Diktatur

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Der totalitäre Alltagsfaschismus der Neoliberalen

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Donnerstag, 1.Oktober 2015. Eifel. Ich weiß nicht mehr, woher der Satz kommt, dass derjenige, der in der Demokratie schläft in der Diktatur wieder erwacht, aber so könnte es einem heute gehen … besser gesagt: so geht es einem, wenn man mit politischem Geist die gesellschaftliche Gegenwart wahrnimmt. Andere werden da deutlicher (siehe sopos.org):

„Wie konnte es gelingen, dass sich in Europa nach Nationalsozialismus und Stalinismus eine weitere Variante totalitären Denkens etablieren und hegemonial werden konnte?“

Ja – das ist eine sozialistische Seite. Selten geworden, heutzutage. Das Zitat stammt aus einem Text über ein neues Buch „Unterwerfung als Freiheit“ von Patrick Schreiner, welches sich dem Leben im Neoliberalismus zuwendet – jener modernen Ideologie, nein – jener modernen Religion, die totalitär unseren Alltag bestimmt, wie es sich ein Hitler nicht hätte erträumen lassen. Das Tolle daran ist: keiner merkts, bzw. keiner will es merken – und wie auch in jenen unseligen Zeiten des „Dritten Reiches“ alle mitmachten – na, jedenfalls fast alle – und niemand traut sich mehr, gegen das herrschende totalitäre System aufzubegehren … außer ein paar ungehorsame Einzelgänger vielleicht, die sich dank glücklicher Fügung dem Terror entziehen konnten, weil sie keine Angst um ihren Arbeitsplatz haben brauchen.

Ich kenne dieses Buch nun nicht – man kann ja nicht immer alles lesen – denke aber jetzt schon, dass es sich zu lesen lohnt: der Ansatz jedenfalls ist dringend notwendig, um für jedwede Form von Widerstand festen Boden unter den Füßen zu bekommen (siehe theorieblog.attac.de):

„Patrick Schreiner spannt dabei den Bogen von der Ratgeberliteratur über die Esoterik-Bewegung, den Leistungssport, Castingshows und die Pseudo-Glitzerwelt der echten und vermeintlichen Prominenz. Fündig wird er auch in den sozialen Netzwerken und bei der Betrachtung von über Werbung und Medien transportierten Konsum- und Lifestylemustern. In all diesen Bereichen lassen sich nicht nur die Kernelemente neoliberalen Denkens aufdecken, sondern auch die Mechanismen, wie dem Menschen neoliberales Denken eingetrichtert wird. Überall entdeckt Schreiner versteckt oder ganz offen die immergleichen Anforderungen: Sei flexibel! Diszipliniere dich! Handele wie ein Unternehmen! Schau auf dich selbst!“

Erschreckend, wie weit der Einfluss dieses totalitären Systems reicht, oder? Direkt bis in Ihr Wohnzimmer, Ihre Küche, Ihr Schlafzimmer … Ihren Kopf.

Damit wir uns darüber unterhalten können, müssen wir erstmal Begriffe definieren, damit wir nicht aneinander vorbeireden. Ich benutze den Begriff Faschismus in diesem Kontext als Synonym für „Das Böse“. So wird er in den USA gebraucht (siehe die Verwendung seiner Symbolik z.B. in diversen Hollywooddramen – oder die Verwendung diverser abwertender NS-Kampfbegriffe in der US-Politik, die dieses „Böse“ braucht, um sich selbst zu rechtfertigen). Ich möchte ihn nicht – wie mein zitierter Vorredner – mit dem Stalinismus gleichsetzen, der eine idealistische Komponente enthielt, während die Parole des Faschismus gleich zu Beginn alles Glück der Erde durch Ausmerzen allen unwerten Lebens versprach und dieses Versprechen auch in die Tat umsetzte: unterstützt durch die (begeistert?) schweigende Mehrheit des deutschen Volkes.

Es ist natürlich hart, sich der Erkenntnis stellen zu müssen, dass man auf einmal wieder in einer Diktatur lebt, wo wir doch Freiheit überall haben, ja, Freiheit in allem leben dürfen, vor allem dürfen wir alles kaufen was und wo wir wollen (Bonität vorausgesetzt) und können Sex mit jedem haben, wann und wo wir das auch immer wollen (und der Erschließung weiterer sexuellen Konsumobjekte zum hemmungslosen Ausleben seiner niederen Triebe wird mit Hochdruck gearbeitet – wie zum Beispiel in Form von Tierbordellen).

Noch härter wird jedoch die Erkenntnis sein, wo Sie selber Agent und Erfüllungsgehilfe einer neuen faschistischen Religion sind – ohne groß zu merken, was Sie da tun … und wie Sie selbst an Ihrer eigenen Vernichtung aktiv mitarbeiten.

In einem Artikel über die Propaganda neoliberaler Heilslehren in moderner „Hip-hop-Musik“ werden die geforderten Charaktereigenschaften (wenn auch mit unklaren Quellenangaben) deutlich ausformuliert (siehe annotazioni):

Der neoliberale Mensch ist „marktkonform, wettbewerbsfähig, selbstdiszipliniert, anpassungsbereit, flexibel, egoistisch, aktiv und unternehmerisch“ – eine Beschreibung, die nur noch gebildete Menschen (die eine nahezu verschwundene Minderheit darstellen – unabhängig vom „Bildungsgrad“, der selbst nur noch ein anderer Begriff für die Qualität der Vermarktbarkeit ist) als faschistoid verstehen, weil sie sich an Hitlers Beschreibungen des „Neuen Menschen“ erinnern (siehe Deutsche Welle):

Adolf Hitler spricht von der Verweichlichung der Jugend in der Weimarer Republik und formuliert das „neue“ Ideal der Nazis: „flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl“ so soll die Jugend ab sofort sein.

Der Mensch wird Hund, dienstbares, treu ergebenes, kritik- und geistloses Vieh: ein Ideal, das seltsam anmutet im angeblichen Land der Dichter und Denker, das eine Demokratie sein wollte – und trotzdem eifert eine ganze Nation ihm nach, will gefällig sein, vermarktbar, belastbar wie Leder, flexibel wie ein Windhund, hart wie totes Metall. „Fit for Job“ – so werben die Fitnesscenter, die das Gegenteil der Buddhafigur zum Götzen erklären, „Boddybuilding“ wird bis zum Exzess betrieben – um jenen Gestalten ähnlich zu werden, die in den NS-Kunst idealisiert wurden und auf jedem Werbeplakat für die Wehrmacht oder die SS zu finden waren: der gemanische Siegertyp ist Gesellschaftsideal geworden – wenn ich mit Anglizismen wie „six-pack“ versüßt.

Wie in der NS-Zeit dringt die Propaganda tief in den Alltag der Menschen ein, erst kürzlich erinnerten die „NachDenkSeiten“ an einen der größten Skandale im deutschen Fernsehen: in bekannten „Seifenopern“ wurden gezielt Gesprächspassagen von Unternehmerverbänden eingebaut, um das neue, neoliberale Menschenbild zu befördern (siehe NachDenkSeiten). Wie man dort lesen kann, blieb der Skandal völlig ohne Folgen, die Umerziehung des Menschen zum Hund wird vielerseits begrüßt – vor allem von den Herrchen. Eigentlich ein Verbrechen, Menschen so zu manipulieren, die sich einfach nur zur Entspannung etwas Unterhaltung gönnen wollten – aber wie auch in der NS-Zeit sind Verbrechen der Herrchen nicht weiter schlimm – wie wir aktuell anhand der „VW-Affäre“ wieder einmal bemerken dürfen. In breiter Front verniedlichen die Medien einen beispiellosen kriminellen Akt, in einem Fernsehauftritt war sogar der Vizekanzler zu sehen, der davon sprach, dass „lediglich ein falsches Bauteil eingebaut wurde“. Sicher: Qualitätsarbeit ist von den Selbstdarstellern der Gegenwart nicht mehr zu erwarten, auch Honda (siehe Spiegel), Toyota und Nissan (siehe Spiegel) mussten bis zu 6,5 Millionen Fahrzeuge zurückrufen – bei manchen Airbags bestand sogar Explosionsgefahr. Hier jedoch waren es Versehen – bei VW war es ein krimineller und staatsfeindlicher Akt der systematisierten Täuschung, des großflächigen Betruges und des professionalisierten Gesetzesbruches, Elemente, die die Massenmorde des Hitlerregimes von anderen Massenmorden unterschieden – alles unter der Führung eines Mannes, der erst kürzlich noch als einer der „erfolgreichsten Chefs der Welt“ gefeiert wurde (siehe Handelsblatt).

Viel perverser als die Schleichwerbung sind jedoch die Ratingevents, in denen sich ein ganzes Volk einem „rating“ unterzieht. Gemeint sind jene „Shows“, die seriell zum Zwecke der Unterhaltung Verlierer produzieren: Deutschland sucht den Superstar, Dschungelcamp, Voice of Germany, das Supertalent, Wetten dass, wer wird Millionär, Let´s dance und wie sie alle heißen: Deutschland ist im Ratingfieber der künstlich geschaffenen Pseudowettbewerbe, in denen stetig jeglichem Leben ein Wert beigemessen wird, ein Stellenwert …. der es von „unwertem Leben“ unterscheiden soll. Die „Wettbewerbsfähigkeit“ wird überlebensnotwendig, der Sozialdarwinismus schlicht sich auf geniale Art zurück in das Leben der Menschen – angefangen vom „Guinnes-Buch der Rekorde“ bis hin zum Götzen Fussball.

Ach ja: Fußball. Hier kann sich der kruppstahlharte, windhundschnelle und lederzähe deutsche Mann in einer künstlich eng definierten (und somit eigentlich sinnlosen) Umwelt beweisen und so die Überlegenheit des neoliberalen Menschenbildes demonstrieren, um dann endlich von den Medien als Meinungsbildner wahrgenommen zu werden. Möglich ist das dank enormer Spenden aus Industriekreisen, deren Begrenzung jetzt schon wieder verhindert wurde (siehe Spiegel), weiterhin dürfen „Investoren Fußballklubs mit Geld zuschütten„, um die Rankingorgie deutscher Städte weiter laufen zu lassen. Man weiß sehr genau, warum man dort investiert: Fussball tradiert die Werte des neoliberalen (oder faschistischen) Menschenbildes perfekt, läßt eine Hand voll Sieger zu Millionären werden – und eine absolute Mehrheit zu Müll.

Vergessen wir oft: die „the winner takes all“-Mentalität (zu Deutsch: alles gehört dem Führer) produziert für einen Gewinner neunundneunzig Verlierer – jedenfalls in der echten Welt, in der nicht die begrenzten Laborbedingungen von „König Fußball“ vorherrschen. Die Folgen sind katastrophal: hier liegt der Urgrund für allen Hunger, alle Armut, alle Vertreibung in der Welt – um nur ein paar Elendsfaktoren aufzuzählen, die durch den neuen faschistoiden „Leistungskult“ (der eigentlich ein Räuberkult ist) ins Leben gerufen wurden. Schauen wir uns die Fakten kurz einmal an (siehe ntv):

Zum dritten Mal in Folge ist das weltweite Vermögen im vergangenen Jahr gewachsen. Das globale Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte stieg 2014 laut einer Allianz-Studie um über sieben Prozent auf den Rekordwert von 136 Billionen Euro. „Damit könnten die privaten Haushalte sämtliche Staatsschulden der Welt ungefähr dreimal tilgen“, sagte Allianz-Chef Oliver Bäte.

Wie die Studie zeigt: gerade in Deutschland zementiert sich die Ungleichheit, wir haben wieder eine Gesellschaft, in der die (neoliberale) „Partei“ und ihre „Goldfasane“ vom Leistungswahn des Pöbels richtig absahnen, während für die Hamster im Rad nichts übrig bleibt (siehe dasmädchenimpark):

„Natürlich beeinflusst eine solche Auffassung von Wirtschaft zuallererst unsere Arbeitswelt. Symptomatisch sind die Schwächung der Gewerkschaften, die Flexibilisierung (heißt: Prekarisierung) von Arbeitsverhältnissen und ein flächendeckender Rückgang der Lohnquote: Der Anteil der Einkommen, der an die Arbeitnehmer fließt, wird also immer kleiner. Gleichzeitig werden Sozialausgaben gekürzt. Die zwangsläufige Folge ist die inzwischen wohlbekannte Schere zwischen Arm und Reich, die immer weiter auseinandergeht.“

Wir – die Gemeinschaft der deutschen Bürger, ebenso die Gemeinschaft der europäischen Bürger oder die Gemeinschaft der Weltbürger werden immer ärmer … und leben ein Leben in Angst, welches im Prinzip (und nur im Prinzip, noch nicht in der totalen, endgültigen Ausformung, wo es um die komplette Ausrottung unwerten Lebens geht) dem Leben im Dritten Reich ähnelt: unsere Angst ist die „Angst vor Überflüssigkeit“ – so als hätte es nie zuvor einer Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte, eine französische Revolution oder eine christliche, humanistisch orientierte Religion gegeben (siehe Süddeutsche):

„In unserer Gesellschaft sind wir extrem auf Leistung gepolt, da dürfen Angestellte natürlich niemals durchleuchten lassen, dass sie nicht 180 Prozent Gas geben. Wenn diese Menschen dann auch noch das Damokles-Schwert des drohenden Jobverlusts über sich spüren, dann geben sie schon aus reinem Selbstschutz vor, mehr zu tun, als sie wirklich leisten. Das hat mit Faulheit nichts zu tun, sondern damit, dass Menschen an ihre Grenzen getrieben werden und ihnen nichts anderes mehr übrig bleibt.“

Spüren Sie schon, wie der Geist der „Vernichtung durch Arbeit“ wieder Realität geworden ist? Merken Sie, wie Sie selbst durch fortlaufende Selbstoptimierung an ihrer eigenen Vernichtung arbeiten? Auch an ihrer physischen? Der Herzinfarkt mit 38 fällt nicht vom Himmel: da wurde vorher intensiv dran „gearbeitet“ – mit Überstunden, Leistungsdruck und Dauerängsten.

Ich könnte Ihnen noch viel erzählen über das faschistoide System des Neoliberalismus, Dinge, die sie verblüffen würden, Dinge, die einen Hitler freuen würden: Auto und Radio waren ihm enorm wichtig, deshalb hat er Volkswagen gegründet (ja: da hat Verbrechen Tradition) und Autobahnen bauen lassen, ebenso begrüßte er den Volksempfänger (siehe Spiegel): sein deutsches Volk wohnte im Eigenheim, fuhr so oft es ging mit dem Auto und hörte Radio … heute müßte man da allerdings eher den Fernseher nennen. Seltsam, wie sehr seine Vorstellung vom Alltagsleben unseren Alltag gestalten – nicht seltsam allerdings, wenn man sich erinnert, dass wir in einem neuen totalitären System leben: ihre Methoden zur „Bespaßung“ (bzw. Ablenkung) der Massen sind halt immer die gleichen. Leider haben wir nicht mehr so viele Dokumente zum Volkskühlschrank oder der Volkswohnung, die das Bild vervollständigen könnten (und auch für uns enorm wichtig sind). Auch bei uns wird „der neue Mensch“ in breiter Front als selbstverständlich in den Medien vorgestellt, beworben und als alternativloser sozialer Standard eingeführt, ohne dass wir das noch groß bemerken.

Uns läuft allerdings langsam die Zeit davon, weshalb wir uns jener neuen Qualität zuwenden müssen, die Sie ganz persönlich betrifft … und die unsere Zeit von der des Dritten Reiches qualitativ unterscheidet: früher war es der SA-Mann auf der Straße, der für „Ordnung“ sorgte (was führende Hip-Hoper heute noch begeistert) …heute haben wir den SA-Mann im Kopf. Ja – auch totalitäre Systeme entwickeln sich weiter, werden schlauer, raffinierte, hinterhältiger (wie VW zum Beispiel). Gemeint es etwas, was sich als fünfte Kolonne des Neoliberalismus von hinten nähert – in einem scheinbar spirituellen Gewande, der „Esoterik“.

Während echte Esoterik (man kann auch sagen: Religion) von den Machthabern weit an den gesellschaftlichen Rand und darüber hinaus verbannt worden ist, feiert die Tradition der „falschen Christen im Westen“ (so Alfred Schütze in seinem Werk „Das Rätsel des Bösen) beständig neue Höhepunkte in Form des „positiven Denkens“ und all seiner Spielarten, die alle das gleiche Thema haben: wer erfolglos ist, wer Probleme hat, wer arm ist, krank, einsam, allein (wobei letztere eigentlich den Dauerzustand des erfolgreichen, ständig auf Wettkampf und Konkurrenz getrimmten egoistischen neoliberalen Charakters) ist selbst schuld an seiner Misere: er denkt einfach falsch. Jeder kann es schaffen, jeder hat das Zeug dazu, wenn er nur die Parolen des Neoliberalismus (die es in verschiedenen Spielarten gibt) wortgetreu nachplappert und in sein Gehirn stanzt. Vorgegaukelt wird uns das – völlig irre und wahnhafte – Bild einer Welt, die nur aus Multimillardären bestehen wird, wenn alle nur positiv genug gedacht haben: endlose Welten mit endlosem Reichtum werden als vorhanden vorausgesetzt, um den Wahn weiter nähren zu können.

Vorbei ist die Zeit, wo man sich als „in die Welt geworfen“ verstehen durfte (Sartre) – in eine Welt, die gefallen war und der Erlösung bedurfte (Christus). Unsere Welt ist perfekt – und wer in ihr nicht zurecht kommt, ist „Waste“ – Müll, selbstverständlich arbeiten Firmen, die diese Volksratings betreiben, eng mit den Geheimdiensten zusammen, um die Herrschaft der Herrchen zu sichern(siehe Zeit).

Will man nun Widerstand leisten, so ist hier zuallererst anzusetzen – doch bei den meisten ist der Kampf schon verloren, wie man anhand des Krieges auf deutschen Autobahnen (die man eigentlich treffender Mörderbahnen nennen müßte – oder Hitlers Triumph) (siehe FAZ), des Bildungsterrors gegen die deutschen Kinder und des Statuswettkampfes in der Vorortsiedlung unschwer erkennen kann: das Auto mit dem höchsten Verletzungspotential und der höchsten Umweltverschmutzung erzielt die besten Verkaufsergebnisse  – akutell gibt es das sogar mit Schutzausrüstung vor Biowaffen (siehe Chip-online).

Dann muss man erkennen, dass man in einem der denkbar schlechtesten politischen Systeme lebt: dem Totalitarismus, den wir heute mal – um seine Gefährlichkeit zu demonstrieren – Faschimus genannt haben (auch zu Recht, wie ich meine). Wenn wir dann verstanden haben, dass wir nicht Götter auf dem Ponyhof sind, sondern Opfer im Gulag, können wir anfangen über die nächsten Schritte zu sprechen – die sicher nicht angenehm und zum Wohlfühlen geeignet sind.

Oder aber wir marschieren weiter im Geichschritt, passen uns überall an, sind jederzeit und überall widerspruchslos einsetzbar, sind … schlimmer dran als die Sklaven im alten Griechenland, die sich zum Zwecke der bestmöglichsten Ausbeutung ihres Lebens nicht noch dauern selbst optimieren mussten – dafür sorgte damals noch der Sklaventreiber.

Im Rahmen der Einsparprogramme machen wir den heute selbst, sind „marktkonform, wettbewerbsfähig, selbstdiszipliniert, anpassungsbereit, flexibel, egoistisch, aktiv und unternehmerisch“ … und tun so, als ob wir niemals altern würden, leben in einem neuen totalitären System und faseln dauernd von Freiheit.

Kündigen Sie in Deutschland einfach mal grundlos ihren Ausbeutungsplatz (ohne auf Vermögen aus früheren Raubzügen zurückgreifen zu können): sie werden sehen, wie „frei“ sie dann sind.

Vogelfrei.

 

 

 

 

Ausländerhass: Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen

Mit Dank an das Narrenschiff:

 

(…) Es geht nicht darum, dass der Russe Österreich annektiert hat und acht Millionen Österreicher beim Piefke Asyl suchen; es geht um 120 arme Schweine, die in einem leeren Wohnheim, das unnütz in der Gegend herumsteht, untergebracht werden sollen, bundesweit um vielleicht 80.000 Asylsuchende (= 1 Promill der Gesamtbevölkerung), deren Anträge ohnehin meist abgelehnt werden und die bis dahin in ihren Unterkünften nicht mehr dürfen als vergammeln, weil arbeiten verboten ist und Residenzpflicht herrscht. Für den deutschen Spießbürger geht es auch nicht darum, dass er Kleider spenden müsste, Suppe ausschenken oder Flüchtlingskindern das schlechte Deutsch beibringen, in dem er seinem Hass holpernd Ausdruck verleiht, nein: Er [müsste] sie bloß dulden, hinnehmen, akzeptieren. Nicht einmal das, diese Schwundstufe von Solidarität, ist drin (…).

(Weiterlesen)

Anmerkung: Wieder einmal eine unbedingte Leseempfehlung – in diesem Text zieht der Herr Gärtner in seiner Titanic-Kolumne wieder dermaßen scharfzüngig und klar vom Leder, dass ich nicht viel hinzuzufügen habe. Es gibt vieles, was ein Mensch in Deutschland nicht sein möchte – arm zum Beispiel oder arbeitslos -, aber ein „Ausländer“, der noch dazu Asyl sucht und vor Verfolgung, Terror und/oder dem Hungertod flüchtet, sollte um diesen bis auf die blanken Knochen verkommenen Staat einen wirklich großen Bogen machen.

Genau das ist auch das erklärte Ziel dieser menschenfeindlichen Bande, vornehmlich aus der CDU/CSU und der FDP (aber keineswegs darauf beschränkt): Machen wir den Hilfesuchenden das Leben zur Hölle, so dass sie freiwillig schnell wieder gehen oder (noch besser) gar nicht erst kommen – das ist das praktizierte und auch öffentlich kredenzte Credo der neoliberalen Bande. Dieser braune Sumpf trifft auf viel Zustimmung in der dumpfen Bevölkerung – schließlich haben wir hier wieder einen „Feind“, der für die eigenen Abstiegsängste und tatsächlich stattfindenen Abstiege verantwortlich gemacht werden kann, auch wenn die wirklichen Gründe dafür ganz woanders liegen. Im faschistischen Deutschland ab 1933 waren neben politischen Gegnern vor allem Ausländer, Juden, Arbeitslose, Behinderte und Kranke das Ziel der Repression – und heute? Ersetzen wir „Juden“ durch „Muslime“ – denn Juden gibt es in nenneswerter Anzahl nicht mehr in diesem Untergangsland -, dann trifft die Aussage exakt wieder den Kern der gruseligen Realität.

Und die Mehrheit der Bevölkerung findet das offensichtlich gut. Es ist alles wie damals – einen signifikanten Unterschied zum Ende der Weimarer Republik kann ich nicht mehr erkennen. Diejenigen, die eine wirkliche Wende jenseits der propagandistisch beschworenen „Mitte“ (die heute ungefähr dort steht, wo sich vor 30 Jahren die NPD befand) herbeiführen könnten, wählen nicht mehr und überlassen das Feld den dumpfen Horden des Stumpfsinns – und der Stumpfsinn driftet derweil (gut gesteuert, organisiert und von interessierter Seite natürlich gewollt) in weitgedehnte rechtsextreme Bereiche.

Ich schäme mich bis auf die Knochen, ein Deutscher zu sein. Und ich werde „Nein!“ sagen zu diesem Menschenhass dieses faschistischen Irrsinns, solange ich das noch kann.

Merkel ist dem Bund der Kriegstreiber beigetreten – Deutschland bald beim dritten Weltkrieg dabei?

Hier ein paar  Hinweise der sehr geschätzten und gerade mit Recht aufgebrachten Frau Kopfstaendler:

Kanzlerin Merkel hat nach dem G 20-Gipfel  DEUTSCHLAND  auf die Liste der Kriegswilligen gesetzt.
Sie unterschrieb nachträglich und brach damit ihr Wort.   Dieser Wortbruch ist Hochverrat.  Es wird irgendwann Tribunale geben, wo die Toten in all den unnötigen Kriegen gerächt werden.
Danke Frau Merkel – das kam rechtzeitig vor der Wahl. Sie haben 3 Parteien – die CDU, CSU und die FDP – mit einem Schlag unwählbar gemacht.

Ach wie so trügerisch sind Weiberherzen!
Dabei hätte sie einen 3. Weltkrieg durchaus verzögern können. Aber nein, Madame muss ja als „stärkste“ Frau der Welt mitspielen im Reigen der Satanisten. Aber sie ist ja keine Pfarrerstochter, wie man uns immer glauben machen will.

http://www.veteranstoday.com/2013/09/07/us-deploys-nukes-for-war/

Die Nuklearwaffen sind ja bereits in Syrien eingetroffen. Und ich glaube den Beziehungen von Duff zu den Militärs mehr, als jeder Verlautbarung in der Öffentlich-Rechtlichen Presse des Westens, wenn sie so kriegslüstern daher kommt.

Ungerechte Kriege sind die, die auf fremdem Boden oder im Luftraum/Seeraum fremder Staaten durchgeführt werden.  Nur die direkte Selbstverteidigung auf eigenem Boden ist gestattet.

Die Rebellen, Israel und USA, die von den Saudis unterstützt wurden, haben noch Menschen, die sie entführt bzw. gefangen genommen haben langsam getötet und dann mit Giftgasspritzen endgültig abgespritzt.  Das war nicht von Assad veranlasst, wie man uns jetzt einredet.

Die Saudis und andere Emirate wollen unbedingt eine Gasleitung durch Syrien legen für ihr Flüssiggas.

In Afghanistan sterben immer noch Menschen für die geplanten Gasleitungen des Westens.

Im Irak starben mehr als 1,4 Millionen Iraker in den ungerechten Kriegen. Deren Blut klebt an den Händen des Westens.  Es ging um Öl,  aber der IRAK hat dem Westen den Zugang zum Öl verweigert.  So kann es auch gehen.

Aber dass US-Außenminister Kerry jetzt gut heißt, dass die SAUDIS sich bereit erklärt haben, alle Kosten für den Krieg gegen Syrien zu übernehmen, zeigt wie sehr die USA finanziell am Ende sind.    Sie müssen sich jetzt schon als Söldner für Saudi-Arabien bezahlen lassen.   SCHANDE – SCHANDE – SCHANDE !   Und Deutschland macht mit.

Aus den Kommentaren des obigen Artikels:

Liebe Kopfständlerin, liebe Leser hier, für alle, die sich noch weitere Informationen zu Frau Merkel wünschen, verlinke ich hier noch das hervorragende, absolut sehenswerte Video von Jürgen Elsässer / Compact „Die amerikanische Kanzlerin“. Ein must see, um zu begreifen, warum sie immer, immer wieder für amerikansiche Interessen umfällt.
http://juergenelsaesser.wordpress.com/2013/08/28/merkel-und-der-syrien-krieg-die-amerikanische-kanzlerin/

Hier der link zum Artikel in Compact:http://juergenelsaesser.wordpress.com/2013/08/28/merkel-und-der-syrien-krieg-die-amerikanische-kanzlerin/

(Von mirabai611)

Der Regenbogenbieger sagt:

Leute, wählt keine Pateien, die den Krieg direkt unterstützen oder Regierungen, die den Krieg unterstützen, tolerieren wollen. Wenn man genau hinschaut, bleibt da nur eine sinnvolle Stelle, wo man sein Kreuz machen kann. Traurig, aber leider Wahr.

KenFM über Errorismus

Wann gilt ein Gewaltverbrechen als Terroranschlag?

Seit dem 11. September 2001 immer dann, wenn dem möglichen Täter nachgewiesen werden kann, dass er den Koran kennt. Oder wenn er Leute kennt, die den Koran kennen. Oder wenn er einen Bart trägt. Oder, seit Boston, wenn er keinen Bart trägt.

