommt da erst gar keiner.

„Brüssel“ wird zum Synonym für „teuer“ und „alternativlos“, ein bequemes Wort, mit dem sich alle Sozialkürzungen der nächsten Jahre locker durchstehen lassen: „Brüssel“ sagt einfach alles, mit „Brüssel“ lässt sich alles  rechtfertigen … wenn zum Beispiel Hartz IV im Sinne der „unisozial“-Gesetzgebung an griechisches Niveau angepasst wird und wir hier auch gar nichts mehr bekommen, wenn die Zockerbanken unsere Realwirtschaft völlig ruiniert und Brüssel uns völlig ausgesogen hat.

Natürlich kann man vermuten: das ist jetzt alles übertrieben. Die Kritiker des ESM, die jetzt (siehe z.B. Süddeutsche) Verfassungklage gegen das Monster eingelegt haben, verstehen die Komplexität der internationalen Finanzmärkte einfach nicht und können den Segen, den der ESM darstellt, nicht erkennen.

Wer dieser Meinung ist, der sollte sich mal in der Welt genau das Timing anschauen, mit dem der ESM „durchgepaukt“ wurde, ich zitiere:

22.30 Uhr: So spät hat keine Bundesratssitzung seit 1950 begonnen. Doch auch die Länderkammer muss jetzt noch debattieren und über die Gesetze abstimmen. Denn sie hat auf die üblichen Fristen verzichtet, damit der Fiskalpakt zum 1. Juli in Kraft treten kann. Fünf Minuten vor Mitternacht erfolgt die Zustimmung.

Wie man sieht, war alles generalstabsmässig geplant. 1,5 Stunden hatte die Länderkammer Zeit, über das Schicksal Deutschlands zu entscheiden. Schon im Vorfeld hatte sie auf die üblichen Fristen verzichtet … und wartete geduldig auf des Votum der Abgeordneten. So eilig sind sonst nur Bankräuber.

Dazu passt, das Madame Merkel die deutsche Verfassung öfter ignoriert als jeder ihrer Vorgänger (siehe Freitag)  und sich zunehmend als Erfüllungsgehilfe jener anonymen „Märkte“ versteht, für die sie das deutsche Volk auf Euronorm zurechtstutzt, damit es „marktkonform“ ist.

Was „marktkonform“ heißt?

Der Bürger muss lassen, was die Rendite stört: Alter, Krankheit, Kinder … das alles muss weg. Aber was rede ich: jeder, der noch einen jener immer seltener werdenden ordentlichen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze hat, weiß, wie lange dieser Arbeitsplatz eine längere Krankheitsphase übersteht … oder den fünfzigsten Geburtstag.

Die Märkte selbst aber haben gerade heute wieder gezeigt, von welchem Kaliber sie sind, siehe Handelsblatt:

Mervyn King, der Chef der Bank of England, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, seiner Wut über die Finanzbranche Ausdruck zu verleihen: „Ich denke, dass inzwischen jeder verstanden hat, dass mit den Banken etwas sehr schiefgegangen ist, und wir dringend einen echten Kulturwandel brauchen.“

Der Hintergrund? Eine jener 1-A-erste-Klasse-Verschwörungen, die es nach offizielle Lesart nur bei Verschwörungstheoretikern gibt:

Rund um den Globus gehen die Regulierer dem Verdacht nach, dass ein Kartell internationaler Banken über Jahre hinweg den globalen Interbanken-Zinssatz Libor manipuliert haben soll. 

In die Ermittlungen sind etwa 20 Banken verstrickt, neben Instituten wie der Schweizer UBS und der Royal Bank of Scotland auch die Deutsche Bank.

Man wird noch merken, das die ominöse und oft kritisierte Geburtstagsfeier von Deutsche-Bank-Chef Ackermann im Kanzleramt ein Arbeitsgespräch war – mit Dienstanweisungen für die Kanzlerin, die mit ihrer braven DDR-Vergangenheit den mit allen Wassern gewaschenen Bankern nicht im Mindesten gewachsen ist.

Aber gerade deshalb ist sie ja Kanzlerin geworden – mit den gleichen vielfältigen Methoden ins Amt geschoben, wie die Abgeordneten jetzt auf Kurs gebracht worden sind. Das „Fraktionszwang“ ein Wort ist, das in einer Demokratie eigentlich gar nichts zu suchen hat, sollte man wenigstens nebenbei nochmal erwähnen.

Das dieses „Kartell von Banken“ auch die Eurokrise inszeniert hat, um mal so richtig abzuräumen, wird wohl erst im nächsten Jahrhundert in den Geschichtsbüchern stehen, dann werden wir dort vielleicht auch zu lesen bekommen, wie der 11.9.2001 mithilfe gerade dieses Bankenkartells inszeniert wurde, um den Dritten Weltkrieg einzuleiten.

Und wer weiß – vielleicht fällt dann auch auf, das „Banken“ und „Weltkriege“ auf unheimliche Art und Weise zusammenhängen … wie der Muslim-Markt aktuell anmerkt.

Das moralische und ethische Niveau des Bankenkartells gleicht auf jedem Fall dem einer beliebigen Clique von Straßenräubern, wie der aktuelle Fall wieder aufzeigt, weshalb damit zu rechnen ist, das sie vor keiner sozialen Graumsamkeit zurückschrecken werden, um an „ihr“ Geld zu kommen … „ihr“ Geld, das eigentlich unseres ist.

Mit dem ESM haben sie auf jeden Fall das erste Instrument geschaffen, um direkt politische Macht über den Geldbeutel auf den bürgerlichen Alltag auszuüben.

Zur Erinnerung: in Ruanda hatten sie damals die Macheten geliefert, mit denen dann die brutalen Massaker durchgeführt wurden.  Als „zivile Waren“ deklariert wurden sie an den Waffenkontrollen gezielt vorbeigeschleust, um den Völkermord überhaupt erstmal möglich zu machen (sieh Global Brutal, Chossudovsky, Zweitausendeins 2002, Seite 132).

Mit solchen Aktionen werden wir in Zukunft auch rechnen müssen.

Vielleicht ist schon ein solches Programm in Planung, um Menschen zu entsorgen, die wegen körperlicher Defizite wie „Alter“ nicht marktkonform sind?

An wen liefert man dann die Macheten in Deutschland?

An RTL-Zuschauer?

Zuzutrauen wäre es denen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum aus der Bundesrepublik Deutschland eine verarmende unmenschliche Diktatur wurde …

Freitag, 29.6.2012. Eifel. Kürzlich machte ich eine erstaunliche Entdeckung auf unserem Dachboden: ein „Neues Testament“ aus  dem Jahre 1940. Es lag offen herum – gehört aber weder mir noch einem anderen Bewohner des Hauses. Jemand hat mit Pflastern einen Umschlag herumgebastelt und einige Notizen hinterlassen. Kurz aufgeschlagen fand ich folgende Textstelle, die wohl oft gelesen wurde. „Du sollst aber wissen, in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen kommen, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unkeusch, wild, ungütig. Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr Wollust lieben als Gott, die da haben den Schein des gottseeligen Wesens aber seine Kraft verleugnen sie und solche meide.“ Das stammt aus Paulus zweiten Brief an Timotheus – und ich frage mich: woher kannte der Paulus den Vatikan? Oder meinte er den Deutschen Bundestag?

Für den Vatikan spricht Einiges: immerhin hat der ordentlich Dreck am stecken – der Schein des gottseeligen Wesens verdeckt Geldwäscherei, Korruption und Mordkomplotte – siehe Spiegel. Auf einmal sind Verschwörungen keine Theorien mehr, sondern nackte Realität. Wenn so etwas im Vatikan möglich ist … wäre es dann nicht denkbar, das am 11.9.2001 interessierte Kreise ein Attentat auf die Demokratie verübt haben? Mit dem Zwecke, diese so umzubauen, das sie dem eigenen finanziellen Vorteil dient? Nun – das ist undenkbar. Jedenfalls – wenn man unter den „interessierten Kreisen“ jene versteht, die Macht, Geld, die Mittel, den Einfluss dazu und den Nutzen davon hatten, nierenkranken Flüchtlingen gelingt so ein Coup natürlich von jeder Höhle der Welt aus: so jedenfalls die offizielle Verschwörungstheorie.

Auch der Deutsche Bundestag rückt da ins Visier der paulinischen Kritik, macht er doch gerade wieder mal durch gespielte Empörung auf sich aufmerksam. Der Hintergrund? Eine Attac-Gruppe hatte den Fiskalpakt mit dem Ermächtigungsgesetz verglichen. Im Spiegel findet man dazu ein paar Töne, die bei mir große Besorgnis auslösen:

Im Bundestag ist die Empörung groß, insbesondere bei Politikern von SPD und Grünen. Denn sie werden nach langen Verhandlungen mit der schwarz-gelben Koalition wohl mehrheitlich dem Fiskalpakt zustimmen. Dass dieser in die Nähe des Nazi-Regimes gerückt wird, empfindet man als politische Geschmacklosigkeit. 

Was das mit dem Paulus-Zitat auf sich hat? Nun – bei den Worten Verräter, geizig, undankbar, ungeistig, lieblos, unversöhnlich, ungütig und aufgeblasen kam mir sofort HARTZ IV in den Sinn, ein geiziges Produkt, das Menschen, die sowieso schon nicht auf Rosen gebettet sind, lieblos, ungütig, undankbar abserviert wie es einst der Führer tat – nicht umsonst ist Franz Müntefering mit ihm einer Meinung, was den Zusammenhang von ARBEIT und ESSEN angeht.

Da aber … war der Bundestag ganz ruhig.  Ganz anders jetzt:

Die Postkarte sei „ungeheuerlich“ und zeuge „von erschreckender Geschichtsvergessenheit“, schimpft Grünen-Chefin Claudia Roth. „Ich bin immer offen für harte Kritik, aber diese Form der Relativierung und Geschichtsklitterung überschreitet ein Maß, das nicht hinnehmbar ist.“

Ich bin immer offen für harte Kritik, aber wenn sie kommt, ist das nicht hinnehmbar.

Den Vogel abgeschossen hat der Juso-Vorsitzende:

„Ich finde es unglaublich, einen ohnehin immer unpassenden historischen Vergleich auf diese komplexe Thematik zu übertragen.“

Einen „immer unpassenden historischen Vergleich“? Also wäre es eher besser, wir tun so, als sei das Dritte Reich nie geschehen und könne sich deshalb auch nicht wiederholen, obwohl wir heute schon wieder eine Gesellschaft haben, die bei Arbeitsverweigerung unter großem Jubel der Presse mit dem Hungertode durch Streichung des Regelsatzes droht? Und was wäre, wenn jemand den Frondienst am Kapital aus Gewissensgründen verweigert?

Denken wir lieber nicht weiter.  Die Jugend (zu der wohl auch der Juso-Vorsitzende gehört) hat erschreckend wenig Ahnung vom Nationalsozialismus, weshalb eine aktuelle Studie (auch im Spiegel) vom späten Sieg der Diktaturen spricht. Kann sich noch jemand daran erinnern, was die Abgeordneten zum EFSF wußten?

Nichts – siehe Panorama vom 29.9.2011 bei tube.  Auch heute noch haben 431 Abgeordnete keine Meinung zum ESM – werden ihn aber beschließen, siehe  Mittelstandsnachrichten.

Dürfen wir eigentlich schlussfolgern, dass – wenn sogar der „Heilige Stuhl“ vor Verschwörungen und Mordkomplotten nicht sicher ist – dies in umso größerem Maße für Gremien gilt, die einer deutlich geringeren moralischen Größe gegenüber verpflichtet sind? Immerhin erleben wir gerade einen beispiellosen Raubzug deutscher „Geschäftsleute“ im Ausland – die Krise erweist sich für viele Kriegsgewinnler als Goldgrube, siehe Manager-Magazin:

Spanische Unternehmen bekommen wegen der Bankenkrise kaum noch Kredite, die Kriegskassen deutscher Mittelständler hingegen sind gut gefüllt – und das nutzen die hiesigen Unternehmen jetzt aus: Sie ergreifen reihenweise die Chance zu Übernahmen in Spanien.

Zu Spottpreisen werden dort moderne Hochleistungsunternehmen verkauft. Die Methode dahinter? Ganz einfach: erstmal werden Land und Banken herabgestuft – wie der jüngste Rundumschlag gegen Spanien zeigte. Dann fahren die Banken (die im Auftrag aber nicht im Sinne der Gesellschaft die Geldgeschäfte erledigen) die Zinsen solange hoch, bis niemand sie mehr bezahlen kann – was jetzt nach Griechenland in Spanien der Fall ist. Das Geld für diese Kredite nehmen die Banken selbst von der EZB – womit der deutsche Steuerzahler direkt an der Vernichtung südeuropäischer Staaten und Volkswirtschaften beteiligt ist, in denen in Folge das Geld knapp und die Kronjuwelen damit spottbillig werden.

