Diffamierung

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Ein Kessel Hetze – gegen „Alles auf den Tisch!“ – Klaus Hartmann

Den vollständigen Standpunkte-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) finden Sie hier:
https://apolut.net/ein-kessel-hetze-gegen-alles-auf-den-tisch-von-klaus-hartmann

Ein Standpunkt von Klaus Hartmann.

Über eines können sich die über 100 Schauspieler, Künstler und Wissenschaftler der Aktion „#allesaufdentisch“ nicht beklagen: über zu wenig mediale Aufmerksamkeit. 91 TV- und Radiostationen sowie überregionale und regionale Zeitungen (Stand 03.10.2021) haben berichtet und kommentiert (Nachricht und Kommentar meist unauflöslich vermischt).

Über zu wenig Häme und Tadel können sie allerdings auch nicht klagen, das wird heutzutage „Hatespeech“, Hassrede genannt, aber nur, wenn es die „anderen“ machen. Die Hohepriester der „Qualitätsmedien“ haben diesbezüglich Narren- und Straffreiheit.

Zwischenfrage: Gehört das Wort „schwurbeln“ oder „Geschwurbel“ eigentlich zu ihrem normalen Sprachschatz? Nein? Dann ist es höchste Zeit, das zu ändern.

Lt. Duden steht es abwertend für Unsinn reden, verworren, und diese Wörter haben in den letzten Monaten eine regelrechte Blitzkarriere hingelegt. Sie sind als Ergänzung gedacht und im Einsatz für die hinlänglich bekannte „Verschwörungstheorie“, die direkt von der CIA stammende Diffamierungsvokabel für alle, die sich trauen, Fragen zu stellen oder gar zu kritisieren. Zwar wurden auch hier, wie beim Virus, neue Varianten entdeckt: Verschwörungsmythos, Verschwörungserzählung, und aus der medialen Geisterbahn tönt es: krude, kruhuhuuude Verschwörungstheorie! Doch mit deren Dauereinsatz kommen unvermeidlich auch die Abnutzungserscheinungen, und so wurde es höchste Zeit fürs Schwurbeln.

Das Schwurbeln hat eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit mit der Hassrede: es sind immer nur die anderen, die Andersdenkenden, die an den Pranger gestellt werden.

Ken Jebsen – Wie weit würdet ihr gehen?

Ausgrenzung ist Aggression

Den vollständigen Standpunkte-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) finden Sie hier:
https://apolut.net/ausgrenzung-ist-aggression-von-alexander-jacobi

Der notorische Ausschluss von Menschen oder Themen aus einem gesellschaftlichen Diskurs ist kein friedvoller Akt. Sich gegenseitig wertschätzend zuzuhören, ist die Grundlage einer friedlichen Kommunikation. Eine wertschätzende Verständigung dringt nicht auf Überzeugung, also den Konsens, sondern hat einen friedlichen Diskurs zum Ziel. Dieser ist Grundlage einer friedlichen Gesellschaft. Ein Auszug aus dem Buch „Kant & Corona: Wie viel Aufklärung leisten Medien und Politik? Wie wenig Aufklärung verträgt die Demokratie?“

Von Alexander Jacobi.

Wenn Menschen der Regierung misstrauen, ist es eine Auszeichnung eines freiheitlich-demokratischen Rechtsstaats, wenn sich auch diese kritischen Menschen in diesem Land wohl fühlen. Es ist ein gutes Anzeichen für einen selbstbewussten, freiheitlich-demokratischen Staat, wenn in Diskussionen offen und kritisch über Regierungsmaßnahmen gesprochen werden kann – ohne dass daraus negative Folgen für den kritisch Sprechenden resultieren und ohne dass sich die kritisch Sprechenden dabei unwohl fühlen. Allein das Gefühl des Unwohlseins ist dagegen leiser Indikator einer rechtsstaatlich problematischen Entwicklung.

„Politisch Andersdenkende […] dürfen mit ihren Auffassungen auch in Zukunft nicht an den Rand gedrängt werden, auch dann nicht, wenn ihre Ansichten der Mehrheit noch so abwegig erscheinen.“ (1)

Diese Bemerkung Helmut Schmidts kann nur Bestand haben, wenn sie um eine eminent wichtige Unterscheidung ergänzt wird. Die Unterscheidung zwischen Tatsachen und Meinungen. Wer Tatsachen als bloße Meinungen, als subjektive Ansichten, als Einzelmeinungen bezeichnet, verkennt diesen außergewöhnlich wichtigen Unterschied. Der Unterschied wird aus „Faulheit und Feigheit“ verkannt, wie Immanuel Kant in seiner Aufklärungsschrift schreibt, oder aus taktischem Kalkül mit dem Ziel der Diskreditierung, um eigene Interessen durchzusetzen.

SKANDAL – Medialer Aufschrei – Til Schweiger nennt Boris Reitschuster ,,Helden“

Ein medialer Aufschrei ging durch Deutschland. Til #Schweiger hat sich mit Boris #Reitschuster auf einem Boot getroffen und dies auf Instagram gepostet mit den Worten: ,,Barefoot Boat mit meinem Helden Boris Reitschuster!“

Im besten Deutschland, das es jemals gab, folgen die medialen besten #Reaktionen – wenn man gewillt ist, zu erkennen, wo wir mittlerweile angelangt sind.