Wer regiert die Eu wirklich?

The Brussels Business

Wer steuert die Europäische Union?

In Brüssel sind etwa 2.500 Lobbying-Organisationen ansässig, für die rund 15.000 Lobbyisten tätig sind. Doch die Bemühungen um mehr Transparenz auf diesem Gebiet waren in Europa bisher vergebens. Der Vorstoß, eine Pflicht zur Registrierung von Lobbyisten – wie in den USA – einzuführen, scheiterte bisher. Das vorhandene Register ist freiwillig – und damit wirkungslos. 

Eupoly (Trailer)

Auch wenn da wahrscheinlich nichts Neues zu berichten ist, vielleichts gibts ein paar weitere Argumente für Diskussionen.

„Seit 2002 ist der Euro auch in Deutschland das offizielle Zahlungsmittel. Nun — mehr als 10 Jahre danach — versinkt die Eurozone im Chaos. Die Wirtschaft lahmt, ein Staat nach dem anderen rutscht in die Pleite und muss gerettet werden. Besonders im Süden explodiert die Arbeitslosigkeit, die Jugend ist besonders stark betroffen.
Der Dokumentarfilm „EUPoly“ wirft einen Blick hinter den Vorhang und versucht zu ergründen, wer die eigentlichen Profiteure sind und waren. Wo wird die Reise hingehen und was werden die Folgen sein? Kann man den Crash noch verhindern und welche Alternativen gibt es?
Ein Film von Jens Blecker (IKNews) und Thomas Schad. Unter Anderem kommen zu Wort: Dirk Müller Hans-Olaf Henkel Daniel Neun Jim Rogers Günther Lachmann Marc Faber Richard Sulík Marc Friedrich Matthias Weik“

Vorratsspeicherung – Was ist das?

Nur zur Erinnerung:

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Ok, er nuschelt…

Wirtschaftliche Macht und Demokratie

Harald Schumann, Journalist (Der Tagesspiegel) und Autor („Der globale Countdown“), hielt auf dem grünen Demokratiekongress (13. März 2011) den Eröffnungsvortrag zum Thema „Wirtschaftliche Macht und Demokratie“.

[Video, bitte Beitrag anklicken]
Der Applaus nach 10:38 ist nett…

Politik ist die Durchsetzung eigener Interessen mit Hilfe der Gesetzgebung.
Kurt Tucholsky
(Gerade in einem Spin-Off der Wikipedia gelesen)

Mit Dank an flurdab für den Link in einem Kommentar.

Deutschland 2013: ein totalitärer Staat. Und alle wissen es – schon lange.

Dienstag, 26.2.2013. Eifel. Gestern erfuhr ich durch Zufall von Mißständen in meiner Wahlheimat. Ich darf aber nicht über sie berichten. Wie überall in Deutschland macht sich auch hier die Angst breit, was "DIE" alles noch tun könnten. Einmal geht es um eine arbeitslose alleinerziehende Mutter, der man etwas ganz besonderes nahegelegt hat: sie solle doch mit Hinsicht auf ihre Wettbewerbsfähigkeit ihre beiden kleinen Kinder in Pflegefamilien abgeben uns selber erstmal ihre Wohnung kündigen - ihre Zukunft würde sich schon (ganz magisch) ganz von allein neu formieren. Wer das empfohlen hat, bleibt geheim - aber das ist auch erstmal egal. Schon allein die Tatsache, das Menschen wieder so denken - das absolute Primat der eigenen Vermarktbarkeit vor Vernunft, Mutterschaft und Kinderliebe - lässt einen erschauern, weil es einen Ausblick gibt auf die Tiefe der Degeneration deutschen Denkens. Die nächste Horrorstory kommt aus einem Kindergarten ganz in der Nähe. Dort hat die schwarze Pädagogik Einzug gefeiert, ohne dass sich die Öffentlichkeit zu wehren weiß. Die Kinder müssen morgens absolut still am Frühstückstisch sitzen, wer das Kinn auf seinem Arm abstützt, dem wird der Arm mit Gewalt auf den Tisch geknallt. Weint ein Kind, weil es sich nicht von der Mutter trennen kann, so stellt sich die Leiterin davor, äfft es nach und macht es vor der ganzen Gruppe lächerlich. Macht es dann immer noch Zicken, kann den Mund nicht halten oder macht sonst keinen devoten Eindruck - gibt es eben kein Frühstück. Deutschland 2013 - der Horror erreicht die letzten heilen Winkel des Landes und schreitet weiter fort. Wohin? Das kann man bei der FDP erfahren - doch davon später.

Dienstag, 26.2.2013. Eifel. Gestern erfuhr ich durch Zufall von Mißständen in meiner Wahlheimat. Ich darf aber nicht über sie berichten. Wie überall in Deutschland macht sich auch hier die Angst breit, was „DIE“ alles noch tun könnten. Einmal geht es um eine arbeitslose alleinerziehende Mutter, der man etwas ganz besonderes nahegelegt hat: sie solle doch mit Hinsicht auf ihre Wettbewerbsfähigkeit ihre beiden kleinen Kinder in Pflegefamilien abgeben uns selber erstmal ihre Wohnung kündigen – ihre Zukunft würde sich schon (ganz magisch) ganz von allein neu formieren. Wer das empfohlen hat, bleibt geheim – aber das ist auch erstmal egal. Schon allein die Tatsache, das Menschen wieder so denken – das absolute Primat der eigenen Vermarktbarkeit vor Vernunft, Mutterschaft und Kinderliebe – lässt einen erschauern, weil es einen Ausblick gibt auf die Tiefe der Degeneration deutschen Denkens. Die nächste Horrorstory kommt aus einem Kindergarten ganz in der Nähe. Dort hat die schwarze Pädagogik Einzug gefeiert, ohne dass sich die Öffentlichkeit zu wehren weiß. Die Kinder müssen morgens absolut still am Frühstückstisch sitzen, wer das Kinn auf seinem Arm abstützt, dem wird der Arm mit Gewalt auf den Tisch geknallt. Weint ein Kind, weil es sich nicht von der Mutter trennen kann, so stellt sich die Leiterin davor, äfft es nach und macht es vor der ganzen Gruppe lächerlich. Macht es dann immer noch Zicken, kann den Mund nicht halten oder macht sonst keinen devoten Eindruck – gibt es eben kein Frühstück. Deutschland 2013 – der Horror erreicht die letzten heilen Winkel des Landes und schreitet weiter fort. Wohin? Das kann man bei der FDP erfahren – doch davon später.

Angesichts einer Talkshow zu dem Buch „Ego“ von Frank Schirrmacher berichtet die Autorin  Julia Friedrich über ihre Erfahrungen, siehe Spiegel:

Wie es in dieser neuen, nur noch von Konkurrenz und Effizienz und Vorteilsstreben geprägten Welt konkret zugeht, darüber wusste die junge Autorin Julia Friedrich zu berichten. Sie sprach von einem „Wettrüsten“ auf dem Bildungsmarkt, das bereits bei Kleinkindern einsetze, über das Fehlen aller Moral in den Kreisen etlicher Mitwirkender im großen Spiel, die sie bei den Recherchen für ihr Buch „Ideale“ getroffen hat. Da gab es diese jungen, klugen, netten Männer auf den Cayman Islands mit ihren dubiosen Geschäften, die sie nach solchen Dingen wie Verantwortung und Gewissen befragt hat. Anschließend habe sie „den Club der leeren Augen“ vor sich gehabt.

Dieser Club der leeren Augen wird auch in der ansonsten eher rückständigen und unmodernen Eifel herangezüchtet. Auch hier hat das Wettrüsten auf dem Bildungsmarkt unglaubliche Auswüchse erreicht, die auch mich als Vater und Philosophen vor unlösbare Probleme stellen: die optimale Anpassung an das System (eigentlich Aufgabe eines Vaters) kollidiert frontal mit der Tatsache, das sie nur unter völliger Vernichtung vieler wertvoller Charakterzüge (Nächstenliebe, Toleranz, Mitleid, Selbstverwirklichung, Empfindungsfähigkeit, Verantwortungsgefühl, Gemeinschaftssinn – um nur einige zu nennen) möglich ist. Der Vater verliert in diesem Spiel immer, weil die Reduktion von Empfindungsfähigkeit in breiter Front eine signifikante Abnahme der Lebensqualität bedeutet und deshalb für liebende Eltern unmöglich zu tolerieren ist – es sei denn, man fühlt sich wohl dabei, einen „Robota“ in die Welt gesetzt zu haben – slawisch für „Frondienst“ und „Zwangsarbeiter“.

In dieser Talkshow kam aber noch jemand anders zu Wort – die FDP, die sich an die positiven Seiten ihrer liberalen Tradition erinnert:

Fast wie ein Linker klang derweil der Altliberale Gerhart Baum, der die zunehmende Unbarmherzigkeit und Kälte beklagte und befand: „Die Fixierung auf die Märkte hat uns in die Katastrophe geführt.“ Schirrmachers Buch sei ein „Augenöffner“ für den Blick auf das neue Zeitalter, das ihn fasziniere, aber auch erschrecke. Es drohe angesichts der nicht nur kommerziellen, sondern auch staatlichen Datensammlungen ein „Weltpolizeistaat“.

Ein „Augenöffner“, der auf den vielen politischen Blogs in diesem Land schon längst Alltag ist. Der Marsch in einen globalen Polizeitstaat unter US-Führung ist unaufhaltsam – seit dem 11.9.2001. Nicht umsonst ist vielen dieser „Zufall“ zu zufällig, zumal schon ganz offen der Wunsch nach einem  neuen „Pearl Harbour“ geäußert wurde.

So etwas kann in einer ganz  normalen deutschen Talkshow inzwischen geäußert werden. Da wir aber hier inzwischen mehr so dieses Sozialarbeiterkuschelfeeling etabliert haben („gut, das wir mal drüber geredet haben„) erschöpft sich der Widerstand gegen diese Entwicklung in Worthülsen. Dabei steht der Untergang der gesamten abendländischen Tradition auf dem Spiel, unser aller Wohlstand und erst recht der Frieden. Wir hätten allen Grund, gleich morgen zum Generalstreik aufzubrechen. Das tun wir aber nicht. Streik für die Demokratie? Undenkbar. Für mehr Geld – immer. Aber für eine gerechtere Welt? Da bleiben wohl nur die Arbeitslosen als letzte Hoffnung – und die sind in Deutschland in breiter Front entrechtet worden, damit die ihre Freizeit nicht in politische Arbeit investieren.

Hören wir doch einfach mal den DGB-Chef Sommer zur globalen politischen Lage – hier in einem Interview im Stern vom 21.8.2004 zum Thema Hartz IV:

Was einige noch nicht kapiert haben, ist, dass es eine informelle, eine ganz große Koalition in Deutschland gibt.

Diese ganz große Koalition reicht von FDP, SPD über die Union und die Grünen zur PDS, wenn sie in Regierungen sitzt. Und sie reicht vor allem weit in die Medien hinein.

Ja, es herrscht eine bemerkenswerte Einfallslosigkeit, ein verblüffender Gleichklang. Es gibt doch in den großen deutschen Blättern kaum noch einen Wirtschaftskommentator, der über Umverteilung, einen modernen Keynesianismus schreibt und ernsthaft über Alternativen nachdenkt. Die neue Heilslehre heißt unisono Neoliberalismus – und niemand wagt, sie infrage zu stellen! Stattdessen wird rituell die Entfesselung des Marktes verlangt, und die Rettung aus der Krise heißt: Sozialabbau. Den Arbeitgebern ist es mit Initiativen wie der „Neuen Sozialen Marktwirtschaft“gelungen, den Sozialstaatsgedanken systematisch zu stigmatisieren.

In der Tat: zwei Monate nach dem Interview veröffentlichte der Stern einen Artikel von Arno Luik, den ich für den bedeutendsten Artikel in Deutschland halte, der damals geschrieben wurde – in der Einführung hat sich der Chefredakteur auch für den Artikel entschuldigt. Immerhin können die Jungs vom Stern aber jetzt sagen: wir haben es gesagt, hier noch lesbar bei Tacheles:

Verteidigen also die CDU/
SPD/CSU/FDP/Grünen-Politiker ihre
Reformphilosophie deshalb so vehement, weil sie wissen, dass sie einen
Putsch von ganz oben machen? Einen
Putsch? Ja, die Agenda 2010 und Hartz
IV sind Chiffren für den konzertierten
Angriff von ganz oben auf den Sozialstaat. Sie nennen es „Umbau“ – doch die
Wortwahl kaschiert nur den qualitativen
Sprung in ein anderes Gemeinwesen.
Die Berliner Republik steht für den Abschied von der Solidargemeinschaft.
Und nichts wird von den grundgesetzlich festgeschriebenen Idealen bleiben –
außer auf dem Papier und gelegentlich
noch in schönen Reden.
Und so herrscht nun eine fast hysterische Zerstörungslust. Strukturen, die
über Jahrzehnte mühsam aufgebaut
wurden, werden demontiert, sämtliche
sozialen Sicherungen werden abgebaut;
nahezu alles, was politische Bewegungen in mehr als 100 Jahren
(Kündigungsschutz, Ausbildungs- und
Mitbestimmungsgesetze usw.) für die
Staatsbürger erkämpft haben, wird nun
verteufelt.

Ein Putsch von oben – ganz offen durchgeführt. Der DGB weiß es, Journalisten wissen es – aber die gesamte Gesellschaft schweigt, weil man weiß, das „DIE“ sehr mächtig sind. Übermächtig. Darüber kann auch offen gesprochen werden, wie zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung, in der viele Stimmen die Radikalisierung des öffentlichen Rundfunks fordern:

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss vom Einfluss der politischen Parteien befreit werden. In seinen Gremien sollten Vertreter gesellschaftlicher Gruppen sitzen, keine Regierungsmitglieder oder Abgeordneten. Nur so ist sichergestellt, dass Kritik an Politikern, Parteien und politischen Entscheidungen möglich ist. Dann würden keine Landtagsabgeordneten mehr „Vorschläge“ zu Programminhalten unterbreiten, und es würden nicht mehr die immerselben Abgeordneten in den Talkshows sitzen. Dann wäre es auch nicht mehr möglich, dass Verträge politisch unliebsamer Journalisten nicht verlängert werden, wie es dem ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender erging.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss nicht nur staatsfrei sein, damit er nicht zum Propagandainstrument verkommen kann, sondern er muss auch dem Parteienproporz entzogen werden, weil nur dann die Freiheit der Meinungsäußerung geschützt ist.

Das meint Professor Joachim Wieland. Darf ich aus diesen Forderungen eine Beschreibung des „Ist-Zustandes“ ableiten? Das würde ungefähr so lauten:

Öffentliche Medien in Deutschland werden von einer kleinen Gruppe von Parteifunktionären vollständig kontrolliert, Widerstand gegen die Kontrolle wird durch Entzug des Arbeitsplatzes bestraft, Fernsehen ist zum Propagandainstrument verkommen.

Das merken Journalisten, Gewerkschafter und Professoren, aber das Ergebnis dieser Erkenntnis ist gleich Null, weil in Deutschland schon längst ein System totaler Kontrolle aufgebaut wurde. Die meisten Deutschen haben (von McKinsey und Konsorten ausgebildete) „Unternehmer“ und ihre Büttel als Vorgesetzte – und wer das nicht hat, bekommt vom Staat einen Fallmanager gestellt. So ist sichergestellt, das man jeden, der aus der Reihe tanzt, wirtschaftlich sanktionieren kann – bis hin zu Obdachlosigkeit und zum Tod durch Hunger und Kälte.

Immer mehr Menschen stolpern zielgerichtet in die Hartz-Falle, in der man ihnen nebenbei einige zentrale Menschenrechte aberkennt, ohne das die Medien ihre Wächterfunktion wahrnehmen. Wie auch – Propagandainstrumente haben keine Wächterfunktion mehr … mal abgesehen von gelegentlichen Feigenblätter, die dazu dienen, die Rundfunkgebühren und die eigene Existenz zu legitimieren. Deutschland wird zum Dritte-Welt-Land umgebaut, siehe Spiegel:

Weil ihr Arbeitslosengeld zum Leben allein nicht ausreicht, sind inzwischen etwa ein Zehntel der kurzzeitig Erwerbslosen einem Zeitungsbericht zufolge zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. So gab es im Oktober bundesweit 83.118 Menschen, die zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld I auch noch Hartz IV beziehen mussten. Ein Jahr zuvor lag diese Zahl bei nur 73.178 – ein Anstieg um 14 Prozent, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung auf aktuelle Zahlen derBundesagentur für Arbeit (BA).

Die Bundesanstalt für Arbeit zahlt währenddessen Spitzengehälter, baut luxuriöse Verwaltungspaläste und erwirtschaftet aus dem Einsparen von Versicherungsleistungen Gewinne für die Bundesregierung, mit denen die dann erfolglose Neureiche subventionieren kann.

Wer sich nun fragt, ob das ganze Gesamtbild nicht fatal an eine Verschwörung erinnert, wird schnell merken, das der Propagandafunk gerade diese Frage mit einem großen Tabu belegt hat – ganz einfach, weil hinter der Entwicklung ein gezielter und gewollter Putsch steht, der umso länger und erfolgreicher durchgeführt wird, je weniger sich die Bürger darüber bewußt werden.

Wir sind uns auch der Folgen dieses Putsches deutlich bewusst: es geht nicht nur um Hartz IV. Die gesamte deutsche Ökonomie ist Ziel des Angriffs, siehe Klartext:

Der ausufernde Niedriglohnsektor verändert auch den Einzelhandel. Minderwertige und billige Produkte, weder nachhaltig noch nach Prinzipien menschenwürdiger Arbeit produziert, werden von immer mehr Discountern angeboten. Deutsche Unternehmen mit hochwertigen und dadurch teuren Produkten geraten so unter Druck. Werden Niedriglohnpolitik und Ramschökonomie die neuen Exportschlager „Made in Germany“?

Die wachsende Armutszone spaltet auch den deutschen Einzelhandel. Die Gutverdiener können sich hochwertige Güter und Bio-Produkte leisten. Doch die Abgehängten sind meist auf Ein-Euro-Shops und Discounter für Textilien und Lebensmittel angewiesen. Allmählich entsteht ein Markt für minderwertige und billige Produkte, eine Ramschökonomie, die weder nachhaltig noch mit Prinzipien menschenwürdiger Arbeit zu vereinbaren ist. Die Ramschökonomie fordert auch die deutschen Unternehmen mit ihren hochwertigen, technologieintensiven, aber teuren Produkten heraus. Denn Innovationen, komplexe und nachhaltige Produkte werden immer weniger rentabel, wenn die Nachfrage schleichend schwindet.

Das bedeutet aber auch schlichtweg des Ende der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Eigentlich historische Zeiten – Arbeiter, Unternehmer, Arbeitslose, ja sogar die Kirche murren über die Zustände, siehe Bischoff Zollitsch bei Wikipedia:

Auf Distanz ging er im gleichen Interview zur CDU, sie habe sich „stärker neoliberalen Thesen angenähert“ und stehe dabei „in der Gefahr, die soziale Marktwirtschaft oder das Soziale nicht mehr genügend im Blick zu haben.“ Die Nähe zwischen CDU und katholischer Kirche sei „deshalb geringer geworden“ und andere Parteien wie SPD und Grüne nähmen „Dinge, die uns wichtig sind, stärker auf als früher“.

Wer so die historische Allianz zwischen Kirche und Kapital in Deutschland in Frage stellt, muss sich nicht wundern, wenn er auf einmal als Kinderschänder öffentlich an den Pranger gestellt wird, während andere Kinderschänder ungestraft davonkommen.

Dabei ist das eins der Elemente, das „DIE“ zusammenhält: das Versprechen, das in der Neuen Weltordnung alle Gelüste der Reichen sofort und ohne jegliche moralische Bremse erfüllt werden. Der BBC-Skandal um den Kinderschänder Jimmy Savile (siehe FAZ) fördert schon wieder Netzwerke von Kinderschändern zutage, Popstars, Komödianten und Publizisten geraten zunehmend ins Visier der Ermittler – und man kann schon jetzt vermuten, das die Ermittlungen wie im Fall der portugiesischen oder belgischen Kinderschänder ganz schnell ein Ende finden … obwohl es hinreichend Anzeichen für eine internationale Pädophilenkaste im Bereich der Mächtigen gibt, die systematischen Missbrauch betreiben.

Vielleicht auch ein Grund dafür, das man Frauen empfiehlt, ihre Kinder in „Pflege“ zu geben, damit sie besser arbeiten können.

Ich wäre ja geneigt, das Gerede um groß angelegte Verschwörungen in den Bereich hysterischer Reaktionen auf Krisen zu verbannen, gäbe es nicht mehr als hinreichende Beobachtungen zu ganz konkreten, öffentlich weit bekannten „Steuerungsinstrumenten“ : Atlantikbrücke , Bilderbergertreffen oder die trilaterale Kommission, die nur in erstklassigen (aber inzwischen leider eingestellten) Politkblogs der Öffentlichkeit präsentiert wird, siehe TheIntelligence:

Noch seltener als die Bilderberg-Gruppe findet die Trilaterale Kommission in der Öffentlichkeit Erwähnung, obwohl sie durch Namen wie Rockefeller, Kissinger, Sutherland oder auch Klaus-Dieter Frankenberger von der FAZ glänzt. Wer findet sich noch in der Liste der ständigen Mitglieder? Lucas Papademos, der neue Chef der Regierung Griechenlands. Und wer führt den Vorsitz? Mario Monti, der nach Berlusconis Rücktritt nun mit der Bildung einer neuen Regierung in Italien betraut wurde. Die Trilaterale Kommission ist eine private Vereinigung, in der sich eben „zufällig“ 300 weltweit überaus einflussreiche Menschen zusammen finden. Wer würde sich dafür schon interessieren?

Nebenbei gibt es aber auch noch eine Flut von informellen Netzwerken, die Deutschland nach und nach zersetzen.

Und wo finden wir aktuell die Putschisten wieder?

Einerseits in der Befürwortung der großen transatlantischen Freihandelszone, die den mit niedrigen Energiekosten bevorteilten US-Unternehmen freien Zugang zu den europäischen Märkten garantiert.

Andererseits in der Wahlberichterstattung über die Wahl in Italien. Der Wähler hatte dort die Nase voll – und wählte interessante Alternativen, siehe Spiegel:

Sie wettern gegen Wasserprivatisierung, wollen die enormen Diäten der Abgeordneten halbieren und das Volk über einen Euro-Austritt abstimmen lassen. Aber vor allem wollen sie die „korrupten Politiker“ überwachen.

Hinter der Bewegung steht ein TV-Star, der die Macht der Politik in den Medien deutlich zu spüren bekam, siehe Wikipedia:

Der Gründer der Bewegung Beppe Grillo zählte in den 1980er Jahren zu den bekanntesten TV-Entertainern Italiens. Seine Auftritte hatten mitunter politische Züge bis hin zur Satire, wobei er italienische Politiker direkt angriff. Auf deren Betreiben erhielt Grillo ein faktisches Auftrittsverbot im italienischen Fernsehen.

Außerdem verspricht die Bewegung Geld für alle, ebenfalls Spiegel:

Grillo lobte 1000 Euro im Monat als Grundeinkommen für jeden Italiener aus. Doch vor allem wollen sie „korrupte Politiker“ kontrollieren. Sie sind gegen das System, gegen die Massenmedien, gegen die Feinde, die überall lauern. Der Zorn der Straße sitzt nun im Parlament.

Und wie reagiert der deutsche Propagandafunk? Nun – wie die Süddeutsche:

Nun regieren wieder der Populismus, das Geschrei und die Lüge. Fast schon muss man dankbar sein, dass die längst überfällige Wahlrechtsreform nicht umgesetzt wurde. Sie hätte vielleicht die Kräfteverhältnisse auch im Abgeordnetenhaus zugunsten der Populisten Grillo und Berlusconi verschoben.

„Populismus“ – ein Synonym für Demokratie, die in Deutschland selbst immer verpönter wird. Immer, wenn das Volk anders wählt, als die Bundesregierung wünscht (siehe FAZ) droht die „große Instabilität“ (siehe Manager-Magazin), das ganze italienische Wahlsystem wird als „Schweinerei“ bezeichnet (siehe Spiegel). Italien wählt das Chaos (siehe Handelsblatt) und der DAX (eigentlich nur interessant für einige wenige Großanleger) bestraft auch das deutsche Land durch Talfahrt (ebenfalls: Handelsblatt).

Die Putschisten sitzen in Deutschlands Medien immer noch fest im Sattel und üben über den wirtschaftlichen Hebel totalitäre Macht aus.

In Italien gelang es einem Komiker, mithilfe von Blogs eine starke gesellschaftliche Kraft zu etablieren, die vor allem eins zum Ausdruck bringt: den absoluten Willen, den Putsch, der in Deutschland die Demokratie und den Sozialstaatsgedanken ausgelöscht hat, in Italien zum Stehen zu bringen.

Wäre das in Deutschland auch nur denkbar?

Eher nicht. Uns ist die Rolle des neoliberalen Musterländles  zugeteilt worden – und wieder soll „am deutschen Wesen die Welt genesen“. Zumindest die europäische Welt.

Am Ende steht ein verharzter Kontinent, beherrscht durch ein paar vernetzte Lakaien des Superkapitals, die via Medienmacht jede gesellschaftliche Bewegung im Keim ersticken – wie es ein Johannes Ponader beim Millionär Günter Jauch erleben durfte.

Wollen wir das wirklich?

Nein.

Aber wir finden keine Format der bürgerlichen Gegenwehr.

Uns fehlen dazu die Komiker.

 

 

 

 

Deutschland 2013: der Kampf ums Trinkwasser! (Leider: schon verloren).

Mittwoch, 16.1.2013. Eifel. Es gibt Tage, an denen man nur noch eins kann: seine eigene Bequemlichkeit zu verfluchen, die eigene, ablehnende Haltung zur Todesstrafe nochmal deutlich überlegen, die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns deutlich zu hinterfragen und zu überlegen, ob wir uns nicht wirklich schnellstens der US-Waffenlobby anschließen sollten. Heute ist so ein Tag, der dazu anregt, die Flinte ins Korn zu schmeißen ... oder sich mit ihr in die tiefen Wälder zurückzuziehen, um von dort aus den letzten Widerstand der Menschheit zu organisieren ... gegen einen monströsen, selbst geschaffenen Feind.

Mittwoch, 16.1.2013. Eifel. Es gibt Tage, an denen man nur noch eins kann: seine eigene Bequemlichkeit zu verfluchen, die eigene, ablehnende Haltung zur Todesstrafe nochmal deutlich überlegen, die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns deutlich zu hinterfragen und zu überlegen, ob wir uns nicht wirklich schnellstens der US-Waffenlobby anschließen sollten. Heute ist so ein Tag, der dazu anregt, die Flinte ins Korn zu schmeißen … oder sich mit ihr in die tiefen Wälder zurückzuziehen, um von dort aus den letzten Widerstand der Menschheit zu organisieren … gegen einen monströsen, selbst geschaffenen Feind.

Am 22.3.2011 hatte ich noch gewarnt:

http://www.nachrichtenspiegel.de/2011/03/22/deutsche-weicheier-gruene-kriegstreiber-die-wasserkriege-und-die-taegliche-pressehurerei/

Und heute ist es soweit: Euer Wasser … ist weg. Ein für allemal. Meins auch … dabei haben wir in der Eifel vor allem eins: Wasser.

Doch holen wir lieber mal weiter aus.  Schauen wir einfach mal zurück nach … Bolivien. Liegt in Südamerika. Dort geschah im Jahre 2000 nach Christus etwas Ungeheuerliches, was es sogar kurz bis in die deutschen Nachrichten geschafft hat. Es gab Ende 2011 sogar einen Film, der die Ereignisse am Rande streift, siehe Süddeutsche:

Anfang 2000 in Bolivien: Die Wasserversorgung einer ganzen Stadt wird an ein Konsortium multinationaler US-Konzerne verkauft. Brunnen zu graben wird verboten, nicht einmal das Regenwasser darf gesammelt werden.