Alternativ könnten wir auch das Geld für ein Prozent nicht den Banken sondern den Ländern leihen …. aber aus Gründen, die wir „geschichtsvergessenen“ Kleinbürger nicht verstehen, geht das nicht: der Raubzug deutscher Unternehmen im Ausland wäre schlichtweg nicht möglich, die Souveränität von Staat und Regierung wäre unter diesen Umständen nicht angreifbar.

Im Prinzip stülpt gerade „schwarz-gelb“ dem Kontinent jenes HARTZ IV über, das „rot-grün“ in Deutschland eingeführt hat. Da sind die Reihen fest geschlossen. Hierzulande hat man sich Münzsammlungen, Sparverträge und Immobilien der Arbeitslosen angeeignet – im Ausland führt man das erfolgreiche Geschäftsmodell in großem Stil weiter – mit den Mitteln der deutschen Steuerzahler. Vielleicht ist das der Grund, weshalb der Deutsche Bundestag gegen Hitlervergleiche im Ausland nicht im gleichen Maße protestiert – und, mal ehrlich: wäre an dem Vergleich nichts weiter dran, würde sich doch auch keiner aufregen, oder?

Schauen wir doch mal genauer hin.

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung waren 2008 knapp 1,4 Millionen Deutsche in Parteien organisiert. Und wie stellen sich diese Parteien dar? Schauen wir nach Wikipedia:

Kritikpunkte sind:

  • der Fraktionszwang
  • die Parteienfinanzierung und Spendenskandale, allg. Korruption
  • Populismus, mangelnder Mut, eine Minderheiten-Meinung zu vertreten aus wahlkampftaktischen Gründen
  • Vetternwirtschaft
  • Entstehen einer Oligarchie
  • mangelnde innerparteiliche Demokratie
  • zu geringe Unterscheidung im politischen Handeln
  • Erschaffen von Feindbildern im Wahlkampf, um von eigenen Fehlern abzulenken / mangelnde Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen / Arroganz
  • Bereitschaft ökonomisch unsinnige Entscheidungen zu treffen, um damit den politisch nicht fachkundigen Teil der Bevölkerung zu überzeugen (Häufiger Kritikpunkt von Seiten der Ökonomen)

Obwohl sie sowieso nur knapp 1,75 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, bestimmen sie 100% der Politik. Aufgrund von Fraktionszwang, Rücksichtnahme auf Finanziers und mangelnder innerparteilicher Demokratie reduziert sich die Anzahl der Entscheidungsträger in Deutschland auf ein winziges Gremium, das mit der Hand am Geldhahn die Lebensbedingungen von 98,25 % der Bevölkerung bestimmt … jenen 99%, die in den USA noch auf die Straße gehen.

Die NSDAP – Sinnbild der politischen Diktatur – hatte 1933 2,5 Millionen Mitglieder, 1939 5,3 Millionen und 1945 8,5 Millionen, siehe Wikipedia.  Offenbar kamen die deutlich besser an – trotz Krieg.  Aber: dank der Hartz-Jusos brauchen uns diese Zahlen nichts zu denken geben – wir verdrängen die dunklen Jahre lieber und schauen noch vorne, um sie zu wiederholen.

Offiziell wird bezweifelt, das die Parteien jemals die Macht haben sollten, die sie heute ausüben. Hierzu findet man bei der Uni Münster einige Zitate:

„Mit dem Parteiengesetz verfügen die Parteien auf dem Umweg über den Gesetzgeber über sich selbst. Von ihren Rechten ist ziemlich eindrucksvoll die Rede, wenn auch der tatsächliche Umfang ihres Einflusses bei weitem nicht erfaßt ist. Die festgelegten Pflichten sind dürftig genug und beziehen sich im wesentlichen auf organisatorische Verfahrensfragen.“ [von Weizsäcker:1992, S. 140]

Damals hatten SPD und FDP noch Lob für diese Kritik über, eine Kritik, die heute undenkbar ist – erst recht, weil dank intensiver Vernachlässigung der politischen Bildung (auch durch die Parteien) kaum noch jemand weiß, was „Diktatur“ eigentlich ist … und welche Folgen sie für den Regelsatz (und später für die Renten) hat. Doch lauschen wir noch weiter:

Noch umfassender fällt die Kritik an den Parteien beim Verwaltungswissenschaftler von Arnim aus: „Die Bürger haben keine Möglichkeit, wirklich ihre Meinung kundzutun; sie werden eher entmündigt. An ihre Stelle sind die politischen Parteien getreten, die aber ihre Funktion als Sprachrohre des Volkes nicht erfüllen. Sie wirken nicht an der politischen Willensbildung mit, sondern beherrschen sie weitgehend und unterlaufen die Gewaltenteilung.“ [von Arnim: 1993, S. 7]

Schaut man weiter, wird es erst recht spannend … und man sieht, das „Partei“ schon längst wieder jene Macht inne hat, die sie 1933 – 1945 besaß – nur nicht mit so vielen Gefolgsleuten beim Volk.

 „Längst hinausgewachsen über ihre engeren politisch-parlamentarischen Funktionen, bestimmen die Parteiorganisationen durch die Besetzung von Rundfunk-und Fernsehräten über Personal und Programme der Rundfunkanstalten, über die Ministerialorganisationen in Bund und Ländern, über Spitzenpositionen im Versicherungs-,Banken-und Sparkassenwesen und über Positionen in Vorständen und Aufsichtsräten der größten Industrieunternehmen. Die Parteien sitzen auf allen Ebenen des politischen und ökonomischen, des sozialen und kulturellen Lebens fest im Sattel.“
[Guggenberger: 1986, S. 128]

Wundert man sich jetzt noch darüber, das diese Parteien – eng verbunden mit der Finanzwirtschaft – ein System etablieren, in dem Banken Billionen für ein Prozent geschenkt bekommen, um es dann – je nach Laune der Ratingagenturen – für sieben Prozent weiter zu verleihen?

Das ist ein spontanes SECHZIG-MILLIARDEN-GESCHENK an die Finanzwirtschaft … und an die Parteikassen. Da verwundert es nicht mehr, das BMW und Allianz regelmässige Spender der GRÜNEN sind – siehe Parteispenden.unklarheiten.de.

Insofern unterstütze ich Claudia Roth bei ihrer Empörung über die Geschichtsvergessenheit. Wir sind schon längst jenseits der Machtergreifung durch kriminelle Banden. Empört wird sich nur, wenn der Bürger das merkt.

Und wie geht es in den von uns so oft gescholtenen Diktaturen zu?

Dazu finde ich Interessantes im Manager-Magazin, in dem „China-Kenner“ Rolf Kremer über jene Kultur spricht, die sich unserer eigenen gerade als wirtschaftlich deutlich überlegen präsentiert:

Ich vermisse die chinesische Gesellschaft, die eine sehr weiblich geprägte ist. Sie hat weniger Macho-Elemente, die unsere westlichen Gesellschaften teilweise prägen. In China geht es oft pragmatischer und nachgiebiger zu. Das macht das Arbeiten in chinesischen Organisationen weniger konfrontativ und menschlich deutlich angenehmer.

Chinesische Firmen sind sehr stark von der einen Person an der Spitze geprägt und sehr hierarchisch aufgebaut. Aber innerhalb der Hierarchie werden viele Experten in Entscheidungen eingebunden. Es wird diskutiert und auf Konsens hingearbeitet. Das mag uns nicht immer als effizient erscheinen, aber es hält die Organisation zusammen.

Entscheidungen fallen dort nach langer Diskussion eher im Kollektiv. Man versucht, Verlierer zu vermeiden, so dass jeder sein Gesicht wahrt. Man ist auch nicht so hart, wie ich es nach meiner Rückkehr hier in Deutschland empfunden habe. Zum Beispiel, wenn es um den Abbau von Arbeitsplätzen geht.

Wenn Unternehmen in China oder auch in anderen asiatischen Ländern einen Mitarbeiter entlassen, dann in der Regel in einer so respektvollen Art und Weise, dass sie ihn in der nächsten Woche wieder einstellen könnten.

Das ist also „Diktatur“.

Aber nun wissen wir ja auch, warum das reale Leben in der „Demokratie“ so unschöne Ergebnisse im Alltag zeigt: wir haben schon längst keine mehr.

Wir haben die Diktatur des Adels durch eine Diktatur der Parteien ersetzt.

Nun – der Deutsche hält sich an der Empfehlung des Paulus für den Umgang mit asozialen Elementen: immer weniger Menschen gehen in die Parteien.

Immer weniger gehen wählen, denn: „Nur die dümmsten aller Kälber wählen ihre Schlächter selber“.

Wahrscheinlich haben wir trotz der politischen Arbeit der Parteien unglaublich viele echte Demokraten im Land – jedenfalls mehr, als die Kirche echte Gläubige hat.

Helfen wird das nicht viel, denn nach den aktuellen politischen Beschlüssen in der EU  (siehe Spiegel) schenken die Parteien den Banken wieder viel Geld der Steuerzahler, infolge dessen wir einige der heutigen Akteure morgen in den Vorständen wiederfinden werden.

Die Zeche zahlt der Bürger, dem jetzt – auch dank „Abwrackprämie“ – Werkschließungen drohen, siehe „Manager Magazin“.

Was mich nur interessiert: woher konnte der Paulus das wissen?

 

 

 

 

 

 

 

Hartz IV ist rechtsextrem.

Donnerstag, 26.4.2012. Eifel. Überall redet man derzeit von Rechtsextremismus. Glaubt man dem Eindruck, den die Presse vermitteln will, dann sind alle Rechtsradikalen in der Piratenpartei. Ein paar denkwürdige Gestalten findet man da schon - ich hatte sie schon 2009 gefunden. Ebenso hatte ich 2009 darauf hingewiesen, das die Piratenpartei (sofern sie ihrer Agenda treu bleibt) zwischen 10 - 15% der Wählerstimmen bekommen kann: noch nicht mal die engagiertesten Piraten wollten mir in der Einschätzung folgen. Gut, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht. Vielleicht werden die Piraten gerade wegen ihrer braunen Flecken gewählt, in Frankreich jedenfalls ist braun gerade ganz groß in Mode: jeder fünfte Wähler steht darauf. Andererseits: sollte man sich wundern, das in Deutschland eine neue Partei gewählt wird, die auf alte Fragen keine Antworten hat, während alten Parteien schon seit Jahren nichts Neues mehr einfällt? Reden wir doch auch mal über Rechtsextremismus - so wie alle. Über Rechtsextremismus in Deutschland. Über Rechtsextremismus in der deutschen Regierung der letzten zehn Jahre - jenen Rechtsextremismus, der schon real Menschenleben gefordert hat.

Donnerstag, 26.4.2012. Eifel. Überall redet man derzeit von Rechtsextremismus. Glaubt man dem Eindruck, den die Presse vermitteln will, dann sind alle Rechtsradikalen in der Piratenpartei. Ein paar denkwürdige Gestalten findet man da schon – ich hatte sie schon 2009 gefunden. Ebenso hatte ich 2009 darauf hingewiesen, das die Piratenpartei (sofern sie ihrer Agenda treu bleibt) zwischen 10 – 15% der Wählerstimmen bekommen kann: noch nicht mal die engagiertesten Piraten wollten mir in der Einschätzung folgen. Gut, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht. Vielleicht werden die Piraten gerade wegen ihrer braunen Flecken gewählt, in Frankreich jedenfalls ist braun gerade ganz groß in Mode: jeder fünfte Wähler steht darauf. Andererseits: sollte man sich wundern, das in Deutschland eine neue Partei gewählt wird, die auf alte Fragen keine Antworten hat, während alten Parteien schon seit Jahren nichts Neues mehr einfällt? Reden wir doch auch mal über Rechtsextremismus – so wie alle. Über Rechtsextremismus in Deutschland. Über Rechtsextremismus in der deutschen Regierung der letzten zehn Jahre – jenen Rechtsextremismus, der schon real Menschenleben gefordert hat.

Dazu brauchen wir erstmal eine Definition. Wann immer wir die brauchen, können wir bei der Bundeszentrale für politische Bildung vorbeischauen und stellen dort fest: die haben auch keine. Trotz Hitler. Aber wenigstens haben sie ein paar Anhaltspunkte: Generell gilt: Rechtsextremisten lehnen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab und wollen − auch unter Anwendung von Gewalt − ein autoritäres oder gar totalitäres staatliches System errichten, in dem nationalistisches und rassistisches Gedankengut die Grundlage der Gesellschaftsordnung bilden sollen. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung – das erfährt man dort – zeichnet sich durch gewisse Qualitäten aus:

  • Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung
  • Volkssouveränität
  • Gewaltenteilung
  • Verantwortlichkeit der Regierung
  • Gesetzmäßigkeit der Verwaltung                                                                

Das ist sie, die Freiheit, die wir noch haben. Oder haben sollten. Volkssouveränität zum Beispiel – das erleben wir doch gerade ganz dolle. Keiner will nach Afghanistan: trotzdem sind wir da. Keiner will den Rettungsschirm (der Bankmanager und ihre Anwälte und IT-Fachleute vor den Folgen ihrer eigenen Skrupellosigkeit schützt), trotzdem wird der immer größer. Keiner wollte Hartz IV – aber trotzdem kriegen das bald alle.