Da bleiben einem eigentlich keine Worte mehr.

Das PDF zum Video findest du hier:
https://cloud.samueleckert.net/index.php/s/rjSt3SbaBFHMBcw

Narrative #37 – Dirk Pohlmann

Stream startet ca. 21:28

Autor, Filmemacher und Wikihausen Mitstreiter Dirk Pohlmann im Diskurs mit Robert Cibis darüber, wie die etablierten Medien dafür benutzt werden – und sich benutzen lassen – die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Corona-Panik: Die „Seuche“, an der kaum jemand stirbt

In dieser Analyse will ich am Beispiel Corona aufzeigen, wie groß die Macht der Medien ist. Innerhalb von 12 Monaten wurden Dinge salonfähig gemacht, die vorher undenkbar waren. Wie das gemacht wurde, zeige ich hier anhand der offiziellen Zahlen auf.

Die Verschlimmbesserung

Covid-19-Impfungen werden weit mehr Schaden anrichten, als sie Nutzen bringen, sagt der Infektionsepidemiologe Sucharit Bhakdi.

Ein Standpunkt von Peter F. Mayer.

Wenn jemand unbequeme Dinge äußert, kann man ihn neutralisieren, indem man ihm vorwirft, kein Experte zu sein. Ist jemand jedoch ein ausgewiesener Experte auf einem Fachgebiet und äußert sich trotzdem oder gerade deshalb unbequem, kann man ihm nur noch durch unqualifizierte Diffamierung beikommen. So geschah es Dr. Sucharit Bhakdi, der zu einem der bekanntesten wissenschaftlichen Gesichter der „Maßnahmen-Kritiker-Szene“ avanciert ist. Die neuartigen Covid-19-Impfstoffe halten nicht, was sie versprechen, sagt er. Sie bergen Langzeitrisiken, die zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht abzuschätzen sind. All das erklärt Bhakdi detailliert in seinem neuen Buch „Corona unmasked. Neue Zahlen, Daten, Hintergründe“, das er zusammen mit Karina Reiss gerade herausgebracht hat. Das erste Kapitel über Impfungen stellte er in einer Diskussion mit den Professoren Andreas Sönnichsen und Martin Haditsch vor.

In vielen Ländern werden seit Mitte Dezember 2020 im Wesentlichen drei Gentechnik-Impfstoffe mehr oder weniger massenhaft verimpft: die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna sowie der Vektorimpfstoff von AstraZeneca/Oxford. Seither sind soziale Medien voll mit Berichten über steigende Todesfälle, schwere Nebenwirkungen und Infektionen nach der Impfung. Sogar Mainstream-Medien berichten darüber. Da die negativen Berichte offenbar als bedrohlich empfunden werden, eilen nun auch Faktenchecker herbei, um Nebelgranaten zu werfen.

Um sich selbst ein Urteil über diese Meldungen bilden zu können, ist es nützlich zu verstehen, wie diese drei Impfstoffe wirken, in welche Zellen die mRNA- oder Vektor-Partikel eingeschleust werden sowie welche Wirkungen und Nebenwirkungen sie dort entfalten können…

Die Macht um Acht (72) „Tagesschau-Therapie-Tip“

as Wut-Programm – Tagesschau-Therapie-Tip!

Es war der Psychologe Professor Klaus-Jürgen Bruder, der angesichts der Wut über die Corona-Maßnahmen einen Tip zum Aggressionsabbau gab: Man solle ein Blatt-Papier kräftig knüllen und in die Gegend werfen. Das könnte temporär helfen. Endgültig, so Dr. Bruder, hälfe aber nur die Ablösung des Corona-Regimes. Gesagt getan: Die Macht-Um-Acht akzentuiert in dieser Folge der Nachrichten der Tagesschau die Wut-Stellen mit Papier und Wurf.

Wenn Patrick Gensing, der in der ARD-Redaktion als Faktenfinder firmiert, über seinen Freund Markus Söder feststellt, dass der zum neuen „Feindbild von Corona-Leugnern“ geworden wäre, bekommt er glatt zwei Wut-Punkte. Denn der Begriff Corona-Leugner ist ein dreckiges Ideologie-Wort und hat mit Journalismus nichts zu tun. Das Wort soll die Kritiker des Merkel-Spahn-Regimes sprachlich in die Nähe der „Holocaust-Leugner“ rücken und sie so in den Nazi-Verdacht bringen. Zudem bestreiten die Grundrechte-Verteidiger natürlich keineswegs die Existenz von Viren. Aber wenn man behauptet, sie würden das Virus „leugnen“, macht man sie zu Idioten, die wissenschaftliche Erkenntnisse bestreiten. Patrick Gensing macht sich so allerdings vom Journalisten zum miesen Propaganda-Hiwi.