Was geschah dort? Ein Konzern greift versuchsweise nach einer der letzten Ressourcen, die noch nicht privatisiert sind: dem Wasser. Land und Essen besitzt man schon, Energie auch – aber Wasser und Luft sind noch umsonst. Das geht ja nun mal gar nicht.

Die Strategien sind immer diesselben – und altbekannt. Irgendwo auf der Welt schafft man Fakten, die dann nach und nach mit Methode Gesetz für alle werden – und wie üblich, wenn große Konzerne Politik machen, wird es im Alltag ziemlich absurd – wie zum Beispiel das Verbot, Regenwasser zu sammeln.

In Bolivien ist es gescheitert, siehe Wikipedia:

2000 unterzeichnete Bechtel einen Vertrag mit Hugo Banzer Suárez, dem früheren Diktator von Bolivien, mit dem die Wasserversorgung der drittgrößten Stadt Boliviens, Cochabamba, privatisiert wurde. Der Vertrag wurde offiziell von einer Bechtel Tochtergesellschaft Aguas del Tunari unterzeichnet, die speziell für diesen Zweck gegründet wurde. Kurze Zeit später verdreifachte das Unternehmen die Wassergebühren in der Stadt, woraus viele Proteste und Unruhen unter denen, die sich nicht länger sauberes Wasser leisten konnten, resultierten. Viele Menschen mussten ihre Kinder von der Schule nehmen und ihre Arztbesuche einstellen wegen der anormal hohen Wasserkosten. Bechtel verlangte sogar Zahlungen für Regenwasser und setzte ein Gesetz durch, das Grabungen neuer Brunnen verbot. Angesichts der folgenden Demonstrationen wurde das Kriegsrecht verhängt und die bolivianische Polizei tötete letztlich 6 Menschen und verletzte über 170 Protestierende. Inmitten von Boliviens nationalen wirtschaftlichem Kollaps und wachsender nationaler Unzufriedenheit über den wirtschaftlichen Zustand war die bolivianische Regierung gezwungen, von diesem Wasservertrag zurückzutreten.

Sechs Tote, 170 Verletzte, ein letztlich gestürzter Diktator … aber Bechtel hat trotzdem gewonnen:

2001 verklagte Bechtel die bolivianische Regierung auf 25 Mio. US$ entgangenem Gewinn.

So sind Konzerne eben, sie sind konstruiert, um aus allen Lebenslagen maximale Gewinne zu ziehen – und erledigen diese Aufgabe perfekt … ohne Rücksicht auf Verluste. Das trifft nicht nur auf Bechtel zu – obwohl sich diese Firma schon einen gewissen Namen gemacht hat, siehe Dr. Vinanda Shiva vom 26.3.2003, zitiert bei agp:

Einen Monat nach Beginn des Krieges gegen den Irak taucht der wirkliche Sieger auf. Bechtel hat einen 680 Millionen Dollar Vertrag für den Wiederaufbau des Irak erhalten.

Der von der USA geführte Krieg bombte erst die irakischen Krankenhäuser , Brücken und Wasserwerke aus, und jetzt ernten die US-Konzerne die Profite des „Wiederaufbaus“ einer Gesellschaft, die zuvor absichtlich zerstört wurde. Blut wurde nicht nur für Öl vergossen, sondern auch für die Kontrolle über Wasser und andere lebenswichtige Dienstleistungen. In einer Periode sinkenden Wirtschaftswachstums und einer Verlangsamung des Molochs Globalisierung wurde Krieg zu einer gebräuchlichen Entschuldigung für die Ausweitung der Herrschaft der Konzerne. Wenn die WTO nicht ausreicht führen wir Krieg.

Vor Konzernen gewarnt habe ich schon am 22.2.2009. Viele haben es gelesen, kaum einen hat´s interessiert, keiner hat es verstanden – dabei ging es um den größten Feind, den die menschliche Gesellschaft in diesen Tagen hat: um den Konzern.

Robert Hare, Psychologe und FBI-Berater kam zur Verdeutlichung dieser Tatsache auf eine recht unterhaltsame Idee.

Wenn ein Konzern, so seine Argumentation, als eine juristische Person angesehen werden will, dann ist es legitim, ihn den gleichen psychischen Kriterien zu unterwerfen wie … z.B. einen normalen Menschen.

Grundlage für den Test war:

Personality Diagnostic Checklist
WHO ICD 10
Manual of Mental Disorders DSM IV

Diese Standardkriterien sind auch jedem deutschen Psychiater geläufig.

Ziel war, zu sehen ob und bis zu welchem Grade Konzerne als „psychopathisch“ einzustufen sind. Bewertungskriterium war u.a., wie sie sich zu der Gesellschaft verhalten, in der sie ihre Geschäfte betreiben.

Folgende Kriterien wurden erfüllt:

1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen
3. Skrupellose Gefährdung anderer
4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden
5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen
6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften

Mehr Kriterien gibt es nicht. Die herrschende Institution unserer Zeit, eine juristisch handelnde und mit größter Machtfülle ausgestatte Person glicht nicht nur ein bischen einem Psychopaten.

Das psychische Profil dieses Monsters gleicht dem eines Massenmörders. Mit allen Konsequenzen.

(Quelle: „The Corporation, M.Achbar, J.Abbot & J.Bakan, DVD, erhältlich nur bei „Zweitausendeins“)

Solche krebsartigen Konstrukte lassen wir ungehindert in unserer Wirtschaft wachsen. Damit handeln wir als Volkswirtschaft in etwas so schlau wie jemand, der sich eine tödliche Infektion absichtlich selbst zuführt. Dabei geschieht das alles nicht in böser Absicht, sondern schlichtweg nur aus Dummheit. Aus Dummheit haben wir Gesetze durchgehen lassen, die „Personen“ konstruiert haben, die nun dabei sind, die ganze Welt zu verschlingen – Dr. Frankenstein lässt grüßen.

Nun sehen wir Deutschen das auf unseren Bildschirmen, lesen das in Büchern, Blogs, Artikeln und denken immer noch: das ist alles weit draußen. Das ist das Problem mit unsere Wahrnehmung und unserer kulturellen Entwicklung: wir haben uns in den letzten Jahren (auf Wunsch und Betreiben der Konzerne, die uns genau da haben wollten) zu Troglodyten zurückentwickelt … nach dreißigtausend Jahren ist der Mensch in jene Höhle zurückgekrochen, aus der er einst aufbrach, die Welt zu erobern. Dort sitzt er – quasi in Vollendung einer Parodie des platonischen Höhlengleichnisses – vor einem sprechenden Bild (wie es in der Apokalypse des Johannes auftaucht, Kapitel 13, Vers 15) und lässt sich treiben von den Träumereien, die dort präsentiert werden – und merkt kaum, das er sich mit Sendeformaten wie dem „Dschungelcamp“ langsam auf ein Niveau zu bewegt, das schon der römische Bürger in seiner späten Dekadenz ausgelebt hatte, als er sich am Löwenfraß ergötzte.

Was er eben so wenig merkt (vor allem, weil er sich noch nicht vorstellen kann, was es bedeutet): das die Konzerne nach dem gescheiterten Versuch der Privatisierung des Trinkwassers in Bolivien nicht etwa aufgegeben haben, sondern in logisch konsequenter Fortführung ihres gesetzlich vorgeschriebenen Auftrages der Erzielung maximaler Rendite für einige Auserwählte nicht nur die europäische Sozialversicherung zerschlagen, sondern sich – neben Post, Bahn und Telekom – auch das Wasser der Nationen aneignen.

Informiert wurde der Bürger darüber nicht. Herausgefunden haben das die letzten Reste verantwortungsbewussten Journalismus, die inzwischen ein kümmerliches Dasein zwischen Fußball, Tatort und Dschungelcamp führen: die Journalisten von Monitor. Sie fanden Erschreckendes heraus:

Krisenländer wie Portugal und Griechenland brauchen Geld, deshalb zwingt die Troika in Brüssel sie jetzt klammheimlich, ihre Wasserversorger zu verkaufen. Im Anhang der Troika-Verträge, die MONITOR vorliegen, sieht man: In Griechenland sollen die großen Wasserwerke von Athen und Thessaloniki verkauft werden. Zu Portugal heißt es: Die Privatisierung der nationalen Wasserbetriebe „Aguas de Portugal“ soll vorangetrieben werden. In Portugal protestieren mittlerweile immer mehr Menschen gegen diese Wasserprivatisierung, weil sie Angst haben vor hohen Preisen und schlechter Qualität. Aber die Krisenstaaten sind erst der Anfang. Die EU-Kommission holt jetzt zum großen Schlag aus. Der neue Richtlinienvorschlag für Konzessionsvergabe versteckt geschickt die Forderung, dass im Bereich der Wasserversorgung eine Marktöffnung erfolgen müsse. Was heißt das? Heide Rühle, die Wasserexpertin der europäischen Grünen, hat den Vorschlag genau studiert. Sie glaubt, dass die Kommission kurz davor ist, ihr Ziel zu erreichen – Wasserprivatisierung.

Während wir noch im Kino einige Rührstücke genießen, die die Wasserkriege von Bolivien am Rande erwähnen, stehen wir dicht davor, das aus unseren Leitungen … einfach nur noch giftiger Abfall kommt … oder gar nichts.

Übertrieben?

Schauen wir doch einmal bei Tadema, welche Erfahrungen man mit der Privatisierung von Wasser gemacht hat:

Die Wasserindustrie wurde 1989 privatisiert, jedenfalls in England und Wales. In Schottland und Nord- irland blieb sie staatlich. Die neuen Unternehmen machten in den ersten sieben Jahren Riesenprofite, sie griffen den Verbrauchern tief in die Taschen – ohne zu investieren. 1990 – ein Jahr nach der Privatisierung – wurden in England und Wales 2.756 Ruhr-Fälle gezählt, im Jahr darauf waren es schon 9.935. Die Zahl der Haushalte, denen das Wasser abgestellt wurde, hatte sich im gleichen Zeitraum verdreifacht: von 7.273 Fällen im Jahr 1990 auf 21.586 Fälle ein Jahr später.

Die übliche Misswirtschaft, wenn Konzerne Geschäfte übernehmen: die Preise steigen, die Qualität sinkt – bis es Tote gibt. Psychopathen kennen keine Hemmungen bei der Erzielung von Profiten.

Wir Bürger … wir fragen uns: was ist denn eigentlich da los in Brüssel. Dort sitzen doch die von uns bezahlten Politiker, deren Aufgabe es sein soll, gerade uns vor diesen Wasserkriegen zu schützen. Tadema jedoch zitiert da noch etwas mehr:

Der EU Handelskommissar Pascal Lamy stellt in einem Interview klar, daß auch die EU ihren Wasser- sektor liberalisieren will – ganz im Gegensatz zu allen bisherigen Behauptungen! In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 10.3.03 äußerte er sich folgendermaßen (Auszug):

SZ: Die Wasser-Versorgung ist für jeden Staat besonders sensibel. Haben Sie Vorschläge gemacht, den Wassermarkt in Europa zu öffnen? Hat es Anfragen aus anderen Ländern gegeben?

Lamy: Wir haben keine Anfragen. Aber ich mache Angebote. Weil ich ein Interesse daran habe, dass die Wasserversorgung geöffnet wird.

Pascal Lamy?

Träger des großen Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland … und vieler anderer Auszeichungen. Seit 2005 … Präsident der WTO (siehe Wikipedia) – eine der vielen überraschenden Karrieren jener Politiker, die sich scheinbar ohne äußeren Anlass für die Belange der Konzerne einsetzen, noch bevor die überhaupt öffentlich in Aktion getreten sind.

WTO? Der zivile Arm der kriegerischen Globalisierung – siehe oben.

In dem Monitorbericht kommt auch der Präsident des deutschen Städtetages zu Wort, der uns ein wenig aufklärt über die Verhältnisse in Brüssel:

Christian Ude, Präsident des Deutschen Städtetages: „Es ist wirklich bedauerlich, dass mancher Wettbewerbskommissar nur noch die Bedürfnisse seiner Gesprächspartner aus den Konzernchefetagen kennt und nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung.“

Das gilt nicht nur für Brüssel – sondern auch für Berlin.

2010 veröffentlichte die TAZ bemerkenswertes Material über den Verkauf der Berliner Wasserwerke:

Geheime Verträge zeigen: Berlin hat bei der Privatisierung seiner Wasserbetriebe den Käufern hohe Gewinne garantiert – auf Kosten der Verbraucher.

Die Vorgänge zeigen auch auf, wie Politik und Staat mittlerweile zueinander stehen – es sind Feinde:

Die Gewinne dagegen stiegen in der gleichen Zeit deutlich an – auch weil das Land den Käufern in den Geheimverträgen eine Gewinngarantie für das Monopolgeschäft zugesichert hatte. Die Kosten dafür wurden in die Wassertarife eingerechnet, also von den Berlinern bezahlt. Doch noch im Jahr 1999 erklärte das Landesverfassungsgericht die Grundlage für die Gewinngarantie für verfassungswidrig. In den Geheimverträgen ist festgelegt, dass das Land Berlin in dem Fall die privaten Anteilseigner schadlos stellen muss. Sie durften sich daher zuerst aus den Gewinnen der Wasserbetriebe bedienen – das Land musste nehmen, was übrig blieb.

Das muss man sich mal vorstellen: die Politik reagiert auf die festgestellte Verfassungswidrigkeit mit „Geheimverträgen“, die auf Kosten des Steuerzahlers Konzernen Monopolgewinne garantiert – selbst wenn die völlige Misswirtschaft betreiben. So könnte jeder Penner reicher Leistungsträger werden … und so werden die Penner in diesem Land auch reich. Früher nannte man das Wegelagerei – oder auch Landesverrat.

In Berlin gab es einen Volksentscheid zum Wasser – und Beobachtungen, die zeigen, dass „Linke“ in der Regierung die gleichen Wege einschlagen wie alle anderen Parteien (siehe Wikipedia):

Die meisten Bürger haben sich mit dem Volksentscheid für eine Rekommunalisierung der Wasserbetriebe ausgesprochen. Jedoch hält Wirtschaftssenator Harald Wolf von der Linken das neue Gesetz für verfassungswidrig und betreibt die Rekommunalisierung nur zögernd. Wolf wird ein Interessenkonflikt vorgeworfen, da er als Wirtschaftssenator die Interessen des Landes Berlin vertritt und gleichzeitig als Aufsichtsratschef der BWB für die Gewinne des Unternehmens verantwortlich ist.

Man kann wählen was man will – man wählt immer: den Konzern. Ob man will oder nicht.

Was in Bolivien scheiterte, wird in Europa, Deutschland und Berlin erfolgreich durchgeführt. Mit rechten, linken, sozialistischen oder christlichen Politikern – die Farbe spielt da schon längst keine Rolle mehr. Natürlich nicht nur hier. Der Film „Water makes Money“ informiert in breiter Front über die Offensive, die schon seit Jahrzehnten läuft – und über die hilfreiche Rolle, die „die Politik“ dabei spielt.

Es gibt wohl viele Lamys auf der Welt.

Zuviele.

Und wenn wir nicht weiterhin brav Preiserhöhungen schlucken wollen (oder darauf hoffen, das – wie in Berlin – das Kartellamt eingreift, um den Wasserpreiswucher zu beenden siehe Spiegel), dann sollten wir uns zusammenschließen – und hier unterschreiben:

Wasser ist ein Öffentliches Gut, keine Handelsware – Wir fordern die Europäische Kommission zur Vorlage eines Gesetzesvorschlags auf, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung entsprechend der Resolution der Vereinten Nationen durchsetzt und eine funktionierende Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für alle Menschen fördert. Diese EU-Rechtsvorschriften sollten die Regierungen dazu verpflichten, für alle Bürger und Bürgerinnen eine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie eine sanitäre Grundversorgung sicherzustellen. Wir stellen nachdrücklich folgende Forderungen:

  1. Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Bürger und Bürgerinnen das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung haben.
  2. Die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen darf nicht den Binnenmarktregeln unterworfen werden. Die Wasserwirtschaft ist von der Liberalisierungsagenda auszuschließen.
  3. Die EU verstärkt ihre Initiativen, einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu erreichen.

Warum man unterschreiben sollte, wird auch gleich erläutert:

Weil du mit mindestens einem der Ziele übereinstimmst, die wir in dieser EBI formulieren:

  • Alle BürgerInnen in Europa sollten einen garantierten Zugang zu Wasserversorgung und sanitärer Grundversorgung haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es immer noch rund zwei Millionen Menschen in Europa ohne Trinkwasserversorgung und ohne Sanitärversorgung. Es gibt weiterhin zahlreiche Menschen mit niedrigen Einkommen, denen eine Liefersperre droht, wenn sie ihre Wasserrechnung nicht bezahlen können.  
  • Die Europäische Kommission sollte auf ihre konstanten Versuche verzichten, die Wasser- und Abwasserwirtschaft zu liberalisieren. Wenn man auf den Markt setzt, um diese Dienstleistungen zu erbringen, muss man damit rechnen, dass gut betuchte Kunden bessere Leistungen erhalten als Kunden, die finanziell weniger gut gestellt sind. „Kein Geld, kein Wasser“ wäre die Quintessenz einer markwirtschaftlich bestimmten Wasserversorgung. Wasser und sanitäre Grundversorgung sind aber ein Menschenrecht. Es ist Aufgabe und Verpflichtung jeder Regierung, diese Dienstleistungen allen Menschen zur Verfügung zu stellen.
  • Weltweit 800 Millionen Menschen haben nach wie vor keinen Zugang zu sauberem Wasser, mehr als zwei Milliarden Menschen müssen ohne Sanitärversorgung leben. Europa kann und sollte mehr unternehmen, damit Menschen auch in anderen Teilen der Welt das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Versorgung in Anspruch nehmen können.

Momentan ist der Kampf um das deutsche Trinkwasser schon verloren. Hinter unserem Rücken plant die EU-Kommission den Ausverkauf der europäischen Wasserreserven.

Zehn Jahre noch, dann werden wir uns nicht mehr über Hartz IV aufregen … sondern über jene, die in ihren Wohnungen verdurstet sind, weil der Konzern das Wasser abgestellt hat.

Wenn wir noch länger darauf beharren, Höhlenbewohner zu werden und ausschließlich den Informationen, Wünschen und Begierden großer Konzerne zu folgen, dann werden wir wohl unausweichlich dem Schicksal jener Toglodyten folgen, die man nur noch in einigen Berichten antiker Autoren findet:

wir werden einfach aussterben.

Codex Alimentarius – Regelwerk der Superlative

Sagt Ihnen der Begriff: Codex Alimentarius (CA) etwas?
Ich selber gehörte zur der Gruppe (die Mehrheit), die noch nie etwas von diesem Codex vernommen hatte. Aufgrund einer Randnotiz in einem Blog erfuhr ich von diesem monströsen Regelwerk. Monströs daher, weil der Codex über 5000 Seiten dick und in etlichen Sprachen verfasst ist – ausser deutsch. Dazu scheint er noch derart kompliziert strukturiert zu sein, dass man sich im Verweisdschungel sehr schnell verirren kann.

Was ist eigentlich der CA?
Geschichtlich wurde er zum ersten Mal im Jahre 1893 von Österreich-Ungarn erwähnt und sollte als Regelwerk für Gerichte bei Streitigkeiten im Lebensmittelbereich dienen. Er war gültig bis ins Jahr 1918. Erst 1962 entschieden die Vereinten Nationen, den Codex zum „Schutze“ der Verbrauchergesundheit weltweit wieder einzuführen. Die Finanzierung erfolgte zu zwei Dritteln durch WEO (World Economic Outlook) und ein Drittel von der WHO (World Health Organisation). Die USA ist derzeit federführend in der Umsetzung und Leitung des CA. Sämtliche Mitgliedstaaten, momentan sind es 180, fügen sich mehr oder weniger kampflos der amerikanischen Diktatur.

Folgende Punkte regelt der CA:

Allgemeine Regelungen
– Lebensmittelkennzeichnung (insbesondere für Bio- und Genfood)
– Hilfsstoffe
– Grenzwerte für Giftstoffe und Nahrungsergänzungsmittel
– Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine, Mineralstoffe, usw.)
– Rückstände aus Land- und Viehwirtschaft
– Methoden zur Risikoanalyse von biotechnischen Produkten (Pflanzen, Microorganismen, Allergene)
– Nahrungsmittelhygiene einschließlich HACCP
– Analysemethoden und Probenentnahme
– Futtermittelzusätze und Lagerung

Spezielle Regelungen
– Fleischprodukte
– Fisch und Fischereiprodukte einschließlich Wasseranbau
– Milch und Milchprodukte
– Diätische Lebensmittel und Kindernahrung
– Frische und bearbeitete Gemüse und Früchte sowie Fruchtsäfte
– Getreide und abgeleitete Produkte, getrocknete Hülsenfrüchte
– Fette, Öle und abgeleitete Produkte, z.B. Margarine
– Diverse Nahrungsmittel (Schokolade, Zucker, Honig, Mineralwasser)

Ziel der USA mit Hilfe des Codex Alimentarius
Der Codex lässt sich zusammenfassend mit vier Worten beschreiben: Bevölkerungskontrolle mit allen Mitteln. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Methoden legal sind oder nicht. Sie werden direkt oder indirekt durch die USA gesteuert und von den Pharmariesen kontrolliert – mit dem Ziel, die Weltbevölkerung von ihren derzeit geschätzten 7 Milliarden auf tragfähige 500 Millionen zu dezimieren. Dies ist unter anderem auch ein wesentliches Ziel der NWO (New World Order/Bilderberg -Konferenz).
Die WEO und die WHO schätzen, dass allein die Einführung der Vitamin- und Mineralstoffrichtlinie innerhalb von zehn Jahren mindestens drei Milliarden Todesopfer fordern wird. Eine Milliarde Menschen werden verhungern, und zwei Milliarden werden an vermeidbaren, durch Unterernährung verursachten degenerativen Krankheiten sterben, z. B. an Krebs, Herzkranzgefäßerkrankungen und Diabetes.

Folgende Richtlinien sind im Codex enthalten und für die meisten Mitgliedstaaten seid 2010 gültig:

– Alle Nährstoffe (z. B. die Vitamine A, B, C und D, sowie Zink und Magnesium), die irgendeine gesundheitsfördernde Wirkung aufweisen, werden in therapeutisch wirksamen Mengen als unzulässig erachtet. Sie sind anteilsmäßig so zu reduzieren, dass ihre Wirkung für die Gesundheit vernachlässigbar wird.

– Alle Nährstoffe (z. B. Vitamine und Mineralien) sind als Giftstoffe anzusehen und aus allen Lebensmitteln zu entfernen, da der Codex die Verwendung von Nährstoffen zur “Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Leiden oder Krankheiten” untersagt.

– Krebserregende und tödliche organische Pestizide werden wieder in erhöhten Mengen in Lebensmitteln erlaubt sein. Darunter sind sieben der zwölf Gefährlichsten (z. B. Hexachlorbenzol, Toxaphen und Aldrin), die auf der Stockholmer Konvention für langlebige organische Schadstoffe im Jahre 2001 von 176 Staaten – auch den USA – verboten wurden.

– Der weltweite Einsatz ungekennzeichneter genmanipulierter Organismen in Feldfrüchten, Tieren, Fischen und Pflanzen wird vorgeschrieben.

Diese Punkte stellen nur einen kleinen Teil dessen dar, was im Codex vorgeschrieben wird.

Die Qual der Wahl
Messungen aus den Jahren 1985 und 2002 zeigen, dass in diesem Zeitraum der Gehalt an Calcium in Brokkoli um 73 Prozent abnahm, der von Folsäure um 62 Prozent und der von Magnesium um 55 Prozent. Äpfel enthielten vor acht Jahren 60 Prozent weniger Vitamin C als im Jahre 1985 und Erdbeeren hatten sogar knapp 90 Prozent ihres ursprünglichen Vitamin-C-Gehaltes verloren. Möhren lieferten 75 Prozent weniger Magnesium und Bohnen 77 Prozent weniger Vitamin B 6. Kartoffeln hatten seit 1985 78 Prozent an Calcium und 48 Prozent an Magnesium verloren.
Man sieht aus diesen Zahlen, dass die Agrarindustrie erfolgreich den Nährwert von angeblich gesunden Nahrungsmittel auf den Wert eines “Magenfüllers” reduziert hat. Der Konsument wird zunehmend auf Zusatzpräparate aus der Pharma- und Chemieindustrie angewiesen sein, wenn er den Nährwert hoch halten will. Dummerweise hat es aber in den Nahrungsergänzungsmitteln vermehrt Gifte wie Aspartam, Jod, Fluor, Glutamat und Aluminium. Diese sind bereits in bedenklich hohen Mengen darin enthalten. Also verzichtet man auf die Zusatzstoffe und erhöht dafür das Risiko für Kreislauferkrankungen und Krebs, was wiederum der Pharmaindustrie dient. Der scheinbar einzige Weg, sich dem Teufelskreis der Vergiftung zu entziehen ist die Verwendung von unverändertem Saatgut und dem damit gewonnenen Biogemüse aus dem eigenen Garten. Doch auch hier hat es einen Haken. Dank der weltweiten Zunahme von Chemtrails und den darin enthaltenen Stoffen wie Aluminium und Barium, sind die Böden teilweise schon derart kontaminiert, dass es schlussendlich keine Rolle mehr spielt, welchen Vergiftungsweg man beschreiten will.

Das Komitee für Ernährung und diätetische Lebensmittel
Im November 2007 fand in Deutschland die 29. Sitzung des Codex-Komitees für Ernährung und diätetische Lebensmittel statt. Anwesend war auch Paul Antony Taylor, Leiter des Ressorts Auslandbeziehungen der Dr. Rath Health Foundation und vertrat die NHF (National Health Foundation). Sie ist eine verbraucherorientierte und für eine natürliche Gesundheitsfürsorge eintretende Organisation. An den Sitzungen hat sie nur Beobachterstatus und war als einzige Verbraucherorganisation anwesend. Während der Codex- Sitzungen waren folgende Aussagen von Mitgliedern zu hören:

“Wenn Verbraucher die Vorzüge von gentechnisch veränderten Lebensmitteln jetzt noch nicht realisieren, werden sie mit der Zeit ihre Meinung über diese Lebensmittel ändern.“
Dr. Rolf Grossklaus, Vorsitzender des Komitees

„Die gegen Nahrungsergänzungsmittel eingestellten Extremisten innerhalb der Europäischen Kommission behaupten unaufrichtigerweise, dass die oberen Sicherheitsgrenzwerte für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln wissenschaftlich berechnet werden.“
Basil Mathioudakis, Vertreter der Europäischen Kommission

Ausserdem verlangte Basil Mathioudakis die Streichung des Wortes „unabhängig“ aus dem Codex-Text, nachdem die NHF das Komitee bat, auf den Teil des Textes „unabhängige Quellen zur wissenschaftlichen Beratung“ näher einzugehen. Danach wurde das Wort „unabhängig“ nicht mehr verwendet. Ein weiterer Punkt der NHF war die Nährstoffverarmung der Böden in den letzten 50 Jahren. Der Vorsitzende Dr. Grossklaus gab zu verstehen, dass das deutsche Institut für Risikobewertung eine Erklärung zu diesem Thema herausgegeben hat. Ihr zur Folge gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, dass die Böden unter Nährstoffverarmung leiden. Einen mutigen Vorstoss wagte Dr. Anne MacKenzie. In ihrer Präsentation „Globale Strategie“ stellte sie die Frage, welche Mechanismen für die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Komitees zur Verfügung stünden und schlug vor, Rat von der WHO und FAO einzuholen. Ihr Vortrag wurde daraufhin auf eine unbedeutende Position der Tagesordnung unter der Rubril „Sonstige Themen und zukünftige Projekte verlegt. Die anschliessende Diskussion, welche nichts konkretes hervorbrachte und nach Aussage des Codex Sekretariats, vertreten durch Dr. Jeronimas Maskeliunas, eher einen verwirrenden Eindruck machte, beschloss man die Diskussion über eine „Globale Strategie“ auf nächstes Jahr zu vertagen.