Ja, mit Hartz IV sind wir dann auch bei einem ganz interessanten Thema. Die politischen Parteien meiden es gerne, es ist ihnen peinlich – aber trotzdem ist es da, aktuell durch eine Gerichtseinscheidung wieder ins Bewußtsein geraten: ein Berliner Gericht hält den Regelsatz für zu niedrig. Ich verweise zu dieser Nachricht auf den Spiegel, der sie mit einem treffenden Bild untermalt: man sieht übergewichtige Frauen mit Kinderwagen.

So stellt sich auch die Politik den neuen Untermenschen, den modernen Juden vor: frisst einem verantwortungslos die Haare vom Kopf, vermehrt sich wie die Karnickel und ist verweigert sich völlig dem modernen Hochleistungstrend.

Der Untergang droht, wenn man diese „Parasiten“ nicht effizient bekämpft.

Es gibt sie wieder, diese Untermenschen – und ein weiterer Spiegelautor führt dies nebenbei beim Thema Betreuungsgeld nochmal deutlich aus: es gibt wieder gute Kinder und schlechte Kinder in diesem Land … also auch gute Menschen und schlechte Menschen. Der Fokus ist sich nicht zu blöde, gleich mal flankierend beizuspringen und den Untergang des Abendlandes durch den Sozialstaat an die Wand zu malen, das Wort „Wohlstandsmafia“ erblickt die Welt, logischerweise werden die Alten ebenfalls zur Zielscheibe der Kritik, das zwanzig Prozent von ihnen im Alter schon jetzt eingesperrt werden, scheint vielen wohl noch zu wenig.

Bis die öffentliche Kennzeichnungspflicht von Hartz IV-Empfängern durchgesetzt ist, wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein.

Dabei droht Hartz IV immer mehr Menschen. Der Bayrische Rundfunk informiert gerade mal aktuell darüber, wie Kommunen ihre Bürger ausnehmen, von kalter Enteignung mittels überflüssiger Gemeindebauprogramme ist da die Rede. Aus gleicher Quelle stammen die Berichte über die Armutsfalle Krankheit. Soweit ist es mit uns schon gekommen: Krankheit macht wieder arm, Eigentum auch – wenn man zu wenig davon hat.

Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten?

Fehl am Platze.

Statt dessen wird für die Arbeitslosen ein autoritäres staatliches System errichtet, in dem – auch unter Anwendung tödlicher Gewalt (man nennt es vornehm: „Sanktionen“, die aber tödliche Folgen durch völligen Entzug von Nahrung und Wohnraum haben können) – nationalistisches und rassistisches Gedankengut („Wir sind Deutschland“ … und IHR nicht!) zur Grundlage der Gesellschaftsordnung machen, einer Ordnung, die sich – frei nach SPD-Mann Müntefering – in dem Satz erschöpft, das derjenige, der keine Arbeit hat, auch nichts zu essen bekommen soll.

Obdachlosigkeit und Hunger machen Menschen in der Regel tot. Mangels Bildung ist dies in Kreisen der SPD-Spitze scheinbar nicht mehr bekannt.

Verantwortlichkeit der Regierung gegenüber jenen Menschen, die infolge einbrechender Wirtschaften oder landesweiter Einstellungsstopps (bzw. Krankheit oder  Steuerwahn der Gemeinden) in die Arbeitslosigkeit rutschen? Fehl am Platze.

Gesetzmäßigkeit der Verwaltung?

Einfach mal die Prozessflut zu Hartz IV sehen – sogar die Hungerregelsätze sind mit dem Gesetz nicht zu vereinbaren.

Volkssouveränität?

Einfach mal fragen, was denn normale, nicht beamtete Arbeitnehmer von der Tatsache halten, das kranke fünfzigjähre Arbeitnehmer, die fünfunddreissig Jahre wie die Blöden geschuftet und sich ihr kleines Häuschen mühsam vom Munde abgespart haben von der Tatsache halten, das arbeitsscheue Jugendliche das gleiche Geld bekommen das auch ihnen zusteht: aber erst, nachdem sie die angesparte Ausbildungsversicherung für ihre eigenen Kinder aufgebraucht haben.

Ich denke, würde man den Souverän fragen – jenseits der faschistischen Hetzpresse – so würde er das für asozial halten. Ungefähr für so asozial, wie die Tatsache, das Parlamentarier sich in Zeiten wachsender Armut ständig steigende Luxusdiäten gönnen.

Deutlicher kann man die Spaltung zwischen Volk und Parteien nicht deutlich machen.

Sieht man sich aktuelle Pressemeldungen an, so scheint es auch mit der Gewaltenteilung nicht mehr so weit her zu sein …. jedenfalls nicht mit der Trennung von Staat und vierter Gewalt, der Presse.

Dort sieht man den Bürger als solchen als eine Gefahr für Europa an – und seine Intelligenz als „nutzlose Idioten“, die man auch im Detail an ihren Berufen erkennen kann, siehe Welt:

Soeben hat die amerikanische Online-Zeitung „The Daily Beast“ eine Liste der dreizehn nutzlosesten Master-Abschlüsse veröffentlicht. Es sind: Politik, Geschichte, Musik, Touristik, Anthropologie und Archäologie, Journalismus, Literatur, Philosophie und Religion, Architektur, Grafik und Design, Film, Video und Fotografie, Theater und Kunst.

Aus der Geschichte lernen zu wollen, die Wiederholung alter Fehler in der aktuellen Politik vermeiden zu wollen, gar mit Weisheit und Wissen des Leben der Bürger schützen zu wollen macht einen zu einem Idioten. Und die Idioten, die so etwas behaupten, arbeiten weiter daran, einen unendlichen Rettungsschirm zu basteln, der die „erfolgreicheren“ Studiengänge vor den Folgen ihrer Taten auf Kosten des Steuerzahlers schützt, wie auch der SS-Mann von seiner Partei vor den Folgen seiner Taten geschützt wurde.

Wer sich nun groß über einen Braunen in der Piratenpartei echauffiert (der bei genauem Hinsehen einfach nur nicht differenziert genug gedacht hat und weit entfernt ist vom aktuellen Sozialfaschismus der SPD/CDU/CSU/FDP/GRÜNEN-Blocks – dem auch die Linken zugeneigt sind), der sollte auch mal einen Blick auf den aktuellen, lebendigen Faschismus in den Reihen der eigenen Regierung wagen.

Für Arbeitslose ist das Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung doch nur noch ein schlechter Witz.

Und mal ehrlich: Arbeitslose haben nicht die Finanzmärkte reguliert und den deutschen Arbeitsmarkt für Heuschrecken freigegeben, sie haben nicht kurzfristige Superrenditen durch Massenentlassungen erzielt noch gestalten sie – ganz wichtig! – die Preise fürs Überleben, die heute von Regierung und Konzernen diktiert werden.

Sie wurden einfach nur in einer Welt geboren, die nur gesunde, junge, schöne Menschen bis 35 bei sich dulden möchte (und eigentlich noch nicht mal die, wenn man die aktuelle Entwicklung in Europa genau betrachtet) – der Rest soll sehen, wo er bleibt.

Sie sind Opfer einer modernen Form des Faschismus: des Sozialfaschismus, in dem immer weniger „gute“ Reiche gegen immer mehr „böse“ Arme ankämpfen – Rassismus pur, der sich eher am Geldbeutel denn an der Hautfarbe orientiert.

Zu krass formuliert?

Dann stellen Sie sich doch bitte mal gleich heute in der Hauptshoppingallee Ihres Heimatortes hin und halten ein Schild vor sich mit der Aufschrift: „Ich lebe von Hartz IV!“.

Trauen Sie sich das?

Ich denke, Sie wissen, warum Sie das nicht tun – genauso, wie Sie auch wissen, das „Verantwortlichkeit“ für unsere Regierung ein Fremdwort ist, weil jeder, der das Spiel des Sozialfaschismus gut vorantreibt und der Bewegung tüchtig dient einen Platz an der Konzernsonne erhält, wo man auf Kosten aller fürstlich speisen kann, während andere den Dreck der Tafeln fressen müssen, den Abfall, der wirklich jeden Wert verloren hat.

Aber es passt ja, das Menschen, die für die Regierung jeden Wert verloren haben, Essen bekommen, das auch jeden Wert verloren hat, während Politiker  in ihrer Ausgabenwut keine Grenzen kennen und sogar in Pleiteländern großzügig zugreifen, wenn es um die Finanzierung von Wahlkämpfen geht.

In breiter Front Krokodilstränen über einzelne braune Piraten abzulassen, während man über tödlichen, erniedrigenden Faschismus im Alltag kein Wort verliert, ist eine Heuchelei der Superlative … und der billige Versuch, die einzige Partei in der deutschen Parteienlandschaft zu diskreditieren, die aktuell gegen den herrschenden Sozialfaschismus die Notbremse in Form des Grundeinkommens ziehen will und deren AG Geldordnung eine überraschend umsichtige Stellungnahme zum ESM verfasst hat (die man dem Hartz-Block in der deutschen Parteienlandschaft gerne zur Lektüre empfehlen darf).

Wenn wir über Rechtsextremismus in der Bundesrepublik reden wollen, ist das begrüßenswert.

Dazu gehört aber auch die Erkenntnis, das Hartz IV rechtsextremer ist, als es selbst die braunsten Piraten je sein werden – jedenfalls aus einer Perspektive heraus, die Rechtsextremismus  umfassender beurteilt und ihn nicht nur als einen vergangenen, einmaligen und nie wieder zu befürchtenden Ausnahmezustand der deutschen Gesellschaft von 1933 – 1945 beschreibt, sondern als lebendiges, wirkendes Unwesen versteht, das seit einigen Jahren auch wieder in der deutschen Parteienlandschaft tobt – wenn auch unter anderem Namen und mit anderen, parteiübergreifenden Organisationsformen.

Wem nun noch das nationalistische Element in der aktuellen Politik fehlt, der ersetze einfach „Deutschland“ durch „Europa“ – und schon ist es da … das neue deutsche Reich, das man aber anders nennen wird.

Vielleicht Hartzland?

Passen würde es – nachdem die Rettungsschirme immer mehr Bürger in Arbeitslose verwandeln.

 

 

 

 

 

 

Deutschland im Jahre 2012 – die Titanic-Gesellschaft: über Verschwörungen, Kreuzfahrten und Kriegsvorbereitungen

Mittwoch, 18.4.2012, Eifel.  Es gibt eigentlich kaum ein schöneres und treffenderes Symbol für unsere Gesellschaft als die "Titanic".  Auch wir reisen durch die Zeit in erster, zweiter und dritter Klasse, auch wir stellen den höchsten technischen Standard unserer Zeit dar, auch wir halten uns für unsinkbar und blicken deshalb positiv in die Zukunft.  Natürlich gibt es bei uns Unterschiede. Erster Klasse reisen bei uns nur ganz wenige - ein Prozent. Umgerechnet auf die Titanic wären das 2,4 Menschen - also Papa mit Mama im dritten Monat.  Die werden auch immer reicher: hatten sie 1998 noch 41,9 % des Volksvermögens, so waren es 2007 schon 61,1 % - wächst das so weiter, gehört ihnen 2025 ALLES ... und den anderen 99% gar nichts mehr.  "Wohlstand für alle" ist, wie alle merken, ein Geschäftsmodell das ausgedient hat, unsere Titanic hat nur noch zwei Passagiere und denen gehört bald das ganze Schiff. Kein Wunder, das kaum jemand auf die einsamen Rufer hört, die meinen, da seien Eisberge im Wasser - dabei haben manche der aktuellen Eisberge direkt mit Kreuzfahrtschiffen zu tun:

Mittwoch, 18.4.2012, Eifel.  Es gibt eigentlich kaum ein schöneres und treffenderes Symbol für unsere Gesellschaft als die „Titanic“.  Auch wir reisen durch die Zeit in erster, zweiter und dritter Klasse, auch wir stellen den höchsten technischen Standard unserer Zeit dar, auch wir halten uns für unsinkbar und blicken deshalb positiv in die Zukunft.  Natürlich gibt es bei uns Unterschiede. Erster Klasse reisen bei uns nur ganz wenige – ein Prozent. Umgerechnet auf die Titanic wären das 2,4 Menschen – also Papa mit Mama im dritten Monat.  Die werden auch immer reicher: hatten sie 1998 noch 41,9 % des Volksvermögens, so waren es 2007 schon 61,1 % – wächst das so weiter, gehört ihnen 2025 ALLES … und den anderen 99% gar nichts mehr.  „Wohlstand für alle“ ist, wie alle merken, ein Geschäftsmodell das ausgedient hat, unsere Titanic hat nur noch zwei Passagiere und denen gehört bald das ganze Schiff. Kein Wunder, das kaum jemand auf die einsamen Rufer hört, die meinen, da seien Eisberge im Wasser – dabei haben manche der aktuellen Eisberge direkt mit Kreuzfahrtschiffen zu tun:

Die Kreuzfahrtindustrie ist in voller Blüte und wächst stetig. Die Einführung neuer Kreuzfahrtschiffe erfolgt mit geradezu schwindelerregendem Tempo. Die modernen Kreuzfahrtschiffe sind mit den allerneuesten elektronischen Geräten ausgestattet und weisen das Beste auf, was es in Sachen fortschrittliches Schiffsdesign und Schiffsbau gibt. Sie bieten Passagieren eine beispiellose Zahl an Möglichkeiten und Einrichtungen, an kulinarischen Erlebnissen und anspruchsvoller Unterhaltung.