„Mehr Infektionen durch Querdenken-Demos“ lautet eine weitere Propaganda-Schlagzeile der Tagesschau. Sie stützt sich dabei auf eine angebliche Studie, die sich schon durch die permanente Verwendung des Manipulationswortes „Corona-Leugner“ disqualifiziert. Zudem tarnt sich das Diffamierungs-Papier als „wissenschaftliche“ Erhebung, obwohl sie nicht einmal eine soziologische Vergleichsgruppe zur Verifikation hinzugezogen haben. Was bleibt ist Regierungs-Gefälligkeits-Wissenschaft, Regierungs-Müll als Nachricht getarnt: Papier und Wurf!

Aber nicht nur beim Thema Corona ist die Tagesschau der Regierung dienlich. Mit der „Überschrift Bundeswehr-Einsatz – Maas will Afghanistan-Mandat verlängern“ verkauft die Redaktion den Krieg in Afghanistan als „Einsatz“. Als sei die verfassungswidrige Präsenz der Bundeswehr in Afghanistan ein Sportereignis, bei dem die Mannschaft Einsatz zeigen würde. Man lügt noch weiter, wenn die Redaktion behauptet „Der Einsatz deutscher Soldaten am Hindukusch begann als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA.“ Aber alle anständigen Menschen wissen, dass Afghanistan nicht für die Anschläge verantwortlich war. Aber bei der ARD ist man gern unanständig, dafür wird man ja bezahlt. Papier und Wurf! Langsam gibt es nicht mehr genug Papier, um die Tagesschau-Wut zu bewältigen.

Auch diese Ausgabe der MACHT-UM-ACHT stützt sich auf eine Vielzahl von Zuschauer-Zuschriften, die an diese Adresse gesandt wurden: DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM.DE. Dafür bedankt sich die Redaktion ganz herzlich.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

Jetzt ist es also raus: Ken Jebsen ist Jude – Die Hetzjagd 4.0 in Dunkeldeutschland kann beginnen

Jetzt ist es also raus: Ken Jebsen ist Jude – Die Hetzjagd 4.0 in Dunkeldeutschland kann beginnen

Nach einem mehrstündigen Telefonat mit Ken Jebsen, das ihm die Tränen in die Augen getrieben hat, lässt Rüdiger Lenz nun die Bombe platzen: Ken Jebsen ist – und das nicht nur im metaphorischen Sinne, sondern wirklich aufgrund seines Blutes und seines Erbguts – Jude. Demnach enstammt Jebsen einer jüdischen Gemeinde durch seinen Großvater mütterlicherseits, deren spezieller, weltweit verfolgter jüdischer Stamm heute nur noch in Haifa lebt. Damit ist es also raus. Man braucht sich nicht mehr länger darüber zu wundern, warum dieser Mann in einem vor antisemitischer und rechter Gesinnung angeblich nur so strotzenden, ehemaligen Land der Dichter und Denker dermaßen verachtet und hasserfüllt bekämpft wird.

In Nazi-Deutschland wurde Jagd auf Behinderte als „unwertes Leben“ gemacht. Im heutigen (Merkel-) Deutschland wird Jagd auf alle diejenigen gemacht, die selbständig denken können. So wie auf den gerade von Youtube gelöschten Ken Jebsen. Der gute & gerne Bürger in marktkonformer Demokratie nimmt dies achselzuckend hin. Im besten Falle. Denn nicht wenige tagesschauguckende Spiegelbildbürger nehmen es mit Genugtuung und Schadenfreude zur Kenntnis, dass da diejenigen Störenfriede, die Ihnen das chipsfutternde Heldendasein am Netflixsofa madig machen wollen, endlich mundtot gemacht werden. Vor allem die Stammleser und -seher von Südtäuscher Zeitung, Relotius-Narrenspiegel und Umnachtungsschau („Tagesschau“) sind sattsam zufrieden. Sie können nun endlich wieder Qualitätsjournalismus konsumieren, ohne dass kognitive Dissonanzen aufsteigen.

Doch während beim kleinen Mann / der kleinen Frau am Sofa inmitten aller massenmedialen Umnachtung zumindest ein mulmiges Gefühl in der Magengrube zurückbleibt, leise ahnend, dass die derzeitige Welle der Zensur und Repression womöglich nur der Auftakt war, um auch ihnen selbst und ihren Kindern demnächst das Fell über die Ohren zu ziehen (siehe „Letzte Worte eines blutenden Hasen im Rinnsal: „Will auch gut und gerne lebähn!“), so wird der Triumph der guten & gernen Zensur andernorts offen begrüßt und akademisch unterfüttert. Diejenigen Akademiker und Experten, die Noam Chomsky als “Wachhunde der Machtelite” beschrieben hat, können nun unter Beweis stellen, dass die Drittmittel und üppigen Gehälter, von denen sie gut & gerne leben, sich ein schmuckes Häuschen mit SUV und ihren Töchtern ein Pferd ermöglichen, nicht fehlinvestiert sind. Sollten sie sich nun etwa als undankbar erweisen und das Scheitholzschlichten, das von ihnen erwartet wird, verweigern?