… und die Moral von der Geschicht’
Der Codex Alimentarius könnte ein äusserst wichtiges und wertvolles Instrument für die Industrien und Endverbraucher sein, in dem beide Parteien gleichermassen gewichtet werden. Infolge der Arbeitsweise und Einstellung des Komitees und deren Mitglieder ist eine Übervorteilung zugunsten der Industrie unübersehbar. Die Rechte der Endverbraucher werden immer mehr beschnitten und ignoriert. Wehren kann man sich schlecht in diesen Komitees. Sämtliche Verhandlungen und Diskussionen sind nicht öffentlich. Einzig das Konsumverhalten jedes Einzelnen kann diese Entwicklung ändern, da der politische Weg vielfach zu lange dauert, teuer ist und die Karrieremöglichkeiten eines Politikers enorm einschränkt.
Jeder sollte sich Wissen über den Codex aneignen und diese Erfahrungen anderen zukommen lassen. Erst ein grossflächiger Druck der Bevölkerung auf die Weltpolitik hat eine Chance gespürt, respektive ernst genommen zu werden. Sei es durch verändertes Konsumverhalten oder Konsumverweigerung gegenüber giftigen Produkten.

Folgende Links können helfen, ein tieferes Verständnis für den Codex Alimentarius zu entwickeln. Der fachliche und zitierte Inhalt dieses Berichtes stammt zum grossen Teil aus diesen Seiten.

http://www4ger.dr-rath-foundation.org/DIE_FOUNDATION/codex2007-badneuenahr.html

http://gnosis4you.wordpress.com/codex-alimentarius/

http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/codex-alimentarius-anschlag-auf-die-volksgesundheit

http://www.bag.admin.ch/themen/internationales/11103/11513/11517/index.html?lang=de

http://www.codexalimentarius.org/codex-home/en/

Mit Dank an Zigorio für die Übersendung dieses Artikels.

 

Wo leben wir eigentlich? Über Fußfesseln für Arbeitslose, Zwangsentwöhungen von Rauchern und die Macht archaischer Mythen im Alltag

Mittwoch, 5.12.2012. Eifel. Draussen ist es noch dunkel, ich kann momentan keine Wetterprognose wagen. "Dunkel" heißt hier in der Eifel: man sieht schwarz. Pechschwarz. Bei uns ist Nacht noch Nacht. Vielleicht ein Grund, warum es mir so leicht fällt, hinter harmlosen Nachrichten so fürchterliche Entwicklungen zu vermuten. Manchmal tauchen ja Menschen hier auf die sagen: "hier wird zuviel über die Hitlerei geschrieben. Jeden Tag ein Hitler: das ist zuviel". Umgekehrt wird ein Schuh daraus: man kann aktuell soviel über Hitler, die braunen Horden und schwarzen Orden reden, weil in den Wohlfahrtsjahren der Republik fern von allen wirklichen Herausforderungen des Lebens schon längst wieder genug Gesochse nachgewachsen ist, das völlig immun gegen Warnungen ist, diesen Weg nochmal einzuschlagen und deshalb den alten Pfad wieder eingeschlagen hat. Das ist auch nicht verwunderlich: Adolf Hitler ist etwas ganz Geniales gelungen, etwas, über das wir heute kaum noch reden dürfen. Mit Hilfe esoterischer Bilderwelten ist er an die Macht gekommen, Bilderwelten, die  seit dem Mittelalter tradiert wurden (u.a. von der Thule-Gesellschaft) und seitdem auch beständig wieder ihre Gültigkeit bewiesen haben.

Mittwoch, 5.12.2012. Eifel. Draussen ist es noch dunkel, ich kann momentan keine Wetterprognose wagen. „Dunkel“ heißt hier in der Eifel: man sieht schwarz. Pechschwarz. Bei uns ist Nacht noch Nacht. Vielleicht ein Grund, warum es mir so leicht fällt, hinter harmlosen Nachrichten so fürchterliche Entwicklungen zu vermuten. Manchmal tauchen ja Menschen hier auf die sagen: „hier wird zuviel über die Hitlerei geschrieben. Jeden Tag ein Hitler: das ist zuviel“. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: man kann aktuell soviel über Hitler, die braunen Horden und schwarzen Orden reden, weil in den Wohlfahrtsjahren der Republik fern von allen wirklichen Herausforderungen des Lebens schon längst wieder genug Gesochse nachgewachsen ist, das völlig immun gegen Warnungen ist, diesen Weg nochmal einzuschlagen und deshalb den alten Pfad wieder eingeschlagen hat. Das ist auch nicht verwunderlich: Adolf Hitler ist etwas ganz Geniales gelungen, etwas, über das wir heute kaum noch reden dürfen. Mit Hilfe esoterischer Bilderwelten ist er an die Macht gekommen, Bilderwelten, die  seit dem Mittelalter tradiert wurden (u.a. von der Thule-Gesellschaft) und seitdem auch beständig wieder ihre Gültigkeit bewiesen haben.

In Zeiten größter Not hat er den Deutschen etwas präsentiert, was alle europäischen, alle westlich orientierten Völker sich erhoffen: die Rückkehr König Arthurs und der Ritter der Tafelrunde. Es ist einer der mächtigsten europäischen Mythen (in Deutschland u.a. als Kyffhäusersage bekannt) und jemand hat Hitler geraten, sie 1:1 in den politischen Alltag zu übersetzen: das funktioniert immer, vor allem, wenn die Not groß ist. Man braucht einen Führer, der auserwählt ist (z.B. von „der Vorsehung“), man braucht eine tapfere Ritterschaft (SA und SS) und einen runden Tisch (Himmler und die SS-Ritter auf der Wewelsburg): schon funktioniert das (ebenso mit Stalin, dem heiligen Marx, der „Geschichte“ und den Polit-Kommissaren). Natürlich muss die Not groß sein – und der Bildungsgrad der Bevölkerung gering. Wenn alle sehen, das hier nur alte archaische Muster von politischer Macht missbraucht werden, funktioniert der Trick nicht – er wirkt albern. Wenn keine Not ist, funktioniert der Trick auch nicht. Genau eine solche Zeit haben wir aber gerade: die Not ist groß, die Zustände unerträglich (und sie werden Tag für Tag unerträglicher) und die Funktionsweisen esoterischer Machtausübung sind weitgehend unbekannt – obwohl Hitler sie vorgelebt hat und man bis heute in rationalen Kreisen rätselt, was in jenen dunklen Jahren (über die man generell lieber schweigt) denn geschehen sein konnte. Doch – wenden wir uns zuerst mal den dunklen Zeiten zu, die auch heute wieder laut nach dem gerechten König Arthur und seinen tapferen Rittern rufen – dazu müssen wir einfach mal in die Zeitschrift Capital sehen – bevor sie auch ausgelöscht wird.

Dort erkärt uns der Ökonom Jeffrey Sachs in drei Artikeln die Ursachen und Probleme dieser Zeit: ausgehend von der Globalisierung, die eine Goldgrube für Superreiche ist, kommt es zunehmend zu einem moralischen Verfall, der sich in den Methoden der Großkonzerne niederschlägt. Sie lügen, bestechen und vertuschen um sich dort Vorteile zu verschaffen, wo der Markt als solcher schon lange nicht mehr gewünscht ist. Das führt international zu einem Klima, das aus großen Ländern Egoisten im Endstadium werden lässt, die nicht mehr in der Lage sind, sich den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angemessen zu stellen:

Die Weltwirtschaft steckt in einer Nachhaltigkeitskrise, wo Ressourcenknappheit und Umweltkrisen zu großen Preisschocks und ökologischer Instabilität führen. Wirtschaftliche Entwicklung muss durch Techniken und Lebensstile, die den gefährlichen Druck auf die Ökosysteme der Erde verringern, schnell zu nachhaltiger Entwicklung werden. Auch dies erfordert ein Ausmaß globaler Zusammenarbeit, das bis jetzt nirgendwo sichtbar ist.

Wir stehen vor einer nie dagewesenen Weltwirtschaftskrise – für die vor allem die nordatlantischen Staaten schlecht aufgestellt sind. Aber was tun wir – als Nordatlantiker? Planen den Einmarsch in Syrien, weil dort – wie immer, wenn es gerade notwendig ist – Massenvernichtungsmittel vermutet werden (siehe Spiegel). Die USA verbessern ihre strategische Position gegenüber Russland und China. Noch wäre ein großer Krieg im Nahen Osten inklusive ein paar Seeschlachten im Eismeer und im Pazifik das Jugendelexier, das unsere darbende Wirtschaft wieder beleben könnte – weshalb die Aufrüstung Saudi-Arabiens auch alternativlos ist.

Wir können von dieser großen Perspektive auch jederzeit zurückschalten – zum Beispiel mit Fokus auf Griechenland, jenem Ort, wo die Superreichen augenblicklich ihren Zapfhahn angebracht haben, um europäische Steuerbillionen abzusaugen. Ja – die Superreichen in den USA sehen die Welt so wie Jeffrey Sachs, wollen aber am Ende nicht ganz mittellos dastehen. Deshalb frisst man sich zuerst an ein paar Freunden satt, bevor man sich den eigentlichen Feinden zuwendet, siehe Manager Magazin:

Nicht nur die Griechen freuen sich über das neue Rettungspaket von Euro-Zone und IWF. Auch Spekulanten reiben sich die Hände. Der geplante Rückkauf von Hellas-Bonds lässt ihre Kassen klingeln – sie nennen den Deal „idiotensicher“ oder „Geschenk vom Steuerzahler“.

So offen kann man in deutschen Zeitschriften über die Hintergründe der „Griechenlandkrise“ schreiben, ohne das es politische Konsequenzen nach sich zieht. Die Zeitschrift Wiwo findet drastischere Worte für das, was dort gerade geschieht:

Das Geschacher der Euro-Finanzminister von Nordwesten (Irland) über Südwesten (Portugal, Spanien) bis nach Südosten (Griechenland) offenbart, wie die Mitgliedsstaaten der Währungsunion ticken, wie sie die Gemeinschaft sehen: Nicht als Projekt, das gehegt und gepflegt wird, um perspektivisch den Nutzen in Europa zu mehren. Sondern als System, aus dem individuell Geld gezogen werden kann. Die Geberländer hoffen auf Zinsgewinne, die Nehmerländer auf Rabatte und Kredite zum Nulltarif. Während die Euro-Befürworter von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble über den Chef der Eurogruppe Jean-Claude Juncker über eine Vertiefung Europas nachdenken, zersetzt der „Moral Hazard“ Europa.

Die „sittliche Gefährdung“ ist ein Fachbegriff aus der Versicherungsbranche (siehe Wikipedia), jeder Arbeitslose kennt ihn: die Hinzuverdienstgrenze führt dazu, das er  – irrational und unwirtschaftlich – mit seinem Zuverdienst seine eigenen Sozialleistungen finanzieren muss, durch erhöhte Fahrt-, Kleidungs- und Pflegekosten gerät er sogar ins Minus. Leistung soll sich zwar wieder lohnen – tut sie aber nicht, und zwar gerade dort, wo es am Sinnvollsten wäre, sie zu fördern.

Doch bevor wir zu den Arbeitslosen kommen, nochmal ein Blick auf Europa, wieder Wiwo, diesmal von Bettina Röhl:

Und das Furchtbarste ist, dass die politische Klasse, die derzeit Euro-Politik macht, ein amorpher Haufen ohne Herz und ohne Kopf ist. Es gibt praktisch keine Verantwortlichen. Niemand kann in juristischem Sinne für sein Tun in Haftung genommen werden. Gremien, Parlamente, Institutionen, Parteien, Gerichte und sonstige Gruppierungen beschließen die unterschiedlichsten Details, die unterschiedlichste Sachzwänge nach sich ziehen und die die Entscheidungsspielräume und die demokratischen Prozesse praktisch auf Null reduzieren.

Das ist im Prinzip die Beschreibung einer Diktatur – ohne klar erkennbaren Diktator. Eine Diktatur eines Systems, das gelenkt wird von den Entscheidungsprozessen einiger weniger Superreicher, die die Grenzen des Sandkastens festlegen, in dem wir Demokratie spielen dürfen. Die Folgen einer solchen Entwicklung beschreibt Frau Röhl recht deutlich:

Es gibt leider genügend historische Beispiele für das Versagen politischer Klassen und speziell auch politischer Klassen in Europa. Natürlich sind Merkel, Schäuble oder die Oppositionsgrößen und die Vertreter der nachgeordneten Apparate individuell für sich betrachtet, rational handelnde Menschen mit allen menschlichen Schwächen behaftet, die es so gibt. Aber das Gruppenverhalten ist in Sachen Euro außer Rand und Band geraten.

So wie ein physischer Zerstörungsgeist die europäische Nomen Klatura (deren individuelle Mitglieder damals für sich betrachtet nicht besser oder schlechter, böser oder lieber waren, als die heutigen Akteure) vor 100 Jahren dazu veranlasste den ersten Weltkrieg zu veranstalten, hat jetzt der Furor der heutigen Nomen Klatura unterschiedliche Volkswirtschaften in eine Einheitswährung gepresst und damit in die Euro-Krise getrieben, die sich galoppierend ausweitet.

Eine Situationsbeschreibung, die man eigentlich von der linken Presse erwarten würde, nicht aber von einem konservativen Wirtschaftsblatt. Das sie dort auftaucht, sollte die Alarmglocken noch deutlicher klingeln lassen, erst Recht dann, wenn sich international eine Verdichtung vielfältiger nationaler Konflikte anzeigt – wie im Nahen Osten, wo die Weltmächte so direkt aufeinandertreffen wie früher in Europa … oder Deutschland.

Doch nicht nur die endlose Griechenlandrettung (die praktisch nur aus großen Geldgeschenken für Superreiche besteht) illustriert den Sieg der moralischen Verwahrlosung über die bürgerliche Vernunft. Wir können auch noch einen Gang zurückschalten und uns nur die Stromwirtschaft in Deutschland anschauen, einer Wirtschaft, die uns aktuell Strompreise beschert, die „bald 45 % über dem EU-Durchschnitt liegen, siehe Welt. Wir werden sogar mit noch höheren Kosten rechnen müssen, weil das System so perfekt an die Gesetze angepasst worden ist, das wie völlig hilflos dagegen sind, siehe Kontraste. Konzerne wie Vattenfall spalten sich in einzelne Teilbereiche auf, die Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren – so arbeiten alle Konzerne. Und – wie bei Jeffrey Sachs erwähnt – kommt auch eine besondere nationalegoistische Komponente dazu:

In Schweden freut man sich. Der Staatsbetrieb Vattenfall bietet jetzt auf Druck der dortigen Regierung noch günstigere Tarife für Privatkunden an – schließlich sollen die schwedischen Bürger an den tollen Konzernergebnissen teilhaben.

Wir zahlen den Schweden den Billigstrom.

Ja – wo leben wir denn eigentlich?

Wir leben in einem Land, das sich immer noch klammheimlich nach seinem König sehnt – und die Sehnsucht nimmt tagtäglich weiter zu. König Arthur, unterstützt von dem weisen Zauberer Merlin (dem man sogar zutraut, mit einigen kurzen Gesten die unsichtbare Hand des Marktes – den größten Dämon der Neuzeit –  in die Hölle zurückzuschicken) und seinen tapferen Rittern Lancelot, Gawain und Parceval, die jeden Tag durch die Welt ziehen, um räuberische Gesellen daran zu hindern, das einfache Volk weiter auszuplündern.

Darum fällt es uns auch so schwer, von dem Geist des alten Übels loszulassen. Zum Beispiel bei der Bundeswehr, siehe Kontraste:

Nach Kontraste-Recherchen wurde auf einer offiziellen Veranstaltung der Bundeswehr zum Volkstrauertag ungehindert Liedgut der Waffen-SS vorgetragen. Einer der renommiertesten deutschen Forschungspreise für Militärhistoriker ist nach einem ehemaligen SS-Mitglied benannt. Noch immer sind zahlreiche Bundeswehrkasernen nach Wehrmachtsoffizieren benannt, die tief in die nationalsozialistische Rassen- und Eroberungspolitik verstrickt waren. Obwohl dies dem Bundesverteidigungsministerium bekannt ist, wurden die Kasernen nicht umbenannt.

Dort steht man treu zum Geist des alten Rittertums, jenes Rittertums, das Hitler so geschickt ins Leben gerufen hat, das wir uns heute noch Rettung von ihm erhoffen.

Oder der Verfassungsschutz: tapfer stellt er sich vor jene, die noch des alten Glaubens sind, siehe Spiegel:

Premiere vor dem Thüringer Neonazi-Auschuss: Ein Kriminalbeamter spricht Klartext bei der Befragung. Er behauptet, die Behörden seien bestens über die rechte Szene in den neunziger Jahren informiert gewesen. Das Landeskriminalamt und der Verfassungsschutz hätten jedoch interveniert.

Ganz mächtig wirkt da noch die Liebe zum alten Führer nach – eine Liebe, die eigentlich anderen Erlösergestalten gelten sollte, die man aber künstlich auch auf jedes menschliche Ungeheuer lenken kann – wenn man weiß, wie es geht.  Klar, das jene, die sich gegen diese Liebe wenden, bestraft werden müssen wie der Jugendpfarrer Lothar König:

Der Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König wird wegen seines Engagements gegen Europas größten Neonazi-Aufmarsch am 19.02.2011 von der Dresdner Staatsanwaltschaft mit diversen Repressionen überzogen.

Eine Diffamierungskampagne, die mit der Razzia der Jenaer Dienstwohnung am 10.08.2011 durch bewaffnete Dresdner Polizisten einen Höhepunkt hatte, findet im demnächst anstehenden Prozess gegen Lothar König wegen angeblichem “schweren Landfriedensbruch” ihre Fortführung.

Ahnt man nun, wie stark dieser Mythos vom gerechten König der Deutschen noch nachwirkt? Man könnte die Beweiskette leicht noch länger machen, aber es geht ja darum, zu beschreiben, wo wir gerade leben, denn die Prinzipien des guten Deutschen werden heute wieder nachgefragt. Ja – das war ja der doppelte Trick Hitlers – er hat und nicht nur himmlische Rettung vor irdischen Gewalten versprochen … er wollte uns alle zu seinen Rittern machen: in Zeiten um sich greifender Minderwertigkeitskomplexe ein unausschlagbares Angebot, das er ganz konkret in Worte gefasst hat, siehe Wikipedia:

In seinen Reden hat Adolf Hitler oft das Bild rassischer Überlegenheit beschworen: „[…] der deutsche Junge der Zukunft muß schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Wir müssen einen neuen Menschen erziehen, auf daß unser Volk nicht an den Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht.”

Sagte ich nicht, das man Hitler heute wieder auf Schritt und Tritt begegnet? Das Motto heißt heute anders: „Fit for Job“ sollen wir sein – und dabei hilft das Jobcenter, siehe Freitag:

Der Chef des Jobcenters Brandenburg an der Havel, Christian Gärtner, ist für seine „harte Gangart“ bekannt. So sagte dieser noch vor einigen Wochen gegenüber der Presse medienwirksam: „Notfalls werden wir bei qualifizierungsunwilligen Leuten aber sanktionieren, bis sie raus sind aus dem Leistungsbezug“. Die Presse titelte entsprechend: „Jobcenter fährt harte Linie gegen Verweigerer“. Eben jener hat sich nun etwa neues ausgedacht. 18 Erwerbslose haben einen Schrittzähler angeheftet bekommen, um zu messen, ob diese sich „zu wenig bewegen“.

Und da sind sie endlich: die elektronischen Fußfesseln für Langzeitarbeitslose. Noch zählen sie nur Schritte, damit das Volk nicht an Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht. Andere machen bei dieser Bewegung ebenfalls mit:

Schließlich ist die Aktion ein Teilprojekt der Aktion „Perspektive 50plus“. Unter gleichem Motto zwingt das Jobcenter Nienburg derzeit ältere Hartz IV Betroffene an einem Kurs zur Rauchentwöhnung teilzunehmen. In einem Anschreiben wird explizit daraufhin gewiesen, dass ein Fernbleiben zu einer Regelsatz-Sanktion führt.

Eine lange Reise haben wir jetzt hinter uns, bis wir vom Mittelalter zu den Fußfesseln für Arbeitslose gekommen sind – eine Reise aber, die notwendig ist, wenn wir verstehen wollen, wo wir leben … und verstehen wollen, warum Menschen so reagieren, wie sie reagieren.

Natürlich denken wir spontan: dieser Christian Gärtner sollte mindestens vom Verfassungsschutz beobachtet werden, auf jeden Fall sollte man ihn umgehend einer psychiatrischen Untersuchung zuführen, um sicherzustellen, das er auch geistig voll zurechnungsfähig ist. In Wirklichkeit ist er aber nur der Auswuchs einer Bewegung, die viel größer und weitreichender ist.

Wir wiederholen die Schrecken des 20. Jahrhunderts, weil der Glaube an einen Erlöser sehr tief steckt – und für Deutschland wurde mit Hitler ein eigener Erlöser aus Österreich gebastelt, der bis heute in den Seelen nachwirkt.  Unter dem Deckmäntelchen scheinbarer Rationalität leben wir Muster eines Wahnsinns, der uns einreden will, das wir die Folgen der Globalisierung (den chronischen Export von Arbeitsplätzen zu preiswerteren Orten, den chronischen Export von Kapital an steuerfreundliche Orte) dadurch ausgleichen könnten, das wie die Schritte der Arbeitslosen zählen und ihre Lust auf Tabak mit Gewalt unterdrücken, während produktive und konstruktive Ansätze mit Gewalt unterdrückt werden, siehe Spiegel:

 Langzeitarbeitslose wieder in Jobs zu vermitteln, ist schwierig; die Methode des Jobcenters Dortmund aber dürfte für Diskussionen sorgen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, versucht das Amt, die örtlichen Hartz-IV-Empfänger mit Bargeldprämien zum Arbeiten zu bewegen. Auf Handzetteln, die im Jobcenter ausliegen, heißt es demnach: „Jede Aufnahme einer Beschäftigung wird mit 200 Euro belohnt!“

Weiterhin stehe auf den Blättern: Wer eine ungelernte Tätigkeit annimmt, dem wird ein Einstiegsgeld in Höhe von 280,50 Euro versprochen. Helfen will das Jobcenter demnach auch, wenn das eigene Auto kaputt ist, für die Arbeit aber gebraucht wird. Eine Reparatur soll mit bis zu 2000 Euro unterstützt werden.

 Eine Sprecherin derBundesagentur für Arbeit (BA) sagte, der Flyer sei „unglücklich formuliert“. Die BA habe bereits angewiesen, den Infozettel aus dem Verkehr zu ziehen.

Und natürlich wird auch nochmal darauf hingewiesen, welcher Geist in unserem Land zu herrschen hat: per Gewalt und Gesetz durchgedrückt:

Grundsätzlich gelte, dass Hartz-IV-Empfänger, die vom Jobcenter betreut werden, jede Arbeit annehmen müssten. Anderenfalls drohen ihnen Leistungskürzungen.

Hinter allem steckt noch Hitlers Gedanke, das wir nur „rein“ genug sein müssen („Fit for Job“), dann wird schon alles wieder gut. Dürften wir uns mehr mit Esoterik beschäftigen, würden wir wissen können, wie leicht es ist, Menschenmassen zu steuern und in Zustände zu versetzen, wo sie die größten Grausamkeiten begehen, die dümmlichsten Irrationalitäten ausführen und widerlichste Gemeinheiten als Alltag akzeptieren, während die „Elite“ anders denkt – anders, aber ungebrochen seit dem die Pharaonen regierten, siehe Hubert Burda in der Welt:

„Nein. Aber es ist das wichtigste Projekt von allen. Die einzige Weisheit, die es im Leben gibt, ist, dass du lernst zu sterben. Es gibt ein Alter, da musst du dich auf diesen Moment vorbereiten. Wann der dann kommt, ist wurscht. Die Überfahrt ist das größte Abenteuer des Lebens. Da darf man nicht am Ende seines Berufslebens plötzlich unvorbereitet auf der Intensivstation liegen.“

So denkt die Elite. Während wir „Fit for Job“ sein sollen, bereiten die sich auf den nächsten Teil vor … einen Teil, der für uns Tabu ist wie alles, was an Esoterik wirksam ist. Bei uns zählt man die Schritte, bei uns achtet man auf ein möglichst langes Leben, während man selbst von einer viel größeren Selektion träumt, die seit Jahrtausenden zur festen Überzeugung der Menschheit gehört: das es vor allem gilt, dem zweiten Tod zu entgehen, jenem Tod, der der Seele droht, wenn sie unvorbereitet den Körper verlassen muss.

Nun – für uns gelten andere Wahrheiten: nach dem Tod kommt nichts, die Griechenlandrettung ist alternativlos, unsere Arbeitslosigkeit liegt nur an uns und wenn der Arbeitgeber es so will, dann ist die Welt wieder eine Scheibe: bei Widerspruch wird das Leben auf Null gekürzt. Raucher, so habe ich in Erinnerung, sollen alle an einem „metaphysischem Weltschmerz“ leiden, an dem schrecklichen Wissen, das die Welt um so vieles besser angedacht war, als sie real erscheint. Gut, das wir auch dieses esoterische Wissen im Rahmen der Alternativlosigkeit ausmerzen, um die Gewinne der Superreichen nicht zu gefährden. Immerhin: die brauchen ihre Lebenszeit, um sich auf den Tod vorzubereiten, während unser Leben schon … lange vor dem Tod endet.

 

 

 

 

3.Oktober, Tag der deutschen … Schande. Über die kannibalistische Weltordnung

Mittwoch, 3.Oktober 2012. Eifel. Feiertag.  Wir feiern die Annektierung eines deutschsprachigen Landes, an der sich die Privatwirtschaft auf Kosten beider Staaten mehrere goldenen Nasen verdient hat.  Die lange Zeit ausgegebenen Parolen von der bankrotten Wirtschaft der DDR sind 22 Jahre nach der deutschen Einheit unglaubhaft geworden, Europa ist zum „Kontinent der Arbeitslosen“ verkommen (siehe Süddeutsche). Es mutet seltsam an, das man nach der deutschen Ostpolitik schaut, wenn man nach Lösungen für die europäische Massenarbeitslosigkeit ruft (siehe FTD), denn diese deutsche Ostpolitik darf man getrost als völlig gescheitert bezeichnen.  Man redet zwar von „boomenden Ostregionen“, in denen die Ex-DDR-Bürger nun in Scharen zurückkehren (siehe Welt), aber das gleiche Blatt präsentiert auch nebenbei ganz andere Zahlen: 151 Milliarden steckt der Steuerzahler in den nächsten Jahren noch in den Aufbau Ost, der bei allen entscheidenden Wirtschaftsparametern noch weit hinter dem Westen zurückliegt. Was wird aus dem Geld? Nun – große Westkonzerne verdienen weiterhin gut daran, das im Osten große Flächen betoniert werden, gleichzeitig werden dort Pöstchen geschaffen, um die politische Kaste bei Laune zu halten.  Damit das erwiesenermaßen revolutionsfähige Ostvolk nicht auf dumme Gedanken kommt,  hat die Bundeswehr ihren Schwerpunkt im Osten – anders als die Konzernwelt, von denen sich – trotz steuerlichem Anreiz – kein einziger im Osten niedergelassen hat: besetztes Land ist halt kein Heimatland.