Welches Wachstum möglich ist, zeigt Statista.de: von 2010 auf 2011 wuchs der Umsatz der Kreuzfahrtbranche von 26,85 Milliarden Dollar um 9,5 % auf 29,4 Milliarden Dollar – Tendenz: steigend. Da wird der DAX blass vor Neid. Laut dem Westen sind momentan 500 große Kreuzfahrtschiffe unterwegs, cirka 800 Flussdampfer kommen noch dazu.

Sie verbreiten die westliche Kultur wie es die Goethe-Gesellschaft niemals könnte, siehe Wikipedia:

Der Kreuzfahrttourismus kann auch zum Erhalt der Kultur und Traditionen in den Zielgebieten beitragen. Häufig ist dort aber ein kultureller Werteverfall, Akkulturation, ein Aufbau von Vorurteilen und ein Anstieg der Kleinkriminalität zu beobachten sowie die Ausbeutung von Arbeitskräften auf den Kreuzfahrtschiffen.

Auch für die Umwelt leisten Kreuzfahrtschiffe erstaunliches:

Wie die meisten Formen des Tourismus verursacht auch der Kreuzfahrttourismus Umweltbelastungen. So stammen rund 70 Prozent des Mülls, der in der Tiefe des Mittelmeers lagert, von Kreuzfahrtschiffen, die laut Daten der internationalen Meeresschutzorganisation Oceana täglich bis zu 4000 Kilogramm Abfall produzieren.

Noch besser wird es aber, wenn wir die Welt lesen:

Ein Kreuzfahrtschiff stößt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos.

Da will man uns wirklich weiß machen, das der Politik der durch Menschen verursachte Klimawandel sehr am Herzen liegt – und läßt locker mal 500 Spaßdampfer zu, die soviel Schadstoffe ausstoßen wie 2,5 Milliarden Autos. Das ist die Titanic-Gesellschaft, die mit Volldampf auf den Eisberg zufährt, weil der Kapitän den Klang von Eis auf Stahl so liebt – oder von der Konkurrenz gut bezahlt wurde.

Es ist eine der Fragen, die wir nie stellen dürfen – ähnlich der Frage, was Roosevelt über den Angriff auf Pearl Harbour wusste, wer hinter der Ermordung John F. Kennedys steckte oder wirklich für „nine-eleven“ verantwortlich war: die Frage, warum eine Regierung, die Umweltzonen in deutschen Innenstädten einrichtet gleichzeitig SUV´s zuläßt, die schon mal ihre 16,5 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen – bei günstigster Fahrweise.

Kreuzfahrtschiffe und SUV´s fallen nicht vom Himmel, noch sind sie unverzichtbar für die moderne Gesellschaft – sie vernichten aber die natürliche Umwelt in supergroßen Schritten, während wir alle zuschauen. Uns versucht man noch beizubringen, sparsamer mit dem Auto zu fahren (während man gleichzeitig den öffentlichen Nahverkehr immer weiter zusammenstreicht, damit wir auch ja unseren Beitrag zur Rettung der deutschen Automobilindustrie leisten), während man gleichzeitig voller Stolz Luxusschiffe im Hamburger Hafen tauft, die jegliche Sparleistung in der Gesamtbilanz sofort zunichte machen.

Ob man sich in Zukunft auch mal fragen wird, was Merkel im Jahre 2012 über den Angriff auf die Zivilgesellschaft wusste? Immerhin morden sich die Kreuzfahrtschiffe lustig durch die Bevölkerung – auch an Land, nochmal Welt:

50.000 Menschen sterben nach Nabu-Angaben in Europa jedes Jahr durch winzig kleine Partikel aus Schiffsabgasen, die durch die Lungen in den Körper gelangen.

Wenn wir wegen dreitausend toten New Yorkern in Afghanistan einmarschiert sind und unsere Soldaten deshalb zu seelischen Krüppeln wurden … wann versenkt denn dann die Bundesmarine diese nutzlosen, törichten Dreckschleudern?

Wieder eine Frage, die wir nicht stellen dürfen, manche Eisberge sind eben alternativlos – und das ist ja auch die Botschaft, die die aufgeblasenen SUV´s im Straßenverkehr Tag für Tag verbreiten: „Eure Umwelt, euer Leben, eure Sicherheit ist uns Scheißegal!“ Auch das … fällt nicht vom Himmel.

Scheißegal ist uns auch die Botschaft, die die Anwesenheit deutscher Soldaten in Afghanistan aussendet. Gerne ignorieren wir den nächsten Eisberg, der neben der Klimakatastrophe auf uns lauert: der nächste Weltkrieg, auf den wir uns inzwischen ganz gezielt offen Auges zubewegen. Noch lauschen wir den Klängen der Kapelle der Titanic, deren Programm noch gute Laune verbreitet, während im Unterdeck schon die ersten Menschen ersaufen.

So meldet die Welt aktuell wachsende Rüstungsanstrengungen von Moskau und Peking – in der Tat erreichen die beiden zusammen noch nicht mal ein Drittel der Verteidigungsausgaben der USA.  Deutschland, Großbritannien und Frankreich – die „friedlichen Demokratien“ – geben allein schon mehr für Rüstung aus als „die rote Gefahr“ China. Kaum einer fragt sich wohl, wie solche Rüstungsanstrengungen im Ausland ankommen – dabei muss man nur etwas weiter forschen und sieht, welche Folgen sie haben: China und Russland – lange Jahre erbitterte Feinde – veranstalten aktuell gemeinsame Manöver.  Seemanöver.  Und das sind nicht die ersten Manöver, die sie zusammen abhalten. Man muss schon ein wenig tiefer graben, um zu verstehen, was sich dort gegen „den Westen“ zusammenbraut:

China, Russland,  Indien, die Türkei, Pakistan und der böse böse Iran haben sich – mit bislang unterschiedlichem Status – zu einer „Anti-Nato“ zusammengeschlossen: seit 2008 wird die „Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit“ von russischen Zeitungen als Neuauflage des Warschauer Paktes begriffen, die direkt eine Konfrontation mit dem übermächtigen Westen ins Auge fasst.

Werden wir uns in Zukunft fragen, was Merkel davon wusste? Wird man sich in Zukunft fragen, was der deutsche Bürger davon wusste?

War er hinreichend informiert über die Macht der Mafia, vor der man selbst im Vatikan nicht sicher war und die sich langsam aber sicher immer mehr legale Geschäftsfelder mithilfe krimineller Gelder eroberte?

Wusste er um die Risiken des ESM, der aktuell neben Griechenland, Italien und Portugal nun auch Spanien und die bankrotte Bankenwelt retten soll – auch wenn keiner genau weiß, wer eigentlich noch soviel Geld hat?

Auf jeden Fall wusste er, das der FC Bayern Fussball spielen kann, wie man sich mit Büro-Kung-Fu gegen den Chef verteidigt und das die Amerikaner die Deutschen fürchterlich lieb haben. 

Besonders erleichtert ist man über die Nachricht, das Margot Kässmann keine Affäre mit Gerhard Schröder hatte – nicht auszudenken, welche Folgen so etwas für Deutschland, Europa und die Welt gehabt hätte.

Deutschland im Jahre 2012 ist mehr denn je eine Titanic-Gesellschaft.

Vor uns viele Eisberge, aber wir halten uns für unsinkbar, weil die Kapelle so schön spielt.

Und weil das ein so schönes Erlebnis ist, wollen noch viel mehr Deutsche jedes Jahr auf Kreuzfahrt gehen – nur auf einer Titanic fühlen sie sich richtig zu Hause … was sehr verständlich ist.

 

 

 

 

 

 

Benzinpreiswucher, das Auto, die Ohnmacht der Politik und die Heuchelei der grünen Radfahrer

Benzinpreiswucher, das Auto, die Ohnmacht der Politik und die Heuchelei der grünen Radfahrer

3.April 2012. Eifel. Mögen Sie eigentlich Autos? Ja, wirklich? Haben Sie sich das auch wirklich genau überlegt? Denken Sie nochmal genau nach – ich möchte Ihnen etwas Hilfe dazu geben:

Das mausgrauen Jetzt=Zeit benimmt benimmt viel entschiedener mittelalterlich sich als jedes andere Mittelalter zuvor. In fünfhundert Jahren gesamteuropäischen Mittelalters wurden 200 000 Hexen ermordet. Hingegen fordert der Gott der europäischen Autobahnen dieselben Opferzahlen nicht innerhalb eines Jahrzehntes sondern – in bloß fünf Monaten! So blutdürstig war zu keiner Zeit jemals ein Mittelalter, auch nicht in seinen schwärzesten Nischen! (Aus: Dagegen, Eibornverlag 2003, Seite 134)

Dieses Zitat von Ulrich Holbein mutet uns fast biblisch an: an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen! J.R.R. Tolkien, der Autor des Herrn der Ringe, war ein leidenschaftlicher Autofahrer, der sonntägliche Ausflug ins Grüne mit der Familie war ein geliebtes Ritual – bis er erkannte, wie das Auto die Landschaft fraß. Mehr und mehr seiner geliebten englischen Landschaft wurde zerstört, immer weiter musste man fahren, bis man noch heile Gegenden fand, die alsbald auch wieder „angebunden“ wurden. Bald brauchten wir Flugzeuge, um im Urlaub noch unzerstörte Landschaften erleben zu können. Als Tolkien das erkannte, schaffte er sein Auto ab – für immer und ewig. Der Erhalt seiner natürlichen biologischen Umwelt war ihm lieber, in einem seiner Briefe aus den fünfziger Jahren verband er das Automobil mit seinem Mythos vom Ring der Macht: Automobilfabriken seien Produkte von Orks, die den Ring gefunden haben.

Ich fand diesen Lebensstil sehr konsequent und hätte ihn auch gerne kopiert, da mir die Horrorzahlen über Verkehrstote ebenfalls sehr imponiert hatten. Das Automobil hat uns die zerfetzen Leichen der Kriege in den Alltag hineingelegt, seine tödlichen Folgen rauben uns die Seelenruhe bei jeder Fahrt – aber wir haben uns daran gewöhnt. So sehr, das wir uns vollkommen abhängig von ihm gemacht und die ganze Gesellschaft nach seinen Bedürfnissen anstatt nach unseren Bedürfnissen konstruiert haben.

12 Kilometer Hügellandschaft müsste ich zu Fuß zum nächsten Geschäft überwinden, öffentlichen Nahverkehr gibt es bei uns nur noch dreimal am Tag – im Sommer fährt auch eine Postkutsche – aber nur ins Nachbardorf … dort gibt es auch schon seit Jahren keine Nahversorger mehr. Wäre ich nicht gesundheitlich angeschlagen, so würde ich allerdings in der Tat überlegen, auf das Auto zu verzichten – es wäre mir sehr lieb, nicht mehr Teil einer bürgermordenden Maschinerie zu sein. Wie blöd würden wir aus der Wäsche schauen, wenn wir sehen würden, das zukünftige Historiker unser Mordmobilkultur in einem Zug mit Hexenverbrennungen und Ausschwitz nennen.  Wieder einmal würden wir sagen: wir haben von nichts gewusst.

Das Automobil wirkt wie eine Erfindung des Teufels: es verlockt mit dem Versprechen einer immensen Reisefreiheit, die sogar ferne Städte wie Köln, Aachen, Koblenz oder das schon fast schon legendär entfernte  Brüssel in Tagesfrist erreichen lassen kann, während es hintenherum – sozusagen im Kleingedruckten – menschlichen Lebensraum in nie dagewesenen Umfang zerstört, menschliche Lebenssicherheit im Alltag schlimmer gefährdet als es einst Wölfe und Bären getan haben (die wenigstens ausserhalb der Stadtmauern blieben und das Feuer mieden) und uns aktuell finanziell schlimmer ausbluten lässt, als es einst die Kultur der Wegelagerei getan hat.

Man fragt sich, wo bleibt da der Fortschritt?

Man darf darüber gar nicht nachdenken – und es ist auch zu spät dafür. Wir sind – als Gesellschaft – zu 100 % abhängig vom Automobil geworden. Sicher, es gibt in den Städten ein paar fahrradfahrende Gutmenschen, die es auch gut meinen aber übersehen, das die Städte ohne die Versorgungskette von schweren Lastkraftwagen in wenigen Tagen zugrunde gehen würden – und auf dem Land findet man das Fahrrad als Alltagsvehikel nur selten: soviel Zeit hat hier keiner, das Transportvolumen eines Fahrrades entspricht nicht gerade den Versorgungsansprüchen einer Familie, sei sie auch noch so klein.