Als “überfälligen Schritt” bezeichnet  etwa der Kommunikationswissenschaftler und Soziologe Patrick Stegemann in Deutschlandfunk Kultur die Sperrung von KenFM. Eine inhaltliche Rechtfertigung für diese Ansicht bleibt er schuldig. Dass Jebsen ein „Verschwörungserzähler“ sei, genügt. Die Meinungsfreiheit sieht Stegemann durch die aktuelle Zensur nicht gefährdet. Denn jeder könne weiterhin seine Meinung äußern, sie werde im Falle von Jebsen eben nur nicht mehr „verstärkt“. Doch Stegemann wittert weiter Gefahr und moniert, dass „all diese Menschen auf anderen Plattformen wie zum Beispiel Telegram weiter vollkommen unbehelligt kommunizieren können“. Ja, da muss man doch schleunigst etwas gegen unternehmen, oder? Die marktkonforme Demokratie ist in Gefahr.

Doch nicht nur die gut bezahlten Statthalter unserer marktkonformen Provinz laufen nun zu ihrer Hochform auf. Auch eine mittlerweile unüberschaubare Menge an Künstlern, Satirikern, selbsternannten Intellektuellen und Influenzern überbietet sich gerade im Einklopfen von Sargnägeln auf die Kiste, in die wir alle gelegt wurden. Mit frenetischem Grinsen und leuchtenden, fast aus ihren Höhlen tretenden Augen blasen all die Extra3-Typen vom Schlage eines Christian Ehring, die mittlerweile fast zu wandelnden Abbildern ihres giftgrün-schleimtriefenden Extra3-Logos mutiert sind, zum Halali der fröhlichen Hetzjagd auf Andersdenkende. Orwells Hasstage sind eröffnet, die “Schwurbler”, “Aluhüte”, “Verschwörungsthoretiker” ebenso wie “Impfgegner und sonstige Spacken” (Rezo) für vogelfrei erklärt. Der gute & gerne Bürger, der ihnen auf offener Straße oder in den virtuellen Saloons begegnet, darf sie wie anno dazumal ungestraft niederzwingen, um sie mit einer Zahnbürste den Asphalt schrubben zu lassen – unter Hohngelächter und den anfeuernden Rufen der aufgeklärten, fortschrittsfreudigen Mitbürger.

Tja, haben wir allen Ernstes gedacht, dass die Masse dann, wenn es drauf ankommt, anders reagieren wird als anno dazumal, nur weil wir heute Smartphones in den Händen halten statt einem klobigen, kabelgebundenen Volksempfänger? Jetzt, in einer Zeit, in der in Deutschland wieder stacheldrahtbewehrte Internierungslager für Regelbrecher errichtet werden? Doch keine Sorge, die Lager werden wie schon dazumal – nach rein evidenzbasierten Kriterien geführt werden, von Ärzten und Experten, die höchste akademische Ausbildung genossen haben und sich nur der strengen Wissenschaft verpflichtet fühlen.

Ich weiß schon, NS-Vergleiche im „besten Deutschland, das wir je hatten“ sind ja sowas von ja lol ey. Nazi-Vergleiche in einem Land anzustellen, in dem es einerseits vor Nazis und Dunkeldeutschen angeblich nur so wimmelt und wo jeder Tierschützer und Friedensaktivist umgehend das Etikett „Nazi“ an die Stirn geklebt bekommt (ja was denn jetzt: alles nazi oder alles gut & gerne im Schlamerkelland?) … also wirklich, der befördert sich ja selbst ins Abseits. Überzeugte Leser der deutschen Qualitätsmedien – laut Michail Gorbatschow immerhin „die bösartigste Presse überhaupt“ – werden daher auch den Vergleich von Rüdiger Lenz im Artikel „Jagt den Juden Ken Jebsen!“ als übertrieben ansehen. Doch der Autor hält seine Schilderung  der gezielten sozialen und wirtschaftlichen Vernichtung von Ken Jebsen noch für untertrieben und meint, vieles ausgelassen zu haben, was sich momentan abspielt. Dass es dabei auch „Verrat aus den eigenen Reihen“ gab, braucht nicht weiter zu interessieren. Dass Weggefährten zu Verrätern werden, war in der Geschichte schon immer so. Viel interessanter ist vielleicht, wie viele Außenstehende, denen Ken Jebsen nichts getan hat und für deren Grundrechte, Kinder und Zukunft er sogar streitet, ihm ohne Not in den Rücken gefallen sind. All die jungen & naiven ebenso wie die alten & leschen Influenzer und Spießbürger, die die mediale Treibjagd auf Ken Jebsen genutzt haben, um ihm auch noch ihr ganz persönliches Messer bzw. ihren intellektuellen Kartoffelschäler in den Rücken zu stoßen – natürlich mit guten & gernen Gründen.

Doch eigentlich braucht all das nicht zu wundern. Denn Ken Jebsen ist in der Tat gefährlich. So wie auch Rudi Dutschke gefährlich war und daher eliminiert werden musste. Auch damals wurde die mediale Maschinerie in Gang gesetzt, um die „verantwortungslosen Störer, bösartigen Krawallmacher, Rowdies, Kriminellen und Schädlinge der Gesellschaft“, die dem Fortschritt von Kommerz und Technik im Wege stünden, beiseitezuräumen. Die Bild-Zeitung rief schließlich ganz unverblümt zur Lynchjustiz auf:  „Man darf auch nicht die ganze Drecksarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen.“ (1968).