Was brachte uns Westdeutschen die Annektierung der Ostzone? Das Vierte deutsche Reich. Aus der ehedem vorbildlichen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland ist ein ausführendes Organ der Konzerne geworden,  aus der Bundeswehr eine Hilfstruppe der amerikanischen Finanzelite, aus dem Bundeshaushalt ein Füllhorn für Bankenbilanzen, aus unserem Sozialstaat ein entmündigender Zwangsarbeitsstaat, aus unseren Medien Organe einer menschenfeindlichen Konzernpropaganda (man denke nur an die unsäglichen Sendeformate der privaten Medien, die an Menschenverachtung ihresgleichen suchen … und in den Arenen finden, die im alten Rom für soviel Vergnügen sorgten).  Warum wir nach der Wiedervereinigung eine Zunahme diktatorischer Elemente in unserem Alltag finden, wird von den Medien allerdings nicht untersucht: „kritische Berichterstattung“ findet zunehmend nur noch in einigen offiziell verpönten kleinen Widerstandsnestern im Internet statt, Nester, die gespeist werden von einer großen Hingabe und Aufopferungsbereitschaft für die Ideale jener Bonner Republik, die mit der Wiedervereinigung gestorben ist.  Seltsam – es waren gerade diese Ideale, die die Bürger der DDR so angezogen hatten.

Wir betrauern den Verlust unserer westdeutschen, demokratischen Eliteidentität nicht groß, dafür betrauern wir einen „Dirk Bach“ in einem Ausmaß, als ob Christus selbst gestorben wäre: die Medien pflegen ihr Herrrenmenschenstatut inzwischen ganz ungeniert, während sich für die Schicksale  Millionen anderer Menschen keiner interessiert. Es würde mich nicht wundern, wenn hinter dem Opfergang jener nackten Frau, die mit ihren zwei Kindern in den Tod raste (siehe Welt), wieder jenes Monster zu finden ist, das die Demokratie in Deutschland mehr als jedes andere Ermächtigungsgesetz zertrümmert hatte, jenes Gesetz, das die Grundgedanken des sozialen Miteinanders vernichtete und auf subtile Art und Weise die Akzeptanz von Zwangsarbeit als gesellschaftlichen Standard einführte: Hartz IV, getarnt als „Arbeitsmarktreform“, ist real zu einem (auch bewusst so gewollten) Druckmittel geworden, um die gesamte bürgerliche Gesellschaft zu disziplinieren. Das diese Aktion ein voller Erfolg war, merken auch jene Unternehmen, die sich jetzt Kriminalpsychologen ins Haus holen, die sich ansonsten mit Serienkillern auseinandersetzen, siehe Blog von derBund:

Wenn sich Leute nicht informiert, nicht wertgeschätzt oder sogar übergangen fühlen, dann wird ihr Verhalten unberechenbar. Oft regiert dann die Angst und es kommt früher oder später zu Aggressionen. Ich glaube, es waren noch nie so viele Angestellte so ängstlich wie heute. Sie fürchten um ihren Job, um ihr Geld, um die Anerkennung.

Das gilt inzwischen nicht nur für die Schweiz (wie hier im Beispiel) oder für Deutschland (dessen Bürger in erschreckendem Ausmaß immer depressiver werden), sondern für ganz Europa … es wundert da wenig, das es in der ausländischen Presse wieder Bilder von deutschen Regierungsvertretern in SS-Uniform gibt. Die Angst regiert in Deutschland auf allen Ebenen, vor und hinter den Schreibtischen der Job-Center-Mitarbeiter, die mit ihren Zeitverträgen das Elend verwalten sollen, in den Betrieben und Amtsstuben, in den Universitäten und auf den Straßen, eine Angst, die sich jetzt nach willen der Lumpenelite auf ganz Europa ausbreiten soll. Im Kernland der Bewegung, dem neuen deutschen Vierten Reich, ist jeder Widerstand schon längst erloschen: hier agieren nur noch „pseudolinke“ Täuschkörper (siehe WSWS). Man macht sich hier ganz alte, archaische Muster zu nutze: erschieße einfach willkürlich ein paar Leute im Dorf und der Rest wird vor Angst wie gelähmt sein. Hartz IV erfüllt diese Funktion vortrefflich: es trifft Konservative und Linke, Freidenker und Dummköpfe, Fleißige und Faule gleichermaßen – so verbreitet man wahren Terror und verhindert eine demokratieerhaltende Alllianz der Opfer.

Nur ein Wert kann vor dem Terror schützen: Geld. Wer von den Zinsen seines Kapitals leben kann (also viele indirekte Sklaven sein eigen nennt) hat das Ziel des Lebens erreicht und muss nicht mehr vor dem kritischen Augen geringqualifizierter Vorgesetzter ducken, ist dem Fluch der Arbeitslosigkeit durch Alter, Krankheit oder bloßer Willkür des „Vorgesetzten“ für immer entkommen. Aus der demokratischen Gesellschaft ist eine Gladiatorenarene geworden: man schlachtet sich gegenseitig ab, der Sieger wird am Schluss mit reichlich Kapital ausgestattet, das er der Arena entkommen kann: so erhalten gescheiterte Existenzen plötzlich Herrenmenschenstatus in einem Land, das einst die führenden Köpfe der Aufklärung, Musik, Philosophie und Wissenschaft hervorbrachte: Bohlen statt Beethoven ist die Devise.

Es gibt auch kritische Köpfe, die die Bewegung international beim Namen nennen. Jean Ziegler spricht in einem Interview im schweizer „Tagesanzeiger“ ganz deutlich über die kannibalistische Weltordnung, die die ursprünglichen demokratischen Konzepte völlig verdrängt hat – aus diesem Grund können China und die Großkonzerne der Welt ja auch völlig problemlos miteinander kooperieren … mit schrecklichen Folgen für jene Menschen, die ganz bescheiden mit ihrer eigenen Arbeitskraft für den eigenen Unterhalt sorgen wollen, den Bauern dieser Welt:

Diese Bauern haben ein unglaubliches Wissen. Die fehlende Produktivität ist wie gesagt das Resultat von fehlenden Investitionen. Es ist auch ein sehr perfides Argument. Damit wird das sogenannte «Land Grabbing» legitimiert, der grossflächige Erwerb von Ackerland durch ausländische Spekulanten. Inzwischen hat man gemäss Weltbank den afrikanischen Bauern 41 Millionen Hektaren fruchtbaren Boden entzogen. Und was passiert mit den landlosen Bauern? Sie landen in den Slums der Grossstädte, in Drogen, Prostitution, Unterernährung und Massenelend.

Im Prinzip kennen wir das in Deutschland. Deutschland wurde nicht „wiedervereinigt“, die Deutschland AG hat sich den Osten einverleibt, ihn mit Haut und Haaren gefressen, alles nützliche eingesackt und alles Unnütze ausgeplündert und ausgeschieden. Viele sind dadurch sehr reich geworden, andere profitieren heute noch von den Milliarden, die in den Aufbau Ost fließen – einen Aufbau, den die stolze deutsche kapitalistische Wirtschaft nie wollte und aus eigener Kraft auch nicht hinbekommt. Vor unser aller Augen versagt der Kapitalismus in den östlichen Bundesländern, führt vor, das er als Wirtschaftsordnung nur durch milliardenschwere Subventionen funktioniert … und keiner merkt, das hier „die Märkte“ im direkten Systemvergleich ihre Unfähigkeit demonstrieren, eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen.

Wo sind die „blühenden Landschaften“, die durch Wettberwerb und Marktwirtschaft entstanden sind?

Sie existieren nicht, weil wir schon längst eine kannibalistische Wirtschaftsordnung haben, die nur dank der Vernichtung von Wettbewerbern und Marktwirtschaften überleben kann und sich gerade anschickt, ganze europäische Staaten zu vertilgen, während die Steuerzahler der Länder dann für die Kosten der laufenden Verheerungen eintreten sollen.

Wir Deutschen hätten eine einzigartige Chance gehabt, beide System im direkten Vergleich zu studieren, die Schwächen beider Systeme zu erkennen und daraus etwas vollkommen neues, einzigartiges zu erschaffen: das Modell Deutschland für eine bessere Welt. Mit der medialen Dauerpräsenz von Leuten wie Dirk Bach, Dieter Bohlen oder Carsten Maschmeyer wird das allerdings nicht zu schaffen sein – und auch nicht mit spitzfindigen sophistischen Rechnungen wie denen im Stern, nach denen der deutsche Arbeitslose sein Überleben ja nur dem griechischen Millionär verdankt.

Die Deutschen haben einen anderen Weg gewählt, einen Weg, den sie schon unter Hitler gegangen sind: den Weg der „inneren Emigration“, der Anpassung, des Mitläufertums. Während in anderen europäischen Ländern vom großen europäischen Generalstreik geträumt wird (siehe Welt) nicken wir devot immer weitere Griffe in unsere Geldbeutel ab – Rundfunkgebühren für Menschen, die keinen Rundfunk wollen (siehe Welt) oder eine Maut für Straßen, die wir schon längst doppelt und dreifach bezahlt haben (siehe Welt): der Phantasie der verbeamteten Kapitalbüttel sind da keine Grenzen gesetzt.

Verwundert es da das der „Zombie“ zum Hauptsymbol menschlicher Ängste herangewachsen ist? Er symbolisiert die neue Weltordnung des Gegeneinanders, der Ordnung des fressens und gefressen werdens. Während die FSK das mythologische Motiv „Zombie“ zurecht als abartig und scheußlich in die hinterste Ecke verweist, führt die Politik es als sozialen Standard ein: kein Wunder, das Kinder und Jugendliche zunehmen die Orientierung verlieren.

Wer nun denkt, das der Kannibalismus hauptsächlich in der geisteswissenschaftlichen Sphäre verbleibt und es niemals wagen würde, an dem eigenen Kaffeetisch zu erscheinen, der irrt gewaltig. Schon heute ist er ganz real unter uns – und wir akzeptieren ihn völlig, weil er ein anderes Etikett trägt … und weil wir durch die moralische Skrupellosigkeit unserer Zeit schon jegliche Maßstäbe verloren haben, um beurteilen zu können, was dort geschieht, siehe Nachrichten t-online:

Horror in der Wüste: Menschenhändler sollen Hunderten von afrikanischen Flüchtlingen auf der Sinai-Halbinsel gewaltsam Organe entnommen haben. Einer Dokumentation des Senders CNN zufolge, sind die meisten an den Folgen der Eingriffe gestorben. Flüchtlinge, die es über die Grenze nach Israel geschafft haben, lieferten weitere Hinweise auf den Organraub.

Beduinen, die Flüchtlinge über die Grenze nach Israel schmuggelten sowie korrupte ägyptische Ärzte seien die Drahtzieher des Organhandels, heißt es in dem Bericht. Ihre Opfer kämen vor allem aus dem Sudan, Äthiopien oder Eritrea. Ihnen würden Nieren, Leber und andere Organe bei lebendigem Leibe entnommen. Die brutalen Eingriffe überlebten die Opfer in der Regel nicht.

Das ist nichts anderes als Kannibalismus. Bis heute warte ich auf die Nachricht, das Nato-Truppen der industrialisierten Bestialität Einhalt geboten haben … aber die Finanziers jener Truppen brauchen halt diese Organe, vernichten anderes Leben der gleichen Art, um das eigene Leben zu verlängern.

Als „Organspende“ ist Kannibalismus gesellschaftsfähig geworden, mit guten Argumenten als Triumph der Technik verkauft, während man gleichzeitig mit allen Mitteln die Erkenntnisse der Nahtodesforschung unterdrückt … dabei würde uns doch viel Trauer erspart bleiben, wenn wir wieder wissen dürften, das unser Aufenthalt hier auf Erden nur ein kurzer Gastauftritt ist.  Vielleicht würde es wieder etwas Disziplin ins moralische Handeln bringen, wenn wir die Überzeugungen der alten christlichen und nichtchristlichen Religionen untersuchen würden, nach denen es einen „zweiten Tod“ gibt, der jene Seelen ereilt, die sich als unnütz erwiesen haben – womöglich ist „die Natur“ in der Selektion moralischen Abschaums gnadenloser, als unsere bezahlten Priester der Oberschicht schmeichelnd verkaufen wollen. Man findet hier erstaunliche Paralellen … in nahezu allen Kulturen der Welt.

Anstatt das wir aber – strikt vernünftig und entlang der „Kritik der praktischen Vernunft“ des Immanuel Kant unter Einbeziehung eines rationalen religiösen Elementes – eine Kultur der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aufbauen, in der wir den Menschen von allen Gewalten befreien, die ihn bedrohen, bauen wir eine kannibalistische Weltordnung auf, die demnächst dazu führen wird, das wir wieder scheußlichste Bestialitäten im Alltag erleben werden. Gerade wir Deutschen wissen das sehr genau – und könnten aus unserer eigenen Geschichte heraus die Welt vor dem warnen, was da kommen wird: die rücksichtslose industrielle Verwertung von „unwertem“ menschlichen Leben, die mit der gleichen Konsequenz erfolgen wird wie die aktuelle Vernichtung des Kleinbauerntums in Afrika zugunsten der großen, internationalen Konzerne (in deren Front sich China nahtlos einreiht).

Darum eignet sich der dritte Oktober sehr gut als Tag der deutschen Schande, jener Tag, an dem wir Deutschen uns daran erinnern, das wir aus der Geschichte des Dritten Reiches nichts gelernt haben, aus der Geschichte der Einverleibung der DDR nichts gelernt haben und auch aus der Geschichte des schleichenden Untergangs der Bundesrepublik Deutschland nichts lernen wollen.

 

 

 

 

 

 

 

Die europäische Diktatur und ihre Spuren im deutschen Alltag

Dienstag, 18.9.2012. Eifel. Neulich lernte ich eine junge Frau aus NRW  kennen. 32 Jahre alt, Abitur (Abendschule), auch schon mal ein paar Semester studiert. Sie kannte weder Nelson Mandela (pfiff aber fröhlich Liedchen über ihn) noch kannte sie Fidel Castro (wusste aber, das es von Ché Guevarra Poster gibt).  Ich fühlte mich in dem Moment äußerst seltsam berührt. War ich inzwischen so ein Fossil geworden, das ich völlig unwichtige Informationen mit mir herumschleppte? Konnte es wirklich sein, das man in Deutschland inzwischen Abitur machen konnte, ohne zwei der führendsten Köpfe der Weltgeschichte zu kennen, Köpfe, die gezeigt hatten, das Widerstand machbar ist und zum Sieg führen kann? Noch heute grüble ich darüber nach - und bekomme ein ganz ungutes Gefühl in der Magengrube, wenn ich daran denke, das das vielleicht ein Exemplar jener "Generation Doof" war, über die ich zwar vor Jahren schon mal geschrieben hatte, denen ich aber im Alltag noch nie begegnet bin. Klar ist nur: wenn es noch mehr von jenen Menschen gibt, die Geschichte hauptsächlich als Song und Poster abspeichern, dann wird Nigel Farrage mit seinem Appell zur Rettung Europas vor aufkommender Tyrannei völlig ins Leere laufen (siehe IBTimes).  Dabei steht er mit seiner Kritik gar nicht alleine da: auch der deutsche Richterbund warnt mit Blick auf kommende Euro-Gremien vor dem "Ausstieg aus dem Rechtsstaat" (siehe "Welt").  Hintergrund dieser Furcht ist die Tatsache, das "Handlungen im Finanzsektor nicht durch Staatsanwaltschaften und Gerichte straf- und zivilrechtlich überprüft werden können".

Dienstag, 18.9.2012. Eifel. Neulich lernte ich eine junge Frau aus NRW  kennen. 32 Jahre alt, Abitur (Abendschule), auch schon mal ein paar Semester studiert. Sie kannte weder Nelson Mandela (pfiff aber fröhlich Liedchen über ihn) noch kannte sie Fidel Castro (wusste aber, das es von Ché Guevarra Poster gibt).  Ich fühlte mich in dem Moment äußerst seltsam berührt. War ich inzwischen so ein Fossil geworden, das ich völlig unwichtige Informationen mit mir herumschleppte? Konnte es wirklich sein, das man in Deutschland inzwischen Abitur machen konnte, ohne zwei der führendsten Köpfe der Weltgeschichte zu kennen, Köpfe, die gezeigt hatten, das Widerstand machbar ist und zum Sieg führen kann? Noch heute grüble ich darüber nach – und bekomme ein ganz ungutes Gefühl in der Magengrube, wenn ich daran denke, das das vielleicht ein Exemplar jener „Generation Doof“ war, über die ich zwar vor Jahren schon mal geschrieben hatte, denen ich aber im Alltag noch nie begegnet bin. Klar ist nur: wenn es noch mehr von jenen Menschen gibt, die Geschichte hauptsächlich als Song und Poster abspeichern, dann wird Nigel Farrage mit seinem Appell zur Rettung Europas vor aufkommender Tyrannei völlig ins Leere laufen (siehe IBTimes).  Dabei steht er mit seiner Kritik gar nicht alleine da: auch der deutsche Richterbund warnt mit Blick auf kommende Euro-Gremien vor dem „Ausstieg aus dem Rechtsstaat“ (siehe „Welt„).  Hintergrund dieser Furcht ist die Tatsache, das „Handlungen im Finanzsektor nicht durch Staatsanwaltschaften und Gerichte straf- und zivilrechtlich überprüft werden können“.

Hatten wir das nicht schon mal? Das Handlungen eines Sektors jenseits der Zuständigkeiten der Staatsanwälte standen? Wann war das denn nochmal? Ach ja – zu Zeiten von Diktaturen. Einfach mal Castro und Mandela fragen, die kennen sich mit verschiedenen Formen von Ausbeutung und Diktatur aus. Vor allem aber kennen wir das aus dem Feudalismus, wo es einen König (bzw. eine Kaste) gab, die selbst völlig ausserhalb der Rechtssprechung leben konnte.  Die konnten einfach so anordnen, das das Volk nun 78 Stunden die Woche arbeiten soll und das Volk musste das tun. Einfach so. Das machen sie gerade wieder: die Troika (ESM, EZB, IWF) bestimmt, wie lange Bürger in Europa arbeiten müssen. Sechs Tage die Woche, 13 Stunden am Tag, bis ins Alter von 67. Gut, das sind erstmal nur die Forderungen an Griechenland (siehe Welt) und wir in Deutschland kennen zwar Mandela und Castro nicht, wissen aber, das Griechen böse sind wie Hartz IV-Empfänger und somit Strafe verdient haben.

Was wir gerne verdrängen – in fünf- bis zehn Jahren ist die 78-Stunden-Woche auch bei uns Norm. Wir haben das Spiel ja schon kennengelernt und kennen die Sprüche noch gut: „Wettbewerbsfähigkeit“, „Herausforderungen des globalisierten Marktes“ …. oder „Euronorm“, um mal einen Begriff ins Spiel zu bringen, der bald ganz groß ´rauskommen wird. Die Firmen kommen halt jetzt schon zurück aus China (siehe Manager-Magazin) weil es dort langsam zu teuer wird, da muss man langsam mal nach Alternativen suchen, die dann alternativlos umgesetzt werden.  Was liegt näher, als eine Sonderproduktionszone in Europa zu schaffen, den deutschen Niedriglohnsektor einfach mal einem ganzen Land überzustülpen, damit man dann seine Produktion dort unterbringen kann (natürlich nur, um den armen Griechen zu helfen). Im Anschluss wird dann Griechenland zum Maßstab für Europa und schon sind die Jobcenter in Deutschland abends bis 21.00 geöffnet – auch am Samstag. Und nach den Behörden kommen dann die anderen „faulen Säcke“ dran.

Wie bitte? Das werden unsere Politiker nie zulassen?  Hören wir nochmal Nigel Farrage:

Menschen wie Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments, wollen absolut nichts von demokratischen Entscheiden wissen, erklärt Farage. Demokratie ist für Schulz nichts anderes als Populismus und führe letztendlich zu Faschismus.

Ich denke, mit dieser Einschätzung stünde der Herr Schulz (wenn er sie denn wirklich hätte) nicht alleine da. Natürlich ist Demokratie Unsinn – was leicht zu belegen ist. Schauen wir allein mal nach Spanien: die haben dort eine Arbeitslosenquote von 25% und eine Jugendarbeitslosigkeit von 50% (siehe Yahoo), Zahlen, die wir nebenbei bemerkt auch erreichen würden, wenn wir nicht andere Definitionsgrenzen eingeführt hätten:

laut Statistik vom August 2012 (siehe Bundesanstalt für Arbeit) haben wir 28,9 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs bei knapp 40 Millionen „Beschäftigten“.  Das heißt: 11,1 Millionen (oder knapp 38%) haben irgendwas – aber keine echte Arbeit.  Man kann sich leicht vorstellen, wofür diese vielen Millionen vom durchschnittlichen Wohlstandsniveau abgehängten Menschen stimmen würden, wenn sie nur wüssten, was um sie herum vor sich geht.  Sie würden möglicherweise ganz demokratisch Alternativen zur herrschenden Alternativlosigkeit wählen.

Natürlich geht es nicht nur um Arbeitszeit. Viele haben vielleicht nichts dagegen, 80-Stunden-Wochen zu fahren, wenn dafür auch angemessen bezahlt wird. Diese Leute haben aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Wirt verdient nämlich nur dann die goldene Nase, wenn er die Differenz zwischen Preisen und Einkauf möglichst gering hält, sprich: wenn er auf einen mit brachialer politischer Gewalt durchgesetzten Niedriglohnsektor zurückgreifen kann. Die Leute sollen nicht nur viel arbeiten – sie sollen auch möglichst billig arbeiten … natürlich formuliert man das anders, damit die Generation Doof nicht merkt, was gespielt wird. Ein Beispiel hierzu finden wir in der FAZ, wo unter der Überschrift „Euro-Sorgenländer erholen sich langsam“ ein spannender Satz zu finden ist:

„Irland hat, gemessen an den Lohnstückkosten, seit 2009 rund 90 Prozent des Verlusts der preislichen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Euroraum-Durchschnitt wettgemacht“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. „Spanien und Portugal haben mehr als die Hälfte zurückgewonnen, und dieser Aufholprozess solle in diesen Ländern weitergehen, weil sie ihren Lohnfindungsprozess dezentralisiert haben.“

Man könnte auch sagen: Irland ist 90% billiger geworden.  Immer öfter findet man solche Sprachkünstler im öffentlichen Raum, die einfache Tatsachen mit ziemlich verdrehten Worten ausdrücken. Hätten sie unter Hitler gedient, würden sie wahrscheinlich den Holocaust auch als „Sparpaket“ verkaufen.  Irgendwie war er ja auch eins. Bevor es jetzt aber wieder Geschrei gibt, das hier Dinge verglichen werden, die nichts miteinander zu tun haben, sei darauf hingewiesen, das die Sparpakete in der Tat schon viele Menschenleben gekostet haben, das „Wettmachen des Verlustes der preislichen Wettbewerbsfähigkeit“ bezahlen wir ganz konkret mit Menschenleben, die sich in dem Anstieg der Selbstmorde infolge der Arbeitslosigkeit in der EU niederschlagen (siehe Heise).

Die Euro-Sorgenländer erholen sich langsam, weil ihre „Kosten auf zwei Beinen“ sich endlich selbst ausrotten … und unter diesen Umständen wird Demokratie für die Gewinner der europäischen Geldabschöpfungszone in der Tat sehr gefährlich. Zudem könnten die Menschen irgendwann mal auf die Idee kommen, den auf sie ausgeübten Druck nicht nur in Gewalt gegen sich selbst auszuleben – auch in Deutschland, dem Heimatland der europäischen Lohnrauboffensive, in dem die Menschen momentan in großem Umfang „Flucht in die Krankheit“ praktizieren … mit Kosten für die Wirtschaft in Höhe von 20 Milliarden Euro (siehe Pressetext).

Aktuell sind die politischen Degenerationserscheinungen in Deutschland noch gering, aber es mehren sich die Anzeichen für eine politische Kultur, die dem selbstbewußten demokratischen Bürger am liebsten Hausverbot erteilt – am Besten sogar im ganzen Land.

So gibt es in Köln ein Hausverbot im Jobcenter für engagierte Arbeitslose (siehe Gegen-Hartz.de), was schon ziemlich bedenklich ist, wenn man überlegt, das die Aktivisten dort auch ihren eigenen  Leistungsbezug sicherstellen müssen. Möglicherweise bleibt ihnen dann nur übrig, zwecks Rettung vor dem Hungertod ins Gefängnis zu gehen, wie es aktuell ein Mendener Bürger tut, der infolge einer Hartz-IV-Sperre sein Überleben  nur noch durch Diebstahl sichern konnte (siehe Der Westen). Nebenbei bemerkt – eigentlich ein spannender Schachzug: jeder Hafttag kostet den Staat 92 Euro (im Jahre 2008, siehe Berliner Zeitung): das ist das Vielfache des Regelsatzes inkl. Heizung, Wasser und Miete. Machen das zwei Millionen Bürger, ist der Staat bankrott.

Auch andere Aktivisten haben mit Hausverboten und Knast zu kämpfen … in Deutschland setzt sich immer mehr eine neue Gangart im Kampf gegen die kritische Öffentlichkeit durch. Gelegentlich haben wir ja schon mal über die Geschehnisse um die Ordensburg Vogelsang berichtet, wo fernab jeglicher Nachbarschaft und Öffentlichkeit mitten in den Wäldern der Eifel eine Provinzposse durchgezogen wird, die jetzt einen Aktivisten ins Gefängnis bringt (siehe Natur-Geschichte.de). Auch hier: Hausverbote auf steuerfinanziertem und zudem touristisch angepriesenem Gelände … und möglicherweise sogar zur Vertuschung eines großen Griffes in das Steuersäckel (siehe persönliche Erklärung des Angeklagten vom 24.7.2012, vorgetragen vor dem Landgericht Aachen): eine einzige neue Stelle erhöhte die Personalkosten um 160 000 Euro. Verständlich, das man da keine weiteren Nachfragen möchte, erst recht nicht, wenn die Verwertung des historischen Erbes nochmal weitere Millionen ins Rollen bringen könnte.

„Hausverbote“ kannte auch Nelson Mandela nur zu gut – wie gut, das wir ihn nicht mehr kennen. Noch besser aber, das wir den Rechtsanwalt Dr. Fidel Castro nicht mehr kennen, der nach Ausschöpfung aller legalen rechtlichen Mitteln den Widerstand gegen das Unrechtsregime mit Verweis aus das verfassungsmäßig verankerte Widerstandsrecht durch gezielte Angriffe auf Kasernen der Militärdiktatur fortführte (siehe Wikipedia).

Was wir angreifen müssten, um ihm gleich zu tun, müsste man wohl wieder Nigel Farrage fragen, der die Strukturen in der EU wohl besser kennt als wir.

Vielleicht das Spaßbad, das der Kommunalpolitiker Martin Schulz seiner Gemeinde hinterlassen hat?

Hören wir dazu die „Unabhängigen Wähler“ seiner Heimtstadt:

Solche Verdienste gebühren natürlich der Person Martin Schulz. Ein Wenig von diesem Glanz entfällt dabei auch auf den Ort seiner Herkunft, auf seine Heimatstadt Würselen.

Allerdings wird bei aller Euphorie jetzt auch hier und da daran erinnert, dass er der Stadt Würselen als ihr Bürgermeister in den neunziger Jahren ein „Geschenk“ hinterlassen hat, auf das die Stadt in dieser Form gerne verzichten könnte. Unter seiner Leitung wurden die vorhandenen Bäder abgerissen und durch ein so genanntes Spaßbad ersetzt. Dieses Spaßbad wurde gegen großen Widerstand in der Bevölkerung durchgesetzt. Es bescherte der Stadt von Anfang an große finanzielle Probleme. Immer noch erwirtschaftet es seit 1999 in jedem Jahr ein Defizit von etwa einer Million Euro.