Wie teuer uns das Automobil kommt, merken wir gerade jetzt: Diesel wurde innerhalb von 20 Jahren um 175% teurer, die 2 Euro-Grenze für den Liter Sprit wird aktuell fest ins Auge gefasst. Das seltsame ist: gerade zu Ostern steigen die Spritpreise wieder auf neue Rekorde, obwohl die Rohölpreise sinken. Die Politik zeigt sich dagegen völlig machtlos – und das schon seit Jahrzehnten. Das müsste eigentlich den obersten Revolutionsrat auf den Plan rufen, ebenso jeden aufrichtigen Verfassungsschützer: wo die Politik machtlos geworden ist, ist der Staat als solcher in Gefahr und die Demokratie keinen Pfifferling mehr wert. Hier spielen schon längst andere zum Tanz auf – und ausser wertlosem Geschrei der zappelnden politischen Kaste erlebt man keine reale Gegenwehr.

Wie auch – fast jeder ist auf das trojanische Pferd „Auto“ hereingefallen, das nun, wo alles Überleben davon abhängt, das wir mit Wonne tagtäglich die letzten Ressourcen der Erde verbrauchen und gerne tausenden von Menschen jährlich von den Maschinen zerfetzen lassen, um morgen noch Brot, Obst und Käse im Supermarkt kaufen zu können.

Dabei wissen wir Bescheid, in welch´ prekärer Situation wir uns befinden: es sind nur fünf Konzerne, die nach fünfzig Jahren Marktwirtschaft das fressen und gefressen werden überlebt haben – wie stünde Deutschland da, wenn die aus Gründen zu niedriger Rendite nicht mehr liefern würden?

Darum zahlen wir. Mit Blut, Geld, unserer Gesundheit, unserem Land und unserem Leben. Finsterstes Mittelalter … nur spricht niemand gerne darüber. Man kann ja auch am Wochenende irgendwo hinfahren, auf der ständigen Flucht vor dem eigenen Alltag, der immer unerträglicher wird. Unerträglich allein die Vorstellung, man müsste dort wirklich leben, wo man wohnt – für immer und ewig.  Da werden auch die Fahrradfahrer nachdenklich, die ihrem Hobby nur frönen können, weil sie von vielen Autos versorgt werden.  Pferdefuhrwerke wären da sinnvoller – aber wer denkt schon so weit, wenn er nur bis zum nächsten Supermarkt radeln muss, um sich umfangreich versorgen zu können.

Man denkt auch nicht mehr an die größeren Zusammenhänge, verdrängt auch gerne, was den Sprit so teuer werden lässt – und dabei rede ich noch nicht mal darüber, das die Konzerne jetzt gerade jenes Öl aus den Tanks verkaufen, das sie erst letztlich sehr billig eingekauft haben: Gewinne aus den großen Geschäften werden niemals weitergegeben, das gehört zum Geschäft. Natürlich greift der Staat auch erstmal ordentlich ab: bei einem Spritpreis von 1,70 Euro greift er sich 78 Cent ab. Die braucht er, um die Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst bezahlen zu können, die aktuell zu neuen Kreditaufnahmen und weiterem Stellenabbau im öffentlichen Dienst führen werden. Das die Politik jetzt wieder mit Erhöhung der Pendlerpauschale kommt, ist schlichtweg nur noch  peinlich: letztlich fördert diese „Landschaftszersiedelungsprämie“ nur den Autoverkehr.

Der Hintergrund der Politik ist ein anderer: man erkennt die prekäre Situation der ganzen Gesellschaft und will die paar um sich scharen, die noch einen ordentlichen bezahlten sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob haben.  Die kriegen dann auch 6,3% Lohnerhöhung – falls sie es schaffen, ihren Job zu behalten. Auf die gleiche Klientel stützen sich auch die Gewerkschaften, die immer mehr Geld für immer weniger Menschen fordern.  Für die Sieger dieses Geschäftes gibt es dann gleich auch eine ganz besondere Belohung: sie dürfen in Zukunft für 210 000 Euro in einem fliegenden Auto über das prekäre Volk hinwegfliegen. Bei den Kosten ist der Name vorprogrammiert: das „Boni-Mobil“ wird das Automobil für finanziell gierigere Schichten.

Natürlich wird der Sprit bald zwei Euro kosten – und die drei Euro sind dann auch nicht mehr weit. Je schwächer der Euro wird, umso teurer wird der Sprit … aber den Zusammenhang erwähnt die Politik nur noch selten und auch die Medien tun sich schwer damit – man schaue sich nur das Kasperletheater um Günter Jauch an, der reich und berühmt damit geworden ist,  ernste Themen zu veralbern.

Zudem treibt auch die Wallstreet ein übles Spiel mit uns, siehe Welt, die eine weitere Folge der staatlichen Finanzspritzen für die Geldmärkte erläutert:

Es sind also Unsummen, die hier gedruckt werden. Und dieses Geld fließt nach und nach an die Finanzmärkte. Banken und Hedgefonds spekulieren damit, sie setzen auf Aktien und Anleihen, deren Kurse in den vergangenen Monaten rasant gestiegen sind.

Aber sie wetten eben auch auf steigende Rohstoffpreise. Und daher steigen auch diese – obwohl der weltweite Rohölverbrauch im vierten Quartal 2011 sogar um 300.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurückgegangen ist. Von wegen steigender Verbrauch der Schwellenländer!

Analysten der Investmentbank Bank of America / Merrill Lynch haben ausgerechnet, dass alleine die Maßnahmen der US-Notenbank den Ölpreis um fast ein Viertel nach oben getrieben haben. Das hat dazu geführt, dass in Euro gerechnet der Rohölpreis heute nahe seinem Allzeithoch liegt – selbst in der Zeit der Rohstoffblase Mitte 2008 lag er nur knapp darüber.

Das wirkt nun ebenso teuflisch wie das Automobil selbst: wir alle zahlen an den Tankstellen tagtäglich für die Überversorgung der Märkte mit Geld – jenem Geld, das gleichzeitig die Spritpreise hochtreibt, weil es unsere Währung schwach macht.

Je höher des ESM, je großzügiger die EZB – umso teurer wird das Benzin durch immer schwächeren Euro und umso mehr Geld haben die Wegelagerer in den Investmentbanken, um den Preis noch mehr in die Höhe zu treiben.

Diese Bereicherungsmaschine aufzuhalten, wäre sehr töricht – jedenfalls für jene, die bald die Chance haben, mit ihrem Luxusauto über unsere Köpfe hinwegfliegen zu können.

Das scheint mir auch der wichtigste Grund gegen die aktuelle Theorie des CO2-verursachten Klimawandels zu sein: wäre das wirklich ernst zu nehmen, würde man doch gerade jetzt die Gelegenheit ergreifen, Deutschland in ein ultramodernes Land mit dem besten öffentlichen Nah- und Fernverkehr der Welt auszubauen, anstatt die Kultur der Mordmobile weiter zu fördern.

Was würde da für eine kulturelle Revolution auf uns warten …

Stattdessen drucken wir immer mehr Geld, von dem immer mehr Menschen immer weniger haben und fördern ein Vehikel, das neben seiner Eigenschaft als Mordmobil und Umweltzerstörer vor allem eins ist:

ein großer Haufen nicht mehr wiederverwertbarer Müll, der uns nur nicht ins Auge fällt, weil wir ihn in Afrika abladen.

 

 

Die besten Aprilscherze 2012. Piratenpartei, ESM, Schlecker und Wulff

Sonntag, 1.4.2012. Eifel. Ein schöner sonniger Tag - und ein besonderer Tag. Heute ist der Tag, wo man es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, jener Tag, an dem man seine Mitmenschen "in den April schicken" darf. Eigentlich ein Tag, an dem man die Nachrichtenwelt meiden sollte. Zu schnell geht man üblen Lügnern auf den Leim, zu schnell läuft man mit einer sensationellen Nachricht durch die Welt, die im Grunde genommen nur eine Ente ist. Da ich heute aber Zeit und Muße habe, habe ich mir erlaubt, die größten Enten zu identifizieren. Die erste ist: PIRATENPARTEI ÜBER NEUN PROZENT! Selten so gelacht. Als wäre es in Deutschland möglich, mit "Von-dem-Thema-haben-wir-keine-Ahnung" Wählerstimmen zu ergattern, erst recht, wo der Antisemitismus der Piraten sich mitlerweile als Dauerbrenner entpuppt - hier eine Twitternachricht des Ex-CDU-Piraten Kevin Barth bei Cicero:

Sonntag, 1.4.2012. Eifel. Ein schöner sonniger Tag – und ein besonderer Tag. Heute ist der Tag, wo man es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, jener Tag, an dem man seine Mitmenschen „in den April schicken“ darf. Eigentlich ein Tag, an dem man die Nachrichtenwelt meiden sollte. Zu schnell geht man üblen Lügnern auf den Leim, zu schnell läuft man mit einer sensationellen Nachricht durch die Welt, die im Grunde genommen nur eine Ente ist. Da ich heute aber Zeit und Muße habe, habe ich mir erlaubt, die größten Enten zu identifizieren. Die erste ist: PIRATENPARTEI ÜBER NEUN PROZENT! Selten so gelacht. Als wäre es in Deutschland möglich, mit „Von-dem-Thema-haben-wir-keine-Ahnung“ Wählerstimmen zu ergattern, erst recht, wo der Antisemitismus der Piraten sich mitlerweile als Dauerbrenner entpuppt – hier eine Twitternachricht des Ex-CDU-Piraten Kevin Barth bei Cicero:

ok. Ich bin also Antisemit weil ich die israelische Kackpolitik und den Juden an sich unsympathisch finde weil er einen sinnlosen Krieg führt?

Ebenfalls bei Cicero findet man Zitate, die der führenden Saarlandpiratin zugesprochen werden:

„Somal ich finde das zum beispiel wennunsere soldaten in de irak geschickt werden ich finde es unnötig“

Cooles Deutsch, oder? Geht aber noch besser.

„Unsere soldaten [sind] für so länder einfach zu schade jeder einzelne deutsche soldat tut mir leid der wegen so A… umkommt“.

Gut, das die Meldung über die Wahlaussichten der Piraten nur der Phantasie ulkender Autoren entspringt, denn die Piraten wissen weder, wann sie Antisemitisten sind, noch wissen sie was über Afghanistan – was kein Wunder ist, wenn sie deutsche Truppen im Irak vermuten. Jedenfalls sorgen die Musikkonzerne gerade mit einer breiten Offensive an den Schulen für Aufklärung über Netzpiraterie und wollen der Partei so den Nährboden entziehen – wahrscheinlich haben die Piraten aber auch davon keine Ahnung.

Der nächste Aprilscherz hat es ebenfalls in sich: da will man uns doch in der Tat verkaufen, das es in Deutschland antikapitalistischen Widerstand gibt, der auch Polizisten haut. Ha ha ha – selten so gelacht. Da die Deutschen in der Tat mit ihrer neu für sich entdeckten Biedermeierkultur der absoluten Abkapselung von der politischen Realität keine Ahnung von Kapitalismus und seinen Nebenwirkungen haben, wäre eine antikapitalistische Demo in Deutschland so wahrscheinlich wie Schnee in der Sahara – und außerdem würden die Konzernmedien nie darüber berichten. Machen die doch auch sonst nicht. Im Zusammenhang mit dieser Demo stehen auch die nächsten Nachrichten: die Rettungsschirme laufen ja gerade auf 800 Milliarden Euro – oder waren es 800 Billionen? Nein – das kommt sicher noch. Frankreich hat ja erstmal zusammen mit der OECD die Billion ins Spiel gebracht … oder war das jetzt doch die Billiarde. Das sind halt utopische Zahlen, die man sonst nur im Mathematikunterricht kennenenlernt und dann schnell wieder vergisst.

Jetzt hat man uns zum April den deutschen Anteil davon ausgerechnet: es sind 400 Milliarden Euro.  Ha ha ha – selten so gelacht. Erstmal hat der Schäuble in der Tagesschau erklärt, das wir nur 28% von dem Schirm tragen. Ausserdem gilt ja auch generell: niemals geht der Schirm über 500 Milliarden Euro. Und wenn Merkel und Schäuble das sagen, dann gilt das auch. Deshalb konnte ich auch leicht den nächsten Aprilscherz in der Welt outen:

Wenn der Rettungsschirm installiert ist, darf er über den Gouverneursrat Zugriff auf die deutschen Staatsfinanzen nehmen. Er steht außerhalb demokratischer Kontrolle. Sparer sollten sich absichern.

Ha ha ha …. der war echt gut, oder. Also ob die Merkel wirklich irgendwelchen Gouverneuren Zugriff auf die deutschen Staatsfinanzen nehmen würde … und dadurch den deutschen Kleinsparer gefährden.

Noch besser aber ist der Schleckerwitz. Da geht eine Firma pleite, weil sie Mitarbeiter bescheiden behandelt, Läden lieblos führt und Leiharbeiter gnadenlos auspresst. Dann hat sie auf einmal kein Geld mehr und der Firmenchef ist bankrott. So bankrott, das fast die deutschen Steuerzahler für die Rettung eines Unternehmens hätten bezahlen müssen, bei dem sie einfach nicht einkaufen wollten. Jetzt die Aprilscherznachricht: wenn der Steuerzahler halt nicht für die Rettung des Leiharbeitermissbrauchs einspringt, dann kaufen Schleckers Kinder den Laden einfach wieder zurück.