Diese von der Springer-Presse ausgegebene Losung wird heute nicht nur von labilen Einzeltätern wie Josef Bachmann in die Tat umgesetzt wird. Mittlerweile haben sich ganze Rudel an selbsternannten Säuberern zusammengerottet, die diese Drecksarbeit erledigen – ganz unblutig und rein virtuell durch konzertierte Mobbing-, Dissing- und Diffamierungskampagnen, die die Existenz anderer Menschen aber mitunter genauso vernichten können wie das Inbrandsetzen ihres Hauses. Lenz bringt es auf den Punkt:

„Und das ist seine Gefährlichkeit: Der Jude Jebsen lässt nichts übrig für andere. Will heißen, Jebsen ist immer schon dort, wo andere sich hinbemühen wollen, immer. Solche Leute sind den mittelmäßigen und den angepassten Konformisten in allen Zeiten ein Dorn im eigenen Fleische, den man ziehen muss. … ja, so machen wir das, das hängen wir ihm jetzt an, damit die Meute der Bekloppten und Bescheuerten, die Resthirnvertreter ihn langsam und sicher richten werden.

… eine an Verlogenheit nicht zu überbietende Rufmordkampagne, die nun auszuarten scheint in eine Kampagne nach einem irren Einzeltäter, der diesen Scheißjuden Jebsen endlich von hinten erledigt. So wie es sich einst bei dem Spinner Rudi Dutschke abgespielt hatte.

Jebsens Geist stört gewaltig, denn dieser Jude ist nicht käuflich. Der Jude Ken Jebsen ist genau so stark, wie der, den sie noch den Nigger Cassius Marcellus Clay nannten. Clay‘s Stärke war der Boxkampf, in dem er sich Muhammed Ali nannte. Jebsens Stärke ist die Aufklärung. Beide aber verbindet der innere Widerstand, sich nicht für ein System zu prostituieren, das an Verlogenheit und Falschheit nicht größer sein kann.

Muhammed Ali, The Greatest, wäre – und dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen – heute Gesprächspartner bei KenFM, und das sicher nicht nur ein Mal. Dass der Jude Ken Jebsen mit seinem Portal KenFM zur Speerspitze der Aufklärungsbewegung in Deutschland wurde, ist dieser inneren Stärke zu verdanken. Und diese starke unbändige innere Kraft muss nun vernichtet werden. Man trifft diese Stärke heute nirgends mehr in der Bundespolitik oder den Bundesversammlungen an. Ich denke, man trifft sie auch in den Medienbüros nicht mehr an. Fast überall beherrscht das sich ständig in bückender Haltung befindliche Mittelmaß alles. Die Akademiker, die nichts aus sich selbst heraus erschufen, um der Gesellschaft dienlich zu sein, haben alles besetzt. Vornehmlich kommen sie aus dem politisch zu verorteten linken und grünen Spektrum, wo verlangt und genommen, aber nicht gegeben und geschöpft wird. Das ist es, warum der Freiheit gerade ganz allgemein der Todesstoß versetzt wird und die große Masse dem nichts entgegensetzt. Denn die Masse hat sich ans Nehmen gewöhnt. Sie bleibt lieber im Opferstatus verfangen und wer über dem Anderen steht, der darf den, der unter ihm steht, aussaugen, benutzen und ihn als Freier seiner Belange missbrauchen. Zu mehr ist gar kein elektrischer Impuls im eigenen Grips möglich.“

 


P.S.: Zur Ermordung Dutschkes und zur gegenwärtigen Instrumentalisierung einer Generation willfähriger „Kopflanger“ siehe auch eine lesenswerte Betrachtung von Götz Eisenberg:

 „… Die Erinnerung daran, dass eine menschliche Welt möglich ist, soll getilgt werden. Ein großes Vergessen soll sich breitmachen und jede Alternative schon im Ansatz erstickt werden. Ein Blick auf den Zustand der jüngeren Generation zeigt, dass dieses Vorhaben bereits weit vorangekommen ist. Das gilt leider auch für das Gros der heutigen Studierenden. Sie unterwerfen sich den Anforderungen einer zur Lernfabrik verkommenen Universität und lassen sich widerspruchs- und widerstandslos zu „Kopflangern“ (Brecht) des digitalisierten Kapitals herrichten. Sie begeben sich auf ein Reise-nach-Jerusalem-Spiel um gutbezahlte Jobs und verfahren nach dem altgriechischen Motto: „Glück ist, wenn der Pfeil (der Arbeitslosigkeit) den Nebenmann trifft“. Konkurrenz und Ellenbogeneinsatz statt Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Sie pfeifen sich leistungssteigende Medikamente rein, vergöttern Markt und Effizienz, rennen wie Somnambule hinter ihren Smartphones her und trinken auf dem Weg zur Uni einen Coffee to Go. Statt sich in den Kampf zu stürzen, jagen sie Pokémons und tanzen nach der digitalen Pfeife. Insgeheim ahnen oder wissen sie, dass sie keine Perspektiven haben. Das macht sie latent wütend und gereizt. Deswegen besaufen sie sich regelmäßig und trinken oder kiffen sich weg aus einer frustrierenden Realität. Dass sie diese ändern könnten, ist ein Gedanke, der ihnen fremd ist. Von Revolution ist bloß noch die Rede, wenn es um eine neue Geschäftsidee oder die Gründung eines Start-up-Unternehmens geht. Ihr Traum, den sie leben wollen – wie ein gängiger Werbeslogan heißt – ist ganz von dieser Welt: reich sein, Karriere machen und dabei Spaß haben.