So etwas kommt uns in der Eifel bekannt vor – weshalb die Skepsis bei den Vogelsang-Projekten verständlich ist.  Erinnern wir uns an dieser Stelle doch einmal an die Affären um den Nurnburgring, es lohnt sich hier, Wikipedia umfangreich zu zitieren.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hatte immer wieder betont, das Projekt werde den Steuerzahler keinen Euro kosten. Als Berater wurden die Macher des gescheiterten Space Park Bremen engagiert. Bei der Suche nach Investoren wurden dubiose Finanzvermittler beauftragt und unter anderem zum Beweis der Liquidität des Bundeslandes Rheinland-Pfalz eine Summe von 95 Millionen Euro nach Liechtenstein überwiesen. Nachdem kein Investor gefunden wurde, wurde die gesamte Investition zumindest vorläufig aus Steuergeldern finanziert und mit dem Bau begonnen. In die Kritik geriet Landesfinanzminister Ingolf Deubel, da die Finanzierung des Ausbaus über hochspekulative Fonds, Liechtensteiner Konten und unbekannte Geschäftspartner in Dubai stattfinden sollte. Am 7. Juli 2009 trat Deubel auf Grund der Kritik am Geschäftsgebaren eines Schweizer Vermittlers bei der Privatfinanzierung des geplanten Freizeitzentrums zurück. Zudem war beim kritisch berichtenden Journalisten Wilhelm Hahne eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden.

In Kreisen der privatwirtschaftenden Gastronomie des Umlandes wird das Projekt abgelehnt, da aus ihrer Sicht an Stelle der versprochenen Strukturverbesserung eine mit Steuergeldern subventionierte Konkurrenz entstehe. Die Renditeerwartungen des Landes an die Investitionen, Ministerpräsident Kurt Beck sprach im Jahr 2007 von einer Amortisierung bereits nach drei Jahren, sei „völlig aus der Luft gegriffen und unrealistisch, da die erforderlichen Rahmenbedingungen und Zahlen am Nürburgring nicht realisierbar sind“

Überall die gleiche Pest – ich denke, die Griechen werden davon ein Liedchen singen können … wofür bei einer 78-Stunden-Woche nur noch auf der Arbeit Zeit sein dürfte.  Überall findet man eine Kultur, die für größenwahnsinnige Riesenprojekte rücksichtslos auf Steuergelder zurückgreift, was dem Bürger dann beständig neue Sparpakete einbringt.  Und ebenso überall: ein rücksichtsloses Durchgreifen gegen Kritiker – selbst, wenn sie Journalisten sind.

Die Stadt Würselen, Heimat des Martin Schulz, lebt dank Spaßbad seit 2002 nur noch mit einem Nothaushalt (siehe Haushaltsplan), einem Zustand, der aktuell bei vielen europäischen Ländern vorherrscht.

Hätte man Nigel Farrage noch zuvor für einen kleinen britischen Spinner halten können, so wird einem nun langsam Angst und Bange, wenn man überlegt, das „Leistungsträger“ wie Martin Schulz ihre Spaßbadträume bald ungehindert und fernab jeder Kontrolle über ganz Europa ausleben dürfen.

Man wundert sich aber nicht mehr, das viele Kollegen aus dem Kommunalpolitikerbereich seinem Vorbild nacheifern wollen – vielleicht bekommt man ja selbst auch für die Vernichtung der Gemeindefinanzen einen führenden und unangreifbaren Posten in Europa?

Da wird es langsam verständlich, das man Kritiker lieber ins Gefängnis wirft … und so dem Vorwurf der „europäischen Tyrannei“  Substanz verleiht.

Anderereits … rettet der Knast inzwischen in Deutschland sanktionierte Menschen ganz real vor dem Hungertod.

Worüber will man sich da eigentlich noch beschweren?

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Über Deutschlands Rolle im kommenden europäischen Krieg, die Auftraggeber der Aufführung und die Reaktionen der Höhlenbewohner

Freitag, 3.8.2012. Eifel. Absolut spannende Zeiten, in denen wir da leben. Absolut superspannend. Ist sich eigentlich irgendjemand dieser Tatsache bewußt? Wir erleben historisch unglaublich interessante Prozesse, Prozesse, die einmalig sind. Nehmen wir zum Beispiel unseren Alltag. Wir verwandeln uns zurück zu Höhlenbewohnern – ist das nicht unglaublich? Wer hätte das gedacht? Das ist noch wesentlich schlimmer als in der Steinzeit – wenn man mal genauer hinschaut. Morgens verlassen wir unsere Wohnhöhle, fahren mit unserer Mobilhöhle in die Arbeitshöhle, verbringen dort den Tag, um anschließend noch in die Verkaufshöhle zu fahren, bis wir abends – erschöpft und bleich wie Ziegenkäse – die Wohnhöhle wieder erreichen. Dort legen wir uns dann unter die Sonnenbank um am nächsten Tag dank intensiven Einsatzes von Bräunungscreme und Technik der Welt vorlügen zu können, das wir keine Höhlenbewohner sind. Das Wortspiel funktioniert übrigens auch mit „Hölle“ anstatt „Höhle“ – und das ist dann die Erklärung, warum wir so dringend Urlaub brauchen. Von der Wohnhölle mit der Mobilhölle in die Arbeitshölle und die Verkaufshölle, um anschließend im Bräunungsfeuer gebraten zu werden. So schnell kann Religion Realität werden – und schlägt man die Zeitungen auf, sieht man, das diese Realität einfach nur die Wirklichkeit beschreibt.

Ich habe mir nun auch ein klein wenig Urlaub erlaubt, weshalb ich etwas weniger schreiben konnte. Nein, nichts großes – nur einige Ausflüge nach Aachen (neben Weimar und Hamburg für mich die schönste Stadt Deutschlands), ins Ruhrgebiet und nach Gummersbach – der Menschen wegen. Nebenbei hörte ich eine kabarettistische Sendung auf WDR 5, die mich sehr erschauern ließ – zum ersten Mal in den deutschen Medien wurde dort ernsthaft über die Möglichkeit der Erschiessung von Herrn Ackermann gesprochen, was – auch wenn es Satire ist – ein hartes Stück ist. Auf solche bestialischen Ideen kommen natürlich nur Höhlenbewohner, die der Sonnenmangel in die absolute Depression getrieben hat – oder Menschen, die in der Hölle leben, die nur deshalb nicht erkannt wird, weil sie durch Lügen überdeckt wird.

Lügen?

Ja, schauen wir uns doch mal die aktuellen Arbeitslosenzahlen in Deutschland an. Dazu müssen wir uns allerdings in die Welt jenseits der künstlich gebräunten Nachrichten begeben, in jener Welt, in der das Geld noch keinen Einfluss auf die Meinung hat, in der Journalisten noch arbeiten dürfen anstatt Bräunungen ausführen müssen und Nachrichten keine Rücksicht auf die Befindlichkeit von Wirtschaft oder Parteien nehmen brauchen – also in die Randzone der Blogwelt:

An dieser Stelle gleich mal der gewohnte Blick auf die aussagekräftigere, aber ebenso offizielle Zahl der Leistungsempfänger, die weiterhin bei sieben Millionen verharrt.
820.942 Menschen erhielten im Juli Arbeitslo­sen­geld I, 4.447.520 mußten mit Hartz IV (ALG II) überleben, und 1.698.457 Menschen erhielten Sozi­al­geld. Das sind zusammen 6.966.919 Leistungsempfänger. Auch diese Zahl zeigt noch nicht das wahre Ausmaß, denn hinzu kommen noch die Empfänger von Wohn­geld, von Kinderzuschlag, von Grund­si­che­rung im Alter oder von Sozi­al­hilfe nach SGB XII. Und liest man auch noch die Fußnoten im BA-Bericht, die von Hochrechnungen und “Untererfassung” schwätzen, so sind wohl selbst diese hochoffiziellen Zahlen noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Dazu kommen noch fünf Millionen Teilzeitbeschäftigte, die sich ebenfalls niemals eine Sonnenbank daheim leisten können. Zwölf Millionen Menschen – komplett aussortiert, ohne sicheren geschützten Platz in der menschlichen Gemeinschaft. Eine erstaunliche Leistung für einen „Exportweltmeister“. Und der leistet sich noch mehr – in historischen Dimensionen, siehe Heise:

Zumeist wendet sich dieses in der Mitte der Gesellschaft ausgebrütete und kommerziell äußerst erfolgreiche „Denken“ gegen Minderheiten und Menschengruppen, die insbesondere in Krisenzeiten als Belastungen und unnütze Kostenfaktoren für den „Wirtschaftsstandort Deutschland“ stigmatisiert werden – seien es nun Türken, Arbeitslose oder Südeuropäer.

Der Tabubruch gleicht einem Zivilisationsbruch, bei dem erneut eine Ungleichwertigkeit von Menschen öffentlich propagiert wird. Diese postulierte Minderwertigkeit bestimmter Bevölkerungsgruppen wird aber mit explizit ökonomischen Argumentationsmustern legitimiert. Die ökonomische Leistungsfähigkeit eines Menschen bestimmt in dieser Ideologie dessen Wert. Sobald Menschen aus der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft herausfallen, wird ihnen die Anerkennung verweigert, wie es ja Sarrazin in 2010 explizit formulierte:

Ich muß niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.

Ja, es sind nicht nur die Arbeitslosen (also: 12 Millionen), sondern auch noch die „Migranten“ – für die der Schmähungsschutz durch totale Unterwerfung vor der neoliberalen Ideologie nicht gilt: auch als Unternehmer und Besitzer eines jener raren Vollzeitarbeitsplätze haben sie in Deutschland keine sichere Heimat mehr – noch ein paar Millionen, die zur Jagd freigegeben sind.

Damit aber nicht genug. Jener höllische Höhlengeist, der uns von den Straßen jagt, hat schon längst mehr im Sinn – ihn stören nicht nur Türken und Arbeitslose in Deutschland, sondern auch Griechen, Spanier, Italiener, Portugiesen und akut Slowenen in ganz Europa: so eine Säuberung hätte sich selbst Hitler nicht zugetraut, siehe amerika21:

Sadismus? Ja, Sadismus. Wie soll man dieses Vergnügen daran, Menschen Schmerzen und Erniedrigung zuzufügen sonst nennen? In diesen Jahren der Krise haben wir gesehen wie – in Griechenland, in Irland, in Portugal, in Spanien und in anderen Ländern der Europäischen Union (EU) – die unbarmherzige Anwendung des von Deutschland geforderten Bestrafungszeremoniells (das Einfrieren der Renten; die Heraufsetzung des Rentenalters; die Reduzierung der öffentlichen Ausgaben; Kürzungen bei den staatlichen Sozialdiensten; ein Rückgang bei den Mitteln der Vorsorge gegen Armut und sozialen Ausschluss; eine Arbeitsreform, etc.) eine schwindelerregende Zunahme der Arbeitslosigkeit und der Zwangsräumungen hervorgerufen hat. Das Bettlertum ist, wie auch die Zahl der Selbstmorde, in die Höhe geschossen.

Sogar der Europarat bemerkt, das der Sparkurs Rassismus fördert (siehe deutsche Wirtschaftsnachrichten) und zieht seine Konsequenzen:

„Politiker müssen unter allen Umständen widerstehen, Vorurteile und grundlose Ängste vor dem Verlust der europäischen Werte, Terrorismus und Kriminalität zu schüren“.

Trotzdem wird Thilo Sarrazin von einer Talkshow zur nächsten gereicht, sind die Medien voll von Diffamierungen gegen Arbeitlose, Türken und Südeuropäer – selbst wenn die alle in ihrem eigenen Land wohnen.

Der neue deutsche Höllengeist macht vor nichts mehr halt, möchte man meinen – und es kommt kaum jemand auf die Idee, das genau dies die Absicht der amerikanischen Aussenpolitik ist.  Nur noch ein wenig mehr – und Deutschland steht zum dritten Mal im Zentrum des großen Kampfes der „freien Welt“ gegen den deutschen Militarismus, Sadismus und Faschismus. So steuert man Weltpolitik – und Höhlenbewohner, die selten nur das Licht des Tages erblicken. Professor Richard D. Wolff gehört zu den wenigen, die dies sehen, siehe scharf-links:

Ja, und dies ist ein sehr gefährliches Fundament, auf dem Deutschland seinen Erfolg errichtet. Für ein Land mit solch einer schrecklichen Geschichte von Versuchen, auf dem Rücken der übrigen Europäer zu Wohlstand zu gelangen, ist dies nicht nur wirtschaftlich gefährlich, sondern auch in politischer und ideologischer Hinsicht. Und ich bin, ehrlich gesagt, verblüfft, dass nicht viel mehr Deutsche sich dieser historischen Parallelen bewusst sind – und dass es nicht viel mehr diesbezügliche Befürchtungen gibt in Deutschland.

Der Weg ist klar zu erkennen – und ich denke, für viele Politiker ist deshalb das „vereinigte Europa“ ein Fluchtpunkt vor der Zukunft, die gerade ganz gezielt vorbereitet wird: wieder bekommt Deutschland eine zentrale Position in Europa als Gegenpol zu den USA, wieder wird eine asoziale Stimmung im Land verbreitet (die Hetze gegen Arbeitslose hat ja nicht umsonst einen Klang, den man seit dem „Stürmer“ in Deutschland nicht mehr vernommen hat), wieder werden die Deutschen als Bürger gegen Ausländer in Stellung gebracht (wobei der Türke – neben dem „Asozialen“ – den Juden ersetzt) und der Tag scheint nicht mehr fern, wo jene von den USA und Großbritannien ausgebildete Rebellen, die in Syrien und Lybien „für Ordnung sorgen“ in Deutschland auftauchen, um den türkischen Gemüsehändler vor den Schergen Sarrazins zu schützen.

Zu phantastisch? Vielleicht – aber auch nur wegen der „Bräunungscreme“ in den Medien und weil wir uns noch immer an die guten GI´s erinnern, die uns Kaffee und Schokolade gebracht und uns vom Bund Deutschter Mädels befreit haben, wo meine Mutter noch ihre eigene Kotze essen musste – aus Erziehungsgründen. Deutscher Sadismus macht nämlich vor Ariern nicht halt.

Was wir nicht verstanden haben, ist, das es den „guten Amerikaner“ nicht mehr gibt. Der GI verteilt keine Schokolade mehr an Kinder – er erschießt sie ohne Grund. Das ist die praktische Auswirkung einer Bewegung, die Professor Richard Wolff bei Scharf-links beschrieben hat:

Lassen Sie mich nun die wichtigsten Dimensionen dieser systemischen Krise darlegen. Zuallererst muss darauf hingewiesen werden, dass in den Vereinigten Staaten in den letzten 30 Jahren die sozialen Programme und Errungenschaften demontiert wurden, die eingeführt wurden, als der Kapitalismus das letzte Mal in einer fundamentalen Systemkrise steckte – nämlich während der „Großen Depression“ der 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals führten die Vereinigten Staaten umfassende Sozialprogramme für die Masse der Bevölkerung ein.

Dieser Bewegung haben sich auch die deutschen Regierungen der letzten zehn Jahre verpflichtet: Sozialabbau in breiter Front. Der Einfluss der US-Finanzaristokratie auf gesellschaftspolitische Entwicklungen in Deutschland ist groß – die „Entscheider“ in Wirtschaft und Politik treffen sich nicht umsonst  bei der Atlantikbrücke, den Bilderbergern oder der deutsch-amerikanischen Handelskammer, die nützliche und gleichzeitig bedenkliche  Dienstleistungen anbietet:

750 Mitgliedsfirmen bilden die Basis für das erfolgreiche transatlantische Netzwerk der AHK USA – New York. Die Mitgliedschaft beinhaltet exklusive Einladungen zu Vorträgen, Seminaren und Roundtable-Gesprächen mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft.

So werden die Segnungen, die Roosevelts GI´s noch nach Deutschland gebracht haben, auch hier wieder von einer breiten Front von gezielt gezüchteten Sympathisanten abgebaut.

Der Grund für diese Bewegung ist einfach – und ziemlich albern: Steuerhinterziehung. Ein Delikt, für das Entscheider in Deutschland viel Verständnis haben, während sie das gleichwertige „Schwarzfahren“ in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Haftstrafen belegen. Es geht hier um gigantische Summen, siehe „humane-Wirtschaft“:

Der Pullitzer-Preisträger von 1990 für investigativen Journalismus Joe Kilzer hat für “TribLive” untersucht, wie es um die Steuergerechtigkeit im Hinblick auf große Geldvermögen steht.

Seine Erkenntnisse konnten erwartet werden, sind aber angesichts der sich weltweit zuspitzenden “Schuldenkrisen” dennoch aufschlussreich. Demnach wird geschätzt, dass sich weltweit rund 25 Billionen US-Dollar auf Bankkonten in Ländern befinden, die sich durch niedrige Steuern und/oder gut gehütete Bankgeheimnisse auszeichnen.

Dort liegt das Geld, das wir als „Minus“ in den Bilanzen unserer Staaten haben – wir Deutsche, wir Griechen, wir Amerikaner.

Das sind 25 ooo ooo Millionen – mit denen man jederzeit überall auf der Welt Einfluss ausüben, Regierungen stürzen, Zeitungen kaufen oder Märkte manipulieren kann. Und die Menschen wissen das – wie auch jeder weiß, das „nine-eleven“ eher von diesem Kapital denn von Osama bin Laden ursächlich veranstaltet wurde – aber dank des „Bräunungseffektes“ dürfen wir nicht darüber reden.

Uns gehts gut, wir verbringen den ganzen Tag an der frischen Luft im Sonnenschein – jedenfalls sehen wir so aus, obwohl wir nur Höhlenbewohner sind.

Aber deshalb fühlen wir uns in unseren Höhlen wohl – und genießen die Zeit des Friedens wie die angepassten deutschen Durchschnittsarier  im Juli 1939 – solange, bis auch wir unsere eigene Kotze fressen müssen, weil „die Märkte“ nicht beunruhigt werden dürfen. Wir wissen, das draußen, vor der Höhle, wieder schreckliche Ungeheuer lauern, die wir lange überwunden dachten – und eine einfache „Kündigung“ kann uns ihnen ausliefern.

Wem das alles jetzt immer noch zu unglaublich klingt, dem kann ich die Wirkung des Einflusses der USA in Deutschland am Beispiel eines einzigen Arztes aufzeigen – veröffentlicht bei „Scharf-links„.

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, ein Arzt bekommt Kontrollbesuch von der Gesundheitsbehörde, weil er die Ärzte in Deutschland zum Widerstand gegen den Krieg an sich auffordert – man erfährt nicht, woher das Gesundheitsamt über den E-Mail-Verkehr des Arztes mit der Ärztekammer informiert wurde, aber die „Zurechtweisung“ zeigt deutlich, woher der Wind weht:

Sie verlangen kategorisch mich zu sprechen. Ich war mitten bei einer Blutentnahme. Da sie diese Situation wohl selber unangebracht fanden, warteten sie, bis ich mit dem Patienten fertig war. Das Wartezimmer war voll.

Im Arztzimmer wurde mir eröffnet, ich hätte doch E-Mails an die Kammer geschickt, so als ob gleich der dritte Weltkrieg ausbrechen würde, warum ich dies getan hätte und es wäre doch sinnvoller gewesen diese E-Mails an das Außenministerium zu schicken.

Grund für den Besuch? Engagement gegen den Krieg in Syrien – und gegen die „Bräunungslügen“, die selbst einen den CDU-Experten Todenhöfer entsetzen:

„Die radikalisierten Gruppen der Rebellen kritisiere ich, weil sie gezielt Zivilisten töten und diese anschließend als Opfer der Regierung ausgeben. Diese ´Massaker-Marketing-Strategie´ gehört zum Widerlichsten, was ich in kriegerischen Auseinandersetzungen jemals erlebt habe. 

Aber – solange man vom Geldfluss der Supermilliardäre und ihrer Geldsammelkonzerne (die kaum noch Teil der deutschen Volkswirtschaft sind, auch wenn sie hier dereinst gegründet wurden) abhängig ist, die per Rating kontrollieren können, wieviel Geld eine Volkswirtschaft zum Wirtschaften behalten darf, muss man damit leben, das „die Märkte“ reagieren, wenn einer aus der Reihe tanzt – auch wenn er Arzt ist.

Denn gerade für Ärzte tut man ja sehr viel, damit die ihren hypokratischen Eid schnell vergessen, siehe TAZ:

Die Bundesregierung überprüft ihre Förderung von Marketingseminaren, in denen Ärzte für den Verkauf der umstrittenen individuellen Gesundheitsleistungen (Igel) geschult werden. Diese müssen von Patienten selbst bezahlt werden, viele gelten als überflüssig.

Da verstehe ich langsam, warum manche daran denken, den Ackermann zu erschiessen. Andere werden dann Arbeitslose erschiessen, die wiederum Jobcentermitarbeiter auf offener Straße verbrennen. Zur Not schickt man einfach ein paar Söldner, die die Startzündung für die Unruhen besorgen – der Rest erledigt sich dann wie in Jugoslawien von selbst. Oder man organisiert die Unruhen wie in Lybien und Syrien gleich ganz von außen.

Und dann wird die zivile Gesellschaft anderes zu tun haben, als zu schauen, wie sie ihre 25 Billionen Euro wiederbekommt.

Aber uns geht´s gut, wir sind alle braun, weil wir den ganzen Tag an der frischen Luft in der strahlenden Sonne verbringen.

Schönen Urlaub noch!

 

Der ESM, seine Ursachen und seine grausamen Folgen: die Bankendiktatur beginnt

Montag, 2.7.2012. Eifel. Der erste Arbeitstag in postdemokratischen Verhältnissen - aber wir dürfen nicht darüber reden, das empört die Parlamentarier. Immerhin will keiner die Verantwortung für die sozialen Schrecken übernehmen, die jetzt folgen werden. Ist wie "früher" (aber auch das hören die Parlament-Arier nicht gerne): den Hitler hat auch keiner gewählt und an die Macht gebracht, das Deutsche Volk bestand aus einem geschlossenen Block von Widerstandskämpfern, die alle dicht vor der Hinrichtung standen. Man kennt die Systematik also schon. Die Medien sind sich der Dramatik der Ereignisse bewußt - Spiegel-online zum Beispiel, das meistgelesene politische Onlineportal bringt heute erstmal nach Seitenaufruf drei Artikel über Fußball, es folgt einer über türkische Querelen an der Grenze zu Syrien und die Leidensgeschichte von zwei Familienhelfern im Auftrage des Jugendamtes. Signalwirkung: alles ist bestens in Ordnung, wir haben Zeit für Marginalien. Ist ja auch sonst nichts weiter passiert - außer, das wir in Zukunft die Verfügungsgewalt über all unser Geld unangreifbaren Gouverneuren einer internationalen Finanzorganisation übertragen, die nach Belieben hochdodierte Mitarbeiter einstellen können - und schon kann man erahnen, mit welchen Methoden der Deutsche Bundestag auf Kurs gebracht wurde: es winken wieder lukrative Pöstchen mit leistungslosem Spitzeneinkommen. Da wird er schnell schwach, der deutsche Abgeordnete.

Montag, 2.7.2012. Eifel. Der erste Arbeitstag in postdemokratischen Verhältnissen – aber wir dürfen nicht darüber reden, das empört die Parlamentarier. Immerhin will keiner die Verantwortung für die sozialen Schrecken übernehmen, die jetzt folgen werden. Ist wie „früher“ (aber auch das hören die Parlament-Arier nicht gerne): den Hitler hat auch keiner gewählt und an die Macht gebracht, das Deutsche Volk bestand aus einem geschlossenen Block von Widerstandskämpfern, die alle dicht vor der Hinrichtung standen. Man kennt die Systematik also schon. Die Medien sind sich der Dramatik der Ereignisse bewußt – Spiegel-online zum Beispiel, das meistgelesene politische Onlineportal bringt heute erstmal nach Seitenaufruf drei Artikel über Fußball, es folgt einer über türkische Querelen an der Grenze zu Syrien und die Leidensgeschichte von zwei Familienhelfern im Auftrage des Jugendamtes. Signalwirkung: alles ist bestens in Ordnung, wir haben Zeit für Marginalien. Ist ja auch sonst nichts weiter passiert – außer, das wir in Zukunft die Verfügungsgewalt über all unser Geld unangreifbaren Gouverneuren einer internationalen Finanzorganisation übertragen, die nach Belieben hochdodierte Mitarbeiter einstellen können – und schon kann man erahnen, mit welchen Methoden der Deutsche Bundestag auf Kurs gebracht wurde: es winken wieder lukrative Pöstchen mit leistungslosem Spitzeneinkommen. Da wird er schnell schwach, der deutsche Abgeordnete.

Viele wird das jetzt nicht interessieren. Es ist zwar in Deutschland noch nicht so schlimm wie in Griechenland, wo die zwei Drittel der Bevölkerung dank der weisen Politik internationaler Finanzorganisationen unterhalb der Armutsgrenze leben, aber viel Geld, das man noch klauen kann, haben die meisten, die Zeit haben, Zeitungen zu lesen, sowieso nicht mehr. Vielleicht hilft da eine kleine Geschichte aus den USA (unserem großen Vorbildland), um unsere Zukunft etwas greifbarer zu machen? Bitte schön, Quelle: Yahoo.

In den USA machen jetzt ganz neue Gepflogenheiten die Runde. Da musste doch tatsächlich eine Mutter die Straßenreinigung bezahlen, weil eine betrunkene Idiotin dort ihren Sohn über den Haufen gefahren hat. Gut – uns Deutsche erschrickt das jetzt nicht wirklich: immerhin müssen wir unser Eigenheim, unsere Sparverträge und Altersvorsoge aufbrauchen, wenn der Konzern nach Ablauf der Staatshilfen lieber in Rumänien weiterproduziert, wo neue EU-Hilfen winken, aber ich hoffe, es reicht, um zu illustrieren, was geschieht, wenn der Staat kein Geld mehr hat, weil er alles nach Brüssel schicken muss.

Das der DAX explodierte, ist kein Wunder. Mit nur ein paar geschmierten Mitarbeitern in entscheidender Position ist es in Zukunft möglich, jeglichen Ramsch an den Mann  zu bringen – finanziert durch Kredite, die letztlich der Steuerzahler bezahlt.  Panzer, U-Boote, Flugzeuge – nur her damit, die „Waffenrepublik Deutschland“ verkauft gern auf Pump an jedermann, wenn nur der deutsche Steuerzahler letztlich dafür aufkommt. Luxusautos für den parlamentarischen Fahrdienst? Schon gebongt. Neue, hochriskante Finanzprodukte? Schon in Arbeit, leistungsloses Einkommen auf Halbgottniveau wird jetzt ganz schnell möglich dank der Spendenbereitschaft Deutschlands, einem Land, das gerne seine sozialen Gemeinschaftsleistungen zusammenstreicht, wenn es gilt, asoziale Millionärsvermögen zu schonen.

Pünktlich zur Öffnung der Geldschleusen findet auch Frankreich ein größeres Loch im Staatshaushalt – wen überrascht das noch? Jetzt, wo die ganz große „Bazooka“ herausgeholt wurde, wird die Zahl der Notleidenden sich deutlich erhöhen. Seltsam, das die Prinzipien, die für jeden deutschen Arbeitslosen gelten, keine Rolle spielen, wenn es um das ganz große Geld geht: hier wäre es undenkbar, das man alle Ansprüche der Globalisierungsopfer an Unterhaltungselektronik und Mobilität berücksichtigt – aber bei den großen Banken sieht das anders aus, die haben ein „Schonvermögen“, von denen man den deutschen Sozialstaat mehrfach finanzieren könnte – auf ganz anderem Niveau.

Der Grund für den Unterschied?

Arbeitslose vergeben keine Jobs an ausrangierte Politiker.

Dort, wo die Jobs aber im Angebot stehen, stört es nicht weiter, das hier demokratiefreie Räume entstehen, in denen ein demokratiefernes Direktorium den Erpressungen der Bankenwelt hilflos ausgeliefert ist. Man versteht auf einmal, warum die ihre rechtliche „Immunität“ brauchen.