Ha ha ha.

Der beste ist aber: Ehepaar Wullf schreibt seine Memoiren. 598 Bundespräsidentengattin – da hat man viel zu erzählen, was der Deutsche dringend erfahren muss. Angeblich gibt es schon Honorarangebote in siebenstelliger Höhe. Blödsinn … obwohl … gehört nicht auch der Maschmeyer zu diesen Freunden? Und der kauft doch die Memoiren seiner Freunde zu genau diesem Preis.

Nun … vielleicht war das doch kein Aprilscherz.

Man kann ja auch nicht erwarten, das man immer alle findet – so wie den in der FAZ über die geplante neue Rechtschreibreform, die zur Verbesserung der internationalen Kommunikation die deutschen Umlaute, das ß und das „sch“ aus der Schriftsprache auslöschen wird.

So einen Unfug würden die deutschen Kultusminister nie durchgehen lassen.

Aber … wenn ich mir das mal so genau überlege … nein, das muss ein Aprilscherz sein.

Ebenso wie die Artikel,  die zeigen, das das Biolebensmittel nicht mehr Vitamine haben, behaupten, es gäbe in China Putschgerüchte, weshalb die anfangen, Internetseiten zu sperren oder die Meldung, das Jörg Asmussen von der EZB die Abgeordneten des deutschen Bundestages davor warnt, ihr Mitspracherecht bei der Verwaltung deutscher Gelder im Rahmen der EZB-Gelder wahrzunehmen.

Das alles müssen Aprilscherze sein.

Bitte.

 

Wie der EU-Rettungsschirm aus uns allen Neger macht: Deutschland 2012 wieder im Rausche des Biedermeier

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht - und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht – und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Wenn ein Kind jeden Tag zentnerschwere Säcke schleppen müsse. Über rutschige Halden, auf schlammigen Wegen. Kilometerweit durch den dichten Dschungel. Zwei Dollar pro Woche, die sieben Arbeitstage kennt. Und selbst davon habe er den Soldaten einen Teil geben müssen.

„In den Minen in Walikale“, sagt Merci und flüstert ängstlich, „da wohnt der Teufel. Und alle, die dort arbeiten, gehören ihm.“

Vielleicht denkt man mal an „Merci“, wenn man das nächste Mal von der Toprendite der Telekom-Giganten hört und Politiker von unglaublichen Vorzügen der globalisierten Welt faseln, die uns Reichtum und Wohlstand beschert hat. Was verschwiegen wird, ist:  Reichtum und Wohlstand haben wir aufgrund von Sklaverei, nicht aufgrund von Arbeit und Erfindungsreichtum.  Ein älterer Spiegelartikel über Berliner Mietskasernen erinnert uns daran, das diese Erscheinungen nicht neu sind:

In sieben Schlachten hatte Schuster G. für die Preußen gefochten. Dann, als Veteran, mußte er die bittere Erfahrung machen: „Man gibt uns keine Arbeit, verbietet das Stehlen und wirft uns ins Loch, wenn wir betteln.“

Sein Schicksal teilten Tausende am Stadtrand von Berlin.

Für ein Stück Brot oder eine Handvoll Hafergrütze suchten G. und seine Nachbarn in der Stadt Knochen zusammen, hackten Holz, trugen Torf. Die Ärmsten, die nichts als den Tag stehlen konnten, bekamen im Winter einen Schlag „Armensuppe“.

Es lohnt sich, dieses historische Dokument zu lesen, es stammt aus dem Jahre 1980, einem Jahr, in dem der deutsche Bürger noch politische Visionen haben durfte, ohne dafür zum Arzt zu müssen. Besonders gut gefällt mir dieser Abschnitt:

Das war — vor 150 und auch noch vor 100 Jahren — „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“, wie der verfemte Jurist und Schriftsteller Ernst Dronke es 1846 nannte: das Wohnelend in den ersten Berliner Mietskasernen.

Stellen wir uns mal vor, jemand würde heute das Wohnelend in den Hartz-Kasernen der Republik anprangern und es als „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“ anprangern: wir würden diese Sozialromantiker sofort in die Schranken weisen – mit Hinweis auf die Stundenlöhne in Afrika. So was geht im Jahre 2012 wieder. Viele haben daran gearbeitet – und arbeiten weiter daran. Zum Beispiel der deutsche Finanzminister, ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, das Elend der Mietskasernen des 19. Jahrhunderts wieder flächendeckend zu verbreiten. Es ist nur noch peinlich zu nennen, wie man sieht, wie er in der Tagesschau die vielfältigen Schutzschirme erläutert und dabei erkennen lässt, das er noch nicht mal genau weiß, wie viele Milliarden er gerade aus dem Fenster wirft.

80 Milliarden oder 60 Milliarden oder 65 Milliarden und dann noch irgendwie 28% von 650 Milliarden und 40 Milliarden cash für den IWF:  – wenn ich so meinen Haushalt führen würde, wäre ich am Ende der Woche verhungert. Als deutscher Finanzminister geht das – weil man Leute hat, die einem sagen, wo es langgeht.  Die Financial Times Deutschland klärt über die Zusammenhänge auf:

Die Antwort sollte inzwischen klar sein: Interessengruppenpolitik und die Weltsicht politischer Eliten. Auch wenn das Risiko für das Finanzsystem minimal war, hatten Banken und Anleihegläubiger mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Sie liefen Gefahr, Milliarden zu verlieren und vielen Beschäftigten des Finanzsektors drohte der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Es ist also kaum verwunderlich, dass führende Banker, sowohl hinter verschlossenen Türen als auch öffentlich, Lobbyismus gegen eine Umschuldung betrieben.

So lässt etwa das Institute for International Finance, ein einflussreicher Lobbyverband großer Finanzinstitute mit Sitz in Washington D.C., regelmäßig verlauten: Helft uns aus der Patsche, oder ihr habt die Konsequenzen zu tragen. Mindestens ebenso wichtig, wie der Handlungsstrang, auf den sich der Verband geeinigt hat, ist seine politische Macht, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat – so sehr, dass sich alle wichtigen politischen Entscheidungsträger in den USA und in Europa um das Schicksal von Banken sorgen, auch wenn das keinen allgemeineren Einfluss auf die Wirtschaft hat.

Sogar jetzt werden viele der Verluste, die die Banken hätten tragen sollen, vom öffentlichen Sektor geschultert, unter anderem durch verschiedene Formen direkter Unterstützung und die außergewöhnlichen und riskanten Tätigkeiten der Europäischen Zentralbank.
Dies sollte man in jeder Tageszeitung, jedem Nachrichtenformat und allen Nachrichtensendungen öffentlich-rechtlicher Anstalten tagtäglich verbreiten, bis auch jeder deutsche Schrumpfkopf begriffen hat, worum es hier geht: einen gigantischen globalen Betrug durch eine Branche, die eigentlich niemand braucht, Millionen von Arbeitsplätzen, die eigentlich nichts Sinnvolles leisten aber ein leistungsloses Einkommen in Millionenhöhe kassieren.  Schauen wir uns die Schicksale doch mal im Detail an – nur eins, das reicht schon. Eine ganz normale Angestellte der Finanzindustrie – eine „Zerstörerin der Welt“, siehe Wirtschaftsblatt:
Nach Abschluss des Ökonomiestudiums in Cambridge war Masters Anfang der 1990er-Jahre in London Teil eines Teams, das Ideen entwickelte, wie man Risiken auf dritte Parteien übertragen konnte: Es war die Geburtsstunde der Kreditderivate. Sehr komplex waren sie strukturiert, Hypotheken lagen ihnen als Basiswert zugrunde. Investoren konnten Long-und Short-Positionen eingehen. Kunden bewegten so gewaltige Summen mit verhältnismäßig kleinem Einsatz, was gewaltige Chancen, aber auch Risiken beinhaltete.

Als die Immo-Blase platzte, fiel das Kartenhaus zusammen. Masters wechselte während des Booms nach New York, wo die 42-Jährige bis heute für JP Morgan arbeitet. Während der Finanzkrise erhielt sie stets Rückendeckung von ihren Chefs. Derzeit leitet sie den globalen Rohstoffhandel. Bei Anhörungen der Regierung tritt sie schon mal als Expertin auf. Unumwunden gab sie zu, dass die Kreditderivate Schwächen aufwiesen. Der „New York Oberserver“ bezeichnete Masters als „einen Zerstörer der Welt“.

Heute leitet diese Frau den globalen Rohstoffhandel – womit wir wieder bei den Negern sind … bzw. ihren Rohstoffen und renditefreundlichen  Produktionsmethoden, bei unseren Horrorbenzinpreisen und dem EU-Rettungsschirm. Aktuell merken wir ja, das der Rettungsschirm ja gar nicht groß genug sein kann – Griechenland braucht ein neues Hilfspaket, Spanien könnte noch viel mehr brauchen  und wenn wir erstmal die Bankengewinne in Italien sichern müssen, reicht alles Geld der EU nicht mehr aus.
Deshalb ist es weise, sich das Leben der Kinder im Kongo anzuschauen – es wird die Zukunft unserer Kinder sein. Ich nenne sie „Neger“, weil ich die Heuchelei nicht mehr mitmachen möchte. Ich weiß: politisch korrekt wären andere Bezeichnungen. Da wir sie aber behandeln wie „Neger“, möchte ich auch, das sie wieder so genannt werden. Wie im Bericht über Preußen im 19. Jahrhundert schon beschrieben, können wir alle jederzeit „Neger“ werden – einige Millionen von uns sind es schon … man vergleiche nur die Pressekommentare über Hartz-IV-Abhängige mit den Beschreibungen der Bewohner der preussischen Mietskasernen:
Die Grunholzer-Protokolle erwiesen sich schon deshalb als so wertvoll, weil die Bourgeoisie des Biedermeier für Armut und Elend gemeinhin nichts als Verachtung hegte. Entsprechend tendenziös wirkten Berichte von Polizisten und auch Pastoren, die in den Voigtländern nur „räuberisches Gesindel“ und „derartiges Gelichter“, „die tiefste Hefe des Volkes“ und Menschen in ihrem „rein tierischen Zustande“ sahen.
Deshalb bekommt der öffentliche Dienst ja jetzt auch ein sattes Lohnplus: die stammelnden Marionetten der Bankenlobby kaufen sie Freunde, Freunde, die sie dringend brauchen werden, wenn unsere Kinder Arbeitsbedingungen wie im Kongo haben. Undenkbar? Einfach mal in den Wohnsilos der sozial Schwachen vorbeischauen – wobei dieser Begriff schon eine Schande an sich ist. Aber so nennen wir halt unsere eigenen neuen Neger – und ihre Lebensqualität ähnelt eher denen der Berliner Mietskasernen.
Darum wundert es mich nicht, das jene Deutschen, die es sich – noch – leisten können, sich ihre eigenen, kleinen Paradiese bauen. Ich denke, sie merken schon, das der Teufel nicht nur in den Minen des Kongo herrscht, sondern sich gerade anschickt, das ganz große Ding zu drehen: also baut man sich sein Mäuseloch und hofft, das der Herr der Finsternis am eigenen Haus einfach vorübergeht.
Leider wird er das nicht tun … und das weiß man auch – weshalb schon kleine Beunruhigungen zu Panikkäufen verleiten.  Wo so schnell Panik entsteht, muss ganz viel Angst herrschen – und an einem aktuellen Beispiel sehen wir dann auch, was geschieht, wenn wir von unserem Recht des käuflichen Erwerbs von Benzin Gebrauch machen: die Polizei schließt zur Not einfach die Tankstellen, wenn wir versuchen, die letzten Tropfen Billigsprit zu erwerben.
Nun beantwortet sich auch leicht die Frage, warum der Deutsche sich all dies so widerspruchslos antut: nicht nur die Verachtung für Armut und Elend erinnert an die Zeit des Biedermeier – auch sonst verhalten wir uns nach klar erkennbaren Mustern:
Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z. B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur und auch in der Mode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide oft mit dem Etikett „hausbacken“ und „konservativ“ versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private. 
In der Biedermeierzeit erlebte auch das Theater einen Aufschwung, doch statt Belehrung war Unterhaltung gefragt, also eine Abkehr von den Idealen der Aufklärung.
Einfach mal ins heutige Abendprogramm schauen und alle Sendungen, die der Aufklärung über Ausbeutung, über die realpolitische Machtverhältnisse jenseits der Demokratieillusion und die Folgen der aktuellen politischen Prozesse für unsere Zukunft dienen rot anstreichen – der Stift wird sehr trocken bleiben.
Somit sind wir 2012 wieder da, wo wir 1812 schon mal waren.
Erstaunlich, oder?
Der Eu-Rettungsschirm macht aus uns allen Finanzneger, Schuldsklaven und Biedermeierschnepfen, deren höchstes Glück es ist, sich hinter den eigenen vier Wänden vor der Tatsache verstecken, das die Kinder Afrikas ihr Blut für unsere Handykultur geben – und die Kinder Deutschlands ihr Blut für die staatliche garantierten Gewinne der Großbanken geben müssen.
Mir dünkt, nicht nur in den Minen Afrikas wohnt der Teufel. Langsam habe ich den Verdacht, das ihm Deutschland auch gehört – und zunehmend der Rest der Welt ebenso.