(…)

Warum will Bachmann [Anm.: der Attentäter, der auf Dutschke geschossen hat] unbedingt jemanden erschießen, der sich zeitlebens für die Erniedrigten und Beleidigten, also für Leute wie ihn, eingesetzt hat? Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen, muss man die kritische Sozialpsychologie zu Rate ziehen. Das von seinen Erziehern gezüchtigte und gequälte Kind ist dennoch auf deren Wohlwollen und Zuwendung angewiesen. Es muss seine Peiniger lieben, und diese sadomasochistische Verfilzung von Quälerei und Liebe bleibt oft ein Leben lang wirksam. Die Erziehung zu Gehorsam und Unterwerfung unter Autoritäten mündet in eine „Identifikation mit dem Angreifer“, die einen Menschentyp hervorbringt, der verbissen seine eigene Knechtschaft verteidigt. Die in einem „erbärmlichen geistigen und seelischen Zustand“ gehaltenen Menschen, schrieb der junge Max Horkheimer in seinem Buch „Dämmerung“, „sind die Affen ihrer Gefängniswärter, beten die Symbole ihres Gefängnisses an und sind bereit, nicht etwa diese ihre Wärter zu überfallen, sondern den in Stücke zu reißen, der sie von ihnen befreien will“. Diesem, wenn man so will, perversen Mechanismus fielen immer wieder Revolutionäre zum Opfer – von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Kurt Eisner, Gustav Landauer bis Rudi Dutschke.“

(ganzer Artikel: siehe Nachdenkseiten)

 

Bild: Pixabay/CC0

Die Grünen als Steigbügelhalter der globalen Finanzelite

„Nur wo Grün draufsteht, ist echte Diktatur drin“- das Plakat eines Demonstrierenden gegen die Verabschiedung des neuen Bevölkerungsschutzgesetzes irritierte mich. Und veranlasste eine Revision meiner Geschichte mit den Grünen.

Ein Standpunkt von Antonia von Fürstenberg.

Damals, in den siebziger Jahren, war ich jung und verliebt in einen Ökobauer aus Schleswig-Holstein. Die Grünen gab es noch nicht, dafür Alternative, die in Kommunen wohnten und staubtrockene Biobrote backten. Das Bewusstsein erweiterte sich durch LSD und Lesezirkel zu Marx und Menstruation. Anti-Atomkraft-Demos einten die Progressiven aus den Städten und die Biohippies auf dem Land. Meine Schwester, die ich als Landei so oft wie möglich besuchte, lebte in West-Berlin.

Direkt gegenüber ihrer Wohnung war eine von bärtigen Elementen frequentierte Kneipe. Da trank man Bier, rauchte Gitanes und wollte den Kapitalismus abschaffen. Im Keller wurde der Extradienst gedruckt, ein von der Stasi gefördertes SEW Organ. Als er eingestellt wurde, kam dort der Stachel heraus – bis heute das Organ der Grünen.

Der Stachel war aus der Zeitschrift „Rebell“ der marxistisch-leninistischen „Revolutionären Jugend“ hervorgegangen. Einige Jahre später zog ich nach West-Berlin und wurde Theaterschaffende in der alternativen Szene. Wir waren „die Guten“, progressiv und kreativ. Allerdings störte mich schon damals eine Neigung zur moralischen Rigidität „der Guten“, was die Meinung und das Verhalten von Andersdenkenden betraf. Erinnerte es mich doch an die Enge und Doppelmoral meiner katholisch geprägten Jugend.

Das Imperium schlägt zurück: 320 renommierte „Wissenschaftler*Innen und Expert*Innen“ verfassen Gegendarstellung zum Folterbericht des UN-Sonderberichterstatters über Julian Assange

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(Foto: RT / screenshot aus Youtube, 11.04.2019 /colormod pw)

Der offene Brief des UN-Sonderberichterstatters über die Diffamierung und Folterung von Julian Assange (siehe „Das Schweigen der Leitmedien und die Zukunft der Lämmer“) wurde nun von „Experten“ massiv kritisiert. Über 300 „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ waren sich nicht zu schade, in konzertierter Aktion eine vehemente Entgegnung zu Melzers Artikel zu unterzeichnen. Wer die ellenlange Unterzeichnerliste durchscrollt (siehe medium.com), der muss unweigerlich vor Andacht in die Knie gehen: Die Creme der akademischen Jurisprudenz von Oxford, der University of London bis nach Hongkong, Professor*Innen und Direktor*Innen namhafter Universitäten in den USA, Europa, Schweiz, Australien, Südamerika und der sonstigen großen Welt der Campus-Freunde im Verein mit Gender- und Global Human Rights Instituten, Centers for International Law and Justice, Gender-based Violence specialists etc. reichen sich hier geschlossen die Hand bzw. machen die Mauer, damit wir nicht solch unwissenschaftlichen und an den schlichten menschlichen Hausverstand gerichteten Appellen wie von Nils Melzer folgen.