Das wir als deutsche Bürger zahlen – wie auch die Italiener, Spanier, Franzosen, Griechen, Portugiesen, Zyprioten, Belgier, Holländer, Griechen und sonstige Europäer – ist alternativlos. Der Grund dafür ist schnell gefunden: unsere Leistungelite hat uns als Volk in eine Situation hineinmanövriert, die nicht mehr zu beherrschen ist. Das erkennen die „Märkte“ … und ziehen sich schon mal mit guten Gründen aus den deutschen Staatsanleihen zurück, siehe Bazonline

«Wir erwarten, dass Deutschland seine Rolle als sicherer Hafen verlieren wird», sagte der Deutschlandchef der Allianz-Tochter, Andrew Bosomworth, der «Wirtschaftswoche».

Auf das Land kämen unabsehbare Lasten zu: «Überlebt die Eurozone, was wir hoffen und erwarten, zahlt Deutschland über Rettungsschirme und Euro-Bonds. Zerfällt sie, muss es Geld für die Bewältigung der folgenden Rezession und die Rettung von Banken ausgeben.»

Kurz: wir sind so oder so im Eimer … und folgen damit Zypern, das vor kurzem noch Haushaltsüberschüsse produzierte, jetzt aber recht hinterlistig unter den Rettungsschirm gezwungen wurde, siehe Nachdenkseiten, die zudem einen denkwürdigen Spruch bringen, an den wir uns alle noch oft erinnern werden:

Wo Brüssel regiert, gibt es bald keine blühenden Landschaften mehr.  

Wer da noch Fragen hat, sollte sich mal in seinem Alltag umschauen. Viele Familien merken gerade, das Brüssel teuer wird, weil all die kleinen lieben Kinder nun einen eigenen Reisepass brauchen, Kostenpunkt: 37,95 Euro. Oder schauen wir nach den Männern, die nach einem harten Arbeitsleben in der Regel recht früh verscheiden, während ihre Frauen locker noch mal zehn Jahre drauflegen: ab dem 21. 12. 2012 müssen sie die gleichen „Unisex“-Tarife  zahlen wir Frauen (ich nehme an, das meinten die Maya mit dem „Weltuntergang“).  Auf die Idee, mal eine Angleichung nach unten zu machen, kommt da erst gar keiner.

„Brüssel“ wird zum Synonym für „teuer“ und „alternativlos“, ein bequemes Wort, mit dem sich alle Sozialkürzungen der nächsten Jahre locker durchstehen lassen: „Brüssel“ sagt einfach alles, mit „Brüssel“ lässt sich alles  rechtfertigen … wenn zum Beispiel Hartz IV im Sinne der „unisozial“-Gesetzgebung an griechisches Niveau angepasst wird und wir hier auch gar nichts mehr bekommen, wenn die Zockerbanken unsere Realwirtschaft völlig ruiniert und Brüssel uns völlig ausgesogen hat.

Natürlich kann man vermuten: das ist jetzt alles übertrieben. Die Kritiker des ESM, die jetzt (siehe z.B. Süddeutsche) Verfassungklage gegen das Monster eingelegt haben, verstehen die Komplexität der internationalen Finanzmärkte einfach nicht und können den Segen, den der ESM darstellt, nicht erkennen.

Wer dieser Meinung ist, der sollte sich mal in der Welt genau das Timing anschauen, mit dem der ESM „durchgepaukt“ wurde, ich zitiere:

22.30 Uhr: So spät hat keine Bundesratssitzung seit 1950 begonnen. Doch auch die Länderkammer muss jetzt noch debattieren und über die Gesetze abstimmen. Denn sie hat auf die üblichen Fristen verzichtet, damit der Fiskalpakt zum 1. Juli in Kraft treten kann. Fünf Minuten vor Mitternacht erfolgt die Zustimmung.

Wie man sieht, war alles generalstabsmässig geplant. 1,5 Stunden hatte die Länderkammer Zeit, über das Schicksal Deutschlands zu entscheiden. Schon im Vorfeld hatte sie auf die üblichen Fristen verzichtet … und wartete geduldig auf des Votum der Abgeordneten. So eilig sind sonst nur Bankräuber.

Dazu passt, das Madame Merkel die deutsche Verfassung öfter ignoriert als jeder ihrer Vorgänger (siehe Freitag)  und sich zunehmend als Erfüllungsgehilfe jener anonymen „Märkte“ versteht, für die sie das deutsche Volk auf Euronorm zurechtstutzt, damit es „marktkonform“ ist.

Was „marktkonform“ heißt?

Der Bürger muss lassen, was die Rendite stört: Alter, Krankheit, Kinder … das alles muss weg. Aber was rede ich: jeder, der noch einen jener immer seltener werdenden ordentlichen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze hat, weiß, wie lange dieser Arbeitsplatz eine längere Krankheitsphase übersteht … oder den fünfzigsten Geburtstag.

Die Märkte selbst aber haben gerade heute wieder gezeigt, von welchem Kaliber sie sind, siehe Handelsblatt:

Mervyn King, der Chef der Bank of England, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, seiner Wut über die Finanzbranche Ausdruck zu verleihen: „Ich denke, dass inzwischen jeder verstanden hat, dass mit den Banken etwas sehr schiefgegangen ist, und wir dringend einen echten Kulturwandel brauchen.“

Der Hintergrund? Eine jener 1-A-erste-Klasse-Verschwörungen, die es nach offizielle Lesart nur bei Verschwörungstheoretikern gibt:

Rund um den Globus gehen die Regulierer dem Verdacht nach, dass ein Kartell internationaler Banken über Jahre hinweg den globalen Interbanken-Zinssatz Libor manipuliert haben soll. 

In die Ermittlungen sind etwa 20 Banken verstrickt, neben Instituten wie der Schweizer UBS und der Royal Bank of Scotland auch die Deutsche Bank.

Man wird noch merken, das die ominöse und oft kritisierte Geburtstagsfeier von Deutsche-Bank-Chef Ackermann im Kanzleramt ein Arbeitsgespräch war – mit Dienstanweisungen für die Kanzlerin, die mit ihrer braven DDR-Vergangenheit den mit allen Wassern gewaschenen Bankern nicht im Mindesten gewachsen ist.

Aber gerade deshalb ist sie ja Kanzlerin geworden – mit den gleichen vielfältigen Methoden ins Amt geschoben, wie die Abgeordneten jetzt auf Kurs gebracht worden sind. Das „Fraktionszwang“ ein Wort ist, das in einer Demokratie eigentlich gar nichts zu suchen hat, sollte man wenigstens nebenbei nochmal erwähnen.

Das dieses „Kartell von Banken“ auch die Eurokrise inszeniert hat, um mal so richtig abzuräumen, wird wohl erst im nächsten Jahrhundert in den Geschichtsbüchern stehen, dann werden wir dort vielleicht auch zu lesen bekommen, wie der 11.9.2001 mithilfe gerade dieses Bankenkartells inszeniert wurde, um den Dritten Weltkrieg einzuleiten.

Und wer weiß – vielleicht fällt dann auch auf, das „Banken“ und „Weltkriege“ auf unheimliche Art und Weise zusammenhängen … wie der Muslim-Markt aktuell anmerkt.

Das moralische und ethische Niveau des Bankenkartells gleicht auf jedem Fall dem einer beliebigen Clique von Straßenräubern, wie der aktuelle Fall wieder aufzeigt, weshalb damit zu rechnen ist, das sie vor keiner sozialen Graumsamkeit zurückschrecken werden, um an „ihr“ Geld zu kommen … „ihr“ Geld, das eigentlich unseres ist.

Mit dem ESM haben sie auf jeden Fall das erste Instrument geschaffen, um direkt politische Macht über den Geldbeutel auf den bürgerlichen Alltag auszuüben.

Zur Erinnerung: in Ruanda hatten sie damals die Macheten geliefert, mit denen dann die brutalen Massaker durchgeführt wurden.  Als „zivile Waren“ deklariert wurden sie an den Waffenkontrollen gezielt vorbeigeschleust, um den Völkermord überhaupt erstmal möglich zu machen (sieh Global Brutal, Chossudovsky, Zweitausendeins 2002, Seite 132).

Mit solchen Aktionen werden wir in Zukunft auch rechnen müssen.

Vielleicht ist schon ein solches Programm in Planung, um Menschen zu entsorgen, die wegen körperlicher Defizite wie „Alter“ nicht marktkonform sind?

An wen liefert man dann die Macheten in Deutschland?

An RTL-Zuschauer?

Zuzutrauen wäre es denen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum aus der Bundesrepublik Deutschland eine verarmende unmenschliche Diktatur wurde …

Freitag, 29.6.2012. Eifel. Kürzlich machte ich eine erstaunliche Entdeckung auf unserem Dachboden: ein „Neues Testament“ aus  dem Jahre 1940. Es lag offen herum – gehört aber weder mir noch einem anderen Bewohner des Hauses. Jemand hat mit Pflastern einen Umschlag herumgebastelt und einige Notizen hinterlassen. Kurz aufgeschlagen fand ich folgende Textstelle, die wohl oft gelesen wurde. „Du sollst aber wissen, in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen kommen, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unkeusch, wild, ungütig. Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr Wollust lieben als Gott, die da haben den Schein des gottseeligen Wesens aber seine Kraft verleugnen sie und solche meide.“ Das stammt aus Paulus zweiten Brief an Timotheus – und ich frage mich: woher kannte der Paulus den Vatikan? Oder meinte er den Deutschen Bundestag?

Für den Vatikan spricht Einiges: immerhin hat der ordentlich Dreck am stecken – der Schein des gottseeligen Wesens verdeckt Geldwäscherei, Korruption und Mordkomplotte – siehe Spiegel. Auf einmal sind Verschwörungen keine Theorien mehr, sondern nackte Realität. Wenn so etwas im Vatikan möglich ist … wäre es dann nicht denkbar, das am 11.9.2001 interessierte Kreise ein Attentat auf die Demokratie verübt haben? Mit dem Zwecke, diese so umzubauen, das sie dem eigenen finanziellen Vorteil dient? Nun – das ist undenkbar. Jedenfalls – wenn man unter den „interessierten Kreisen“ jene versteht, die Macht, Geld, die Mittel, den Einfluss dazu und den Nutzen davon hatten, nierenkranken Flüchtlingen gelingt so ein Coup natürlich von jeder Höhle der Welt aus: so jedenfalls die offizielle Verschwörungstheorie.

Auch der Deutsche Bundestag rückt da ins Visier der paulinischen Kritik, macht er doch gerade wieder mal durch gespielte Empörung auf sich aufmerksam. Der Hintergrund? Eine Attac-Gruppe hatte den Fiskalpakt mit dem Ermächtigungsgesetz verglichen. Im Spiegel findet man dazu ein paar Töne, die bei mir große Besorgnis auslösen:

Im Bundestag ist die Empörung groß, insbesondere bei Politikern von SPD und Grünen. Denn sie werden nach langen Verhandlungen mit der schwarz-gelben Koalition wohl mehrheitlich dem Fiskalpakt zustimmen. Dass dieser in die Nähe des Nazi-Regimes gerückt wird, empfindet man als politische Geschmacklosigkeit. 

Was das mit dem Paulus-Zitat auf sich hat? Nun – bei den Worten Verräter, geizig, undankbar, ungeistig, lieblos, unversöhnlich, ungütig und aufgeblasen kam mir sofort HARTZ IV in den Sinn, ein geiziges Produkt, das Menschen, die sowieso schon nicht auf Rosen gebettet sind, lieblos, ungütig, undankbar abserviert wie es einst der Führer tat – nicht umsonst ist Franz Müntefering mit ihm einer Meinung, was den Zusammenhang von ARBEIT und ESSEN angeht.

Da aber … war der Bundestag ganz ruhig.  Ganz anders jetzt:

Die Postkarte sei „ungeheuerlich“ und zeuge „von erschreckender Geschichtsvergessenheit“, schimpft Grünen-Chefin Claudia Roth. „Ich bin immer offen für harte Kritik, aber diese Form der Relativierung und Geschichtsklitterung überschreitet ein Maß, das nicht hinnehmbar ist.“

Ich bin immer offen für harte Kritik, aber wenn sie kommt, ist das nicht hinnehmbar.

Den Vogel abgeschossen hat der Juso-Vorsitzende:

„Ich finde es unglaublich, einen ohnehin immer unpassenden historischen Vergleich auf diese komplexe Thematik zu übertragen.“

Einen „immer unpassenden historischen Vergleich“? Also wäre es eher besser, wir tun so, als sei das Dritte Reich nie geschehen und könne sich deshalb auch nicht wiederholen, obwohl wir heute schon wieder eine Gesellschaft haben, die bei Arbeitsverweigerung unter großem Jubel der Presse mit dem Hungertode durch Streichung des Regelsatzes droht? Und was wäre, wenn jemand den Frondienst am Kapital aus Gewissensgründen verweigert?

Denken wir lieber nicht weiter.  Die Jugend (zu der wohl auch der Juso-Vorsitzende gehört) hat erschreckend wenig Ahnung vom Nationalsozialismus, weshalb eine aktuelle Studie (auch im Spiegel) vom späten Sieg der Diktaturen spricht. Kann sich noch jemand daran erinnern, was die Abgeordneten zum EFSF wußten?

Nichts – siehe Panorama vom 29.9.2011 bei tube.  Auch heute noch haben 431 Abgeordnete keine Meinung zum ESM – werden ihn aber beschließen, siehe  Mittelstandsnachrichten.

Dürfen wir eigentlich schlussfolgern, dass – wenn sogar der „Heilige Stuhl“ vor Verschwörungen und Mordkomplotten nicht sicher ist – dies in umso größerem Maße für Gremien gilt, die einer deutlich geringeren moralischen Größe gegenüber verpflichtet sind? Immerhin erleben wir gerade einen beispiellosen Raubzug deutscher „Geschäftsleute“ im Ausland – die Krise erweist sich für viele Kriegsgewinnler als Goldgrube, siehe Manager-Magazin:

Spanische Unternehmen bekommen wegen der Bankenkrise kaum noch Kredite, die Kriegskassen deutscher Mittelständler hingegen sind gut gefüllt – und das nutzen die hiesigen Unternehmen jetzt aus: Sie ergreifen reihenweise die Chance zu Übernahmen in Spanien.

Zu Spottpreisen werden dort moderne Hochleistungsunternehmen verkauft. Die Methode dahinter? Ganz einfach: erstmal werden Land und Banken herabgestuft – wie der jüngste Rundumschlag gegen Spanien zeigte. Dann fahren die Banken (die im Auftrag aber nicht im Sinne der Gesellschaft die Geldgeschäfte erledigen) die Zinsen solange hoch, bis niemand sie mehr bezahlen kann – was jetzt nach Griechenland in Spanien der Fall ist. Das Geld für diese Kredite nehmen die Banken selbst von der EZB – womit der deutsche Steuerzahler direkt an der Vernichtung südeuropäischer Staaten und Volkswirtschaften beteiligt ist, in denen in Folge das Geld knapp und die Kronjuwelen damit spottbillig werden.

Alternativ könnten wir auch das Geld für ein Prozent nicht den Banken sondern den Ländern leihen …. aber aus Gründen, die wir „geschichtsvergessenen“ Kleinbürger nicht verstehen, geht das nicht: der Raubzug deutscher Unternehmen im Ausland wäre schlichtweg nicht möglich, die Souveränität von Staat und Regierung wäre unter diesen Umständen nicht angreifbar.

Im Prinzip stülpt gerade „schwarz-gelb“ dem Kontinent jenes HARTZ IV über, das „rot-grün“ in Deutschland eingeführt hat. Da sind die Reihen fest geschlossen. Hierzulande hat man sich Münzsammlungen, Sparverträge und Immobilien der Arbeitslosen angeeignet – im Ausland führt man das erfolgreiche Geschäftsmodell in großem Stil weiter – mit den Mitteln der deutschen Steuerzahler. Vielleicht ist das der Grund, weshalb der Deutsche Bundestag gegen Hitlervergleiche im Ausland nicht im gleichen Maße protestiert – und, mal ehrlich: wäre an dem Vergleich nichts weiter dran, würde sich doch auch keiner aufregen, oder?

Schauen wir doch mal genauer hin.

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung waren 2008 knapp 1,4 Millionen Deutsche in Parteien organisiert. Und wie stellen sich diese Parteien dar? Schauen wir nach Wikipedia:

Kritikpunkte sind:

  • der Fraktionszwang
  • die Parteienfinanzierung und Spendenskandale, allg. Korruption
  • Populismus, mangelnder Mut, eine Minderheiten-Meinung zu vertreten aus wahlkampftaktischen Gründen
  • Vetternwirtschaft
  • Entstehen einer Oligarchie
  • mangelnde innerparteiliche Demokratie
  • zu geringe Unterscheidung im politischen Handeln
  • Erschaffen von Feindbildern im Wahlkampf, um von eigenen Fehlern abzulenken / mangelnde Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen / Arroganz
  • Bereitschaft ökonomisch unsinnige Entscheidungen zu treffen, um damit den politisch nicht fachkundigen Teil der Bevölkerung zu überzeugen (Häufiger Kritikpunkt von Seiten der Ökonomen)

Obwohl sie sowieso nur knapp 1,75 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, bestimmen sie 100% der Politik. Aufgrund von Fraktionszwang, Rücksichtnahme auf Finanziers und mangelnder innerparteilicher Demokratie reduziert sich die Anzahl der Entscheidungsträger in Deutschland auf ein winziges Gremium, das mit der Hand am Geldhahn die Lebensbedingungen von 98,25 % der Bevölkerung bestimmt … jenen 99%, die in den USA noch auf die Straße gehen.

Die NSDAP – Sinnbild der politischen Diktatur – hatte 1933 2,5 Millionen Mitglieder, 1939 5,3 Millionen und 1945 8,5 Millionen, siehe Wikipedia.  Offenbar kamen die deutlich besser an – trotz Krieg.  Aber: dank der Hartz-Jusos brauchen uns diese Zahlen nichts zu denken geben – wir verdrängen die dunklen Jahre lieber und schauen noch vorne, um sie zu wiederholen.

Offiziell wird bezweifelt, das die Parteien jemals die Macht haben sollten, die sie heute ausüben. Hierzu findet man bei der Uni Münster einige Zitate:

„Mit dem Parteiengesetz verfügen die Parteien auf dem Umweg über den Gesetzgeber über sich selbst. Von ihren Rechten ist ziemlich eindrucksvoll die Rede, wenn auch der tatsächliche Umfang ihres Einflusses bei weitem nicht erfaßt ist. Die festgelegten Pflichten sind dürftig genug und beziehen sich im wesentlichen auf organisatorische Verfahrensfragen.“ [von Weizsäcker:1992, S. 140]

Damals hatten SPD und FDP noch Lob für diese Kritik über, eine Kritik, die heute undenkbar ist – erst recht, weil dank intensiver Vernachlässigung der politischen Bildung (auch durch die Parteien) kaum noch jemand weiß, was „Diktatur“ eigentlich ist … und welche Folgen sie für den Regelsatz (und später für die Renten) hat. Doch lauschen wir noch weiter:

Noch umfassender fällt die Kritik an den Parteien beim Verwaltungswissenschaftler von Arnim aus: „Die Bürger haben keine Möglichkeit, wirklich ihre Meinung kundzutun; sie werden eher entmündigt. An ihre Stelle sind die politischen Parteien getreten, die aber ihre Funktion als Sprachrohre des Volkes nicht erfüllen. Sie wirken nicht an der politischen Willensbildung mit, sondern beherrschen sie weitgehend und unterlaufen die Gewaltenteilung.“ [von Arnim: 1993, S. 7]

Schaut man weiter, wird es erst recht spannend … und man sieht, das „Partei“ schon längst wieder jene Macht inne hat, die sie 1933 – 1945 besaß – nur nicht mit so vielen Gefolgsleuten beim Volk.

 „Längst hinausgewachsen über ihre engeren politisch-parlamentarischen Funktionen, bestimmen die Parteiorganisationen durch die Besetzung von Rundfunk-und Fernsehräten über Personal und Programme der Rundfunkanstalten, über die Ministerialorganisationen in Bund und Ländern, über Spitzenpositionen im Versicherungs-,Banken-und Sparkassenwesen und über Positionen in Vorständen und Aufsichtsräten der größten Industrieunternehmen. Die Parteien sitzen auf allen Ebenen des politischen und ökonomischen, des sozialen und kulturellen Lebens fest im Sattel.“
[Guggenberger: 1986, S. 128]

Wundert man sich jetzt noch darüber, das diese Parteien – eng verbunden mit der Finanzwirtschaft – ein System etablieren, in dem Banken Billionen für ein Prozent geschenkt bekommen, um es dann – je nach Laune der Ratingagenturen – für sieben Prozent weiter zu verleihen?

Das ist ein spontanes SECHZIG-MILLIARDEN-GESCHENK an die Finanzwirtschaft … und an die Parteikassen. Da verwundert es nicht mehr, das BMW und Allianz regelmässige Spender der GRÜNEN sind – siehe Parteispenden.unklarheiten.de.

Insofern unterstütze ich Claudia Roth bei ihrer Empörung über die Geschichtsvergessenheit. Wir sind schon längst jenseits der Machtergreifung durch kriminelle Banden. Empört wird sich nur, wenn der Bürger das merkt.

Und wie geht es in den von uns so oft gescholtenen Diktaturen zu?

Dazu finde ich Interessantes im Manager-Magazin, in dem „China-Kenner“ Rolf Kremer über jene Kultur spricht, die sich unserer eigenen gerade als wirtschaftlich deutlich überlegen präsentiert:

Ich vermisse die chinesische Gesellschaft, die eine sehr weiblich geprägte ist. Sie hat weniger Macho-Elemente, die unsere westlichen Gesellschaften teilweise prägen. In China geht es oft pragmatischer und nachgiebiger zu. Das macht das Arbeiten in chinesischen Organisationen weniger konfrontativ und menschlich deutlich angenehmer.

Chinesische Firmen sind sehr stark von der einen Person an der Spitze geprägt und sehr hierarchisch aufgebaut. Aber innerhalb der Hierarchie werden viele Experten in Entscheidungen eingebunden. Es wird diskutiert und auf Konsens hingearbeitet. Das mag uns nicht immer als effizient erscheinen, aber es hält die Organisation zusammen.

Entscheidungen fallen dort nach langer Diskussion eher im Kollektiv. Man versucht, Verlierer zu vermeiden, so dass jeder sein Gesicht wahrt. Man ist auch nicht so hart, wie ich es nach meiner Rückkehr hier in Deutschland empfunden habe. Zum Beispiel, wenn es um den Abbau von Arbeitsplätzen geht.

Wenn Unternehmen in China oder auch in anderen asiatischen Ländern einen Mitarbeiter entlassen, dann in der Regel in einer so respektvollen Art und Weise, dass sie ihn in der nächsten Woche wieder einstellen könnten.

Das ist also „Diktatur“.

Aber nun wissen wir ja auch, warum das reale Leben in der „Demokratie“ so unschöne Ergebnisse im Alltag zeigt: wir haben schon längst keine mehr.

Wir haben die Diktatur des Adels durch eine Diktatur der Parteien ersetzt.

Nun – der Deutsche hält sich an der Empfehlung des Paulus für den Umgang mit asozialen Elementen: immer weniger Menschen gehen in die Parteien.

Immer weniger gehen wählen, denn: „Nur die dümmsten aller Kälber wählen ihre Schlächter selber“.

Wahrscheinlich haben wir trotz der politischen Arbeit der Parteien unglaublich viele echte Demokraten im Land – jedenfalls mehr, als die Kirche echte Gläubige hat.

Helfen wird das nicht viel, denn nach den aktuellen politischen Beschlüssen in der EU  (siehe Spiegel) schenken die Parteien den Banken wieder viel Geld der Steuerzahler, infolge dessen wir einige der heutigen Akteure morgen in den Vorständen wiederfinden werden.

Die Zeche zahlt der Bürger, dem jetzt – auch dank „Abwrackprämie“ – Werkschließungen drohen, siehe „Manager Magazin“.

Was mich nur interessiert: woher konnte der Paulus das wissen?

 

 

 

 

 

 

 

Pressefreiheit oder Qualitätsmedien? Über die Kriegstrompeten des Neofeudalismus.

Dienstag, 19.6.2012. Eifel. Manchmal stolpert man über Nachrichten, die keine sind, unbedeutend erscheinen ... und sich dann aber bei genauerem Hinsehen geradezu als Sensation entpuppen. Eine dieser Nachrichten habe ich aus dem Handelsblatt. Eigentlich geht es da um die reichste Frau der Welt - ihr Geld, ihre Geschichte, ihre Kinder und ihre Geschäfte. Sowas liest man eigentlich nicht ... es sei denn, man stolpert beim darübergucken über ein paar kleine Wörter, die es gar nicht geben dürfte. Ich zitiere mal:

Dienstag, 19.6.2012. Eifel. Manchmal stolpert man über Nachrichten, die keine sind, unbedeutend erscheinen … und sich dann aber bei genauerem Hinsehen geradezu als Sensation entpuppen. Eine dieser Nachrichten habe ich aus dem Handelsblatt. Eigentlich geht es da um die reichste Frau der Welt – ihr Geld, ihre Geschichte, ihre Kinder und ihre Geschäfte. Sowas liest man eigentlich nicht … es sei denn, man stolpert beim darübergucken über ein paar kleine Wörter, die es gar nicht geben dürfte. Ich zitiere mal:

Rinehart ist besessen von der Idee, alles und jeden kontrollieren zu können. Letzte Woche hat sie für ein paar hundert Millionen Dollar ihren Anteil am Medienunternehmen Fairfax von 13 auf 18,67 Prozent erhöht. Ein paar Dollar mehr, und sie muss offiziell eine Übernahme lancieren.

Der Grund für ihr Interesse an Fairfax: der Herausgeber von Qualitätszeitungen wie „Sydney Morning Herald“, „Australian Financial Review“ und „The Age“ sei ihr zu „links“, wie ein Beobachter zu berichten weiß.

Hieß es nicht immer, wir hätten eine freie Presse, Meinungsfreiheit und seien deshalb so fürchterlich demokratisch? Und das hier eine Multimilliardärin einfach mal eine Zeitung kauft mit der direkten Absicht, die Kontrolle über Meinungsbildung zu übernehmen, ist nur eine Erwähnung am Rande wert? Wenn Kommunisten in Köln morgen RTL besetzen würden (was man leicht legitimieren könnte, liegt doch das Programm eindeutig zwischen Körperverletzung, Volksverhetzung und Förderung von Bildungsferne … über deren Vorhandensein man sich anschließend dann wieder fürchterlich erregt), dann hätten wir alle Medien voll mit dicken fetten Schlagzeilen, weil es ein nicht tolerierbarer Akt gegen die Meinungsfreiheit wäre und uns endlich klar macht, was „die für welche sind“.

Nichts in der Hinsicht ertönt jedoch, wenn eine Milliardärin so etwas unternimmt. 80% der australischen Presse werden schon von einem einzigen Konzern kontrolliert … und das scheint keins der legitimierten staatlichen Wachorgane zu stören. Wie auch … toleriert werden ja auch ganz andere Aktionen, nochmal Handelsblatt:

2010 war sie laut Kommentatoren gemeinsam mit anderen Bergbauunternehmern an einer Schmierkampagne gegen den damaligen Premierminister Kevin Rudd beteiligt. Der hatte sich erdreistet, die historisch hohen Gewinne der Rohstoffindustrie leicht höher besteuern zu wollen. Die Laborpartei gab dem Druck nach, setzte Rudd ab und machte Julia Gillard zur Regierungschefin.

Darf das noch wahr sein? Sowas geht, ohne vom Geheimdienst sofort erschossen zu werden? In jedem James-Bond-Film wäre das Grund genug, den Kampfhund ihrer Majestät von der Leine zu lassen. Man kann doch nicht einfach Politiker kaufen! Wo kämen wir denn da hin? So etwas darf sich kein Staat gefallen lassen!