Gregor Gysi über den ESM

[Video, bitte Artikel anklicken]

Nachrichten am Dienstagmittag – 2012.03.27

Wahlnachlese:

Überraschungserfolg im Saarland: FDP knackt Null-Prozent-Hürde
Deutschland ohne FDP
Die Gründe der Piratenwähler

Wir habens ja…

Stattdessen legt das siebenseitige Papier der Kommission nahe, dass EFSF und ESM vollständig miteinander kombiniert werden sollten, wodurch das Ausleihvolumen auf 940 Milliarden Euro stiege. Noch besser wäre demnach eine Überführung des EFSF in den ESM. Der deutsche Haftungsrahmen würde in diesem Fall von 211 auf 400 Milliarden Euro steigen.

Tyrannei:

Tyrannei geht von Tyrannen aus, nicht von Tyrannisierten
“Tyrannei der Masse” und der Kampf um das liberale Erbe

´Tyrannei der Masse´ – Das neue Schlagwort im Kampf gegen das Volk
Der Masse´ – Patrick Döring (FDP) redet sich um Kopf und Kragen
Dörings Tyrannei-Vergleich empört die Piraten
Ne, die hab ich nicht alle gelesen, so wichtig ist der Knabe auch nicht…

Hat irgendwer gedacht, daß Frau von der Laien was anderes als Bockmist abliefert?

Heftige Kritik an Hartz-IV-Bildungspaket. Paritätischer Wohlfahrtsverband: »Totalreinfall«

Bundesweit am häufigsten abgerufen wurden laut DGB mit knapp 60 Millionen Euro Zuschüsse für den Schulbedarf, an zweiter Stelle stand mit 38 Millionen Euro die Finanzierung mehrtägiger Klassenfahrten.

Na klar, der Schulbedarf wird (imho) automatisch überwiesen und Klassenfahrten werden (ebenfalls imho) über die Schulen beantragt.

Die Echtheit glaube wer mag, aber .es verstärkt Vorurteile es bestätigt Meinungen:

 Mittels versteckter Derivate sind die griechischen Schulden wesentlich höher als bekannt. Die Preise von Edelmetallen unterliegen ständiger Manipulation. Banker und Politiker arbeiten im Geheimen zusammen. All dies steht in einem Schreiben, dessen Autor sich als JP-Morgan-Chase-Mitarbeiter ausgibt. Ähnlich wie Greg Smith, bis vor kurzem ein Mitarbeiter von Goldman Sachs, scheint auch der Verfasser dieses Bekenntnisses aus moralischen Gründen zu handeln.

Warum muß ich zum Kopp-Verlag um so was zu lesen?

Wie die ägyptische Altertümerverwaltung bekannt gibt, werden sechs Gräber des Alten Reichs bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter auch das Grab der Enkelin des Cheops. Die Gräber sind seit rund 25 Jahren wegen Restauration gesperrt gewesen. Die neuerliche Öffnung wird die Zeit des berühmten ägyptischen Königs wieder deutlicher ins Blickfeld rücken. Was aber sagen die Gräber über das Alter der gewaltigen Monumente sowie über ihre Erbauer aus?

Ob er auch bald nach Elba zieht:

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Sinn dieses Beitrages ist es nicht, Nicolas Sarkozy seine familiären, freundschaftlichen und beruflichen Beziehungen vorzwerfen, sondern dass er den Franzosen seine Bindungen vorenthalten hat und sie hat glauben machen, sie wählten einen freien Mann.

Um zu verstehen, wie es kommt, dass ein Mann, den heute fast alle übereinstimmend als den Agenten der Vereinigten Staaten und Israels wahrnehmen, Chef der gaullistischen Partei Frankreichs und dann Präsident der Republik Frankreich hat werden können, muss man das Rad der Geschichte zurückdrehen, und zwar ziemlich weit. Wir müssen etwas ausholen, um aufzeigen zu können, wer die Protagonisten sind, die heute für ihre Dienste belohnt werden.

Hmm, lecker. Whisky mit gequirlten Babynieren? Diese Genehmigung zu beantragen ist so dämlich, da fällt mir echt nichts mehr ein. Wer trinkt das Zeug denn jetzt noch. Und ist das nicht eigentlich Kannibalismus? Hey, wo sind die moralinsauren Christen wenn man sie mal braucht? Und den Namen „Senomyx“, merken!

Die Regierung Obama hat dem Unternehmen PepsiCo die Genehmigung erteilt, weiter die Dienste eines Herstellers für Geschmacksstoffe in Anspruch zu nehmen, der Zellgewebe von abgetriebenen Föten verwendet. Wie die Webseite LifeSiteNews.com berichtet, hat Obamas Börsenaufsichtsbehörde Security and Exchange Commission (SEC) entschieden, die Zusammenarbeit zwischen PepsiCo und der Firma Senomyx aus San Diego in Kalifornien, die unter Verwendung von menschlichem embryonalen Nierengewebe Geschmacksverstärker für Pepsi herstellt, sei eine »ganz normale Geschäftstätigkeit«.

Auch eine Sichtweise. Von einem meiner Lieblingsmagazine für wilde und phantasievolle Verschwörungstheorien:

Bis heute war offiziell nicht klar wer den eigentlich für die Wende in Mittel- und Osteuropa und somit auch für den Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung verantwortlich war. Doch jetzt und nur wenige Stunden vor der Wahl eines neuen Bundespräsidenten, den wir zumindest schon nach Köhler und Wullf auch niemanden empfehlen können, sollen Sie erfahren wer den in der Tat damals die führenden Initiatoren waren, welche hintergründig und heimlich diese gigantische Umwälzung in Europa planten und durchführten. Bisher waren bei jedem Jahrestag des Mauerfalls Diskussionen zum Thema „Helden“ entbrannt.

Noch was zum Thema tote Tiere essen. (Nee, müsst ihr nicht klicken):

Ein weiteres Video zeigt, wie sich Delphine in einem Spiegel erkennen können. Und dann habe ich einen Artikel verlinkt, in dem ein Video zu sehen ist, wo eine traurige Schimpansen-Mutter ihr 18 Monate altes, gerade verstorbenes Kind immer wieder am Hals und im Gesicht prüft, ob es noch lebt. Es sieht also so aus, dass ihr so etwas wie tot sein bewusst sein könnte. Dann kommt ein anrührendes Video, in dem gezeigt wird, wie eine Katze ihren gerade totgefahrenen Kameraden versucht wiederzubeleben (es reichen die 30 Sekunden der 5 Minuten). Das letzte Video berichtet von einem Polizeieinsatz, in dem ein kleiner Hund zusammen mit gerade geborenen Katzenbabys, auf die er aufgepasst hat, gerettet wurden. Zu Hunden findet man noch viel mehr Videos, wie sie sich um tote Herrchen oder rührend um verletzte Kameraden kümmern. Andere erzählten mir von weinenden Kühen, die in einem Experiment beobachten mussten, wie ihre Wegbegleiter zum Schlachten getötet wurden.

Über Dilettanten – ausgerechnet in der Zeit:

Die völlige Abwesenheit von Wissen ist kein Hindernis auf dem Weg nach oben, sondern Voraussetzung für einen erfolgreichen Aufstieg, findet der Publizist Thomas Rietzschel.

Keine Sorge, auch das werden sich die Spekulanten nicht entgehen lassen:

Oft wird argumentiert, Spanien sei nicht wirklich gefährdet, weil die Staatsschulden weniger als 70 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen. Leider greift dieses Argument zu kurz. Viel zu kurz. Spanien besitzt alle Ingredienzen für einen toxischen Cocktail: einen überschuldeten Privatsektor, ein marodes Bankensystem, einen aufgeblähten Immobilienmarkt, der noch einen grossen Abwertungsschub vor sich hat, ein chronisch hohes Leistungsbilanzdefizit und eine schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Und wo werden die Milliarden für die Banken eingespart?

Der europäische Automarkt steuert in die größte Krise seit Mitte der 1990er Jahre, so das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.

Diese Methode spart Munition:

Aufgrund des Brennstoffmangels im Gazastreifen konnte das Krankenhaus, in dem dieses Mädchen behandelt worden war, nicht die nötige Energie bekommen.
Auch schon am Freitag ist ein palästinensisches Kind aufgrund des Brennstoffmangels für das einzige Kraftwerk im Gazastreifen und des dadurch bedingten Ausfalls eines Beatmungsgerätes gestorben.

Wenn das Wahr™ ist, werden wir es bald bemerken:

Der Jetstream auf der Nordhalbkugel bewegt sich gegen den Uhrzeigersinn in einem durchgehenden Band von West nach Ost und bringt feuchte und milde Luft nach Europa. Dieses Modell kann man auch auf der Südhalbkugel beobachten, auch dort bewegt sich der Jetstream vom West nach Ost. Meteorologen haben bereits 2010 ungewöhnliche Unterbrechungen bei diesem Strom festgestellt. Was dazu führt, dass in bestimmten Regionen das Wetter “stehenbleibt” und extreme Wetterbedingungen auslöst.

Und Herr Fulford wähnt das GUTE™ fast am Ziel:

Laut Aussagen von Vertretern der Dragon-Familie ist das neue Finanzsystem jetzt online und genügend Finanzmittel stehen entweder jetzt schon zur Verfügung, oder werden bald verfügbar sein. Der letztendliche Sturz der kriminellen Kabale hat nun ernsthaft begonnen, wobei angeblich in der letzten Woche alleine 200 Spitzenbanker verhaftet wurden und 450 zurücktraten. Laut Quellen aus japanischen Regierungskreisen arbeitet Japan jetzt an den letzten Dokumenten, um die Internationale Wirtschaftsplanungsbehörde aufzubauen; die anfängliche Finanzierungssumme beläuft sich auf 10 Billionen Dollar, das ist das 200fache dessen, was die Weltbank jedes Jahr verleiht.

Genauso hätte die Operation 100 funktioniert:

Cruddas, der inzwischen zurückgetreten ist, wurde heimlich gefilmt, als er den Reportern, die sich als Vertreter eines Fonds aus Liechtenstein ausgaben, der Interesse habe, sich in Großbritannien zu betätigen, dass man mit einer Spende von 200.000 oder 250.000 Pfund auf jeden Fall zur „premier league“ zähle und dadurch Zugang zu den Parteiführern und zu privaten Essen von Regierungschef David Cameron und seiner Frau sowie dem Finanzminister George Osborne erhalte:

„Two hundred grand to 250 is premier league… what you would get is, when we talk about your donations the first thing we want to do is get you at the Cameron/Osborne dinners.

Das ist noch nicht der wirkliche Skandal, sondern das damit verknüpfte Versprechen, dass jede Spender in dieser Höhe bei den politischen Plänen der Partei berücksichtigt werden könnte. Zunächst hatte er noch geleugnet, dass man sich den Zugang zu Cameron kaufen könne, aber dann wurde er doch genauer, indem er umriss, was man erwarten könne.

Über die Eisfläche des Nordpols:

Falls sich jemand Sorgen macht, was die Eisfläche des Nordpol so treibt, hier ein Vergleich vom 17. März 2012 mit dem selben Datum 1995. Wie man sieht ist die Ausdehnung fast genau gleich wie vor 17 Jahren.

Wer braucht denn Bienen:

Das als Bienenkiller bekannte Gift Clothianidin darf wieder eingesetzt werden. Es ist zwar nur vorübergehend erlaubt, doch das schon im dritten Jahr in Folge.

Hier gibts weitere Nachrichten. Ein Auszug:

DAX-Konzerne machen Rekordgewinn
„Die Dax-Konzerne haben 2011 die Rekordmarke von 100 Milliarden Euro Gewinn geknackt“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. „Im Vergleich zu 2010 seien die operativen Gewinne um acht Prozent gestiegen.“

Aber wenn man von denselben Konzernen verlangt, dass sie sich auch angemessen an den Sozialsystemen beteiligen sollen, wird man ja sofort als klassenkämpferischer Linksextremist betitelt

 

Bewegte Bilder

Übers Fernsehen. Vielleicht ein wenig albern?

ESM – der Selbstbedienungspakt: US-Gouverneure übernehmen offiziell die Kontrolle über Europa – oder?