Da auch eine ganze Generation, die soeben zu einer Art politischem Bewusstsein erwacht ist, geneigt ist, sich „gegen Unvernunft“ und bedingungslos „auf die Seite der Experten zu stellen“ (so die – keine Frage, gut gemeinte – gemeinsame Aussage im millionenfach angesehenen Video-Statement von Rezo & den 90 Super-Youtubern – siehe „Endlich: Jetzt schlägt die Stunde der Experten! – Über Evidence Based Bullshit“), kann man nicht oft genug auf Noam Chomsky hinweisen. Chomsky ist jemand, der sich wohl am profundesten mit der meinungsbestimmenden Funktion der sogenannten Experten und akademischen Wissenschaftler befasst hat. Er nennt sie eine „Art säkulare Priesterschaft“ für die Machtelite, „indem sie Ideen, Pläne, Strategien, Werte, Theorien, Rechtfertigungen und Doktrinen für die ökonomischen und politischen Entscheidungsträger des Herrschaftssystems entwickeln und dem Rest der Bevölkerung verkünden, was sie glauben sollen.“

Diese heute regelrecht vergötze akademische Schicht an „wissenschaftlichen Experten“, die sich ach so aufgeklärt gibt und uns vor „irrationalen Ansichten“ warnt, ist nach Ansicht von Chomsky selbst „deeply indoctrinated“ (auf deutsch: zutiefst gehirngewaschen). Diese rein nach „streng wissenschaftlichen“ Kriterien agierenden Experten sind heute auf ausnahmslos allen Gebieten des Lebens tonangebend. Sie bestimmen schon längst und dies lückenlos, was in ökonomischer,  ökologischer, militärischer, finanztechnischer, kommerzieller, pädagogischer und sozialer Hinsicht geschieht und was unsere Politiker zu tun haben. Alles, was wir in unserer nicht nur vorm sozialen Abgrund und  finanziellen Kollaps, sondern auch kurz vorm Ökozid stehenden Gesellschaft erleben, IST also bereits real anschaubare Konsequenz GERADEWEGS DIESER „streng wissenschaftlichen“, rein der „rationalen Vernunft“ und Effizienz verpflichteten Denkweise, der zufolge Mensch und Welt nur sinn- und geistlose Kohlenstoffzusammenballungen – also WURST – sind, daher ihrer restlosen Ausschlachtung nach rein betriebs-/volkswirtschaftlichen Kriterien nichts im Wege steht bzw. jeder, der anderes behauptet, „irrational“ und dem Fortschritt schädlich ist.

Leute, bitte rafft es rechtzeitig: Diese Expertenschaft hat es nicht im Geringsten notwendig, dass wir oder die Superyoutuber sich auf ihre Seite stellen. Die verachten euch Fußvolk sogar und tun alles, damit ihr auf Distanz und vor allem: unten bleibt. Das werden sie euch natürlich nicht direkt sagen. Ich kenne den akademischen Betrieb und die Denkweise seiner streng wissenschaftlichen Esperten selbst zur Genüge – sind meist allesamt sehr nette Damen und Herren, die Wert auf ein gepflegtes Äußeres legen, sich neuerdings sogar bemühen, lustig und volksverständlich zu sein (wie FAZ-Korrespondent Reinhard Bingener schreibt, soll es ja keine trockene, sondern eine fröhliche Wissenschaft sein, die im Zuge der szientistisch-neoliberalen Agenda Eingang in die Köpfe des postmodernen Menschen findet: Sie „deklinieren die Evolutionstheorie bis in die Grundfragen der Lebensführung herab: Was dürfen wir nicht mehr glauben? Was sollen wir essen? Wie können wir es treiben? – es soll eine fröhliche Wissenschaft sein.“).

Natürlich werden sich diese hochkarätigen Experten empört dagegen verwehren, wenn man ihnen vorwirft, dass sie eigentlich gar keine Wissenschaft, sondern eher eine NICHTWISSENWOLLENSCHAFT vertreten. Wer das im heutigen Diskurs öffentlich zu sagen wagt, der wird umgehend mit einer erschlagenden Fülle an Argumenten und Tonnen an streng wissenschaftlichen „Papers“ plattgemacht, noch bevor er richtig Luft holen konnte. Er ist sofort einen Kopf kürzer, noch bevor man ihn auf die Guillotine des Manufacturing Consent oder auf den digitalen Scheiterhaufen schleppen konnte. Passt also gut auf, meine lieben jungen Freunde, wenn ihr euch „auf die Seite der Experten stellen“ wollt. Die haben scharfe Klingen und Streitäxte im Talon, gegen die unsere gut gemeinten Forderungen für mehr Menschlichkeit, Klima- und Umweltschutz wie stumpfe Kartoffelschäler wirken. Die SUV-fahrenden wissenschaftlichen Würdenträger lachen in Wirklichkeit über unser naives Ansinnen für mehr Menschen- und Klimagerechtigkeit. Sie wollen unseren Schwung und unser  gut gemeintes Engagement sogar noch ausnutzen, um uns mit neuen Steuermodellen noch weiter abzuzocken, während Business as usual weitergehen soll wie gewohnt. Behaltet bei Eurer neu entdeckten Hinwendung zu den „wissenschaftlichen Experten“ also eventuell im Hinterkopf, was Noam Chomsky über diese grauen Eminenzen gesagt hat. Glaubt mir, als Professor des renommierten Massachusetts Institute of Technology/MIT in Cambridge weiß er, wovon er redet. Er hat fast sein ganzes Leben am Campus der Universität verbracht.