Aber das … stößt in der Presse, die wir gerade haben, niemandem groß auf, man erwähnt es nebenbei, als lustige Anekdote. Als Leitartikel wäre es wohl auch undenkbar.

Das erinnert mich an einen Kommentar hier bei uns, der meinte, er müsse sich schämen, wenn er vor Arbeitskollegen erzählt, was er in Blogs gelesen hat. Wann wird sich wohl das Wissen durchsetzen, das man in den „etablierten“ Medien nur die Meinungen hört, für die sehr sehr reiche Menschen sehr gut bezahlt haben?

Ich wage auch gar nicht, noch einen Schritt weiterzugehen und zu fragen, wer wohl alles dafür bezahlt hat, das Gerhard Schröder Kanzler wurde …

Ein paar Namen kenne ich schon.  Verrate ich aber nicht …. lest doch erst mal in „Qualitätsmedien“ nach, die ihren Titel nicht für die Qualität ihrer Berichte erhalten sondern für die Qualität der Bezahlung der Artikel.

Überhaupt … höre ich da, so etwas wäre in Deutschland undenkbar? Wir zensieren nicht, weil wir eine Demokratie sind?

Nun – jedenfalls nennen wir uns eine Demokratie. Im Kapitalismus hat sich der Konsument daran gewöhnt, das nicht alles Gold ist was glänzt – und meistens ist nicht drin, was draufsteht.  Das gilt auch für die Staatsform, die sich der Kapitalismus gerade hält, weil er hier am besten Schmieren kann (weshalb das Thema mit den James-Bondfilmen auch nur funktioniert, weil die Queen einfach unbestechlich ist. Königinnen kann man nicht kaufen – bürgerlichen Pöbel schon).

Wir werden uns aber wohl umbenennen müssen, wenn man sieht, was Google so über Deutschland denkt, siehe Telepolis:

Allerdings scheint man in Deutschland rigoroser zu sein. Während es in den USA bei den 92 Anweisungen um insgesamt 757 Inhalte ging, wollten die deutschen Behörden gleich in 127 Anweisungen 2.405 Inhalte entfernt wissen, Google spurte in 86 Prozent der Fälle. Deutschland liegt hier mit deutlichem Abstand an der Spitze der aufgeführten Staaten. Die Zensur richtet sich vor allem gegen die Internetsuche. 

Gut, man liest bei Telepolis auch darüber, das es „böse“ Sachen sind, vor denen unsere Regierung uns schützen will. Gewalt, Pornographie oder „Nazi-Andenken“.

Pornographie als Bestandteil der Werbewelt, Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung mit politisch andersdenkenden Bahnhofs- und Atomkraftgegnern oder Nazi-Andenken in Form von Münteferingsprüchen („Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“) werden bei uns nicht zensiert, wenn sie in der alltäglichen Realität vorkommen – nur im Internet sind sie gefährlich für unsere Jugend.

Was aber wirklich gefährlich ist, beschreibt eine Googlemitarbeiterin hier zitiert im ZDNet:

Als besonders beunruhigend sieht Google die anhaltende Tendenz zu politischer Zensur. Die Hoffnung, es handle sich dabei um eine vorübergehende Abweichung, habe sich nicht erfüllt, schreibt Google-Mitarbeiterin Dorothy Chou in einem Blogeintrag. „Es ist nicht nur deshalb alarmierend, weil die freie Meinungsäußerung in Gefahr ist, sondern weil einige dieser Forderungen aus Ländern kommen, die man nicht vermuten würde – westlichen Demokratien, die üblicherweise nicht mit Zensur in Zusammenhang gebracht werden.“

Deutschland liegt hier – nach den USA – auf Platz 2.

Ist doch aber auch logisch, oder?

Wenn Milliardäre sich auch Politiker kaufen können (oder sie mit umfangreichen Kampagnen steuern), dann werden die irgendwann die Zensur der Konzerne auch als Akt der Regierung durchsetzen. In Deutschland sind wir soweit, da können wir uns noch soviel schwarz-rot-goldene Farbe ins Gesicht schmieren.

Wie viele reiche Menschen haben in Deutschland eigentlich Zeitungen gekauft? Wie viele unabhängige „Blätter“ gibt es überhaupt noch? Was ist ein „Blatt“ überhaupt noch wert, wenn man schon zweimal wöchentlich Zeitungen umsonst bekommt, die einzig von der Wirtschaft bezahlt werden (und wer hat da noch Lust auf noch mehr Altpapier, für das man dann noch bezahlen soll?)

Die Antworten darauf werden wir nicht bekommen – jedenfalls nicht von den „Qualitätsmedien“  Denen fällt noch nicht mal auf, wenn „Anarchisten“ einen Staatstreich in Australien durchführen oder „das Böse“ offen auf der Weltbühne agiert.

Man gewöhnt sich halt dran – ist im eigenen Hause ja genauso.

Dort hat man sich längst damit abgefunden, das Qualität halt teuer ist … und ein Qualitätmedium deshalb erst dann eins wird, wenn man jemanden gefunden hat, der viele Milliarden in das Unternehmen steckt und dafür nur ganz kleine, unbedeutende Gegenleistungen möchte … wie die Einführung eines neuen, monetären Feudalismus zum Beispiel. Aber …. wen würde das noch stören: „Geld regiert die Welt“ ist schon lange kein Spruch mehr, der vor Korruption warnen soll, sondern eine bittere Tatsache, der sich alle ABER AUCH WIRKLICH ALLE schon längst unterworfen haben … weshalb wir keine Probleme damit haben, solche strunzdämlichen Sprüche zu akzeptieren, die besagen, das „Firmen richtig gutes Geld“ zahlen. Man meint: viel Geld … und akzeptiert, das „viel Geld“ „gut“ ist, weshalb die Herrschaft des Finanzadels als Herrschaft des Guten über das Böse vorbehaltlos akzeptiert wird.

Und darum fällt den Journalisten des Handelsblattes auch nicht auf, was sie dort eigentlich berichten.

Mir schon.

Und ebenso fällt mir auf, das die „Qualitätsmedien“ den goldenen Kriegstrompeten alter Diktatoren gleichen. Sie sind teuer, machen viel Krach, stören beim Nachdenken und halten den Pöbel beim Gleichschritt in Reih´ und Glied.

Mir sind da die leisen freien „Blog“flöten lieber.

Kein Wunder – habe ja auch selber einen.

Ein PS noch: wer glaubt, das es wirklich „gutes Geld“ gibt, der darf mir gerne alles „böse“ Geld schicken, das ihm unter die Finger kommt. Ich nehme ihm diese Last schweren Herzens ab – sie wird sehr leicht sein.
Und ein PS zwo: „viel“ ist nicht automatisch „gut“ – man denke nur an Regen, Steuern oder Parkgebühren.  Deshalb liest man so selten von „richtig guten Steuern“ oder „richtig guten Parkgebühren“ … und von dem „richtig guten Regen“ haben wir doch so langsam alle die Nase voll, oder?

 

 

Die wahre freie Presse in Deutschland gegen Wohlfühlfunk und Nutzviehmedien und ihre Rolle im Widerstand gegen Armut, Korruption und Weltkrieg

Dienstag, 12.6.2012. Eifel. Schauen Sie noch Fernsehen? Lesen Sie noch Zeitung? Besuchen Sie die Internetportale großer Nachrichtenmagazine? Nein? Sie glücklicher, ich muss. "Nachrichtenspiegel" ohne Nachrichten ist schlichtweg undenkbar. Nun - ich beschränke mich auf die Onlinemedien (das schont den Wald und meine Nerven). Manchmal - vor allem beim lästigen Autofahren - bevorzuge ich ehemals reine Wortsender wie WDR 5.  Da fällt mir dann etwas auf, was es dereinst beim "Frühstücksfernsehen" gab. Da sitzen gut gelaunte Moderatoren mit einer Ich-könnte-platzen-vor-Glück-das-ich-diesen-Job-habe-und-ihr-nicht-Laune und flöten die aktuellen Nachrichten in feinstem Gewande durch den Äther. Das ist der staatliche Wohlfühlfunk. Ich noch niemand aufgefallen, das diese Art der Präsentation eine massive Manipulation ist? Wo sind die Menschen, die in der Schule noch gelernt haben, das eine Botschaft durch die Form der Präsentation ihren Wert verändern kann - weil es halt noch etwas anderes als die reine Sachebene gibt?

Dienstag, 12.6.2012. Eifel. Schauen Sie noch Fernsehen? Lesen Sie noch Zeitung? Besuchen Sie die Internetportale großer Nachrichtenmagazine? Nein? Sie glücklicher, ich muss. „Nachrichtenspiegel“ ohne Nachrichten ist schlichtweg undenkbar. Nun – ich beschränke mich auf die Onlinemedien (das schont den Wald und meine Nerven). Manchmal – vor allem beim lästigen Autofahren – bevorzuge ich ehemals reine Wortsender wie WDR 5.  Da fällt mir dann etwas auf, was es dereinst beim „Frühstücksfernsehen“ gab. Da sitzen gut gelaunte Moderatoren mit einer Ich-könnte-platzen-vor-Glück-das-ich-diesen-Job-habe-und-ihr-nicht-Laune und flöten die aktuellen Nachrichten in feinstem Gewande durch den Äther. Das ist der staatliche Wohlfühlfunk. Ich noch niemand aufgefallen, das diese Art der Präsentation eine massive Manipulation ist? Wo sind die Menschen, die in der Schule noch gelernt haben, das eine Botschaft durch die Form der Präsentation ihren Wert verändern kann – weil es halt noch etwas anderes als die reine Sachebene gibt?

Die Botschaft, die so permantent verkündet wird, ist: Wir sitzen hier im Studio (und ihr Zuschauer irgendwie auch) – und dieser Ort ist absolut sicher. Da draussen, ja, da geschehen noch schreckliche Dinge, die wir – sehr eingeschränkt – auch mal zeigen, aber über die wollen wir uns keine Gedanken machen, das lenkt uns nur von den absolut phantastischen Ergebnissen der neuen Spielsaison im Fußball ab. 

Schlimmer noch ist der („private“) Nutzviehfunk, den ich so nenne, weil der das Publikum eher wie Nutzvieh betrachtet. Da sie keine Gebühren einkassieren und somit vollständig von „der Wirtschaft“ und vor allem von „den Märkten“ abhängig sind, stellen sie das direkte Herrschafts- und Propagandainstrument der neuen Weltordnung da, die den Menschen wie eine Herde Nutztiere betrachtet. Alle sollen eng beieinander in die gleiche Richtung laufen, gelenkt von den Hunden des Privatmedien, die darauf achten, das jeder sich so einrichtet, wie man soll, seine Kinder so erzieht, wie man soll, seine Partner so wählt, wie man soll, sein „Outfit“ so wählt, wie man soll, seine Freizeit so verbringt, wie man soll, hasst wen man soll und anbetet wen man soll.  Wer aus der Reihe tanzt kommt ins Dschungelcamp oder in den Big Brother Container – da hat unsere Medienschickeria schon längst dereinst utopisch klingene Horrorbilder von Gesellschaft mit realem Leben gefüllt.

Was die Protagonisten dieser Schein- und Täuschreporterszene eint, ist die Kleidung.

Die Kleidung – (der feine Zwirn) – hat eine weitere Botschaft, die über das Radio natürlich nicht so gut ´rüberkommt: WIR GEHÖREN DAZU – IHR AUCH?

Bei den Nutzviehmedien wurde das lange Zeit ganz offen gehandhabt (ich habe seit jetzt acht Jahren nichts mehr von denen gesehen, bin deshalb etwas schlecht informiert über die aktuelle Lage): unser Moderatoren wurden ausgestopft von Dings & Bumms, Karl Lagerware und Chef Boss, damit auch jeder Zuschauer wußte, WAS MAN SO TRÄGT.

Das System ist etwas komplizierter als das frühere mit den Hakenkreuzarmbinden, hat aber den gleichen Sinn: das man auf der Straße, im Geschäft, im Personalbüro und auf der Behörde gleich erkennt, wer dazugehört … oder einfach bereit ist, alles – aber auch wirklich alles – zu geben, um dazu zu gehören.

Was die mediale Wirkung angeht, so arbeiten alle zusammen – die einen sorgen mit brutalen Hirtenhundgebelle für die Disziplin der Herde, die anderen sorgen dafür, das die sich auf dem Weg wohl fühlen.

Und wohin führt dieser Weg wohl? Dahin, wo alle Wege von Nutzvieh führen: auf die Schlachtbank. Das sieht man aber nur, wenn man mal aufsteht, mutig den Kopf über die gebeugten Rücken der anderen erhebt und weit nach vorne schaut. Das kann jeder machen – einfach mal ausprobieren. In der Schweiz ist man ja schon der Meinung, das Deutschland hier gerade eine europäische Vorreiterrolle innehat, siehe Schweiz Magazin:

Die deutschen Massenmedien haben den Einfluss auf ihre Leserschaft verloren. Kaum noch ein Beitrag der den Redakteuren nicht links und rechts um die Ohren gehauen wird und kein Tag an dem der „Dritte-Macht“ Anspruch der Journaille brutal immer und immer wieder scheitert.

Nun, ich dachte immer, es wäre die Vierte Macht – aber die zählen in der Schweiz vielleicht anders. Ich habe diesen Beobachtung gleich mal ausprobiert – bei zwei sehr wichtigen Themen: Weltkrieg und Korruption. Das eine zerstört ein Land von außen, das andere zerstört es von innen – also eigentlich wichtige Themen.

Über die Weltkriegsgefahr habe ich ja schon öfter geschrieben – und in der Tat ist dieses Thema jetzt in den Bezahlmedien aufgetaucht (was mir übrigens häufiger begegnet – ich glaube, die holen sich ihre Ideen auch aus den vielgescholtenen Blogs, weil ihnen sonst nichts mehr einfällt): endlich nimmt man die neue Machtballung im Osten war – hier im Handelsblatt wird die „unbemerkte Allianz“ zwischen Russland und China offiziell für die Öffentlichkeit mit einer neuen Abkürzung (SCO statt SOZ) als Gesprächsgegenstand eingeführt.

Was meint der Leser dazu – hier der „Numismatiker“?

Unbemerkt?

Wer in den letzten fünf Jahren Zeitung lesen/fernsehen konnte, hat bestimmt immer mal wieder Meldungen registrieren können, daß Rußland und China immer mehr zusammenrücken. Aber unsere Politiker und Firmenbosse, die sich selbst in ihrem Wahn gerne als „Elite des Landes“ bezeichnen, nehmen längerfristige Entwicklungen eben nicht wahr.

Das würde ich als Nachrichtenkonsument auch so sehen. Da ich aber auch Blogkonsument bin, wurde ich schon früher informiert – zum Beispiel durch die AG Friedensforschung der Uni Kassel, die den neuen Machtblock schon 2005 wahrnahm:

Das Treffen der Regierungschefs der Mitgliedsländer der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) hat ein starkes Echo ausgelöst. Zunächst sah die „Christian Science Monitor“ darin einen Versuch, ein östliches Gegengewicht zur Nato herzustellen. Danach erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin ohne Umschweife, die Organisation sei in den fünf Jahren über den Rahmen der „ursprünglich erklärten Aufgaben“ hinausgegangen, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag [27. Oktober].

Sieben Jahre hinken Wohlfühlfunk und Nutzviehmedien hinter der Realität her – mindestens sieben Jahre. Deshalb lohnt es sich, weiter im aktuellen Internet zu bleiben, um zu sehen, worüber ARD und ZDF im Jahre 2019 berichten werden. Zum Beispiel bei Antikrieg.com:

Die Vereinigten Staaten von Amerika richten ihre Kanonen auf China

Die Gesamtstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika ist jedoch klar. Nicht anders, als die Vereinigten Staaten von Amerika seinerzeit versuchten, die Sowjetunion in den Griff zu bekommen, indem sie sie mit amerikanischen Alliierten und Stützpunkten einkreisten, plant Washington mit China in gleicher Weise vorzugehen.

Amerika schafft einen umfassenden Bogen von Alliierten und Basen, der in Singapur beginnt, sich nordöstlich zu den Philippinen fortsetzt, dann nach Taiwan, Okinawa, Japan und Südkorea weitergeht, wodurch er Chinas expandierende Seestreitkräfte umfasst.

Und – so denkt sich der informierte Leser – schafft so eine Basis für „Zwischenfälle“, die ganz schnell „eskalieren“ können. Weil das nicht nur der Leser sieht, sondern neben China und Russland auch Indien, sein Erzfeind Pakistan, der Iran und Afghanistan, die aktuell „Beobachterstatus“ haben, hat man eben mal einen Verein gegründet, der im Notfall Beistand leisten und vor Eskalationen schützen soll – ein Angstbündnis, sozusagen.

Angesichts dieser Front wirkt die Drohung Chinas, US-Angriffe auf Pakistan militärisch zu beantworten, viel ernster als sonst. Hier sammeln sich die US-Opferstaaten zum Widerstand, gegen den wir Deutschen die USA dann im „Rahmen der Bündnisverpflichtungen“ verteidigen dürfen. Das heißt dann: Dschungelcamp für alle, während daheim „Big-Brother“-Verhältnisse eingerichtet werden.

Dieser Weltkrieg wirft schon jetzt seine Schatten voraus – Schatten, die die Wohlfühlmedien durch günstige künstliche Beleuchtung ausblenden – siehe nochmal Antikrieg.com:

Nachdem ans Licht kommt, dass die Gewalt in Syrien von Planern des Westens vorbereitet wurde, Jahre ehe der arabische Frühling losging, und nachdem die Fassade von „demokratischen Hoffnungen“ zusammenbricht angesichts eines religiös angestifteten Blutbads, haben Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika und westlicher Denkfabriken im Gespräch mit Bloomberg festgestellt, dass ihre Botschaft an Russland in Hinblick auf den Beginn eines Regimewechsels grundsätzlich diese ist: die Gewalt wird weiterhin gezielt gesteigert werden, bis der Regimewechsel erreicht ist – Russland kann jetzt nachgeben und dabei mitreden, wie ein Übergang stattfinden soll, oder später nachgeben und ausgeschlossen werden wie im Fall Libyens.

So in etwa wird „westliche“ Aussenpolitik im Rest der Welt wahrgenommen … und deshalb schließen sich die zukünftigen Opfer jetzt zusammen, obwohl sie seit Ewigkeiten untereinander verfeindet sind: um das zu erkennen, braucht man doch wohl noch nicht mal Abitur, oder?

Doch wir wollten ja nicht über den neuen Weltkrieg reden (hier schreiben wir analog gerade das Jahr 1913 bzw. 1938),  sondern über die deutschen Medien und ihre Leser, weshalb wir uns jetzt dem zweiten Beispiel zuwenden: der Korruption.

Da hat ja jetzt  – laut Handelsblatt – ein großer Energiekonzern zur Schaffung eines „günstigen Klimas für Gas“ 200 Millionen in den Bilanzen versteckt, die als Korruptionskapital nach Russland geflossen sind. Zu dem Artikel gibt es zwei Kommentare. Da schreibt zum Beispiel „Thomas“:

Deutschland ist ein Sumpf wie jeder Bananenstaat. Hier werden Arbeitsplätze gestrichen, die Strompreis ins unendliche getrieben und zeitgleich werden hunderte Millionen verschenkt. Wie die Verteilung stattgefunden hat, sollte man auch prüfen.

Oder „babsack69“:

Wie bitte? Gibt man sich jetzt nicht mal mehr Mühe den Schein von Seriosität zu waren und geht gleich zum Kasperltheater über?
Diese alten Stromkonzerne haben wirklich ihren Zenit überschritten.Schluß mit dieser Mischpoke und zwar so schnell wie möglich.

Man versteht, warum der „Stern“ seine Kommentarfunktion zu Artikeln ganz eingestellt hat – jedenfalls verstehen es die Stern-Leser:

Leider antwortet die Stern Redaktion selten bei unangenhemen Fragen.

Früher war es ja so, dass bei bestimmten Artikeln die Kommentarfunktion von Anfang an deaktiviert war.

Ich habe mehrmals angefragt, welche Person im Vorraus entscheidet, wann die Kommentarfunktion zu deaktivieren ist – und aus welchen Gründen.

Doch das mag leider niemand beantworten…

Die Gründe für das ganzheitliche Abschalten der Kommentarfunktion sind eigentlich klar.

Die Kommentare der Leser standen in letzter Zeit im straken Kontrast zu den Artikeln und vorallem zu den Interessen der Verlagsgruppe (G+J gehört zu fast 80% der Bertelsmann-Gruppe, einfach mal den Wikipedia-Artikel über Bertelsmann lesen)

Ohne gegenteilige Kommentare wirken die Artikel wahrscheinlich besser und werden eher als „Wahrheit“ als als „Meinung“ betrachtet.

Man sieht – die Schweizer scheinen Recht zu haben: der Leser ist längst nicht mehr so blöde wie die Medien ihn gerne hätten. Der Leser scheint den Beruf des Journalisten genau zu kennen. John Swinton hat dazu mal etwas gesagt, hier bei Eu-Austritt zitiert:

«Eine freie Presse gibt es nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Weltgeschichte. Sie wissen das, und ich weiss es. Nicht ein einziger unter Ihnen würde es wagen, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie es täten, wüssten Sie im voraus, dass es nie im Druck erscheinen würde. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, meine ehrlichen Auffassungen aus der Zeitung draussen zu halten, mit der ich verbunden bin. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Saläre für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so töricht wäre, ehrliche Überzeugungen zu schreiben, wäre auf der Strasse, um sich nach einem anderen Job umzusehen. Wenn ich zulassen würde, dass meine ehrlichen Meinungen in einer Ausgabe meiner Zeitungen erscheint, ginge es keine 24 Stunden und meine Berufstätigkeit wäre vorbei. Das Geschäft des Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, rundheraus zu lügen, zu verdrehen, zu verleumden, zu Füssen des Mammons zu kriechen und sein Land und sein Geschlecht für sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es, und ich weiss es. Und was für eine Dummheit ist dieses Anstossen auf eine freie Presse? Wir sind die Hampelmänner, die tanzen, wenn sie an den Fäden ziehen. Unsere Fähigkeiten, unsere Möglichkeiten und unsere Leben sind alle das Eigentum anderer Leute. Wir sind intellektuelle Prostituierte.»

Damit wäre der Journalist der natürliche Feind der Philosophie – und das schon seit dem 19. Jahrhundert … so alt ist dieses Zitat nämlich. Es führt uns aber zu der Kerneinsicht, das alle Artikel des 21. Jahrhunderts darauf untersucht werden müssen, inwieweit sie eher der Börse des Journalisten als der Wahrheit dienen und man gut beraten ist, jeden Artikel als Ergebnis erfolgreicher Korruption zu betrachten, für den sich auch leicht Geldgeber ausmachen lassen: „die Märkte“.

Heute gibt es eine freie Presse in Deutschland – jenseits des Mammon.

Sie lesen gerade etwas von ihr. Sie versucht mit viel geringeren Mittel die Verzerrungen der intellektuellen Prostituierten in den Medien zu entflechten – wie zum Beispiel jener „Thinktankjunk„, der dem ZDF auf die Finger schaut:

Rechtzeitig zur Primetime um 23:45 (04. Juni 2012), wo Otto Normalbürger bereits schlafen, publizierte das zweite deutsche Fernsehen ein Bericht zum Meeting, das dem Sender satte drei Minuten wert war. Dabei wurden acht Mal die Begriffe Verschwörung und Angst verwendet. Die Demonstranten (Verschwörungstheoretiker) hätten so große Angst und darum würden sie gegen die Bilderberger demonstrieren.

Ja, so wird „Stimmung gemacht“ und für ein „günstiges Klima“ gesorgt – genau genommen ist es eine Form der Psychiatrisierung von Gegenmeinungen … und etwas eleganter als die Komplettsperrung der Gegenmeinungen im „Stern“.

Es ist „normal“, das sich wichtige Funktionäre (und solche, die es werden wollen) hinter verschlossenen Türen mit der Großfinanz treffen, aber zeugt von krankhafter Angst, sich dagegen auszusprechen, dabei ist genau das Gegenteil der Fall: es gibt schlichtweg keinen vernünftigen Grund für diese Treffen, weshalb es im Prinzip krankhaft (im Sinne von „zwanghaft“) ist, seit sechzig Jahren an dieser Tradition festzuhalten und wertvolle Zeit mit „Meinungsaustausch“  zu verschwenden, für den jede Person im Schnitt während der Treffen sowieso nur siebzehn Minuten Zeit hat.

Normal ist es, zu vermuten, das mit der dort eingesetzten Energie eine ganz böse Suppe gekocht wird, deren Gerüche wir immer wieder wahrnehmen können. Sie reichen von der Angleichung der EU an die Regierungspraktiken des „obersten Sowjet“ (Bukowski zitiert bei Bundesblog) über Zunahme der Polizeistaatgesetze in den USA (hier bei Heise, denkwürdigerweise ist es ein Autor jenes „Christian Sciene Monitor“, der auch als erkennbar erstes Blatt über die neue Gegen-Nato im fernen Osten berichtet hatte, der hier gegen die USA klagt) bis zur vollständigen Demontierung der Zivilgesellschaft in Europa, die bis zur kompletten Auslöschung des Gesundheitssystems führen soll (hier hat Griechenland – siehe Welt – eine Vorreiterrolle übernommen).  Gleichzeitig sollen zunehmend mit Gewalt zusätzliche private Rentengelder eingetrieben und das Renteneintrittsalter kontinuierlich heraufgehoben werden (siehe die Welt über die neue OECD-Forderung), während uns eine Zukunft droht wie den Londoner Bürgern, die bei den von den Banken diktierten Preise „der Märkte“ nicht mehr mithalten können, siehe Freitag:

Im Londoner Stadtteil Newham müssen Menschen in Gartenhäusern, Garagen, Schuppen, Hütten oder sonstigen Anbauten leben, weil sie eine andere Bleibe nicht bezahlen können

Wohl gemerkt: wir reden hier nicht über Eritrea, Bangladesh oder Biafra, sondern von einer der reichsten Städte Europas – und DEM europäischen Finanzzentrum.

Wie reagiert der Bürgermeister von London im Übrigen auf diese Entwicklung?

Vorbildlich, wie ein Sportkanal des österreichischen Fernsehens  berichtet:

Wegen drastisch gestiegener Mieten hat der Bürgermeister des Londoner Stadtteils Newham zu drastischen Mitteln gegriffen: Er will 500 der ärmsten Familien, die Sozialleistungen der Kommunen beziehen, einfach ausweisen. Die Gemeindeverwaltung von Newham habe 1.179 Sozialwohnungsgesellschaften angeschrieben, mit der Bitte, die Menschen aufzunehmen. Teilweise liegen sie mehr als 200 Kilometer entfernt.

Da setzt ein Mann der Tat Zeichen, die zukunftsweisend sind.

Das wird uns in Zukunft auch drohen, wenn wir uns nicht genügend prostituieren: wegen Altersarmut Ausweisung nach Eritrea, Bangladesh oder Biafra.

Von dieser Zukunft werden Sie aber in den etablierten Medien nichts hören.

Niemand würde für diese Nachricht bezahlen …. aber dafür, das sie verschleiert wird, schon.

Deshalb werden wir von samtweichen Stimmen in völlig entspannter Stimmung vollgeflötet mit Nachrichtenbröckchen, die uns dazu bringen, das wir uns informiert fühlen, während rund um uns herum fleissig an der „Endlösung“ der Bürgerfrage  gearbeitet wird – von aussen durch Krieg, von  innen durch Korruption.

Und wir dachten, mit „1789“ wäre das Theater vorbei.

Dabei erleben wir gerade das Rückspiel „Edelmann“ gegen „Bürger“ – und wie es aussieht, verlieren wir diesmal ganz groß.

Aber: wir reden nicht mehr darüber.

Außer hier … und an vielen ähnlichen Orten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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