14.3.2012. Mittwoch. Eifel. Einiges deutet momentan auch auf eine Neuwahl hin. Wie ich aus aktueller Quelle erfahren habe, will "Merkel in Afghanistan bleiben und kämpfen" um "ihre Freiheit am Hindukusch zu verteidigen". Das nenne ich mal beispielhaft. Das Deutschland mal eine Kanzlerin in die Wüste schickt, ebenfalls.  Ich denke, das ist auch ein konsequentes Verhalten, denn wenn die Deutschen wirklich erfahren, was im ESM - Vertrag steht und was das für uns auf der Straße und im Büro bedeutet, wird sie ihre Freiheit sowieso mit der Waffen verteidigen müssen, denn sonst droht wohl Kerkerhaft.  Doch bleiben wir erstmal beim ESM-Vertrag - einem 700-Seitenwerk in Fachidiotisch, das niemals jemand lesen wird. Darum ist es ja auch so geschrieben worden: Abschreckung ist schon lange ein erfolgreiches Prinzip in der Wirtschaft.  Der europäische Bund der Steuerzahler hat aber jetzt doch mal nachgelesen - und eine Kurzfassung geliefert, damit auch jene wissen, was dort gemauschelt wurde, die vor lauter Arbeit gar keine Zeit haben, sich um einen solchen Mist zu kümmern.

14.3.2012. Mittwoch. Eifel. Einiges deutet momentan auch auf eine Neuwahl hin. Wie ich aus aktueller Quelle erfahren habe, will „Merkel in Afghanistan bleiben und kämpfen“ um „ihre Freiheit am Hindukusch zu verteidigen“. Das nenne ich mal beispielhaft. Das Deutschland mal eine Kanzlerin in die Wüste schickt, ebenfalls.  Ich denke, das ist auch ein konsequentes Verhalten, denn wenn die Deutschen wirklich erfahren, was im ESM – Vertrag steht und was das für uns auf der Straße und im Büro bedeutet, wird sie ihre Freiheit sowieso mit der Waffen verteidigen müssen, denn sonst droht wohl Kerkerhaft.  Doch bleiben wir erstmal beim ESM-Vertrag – einem 700-Seitenwerk in Fachidiotisch, das niemals jemand lesen wird. Darum ist es ja auch so geschrieben worden: Abschreckung ist schon lange ein erfolgreiches Prinzip in der Wirtschaft.  Der europäische Bund der Steuerzahler hat aber jetzt doch mal nachgelesen – und eine Kurzfassung geliefert, damit auch jene wissen, was dort gemauschelt wurde, die vor lauter Arbeit gar keine Zeit haben, sich um einen solchen Mist zu kümmern.

Wir erkennen auf den ersten Blick ganz wichtige Prinzipien des Paktes, ich zitiere aus der „Ultrakurzfassung“:

Die Gouverneure setzen sich ihr Gehalt und das ihrer Direktoren geheim in unbekannter
Millionenhöhe selbst fest (Art. 5 Abs. 7 (n), Art 34).

Das ist doch schon mal schön, oder? Wer möchte das nicht gerne – sein Gehalt ganz geheim selber bestimmen? Wäre ja auch langsam mal nötig, denn wenn man genau hinschaut, wird Deutschland West gerade ein Niedriglohnland. So hatten wir uns die Angleichung ostdeutscher Verhältnisse nicht vorgestellt, aber mit einer kompletten Ost-Führungsriege sollte das nicht weiter verwundern.

Natürlich hat der ESM-Vertrag auch eine Sicherheitsklausel, um der Gefahr, die aus einer solchen Selbstbedienungsklausel entsteht, zu begegnen:

In ihrem Interesse genießen alle Gouverneure (incl. Dr. Schäuble), Direktoren etc. pp
Immunität hinsichtlich ihrer geschäftlichen Tätigkeit für die ESM-Bank, gleich ob hunderte
Milliarden Euro verschleudert, vernichtet, oder veruntreut werden (Art. 35).

Das heißt: auch wenn die sagen: die „Gouverneure“ teilen alles Geld unter sich auf, ist das ok. Uns halbiert man das Arbeitslosengeld – wie der Monti gerade in Italien – aber die können sich jede fiese Tour leisten und auch noch bestimmen, was es ihnen einbringt.

Cool, oder?

Natürlich gibt es auch eine gewisse Kontrolle, wäre in einer Demokratie ja auch undenkbar, das es das nicht gäbe:

Die jeweiligen Finanzminister (für die BRD: Dr. W. Schäuble) bilden den Gouverneursrat
(BoG) der ESM-Bank. Der BoG und die Räte sind rechtlich unantastbar, haben die totale
Kontrolle und letzte Entscheidungsmacht in allen finanziellen, sachlichen und personellen
Dingen der ESM-Bank. (Art. 5).

Das heißt: die machen mit unserem Geld was sie wollen. Schaut man sich den europaweiten Steueranteil an Benzin an, weiß man auch, das die genug von unserem Geld haben – aber gar nicht genug davon kriegen können. Europa ächzt, seine Volkstreter feiern. Nein – da ist jetzt kein Rechtschreibfehler drin.

Das sieht jetzt schon übel aus, oder? Wir kriegen eine Europaregierung, die unkontrollierbar und völlig haftungsfrei mit gigantischen Geldsummen jonglieren darf – früher nannte man das Absolutismus. Kommt aber noch besser.

Vielleicht hat sich jemand gedacht – gut, da müssen wir jetzt halt durch. War ein Versehen mit Griechland, kommt nicht wieder vor. Leider ist das ein Irrtum, denn aktuell wurde gerade Zypern der Ramsch-Status verpasst. Nebenbei wappnet sich die Bundesbank gegen Staatspleiten, was einen nicht sonderlich optimistisch in die Zukunft schauen läßt.

Weil das System aber jetzt schon unheimlich ist, wurde heimlich noch eine kleine Sicherung eingebaut, damit es weiter laufen kann:

Das Aktien-Haftungs-Kapital der ESM-Bank beträgt (zunächst) € 700 Mrd. aufgeteilt in
(a) € 80 Milliarden einzuzahlende Aktien und (b) € 620 Milliarden abrufbare Aktien. (Art.
8 Abs. 1). Das Haftungs-Kapital kann ggf. durch Ausgabe neuer Aktien (auch höheren
Nennwerts!) bis in Billionenhöhe (c) beliebig erhöht werden (Art. 8 Abs. 2, Art. 10 Abs. 1).

Also … wenn der Schäuble mit 700 Milliarden Euro nicht auskommt, dann kann der sich eben sofort mehr besorgen. Wer haftet? Jeder Deutsche, mit all seinem Geld:

Die Deutschen haften (Ziff. 6), für (Minimum) 27 % – 100 % (Maximum) aus € 700 Mrd.
Wird das Aktien-Haftungs-Kapital erhöht (Art. 8, Art 10), kann sich daraus erhöhte
Haftung über € 700 Mrd. hinaus ergeben (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

Ja, das wird gerade wirklich beschlossen. Kein Wunder, das die diese Wahrheiten gut verpackt haben: niemand würde gerne freiwillig seiner kompletten Enteignung zustimmen. Da waren sicher professionelle Anlageberater am Werk, Leute, die schon an den Lehmann-Papieren gut verdient haben

Wenn die Gouverneure nun neues Geld brauchen, müssen sie sich auch nicht darum sorgen, das es große Debatten gibt: hier gibt es eine Bringschuld der Steuerzahler, die sich mit fünf kleinen Buchstaben ausdrücken lässt –  „flott“:

Im Ernstfall muss ESM-Haftungskapital binnen 7 Tagen eingezahlt werden oder wird auf
die übrigen Aktionäre umgelegt (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

Was geschieht aber nun, wenn die Gouverneure ihr Geld nicht absolut flott kriegen – wenn vielleicht eine zukünftige Regierung aus ganz neuen Parteien sagt: „Nein, danke, wir wollen nicht mehr für die Rendite von Großbanken zahlen“? Rollen dann die Panzer?

Klar, ich kann auch jetzt schon sagen, welche. Die Gouverneure haben nämlich ganz klar die Interessen der neuen Eigentümer Europas zu vertreten:

Die ESM-Kredite (Art. 14, 15, 16) haben im Konkurs eines Eurolandes Nachrang gegenüber
IWF-Krediten. Daraus folgt ein massiv erhöhtes Haftungs-Risiko (Präambel, Abs. 13, 14)

Also: Goldman Sachs bzw. der von den USA kontrollierte IWF bekommt auf jeden Fall erstmal sein Geld.  Die können in Zukunft wieder unbegrenzt Kredite vergeben, um US-Waffenverkäufe an Griechenland zu finanzieren. Gehen die Griechen daran zu Grunde, zahlt der Deutsche.

Klug, oder?

Nein, noch klüger: damit niemand dahinter kommt, was dort gespielt wird, sind auch jedwede Kontrollen von vornherein ausgeschlossen:

Die zahlenden und haftenden Bürger haben keine Möglichkeit die Geschäfte der ESM-Bank
durch Bestellung unabhängiger externer Prüfer auf ordnungsgemäße, sachliche und rechnerische Richtigkeit zu prüfen. Solche Prüfungen sind ausgeschlossen (Art. 26 – 30).

Der europäische Bund der Steuerzahler findet dafür drastische Worte:

Der ESM-Vertrag ist eine Verhöhnung und Verspottung des gesunden Menschenverstandes und
der europäischen Rechtstradition schlechthin. Schon das Ansinnen der Regierenden, die
Einrichtung der ESM-Bank durch das deutsche Parlament absegnen zu lassen, ist der schwerste
Anschlag gegen die Demokratie und die deutsche Nation seit 1933. Mit dem ESM-Vertrag
putscht eine kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk.

Soweit die Meinung des europäischen Bundes der Steuerzahler. Ob man diese Meinung übernehmen darf?

Wenn ja, dann würde das bedeuten, das wir jetzt sofort in unser Auto steigen, bis zur nächsten Autobahn fahren und uns dort quer stellen, auch wenn es nicht erlaubt ist. Wenn diese Sichtweise stimmt, dann verstehe ich, warum Angela Merkel ihre Freiheit am Hindukusch verteidigen will: das gibt ihr einen deutlichen Vorsprung vor der Verfolgung durch deutscher Steuerzahler.

Sollte diese Sichtweise stimmen … dann müsste man sich überlegen, das im Grundgesetz verankerte Widerstandsrecht in Anspruch zu nehmen.  Sehen wir mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung nach:

im engeren Sinn ein Abwehrrecht des Bürgers gegenüber einer rechtswidrig ausgeübten Staatsgewalt mit dem Ziel der Wiederherstellung des (alten) Rechts. Im engeren Sinn richtet sich das Widerstandsrecht auch gegen Einzelne oder Gruppen, wenn diese die Verfassung gefährden; es dient dann der Unterstützung der Staatsgewalt, etwa wenn diese zu schwach ist, die verfassungsmäßige Ordnung aufrechtzuerhalten („Verfassungshilfe“).

Dürfen wir erwägen, das eine „kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk putscht“ – und unsere Verfassung unsere Hilfe braucht?

Hören wir dazu den Herrn Junker, hier bei Wiwo:

Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker hat den europäischen Entscheidungsprozess einmal in zwei Sätzen prägnant skizziert. „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert“, sagte der dienstälteste Regierungschef der EU. „Wenn es dann kein Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Wer solche Worte von sich gibt … macht nicht den Eindruck, als würden ihn bestehende Verfassungen kaum noch kümmern, sondern eher den Eindruck, als würde man den großen Putsch ganz bewußt in kleinen Schritten vollziehen wollen. Die Taxpayers Association of Europe ( TAE) e. V. steht mit  ihrer Kritik nicht ganz alleine da, siehe Wikipedia:

Der Innsbrucker Europarechtler Walter Obwexer kritisiert das Folgende: „Im Gegensatz zu anderen EU-Institutionen, wie der EU-Kommission, ist keine parlamentarische Kontrolle vorgesehen. Es gibt auch keinen parlamentarischen Einfluss auf sein Wirken. Der ESM wird mit wenigen Ausnahmen (z. B. EuGH-Zuständigkeit bei Schlichtungsverfahren) in kein vorhandenes System der Gewaltenteilung eingebunden. Seine Tätigkeit ist nicht öffentlich und nicht transparent.“ Das Direktorium würde somit das eingezahlte Grundkapital nach eigenem Ermessen veranlagen. Der ESM hätte zudem die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen. Obwexer kritisiert, dass trotz dieser erlaubten Finanzgeschäfte keine Prüfung durch den EU-Rechnungshof vorgesehen ist. Die Rechnungsprüfung erfolge laut Vertrag durch externe Prüfer, die vom Gouverneursrat beauftragt würden.

Und aus diesem System kommen wir auch nicht mehr heraus – siehe occupydeutschland:

Kein Austrittsrecht für ESM-Mitgliedstaaten

Wie es aussieht, kriegen wir gerade ein neues Ermächtigungsgesetz. Aber Leute, die mit fünf Euro Stundenlohn Spritpreise von 1,69 Euro stemmen müssen, haben aktuell in ihrem Alltag ganz andere Sorgen, als sich um Europapolitik mit Milliardenrisiken oder den programmierten Finanzkollaps zu kümmern.

Sie müssen sich um neue Kredite kümmern, um weiterhin die Fahrt zur Arbeit bezahlen zu können.

Ein paar Fragen zum ESM-Vertrag

[Video, bitte den Artikel anklicken zum Anschauen]

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