Und by the way: Wisst ihr eigentlich, was ‚Campus‘ bedeutet? Diese Bezeichnung für unversitäres Terrain stammt vom lateinischem Wort campus = Schlachtfeld. Es gibt wohl in der Tat kein besseres Wort für denjenigen Boden, von dem aus unsere Köpfe und Herzen erobert werden sollen. Erobert wird heute freilich nicht mit Peitschen und Kanonen, das wäre ja barbarisch und im Zeitalter von political correctness nicht mehr zeitgemäß.  – Nein, erobert wird heute mit viel effizienteren und global wirksamen Waffen: mit den alternativlos zwingenden, streng wissenschaftlichen Argumenten von akademisch und konzernwirtschaftlich akkreditierten Experten. Wissenschaftlichen Experten, die Noam Chomsky folgendermaßen charakterisiert:

Sie identifizieren sich mit den Interessen der Mächtigen und halten diese für ihre eigenen. Für ihren Dienst und für ihre Verinnerlichung und Verteidigung des Wertekanons und der Interessen der Machtelite erhalten sie einen gewissen Anteil an der Macht, des Reichtums, der Privilegien und des Prestiges. Damit bilden sie nicht nur einen zentralen Pfeiler des ideologischen Indoktrinationssystems, sondern sie sind vielmehr entscheidende Akteure des staatskapitalistischen Propagandasystems für die Herrschaftssicherung der Machtelite, weil sie die breite, weniger gebildete Bevölkerungsgruppe (rund 80 Prozent) ideologisch zum Gehorsam, zur Passivität, Konformität, Habsucht und Unterwerfung erziehen, indem sie diese in ihrem sozialen, kulturellen Verhalten, Wissen und Denken bzw. in ihrer Wahrnehmung entsprechend formen, disziplinieren und kontrollieren.

(…) Für die extrem indoktrinierten und gebildeten Schichten existieren intellektuell ´anspruchsvolle` Elite- und Leitmedien, die politische und ökonomische Gegebenheiten und Entwicklungen innerhalb des vorgegebenen ideologischen Indoktrinierungsrahmens der Machtelite darlegen und kommentieren. All dies dient auch dazu, den übrigen 80 Prozent der Bevölkerung die notwendigen Illusionen bzw. Lügen als Wahrheit zu verkaufen, hinter denen sich die handfesten Interessen der Machtelite verbergen. Denn diese Leitmedien liefern nicht nur die passenden Themen, Bilder und Informationen, sondern setzen vor allem den zu befolgenden ideologischen Rahmen zulässiger Meinungen und Ansichten über die Welt für alle weiteren Massenmedien.

Für den übrigen Teil der Bevölkerung, also die ´weniger gebildete` und zum Gehorsam erzogene Mehrheit, gibt es die anspruchslosen Massenmedien, die vor allem dafür zuständig sind, die Menschen zu unterhalten, zu amüsieren, abzulenken (Sport, Seifenopern, Boulevard, Comedy, Krimis etc.), und sie mithilfe bedeutungsloser (nationalistischer, chauvinistischer) Slogans und des Fernsehens zu apathischen, autoritätsgläubigen, kaufsüchtigen wie desinteressierten Konsumidioten zu formieren. So wird die Bevölkerung sozial atomisiert, fragmentiert und dadurch politisch marginalisiert.

(…) So wird die Bevölkerung sozial atomisiert, fragmentiert und dadurch politisch marginalisiert. Dies wird durch eine falsche, lügenhafte oder irreführende Darstellung politischer, sozialer, ökonomischer Tatsachen, Erklärungen und Zusammenhänge begleitet, die von Regierungen und Konzernen mithilfe der PR-Industrie sowie intellektuellen Experten als notwendige Illusionen produziert und verbreitet werden. Die breite Bevölkerung soll eben nicht über die Welt selbstständig nachdenken, sie soll sich noch viel weniger politisch einmischen, vielmehr soll sie sich darauf beschränken, die in der Werbung angepriesenen Waren zu konsumieren, um einen fremdgesteuerten Lebensstil zu imitieren und nachzueifern.“

 

Link zu Chomsky Volltext-Rezension: „Die Wachhunde der Machtelite“ (Nachdenkseiten)

siehe auch „Alles in Butter: Prof. Michael Butter – Wie man tapfer feige eine wissenschaftliche Lanze bricht“ (Nachrichtenspiegel)

Der Psiram Lehrmeister – Massentaugliches Infotainment und marktkonformer Brainfuck

Endzeit-Poesie 4.0: Unser „Ich“ – Staatsfeind Nr.1

 

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